Home
  By Author [ A  B  C  D  E  F  G  H  I  J  K  L  M  N  O  P  Q  R  S  T  U  V  W  X  Y  Z |  Other Symbols ]
  By Title [ A  B  C  D  E  F  G  H  I  J  K  L  M  N  O  P  Q  R  S  T  U  V  W  X  Y  Z |  Other Symbols ]
  By Language
all Classics books content using ISYS

Download this book: [ ASCII | HTML | PDF ]

Look for this book on Amazon


We have new books nearly every day.
If you would like a news letter once a week or once a month
fill out this form and we will give you a summary of the books for that week or month by email.

Title: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Bd.1, Mitteldeutschland, 1914
Author: Dehio, Georg, 1850-1932
Language: German
As this book started as an ASCII text book there are no pictures available.
Copyright Status: Not copyrighted in the United States. If you live elsewhere check the laws of your country before downloading this ebook. See comments about copyright issues at end of book.

*** Start of this Doctrine Publishing Corporation Digital Book "Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Bd.1, Mitteldeutschland, 1914" ***

This book is indexed by ISYS Web Indexing system to allow the reader find any word or number within the document.



[Mitteldeutschland]



Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Bd.1, Mitteldeutschland, 1914


by Georg Dehio



Draft Edition!, (October 4, 2006)



Deutscher Verein für Kunstwissenschaft
Georg Dehio
Handbuch der Deutschen
Kunstdenkmäler
Begründet vom Tage für Denkmalspflege
Erster Band
Mitteldeutschland
Zweite Auflage
BERLIN
Verlegt bei Ernst Wasmuth A.-G.
1914



INHALT


_Vorwort._
_Verzeichnis der Abkürzungen._
   _a) Nach Begriffsgruppen._
   _b) Nach dem Alphabet._
_A_
_B_
_C_
_D_
_E_
_F_
_G_
_H_
_I_
_J_
_K und C_
_L_
_M_
_N_
_O_
_P_
_Q_
_R_
_S_
_T_
_U_
_V_
_W_
_Z_
_Ortsverzeichnis_
_ geordnet nach Staaten und Verwaltungsbezirken._
_Künstlerverzeichnis._



[Blank Page]



_VORWORT._


Die erste Auflage dieses Werkes erschien in fünf Bänden in den Jahren
1905-1912. Ich beginne die zweite mit dem Ausdruck des Dankes an alle, die
mich bei der Ausführung der ersten unterstützt haben. Ihre Zahl ist so
groß, daß ich sie nicht einzeln nennen kann. An der Spitze steht die
Dankespflicht gegen Seine Majestät den Deutschen Kaiser, der auf Antrag
des Tages für Denkmalpflege durch Allerhöchsten Erlaß vom 27. März 1904
die finanzielle Grundlage des Unternehmens sichergestellt hatte. Die erste
Anregung war von dem Unterzeichneten auf der im Jahre 1899 in Straßburg
tagenden Generalversammlung der Deutschen Geschichtsvereine gegeben
worden. Der erste Tag für Denkmalpflege, Dresden 1900, setzte die
Erörterung fort und erklärte sich hinsichtlich der Wünschbarkeit lebhaft
zustimmend, die Ausführbarkeit allerdings wurde mehrfach angezweifelt.
Unter diesen Umständen mußte ich selbst die Arbeit übernehmen, wohl
wissend, daß sie mich auf eine längere Reihe von Jahren vollständig in
Anspruch nehmen werde. Sie zu einem ersprießlichen Ende zu führen wäre mir
auch nicht möglich gewesen ohne die treue und unermüdliche Unterstützung
der mir beigegebenen Kommission. Sie bestand aus Hugo Lörsch, Cornelius
Gurlitt und Adolf von Oechelhäuser. Für Lörsch, dessen Tod wir im Jahre
1907 zu beklagen hatten, trat Paul Clemen ein. Die Jahre des
Zusammenarbeitens mit ihnen werden mir stets in dankbarer Erinnerung
bleiben.

Jetzt mit der zweiten Auflage tritt das Handbuch unter die Fürsorge des
Deutschen Vereins für Kunstwissenschaft. Die grundlegende erste
Bearbeitung hatte notwendig das Werk eines einzelnen sein müssen; die nun
folgende nachprüfende und ergänzende Kleinarbeit ist nur denkbar in der
Verteilung auf viele. Das Einfachste und Wirksamste wäre, wenn die Herren
Konservatoren es sich zur Gewohnheit machen könnten, bei ihren amtlichen
Denkmälerbesichtigungen und bei ihrer Kenntnisnahme von der lokalen
Forschung stets einen Blick auf das Handbuch zu werfen und die ihnen nötig
erscheinenden Berichtigungen und Nachträge gleichlaufend einzuzeichnen.
Auf diese Weise würde ohne besondere Mühewaltung, fast automatisch, die
Sammlung des Materials sich bewerkstelligen lassen. Außerdem wiederhole
ich meine an alle Benutzer gerichtete alte Bitte, mich auf etwaige
Irrtümer oder Lücken, mögen sie auch noch so geringfügig sein, aufmerksam
zu machen. Sie werden damit den Dank aller anderen Mitbenutzer sich
verdienen.

Aus den zahlreichen im Laufe der Jahre mir mündlich oder schriftlich
zugegangenen Beurteilungen entnehme ich, daß die Einrichtung des Buches
sich bewährt hat, sie konnte somit ohne wesentliche Veränderungen in die
neue Auflage herübergenommen werden. Vor allem hat es Zustimmung gefunden,
daß das Handbuch unter Verzicht auf Vollständigkeit, die ein Vorrecht der
amtlichen Inventare bleiben muß, nur Sichtung und Auswahl gibt. Welche
Gegenstände aufzunehmen, welche auszuschließen seien, das wird immer
erneuter Überlegung bedürfen, und ich bitte, auch in dieser Hinsicht mir
mit Ratschlägen fernerhin zu Hilfe zu kommen. Keinesfalls sollte der
bisher erreichte Umfang der einzelnen Bände in Zukunft wesentlich
anschwellen dürfen.

Wenn dieses bei dem vorliegenden ersten Bande einigermaßen dennoch
eingetreten ist, so ist es eine Folge des gerade hier sehr starken
Nachschubs der Inventare. Zur Zeit der ersten Auflage waren etwa zwei
Fünftel des Gebietes noch nicht inventarisiert, jetzt fehlen nur noch der
bayrische Bezirk Oberfranken und wenige Ämter in Unterfranken und dem
Königreich Sachsen.

Eine Veränderung, an deren beifälliger Aufnahme ich nicht zweifle, besteht
in der Einschränkung der Abkürzungen. Ganz zu entbehren waren sie nicht,
wenn anders eine noch weitergehende Erhöhung der Seitenzahl vermieden
werden sollte. Strittiger wird das Urteil über eine zweite Veränderung
sein: die Weglassung der Literaturangaben. Ich habe mich dazu erst nach
langer Überlegung entschlossen. Die Gründe sind folgende: 1.
Vollständigkeit ist von vornherein ausgeschlossen; soll aber nur eine
Auswahl gegeben werden, so fehlt dafür jede konsequent anwendbare
Begrenzung. 2. Es kommt nicht selten vor, daß der wichtigste Beitrag zur
Beurteilung eines Denkmals nicht in den von ihm handelnden
Sonderschriften, sondern in einem allgemeinen Werke enthalten ist; die
Nachweise so weit auszudehnen, würde aber in der Summe viel zu viel Raum
in Anspruch nehmen. 3. Bei der Benutzung als Reisehandbuch besteht an den
Literaturangaben kaum ein Interesse; tritt es bei der Arbeit im Hause ein,
so wird ein Zurückgreifen auf die Inventare nicht zu entbehren sein, und
dort findet man ja regelmäßig auch die Literatur bereits verzeichnet. Die
Bibliographie der deutschen Kunstgeschichte ist eine Aufgabe für sich, und
zwar eine sehr umfassende; ihre Lösung kann nicht nebenher auch von diesem
Handbuch verlangt werden.

Dagegen hoffe ich, als wichtigsten Zuwachs dieser zweiten Auflage, wofern
nicht zu große Schwierigkeiten sich einstellen, zum Schluß ein alle fünf
Bände zusammenfassendes Sachregister zu bringen.

Die dem Bande vorangestellte kleine Karte beabsichtigt nichts, als eine
summarische Orientierung zu geben. Sie beschränkt sich auf Verzeichnung
der Kreisstädte, durch die im Text die Lage eines Ortes bestimmt wird.
Weiterzugehen, sämtliche in dem Bande beschriebenen Orte — es sind mehr
als 2000 — aufzunehmen, wäre ein Ding der Unmöglichkeit gewesen.

Straßburg, 31. Dezember  1913.

*G. Dehio.*

[Blank Page]



_VERZEICHNIS DER ABKÜRZUNGEN._



_a) Nach Begriffsgruppen._



*beg.* begonnen.
*erb.* erbaut.
*voll.* vollendet.
*gew.* geweiht.
*zerst.* zerstört.
*Rest.* *rest.* Restauration, restauriert.
*Jh.* Jahrhundert. _In Verbindung damit_ *A.* Anfang, *M.* Mitte, *E.*
Ende, *H.* Hälfte, *V.* Viertel.
*bez.* bezeichnet.
*I.* Inschrift.



*rom.* romanisch.
*got.* gotisch.
*Ma.* *ma.* Mittelalter, mittelalterlich.
*Renss.* *renss.* Renaissance _als Substantivum und Adjektivum._
*Bar.* *bar.* Barock, barock.
*Rok.* *rok.* Rokoko, rokoko. _In   Verbindung  mit  diesen
Stilbezeichnungen._
*fr.* früh, *sp.* spät.



*K.* Kirche
*Kap.* Kapelle.
*Klst.* Kloster.
*Basl.* Basilika.
*Hllk.* Hallenkirche.
*Gr.* Grundriß.
*Sch.* Schiff, *3sch.* dreischiffig.
*Msch.* Mittelschiff.
*Ssch.* Seitenschiff.
*Qsch.* Querschiff.
*Fig.* *Figg.* Figur, Figuren.
*Lhs.* Langhaus.
*Bg.* Bogen.
*Ark.* Arkade.
*Pfl.* Pfeiler.
*Sl.* Säule.
*Kapt.* Kapitell.
*Gwb.* Gewölbe.
*Epit.* Epitaph.



*Quadr.* *quadr.* Quadrat, quadratisch.
*Rck.* *rck.* Rechteck, rechteckig.
*1/2 kr.* halbkreisförmig.
*5/8 Schluß.* Schluß aus fünf Seiten des Achtecks.



*N* *n* Nord, nördlich.
*S* *s* Süd, südlich.
*O* *o* Ost, östlich.
*W* *w* West, westlich.



_b) Nach dem Alphabet._


*A.* Anfang.
*Abb.* Abbildung.
*Ark.* Arkade.
*bar.* barock.
*beg.* begonnen.
*bez.* bezeichnet.
*Bg.* Bogen.
*bmkw.* bemerkenswert.
*E.* Ende.
*ehem.* ehemalig.
*Epit.* Epitaph.
*erb.* erbaut.
*Fig.* Figg. Figur, Figuren.
*fr.* früh.
*gegr.* gegründet.
*gest.* gestiftet.
*gew.* geweiht.
*got.* gotisch.
*Gwb.* Gewölbe.
*Gr.* Grundriß.
*H.* Hälfte.
*h.* heilig.
*Hllk.* Hallenkirche.
*I.* Inschrift.
*Jh.* Jahrhundert.
*K.* Kirche.
*Kp.* Kapelle.
*Kapt.*   Kapitell.
*Klst.* Kloster.
*1/2 kr.* halbkreisförmig.
*Lhs.* Langhaus.
*M.* Mitte.
*Ma.* *ma.* Mittelalter, mittelalterlich.
*Msch.* Mittelschiff.
*N* *n* Nord, nördlich.
*O* *o* Ost, östlich.
*Pfl.* Pfeiler.
*quadr.* quadratisch.
*Qsch.* Querschiff.
*Rck.* *rck.* Rechteck, rechteckig.
*Renss.* Renaissance.
*Rest.* *rest.* Restauration, restauriert.
*Rok.* *rok.* Rokoko, rokoko.
*rom.* romanisch.
*S* *s* Süd, südlich.
*1 sch.* *2 sch.* etc. einschiffig, zweischiffig etc.
*Ssch.* Seitenschiff.
*Sl.* Säule.
*sp.* spät.
*ursp.* ursprünglich.
*V.* Viertel.
*voll.* vollendet.
*W* *w* West, westlich,
*whgest.* wiederhergestellt.
*zerst.* zerstört.



_A_


_ABLASS._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Dorf-K.* Der rechtwinklig geschlossene Chor mit rundbg. Fenster E. 13.
Jh., seine Wölbung in spitzbg. Tonne 14. Jh. Wohlerhaltenes rom. SPortal,
dessen 2 Säulen mit zierlichen Blätterkapitellen. Im übrigen
anspruchsloser Umbau in spätester Gotik gegen M. 16. Jh. (mit Werkstücken
aus dem 1539 aufgelösten Cisterc. Frauen-Klst. Sörnzig) und A. 18. Jh. —
_Sakramentsnische_ um 1480; großes _Holzkruzifix_ in kraftvollen Formen um
1560; _Altarkruzifix_ Meißener Porzellan bester Zeit.

_ABTERODE._ RB Cassel Kr. Eschwege.

*Pfarr-K.* Spgot. Seit 1809 Ruine.

[*K.* des 1077 gegr. Benedikt.Klst. 1867 abgebrochen.]

_ABTLÖBNITZ._ Pr. Sachsen Kr. Naumburg.

*Dorf-K.* Wesentlich noch der rom. Urbau, flachgedecktes Schiff, stark
eingezogener rck. Chor mit Tonnengwb., darüber der Turm. — Spgot.
_Schnitzaltar_ A. 16. Jh. _Kanzel_ in Renss.-Formen.

_ABTSWIND._ UFranken BA Gerolzhofen.

*Protest. Pfarr-K.* Spgot. mit jüngeren Veränderungen. Am WTurm sehr
hübscher Bar.Helm, schlank mit doppelter Laterne und doppelter Kuppel. —
Bmkw. _Schnitzaltar_ um 1500; im Schreine großes Relief der Pietas,
kraftvoll und originell; auf den Flügeln (kaum von derselben Hand) links
Dorothea und Katharina, rechts Barbara allein; die Malerei der
Außenseiten, vielleicht aus Nürnberger Werkstatt, unrestauriert. — Eine
zweite, vollplastische _Pietas_. — Reste von _Gaden_. — Im Ort
charakteristische _Hoftore_.

_ACHELSTÄDT._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

*Dorf.-K.* modern bis auf den rom. Turm an der SSeite, die Ausbildung der
Schallöffnungen fällt durch Güte der Arbeit auf.

_ADELSBERG._ UFranken BA Gemünden.

*Pfarr-K.* Turm 1335, im Untergeschoß Sakristei. Langhaus 1732.
_Altarblätter_ von _G. M. Bolster_ 1737. Über dem Westeingang
_Rotsandsteinfigur_ St. Laurentius um 1400.

_ADELSBORN._ Pr. Sachsen Kr. Worbis.

*Schloß.* Einfacher Renss.Bau mit 2 Ecktürmen.

_ADELSHAUSEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

*Dorf-K.* 1 sch. Lhs. 1484; der eingezogene, turmtragende quadr. Chor
älter.

_ADOLFSECK_ siehe Fulda.

_AHORN._ Sachsen-Coburg LA Coburg.

*Pfarr-K.* Chor und OTurm 14. Jh., der hohe spitze Holzhelm des letzteren
mit 4 Ecktürmchen 1627. Aus derselben Zeit das Lhs. mit geputzter
Flachdecke. — An den Chorwänden _Bronzetafeln_ mit Wappen und Inschr., von
Grabsteinen abgelöst. _Wandgrab_ (Sandstein) _des Wilhelm v. Streitberg_
1616, vielleicht das beste Werk des in dieser Gattung vielbeschäftigten
Nürnbergers _Hans Werner_ (unter Mitwirkung seines Schwiegersohnes _Veit
Dümpel_ aus Altenstein). Wandgrab des _Wilh. Ludwig v. Streitberg_ † 1638,
Holz in steingrauem Anstrich.

*Schloß*. 4 Flügel um einen Hof; der Vorderbau 1556, ausgebaut 1621 von W.
v. Streitberg; kolossales Satteldach mit der Traufe nach vorn; mächtige
runde Flankentürme mit überkragendem 8eck. Aufsatz und Haubendach.
_Mobiliar_ 17. und 18. Jh.

_AIDHAUSEN._ UFranken BA Hofheim.

*Dorf-K*. Chor im OTurm, Unterbau frgot. An der flachen Lhs.Decke gute
Stuckatur um 1770. Gute _Holzfig._ des hl. Sebastian um 1560. Mehrere alte
_Glocken_, eine mit Ave Maria 14. Jh., eine andere 1436. — In der Nähe
mehrere _Bildstöcke_.

_ALACH._ Pr. Sachsen Kr. Erfurt.

*Dorf-K*. 1405. 1sch. mit Achteckschluß.

_ALBERSDORF._ UFranken BA Ebern.

*Dorf-K*. Gutes Beispiel einer Spätbarocklandkirche; um 1720; mit
gutproportionierter Fassade.

_ALBERSRODE._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Dorf-K*. rom. Turm mit gekuppelten Schallöffnungen zwischen spgot.
3/8Chor und dem Schiff von 1823, _Altarwerk_ mit Figuren, außen Gemälde
von einem eigenartigen _Cranachschüler_.

_ALBSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Kirchhain.

*Dorf-K*. spgot., Chor aus 8Eck, im Schiff Holzgewölbe mit skulpierten
Schlußsteinen. Umbau für Emporen 1714.

_ALEXANDERBAD._ OFranken BA Wunsiedel.

*Brunnenhaus* 1782 von _Riedel_ nach »französischer« Bauart.

_ALITZHEIM._ UFranken BA Gerolzhofen.

*Dorf-K*. Got. Turm; Lhs. 1733. Gute Rok.-Einrichtung. Im Dorf
_Bildstöcke_ von 1581, 1682 und um 1750 (gut).

_ALKERSLEBEN._ Schwarzb.-Sondersh, LA Arnstadt.

*Dorf-K.* westl. Teil 12. (?) Jh., östl. Teil spätgot. 16. Jh.

_ALLENDORF_ b. Ober-Rottenbach Schwarzburg.-Rudolst.

*Dorf-K.* _Schnitzaltar_ der Schule von Erfurt (?) M. 14. Jh. Ein
_gleicher_ aus der Schule von Saalfeld 1485, Flügel beiderseitig bemalt.

_ALLENDORF_ a. Werra. RB Cassel Kr. Witzenhausen.

*Stadt-K.* 1. H. 14. Jh. Ursp. 2sch. Halle, nach Brand 1637, bei welchem
Gwb. und Pfll. zerstört wurden (Anschluß der Kappen an die Schildwand noch
sichtbar), 1sch. mit flacher Holzdecke hergestellt. Der 5/8Chor aus der
Mittelachse nach S abgerückt. Glockenturm in der Flucht der WFassade
nördl. am Sch. bez. 1427. 1898 durch _Schönermark_ restauriert.

*Wohnhäuser* nach Brand 1638, in großer Zahl klassische Beispiele des
Fachwerkbaus.

*Totenhalle* a. d. Friedhofe, interessanter Holzbau.

*Ringmauern.* Ehemals doppelt. Die innere vollständig erhalten, 3 Tortürme
neuerlich abgebrochen.

_ALLENDORF._ RB Cassel Kr. Kirchhain.

*Kirche* hübscher Bau A. 18 Jh.

_ALLENDORF._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Ehem. *Cisterc.-Nonnenklst.*, gegr. um 1270, Neubau spgot., jetzt zu
ländlichen Gebäuden vernutzt. — Im Dorf alte _Fachwerkhäuser_ — Die Burg
_Frankenstein_ ohne Spuren verschwunden. Jetzt künstliche Ruine (erb.
1888!).

_ALLMENHAUSEN._ Schwarzb.-Sondersh. LA Sondersh.

*Dorf-K.* bez. 1581. — _Grabmal_ zweier Herren von Schlotheim 1589, 1619.

_ALLSTEDT._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Stadt-K. S. Johannis*, 1775 ganz neu gebaut, 1sch. mit polyg. Chor,
Emporen in 3 Rängen, großer Kanzelbau über dem Altar.

*S. Wigperti*, angeblich Gründung des 9. Jh.; im Bauernkrieg zerstört; der
spgot. Chor als Wohnhaus umgebaut; erhalten der breite rom. Turm auf rck.
Chor, im Obergeschoß an den Schmalseiten 1, an den Breitseiten 3
Kuppelfenster, deren feines Detail, z. B. jonische Kannelierung der
Teilungssäulchen, in auffallendem Gegensatz zu dem ganz kunstlosen
Charakter des übrigen steht; ist es vielleicht aus einem anderen Bauwerk
verschleppt?

*Rathaus.* Im Erdgeschoß spgot. Portal von 1472; das Übrige 16. und 17.
Jh; die Vertäfelung des Sitzungssaales 1672.

*Schloß.* Auf der Stelle der zuerst 979 genannten kaiserl. Pfalz; zuletzt
bewohnt 1200 vom Staufer Philipp; dann in die Hände der Landgrafen
übergegangen. Der jetzige, noch immer sehr ausgedehnte Gebäudekomplex aus
dem sp.Ma. und der Renss.; maßvoll rest. Das Obergeschoß des hinteren
Schlosses hat E. 17. Jh. eine sehr reiche Ausstattung empfangen, von
welcher die Stuckdecken, aus freier Hand modelliert, erhalten sind
(ähnlichen Charakters wie in Schloß Eisenberg); ferner ein Kamin,
gußeiserne Ofenplatten, mehrere Möbel; Porzellane und Tapeten aus 18. Jh.;
reizender Ofenschirm von 1720.

_ALMSDORF._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Kirche * spätrom. breitrechteckiger WTurm mit gekuppelten Fenstern und 2
schlanken Spitzhelmen, deren Dachstuhl interessant verstrebt ist. Das
Schiff ist mehrfach erneuert, unbedeutend, die alte Apsis abgebrochen.
Außen 2 Inschr. über Grundsteinlegung 1307 in Minuskeln, über eine
(Almosen) Stiftung 1377 in Majuskeln.

*Steinkreuz* mit Schwert.

_ALSBERG._ RB Cassel Kr. Gelnhausen.

*Kap. zum hl. Kreuz*, gegr. 1513 durch die Herren v. Hutten als
Begräbnisstätte; kleiner rck. Bruchsteinbau, flachgedeckt, polyg. Chor,
deformiert, wenn auch im Kern alt. — _Hochaltar_ E. 17. Jh.

_ALSLEBEN_ (Stadt). Pr. Sachsen Mansf. Seekreis.

*Stadt-K*. neu; alt (rom.) nur der, übrigens formlose, Turm.

_ALSLEBEN_ (Dorf). Pr. Sachsen Mansf. Seekreis.

Die vorm. *Kloster-K*. abgetragen. Ein rom. _Tympanon_ (Löwe und Drache
durch einen Palmenbaum getrennt) nach Gernrode gebracht. Ebendort ein
merkwürdiger rom. _Taufstein_, 8seitig, mit rohen Reliefs.

_ALTBESSINGEN._ UFranken BA Karlstadt.

*Pfarr-K*. Bezeichnender Bau der Juliuszeit, rest. 1791 (klassizist.
Stuckaturen). Einheitliche _Altarausstattung_ um 1690. _Geräte_
augsburgisch, von _F. X. Stipeldey_.

_ALT-BURXDORF._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

*Dorf-K*. Frühgot. Ziegelbau M. 13. Jh. unter Einfluß von Klst.
Güldenstern, reizvoll durch schlichte, tüchtige Durchbildung. Schiff u.
rechteck. Chor mit Holzdecken. Im Ostgiebel 3 spitzbg. Fenster, darüber
Kreuzstabfries, die Giebel abgetreppt mit vortretenden Anfängern. —
_Holzbildwerke_ des spgot. Altars.

_ALT-CHEMNITZ._ K. Sachsen AH Chemnitz.

*Dorf-K*. rom. Portal 13. Jh. _Altarwerk_ A. 16. Jh.

_ALTENBACH._ K. Sachsen AH Grimma.

*Dorf-K*. rom. Chor eingezogen quadr. und 1/2kr. Apsis. Rest. 1695 und
1838. — Holzfigg. von einem spgot. _Flügelaltar_.

_ALTENBERGE._ Sachsen-Altenburg LA Roda.

*Dorf-K*. spgot. — Stattliches _Epitaph_ aus Stuck für A. L. v.
Schwarzenfels † 1730. Im Herrenstuhl reich dekorierter _Ofen_ aus Gußeisen
A. 17. Jh.

_ALTENBEUTHEN._ Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück.

*Dorf-K*. mit rom. OTurm, Sakristei 14. Jh. Schiff 18. Jh. Einfacher rom.
_Taufstein_.

_ALTENBURG._ Hauptstadt von Sachsen-Altenburg.

*Unterkirche (S. Bartholomäi)*. Von den Hussiten 1430 zerstört, 1459
wiederhergestellt; 1877 rest. und zum Teil (die ganze SSeite) umgebaut.
3sch. Halle mit schmalen Sschiffen (was für die vermutete Benutzung des
älteren Chors im 13. Jh. sprechen würde) und ungewöhnlichem östl.
Abschluß: das Mschiff schließt mit 5 Seiten des 10Ecks ohne Vorchor, die
Sschiffe abgeschrägt. WTurm 1668 (als Ersatz für eingestürzte
Doppeltürme). — Unter dem südl. Ssch. als Überrest einer rom. K. weit
kleineren Maßstabes eine Krypta; quadr. mit 4grätigen Kreuzgewölben
zwischen rck. Gurten; die Mittelstütze aus 4 derben Rundpfeilern
gebündelt; anschließend 1/2kr. Apsis; das Detail deutet auf 12. Jh.

*Oberkirche (Franziskaner)*. 1sch. Anlage vor 1238, sehr schlicht
behandelt, Veränderungen A. 16. Jh.

*Bergerkloster (Augustinerchorherren)* gew. 1172; durch Brand 1588
zerstört; jetzt nur die 2 WTürme und wenige Reste des Lhs. erhalten.
Backsteinrohbau mit Sandsteindetails oder Nachahmung von Sandsteinmotiven
in Backstein. Die Backsteine scharriert ähnlich wie an den ältesten
Backsteinbauten an der Weser (Verden) und in Holstein. Ursp. eine
regelmäßige kreuzf. Basilika im gebundenen System gewölbt. Die hohen Türme
haben in ihren 3 Obergeschossen jederseits 1 Paar gekuppelter Fenster,
breite Ecklisenen und Stockwerkteilung durch Bogenfriese.

Von der ehemaligen *Nikolai-K*. nur der breite WTurm übrig, rom., mehrfach
umgebaut.

*Rathaus 1562-1564* vom weimarischen Hofbaumeister _Nik. __ Grohmann_;
gehört zu den künstlerisch bedeutendsten Rathäusern der deutschen
Renaissance; 1663 renoviert. Gr. annähernd quadr. Die Komposition der
Hauptfront erinnert an das Rathaus in Saalfeld: in der Mitte ein 8eckiger
Treppenturm, im Gr. mit 5 Seiten vortretend, oberhalb des Dachgesimses
allseitig frei werdend und das Gebäude weit überragend; Krönung mit
einfacher welscher Haube; im Erdgeschoß 4eck. Vorbau mit Balustrade. Das
Hauptgebäude trägt ein mächtiges Pyramidendach. Demselben vorgelagert
(Zusatz um 1580) an der OSeite zwei Zwerchhäuser. Weiterer Schmuck: zwei
Eckerker und mehrere Portale in italisierenden Formen. Am NOErker ein
_Fries_ mit nackten Knaben, an Donatellos Altarwerk in Padua erinnernd;
der entsprechende Fries des NWErkers hat in Flachbogenfeldern die
Halbfiguren der damals lebenden Glieder des Fürstenhauses. Die
Fenstergewände gotisierend, das Dachgesims im Verhältnis zu sonstigen
deutschen Bauten der Zeit ungewöhnlich hervorgehoben: das Motiv des
dorischen Frieses allerdings mißverstanden. — Inneres. Im Obergeschoß
Vorsaal von mächtiger Erscheinung, durch 3 Holzsäulen in 2 Schiffe
geteilt; Einfassungen der Türen aus Stein.

*Amtshaus* 1725. *Magdalenenstift* 1665 als herzogl. Witwensitz.

*Wohnhäuser* aus 16. Jh.: Hillgasse 5, Markt 17, 73, Sporrengasse 2; aus
17. Jh.: Tiefstr. 12, Brudergasse 7, Schmöllersche Str. 14b; 18. Jh.:
Johannisstr. 7, 16, Moritzstr. 6, Tiefstr. 2 und besonders stattlich das
v. Seckendorffsche Haus am Brühl 1724.

*Herzogl. Schloß.* Im 11. und 12. Jh. Kaiserpfalz. Der jetzige sehr große
Komplex aus 15.-18. Jh. — _Schloßkirche_ (mit Kollegiatstift). Im Unterbau
Reste aus 12. Jh.; Chor 1 H. 15. Jh.; Lhs. 2. H. Der Chor stark betont: 4
Langjoche und 5/12-Schluß; das 1sch. Lhs. nur 2 Joche. Der Chor außen mit
überaus reicher, wenn auch handwerkmäßig trockener Dekoration der Streben.
Das innere ohne höheren architektonischen Gehalt, aber malerisch von
großer Wirkung, wozu die 1645 ff. ausgeführten Emporen und sonstigen
Ausstattungsstücke wesentlich beitragen. Im _Hochaltar_ Grablegung Holz
bez. CTR 1647. Das _Chorgestühl_ (1516, überarbeitet 1576) gerade in
seiner Stilmengerei nicht ohne Reiz; prachtvolle _Orgel_ 1735 von _G. H.
Trost_; _Kanzel_ 1595; _Grabmal_ des Markgrafen Wilhelm II. († 1425) ursp.
freistehende Tumba; _Grabplatte_ der Kurfürstin Margarethe († 1486)
Bronze, die lebensgroße Figur graviert, der Rahmen in flachem Relief, mit
großer Wahrscheinlichkeit als Jugendwerk _Peter Vischers_ anzusprechen.
Auch unter den übrigen Grabplatten und Gedenktafeln manches Gute. —
_Hauptschloß_. Der von den Zeitgenossen gerühmte Bau Friedrichs des Weisen
(seit 1518) durch die Bauten von 1606 ff. und 1706 ff. großenteils
beseitigt. Von 1530 (?) der Rest der Hofgalerien im N der Kirche;
interessante Verdeutschung römischer Vorbilder; im Erdgeschoß Rundbögen
auf toskanischen Rustikasäulen, in den folgenden Geschossen von sukzessive
abnehmender Höhe Korbbögen, zuletzt jonische Säulen. Die jetzige
Haupterscheinung bedingt durch den Umbau 1706 bis 1744; Architektur von
_G. S. Vater_, Malereien von _J. H. Ritter_, Stuckaturen von den Brüdern
_Castelli_; der Brand 1864 hat im Innern vieles beschädigt. Von den
sonstigen Baulichkeiten hervorzuheben das _Schönhaus_, ein Kasino im Sinne
römischer Gärten.

_ALTENBURG_ b. Bamberg OFranken.

Auf den Ruinen der historisch denkwürdigen *Burg* moderner Phantasiebau.

_ALTENBURG._ RB Cassel Kr. Melsungen.

*Burgruine.* Rundturm von 1388.

_ALTENBURG_ b. Naumburg, Pr. Sachsen.

Spuren der 1010 zerstörten *Burg* des Markgr. Gunzelin.

_ALTEN-DAMBACH._ Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.

*Dorf-K.* 1617 ähnlich Hinternah.

_ALTENDORF._ RB Cassel Kr. Wolfhagen.

*Dorf-K.* 18. Jh. mit spätgot. Turm. Befestigter. Kirchhof, Wehrgang,
Scharten.

_ALTENGÖNNA._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Dorf-K.* des 17. Jh. — _Schnitzaltar_ um 1500, einer der besten des
Gebietes, auch gut erhalten.

_ALTENGRONAU._ RB Cassel Kr. Schlüchtern.

*Wasserburg* mit 4 Ecktürmen, alter Huttenscher Sitz.

_ALTENHASSLAU._ RB Cassel Kr. Gelnhausen.

*Martins-K.* (reformiert), im Kern 1 H. 13. Jh. Lhs. quadr. flachgedeckt;
im O starker Turm; dessen gewölbtes Erdgeschoß als Altarhaus. — Innere
Ausstattung 1752.

*Lutherische K.* 1724 aus einem Jagdzeughaus aptiert.

*Amtshaus* bez. 1593 und 1684.

_ALTENHOF._ K. Sachsen AH Döbeln.

*Dorf-K.* rom. Lhs. rck. 9: 10,5, Chor eingezogen quadr. mit Apsis, auch
noch einige Detailsrom. — Schöner _Kelch_ A. 16. Jh.

_ALTENKUNDSTADT._ OFranken BA Lichtenfels.

*Pfarr-K.* spgot. ursp. Hallenbau, später die Pfeiler ausgebrochen und
Holztonne; Chor bar. auf got. Fundament; Anzahl _Grabsteine_ aus 16. Jh.

_ALTENRODA._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Dorf-K.* WTurm und Ostchor gotisch, unbedeutend, das Schiff nach »der
Architektur und Direktion« des Pfarrers _H. G. Zincke_ 1718, der seit 1711
mehrere Kirchen (Großwangen, Wippach) gebaut.

_ALTENSCHÖNBACH._ UFranken BA Gerolzhofen.

*Prot. Dorf-K.* Polygonchor und Turm (SO) mit Krypta (Beinhaus) von 1496;
Lhs. um 1600 erweitert, an der bemalten Balkendecke viele Wappen des
fränkischen Adels. — _Epitaphe_ der Frh. v. Crailsheim und Geier;
hervorzuheben das in Kunststein gefertigte altarartige des Georg Wolf von
Crailsheim und seiner Schwester Anna Maria um 1600.

*Burg* der Crailsheim spätmittelalterliche Wasseranlage mit quadr.
Bergfried und polyg. Bering.

_ALTENSTEIN._ Sachsen-Meiningen Kr. Salzungen.

*Schloß*. Neubau 1889. Bmkw. Kunstsammlung. Von der ma. Burg schwache
Spuren. Der Park eine einheitliche Anlage von 1798-1803 und für diese Zeit
bezeichnend; chinesisches Häuschen, aber auch schon Ritterkapelle,
Sennhütte, Aeolsharfe. Schöne steinerne Halbrundbank mit Büste der
Herzogin Charlotte Amalie 1801.

_ALTENSTEIN._ UFranken BA Ebern.

*Ehem. Dorf-K.* (außer Gebrauch). Erb. 1561. Seltenes Beispiel einer
intakten Renss.-Kirche kleinen Maßstabes.

*Burgruine.* Das mächtige, weithin sichtbar gelegene Stammschloß der Stein
zum Altenstein. Zeitweise Sitz von 7 Einzelfamilien. In dem von einem
tiefen Graben umschlossenen Mauerring noch große Reste einer starken
Renss.-Befestigung (2 große Tortürme), sowie ein mächtiger sprom.
Bergfried (quadratisch, mit Bossenquadern; 13. Jh.), ferner Fragmente der
stattlichen Burgkapelle aus 2. H. 15. Jh.

_ALTENSTEIN._ RB Cassel Kr. Melsungen.

*Ehem. Schloß*, jetzt Försterhaus. Die ältesten Teile der Ruine nach 1438.
Wohnbau bez. 1620.

_ALTERSHAUSEN._ Sachsen-Koburg LA Coburg.

*Dorf-K.* Spgot. Anlage, 1sch. mit quadr. turmtragendem Chor.

_ALTHAUSEN._ UFranken. BA Königshofen.

*Dorf-K.* Chor im OTurm, mittelalterlich, 1573 erhöht; Langhaus 1693. —
_Deckengemälde_ (Triumph des Kreuzes) von _Joh. Peter Herrlein_, gegen
1777.

_ALTHÖRNITZ._ K. Sachsen AH Zittau.

*Schloß* 1650-54 von Meister _Valentin_ in Zittau für den Zittauer
Bürgermeister Chr. v. Hartig. Die Anlage des stattlichen und großzügigen
Gebäudes steht in den Hauptmotiven in der Tradition der deutschen
Renaissance; 3geschossiger Hochbau auf 3eck. Gr.; 2geschossige, kräftig
und zugleich flüssig gegliederte Giebel, je 2 an den Langseiten, 1 an den
Schmalseiten; 1 starker Eckturm (der zweite neu; die alte Wendeltreppe lag
im Innern).

_ALTJESSNITZ._ Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld.

*Dorf-K.* In der Anlage rom. Der spgot. _Schnitzaltar_ von den besseren.

_ALTMÜGELN._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Dorf-K.* Ältester Teil der Turm, 1850 umgebaut. Chor und Langhaus unter
B. Johann VI. von Meißen (1487-1512). Lhs. als 3sch. Halle geplant; Pfl.
unausgeführt; jetzt Flachdecke, mit Malereien von 1720. Im 1sch. 3/8Chor
reiches Netzgwb. — Bmkw. _Grabdenkmäler_ 1536, 1579.

_ALTOSCHATZ._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Dorf-K.* Gemengbau aus Spgot. und Bar. Der im O anschließende Rundbau
alter Karner (?) — Stattliche ren. _Grabdenkmäler_ aus Dresdener Werkstatt
1578, 1599; geringer das von 1620; charakteristische Zopfarbeit 1785.
[Spgot. Flügelaltar im Dresdener Altert. Ver. Inv. Nr. 95, 96.]

_ALTSCHÖNFELS._ K. Sachsen AH Zwickau.

*Burg.* Kap. auf qu. Gr. in den Formen des 15. Jh. — Ausstattung 17. Jh.
Im Hof Holzgalerien, im Innern spgot. geschnitzte Balkendecken auf reich
behandeltem Ständer.

In der *Dorf-K.* _Altarwerk_ um 1500 und _Grabsteine_ der v. Wilkau A. 17.
Jh.

_ALTSTADT._ K. Sachsen AH Pirna.

*Dorf-K.* 1sch. mit plattem Chor und Holzdecke, ursp. wohl sprom.
Basilika, von welcher am OGiebel noch Reste erhalten; die Einzelheiten an
die Nikolai-K. in Dippoldiswalde erinnernd. Unterspitzer Triumphbg. und
1/2kr. Öffnungsbgg. der ehemaligen Seitenapsiden. — _Altarwerk_ 1664.
Reste eines spgot. _Schnitzaltars_ auf dem Kirchenboden.

_ALTZELLE._ K. Sachsen AH Meißen.

*Cisterc.-Klst.* (Ruine). Ältestes und baugeschichtlich wichtigstes der
Markgrafschaft. Gegr. 1162, 1175 die Wohngebäude bezogen, 1198 Weihung der
K., 1339 Andreas-Kap., 1506 Rest. sämtlicher Hauptgebäude, 1540 Auflösung
des Klst., 1599 Blitzschlag und Verfall. — _Kirche_. Erhalten nur 2
Bruchstücke der WWand; frühestes Zeugnis des Backsteinbaus in diesem
Gebiet (an der mit Haustein gemischten Technik glaubt Stiehl einen
italienischen Werkmeister zu erkennen). An Stelle des alten Chors
1787-1804 Mausoleum in nüchtern klassizistischen Formen. — Kreuzgang und
Klostergebäude (wie in Maulbronn) auf der NSeite; im weiteren Umkreis
Kapellen (ehedem 16) und Wohn- und Wirtschaftsgebäude. Am besten erhalten
das Tor der Ringmauer und das Winter-Refektorium. _Das Tor_; rom.;
bedeutende Abmessungen; Gewände (über 1 m im Boden) dreimal abgetreppt;
Basaltquadern mit Bruchsteinfüllung, Archivolten Backstein mit
Basaltrundstäben, Basaltsäulen mit Würfelkapitellen. _Winter-Refektorium_
(jetzt Kuhstall), westl. vom Kreuzgang und in gleicher Flucht mit dem
Paradies der Kirche. Werkstoff Backstein. Anlage ähnlich Maulbronn.
Niedrige in 2 Sch. kreuzgewölbte Halle, 4 Sll. mit frgot. Basaltkaptt und
1 Pfeiler. Rundbg. Doppelfenster. An der sonst glatten WWand Strebepfeiler
aus Backstein, an der OWand die frgot. Konsolen und rundbg. Schildbogen
des ehem. Kreuzgangs. Das spgot. (1506) erneuerte Obergeschoß ein
holzgetäfelter Saal mit großen Vorhangbg. — _Andreas-Kap_. (Wettinisches
Erbbegräbnis) an der SWEcke der K. nur in den quadr. Grundmauern erhalten.
— Vom _Sommer-Refektorium_ auf der NSeite des Kreuzgangs die WWand mit 4
hohen schmalen spitzbg. Fenstern; [die 2 steinernen sprom. _Portale_ in
die Stadt-K. von Nossen übertragen]. Das _Kapitelhaus_ an der OSeite war
ein rom. Steinbau. — _Skulpturen_: a) im Mausoleum 4 wettinische
Hochrelief-Grabplatten um 1300, prachtvolle frgot. Gewölbeschlußsteine,
Reste von hölzerner Altarplastik um 1500 [ein vollständiger Flügelaltar in
Gleisberg]; b) im Abtshaus 2 Grabplatten A. 15. Jh.; c) im Garten got.
Betsäule um 1300.

_ALZENAU._ UFranken BAmtsstadt.

*Pfarr-K.* 1780; Burg 1386, hohes got. Wohngebäude.

_AMALIENRUHE_ b. Meiningen.

*Herzogl. Gutshof*. Reichere Rok.-Einrichtung um 1760-70.

_AMMELSHAIN._ K. Sachsen AH Grimma.

*Dorf-K.* rom., eingezog. quadrat. Chor mit Turm und Apsis, im Turm
gekuppelte spitzbg. Fenster.

_AMMERBACH._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Dorf-K.* mit rom. OTurm über dem Altar. Großes spgot. _Altarwerk_ mit
Doppelflügeln.

_AMMERN._ Pr. Sachsen Kr. Mühlhausen.

*Dorf-K.* modern. Bmkw. _Taufstein_ A. 14. Jh.

_AMÖNEBURG._ RB Cassel Kr. Kirchhain.

[*Kathol. K.* Neubau 1865 an Stelle einer schlichten got. Hallenkirche aus
sp. 14. Jh., wobei der alte Turm erhalten blieb.]

*Schloß.* Erb. von Kurmainz im 13. u. 14. Jh. Zerst. 1646, 1762, 1866.
Noch immer großartige Ruine.

_AMORBACH._ UFranken BA Miltenberg.

*Benediktinerabtei-K.*, jetzt protestant. 1742-47 ausgeführt als Umbau
einer rom. K. Aus dieser der WBau und die Umfassungsmauern des Lhs.
beibehalten. Der WFront eine Barockfassade vorgeblendet. Unberührt rom.
die 3 Freigeschosse der Türme, etwa 2. H. 12. Jh., stattliche Abmessungen,
Detail ohne Feinheit. — Der neue Plan vom kurmainzischen Hofarchitekten
General _v. Welsch_, ausgeführt vom Fähnrich _Schick_, der anscheinend
auch einige Umänderungen vornahm. Kreuzförmige Basilika von 4 Joch im Lhs.
Die breiten Pfll. mit gepaarten Pilastern besetzt. Tonnengwb. mit
Stichkappen ohne Gliederung. In der Schildwand Kreisfenster. Die Profile
durchweg von mäßigem Relief. — Im Chor setzt sich das System des Lhs. in 2
Joch fort, Schluß 1/2kr. — Das Bedeutendste an der K. ist die in
unübertroffenem Gleichmaß der Gesamtwirkung durchgeführte Dekoration. Sie
rückt den Bau in die erste Reihe der deutschen Rokokokirchen. Die
_Stuckierung_ von _J. M. Feichtmayer_ und _Gg. Uebelher_. (Beide aus der
Wessobrunner Schule, ersterer in Augsburg ansässig, letzterer vorher in
den »reichen Zimmern« der Münchener Residenz und der Klst.K. Diessen
tätig). Sie vertritt die deutsche Nuance des Rokoko. Die Farbe ist weiß,
hie und da durch gelb und gold belebt, die Pilaster aus blaßrot
gestreiftem Stuckmarmor. Eine wichtige Rolle ist den _Deckengemälden_
zugewiesen; voll. 1749 von _Math. Günther_ aus Augsburg (einem Schüler der
Asam, auch von Tiepolo beeinflußt; bedeutendster deutscher Freskomaler des
18. Jh.); im einzelnen flüchtig und maniriert, stupend sicher in
Massenverteilung und Perspektive, der lichten Haltung des Ganzen trefflich
angepaßt. Die Seitenaltäre stehen zum Glück nicht an den Schiffspfeilern,
sondern an den Seitenwänden unter den Fenstern; die antitektonische
Tendenz des Rokoko spricht sich in ihnen sehr unumwunden aus; einige sehen
aus wie aus Korallenriffen aufgebaut. Ausgeführt (bis nach 1760) von
Künstlern aus Würzburg. Ebendaher die _Kanzel_ von _Joh. Wolfg. van der
Auwera_ und die prachtvollen _Abschlußgitter_ des Lhs. von _Gattinger_.
Verhältnismäßig sehr einfach die _Chorstühle_; ein Teil soll zu
Beichtstühlen in der kathol. Pfarr-K. umgearbeitet sein.

*Klostergebäude*. An die rom. Epoche erinnert eine kleine Tür im 2.
Geschoß der SWand des südl. Turmes, sie führte in einen Korridor über dem
Kreuzgang. Aus letzterem 20 Säulchen von trefflicher Arbeit, E. 12. Jh.,
erhalten. Die Hauptgebäude aus 17. und 18. Jh. (jetzt Residenz des Fürsten
von Leiningen) groß, ohne spezielleres Interesse. Im Innern bmkw. der
Bibliotheksaal von ca. 1790.

*Kathol. Pfarr-K*. 1752-54. Ein stattlicher 3sch. Bau in dem im Rok.
selten angewandten Hallensystem, ähnlich S. Peter in Mainz, beide
vermutungsweise von _Jos. Val. Thoman_; das Äußere in Quadern von rotem
Sandstein, durch Doppelpilaster gegliedert, von guter Wirkung die mit der
Chorapsis gruppierten Türme. _Deckengemälde_ von _Zick_. Die trefflichen
_Skulpturen_ des Hochaltars von _Joseph Keilwerth_ aus Würzburg (einem
sonst unbekannten Künstler); besonders der h. Sebastian durch feine
Empfindung und ehrliches Naturstudium über die Masse der zeitgenössischen
Produktion hervorragend. — *Klostermühle* 1448. (Inschr.)

*Kurmainzisches Amtshaus* mit dem Wappen der Erzbischöfe Dither v.
Isenburg und Berthold v. Henneberg (1475-1504).

_AMORSBRUNN_ bei Amorbach. UFranken.

*Kapelle.* 1521. Geschnitzter _Flügelaltar_ mit der Wurzel Jesse, recht
gute Arbeit um 1500.

_AMSDORF._ Pr. Sachsen Mansf. Seekreis.

*Dorf-K.*, rom. Turm zwischen Schiff und Apsis.

_ANNABERG._ K. Sachsen Amtshauptstadt.

*Anna-K.* 1499-1520. Hauptbaumeister _Peter von Pirna_ (?), seit 1515
_Jakob von Schweinfurt_. — 3sch. Halle von 7 Joch auf 56 m L., östl.
Schluß in 3 parallelen polyg. Apsiden. Die Sschiffe sind fast ebenso breit
wie das Msch., doch sind die Strebepfll. durchaus nach innen gelegt und
zwischen sie steinerne Emporen von ca. 2,5 m Tiefe eingespannt; die
oberhalb ihrer eintretende Raumerweiterung von origineller Wirkung; die
Fenster in 2 Geschosse geteilt. Noch eigentümlicher die querschiffartige
Erweiterung im vorletzten Joch, wo im N und S im Erdgeschoß geschlossene
Sakristeien und über ihnen gegen das Sch. geöffnete Kapp. Die
Unregelmäßigkeiten durch schräge Stellung der WWand und den im SW
einspringenden Turm werden im Innern durch eine das ganze erste Joch
einnehmende Empore ausgeglichen. Breite: Höhe = ca. 25: 20, die Pfll. sehr
schlank, mit einem Abstand von ca. 8,3 m. Die Decke mit Beseitigung aller
Erinnerung an das Kreuzgwb. möglichst als Einheit behandelt; hergestellt
von _Barthel v. Durbach_ und _Conrad v. Buttigen_ (_Büdingen?_). Ihre
Rippen, auch in der Grundrißprojektion gekrümmt (sog. »gewundene
Reihungen«, für die sächsische Architektur dieser Zeit bezeichnend),
wirken wie ein Geflecht von Weidenruten; ihre Ansätze an den Pfll. mit
gesuchter Willkür in ungleichen Höhen, auf ihren Knotenpunkten
phantastisch geformte Schlußsteine. Noch raffiniertere Klügeleien am Gwb.
der südl. Sakristei. Ausgeprägte Spitzbgg. sind überall vermieden. Die
Fenster schmal, hoch, nur 2teilig und mit einfachen aber ganz schlaffen
Fischblasen. Das Äußere von fast ärmlicher Schlichtheit; Strebepfll. nur
am Chor; ihre Abdeckung geschweift. Die künstlerische Absicht des
stilgeschichtlich wichtigen Gebäudes ist nur im Innern zu erkennen; sie
geht auf Schaffung eines weiten, übersichtlichen, rhythmisch wenig
bewegten Raumbildes bei Unterdrückung der »organischen« Strukturformen.

Reich und wertvoll der mit der Architektur zugleich entstandene plastische
Schmuck, jedoch in freierem Verhältnis zu den Strukturformen, als in der
echten Gotik. — Die »_schöne Tür_« am nördl. Ssch. (bez. 1512 H W; 1597
vom Franziskaner-Klst. hierher versetzt); die Archit. auf wenige Glieder
beschränkt; den unteren Teil flankieren, auf überaus künstlich
zusammengesetzte Postamente gestellt, die aus freien Ranken sich
entwickelnden Reliefbilder des h. Joachim und der h. Anna, darüber zwei
Engelsfigg. mit dem Wappen Herzog Georgs und seiner Gemahlin; im Hauptfeld
über dem Türsturz die Dreieinigkeit, der Gekreuzigte vor dem Schoße des
Vaters, umgeben von 9 Engeln (Anspielung auf die 9 Chöre), tiefer der h.
Franz und die h. Clara; in der Krönung Moses, Johannes, Adam und Eva, über
der Giebelblume der Pelikan. Die ebenso klare als freie Komposition, die
Energie der sehr persönlichen Stilisierung, der poetische Schwung der
gegenständlichen Auffassung bringen dies Werk dem Besten der
zeitgenössischen deutschen Kunst nahe. Stil und Signatur erweisen die
Identität mit dem Meister des Hochaltars in Borna und der Ebersdorfer
Pulthalter im Dresdener Museum. — _Tür der »alten« Sakristei_; vollendet
1518 in der Zeit der Bauleitung durch Jakob v. Schweinfurt. Erstes
größeres Werk der Renss. in Obersachsen; Formcharakter venezianisch, got.
Erinnerungen fast ganz unterdrückt, wenn auch der neue Stil noch nicht
ganz verstanden; der plastische Schmuck steht dem der »schönen Tür« nahe,
besonders frei und glücklich die Familienszene zwischen Anna und Maria. —
Von derselben Hand oder mindestens aus derselben Werkstatt der _Taufstein_
(ehemals im Cisterc.-Kl. Grünhayn); Sandstein, jedoch in genauer
Nachahmung eines Buckelkelchs; am Nodus schwebende nackte Engel, am Fuß
Taufkinder. — Die 100 Felder der _Emporenbrüstung_ (1514-1517) mit Reliefs
von _Franz von Magdeburg_; die ausführlichste Illustration des Neuen
Testaments, die je in monumentaler Form versucht worden; ferner die
Lebensalter. — _Stuhlwerk_ von 1526, nicht mehr vollständig. — _Singechor_
1688 von _J. H. Böhme_. — _Kanzel_ 1516, noch rein got.

_Altäre_. a) Hauptaltar. 1522 von _Adolf Dowher_ (Daucher) in Augsburg
angefertigt, die architektonischen und ornamentalen Teile vielleicht nach
Entwurf _Peter Flötners_; entschieden gewollte aber noch nicht ganz
geklärte Renss.; Archt. aus mehrfarbigem Marmor, Figg. aus Solenhofer
Kalkstein; Hauptgegenstand Wurzel Jesse. — b) Bergaltar (im nördl.
Nebenchor) 1521, geschnitzt, das Tektonische im Sinne lombardischer
FrRenss. Das zweite nördl. Flügelpaar hat Gemälde mit Motiven aus Dürers
Marienleben. — c) Münzeraltar (im südl. Nebenchor) 1522, dem vorigen
ähnlich. — d) Bäckeraltar (zunächst dem vorigen). — e) Pflockscher Altar
nach 1521, durchaus gemalt, der Marientod des Mittelschreins mit Benutzung
des Schongauerschen Kupferstichs. — f) Altar des Münzmeisters Melch.
Jomisch 1537.

_Epitaph_ für Joh. Unwirt 1578 von Solenhofer Kalkstein.

*Berg-K. S. Marien*. 1616 mit Benutzung des Chors von 1582; Halle; die
Sschiffe durch Emporen geteilt; derbe, schlichte Renss. — _Altarwerk_ der
Bäckerzunft A. 17. Jh., später entstellt. Schöner Intarsia-Stuhl.

*Hospital-K.* 1683, architekturlos. — Bmkw. _Gemälde_ der Cranach-Schule
1557.

*Rathaus*. 1535-38, fast ganz erneuert 1751. — _Erzgebirgsmuseum_.

_ANNABURG._ Pr. Sachsen Kr. Torgau.

*Kirche* got., bar. verändert. Chor 3/8. Decke des Sch. kassettiert mit
bar. Grisaillemalerei. — _Taufstein_ 1674; _Orgel_ rok.

*Schloß* an Stelle eines ma. Baus 1572 von Kurfürst August. a) Das vordere
Schloß, Mittelbau und 2 Flügel, an den Ecken und über dem Mittelportal
schwere Rundtürme. An der offenen vierten Seite steht b) das hintere
Schloß, vierstöckig, nicht großer Mittelhof mit offener Loggia auf Säulen;
3 Risalite mit Renss.-Giebeln; im STurm fahrbare Wendelstiege; einfache
Renss.-Portale mit Stuckdecken.

_ANNERODE._ Pr. Sachsen RB Erfurt Kr. Mühlhausen.

Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst.* Erster Bau voll. 1269. Neubau
nachreformatorisch 1590, 1600; Saal mit tiefer Nonnenempore. Ecke mit
figürl. Malerei. Bleiverglasungen mit geometr. Mustern.

_ANZEFAHR._ RB Cassel Kr. Kirchhain.

*Dorf-K.* 1711 mit spgot. polyg. Chor.

_APFELSTEDT._ Sachsen-Gotha LA Gotha.

*Kirche* spgot.; der polyg. Chor 1434, das 1sch. Lhs. 1491, der Turm
nördl. des Chors. — _Sakramentsnische_ 1434, darüber Kreuzigungsgruppe.

_APOLDA._ Sachsen-Weimar Bezirksstadt.

*Stadt-K.* spgot. infolge öfteren Umbaues ohne Interesse.

*Rathaus* M. 16. Jh., einfach, mit manchen got. Erinnerungen.

_ARNSHAUGK._ Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.

*Dorf-K.* _Taufstein_ 1688. — _Altargemälde_ (Kreuzigung) von _Paul Keil_
1616.

_ARNSTADT._ Schwarzburg-Sondersh. Amtsstadt.

*Liebfrauen-K.* Baunachrichten fehlen. Nächst dem Dom von Naumburg, jedoch
in bedeutendem Abstand, der bedeutendste Bau Thüringens aus dem 13. Jh.,
sehr lehrreich für das Eindringen des neuen, westlichen Formengeistes. Er
zerfällt in zwei sehr bestimmt gesonderte Teile: Langhaus sprom., Qsch.
und Chor entwickelt got. 1. _Langhaus_. Schwankende Bauführung und
wiederholte Restaurationen (im 19. Jahrhundert 1840 u. 1888) machen den
Bauhergang äußerst unklar. Auf eine flachgedeckte rom. Basilika folgte A.
13. Jh. ein Umbau, der bereits auf Gwbb. berechnet war; 2 Arkadenpfeiler
der NSeite aus ihm erhalten. Bald Planwechsel unter Einfluß des
Halberstädter Doms (so Giesau). Er äußert sich in veränderter
Pfeilerbildung, Verlängerung um 2 Achsen, Einführung von Emporen über den
Seitenschiffen, welche jedoch nicht als selbständige Geschosse ausgebildet
sind; sondern nur den Dachraum hinter sich haben. Die Formen sehr
schlicht. Die Gwbb. und viele Einzelheiten aus der Rest. 1888. — Die
WFront seit 1911 in Erneuerung begriffen. Sie bildet bis zum
Abschlußgesims des Hochschiffes eine ungegliederte Masse; die einzige
Öffnung das sehr ansehnliche Portal, das seine Gestalt erst zum Schluß
dieser Bauzeit erhielt (in got. Zeit verändert, jetzt rom. rest.). Die
Wendeltreppen der Türme enthalten alte Türen, auf eine Sängerbühne über
dem Eingang hindeutend. Die Mitte dieser Treppen fällt indes mit der Mitte
der Türme nicht zusammen; also Verbreiterung der Fassade. Das letzte, was
die rom. Bauperiode ausführte, war der südl. der beiden Türme. Über einem
niedrigen 4 seitigen Geschoß zwei 8 seitige, auslaufend in 8 kleine
Giebel, aus deren Mitte eine 8 seitige Steinpyramide emporsteigt. In der
Kraft und Leichtigkeit der Verhältnisse und Formen ein Muster seiner
Gattung (nahe verwandt den Türmen von S. Blasien in Mühlhausen). Im Detail
stehen spätromanische und tadellos frühgotische Formen unmittelbar
nebeneinander, es arbeiten also gleichzeitig Steinmetzen von verschiedener
Schulung. Am NWTurm im ganzen dieselbe Einteilung, doch größere Höhe der
Geschosse; die obersten schon in reifer got. Ausbildung. Endlich stammt
aus der rom. Bauzeit noch der Mittelturm; nicht über dem Qsch. (welches
damals noch das alte), sondern westl. desselben über dem letzten Joch des
Langhauses; daher auch der verschoben quadratische Grundriß (das zerstört
vorgefundene oberste Geschoß freie Komposition von 1890). — 2. _Querschiff
und Chor_ sind etwa E. 13. Jh. (jedenfalls vor 1309) geplant und begonnen.
Sie erstreben mächtigere Raumentwicklung, ohne jedoch zu den älteren
Bauteilen (wie so oft!) in auffallende Disharmonie zu treten. Das Qsch.
dürfte sich den Grundmauern des einstigen romanischen anschließen, nur
sind die Vierungspfll. etwas weiter auseinander gerückt. Der Chor
beansprucht die volle, durch die Ausladung des Qsch. ihm gestattete
Breite. Sein erstes Joch setzt nach dem Prinzip der Halle, d. h. in allen
3 Schiffen in gleicher Höhe, das System des Qsch. fort. Hierauf schließen
die Abseiten mit Kapellen in 5 Seiten des 8Ecks; vor das Hauptschiff legt
sich ein quadr. Vorchor und dann ebenfalls 5/8Schluß. Das Ergebnis ist bei
beschränkter Grundfläche eine sehr bedeutende Raumwirkung (die Ähnlichkeit
mit dem Dom von Regensburg nur im Gr.). Die Form der Rippen spricht für
Vollendung im vorgerückten 14. Jh. — Nach der 1309 erfolgten Übergabe der
K. an einen Nonnenkonvent wurde in den südl. Kreuzflügel und die südl.
Chorkapelle ein Jungfrauenchor eingebaut (durch die jüngste Rest.
entfernt; einzelne Bauglieder in der neuen Sakristei wiederverwendet). Die
3 Chorkapellen von gleicher Höhe, die mittlere durch Fialen und Giebel
über jeder Polygonseite ausgezeichnet (rest. nach vorhandenen Ansätzen). —
An der NSeite 2 prächtige Portale, ein größeres an der QschFront, ein
kleineres am Ssch. mit Zügen der Maulbronner Fr.Gotik. — Doppelflügeliges
_Altarwerk_ im südl. Nebenchor, bedeutendes Stück, bez. 1489 (wohl von
_Jakob Naumann_); im Schrein Marienkrönung, zu den Seiten Laurentius und
Bonifatius geschnitzt; aus welcher Schule die Flügelgemälde, ist nicht
festgestellt. — Der nördl. Nebenchor enthält die Gräber der Grafen v.
Schwarzburg. Hauptstücke: große _Tumba_ Günthers XXV. † 1368 und seiner
Gemahlin Elisabeth † 1381, die Platte vom trauernden Hofgesinde getragen,
an der Spitze ein bärtiger Mann in einer Kutte mit Glocke und Keule, sog.
»treuer Eckardt« (vgl. in ikonographischer Hinsicht Grab Heinrichs IV. in
Breslau, Kreuz-K.). — Großes _Prachtepitaph_ Günthers XLI. und der
Katharina v. Nassau, errichtet 1590. — _Skulpturen_. Am Portal des nördl.
Seitensch. im Bogenfeld Kreuzigung, daneben Kaiser Otto I. und sein Sohn
Erzbischof Wilhelm von Mainz, geringwertige Arbeit aus 1. H. 13. Jh. Neben
dem Portal des nördl. Qsch. 2 Fürstenstatuen, männlich und weiblich, E.
13. Jh., von mäßigem Wert, frisch und gut die Groteskfigg. der Konsolen.

*Oberkirche* (Franziskaner) beg. 1246. — 1sch. Rck. 11 m br., 60 m l,
Holztonne aus neuerer Zeit. Trotz der Länge sehr gute Akustik. Der Chor
nicht abgesondert. Fenster nur an der NSeite und der Schlußwand.
Vortreffliches Maßwerk. Eingänge: 1 im W, 2 im N., Auf der SSeite der
schlicht, fast roh behandelte Kreuzgang. Der Turm in der Mitte der Nwand
erst 1461 angefügt. — _Epitaph_ des G. Fischer 150S; bmkw. durch gute
Charakteristik und z. T. erhaltene Bemalung. — _Flügelaltar_ 1594, das
Gemälde niederländisch. Zahlreicher die Ausstattungsstücke aus 1. H. 17.
Jh.: 3geschossiger _Hochaltar_ mit Reliefs und Freistatuen, alles Holz;
_Taufstein_ mit 5 m hohem Baldachin; der _fürstl. Kirchenstand_, ein auf 6
Säulen ruhender, sehr reich behandelter Einbau; der _adlige Kirchenstand_;
die _Gemeindeempore_ in 3 Geschossen, Brüstungsmalerei handwerksmäßig.

*Neue Kirche*. 1676-83 mit Benutzung von Mauerresten einer
niedergebrannten aus 15. Jh. 1sch. Anlage bis zur hölzernen Decke mit
Emporen angefüllt.

*Gottesacker-K.* 1738-43. Typisch für die thüringischen
Leichenpredigtskirchen dieser Zeit. Ein nach der Längsachse verschobenes
Achteck, allseitig Emporen in 3 Geschossen. Auf dem Friedhof bmkw.
Grabsteine des 16.-18. Jh.

*Neidechsburg*. Ehem. Wasserschloß, die Gräben und der runde Bergfried
erhalten. Von dem Renss.-Umbau 1557-60 nur wenige Reste erhalten, darunter
hübsches Portal.

*Fürstl. Schloß* neben der Neidechsburg. Einfacher Bar.-Bau mit großem
Treppenhaus, einigen guten Rok.-Zimmern; Porzellane.

*Rathaus.* 1583 ff. Stattlich, 3geschossig, an dem Fassadentrakt unter dem
Giebel befand sich ehemals eine hohe Freitreppe mit säulengestütztem
Erkervorbau; in Nischen 2 _got. Statuen_, Erfurter Arbeit um 1730 in der
Art des _Joh. Gehart_.

*Zierbrunnen*. 1573.

*Bürgerhäuser*. Einige in gut behandeltem Fachwerk, zahlreiche
Renss.-Portale. Am Markt Lauben auf Steinsäulen 1585. Von der ma.
*Stadtbefestigung* das Riedtor und das Neutor.

_ARNSTEIN._ UFranken BA Karlstadt.

*Stadt-K. S. Nikolaus*. Gotisierend 1617, nach W erweitert 1725. Gute
klassizistische _Seitenaltäre_ von _Georg Winterstein_ in Würzburg 1790.
Reicher, meisterhafter _Orgelbau_ um 1700 aus der Karmeliter-K. in
Würzburg. — _Deckengemälde_ im Chor von _S. Urlaub_ 1726. Älteste _Glocke_
14. Jh.

_Wallfahrts-K. Maria-Sondheim_. Erb. M. 15. Jh., unvollständig ausgeführt.
Jetzt großer 1sch. Raum, etwas vor der Mitte durchquert von einer
3teiligen Bogenstellung, in den OTeilen Ansätze zu Gewölben (geplant war
3sch. Hallenkirche). — _Deckengemälde_: Schlacht bei Lepanto mit Maria
Victoria, bez. _J. Ph. Rudolph_ 1770. Im Ossarium 2 interessante
_Steinreliefs_ von der alten Kanzel, Johannes und Markus in
Fr.-Renss.-Umrahmung gegen 1520, im Gewandstil verwandt der Backofenschule
(der das Werk übrigens nicht angehört). Schöne _Sandsteinmadonna_ um 1410,
typische Würzburger Arbeit. In den Chorfenstern Glasmalerei um 1480. —
_Grabdenkmäler_ in sehr großer Zahl und z. T. hoher Qualität, am reichsten
vertreten die Familie v. Hutten. Sie waren im 18. Jh. als Bodenbelag
vernutzt, jetzt im Innern 29 wieder aufgerichtet, mehrere außen. Von
_Bildnissteinen_ hervorzuheben: W. U. v. H. 1447, fast vollrund, starre
Frontalansicht; Konrad v. H. 1502; Ludwig v. H. 1517. Von _Epitaphen_:
Philipp v. Hutten (1546 in Venezuela ermordet), vorzügliche Arbeit von
_Loy Hering_ in Eichstätt; Bernhard v. H., Art des älteren _Peter Dell_;
Wilhelm v. H. 1554 bez. P D (_P. Dell_, wahrscheinlich der Jüngere); vom
selben Ludwig u. Agathe v. H. 1547, 1548; Stephan Zobel mit Frau und
Kindern 1597. — _Ölberg_ um 1500, besser als die meisten dieser Gattung.

*Schloß* (Amtsgericht), mit der Stadtbefestigung verbunden, Wohnbau M. 16.
Jh., im Innern einiges zu beachten. —

*Rathaus*. 1520, wiederholt verändert, namentlich 1753.

*Spital*, große Anlage von 1713-30.

_ARNSTEIN._ RB Cassel Kr. Witzenhausen.

*Burg*. Der erhaltene Wohnbau spgot., neues Dach, Wendeltreppe, Fenster
rck. mit Kreuzstöcken, im Erdgeschoß rippenlose Kreuzgewölbe.

_ARNSTEIN._ Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis.

*Burgruine*. Eine der großartigsten am Harz; der spgot. Palas 5 stöckig
erhalten.

_ARTERN._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

*Marien-K.* in der Neustadt. Unorganischer Gemengbau. Ältester Bestandteil
der jetzt in der M. stehende Turm auf oblongem Gr.; in seinem oberen
freien Teil hat er auf der breiten Seite 3 Paar gekuppelte
Rundbogenfenster, an der schmalen Seite 1 Paar; im Erdgeschoß spitzbog.
Kreuzgwb.; nach O und W öffnet er sich in großem Spitzbg. Im O ein platt
geschlossener Langchor mit 2 quadr. Gwbn, ursp. rom., jetzige Gwbl. und
Fstr. 15. Jh. Lhs. 1608-20, breiter als der Turm, 1sch., polyg. WSchluß.
Fenster noch spitzbg.

*S. Veit* in der Altstadt. Qsch. und Chor bilden ein regelmäßiges lat.
Kreuz nach rom. Weise. In Vierung und Chor (ohne Apsis) spitzbg. Gwb.,
Kreuzarm und das (kaum ursp.) 1sch. Lhs. mit Balkendecke. Vierungsturm mit
Satteldach und gekuppelten unterspitzen Schallöffnungen, die Fenster der
K. rundbg.

_ASCHACH._ UFranken BA Kissingen.

*Dorf-K.* Turm frgot. Chor und Langhaus 1615. Gutes Renss.-_Epitaph_ von
Bildhauer _Julius Emes_.

*Schloß* (Gr. Luxburg). 1527. In einfachsten Formen. In der Halle
geschnitzter Balken mit Fabeltieren 1572. Alter _Ofen_ aus 1. H. 17. Jh.

_ASCHAFFENBURG._ UFranken BAmtsstadt.

*Stifts-K. S. Peter und Alexander*. Ältere Baudaten fehlen. Rom. 12. und
13. Jh. mit vielen späteren Zusätzen; rest. 1713 und 1880. — _Inneres_.
Hier hat der rom. Stilcharakter noch die Vorherrschaft. Lhs. flachgedeckte
Pfeilerbasilika (jetzt Lattengewölbe aus 18. Jh.); weite
Querschnittsproportion; 9 Arkaden auf schlanken quadr. Pfll. mit reich
profilierten Deckplatten; diese, sowie die einfache Tür am nördl. Ssch.
der einzige Anhalt zur Altersbestimmung; nicht vor 3. V. 12 Jh. — Eine
zweite Bauperiode setzt um 1220 mit dem WBau ein, nahe verwandt der
Peters-K. in Gelnhausen. Empore zwischen den (damals unausgeführt
gebliebenen) Fronttürmen; sie wird getragen von einer 3sch., 2 Joch tiefen
Halle; rippenlose Kreuzgwbb. zwischen rck. Gurten; die Blätterkapitelle
der stämmigen Säulen in ihrer Art ersten Ranges. In der WWand prachtvoll
umrahmtes Portal, im _Tympanon_ Christus zwischen den Kirchenpatronen. Um
1250 der OBau. Der Einfluß von Gelnhausen dauert fort, jetzt mehr
vonseiten der dortigen Marien-K. Das Schiff hat 3 quadr., der Chor 2
quadr. Gwbb., am platten Schluß im 18. Jh. die Fenster vermauert; die
Fenster des Qsch. spgot. erweitert. Alle Gewölblinien unterspitz. Die rck.
Gurten auf Auskragungen; die Kreuzrippen, geschärfte Wulstform, auf
Diensten mit Schaftringen; rom. Blätterkpatt. — Die Sschiffe des Lhs.
durch flache Kapellen erweitert. Am nördl. Ssch. die große, über den
äußeren Wandelgang vorgebaute, daher von innen mittels einer Treppe
zugängliche _Maria-Schnee-Kap_., erb. 1516 vom Kardinal Albrecht v.
Brandenburg; Netzgwb. mit gewundenen Reihungen, entartetes Maßwerk; die
äußere Giebeldekoration erinnert mit ihrem schreinermäßigen Reichtum an
die sächsischen Bauten des Kardinals. — _Äußeres_. Chor und Langseiten
verbaut. Sichtbar nur die NWEcke. Sie vereinigt Bauteile aus vier
Stilperioden zu einer überaus malerischen Gruppe. Eine in der Seitenachse
liegende hohe Freitreppe, barock, führt zu einem Paradies; ehemals mit
schräger Sparrendecke, jetzt flach gewölbt. Der NTurm nicht ausgebaut;
dominierendes Motiv nach dieser Seite ist der hohe Giebel der
Maria-Schnee-Kap. Die WFront zeigt, der Empore entsprechend, 3 sprom.
Fenster. Der STurm wurde im 14. Jh. in kolossalem Maßstab begonnen; über
dem zweiten Geschoß brechen die Motive ab und es folgt ein spätestgot.
Oktogon mit 8 geschweiften Giebelchen und hohem hölzernen Helm. Das Lhs.
hat ein gebrochenes Walmdach aus 18. Jh. — An der NOSeite schöner sprom.
_Kreuzgang_. Von ihm aus führt ein spgot. umgearbeiteter Verbindungsgang
zum _Paradies_, das gleich dem Kreuzgang zeitlich mit dem OBau
zusammengeht. — _Ausstattung_. Großer _Hochaltar_ in Ciborienform aus dem
18. Jh. Die ehemals zahlreichen ma. Nebenaltäre bis auf einen zerstört.
Die _Beweinung_ von _Math. Grünewald_ bildete die Predella eines
Altarbildes 1525 in der Moritz-K. in Halle a. S., das Hauptbild jetzt in
der Pinakothek zu München. In der Maria-Schnee-Kap. ein mit 1519
bezeichneter Rahmen, der einst eine Maria von _Grünewald_ einschloß;
wahrscheinlich identisch mit dem jetzt in der Dorf-K. zu Stuppach (s. Bd.
III) befindlichen Bilde; übrigens ist auch der Rahmen an sich interessant
als Dokument der Veränderung der Altarform im Übergang von der Gotik zur
Renss., eine Parallele zum Rahmen von Dürers Allerheiligenbild. In einer
südl. Seitenkp. _Schnitzaltar_ der 14 Nothelfer von merkwürdigem
staffelförmigem Aufbau A. 16. Jh. — _Chorstühle_ von 1659 jetzt im Qsch. —
In der nördl. Turmhalle _Taufstein_ von 1487. — Im nördl. Ssch. (früher im
Chor) ein eherner _Baldachin_ aus der _Vischer_schen Hütte bez. 1536; vier
mit graviertem Laubornament geschmückte Pfosten tragen einen an der
unteren Fläche in der gleichen Technik behandelten Himmel; die Zeichnung
erinnert an das (zerstörte) Gitterwerk des Nürnberger Rathauses. Der
Baldachin scheint für das von Kardinal Albrecht in Halle projektierte
Grabmal bestimmt gewesen zu sein (vgl. P. Redlich: Kardinal Albrecht von
Brandenburg und das Neue Stift in Halle, 1900); jetzt trägt er einen
Sarkophag mit den Reliquien der h. Margarete. — _Kanzel_ aus Sandstein und
Alabaster, sehr reich, um 1590. — An der WWand kolossales _Holzkruzifix_
aus A. 13. Jh. — Außen über der Freitreppe steinerne _Kreuzigungsgruppe_
1699.

_Grabmonumente_ und _Gedenktafeln_ in großer Zahl. Davon die wichtigsten:

_Im Chor:_ SSeite, Kenotaph des Stifters Otto v. Sachsen † 982, gesetzt
1524; korrespondierend auf der Nseite das seiner Frau und Tochter,
Liudgard und Hildegard. — Ehernes Epitaph des Kardinals Albrecht von
Brandenburg † 1545, gegossen 1525 in der _Vischer_schen Hütte, großartiges
Reliefbildnis mit ornamentaler Borte, durch eine Inschrifttafel aus 18.
Jh. entstellt; in gleichem Format, wohl als Gegenstück gedacht,
Madonnenrelief von _Hans Vischer_ 1530: beide aus Halle hierher
übergeführt. — Epitaph für Kurfürst Schenk v. Erbach † 1459, ausgeführt im
16. Jh. — Desgl. für Kurfürst Anselm Franz v. Ingelheim † 1659, bmkw.
durch lebendige Porträtauffassung.

Im _Mittelschiff_ kurfürstliche Beamte. a) Südliche Reihe: Caspar v. d.
Schulenburg 1517, primitives Renss.-Ornament. — Wolf Beheim 1539. — Dr.
Sachs 1570. — Stephan v. Fechenbach 1577. — b) Nördliche Reihe: Melchior
von Graenroth, Erzguß von großer technischer Präzision, 1584 von
_Hieronymus Heck_. — Georg v. Liebenstein 1533 mit Anklängen an die Schule
_Backofens_; feste Rittergestalt, das Knien an dem (ganz an die Seite
geschobenen) Kruzifix vorzüglich gegeben. — Brendel von Homburg 1573. —
Ch. Math. v. Albersweiler 1567. — Dr. Eisenberger 1575.

_Im Kreuzgang_. a) WFlügel. Gertrud Echter 1421, kniend in
Dreiviertelansicht, über ihr Maria in den Wolken, schöne manierfreie
Arbeit. — b) NFlügel. Joh. v. Cronberg 1439, adoriert den h. Christoph. —
c) OFlügel. Schenk v. Weibstedt 1437, adoriert die Madonna auf der
Mondsichel. — d) SFlügel. Scholastikus Küchenmeister mit seiner Mutter
1493. — _Wandgemälde_, der Gekreuzigte u. Heilige, E. 14. Jh.

In der Sakristei 2 vorzügliche _Reliquienbüsten_ 1473 von _Hans Dirnstein_
von Frankfurt. Degl. _Monstranz_. Rom. _Schachbrett_.

*Agathen-K.* Flachgedeckte frgot. Basilika, spgot. überarbeitet,
unbedeutend. Der vortretende WTurm mit 4 Giebeln und Holzhelm sehr einfach
rom. Außen _Ölbergsgruppe_ aus 16. Jh., beschädigt, in Renss.Gehäuse.

*U.L.F. Pfarr-K.* 1768-1775. Einschiffiger Saal von angenehmen
Verhältnissen. An der nördl. Langseite rom. Glockenturm, das Obergeschoß
rom. zu got. ca. 1220-30. Es hat übereinander, durch kein Gesims getrennt,
2 gekuppelte Schallöffnungen, kleeblattförmig, umschlossen von spitzbg.
Blendbg., ein Vierpaß im Felde. Über den 4 Giebeln ein steinerner got.
Helm, 8seitig, mit Kantblumen geziert.

Im Erdgeschoß eingemauert sprom. _Tympanon_, thronende Maria zwischen
Heiligen.

*Studien(Jesuiten)-K.* 1619-21. In WDeutschland der erste dem römischen
Barockschema folgende Jesuitenbau (vgl. dagegen Molsheim u. Köln Bd. IV,
V), Schiff mit Tonnengwb. u. tiefen Nischen, feines Flachornament in
Stuck, Beschlägemuster.

*Schloß*. Das alte Schloß zerst. 1552. Notbau 1556-1606. Neues (jetziges)
Schloß 1605-1614 von _Georg Ridinger_ aus Straßburg (von ihm selbst in
einem umfänglichen Kupferstichwerk, Mainz 1616, publiziert). Waren die
wichtigeren Schloßbauten der Renss. des 16. Jh. immer Um- oder Anbauten
mittelalterlicher Anlagen gewesen, so wird hier mit Nachdruck zum
erstenmal eine streng einheitliche, symmetrische Anlage gegeben (etwas
älterer Versuch in Schmalkalden): 4 Flügel um einen quadratischen Hof von
ca. 79 m äußerer, 51 m innerer Seitenlänge, an den Ecken mäßig
vorspringende quadr. Türme; die Symmetrie nur leicht durchbrochen von dem
aus dem alten Schloß herübergenommenen Bergfried, jetzt mit dem NFlügel
hofseits verwachsen. Die Flügel haben wenig Tiefe (kaum 10 m im Lichten)
und in der inneren Teilung folgt Raum auf Raum ohne Korridorverbindung.
Aufgänge durch Wendeltreppen in den 4 Winkeln des Hofes. — Die allgemeine
Idee, aus dem Wasserschloß entwickelt, hier wohl sicher durch französ.
Vorbilder bedingt, wie auch das Detail (in Übereinstimmung mit dem
Kaufhaus in Straßburg, dem Friedrichsbau in Heidelberg, dem Schloß
Gottesau und dem etwas jüngeren Schloß in Mainz) mit der
ostfranzösisch-lothringischen Weise zusammenhängt; vgl. besonders die
Fensterverdachungen. Gliederung der 3 fast gleichwertig behandelten
Geschosse durch sehr kräftige Gesimse, während vertikale Teilungslinien
fehlen. Der Fassadenlänge von 85 m (mit Einschluß der Türme) entspricht
eine H. von 23 m (bis Oberkante Dachgesims) und Teilung in 15
Fensterachsen; dazu das mächtige Dach, 12 m H. In der Mitte wird es durch
einen reicher als alle übrigen Teile (ursp. jedoch einfacher
beabsichtigten) Zwerchgiebel akzentuiert. Einziger Zugang durch das mäßig
große Rustikaportal der SSeite. Eine Zugbrücke führte hier über den
Burggraben, einst vorn durch eine _porta triumphalis_ geschmückt. (Der
Balkon 18. Jh.) Die Geschoßhöhe der Türme nimmt nach oben etwas ab, sie
werden gekrönt durch eine Galerie und ein niedriges Oktogon mit welscher
Haube. Die östl. und nördl. Fassade etwas sparsamer detailliert. Wie die
Lucarnen ursp. gedacht waren, zeigt ein Exemplar der WSeite. — In der Nähe
erscheinen die Verhältnisse zu schwer, wie bei den meisten Bauten dieser
Zeit; aus gehöriger Entfernung betrachtet zeigen sich Massen und Umrisse
meisterhaft aufgebaut. Die erhöhte Lage über dem Main führte zur Anlage
einer 20 m hohen Terrassenmauer, daran das mächtige Wappen des Bauherrn
Erzbischof Joh. Schweickart von Mainz. Erwähnenswert, daß Ridinger vorher
hauptsächlich an Festungsbauten beschäftigt war. — Die _Hoffassaden_
wiederholen das äußere System mit der Abweichung, daß das Erdgeschoß sich
in Arkaden öffnete (unglücklicherweise später zugemauert). — Die _innere
Ausstattung_, deren geschnitzte Türen, Mosaikböden, Stuckdecken,
Wandgemälde (im Kaisersaal Historien von _Georg Keller_, einem Schüler
_Jost Ammanns_), ein Besucher des J. 1614 überschwänglich bewunderte,
wurde durch Umbauten seit 1770 zerstört. Einigermaßen verschont nur die
_Kapelle_; 1sch. Raum mit Netzgwb., Kolossalaltar und Kanzel aus Marmor
von _Hans Junker_; Bürger von Aschaffenburg, um 1615; unendlich überlastet
mit (an sich reizvollem) Detail, figürlichem und ornamentalem. Wand-,
Decken- und Fenstermalerei zerstört. Prunkvolles Portal. — Im Schloß bmkw.
_Gemäldegalerie_.

_ASCHERODE._ RB Erfurt Kr. Hohenstein.

*Dorf-K.* 1606-15 nachgot.

_ASCHFELD._ UFranken BA Karlstadt.

*Pfarr-K.* 1679. Wirkungsvoller _Hochaltar_ in elegantem fr. Rok., gegen
1740, Richtung der Auwera. — _Kirchhofsbefestigung_ mit Gaden 16. Jh.

_ASMUSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Rotenburg.

*Kirche* spgot. 1sch. mit gleich breitem Chor; dort die Fenster Spitzbg.
mit Fischblasen, im Schiff Vorhangbögen.

_ASTHEIM._ UFranken BA Gerolzhofen.

Ehem. *Karthäuser-Klst.* gegr. 1409 durch Erkinger v.
Seinheim-Schwarzenberg. Kirche charakteristisch nachgot. Bau (1603 f.) auf
älteren Fundamenten. Das prächtige, mit Statuen geschmückte Renss.-Portal
an die Prokuratie versetzt. Treffliches _Chorgestühl_ renss., spätbar,
umgearbeitet. Mächtiger _Hochaltar_ 1730, Seinsheimsche _Epitaphe_. — Vom
Klst. erhalten die Prokuratie um 1583, die nachgot. (um 1600) Nikolauskap.
und der Verbindungsgang zur Kirche. Überlebensgroßes _Holzkruzifix_ um
1520.

*Dorf-K.* Epit. G. F. v. Schwarzenberg 1543, wohl von _P. Dell_ d. Ä.,
Moritz v. Sch. 1565 von _Thomas Kissner_.

_ATZENDORF._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

*Dorf-K.* Die östl. Schlußwand mit 3 pyramidal gruppierten
Spitzbogenfenstern 13. Jh., sonst 17. Jh.

_AUA._ RB Cassel Kr. Hersfeld.

*Dorf-K.* daran geringe Reste des 1218 von hier nach Blankenheim verlegten
Klosters; ein rom. _Taufstein_ Träger der Altarmensa.

_AUB._ UFranken BA Ochsenfurt.

*Pfarr-K.* (ehem. Benedikt.-Propstei). Das Lhs. Neubau aus der Juliuszeit
(1615), erst M. 18. Jh. aus 3sch. in 1sch. Anlage umgewandelt. Aus 13. Jh.
erhalten der WBau, ein sehr bmkw. Dokument aus der ersten Rezeption des
got. Stils. 1275 und 1280 die ersten Erwähnungen, zu welcher Zeit auch die
Bauformen passen. Erdgeschoßhalle und Empore, beide geteilt in 3 Sch. und
2 Joch. Die Formen der ersteren noch mit viel rom. Erinnerungen, woraus
nicht notwendig ein nennenswert höheres Alter folgt. Doppelt gekehlte
Rippen mit Anläufen auf diagonal gestellten Kämpfern. Die oberen Pfll. aus
8 Runddiensten gebündelt, ihre Kapitelle glatt. Diejenigen der Wandfll.
mit schönstem frgot. Blattwerk unter reichlicher Beimischung von Masken
und Tieren. Die Fenster haben im Maßwerk Nasen, z. T. in Blumen endigend.
Das Portal spitzbg. in rundbg. Blende. Tympanon fensterartig aufgelöst. Im
Obergeschoß Rosenfenster. Vergleichspunkte zu fränkischen Bauten dieser
Zeit fehlen; sämtliche Details weisen auf den Oberrhein und über diesen
hinaus wohl auch auf direkte Bekanntschaft mit der französischen Gotik,
namentlich gilt dies von der Komposition der Rosen. — _Hochaltar_ 1682.
_Kanzel_ 1790. Hauptschmuck des Turms die schöne _Kreuzgruppe_ aus
_Riemenschneiders_ Werkstatt, dem Meister selbst nahe stehend. Bmkw.
_Steinrelief_ aus 14. Jh., die Jünger am leeren Sarge Mariens. Zahlreiche
_Renss.-Grabmäler_. Das des Truchsessen von Baldersheim aus der
_Riemenschneider_schen Werkstatt um 1520.

*Spital-K.* 14. Jh., umgebaut 1595. Fürstbischöfl. Schloß 1580-1620. In
den Turmräumen (Amtsgericht) schöne Stuckdekoration um 1770, vielleicht
von _Matteo Basti_ (vgl. die Engelheimer Zimmer der Würzburger Residenz).
Die Kap. in typischer unterfränkischer Nachgotik. — *Rathaus* 1671. — In
der Nähe des Ortes mehrere schmuckreiche _Bildstöcke_.

_AUBSTADT._ UFranken BA Königshofen.

*Dorf-K.* renss. 1618, mit Friedhofbefestigung.

_AUE._ Pr. Sachsen Kr. Zeitz.

*Dorf-K.* des 12. Jh. Sandsteinquaderbau. WTurm. Am abgetreppten Portal
die Kanten als Rundstäbe ausgebildet, im Tympanon der Gekreuzigte in
langem Rock. Empore und Holzdecken mit Bar.-Malerei geben ein
farbenreiches Innenbild.

_AUE AM BERG._ Sachsen-Meiningen. Kr. Saalfeld.

*Dorf-K.* (ehemals Wallfahrt) im Kern rom. Überarbeitungen got. und
später. — Gemaltes _Triptychon_ um 1500.

_AUERBACH._ K. Sachsen. Amtshauptstadt.

*Burgruine*. Bergfried aus fr. Ma. noch erhalten.

_AUERSTEDT._ Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.

*Dorf-K.* 1718 fast ganz erneuert; Nachwirkung der ma. Anlage die östl.
Stellung des Turms.

_AUERSWALDE._ K. Sachsen AH Flöha.

*Dorf-K.* Einige der wenigen im Lande, welche ihren ursp. rom. Gr. und
Aufbau unverletzt erhalten haben. Gemeindehaus fast quadr.; Chor ebenfalls
quadr., doch kleiner; beide Teile flachgedeckt; 1/2kr. Apsis. Ringsum
gegliederter Rundbg., Fries, an der Apsis 1/2Sll., am OGiebel steinernes
Kreuz, am Altar rom. Mensa. — _Altarschrein_, schöne Arbeit aus
Altenburger Werkstatt, 1503.

_AUFENHAU._ RB Cassel Kr. Gelnhausen.

*Dorf-K.* spgot., flachgedeckt, eingezogener polyg. Chor, WTurm,
einfachste Formen. — Gemaltes Triptychon M. 15. Jh.

_AUFSESS._ OFranken BA Ebermannstadt.

*Burg* aus Ma. gut erhalten.

In der *Schloß-K.* Grabstein für Albrecht v. A. 1356; kunstvolles
zinnernes Taufbecken von _Caspar Enderlein_ († 1633).

_AUGSFELD._ UFranken BA Haßfurt.

*Dorf-K.* ca. 1730-50, 1sch. mit Lattengwb., Chor nach alter Gewohnheit im
OTurm. — Dekoration und Mobiliar in munterem, ländlich splendidem Rok.

_AUGUSTUSBURG._ K. Sachsen AH Flöha.

Schloß gegr. 1568 durch Kurfürst August, wesentl. voll. 1573. Baumeister
_Hieronymus Lotter_ aus Leipzig, zum Schluß _Erhard van der Meer_ unter
Oberaufsicht des Grafen _Rochus v. Linar_. Der allgemeine Charakter ist
der eines Residenzschlosses mit festungsmäßigen Anklängen (Gräben,
Kasematten usw.). Der Gr. gibt in der Umfassungslinie ein Quadrat von 86
m, in der inneren Einteilung 4 massige 4eckige Eckhäuser, die durch
schmale Flügel verbunden werden, so daß der Hof griechich kreuzf. wird.
Die Fronten 2geschossig ohne Gesimsteilung und in sehr niedrigen
Proportionen, die 4 eckigen Fenster mit got. Profilen sind die einzige
Belebung der glatten Wand, dazu auf der N- und SSeite ein Einfahrtstor in
Rustika, derbe Nachahmung der Festungsbauten der Sammicheles. Über dem
weit ausladenden Hauptgesims ein Umgang mit Balustrade. Starke Akzente
geben die Eckbauten mit Zwerchhäusern, steilen Walmdächern und hohen
Schornsteinen (durch späteren Umbau vereinfacht). Die _Ausstattung_ der
Wohn- und Festräume stark reduziert; es waren vorhanden 5 Säle, 7 Vorsäle,
74 Zimmer, 96 Kammern. Auf der SSeite bildet den mittleren Verbindungsbau
die

*Schloßkirche* nach dem Plan _v. d. Meers_. Zwischen den tiefen Streben
ringsumlaufende, steinerne Emporen, Pfl. u. Bogenstellungen mit Halbsäulen
in unten dor., oben jon. Ordnung, alles in schwerster Behandlung, das
Tonnengwb. in sog. Quadraturwerk stuckiert. Über dem Altar großes
_Gemälde_ von _L. Cranach d. J._ von 1571, Kurfürst August mit seiner
zahlreichen Familie vor dem Gekreuzigten. _Kanzel_ mit Gemälden von Hans
Schröer.

_AULIGK._ K. Sachsen AH Borna.

*Dorf-K.* Chor 14. Jh., sonst im 17. u. 18. Jh. umgebaut. Grabsteine des
16. Jh. der v. Thor, v. Miltiz u. a. Orgel von _Gottfr. Silbermann_, aus
Chemnitz versetzt.

_AUMA._ Sachsen-Weimar. VB Neustadt a. d. O.

*Stadt-K.* 1520 und 1793. — Reste eines _Schnitzaltars_ A. 16. Jh.

_AURA._ UFranken BA Hammelburg.

Ehem. *Benedikt.-Kloster*, gegr. 1108, erster Weiheakt 1113. Im
Bauernkrieg beschädigt, 1687-97 teils weiter zerstört, teils umgestaltet.
Jetzt flachgedeckte Pfeiler-Basilika von 9 Achsen, im O platter Schluß.
Ausstattung E. 17. Jh. Im ganzen entstellter Überrest einer urspr.
bedeutenden Anlage. Vorläufige Ausgrabungen unter Dr. A. Faulner ergaben
vom rom. Bau: unter der Ummantelung der Pfeiler im Langhaus Stützenwechsel
im Rhythmus aab, aab; im Chor nur Pfeiler; Schluß in 3 Apsiden. Ein westl.
Atrium mit Doppeltürmen 1689 abgetragen. — In der jetzigen Stallung Rest
eines spgot. Kapitelhauses. Die rom. Würfelknaufsäulen in den Arkaden des
jetzigen Friedhofs stammen vom Kreuzgang.

_AUWALLENBURG._ RB Cassel Kr. Schmalkalden.

*Burgruine Wallenburg*, erb. gegen 1247, erhalten ein 27 m hoher Turm,
rom., von ausgezeichneter Technik, mit 2 Einsteigtüren.

_AXIEN._ Pr. Sachsen Kr. Torgau.

*Dorf-K.* rom. Backsteinbau, querrechteckiger Sattelturm innen in 2
Rundbg. gegen das Sch. geöffnet, 1/2kr. Apsis, Rundbogenfries im N
einfach, im S verschränkt. — Aus frgot. Zeit _Taufstein_ und Reste von
_Wandmalerei_.



_B_


_BAALSDORF._ K. Sachsen AH Leipzig.

*Dorf-K.*, rom. Anlage des 13. Jh. — _Glocke_ E. 13. Jh. mit der Inschr.
»_Heinricus Filius Tiderici me fecit_« (ein Glockengießer _Thidericus_
erscheint 1278 in Lühe bei Hildesheim; die gleiche Inschr., wie die
vorliegende, haben in der Umgegend die Glocken zu Groß-Wiederitszch,
Geringswalde, Niedergräfenhein, Oetzsch).

_BAHRA._ UFranken B A Mellrichstadt.

*Dorf-K.* Frgot. _Sakramentsnische_. _Glocke_ mit Apostelnamen um 1300.

_BALDERSHEIM._ UFranken. BA Ochsenfurt.

*Pfarr-K.* 1611, verändert 1901. Sehr guter _Grabstein_ 1493; andere 16.
u. 17. Jh. — _Hochaltar_ um 1700 mit guten _Holzfigg_. vom spätgot. Altare
(nach 1500).

_BALGSTEDT A. U._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Dorf-K.* Rom. Turm mit gepaarten Fenstern. Schiff abgebrochen und im 18.
Jh. im W des Turms neu errichtet. — _Glocke_ 1311.

_BAMBERG._ OFranken. BAmtsstadt.

*Dom S. Peter u. S. Georg*. Gründungsbau Kaiser Heinrichs II. 1004-1012;
Brand 1081, der nur die Mauern stehen ließ, darauf Rest. und zweite Weihe
1111; neuer Brand 1185; Umfang des Schadens und Beginn der Erneuerung
nicht bekannt; 1231 der Ostchor noch nicht fertig; 1237 Weihe, aber noch
nicht völliger Abschluß der Arbeiten. — Der gegenwärtige Bau ist ein Werk
des 13. Jh. auf dem Grundriß des frühen 11. Jh.; ob und wieviel aufgehende
Mauerteile aus der Zeit vor 1185 in den Neubau hinübergenommen, ist noch
nicht sicher festgestellt. Maße in runden Zahlen: ganze innere L. 95 m,
Br. 28,50 m, H. 25,50 m. Gr. regelmäßig kreuzförmig mit der Abweichung,
daß das Qsch. im W. Zwei Chöre: OChor, 3 Joche des Msch. mitumfassend, S.
Georg gewidmet; WChor, die Vierung einschließend, S. Peter; zu beiden
führen Stufen hinauf. Der der Gemeinde verbleibende Raum im Msch. auf 30 m
reduziert. Unter jedem Chor eine Krypta. Neben jedem Chor ein Turmpaar. —
Der Bamberger Dombau, in die Zeit fallend, in welcher von Frankreich her
das gotische Bausystem in Deutschland eindrang, weist stilistisch drei
Phasen auf: spätromanisch ist der OChor, außen und innen, und das Lhs. in
seiner Außenansicht; frühgotisch, jedoch nicht von der französischen,
sondern von der von dieser unabhängigen burgundisch-cisterciensischen
Frühgotik abgeleitet(1), der innere Aufbau des Lhs.;
französisch-frühgotisch, ohne das cisterciensische Element ganz zu
verdrängen, der WBau. Genauere Zeitbestimmung nicht möglich. Der OChor ist
im polyg. Gr. und in der ganzen Formbehandlung so vorgeschritten, daß er
vor 1200 nicht denkbar; die Behauptung, daß die WTürme 1237 vollendet
waren, schwebt in der Luft. Hauptbauzeit somit unter B. Ekbert von Andechs
(1203-1237), jedoch die Ausführung des WChors und der WTürme später. Die
plastische Ausschmückung (s. unten) beweist, daß noch vor ihrer
Aufstellung der Bau unterbrochen worden ist. Will man als Ursache dafür
die unruhige Zeit unter B. Heinrich (1242-1257) ansehen, so ergibt sich
als relativ wahrscheinlich: Beginn der gotischen westl. Bauteile im Anfang
dieser Regierung, Vollendung nach längerer Pause unter B. Berthold von
Leiningen (1257-85). — Aus der Zeit der späteren Gotik (um 1450) nur die
Sepultur. Gründliche Erneuerung der inneren Einrichtung 1648-55, der
Dächer und Türme 1744 und 1765-68. Restauration und Purifikation 1828-37
durch _Heideloff_ und _Gärtner_.

_Ostbau_ (»Georgenchor«). Die Krypta umfaßt den ganzen Raum unter dem
hohen Chor; 3 Sch. und 7 Joche; die Kreuzrippen gestatten, das Msch.
breiter anzulegen, während die Krypten mit rom. rippenlosen Gwb. immer auf
gleiche Breite der Schiffe angewiesen waren; ferner ist der Raum höher und
luftiger gestaltet, als je in Krypten älterer Zeit. Die Stützen sind Sll.,
ihre Kaptt. z. T. mit seltsam krausem, barockem Blattwerk und hohen
8eckigen, schon frgot. Einfluß verratenden Deckplatten. Die Rippen mit
derben Rundstäben besetzt. Der Eingang muß ursp. in der Mitte gelegen
haben; die hohen Sockel des ersten Pfeilerpaares entsprechen einem
ehemaligen Podest. — Die Apsis des hohen Chors, im Gr. 5 Seiten des 8Ecks,
legt sich, besonders in der Außenansicht hervorragend schön kombiniert, an
die große Wandfläche, die durch den OGiebel des Lhs. und den mit diesem in
gleicher Flucht liegenden Unterbau der Türme gebildet wird. Der Aufbau 3
teilig in glücklichster Rhythmisierung; Erdgeschoß, Fenstergeschoß,
Zwerggalerie gesondert durch überaus reich gebildete Friese, vertikale
Gliederung durch Gruppen rechtwinkliger Vorsprünge und stärkerer und
schwächerer Dreiviertelsäulen. An den Kapitellen vielfach das Knospenmotiv
in einer schon von der Frühgotik berührten Form. Die Kehlen der reich
abgestuften Fenstergewände sehr wirksam mit Schellen besetzt. Das
Dachgesims im 18. Jh. erneuert. Der Zwerggalerie entspricht im inneren
Aufbau das als glatte Kugelkalotte gestaltete Gwb.; unter den Fenstern
Arkatur; bezeichnend das Streben nach möglichst lebhaftem Formenwechsel
auch in der Form ihrer Säulenschafte.

_Langhaus._ Querschnitt des Msch. 1 : 2, Gesamt-Querschnitt nach dem
gleichseitigen Dreieck. Die Gwbb. haben Kreuzrippen und sind in den Quer-
wie in den Schildgurten spitzbg.; trotz der Freiheit der Grundrißbildung,
die dadurch möglich geworden wäre, ist nach deutscher Gewohnheit das sog.
gebundene quadr. System beibehalten. Dabei macht sich behindernd geltend,
daß die Grundrißabmessungen auf diese Teilung ursp. nicht eingerichtet
waren: so ergeben sich von den Vierungspfll. des Qsch. bis zu den östl.
Chorpfll. nur 4+1/2 Doppeljoche. Im Anschluß des Lhs. an den OChor tritt
deshalb sichtliche Verwirrung ein; man versuchte es mit 6teiligen Gwbb.,
hat sie aber z. T. wieder aufgegeben. Eine baugeschichtlich wichtige
Tatsache zeigt sich außen an den Hochschiffswänden, ebenso an der N- wie
an der SSeite: von W gerechnet zwischen dem ersten, zweiten und dritten
Fenster vermauerte Fenster von gleicher Form und Größe, wie die offenen,
und zwar an den Stellen, wo innen die Gewölbegurte anfallen. Um als
Überreste vom Bau des h. Otto zu gelten, sind sie zu groß; ich kann sie
nur auf eine jüngere Restauration(2) beziehen, etwa nach Brand 1185, die
_noch nicht mit Gewölben rechnete_. Aus dem bei währendem Neubau
eingetretenen Wechsel erklären sich nun auch die Unregelmäßigkeiten im
östl. Abschnitt. Von diesen abgesehen, alternieren regelmäßig stärkere und
schwächere Pfll., kreuzförmig mit eingelegten Ecksll., die Vorlagen der
Hauptpfll. das Gurtgesims durchschneidend. Nicht angenehm in seiner Leere
wirkt das Hochschiff. Die Gwbb. haben nahezu gerade Scheitel (wie in
Ebrach), während der Übergangsstil sonst starke Busung liebt. Die Gurten
einfach rck., aber verhältnismäßig schmal, die Rippen Rundstäbe mit
mandelförmiger Schärfung. Im Gesamteindruck kann von got. Formgefühl noch
nicht die Rede sein. In der got. gedacht ist Konstruktion aber die klare
Sonderung einerseits der die Gewölbe tragenden Hauptpfll. und des mit
ihnen verbundenen Gurtensystems, andererseits der füllenden Wandflächen.
Die Anregung durch Ebrach vorausgesetzt, ist die Rückkehr zum gebundenen
System auffallend. Querschnitt.

_Westbau_ (»Peterschor«). Der Chor, für den ursp. ein sechsteiliges Gwb.
beabsichtigt war, hat schließlich 2 sehr schmale gerade Joche erhalten und
in der Apsis ein 5teiliges Rippengwb. mit hohen Schildbgg., die einer
zweiten Fensterreihe Raum geben. In den Formen Zunahme des eigentlich
französischen Elements in einer den jüngeren Teilen des Klosters Ebrach
ähnlichen Fassung. Es sind nacheinander mehrere Meister tätig, zuerst
burgundisch (Dijon), später mehr nordfranzösisch gerichtet. Die Krypta
klein und jetzt unzugänglich. — WChor und OChor sind in ihren ins Schiff
vorspringenden Abschnitten durch Brüstungswände geschützt; nach außen mit
Arkaturen geziert, nach innen völlig glatt, selbst ohne Gesims; die
SSchranke des WChors mit Spuren von rom. Malerei.

_Äußeres_. Das Lhs. hat rein rom. Formen. Unerhört in den bisherigen
Baugewohnheiten der Reichtum der Friese. Die Gesimse haben sich mit den
Dächern in wiederholten Restaurationen verändert. 4 Portale: 2 unter den
OTürmen (Adamspforte, Georgenpforte; das Zickzackornament der ersteren
wohl aus S. Jakob in Regensburg, wohin auch das Kehlungsprofil der Pfosten
der Georgenpforte hinweist); 2 (in der letzten Bauzeit vorgeblendet) am
nördl. Ssch. (Fürstentor) und nördl. Kreuzflügel (S. Veitspforte).
Denselben rein rom. Charakter haben die OTürme bis zur Höhe des
Mittelschiffhauptgesimses; hier treten frgot. Formen ein, doch unter
Wahrung der bisherigen Einteilung (die Notstütze im 2. Fenstergeschoß noch
während des Baus eingezogen; die Fenstergliederung der beiden letzten
Geschosse entsprechend geändert). Entschiedener ist die Neuerung an den
WTürmen; im Unterbau haben sie Konsolengesimse, die mit denen der
Michaelskap. in Ebrach genau übereinstimmen und deren Vorbilder zum
charakteristischen Formenschatz Burgunds gehören; weiter nach oben tritt
der Wandel ein: oktogonaler Kern, an den Diagonalseiten Vorlagen einer
tabernakelartigen Säulenstellung, die im Gr. 5 Seiten des Achtecks
umschreiben; diese Anordnung wiederholt sich durch 3 unter sich fast
gleiche Geschosse. Die Einzelheiten sind durchaus frgot. im Sinne der
französischen Schule. Aber auch die Komposition im ganzen geht auf ein
bestimmtes französisches Vorbild zurück: die Kathedrale von Laon. Doch ist
dasselbe in einem wichtigen, ohne Abb. nicht verständlich zu machenden
Punkte mißverstanden. Um so auffallender, als sich noch ein kleines, im
Hauptmotiv richtiges Modell der Laoner Türme erhalten hat: jetzt auf dem
Baldachin über der Statue des h. Dionysius am letzten Pfl. des OChors,
NSeite. (Zuerst bemerkt von K. Franck und ansprechend so gedeutet, daß die
französisch geschulten Bildhauer es waren, die das Motiv nach Bamberg
brachten, der Baumeister es also nur aus zweiter Hand kannte.) Dieselben
Bildhauer scheinen auch einer Erweiterung des WChors durch einen
französischen Kapellenkranz das Wort geredet zu haben; vgl. das Modell in
der Hand der h. Kunigunde am Portal unter dem SOTurm. Wichtig ist weiter
das in allen Hauptsachen sehr genaue Modell aus dem 16. Jh. am
Portalrelief der alten Hofhaltung. Es zeigt, daß das für die Entwicklung
der WTürme sinnwidrige Giebelmotiv am oberen Abschluß vollständig ein Werk
des 18. Jh. ist, den Giebeln der OTürme nachgebildet, als man die Dächer
erneuerte; ursp. schlossen die WTürme richtig mit einem größeren 8seitigen
Helm in der Mitte, 4 kleineren an den Ecken.

_Innere Ausstattung_. Aus Ma. nur das Chorgestühl; im WChor reicher, E.
14. Jh., im OChor etwas jünger. Die hie und da zerstreuten Schnitzaltäre
sind in neuerer Zeit aus andern Kirchen herbeigebracht, aus altem Bestand
allein der in der Sepultur. Der Wunsch König Ludwigs I. war, »daß das
heilige und großartige Denkmal in seinen Verunstaltungen verbessert und
der ungestörte Anblick dieses erhabenen Tempels im ursprünglichen Stile
wieder hergestellt werde.« Die Leitung der Restauration hatten 1832-1835
_Heideloff_, 1835-38 _Gärtner_. Sie entfernten nicht nur alle
nachmittelalterlichen Gegenstände, darunter 10 Renaissanceepitaphe (jetzt
in der Michaels-K.), sondern drängten auch dem der Spuren seines Lebens in
der Geschichte beraubten Bau ihre eigenen hybriden Erfindungen auf.
(Selbst Führig, ein Nazarener, klagte damals über die eingetretene
Vernüchterung.)

Von größter Wichtigkeit ist der Bamberger Dom für die Geschichte der
_monumentalen Plastik_ im 13. Jh. Zu unterscheiden sind drei Stilnuancen,
jede durch eine führende Künstlerindividualität vertreten: Meister des
Georgenchors, Meister der Adamspforte, Meister des Fürstentors. a) Die
Arkaturen an den _Schranken des Georgenchors_ enthalten in ihren 2×6
Blenden die Reliefgestalten von _Propheten_ (NSeite) _und Aposteln_
(SSeite); die gemalten Inschriften ihrer Spruchbänder sind erloschen,
weshalb nur bei den wenigsten die Benennung möglich wird. Je zwei im
Gespräche. Der Stil zeigt den Moment des Aufsteigens einer säkular an die
Kleinkunst gebunden gewesenen Darstellungsweise zum monumentalen Stil;
zugleich in ergreifendster Weise den Zusammenstoß konventioneller
Gebundenheit, in der sich deutsche Gewohnheiten mit neuerdings
aufgenommenen Formen des klassischen Byzantinismus begegnen, und eines zur
Freiheit erwachten leidenschaftlichen Naturalismus. Mannigfaltigkeit der
Charaktere, Eindringlichkeit der Geberdensprache sind das Hauptanliegen;
die Körperbildung noch sehr fehlerhaft, oft verzerrt, nie ausdruckslos.
Die Apostelseite in relativ gedämpfter, die Prophetenseite in stürmisch
erregter Stimmung. Der Unterschied wird so gedeutet, daß der Künstler,
noch zaghaft, mit jener angefangen habe; es könnte aber auch sehr wohl
eine bewußte Differenzierung in der Charakteristik sein. Die Anordnung der
SSeite ergibt ein überschüssiges Feld, darin der h. _Michael_. Das
_Verkündigungsrelief_ am Pfl. rechts von der Chortreppe saß früher an der
NSeite, wo die Ausbruchstelle noch sichtbar; etwa der Anfang einer neuen
Reihe (vielleicht bestimmt für den Peterschor, dessen Schranken dann ohne
plastischen Schmuck, bloß mit Gemälden in den Feldern, zur Ausführung
kamen) zeigt es, wie weit dem Meister das Formalschöne zur Verfügung
stand. Sichere Datierung ist nicht möglich; am wahrscheinlichsten ist mir
die Zeit rund 1225-35. — b) _Die Adamspforte_, links (SO) vom Georgenchor.
Am rechten Gewände Petrus, Adam, Eva; am linken Kaiser Heinrich,
Kunigunde, S. Stephan. Die Statuen sind später eingefügt; wären sie für
dieses Portal, auch nach Vollendung desselben, gearbeitet worden, so hätte
der Künstler sie auf Konsolen gestellt; allein sie sind mit Säulen
verwachsen, die in dem Organismus _dieses_ Portals keinen Platz finden;
Petrus weist ohnedies auf den Peterschor. Dieser Bauteil ist es, mit dem
architektonisch die _französische_ Schule einsetzt, und daß der Bildhauer
der Adamspforte seine Schule in Reims durchgemacht hat, habe ich
nachgewiesen. Von derselben Hand rühren mehrere Statuen her, die jetzt im
Innern an den den Georgenchor nördlich begrenzenden Pfeilern sehr
ungeschickt aufgestellt sind. Offenbar waren auch sie für ein Portal
gedacht; vielleicht an der Stelle des später dem westl. Qsch.
vorgeblendeten S. Veitsportals, also das Seitenstück zum Fürstenportal. Am
Mittelpfeiler _Maria_, von ihr getrennt _Elisabeth_ (als
Heimsuchungsgruppe gedacht), auf der andern Seite ein Engel
(Verkündigung); am linken Pfl. ein _Papst_, am rechten der _h. Dionys_, an
seiner Front ein lebensgroßer _Reiter_. Dieser künstlerisch und
ikonographisch ein Novum. An Zusammenhang mit den Reitern an
südwestfranzösischen rom. Fassaden nicht zu denken. Als Benennungen wurden
bis jetzt vorgeschlagen: K. Konrad III., K. Stephan von Ungarn, einer der
hl. drei Könige. Alles wenig plausibel. Wahrscheinlicher ist mir, indem
ich von der Bedeutung der Örtlichkeit (Georgenchor!) ausgehe, die
Benennung S. Georg. Vgl. die Nachbildung im Dom von Regensburg. Dort und
in Basel mit S. Martin gepaart. Vielleicht war das auch in B.
beabsichtigt. Die stilistischen Beziehungen zu Reims und, wie bei Maria
und Elisabeth, indirekt zur Antike sind überall klar; außerdem muß der
Meister auch Burgund, etwa die Kathedrale von Langres, gekannt haben, wie
die spezifische Behandlung des Akanthus am Sockel des Reiters wie auch an
einigen Statuensockeln der Adamspforte anzeigt. Die Zeit der Ankunft
dieses Meisters, dem mittelbar auch die WTürme zuzuschreiben sind, ist
nicht zu ermitteln, etwa 1240-60. Er gehört zu den ersten künstlerischen
Kräften des 13. Jh. Um so bedauerlicher, daß wir keine seiner Gestalten in
dem von ihm gewollten architektonischen Zusammenhange sehen (wie ja auch
sein zu vermutendes Projekt für die Erweiterung des WChors unausgeführt
blieb). Viele interessante architektonische Reminiszenzen und Phantasien
stecken in den Baldachinen über den Statuen, z. B. an dem über dem Reiter
Reimser Maßwerk der frühesten Art. — c) _Das Fürstenportal_ am nördl.
Ssch. Am Gewände die 12 Apostel auf den Schultern von Propheten (in
ikonographischer Hinsicht vgl. den Taufstein in der Vorhalle des
Merseburger Doms), am Tympanon das Jüngste Gericht. Die tektonische
Anordnung ist französisch, wiewohl mit der bedeutsamen Abweichung, daß die
Statuen mit Sll. wechseln (vgl. Goldene Pforte in Freiberg); der Stil geht
von dem lokalen der Schranken des Georgenchors aus, durchdringt sich aber
mehr und mehr mit dem französischen; man erkennt die linke Seite als
ältere, die rechte als jüngere, das Tympanon als letzte Stufe dieser
Entwicklung. Die zu beiden Seiten angeordneten Standbilder _der Ecclesia
und Synagoge_ haben mit dem Portal ursp. nichts zu tun; sie sind dem
Vorrat der vom Meister der Adamspforte hinterlassenen Stücke entnommen;
ebenso gehören der Werkstatt des letzteren der _Posaunenengel_ und der
_Abraham_ über dem linksseitigen Kämpfer. — d) Aus der älteren
einheimischen Schule das Bogenfeld und die Apostelbrustbilder des Portals
rechts vom Georgenchor (NO), die 2 kauernden Löwen an der OFassade von
einem später veränderten Portal nach 1185. — _Grabdenkmäler __ des 13.
Jh._ Auf dem Peterschor Tumba des B. Suitger, nachmals _Papst Clemens_ II.
(† 1047); glatter Deckel mit Randinschrift, an den Längswänden Allegorien
der Kardinaltugenden, an den Schmalseiten der Tod des Papstes und der
Christus der Apokalypse (?), früher irrig als italienische Arbeit
ausgegeben. Der Stil weist auf das 13. Jh., genauer den Meister der
Adamspforte. Indes halte ich, was wir jetzt vor uns haben, für eine
nachmittelalterliche Kopie. Gründe: die Schriftform und die arabischen
Ziffern der Deckplatte; die Gleichheit des Materials der Deckplatte und
der Reliefwände (grauer Marmor, der sonst an keiner Arbeit des Ma.
vorkommt); das Vorhandensein einer zweiten Grabplatte, die nur als
Grabfigur Clemens II. gedeutet werden kann (der Papst am Georgenchor,
jetzt aufrechtstehend, aber mit Kopfkissen). — Die 2 Tumben des
Georgenchors; B. Gunther († 1065). Stil des 13. Jh., flaches Relief,
ungewöhnlicherweise in Profil; B. Otto II. († 1196), eingeritzte
Linearzeichnung, Gesicht, Hände und Füße waren mit Messing eingelegt. —
Tumbendeckel des B. Ekbert v. Andechs und Meran † 1237, ähnlich dem des B.
Gunther; Standort jetzt am Eingang in die Antoniuskap. — Noch immer nach
demselben Schema der Tumbendeckel des B. Berthold v. Leiningen † 1283, s.
unten. — _Grabdenkmäler aus dem_ 14.-17. Jh. a) _im südl._ Qsch.: rechts
vom Altar großartiges Bildnisepitaph des B. Phil. v. Henneberg 1487 (von
derselben Hand wie Diether von Isenburg im Dom zu Mainz, fast Kopie, also
trotz der individuellen Züge ohne Porträtwert); Bronzetafel für den
Domherrn Wolfgang von Würzburg 1610, Guß von _Jakob Weinmann_ von
Nürnberg; Epit. des B. Georg IV., Fuchs von Rügheim 1561 von _Kilian
Sorg_; Bronzemonument B. Phil. Voit v. Rieneck 1672. — b) _Im Peterschor_:
Epit. des B. Georg III. Schenk v. Limpurg 1522 von _Loy Hering_ in
Eichstätt, Material polierter Solenhofener Kalkstein; an den Wänden
mehrere Platten mit eingelegten Messingfiguren in Flachrelief, herkömmlich
der _P. Vischer_schen Hütte zugeschrieben. — c) _Im nördl. Ssch._: im 2.
Joche B. Albert v. Wertheim 1421, B. Friedrich v. Truhendingen 1366, beide
ohne Inschriftrand und fast Rundfiguren, wohl von Anfang an stehend (also
technisch als Epit.) gedacht; in der Nachbarschaft die bloß mit Inschrift
versehenen Bodenplatten von Bischöfen des 16. Jh., deren zugehörige
Epitaphe jetzt in S. Michael; neben dem Fürstentor Denkmal des letzten
Fürstbischofs Georg V. v. Fechenbach 1826. — d) _An dem südl. Arkadenpfl.
des Msch._: B. Berthold v. Leiningen 1283; B. Anton v. Rotenhan 1459; B.
Friedrich v. Hohenlohe 1351, künstlerisch das wertvollste unter den
spätmittelalterlichen. — e) _Monument des kaiserlichen Stifterpaares
Heinrich und Kunigunde_ von _Tilman Riemenschneider_, beg. 1499, voll. und
aufgestellt 1513. Material feiner (wohl Solenhofener) Kalkstein; Form
Tumba; so hoch aufgebaut, daß die in nicht sehr hohem Relief gehaltenen
Bildnisfiguren des Deckels fast unsichtbar bleiben; Reliefs an den Wänden;
wenig Architekturformen. Die Reliefs stellen dar: 1. Kunigundens
Feuerprobe, 2. Kunigunde bezahlt die Werkleute zum Bau der Stephanskirche,
3. Heinrich auf dem Krankenbette, 4. Heinrich durch den h. Benedikt von
seinem Steinleiden geheilt, 5. Heinrichs Seelenwägung. — _Sepultur der
Domherren in der h. Nagel-Kap._ Die Wände, soweit sie nicht von Altären
eingenommen sind, tragen in dichter Reihe und gleicher Größe 64 ikon.
Bronzetafeln; 1414-91 besteht die Darstellung in bloßen Umrissen,
1491-1550 in flachem Relief, nach 1550 war der Platz besetzt und wurden in
größerer Höhe bloße Wappentafeln angebracht; für eine Anzahl ist der Guß
in der Forchheimer Hütte bezeugt; für welche anderen die _P. Vischer_sche
in Frage käme, wäre noch zu untersuchen; wahrscheinlich ist es für die
Platte des Joh. v. Limpurg († 1475), die dann die älteste in der Klasse
der gravierten von _P. Vischer_ wäre. — Spgot. _Schnitzaltäre_ im nördl.
Ssch. (aus Mühlhausen) und in der Nagel-Kap. — _Kaiserglocken_ aus A. 14.
Jh. Die größere nach Heinrich benannte bez. 1311, im Durchmesser 179 cm,
Höhe 140 cm.

_Schatzkammer_ (seit 1907 in neuen Räumen geordnet) ist in ganz
hervorragender Weise reich an _Textilien_: drei den Reichskleinodien
beigezählte Kaisermäntel, Rationale, Grabtuch des Bischofs Günther
(sämtlich 11. Jh.), Mitra des h. Otto (12. Jh.), großer Wandteppich mit
der Passion (15.Jh.), ferner Kleinodien aus _Metall_: zwei rom.
Tragaltärchen mit Email und Elfenbeinschnitzereien, großer Bronzeleuchter
für Osterkerze (12. Jh.), Kurvatur eines Bischofstabs mit Email (13. Jh.),
Reliquiarien und Monstranzen. Schüssel aus _Glasfluß_ (Opus Alexandrinum
1. Jh.). Gegenstände aus _Elfenbein_: Messerscheide (spätestens 9. Jh.),
Pontifikalkämme (roman.), Ziborium (got.), Kruzifixe. — Bis ins 16. Jh.
fand alle sieben Jahre die große »Heiltumsfahrt« (öffentliche Ausstellung
der zahlreichen Reliquien) statt.

*Kreuzgang*. Der rom. Dom entbehrte eines solchen, wie Sockel und Lisenen
der SWand erkennen lassen. Der jetzt vorhandene ist spgot. An seinen
OFlügel stößt das

*Kapitelhaus* 1731, angeblich von _Balth. Neumann_. Die Behandlung
prunklos, in schönen ernsten Verhältnissen. Im Hauptsaal eine Stuckdecke
in zartem Relief, von eigentlichen Rokokoformen unberührt. 2 ehemals im
Dom befindliche _Altarbilder_ von _Merian_ und _Sandrart_.

*Alte Hofhaltung*. Weitläufiger Hof von malerischen Fachwerkhäusern mit
Holzgalerien umgeben; nach vorn gegen den Domplatz eine Hofmauer mit
prächtigem Einfahrtstor und neben diesem ein Steinhaus von geringer Tiefe,
so daß es fast nur um der Fassade willen erbaut zu sein scheint; diese ist
durch die künstlerische Feinheit der asymmetrischen Gruppenbildung eine
der allerglücklichsten und bezeichnendsten Schöpfungen der deutschen
Renaissance, erbaut unter B. Voit v. Würzburg † 1577. Der entwerfende
Baumeister (_Erasmus Braun? Caspar Vischer?_) unbekannt. — In demselben
Gebäudekomplex eingeschlossen die Überreste der

*Andreas-Kap*., eines frrom. achteck. Zentralbaues und die
*Katharinen-Kap*. aus dem 12. Jh., anscheinend Doppelkapelle.

*Neue Residenz*. Nachdem die Bischöfe abwechselnd im Geierswörther Schloß
(an der Stelle des jetzigen Oberlandesgerichts) und in einem
verschwundenen Schloß auf dem Michelsberg residiert hatten, wurde 1695 von
B. Lothar Franz v. Schönborn der gegenwärtige Bau begonnen. Baumeister
_Leonhard Dientzenhofer_. Stückweise geplant und nicht vollständig
ausgeführt; Abschluß 1704. Zwei lange Flügel stoßen im rechten Winkel
aufeinander. Die 3 Geschosse lassen nach der Schulregel die 3 antiken
Ordnungen sich folgen; im übrigen sind sie fast gleichwertig behandelt; es
fehlt die rhythmische Bewegung und der Abschluß durch ein nachdrückliches
Kranzgesims. Der Gesamteindruck bleibt monoton, ja selbst von
Kleinlichkeit nicht frei. Sehr nüchtern, an Klosterbauten der Zeit
erinnernd, ist auch die innere Einteilung. Bedeutsamer nur der große
Festraum, der Kaisersaal; noch ist der, in diesen Gegenden wohl zuerst von
Dientzenhofers jüngerem Bruder Johann in Pommersfelden getane Schritt, die
Durchlegung durch 2 Geschosse, nicht gewagt; so bleibt der Raum in der
Weise der älteren Architektur im Verhältnis zu seiner Ausdehnung sehr
niedrig, und erscheint es noch mehr durch den schweren Prunk der
Dekoration.

*Domherrenhöfe*. Auf dem übrigen Teil des Domberges, soweit er nicht durch
die Kirche und die beiden Residenzen eingenommen ist, breiten sich die
Wohnsitze der Domherren aus. Sie scheinen die gemeinschaftliche Wohnung in
der Klausur in früher Zeit schon aufgegeben zu haben, vgl. den Mangel
eines rom. Kreuzganges. Eine Wanderung durch diese alten, im Laufe der
Zeiten natürlich mannigfach umgestalteten Kurien mit ihren von Galerien
umgebenen Höfen und ihren terrassierten Gärten ist von großem Reiz. Viele
haben ihre Hauskapellen bewahrt; eine (im jetzigen Stadtrentamt gegenüber
dem Kapitelhaus) ist noch rom., die übrigen got. Architektonisch am
bedeutendsten die Dompropstei 1775 und die Domdechantei von _J. M.
Küchel_, einem Gehilfen Neumanns (jetziges erzbischöfl. Palais) und aus
16. Jh. der Jungkindshof. Das Bild der geistlichen Stadt vervollständigt
sich durch die Absteigequartiere der Äbte aus der Diözese: erhalten der
*Langheimer Hof* und der *Ebracher Hof*, beide noch M. 18. Jh. von _J. M.
Küchel_.

*Antoniterhof* mit *Laurenzi-Kap.*, got. Anlage, 1629 umgebaut,
unbedeutend.

*Clarissen-Klst.*, gegr. 1341, profaniert.

*Dominikaner-K.* (jetzt Militär-Depot). Chor 1380-87 in der gewöhnlichen
polyg. Anlage; das Lhs. hat 3 Sch. von gleicher Höhe mit flachen Decken.
(Umbau des 16. Jh.?). Der Kreuzgang verwüstet.

*S. Gangolf*. Ehem. Stifts-K., gegr. 1063. Anlage und Mauerkern gehören
einer rom. kreuzf. Basilika. Obergaden noch mit rom. Fenstern. Die Arkaden
got. erweitert, an die Sschiffe got. Kapellen angebaut. Das Ganze got.
eingewölbt. Sprom., oben in got. Formen übergehend die Doppeltürme der
Fassade. Zwischen ihnen schaut der Mschiffsgiebel vor. — In den sehr
verbauten Stiftsgebäuden Reste eines rom. Kreuzgangs.

*S. Elisabeth*. Kleiner spgot. Bau, willkürlich neugot. rest. — Ein paar
_Holzfigg._ aus der Schule _Riemenschneiders_.

*Franziskaner-Klst.* Die K. abgebrochen, die Konventsgebäude als
Landgericht umgebaut.

*S. Getreu* (S. Fides?). Gründung des h. Otto, 1727 ff. gänzlich erneuert,
unansehnlicher Barockbau. In ihm große _Kreuzigungsgruppe_, welche
Endpunkt von _Stationsbildern_ war, die sich von S. Elisabeth den Berg
heraufziehen; gestiftet zwischen 1503-1505; weitgehende Anlehnung an _Adam
Krafft_, die Auffassung ins Spießbürgerliche und Grelle gezogen.

*Dominik.-Nonnen-Klst. zum h. Grabe*. Als Militärlazarett umgebaut.

*S. Jacob* (ehem. Kollegiatstift), gew. 1109. Dieser Bau im wesentlichen
erhalten; die got. und bar. Überarbeitung des Innern seit 1866 entfernt;
anspruchslos im rom. Sinn restauriert, störend die neurom. Ausstattung. —
Flachgedeckte doppelchörige kreuzf. Basilika, nach dem Vorbild des Doms
das Qsch. im W., die Türme im O. Im Lhs. 8 schlank proportionierte
Säulenarkaden; steile att. Basen ohne Eckblatt; das Mittelglied von der
normalen Form abweichend; Würfelkaptt. mit einfacher 2gliedriger
Deckplatte. Die östl. Apsis durch Barockfassade von 1771 maskiert. Die
Erdgeschosse der Türme, die als Eingangshallen dienten, mit Gwbb. im
Üb.-St., sonst sind die Türme got., nur einer erhalten. Der WChor einfach
got. erneuert; die Krypta zugeschüttet, ihre rom. Fenster hinter den
Chorstühlen erkennbar. An der OWand des Qsch. Apsidiolen; ihre sehr
schlicht behandelten Bgfriese sind die einzigen rom. Formen, die der
Außenbau sich noch bewahrt hat.

*Karmeliter-K.* 1157 Benedikt.-Nonnen-Klst., 1589 Karmeliter. Die K. 1694
ff. von _Leonhard Dientzenhofer_, ein mittelgroßer Barockbau der
nüchternen Art. Um den rom. Bau nicht gänzlich zu zerstören, wurde der
Chor (mit verkehrter Orientierung) zwischen dessen Fassadentürme
eingebaut; von diesen jetzt nur einer erhalten, dazu das sehr große, mit
Zickzackornament eingefaßte Mittelportal aus E. 12. Jh.; es hatte vorher
schon ein got. Umbau stattgefunden. In den formlosen, kellerartigen Räumen
unter dem jetzigen Chor rom. Reste. Das Niveau der rom. K. muß tiefer
gelegen haben. Interessant der große rom. _Kreuzgang_. Am OFlügel
Bogenfragmente des Kapitelsaales im Stil des 12. Jh. Der Kreuzgang selbst
ruhte auf Sll. und war flachgedeckt; schon ein got. Umbau hat ihn sehr
entstellt. [Ein Teil der Sll. jetzt im Münchener Nat.-Mus.] Zur Geschichte
der Bamberger Lokalarchitektur bmkw. der sog. _Fremdenbau_ (links von der
jetzigen Fassade) beg. 1692. Umbau des Klst. 1690-1710.

*Katharinen-Kap*. s. Alte Hofhaltung.

*Liebfrauen*- oder *Obere Pfarr-K.* — Der einzige bedeutendere got. Bau,
der in Bamberg zustande gekommen ist. Geldsammlungen 1320; wann wirklich
begonnen, unbekannt; Weihe 1387; die Formen sprechen für 2. H. 14. Jh.
Umbau des Lhs. 1782; die Nachricht, daß der damals vorgefundene Bau
flachgedeckt gewesen und auf Säulen geruht habe, die nur verstärkt zu
werden brauchten, wird von den Lokalhistorikern irrig auf rom. Stil
gedeutet; die Mauern des Lhs. sind, wie Sockel und Gesimse beweisen,
durchaus got., auch sind die Stützenabstände des Innern nur bei einem got.
Bau möglich; also war es eine flachgedeckte got. Basilika in der Art der
Bettelordenskirchen; durch moderne Rest. ist das Innere jedes Interesses
beraubt. — Ein neuer Plan tritt mit dem Chor ein; gewölbt; innerer Schluß
5/8, Umgang 9/16 mit Wechsel 4 eckiger und 3 eckiger Joche; zwischen den
Strebepfll. flache Kapellen. Außen treten die Strebepfll. nur als
dekoratives Relief aus der Wand hervor; jedoch wachsen sie durch das Dach
durch und nehmen Strebebgg. auf. Das Äußere ist mit reichem, aber wenig
edlem Schmuckwerk überdeckt; über den Kapp. Giebel, am Hochchor
Flächendekoration durch Stabwerk, eine große Menge von Statuen war
vorgesehen (wie auch an den Wanddiensten des Innern), kam aber nicht zur
Ausführung. Am nördl. Ssch. die »Brauttür« unter einem hohen
Baldachinvorbau. Der an der SWEcke stehende Turm gehört der zweiten
Bauperiode an; auch nicht ganz vollendet; sein Partner nie begonnen. —
_Das Innere_ übervoll von Altären und einzelnen Kunstwerken; überwiegend
18. Jh. und modern. Zerstreut einige Holzplastik aus E. 15. bis M. 16. Jh.
Darunter (jetzt hinten im Chor) 3 große _Holztafeln_, Reste eines Altars,
beglaubigtes Hauptwerk des _Veit Stoss_ bez. 1523, das Mittelstück ca.
2,50 : 3,50, ganz gemäldemäßig komponiert; aber technisch nicht Relief, da
die Vordergrundfiguren völlig rund ausgearbeitet, Christi Geburt, die
Musikinstrumente der Engel 1864 z. T. »hinwegrestauriert« und dadurch die
Bewegungsmotive unverständlich gemacht (vgl. die alte Abb. bei
Schellenberg). — Gegenüber in einer Kap. _Sakramentsnische_ bez. 1492;
Wandkomposition; unten Grablegung; zu beiden Seiten Einzelstatuen in 2
Reihen übereinander; die Krönung 1864 verstümmelt; die schlechte
Beleuchtung erschwert das Urteil, anscheinend kaum mittelmäßige Arbeit. —
_Taufstein_ mit eingelegten Holzreliefs. — Als Beispiele für die
Lokalkunst des 18. Jh. wären noch zu nennen: die _Hochaltarplastik_ von
_J. J. Vogel_ und am westl. Ende des nördl. Ssch. _Gemälde_, der verlorene
Sohn, von dem seiner Zeit Ruf genießenden _Joh. Nik. Treu_. — An der
_Brauttür_, 2. H. 14. Jh., Statuen der klugen und törichten Jungfrauen, im
Tympanon Vermählung Christi mit der Ecclesia. — An der WFront roher
_Ölberg_ 1502. — In der Schatzkammer bmkw. _Monstranz_ 1477.

*S. Martin.* 1685-93 als K. des Jesuitenkollegiums, Entwurf von _Georg
Dientzenhofer_, damals in Waldsassen (Bd. III) tätig. Anlage nach dem seit
S. Michael in München für kathol. Barockkirchen beliebtesten Schema.
Imposantes tonnengewölbtes Hauptschiff mit zweigeschossig, in Kapellen und
Emporen, geteilten Abseiten; die Emporen liegen sehr hoch, nämlich auf der
Linie des Gewölbekämpfers; das Qsch. schmal, so daß die Vierung kein
volles Quadrat bildet. Überwiegend Korb- u. Stichbögen. An der Flachkuppel
perspektivisch gemalte Scheinarchitektur in der Art des berühmten Jesuiten
_Pozzo_, doch nicht von ihm selbst, wie irrig angenommen wurde, sondern
von einem sonst unbekannten _Fr. Marcolini_. Fassade in reicher, schwerer,
unruhiger Gliederung.

*S. Matern.* Kleiner flachgedeckter rom. Bau, fast ohne Formen.

*S. Michaelis-K.* Ehem. Benediktiner-Klst. Erster Bau 1009 bis 1021,
zweiter 1121-1168 (?); Reparaturen 1486; weitere nach Brand 1620 und 1700
ff. — Die rom. Basilika in der Substanz, wenn auch nicht in der
Formenerscheinung, erhalten. Bedeutende Abmessungen. Lhs. 39,70 l., 20,50
br.; rechnet man dazu Vorhalle, Qsch. und Chor, so muß eine Gesamtlänge
von mehr als 70 angenommen werden. Trotz der Veränderungen, gerade im O
und W, das Hirsauer Schema unverkennbar. Der Hauptchor got. umgearbeitet,
die Nebenchöre in Rokoko-Sakristeien verwandelt. Spgot. Netzgwbb. und
spgot. Fenster. Die rundbg. 9 Arkaden des Lhs. rom. und so auch der Kern
der Pfeiler; ihre Form wird ebenso wie die der Pilaster des Hochschiffes
der Reparatur von 1610 angehören. Echte rom. Profile am letzten östl.
Pfeilerpaar; dasselbe ist durch Vorlagen kreuzförmig gestaltet und trägt
Gurten im Neben- und Hauptschiff. In diesem letzten Joch auch rom.
Kreuzgwb. Das ist ein charakteristisch hirsauischer Zug; der ursp. Sinn
die Absicht auf Türme im Winkel zwischen Lhs. und Qsch. (vgl.
Paulinzelle). Sie scheinen, wie öfters so auch hier, nicht ausgeführt
worden zu sein. Eine Krypta, auch dies hirsauisch, fehlte; die Überhöhung
des Chors erst im 18. Jh., wie der noch 1718 vorhandene Baldachin über dem
Grabe des h. Otto beweist, für den die jetzige Anlage keinen Raum gewährt
(vgl. die Abb. bei Ludewig, Scriptores rer. Bambg. 1718). Am nördl. Ssch.
kleiner Rest des rom. Bogenfrieses; vollständiger am Qsch., wo auch die
Fenster rom. Ganz verändert der WBau. Er hat ein got. Turmpaar und eine
vorgeblendete Barockfassade. 1700 von _Leonhard Dientzenhofer_. — _Innere
Ausstattung_, 1725-48, im Gesamteindruck durch die moderne Rest.
beeinträchtigt. Alle Mobilien aus Holz, die prächtige _Kanzel_ von zwei
Bamberger Künstlern, dem Tischler _Franz Böhm_ und dem Bildhauer _Reuss_.
Das _Altarbild_ im Chor von _J. J. Scheubel_ 1750. — _Grab_ des h. Otto in
Tumbenform 14. Jh., mittelmäßig, stark verändert; an der Wand ein ikon.
_Grabstein_ in etwas älterem Stil, angeblich ebenfalls Otto. — Die
_Epitaphe_ von Bischöfen wurden auf Anordnung König Ludwigs I. aus dem Dom
hierher versetzt. Hervorzuheben im nördl. Ssch.: no 3 und 7 B. Zobel v.
Giebelstadt und B. Voit v. Würzburg, von _Hans Wemding_ 1577, 1580; no 4
B. Ernst v. Mengersdorf, von _Hans Werner_ 1596; no 6 B. Neidhard v.
Thüngen von _Mich. Kern_ 1598. Die Reihe des südl. Ssch. bar. und rok. —
_Klostergebäude_. Hauptbau 1696-1702 von _L. Dientzenhofer_, andere Teile
jünger. Gänzlich schmucklos und nur durch die ungeheure Masse wirkend.

*S. Stephan.* Vom ma. Bau nur ein stattlicher Turm aus 18. Jh. übrig
geblieben; 5 mal durch kräftige rom. Bgfriese und Ecklisenen geteilt, in
dem oberen Geschosse gekuppelte Schallöffnungen in frgot. Form. Die K.
völlig umgebaut; Chor 1628 von _Giov. Bonalino_, nach dem Plan des
Brandenburgischen Baumeisters _Valentin Junker_; Sch. 1677 von _Petrini_.
Annähernd gleicharmiges Kreuz, in N, S, O polyg. An einigen Stellen,
besonders im Chor, treten got. Bestandteile zu Tage. — Das Stuckrelief
über der Vierung von _J. J. Vogel_.

_Propsteigebäude_ (jetzt Präparandenschule) von _J. M. Küchel_ um 1760.

*Friedhofs-Kap.* an der Straße nach Hallstadt (Gönninger-Kap.), gestiftet
1767. Das Innere konnte ich nicht sehen, das Äußere in eleganten
Verhältnissen und schon etwas aus dem Rokoko herausstrebend. Um das flache
Dach laufen Balustraden mit Kindergruppen. Die Fenster schließen
geradlinig mit gerader Verdachung. An der Fassade große _Relieftafel_, die
Stifter vor dem Gekreuzigten. — *Älteres Jesuitenkollegium* (Gymnasium)
1611; bmkw. Portal zur Aula 1613.

*Jüngeres Jesuitenkollegium* (jetzt öffentl. Bibliothek und Lyceum) 2. H.
17. Jh. und A. 18., die älteren in der Tradition der deutschen
Spätrenaissance.

*Ernestinisches Klerikalseminar* am Maximiliansplatz. 1733 nach Entwurf
_B. Neumanns_ von _Justus Heinrich Dientzenhofer_.

*Altes Rathaus* (jetzt Hauptzollamt), großer schmuckloser Renss.Bau.

*Neues Rathaus* auf der Regnitzinsel; 1744-56 aus einem got. Brückenturm
(z. Z. noch erkennbar) umgestaltet. Fassadenmalerei von _Jos. Anwander_,
neuerlich mit Glück rest.; Altane, Stuckdekoration, plastische Gruppe auf
der Brücke von _B. Mutschelle_; alles zusammen überaus glücklich und
originell in der künstlerischen Ausnutzung der Örtlichkeit, ein
malerisches Architekturbild ersten Ranges.

*Hochzeitshaus* am Fischmarkt 1618, die prächtigen Giebel 1871 zerstört.

*Hauptwache 1774*, Bildhauerarbeit von _Kamm_.

*Gangolfstor*, schmuckreicher Bar.-Bau im Charakter einer Ehrenpforte 1697
von _J. L. Dientzenhofer_.

*Privathäuser*. Gotik und Renaissance sind in Bamberg nicht vertreten.
Dagegen begann ein Menschenalter nach dem. 30jährigen Kriege eine sehr
lebhafte Bautätigkeit mit einem Zuge zum Üppigen, dem eine vortrefflich
ausgebildete Stucktechnik die Mittel gab. — Hauptbeispiel das _Prellsche
Haus, Judengasse_ 14, und das _Concordiahaus_. Beide für denselben
Bauherrn, J. J. T. Böttinger, und ungefähr gleichzeitig (angeblich
1721-31). In beiden erinnert die Grundrißdisposition auf ansteigendem
Gelände und dessen Ausnutzung zu Hof- und Gartenterrassen an italienische,
speziell genuesische Vorbilder. Die stilistische Ausbildung aber ist ganz
verschieden. Im Prellhause sind die Treppen und sonstigen Innenräume noch
im Sinne des 17. Jh. in gedrückten Verhältnissen, in der noch durchaus
bar. Dekoration schwülstig und beinahe roh, aber von großer Kraft der
malerischen Effekte; ebenso die Fassade. Die Überlieferung bringt den Bau
in ziemlich unsicherer Weise mit dem Namen Dientzenhofer (welcher der
vielen?) in Verbindung. Ungewissen Autors auch das sehr bmkw.
_Concordiahaus_; ohne sehr groß zu sein in der Haltung eines monumentalen
Palastes. Den _Dientzenhofer_ zugeschrieben: Langgasse no 18 und no 32,
Nonnenbrücke no 1, Grünmarkt no 31, Karolinenstr. 11 (a. 1716). — Von _J.
M. Küchel_ (lebte 1703-69) Karolinenstr. 1, 2, Kaulberg no 7, Judengasse
7, 12. — Von _Fink_ 1789: Langgasse no 13.

*Brunnen*. Neptunsbrunnen (»Gabelmann«) am Grünmarkt 1698; an der
Domterrasse 1777 von _Trautmann_.

*Sammlungen*. K. Bibliothek mit wichtigen Bilderhandschriften.
_Gemäldegalerie_ auf dem Michaelsberg.

_BANZ._ OFranken BA Staffelstein.

*Benediktiner-Klst*. (jetzt Schloß). Die Kirche 1710-18 wahrscheinlich von
_Joh. Dientzenhofer_. — Das typische Schema der Barockkirche — Langschiff
mit Seitenkapellen und Emporen und eingezogenem Chor — ist nur im
allgemeinsten beibehalten, in der Einzelausbildung unterliegt sie einer
Umbildung, die an die extremsten italienischen Barockmeister, wie
Borromini und Guarini, sie überbietend, erinnert. Die gerade Linie ist im
Grundriß völlig aufgegeben, die Pilaster stehen deshalb schräg und die
Gewölbegurten folgen ihrer Richtung. Die große Pfeilermasse, die das Sch.
in zwei Querräume zerlegt, setzt sich aus den Segmenten größerer und
kleinerer Ellipsen, die im Grundriß der Gewölbegurten wieder aufgenommen
werden, zusammen. Wieder andere Ellipsen bestimmen den Gr. der je 2
Seitenkapp. und der über diesen angelegten Emporen. Für das Auge
unmittelbar faßbar ist der geometrische Einteilungsgrund nicht und soll es
auch nicht sein. Nur um Einheit im malerischen Sinne handelt es sich, und
auch nur für einen einzigen Standpunkt, beim Eintritt in die Kirche,
ordnen sich die Linien vollkommen zu dem erstrebten Bilde; hier aber ist
es in hohem Grade harmonisch und großartig, in der Wirkung noch erhöht
durch die raffinierte Kunst der Lichtführung. Es bleiben nämlich dem
Beschauer die Fensteröffnungen, immer den genannten maßgebenden Standpunkt
vorausgesetzt, unsichtbar, vergleichbar den Lampen einer
Theaterdekoration, an die man überhaupt durch die ganze Anlage erinnert
wird. Zum Schluß trennt eine durchsichtige Säulenstellung den Altarraum
von dem dahinterliegenden langgestreckten Mönchschor; der geheimnisvolle
Durchblick ist wieder ein ganz malerischer und als solcher vorzüglich
durchgeführter Gedanke. Alles eigentliche Detail ist aber gleichgültig, ja
roh behandelt und kommt auch neben den starken Effekten der ganz in Gold
gesetzten Altäre und farbenkräftigen Deckenfresken kaum in Betracht. — Die
Außenarchitektur kann an den, zum Glück wenig sichtbaren, Langseiten nur
abstoßend heißen; sie hat die Kosten der oben gerühmten Innenbeleuchtung
zu zahlen; recht tüchtig dagegen die zweitürmige Fassade, zumal in der
Fernwirkung.

*Klostergebäude*. Zum Teil älter als die K., zum Teil jünger. Der
kolossale, 27 Achsen in der Front und mehrere Lichthöfe umfassende
Hauptbau, 1698-1704 von _Joh. Dientzenhofers_ älterem Bruder _Leonhard_.
Der Mittelbau der Fassade jünger. Die Verwaltungs- und Wirtschaftsräume,
auf einer tieferen Stufe des stark abfallenden Geländes, 1752 ff. nach
Angaben von _Balth. Neumann_. Die Kunstformen durchweg einfach; das
gediegene Quadermaterial und die glückliche Ausnutzung der Terrainbewegung
wirken doch zu einem bedeutenden Gesamteindruck zusammen.

_BARCHFELD._ RB Cassel Kr. Schmalkalden.

*Schloß* der Familie v. Stein. 1571, mit älterem Turm, in dessen Verließ
originelle Reliefs von 1570, von einem Gefangenen ausgekratzt.

*Landgräfliches Schloß*, von 1690, im 18. Jh. gänzlich umgebaut, mit gut
eingerichteten Zimmern in Rokoko und Empire.

_BÄRENSTEIN._ K. Sachsen AH Dippoldiswalde.

*Stadt-K.* 1495. Nach wiederholten Bränden 1738 unter Leitung von _J. Ch.
Simon_ erneuert. Reste eines stattlichen _Altarwerks_, Renss. 16. Jh., mit
Sandsteinreliefs. _Grabst._ 1522, 1612, 1703

*Schloß* 15. und 16. Jh.

_BARNSTEDT._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Dorf-K.* Spätgot. WTurm mit gedrehtem Spitzhelm. Schiff 1748, stuckiert,
Kanzelaltar und Orgel aus dieser Zeit.

_BARUTH._ K. Sachsen AH Bautzen.

*Dorf-K.* 1704, rck. Saal mit Holzemporen, Turm 1768 hinzugefügt. — v.
Gersdorfsche _Grabsteine_, 1597, 1620, 1628, 1629, 1658.

*Schloß*. Unregelmäßige spgot. Anlage, SFlügel 17. Jh. Ansprechende
Bar.Einrichtung der Kapelle. Galerie mit schöner Stuckdecke und
zahlreichen _Porträts_.

_BASDORF._ RB Cassel Kr. Frankenberg.

*Gerichtslinde* mit Bänken und von Steinsäulen getragenem Gebälk zur
Unterstützung des Astwerks.

_BAUERBACH._ RB Cassel Kr. Marburg.

*Dorf-K.* Geringer spgot. Bau. Der quadr. Chor-Turm aus rom. Anlage wie
auch an der WWand 2 vermauerte rom. Fenster.

_BAUMERSRODE._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Dorf-K.* Rom. OTurm mit gepaarten Fenstern. Schiff 1640.

_BAUNACH._ UFranken BA Ebern.

*Pfarr-K.* 1 sch. spgot. mit hohem Turm (W), charakteristisch der Helm mit
vier Ecktürmchen.

*Wallfahrts-K.* (Sog. Überkomm-Kap.) Spgot. Anlage mit polyg. Chor und
reicher Außengliederung. — Von der _Einrichtung_ (bar. um 1680)
erwähnenswert die spgot. _Tumba_ des seel. Überkomm im Chor mit einh.
Spitzbogenblenden. — _Johannesschüssel_, 2. H. 15. Jh., geschnitzt. —
Verschiedene spgot. _Holzfigg._ um 1500; teilw.l Bamberger Stils. — Auf
dem freien Platz um die Kapelle _Predigtkanzel_; spgot. um 1500.

*Amtshaus*. 2geschossige langgestreckte Anlage; spätbar., mit Treppenturm.
A. 18. Jh. Innen guter _Kachelofen_ der Zeit; vermutlich Bamberger Arbeit.

*Rathaus*. M. 18. Jh.

*Hoftor* in der Eberner Straße; die sog. »Hölzernen Männer«. Typische
Toreinfahrt im Rundbogen, den zwei in Hochrelief geschnitzte Reisige in
barocker Tracht stützen; das Ganze mit Pultdach gedeckt; bez. 1710.

_BAUTZEN._ K. Sachsen Amtshauptstadt.

*Dom S. Peter*. Älteste Pfarr-K. der Stadt. Von den Bauten der Meißener
Bischöfe Eiko (992-1015) und Benap (1066 bis 1106) hat sich nichts
erhalten. Lebhafte Bautätigkeit 1293 bis 1303 und dann wieder in 2. H. 15.
Jh.; Vollendung 1497. Erhebliche Ausbesserungen nach Bränden 1634 und
1813. Im 16. Jh. wurde die K. in der Weise geteilt, daß das Lhs. den
Protestanten eingeräumt wurde, der Chor den Katholiken verblieb. — a)
_Westbau_. Ältester Teil das vorspringende Mittelstück. Ein starker
Einzelturm war beabsichtigt, wurde aber nur bis zum Zickzackfries des
Erdgeschosses ausgeführt. Spitzbg. Portal mit schlichtem Wimperg, am
Gewände je 1 Sl. zwischen gekehlten Profilen, E. 13. Jh. Bald darauf
Übergang zu 2türmigem Projekt. Ausgeführt der STurm, nach Brand 1441
erneuert; Krönung mit 2 Achteckgeschossen; der Bar. Helm in vortrefflichem
Umriß 1664 von _Martin Pötzsch_. Die Mitte und der rechte Flügel der
Fassade blieb unvollendet, ein Giebel mit bar. Zierat schließt sie ab. b)
_Langhaus_. 3sch. Hallenkirche von 8 Jochen, Schluß 3seitig mit 5seitigem
Umgang. Zwischen dem 3. und 4. Joch starke Knickung der Fluchtlinie nach
S. Formencharakter des 15. Jh., wenn auch Teile der NWand älter sind.
Schlanke kämpferlose 8 Eck-Pfll., Netzgwb. 1456-63 wurde nach S ein
viertes Schiff angefügt; es ist durch große 6teilige, besonders prächtige
Fenster ausgezeichnet. Das kolossale Satteldach ist allen 4 Schiffen
gemeinsam; seine Firsthöhe 39 m, während die Gwb.Scheitel nur 16m haben.
Ganze innere L. 60 m. Material in den älteren wie in den jüngeren Teilen
Granit. — _Ausstattung des protestantischen Teils_. Landständische Empore
unter der Orgel, nach 1636. Fürstenloge 1673. Altar 1644, 2geschossig mit
je einem großen Reliefbild. Kanzel 1817. Orgel 1642, wiederholt umgebaut.
— _Ausstattung des katholischen Teils_. Vieles in neuerer Zeit beseitigt,
z.T. im Domstift untergebracht. Hochaltar bar. Säulenbau aus Marmor 1722
von _Fossati_. [Die Statuen zweier Kirchenväter von _Permoser_, zu seinen
besten Arbeiten gehörend, jetzt im Domstift. Ebenda Gemälde von
_Pellegrini_.] Am neuen Altar der NSeite lebensgroßes _Kruzifix_ von
_Permoser_. _Chorgestühl_ A. 18. Jh., reich geschnitzt, im Aufbau
unbedeutend. Reizvoller _Rok.-Altar_ in der Sakristei. — _Domschatz_.
Tragaltäre 1398 und 1450. Prachtvolles Pazifikale um 1530. Reliquiarium um
1500. Eine Reihe sehr schöner spgot. Kelche. Silberne Statuetten des hl.
Petrus und Bartolomäus, hervorragend. Bischofsstäbe. — _Bildnisgrabsteine_
des 16. und 17. Jh. in großer Zahl. Hölzerne _Wandepitaphe_.

*Liebfrauen-K.* 1sch. Bau des 15. Jh., im 17. und 19. Jh. völlig
umgestaltet.

*Nikolai-K.* Kleine symmetrisch 2sch. Hallenkirche des 15. Jh. Seit dem
Stadtbrande 1634 Ruine. — Auf dem Kirchhof _Denkmäler_ des 18. Jh.

*Michaelis-K.* Kleine 3sch. Hallenkirche um 1430.

*Mönchs-K.* (Franziskaner). Beg. um 1300 als Bruchsteinbau. Um 1400 in
Backstein gegen O erweitert. Ruine.

*Täufer-K.* Ursp. vor der Stadt. Klein, unbedeutend, oft verändert. —
Ausgedehnter Kirchhof mit sehr zahlreichen und z. T. aufwändigen
Denkmälern des 17. und 18. Jh.

*Ortenburg*. Als Grenzburg angelegt um 1000. Von Grund aus neu gebaut
1483-86 im Auftrage des Königs Matthias von Ungarn. Im 30j. Kriege stark
beschädigt, im 19. Jh. z.T. umgebaut. — Die aus mehreren Gebäuden
bestehende Anlage folgt dem Umriß der Felsplatte. Der Hauptbau spgot.
Durchgreifende Rest. 2. H. 17. Jh. durch _Ezechiel Eckhardt_. Mächtiges
Dach mit 3 wohlgegliederten großen Zwerchhäusern. Audienzsaal mit
ausgedehnter, sehr reicher Stuckdecke von 1662; das Figürliche überwiegt;
8 Felder mit Darstellungen aus der Fürstengeschichte von Böhmen,
Österreich, Schlesien und Sachsen; im Rahmenwerk Putten und Karyatiden. —
Der bedeutendste Baurest der got. Periode der Schloßturm; unten Torfahrt;
darüber 3teilige Ädikula, bez. 1486, in der Mittelnische _König Matthias
Corvinus_ thronend, von Engeln gekrönt, als Fußschemel ein Löwe; die
Wappen der Seitenfelder zerstört; im ersten Obergeschoß Wachtstube; im
zweiten Kapelle mit zierlicher, sehr bmkw. Innenarchitektur.

*Domstift.* Neubau 1507, E. 17. Jh. fast ganz umgebaut, Hauptportal 1753.

*Rathaus* wesentlich A. 18. Jh., aus dieser Zeit auch der durch
feinbewegten Umriß ausgezeichnete Bar.Helm des im Mauerwerk spgot. 8
Eck-Turmes. Die _Sandsteinstatue_ des sog. Ritters Deutschmann krönte
ursp. einen Brunnen; 1576 von _Chr. Wolter_ in Dresden. Treppenhaus der
NSeite 1729. Prächtige Tür des Ratssaales 1664. Reihe von _Bildnissen_.
[Der Ratsschatz jetzt im Museum.]

*Gewandhaus*. Unter den Neubauten von 1882 der spgot. Ratskeller; das
Sterngwb. ruht auf einem einzigen granitenen Mittelpf.

*Schießhaus*. Oft umgebaut, zuletzt 1767. Bmkw. Schatz und Scheibenbilder.
— Von der einst sehr starken *Stadtbefestigung* hat sich ein
beträchtlicher Teil der inneren Türme erhalten. Ferner: der Lauenturm
1400, Laternenhelm 1732; der Reichenturm, schlanker spgot. Rundbau mit
steinerner Bar.Krönung 1717; an der Mauer das Denkmal für Kaiser Rudolf
II. von _Martin Michael_ 1577, im 19. Jh. stark übergangen. Der Wendische
Turm, gleichfalls rund, mit interessantem Helmstübchen. Der Schülerturm
mit spgot. Kreuzigungsrelief. Die Gerberbastei, ein Rundturm mit 3,5 m
starken Mauern, erb. 1503. Nikolaiturm 1521, mit Stadtwappen. Technisch
interessant und von imponierender Silhouette die »alte Wasserkunst«, erb.
nach 1558 von _Wenzel Röhrscheidt_. Die »neue Wasserkunst« 1600.

*Wohnhäuser*. Sie lassen Bautzen wesentlich als eine Stadt des Barockstils
erscheinen. Die älteren Bauten sind durchweg so umgestaltet, daß sie sich
nur aus wenigen Resten erkennen lassen, a) _Zwischen_ 1634 (_Stadtbrand_)
_und_ 1709. Reichenstr. 12, an der Fassade über und zwischen den Fenstern
Stuckdekoration in schweren Blumengehängen, um 1720 hinzugefügt. Burgplatz
no 6 um 1680. Burglehn no 7 a. 1699. — b) _Zwischen_ 1709 _und_ 1720.
Reichenstr. no 14, Innere Lauenstr. no 6, beide mit Fassadenschmuck in
Stuck, Fleischmarkt no 8 Hof und Innenräume zu beachten. — c) _Zwischen_
1720 _und_ 1740. Wendische Str. no 8, stattliche Pilasterfassade.
Heringsgasse no 1, Eckhaus, im Innern Stuckdecken. Hauptmarkt no 8.
Reichenstr. no 5. — d) _Zwischen_ 1740 _und_ 1780. Reichenstr. no 24,
Töpferstr. 34.

*Stadtmuseum* am Kornmarkt.

_BAYREUTH._ OFranken BAmtsstadt.

*Stadt-K.* Von dem Bau des 13. Jh. vielleicht die Fundamente der WTürme;
sonst Neubau, beg. E. 14. Jh. mit dem Chor, Hauptzeit 1438-68. Mittelgroße
6jochige Basilika, Chor in der Höhe des Msch. 2 Joche und 5/8 Schluß.
Netzgwb. 17. Jh. Imponierende weiträumige Verhältnisse, Formen äußerst
nüchtern. Das Äußere, ernst und kraftvoll, verrät wenig die
Entstehungszeit. Besonders bmkw. die nachdrückliche Behandlung des
Strebewerkes mit offenen Bögen; an den Fenstern mäßige Verwendung von
Fischblasen. Brauttür am Treppen-Turm der Sakristei 1575. — Die Türme
5geschossig geteilt durch Maßwerkfriese; kurze oktogonale Aufsätze mit
welschen Hauben 1621. — Das Innere durch die Rest. des 19. Jh. seiner
prächtigen Barockausstattung beraubt; nur der treffliche _Hochaltar_ von
1615 und der gleichzeitige Taufstein mit Reliefs von _H. Werner_ erhalten.
Die wenigen übrig gebliebenen _Statuen_ an den Chorstreben A. 15. Jh.
geringwertig.

*Schloß-K.* 1753 von _St. Pierre_; einfacher, niedriger Saal mit
Flachdecke; durch modernen Anstrich ernüchtert; die leichte zierliche
Stuckierung von _Martino Petrozzi_. Gruftkap, für das Markgrafenpaar
Friedrich und Wilhelmine in trockenstem Zopf.

*Spital-K.* 1748 von _St. Pierre_; über dem schlichten quadr. Raum
Deckenbild von _Wunder_.

*Ordens-K.* in S. Georgen. Als Kapitels-K. des Ordens »de la sincérité«
(nachmals Roten Adlers) 1705-11 von _G. v. Gedeler_. Griechisches Kreuz
mit Emporen. Stuckaturen und Malereien von einheimischen Meistern. Im
Aufriß toskanische Pilaster. (In der Sakristei interessantes Gemälde von
_H. S. Beham_, früher in der fürstl. Loge der Stadt-K.)

Betsaal der *Gravenreuther Stiftung* 1741 von _J. G. Weiss_.

*Kanzlei*. 1625 von _Abraham Schade_. Streng klassizistische, die
niederländische Schulung _Schades_ verratende Formen. Die Temperantia und
Justitia über dem gebrochenen Portalgiebel von _Abr. Gross_ aus Kulmbach
(vgl. dessen Arbeiten am Rathaus zu Nürnberg). Im 18. Jh. die Fassaden
symmetrisch verlängert.

*Altes Schloß*. Vom Bau des 16. Jh. der Mauerkern des 8eckigen Turms; die
fahrbare Schneckenstiege 1610; das Sonstige, Umbau und Erweiterung seit
1667. Unregelmäßiges, nach dem Marktplatz (»Maximilianstr.«) offenes
Quadrat. Die Fassaden von dem Hugenotten _Ch. Ph. Dieussart_. Auffallender
Weise hat das Erdgeschoß die reichste Behandlung: gequaderte dorische
Pilaster, über den Fenstern Medaillons mit Büsten, alles in vortrefflich
reiner, strenger Zeichnung; das Mittel- und Obergeschoß nur in Verputz,
ohne Pilaster und Gesimse. Nach dem Brande 1753 z. T. Ruine. Im Innern nur
ein Treppenaufgang alt.

*Neues Schloß*. 1754 von _St. Pierre_. Lang gestreckt, wenig tief, nur der
3 achsige Mittelbau in bedeutenderen Architekturformen. Eingangshalle und
Treppenhaus verhältnismäßig bescheiden. Die Wahl der Gemächer ist groß,
ihre Ausstattung entfernt nicht so prunkvoll wie etwa in den geistlichen
Fürstensitzen aus der ersten Jahrhunderthälfte. Die Mittel waren geringer,
doch auch der Geschmack in der Wendung zum Intimen und Natürlichen. Im
Festsaal Wandgliederung durch gekuppelte korinth. Pilaster von schwachem
Relief; das Gebälk nicht verkröpft; Rokokoornament (von _Petrozzi_) nur an
der flachen Hohlkehle; das Deckengewölbe (von _Wunder_) jetzt übertüncht.
Hervorzuheben noch das Spalierzimmer, das Musikzimmer, die mit Cedernholz
vertäfelte Speisegalerie. — Ursprünglich alleinstehend der 1759 errichtete
»italienische Bau«; der von _Petrozzi_ dekorierte Festsaal gibt eine
wohlgelungene Verschmelzung von Rokokoformen mit Barockerinnerungen.

*Opernhaus*. 1744-48, Fassade von _St. Pierre_, innere Einrichtung von
_Carlo Bibiena_ aus Bologna nach Entwurf seines Vaters _Giuseppe_. Die
Bühne überrascht durch ihre Tiefe (30 m), die ebenso groß ist, als die des
Zuschauerraums. Der letztere im Gr. überhöhter Halbkreis, 3 Reihen Logen
und vorgebaute Parterreloge, zu der Rampentreppen hinaufführen. Das
Parterre verhältnismäßig klein. Der Bühne gegenüber die Fürstenloge, zu
beiden Seiten der Bühne Trompeterlogen. Das Ganze für die Hofgesellschaft,
die sich selbst ein Schauspiel neben dem Schauspiel auf der Bühne war, der
denkbar prächtigste und charakteristischste Rahmen. Die Flüchtigkeit der
Ausführung bei der schwachen Beleuchtung damaliger Zeit nicht störend.
Farbe: blaugrauer Grundton mit ockergelbem, in den plastischen Teilen
vergoldetem Ornament. Der Stil hat weder mit dem französischen Louis XV.
noch mit dessen deutschen Parallelen etwas gemein; er ist nicht »Rokoko«,
sondern eine spielende Abart des italienischen Barock, in der immer noch
viel mehr konstruktive Konsequenz übrig geblieben ist, als das Rokoko
duldet. — Die Seltenheit der Erhaltung von Theatern aus dem 18. Jh.
verleiht dem Bayreuther erhöhten Wert.

*Kaserne*. 1740 von _J. F. Graul_; großer 3flügeliger Bau von geschickter
Massenverteilung.

*Privathäuser*. Ein älterer Typus, durch Vorliebe für mehrstöckige Erker
gekennzeichnet, dauert bis ins 18. Jh., z. B. Rathaus an der
Maximilianstr. Ihm tritt unter Markgraf Friedrich ein neuer,
französisierender entgegen; Hauptmeister _St. Pierre_ und besonders _Karl
Philipp Gontard_. Die splendide Ausführung in Sandsteinquadern heute durch
starke Rußschwärzung beeinträchtigt. Von _St. Pierre_: Friedrichstr. 2 und
7.

Von _Gontard_: Hofapotheke Palais Reitzenstein Luitpoldplatz 15, Haus der
Gesellschaft Harmonie beim alten Schloß, in der Nähe sein eigenes Haus.

*Reiterstandbild* für Christian Ernst 1698 von _Elias Ränz_ nach Entwurf
von _Leonhard Dientzenhofer_; früher vor dem alten, jetzt vor dem neuen
Schloß; eine wunderlich überfüllte und dadurch kleinlich wirkende
Barockkomposition.

*Markgräfliche Schlösser* in der Umgegend:

*St. Georgen*. 1725 von _J. D. Ränz d. J._ Nur als Bruchstück erhalten
(jetzt Zuchthaus). Die Fassade läßt den (durch _Decker_ vermittelten)
Zusammenhang mit Schlüter erkennen; der Fries und die neuerfundenen Kaptt.
der Pilaster erinnern an den von Georg Wilhelm gestifteten Orden des Roten
Adlers. Der prunkvolle Festsaal soll demnächst hergestellt werden.

*Eremitage*. Für bestimmte Seiten der Kultur des 18. Jh. eine Illustration
von kostbarer Unmittelbarkeit; weniges dergleichen hat sich so gut
erhalten. Begonnen von Georg Wilhelm ca. 1720. Eine mit pedantischem Ernst
durchgeführte Maskerade. An einem nicht großen länglichen Hof liegen die
»Zellen«, in die sich die Herren und Damen des Hofes als »Eremiten«
zurückzogen; daher die wilde Rustikaarchitektur. Die Markgräfin Wilhelmine
schuf sich hieraus (seit 1736) einen Ruhesitz, in dem die Sehnsucht nach
einem natürlicheren Lebenszustand feiner, nach unserem Gefühl immer noch
mit reichlich viel theatralischer Appretur, zum Ausdruck kommt. Die ältere
Einrichtung blieb erhalten in den beiden Schmalseiten, dem Grottensaal und
dem »Refektorium«; letzteres aus kostbarem Marmor; die Absicht,
phantastisch zu wirken, bringt es nur zu schwerfälliger Willkür, in den
Gemächern Wilhelminens herrscht Anmut und Behagen; eine Meisterleistung
feinen Geschmacks namentlich das Musikzimmer, echtes Rokoko, also ganz
ohne Architekturformen, nur Rahmenwerk und Füllungen. Das obligate
Chinesische Zimmer ist dadurch ausgezeichnet, daß die Flachrelieftafeln
wirklich chinesisch sind. Die Porträts nur historisch von Interesse und
ihre Benennung nicht überall gesichert. — Aus den 40er Jahren die
»Orangerie«, erbaut von _St. Pierre_. Eine im Halbkreis angeordnete
Kolonnade, dahinter kleine Zimmerchen; im Scheitel eine Unterbrechung, in
welcher als selbständiger kleiner Zentralbau der »Sonnentempel« steht. Den
regelrecht durchgeführten Architekturformen ist auch hier ein
phantastisches Element zugesellt, indem die Säulen eine Inkrustation von
bunten Kieseln, Glasschlacken und Bergkristall tragen. Dagegen das Innere
des Sonnentempels sehr ernsthaft und imposant. (Der reiche
Skulpturenschmuck nicht mehr vorhanden.) Einige Plafonds der kleinen
Gemächer haben eine Stuckdekoration von bezaubernder Grazie, leicht
hingeworfene Blumenranken, farbig auf weißem Grund, das Relief von
schärfster Präzision, als wäre es Porzellan (als Ausführende werden
Italiener genannt). Erst aus den 70er Jahren dürfte das »Gartenzimmer«
stammen, an dem der modernste »Amorphismus« noch viel zu lernen hätte. —
Die Gartenanlagen unter dem letzten Markgrafen »englisch« umgearbeitet;
daher die Grottenarchitekturen und Wasserkünste in ihrem Zusammenhange
nicht mehr verständlich.

*Fantaisie*. Begonnen unter der Markgräfin Wilhelmine († 1758), vollendet
1765 (von _Rud. Heinr. Richter_?). Ein Schlößchen im Sinne des
vordringenden Klassizismus; seither mehrfach verändert.

*Sanspareil*. Park mit allerlei Grottenarchitektur, Naturtheater usw.
Reflex von Fénélons Telemach. In vollem Verfall.

_BECHSTEDTWAGD._ Pr. Sachsen Kr. Erfurt.

*Dorf-K.* mit rom. OTurm und Apsis.

_BEDHEIM._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

*Dorf-K.* 1sch. Lhs. 15. Jh., überarbeitet 1699; der quadr. Chor
turmtragend, in der Anlage von 1290. — _Ikonische Grabsteine_ der Familie
v. Heiberg von 1545, 1553, 1558, namentlich der letztere tüchtig.

*Schloß*, ehemals Wasserburg; die Kunstformen weisen auf zwei Zeiten
stärkerer Bautätigkeit, 16. und 18. Jh.

_BEERENDORF._ Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.

*Dorf-K.* aus 14. und 16. Jh. An den Portalgewänden _Hochreliefs_ der
Madonnna und eines nicht erklärten männlichen Heiligen.

_BEERWALDE._ K. Sachsen AH Döbeln.

*Dorf-K.* 1783. — 3 _Alabasterreliefs_ aus der Schule der _Walther_ (2. H.
16. Jh.), von einem Grabmal. Andere _Denkmäler_ 1574, 1683, 1724.

_BEESENLAUBLINGEN._ Pr. Sachsen Saalkreis.

*Dorf-K.* 1sch. rom. Turm im W und got. Chor. Sprom. Portal, im Tympanon
rohes _Relief_, Christus zwischen Petrus und Paulus. — Einfacher rom.
_Taufstein_.

_BEHRUNGEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

*Pfarr-K.* Nach 30j. Krieg rest., der got. Grundcharakter erhalten;
Altarbau und Orgel mit einigem Aufwand A. 18. Jh.

_BEICHLINGEN._ Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.

*Dorf-K.* 1710. — Schloß wesentlich 16. Jh., formenarm.

_BEIERNAUMBURG._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

*Dorf-K.* ähnlicher Anlage wie S. Veit in Artern. Am Vierungs-Turm 3
teilige Fenster in hübscher rom. got. Ausbildung.

_BELGERN._ Pr. Sachsen Kr. Torgau.

*Stadt-K*. E. 15. Jh. Stattlicher verputzter Backsteinbau, 1sch. 6achsig,
Chor 3/8, Sattelturm in Bruchstein, reiche Sterngwbb. — _Schnitzaltar_
1660 in Knorpelbarock, _Emporen_ 1632 mit interessanten
Kerbschnitzmustern, hölzerne _Epitaphe_ 1658, 1769.

*Klosterhof und Diakonatsgebäude*. Reste des 1256 erb. Cisterc.-Klst. Die
älteren Teile Granit, die jüngeren spgot. Backstein, 4 Ecktürme.

*Rathaus*, renss. 2stöckig, Volutengiebel, Dachreiter mit welscher Haube.
An der SWEcke ein

*Roland*, an Stelle eines älteren im 17. Jh. errichtet.

_Privathäuser_ verschiedentlich mit renss. Portalen.

*Meilenzeiger* als Obelisk 18. Jh.

_BELGERSHAIN._ K. Sachsen AH Grimma.

Dorf-K. 1682, rck. mit flach polyg. Schluß. Durch die Ausstattung zu
malerisch stattlicher Wirkung gebracht. Der _Altarbau_ getragen von 2
Palmbäumen, im Mittelfeld Kopie von _Rubens_’ Kreuzabnahme. _Denkmäler_
der Familie v. Ponickau.

_BELRIETH._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Dorf-K.* mit fester Ringmauer (Gaden) vgl. Bettenhausen.

*Burgruine* mit Spuren doppelter Ringmauer.

_BELVEDERE._ Sachsen-Weimar. VB Weimar.

*Herzogl. Jagdschloß.* 1724-1732. Äußeres in symmetrischer Anlage,
bedeutsam gegliedert, in der Behandlung einfach ländlich. Inneres:
bescheidenes Rokoko.

_BENDELEBEN._ Schwarzb.-Sondersh. LA Sondershausen.

*Dorf-K.* Umbau 1588. — Über dem Altar _Holzrelief_, Abendmahl, um 1590;
_Kanzel_, bez. 1611, als Fuß Mosesstatue; über dem Eingang zur Gruft des
Herrn v. B. _Epit_. 1661, 2geschossig mit großem Mittelrelief (Kreuzigung,
Auferstehung) in überladener archit. Umrahmung, Knorpelornament.

_BENKENDORF._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

*Dorf-K.* Gemengbau aus verschiedensten Zeiten. Die rom. Kuppelfenster des
Turmes als Beispiele roher ländlicher Kunstübung von einigem Interesse.

_BENNDORF._ Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.

*Dorf-K.* aus Findlingsblöcken, ziemlich gut erhaltene rom. Anlage, E. 12.
Jh. 1sch. mit 1/2kr. Apsis.

_BENNDORF._ Pr. Sachsen Kr. Naumburg.

*Dorf-K.* Rom. Chor-Turm, Schiff 1775 erhöht, hübscher Rok.-Altar.

_BERGEN._ RB Cassel Kr. Hanau.

Ehem. *K*., jetzt Scheuer. Spgot. Portal, bez. 1524, 1564.

*Burg*. Stammschloß der Schelm v. Bergen, Wasserburg, 1700 umgebaut.

*Ringmauer* mit Wehrgang, 1 Turm und 2 Tore, 15. Jh., gut erhalten.

*Berger Warte*. Runder Turm, am Türsturz bez. 1527.

_BERGRHEINFELD._ UFranken BA Schweinfurt.

*Dorf-K*. 1688-91, eingezogener Chor, außen Strebepfeiler. Auf der OSeite
die alte Ritterkapelle mit fünfseitigem unregelmäßigem Schluß. 1. H. 14.
Jh. Neuer Hochaltar mit Figg. von _Peter Wagner_ 1781. _Gemälde_ der
Nebenaltäre von _Oswald Onghers_ 1695.

_BERGTHEIM._ UFranken BA Würzburg.

*Dorf-K*. Gotisierender Umbau 1602 mit Beibehaltung des ma. OTurmes.
Juliuswappen. — _Sakramentsnische_; 2 Kandelaberpfll. tragen einen got.
Giebel. — Beim Schulhaus _Bildstock_ um 1600 mit Abendmahlrelief in der
Richtung des _Mich. Kern_; mehrere andere 18. Jh.

_BERKA._ Sachsen-Weimar VB Weimar.

*Dorf-K*. 1739. — _Taufbecken_ von der Gruppe Christi und Johannis
getragen. — Stattlicher _Kanzelbau_.

Von dem 1251 gest. *Cisterc.-Klst.* schwache Reste im Pfarrhaus. Burgruine
gering.

_BERKA A. D. WERRA._ Sachsen-Weimar VB Eisenach. *Stadt-K*. Der quadr.
Chor im spgot. OTurm. Hauptraum 1. Viertel 17. Jh., hölzerne Emporen in 2
Rängen, hölzernes kassettiertes Tonnengwb. — Spätgot. _Taufstein_ um 1530.
Chorgestühl und Kanzel sprenss. Großer _Crucifixus_ um 1500. Orgel mit
reichem Gehäuse 1667.

*Fachwerkhäuser.* Ältestes das Gasthaus zum Stern. (Inschr. 1521 neu).

_BERLEPSCH._ RB Cassel Kr. Witzenhausen.

*Burg*. Bewohnbar. Malerische Gruppe aus sp. Ma. und Renss.

_BERMBAGH._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.

*Dorf-K*. neu. _Taufstein_ 1610 mit merkwürdigem, an die Holzarchitektur
der Gegend erinnerndem Ornament. Auf der Orgelempore 3 _Holzfigg._ A. 18.
Jh. — Geschnitztes _Fachwerkhaus_ (no 27) aus 17. Jh.

_BERNBRUCH._ K. Sachsen AH Grimma.

*Dorf-K*. im Kern rom. 12. oder 13. Jh. _Flügelaltar_ um 1480.

_BERNECK._ OFranken BAmtsstadt.

*Burg*, erb. E. 12. Jh., zerst. 1431, erhalten Teile des Berings und hoher
4eck. Bergfried, Kapelle von 1480. Weiter oberhalb eine zweite Burg,
_Hohenberneck_, erb. 1485.

*Rathaus*. 1657.

_BERNECKE._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

*Dorf-K*. Anlage rom. wie in Hain.

_BERNSTADT._ K. Sachsen AH Löbau.

_Stadt-K_. 1sch. kreuzf. Anlage aus 13. Jh. (?), 1519 eingewölbt, nach
Brand 1686 wiederhergestellt, der hohe WTurm 1706. — _Grabdenkmäler_ 17.
und 18. Jh. in großer Zahl.

_BERNTERODE._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

_Dorf-K_. Spgot. 1sch. 5achsig, Chor 3/8. Interessant als Typus der
eichsfeldischen Kirchen _vor_ der, den meisten von ihnen widerfahrenen,
Barockisierung. Ausstattung rok.

_BERTELSDORF._ K. Sachsen AH Löbau.

_Dorf-K_. Wesentlich 1724. Saalbau mit Emporen. Kanzelaltar 1771. —
_Bildnisgrabsteine_ derer v. Gersdorf 1580 ff.

*Herrenhaus*. 1722 und 1790. — Häuser der Herrenhuter Unität 1790.

_BERTSDORF._ K. Sachsen AH Zittau.

*Dorf-K*. 1672 nach Riß von _Klengel_. 1sch. mit polyg. (5/10) OSchluß.
Gurtenlose Kreuzgwbb. Zwischen den nach innen gezogenen Strebepfll.
hölzerne Emporen. Spitzbg. Maßwerkfenster. WTurm über Dach 8eckig. —
_Kirchhof_; Portal Renss., Denkmäler 18. Jh.

_BERZDORF._ K. Sachsen AH Löbau.

*Dorf-K*. Kleiner 1sch. Bau mit gewölbtem quadr. Chor. Durch den Brand im
Hussitenkriege nicht ganz zerstört. Die rom. Rundbg.Fenster nach der
Chronologie dieser Gegend um oder nach 1300. — _Schnitzaltar_ ca. 1480.
Emporen 1608.

_BESENHAUSEN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Herrenhaus* erb. 1686 von General v. Hanstein.

_BESSE._ RB Cassel Kr. Fritzlar.

*Dorf-K*. 1716. Turm 1517, hohes Walmdach mit polyg. Ecktürmchen. —
_Sandsteinrelief_, Kreuztragung, von spgot. Gliederungen umgeben.

_BETTENBURG._ UFranken. BA Hofheim.

*Schloß*. Von 1343 bis heute Besitz der Truchseß v. Wetzhausen. Neubau
nach dem Bauernkrieg, gotisierend mit Renss.Detail. Inschr. 1535, 1627.
Englischer _Garten_ 1790 mit romantischen Denkmälern für Götz v.
Berlichingen, Ulrich v. Hutten u. a. m.

_BETTENHAUSEN._ Sachsen-Meiningen. Kr. Meiningen.

*Pfarr-K*. mit Festungsmauer (Gaden). Schönes sprenss. Portal,
Deckenmalerei und Mobiliar 1770.

_BETZENSTEIN._ OFranken BA Pegnitz.

*Schloßruine*. Ringmauern und Rundtürme, sonst sehr zerstört.

_BEUCHLITZ._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

*Dorf-K*. rom. Anlage, sehr verbaut, Chor-Turm mit 1/2kr. Apsis.

_BEUREN._ Pr. Sachsen Kr. Worbis.

Ehem. *Kloster-K*. (jetzt Guts-Scheune) 1sch. rom. in sorgfältiger
Quaderverblendung; Bogenfries mit Schachbrettgesims. Bar. Stuckdecke mit
Malerei. Turm unten sprom., dann frgot., bar. Obergeschoß mit
Schieferhaube.

*Wach-Turm* aus fr.Ma., rund, beschieferte Pyramide mit 4 herausgebauten
Erkern. _Häuser_ in Fachwerk.

_BEUTNITZ_ b. Jena Sachsen-Weimar. *Dorf-K*. Rechteck, frühgot. Chor,
Langhaus spätgot. mit Stabwerkportal, got. Beschläge, Turm zur
Verteidigung eingerichtet. _Kruzifix_ A. 15. Jh.

_BEYERSDORF._ Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld.

*Dorf-K*. rom. roher Bruchsteinbau, Fenstergewände aus Backstein.

_BIBRA._ Sachsen-Altenburg LA Roda.

*Dorf-K*. In der Anlage rom. — Rom. _Rauchfaß_.

_BIBRA._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Kirche*. 1492. Eine der wenigen gotischen des Kreises, deren Archit. von
künstlerischer Bedeutung. Flachgedeckter Saal mit rok. Emporen, gewölbter
5/8 Chor, an den Gwbb. Konsolen, Halbfigg. von Heiligen aus der Würzburger
Schule. — Ausstattung einheitlich um 1500-1520. Vom _Hochaltar_ 4 Flügel
erhalten, außen mit Gemälden, innen geschnitzt, nur mit entfernter
Beziehung zu _Riemenschneider_. Dasselbe gilt von den Seitenaltären. Näher
steht ihm eine Standfig. des S. Kilian und ein sitzender Papst (in der
Sakristei). — Schlichte steinerne _Maßwerkkanzel_. — Von den
_Glasgemälden_ alt nur 2 Wappenscheiben von 1503 (Bischof Lorenz und
Dompropst Albert v.Bibra). — Eine Reihe guter _Grabsteine_. Georg v. B.
1473, ausgeführt um 1500 in der Riemenschneiderschen Werkstatt
(Wiederholung des Schaumbergdenkmals in der Marienkap, in Würzburg). Auf 7
Steinen (6 Bibra, 1 Seckendorf) das Monogramm J. H., ausgeführt in einem
Zug ca. 1550-60, die Todesdaten teils früher, teils später. 5 Steine von
einem Meist. J. E. 1674-95, auch hier die Ausführung mehrfach viele Jahre
vor dem Tode.

_BIEBELRIED._ UFranken BA Kitzingen.

*Pfarr-K*. 15. und 18. Jh., im 19. Jh. fast ganz neugebaut. — Im neuen
Hochaltar schöner _Kruzifixus_ vielleicht von _Riemenschneider_ oder ihm
nahestehend; ebenso der _Salvator_ (vgl. das Exemplar im Dom zu Würzburg).

*Johanniterkastell*. Regelmäßiges 4Eck von 35 : 40 m. Erhalten Teile der
Außenmauer mit prachtvollem Quaderwerk vom Bau von 1275. An der SOEcke ein
vorgekragtes Chörlein von der ehemal. Kapelle.

_BIEBEREHREN._ UFranken BA Ochsenfurt.

*Rathaus*. Hübscher Fachwerkbau mit Juliuswappen 1612. — Im Pfarrhof gutes
_Holzkruzifix_ um 1520. An der Brücke _Bildstock_ bez. 1432.

_BIEBERGAU._ UFranken BA Kitzingen.

*Pfarr-K*. 1733. Bmkw. schöne _Kanzel_ mit 4 Evangelisten, um 1750.

*Schlößchen*, Weiherhaus aus 2. H. 16. Jh.

_BIEBERSTEIN_ siehe Fulda.

_BIEBERSTEIN._ Kr. Sachsen AH Meißen.

*Pfarr-K*. Umbau aus Ma. 1676 gänzlich umgestaltet. _Altaraufsatz_ mit
ziemlich rohen Stuckreliefs 1679 von _Körmser_.

_BIELEN._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

*Dorf-K*. Alt der platt geschlossene Chor mit rippenlosem Kreuzgwb. und
Fenstergruppe gleich Windhausen.

_BILDHAUSEN._ UFranken BA Kissingen.

Ehem. *Cisterc.-Klst*. Gegr. 1156. Die Kirche 1876 abgetragen, Altäre nach
Laubach, Wächterswinkel und Reyersbuch gebracht. — Von der alten Anlage
ist erhalten: Im Untergeschoß des Klosterbaues kreuzgewölbter,
zweischiffiger Raum zu 4 Jochen. Rundbg. Fensternischen noch sichtbar,
wahrscheinlich das alte, rom. Refektorium. Daneben zwei frgot. Räume. —
_Torhaus_ mit rundbg. Durchfahrt; darüber außen Steinmadonna aus 2. H. 14.
Jh. Daneben die alte rom. Torkapelle. — _Alte Procuratie_. 17. Jh.
Schmuckreiche Erker. Schönes Rok.Treppenhaus. Erkerzimmer mit reich
geschnitzter Türumrahmung im Stil des grünen Zimmers der Würzburger
Residenz. Die übrigen Zimmer mit Rok.Stuckdecken. — Hübscher
_Gartenpavillon_ von 1756.

_BIMBACH._ UFranken BA Gerolzhofen.

*Schloß* im Bauernkriege verwüstet, A. 18. Jh. erneuert.

_BINDLACH._ OFranken BA Bayreuth.

*Dorf-K*. Hübscher Bau aus M. 18. Jh. im sog. Markgrafenstil.

_BIRKENFELD._ UFranken. BA Hofheim.

*Schloß*. 1739-53. Vornehm-behagliche Anlage im Hufeisen, Hauptbau quadr.,
die langen Flügel abgesondert. Hübsche, vollständig erhaltene
Inneneinrichtung nach Zeichnungen des Malers _Gout_ von einheimischen
Dekorateuren.

_BIRKENFELDE._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Zwei ansehnliche *Herrenhäuser* derer v. Linsingen: Steinerhof 1555 und
Roterhof (Fachwerk) 1659.

_BIRNFELD._ UFranken BA Hofheim.

*Schloß*. A. 18. Jh. mit Wappen der Fürstbischöfe J. Ph. v. Greifenklau
und J. Ph. Fr. v. Schönborn. — _Dorfhaus_ no 1 schöner Fachwerkbau.
»Tausendjährige« _Gerichtslinde_; der Stützbau mit 2 konzentrischen
Kreisen von steinernen Säulen 1719.

_BIRSTEIN._ RB Cassel Kr. Gelnhausen.

*Dorf-K*. 1556. — _Epit_. einer Gräfin v. Isenburg 1596.

*Burg*. Die ganze Anlage 200m lang und 90 m breit. Sie gruppiert sich um 3
Höfe im Anschluß an die Disposition der vorausgegangenen ma. Burg. Am
geschlossenen mittleren Hofe westl. der Küchenbau, umgebaut 1549, und der
»neue« Bau von 1527, noch gotisierend; der südl. Kapellenbau 1555, der
nördl. Hauptflügel 1603. Im nördl. Hof der neue Kanzleibau 1733. Neubau
des Hauptflügels 1764 vom nassau-usingischen Hofbaumeister _A. W. Faber_,
einem Schüler _Stengels_, als standesgemäßes fürstliches Residenzpalais,
doch verhältnismäßig einfach.

_BISCHHAUSEN_ b. Jesberg RB Cassel Kr. Eschwege.

*Dorf-K*. 1742 Umbau aus spgot. — Großes handwerkliches _Epitaph_ der
Familien v. Trott und v. Haxthausen 1579, bmkw. durch starke got.
Reminiszenzen.

_BISCHHEIM._ K. Sachsen AH Kamenz.

*Dorf-K*. 1803. Saalbau mit Emporen, die schlicht sachliche Behandlung
nicht ohne Reiz.

*Herrenhaus* und Park um 1800.

_BISCHOFFERODE._ Pr. Sachsen Kr. Worbis.

*Dorf-K*. E. 17. Jh. 1sch. Putz- und Quaderbau.

*Gemeindeschänke* reicher Fachwerkbau um 1560.

_BISCHOFSGRÜN._ OFranken BA Bayreuth.

*Dorf-K*. _Altargemälde_, Ankunft Christi zum Gericht mit der unechten
Inschr. 1304.

_BISCHOFSHEIM._ RB Cassel Kr. Hanau.

*Dorf-K*. Kleine spgot. Hallenkirche mit polyg. Chor und hohem
vortretendem WTurm mit Zinnenkranz.

_BISCHOFSHEIM._ UFranken BA Neustadt a. S.

*Pfarr-K*. Nachgot. Basilika der Juliuszeit. Turm rom., ziemlich reich
behandelt. Auf dem Marktplatz gußeiserner _Renss.-Laufbrunnen_ mit bmkw.
Reliefplatten.

_BISCHOFSRODA._ Sachsen-Weimar VB Eisenach.

*Dorf-K*. rom. 12. Jh. 1sch. flachgedeckt, Chor rck. mit Tonnengwb. Am
Turm gekuppelte Fenster, durch einen Pfl. getrennt, ornament- und
profillos. — _Grabsteine_ 1516. — Reich geschnitztes _Fachwerkhaus_ 17.
Jh. (no 54). Im Herrenhaus ornamentale rok. _Malerei_.

_BISCHOFSTEIN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Schloß* 1747 von _Chr. Heinemann_ für den Landesherrn Kurfürst Joh.
Friedrich v. Mainz.

*Burgruine*, sehr zerstört; unterhalb Spuren einer ehem. K.

_BISCHOFSWERDA._ K. Sachsen AH Bautzen.

*Stadt-K*. Der Bau von 1497 war eine 3sch. Halle. Nach Brand 1813
Wiederaufbau durch _J. G. Michael_. Einige _Grabdenkmäler_ des 17. Jh.

*Begräbnis-K*. 1573, erneuert 1814. — Kolossales _Sandsteinkruzifix_ E.
16. Jh. Sandsteinkanzel, einfacher Aufbau mit großen Reliefs. Recht gute
_Holzfigg_. um 1500. _Grabdenkmäler_ des 18. Jh. in großer Zahl.

*Rathaus* 1818 von _Thormeyer_. Wohnhäuser aus derselben Zeit, sehr
bezeichnend in seiner hochmonumentalen Austerität das Gasthaus zum
goldenen Löwen. — _Stadtmuseum_.

_BITTERFELD._ Pr. Sachsen Kreisstadt.

*Stadt-K*. Gering spgot. — Großer _Wandelaltar_ mit Doppelflügeln, die
Gemälde angebl. von dem Meister des Marktkirchenaltars in Halle.

_BLANKENAU._ RB Cassel Kr. Fulda.

Ehem. *Cisterc.-Nonnen-K*. sprom. mit got. Umbau. 1sch. auf kreuzf. Gr.
Vierung und Chor mit quadr. rundbg. Kreuzrippengwb. Vierungsturm.

_BLANKENBERG._ Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück.

*Schloß*. Wohl alte Grenzburg gegen die Slawen. Der Wohnbau auf eiförmigem
Grundriß hat rom. Mauerwerk, in jüngerer Zeit dürftig hergestellt.

_BLANKENBURG._ Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt.

*Stadt-K*. Turm von 1385, im übrigen modernisiert.

_BLANKENHAIN._ Sachsen-Weimar VB Weimar

*Dorf-K*. spgot., verbaut. — Reste von Altarwerken, darunter bmkw. das
_Relief_ der H. Sippe, die Bemalung gut erhalten, um 1525. — _Epit_. v.
1722. — _Grabst_. — _Glasbilder_ aus 16. Jh.

*Schloß* (jetzt Hospital). E. 15. bis A. 16. Jh. nach Bränden 1527 und
1667 erneuert.

_BLANKENHAIN._ K. Sachsen AH Zwickau.

*Dorf-K*. 1714 erweitert und ausg. Burgkap, des 13. Jh., erhalten rundbg.
Turm ohne Bogenfeld. — 5 _Holzfigg_. von einem zerstörten Altarwerk des
17. Jh.

_BLANKENHEIM._ RB Cassel Kr. Rotenburg.

Ehem. *Nonnen-Klst.-K*. 1218 hierher verlegt. 1sch. kreuzf. Anlage im
Übergangsstil. Teils zerstört, teils profan umgebaut. Reichskulpierte
Kragsteine am OGiebel und spitzbg. Fenster mit Säulchen und reichen
Kapitellen. Interessantes Portal am nördl. Ssch.

_BLEICHERODE._ RB Erfurt Kr. Hohenstein.

*Pfarr-K.* Erb. 1411 als kleine 3sch. Halle. Quadr. Chor in Breite des
MSch. 1711 völlig verändert.

_BLINTENDORF._ Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück.

*Dorf-K.* 1626 rest. mit abgeflacht 3seitigem Schluß und kleinem WTurm. —
Künstlerisch dürftig, nur als Spezimen aus dieser im Kirchenbau toten
Epoche von Interesse.

_BLOCHWITZ._ K. Sachsen AH Großenhain.

*Dorf-K.* Bmkw. durch die Bemalung des Innenraumes von 1668.
Sandsteinkanzel 1550.

_BLOSSWITZ._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Dorf-K.* A. 16 Jh., umgebaut 1697. Saal mit 3stöckigem Schluß, Fenster
spitzbog., flache Stuckdecke. Reste guter _Holzplastik_ um 1510.
_Kanzelaltar_ von _Valentin Walter_ 1705. _Grabdenkmäler_ 16.-18. Jh. in
großer Zahl, die ansehnlichsten für Angehörige der Familie v. Schleinitz.

_BLUMBERG._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

*Dorf-K.* 1694. Gut erhaltener Fachwerkbau, das weiträumige Innere durch
Bemalung und Ausstattung von guter Wirkung. — 9 _Epitaphe_, hervorzuheben
das des Joh. Chr. Weißenbach † 1690. _Glocke_ 1475.

_BOCKENHEIM._ RB Cassel Kr. Hanau.

*Edelhof* ehem. der Herren Gremp v. Freudenstein. Portal bez. 1582, Wappen
1593.

_BOCKLET._ UFranken BA Kissingen.

*Badanlage* 1754.

_BODELWITZ._ Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück.

*Dorf-K.* Rom. OTurm mit 1/2kr. Apsis. Tür bez. 1483.

_BODENLAUBEN_ (Botenlauben). UFranken BA Kissingen.

*Burgruine* mit 2 rom. Bergfrieden. Einst Sitz der Gf. Otto v. Henneberg
(vgl. Frauenroth).

_BODENRODE._ Pr. Sachsen Kr. Worbis.

*Dorf-K.* ursp. got., 1688 erneuert, 1sch., Chor3/8. Rom. Turm mit
gekuppelten Fstrn. ursp. über dem Altarraum. — Ausstattung bar.

_BODENSTEIN_ b. Wintzingerode Pr. Sachsen Kr. Worbis.

*Schloß* im 17. Jh., rest. und ausgebaut. Kapelle 1688 in gotisierendem
Barock, Ausstattung und Epit. aus der Bauzeit. — Außen nach W Trümmer
eines ma. Gebäudes.

_BÖLLBERG._ Pr. Sachsen Saalkreis.

Ganz einfache, aber wohlerhaltene rom. *Dorf-K.*, eingezogene Apsis, kein
Turm. Auf der mit Brettern verschalten Balkendecke spgot. _Malerei_,
Teppichmuster.

_BOLZHAUSEN._ UFranken BA Ochsenfurt.

*Pfarr-K.* Chor 1614, Lhs. 1730. — Außen _Madonna_, treffliche Holzfig. um
1540.

_BONNLAND._ U Franken BA Karlstadt.

*Pfarr-K.* Lhs. 1685, Chor im Turm, dessen Unterbau 13. Jh. Zahlreiche
_Grabsteine_ der Herren v. Thüngen und v. Rußwurm. — _Abendmahlskelch_ A.
15. Jh.

*Schloß* (15.-17. Jh. Thüngen, dann Rußwurm). Malerische 2flügelige Gruppe
aus sp. 16. Jh.

_BORAGK._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

*Dorf-K.* 13. Jh. Rom. Backsteinbau, ursp. ohne Turm, der Chor nach dem
Beispiel von Burxdorf rck. zu ergänzen.

_BORITZ._ K. Sachsen AH Meißen.

*Dorf-K.* wesentlich modern. Bmkw. _Schnitzaltar_ ca. 1500-1520, einer der
besten in sächs. Dorf-K., angeblich aus dem Meißener Dom.

_BORNA._ K. Sachsen AH Borna.

*Haupt-K.* Chor voll. 1434, Schiff 1455, kleine 3sch. Hallenkirche, das
Lhs. 20,8: 17,7 m; langgestreckter Chor mit 3 Seiten des 6 Ecks geschl. —
_Altarwerk_ 1512, wohl das bedeutendste in Sachsen aus dieser Zeit; 4
bewegliche und 2 feste Flügel; in geschlossenem Zustande zeigen sich nur
Gemälde, bei der ersten und zweiten Wandlung nur Schnitzwerk, bez. H W Z,
dem Stil nach identisch mit dem Meister der »schönen Tür« in Annaberg
(Flechsig). — Schöne _Glocke_ 1493.

*Kunigunden-K.* nach 1200. Unter starker Verunstaltung erkennt man als
Kern eine rom. flachgedeckte Pfeilerbasilika aus Backstein.

_BORNA._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Dorf-K.* 1606, rest. 1709. Rck. Saal, innen 1/2kr., außen polyg.
geschlossen. _Sandsteinkanzel_ um 1550 mit hübschem Relief an der
kreisrunden Brüstung. Stattlicher _Taufstein_ um 1610. _Denkmäler_ 17. und
18. Jh., recht gut das des Pastors D. Wagner 1617.

_BORNA._ K. Sachsen AH Pirna.

*Dorf-K.* 1753. _Altarwerk_ aus buntem Marmor 1756 von _Andrea Salvatore
Aglio_.

_BORNITZ._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Schloß*. Hufeisenf. Gr., der mittlere Flügel um 1500, der südl. um 1580,
der nördl. um 1600, in den Einzelheiten manches Bemerkenswerte.

_BORSCH._ Sachsen-Weimar VB Dormbach.

*Kath. Dorf-K.* In reicheren Barockformen um 1730, so auch die
Ausstattung. An der Rückwand des bar. Altars _Schnitzwerk_ um 1500 (in
dieser Gegend nicht oft erhalten). — _Fachwerkhäuser_ 17-18. Jh.

_BORTHEN._ K. Sachsen AH Pirna.

*Altes Schloß* 1543; gotisierende Fensterumrahmungen, schönes rundbg.
Portal.

*Neues Schloß* 1700. _Bildnis_ der Gräfin J. W. Bose, Meisterwerk von
*Antoine Pesne*.

_BOSAU._ Pr. Sachsen Kr. Zeitz s. Posa.

_BOTTENDORF._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Dorf-K.* spgot. Chor in 3/8 mit Sakramentsnische, Schiff 1787, guter
Kanzelaltar A. 18. Jh.

_BÖTTIGHEIM._ UFranken BA Marktheidenfeld.

*Pfarr-K.* erb. 1701. Gute Innenausstattung. _Hochaltarblatt_ von _Mart.
Bolster_ 1706. _Holzfig._ St. Sebastian E. 15. Jh.

_BOYNEBURG._ RB Cassel Kr. Eschwege.

*Burg*. Stark zerstörte Ruine, 12. und 14. Jh., über dem letzten der 4
Tore Rest der rom. Burgkap., 3stöck. (got.?) Palas.

_BRACHSTEDT._ Pr. Sachsen Saalkreis.

Rom. *Dorf-K.*, got. umgebaut. Got. _Sakramentsnische_.

_BRAMBERG._ UFranken BA Hofheim.

*Burgruine*. Erste Zerstörung durch Friedrich Barbarossa. Die vorhandenen
Bauten spgot.

_BRANDENBURG_ bei Lauchröden Sachsen-Eisenach.

*Burgruine* an der Werra. Eine der umfangreichsten und malerischsten
Thüringens. 2 große Bergfriede. Der der »hinteren« Burg 13. Jh., unten
6eck., oben rund; der der »vorderen« A. 14. Jh., noch 23 m h. Weiterhin
Wohnturm mit Buckelquadern an den Ecken, Palas spgot. um 1600, Rondell für
Feuergeschütz.

_BRANDENFELS._ RB Cassel Kr. Eschwege.

*Ansehnliche Burgruine*, Kap. 1248 (?).

_BRANDERODE._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Dorf-K.* Rechteckchor, Schiff, WTurm spgot. unbedeutend. Gute
_Holzmadonna_. _Grabst._ 1559, 1640.

_BRANDIS._ K. Sachsen AH. Grimma.

*Stadt-K.* 15.-17. Jh. — *Herrschaftshaus* 1696, recht stattlich.

_BRAUNA._ K. Sachsen AH Kamenz.

*Schloß* um 1700. Gemäldesammlung.

*Herrenhaus* aus der Zeit, als der Dichter Gf. Fr. Leopold zu Stolberg
Besitzer war.

_BRÄUNSDORF._ K. Sachsen AH Chemnitz.

*Dorf-K.* A. 16. Jh. aus einer rom. Anlage nach O und W erweitert. Der
alte Chorturm, jetzt in der Mitte. 4flügeliges _Altarwerk_ bez. 1512.

_BRAUNSDORF._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Kirche* mit WTurm auf rom. Grundlage, 1700 und 1873 rest., wobei
treffliche rom. Kapitelle, denen des Doms in Naumburg verwandt, gefunden.

_BRAUNSDORF._ Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.

*Schloß*. Wasserburg mit 4 Türmen aus 16. Jh.; verfallen und umgebaut.

_BREHNA._ Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld.

*Stadt-K.* (ursp. Nonnenkloster) um 1200, spgot. verbaut.

_BREITENAU._ Sachsen-Coburg LA Coburg.

*Dorf-K.* Der OTurm über dem rom. Chor; die rom. Apsis abgebrochen.

_BREITENAU._ RB Cassel Kr. Melsungen.

Ehem. *Benedikt.-Klst.-K.* Gegr. 1113, voll. 1142. Einige spgot.
Veränderungen. Jetzt die Ssch. abgebrochen, die Arkaden und Fenster
zugemauert, als Arbeitsanstalt vernutzt. — Rom. flachged. Pfl.-Basilika
auf kreuzf. Gr.; der Chor nach Hirsauer Muster, d.h. 3sch.; 5 Apsiden so
geordnet, daß 3 gleichfluchtige am Chor, 2 an der OWand der Kreuzflügel;
Doppeltürme im W. Haupt L. 65 m. — Der Hauptchor von den Nebenchören durch
eine Doppelarkade getrennt. Im Sch. 7 Arkaden. Die Pfll. quadr., von
schlankem Aufbau, mit verzierter Schräge und glatter Platte abgedeckt.
Über den Pfll. steigen lisenenartige Glieder auf, die mit dem Hauptgesims
sich verbindend, für jeden Arkadenbg. eine rck. Umrahmung ergeben (vgl.
Paulinzelle und andere Hirsauer Bauten). Am WEnde zwischen den Türmen eine
gegen das Sch. mit 3facher Ark. sich öffnende Vorhalle, darüber eine
desgl. Empore; das Stützensims sind Sll. mit Würfel-Kaptt. an einem Kapt.
eine männliche Figur mit der Beischrift _Henricus_. — Außenbau: Lisene mit
einfachem Dachgesims, an den Apsiden bereichert durch Bogenfries. Das
WPortal verstümmelt. Das 2. WGeschoß im 13. Jh. umgestaltet; daher auch
die Gwbb. der Empore. Die Türme ohne Obergeschoß (abgetragen? oder nie
ausgeführt?) In der Mitte der WFront ein mächtiger Glockenturm, 1898
errichtet. — An den spgot. Gwbb. des Qsch. ziemlich gut erhaltene
_Malereien_ (so 1866; jetzt übertüncht). Von den Klostergebäuden und
Ringmauern unerhebliche Reste.

_BREITENBACH._ Pr. Sachsen Kr. Zeitz.

*Reichsburg*. 1138 von Kaiser Konrad III. dem Bistum Zeitz geschenkt. Die
1908 ausgegrabenen Fundamente ganz erhalten. Ringmauern 2,20 m stark.
Bergfried 9 m im Geviert, Mauerstärke über 3 m. Die Burg liegt in einem
vorgeschichtlichen doppelten Ringwall. Nebenan eine kleine Burg, sog.
Kemnate.

_BREITENBACH._ Kr. Cassel-Land.

*Dorf-K.* 1sch. einfacher Renss.Bau um 1680, außen 2 Fensterreihen, innen
Emporen, Altar im OTurm mit beschiefertem Spitzhelm und Erkertürmchen.

_BREITENHAIN._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg.

*Dorf-K.* Chorquadrat und Apsis rom., Lhs. 1505.

_BREITENSEE._ UFranken BA Königshofen.

*Pfarr-K.* Typischer Juliusbau (1598) mit selten in ähnlicher
Vollständigkeit erhaltener Renss.-Einrichtg. (Flügelaltar mit Reliefs,
Sakramentsnische, Orgelgehäuse und Spuren von Renss.Malerei [übertüncht]
an den Langhauswänden).

_BREITENWORBIS._ Pr. Sachsen Kr. Worbis.

*Dorf-K.* 1681. 1sch. mit 4/8 Schluß; der westl. Dachreiter mit
umlaufender Galerie nach mittelthüringischem Typus.

_BREITUNGEN_ s. Frauenbreitungen und Herrenbreitungen.

_BREMEN._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.

*Dorf-K.* (kath.). Erb. 1730 durch den Fürstabt von Fulda Ad. v. Dalberg,
Verputzbau mit Sandsteingliederung in guter Formbehandlung. Der 1sch.
flachged. Innenraum mit würdevollem Reichtum ausgestattet. — _Kanzel_ und
3 _Altäre_ aus Stuckmarmor, prächtig geschnitzte _Kommunionbank_.

_BREND-LORENZEN_ bei Neustadt a. S. UFranken.

*Dorf-K.* Als solche groß. Rom. flachgedeckte Pfl.Basilika. Vom alten Lhs.
nur die 2 östl. Arkadenpaare und die westl. Frontmauer erhalten; der
übrige Teil des Lhs. durch Abbruch der Sschiffe im 16. oder 17. Jh. 1sch.
gemacht. Einfache rundbg. WTür mit sprom. profilierter Fase. Im O massiver
Turm, dessen Erdgeschoß als Altarhaus dient (eine Verbindung, die bis in
die got. Zeit für diese Gegenden typisch blieb); außen das rom. Gepräge
wenig verändert; die Giebel, auf denen das Satteldach sitzt, haben frgot.
Klangarkaden; die tieferliegenden sind aus 12. Jh., Teilungssäulchen mit
Würfelknäufen. — Ausstattung bar. — Außen an der NS. _Ölberg_ bez. 1497,
Figg. lebensgroß, roh.

*Laurentius-Kap.* mit hoher Ringmauer, Typus einer mittelalterlichen
Zuflucht.

_BREUNA._ RB Cassel Kr. Wolfhagen.

*Dorf-K.*, got. Chor-Turm, Lhs. 1sch. mit 3 quadr. Kreuzgwbb., breite
ungegliederte Gurten. — _Steinkanzel_ 1561 mit 4 Evangelisten. _Taufstein_
rom. reich mit Blattwerk. 3 _Epitaphe_ derer v. d. Malsburg gering, gut
die _Bronzetafel_ 1631 von _Gottfr. Köhler_ aus Cassel.

_BRIESSNITZ._ K. Sachsen AH Dresden-A.

*Dorf-K.* 1474 fast ganz erneuert als langgestreckter flachgedeckter Saal
mit WTurm; erhalten blieb aus E. 13. Jh. der eigenartig profilierte
Triumphbg. und die Umfassungsmauern des 5/8 Chors, am Schluß ein frgot.
Maßwerkfenster, 3teilig mit spitzen Kleeblattbgg. und 3 Dreipässen. —
[Fragmentierter _Flügelaltar_ E. 15. Jh. im Dresdener Altert.-Ver. no
2621-23. _Kreuzigungsgruppe_ 1529, Bemalung 17. Jh. ebenda no 2515.]
_Glasgemälde_ um 1500. Rom. Taufstein. Mehrere _Denkmäler_ 17. und 18. Jh.

_BRINNIS._ Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.

*Dorf-K.*, rom. Unterbau, spgot. erneuert. — Der spgot. _Schnitzaltar_
gehört zu den besseren.

_BRONN._ OFranken BA Pegnitz.

*Dorf-K.* mit rom. Portal.

_BRUCHKÖBEL._ RB Cassel Kr. Hanau.

*Dorf-K.* 1724. Turm 1410, Abschluß mit Zinnen, erhöhten Ecken, steinernem
Helm.

_BRÜCKEN._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

*Dorf-K.* Chor 13. Jh. gerade geschlossen, rippenloses Kreuzgwb.

_BRÜCKENAU._ UFranken BAmtsstadt.

*Schloß* (jetzt Hotel) erb. in 2. H. 18. Jh. von den Fürstäbten von Fulda.

_BRÜNN._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

*Dorf-K.* 1671. Emporen in 2 Geschossen. Flache Decke. Fenster spitzbg.
und auch sonst noch got. Reminiszenzen.

_BRUNNHARDTSHAUSEN._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.

*Kirche* von 1732.

_BUCH._ K. Sachsen AH Döbeln.

*Cisterc.-Klst.* A. 13. Jh. Seit 16. Jh. zerfallen. Aus Bruchstücken und
ausgegrabenen Grundmauern die Anlage erkennbar. Gr. normal kreuzf.
Seitlich vom Chorquadrat je 2 Kapp., die mit der OWand des Hauptchors in
gleicher Flucht schließen; im Msch. 5 Quadr., doppelt soviel in den Ssch.,
also gebundenes System. Die Ssch. hatten Kreuzrippengwbb. Ungewiß die
Deckenform des Msch. Chorkapellen mit 1/2kr. Tonnen. Baustoff: Bruchstein
mit Hausteingliedern. — _Klostergebäude_. Auf der WSeite des Hofes das
2sch. 5jochige Refektorium. Verhältnismäßig gut erhalten das abgesonderte
Abtshaus, z.T. 13., z.T. 15. Jh.

_BUCH._ UFranken BA Haßfurt.

*Dorf-K.* 1616. 1sch. flachgedeckt, der gewölbte Chor im OTurm.
Stuckdekoration und Altarausstattung M. 18. Jh.

_BUCHA._ Schwarzburg-Rudolstadt LA Rudolstadt.

*Dorf-K.* Lhs. got. Der in der Anlage rom. Turm infolge von Erweiterungen
in der Mitte. — _Kanzelaltar_ 17. Jh.

_BUCHAU._ OFranken BA Kulmbach.

*Pfarr-K.* Einfach sprenss., rck. mit 3seitigem Schluß. Schöner Giechscher
_Grabstein_ 2. H. 16. Jh.

*Schloß* der Grafen v. Giech, kleiner Befestigungsbau mit halbrunden
Mauertürmen, z. T. mit Buckelquadern. Palas 1470.

_BUCHBRUNN._ UFranken BA Kitzingen.

*Ev. Pfarr-K.* Wohlgegliederter OTurm, Überg.-Stil nach M. 13. Jh. — Bmkw.
spgot. _Taufstein_ 1522.

*Kath. Pfarr-K.* um 1700, noch mit gotisierenden Anklängen.

_BUCHELOH._ Schwarzburg-Rudolstadt LA Rudolstadt.

Große *Dorf-K.* Der rom. Turm in der Mitte; ehemals Chor-Turm; Lhs. 1729;
aus derselben Zeit die _Kanzel_ und der hübsche _Taufengel_.

_BUCHHOLZ._ K. Sachsen AH Annaberg.

*Katharinen-K.* 1504-21. Geplant als 3sch. Hallenbau mit Emporen, jedoch
unvollendet gelassen, mit Holzdecke geschlossen. Die jetzigen Emporen
1872. — Die _Gemälde_ an der Chorwand entnommen dem ehem. Hochaltar in der
Franziskaner-K. in Annaberg, von einem sächsischen (nicht oberdeutschen)
Meister nach 1521, z. T. mit Benutzung von Dürers Marienleben.

*Begräbnis-Kap.* _Flügelaltar_, im Mittel Gemälde mit dem hl. Wolfgang und
der Sage vom Traum des Bergmanns David und dem Ursprung des Annaberger
Bergbaus, um 1520.

_BÜCHOLD._ UFranken BA Karlstadt.

*Pfarr-K.* Chor (4/8) in der Anlage aus Ma., das 1sch. flachged. Lhs. und
die 2 den Eingang zum Chor flankierenden Türme 1619. Gleichzeitig die
_dekorative Ausmalung_, hauptsächlich Umrahmungsmotive um Fenster, Türen
und Chorbg., von _W. Ritterlein_, und die _Altargemälde_ in frbar. Aufbau.

*Schloß*. Runder rom. Bergfried, Bering annähernd kreisf., got.

_BÜCHENBACH._ OFranken BA Höchstadt.

*Dorf-K.* Spuren von Befestigung.

_BÜHLER._ UFranken BA Karlstadt.

*Pfarr-K.* Erb. von B. Julius 1611-14, Turm über dem Chor.
_Sandsteinkanzel_ 1594.

_BULLENHEIM._ UFranken BA Kitzingen.

*Pfarr-K.* Chor im OTurm um 1300, rom.-got. Kompromiß. — Einheitliche
_Ausstattung_ um 1660. Stattliches _Bildnisepitaph_ eines Gf. v.
Schwarzenberg † 1579.

Im Dorf eine Reihe gefälliger *Fachwerkhäuser*.

_BUNDORF._ UFranken. BA Hofheim.

*Schloß* der Truchseß v. Wetzhausen. SFlügel 2. H. 16. Jh. NFlügel um
1700. Hübsche Innendekoration A. 18. Jh.

_BÜRABERG._ RB Cassel Kr. Fritzlar.

*Kapelle*. Ältester hessischer Bischofssitz, vom h. Bonifacius gegr. Jetzt
einfache Wallfahrts-K., im 17. Jh. mit Beibehaltung der rom. Anlage
hergestellt.

_BURGEBRACH._ OFranken BA Bamberg II.

*Pfarr-K.* Chor und Turm 1454, Schiff 1731. — _Ölberg_ aus Fürnbach
übertragen, ca. 1580-1600.

_BÜRGEL._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Kirche* spgot. und 17. Jh., am Portal Formen aus beiden Epochen
zusammengearbeitet. — Reste der Stadtbefestigung.

*Klst. Bürgel* s. Talbürgel.

_BURGGAILENREUTH._ OFranken BA Ebermannstadt.

*Schloß*, nach Zerstörungen im Bauernkrieg und im 30j. Krieg einfach
hergestellt.

_BURGGEHAIG._ OFranken BA Kulmbach.

Zahlreiche schöne *Fachwerkhäuser*.

_BURGGRUMBACH._ UFranken BA Würzburg.

*Dorf-K.* Gotisierender Neubau 1613. Juliuswappen. — Reiche _Bar. Kanzel_
A. 18. Jh. _Gemälde_ des ehemal. Hochaltars bez. _Francesco Mica_ 1714.
_Grabmal_ der Anna v. Grumbach († 1598), liebenswürdige Kinderfigur in
Renss.-Aedikula. — Im Dorf 4 bar. _Bildstöcke_ mit reicher Plastik.

*Schloß*. Stammsitz des 1328 ausgestorbenen Geschlechtes der Grumbach; kam
dann an die Wolfskeel, die sich nach G. nannten. Die bestehenden Bauten
unbedeutend, E. 16. Jh.

_BURGHÄSELER._ Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.

*»Alte Kapelle«* (jetzt Remise), ein seiner Bestimmung nach rätselhafter
3stöckiger, in viele kleine Gemächer geteilter Bau aus A. 16. Jh.

*Dorf-K.* mit gut erhaltenem rom. OTurm.

_BURGHASUNGEN._ RB Cassel Kr. Wolfhagen.

*Turmruine* sprom. Einziger Rest der 1082 gegr. Benedikt.-Abtei. 4seitiges
Erdgeschoß, hohes 8seitiges Obergeschoß. Im Jahre 1896 stürzte dieser
Turmrest ein. Ecklisenen, keine horizontale Gliederung bis auf den
Zahnschnitt unter dem Obergeschoß, letzteres mit schlanken gekuppelten
Schallöffnungen.

_BURGISDORF._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

*Dorf-K.* rom. einfachster Art, keine Apsis. Seitliche Vorhalle mit
gekuppelten Fenstern. Türloser WTurm in der Breite des Schiffes. An der
Tür äußerst primitive _Plastik_. An der OWand großes frühgot.
_Wandgemälde_.

_BURGJOSSA._ RB Cassel Kr. Gelnhausen.

*Wasserburg*. Rätselhaft der große 1/2kr. Ausbau aus Buckelquadern ; die
Vermutung, daß er der Rest eines großen Bergfrieds des 12. Jh. sei, hat
sich nicht bestätigt. Das Herrenhaus einfache Anlage bez. 1573.

_BURGK._ Reuß ä. L. LA Greiz.

*Fürstl. Schloß* aus 16. und 17. Jh., wohl erhalten, doch ohne archit.
Bedeutung. Einige hübsche dekorierte Gemächer.

_BURGKUNDSTADT._ OFranken BA Lichtenfels.

*Pfarr-K.* 1812, Toranlage des Pfarrhauses 1723.

*Rathaus* mit hervorragend schöner Holzarchit. des 17. Jh. Auch sonst viel
vortreffliche und gut erhaltene Fachwerkhäuser 17. bis 19. Jh.

_BURGLAUER._ UFranken BA Kissingen.

*Dorf-K.* Turm unten spgot., oben 17. Jh. Langhaus 1602. — Würzburger
Schule. _Holzfigur_ der Madonna, A. 16. Jh. _Grabsteine_ des Ritters
Bernhard von Steinau und seiner drei Frauen 1486, 1494, 1500, 1508.

_BURGLEMNITZ._ Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt.

*Dorf-K.* von rom. Anlage. — Hübscher _Taufstein_ aus 1. H. 17. Jh.,
Alabaster. Auf dem Kirchenboden Reste von 3 spgot. _Altarwerken_.

_BURGREPPACH._ UFranken BA Hofheim.

*Ev. Pfarr-K.* Chor mit Turm 1585, Lhs. 1734. — Bar. _Grabsteine_ der
Reichsfreiherren Fuchs von Bimbach.

*Schloß* nach 1726. Stattliche, monumental gehaltene Anlage, Gr.
triklinienförmig, der Eckpavillon turmartig überhöht, Details in der
Richtung des Bamberger Spätbarock. Saal mit guten Stuckaturen und
Gobelins.

_BURGSCHEIDUNGEN._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Dorf-K.* Der rom. Ursprung in mehreren Einzelformen erkennbar. Bedeutend
die 3 _Epit._ der Familie v. Wiehe 1568, 1596, 1598, wohl alle drei von
_Christoph Weber_, in dem man hier einen hervorragend tüchtigen Meister
kennen lernt; von ihm wohl auch die _Kanzel_.

*Schloß*. Von der Burg des Ma. nichts erhalten. E. 16. und A. 17. Jh.
regelmäßige 3Flügelanlage, die vordere Hofseite nach der Unstrut offen.
Ausgebaut 1724 ff. von _Daniel Scholz_ für Gf. Levin v. d. Schulenburg.
Vom älteren Bau der SOFlügel mit Treppen-Turm und reichem Portal bez.
1633. Der Scholzsche Umbau nicht in Vollständigkeit ausgeführt. Splendider
Quaderbau mit Keller, 2 Hauptgeschossen und Mansarddach. Ungemein reich,
aber in die Gesamtkomposition nicht gut eingefügt (ein späterer Gedanke)
der Mitteltrakt; aus dem Gartensaal führt eine Freitreppe mit
geschwungenem Doppellauf zum Park. Dieser mit Terrassen, Grotten und
Statuen reich ausgestattet.

_BURGSINN._ UFranken BA Gemünden.

*Pfarr-K.* neu. Guter, klassizist. _Hochaltar_ um 1770. — An den
Langhauswänden gute _Epitaphien_ des 16. und 17. Jh. Neben dem Hochaltar
_Ölgemälde_, die drei Frankenapostel, um 1700, in der Art des _Osw.
Onghers_.

*Wasserschloß*. Quadratische Anlage mit 4 quadratischen und einem runden
Eckturm. Quadratischer, massiger Bergfried aus 11. Jh.; aus dieser Zeit
noch die Anlage des teilw. erneuerten Beringes. Die Wohnbauten aus 16. Jh.
Das ursp. Aussehen einer fränkischen Wasserburg gut bewahrt.

*Fronhofschlößchen*. 1607. Hübscher, 2geschossiger Renss.Bau mit
ausspringendem Treppenturm und gegründetem Erker.

*Neues Schloß*. 1620. Einfach.

_BURGSTÄDT._ K. Sachsen AH Rochlitz.

*Stadt-K.* 1522, 1sch. flachgedeckt. Schluß 5 Seiten des 10Ecks,
bedeutende Raumwirkung, 36,5 m l., 17,1 m br.

_BURGWALDE._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Dorf-K.* (kath.). Umbau von 1700, bmkw. _Schnitzaltar_ aus 2. H. 16. Jh.

_BURGWENDEN._ Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.

*Dorf-K.* OTurm mit sprom. gekuppelten Fenstern und Spuren einer Apsis.
Lhs. 1695 erweitert.

_BURGWERBEN._ Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.

*Dorf-K.* Eine ehemalige Pfl.Basilika im Übergangsstil des 13. Jh., die im
30j. Kriege ihre Seitenschiffe verloren hat; das polyg. Altarhaus 1581.

_BURGWINDHEIM._ OFranken BA Bamberg II.

*Pfarr-K.* einheitlich bar., nicht bedeutend.

*Kurie* des Klst. Ebrach (jetzt Rentamt), 1720-25, für _B. Neumann_ in
Anspruch genommen; originelle Gr.gliederung; aus einem quadr. Mittelbau,
der einen einzigen großen Saal enthält, entwickelten sich in dreifachem
Vorsprung 4 Eckpavillons; bei mäßigen Dimensionen imposante Gesamtwirkung.

_BURKARTSHAIN._ K. Sachsen AH Grimma.

*Dorf-K.* Der gerade Chor rom., sonst 15. Jh. Gute _Grabsteine_ 16. Jh.

_BURKAU._ K. Sachsen AH Bautzen.

*Dorf-K.* 1725 und 1897. — Vortreffliches Relief der hl. _Sippe_ A. 16.
Jh. — _Altar_ im Ohrmuschelstil. — v. Braun- und Wartenbergsche _Gruft_ A.
18. Jh., mit Denkmälern.

_BURKHARDRODA._ Sachsen-Weimar VB Eisenach.

*Kirche*. 1787. Glocke 1505 mit Relief der h. Anna Selbdritt.

_BURKHARTSWALDE._ K. Sachsen AH Meißen.

*Dorf-K.* (ehem. Wallfahrt), spgot. 3sch. Hallenkirche, nicht zu Ende
geführt. — _Altaraufsatz_ ca. 1640, reich in der Dekoration, das
Statuarische mittelmäßig. Got. _Sakramentshäuschen_ 14. Jh., ziemlich
derb, vielleicht aus Klst. Altzelle. 3 _Epit._ E. 16. Jh.

_BUSCHDORF._ Pr. Sachsen Saalkreis.

Rom. *Dorf-K.*, got. umgebaut. Bmkw. das rom. _Sakramentshäuschen_.

_BUTTENHEIM._ OFranken BA Bamberg I.

*Pfarr-K.* 1754, Fassade mit Statuen, reiche Innenausstattung. 10
Grabmäler der Familie v. Stiebar 1491-1579.

*Schloß* der Frhh. v. Seefried.

_BUTTHART._ UFranken BA Ochsenfurt.

*Pfarr-K.* 1769 von _Geigel_, Turm 1594. — _Ölberggruppe_ 17. Jh.,
überlebensgroß, nicht schlecht.

_BUTTLAR._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.

*Dorf-K.* (kath.). Nach Brand 1867 fast neu. — _Kanzel_ und _Hauptaltar_
von auffallend feiner Qualität (aus Klst. Amöneburg).

_BUTTSTEDT._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Stadt-K.* S. Michaelis, spgot. Hallenkirche mit Emporen aus 18. Jh. Der
seitlich stehende Turm ähnlich dem der Haupt-K. zu Jena. Das Ganze typisch
für eine barockisierte thüringische Kleinstadtkirche. — Prunkvoller, sehr
»katholisch« aussehender _Altar- und Kanzelbau_ 1727. Deckenmalerei von
_Fr. Dom. Minetti_.

*Friedhof* mit offenen Renss.-Hallen die Mauern entlang. Unter den
_Grabsteinen_ vom 16. Jh. ab viel Gutes.



_C_


(Siehe im übrigen *K*)

_CHEMNITZ._ K. Sachsen Amtshauptstadt.

*Schloß-K.* (Benedikt.-Klst.), gegr. 1136, Erneuerung des Klst. 1499 ff.,
der K. 1514-1525. Vom rom. Bau rühren her das Chorquadrat, die außen
platt, innen mit 1/2kr. Nischen schließenden, mit Tonnen überwölbten
Nebenchöre und das südl. Qsch.; hier auch einiges Detail aus 12. Jh. Die
(vermauerten) Fenster an der Hochmauer des Chors und einiges im Qsch., wo
eine mit den Wohnungen der Mönche kommunizierende Empore gewesen zu sein
scheint, rom. zu got. Der anschließende OFlügel des Kreuzgangs frgot. Das
Lhs. spgot. von ähnlichem Habitus wie die K. in Freiberg, Annaberg, Pirna,
nur schmäler in den Sschiffen (eine Folge der beibehaltenen rom.
Grundmauern). Das Prinzip der einheitlichen Decke besonders konsequent
durchgeführt; die Gurtrippen fehlen ganz. Empore nur im nördl. Ssch.
Außerhalb der westl. Stirnmauer eine Vorhalle und über ihr zwei, nur bis
zur Schiffshöhe ausgeführte Türme. Über der kleinen Tür des nördl. Ssch.
erhebt sich in voller Höhe der Wand eine eigentümliche _plastische
Dekoration_, bez. 1525. Sie ahmt ein Baugerüst von rohen Stämmen nach; die
Äste teils gekappt, teils miteinander verschlungen; die zwischen ihnen
liegenden Wandfelder mit Statuen ausgesetzt. Zuunterst Löwen; darüber, in
Höhe der Türgewände, der Kaiser Lothar und die Kaiserin Richenza als
Stifter; im folgenden Geschoß die Maria und 4 Heilige, im dritten die
Trinität und Engel. Neben der »schönen Pforte« in Annaberg die wertvollste
plastische Leistung dieser Zeit und Landschaft. Die Körperbildung hat
Wucht und Würde, die Behandlung des Fleisches ist weich und breit, die
Gewandung erinnert an die Würzburger und noch mehr an die Mainzer Schule;
eventuell Vermittlung durch den _Backofenschüler_ in Halle. — Im Innern
die aus einem einzigen Stamm geschnitzte _Gruppe_ der Stäupung Christi;
die gegenständliche Auffassung grell naturalistisch, die künstlerische
Behandlung nicht ohne Feinheit, nahe verwandt der Tulpenkanzel im
Freiberger Dom. [Die schöne Sandsteinkanzel. Fr. Renss. 1538, jetzt im
Museum.]

*Kloster*. Wenige Reste erhalten: ein Maßwerkgiebel in Backstein E. 15.
Jh., dekorative Bruchstücke von einem Bau des Kf. Moritz.

*Jakobi-K.* 15. Jh.; vom Bau des 13. nichts erhalten. — Hallenkirche von 4
Jochen, Sschiffe mit 8Eckschluß, der Hauptchor zu einer 3sch. Anlage mit
7/10 Umgang erweitert. Turm isoliert in südwestl. Richtung. — [_Heiliges
Grab_ aus Holz geschnitzt von _Georg Johann Kil_ 1480; es ist 2,75 m l.,
1,25 m br., 3,45 m h. und baut sich zweigeschossig in Form einer Laube
auf; in den 8 Nischen des niedrigen Untergeschosses je ein schlafender
Wächter; im Obergeschoß der Leichnam Christi; draußen vor den 8
Bogenöffnungen (je 3 an den Langseiten und 1 an den Schmalseiten) standen
auf Konsolen ebensoviel Leidtragende (Joseph von Arimathia, Nikodemus
usw.); die Gesamtanordnung also vergleichbar dem Sebaldusgrab _P.
Vischers_. Das Figürliche derb handwerksmäßig, das Architektonische mit
seinen geschmeidigen Maßwerkformen in seiner Art vortrefflich. Das stark
beschädigte und mehrerer Figuren beraubte Werk jetzt im Museum des
Chemnitzer Geschichtsvereins; ebenda noch andere aus der Jakobi-K.
stammende Kunstwerke.] [Flügelgemälde des abgebrochenen Hochaltars aus A.
16. Jh. im Museum.] Auch der an seine Stelle getretene Bar.-Altar
entfernt; seine Gemälde, von _A. F. Oeser_, jetzt in der Sakristei. — 2
_Abendmahlskannen_ 1663, Augsburger Arbeit.

*Johannis-K.* Erster Bau 1254, zweiter A. 16. Jh., nach Zerstörung 1547
erneuert 1565; ohne archit. Interesse. Portal mit ähnlicher Umrahmung von
Astwerk wie das der Schloß-K.; im Mittel _Relief_ mit der Auferstehung der
Toten nach Hesekiel c. 37; darüber ein zweites mit dem Jüngsten Gericht. —
_Kanzel_ 1721 aus dem spgot. Altarwerk zusammengesetzt. — _Taufstein_, am
Fuße betende Kinderfiguren (vgl. Annaberg; das Motiv erhält sich bis A.
17. Jh., s. Weißbach AH Flöha).

*S. Pauli-K.* 1760. _Altarbau_ von reicher Archit., steinerne Freifiguren
der beiden Johannes, Gemälde v. _Ch. W. E. Dietrich_.

*Rathaus* ursp. 1496, durch öftere Brände beschädigt; in einigen Räumen
Einzelheiten aus Fr.Renss.

*Wohnhäuser*. Durch den Stadtbrand im 30jähr. Kriege und andere im 18. Jh.
viel zerstört. Die Überreste zeigen, daß Chemnitz eine reiche Fr.Renss.
der lombardischen Richtung besaß. Das Portal im Hofe der inneren
Klosterstr. no 8 bez. 1542, in der Figur des guten Hirten Anklang an den
Hallenser _Backofenschüler_ (vgl. Portal der Schloß-K.). Sehr gut das
Portal Markt no 15 bez. 1559.

_Altertümersammlung_ im König-Alberts-Museum.

_CHRISTENBERG._ RB Cassel Kr. Marburg.

*Dorf-K.* Das flachged. Schiff hat kleine rom. Fenster, 1817 erhöht und
modernisiert. Chor 1520, 2stöckige Außenhalle als Kanzel. Fränkischer
_Steinsarg_.

_CHRISTES._ Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.

*Wallfahrts-K.* am Christusborn. M. 15. Jh. Kleine 3sch. Basilika von 3
Jochen. In der Sakristei wertvolle spgot. _Wandmalerei_.

*Bauernhaus*. Reicher Fachwerkbau 1619.



_D_


_DAGOBERTSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Melsungen.

*Dorf-K.* spätgot. auf rom. Fundamenten. Quadr. Turm mit Spindeltreppe.
Rom. Altarmensa.

_DAHLEN._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Stadt-K.* Der stark gestreckte Chor mit 3/8 Schluß 1475. Lhs. 3sch. Halle
aus 2. H. 16. Jh., reiches Netzgwb. mit schwächlich profilierten
Formziegelrippen. Portal in feiner, nicht zu reicher Renss. — Stattlicher
spgot. _Sakramentshaus._ _Mosesstatue_ (Kanzelfuß) um 1500. Schöner,
interessanter v. Schleinitzscher _Grabstein_ um 1530 in der Art des _Hans
Schickentanz_.

*Schloß*. 1744-51 für Gf. Heinrich v. Bünau. Grundriß in Form eines H.
Außenarchitektur sehr einfach. Im Innern besonders bmkw. der Saal in
weißem Stuckmarmor; die Kinderreliefs in der Art _Knöflers_, die
Deckenmalerei 1756-59 von _A. F. Oeser_; von demselben das Treppenhaus und
der Kaisersaal. Bmkw. _Bildnisreihe_ von _Silvestre_, _Liotard_, _Graff_,
_Oeser_, _Vogel_. Meißener _Porzellan_ z. T. ersten Ranges.

_DANKMARSHAUSEN._ Sachsen-Weimar VB Eisenach.

*Dorf-K*. 1sch. mit 5seitig polyg. Chor von 1586 und WTurm von 1431, das
Kielbogenportal 1586.

_DARSTADT._ UFranken BA Ochsenfurt.

_Dorf-K_. 1597, spitzbg. Fenster und Netzgwbb., Ehewappen Zobel-Echter. —
_Deckengemälde_ bez. _Thalheimer_ 1765. _Hochaltar_ mit reicher und
tüchtiger Sandsteinplastik (Himmelfahrt), alt bemalt, 1598 von _Joh.
Juncker_. _Kanzel_ aus derselben Zeit, Holz. — _Bildnisgrabsteine_ der
Zobel v. Giebelstadt 1553 (Art des _Peter Dell_), 1554, 1560, 1772. —
_Kelch_ von _Stipeldey_ in Augsburg 1777.

*Schloß* der Zobel. Zwei durch einen (jüngeren) Zwischenbau verbundene
Giebelhäuser mit runden Ecktürmen, etwa A. 17. Jh.

_DAUMITSCH._ Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.

*Dorf-K*. aus A. 16. Jh., im 18. Jh. für die Verhältnisse prächtig
erneuert; die Brüstungen der Emporen und die flache Decke ganz bemalt;
besonders reich der _Altarbau_.

_DAUTZSCHEN._ Pr. Sachsen Kr. Torgau.

*Dorf-K*. 1sch. rom. Anlage mit frgot. und bar. Veränderungen. Schiff,
Chor und Apsis in den Breiten voneinander abgesetzt. — Rom. _Taufstein_.

_DEHLITZ U. B._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

*Dorf-K*. Gut erhaltene frühestgot. Anlage des 13. Jh., am eingezogenen,
platt geschlossenen Chor spitzbg. Dreifenstergruppe.

_DELITZSCH._ Pr. Sachsen Kreisstadt.

*Stadt-K*. Backstein mit Sandsteingliedern, spgot. Hallenkirche 1404,
Netz- und Stern-Gwb.; der in den Gr. unorganisch eingefügte WTurm auf
älteren Grundmauern. Die Emporen sollen z. T. noch aus 15. Jh. sein.
_Oelberg_ 1410; _Schnitzaltar_ 1437 mit Doppelflügeln von 1492; gelobt ein
_Triptychon_ von 1511, ganz gemalt; in der Kreuzkap. ansehnliche
Renss.Grabmäler 1576, 1584, 1614, 1615.

*Gottesacker-K.* Wertvoller _Schnitzaltar_ A. 16. Jh. (das J. 1550 das der
Übertragung, nicht der Entstehung).

*Spital-K.* spgot. 1sch. Doppelflügeliger _Schnitzaltar_.

An *Bürgerhäusern* einige Renss.Portale. *Stadtmauern* und 2 Türme.

_DERMBACH._ Sachsen-Weimar Bezirksstadt.

*Kathol. Pfarrk.* Reicher Barockbau 1732-36, verwandt den Kirchen in
Bremen und Schleid. 1sch. mit 3 weiteren Kreuzgewölben über reicher
Wandarchitektur. In der 1/2kr. Chornische der imposante _Hochaltar_ mit
korinth. Sll. aus farbigem Stuckmarmor und 4 sehr großen geschnitzten
Figg. _Kanzel_ und Schalldeckel in Stuckmarmor. _Gestühl_ und 4
Beichtstühle gut geschnitzt, Eichenholz. _Wappentafel_ des Abts v.
Dalberg. — Daneben das 1730 erbaute Franziskaner-Kloster.

*Evangel. Pfarrk.* Sch. 1714. Turm aus sp. Ma. Kirche 3sch. mit
Tonnengewölbe aus Holz. 2 Emporen übereinander auf Rundsäulen. 2 gute
reiche _Barockportale_. _Holzrelief_ des Abendmahls um 1475, nach der
Tradition aus der Kirche von Hartschwinde bei Dermbach stammend. Bar.
_Epitaph_.

*Schloß* der Fürstäbte von Fulda 1707, Wappentafel v. Schleifras. —
_Gasthaus_, Fachwerkbau 1613.

_DETTELBACH._ UFranken BA Kitzingen.

*Pfarr-K.* Oft veränderter Mischbau. Die spgot. Hälfte könnte als
Hallenkirche geplant gewesen sein; jetzt 1sch. mit umlaufenden Kapellen,
Schluß in 4 (sic) polyg. Seiten. 1770 ein ebenfalls polyg. schließender
WBau angefügt. — Reichliches _Altargerät_ um und nach 1700, durchweg
augsburgisch.

*Wallfahrts-K.*, verbunden mit Franzisk.-Klst. 1610-1614. Ein
Hauptbeispiel des sog. Juliusstils, d.i. eines Kompromisses von SpGotik
und FrBarock. Erhalten blieb aus A. 16. Jh. der graziöse spgot. Chor. Das
Gwb. in kunstvollen »gewundenen Reihungen«, an den Schlußsteinen die
Wappen der Fürstbischöfe Lorenz v. Bibra (1493-1519) und Konrad v. Thüngen
(1519-40). — Der Juliusbau nach neuem Plan und in größerem Maßstab (aus
den Akten geht nicht hervor, welchem der mehreren Werkmeister der Entwurf
zukommt). Qsch. 32 m l., 10,5 m br.; Lhs. 1sch. 20 m. l., 11,5 m br. Der
Raumeindruck dem eines Zentralbaues sich nähernd, in seiner bequemen Weite
renss.-mäßig. Decke Tonnengwb. mit got. gewundenen Reihungen auf
Renss.Pilastern. Die Mönchsempore im nördl. Qsch. 1659 eingebaut. —
Äußeres: Verputzbau mit Quaderecken. Die Formen got. in den spitzbg.
Fenstern mit Fischblasenmaßwerk und den abgetreppten Strebepfeilern,
renss. in den Gesimsen und dem schweren Giebelschmuck. Die WFront gibt
eine große glatte Fläche als Folie für einen der prunkvollsten Portalbaue.
Dieser in frbar. Formcharakter, von _Mich. Kern_ 1611-13. Um die nicht
große rundbg. Türöffnung eine kolossale Rahmenarchitektur, die in ihren
Motiven sich den Altarbauten dieser Zeit eng anschließt; ebenso in der
Anordnung des überreichen plastischen Figurenwerks. — _Innenausstattung_.
Aus der Juliuszeit nur die überaus prunkvolle _Kanzel_ (Sandstein und
Alabaster) erhalten, 1626 von _M. Kern_; gegenständliches Motiv die Wurzel
Jesse; in der dekorativen Empfindung noch viel Spätgotisches. Im Zentrum
großer _Gnadenaltar_ in Stuckmarmor, von _Augustin Bossi_ 1779; das
Gnadenbild (Pietasgruppe) um 1500. — Im _Kirchenschatz_ hervorragendstes
Stück Monstranz von _Joh. Zeckel_ (Augsbg), um 1700.

*Klostergebäude* 1616-20, 4flügelige Anlage in einfachster

*Rathaus* A. 16. Jh. An der Fassade (Langseite) baut sich nicht ohne
monumentale Wucht eine doppelläufige Freitreppe auf, über dem Podest eine
Laube und über dieser ein polyg. Chörlein; die einfach behandelten Fenster
asymmetrisch verteilt; die Giebel der Schmalseiten mit derber
Blendengliederung. Das Innere großenteils verändert, gut erhalten und
bmkw. die Ratsstube mit Erker und Vorplatz; got.-renss. Kompromiß.

*Stadtbefestigung* vollständig erhalten, wenn auch in bröckligem Zustande.
36 vollrunde Mauertürme in Abständen von 26-30 m. Gewöhnlich folgt auf 2
kleinere ein größerer. Von den einst 5 Toren noch zwei.

_DIEBACH._ UFranken BA Hammelburg.

*Pfarr-K.* Rom., A. 13. Jh. Kreuzförmiger Chor im Ostturm. Querschiff und
Langhaus stark verändert. — 3 spätgot. _Holzfigg._ E. 15. Jh.

_DIEDORF._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.

*Dorf-K.* Einheitlich 1785. Altar, Taufstein, Kanzel und Orgel in
charakteristischer Zusammenordnung.

_DIENSTADT._ Sachsen-Altenburg LA Roda.

*Dorf-K.* Rom. Turmchor; sonst im 15. und 17. Jh. umgebaut. —
_Schnitzaltar_ nach 1500, wohl der beste der Gegend.

_DIETENBORN._ RB Erfurt Kr. Hohenstein.

Ehem. *Kloster*. Die spgot. Konventgebäude als Landsitz umgebaut. wenige
rom. Reste der K.

_DIETERODE._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Dorf-K.* 1785. Sandsteinquaderbau, Fenster mit gemusterter
Blankverglasung. Gestühl rok.

Schönes _Fachwerkhaus_ mit Zahnschnitten 17. Jh.

_DIETLAS._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Schloß Feldeck*, ehemals Wasserburg. Im Hof die Zahl 1534. Rechteckige
Fenster 1605 in die ma. Mauern eingebrochen. Viereckiger Bergfried. In der
8 Meter hohen Ringmauer des Hofes ein Rundbogenportal.

_DIMBACH._ UFranken BA Gerolzhofen.

*Dorf-K.*, ehedem Propstei-K. zu Münster-Schwarzach. Beg. 1325 (Inschr.)
noch mit rom. Reminiszenzen. Chor 1sch., 2 gerade Joche und 5/8 Schluß.
Langhaus flachgedeckt, Basilika in 4 Achsen und 3sch. Westbau mit
Mittelturm. Binnenpfeiler 8eck. (in der 4. Achse südl. eine Säule!);
Scheidbogen in der östl. Achse rund; sonst spitz. Beiderseits vom Chor
quadrat. Kapellen: Anfänge nicht ausgebauter Türme. Vgl. die Doppeltürme
in Haßfurt, Gerolzhofen, Königsberg i. Fr., hier jedenfalls an den analog
disponiert gewesenen rom. Bau von Münster-Schwarzach angeknüpft und in der
Gegend das früheste Beispiel von got. Doppelturmanlage. Gute _Altäre_ um
1720. Im Hochaltar _Gnadenbild_, Madonna um 1400, Holz, von mäßiger
Qualität, aber mit originellen Zügen.

_DINGELSTEDT._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Marien-K.* 1688.

Das *Franziskaner-Klst.* auf dem Korbschen Berge neu. Die Altäre enthalten
alte _Schnitzfigg._ aus einem der früheren eichsfeldischen Klöster. Bmkw.
die _Stationsbilder_ der Wallfahrt.

_DINGSLEBEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

*Dorf-K.* Alte Gründung. Der jetzige Bau 1730-42. Einfaches Rok. mit
Emporen. Die Ausstattung gibt ein einheitliches und bezeichnendes
Gesamtbild. — Vom älteren Bestande der spgot. _Taufstein_.

_DIPPACH._ Sachsen-Weimar VB Eisenach.

*Dorf-K.* mit ma. Chor-Turm. Das Sch. mehrfach erneuert. — _Taufstein_
1649 mit guten Skulpturen.

_DIPPOLDISWALDE._ K. Sachsen AH Dippoldiswalde.

*Marien-K.* Von der älteren Kirche der WTurm, M. 13. Jh.; die 4 durch
gegliederte Bogenfriese geteilten Stockwerke treppen sich zurück. Das
Portal rom. organisiert, aber spitzbg. geschlossen; es war eine offene
laubenartige Vorhalle beabsichtigt wie in Wechselburg. Im übrigen spgot.
Halle auf fast quadr. Gr.

*Nikolai-K.* Gut erhaltene Basilika im Üb. St. wohl erst nach M. 13. Jh.
(im 20. Jh. erneuert von _Lossow_ und _Kühne_); Lhs. flach gedeckt, Chor
mit Kreuz-Rippengwb., an den Ecksll. frgot. Laubkaptt. Das 3sch.
Gemeindehaus 22 : 19,5 m. sehr breit im Msch., quadr. Vorchor, Apsis
unregelmäßig polyg. (5/10). Die niedrigen rck. Pfll. haben gegen das Msch.
eine eckige Vorlage, um welche sich das Gesims verkröpft, die Arkaden
spitzbg., ebenso der Triumphbg. Die Fenster nicht in den Achsen; sie
schließen rundbg., das Portal spitzbg. mit einfachem Windberg. Sonst das
Äußere schlicht, Bogenfriese, keine Lisenen. Ein Turm ist nicht und war
nie vorhanden. — Das Innere war reich _bemalt_; zwischen Arkaden und
Fenstersohlbank Einteilung von 30 Feldern in 2 Streifen erkennbar. —
_Flügelaltar_ (rest.), Schrein geschnitzt, die Flügel auch auf der
Innenseite bemalt, um 1520, über den Meister s. Oberbobritzsch.

*Schloß*, wesentlich 16. und 17. Jh. Den architektonisch wichtigsten Teil
bildet die Hofseite. Das Mittelhaus im Charakter der Bauten des Kurfürsten
Moritz, also um 1530-40. Interessant die Pilasterordnung nach ital.
Vorbild. Proportionen nicht gelungen, doch reizvoll die Einzelheiten.

*Rathaus* E. 15. Jh., NGiebel 1540. Rundbg. Portal mit verschränktem got.
Stabwerk und Sitznischen, darüber Wappen bez. 1534. Auf Konsolen 2 gute
Statuen, Maria und Laurentius, A. 16. Jh.

*Haus* am Markt no 19, Renss. Portal bez. 1543, von Pilastern ähnlich
denen am Schloß flankiert, in den Zwickeln Delphine.

_DITTERSBACH._ K. Sachsen AH Pirna.

*Dorf-K.* 1662, 1sch., Holzdecke, 3/8 Chor, WTurm 1721. — _Grabstein_ der
Familie v. Kiesenwetter 17. und 18. Jh.

_DITTMANNSDORF._ K. Sachsen AH Borna.

*Dorf-K.* 17. Jh. Interessanter Gewölbebau mit steinernen Emporen.

_DÖBELN._ K. Sachsen Amtshauptstadt.

*Stadt-K. S. Nikolai*. Nach Brand 1333, rest. 1497 und 1885. Hallenkirche
von 4 Jochen, Ssch. platt, Msch. aus 8Eck geschlossen. Pfll. glatt 8eckig,
Gwbb. auf Konsolen, in dem Ssch. kreuzf., im Msch. sternf., Fenstermaßwerk
z. T. aus 14. Jh. Mäßiger WTurm, die oberen Teile nach Bränden 1629 und
1730. — Bedeutender _Schnitzaltar_ A. 16. Jh. vielleicht von _Hans Degen_;
im Schrein 3 fast lebensgroße Statuen, auf den Flügeln je 2 Heilige in
Hochrelief, reiche durchbrochene Krönungsarchitektur; das Ganze ca. 11 m
h. — _Kanzel_ vom Tischler _David Schatz_ 1599. — _Taufstein_ , prächtig
aus Sandstein und Marmor, 1603. — _Epitaphe_ des Bürgermeisters
Zimmermann, Holz, 1662; des G. Petsch, Sandstein, 1617. — Bmkw. _Kelch_
ca. 1470.

*Gottesacker-K.* neu; von der alten verwendet die bemalte hölzerne _Decke_
von Hans Dittmann 1685.

*Rathaus*. Umbau 1571, 1733. — _Altertumsmuseum_.

*Wohnhäuser*. Einige Renss. Tore und Fenster.

_DÖBEN._ K. Sachsen AH Grimma.

*Dorf-K.* Im OTurm rom. Formen; Chor 1507. — _Schnitzaltar_ 1594, wohl vom
Leipziger _Valentin Silbermann_. — Rom. _Grabst._, wohl für den Burggrafen
Konrad v. Döben, andere 1605, 1633.

*Schloß*, 14. und 17. Jh., nach Brand 1857 renoviert.

_DOBERGAST._ Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.

*Dorf-K.* Neubau 1866. Vorher sprom. Backsteinbau, durch das Material eine
für diese Zeit und Gegend ungewöhnliche Erscheinung.

_DOBICHAU._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Kirche*. Neubau 1801, also aus einer Epoche, die für den Kirchenbau wenig
übrig hatte. Klassizismus in ärmlicher Gestalt.

_DÖHLEN._ K. Sachsen AH Dresden-A.

*Dorf-K.* neu; zahlreiche _ikon. Grabst._ 16. und 17. Jh., darunter einige
gut charakterisierte martialische Gestalten aus dem 30j. Kriege. Auf dem
Kirchhof feiner jonischer Rundtempel als _Denkmal_ für A. Ch. v. Schönberg
1801.

_DOHNA._ K. Sachsen AH Pirna.

*Stadt-K.* Spgot. Hallenkirche, 1833 im W um 1 Joch vergrößert. Der
Formcharakter paßt zu der an der OChorwand befindlichen Inschr. 1489.
Schlanke Rundpfll. ohne Kapitelle. Die Rippen sitzen am Schaft wie
abgebrochen und greifen, einander überschneidend, aus einem Joch ins
andere über. An den Gwbb. einfaches Sternmuster; der an der SOEcke
eingreifende Turm in den unteren Teilen aus älterer Bauepoche;
Achteckchor. — _Schnitzaltar_ um 1500, mit besonders reicher in Laubwerk
aufgelöster Krönung. — _Taufstein_, 6eckig, überzogen mit Maß- und
Laubwerk in vielfachen Überschneidungen. — *Pfarrhaus* 1493. Tür mit
Vorhangbg.

*Schloß* der Burggrafen von Dohna, 1402 zerstört, Fundamente erkennbar.

_DOMMITSCH._ Pr. Sachsen Kr. Torgau.

*Stadt-K.* Spgot. Hallenkirche in Backsteinrohbau. Gwb. im 7j. Kriege
zerstört. WTurm. Rathaus einfacher, stark veränderter Renss.Bau.

_DORFPROZELTEN._ UFranken BA Marktheidenfeld.

*Pfarr-K.* Gute _Holzfigg._ der Madonna um 1460 und St. Sebastian um 1500.
— Messingkronleuchter mit kleiner Doppelmadonna 1. H. 17. Jh. von _Hans
Klanbacht_.

_DÖRINGSTADT._ OFranken BA Staffelstein.

*Pfarr-K.* Chor 1412, Lhs. 1716.

_DÖRNA._ Pr. Sachsen Kr. Mühlhausen.

*Dorf-K.* 1713. Großer _Taufstein_ mit Maßwerk etwa 14. Jh.

_DORNBURG._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Stadt-K.* 1576, spgot., 1717 umgebaut. — _Weinkanne_ und _Kelch_ schöne
Augsburger Arbeiten.

*3 Schlösser*, das steile Felsenufer der Saale malerisch krönend. 1. _Das
nördliche_. Rom. 8eck. Hauptturm, Palas und Nebengebäude rom. und spgot.,
großer Küchenbau. Im sog. Pfalzgrafenzimmer verrestaurierte Wandmalerei
des 16. Jh. 2. _Das mittlere_. Reizender Rok.Bau um 1740. Von Italienern
erbaut und dekoriert. Graziöse Stuckdecken. Von jedem der 3 Geschosse
gelangt man auf eine andere Terrasse des Gartens. 3. _Das südliche_.
Spätrenss. Am Portal bez. 1608. Im Innern Türen mit Intarsien. Die drei
Goethezimmer in Empire.

_DORNDORF._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.

*Dorf-K.* ern. 1727; Emporen und gemaltes Brettergwb., im O über
mittelalterl. Resten Turm mit gefälliger Haube.

_DORNHAGEN._ Kr. Cassel-Land.

*Dorf-K.* Unter späteren Umbauten der rom. Mauerkern des Lhs. erhalten,
ebenso der Ansatz zu einem westl. Glockenhaus ursp. in voller Br. des
Schiffs, mit diesem durch Doppelarkade verbunden. Sprom. Umbau, aus
welchem die Fenster des Obergeschosses. Im Lhs. got. Gwb. — Reste der ma.
_Friedhofsbefestigung_.

_DORNHEIM._ Schwarzb.-Sondersh. LA Arnstadt.

*Dorf-K.* alt. — _Epit._ des Chr. v. Entzenberg. 1585.

_DORNREICHENBACH._ K. Sachsen AH Grimma.

*Dorf-K.* erneuert 1653. — _Grabdenkmäler_ des 16. und 17. Jh., schlichte
tüchtige Arbeiten.

_DÖTHEN._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Dorf-K.* rom., umgebaut. — _Kreuzigungsgruppe_, lebensgroß, Holz, 15. Jh.

_DRACKENDORF._ Sachsen-Altenburg LA Roda.

*Dorf-K.* spgot. und 1653. — Bmkw. 3 _Ölgemälde_, die einst den Kanzelbau
von 1643 schmückten.

*Lobdaburg*. Die sog. obere Burg, eine Vorburg am Rande des Bergplateaus,
ganz zerstört. In der mittleren steht der Palas in 3 Geschossen, rom., 12.
Jh.; an der SSeite des Rittersaales kunstreiche Arkadenfenster.
Kaminanlage. Der NFlügel enthielt eine geräumige Kapelle, von ihr erhalten
2 Rundbogenfenster und eine als Erker vorgekragte Altarnische. Am
Westrande Turmstumpf mit Zisternenanlage. — Die untere Burg gehört zu
Sachsen-Weimar (vgl. Lobeda).

_DREITZSCH._ Sachsen-Weimar VB Neustadt a.d.O.

*Dorf-K.*, umgebaut 1703; Holzdecken und Emporenbrüstungen mit
historischen und ornamentalen _Malereien_ reich staffiert.

_DRESDEN._ K. Sachsen.

_Kirchen_

*Annen-K*. Nach Brand im 7j. Kriege vollkommen neu gebaut 1765-69 von
_J. G. Schmidt_. Rechteck (33:23 m) mit 1/2kr. Abschlüssen. Emporen
zwischen leichten Pfll. auf ovalem Gr. Flache Holzdecke. Neuerdings Umbau
zur Gewinnung besserer Beleuchtung 1907 von _R. Schleinitz_. [Denkmäler in
mehrere Sammlungen zerstreut, u.a. bedeutender Renss.Altar von _Hans
Walther_.]

[*Bartholomäus-K*. An Stelle eines ma. Baues Neubau 1564, abgebrochen
1839. Erhalten hat sich einiges von den Mobilien, jetzt im Stadtmuseum.]

*Dreikönigs-K*. [Die ma. K. stand an anderer Stelle.] Neubau 1732-39. Der
Plan von _Pöppelmann_, der innere Ausbau von _Bähr_. Einfaches Rck. Im W
eingebaut ein quadr. Turm. An dessen Innenseite eine hohe Nische für den
Altar. Seitlich Vorhallen und Treppen, eine zweite Vorhalle im O. Für das
Gemeindehaus bleibt ein Raum von 45:28 m. Daraus ein ovaler Mittelraum
abgegrenzt. In dem schmalen Ssch. 2 Ränge Emporen. Muldenförmiges Holzgwb.
(Die oberste Empore 1891 beseitigt.) Ausbildung der Schauseiten ganz
einfach. Das WPortal aus dem älteren Bau herübergenommen. Der Turm 1854
vollendet.

[_Dreikönigsaltar_; nur der Schrein erhalten (Altert.-Ver.), vielleicht
von _Hans Eiffländer_ A. 16. Jh.; die Flügelreliefs von geringerer Hand.]
— Der jetzige _Altar_ 1738 mit schönem Gitter, die Plastik von _B. Thomä_.
_Kanzel_ aus der älteren K., 1688. — Statue der _Dorothea Stubing_
(† 1677), von einem größeren Denkmal, tüchtige Arbeit (Altert.-Ver.). —
_Gemälde_: Kreuzigung und Kreuzabnahme, in der Art _Wolgemuts_, doch
geringer; _Pastorenbildnisse_ 1698-1818. — Unter dem _Altargerät_ manches
bmkw.

*Frauen-K*. An Stelle einer älteren spgot. erb. 1726-1738 vom
Ratszimmermeister _George Bähr_, letzte Arbeiten bis 1743. Nach einer
langen Epoche kleinmütiger Bescheidenheit erhebt sich hier der
protestantische Kirchenbau zum erstenmal wieder seit Paul Frankes
Wolfenbütteler Marienkirche (1604) zu einem großen und freudigen
monumentalen Entschluß. Das Zweckliche der Predigtkirche ist sorgfältig
durchdacht, aber Bähr bleibt nicht daran kleben. Er kehrt den
geometrischen Spielereien in den Grundrißlösungen vieler Vorgänger den
Rücken und nimmt die durch die Jahrhunderte geweihte Form der einfachen
Rotunde für den Hauptraum auf. Die auf 23,5 m im Lichten gespannte Kuppel
wird getragen von 8 durch Rundbogen verbundene Oblongpfeiler, zwischen
ihnen Emporen in 7 Rängen, seitwärts gegen die Umfassungsmauern
Verbindungsgänge zu den sehr bequemen und ausgiebigen Treppen, so daß die
3600 Sitzplätze fassende Kirche sich schnell und sicher entleeren kann.
Zuzugeben ist, daß die Lösung ästhetisch doch nicht ganz befriedigt. Denn
die Emporen sind hier ein nur vom sachlichen Zweck, aber nicht vom
baulichen Organismus geforderter Appendix. Sie bringen eine Unruhe in den
Raum, die ein Zentralbau am wenigsten vertragen kann. Zur Entschädigung
hat Bähr es gewagt, dem Außenbau eine an einer protestantischen Kirche
bisher unbekannte Kraft und Bedeutsamkeit zu verleihen. Zwar keine Pracht.
Die Formen sogar von ziemlich trockener Bürgerlichkeit. Aber der
Hauptumriß ganz ausgezeichnet gut, würdevoll und zugleich graziös
elastisch. Der Grundriß erscheint hier quadratisch, in den Mitten und an
den abgestutzten Ecken durch Risalite belebt, welche die Aufwärtsbewegung
der Masse sehr glücklich einleiten. Von ganz origineller Wirkung, dabei
konstruktiv voll Zweckmäßigkeit der konkav geschwungene Kuppelhals.

Der alte Frauenkirchhof mit seinen 112 Erbbegräbnissen 1722 Kunstwert.
Jetzt z.T. in andern Kirchen, z.T. im Stadtmuseum. In der K. ein
_Schmerzensmann_ in Marmor vom zerstörten Epitaph des Kanzlers Pfeifer um
1634, von _Hegewald_ oder einem andern Schüler _Nossenis_. [Epit. Bünau
von _Hans Kramer_ im Alt. Museum.]

*Friedrichstädter-K*. 1728-32. Die Anlage erinnert an die Dreikönigs-K.
und soll, gleich dieser, von _Pöppelmann_ herrühren. Das Äußere zeigt den
Meister des Zwingers in einer bis zu erstaunlicher Nüchternheit sich
herbeilassenden Beschränkung. —

*Kath. Pfarr-K. S. Michaelis,* erb. 1748 als Kap. des K. Krankenstifts.

*Josephinenstift und Kirche*, 1760 von _Ch. F. Exner_.

*Reformierte K*. 1760 von _Samuel Locke_.

*Kathol. Hof-K*. von _Gaetano Chiaveri_ aus Rom 1738-46; nach
Unterbrechung fortgesetzt von _Knöffel_ und _Schwarze_, aber ohne
Planveränderung. Die Formen römischer Spätbarock, die Anlage unrömisch.
Als basilikaler Langbau mit Chorumgang und hohem Frontturm erinnert sie,
ganz allgemein gesprochen, an den deutsch-gotischen Kirchentypus; nebenbei
auch etwas an die Schloßkapelle in Versailles. In allen Einzelheiten ist
die Grundrißlösung originell. Das hochräumige, 52 m lange Msch. schließt
am östl. wie am westl. Ende im 1/2Kreis. Die Langseiten haben 6 relativ
enge Joche. Verdoppelte Sschiffe. Über den inneren eine Empore, die auch
über die runden Endigungen sich fortsetzt. Auch der Aufbau scheint in der
Gliederung der Pfeiler und der Art ihrer Verbindung mit dem Gewölbe (Tonne
mit Stichkappen) gotisch inspiriert. Sehr originell die äußere Silhouette.
Die Dächer ganz flach geneigt und durch Attiken mit Balustraden und
dichtem Statuenkranz verdeckt, so daß für das Auge rein horizontale
Abschlüsse entstehen. Der in Pfeiler- und Säulengruppen aufgelöste Turm
(83 m H. gegen 93 m Gesamtlänge) führt einen Gedanken weiter, den zuerst
_Borromini_ in Sta. Agnese an der Piazza Navona ausgesprochen hat. Zu
allen römischen Barockkirchen im Unterschied, wieder mehr im Sinne einer
gotischen Kathedrale, die am Außenbau gleichmäßig an allen Seiten
durchgeführte Pracht. Dagegen fehlt dem Innern die spezifische
Barockpoesie, die an gleichzeitigen süddeutschen Kirchen so stark ist; es
wirkt bei aller Wucht der Formen frostig. Auffallend u. a. die geringe
Rolle der Stuckdekoration. — _Hochaltar_, mit dem über 9 m hohen Gemälde
von Christi Himmelfahrt, von _Raf. Mengs_ 1752 ff. Seitlich _Marienaltar_
und _Josephsaltar_ von demselben 1750 und 1751. Die Gemälde in den
Kapellen von Italienern und Franzosen; wenig bedeutend. Unter den
_Deckenbildern_ möchte das kräftigste das in der Benno-Kap. von _Anton
Maulbersch_ sein. In der Nepomuk-Kap. malte _Karl Palko_. — _Kanzel_ von
_Permoser_ und _Hackl_, Holz in Weiß und Gold staffiert; die Bühne von
einem schwebenden Wolkenknäuel mit Evangelisten und Engeln getragen; im
Gegensatz dazu Brüstung und Treppengeländer in einfachen Flächen; am
Schalldeckel Trophäe der Marterwerkzeuge. — _Weihwasserbecken_, Muschel
auf einer Wolke, aus der Engelsköpfe hervorlugen. — Im Umgang
_Beichtstühle_ von _Hackl_. — Im NWSchiff weichlich virtuose _Statue der
h. Magdalena_ von _Francesco Baratta_. _Johannes d. T._ in der Tauf-K. des
SOSchiffes angebl. von _Lorenzo Bernini_ (??). In der Gruft _Statue
Christi_ an der Martersäule von _Balthasar Permoser_ 1721. Die 59
doppeltlebensgroßen Standbilder an den Dachbalustraden von _Lorenzo
Mattielli_. — Ausgezeichnet vertreten ist die Goldschmiedekunst der Zeit
durch Arbeiten von _Drentwett_ und _Bauer_, beide Augsburger.

*Kreuz-K*. Gegr. gleichzeitig mit der Stadt um 1200; zweimal vollständig
erneuert: 1491 und 1760. Vom spgot. Bau sind Grundriß und Ansichten
erhalten: Hallenbau in der Richtung der Erzgebirgsschule. Der etwas ältere
Chor war in seiner reichen Dekoration an Streben und Fenstern der
Marien-K. zu Bernburg ähnlich und rührt von denselben Meistern her,
_Hanns_ und _Matthias Kumoller_. — Der jetzige Bau nach der Zerstörung des
vorigen im 7j. Kriege erb. 1764-92. Langer Streit um den Plan zwischen dem
Ratszimmermeister _J. G. Schmidt_ (Schüler _Bährs_ und dadurch Vertreter
der deutschen Barocktradition) und dem Hofbaumeister und Akademiker
_Krubsacius_ (der dem eben aufkommenden Pariser Klassizismus zuneigte).
Ein Gutachten _Chiaveris_ verhalf _Schmidt_ zum Siege. Die Anlage ein
Kompromiß zwischen zentraler und longitudinaler Grundform. Von dem
rechteckigen Umfang kommt der WBau für Turm und Emporentreppen in Abzug;
ferner sind am OEnde die Ecken abgerundet; als Gemeindehaus verbleibt ein
Quadrat, in dem aber doch wieder durch elliptischen Grundriß der Emporen
die west-östl. Achse stärker betont ist. Die Emporen gestützt auf wenige
schlanke, die Übersicht nicht hemmende Pfeiler. Ihretwegen kein massives
Gewölbe, sondern nur ein verputztes Schalwerk gewagt. Der Außenbau nach
_Schmidts_ Tode (1774) von _Chr. F. Exner_. Der Turm erst 1788 von _G. A.
Hölzer_, im einzelnen ohne Reiz, aber mit seinen wohlproportionierten
Maßen ein sehr glückliches Element in der Stadtsilhouette. — Das Innere
nach Brand 1897 von _Schilling_ und _Gräbner_ durchgreifend umgestaltet,
in der Lichtführung verbessert und in der Dekoration mit frei modernen
Einzelheiten.

*Sophien-K*. Die einzige K. Dresdens, von der noch wesentliche Teile ihrer
ma. Gestalt erhalten sind. Erb. 1351 für das (1265 gegr.) Barfüßerklst.
Hallenkirche von 2 Schiffen und 2 Chören. Um 1400 die Kap. der Familie
Busmann angebaut, Gwb.Konsolen mit Bildnisköpfen. — 1421 Erweiterung der
K. nach W. In Reformation profaniert, 1602 wieder als K. umgebaut. 1737
der protestantische Hofgottesdienst aus der Schloßkapelle hierher verlegt,
wobei sämtliche Ausstattungsstücke mit übernommen. 1834 und 1864
Überarbeitung im Sinne akademischer Neugotik. Letzte Neueinrichtung 1910.
— Von der alten Ausstattung im 19. Jh. vieles entfernt. _Hauptaltar_ 1606
von dem Hofarchitekten _Giovanni __ Maria Nosseni_ aus Lugano unter
Mitwirkung von _Sebastian Walther_. Aufbau aus mehrfarbigem Marmor in
schulmäßiger italienischer Hoch-Renss., nur das seitlich den Umriß
belebende Schnörkelwerk aus der deutschen Formenwelt. [Das h. Grab der
Busmann-Kap. aus A. 15. Jh. im Mus. des Altert.Ver.] _Grabmal Nossenis_
(† 1620) beg. 1616; wohl von ihm selbst seine knieende Bildnisstatue, ein
Meisterwerk vornehmer Charakteristik, geringer seine drei Frauen. Von
seinen Schülern _Sebast. Walther_ und _Hegewald_ der Schmerzensmann, eine
Transposition von Michelangelos Christus in der Minerva zu Rom.
_Epitaphe_: v. Osterhausen 1615 von _Hans Reis_; Marcus Gerstenberger
1613, wohl dazu gehörig das Marmorrelief der Grablegung, manieristisch
falsches Pathos bei meisterhafter Durchbildung (von _Nosseni_?). Großes
Alabasterrelief der _Kreuztragung_ von einem Unbekannten aus A. 17. Jh.
Epitaphe für Paul John 1631, R. v. Bünau 1643 (Stadtmuseum), Herzogin
Sophie 1653, A. v. Schönberg 1688. Lange Reihe von Hofpredigerbildnissen;
Engelschall von _R. Mengs_, Strauß und Hermann von _A. Graff_.

_Profanbauten_

*Königl. Schloß*. Große unregelmäßige Baugruppe, deren Bestandteile
infolge vielfacher Veränderungen sich nicht mehr leicht historisch
scheiden lassen. Vom ma. Bau (letzte Erweiterung 1471-76) sind einzelne
Mauerteile (Flügel an der Schloßstr.), doch keine Kunstformen erhalten.
Das 16. Jh. wandelte die Burg zum Schloß um. 1701 wütete ein schwerer
Brand. Nur das Innere wurde von August dem Starken mit Pracht neu
eingerichtet, das Äußere in unscheinbarer Weise eilfertig instand gesetzt.
Der König trug sich längere Zeit mit dem Plane eines neuen Schloßbaues an
anderer Stelle. — Mit dem _Georgenbau_ 1533 (nach der Überlieferung von
_Hans Schickentanz_) hielt die Renss. ihren Einzug in Dresden. Beim Brande
1701 nur das Erdgeschoß erhalten. Das eine der beiden _Portale_ beim Umbau
1899 in den Winkel gegenüber der kath. Hof-K. versetzt; der reiche Dekor
in ausgeprägt lombardischem Stil; die ursp. Bekrönung war höher, ein zu
ihr gehöriges Relief in der Durchfahrt zum Jagdtor. Fries mit _Totentanz_
im Mus. des Gr. Gartens. — _Moritzbau_. Ein vollständiger Um- und
Vergrößerungsbau begann 1548. Entwurf von _Caspar Vogt_, Oberaufsicht von
_Hans Dehn_. Unter den folgenden Regierungen weitere Um- und Zubauten. Den
Zustand E. 17. Jh. zeigt das bmkw. große Modell im Grünen Gewölbe. Als
Hauptfassade hat die WSeite des großen Hofes zu gelten. In der Mitte
erhebt sich der mächtige, aus dem ma. Bau herübergenommene Hausmannsturm,
überhöht und mit Bar.Helm versehen 1674 von _Klengel_. Vor ihn legte sich
der große Altan in 3 Geschossen offener Bogenhallen; er sollte, da der
Turm keine Türen hatte, die Verbindung zwischen den beiden Hälften
vermitteln (1896 wurde er um 2 m vorgerückt). Das jetzt das Erdgeschoß des
Hausmannsturms durchbrechende Grüne Tor nach 1691. Aus der Zeit Moritzens
stammen die in die Winkel des Hofes verlegten großen Treppentürme
(»Schnecken«) aus dem 8Eck mit rundem Oberbau, und die ihnen zunächst
liegenden Zwerchhäuser. Nur die Schnecken und der Altan haben architekt.
Gliederung; die sonstige Fassade ist glatter Verputzbau; die sie
schmückende sehr reiche Sgraffitomalerei (von den Italienern _Ricchini_
und _de Thola_) ist verschwunden. Am Altan die erste Brüstung mit Reliefs,
wohl von _Hans Walther_. — Das Tor an der Schloßstraße 1589; kräftige
Rustikasäulen dorischer Ordnung tragen einen Metopenfries; der Aufsatz
umgestaltet. Der _Kleine Schloßhof_ 1592 von _Paul Buchner_ in derber
deutscher Renss. Der Durchgang zum Großen Hof nebst Portal in vornehmeren
Barockformen 1682. — Von der _inneren Einrichtung_ der älteren Teile ist
infolge von Bränden und Umbauten wenig übrig: Die Deckenmalerei im sog.
Wettinzimmer von _Hans Willkomm_ und _Gg. Fleischer_; dagegen von
Italienern die Decke des sog. Porzellanzimmers im Hausmannsturm; zartes
Groteskenornament in Stuck auf farbigem Grunde in der Art der
raffaelischen Loggien, speziell an dessen in Genua tätigen Schüler _Perino
del Vaga_ erinnernd (vielleicht aus der genuesischen Künstlertruppe, die
1538 nach Prag berufen war). — Aus der ersten Zeit August des Starken
stammt die Ausstattung der Chambre de lit und des Thronsaals. — Von den 7
Räumen des Grünen Gewölbes besitzen das »Silberzimmer« und der
»Preziosensaal« Stuckdecken aus 16. Jh.; andere haben 1721-24 ihre
Dekoration erhalten, als August der Starke in ihnen den unvergleichlichen
Schatz von Edelmetallarbeiten, der noch heute dort bewahrt wird,
aufstellen ließ. — Aus letzterer Zeit auch der »Gardesaal« nahe der
»englischen Treppe«; diese ist älter, von 1669. — Verschiedene
Nebengebäude, wie das Ballhaus und das Komödienhaus, sind verschwunden. —
Die _Schloßkapelle_, im Moritzbau im S des Hausmannsturms, wurde 1602 und
1662 umgebaut, nach dem Übertritt des Kurfürsten Friedr. August I. zur
kathol. Kirche 1737 dem Gottesdienst entzogen und zu den Wohnräumen
geschlagen. Der erste Bau unter Moritz folgte dem Typus der Schloßkapelle
zu Torgau. Davon hat sich das (an den Jüdenhof versetzte) herrliche
_Portal_ erhalten, bez. 1555, Formen und Verhältnisse in rein
italienischem Geist, doch von einem Deutschen (_Hans Walther ?, Christoph
Walther_?) Der _Altarbau_ von 1602, von einem der _Walther_, ist in die
Schloßkapella zu Torgau übergeführt. Der _Taufstein_ jetzt in der
Sophienkirche, um 1555, mit Veränderungen 1602. Ebendahin gelangten die
wertvollen _Altargeräte_.

*Palais am Taschenberg*. 1707 ff. unter starkem Anteil von _Pöppelmann_.
Die 48 m breite Front hat 19 Fensternischen und 4 Geschosse. Das
Mittelrisalit springt wenig vor, ist aber durch reichen Fensterschmuck
ausgezeichnet. Im Innern eine großartige (nur zur Hälfte erhaltene)
Treppenanlage. 1756 ff. die seitl. Erweiterungsbauten unter Leitung von
_Schwartze_. Die köstlichen Brunnen und sonstigen plastischen Arbeiten von
_Gottfr. Knöffler_. Von der alten Einrichtung erhielt sich nur die
Kapelle.

*Kanzleihaus* (jetzt Hofapotheke), 1567 von _Hans Irmisch_; die
Sgraffitomalerei, von _Benedikt de Thola_, zerstört; einige Mobilien aus
der Erbauungszeit.

*Stallhof* (heute Johanneum und Gewehrgalerie). 1. Der kurfürstl. Stall,
1586 ff. von _Paul Buchner_; nach Ausweis alter Zeichnungen eine nicht nur
sehr ausgedehnte, sondern auch überraschend glänzende Anlage,
Sgraffitomalerei an den Wänden, reich dekorierte Zwerchhäuser am hohen
Dach; jetzt ganz verunstaltet. 2. Der »lange Gang«, seit 1731 als
Gewehrgalerie benutzt; die 53 Fürstenbildnisse (meist von _Heinrich
Göding_ ca. 1570-80) haben nur dekorativen Wert, die 29 Turnierbilder nur
kulturgeschichtlichen. Außen das derbkräftige »Jagdtor«, die Bildwerke von
_Andreas Walther_. 3. Der »Stallhof« selbst; im 18. Jh. für die
Gemäldegalerie umgebaut; seither weiter verändert. Zwei prachtvolle
bronzene Säulen (1588) auf dem Hofe dienten beim Ringelrennen.

*Zeughaus* (heute Albertinum) 1559-63 von _Paul Buchner_, gebürtig aus
Nürnberg, bis dahin in den Niederlanden tätig, von wo er die reiferen
Renaissanceformen einführte. 4 Flügel umgeben ein gestrecktes etwas
verschobenes Rechteck. Das Erdgeschoß (das sich allein in ursp. Gestalt
erhalten hat), wird durch toskanische Säulen rundum in zwei Schiffe
geteilt; erhalten ferner 2 Tore gegen W in Rustikaarchitektur.

*Zwinger*. 1711-22 von _Matthäus Daniel Pöppelmann_ (1662 bis 1736). Die
monumentale Gestaltung eines Renn- und Festspielplatzes, dergleichen um
jene Zeit in Florenz, Wien und Paris öfters, in Dresden selbst im Jahre
1709, in provisorischer Holzkonstruktion zur Ausführung gekommen waren.
Etwas von der phantastischen Pracht der Bühnenarchitektur ist auf die
Anlage übergegangen, aber gemäßigt durch eine hohe, klare und für den
gegebenen Zweck überaus glückliche Grundrißdisposition. Den Zwinger von
der SWHauptpforte betretend, hat man vor sich einen Hof von 106 m Tiefe
und 107 m Breite; aus den Langseiten treten Flügel mit Segmentbogenschluß
hervor, wodurch das Ganze kreuzförmige Gestalt erhält, mit Erweiterung der
Querachse auf 204 m. Die dem Eingang gegenüberliegende Seite (wo jetzt
_Sempers_ Galeriegebäude steht) blieb offen und man weiß nicht genau, mit
welchem Programm _Pöppelmann_ hier zu rechnen hatte. (Vor der Eingangseite
zog sich der breite Stadtgraben [jetzt Ostraallee] hin und links schlossen
sich die hohen, schon damals mit Bäumen bepflanzten Wälle an). Den großen
Hof umgibt eine Pfeiler- und Bogenhalle auf hohem Sockel. Aus ihr erheben
sich mehrere Pavillons, 4 an den Langseiten des Mittelhofs und 2 am Schluß
der Kreuzflügel. Von ihnen aus schaute die Hofgesellschaft den Spielen zu,
während die Arkadengänge eine Orangerie enthielten; mit diesem Zweck
hängen die vor jeder Arkade angeordneten Konsolen zusammen. — Über der
genialen Phantastik der Behandlung darf der Wert der Gesamtanlage nicht
übersehen werden: der wundervolle Rhythmus des Grundrisses und die hohe
Angemessenheit der Proportionen des Aufbaues. Der Stil der
Zwingerarchitektur hat mit dem Rokoko historisch nichts zu schaffen, ist
ihm auch nicht stimmungsverwandt; er ist aus umfassenden italienischen
Studien hervorgegangen; selbst _Palladio_ dürfte mit seinen
Villenentwürfen nicht ohne Einfluß gewesen sein. Charakteristisch für den
Zwingerstil ist die enge Verbindung von Architekturformen mit _figürlicher
Plastik_. Je einer der 4 Saalbauten ist in seiner Dekoration Jupiter,
Neptun, Vulkan und Apoll gewidmet. Von _Permoser_ der Atlas auf dem
Wallpavillon, die vier Jahreszeiten am Eingangspavillon, die Entwürfe zu
den Faunen unter den Konsolen vor den Arkaden; anderes z.T. spät; so die
Statuen am Uhrpavillon von _J. B. Dorsch_ 1785. — Außerhalb des Hofes im
nördl. Winkel das Nymphenbad; das im südl. Winkel gelegene große Opernhaus
ist nach Brand 1849, das kleine 1841 abgebrochen.

*Palais im Großen Garten*. Der Garten beg. 1676 unter Johann Georg II.;
schnurgerade Alleen, Rennbahn für Reiterspiele, Naturtheater, Irrgarten,
Wasserkünste, zahlreiche Pavillons (im heutigen Bestande aber nur in
einzelnen Andeutungen noch zu erkennen). In der Mitte das _Palais_, 1679
von Oberlandbaumeister _J. G. Starke_. Es sollte »italienisch« gebaut
werden. Anklänge speziell an die Gartenpaläste Genuas (durch das Buch von
Rubens sehr bekannt) nicht zu verkennen. In der Verbindung des
Monumentalen mit dem Anmutig-Heiteren eine ausgezeichnete Leistung. Gr.
gestreckter Mittelbau mit kurzen, nach beiden Seiten vorspringenden
Querflügeln. Im Aufriß folgen sich: Erdgeschoß in Rustika; Hauptgeschoß
mit Pilastern und großen Fenstern; Attika als Halbgeschoß. Der Mittelbau
hat auf beiden Seiten eine weitläufige Freitreppe in der Höhe des
Erdgeschosses und ein Mittelrisalit mit gekuppelten Sll., toskanisch im
Erdgeschoß, jonisch im Hauptgeschoß. Die Mauerflächen neben ihr und über
den Fenstern sind mit Festons und Draperien geschmückt; ferner spielen
Nischen mit Statuen und (im Attikageschoß) Büsten eine Rolle. Auf dem
mittl. Dachfirst eine Balustrade mit Vasen. Im ganzen herrschen gerade
Linien, wie überhaupt der Bau mehr renaissancemäßigen als barocken
Charakter hat. Der den ganzen Mittelbau einnehmende Saal in seinem
gravitätischen Prunk sehr eindrucksvoll; Gliederung der Wand durch Nischen
mit überlebensgroßen Standbildern antiker Göttinnen (vom Niederländer
_Dierks_), Buntmarmorsäulen, schwerem verkröpftem Hauptgesims,
Spiegelgewölbe — alles kraftvoll mit Stuck und Farbe dekoriert. — Die
Marmorstatuen und Vasen des Gartens (einst 150) in Rom und Venedig
bestellt, von _Baratta_, _Balestra_, _Corradini_ und angebl. auch
_Bernini_, von dem aber heute nichts mehr nachzuweisen. Die in
entfernteren Teilen zerstreuten Sandsteinbildwerke meist von deutschen
Künstlern; bmkw. die Apotheose eines Fürsten (Eugen v. Savoyen?) von
_Permoser_ (ursp. an anderem Ort). —

*Japanisches Palais* in der Neustadt. Hieß ursp. »holländisches«. Erster
Bau 1715 von _Pöppelmann_ für Gf. Flemming. Dann vom König angekauft und
1729-41 umgebaut und vergrößert von _Pöppelmann_ († 1733) und _Longuelune_
unter Oberleitung des Generalintendanten _Jan de Bodt_. _Pöppelmann_
gehört der Elbflügel und der Arkadenhof. — 4 Flügel im Rck., außen 74 : 56
m. Jede Langseite durch Eck- und Mittelvorlage, jede Vorlage durch
Pavillondach herausgehoben. Die kräftigste wagerechte Teilungslinie über
dem Erdgeschoß; es folgen Hauptgeschoß und Mezzanin, durch senkrechte
Streifen zusammengehalten; das Mittelrisalit hat einen Giebel, getragen
von 4 Paaren gekuppelter Säulen. Die eigenartig geschwungenen Linien des
Kupferdachs sollen an Japanisches erinnern. Augusts Plan, das ganze Innere
einheitlich mit Porzellan zu dekorieren, kam nur zum kleinsten Teil zur
Ausführung. — Die dekorative Plastik, vornehmlich im Hof, von _J. Ch.
Kirchner_. Die Gartenanlage von _Pöppelmann_, früher reichlicher mit Vasen
und Statuen dekoriert.

*Kurländer Palais*. Erster Bau für Gf. Wackerbarth 1718, Umbau 1728
wahrscheinlich durch _Joh. Christoph Knöffel_. Die Anlage gruppiert sich
unregelmäßig, doch mit trefflicher Raumausnutzung, um mehrere Höfe. Die
nicht sehr ausgedehnte Fassade erreicht monumentale Wirkung; Erdgeschoß
und Hauptgeschoß mit fast verborgenem Mezzanin. Im Innern hat der
Gobelinsaal seine Einrichtung fast vollständig erhalten; die _Ölgemälde_
über den Türen von _Silvestre_ und _Casanova_, die _Bildwebereien_ mit
Darstellungen aus dem Bauern-, Schiffer- und Hirtenleben von dem Brüsseler
_van dem Borcht_ nach David Teniers d. J. Der Festsaal von _Joseph Deibel_
in der Zeit als der Chevalier de Saxe Besitzer war (um 1761).

*Landhaus.* An der Stelle des in der Belagerung von 1760 beschädigten
Flemmingschen Palais 1770 von _F. A. Krubsacius_. Die 77 m lange
Schauseite auf die Wirkung in enger Straße berechnet. Die Hofseite gab
Gelegenheit zu einem kräftig vortretenden Mittelbau mit riesigem
Treppenhaus. Die Einzelformen sehr einfach, auf eigentliches Ornament ganz
verzichtend.

*Regimentshaus* 1710.

*Hotel de Saxe* und *British Hotel*. Ursp. vornehme Adelshäuser, um 1720
von _George Bähr_. Geistvolle und prächtige, lebhaft bewegte Kompositionen
bei recht derber Detailbildung.

*Hoymsches Palais* (Harmonie). Die Front gegen die Landhausstraße von
_Knöffel_, die gegen die Rampische Str. von _Krubsacius_,
Lisenengliederung von guten Verhältnissen, sparsames Zierwerk. Im Hofe
reizender _Brunnen_ von _Gottfr. Knöffler_.

*Coselsches Palais*. Gleich dem vorigen für das sächsische Spätbarock
besonders bezeichnend. Der hohe Mittelbau 1744 von _Knöffel_ in der bei
ihm beliebten Lisenenarchitektur mit schwachen Gruppierungskontrasten. Die
vorspringenden niedrigen Flügel 1762 hinzugefügt.

*Palais des Chevalier de Saxe* (Palais Prinz Johann Georg) 1764-70 von
_F. A. Krubsacius_. 1855 umgebaut. Es hatte ursp. ein einziges
Hauptgeschoß, darüber ein Halbgeschoß und die in dem hohen Dach
angebrachten Mansardenzimmer. Charakter: vornehme Einfachheit. Die
Trophäen und Putten von _Gottfr. Knöffler_. Im Park Zierbauten — Ruine,
Tempel, Einsiedelei (1799) und dergl. — von _Weinlig_ (_?_), Vorahnungen
der Romantik in klassizistischem Gewande. Gartenplastik.

*Ministerpalais in der Seestraße.* 1753 als Privatgebäude, in der Art
_Knöffels_. Fassade von 9 Achsen in schlichter Lisenenarchitektur; 4
Geschosse, von denen nur das erste und das letzte durch Gurtgesimse
abgesondert, so daß doch wieder ein Dreiklang entsteht.

*Palais des Grafen Brühl, später Marcolini* (jetzt Stadtkrankenhaus) 1746.
Langgestreckter Bau (200 m) in einfacher Lisenenarchitektur. In der Achse
kleiner Ehrenhof. Die Hermen an den Torpfeilern von _Wiskotschill__, die
wunderlichen Löwen __ (nach chinesischen Mustern?) von  J. B. Dorsch_. Von
der Inneneinrichtung blieb wenig intakt, so der chinesische Saal und ein
pompejanisches Zimmer. Im Garten der großartige _Neptunsbrunnen_ nach
_Longuelunes_ Entwurf von _Lorenzo Mattielli_ 1741-44, eine Fels- und
Grottenarchitektur mit plastischen Kolossalfiguren in meisterhaftem
Gruppenbau. [Eine reizende Brunnengruppe mit Amphitrite von _Knöffler_
jetzt im neuen Ständehaus; die einst im Garten zerstreuten Vasen und
_Einzelstatuen_ auf der Bürgerwiese.]

*K. Stallgebäude*. 1794 von _Ch. Weinlig_.

*Justizministerium.* 1733 angeblich von _Pöppelmann_.

*Blockhaus* (jetzt Hauptwache) erb. 1737ff. von _Zacharias Longuelune_,
als wichtiger Richtungspunkt für die Straßenzüge der Neustadt. Ein
wesentlicher Bestandteil, die Krönung durch Pyramide und Obelisk mit dem
Bilde Augusts des Starken, blieb unausgeführt. Das jetzige Obergeschoß
über dem Hauptsims nach 1880.

*Palais des Grafen Wackerbarth,* begonnen 1725 als Kadettenhaus, dazu
Reitbahn.

*Rathaus der Altstadt.* 1741-45 nach _Knöffels_ Entwurf.

*Rathaus der Neustadt*. 1750-54 von _Berger_ und _Winkler_; sehr schlicht,
nur durch die sorgfältig abgewogenen Verhältnisse wirkend.

*Gewandhaus* 1768 von _J. G. Schmidt_.

*Bürgerhäuser*. Dresden war bis ins 16. Jh. eine unbedeutende Stadt. Von
ca. 1550 begann eine lebhafte, wenn auch nicht glänzende Bautätigkeit, die
durch den 30j. Krieg unterbrochen wurde. Von dessen Ende bis zum 7j.
Kriege ist Dresdens klassische Zeit. In keiner anderen deutschen Stadt ist
diese Epoche im bürgerlichen Bauwesen so gut vertreten, trotz großer
Einbußen durch den Brand der Neustadt 1695, die Belagerung von 1760 und
die umgestaltende Tätigkeit des letztverflossenen Menschenalters. Im
Folgenden nur eine Auswahl charakteristischer Beispiele.

a) _Aus der Spätgotik_. Marien-Apotheke; spitzbg. Tor um 1460-70, im
schrägen Gewände Sitznischen mit Baldachin, in Bgg. verschränktes
Stabwerk; jetzt im Zoologischen Garten; ein zweites kleineres an der
Hofseite des Hausflurs. — Interessanter Gr. Wilsdruffer Str. 2. — Gewölbte
Hausflure Schloßstr. 32 und Seestr. 2 mit angeputztem gewundenem Netzwerk.
— [Mehrere bis ins 19. Jh. erhaltene Votivmadonnen jetzt im Altert.-Ver.].

b) _Frührenaissance_. Ecke Frauenstr. und Neumarkt Runderker mit reizendem
Kinderfries um 1530. — Reich mit Masken belebte Treppentür in Schloßstr. 1
und 20. — Portalaufsatz Altmarkt 20 von 1538.

c) _Hoch- und Spätrenaissance_ 1550-1650. In sonst umgebauten Häusern
Fenster aus dieser Epoche: Webergasse 3, 5, 9, 13; Scheffelstr. 4, 7, 13;
Wilsdruffer Str. 3, 6, 10, 13, 20, 31, 36, 40; Schloßstr. 6, 12, 15, 18,
23; Schössergasse 5, 11, 17, 27. — Da in dieser Epoche die Firste
regelmäßig parallel zur Straße angelegt werden, kommen größere Giebel nur
an Eckhäusern vor; sonst nur Zwerchgiebel; besonders bmkw. Exemplare haben
sich nicht erhalten. — Ganze Fassaden: Schreibergasse 12 mit 3geschossigem
rck. Erker an der Ecke. — Seestr. 1, Erker ähnlich dem vorigen. —
Wilsdruffer Str. 15 Hotel de France, 4geschossig zu 6 Fenstern in dichter
Stellung, Details nach Serlios Musterbuch. — Schloßstr. 11 Hotel Stadt
Gotha, kräftig ausgebildeter Erker auf gequadertem Tragstein, vor A. 1591.
— Schloßstr. 6, 2geschossiger Erker mit gequaderten Ecklisenen. —
Schloßstr. 30, Erker mit den Halbfiguren des Kurf. Christian II. und
seiner Gemahlin, 1612 von _Hans Steyer_. — Schloßstr. 11 und 34, wo auch
ein größerer Giebel. — Hübsche, doch nicht hervorragend reiche Portale:
Zahngasse 13, Pfarrgasse 7, Kleine Kirchgasse 5, Weißegasse 2. — Reste
alten Holzbaus selten.

d) _Barockbauten_ 1650-1690. Ecke Wilsdruffer Str. 14 und Große
Brüdergasse 1 um 1650-60, Schloßstr. 14 um 1660 — mit Kartuschenumrahmung
der Fenster —, Wilsdruffer Str. 15 vorzüglich erhaltener reicher Erker um
1680. — Ebenda 42 um 1690. — Rampische Str. 9 große Fassade in
niederländischer Art um 1690.

e) _Barockbauten_ 1690-1715. Sporergasse 2, großes Haus, mit einfachen
Mitteln kraftvoll gegliedert, der Art _Klengels_ nahestehend, um 1695. —
Portal Neumarkt 12, jetzt als Fenster umgebildet. — Scheffelstr. 5, dor.,
jon. und korinth. Pilasterordnungen, an den Fensterbrüstungen aufgehängte
Tücher, um 1700. — Landhausstr. 13 um 1710. — Große Brüdergasse 39 unter
_Pöppelmanns_ Einfluß um 1710, polyg. Erker. — Häuser derselben Richtung
von zunehmender Stattlichkeit sind: das Eckhaus Wilsdruffer Str. 1 von
_J. G. Fehre_, einerseits 8, andererseits 9 Achsen, an der Ecke
durchgehende Erker, im Aufbau die schwierige Vierzahl der Geschoßteilung
geschickt gelöst; Galeriestr. 14 von _G. Hase_; Große Brüdergasse 31; An
der Mauer 2 von _George Bähr_, für sich selbst, 3achsig, originelle
Stockwerkteilung; Rampische Str. 7 von _Georg Hase_, 5achsig, flacher
Mittelerker, eigenartig krause Verdachungen. — Frauenstr. 9, tiefes
Grundstück, Fassade 3achsig, Hof mit gewölbten Bogengängen durch 5
Stockwerke. — Schloßstr. 5 um 1710. — Jüdenhof 5 (für den berühmten
Goldschmied Chr. Georg Dinglinger), die Fassade voll rhythmischen Lebens,
eine der feinsten unter den _Pöppelmann_ nahestehenden, mit Ausnahme des
Erdgeschosses ganz unverändert. — Große Klostergasse 2, wohl von
_Pöppelmann_ selbst bez. 1715. — Ebenso Hauptstr. 17 und Rampische Str. 5.
f) _Barockhäuser_ 1715-40. Wilsdruffer Str. 7, Goldener Engel, die 4
mittleren der 6 Achsen durch reiche Fensterverdachung ausgezeichnet und
über dem Dachgesims mit einem Stichbogengiebel gekrönt. — Ähnlicher
Kompositionsgedanken auf ein Dreifensterhaus angewendet Rampische Str. 33.
— Zahnsgasse 10, beg. 1722, 8 Fenster Front, durch Wechsel der
Verdachungen rhythmisiert. — Heinrichsstr. 2 von _Fehre_ 1720. — Hauptstr.
26 um 1730. — Jüdenhof 2 bez. 1736. — Königstr. 1 bez. 1734; ähnlich 5.

g) _Rokokohäuser vor_ 1760. Frauenstr. 14 um 1750 mit reizendem
plastischem Schmuck von _Knöffler_. — Sophienstr. 1, Gliederung durch
Lisenen, zwischen den Fenstern trefflich gezeichnete Kartuschen. —
Altmarkt 1 von _Knöffel_ 1741.

h) _Rokokohäuser nach_ 1760. An der Frauenkirche 20 von 1764. — Breitestr.
12. — Moritzstr. 6 ganz ohne architektonische Glieder, nur mit frei über
die Fläche verteiltem Stuckornament. — Ähnlich Landhausstr. 4. — Im ganzen
jedoch herrscht in dieser Zeit einfache Lisenengliederung der Flächen,
z.B. Neumarkt 10 Stadt Rom; An der Frauenkirche 5; Augustusstr. 2.

i) _Der Klassizismus_: Landhausstr. 18 und 27. — Pillnitzer Str. 26. —
Johannesstr. 23. — Pirnaische Str. 50. — Polierstr. 19. — Gewandhausstr. 7
dorisch.

*Museen*: Altertums-M.; M. des K.S. Altertumsvereins; Sammlung für
Baukunst d. Techn. Hochschule; Stadtmuseum im neuen Rathaus; M. d. Ver. f.
sächs. Volkskunde.

*Denkmäler.* Reiterstandbild _Augusts des Starken_ auf dem Markt der von
ihm geschaffenen Neustadt, 1732 von _Ludwig Wiedemann_. Denkmal für den
_Kurfürsten Moritz_ nach 1553 (jetzt an der Brühlschen Terrasse); in einer
Ädikula dorischer Ordnung reliefartig wirkende Rundfigg. vor festem
Hintergrund: Moritz, vom Knochenmann gedrängt, übergibt seinem Bruder
August das Kurschwert. Meister unbekannt [_Hans Walther?_].

_DROYSSIG._ Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.

*Dorf-K.* Der östl. platt geschlossene Teil mit schmalen spitzbg. Fenstern
deutet auf 13. Jh. — Guter spgot. _Schnitzaltar_. Zahlreiche
_Grabdenkmäler_ 14. bis 18. Jh., z.T. vortrefflich.

*Schloß*. Sehr interessante ma. Anlage, ovaler Grundriß, 5 (ursp. 6)
halbrunde Türme, Zwinger, die Wohnbauten renss. und bar. Reizvoll
malerischer Eindruck.

_DRÜGENDORF._ OFranken BA Ebermannstadt.

*Pfarr-K.* 1775. Altäre und Kanzel von _J. B. Kamm_, Deckenfresken von
_Wunder_ bez. 1770, Hochaltargemälde von _Mattenheimer_.

_DUTTENBRUNN._ U Franken BA Karlstadt.

*Pfarr-K.* Chor und OTeil des Lhs. E. 12. Jh., Erweiterung 17. Jh.



_E_


_EBELEBEN._ Schwarzburg-Sondersh. LA Sondersh.

*Dorf-K.* Umbau 1702; gräfl. Schwarzbg. Grabkap. 1642. Epit. der Herren v.
E. 1569. —

*Fürstl. Schloß* 16.-18. Jh.

_EBELSBACH._ UFranken BA Haßfurt.

*Schloß.* Von 1396 bis zur Gegenwart im Besitz der Herren v. Rotenhan.
Erb. 1564 ff. Wasseranlage. Die Umfassungsmauern regelmäßiges Rok. mit
Ecktürmen. Nur an 2 Seiten wohnmäßig ausgebaut, Fachwerk über
Quaderunterbau. Kapelle 1580, neu ausgestattet A. 18. Jh.

_EBENHARD._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

*Dorf-K.* Der turmtragende eingezogene quadr. Chor in der Anlage frgot.,
Lhs. rok.

_EBERN._ UFranken BAmtsstadt.

*Pfarr-K.* 2. H. 15, Jh. Hallenkirche mit niedrigeren Sschiffen. Die
letzteren schließen polyg., ebenso der das Msch. fortsetzende (ältere)
Chor. Im Msch. Sterngwbb. von strenger Bildung, im Chor und in den Ssch.
einfache Kreuzgwbb. Die runden Pfll. haben schlichtes Kämpfergesims.
WEmpore jünger (1492). Außen Quaderbau, bar. und modern rest. Turm im W.
Im nördl. Sschiff prächtiger _Bar.-Altar_, Bamberger Arbeit.
_Sandsteinkanzel_ ca. 1610. — Rotenhansche _Epitaphe_, ein bronzenes 1539,
ein steinernes 1559 vielleicht von _Kilian Sorg_. — Neben der K. 2stöckige
*Michaelis-Kap.* 1464 (Inschr.). Unten Beinhaus, Erkerchor, kleines
_Relief_ mit Jüngstem Gericht.

*Marien-K.* auf dem Friedhof. 2. H. 15. Jh. 2sch. mit zierlichem polyg.
Chor, darin fein gemusterte Sterngewölbe (1518), die Strebepfeiler auf
statuarische Ausstattung berechnet. — Wirkungsvoller _Hochaltar_ 1750,
Altarblätter von _J. A. Glantschnigg_ 1745, 1746. _Pietas_ um 1480.

Ehem. fürstbischöfl. *Amthaus* (jetzt Gericht), renss.

*Rathaus* 1604. Steinernes Erdgeschoß in 4 Säulenarkaden geöffnet,
Obergeschosse reich gemusterter Fachwerkbau, am Giebel Dachreiter. Mehrere
wohlerhaltene Tor- und *Mauertürme,* 2 bar. *Brunnen,* Neptun und Pallas.

_EBERSBACH._ K. Sachsen AH Löbau.

*Dorf-K.* Der originelle Gr. entstand 1726 durch Anfügung eines
zentrischen, aus Kreis und Polygon gemischten OBaus an einen älteren
Langbau. Hölzerne Tonnen- und Kuppel-Gwbb. Ringsum Emporen in 3
Geschossen. Die _Inneneinrichtung_ ein besonders stattliches Paradigma der
Lausitzer Predigt-K. In allen Teilen polychromiert. An den Emporen 54
biblische Gemälde von 1733. Ansehnlicher Baldachinaltar 1787. Hübsches
Gestühl. Der Prospekt der Silbermannschen Orgel von 1738 ist einer der
prachtvollsten Sachsens.

*Herrenhaus* um 1700.

_EBERSBERG._ RB Cassel Kr. Hersfeld.

*Burgruine.* Ein Teil der Ringmauer und 2 runde Türme erhalten. 1274
zerstört, 1396 wieder aufgebaut.

_EBERSDORF._ Reuß j.L. LA Schleiz.

*Fürstl. Schloß* 1690-93.

_EBERSDORF._ K. Sachsen AH Flöha.

Ehem. *Stifts-K.* um 1400, die reiche Ausstattung E. 15. und A. 16. Jh. —
Das Lhs. 1sch. begonnen, noch während des Baues durch Einziehung von Pfll.
in ein 2sch., ein weiteres und ein schmäleres geteilt; dadurch schneidet
ein Pfl. unsymmetrisch in den etwas eingezogenen Chorbogen, Kreuzgwb.,
Chor gestreckt mit Schluß aus 8 Ecken, Sterngwb.-Turm an der SWEcke. —
_Schnitzaltar_ 1513 mit 4 beweglichen und 2 festen Flügeln. Aus derselben
Zeit Reste eines schönen _Chorgestühls_. _Ikon. Grabst._ des Dietrich v.
Harras, des kühnen Springers der Sage, um 1500. [Von hohem Wert die
_geschnitzten Figg._ eines Engels und eines Diakons als Lesepulthalter,
jetzt im Altert.-Ver. in Dresden: nach Flechsig vom Meister der »schönen
Tür« in Annaberg.]

_EBERSRODA._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Dorf-K.* Rom. OTurm mit gepaarten Fenstern.

_EBRACH._ OFranken BA Bamberg II.

Ehem. *Cisterc.-Klst*. gegr. 1127, die älteste und stets vornehmste
Niederlassung des Ordens in Franken. Die bestehende Kirche Neubau des 13.
Jh. Erste Altarweihen, wohl nicht lange nach Beginn des Baues, 1218 und
1221. Letzte Vollendung 1282. Trotz der langen Bauzeit völlig einheitlich
im Plan und nahezu einheitlich in den Stilformen. Die späteren
Jahrhunderte brachten keine Veränderungen, außer in den
Ausstattungsstücken, bis Abt Wilhelm Roßhirt (1773-91) durch _Materno
Bossi_ den ganzen Innenbau in einer dem französischen Louis XVI.
verwandten Manier neu dekorieren ließ. Der großartigste frgot. Bau, den
Deutschland hervorgebracht hat, wurde dadurch, wo nicht materiell, so doch
ästhetisch vernichtet. Immerhin verdient _Bossi_ insofern Dank, als er
nicht ganz so rücksichtslos verfuhr, wie in ähnlichen Fällen vor ihm viele
Barockmeister. Er ließ das neue Gewand sich eng an den alten Gliederbau
anschmiegen, so daß man den kühnen und strengen Rhythmus desselben noch
immer herausfühlt. Ein Irrtum ist es, den Ebracher Bau dem Übergangsstil
zuzurechnen; er ist rein frgot., wenn auch nicht in französischen, sondern
in jenen burgundischen Schulformen, die wir heute am besten in den südlich
von Rom gelegenen Cistercienserkirchen Fossanova und Casamari kennen
lernen. Wer jene in Erinnerung hat, erstaunt über die Ähnlichkeit des
Eindrucks trotz der veränderten Zierformen. — Die Anlage als kreuzf.
Basilika tritt zumal im Außenbau klar und einfach in die Erscheinung. Auf
das Lhs. fallen 7 Joche, auf den Hauptchor 3 Joche in gleichem System, bei
engeren Intervallen. Der östl. Schluß geradlinig. Um ihn setzen sich die
Sschiffe als Umgang fort und an diesen schließt sich, niedriger und in
Kapellen (12 an der Zahl) aufgeteilt, ein zweiter. Der nördl. und südl.
Flügel dieses äußeren Umgangs war im ersten Plan noch nicht enthalten
(Scheidewände dünner als im OFlügel und nicht in den Pfeilerachsen;
Gegenprobe in der von Ebrach abgeleiteten K. in Riddagshausen bei
Braunschweig). L. bis zum Schluß des Hauptchors 76 m, mit Zuzählung der
Kap. 87 m. Lichte Br. des Lhs. 23,6, H. 21,9. Querschnitt nach der von den
Cisterciensern überall gern angewendeten Proportion des gleichseitigen
3Ecks, in französischer Weise vom Sockel gemessen. Die Gwbb. sind im Msch.
rok., in den Ssch. annähernd quadr. Das Qsch. etwas schmäler als das Msch.
und stark ausladend, so daß jeder Flügel 3 rok. Gwbb. enthält
(Rekonstruktion des Systems bei Dehio und Bezold Taf. 496). Die Pfll.
kreuzf. und mit Halbsll. besetzt. Im Msch. gingen die Dienste nicht bis
zur Erde, sondern setzten dort auf Konsolen ab, auf der Höhenlinie, wo sie
jetzt, zu korinthischen Sll. umgebildet, ihre Basen haben. Die
Gewölbescheitel, was für die französische Filiation bezeichnend ist,
wagerecht. Die kräftigen spitzbg. Gurten und Rippen und die mit frgot.
Laubkränzen geschmückten Schlußsteine sind erhalten; ebenso die spitzbg.
Form der Arkaden und Fenster; hinter den Beichtstühlen verborgen sind auch
einige frgot. Eckblattbasen und Halbsäulenkapitelle verschont geblieben.
Das Hochschiff hat an der östl. Chorwand wie an den Fronten des Qsch.
frgot. Rosenfenster, genau so angeordnet wie in Fossanova; ein solches muß
sich auch an der WFront befunden haben, wurde aber durch eine größere
hochgot. Rose (jetzt Copie, das Original im Münchener National-Mus.)
ersetzt; die Komposition des Maßwerks ist der Rose am Qsch. der Notre-Dame
in Paris nahe verwandt, geht aber nicht unmittelbar auf sie zurück,
sondern auf eine in den Entwürfen zum Straßburger Münster vorkommende
Variante (ausgeführt in Rufach i.E.). Das Äußere wird klar und kräftig
durch Strebepfll. am Hochsch. wie an den Ssch. gegliedert; Strebebgg.
fehlen (wie immer bei den älteren Cisterc.-K.). Ein für die
Schulzusammenhänge bezeichnender Unterschied ist der, daß am Chor und an
der OWand des Qsch. Konsolengesimse von spezifisch burgundischer Fassung
angewandt sind, während an der WWand des Qsch. und am Lhs. deutsche
Rundbg.-Friese auftreten. Der Dachreiter bar. erneuert.

_Ausstattung_. _Bossi_ hat einige Prachtstücke aus 17. und A. 18. Jh., die
ihm für die Einheitlichkeit der Wirkung ungefährlich waren, beibehalten,
die meisten aber neu hergestellt; verschwunden ist alles Mittelalterliche
mit Ausnahme einiger Grabst, vom 15. Jh. ab. Die Grabst. der Königin
Gertrud, Gemahlin Konrads III., und ihres Sohnes Friedrich v. Rotenburg
(hinter dem Hochaltar) sind freie Erfindungen des 17. Jh. Zahlreicher,
doch nicht höheren Ranges, die Denkmäler der Renss.Epoche. Das sog.
_Mausoleum_ des ersten Abtes, Adam, ist ein wunderlicher gotisierender
Versuch italienischer Stuckatoren vom J. 1697. Bmkw. die 2 _Orgeln_.

*Michaels-Kap.* 1sch. kreuzf. Anlage an der NFront des Qsch. Die Art, wie
das Qsch. der Kap. in die Ecke des Qsch. der K. eingreift, beweist, daß
sie vor dieser begonnen war, wozu das überlieferte Weihungsjahr 1207 paßt.
Indes ist der vorhandene Bau nicht einheitlich; die Achse des Schiffs
deckt sich nicht mit der des Altarhauses; die Einzelheiten zeigen
mehrfachen Wechsel der Bauführung; die OPartie mit nordfranzösischer
Färbung, die sonst in E. nicht zu bemerken ist, die westl. Teile unter
Einfluß des Maulbronner Kreuzgangs, jedoch verhältnismäßig unfein und in
einer den Cisterciensern sonst fremden Weise überladen, immerhin
eindrucksvoll.

*Klostergebäude.* Sie eröffnen für Franken die Reihe jener im Verhältnis
zum Zweck unbegreiflich kolossalen Anlagen, in denen die süddeutschen
Klöster im letzten Jahrhundert vor der Säkularisation ihren Ruhm suchten.
1687 bis 1698 von _Leonhard Dientzenhofer_, Umbau und Erweiterung 1716 ff.
nach Plänen _Balthasar Neumanns_, ausgeführt von _Joseph Greising_
(† 1722). Die Scheidung der verschiedenen Anteile nicht überall leicht.
Die Gebäude wurden weit nach W vorgeschoben. Ihre Grundfläche das 6fache
der ma. Klausur. 2 geschlossene und 3 triklinienförmig geöffnete Höfe. Die
NFassade, rechtwinklich zur Kirchenfront, zeigt die Formen des deutschen
Barock, am deutlichsten in den 2 reichen Erkern; den in seiner Länge
eintönigen Bau unterbrach _Neumann_ durch ein machtvolles Mittelmotiv mit
brillantem Treppenhaus. Eine zweite, noch prächtigere Schauseite öffnet
sich nach W zu den großen, jetzt verwüsteten, Gartenterrassen, in deren
Mitte ein Kolossalbrunnen in Berninischer Manier von _Jakob __ van der
Auvera_. Die Dekoration der großen Aula (Kaisersaal) liegt
stilgeschichtlich auf der Grenze zwischen Barock und Rokoko; Stuckatur von
_Hönnicke_ (der von hier nach Pommersfelden ging), die Fresken von
_Lünenschloss_ (1722), _Antonio Nave_, _Jo. Ad. Remela_ (später in
Bronnbach tätig).

_EBSDORF._ RB Cassel Kr. Marburg.

*Dorf-K.* 1sch., rom. Mauerwerk, vermauerte rom. Pforten in S und N.
Spgot. Chor.

_ECKARDSHAUSEN._ UFranken BA Schweinfurt.

Ehem. *Wallfahrts-* jetzt Pfarr-K. Flachgedeckter Bau aus mehreren
Bauführungen 1467-1525. Spätgot. _Sakramentshäuschen_. Im klassiz.
Hochaltar _Gemälde_ bez. Asam 1760. _Renss.Epitaphe_ 1544, 1547.

_ECKARTSBERGA._ Pr. Sachsen Kreisstadt.

*Pfarr-K.* stillos verbaut; die südl. Erweiterung zur Beschaffung eines
größeren Predigtraumes 1559; aus diesem Jahr die Kanzel; Altarbau 1607.

*Burgruine,* große regelmäßige 4eck. Anlage, 2 Bergfriede.

_ECKERSDORF._ OFranken BA Bayreuth.

*Pfarr-K.* 1525 aus ehem. Schloßkap. erweitert. — _Grabst_.

_ECKSTEDT._ Sachsen-Weimar VB Weimar.

*Dorf-K.* 1744. Im 8Gr. Eck, an dessen östl. Seite sich ein kleineres 1/2
8Eck anschließt. — _Taufgestell_: Muschel auf Delphinen.

_EFFELDER._ Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg.

*Pfarr-K.* Wesentlich 15. Jh. mit Benutzung älterer, vielleicht noch rom.
Teile. Der gewölbte polyg. Chor gut ausgebildet, das flachged. Lhs. im 17.
Jh. überarbeitet. — Grabsteine unerheblich. — Kirchhofsmauer mit
Schießscharten.

*Schloß.* Hauptbau 1470 und 1533.

_EFFELDORF._ UFranken BA Kitzingen.

*Pfarr-K.* Als Loretto-Kap. erb. 1653 von den Würzburger Jesuiten. Lhs.
1753. Hübsche _Ausstattung_ bar., rok. und klass.

_EFFELTRICH._ OFranken BA Forchheim.

*Dorf-K.* um 1450; unter den in diesem Teile Frankens nicht seltenen
Festungskirchen eine der interessantesten; der Wehrgang und 3 spitzged.
Ecktürme erhalten; über dem Eingang der Ringmauer 3 _Holzfigg_. aus A. 16.
Jh., um einiges älter daneben in spgot. Nische der reitende S. Georg.
Weitere Holzplastik im Innern.

_EGENHAUSEN._ UFranken BA Schweinfurt.

*Dorf-K.* mit eingezogenem Chor, gegliederter Fassade und Freitreppe, von
Oberstleutnant _Joh. Mich. Müller_ um 1766. Ostturm 1585 nachgot.
Inneneinrichtung gegen 1770 in beginnendem Klassizismus.

_EGGOLSHEIM._ OFranken BA Forchheim.

*Pfarr-K.* 1826, erhalten der frrom. T.

_EHLEN._ RB Cassel Kr. Wolfhagen.

*Kirch-Turm* rom. 12. Jh. Im niedrigen türlosen Erdgeschoß kuppeliges
Kreuzgewölbe.

_EHRENFRIEDERSDORF._ K. Sachsen AH Annaberg.

*Stadt-K.* S. Nikolai; 2sch. 3jochige Hallenkirche aus 15. Jh., der
unsymmetrisch anschließende platt geschlossene Chor aus 14. Jh. —
_Altarwerk_ mit 4 beweglichen und 2 festen Flügeln, wichtig; die
hervorragend schönen Schnitzfigg. im Stil des Annaberger Meisters _W Z_
von 1512; auch die Flügelgemälde bmkw. (dieselbe Hand in Einsiedel und
Tannenberg). — Ausgezeichneter spgot. _Kelch_.

_EHRINGEN._ RB Cassel Kr. Wolfhagen.

*Dorf-K.* 1sch. mit 3 got. Kreuzgwbb., eingezogen quadr. Chor, WTurm.

_EHRINGSDORF._ Sachsen-Weimar. VB Weimar.

*Dorf-K.* rom., Turm frühgot. mit breitem Zeltdach. 8 gemalte _Apostel_
von einem spätgot. Altar.

_EIBAU._ K. Sachsen AH Löbau.

*Dorf-K.* 1703. Sehr stattlicher Gwb.Bau nach dem Vorbilde von Bertsdorf;
15,5 m br., 32 m l., Schluß 5/10, zwischen den eingezogenen Strebepfeilern
3fache Emporen, auch um den Altar herumgeführt. Auf dem Kirchhof
zahlreiche Denkmäler. Die _Wohnhäuser_ des 18. Jh. zeugen von großer
Wohlhabenheit, viele mit Türen aus Sandstein oder Granit.

_EIBELSTADT._ UFranken BA Ochsenfurt.

*Pfarr-K.* Ein Bau des 13. Jh., von dem der Turm (W) erhalten, wurde
1500-1530 langsam durch einen Neubau ersetzt. 3 sch. 3jochige Hallenkirche
mit 1sch. Chor; Netzgwb. auf leichten Rundpfeilern; reiches Maßwerk,
charakteristisch für die letzte spätgot. Phase. Einige Veränderungen 1624.
— Auf den stattlichen _Bar. Altären_ von E. 17. Jh. sind spätgot.
_Holzfigg._, z.T. von hoher Qualität, und Renss-._Reliefs_ von 1625
wiederverwendet; _Gemälde_ von _Osw. __ Onghers_. _Taufstein_ um 1600,
Alabaster, originell komponiert und im Figürlichen hervorragend gut.
Vielleicht von derselben Hand _Grabstein_ eines kleinen Mädchens mit
Blumen und Totenkopf. Im Chorbg. _Kreuzgruppe_ aus der Umgebung
_Riemenschneiders_. Unter den _Altargeräten__ _ gute Augsburger Arbeiten
des 17. und 18. Jh. — Außen am Lhs. _Ölbergkap_. mit überlebensgroßen
Figg. um 1620.

*Hl. Kreuz-Kap*. 1657. Flachgedecktes Schiff, stark ausladend. Qsch und
1/2kr. Apsis. Gute Altäre aus der Erbauungszeit, einer mit _Gemälde_ bez.
_Oswald Onghers_ 1660.

*Rathaus* 1706 vom Würzburger _Peter Zwenger_ in schwerem sp. Barock,
Erdgeschoß und Hauptgeschoß wirkungsvoll kontrastiert. — Hübsche
_Wohnhäuser_ des 18. Jh.

*Stadtbefestigung*. 15. und 16. Jh. Im ganzen Umkreis erhalten. 15
Rundtürme in Abständen von 60-80m. 3 Tore (das vierte abgebrochen). —
_Mariensäule_ 1660 und _Sebastianssäule_ 1773, vortrefflich. In einem
Privatgarten bmkw. steinerne _Madonnenstatue_ 2. H. 14. Jh. Mehrere
_Bildstöcke_ mit reichen und guten Skulpturen des 17. Jh.

_EIBSTADT_ (Groß- und Klein-). UFranken BA Königshofen.

*Dorfkirchen.* Got., mit OTürmen über dem Altar. Diese Verbindung ist für
das ganze Gebiet, in rom. wie in got. Zeit, typisch.

_EICHELSDORF._ Ufranken BA Hofheim.

*Dorf-K.* Einheitlicher nachgot. Bau von 1608.

*Schloß* 1678. Großer Saal mit Stuckdecke 1703.

_EICHSTAEDT_ (Ober- und Nieder-). Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

An beiden *Kirchen* querrck. WTürme, in der Anlage rom. — In beiden Reste
von spgot. Altarplastik in bar. Aufbau.

_EILENBURG._ Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.

*Stadt-K.* Backstein mit Sandsteingliedern. Hallenbau aus 15. und 16. Jh.
— _Altaraufbau_ und _Kanzel_ 1684.

*Rathaus*. 1544.

_EINBERG._ Sachsen-Coburg LA Coburg.

*Dorf-K.* Chor spätgot., Lhs. 1sch., 17. Jh., Emporen und Mobilien 18. Jh.

_EINHAUSEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Dorf-K.* 1726. Älterer stark befestigter Kirchhof mit hohen Tortürmen.

_EINSIEDEL._ K. Sachsen AH Chemnitz.

*Dorf-K.* neu. _Schnitzaltar_ mit ausgezeichneten Flügelgemälden von einem
Chemnitzer Meister um 1510-20 (vgl. Ehrenfriedersdorf). Ausgezeichneter
_Kelch_ in der Art des Freiberger Meisters _Samuel Klemm_, 2. H. 17. Jh.

_EISENACH._ Sachsen-Weimar BAmtsstadt.

*Benedikt. Nonnen-K. S. Nikolai*. Baugeschichte unbekannt, wohl E. 12. Jh.
— Flachged. Basilika von 6 Arkaden im Wechsel von Sll. und Pfll. und zwar
so, daß die Reihe mit Pfll. beginnt und schließt. Ornamentierte Kaptt.
Kein Qsch., aber südl. am Chor ein Turm. Unten 4seitig, weiterhin durch
vier Geschosse 8eck., in trefflicher Architektur, die abschließenden
Giebelchen und der Helm aus Rest. 1886, Ausmalung des Inneren 1894. An der
NSeite das ehem. Klst.

*Franziskaner-K*. Der Orden faßte in Thüringen zuerst 1224 in Erfurt Fuß.
1225 in Eisenach angesiedelt. 1236 definitive Kirche. Sie wurde 1597
abgebrochen, 1883 in den Fundamenten freigelegt. Anlage rck., enorm
gestreckt, 55 m l., nur 11 m br., trotzdem in 3 und zwar gleich breite
Schiffe geteilt; Strebepfll. deuten auf Gwbb.

*Dominikaner-(Prediger-)K*. Beg. 1235 in rom. Formen, 1236 dem neuen Orden
übergeben und schlicht got. weitergebaut. Anlage 2sch. Auf derben 8eck.
Pfll. sehr hohe und weite spitzbg. Arkaden. Kleine Oberfenster mit Maßwerk
des 14. Jh. — Kreuzgang gegen 1500, Refektorium 1512. — _Grabrelief_ mit
Schmerzensmann M. 14. Jh., wohl das älteste Beispiel der Epitaphform in
Thüringen. (K. u. Klst. beherbergt jetzt das Thüringische Museum.)

*Markt-K. S. Georg*. 1515, nach Verwüstung 1525 vermauert 1560 und 1598.
3sch. mit rok. Chor und flacher Holzdecke.

*Annen-K*. 1sch. flachged. spgot. Gut ornamentiertes Portal 1634.

*Gottesacker-K*. 1692-97 von _Joh. Münzel_ in der Grundform des griech.
Kreuzes. Geputzte Holzdecke.

*Residenzhaus*. WFlügel 1507, NFlügel mit großem rundbg. Portal 1559 von
_Hans Lindemann_.

*Stadtschloß* 1742-45. Die Fassade ehem. weit reicher; schöner Festsaal;
wertvolles Mobiliar und Porzellan. Im Stall reich rok. geschnitzte
Pferdestände.

*Rathaus* 1508, nach Brand rest. 1638. Der schöne Turm von _Hans
Lindemann_.

*Marktbrunnen* mit S. Georg. 1549, erneuert 1708.

*Lutherhaus*. Die jetzige Fassade mit schönem Portal 1563 von _Hans
Lindemann_.

*Nikolaitor* spätrom. und einige got. Stadttürme.

Im *Museum* einige thüringische Altäre, einzelne Schnitzfigg. des 15.-16.
Jh., Grabsteine des 14.-16. Jh.

_EISENBERG._ Sachsen-Altenburg LA Roda.

*Stadt-K.* 1494, einfacher 1sch. Bau.

*Cisterc.-Nonnen-Klst*. bis auf geringe Spuren zerstört.

*Rathaus* 1579.

*Schloß*. Hauptbau v. 1677 von _Wilh. Gundermann_ aus Altenburg. Bmkw. die
Kap.; ein Umgang von korinth. Säulen mit geradem Gebälk trägt 2geschossige
Emporen. Stuckierung in vollen schweren klassizistischen Barockformen,
wohl von Italienern ausgeführt. — *Superintendentur*. Ansehnlich
spätrenss.

_EISFELD._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

*Stadt-K.* Beg. 1505 und schnell zu Ende geführt. Ein Hauptwerk der
südthüringischen Spgot. Quaderbau. Das Lhs. 25 : 18 m, 3 Sch., 5 Joche,
die Gwbb. nach Brand 1632 durch Holzdecke ersetzt (das Inv. läßt im
Zweifel, ob der Querschnitt Basilika oder Hallenkirche). 8eck. Chor mit
Netzgwb. Der im NOWinkel stehende Turm mit älterem Unterbau. 3 Portale in
W, N, O; die beiden letzteren unter einem zwischen die Strebepfll.
eingespannten Schutzdach; unter den Zierformen macht sich das verschränkte
Stabwerk in gehäufter Anwendung bemerklich.

*Gottesacker-K*. 1542. Über dem WPortal Gedenktafel für die Pastoren Jonas
† 1553 und Kindt † 1549, treffliches _Sandsteinrelief_. Die zahlreichen
übrigen Gedenktafeln von geringem Kunstwert.

*Schloß*. Nach Brand 1632 in sparsamster Bauart wiederhergestellt; der
runde Haupt-Turm im Kern ma.

*Schulhaus*. 16. und 17. Jh.; einfach, in einer Blende rätselhafte
Steinfigur (»Hirt«).

*Superintendentur*. Stattlicher Fachwerkbau des 17. Jh.

_EISINGEN._ UFranken BA Würzburg.

*Dorf-K.* 19. Jh. — Am Chorbg. _Kruzifix_ von _Riemenschneider_, der
Körper von feinster Durchbildung, Fassung neu.

_EISLEBEN._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

*Andreas-K*. Einfache spgot. Halle (wohl erst nach Brand 1498) mit rom.
und frgot. Resten. Im W über rck. formlosem Unterbau 2 schlanke 8eck.
Türme. Am 1. und 2. Geschoß mit sprom. Bogenfries, am 3. mit got. Gesims.
Die Fenster der Sschiffe anscheinend frgot., was überraschenderweise auf
eine schon frgot. Hallenanlage, oder, bei basilikaler Anlage, auf
ungewöhnliche Höhe der Sschiffe im Verhältnis zum Hochschiff schließen
ließe (vgl. den Giebel zwischen den Türmen). Die Pfll. des Triumphbogens
rom. Aus dem nördl. Nebenchor führt eine Tür mit Eselsrücken und magerem
Stabwerk, abschreckendste Spgot., in einen großen Seitenturm; untere
Geschosse 1486, obere 17. Jh. — Großer _Schnitzaltar_, einer von den
besseren, _Kanzel_ A. 16. Jh., gute Arbeit. Im nördl. Nebenchor ein auf
beiden (!) Seiten bearbeiteter _Grabst_.; die eine zeigt in eingeritzter
trefflicher Umrißzeichnung den Grafen Burkhard v. Mansfeld († 1229), die
andere in äußerst rohem und altertümlichem Relief 2 Figuren mit dem
Mansfeldschen Wappen, ohne Umschrift; _Grabsteine_ der Äbtissin Oda
(† 1351); der Gräfin Barbara v. M. († 1511); des Gf. Hans Georg († 1579);
der Gräfin Katharina († 1582). Große in Erz gegossene _Tumba_ des Gf.
Hoyer v. M. († 1541), der Tote, gewappnet, den Helm zu Füßen, an den Ecken
überragt von 4 freistehenden Säulen mit Leuchter-Engeln. Eine zweite
_Tumba_ aus Marmor; für welchen der Mansfelder Grafen, ist nicht
nachweisbar. Von sonstigen _Grabst_. und _Epit_. ist vieles verschwunden.

*Nikolai-K*. 1426 ff. 3sch. Hallenkirche, 3 Joche, Kreuzgwb., kurzer
Vorchor, 5/8 Schluß, einfacher niedriger WTurm. — _Schnitzaltar_ und
_Taufstein_ spgot.

*Petri-Pauli-K*. 1486-1513. Halle, der vorigen ähnlich, etwas
geschmückter, Netzgwb. — _Schnitzaltar_.

*Annen-K*. Unregelmäßige, nie vollendete Anlage. Der gewölbte Chor 1514,
das Schiff mit Gewölben von Holz und Gips um 1600. (Wiederhergestellt
1908.) Im W Mansfeldische Grabkap. von 1588; seltsam entartetes Maßwerk. —
_Grabmal_ des Gf. Karl v. M. († 1594); der Tote in voller Rüstung auf
einfachem Sarkophag. Steinerne _Moseskanzel_.

*Geburtshaus Luthers,* 1693 und 1863 rest., zeigt nichts mehr von seinem
ursp. Aussehen. — _Gemälde_ von 1569, Luthers letzte Ordination
darstellend, mit vielen Porträts, nebst anderen Gemälden des 16. Jh., aus
den Hallen des alten Gottesackers stammend.

Besser erhalten *Luthers Sterbehaus,* aus A. 16. Jh.

*Schloß,* ehemals eine Wasserburg, im 11. Jh. zum kgl. Tafelgut gehörig;
hoher frma. Bergfried.

*Altstädtisches Rathaus* 1519-1530. Die großen Fenster durch 3 Pfosten
geteilt, der obere Abschluß treppenförmig. An der NOEcke ein gekrönter
_Kopf_, nach der Abb. im Inv. zu urteilen spätes 13. Jh., eingemauert; im
Volksmunde _Kopf des »Knoblauchkönigs«_ Herman v. Luxemburg.

*Neustädtisches Rathaus* mit Portal in sehr reiner Hoch-Renss. 1580.

_ELGERSBURG._ Sachsen-Gotha LA Ohrdruf.

*Schloß*. Im 13. Jh. genannt; seither oft umgebaut, zuletzt A. 20. Jh. von
Gräbner-Dresden; die wenigen vorhandenen Kunstformen weisen auf 17. Jh.

_ELGERSHAUSEN._ Kr. Cassel-Land.

*Dorf-K.* Frgot. WTurm. — _Kindergrabstein_ 1626.

_ELISABETHBRUNNEN._ RB Cassel Kr. Marburg.

*Brunnenhaus*. Renss. 1596.

_ELISABETHENBURG_ siehe Meiningen.

_ELLINGSHAUSEN._ Sachs.-Meiningen Kr. Meiningen.

*Dorf-K.* 1775. Gute _ikon. Grabst_. der Familie v. Bose 16. und 17. Jh.
Befestigter Friedhof mit Gaden und Kellern.

*Schloß* der v. Böse 1604, reizvoller Treppen-Turm. — Geschnitzte
_Fachwerkhäuser_.

_ELMARSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Wolfhagen.

*Schloß*. 1442, fortgebaut 1554, 1563, 1763. Interessante und malerische
Baugruppe. Großer _Ofen_ bez. 1596.

_ELSA._ Sachsen-Coburg LA Coburg.

*Dorf-K.* 1483, OTurm, im Lhs. jetzt Flachdecke, außen Strebepfll.

_ELSNIG._ Pr. Sachsen Kr. Torgau.

*Dorf-K.* (als Nachtaufenthalt Friedrichs d. Gr. nach der Schlacht bei T.
berühmt geworden). Ursp. rom. Anlage mit eingezogenem Chor und 1/2kr.
Apsis, rck. Turm im W. — In der Nähe kreisrunder *Burgwall*.

_ELSTER._ K. Sachsen AH Olsnitz.

*Petri-Pauli-K*. 17. Jh. 1sch. mit Holzdecke; geschmückte
Emporenbrüstungen. — _Kanzel_ 1682, _Altar_ 1737.

_ELSTERTREBNITZ._ K. Sachsen AH Borna.

*Dorf-K.* 1840. Von der rom. K. erhalten ein rohes, gegenständlich
interessantes _Tympanonrelief_. — _Altarwerk_ mit 2 beweglichen und 2
festen Flügeln, um 1500. Figurierte _Glocke_ 1460, bez. _Nik. Eysenberg_
von Leipzig.

_ELSTERWERDA._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

*Stadt-K.* 1718, mit spgot. Chor, 1904 umgearbeitet. — 12 v. Maltitzsche
_Bildnisgrabsteine_, 9 aus 16. Jh., die übrigen 17. Jh.

*Schloß* beg. ca. 1720 von Joh. v. Löwendahl, 1727-38 von König August II.
weitergeführt. Dreiflügelanlage in einfacher Behandlung. — _Pestsäule_
1738.

ELSTRA, K. Sachsen AH Kamenz. *Stadt-K.* 1726. 3sch. kreuzgewölbte
Hallenkirche in einfachen Bar Formen, vielleicht auf ma. Grundriß. —
Ansehnlicher Hochaltar aus Marmor und Sandstein, _Gemälde_ (Kreuzabnahme)
von _Chr. W. E. Dietrich_ 1733 in Anlehnung an Rubens. Prächtige _Kanzel_;
als Fuß (anstatt der im 16. und 17. Jahrh. beliebten Mosesstatue) ein kühn
bewegter Engel. Gute _Grabdenkmäler_ des 18. Jahrh.

*Rathaus* 1717, ganz schlicht. — Im ehemaligen Schloßpark (das Schloß
abgebrannt) _Sandsteingruppe_, Apotheose eines Helden (wohl Augusts des
Starken) von _Balt. Permoser_.

_ELTERLEIN._ K. Sachsen AH Annaberg.

*Stadt-K.* 1662 umgebaut; 1sch. mit 8Eck-Schluß und Holzdecke;
einheitliche vortrefflich erhaltene bar. Dekoration und Ausstattung. —
_Taufstein_ von Engeln getragen, bez. _Sebald Teuscher_ 1697.

_ELTINGSHAUSEN._ UFranken BA Kissingen.

*Dorf-K.* Turm rom., Chor und Lhs. 1745. _Decken-_ und _Hochaltargemälde_
bez. _J. A. Herrlein_ 1746, auf den architekturlosen Seitenaltären je 1
_Holzstatue_, gut rok.

_ELTMANN._ UFranken BA Haßfurt.

*Stadt-K.* Rest. 1835 von _Klenze_, erhalten blieb der got. Chorturm (E.
13. Jh., umgebaut im 15. Jh.). — Zierliche spätgot. _Sakramentsnische_.

*Heil. Kreuz-Kap*. 1768, fein gegliederter Sandsteinbau auf ellipt. Gr.

*Friedhof* angelegt 1668. Kreuzgruppe ca. 1400, stark überarbeitet.
Grabsteine got. und Renss.

Im S der Stadt *Wallburg* mit gut erhaltenem rundem Bergfried aus 12.-13.
Jahrh., Zinnenkranz neu.

_EMPFERTSHAUSEN._ Sachsen-Weimar VB Dermbach,

*Kirche* von 1719.

_EMTMANNSBERG._ OFranken BA Bayreuth.

*Pfarr-K.* OTurm got. Lhs. 1666, zierliche Stuckatur 1749.

*Schloß* einfach bar. 1689, über dem Portal große Wappentafel.

_ENGELSBERG._ UFranken BA Miltenberg.

*Kapuzinerklst*. 1629.

_ENGELSDORF._ K. Sachsen AH Leipzig.

*Dorf-K.*, rom. Anlage mit OTurm.

_ENGENTAL._ UFranken BA Hammelburg.

*Dorf-K.* nachgot. aus der »Juliuszeit«.

_EPPRECHTSTEIN._ OFranken BA Wunsiedel.

*Burgruine*.

_ERBENHAUSEN._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.

*Dorf-K.* 1609 mit Turm aus Ma. Burgähnlich ummauert. _Grabstein_ des
Försters Martin Rod 1716.

_ERBSHAUSEN._ UFranken BA Karlstadt.

*Dorf-K.* Chor-Turm 1598, Lhs. 1794. Auf dem Hochaltar gute _Skulpturen_
aus der Werkstatt _P. Wagners_.

_ERDMANNSHAIN._ K. Sachsen AH Grimma.

*Dorf-K.* rom. wie Fremdiswalde. — Auf dem Altar _Kopie_ von _Rubens’_
Antwerpener Kreuzabnahme.

_ERFURT._ Fr. Sachsen.

Die Stadt besaß am Schluß des Ma. über 90 Kirchen und Kapellen, darunter
36 klösterliche Ansiedlungen. Der Stiftung nach vielleicht am ältesten die
kleine Bonifaziuskap. auf dem Domhügel, neben S. Severi, ein schlichter
kleiner Steinbau, im sp. Ma. umgebaut.

*Stifts-K. S. Marien (»Dom«).* Gegr. angeblich 741. Neubau seit 1154.
Erster Umbau des Lhs. im A. 13. Jh. Erweiterung des Chors 1349-70. Zweiter
Umbau des Lhs. 1452 ff. und Hinzufügung der dritten Turmspitze durch
Meister _Hans von Straßburg_. Ausbesserung nach Brand 1472 durch _Hans
Pfau_. Im 19. Jh. mehrfach rest., zuletzt 1912. — Vom rom. Bau des 12. Jh.
haben sich erhalten die Mauern des Qsch. im nördl. und südl. Flügel bis
zum Kranzgesims; die 2 zu Seiten des Chors angeordneten Türme im 1. und 2.
Geschoß; im Innern die Kämpfer der Vierungsbgg., soweit sie an die Türme
anstoßen. Die auf den quadr. Unterbau folgenden 8eck. Turmgeschosse sprom.
13. Jh. (der südl. soll 1201, der nördl. 1235 vollendet worden sein). Den
rom. Bau haben diese Türme stattlich überragt, durch die späterhin
eingetretene Erhöhung und Massenvermehrung des Chors und Lhs., namentlich
als dieses sich in eine Hallenkirche mit hohem Dach verwandelte, wurden
sie außer Wirkung gesetzt; um so bedauerlicher, als die unvergleichlich
günstige Lage am Bergrande zur Schaffung einer kräftigen Silhouette die
Aufforderung gab. Dieser folgte _Hans v. Straßburg_ in der Weise, daß er
die wohl schon vor ihm got. überhöhten Türme durch einen Zwischenbau
verband und über diesem einen 8eckigen Aufsatz errichtete. Der Helm
brannte seither zweimal, 1493 und 1717, ab; seine Erneuerung 1850 folgt
den durch alte Ansichten überlieferten Umrißlinien. — Der zwischen den
Türmen liegende rom. _Chor_ war nur 7 m breit gewesen; jetzt bildet er den
Durchgang zu dem fast als selbständiges Gebäude auftretenden viel
breiteren Chor des 14. Jh. Dieser ist 1sch., hat 5 Langjoche, das letzte
im Schlußstein mit dem als 1/2 10Eck konstruierten Haupt zusammengezogen
(34 m lang, bei 88 m Länge der ganzen K., 13,5 m br., 25 m H.). Der Aufbau
des Chors zeigt den völlig systematisch durchgebildeten Stil der späteren
Hochgotik und ist durch schöne Raumverhältnisse ausgezeichnet. Mit dem
Chorbau ging die künstliche Verschiebung des Bergrandes durch eine auf
gewaltigen offenen Bgg. ruhende Terrasse (»Cavaten«) und der majestätische
Treppenaufgang (»Greten« aus »gradus«) zusammen. Und die notwendig
gewordene Tiefe der Grundmauern führte zur Anlage einer _Krypta_
(inschriftl. voll. 1353), dergleichen sonst nicht in den got.
Baugewohnheiten liegt. — Die im 15. Jh. geforderte Erweiterung des
_Langhauses_ als Hallenkirche mußte wesentlich in der Breitenrichtung
erfolgen; da jedoch auch die bestehenden Pfll. weiter benutzt werden
sollten, wurden die Ssch. breiter (9,4 m) als das Msch. (7,2 m) angelegt,
was keine günstigen Raumverhältnisse ergeben konnte. Einfache Sterngwbb. —
Am _Äußern_ ist vor allem die Massenverteilung und Silhouette der
Ostansicht eigentümlich und bedeutend. In Verbindung mit der Severi-K.
eine der schönsten Baugruppen Mitteldeutschlands. Hier wie öfters zeigt
sich die Phantasie des Ma. noch glücklicher in der sukzessiven Ausnutzung
zufälliger Gelegenheiten durch wechselnde Geschlechter, als in der
folgerichtigen Entfaltung einer einheitlichen Idee. Die mit dem Chor nicht
parallele, sondern auf die NSeite konvergierende Richtung des
Treppenaufgangs gab den Gedanken zu der prächtigen _Torhalle_ auf
dreieckigem Gr. als Anbau an den nördl. Kreuzarm. Die beiden freiliegenden
Seiten werden ganz von mächtigen Portalen mit hohen Wimpergen eingenommen;
ein zweites, mit je einem Fenster versehenes Geschoß springt etwas zurück.
Die Formen sind freier als die des Chors, wahrscheinlich von einem etwas
älteren Meister. Die Langseiten erhielten durch die Rest. von 1868 über
jedem Joch Giebel für quergestellte Sschiffsdächer, während der
Hauptfirst, nicht zum Vorteil der Totalansicht, niedriger gelegt wurde.
Neu ist auch der obere Abschluß der WSeite. Überhaupt hat die Rest. den
spgot. Bau nach Kräften hochgotisch korrigiert. Torflügel mit reichem got.
Rankenbeschläge. Löwenköpfe rom.

_Kreuzgang und Stiftsgebäude_. OFlügel: spgot. 2sch. Halle, die dem Hof
zugekehrte Seite in sprom. Formen mit einzelnen gotischen; diese
überwiegen bereits am letzten Fenster; nach außen gegen die Terrasse
springt die 1451 gest. Clemenskap. vor. Das Obergeschoß des OFlügels nahm
das Auditorium coelicum (so genannt von den auf der azurblauen Decke
dargestellten 12 Himmelszeichen) ein, welches der Universität zu
Promotionen und sonstigen Festlichkeiten diente; jetzt sehr verwahrlost.
Der W- und SFlügel entsprechen der fortschreitenden got. Stilentwicklung;
mit Ausnahme des nördl. Fensters der WSeite, welches mit denen der OSeite
gleichzeitig. Am SFlügel der ehemalige Kapitelsaal. Alle Gebäude haben
durch den Brand 1472, sodann durch spätere Veränderungen gelitten.

_Innere Ausstattung_. Durch die Rest, des 19. Jh. von ihren »stilwidrigen«
Elementen befreit. — Prachtvolles _Chorgestühl_ bez. 1469, 1484.
_Hochaltar_ mächtiger Holzaufbau von 1697. Um 1420 großer gemalter
_Flügelaltar_, in der Mitte die Einhornjagd. — Mitten im Chor lebensgroße
bronzene _Leuchterfigur_, bekleidet, von starrster Bildung bei
sorgfältiger Technik, 12. Jh., aber genauere Bestimmung von Zeit und Ort
der Entstehung nicht zu geben. Stifterinschr. der Wolfram und Hilteburg.
_Glasgemälde_ im Chor, bez. 1403, die beste und größte Reihe, die
Thüringen besitzt. — An der OWand des nördl. Qsch. 4 Nischen, ihr Inhalt
aus Altem und Neuem gemischt. Besonders merkwürdig’> ein bogenförmiger
rom. _Altaraufsatz_ aus Stuck, an der Stirnseite Christus und die heil.
Eoban und Adolar, darunter heilige Frauen mit Palmen, in der engen Nische
Statue der Muttergottes, thronend, das Kind zwischen den Knien, archäische
Züge verbunden mit wuchtiger Monumentalität. Es ist möglich, daß die
Madonna nicht ursp. für die Nische gearbeitet war; erheblich älter als die
Reliefs der Lunette, wie behauptet worden, ist sie nicht; genauere
Datierung schwierig, etwa zwischen 1130-60. — An entsprechender Wand des
südl. Qsch. _Sakramentshaus_ von _Hans Friedemann_ 1560, trefflich
aufgebaut, doch schwach, wie immer bei diesem meistbeschäftigten Meister
der Erfurter Sprenss., in der Figurenplastik. _Holzrelief_ der Beweinung
E. 15. Jh. Tumba der heil. Eoban und Adolar um 1400. — Im südl. Ssch.
eiserner _Leuchter_ mit Schmerzensmann um 1450. Links vom WEingang
Taufstein mit großem phantastischem Überbau von _Hieronymus Preißer_ 1587.
An den Pfll. des Msch. 8 halbrund gebogene _Tafelgemälde_ um 1500.

_Grabdenkmäler_. Bildnisstein eines Grafen von Gleichen mit zwei Frauen
(wohl Ernst II. † 1264, ausgeführt etwa zwei Jahrzehnte später). Epitaph
des Joh. v. Allenblumen † 1432, bez. R T, den Erfurter Lokalstil mit
Eleganz repräsentierend. Bronzeepitaph des Henning Göden von _P. Vischer_
1521 (Wiederholung in Wittenberg). Prächtige dekorative Steinepitaphe der
Familien v. Herstall von _H. Friedemann d. J_. und v. d. Weser von _Enders
Gutschell_ 1576. — Wichtig ist der Dom durch eine größere Reihe von
_bronzenen Grabplatten_ (die meisten im Kreuzgang). Am Choreingang junger
Geistlicher, schöne flandrische Gravierung um 1350. Als älteste
einheimische Arbeit bmkw. Herm. Schindeleib † 1427. Heinrich v. Gerbstädt
† 1451, ausgeführt nach 1472 in der _Vischer_schen Werkstatt in Nürnberg;
desgl. Hunold v. Plettenberg † 1475, Konrad v. Stein † 1499, Joh. v.
Lasphe † 1510, Joh. v. Heeringen 1505; die letztere Platte (Halbfigur) von
strahlender Renaissanceschönheit, wird als ein Werk _Hermann Vischers
d. J._ anzusehen sein. — Gegossene Bronzeplatten Erfurter Ursprunges:
Eoban Ziegler 1561 (von _Eckhard Kücher_) und G. Oland 1597 (von _Melchior
Möhring_). Die schöne bronzene Wappentafel für Konrad v. Breitenbach
† 1579 von _Friedemann d. _Ä_._

_Skulpturen am Äußeren_. Am reichsten ausgestattet die beiden Portale am
Triangel um 1350-60, 34 Vollfiguren, Apostel, kluge und törichte
Jungfrauen, Ecclesia und Synagoge u. a.; Nachwirkung der 60-75 Jahre
älteren Naumburger und Magdeburger Plastik; die Qualität weit niedriger.
Am Tympanon des Kreuzgangsportals innen Kunigundens Rechtfertigung, außen
Kreuzigung. An den Chorpfeilern 3 Statuen, Maria, Katharina, Barbara, aus
A. 15. Jh. mit dem Zeichen _i_ eines damals in Erfurt vielbeschäftigten
Meisters.

_Im Dommuseum_. Merkwürdige, reich mit Reliefs verzierte sprom. Ampel für
12 Dochte. Bronzene Reliquienbüste E. 12. Jh. Eine gleiche E. 14. Jh.
»_Kasel_ der hl. Elisabeth« E. 13. Jh. Wandteppich in Plattstich auf
Leinwand E. 13. Jh. Tischdecke mit Szenen aus Tristan, 14. Jh. Allerlei
Reste von Holzplastiken und Malerei.

_In der Domkurie_. 2 Altarflügel mit Aposteln ca. 1420. 3 Tafeln mit
männl. Heiligen ca. 1450. Tafel mit Kreuzigung ca. 1490.

*Collegiat-K. S. Severi*. Erste Nennung 836. Auf Neubau deutende
Ablaßbriefe 1273-95. Zweite Erneuerung um 1450. — Anlage und Einzelheiten
enthalten manches Eigentümliche. Bei Gliederung in 5 Sch. und 6 Joche
kommt der räumliche Charakter der Hallenanlage bedeutend zum Ausdruck. Das
erste und letzte Joch breiter als die übrigen; man ist hierbei von einem
ehemaligen Qsch. ausgegangen, das an dem großen Rosenfenster der NSeite
noch zu erkennen ist. Die Türme wie am Dom und nach dessen Vorbild im O.
später um einen dritten mittleren vermehrt; schlanke hölzerne Helme. Bei
schlichtester Einzelbildung wird durch bloße Linien und Massen ein echt
künstlerischer Eindruck erreicht. — Im Chor _Sediliennische_ um 1300. —
_Taufstein_ 1467, überstiegen von einem dreiseitigen mit der Spitze bis
zum Gewölbe hinanreichenden Baldachin, im Motiv an Brunnenarchitektur
erinnernd, höchster Handwerkstriumph in der Bewältigung des
Steinmaterials. — Hölzerne _Kanzel_ von _Hans Friedemann d. Ä._ 1576. —
_Orgelbau_ in großzügigem Barock. — Im südl. Ssch. gemalter _Flügelaltar_
von einem guten Süddeutschen um 1520 (»Schule des Peter von Mainz«). — In
der Blasiuskap. _Schnitzaltar_ um 1500, bedeutend, doch sehr
verrestauriert. — Die Kirche ist reich an bmkw. Steinplastik. _Denkmal des
hl. Severus,_ um 1370-80; ursp. in Form einer Tumba, früh (vor 1472)
auseinandergenommen. Drei der Seitenplatten trugen Szenen aus dem Leben
des Heiligen in hohem Relief; jetzt dem Marienaltar im nördl. Qsch.
einverleibt; die vierte mit der Anbetung der Könige jetzt im südl. Ssch.
(fast genaue Wiederholung derselben Komposition am WPortal der Nürnberger
Lorenzkirche). Die ehemal. Deckplatte mit dem Relief des Severus zwischen
Frau und Tochter krönt heute den Severialtar; in der Qualität den
Seitenplatten überlegen; von neueren Kritikern nicht unbedingt überzeugend
dem sog. _Meister der Barfüßer-K._ zugeschrieben. — Feine _Madonna_ am
Chorbogen um 1370-80 von _Joh. Gehart_; von demselben Johannes d. T. und
Katharina. — Im Chor Alabasterrelief des _hl. Michael_ bez. 1467,
künstlerisch bedeutend, unter die Schulrichtungen der Zeit schwer
einzureihen, doch wohl identisch mit dem Meister des Taufsteines. — Die
_Madonna am NPortal_ ist älter als dieses selbst, eine Durchschnittsarbeit
um 1370. Bedeutend der daneben befindliche große _Crucifixus_, um 1500.

*Schotten-Klst.-K. S. Jakob.* Basilika aus A. 12. Jh., mit Veränderungen.
Die im Innern erhaltenen rom. Pfll. haben so weiten Abstand, daß
ausgebrochene Zwischenstützen, wohl Sll., vermutet werden müssen. Die
ursp. Flachdecke durch Holzgewbb. ersetzt. Frgot. Vorhalle. Barockfassade
(1772). Got. Turm mit welscher Haube. — _Grabstein_ des Walter v. Glizberg
und seiner Frau, lebensgroße Figuren in starkem Relief auf vertieftem
Grunde, Behandlung sorgfältig aber wenig belebt; 2. H. 13. Jh. (oder noch
später?). Gute _Holzmadonna_ A. 16. Jh.

*Prediger-K*. (Dominikaner). Das Klst. gegr. 1228; eine Baunachricht von
1238 kann nicht auf das vorhandene Gebäude bezogen werden; dieses beg.
1308. — Sehr lang gestreckte, querschifflose Basilika im Gr. 76 : 18,5 m,
geteilt in 15 Joche von genau gleicher Abmessung; die Ssch. schließen
platt (mit Fenstern), das Msch. mit 5 Seiten des 8Ecks; die Mönchskirche
von der Laienkirche durch eine Schranke und einen späteren Lettner (1410)
geschieden. Das Msch. scheint in Absicht auf flache Decke begonnen zu
sein; die Hochwand hat außen keine Streben, innen sind die Gwbb. auf
vorgekragte kurze Dienste gestellt. Die Fassade turmlos, ihr großes Portal
des figürlichen Schmucks beraubt. Die schlanken Türme am Chor eine jüngere
Hinzufügung. Der Kreuzgang (S) abgebrochen, das Kapitelhaus erhalten.

_Hochaltar_; Mensa mit Arkatur aus der Erbauungszeit; Retabulum, große in
5 Giebel ausgehende Tafel, jetzt des figürlichen Schmucks, wohl Gemälde,
beraubt und verstellt durch einen großen Schnitzaltar von ca. 1470-80 (der
bedeutendste Erfurts; die gemalten Flügel nicht »Wolgemut ähnlich«,
überhaupt nicht fränkisch). Hinter der Mensa ein steinerner Zierbau in
Laternenform, 5seitig auf schlankem Fuß, hinten mit einer steinernen Wand
verwachsen und durch eine Treppe zugänglich gemacht; wohl
_Sakramentshaus_; in dieser Anordnung sonst nicht bekannt; entstanden
gleichzeitig mit dem Lettner (1410), während die steinerne Umrahmung für
einen _Celebrantensitz_ älter ist; in der Nische gutes _Fresko_, etwa M.
14. Jh. — In die innere Schranke eingelassen ein _Tafelbild_,
figurenreiche Kreuzigung, nach M. 14. Jh. — Im Chor _Marienstatue_ um
1350, eine von den manieriertesten, aber fesselnd durch die delikate
Behandlung. — _Grabsteine_. Dieser Zweig der Plastik ist in Erfurt, vgl.
auch die übrigen Kirchen, reich und gut vertreten und läßt u. a. die
Entstehung des Epitaphs neben der Grabplatte lehrreich beobachten. Die
beiden Typen noch nicht deutlich gesondert am _Ehegrabstein_ des Rudolf
Vitztum † 1365, der Schriftrand für Erfurt frühestes Beispiel gotischer
Minuskeln. Am Lettner Gf. Günther v. Schwarzburg als Mönch, † 1345, kniend
in Profilansicht, die ganze Erscheinung individuell; sehr flaches Relief,
Bemalung neu. Theodorich v. Lichtenhayn † 1366, ebenfalls kniend und mit
Absicht auf Bildniswahrheit; Farbe verschwunden. Gottschalk Legat † 1422,
Epitaphform, Mann und Frau in starkem Gefühlsausdruck betend vor dem
Schmerzensmann. Friedrich Rosenzweig † 1450, ähnliche Anordnung. Über dem
SEingang Gethsemanerelief bez. 1484; der Künstler _Joh. Wydemann_ zugleich
Donator; sein Stil von Nürnberg abhängig. _Wandepitaph_ für Paul Mues von
_Friedemann d. Ä._ 1579. _Bildnisgrabstein_ des Superintendenten Aurifaber
† 1575. Großes _Steinepitaph_ des Jakob Neffzer † 1586, elegante Arbeit
eines Unbekannten. _Bildnisepitaph_ des Kriegsrats Burchard † 1632, Von
derselben Hand Senior Silberschlag † 1635 (vgl. Epit. Mohr in der
Barfüßer-K.). — Prächtige _Abendmahlskanne_ 1618 von _Erasmus Wagner_.

*Barfüßer-K*. (Franziskaner). Erste Niederlassung 1221; jetzige K. voll.
1285; Brand; 1326 der langgestreckte 1sch. Chor hinzugefügt; Einwölbung
des Lhs. A. 15. Jh. — Querschifflos. Die 6 Arkaden des Lhs. sehr weit
gestellt, auf je 1 von ihnen fallen im Hochschiff 2 schmale Kreuzgewbb.
auf abwechselnd kurzen, vorgekragten und vollständig bis zur Erde
reichenden Diensten; die Pfll. im W zierlich gebündelt, die drei östl.
einfacher. Chor 4 Joche und 5/8 Schluß, Lhs. 6 Doppeljoche, ganze L. 78.
Formencharakter von edler Einfachheit, weniger herb als in der Prediger-K.
Der in der zweiten Bauperiode hinzugefügte Turm in verwegener
Übereckstellung über dem letzten Joch des nördl. Ssch.

_Hochaltar_ ehemals doppelflügelig, in neugot. Rahmenarchitektur falsch
zusammengesetzt, die interessanten, stilgeschichtlich noch nicht genügend
gewürdigten Gemälde nach 1400, die Holzskulpturen altertümlicher, aber
nicht notwendig älter. Frühester Schnitzaltar Erfurts. — Im südl. Ssch.
reiche _Schlußsteine_ mit dem Zeichen _i_ (vgl. Epit. Legat in der
Prediger-K. und Chorstatuen am Dom). — _Chorstühle_ um 1325-50 sehr
einfach. — _Grabmäler_: in der sog. Saalfeldschen Kapelle südl. am Chor
Cinna v. Vargula 1370, wohl Deckel einer ehemaligen Tumba; vorzügliche
Arbeit, die den Stil der Zeit von seiner besten Seite zeigt; Saalfeldsche
Platte, Schmerzensmann mit 6 Porträtfigg.; Margarete v. Mila 1494, dem
Gegenstand nach, Madonna auf der Mondsichel, ein Epit., der technischen
Form nach Grabstein. Am Ende des nördl. Ssch. Albert v. Beichlingen
† 1371, von derselben Hand (»Meister der Barfüßer-K.«) wie der Grabstein
der Cinna und gleich vortrefflich, die Auffassung durchaus statuarisch.
Grabstein Berld v. Vitztum 1478. Epit. Balth. Hirschbach 1583 von _H.
Friedemann d. Ä._ Epit. Nacke 1587. Epit. _Mohr_ 1626. — _Gemälde_: in der
Saalfeld-Kap. Flügelaltar A. 15. Jh. — _Abendmahlskannen_ von _Erasmus
Wagner_ 1621 und _Andr. Jörg_ 1679.

*Regler-K.* (Augustiner-Chorherren) M. 14. Jh. Vom rom. Bau die 2türmige
WFassade (alt indes nur der südl. Turm). Ganz schlichte Anlage.
Unvollständige Flachdeckbasilika; das nördl. Ssch. zum Kreuzgang
geschlagen, darüber eine gegen das Hauptschiff sich öffnende Empore.
Gestreckter platt geschlossener Chor. — Großes doppelflügeliges
_Altarwerk_ um 1480, an dem besonders die gemalten Teile bmkw.; früher
irrig _Wolgemut_ zugeschrieben; wohl von Erfurter Lokalmeistern (an
Außentafeln, Innentafeln und Predella drei verschiedene Hände). An der
Außenwand und sehr verwittert: _Epitaph_ des Heinrich Frimar 1417,
Kreuzigungsgruppe, darunter 2 kleine Adoranten, geleitet von 2 Heiligen.

*Augustiner-K*. (Augustiner-Eremiten; das Kloster M. Luthers). 1289-1325;
1435 das ursp. 1sch. Gebäude zu einer Basilika mit sehr hohen Ssch.
erweitert, dazu langgestreckter Chor; in allen Teilen Holzdecke. Der
8eckige Turm sitzt über einem Pfl., an ihm hoch oben 3 Standbilder, gut,
von einem Nachfolger des _Meisters i._ — _Kreuzgang_ aus 15. Jh. Über dem
NFlügel eine nach der K. sich öffnende Empore. Die _Lutherzelle_ nach
Brand 1872 erneuert.

Im Innern der K. die Steinumrahmung eines _Levitensitzes_ A. 14. Jh. —
_Glasmalereien_ im Chor 2 H. 14. Jh. — _Grabsteine_ der Adelheid v. Amera
† 1298, gravierte und mit schwarzer Paste gefüllte Umrißzeichnung.
_Grabst_. der Titularbischöfe Joh. v. Lepanto † 1316 und Ludwig v.
Marronia † 1323 und des Professors Heinrich v. Frimar † 1354, alle drei
ausgeführt ca. 1370-80 von derselben, geschmackvoll und eigentümlich
arbeitenden Hand (Meister der Barfüßer-K.), neu bemalt. Heinrich v.
Meiningen † 1382 (Art des _Joh. Gehart_); Theodor Brun † 1462 (vom Meister
des hl. Michael in S. Severi??).

*Ursulinerinnen-K*. E. 13. Jh. Sehr einfacher, 1sch. Bau, dem später ein
nördl. Ssch. hinzugefügt wurde. Im O rck. geschlossen mit 3 hohen
Fenstern. Im W Nonnenchor. Holzgwb. mit hübschem leichtem Rokokoornament.
Über dem Eingang _Steinrelief_ mit der Anbetung der Könige. — Zahlreiche
Grabsteine: mit eingeritzter Figurenzeichnung 1313-1445, mit reliefierter
1436-1540. Hochaltar mit gemalten Doppelflügeln 2. H. 15. Jh. Auf einem
Nebenaltar _Pietas_ (Holz) um 1420. Eine ältere desgl., überlebensgroß, im
Klst. Ebendort _Wandteppiche_ aus 14. Jh.

*Kaufmanns-K*. Schlichte Basilika des 13. und 14. Jh., Msch. rom.,
Sschiffe got. Die Türme zu Seiten des polyg. Chors erneuert, der nördl.
1684, der südl. 1859. — Taufstein 15. Jh. mit 7 sitzenden Prophetenfigg. —
Gut kennen zu lernen die Erfurter Renaissancemeister _Friedemann_ Vater
und Sohn: Kanzel 1598, Hochaltar 1625, Epitaphe Ziegler 1584, Tettau 1585,
v. d. Sachsen 1592.

*Allerheiligen-K*. Kleiner einfacher Bau, das Schiff in origineller Weise
der Straßengabelung angepaßt, Turm 2. H. 13. Jh. — Hochaltar 1757. Pietas
E. 14. Jh. Grabplatten mit geritzter Zeichnung 1381, 1405, mit Relief
1418, 1422, 1536; des Dr. Eberbach 1547 bez. AB; des G. Hupolt 1619 von
_Friedemann d. J._

*Martins-K*. vom ehem. Cisterc.-Nonnen-Klst. Turm 1303 1sch. Langhaus
1483, 1755 mit flachem Tonnengewölbe versehen. — _Ausstattung_ bar.
_Monstranz_ von _C. X. Stipeldey_ in Augsburg 1780.

*Michaelis-K*. 14. Jh., einfach, erweitert 15. Jh., hübsche spgot.
Sakristei mit reliefgeschmücktem Erker. Guter bar. Orgelbau. —
_Crucifixus_ 1405, erstes sicheres Werk des Monogrammisten _i_, des
tonangebenden Erfurter Bildhauers im 1. Viertel 15. Jh. Im Innern und auf
dem kleinen Friedhof _Grabmäler_ von Renss. bis Klassizismus.

*Dreifaltigkeits-Kap*. 1500. Erkerchor mit Reliefschmuck.

*Andreas-K*. Kleiner Bau des 13. Jh., whgest. 1418. — Über dem
Haupteingang _Kreuzigungsrelief_ um 1730 (zu vgl. mit dem
Severisarkophag). Sandsteingruppe der _Beweinung_ ca. 1430-40 von einem
Nachfolger des Meisters _i_.

*K. des großen Hospitals*. 1385, whgest. 1488. Rechteck mit 3seit. Schluß.
— _Epit_. Ziegler 1462, tüchtig.

*K. des kleinen Hospitals*. _Gedenkstein_ der Stifter, der
Schneidermeister Konrad von Duderstadt und Siegfried von Leubingen, ca.
1420-30.

*Thomas-K*. spgot. Thomasrelief 2. V. 15. Jh. Kleiner _Schnitzaltar_ M.
15. Jh.

*Wigperti-K*. 1475, Rechteck mit 3seit. Schluß. — An der WFront 3 Statuen
um 1430, handwerklich. Besser eine _Madonna_ um 1450. Im Kreuzgang
_Kreuzigungsrelief_ aus der Nachfolge des Meisters _i_. — Sakristei mit
guter SpRenss.-Einrichtung.

*Neuwerks-K*. Gegr. 1196. Total umgebaut im 15. und 18. Jh. — Außen
_Madonna_ um 1380, feiner belebt und wahrer gefühlt, als das meiste dieser
Zeit (nicht von _Joh. Gerhart_). Eine zweite im Innern um 1400. Ziemlich
prächtiger _Hochaltar_ um 1730. Der ältere von ca. 1500 in der Sakristei.

*Lorenz-K*. Gegr. 1140, Neubau 1413, verändert im 17. Jh. — Am SPortal
_Sandsteinstatue_ des hl. Wenzel um 1450. Außen neben dem Eingang _Epit.
Buseloyben_ um 1430, an der SWand _Epit. Salfeld_ 1405. Im Innern Epit.
der _Gebr. Eberbach_ 1581 von _Friedemann d. Ä._ — Die Holzskulpturen der
modernen Altäre von Antiquaren in München und Lübeck.

*Egidien-K*. (Ilgen-K.). Alte, schon im 12. Jh. genannte Gründung. Jetzt
zu Wohnungen eingerichtet. Nur die östl. Giebelwand zeigt kirchliche
Bauformen. Unter der K. Durchfahrt vom Wenigenmarkt zu der einst
befestigten Krämerbrücke. Von einigen inzwischen abgebrochenen Kirchen
haben sich die Türme erhalten:

*Nikolai-Turm, Johannis-Turm, Benedikts-Turm, Bartholomäus-Turm* (mit
_Ölbergrelief_ vom E. 15. Jh.), *Pauls-Turm, Georgen-Turm*. Durchweg
einfache spgot. Bauten.

[*Rathaus**.* Der stattliche Bau von 1544-84 wurde 1869 abgebrochen;
Einzelheiten im städtischen Museum.]

*Alte Universität* (Collegium majus) 1525 ff. Die Schauseite nach der
Michaelisstraße 1548-50; diese unverändert; im Innern und an Nebengebäuden
vieles im 17. und 18. Jh. umgestaltet. — Die sehr konservativ gesinnte
Körperschaft hat die Hauptfront zu einer Zeit allgemeinen Vordringens der
Renss. in rein got. Formen errichten lassen; nur in der streng
symmetrischen Komposition darf man den stillen Einfluß des neuen Stils
erkennen. Die langgestreckte, 2stöckige Front hat 7 Achsen. Das große Tor
in der Mitte ist ein Prunkstück geometrischer Künstelei. An den
Doppelfenstern des Erdgeschosses regelmäßiger Wechsel von geraden Schluß-
und Vorhangbgg.; die Fenster des Obergeschosses gleichmäßig rck.; an der
Schmalseite verändertes System; der alte Giebel im 17. Jh. durch einen
Halbwalm ersetzt. Das Auditorium maximum »möglichst im Anschluß an die
frühere Form« wiederhergestellt.

*Collegium Saxonicum* in der Allerheiligenstr. 1542 in unbeholfener FrRen.

*Wohnhäuser.* _Haus zum Rebstock_ (Futterstr. 2) 1447. In einer Nische des
dritten Stockes feine gleichzeitige _Madonna_. Der spgot. Bau noch in
wesentlichen Zügen erhalten. — _Haus zum roten Stern_ (Allerheiligengasse
11) 1479. Fenster des Erdgeschosses 16. Jh. — _Haus zur hohen Lilie_
(Friedrich-Wilhelmsplatz) 1538. Feine frühe Renss. — _Haus zum
Greifenstein_ (Michaelisstr. 48). 1549. — _Haus zum goldenen Rade_
(Marktstr. 50) 1554. — _Haus zum goldenen Hecht_ (Anger 37) 1557.
Typisches Portal mit Sitznischen am Gewände; Steinmetzzeichen der beiden
_Hans Friedemann_. — _Haus zum roten Ochsen_ (Fischmarkt 7) 1562. Im 1.
und 2. Geschoß antike Anordnungen; im 3. Geschoß Fenster mit gotisierenden
Gewänden; am Zwerchgiebel wieder Ordnungen. — _Haus zum breiten Heerd_
(Fischmarkt 13) 1584, vielleicht von _Hans Friedemann d. Ä._ Die Ordnungen
gleichmäßig durchgeführt; reiches, kräftiges, an Heidelberg erinnerndes
Detail. Im Erdgeschoß Netzgwb.; im Obergeschoß mächtiger Hausflur;
Wendeltreppe. Die Wirkung durch moderne Erweiterung gestört. — _Haus __
zum großen Christoph_ (Regierungsstr. 62). Altes Gasthaus. 1605. — _Haus
zum Stockfisch_ (Johannisstr. 169) 1607. Langbau, die Giebel über den
Brandmauern. Im Erdgeschoß schachbrettartiger Wechsel glatter und
ornamentierter Quadern, nach niederländischer Art. — _Haus __ zum
Mohrenkopf_ (Johannisstr. 168) 1610,

*K. Regierung,* ehemals kurmainzische Statthalterei. Die langgestreckte
Fassade aus zwei disparaten Teilen zusammengesetzt, rechts Patrizierhaus
der Renss. »zum stolzen Knecht« mit schönem Erker bez. 1540, Mitte und
linker Flügel unter Statthalter v. Boyneburg 1710-20 von einem nach den
Wienern Fischer und Hildebrand orientierten Meister (_M. v. Welsch?_ _M.
Dreysigmark?_). Schöner Festsaal in maßvollem Spätbarock, die Stuckaturen
von _August Gröninger_ aus der bekannten Münsterer Künstlerfamilie, die
Plafondmalerei schwach.

*K. Haupt-Steueramt* 1695 für Lothar v. Schönborn, Erzb. von Mainz und B.
von Bamberg.

Auf dem Fischmarkt *Roland* als römischer Krieger, 1691 von _Israel v. d.
Milla_, einem niederländischen (?) Italisten, der Kopf nach dem Moses
Michelangelos. An der Ecke Regierungs- und Eichenstr. *Neptun* von einem
ehemaligen Brunnen um 1700.

_ERLABRUNN._ UFranken BA Würzburg.

*Dorf-K.* Neubau 1655. Anlage in got. Tradition. Stuckierte Flachdecke,
Engelsköpfe in Kassetten. Schwere Bar.Portale. — _Kanzel_ und _Taufstein_
aus der Erbauungszeit. — _Bildstock_ 1601, gotisierend.

_ERLACH._ UFranken B A Ochsenfurt.

*Pfarr-K.* Got., im 18. Jh. verändert. — 7 adlige _Grabsteine_ (meist
Seinsheim) von 1540-82; ein älterer (1493). _Bronzeplatte_ mit Inschr. und
Wappen (Hauschild von Hirschau).

*Schloß,* Wasseranlage mit 8eck. Umfassung, im Hof hübsche Renss.Laube
1545.

_ERLAU._ K. Sachsen AH Rochlitz.

*Dorf-K.* Schiff mit Holzdecke, gewölbter 3/8 Chor in sorgfältiger
Durchbildung. Das 4flügelige _Altarwerk_ (aus der Rochlitzer
Kunigunden-K.) innen geschnitzt, außen gemalt, A. 16. Jh.

_ERMLITZ._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

*Dorf-K.* mit OTurm, in dessen Erdgeschoß das Altarhaus; keine Apsis.

_ERMSLEBEN._ Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis.

*Stadt-K.*, gänzlich deformiert, interessant nur die Spur ehemaliger rom.
OTürme. — _Grabst_. 1561, 1602.

_ERSHAUSEN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Dorf-K.* bar. 1688. Turm gotisierend 1562. Großer Bar.-Altar.

_ESCHDORF._ K. Sachsen AH Pirna.

*Dorf-K.* 1sch. mit Holzdecke. Rom. Portal. _Sakramentsnische_ 1524.
Gemaltes _Altarwerk_ bez. 1588. C G (_Christoph Grohmann?_).

_ESCHEFELD._ K. Sachsen AH Borna.

*Dorf-K.* Chor in spgot., Portal in spätrom. Formen. — Spgot. _Altarwerk_
mit 2 festen und 4 beweglichen Flügeln. _Glocken_ 14. Jh.

_ESCHENSTRUTH._ Kr Cassel-Land.

*Dorf-K.* Unter jüngeren Veränderungen der rom. Kernbau erhalten, am
besten im WQuerturm mit doppelbogigem Durchgang ins Schiff. Im Fenster des
schon ursp. rck. Chores kleines spgot. _Glasgemälde_.

_ESCHWEGE._ RB Cassel Kreisstadt.

*Markt-K. S. Dionys.* Chor 1460, Sch. 1466, Turm 1. H. 14. Jh. —
Hallenkirche von 4 Jochen, 1sch. polyg. Chor. Schafte rund mit 4 Diensten,
nur die letzteren mit Kaptt. Die Schildbgg. des Msch. Gwb. ca. 2,5 m höher
als die Scheidbgg. WTurm einspringend.

*Neustädter S. Katharinen-K*. Chor 1446-74, Sch. 1484-1521, Turm 1374 mit
neugot. Aufbau. — Hallenkirche von 4 Jochen, Schafte rund mit 4 Diensten
und Laubkaptt., welche sich auch um die Schafte ziehen. Reiche Netzgwbb. —
_Kanzel_ 1589 mit 3 Reliefs.

*S. Nicolaus-Turm*. 1455, Zopfdach.

*Schwarzer Turm*. Einziger Rest der vor 1083 gegr. Cyriakus-Abtei.
Einfacher Bruchsteinbau mit wenigen kleinen rundbg. Fenstern.

*Hospitals-K. S. Elisabeth*. Gegr. 1278, erneuert 1466. Nur die südl.
Mauer der K. und ein Teil des Kreuzganges stehen noch.

*Schloß*. Beg. 1386, erneuert 1581, sprom. mit got. Erinnerungen.

*Ballhaus*. 1578.

_ESPENFELD._ Schwarzburg-Sondersh. LA Arnstadt.

*Dorf-K.* OTurm rom. zu got. 1/2kr. Apsis mit rundbg. Fensterschlitzen.

_ESPERSTADT._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

*Dorf-K.* Turm mit gekuppelten rom. Schallöffnungen und vermauerter
Rundbogentür. Umbau 1612.

_ESSELBACH._ UFranken BA Marktheidenfeld.

*Pfarr-K.* erb. 1779; gleichzeitig die Ausstattung. — _Holzfig_. St.
Barbara aus _Riemenschneiders Werkstätte_. — Spgot. _Glocken_.

_ESSFELD._ UFranken BA Ochsenfurt.

*Pfarr-K.* 19. Jh. Erhalten der 5geschossige spätrom. Turm, 13. Jh., bar.
Haubendach.

_ESTENFELD._ UFranken BA Würzburg.

*Dorf-K.* Posthum got. 1614. Chorturm im Unterbau rom. Bar. Portal 1690.
Stuckdecke um 1720. — _Hochaltar_ E. 18. Jh. mit Gemälde von _Bolsterer_
1708. Reiche _Kanzel_ von _J. G. Moritz_ 1753. _Marienstatue_, Holz, 1. H.
14. Jh.

*Hof des Karthäuserklst*. Engelgarten 1668. — An den Straßen der nächsten
Umgebung zahlreiche (9) _Bildstöcke_.

_ETTENHAUSEN._ Sachsen-Gotha LA Waltershausen.

*Dorf-K.* rom. Anlage, umgebaut 1554 und 1706.

_ETTERSBURG._ Sachsen-Weimar VB Weimar.

In der modernen *K.* _Doppelgrabstein_ des Ludwig von Blankenhain und
seiner Gemahlin aus A. 14. Jh. (dürfte aus der Klosterkirche Oberweimar
hierher verschleppt sein).

*Schloß* ganz einfach.

_ETTLEBEN._ UFranken BA Schweinfurt.

*Dorf-K.* A. 18. Jh.

*Dorf-Brunnen*. Malerische Anlage auf acht jonischen Säulen mit Kuppel.

_ETWASHAUSEN._ UFranken BA Kitzingen.

*Kirche*. 1741. Ein geistreich hingeworfener Gedanke _Balthasar Neumanns._
Kreuzanlage mit wenig verlängertem WArm; das Mittel in den Winkeln durch
Kreissegmente erweitert; nach konzentrischem innerem Kreise angeordnet 4
Paar gekuppelter dorischer Säulen, durch einen Durchgang von der Wand
getrennt. 3 Sll. hinter dem Altar. Die kleine Kirche voll perspektivischen
Reizes. Sie ist undekoriert geblieben. Die Kuppel ganz flach und durch
Stichkappen von den Kreuzarmen her zerschnitten. Nicht glücklich, wie
öfters bei Neumann, die Lichtführung. Am westl. Ende ein eleganter Turm,
neben dem die Ecken des Schiffs abgerundet zurückweichen.

_EUERBACH._ UFranken BA Schweinfurt.

*Kath. Dorf-K*. von 1742. Inneneinrichtung aus derselben Zeit.

*Prot. Dorf-K*. Chor und Turm spgot. Verschiedene _Renss.-Epitaphe_.

*Schloß* um 1600.

_EUERDORF._ UFranken BA Hammelburg.

*Dorf-K.* Typischer Juliusbau von 1602, nach Brand 1872 stark erneuert.
Reste von spgot. _Altarplastik_ in der Richtung _Riemenschneiders_; der
Salvator ähnlich dem in Bibelried.

_EUERHAUSEN._ UFranken BA Ochsenfurt.

*Pfarr-K.* 1730. Mit guter, etwas jüngerer, schöner rok. Ausstattung. Der
isolierte Turm ursp. Torturm der ma. Kirchhofsbefestigung, umgebaut E. 16.
Jh., Juliuswappen. — _Glocke_ 13.-14. Jh.

_EUSSENHAUSEN._ UFranken BA Mellrichstadt.

*Dorf-K.* Turm frgot. Langhaus 1614. WFassade 1745. Am Turm eingemauert
interessante frgot. sitzende _Madonna_ (stark beschädigt). Hinter dem
Hochaltar Reste von _Wandmalereien_ aus 1. H. 15. Jh.

_EUSSENHEIM._ UFranken BA Karlstadt.

*Pfarr-K.* 1620 mit Chor-Turm aus 13. Jh. — _Pietas_ um 1500. — Vor der K.
großer, reicher steinerner _Prozessionsaltar_ A. 17. Jh. *Kellerei*.
Charaktervoller Bau von 1638.

_EYBA._ Schwarzburg-Rudolstadt. LA Rudolstadt.

*Dorf-K.*, im O rom. Chor-Turm, andere Teile frgot. und Zopf.

*Edelhof* der Herren v. Könitz, gutes Beispiel für Anlagen dieser Art aus
dem 16. Jh. (Inschr. 1555, ein2elne Teile 17. Jh.).

_EYERSHAUSEN._ UFranken BA Königshofen.

*Dorf-K.* Flotter Rok.-Bau um 1750, glückliche Fassade mit WTurm. Elegante
gleichzeitige Einrichtung. _Deckenbild_ (Huldigung der hl. 3 Könige) von
_Gg. Anton Urlaub_ 1753 (1909 restaur.).

_EYRICHSHOF._ UFranken BA Ebern.

*Schloß* (v. Rotenhan) 1530 und 1584 (renoviert 1847 und 1883), 2flügelig
mit Rundtürmen; auf der NSeite schließt sich ein Rokokoflügel (um 1730)
an. Inmitten eines prächtigen Parkes. — Bmkw. _Einrichtung_: besonders
gute _Renss. Schränke_ (Schweizer Arbeiten) und reiche europäische
_Porzellansammlung_.

*Schloßkap.* Spätbar. Bau (1686) mit stuckierter Decke. — Zinnerne
_Taufschüssel_, schön sprenss.



_F_


_FAHR._ UFranken BA Gerolzhofen.

Auf dem Friedhof bmkw. *Kreuzigungsgruppe*, Sandstein, 3/4 lebensgroß,
ausgeführt etwa 1430-40, doch zurückgeblieben (wie das bei handwerklichen
Arbeiten oft vorkommt) auf der Stilstufe von 1400.

_FÄHRBRÜCK._ UFranken BA Karlstadt.

*Wallfahrts-K. Mariä Himmelfahrt*. 1686-98. Kraftvoller Bar. Bau in der
Richtung _Petrinis_, 1sch. mit schmalem Kreuzgwb., gute Außenarchitektur.
Turm im NO. _Ausstattung_ aus der Erbauungszeit. _Blatt_ des Hochaltars
von _O. Onghers_ 1695. Große _Madonna_, Holz, von _P. Wagner_ 1798.

_FALKEN._ Pr. Sachsen Kr. Mühlhausen.

*Dorf-K.* Schiff und Turm 1500, der gerade schließende Chor frgot. [Eine
rom. Kapelle auf dem Gottesacker 1863 abgegetragen.]

Das *»Schlößchen«* von 1556 ist ein ehemaliges v. Keudellsches
Gerichtshaus.

_FALKENBERG._ RB Cassel Kr. Homburg.

*Burgruine*. War 1250 schon vorhanden.

_FALKENHAIN._ K. Sachsen AH Grimma.

*Dorf-K.* Rom. Anlage. — 6 _Grabmäler_ 1579-1725.

*Herrenhaus*. Ursp. Wasserburg des 16. Jh.

_FALKENSTEIN._ Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis.

*Schloß*. Interessante Anlage mit rom. Bergfried und Wohnräumen aus 16.
Jh.

_FAMBACH._ RB Cassel Kr. Schmalkalden.

*Dorf-K.* Turm rom., oben got., mit 4 Schützenerkern. Im spgot. Langhaus
Emporen und bemalte Decke. 1778. — _Kanzel und Altar_ 1617, 1623, Holz, in
guter SpRenss.

FARNRODA, Sachsen-Weimar VB Eisenach. *Dorf-K.* 1667. Gute _Schnitzbilder_
von ehemaligen Altären um 1508.

_FASANERIE._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Jagdschloß* des Herzogs von Meiningen, erb. E. 18. Jh. Die im
klassizistischen Stil ausgeführte Einrichtung des Saales und einzelner
Zimmer mit den alten Tapeten und den auf die Wände geklebten allegorischen
Bildern, auch einzelnen charakteristischen Möbeln und Öfen derselben Zeit,
großenteils unversehrt erhalten.

_FECHENBACH._ UFranken BA Marktheidenfeld.

*Pfarr-K.* erb. 1732. Am _Pfarrhof_ Sandsteinfig. der Madonna um 1400.

*Burgruine Kollenburg*. Ziemlich gut erhaltene, typische Renss. Anlage mit
älteren Resten, an der SSeite des Palas rom.

_FECHHEIM._ Sachsen-Coburg LA Coburg.

*Dorf-K.* Der (seiner alten Detailformen beraubte) rom. OTurm steht
zwischen dem spgot. polyg. Altarhaus und dem Lhs. (Emporensaal) von 1702.
— 3teiliges _Altargemälde_ bez. 1480, sehr rest. — Befestigter _Kirchhof_

_FEILITSCH._ OFranken BA Hof.

*Schloß* 1747.

_FELDECK_ siehe Dietlas.

_FELSBERG._ RB Cassel Kr. Melsungen.

*Stadt-K.* Spgot. 1sch. flachged. Gewölbter polyg. Chor.

*Kirchhofs-Kap.* Rom. und spgot.

*Burgruine* mit hohem Rund-Turm.

_FILKE._ UFranken BA Mellrichstadt.

*Mauerschedel.* Ruine einer im 14. Jh. zerstörten Kirchenbefestigung.
Kreisrunde Anlage mit an die Mauer angebauten Gaden. Kirchenruine rom.

_FINDELBERG._ UFranken B A Königshofen.

*Wallfahrts-K.* 1570, 1672, 1780.

_FISCHBACH._ UFranken BA Ebern.

*Schloß*. Malerische Baugruppe um 1530. Gegenüber Kapelle von 1756 mit
hübscher Außengliederung.

_FLADUNGEN._ UFranken BA Mellrichstadt.

*Stadt-K.* Turm frgot. Langhaus 17. Jh. Einheitliche Ausstattung aus M.
18. Jh.

*Rathaus* 1628. Viergeschossige Anlage mit Volutengiebeln.

Gut erhaltene *Stadtmauer* mit starken Türmen, interessant die auf den
Mauern lose aufgebauten Steinhaufen, die Tore abgebrochen.

_FLEMMINGEN._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg.

*Dorf-K.* Der jetzt in der Mitte stehende Turm war ursp. Chor-Turm;
Chorverlängerung 1490. Wohlerhaltenes rom. Portal um 1200. Im _Tympanon_ 2
Quadranten mit stilisierten Blumen, am Gewände die eine Sl. mit
senkrechter Kannelierung, die andere mit gewundenem Tau.

_FLEMMINGEN._ Pr. Sachsen Kr. Naumburg.

*Dorf-K.* um 1150; die einfache rom. Anlage mit Chor-Turm,
Halbkuppelapsis, Säulenportal wesentlich erhalten. _Kanzelaltar_ 1739.

_FLÖHA._ K. Sachsen AHauptstadt.

*Stadt-K.* 1741 (rest. 1880). — Altar mit bmkw. Gemälden um 1525, verwandt
dem in St. Nikolai zu Dippoldiswalde.

_FORCHHEIM._ K. Sachsen AH Marienberg.

*Dorf-K.* 1719 von _George Bähr_ und _Fehre_, zentrale Anlage ähnlich der
K. in Schmiedeberg; die farbige Dekoration noch aus der Erbauungszeit. —
_Taufstein_ 1725, reiche, tüchtige Arbeit. Altar mit _Gemälde_ von
_Butzäus_.

*Schloß*. Einfacher Bau von 1558.

_FORCHHEIM._ OFranken BAmtstadt.

*Martins-K*. 823 zuerst erwähnt, 1335-1803 Collegiatstift. — 3sch. Halle
mit erhöhtem Msch. Dieses hat flache Kassettendecke, Sschiffe und Chor
Rippengwbb., die 1720 durch _J. Vogel_ aus Bamberg stuckiert wurden. Im S
Reste eines rom. Qsch. Im N neben der Fassade spgot. Turm mit welscher
Haube von 1669. — _Hochaltar_ 1696 von _Neuner_, 1837 verändert;
_Apostelaltar_ 18. Jh., Gemälde von _Oswald __ Onghers,_ Skulpturen von
_Goldwitzer_. — An den Pfll. des Msch. 8 _Gemälde_ auf Holz in der
Richtung _Wolgemuts_, vorn Passion Christi, hinten Legende des hl. Martin;
3 _Gemälde_ (Christoph, Nikolaus, Wenzel) um 1500 vom alten Hochaltar. —
_Skulpturen_. Im _Inneren_: Im Msch. und Chor 12 _Apostel_, Holz, aus E.
15. Jh., doch nur in einem entfernteren Sinn der Schule des _Veit Stoß_
zuzurechnen. In der Marien-Kap. _Pietas_, Holz, recht tüchtige Arbeit des
frühen 16. Jh. _Derselbe_ Gegenstand in veränderter, dem Schönheitsideal
des Klassizismus besser zusagender Komposition auf dem Maria-Schmerz-Altar
vom bambergischen Hofbildhauer _Kamm_ 1786. Sehr interessant das 8figurige
Relief in Lindenholz mit dem _Abschied Christi von seiner Mutter_, nach
1520 von einem guten, noch nicht näher festgestellten Nürnberger Künstler
mit Erinnerungen an _Stoß_ und _Dürer_. _Epitaphe_ des Ph. v. Egloffstein
1558 von _Peter Dell d. J._ in Würzburg; des E. G. Pfersfelder 1590 von
_Hans Werner_ in Bamberg. Am _Äußeren_: Neben dem WPortal Martin und
Barbara, 14. Jh., Eustachius 18. Jh., am Chor Kolossalfigur Christi 14.
Jh., Holzkruzifix A. 16. Jh., recht gut; Ölberg aus Sandstein A. 16. Jh.
im gewöhnlichen Schema, aber durch Kraft des Ausdrucks und sorgfältige
Gewandung die Durchschnitts-Ölberge überragend.

*Marien-Kap*. soll von _Otto v. Bamberg_ A. 12. Jh. erbaut sein; rom.
Reste nicht erkennbar; einfacher, 1sch. flachgedeckter Raum, jetzt mit
Rokokostuckierung. Am rok. Hochaltar spgot. _Skulpturen_. _Ölberg_ von Ton
M. 15. Jh.

*Spital-K*. Einfach spgot., die flache Decke im 18. Jh. stuckiert. 5
_Tafelgemälde_ der Nürnberger Schule E. 15. Jh.

*Franziskaner-K*. 1690.

*Schloß*. Gründung der sp. Merovingerzeit; einziger Rest aus rom. Zeit das
an der Fassade eingemauerte Relief mit Basilisk. 1353-63 als Bischöfl.
Bambergische Residenz hergestellt; noch öfters umgestaltet; 4geschossiger
steinerner Kastenbau mit Rückgebäuden in Fachwerk um 1558.
Stilgeschichtlich wichtige _Wandgemälde_ 1831 und 1907 freigelegt; nur die
letzteren befriedigend rest. Rest eines größeren Zyklus um 1353 die 3
Propheten der Hauskapelle. Ebenda Anbetung der drei Könige, Verkündigung
Mariä und Jüngstes Gericht. Von verschiedenen Händen, aber zeitlich
einander nahe (1390-1400). Italienische Anklänge durch böhmische
Vermittlung, zugleich Vorbereitung auf den Nürnberger Stil des frühen 15.
Jh. Im Erdgeschoß Darstellungen, die von H. Kehrer als Satiren auf König
Wenzel (?) gedeutet wurden.

*Rathaus*. Spgot. Fachwerkbau, teilweise 1535 in FrRenss.

*Katharinenspital*. Schöner Holzbau 1611.

*Nürnberger Tor*. 1698.

_FÖRDERGERSDORF._ K. Sachsen AH Dresden-A.

*Dorf-K.* Architekturlos; hübscher _Schnitzaltar_ mit Reliefflügeln um
1510.

_FRANKENBERG._ K. Sachsen AH Flöha.

*Stadt-K.* 1741. — *Herrenhaus*. 1553.

_FRANKENBERG._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Burgruine*. Sitz des 1293 ausgestorbenen gleichnamigen Geschlechtes. Der
Bergfried aus sehr großen Buckelquadern noch 24 m hoch erhalten. Sonst
zusammenhanglose Trümmer. Zerst. 1448 und 1525.

_FRANKENBERG._ RB Cassel Kreisstadt.

*Liebfrauen-K*. 1286 bis 1357, Chor gew. 1353, Turm voll. 1359. Gr. und
System folgt der Elisabeth-K. in Marburg, und die Ähnlichkeit der Anlage
würde noch größer sein, wäre nicht der Chor nur im ersten Joch nach dem
ursp. Plan ausgeführt, dann aber breiter und höher fortgesetzt.
Einspringender WTurm, daher im Msch. 4 Joche, in den Ssch. 6 Joche. Ganze
L. ursp. 46, jetzt 59, Br. 17,5 (Msch.: Ssch. = 8,7 : 4,4), H. 12. Die
runden Pfll. mit 4 Diensten, verhältnismäßig sehr stark. Das lockere
Blattwerk der Kaptt. dem Kern aufgeheftet. Im Querschnitt die Gwbb. von
genau gleicher Scheitelhöhe, die Scheidbgg. und sämtliche Bgg. der Ssch.
stark gestelzt. Die Fenster sind bei der hohen Lage des Kaffgesimses nicht
übertrieben schlank, 2teilig, im Maßwerk ein spitzbg. Vierpaß mit 2
Dreipässen. Das Dach ist allen 3 Schiffen gemeinschaftlich und deshalb im
First höher als das Dach des Qsch. Das Kranzgesims um die Strebepfll.
herumgekröpft. Einfach röhrenförmige Wasserspeier. An der WFront das Dach
abgewalmt, so daß die Mauer horizontal abschließt. Der Turm steckt mit
seinem ersten Obergeschoß halb im Dach, so daß erst das dritte (letzte)
ganz frei wird. Er schließt mit Balustraden und leicht zurückspringenden 4
Giebeln, der mäßig hohe Helm 8seitig. — Hübsches _Wandtabernakel_ 2. H.
14. Jh. — _Kanzel_ von Stein 1554. — _Balkenköpfe_ der ehemaligen Empore,
meisterlich geschnitzt von _Phil. Soldan_ 1529.

*Marien-Kap.* Etwa 1380. Hervorragender Prachtbau. Der südöstl.
Diagonalseite des südl. Kreuzarmes der Hauptkirche angebaut. Da auf
normale Orientierung Gewicht gelegt wurde, hat der Gr. unregelmäßig
zentralisierende Gestalt: der größere Teil umschreibt 5 Seiten des 8Ecks,
ein 3 eck. Raum vermittelt zum Qsch. der Hauptkirche. Die Mauerhöhe ist
der des Qsch. gleich. Ein hohes Pyramidendach krönt das schlanke Polygon.
Die Behandlung ist sehr reich und glänzend, in jener schulgemäßen
Reinheit, Schärfe und Eleganz, die für jene Epoche das Höchste war. Demn
Äußeren war ein sehr reicher Statuenschmuck, ca. 30 Stück, zugedacht und
scheint auch ausgeführt gewesen zu sein. Auch vom Reichtum des Innern
vieles verstümmelt. Erhalten der sehr bmkw. _Altar_. Die Mensa getragen
von 3 Standfigg. (sehr beschädigt). Hohes, 3teiliges Retabulum von
feinster Arbeit. Erstes Glied eine niedrige 9teilige Arkatur, der Apparat
der Strebepfll., Fialen usw. gleichsam Miniatur in Stein; im Hauptgeschoß
3 Blendbgg. für Statuen, wieder aufs reichste architektonisiert; im
dritten Glied 7teilige Arkatur; unter den Bogenlinien kommt schon
einigemal der Eselsrücken vor; sonst der Formencharakter einer etwas
pedantischen Hochgotik streng festgehalten.

*Spital-K*. (reformiert). Kleiner 1sch. spgot. Bau. Bmkw. die
reichgegliederten und mit Wappenschildern gezierten Kragsteine 1515.

*Cisterc.-Nonnen-Klst*. S. Georgenberg. Jetzt Amtshaus und sehr verbaut.
Die Kapelle (Stall) rom. 13. Jh., sonst 14. und A. 16. Jh.

*Rathaus*. Fachwerk von 1509, Erdgeschoß verputzter Steinbau, die 2
Obergeschosse beschieferter Fachwerkbau, mehrere Erker mit Spitzdächern;
trotz der dürftigen Herstellung aus neuerer Zeit wirkt der Bau in der
Gruppierung noch immer hübsch und lebendig.

_FRANKENHAUSEN._ Schwarzb.-Rudolst. Amtsstadt.

*Oberkirche*. Reste einer rom. Anlage, deren ursp. Form schwer zu erraten.
— _Grabdenkmäler v. Biela_ 1773; Oberst _Mayer_ 1667 saubere, tüchtige
Arbeit; andere wenigstens kostümgeschichtlich bmkw. _Werner_sches
_Erbbegräbnis_ mit Eisengitter A. 18. Jh.

*Unterkirche*. Chor spgot., polyg. Schluß mit Pfll. in der Mittelachse.
Lhs. 1691. Die Ssch, haben Logen in 3 Rängen auf massiven Pfll. mit
Korbbgg. Im Msch. flaches Holzgewölbe. — _Taufstein_ aus Marmor,
_Altarleuchter_ und _Taufschale_, alles für diese Zeit und Gegend bmkw.
gut gearbeitet. _Tafel_ mit den Porträts von Luther, Melanchthon und
Johann dem Beständigen (Schule _Cranachs_).

*Rathaus* 1448, vereinfacht erneuert. (Ein Gemälde gibt den alten
Bestand.)

*Pfännerschafts-Haus*. Sitzungszimmer 1615.

*Fürstl. Schloß*. Großer, einfacher Bau des 17. und 18. Jh.

*Wohnhaus* Burmann, Klosterstraße. Zierliches Detail im Übergang von Got.
zu Renss. Alte Decken.

_FRANKENHAUSEN_ (Altstadt). Schwarzburg-Rudolstadt.

*Kirche*. Rom., rck. mit 1/2kr. Apsis, skulpierte Pfeilerkapitelle — An
der Apsidenkuppel erloschenes Gemälde, _Jüngstes Gericht,_ um 1300.
Darüber zweite Farbenschicht mit spgot. Rankenwerk.

_FRANKENSTEIN_ b. Salzungen Kr. Meiningen.

Von der alten *Burg* nur bescheidene Reste erhalten. Der jetzige
burgartige Aussichtsturm E. 19. Jh.

_FRANKENTAL._ K. Sachsen AH Bautzen.

*Dorf-K.* 1587 und 1607. — Schönes _Altargerät_ E. 17. Jh., Dresdener
Beschau. — _Grabdenkmäler_ 18. Jh.

_FRAUENBERG._ RB Cassel Kr. Marburg.

*Burgruine*. 1252.

_FRAUENBREITUNGEN._ Sachs.-Mein. LA Meiningen.

*Pfarr-K.* Turm rom., Kirche 1615. Einfacher Saalbau mit spitzbg. Fenstern
und Emporen, an deren Brüstungen 49 _Gemäldefelder_. Wertvoller
_Flügelaltar_ bez. 1518, im Schrein 3 gute Schnitzfigg. in fränkischem
Schulcharakter, auf den Flügeln Reliefszenen, außen Gemälde nach der
Dürerschen Kupferstichpassion. Grabsteine unerheblich — _Glocken_ 1616.

*Edelhof* (v. Gleichen) renss., malerische Diele.

Ehem. *Amtshaus* 1606, verputzter Fachwerkbau, Stuckdecken.

*Gerichtslinde*. Kreisrund ummauert, 4 Eingänge mit Stufen.

_FRAUENHAYN._ K. Sachsen AH Großenhain.

*Kirche*. Backsteinbau 14. Jh., 1580 NSchiff angebaut. Über dem Chor bmkw.
got. Dachstuhl.

_FRAUENHORST._ Pr. Sachsen Kr. Schweinitz.

*Dorf-K.* Um 1300 aus Feldstein; rck. mit 3 spitzbg. Fenstern in der
OWand. — Spgot. _Schnitzaltar_.

_FRAUENPRIESSNITZ._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst*. 13. Jh., erneuert im 17. Einschiffig mit
polyg. Chor. An der NSeite nebenschiffartiger, 2geschossiger Anbau mit
Herrschaftsempore und Gruft der Schenken v. Tautenburg; schöne
Metallsärge.

*Domänengebäude* mit stattlichem Portal 1605, toskan. Rustika-Sll.,
Triglyphenfries, Krönung mit Ritterfiguren von verhältnismäßig guter
Bildung.

_FRAUENROTH._ UFranken BA Kissingen.

Ehem. *Cist.-Nonnen-Klst*. Gegr. 1231. Erhalten der schlichte sprom.
Stiftungsbau, 1sch., 1/2kr. Apsis und rundbg. Portal. (Empore
ausgebrochen). — Ein kostbarer Schatz das _Grabmal_ des Minnesängers Otto
v. Botenlauben (aus dem Geschlecht der Grafen v. Henneberg) † 1266 und
seiner Gemahlin Beatrix, ausgeführt etwa 1280-1300. In der poesievollen
Idealisierung höfischer Vornehmheit unerreicht. Stilistisch mit der
thüringisch-sächsischen Gruppe in Zusammenhang, den verwandten Stücken in
Reinhardtsbrunn und Erfurt künstlerisch überlegen, dem Wiprecht von
Groitzsch in Pegau nicht nachstehend. Wahrscheinlich aus Frauenroth
verschleppt und von demselben Meister die Madonna in Lauter.

_FRAUENSEE._ Sachsen-Weimar VB Eisenach.

Ehemalige *Cisterc.-Klst.-K*. 1860 abgebrochen. Erhalten ein rom.
Kragstein mit Löwenkopf. — *Herrenhaus* 1632.

_FRAUENSTEIN._ K. Sachsen AH Dippoldiswalde.

*Stadt-K.* Nach Brand 1869 mit Benutzung der Umfassungsmauern erneuert.

*Burgruine* aus Ma. und Reste eines palastartigen Baues von 1614.

*Schloß.* 1585-87. Zwei Flügel rechtwinklig zusammentoßend, durch
stattlichen Treppen-Turm verbunden. Portalbau in strenger toskan. Ordnung.

_FRAUREUTH._ Reuß ä. L. LA Greiz.

*Dorf-K.* 1733, groß, nüchtern.

_FREIBERG._ K. Sachsen. A Hauptstadt.

*Marien-K.* (»Dom«). Wesentlich nach Brand 1484, voll. 1501. Bei dieser
Erneuerung wurden Mauerteile des rom. Baus von E. 12. Jh. für den OBau
vernutzt, woher z. T. dessen unregelmäßige Gestaltung; ferner erhielt sich
unversehrt die »goldene Pforte« am südl. Qsch. Die zwei unvollendeten
WTürme setzen für das Schiff eine größere Breite voraus; aus welcher Zeit
stammen die Grundmauern? Der spgot. Neubau ist Hallenkirche. Die 3 Schiffe
von gleicher Breite, sehr schlanke kämpferlose 8eckige Pfll. mit konkaven
Flächen, Netzgwb. ohne Scheidbgg. Die Strebepfll. zum größten Teil nach
innen gezogen; zwischen ihnen Emporen mit ausgekragtem Vorsprung um jeden
Pfl. Diese seither in Sachsen beliebt gewordene Emporenanlage hier zum
ersten Mal.

_Die goldene Pforte_. So genannt nach der ehemaligen Vergoldung einzelner
Teile, die zum polychromen System gehörte. Urkundliche Anhaltspunkte zur
Datierung fehlen; die stilistischen weisen auf das zweite Viertel des 13.
Jh. Dank langjähriger Verbindung mit dem (im 19. Jahrh. beseitigten)
spgot. Kreuzgang gut erhalten; seit 1902 moderner Schutzbau. — Der
Höhepunkt der so reich entfalteten sprom. Portalkunst. Die erreichte
Harmonie der Erscheinung ist um so bewunderungswerter, als hier zwei
grundverschiedene Traditionslinien, die deutschrom. und die
französisch-got., zusammentreffen. Die erste behält im künstlerischen
Wollen die Herrschaft. Das Neue, von Frankreich angeregt, ist die
umfassende Verbindung von Architektur und figürlicher Plastik. (Ein
Wettbewerb um die Priorität besteht nur mit dem Fürstenportal am Bamberger
Dom; er kann nicht mit Sicherheit entschieden werden; im architektonischen
Detail manches mit dem Bamberger Georgenportal, anderes mit der
italisierenden Königslutterer Schule verwandt.) Waren auch der Architekt
und der Plastiker verschiedene Personen, so ist doch die Komposition, die
nur dem ersteren angehören kann, ganz einheitlich. Um den verlangten
Reichtum voll entwickeln zu können, ist das Gewände sehr tief angelegt: 9
Rücksprünge mit 5 Sll. und 4 Pfosten, entsprechend die Zahl der
Bogenläufe(3) und der Kämpfer so angelegt, daß es im Gr. eine regelmäßige
Zickzacklinie von gleicher Seitenlänge bildet. (So schon an dem übrigens
nüchternen Naumburger Hauptportal.) Der entscheidende Unterschied
gegenüber dem franz.-got. Schema liegt darin, daß die Statuen (dort in
dichter Reihung) mit den Sll. wechseln und daß sie, was für das
statuarische Motiv eine freiere Darstellung ergibt, nicht mit Sll.
verwachsen sind, sondern an den ausgemachten Kanten der Pfosten stehen.
Ganz französisch (in Bamberg unbekannt) ist die alternierende Besetzung
der Archivolten mit Statuetten. Auch das gegenständliche Programm ist
französisch; es drängt in ein einziges Portal zusammen, was an
französischen Kathedralen meist auf drei verteilt wurde. — Im Mittelpunkt
der ganzen Komposition steht das Türbogenfeld mit der Anbetung der drei
Könige — Mariens höchster Ehrentag im irdischen Stande. Darüber, in der
ersten Archivolte, ihre Krönung im Himmel; von ihr, wie von Christus,
werden nur Kopf und Schultern sichtbar; in ganzer Figur die Engel. Die
übrigen drei Archivolten tragen Bestandteile des Jüngsten Gerichts; die
äußerste die Auferstehung des Fleisches, in den kleinen Figuren ein
merkwürdiger Reichtum an Bewegungsmotiven und eine sehr achtbare
Wiedergabe des Nackten; die mittleren Apostel, Evangelisten, Abraham, der
die Seelen in Empfang nimmt, die Taube des H. Geistes. Unter den Gestalten
am Gewände erkennt man sicher links Daniel, die Königin von Saba, Salomo,
Johannes d. T., rechts Aaron und David; neben ihm die Ecclesia. — Aus
derselben Schule des 13. Jh. haben sich noch einige andere Werke, sehr
verstümmelt, aber doch mit Spuren hohen Wertes, erhalten: zwei kleine
_Bogenfelder_ und eine _Hochrelief-Platte_, aus den Umrissen Moses und die
eherne Schlange erkennbar, sicher zu einer Kanzel gehörig (vgl.
Wechselburg), jetzt im Albert-Museum. [Auf dem zerstörten rom. _Lettner_,
der, nach Fragmenten zu urteilen, ähnlich dem Wechselburger aufgebaut war,
stand die jetzt im Dresdener Altertums-Verein aufbewahrte _Kolossalgruppe_
der Kreuzigung, aus Eichenholz geschnitzt, die Figuren 2,2 m h.]. —
_»Tulpenkanzel«_ um oder nach 1500. Bizarrer Naturalismus der Erfindung,
künstlerische Feinheit der Formenanschauung, höchste Virtuosität der
aufgelösten Steinmetzarbeit. Die Bühne als großer Blätterkelch mit den
Halbfiguren der Kirchenväter, getragen von 4 ganz ins Lichte
ausgearbeiteten Stengeln, zwischen deren Verschlingungen Engelskinder sich
tummeln. Der Treppenaufgang imitiert roh zusammengeschlagene Baumäste und
Bretter. An ihrem Fuße sitzt ein Mann in Handwerkertracht (etwa der
Meister, der Predigt lauschend), höher auf dem mittleren Baumstamm ein
jüngerer Mann (wohl der Geselle), der mit Rücken und Armen die Treppe zu
stützen sich anstrengt; dazu zwei hockende Pinscherhündchen, während auf
der anderen Seite zwei Löwen Wache halten. — _»Bergmannskanzel«_ 1638, die
Architekturformen noch in ziemlich reiner Renss., das Passionsrelief am
Treppengeländer ohne Feinheit, tüchtig charakterisiert die Tragefiguren
zweier Bergleute. — Chor und Qsch. dienen als _Fürstengruft_. In der
Vierung das kolossale Freigrab des Kurfürsten Moritz, 1558-63. Eine für
diese Stufe der Renss. charakteristische Kollektivarbeit vieler Meister
aus vieler Herren Länder. Die Brüder _Gabriel_ und _Benedikt Thola_ aus
Brescia zeichneten den Plan; die Oberaufsicht hatte _Hans v.
Dehn-Rothfelser_; der Hoftischler _Georg Fleischer_ schnitzte das Modell.
Die eigentliche bildnerische Arbeit von _Anton von __ Zerroen_ aus
Antwerpen. Der Guß von _Wolff Hilger_. Nicht klar die Rolle des Lübecker
Goldschmiedes Wessel. Auf rck. Gr. 2 Geschosse, durch ein verkröpftes von
gekuppelten toskan. Säulen getragenes Gebälk getrennt. Am Sockel sitzen 12
allegor. Figuren der Künste und Wissenschaften, auf dem Gebälk antike
Krieger mit den Wappen der sächs. Landesteile, auf den Wandflächen
Inschrifttafeln; Material schwarzer und farbiger belgischer Marmor. Als
Krönung eine sarkophagartig ausgebildete schwarze Platte und auf dieser,
in weißem Alabaster, die vor dem Kruzifix kniende Gestalt Moritzens mit
dem Kurschwert und anderen Waffenstücken. Die architektonischen Profile
und das sonstige Ornament sind vortrefflich, die Figg. ungleich, meist
nicht mehr als handwerklich. Früher umstanden das Monument die von Moritz
in der Schlacht von Sievershausen erbeuteten 22 Fahnen; das Gitter von
1595 (seit 1884 mit verändertem Platz). — Der eigentliche Chor erhielt
seine jetzige Gestalt seit 1585, wesentlich ein Werk des Bildhauers und
Architekten _Nosseni_ aus Lugano; Guß der Figg. von _Carlo di Cesare_ aus
Florenz. Die Wandflächen unter und zwischen den 7 got. Fenstern erhielten
eine vorgeblendete Kulissenarchitektur in 2 Geschossen, unten gekuppelte
Sll., oben Pilaster. Sockel und Gebälk stark vorgekröpft, alle Formen
höchst nachdrücklich, eigentlich schon bar., Material mehrfarbiger Marmor,
oben Sandstein. In den Nischen der unteren Reihe 6 Männer und Frauen des
kurfürstlichen Hauses überlebensgroß, vergoldete Bronze, tüchtige,
lebensvolle Auffassung, gediegene Materialbehandlung; in der oberen Reihe
8 Propheten; an der Decke gemalt das Nahen des Jüngsten Gerichts, sehr
manieriert. Im Chorschluß Altar mit Kruzifix, dahinter Charitas und
Justitia; oben gegen das Fenster sich abzeichnend die großartige Fig. des
Auferstandenen. Der Stil dieser Arbeiten des _Carlo di Cesare_ steht etwa
zwischen _Jacopo Sansovino_ und _Giovanni da Bologna_, während _Nossenis_
Bildnisfigg. mit _Leone Leoni_ zu vergleichen sind. Auf dem Fußboden des
Chors messingne gravierte _Grabplatten_ von 28 Familienmitgliedern, von
Heinrich dem Frommen † 1541 bis auf Sibylla Maria † 1643. 1811 wurde das
_Grabmal der Kurfürstinnen Anna_ und _Wilhelmine_ aus Schloß Lichtenberg
hierher versetzt, bez. _Balthasar __ Permoser_ 1703. — Im Schiff und in
der Turmhalle viele _Epit_.; anderes in der St. Annakap. [Die ma.
Ausstattung großenteils zu Grunde gegangen; wertvolle Reste im Museum und
im Dresdener Altert.-Ver.]

*Jakobi-K*. Angelegt im 1. Drittel 13. Jh., doch gänzlich um- und verbaut;
um 1500 in 3sch. Hallenkirche verwandelt. — _Altarwerk_ bez. _Bernhard
Diterich_ 1610. — _Kanzel_ 1564, schöne Sandsteinarbeit. — _Taufstein_
bez. 1555 H. W. (_Hans Walter_), glänzend reiche Komposition, am Fuß vier
Kindergestalten. (Dies Motiv war in der Gegend lange beliebt: um 1510 in
Annaberg, 1610 in Dörntal, 1650 in Pfaffroda). In der Sakristei großes
bar. Elfenbeinkruzifix, _Balth. Permoser_ zugeschrieben.

*Nikolai-K*. Von der rom. Anlage des 13. Jh. die unteren und mittleren
Teile der westl. Doppeltürme. Letzte Überarbeitung 1752. An der NSeite ein
schöner rom. Kopf eingemauert. — Chor 1386.

*Petri-K*. Von der rom. Anlage im SO der »Hahnen-Turm« erhalten; sonst
Neubau 1401 und 1728.

*Thümerei* (Chorherrenhof), 1484. Im Erdgeschoß schön gewölbte Räume, im
Obergeschoß kunstvoll behandelte Balkendecken mit Holzpfll. Das Äußere
wenig verändert; in den Fenstern Vorhangbgg.; Stuckfries mit Maßwerk- und
Blumenmuster beschädigt.

*Schloß Freudenstein*. Gründung des 12. Jh. Neubau 1566 ff. durch _Hans
Irmisch_, seit 1572 unter _Gf. Rochus v. Linar_. An der künstlerischen
Ausstattung waren der Hofmaler _H. Göding_ und der Lütticher _H. Schröer_
beteiligt. Im 18. Jh. verfallen, im, 19. Militärmagazin.

*Rathaus*. 1410, nach Brand 1471 verändert.

*Kaufhaus*. Schönes Portal 1545, noch wesentlich im Sinne lombardischer
Ornamentik. Trinkstube 1545.

*Bürgerhäuser*. Spgot.: Petristr. 1, 46; Burgstr. 12, 21; Petriplatz 10;
Kesselgasse 24 von 1534. — Renss.: Obermarkt 3; Untermarkt 16, Innenraum
1510; Obermarkt 1 17. Jh.; Eibische Str. 7, Kirchgasse 11 Bergamtshaus;
Obermarkt 17 mit wertvollem Portal um 1530-40; Donatsgasse 8 bez. 1553;
ebenda 23 bez. 1561; Burgstr. 7 von 1616 mit Erker und schöner
Wendeltreppe; ebenda 9 von 1617.

*Museen*: K. Albert-M., M. d. Altertums-Ver.

Südl. vor der Stadt die drei *Kreuze*, die Körper jetzt im Alt.-V.
Altvaterwasserleitung über das Muldetal, M. 17. Jh.

FREIBURG A. UNSTRUT. Pr. Sachsen Kr. Querfurt. *Stadt-K. U. L. F.* etwa
1210-30, im 14. und 15. Jh. teilweise got. umgebaut. Die K. ist nicht groß
(ganze L. ursp. 37 m), aber durch die Anlage als kreuzf. Basilika mit
Vierungs-Turm und westl. Doppel-Türmen, sowie durch die Energie der (im
ganzen an die OTeile des Naumburger Doms erinnernden) Formensprache von
nachdrücklicher Wirkung. Die Hauptapsis in zierlicher Gotik erneuert um
1400; das Netzgwb. erstreckt sich in den alten rom. Vorderchor; die
Kreuzarme flachgedeckt. Erhalten hat sich eine der kleinen rom.
Nebenapsiden, in der Außenarchitektur besonders wuchtig und gedrungen.
Niedriger vierseitiger Zentral-Turm mit (rheinischem) Rhombendach zwischen
den 4 Giebeln. Ein charakteristisches Formelement die rautenförmigen
Öffnungen in den Turm- und Querschiffgiebeln (Naumburger Einfluß), im
Kleinen wiederkehrend in den Bogenfeldern der gekuppelten Fenster. Das
Lhs. got. Hallenkirche unter Bewahrung der rom. Jochteilung; an der
Umfassungsmauer noch der rom. Sockel beibehalten und der rom. Bogenfries
des Msch. wiederverwendet. Ganz rom. die über die Fluchten des Lhs.
seitlich vortretenden WTürme, fast genaue Wiederholungen des Naumburger
OPaares in ihrer ursp. Gestalt; sie dürfen unter die vornehmsten
Architekturbilder, die Thüringen zu bieten hat, gerechnet werden. Im
Einzelnen bemerke man, daß vom STurm die Fenster des ersten
Fenstergeschosses frgot. sind (nach dem Muster des Naumbg. WBaues, also
nicht vor 1250), um dann wieder zum rom. Schema zurückzukehren. Zwischen
den Türmen springt jetzt ein einfach gehaltenes got. Paradies vor, nach 3
Seiten offen. — Im SKreuz jetzt ein vermauert vorgefundenes rom.
_Tympanon_, Maria zwischen 2 rauchfaßschwingenden Engeln, nach den engen,
parallelen Wulstfalten zu schließen E. 12. Jh., großes Kind,
Muschelnimben. Im Qsch. gut erhaltener spgot. _Schnitzaltar_. Im Altarhaus
bmkw. _Tafel_ mit h. Sippe. _Taufstein_ mit Puttenfries um 1600 (vgl.
Markrölitz). Zahlreiche _Bildnisgrabsteine_, bmkw. das des Ritters v.
Taubenheim 1536 in frührenss. Umrahmung.

*Rathaus*, got. Steinbau, oft verändert.

*Schloß Neuenburg*. Einst die stärkste und nächst der Wartburg wohl
glänzendste Feste Thüringens, jetzt im Gesamteindruck nüchtern, fast
kasernenmäßig; schon Kurfürst August 1552 und die Herzöge von
Sachsen-Weissenfels 1666 bis 1746 haben diese Wandlung herbeigeführt. Der
erste Bau beg. 1090 von Ludwig dem Springer. Von ihm der mächtige
Bergfried neben dem ursp. Haupttor. Das wichtigste, was vom rom. Bau sich
erhalten hat, ist eine _Doppelkapelle_, die zum Besten und Bezeichnendsten
gehört, was uns von der höfischen Kunst der Hohenstaufenzeit geblieben
ist. Erb. unter Landgraf Ludwig (1217-27). Die beiden Geschosse — das
untere für das Gesinde, das obere für die Herrschaft — durch eine (1856 in
historisch unmöglicher Form erneuerte) Balkendecke mit kleiner (viel
kleinerer als heute) vergitterter Öffnung gesondert. Nur der kleinere
östliche Teil der Unterkapelle gewölbt; seine Bestimmung durch das alte
Taufbecken gegeben. Die Oberkapelle in leichten freien Verhältnissen,
4busige Kreuzrippengwbb. auf abgesetzten Wandsll. und einer aus 4
schlanken Schaften zusammengesetzten Mittelstütze; die Quergurte in
Zackenbgg. aufgelöst (morgenländische Reminiszenz?), das Blatt- und
Rankenwerk der Kapitelle und Deckplatten, mit tierischen Elementen
gemischt, von phantasievoller Erfindung und glänzender, die Form fast frei
vom Grunde lösender Technik (jetzt in verständnislos greller Bemalung und
Vergoldung). Zu beachten ist, daß trotz der vorgerückten Zeit dem got.
Stil nach der formalen Seite keinerlei Zugeständnisse gemacht sind. — Von
einigem Interesse der _Fürstensaal_ von 1552 und das sog. _Königin
Luisenzimmer_ in gutem Zopfgeschmack.

_FREIENFELS._ OFranken BA Ebermannstadt.

*Kirche*. 1700. — *Schloß*. 1690.

_FREIENHAGEN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Dorf-K.* Sandsteinquaderbau 1777.

_FREMDISWALDE._ K. Sachsen AH Grimma.

*Dorf-K.* Chor rom., eingezogene quadr. und 1/2kr. Apsis.

_FRENSDORF._ OFranken BA Bamberg II.

*Pfarr-K.* 1353. Angaben über die vorauszusetzenden Veränderungen späterer
Zeit fehlen.

*Pfarrhaus*. Von _G. Bonalino_, dem Erbauer der Stephans-K. in Bamberg und
der Ehrenburg in Coburg.

_FREYBURG_ siehe Freiburg a. Unstrut.

_FRICKENDORF._ UFranken BA Ebern.

Elegante 3jochige *Brücke* über die Baunach um 1750 mit rok. Brückenfigg.

_FRICKENHAUSEN._ UFranken BA Ochsenfurt.

Ortsbild von feinem, traulichem Stimmungsreiz; was wir in der Regel nur
aus alten Kupferstichen kennen, zeigt sich hier in unberührter
Wirklichkeit. Der kleine Marktflecken bildet ein schmales Rechteck
zwischen Mainufer und Weinbergen, einzige Hauptstraße dem Fluß parallel;
in der Mitte zu einem Marktplatz erweitert, an jedem Ende ein Tor, ein
drittes am Main, Mauern und Türme (rund) vollständig erhalten.

*Pfarr-K.* Neubau 1514-21, Chor und Msch-Gwb. 1605-16 (vorher Flachdecke).
4jochige Hallenkirche von klaren weiten Verhältnissen. Das Msch.-Gwb. als
Tonne konstruiert mit aufgelegtem Rippennetz auf Konsolen mit Renss.
Profil und Engelskopf. WEmpore durch alle 3 Schiffe. Portale mit spgot.
Astwerkumrahmung. Der sprom. OTurm (A. 13. Jh.) tangiert den Chor des 17.
Jh. — _Hochaltar_ 1617, Holz, hoher vielgliedriger Etagenbau mit
zahlreichen Statuen; auf der Mensa elegantes Rok.-Tabernakel.
_Seitenaltäre_: nördl. um 1620, südl. um 1650; zwei andere aus Stuckmarmor
um 1730 mit Gemälde von _J. M. Wolcker_. Am Chorbg. großes _Kruzifix_ 17.
Jh., interessant ein _Sebastian_ aus M. 16. Jh. — 13 _Grabsteine_ und
_Epitaphe_ der Renss. — Außen _Ölberg_ A. 16. Jh., einer der besseren;
nicht ein Engel, sondern Gottvater selbst bietet den Kelch.

*Rathaus*. Spgot. Freitreppe 1480, andere Teile E. 16. Jh. ohne dea spgot.
Charakter zu verändern. Auf dem Platz bewegte bar. _Mariensäule_ bez.
1710.

*Knabenschule* (ehem. Domkapitelshaus), bar. E. 17. Jh. — Domkapitelscher
*Kellerei* 1475 (mit hübscher Kelter von 1753) und mehrere stattliche
_Wohnhäuser_ des Barock. — Zahlreiche herrenmäßige *Häuser* aus 16. und
17. Jh. und vollständige, wenn auch auf halbe Höhe erniedrigte
*Ringmauer*.

_FRIEDERSDORF._ Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld.

*Dorf-K*. Ursp. rom., sehr verbaut. — Großer spgot. _Schnitzaltar_ mit
Doppelflügeln um 1520, die Gemälde von einem Leipziger Meister, der sich
auch im Dom zu Merseburg (Gregoriusaltar) findet.

_FRIEDERSDORF._ K. Sachsen AH Löbau.

*Schloß.* Neubau 1887. Lange Reihe von _Bildnissen_ der Familie von
Oppell, 1563 bis A. 19. Jh.

_FRIEDEWALD._ RB Cassel Kr. Hersfeld.

*Schloßruine*. Nach 1476. Regelmäßiges Viereck mit 4 starken runden
Ecktürmen.

_FRIEDRICHRODA._ Sachsen-Gotha LA Waltershausen.

*Dorf-K.* Turm 1538, sonst 1770.

_FRIEDRICHSWALDE._ K. Sachsen AH Pirna.

*Dorf-K.* 1sch. spgot., renov. 1566. — Der _Schnitzaltar_ gehört zu den
wertvolleren aus A. 16. Jh.

_FRIEDRICHSWERTH._ Sachs.-Gotha LA Waltershausen.

*Schloß*. 1680-89 von _Jeremias Tütleb_ für Friedrich I.,
Trikliniengrundriß. Reicher ausgebildet nur im Innern. Bmkw. die Kapelle
mit üppiger _Stuckdecke_.

_FRIESAU._ Reuß ä. L. LA Burgk.

*Dorf-K.* Mischbau, der rom. Chorturm jetzt in der Mitte. — Tüchtiger
_Schnitzaltar_ bez. 1446. Etwas jünger ein zweiter. — Schöner _Kelch_ bez.
1509.

_FRIESENHAUSEN._ UFranken Kr. Hofheim.

*Kath. Pfarr-K*. erb. 1713-15 durch den Würzburger Domherrn Fuchs v.
Dornheim. 1sch. Anlage. Stichkappentonne auf toskan. Pilastern, reiche
Stuckdekoration. Außen desgl. Pilaster in Haustein und profilierte
Fenstereinrahmung. Der Turm springt zur Hälfte aus der WFassade vor. Die
Stilformen der reich und gediegen ausgeführten K. nahe verwandt den
Würzburger Bauten _Jos. Greisings_. — _Marmoraltäre_ aus der
Erbauungszeit. _Orgelgehäuse_ um 1750. Großes _Ölgemälde_ bez. _J. M.
Bolster_ 1707. _Kelch_ 1467; anderes bar. und rok.

*Ev. Pfarr-K.* 1521, einfach spgot. _Epitaphe_ v. Ostheim 1515, 1573.

*Schloß*. Erb. 2. H. 16. Jh. durch die Marschalke v. Ostheim. Quaderbau in
guten kräftigen Renss. Formen. Die Brücke vor dem Eingangstor (bez. 1700)
flankieren 2 lebensgroße steinerne Turnierritter. Schönes äußeres
Gittertor um 1730.

_FRIESSNITZ._ Sachsen-Weimar VB Neustadt.

*Dorf-K.* Anlage rom. Eingezogenes Chorquadrat mit 1/2kr. Apsis. — Ikon.
_Grabstein_ 1605.

_FRITZLAR._ RB Cassel Kreisstadt.

*Stifts-K. S. Peter.*. Gegr. 732 vom hl. Bonifazius. Von dem durch Brand
1078 zerstörten Bau (sicher nicht dem ersten) haben sich die unteren Teile
des heutigen Stiftschors erhalten; sie deuten auf eine 1sch. Anlage. Von
der um 1100 errichteten größeren Basilika das Wesentliche des bestehenden
kreuzf. Gr., die schwachen Qsch.-Mauern, die Krypta, die 4 unteren
Turmgeschosse. Ganze L. (ohne Apsis) 57 m. Umgestaltung als Gwb.Bau im 1.
Drittel 13. Jh. So nach den Stilformen. Nachrichten fehlen. Welche Rolle
die bei der Erstürmung der Stadt 1232 auch der K. zugefügten »Dampna
gravia» gespielt haben, wäre noch zu untersuchen. Seitdem nicht mehr
wesentlich verändert.

_Krypta_. Hauptraum unter Vierung und Chorquadrum in 3 Sch. zu 6 Jochen,
grätige, gurtenlose Kreuzgwbb. auf Sll. mit gerippten Würfelkaptt. und
steilen Basen mit Ecksporen; zu 1. Viertel 12. Jh. passend. Das östl. Ende
zugleich mit der Hauptchorapsis A. 13. Jh. erneuert. — Die nördl.
Nebenkrypta zerfällt in 2 Abschnitte; der im O, quadr. mit breitem
Apsidenschluß, wird als Chor der 1078 zerstörten K. gedeutet; der vordere
Abschnitt (unter dem Martinschor, d. i. NFlügel des Qsch.) ist mit der
Hauptkrypta gleichzeitig. — Die Nebenräume der SSeite bilden die untere
Sakristei und die alte Schatzkammer (»Falkenberger Kap.«).

_Oberkirche_. Umbau des 13. Jh. in wesentlich gleichartigen Formen ohne
größere Bauunterbrechung. Die alten Mauern des Qsch. an den Ecken
verstärkt. Chor quadr. mit polyg. (5/10) Apsis. Die Aufteilung des Lhs. in
3 Doppeljoche nicht regelmäßig: erstes Joch, (östl.) quadr., zweites
überquadr. (8,8 : 10,8 m), drittes noch mehr (8,4 : 11,2). Hauptpfll. und
Zwischenpfll. stark kontrastiert, jene längsrck. mit vielfach abgetreppten
Vorlagen, diese schlank quadr. mit 1/3 Säull. Arkaden-Öffnungen
unterspitz, durch eine Blende mit Kielbogenspitze zusammengefaßt,
Schildbgg. der Hochwand 1/2kr., die GwbRippen ohne genaue Beziehung zur
Pfl.-Gliederung, derbrck., kein Schlußstein, Scheitel stark steigend (3,7
m über den Scheitelpunkt der Quer- und Schildgurten). Fenster in den
Achsen der Arkaden. Das Kapt. der Bündelpfll. aus gequetschtem Pfühl und
hoher vielgliedriger Deckplatte (woraufhin Abhängigkeit vom Wormser Dom
behauptet wird; die betr. Form ist aber am ganzen Oberrhein verbreitet). —
Das südl. Ssch. A. 14. Jh. verdoppelt. — Die schlanken WDoppeltürme in 6
Geschossen, davon die 4 ersten, fensterlosen, mit Lisenen und Bgfriesen
gegliederten vom Bau des 12. Jh., die beiden letzten, jederseits mit 2
Doppelarkaden geöffneten, aus 13. Jh., zu gleicher Zeit die Erhöhung des
Zwischenbaues, Giebel und Helme 1873. Die zwischen den Türmen liegende
Erdgeschoßhalle mit Empore, gegen das Sch. in 3 Arkaden geöffnet, 12. Jh.
Das Paradies um M. 13. Jh. ausgebaut, 2 Joche tief, links von der rundbg.
Mittelöffnung 2 spitzbgg., rechts nur 1, im ganzen also 4 Sch.
Obergeschoß: 18. Jh. — Die Langseiten klar und zierlich mit fein
profilierten Lisenen und Bgfriesen. An der Hauptapsis fällt der Mangel
aller Zwischengesimse auf. Oberer Abschluß durch Zwerggalerie. — Reiche
bar. _Altarausstattung_ E. 17. Jh. bis A. 18. Jh. _Pfarraltar_ 1724.
Daneben das turmartige _Sakramentshaus_ aus 2. H. 15. Jh. Lettner
abgebrochen. Reste von spgot. _Schnitzaltären_ unbedeutend. Verstümmelter
_Celebrantenstuhl_ 14. Jh. _Kanzel_ 1696. Etwa gleichzeitig das _Gestühl_
im Sch. mit geschnitzten Wangen. — In der Krypta schlichte got. _Tumba_
des hl. Wigbert; von 1340 daneben an einer Säule sein Bild, sitzend,
Hochrelief.

Die _Stiftsgebäude_ bilden mit der K. eine malerische Gruppe. Der große
8achsige Kreuzgang beg. nach 1300; geschlossene Wände mit Fenstern. Im
Obergeschoß des Ost-Flügels »Musikzimmer« mit spätgot. ornamentaler
Wanddekoration. Im Keller des SFlügels sehr bmkw. überlebensgroßes
_Hochrelief des hl. Petrus_, sitzend, wohl spätestes 12. Jh.

_Grabdenkmäler_. Ihre Zahl sehr reduziert. Die ältesten (M. 14. Jh.) in
der Falkenberger Kap. Was aus späteren Zeiten stammt, ist durchweg von
geringer Qualität.

_Schatzkammer_. Sie enthält mehrere wichtige Stücke. Altarkreuz um 1000,
dicht mit Edelsteinen besetzt und daher ornamentlos, Gravierung der
Rückseite und Fuß um 1200. — Tragaltärchen mit den Halbfigg. der Apostel,
braunes Email, um 1200. Pontifikalkelch, Kuppa A. 13. Jh., Fuß und Nodus
um 1400. Merkwürdiges frrom. Reliquiar in 1/3kr. Scheibenform, in
Elfenbein geschnitzt.

*Evang. Pfarr-K.* (ehem. *Minoriten*). Unsymmetrisch 2sch. Hallenkirche
aus 1. H. 14. Jh. Schiff und Langchor von je 4 Fenstern, polyg. Schluß.

*Ursulinerinnen-K*. Schlichter 1sch. Bau aus 14. Jh.

*Frauenmünster-K*. vor der Stadt. Got., klein und unbedeutend.

*Rathaus*. Got., dem ehem. Casseler ähnlich, durch Umbau im 19. Jh.
gänzlich entwertet.

*Hochzeitshaus*. 1580-90. Fachwerkbau in reicher Renss. Steinernes
Erdgeschoß.

*Wohnhäuser*. Haus A. 14. Jh., vormalige Stiftskurie ca. 1420. Mehrere
Fachwerkbauten. Im »Hessischen Hof« schöner spgot. Kamin.

*Marktbrunnen* mit Rittersäule 1564.

*Ringmauern* und *Tore,* ferner 6 an der Gemarkungsgrenze verteilte
*Warttürme,* schlecht erhalten.

_FROHBURG._ K. Sachsen AH. Borna.

*Stadt-K.* Spätgot. Hallenbau, Chor um 1425, Schiff jünger. — Ikon.
_Grabplatten_ 1555, 1668.

*Schloß*. Starker schlichter Bau von 1544.

_FRÖHSTOCKHEIM._ UFranken BA Kitzingen.

*Pfarr-K.* Chor-Turm 15. Jh., Lhs. nachgot. A. 17. Jh. — Am Chorbg.
_Reliefbrustbild_ in Renss. Umrahmung um 1525, Wappen der Haßberg.
Bedeutendes _Grabmal_ des Ernst v. Crailsheim † 1569; auf einfachem
Sockelbau knien vor dem Kruzifix links der Ritter, rechts seine 3 Frauen,
wuchtige, tüchtige Rundfigg., als Hintergrund eine gut abgewogene
Wandarchitektur, erst in der Krönung reicher bewegt. Das Ganze gehört zu
den besten Kompositionen der in der Regel zu wüster Überladung neigenden
Zeit.

Crailsheimsches *Schloß,* einfache Wasseranlage mit 4 runden Ecktürmen,
sp. 16. Jh., Dächer 18. Jh.

_FRONHAUSEN._ RB Cassel Kr. Marburg.

*Dorf-K.* Im Kern rom., 11. Jh., ebenso der über dem Altarhaus stehende
Turm. Der im 13. Jh. angebaute got. Chor polygon seiner Gwbb. beraubt.
Spgot. Um- und Zubauten.

*Steinhaus* (Stiftsvogteihaus), stattlich got., 14. Jh.

_FUCHSSTADT._ UFranken. BA Hammelburg.

*Pfarr-K.* Erb. 1766 durch den Neumannschüler Hauptmann _J. M. Fischer_.
Ausstattung einheitlich und von bedeutender Wirkung. Die
_Stuckmarmoraltäre_ und Stuckaturen von _Materno Bossi_. Der gediegene Bau
durch moderne Rest. stark beeinträchtigt. Turm rom. 12. Jh.

_FULDA._ RB Cassel Kreisstadt.

*Dom*. Ehem. Benediktiner-Klst. Erster Bau 744-751. Zweiter Bau 792-819;
Basilika mit O. und WChor. Wiederholte Brände und Restaurationen ließen
angeblich die Grundsubstanz des karolingischen Baues unverändert, bis 1704
bis 1712 ein Neubau (der gegenwärtige) durch _Joh. Dientzenhofer_ aus
Bamberg ausgeführt wurde. Auch dieser mit Benutzung alter Mauerteile. —
Der wertvollste Teil der Leistung ist das Innere, das dem Besten der
Epoche zuzuzählen ist. Es enthält mehr als bloß allgemeine Erinnerungen an
die Peterskirche in Rom: die beherrschende Wirkung des Kuppelraums, im
Lhs. die rhythmische Travee. Die letztere in der Weise fortentwickelt, daß
die Pilasterpaare nicht in einem geschlossenen, nur durch Nischen
gegliederten Pfeiler liegen, sondern daß sich zwischen ihnen ein
wirklicher Durchgang in die Abseiten öffnet; darüber eine sehr
nachdrücklich behandelte Statuennische. Es wechseln solchermaßen breitere
eingeschossige und schmälere zweigeschossige Joche. Jenen (3 an der Zahl)
entsprechen in den Seitenschiffen stark beleuchtete Kuppelräume; diesen (2
an der Zahl) schmale, schwachbeleuchtete, kreuzgewölbte Abteilungen. So
begleitet den kräftigen Rhythmus der Massen ein ebenso wirksamer Rhythmus
des Lichts, der seinen Höhepunkt in dem sehr hellen Raum unter der
Hauptkuppel findet. Das Motiv der Statuennischen ist im Qsch. und Chor
fortgesetzt. Beide haben im Innern polygonale Abschlüsse. Die großen
Altarbauten des Qsch. heben sich gegen mächtige Fenster ab und der
Baldachin des Hauptaltars steht vor der Öffnung gegen den Mönchschor,
woraus sich prächtige malerische Blicke ergeben. Die Formengebung ist
nicht so extrem barock, wie an anderen Bauten _Dientzenhofers_, die
Färbung weiß und hellgrau. Die Dekoration der Gwbb. scheint unfertig. Die
alte Krypta mit dem Grabe des H. Bonifazius ist durch den Umbau
stimmungslos geworden. — Nicht ganz so gut geraten ist das Äußere, zumal
in den Seitenansichten. Übrigens solide Quadertechnik. Das System der
römischen Barockfassade mit dem deutschen der Doppeltürme verbunden. In
den letzteren der Kern der alten rom. Türme mit ihren Wendeltreppen
erhalten. Der Baumeister hat wohl am meisten auf die Schrägansicht von der
Schloßterrasse her gerechnet, wo die Kuppel in die Gruppierung eingreift;
seitlich erweitert sich die Fassade durch niedrige, mit Kuppeln gekrönte
Kapp. — Anschließend der Conventsbau (jetzt Priesterseminar) großenteils
schon 1668. — Im Innern der K. einige nicht bedeutende _Skulpturen_ aus
der alten K., darunter (rechts vom Eingang) ein Karl d. Gr., im 15. Jh. in
eine karolingische Sl. gemeißelt. — Annexe der alten Klosterk. waren im O
eine 973 errichtete Taufkirche, mit jener durch ein zweistöckiges Paradies
verbunden, im N die noch vorhandene:

*S. Michaelis-K.* Erb. 820 als Kapelle des Begräbnisplatzes der Mönche.
Zubauten im 11. und 12. Jh. haben den alten Kern unverändert gelassen. Die
Anlage gibt den am meisten gebräuchlichen Typus altchristlicher
Grabkirchen: Rotunde mit innerem Umgang (lichter Durchmesser 11,5,
Mauerstärke 0,9). Ein Kranz von 8 Sll., die unter sich durch Rundbogen
verbunden sind, trägt einen den Umgang übersteigenden Mauerzylinder, ursp.
mit Steinkuppel. Im O für den Altar eine kleine 1/2runde, außen rck.
Apsis. Die Mitte nahm eine Nachbildung des h. Grabes ein (bei der
Neuausstattung 1731 vernichtet). Darunter eine Krypta; Umgang und
Mittelraum durch einen von 4 Durchgängen durchbrochenen Mauerring
getrennt; der Umgang mit ringförmigem Tonnengwb.; der innere Kreis mit
einem ebensolchen, das in der Mitte von einer kurzen Sl. mit rohest
jonischem Kapt. getragen wird. In diese noch unverändert bestehende
karolingische Anlage wurden A. 11. Jh. Zwischenmauern in radialer Stellung
eingebaut, den Umgang in 8 Zellen zerlegend. In der Oberkirche gab man
1093 nach Beseitigung der Gwbb. dem Umgang ein zweites Geschoß; beide
Geschosse mit Balkendecke, der mittlere Zylinder erhöht und mit Holz
gedeckt; ferner wurde im W ein 1sch. Langhaus mit Empore und niedrigem
Turm angefügt (erhöht 1315). Weitere Veränderungen des 17. und 18. Jh. bei
der Rest. 1854 beseitigt. Was jetzt von altem Detail vorhanden ist, gehört
zum größten Teil der rom. Rest. an; aus karol. Zeit die 8 Säulen des
Erdgeschosses. 4 mit antiken Kaptt., 4 mit einer Vorform des Würfelkapt.
Bruchsteinmauerwerk mit sehr mangelhafter Führung der Lagerfugen.

*Stadt-K.* 1770-85. Pfl.-Basilika, in der Raumgestaltung ähnlich Neumanns
Dominikaner-K. in Würzburg; die Dekorationsformen ein ermattetes Rok.,
jedoch noch ohne klassizistische Tendenz. Von den 2 Fassaden-Türmen der
nördl. got. 1447. — Fresken von Herlein.

*Klst. Frauenberg* (Franziskaner) 18. Jh.

*Nonnen-Klst.-K*. 1626. Unter den Hervorbringungen der Nachgotik eine der
merkwürdigsten. Falls nicht die neueste Rest. das got. Element sehr
verstärkt hat, so hätte sich dasselbe noch fast ungebrochen erhalten.
Großer 1sch. Raum mit eingezogenen Streben. Kreuzgwbb. in 7 sehr schmalen
Jochen, Schildbgg. spitzbg., Querschnittlinie flach rundbg. Im Außenbau
Renss. Giebel und Portal mit Knorpelornament.

*Hl. Geist-K. u. Spital*. Fassade 1729, Inneres 1sch., 5 Joche und 2
Chorjoche, Spiegelgwb. mit Stichkappen, jon. Pilaster.

*Abtsburg (Schloß)*. 1315 an diese Stelle verlegt und stark befestigt.
Völliger Neubau A. 18. Jh. Die vorderen niedrigen Flügel der tiefen
triklinienförmigen Anlage von _Andrea Gallasini_. Hauptstück des Inneren
der Kaisersaal von _F. J. __ Stengel_, die mächtigen Hermen, welche die
Decke tragen, von _D.F. Humbach_. Die bedeutende (heute entstellte)
Gartenanlage nach Plänen des kurmainzischen Hofbaumeisters _M. v. Welsch_
ausgeführt von _Stengel_ 1722. Das Orangeriegebäude eines der besten
seiner Art; die vorzüglichen Stukkaturen von _Andreas Schwartzmann_ (?),
Deckengemälde von _E. Wohlhaupter_. — In der Umgebung des Schlosses noch
mehrere einfach-vornehme Gebäude des 18. Jh., den Charakter des
geistlichen Fürstensitzes vervollständigend: _Priesterseminar_, _H.
Geistspital_, _Alte Universität_, 3flügelige Anlage des 18. Jh. mit
stuckiertem Prunksaal von _Gallasini_, _Landesbibliothek_ 1771-78, mit
schön und zweckmäßig durchgeführtem Hauptsaal.

*Stadtbefestigung* aus Ma., mehrere Rundtürme erhalten. _Haartor_ 16. Jh.
Das monumentale _Paulustor_ 1711, 1771 versetzt. Auf den Höhen der
Umgebung mehrere Warttürme.



_G_


_GAIBACH._ UFranken BA Gerolzhofen.

*Dorf-K.* 1740 nach Plänen von _Balth. Neumann_ von einem Maurermeister
aus Werneck. 1sch. lateinisches Kreuz. Die Vierung im Grundriß elliptisch,
ebenso die von ihr ausstrahlenden 3 Konchen, woraus sich für die Gewölbe
pikante Schnittlinien ergeben. Turm östl. am Chor in der Hauptachse. Für
Neumann bezeichnend u. a. die schneidige Umrißlinie des Haubenhelmes.
Fassade einfach. — Gute Rok. Einrichtung. Altäre aus Stuckmarmor. Bmkw.
Orgelgehäuse.

*Kreuz-Kapelle* im Schloßpark. Erb. vor 1698, vielleicht von einem der
_Dientzenhofer_. Spbar. Zentralbau; außen kreisrund, innen quadr.
Hauptraum mit 4 transversalen Nischen; Polygonkuppel über toskan.
Pilastern. — Altäre spbar., gut in den Raum komponiert.

*Schloß*. Ursp. Anlage A. 17. Jh. durch die Herren Echter v. Mespelbrunn
als quadr. Wasserschloß mit runden Ecktürmen über mächtigen
Fundamentbauten mit Bastionen (davon 2 erhalten); unter Fürstbischof
Lothar Franz von Schönborn 1694-1708 durch den Bamberger Baumeister
_Johann Leonhard Dientzenhofer_ umgebaut, vielleicht nur Ausführung von
Plänen des Mainzers _M. v. Welsch_. Besonders beachtenswert die
Treppenanlage, die als Vorstufe zu Pommersfelden gelten kann. Im Innern
aus dieser Zeit Stuckaturen in der ehem. Kapelle im Nordtrakt, im
Charakter nicht fränkisch, eher mainzisch. Die sonstige Einrichtung Empire
und Biedermeier. Der sog. Konstitutionssaal im 2. Geschoß ein typischer
Repräsentationsraum um 1825, im Vorsaal Bilder von gleichzeitigen
Münchenern. Reichhaltige Sammlung von chinesischem und europäischem
Porzellan.

_GAMIG._ K. Sachsen AH Pirna.

*Schloß*. Treppen-Turm und Erdgeschoß der Hauptfront 16. Jh., sonst 18.
und 19.

*Kapelle* aus 1. Drittel 16. Jh. Gr. quadr., 4 sehr schlanke 8eckige
Pfll., so gestellt, daß ein mittleres Quadrat von 4 Rck. und 4 kleineren
Quadraten an den Ecken umschlossen wird; WTurm bez. 1506. Scharfgratige
Sterngwbb. Äußeres modernisiert. In der Betstube schöner _Grabstein_ des
Hans v. Carlowitz † 1578.

_GANGLOFFSÖMMERN._ Pr. Sachsen Kr. Weißensee.

*Dorf-K.* Läßt nach Größe und Anlage eine ehem. Klst.-K. vermuten. Aus
rom. Zeit 2 OTürme, die sich in derselben Weise wie es an den WTürmen
Niedersachsens gewöhnlich ist, aus querhausartigem Unterbau erheben und
eine Galerie mit Satteldach zwischen sich haben. Angebaut ein frgot. platt
geschlossener Chor. — Sch. 1785. — Spgot. _Schnitzaltar_.
_Sakramentshaus_.

_GÄNHEIM._ UFranken BA Karlstadt.

*Pfarr-K.* 1639 und 1901. Einheitliche Ausstattung um 1790. Im Lhs. bmkw.
Rest eines _Steinaltars_, die Hochreliefgruppe um 1639, Richtung _M.
Kerns_.

*Schulhaus* 1614.

_GARSTADT._ UFranken BA Schweinfurt.

*Dorfkirche*. Um 1695. Inneneinrichtung teilweise gleichzeitig.

_GÄRTENROTH._ OFranken BA Lichtenfels.

*Pfarr-K.* 15. Jh. mit got. Chor und OTurm. Großes _Wandgrab_ für M. A. v.
Redwitz, † 1576; demselben Meister begegnet man in Wernstein.

_GATTERSTEDT._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Klauskirche* S. Peter. Der kleine einfache rom. Bau im wesentlichen
intakt. Rck. mit westl. in ganzer Breite vorgelegtem türlosem Turm.

_GAUASCHACH._ UFranken BA Karlstadt.

*Pfarr-K.* 1786 von _A. S. Fischer_ in Würzburg, in der Anlage den
Landkirchen Neumanns folgend. _Deckenstuckatur_, _Altäre_ und
reliefgeschmückte _Kanzel_ gut klassizistisch.

_GAUERSTADT._ Sachsen-Coburg LA Coburg.

*Pfarr-K.* Typische Anlage des früheren Ma. (Rck. mit eingezogenem quadr.
turmtragendem Chor) in spgot. Ausführung.

_GAUKÖNIGSHOFEN._ UFranken B A Ochsenfurt.

*Pfarr-K.* 1724-30 (nach Entwurf von _B. Neumann_??). Reiches und
vornehmes Innenbild. Die Stuckdekoration 1776, schon mit klassizistischen
Anklängen, recht gut. _Deckengemälde_ bez. _J. A. Urlaub_ 1777. Vornehmer
_Hochaltar_ in Stuckmarmor, frühestes Rok., um 1730, _Seitenaltäre_ und
_Kanzel_ um 1750.

*Schlößchen* der Rosenbach rok. — Am Haus no 33 _Steinrelief_ des
Marientodes, gute Arbeit um 1450. — Zahlreiche _Bildstöcke_.

_GAUSSIG._ K. Sachsen AH Bautzen.

*Schloß.* Anlage A. 17. Jh., stark überarbeitet um 1800, in
palladianischem Klassizismus, vornehme Innenräume. Größere
Gemäldesammlung.

_GAUTZSCH._ K. Sachsen AH Leipzig.

*Dorf-K.* von 1718, wird zu den hervorragenden Werken des protestantischen
Kirchenbaues gerechnet. — _Büste_ des _Grafen E. Ch. v. Manteuffel_, dem
_Andreas Schlüter_ nahestehend.

_GEFELL._ Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg.

*Dorf-K.* Lhs. rck. spgot., rom. der einspringende quadr. r Chor mit Turm.

_GEFREES._ OFranken BA Berneck.

*Pfarr-K.* got., »reich geschnitzter« Altar.

_GEHREN._ Schwarzburg-Sondershausen Amtsstadt.

*Stadt-K.* neu. _Grabst_. des Herrn v. Bernstedt 1597. —

*Schloß,* schmuckloser Renss.-Bau. Schöne Tür aus dem abgebrochenen Schloß
Neudeck zu Arnstadt hierher versetzt.

_GEILSDORF._ K. Sachsen AH Plauen.

*Schloß.* 1667 aus einer alten 4türmigen Wasserburg umgebaut; reiche
Ausstattung in der Stilrichtung des Palais im Dresdener Großen Garten; in
Verfall.

_GEISA._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.

*Stadt-K.* Spgot. 2sch. mit gerader Holzdecke. Polyg. Chor mit
Kreuzgewölbe und gutem Maßwerk. — Got. _Taufstein_. _Opferstock_ 1517.
_Kanzel_ A. 18. Jh. — W-Turm mit Wasserspeiern und Maßwerkgalerie. Schönes
got. Portal bez. 1497.

*Gangolfs-Kap*. mit _Außenkanzel_ in reicher Renss. Zahlreiche
_Grabsteine_ 16. Jh. 2 _Schnitzfigg_., Reste eines Altars um 1490-1500.

*Ringmauern* aus 15. und 16. Jh. mit runden Halbtürmen; der große
Wappenstein (Fulda) eines derselben jetzt in der Steingasse eingemauert.
Auf dem Gangolfsberg Reste eines alten *Schöffenstuhls*.

Einfaches *Schloß* (Fürstabt von Fulda) 1719.

GElSING. K. Sachsen AH Dippoldiswalde. *Stadt-K.* 1484-1513, umgebaut
1689. Rck. mit Schluß aus 8 Eck. In den rundbg. Fenstern nasenloses
Maßwerk. _Schnitzaltar_ und _Kruzifix_ E. 15. Jh.

*Kaufhaus* 1668, tüchtiger Fachwerkbau auf steinernem Erdgeschoß.

_GEISLEDEN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Dorf-K.* (kath.) 1780 (?), stattlicher Gwb.Bau, in den Formen noch ganz
bar. (Vgl. Wüstheuterode.) Außen Pilastergliederung. Der große, gut
komponierte _Hauptaltar_ im Formcharakter E. 17. Jh. Rom. _Taufstein_.

_GEISMAR._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.

*Dorf-K.* (kath.). Großenteils neu. — _Hauptaltar_ um 1700. Linker
Seitenaltar mit den (sehr wunderlich angeordneten, vielleicht einem Altar
des 17. Jh. entnommenen) Statuen der 14 Nothelfer. Rechter _Seitenaltar_
Schnitzwerk um 1500, Qualität gering. _Kanzel_ 17. Jh.

_GEISMAR._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Dorf-K.* (kath.) 1805. Der große Altar (1. H. 18. Jh.) aus dem ehemaligen
Klst. Teistenburg.

_GEISSEN._ Reuß j. L. LA Gera.

*Dorf-K.* rom. Anlage, verunstaltet. — _Kanzelbau_ hinter dem Altar um
1750. _Schnitzaltar_ um 1500, nach Flechsig vom Meister von Chemnitz.
(Erfurter Ausstellung 1903.)

_GEITHAIN._ K. Sachsen AH Borna.

*Stadt-K.* Konglomerat aus 3 Bauzeiten. WBau mit wohlausgebildeten sprom.
Doppeltürmen. Ausgezeichnetes rom. Portal mit 3 Rücksprüngen, in die
Kanten eingelegt Viertelssäulen. Chor 14. Jh. unregelmäßig. Gemeindehaus
spgot. Hallenkirche. Ihr sehr hohes Dach ragt zwischen den Türmen höher
als diese empor. — 1593 im Msch. flache Felderdecke mit umfänglichen
_Malereien_ nach evangelischem Programm. Aus gleicher Zeit der _Altarbau_
von _Michael Grünberger_ in Freiberg und die _Kanzel_ von _Peter Basler_
ebenfalls in Freiberg. _Glocken_ 14. Jh.

_GELCHSHEIM._ UFranken BA Ochsenfurt.

*Pfarr-K.* Spgot. Anlage in bar. Umbau. — _Grabstein_ mit Familienrelief
1593.

*Joh. Nepomuk-Kap*. 1754. — Statue des _gegeißelten Heilands_ unter
prächtigem Baldachinbau.

*Rathaus*. Tüchtiger Fachwerkbau 1666.

Deutschherrische *Wasserburg,* im Bauernkrieg zerstört, bescheiden whgest.

_GELDERSHEIM._ UFranken BA Schweinfurt.

*Dorf-K.* Der Unterbau des Turms (nördl. am Chor) und die Kreuzrippengwbb.
der Krypta und der Chor 1. H. 13. Jh., die Formen verwandt der
Michaelskap, in Ebrach. Lhs. nachgot. 1602. Einrichtung spätrok. ca.
1760-70.

_GELENAU._ K. Sachsen AH Annaberg.

*Dorf-K.* 1581. Verhältnismäßig reiche Ausstattung. _Altarwerk_ 1724.
_Taufstein_ vortreffliche Arbeit des _Andreas __ Lorentz_ 1581. Von
demselben die eigenartig entworfene, reich skulptierte sandsteinerne
_Kanzel_. Großes _Epitaph_ (4,3 m br., 3,5 m h.) des Joachim v. Schönberg,
lebhaft an die Epitaphe in Sayda erinnernd, wohl ebenfalls von _A.
Lorentz_.

_GELLERSHAUSEN._ Sachs.-Mein. Kr. Hildburghausen.

*Dorf-K.* 1700, 1sch. Saal mit polyg. Schluß, ausgemalt 1714 von _A.
Brückner_ aus Schweinfurt. WTurm 1557.

_GELNHAUSEN._ RB Cassel Kr. Gelnhausen.

*Marien-K.* Kreuzförmige Basilika, im Lhs. flachgedeckt, im Qsch. und Chor
gewölbt; 1 WTurm, 2 OTürme, Zentral-Turm. Im wesentlichen aus den 3 ersten
Dezennien des 13. Jh. Doch sind einige Reste einer älteren Anlage
eingebaut. Aus ihr der schwere WTurm. Das erste Lhs. war 1sch. (das an der
OWand des Turms umlaufende Gesims jetzt im Inneren der K. sichtbar). Der
Turm schließt mit Rhombendach. — Gegen 1220 Neubau als flachgedeckte
Basilika. Gegen 1230 Ausbau der OTeile in glänzender romanisierender
Frühgotik durch Meister _Heinrich Vingerhut_ (wofern man die betr.
Inschrift an der Giebelarkade des nördl. Qsch-Portals als
Architekteninschrift gelten lassen will). Vom ersten Meister: das ganze
Lhs., die westl. Vierungspfll. bis über die Kämpfer, die untere Hälfte der
Qsch.-Mauern und des Chorquadrums. Das Lhs. flachgedeckt mit spitzbg.,
weitgeöffneten Arkaden; die Gwbb. der Nebenchöre grätig. Die
Bauerscheinung in den Hauptpunkten rom., nur in den Zierformen frgot.
berührt, aber unmittelbare Kenntnis französischer Bauten nicht
voraussetzend. Der zweite Meister (_Vingerhut_) war am Mittelrhein und in
Burgund ausgebildet; durch die geistvolle Art, in der er beide Elemente zu
verschmelzen verstand, erwarb er sich großen Beifall und wurde für die
Vermittlung der frühen Gotik im Untermaingebiet tonangebend. Neu in den
Plan der Marien-K. aufgenommen hat er den 5/8 Schluß des Chors und die den
Vierungsraum beträchtlich überhöhende Kuppel mit Zentral-Turm. Im übrigen
gibt er dem Bau eine neue Dekoration mit Steigerung der Wirkungen von W
nach O. Am Lhs. von ihm nur die zierlichen Säulchen der Arkadenpfll. Die
Kreuzarme richtet er für Kreuzrippengwbb. ein; zu beachten die reichen
französischen Profile der Vierungsbgg. und an den Eckdiensten die
diagonale Stellung der Basen und Kapitelle. Die Stirnwände des Transepts
durch eine Gruppe von 3 Rosenfenstern (das Maßwerk aus Steinplatten
ausgeschnitten, wie an den Cistercienserkirchen dieser Zeit — gemeinsame
burgundische Vorbilder) belebt. Prächtig in der Vierungskuppel die
dekorative Verwertung der Rippen; um den großen ringförmigen mit
Blattkranz geschmückten Schlußstein stehen auf den Kappen die Namen von 8
Winden; die Fensteröffnungen auch hier als Rosetten. — An die Wände des
Chorquadr. eine Arkatur und darüber eine Scheinempore vorgeblendet; die
Apsis in 5/8 Schluß kam neu hinzu; sie hat über der Arkatur schlanke
spitzbg. Fenster und über diesen kreisrunde mit Vierpaß ausgesetzte
Öffnungen. Die Blendbgg. kleeblattförmig. Der Gurt, der den Vorchor von
der Apsis trennt, hat dasselbe Profil, wie die Vierungsbgg.; er wird von
einem Bündel von 7 Diensten getragen, die zweimal von Schaftringen
durchbrochen sind. Sind auch die Mauermassen tatsächlich erst wenig
aufgelöst, so herrscht doch eine Bewegtheit in den Baulinien, die einen
dem Gotischen verwandten Eindruck hervorruft, wie denn auch dieser Bauteil
auf ein bestimmtes Vorbild, das er geistreich umbildet, zurückgeht: die
Notre-Dame in Dijon. Das Ornament an Kapitellen und Konsolen zeigt rom.
und frgot., konventionell stilisierte und naturnachahmende, Motive
nebeneinander, immer in lebensvoller und technisch meisterhafter
Behandlung. Es gehört zum Schönsten, das diese Epoche in Deutschland
hervorgerufen hat. Die Bauepoche schloß (um M. 13. Jh.) mit dem polygonal
(3/6) in den Vierungsraum vorspringenden Lettner.

_Äußeres_. Die ganze Wirkung ist auf die OAnsicht zugespitzt. Auf engem
Gr. entwickelt sich eine höchst belebte Massengliederung. Jede der 5
Polyg. Seiten des Chors schließt mit einem kleinen Giebel, darüber ein
spitziges 8seitiges Zeltdach (vgl. Sinzig und Münstermaifeld). Über den
Nebenapsiden steigen schlanke 8seitige Türme auf; um M. 13. Jh. zu
gegenwärtiger Höhe gebracht; die Helme ursp. kaum so schlank wie jetzt. In
der Mitte beherrschend und zusammenfassend der Vierungs-Turm, auch er
8seitig und mit 8 Giebeln. Auffallend groß die Zahl der Türen. An den
Sschiffen ihrer 3; vom ersten Meister; die größte derselben wahrscheinlich
ursp. am Qsch.; Vingerhut ersetzte sie durch eine noch prächtigere
Komposition; dann noch 2 am Qsch., so daß die keineswegs große K.
schließlich 5 Portale hat. — Die Sakristei M. 14. Jh. hinzugebaut, die
Obergeschosse der Sschiffe 1446. _Innere Ausstattung_. _Hochaltar_; Mensa
13. Jh., Schrein bez. 1500 _Nikolaus Schit_. Madonna mit 4 Heiligen,
lebensgroß, volle schwere Formen, Flügel gemalt; über dem Schrein reiche
Krönung mit dem Schmerzensmann. — Ebenfalls spgot., doch nicht bedeutend,
die _Seitenaltäre_. — Der hl. _Kreuzaltar_ (Laien-A.) am Lettner kann
ursp. keinen Aufsatz gehabt haben; der jetzige wohl wie die übrigen zum
Jubeljahr 1500. — Am Mittelpfl. der SSeite des Lhs. schönes frgot.
_Weihwasserbecken_. — Ein hohes _Chorgestühl_ 2. H. 14. Jh. — Von den
zahlreichen, jetzt meist entfernten _Grabsteinen_ trugen nur wenige
Bildnisfiguren; darunter der Stein des aus einer Gelnhäuser Familie
stammenden Bischofs Konrad v. Bondiz in Illyrien, ausgezeichnetet Entwurf
in mäßiger Ausführung; eine andere gute Arbeit der Stein des Schultheißen
Koch 1603; im südl. Qsch. Wandgrab des Burggrafen von Laudern, E. 16. Jh.
— _Glasmalerei_ der Chorfenster 13. Jh., wichtig, wenn auch stark ergänzt.
— Die oberen Blenden des Chorquadr. waren ausgemalt, 15. Jh., darunter
Schicht des 13. Jh., sehr beschädigt und jetzt entfernt, wie überhaupt die
letzte, hinsichtlich der Architekturteile verdienstvolle, Restauration den
Gesamteindruck doch zu »neu« gemacht hat.

_Skulpturen_. Tympanon des NW-Portals: Christus thronend zwischen Maria
und Johannes d. Ev. und 2 Halbfigg. heiliger Bischöfe. Tympanon am südl.
Qsch.: Maria mit dem Kinde zwischen Katharina und Margaretha, die knienden
Figg. Magdalena und Martha. Tympanon des nördl. Qsch.: Kreuzigung. Die
Figuren starr. Ganz prachtvoll das die Portale umrahmende Rankenornament.
— Im besten got. Naturalismus das Blattwerk am Lettner; in den Zwickeln
_figürliche Reliefs_ (weit geringer) mit Totenerweckung und Hölle; die
Statue Christi jetzt in der Sakristei.

*Peters-K*. sprom., jetzt verwüstet und verkommen (Fabrik). Ursp. kreuzf.
Gewölbebasilika mit 3 Apsiden, kurzen Kreuzflügeln, 3 Jochen im Lhs. Die
OTeile um 1200-1220, in halber Höhe Bauunterbrechung. Am besten erhalten
das Qsch., dessen WWand die Elemente zur Rekonstruktion des Lhs.
darbietet. Die kreuzf. Pfll. mit vorgelegten 1/2 Sll. und Ecksll. lassen
für das Msch. Rippengwbb., für die Ssch. Gratgwbb. als beabsichtigt
vermuten. Gegen M. 13. Jh. als flachgedeckte Basilika mit einfachen
Rundpfll. ausgebaut, Querschnitt nach dem gleichseitigen Dreieck. Über den
Nebenapsiden erhoben sich schlanke, durch rundbg. Friese und Lisenen
geteilte Rundtürme (Zeichnung von 1831). Ein vom Triumphbogen stammendes
prachtvolles Blattkapt. liegt als Brunnenuntersatz im südl. Ssch. Das
nördl. Seitenportal mit sitzender Fig. des _hl. Petrus_ vom ersten Meister
(vgl. Aschaffenburg), im südl. Seitenportal die Eck-Sll, auf Löwen, in der
Archivolte Zickzack, die ganze Formengebung an den Kaiserpalast erinnernd.

*Hospital zum h. Geist*. Zuerst erwähnt 1233. Die K. war eine kleine
flachgedeckte rom. Pfll.-Basilika mit nur einem Ssch., das Chorquadrat
gewölbt; 1893 fast ganz zerstört.

[*S. Michaels-Kap*. Zweistöckig, im Erdgeschoß Beinhaus, zuerst erwähnt
1289, 1822 trotz guter Erhaltung abgebrochen; nach einer Zeichnung zu
urteilen beste fr. Gotik in der Art der jüngsten Teile der Marienk.]

[*Brücken-Kap*. zum H. Kreuz, hochgot., 1816 der Materialvernutzung wegen
abgebrochen.]

*Franziskaner-K*., ganz schlichter Bruchsteinbau vor 1248 (erste Erwähnung
des Klosters), Gr. Rechteck 25: 7 m, Spuren von grätigem Kreuzgwbb. über
1/2 kr. Schild- und Gurtbgg.; rundbg. Fenster; Apsis zerstört. — Kreuzgang
(jetzt Stall) E. 13. Jh. — Die an der Sseite des Kreuzgangs im 14. Jh.
errichtete größere K. 1826 abgebrochen.

*Pfalz*. Zuerst genannt 1158 im Besitz der Grafen v. G., 1180 mainzisch,
erst in den letzten Jahren Friedrichs I. Reichsgut. Seit 1363 Beginn der
Zerstörung, nach Ruprecht von keinem Kaiser mehr besucht. Seit 1858
Erhaltungsarbeiten. — Angelegt als Wasserburg (vgl. Büdingen,
Wächtersbach, Burgjossa). Die noch im 15. Jh. bewohnte Vorburg jetzt nur
in den Grundzügen zu erkennen. Die heutige Ruine gehört der schon im 14.
Jh. verlassenen Kernburg; sie ist von allen staufischen Pfalzen die
relativ besterhaltene und künstlerisch edelste, wenn auch weitaus nicht
die größte. Nach Ausweis der Steinmetzzeichen und der technischen
Eigenschaften Bau aus einem Guß. Die Hauptteile ca. 1210-20, nur die
Eingangshalle vielleicht älter. — Der Gr. bildet ein Trapez: an der
schmalen WSeite die Eingangshalle, an der im stumpfen Winkel davon
abbiegenden NSeite der Saalbau, an der SSeite und der polyg. gebrochenen
OSeite Ringmauern, an die sich Wirtschaftsgebäude anlehnten. — Die
Ringmauer 2,10 m stark, Quaderverblendung, Füllung aus Bruchstein und
Mörtelguß; Rüstlöcher sichtbar, doch keine Versetzung mit der Zange. — Der
quadr. _Bergfried_, als Wehrbau nicht sehr bedeutend, im Winkel zwischen
der SMauer und der Eingangshalle; hölzerne Zwischendecken; kleine Tür nach
dem Wehrgang (dessen Höhe daraus zu bemessen ist), eine größere auf eine
von Kragsteinen getragene Plattform, vom Hof aus mit Leitern zu ersteigen;
der obere Teil des Turms in got. Zeit restauriert. — Das _Eingangstor_
zeigt keine Spuren von Zugbrücke und Fallgitter; doch Ansätze zu einem
(zerstörten) Gußerker. Es führt in eine 2sch. 3jochige nach dem Hof offene
Halle; die rippenlosen Kreuzgewbb. des NSch. ursp., im Ssch. got.
erneuert. Die Sll. haben Würfelknäufe mit 2teiligem Schild (eine sonst nur
im Elsaß nachgewiesene Form). An der OMauer war der sog. Barbarossakopf
eingemauert, jetzt im Palas. — Über der Torhalle lag die jetzt ihrer Gwbb.
beraubte, ebenfalls 2sch. _Kapelle_. — Der _Palas_ lehnt sich an die
nördl. Ringmauer, die Schauseite nach innen. Erhalten das Erdgeschoß mit
kleinen Fensterschlitzen und das erste Hauptgeschoß. Die Tür, durch eine
Doppelfreitreppe zugänglich, liegt nicht in der Mittelachse (außerdem eine
noch erhaltene innere Treppenverbindung zur Torhalle). Sie führte direkt
in den Saal (13:12 m) mit einer 5teiligen Fensterarkade (ohne Spur eines
Verschlusses); die Fundamente deuten darauf, daß 4 Sll. die Balkendecke
trugen; an der NWand der schöne Kamin. Links an der Tür sind die Ark.
durch einen Wandpfl. in 2 Gruppen getrennt. Am Saal entlang lief ein Gang
und hinter diesem lagen 2 getrennte Gemächer. Ein Obergeschoß war sicher
vorhanden; auch hier ein Kamin; dessen Sll. und ein skulptiertes Tympanon
jetzt in der Torhalle aufgestellt. Das Bauornament am Palas gehört zum
formenschönsten und delikatesten, was rom. Meisselarbeit hervorgebracht
hat; jedenfalls kann sich kein anderer Profanbau damit messen. — Am OEnde
des Hofes sind Fundamente eines Rundbaues (8,6 m äußerer Durchmesser) von
ungewisser Bestimmung gefunden.

*Johanniterhof,* vom Ordenshaus in Rüdigheim dependierend; kleines sehr
herabgekommenes Gebäude in der Holzgasse; die paarweise gestellten
Spitzbg.-Fenster der WSeite sprechen für 14. Jh., der SGiebel mit
Kreuzstöcken im 15. Jh. umgebaut. Daneben kleine Kapelle.

*Deutschordenshäuser*. a) Der Komturei Marburg; jetzt durch die
landwirtschaftliche Winterschule ersetzt. b) Der Komturei Sachsenhausen;
14. Jh., im 16. erneuert und weiterhin modernisiert; im Hof Brunnen aus
Renss.

*Hof der Abtei Arnsberg*. 1742 erneuert; die einfache got. Kap. aus A. 14.
Jh. erhalten; Rest von Wandmalerei.

*Hof der Abtei Haina*. Nur die Eingangspforte aus E. 13. Jh. erhalten.

*»Steitz«,* Haus eines Altaristen, sehr herabgekommen, im Innern ein
Lavabo und andere interessante Einzelheiten.

*Romanisches Rathaus,* spgot. umgebaut, im 17. Jh. durch ein Fachwerkhaus
verdeckt, 1881 freigelegt. Erhalten hat sich von Kunstformen: die im
Kleeblatt geschlossene Tür über einer vorgebauten Plattform und im dritten
Geschoß 3 Gruppen dreiteiliger Ark., welche einen ungeteilten, die ganze
Ausdehnung des Gebäudes einnehmenden Saal beleuchteten. Daß das Haus
öffentlichen Zwecken diente, ist kaum zweifelhaft; unter den in Frage
kommenden gilt die Bestimmung als Rathaus für die wahrscheinlichste.

*Gotisches Rathaus,* wahrscheinlich als Kaufhaus, zugleich für
Verwaltungsstuben, E. 15. Jh. erbaut; stark modernisiert.

*Fürstenhof,* langgestreckter Komplex, schon im Ma. als Sitz der
pfandherrlichen Amtleute vorhanden, in der Renss. erweitert; aus dieser
Zeit einige gute Einzelheiten.

*Wohnhäuser*. 4 _romanische_ mit mehr oder weniger bedeutenden Resten aus
der Erbauungszeit: Langgasse 257, ebenda 264 sog. Mehlwage, ebenda 285
[Obermarkt 101, 1895 abgebrochen, die Werkstücke der schönen gekuppelten
Kleeblattfenster jetzt in der Burg deponiert]. _Gotisch_: Bischofshof,
jetzt Stadtschreiberei; Alte Schmidtgasse 106; Töpfergasse 69; Untermarkt
443 Hinterhaus; Obermarkt 341, altes Gasthaus u. a. m. Diese sind alle
Steinhäuser. Ein got. Fachwerkhaus Langgasse 264.

_GEMÜNDEN._ UFranken BA Gemünden.

*Pfarr-K.* 3/8 Chor um 1480, das 1sch. flachgedeckte Langhaus 1488. Turm
zwischen Chor und Langhaus eingeschoben, erb. 1486 auf älterer Grundlage.
Das Äußere einfach; WPortal erneuert. Der mit 4 kleinen Erkertürmchen
geschmückte Turm macht durch seine stattlichen Verhältnisse eine gute
Figur im Stadtbild. — Ausstattung neu. Hübsche Zunftstangen E. 18. Jh.
Glocken 14. Jh. und später. — An der äußeren OWand des Langhauses _Relief_
Christus am Kreuz zwischen den Schächern; zu Füßen Assistenzfiguren und
Soldaten, M. 15. Jh. An der Kirchenmauer das ehem. _Sakramentshäuschen_
von 1488; ruinös.

*Rathaus.* 1593. Giebel erneuert.

*Rentamt*. Behäbiger, dreigesch. Barockbau v. 1711 mit kuppelbedeckten
Ecktürmen. Über dem Portal Wappen der Hutten.

*Scherenburg*. Erhalten der runde Bergfried und der Bering, sowie ein
großer zweischiffiger Keller, alles aus got. Zeit (14. Jh.). Nur wenige
Reste der Stadtbefestigung, jedoch noch immer hübsches Ortsbild.

_GENSUNGEN._ RB Kassel Kr. Melsungen.

*Dorf-K.* mit spgot. Wehrturm und Friedhofsbefestigung.

_GEORGENTHAL._ Sachsen-Gotha LA Ohrdruf.

*Cisterc.-Klst.-K*. Trümmer. Grundmauern ausgegraben. Sie erweisen einen
höchst ansehnlichen Bau von 73 m Länge. Nach den jüngsten Untersuchungen
von H. Giesau 2 Bauperioden in folgender Weise zu unterscheiden: 1.
Zugrunde liegt eine kreuzförmige Basilika nach dem Hirsauer Schema, am
Chor 5 Apsiden in staffelförmiger Anlage (Talbürgel). Im Lhs. 10 Arkaden,
Wechsel von stärkeren und schwächeren Pfll. Reste eines WPortals mit
einfach abgetreppten Gewänden. Dieses der Gründungsbau aus der Mitte des
12. Jh. 2. Umbau für Gewölbe im 2. Drittel 13. Jh. Die 5 Apsiden wurden
niedergelegt, an Stelle der Hauptapsis gerader Abschluß des Hauptchores.
Um ihn wurde ein rck. Umgang von 4,2 m Breite herumgeführt, aus seiner
äußeren Wand rck. Nischen ausgespart. (Holtmeyers Rekonstruktion mit
Umgang und Kapellenkranz in Art von Riddagshausen nach Giesau nicht
haltbar.) Die bauliche Ausführung des Umbaues unter Leitung eines
Architekten aus Walkenried. Walkenriedisch-maulbronnisch auch das gesamte
Detail. An der Westfront eine Vorhalle von 3 quadr. Feldern (5,6 m
Seitenlänge). — Von der großartigen Klosteranlage erhalten:

*Klausur* auf der SSeite der Kirche. Umfängliche Grabungen von Pfarrer
Baethcke zeigen eine gewaltige Anlage von echt cisterciensischem Gepräge,
der von Maulbronn sehr verwandt. Bmkw. das Herrenrefektorium, wie in
Maulbronn mit der Schmalseite an den Kreuzgang stoßend, wahrscheinlich
3schiffig. Auf der WSeite das Laienrefektorium, durch einen Gang vom
Kreuzgang geschieden (ältere Art der Anordnung). Rippenstücke,
Schlußsteine und Säulenbasen maulbronnisch, jedoch im Stil
fortgeschrittener als die Reste des Chorneubaues. Auf der Nordseite des
Chores, in geringer Entfernung von ihm zwei 3sch. Säulensäle, durch einen
von N nach S laufenden schmalen gewölbten Gang getrennt, Bestimmung
ungewiß, vielleicht _Abtshaus_. Ornamentierte Säulenschäfte mit
Würfelkaptt., 2. H. 12. Jh. — _Kornhaus_, got. mit interessantem
Maßwerkfenster. — In der Nähe rom. _Palas_ der Grafen v. Kefernburg,
verbaut.

_GEPUTZIG._ K. Sachsen AH Rochlitz.

*Herrenhaus* (v. Wallwitz) 1735 von _David Schatz_, einfach tüchtig.

_GERA._ Reuß j. L. Hauptstadt des Fürstentums.

*Salvator-K*. 1717-20, erneuert nach Brand 1780.

*Trinitatis-K*. 1313, vergrößert 1611. 1sch. Anlage. Bmkw. die got.
Außenkanzel. — _Grabmal_ des Kanzlers Joh. v. Freiersleben † 1770, um
einiges später ausgeführt, klassizistische Richtung. — Großes
_Kreuzigungsrelief_ mit Stifter, 1630. — Auch von den _Denkmälern_ auf dem
Kirchhof verdienen einige Beachtung.

*Rathaus.* 1576 und später. An der Hauptfront hoher 8eck. Turm, dem zu
Altenburg nachgebildet.

*Regierung*. 1722.

*Waisenhaus*. 1724, erneuert nach Brand 1780.

*Stadtapotheke* mit renss. Erker.

*Privathäuser* des 18. Jh.

*Marktbrunnen* mit Simson, 1685.

_GERA._ Sachsen-Gotha. LA Ohrdruf.

*Dorf-K.* Sehr alte Gründung; jetzt wesentl. 18. Jh. mit rom.
Einzelheiten. Hoher _Kanzelaltar_.

_GERBERSHAUSEN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Dorf-K.* (kath.) 1777. Kreuzgwb.Bau mit 3seit. Schluß.

_GERBRUNN._ UFranken BA Würzburg.

*Dorf-K.* Sprom. OTurm 1219; das flachged. Lhs. 17. und 18. Jh. — _Kanzel_
mit Evangelistenbildern 1. H. 17. Jh. — Hübsche _Holzfigg_. des Rok.

_GERBSTEDT._ Pr. Sachsen Kr. Mansfeld.

[*Nonnen-Klst.-K*. Der 1688 eingestürzte rom. Bau durch Abb. bekannt, auch
einige formierte Reste erhalten, hier und im Museum zu Halle.]

*Stadt-K.* Nüchternstes 18. Jh. — Großer interessanter _Schnitzaltar_ um
oder vor M. 15. Jh. — *Rathaus* in schlichter Renss. Im Keller gekuppelte
rom. Lichtöffnung.

_GEREUTH._ UFranken BA Ebern.

*Dorf-K.* um 1700, mit hübscher einheitlicher Einrichtung. In der
Sakristei ein reichhaltiger Schatz von Goldschmiedearbeiten derselben
Zeit. *Schloß.* Erb. um 1700 unter den Freih. von Greiffenklau-Vollraths
3geschossige Anlage in 3 Flügeln mit fein durchgeführter Außengliederung.

_GERLACHSHAUSEN._ UFranken BA Kitzingen.

*Pfarr-K.* Chor und Turm 1. H. 15. Jh., Lhs. 1751. Gute _Ausstattung_,
besonders die Seitenaltäre in Stuck, wohl von _Andreas Mayer_, Gemälde von
_Dahlwein_. — An der Straße nach Sommerach reich skulptierter _Bildstock_
1511, einer der schönsten in Unterfranken, ruinös.

_GERMERODE._ RB Cassel Kr. Eschwege.

*K*. des ehem. *Prämonstratenser-Nonnen-Klst*. Gewölbte rom.
Pfl.-Basilika. Kein Qsch. Die 3 Schiffe schließen in gleicher Flucht mit 3
Apsiden. Der Chor hat 1, das Sch. 3 Doppeljoche. WBau doppeltürmig (wegen
Baufälligkeit niedergelegt, 1905 in der alten Gestalt wieder aufgebaut).
Dazwischen, zugleich das 1. Joch des Lhs. mitumfassend, die Nonnenempore,
die von 4 Paar Sll. mit Würfelknäufen getragen wird. Im System des Msch.
nehmen breite rck. Vorlagen die ungegliederten Gurt- und Schildbgg. auf;
keine Diagonalbgg. Die Zwischenpfll. quadr. mit eingelegten Eck-Sll. Die
Sschiffe abgebrochen. — Unter dem stark überhöhten Chor eine Krypta mit
gurtenlosen Gwbb. — Hölzerne Emporen reich geschnitzt in Motiven der
Fachwerkarchitektur. — Am Außenbau ist nur die OAnsicht einigermaßen
intakt; die 3 Apsiden auf gut profilierten Sockeln, sonst ungegliedert.
*Klostergebäude*. Einige Reste mit rom. Fenstern in den Domänenhof
eingebaut.

_GERODE._ Pr. Sachsen Kr. Worbis.

Ehem. *Benedikt.-Klst*. Jetzige *K*. 1778. *Scheune*. Großartiger
Quaderbau in Hufeisenform 1672.

_GEROLZHOFEN._ UFranken BAmtsstadt.

*Stadtpfarr-K*. 1. H. 15. Jh. Pfeilerinschrift 1436, voll, angebl. 1479.
Lhs. Halle von 3 Sch. und ursp. 4 Jochen (2 weitere 1899 hinzugefügt).
Chor 1sch., 1 † 5/8, flankiert von zwei Türmen, deren Erdgeschosse sich
als Kapellen gegen Chor und Lhs. öffnen. Im Lhs. gesimslose Rundpfeiler
und gekehlte Scheidbogen, Sschiffe mit Kreuzrippen, Mschiff mit Netz auf
Konsolen in Scheitelhöhe der Scheidbogen. Außen durchweg Strebepfeiler, z.
T. mit Statuen (erneuert, die alten in der Johanniskap., gute Arbeiten aus
A. 16. Jh.). — Einrichtung spbar. und rok., an der Kanzel spgot. Holzfigg.
_Holzkruzifix_ mit Naturstamm, _Riemenschneider_ nahestehend. Geschnitzte
_Rosenkranzmadonna_ nachgot. Gruppe der _Taufe Christi_ vermutlich von
_Peter Wagner_ um 1760. — Gutes _Ciborium_, würzburgisch um 1680.

*Johannis-Kap*. (Karner) beg. 1497. Erdgeschoß 2sch., Obergeschoß 1sch. in
3 Achsen und 5/8 Schluß, zierliches Netzgewölbe und reich gegliederte
Fenster. Außen (W) einläufiger Treppenaufgang. [Schnitzaltar,
_Riemenschneider_ zugeschrieben, jetzt im Nat.-Mus. München.]

*Friedhofs-Kap*. 1737. Altarbilder von _Chr. Urlaub_ (1745, 1748) und
_Wolker_ (1748). Das schöne schmiedeeiserne Gitter am Tor (2. H. 17. Jh.)
stammt aus Klst. Ebrach.

*Bezirksamtsgebäude*. Ehem. fürstbisch.-würzb. Oberamtshaus, um 1614.

*Rentamtsgebäude*. Ehem. fürstbisch.-würzb. Amts- und Zenthaus. Turm und
Anlage im Kern mittelalterlich (von einer Burg der Herren v. Fuchs),
Erscheinung wesentlich aus A. 17. Jh.

*Spital*. Renss. Fachwerkbau mit geschnitztem Balken.

*Stadtbefestigung*. Interessant durch den doppelten Mauergürtel, Abstand
stellenweise über 100 m. Er diente als Zuflucht für die umliegenden
Dörfer.

_GERSDORF._ K. Sachsen AH Döbeln.

*Dorf-K.* 18. Jh., mit ma. Resten: _Sakramentshäuschen_, der Eingang von
Engeln bewacht; _Altarfigg_.; vorzüglich ein lebensgroßer _Crucifixus_ A.
16. Jh.; diese jetzt im Kernhaus in Leisnig, anderes im Dresdener
Altert.-Ver.

_GERSFELD._ RB Cassel Kreisstadt.

*Kirche*. 1785. Kreuzf. Anlage mit abgestumpften Ecken und WTurm. —
_Grabsteine_ der v. Ebersberg 16. und 17. Jh.

*Friedhofs-Kap*. 1632, an den Emporen Malereien.

*Schloß* (v. Ebersberg) 1500 ff., im 18. Jh. umgestaltet.

_GERSTUNGEN._ Sachsen-Weimar VB Eisenach.

*Kirche*. Flachgedecktes rck. Schiff mit bemalten Emporen in 3 Geschossen,
um 1600. Ein niedriger spitzbg. Chorbogen öffnet sich gegen das spgot.
gewölbte Altarhaus, über welchem der 8eck. Turm. — Steinerne _Kanzel_
1588. _Grabsteine_ (v. Boyneburg) 16. und 17. Jh.

*Fachwerkhäuser*. Bedeutend das v. Witzlebensche Herrenhaus aus A. 17. Jh.
(jetzt Oberförsterei) und das v. Boyneburgische am Markt (Apotheke).

_GESEES._ OFranken BA Bayreuth.

*Pfarr-K.* (ehem. Wallfahrt) frgot. Basilika mit spgot. Veränderungen;
Lhs. 4 Joche, Chor 1 Joch und 5/8 Schluß; Turm in N. — _Hochaltar_ 1673,
noch im Aufbau gotischer Flügelaltäre. Steinerne _Kanzel_ 1562. —
Befestigter Friedhof.

_GESTUNGSHAUSEN._ Sachsen-Coburg LA Coburg.

*Pfarr-K.* A. 18. Jh., im Gr. den ma. Anlagen des Gebietes sich
anschließend, 1sch. mit 3facher Empore. Die Dekoration ungewöhnlich reich
und fein. Die flachen Decken in Chor und Lhs. tragen zwischen
Stuckornament kleine Gemäldefelder vom Coburger _J. Schuster_ 1714.
3geschossige Empore bez. 1712. _Moseskanzel_ 1727. _Taufstein_ 1643. Um
den Kirchhof Mauer mit hohem Torturm.

_GIEBELSTADT._ UFranken BA Ochsenfurt.

*Pfarr-K.* (protest.). Einfacher Bau des 16. Jh. — _Kanzel_ in strenger
Hochrenss. E. 16. Jh., Mosesträger. Großes _Epitaph_ einer Frau v. Zobel
1606.

*Schloß der Zobel,* whgest. E. 16. Jh., niedrige ausgedehnte Wasseranlage
mit runden Ecktürmen.

*Schloß der Geyer,* Ruine.

_GIEBICHENSTEIN._ Pr. Sachsen Saalkreis.

*Dorf-K.* mit rom. Turm und rom. _Taufstein_. _Grabsteine_ 1474, 1560.

*Burgruine* ausgedehnt, wenig erhalten, Hauptteile 1363, 1442.

_GIECH._ OFranken BA Bamberg.

*Schloßruine* bedeutend, 3 Tore, starker 4eck. Bergfried.

_GIESEL._ RB Cassel Kr. Fulda.

*Jagdschlößchen*, erb. 1717 vom Fürstabt v. Butlar an Stelle einer Burg
des 16. Jh.

_GIESSMANNSDORF._ K. Sachsen AH Zittau.

*Schloß* 1694. Rck., in der Längsrichtung schmaler Gang, in der
Querrichtung Vestibül und doppelläufige Treppe. 2geschossiger Aufbau mit
durchlaufenden tosk. Pilastern. Über dem Dach schmälerer Oberbau in
Fachwerk. Dachreiter. Einfluß böhmischer Schlösser.

_GLASHÜTTE._ K. Sachsen AH Dippoldiswalde.

*Stadt-K.* 1520-1533. Als 3sch. Halle geplant, doch 1sch. ausgeführt —
18:14,3 m. Eingezogener Chor 2 Joche und 9Eckschluß. Kunstlos bemalte
Felderdecke 1669. — Rest wertvoller _Altarmalerei_ aus derselben Zeit;
ebenso die _Glasgemälde_ im Chor. — _Taufbecken_ aus Messing A. 16. Jh.,
gestanzte Zeichnung der Verkündigung. — _Schöne Grabplatte_ des Pfarrers
M. Kittel † 1639, bemalt, ähnlich der des Sup. Cademann in Pirna.

_GLASTEN._ K. Sachsen AH Grimma.

*Dorf-K.* frgot. mit platt geschlossenem Chor, darüber Turm mit 4
gekuppelten Fenstern und Satteldach.

_GLAUCHAU._ K. Sachsen Amtshauptstadt.

*Stadt-K.* 1726 mit Benutzung älterer Teile, darunter 2 Reliefs aus 15.
Jh. — _Orgel_ 1730 von _Gottfr. Silbermann_.

*Gottesacker-K*. Renss.Pforte mit beschädigten, ehemals schönen Reliefs.

*Hinterglauchen*. Schönburgisches *Schloß*. Die Erscheinung wesentlich
bestimmt durch den Umbau 1527 ff. Die langgestreckte, ganz einfach
behandelte Hauptfront durch 4 Zwerchhäuser gegliedert, deren Giebelabsätze
nach dem verbreiteten Schema der sächsischen FrRenss. als Viertelskreise
gebildet sind.

_GLAUSCHNITZ._ K. Sachsen AH Kamenz.

*Herrenhaus* einfach stattlich, ausgebaut ca. 1760.

_GLEINA._ Pr. Sachsen Kr. Zeitz.

*Dorf-K.* Rom. Apsis mit z. T. gut erhaltenen rom. _Fresken_. — Gute Typen
von _Bauernhöfen_.

_GLEISBERG._ K. Sachsen AH Döbeln.

*Dorf-K.* Schlicht rom., Gr. wie in Altenhof mit dem Zusatz einer dem Chor
nördl. angebauten kleinen Sakristei mit Tonnengwb. — _Taufstein_ aus
Porphyr mit primitiv eingeritztem Ornamente. — _Flügelaltar_ um 1510-20,
bäurische Arbeit, doch vorzüglich gut erhalten; die Gemälde der
Außenflügel stehen höher.

_GLEISENAU._ UFranken BA Haßfurt.

*Prot. Dorf-K*. 1711. *Schloß-K*. 1772 mit reicher Sandsteinfassade. —
*Schloß* (Groß von Torckau) 1773.

_GLEUSDORF._ UFranken BA Ebern.

*Schloß.* Gefälliger 3geschossiger Rok.-Bau mit Mansarden-Dachung sehr
malerisch zwischen Bäumen. — Innendecken mit _Muschelwerkstuck_ und
eiserner Ofen von 1769.

_GLOSSEN._ K. Sachsen AH Löbau.

*Schloß,* erb. 1688 für H.F. v. Gersdorf. Stattliche Hufeisenanlage,
Formen einfach.

_GNANDSTEIN._ K. Sachsen AH Borna.

*Dorf-K.* Einheitlicher, unveränderter Gewölbebau (Sternmuster) aus A. 16.
Jh. Rot ornamentierte Friese, z. T. in Stuck wie in Geithain. Gute
_Steinkanzel_ mit Maßwerkschmuck bez. 1518. In den Chorfenstern
_Glasgemälde_ aus der Erbauungszeit. _Betstube_ mit reicher Sammlung von
Wappen des sächsischen Adels. _Epitaph_ H. v. Einsiedel 1557 mit langem
von Melanchthon verfaßtem Gedicht. Epit. Joh. v. Einsiedel 1582,
Sandstein, Marmor und Serpentin, z. T. vergoldet. 9 Einsiedelsche
Grabsteine mit lebensgroßen Figg. Todesdaten 1461-1646, Ausführung
gleichzeitig um 1640. 4 weitere bis 1756.

*Schloß* (seit 15. Jh. Einsiedel, vorher Burggrafen v. Leisnig). Anlage
langgestrecktes Rechteck, einem Höhenzuge folgend. Im innersten Hof
freistehender runder Bergfried. Am selben Hof rom. Palas mit 3teilig
gekuppelten rundbgg. Fenstern; eine andere Gruppe hat Kleeblattschluß. An
einem zweiten größeren Hof der Hauptbau aus 14. Jh. Kapelle mit
Einrichtung des 16. Jh. 4flügeliges Altarwerk.

_GNÖTZHEIM._ UFranken BA Kitzingen.

*Pfarr-K.* Einheitliche rom. Anlage aus sp. 12. Jh., anziehendes Beispiel
einer vornehm schlichten Landarchitektur. — 1sch. Lhs., quadr. Chor, WTurm
(ohne Eingang). Das gut gegliederte, ornamentlose Portal an der SSeite. —
Reizende _Sakramentsnische_ E. 15. Jh. Interessantes, leider verstümmeltes
_Wandgrab_ des Konrad v. Rosenberg † 1596.

_GOCHSHEIM._ UFranken BA Schweinfurt.

*Dorf-K.* Großenteils neu. Turm 1511. Interessante Kirchhofsbefestigung,
ins 14. Jh, hinaufreichend.

*Rathaus.* Fachwerkbau 1560. Im Dorf stattliches Haus (no 183) von 1612.

_GÖDA._ K. Sachsen AH Bautzen.

*Dorf-K.* Netzgewölbte Halle von 1505. Von einem Bau aus 1. H. 13. Jh.
einige fein skulptierte Zierstücke gefunden. — Hübsche _Sandsteinkanzel_
1514. Zahlreiche _Bildnissteine_ des 17. Jh., recht gut der des Heinrich
v. Bünau 1605.

_GÖDEWITZ._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

*Dorf-K.*, 2 einfache rom. Tympana.

_GÖHREN._ K. Sachsen AH Rochlitz.

*Dorf-K.*, kleine apsidenlose rom. Anlage. — _Schnitzaltar_ 1512.

_GÖHRENDORF._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Dorf-K.* Turm rom., Chor frgot., Schiff bar.

_GOLDKRONACH._ OFranken BA Berneck.

*Pfarr-K.* got., Sandsteinemporen mit »durchbrochener Arbeit«.

_GÖLLINGEN._ Schwarzb.-Rudolst. LA Frankenhausen.

*Benediktiner-Klst.,* eines der ältesten in Thüringen. Von der sprom. K.
wenig erhalten, nämlich: 1. Reste der Apsidenmauer, 2. der viel
Eigentümliches bietende WBau. Er ist als breiter Turm ausgebildet. Die an
die K. anschließende Seite durch ein modernes Wohnhaus alteriert und
verdeckt. Von den Sschiffen der K. führten unter weiten Bogenöffnungen je
6 Stufen in die hochräumige Krypta; 3x3 grätige Kreuzgwbb.; die breiten
Gurten in der Linie des Hufeisenbogens; als Stützen kräftige Sll. (auch an
den Wänden) mit Eckblattbasen und flach skulptierten Würfelkaptt. Die
Formen, von trefflicher Ausführung deuten auf die Spätzeit 12. Jh. Über
der Krypta hohe quadr. Turmhalle, deren östl. Vorraum sich anscheinend als
Empore gegen die K. geöffnet hat. Am nördl. und südl. Ende desselben
Vorraums Türen zu kleinen Treppentürmen, die in die oberen Teile des
Haupt-Turmes hinauf führten. Dieser 8eckig, zweigeschossig, außen mit
Lisenen, Bogenfriesen und Gesimsen ausdrucksvoll gegliedert; im letzten
Geschoß weite gekuppelte Fensteröffnungen mit profilierten Gewänden.

_GOLLMUTHAUSEN._ UFranken BA Königshofen.

*Dorf-K.* Gutes Beispiel einer protest. Saalkirche der Biedermeierzeit
(1819).

_GÖLSOORF._ Pr. Sachsen Kr. Schweinitz.

*Dorf-K.* aus Granit einfach frgot.

_GOMPERTSHAUSEN._ Sachs.-Mein. Kr. Hildburghausen.

*Dorf-K.* 1461, erneuert 1603 und 1640, Emporen mit dorischen Sll. 1808;
alt im Unterbau der östl. Turmchor.

_GONNA._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

*Dorf-K.* Rom. OTurm. — _Taufstein_ E. 16. Jh. mit 6 Reliefs.

_GORNOORF._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

*Dorf-K.* mit rom. Ostbau, Lhs. 1793. — _Schnitzaltar_ 1490 vom Saalfelder
»Meister der Baldachine«.

_GÖRSBACH._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

*Dorf-K.* neu. Der spgot. _Schnitzaltar_ nächst dem in S. Jakob in
Sangerhausen der bedeutendste des Kreises.

_GÖRSCHEN._ Pr. Sachsen Kr. Naumburg.

*Dorf-K.* Aus rom. Zeit der quadr. Altarraum mit Halbkuppelapsis, das
übrige 16. Jh. und neuer. — _Crucifixus_ bez. HF, energische Arbeit E. 15.
Jh.

_GORSLEBEN._ Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.

*Dorf-K.* spgot. — Reicher _Schnitzaltar_ spgot., _Kanzel_ und _Taufstein_
1564 mit biblisch allegorischem Bilderschmuck.

_GÖSCHWITZ._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Dorf-K.* got., 5/8 Chor, Langhaus mit Rok.Flachdecke. Im OFenster
Wappenscheiben. Kopien von 2 spgot. Altarflügeln.

_GOSECK._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Stammsitz der Pfalzgrafen von Sachsen. 1041 von einem Sohne dieses Hauses,
dem großen Erzbischof Adalbert von Bremen, in ein *Kloster* umgewandelt.
Die 1043 und 1056 gew. *Kirche* hat sich in den OTeilen erhalten, welche
1625 als Schloßkap. eingerichtet wurden. Qsch. und Chor in regelmäßiger
rom. Anlage; unter ihnen in ganzer Ausdehnung (veranlaßt durch
abschüssiges Gelände) eine Krypta. In das Schloß (ein wenig interessanter
Bau des 16. und 17. Jh.) eingebaut ein WTurm im Übergangsstil des 13. Jh.
— _Ecce __ homo_, Marmortafel in reicher renss. Umrahmung, Arbeit eines
sehr guten, sonst in dem Gebiet nicht wieder angetroffenen Künstlers.
_Altartafel_, Hinrichtung der h. Katharina, von _L. Cranach d. Ä_. Großes
reiches _Epitaph_ des Bernh. v. Pölnitz † 1628.

_GOSSMANNSDORF._ UFranken BA Ochsenfurt.

Der Ort enthält an Kirchenausstattung, Bildstöcken, Fachwerkhäusern,
Befestigungsresten allerlei hübsche Kleinigkeiten.

_GOSSMANNSDORF._ UFranken BA Hofheim.

*Dorf-K.* Chor im OTurm, Unterbau frgot. Lhs. 1716 (angeblich von _B.
Neumann?_). Stattliche Fassade. Hochaltar um 1730. Reiche Seitenaltäre um
1760. — Interessante _Kirchhofsbefestigung_, wohl 14. Jh.

*Vogteihaus,* charaktervoller Fachwerkbau von 1595. Schönes
schmiedeeisernes Wirtshausschild (zum Schwan) 1791. (Ein ähnliches in
Manau).

_GÖSSNITZ._ Sachsen-Altenburg. LA Altenburg.

*Stadt-K.*, im 15. Jh. nach relativ großartigem Plan beg., im 16.
verkümmert ausgeführt, im 17. umgebaut.

_GÖSSWEINSTEIN._ OFranken BA Pegnitz.

*Kloster-K*. 1730-39 von _Balthasar Neumann_. Doch hatte schon 1728 der
angesehene Mainzer Architekt _F. A. v. Ritter_ Pläne eingeliefert.
Inwieweit Neumann diese berücksichtigt hat, ist eine offene Frage. Anlage
im lat. Kreuz. Das Qsch. schließt aus dem 6Eck, sogleich an der Längswand
beginnend, Im Lhs. bilden die eingezogenen Streben Kapp., durch einen Gang
verbunden. Die Flachkuppel nach außen nicht sichtbar. Das Tonnengwb. mit
starken Quergurten ist reich stuckiert. Die innere Ausstattung schon in
den Formen des Rok.; der Hochaltar (1742) erinnert in seiner Verwendung
von konstruktiv nicht zulässigen Elementen zu Stützen und Streben an
Vierzehnheiligen. Der Außenbau, wie immer bei N., einfach, mit 2
Front-Türmen. — Über dem Portal eine gewaltige _plastische Gruppe_, die h.
Dreifaltigkeit. An der Rückseite eingemauert ein _Grabdenkmal_ von _Hans
Werner_ 1588.

_GOTHA._ Hauptstadt von Sachsen-Gotha.

*Augustiner-K*. Gegr. 1366, überarbeitet 1676. Einfaches, turmloses Rck.
von 49 : 14,5. — _Fürstenstand_ am Chor in derbem Bar.; desgl. die
_Kanzel_; Rest eines got. _Altarwerks_. Die große _Gedenktafel_ für Herzog
Johann, † 1605, stammt aus Reinhardsbrunn. — Das Klst. verbaut; der
Kreuzgang rest.

*Margarethen-K*. spgot. E. 15. und A. 16. Jh., rest. 1652 und 1725; ursp.
3sch. Hallenkirche. — _Denkmal_ für Herzog Ernst den Frommen 1728 von
dessen Enkel errichtet. — _Taufstein_ bez. 1687. — Sehr schöne bar.
Engelsfigg., Holz.

*Schloß Friedenstein*. 1643-1654 für Herzog Ernst d. Fr. von _Andreas
Rudolfi_. Groß in den Abmessungen, in der Ausführung sparsam, nüchtern,
schwerfällig, fast noch mehr im Charakter einer Zitadelle als eines
fürstlichen Wohnhauses, ein echtes Abbild der freudenarmen Stimmung am
Ende des großen Krieges. Ein 4eck. Hof, im Lichten 86 : 65 m, wird von 3
Flügeln umgeben, an der 4. Seite Mauer mit Tor, an den Ecken breite Türme
mit welscher Haube. Die in der deutschen Renss. an einem Kunstbau nie
fehlenden Giebel sind aufgegeben. Rings um den Hof Bogengänge auf schweren
gequaderten Pfll. — Die innere Einteilung ohne größere Raumentfaltung.
Tiefe, niedrige Gemächer. Darunter leidet die 1685 ff. hinzugefügte
prunkhaft derbe Barockdekoration. — Einige Räume M. 18. Jh. Das
Porzellankabinett und anderes, was nicht mehr sicher nachzuweisen, 1751
vom Nassau-Saarbrückener Hofarchitekten _Stengel_. Die Schloß-K. nahe
verwandt der zu Weißenfels (vgl. dort). In der Fürstengruft viele, z. T.
aufwandreiche, Särge. Orangerie von _G. H. Krohne_.

*Schloß Friedrichstal*. 1711. Nach französischen Mustern in vereinfachter
Formgebung.

*Rathaus,* beg. 1567, verändert im 17. Jh. Das Portal von auserlesener
Feinheit der Erfindung und Ausführung; bez. 1574, aber noch im Charakter
der FrRenss. An der SFront eingemauertes _Reliefbild_ eines h. Bischofs
aus 13. Jh.

Gute *Barockhäuser* die städt. Sparkasse und der ehem. Preußische Hof.

Auf dem Friedhof bmkw. Familiengrabmäler der Barockzeit erhalten.

_GOTTESBÜREN._ RB Cassel Kr. Hofgeismar.

Ehem. *Wallfahrts-K*. bez. 1331, platter Chorschluß, Ssch. im 15. Jh.
hinzugefügt. Im Schiff und Chor je 2 Joche. Kreuzgwbb. auf kurzen
Diensten. Vortreffliches Detail.

_GOTTESGRÜN._ Reuß ä. L. LA Greiz.

*Kirche* aus 17. Jh. Kleiner, aber origineller und zierlicher Altaraufbau;
das eingefügte Holzrelief mit dem Abendmahl ist älter, um 1500,
anziehendes Stück.

_GOTTLEUBA._ K. Sachsen AH Pirna.

*Stadt-K.* 1sch. spgot. um 1525. Am Chor Portal mit Baumstämmen und
Astwerk gegliedert (vgl. Chemnitz), am Schiff renss. Portal bez. 1553.

_GOTTSTEDT._ Pr. Sachsen Kr. Erfurt.

*Dorf-K.* aus neuerer Zeit, rom. Turm 12. Jh., an den gekuppelten Fenstern
Würfelkaptt. mit eingeritzten geometrischen Ornamenten. — Überreste eines
_Schnitzaltars_ aus 15. Jh.

GRABA bei Saalfeld. Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld. *Pfarr-K.* Vom spgot.
Bau der Chor 2jochig 3seitig geschlossen mit Sterngwb. und der Turm an der
NSeite des Schiffes; dieses erweitert 1775. — Mehrere _Holzbildwerke_ in
der Art _Lendenstreichs_. Der bar. _Marmor-Altar_ aus der Barfüßer-K. in
Saalfeld übergeführt. Auf dem Friedhof zahlreiche Schmiedekreuze des 17.
und 18. Jh.

_GRADITZ._ Pr. Sachsen Kr. Torgau.

*Schloß* mit Nebengebäuden E. 18. Jh.

_GRÄFENBERG._ OFranken BA Forchheim.

*Pfarr-K.* 18. Jh. einfach.

_GRAFENGEHAIG._ OFranken BA Stadtsteinach.

*Pfarr-K.* got. Die Anlage als 3sch. Hallenkirche vielleicht vom Umbau
1448. Großes _Kruzifix_ 1532.

GRÄFENHAIN (OBER-). K.Sachsen AH Rochlitz. *Dorf-K.* Rom. Anlage, der Turm
über dem Chor.

_GRÄFENRODA._ Sachsen-Gotha LA Ohrdruf.

*Dorf-K.* Stark modernisiert. Großer _Schnitzaltar_ A. 16. Jh.

_GRAFENRHEINFELD._ UFranken BA Schweinfurt.

*Dorf-K.* Ansehnlicher Bar.Bau 1755-65 von _Joh. Mich. Fischer_, einem
Schüler _Neumanns_. Besonders die Fassade reich ausgebildet. Von den 2
OTürmen nur der südl. got. _Deckengemälde_ bez. _Joh. Zick_ 1756.
Vorzüglicher, triumphbogenartig aufgebauter Hochaltar mit älterem
_Gemälde_, wohl von _Onghers_; von demselben 1671 der hl. Sebastian auf
einem Nebenaltar. _Seitenaltäre_ und _Kanzel_ von _J.P. Wagner_ 1766.
_Chorstühle_, _Taufstein_, _Stationsbilder_ in späterem Rok.

*Rathaus.* Giebelhaus in Fachwerk 1602. — Großer _Bildstock_ 1628. Ein
kleinerer 1694.

_GRÄFENTAL._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

*Dorf-K.* Wesentlich Erneuerung 1724. — Stattlicher _Kanzelbau_ hinter dem
Altar. Ikon. _Grabstein_ der Familie v. Pappenheim 1561, 1563, 1590. Reste
von mittelalterl. _Wandmalerei._

*Schloß Wespenstein*. Ausgedehnte, sehr malerische Anlage mit
interessanter Torhalle.

_GRÄFENTONNA._ Sachsen-Gotha LA Gotha.

*Haupt-K*. Große 1sch. spgot. Anlage, barock überarbeitet. — _Altarwerk_,
wohl das umfangreichste, das Thüringen besitzt. Die 3geschossige Archit.
1646 (oder eher 1687?). Die Reliefs von einem auseinander genommenen
Flügelaltar des Klst. Grimmental, angebl. aus Nürnberg. 10 _Grabsteine_
der Grafen v. Gleichen 1525-75.

*Kettenburg*. Das alte Schloß der Grafen v. Gleichen. Jetzt Zuchthaus und
ganz barbarisiert. Der Turm in der NWEcke 14. Jh. Andere Bauteile zeigen
Formen der Renss. des 16. Jh.

_GRAMSCHATZ._ UFranken BA Karlstadt.

*Pfarr-K.* 1731, reiche Fassade und gute einheitliche Rok.-Ausstattung um
1740.

_GREBEHNA._ Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.

*Dorf-K.* Sprom. Bruchsteinbau. Am Portal Tympanon mit stilisiertem Baum.

_GREBENSTEIN._ RB Cassel Kr. Hofgeismar.

*Stadt-K.* 2. H. 14. Jh., nach Brand 1637 rest. Hallenkirche von niedrigen
Verhältnissen. Die Sschiffe haben über jedem Joch ein besonderes Dach mit
einfachem Giebel. Reich skulptiertes Portal, die Figg. sehr verwittert.
WTurm 1905 rest.

*Rathaus* in Fachwerk A. 17. Jh.

2 *Fachwerkhäuser* um 1480.

*Burgruine*. Der Palas um 1500.

Gut erhaltene *Stadtbefestigung*.

_GREIFENHAIN._ K. Sachsen AH Borna.

*Dorf-K.* Sprom. OTurrn, in dessen Erdgeschoß der Chor. Gleichzeitig die
WMauer. Im übrigen Umbau 1. H. 15. Jh.

_GREIFENSTEIN_ b. Blankenburg. Schwarzburg-Rudolstadt.

*Burgruine*. Sehr große, ziemlich gut erhaltene Anlage: 3 durch Gräben
getrennte Vorburgen, zierlicher got. Palas. Genannt 1137, zerfallen seit
1560.

_GREITZ._ Hauptstadt von Reuß ä. L.

*Oberschloß*. Große unregelmäßige Anlage, außen formenarm, im Innern
hübsche, doch nicht bedeutende Rok.Dekoration, auch Reste von Renss.

_GRETHEN._ K. Sachsen AH Grimma.

*Dorf-K.* Im wesentl. unversehrte Anlage des 13. Jh. — Tür mit rom.
Eisenbeschlag.

_GRETTSTADT._ UFranken BA Schweinfurt.

*Dorf-K.* Chorturm (O) 1471, darin spgot. Sakramentshäuschen. Lhs. mit
stattlicher Fassade von Hauptmann _J. M. Fischer._

*Rathaus.* Inschrift 1590, 1614. Stattlicher 2geschoss. Fachwerkbau mit
Freitreppe. Davor _Dorflinde_ mit Stützenbau.

_GRIESHEIM._ Schwarzburg-Rudolstadt LA Rudolstadt.

*Dorf-K.* mit rom. Details. — Zahlreiche _Grabsteine_, z. T. nicht übel. —
Stattliches adl. *Schloß* aus A. 18. Jh.

_GRILLENBERG._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

*Burgruine* mit 5 Rundtürmen; seit 1217 genannt.

_GRILLENBURG._ K. Sachsen AH Dresden-A.

*Schloß.* 1558 unter Oberleitung von _Hans Dehn-Rotfelser_, jetzt völlig
verändert; auf der Brücke 2 lebensgroße _Jäger_ in Sandstein um 1600 in
der Art des _Chr. Walther._

_GRIMMA._ K. Sachsen Amtshauptstadt.

Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst. Marienthron*. 1251, erweitert 1277. Reste in
der jetzigen Superintendentur.

*Frauen-K*. beg. um 1230-40. 3sch. rom. Pfl.Basilika von regelmäßiger
kreuzf. Anlage. Hauptchor gerade geschlossen, am Qsch. 1/2kr. Nebenchöre.
Der WBau mit 2 Türmen, im Gr. etwas schmäler als das Lhs., noch in rein
rom. Formen; die Türme in 3 Freigeschossen; zwischen ihnen Glockenstube
mit 3 gekuppelten Öffnungen, der Giebel darüber von der Rest. 1888. Das
Lhs. in 4 Pfeilerarkaden von schlichtesten spitzbg. Formen, die ursp.
flache Decke im 15. Jh. durch Gewölbe ersetzt. Am Chorschluß Gruppe von 3
hohen schmalen spitzbg. Fenstern. Die Rippengwbb. der Nebenchöre hochgot.
— _Denkmäler_ 1693-1760.

[*Nicolai-K*. 1sch. Anlage aus 13. und 16. Jh., 1888 abgebrochen. —
Schnitzaltar, hervorragende Arbeit von 1519, geringeren Wertes die Gemälde
von 1530. Jetzt in der Gottesacker-K. Schallgefäße. Lange Reihe von
Bildnissen jetzt im Stadthause.]

*Augustiner*-K. (bei der Landesschule) 1290, überarbeitet A. 15. Jh. Rck.
von 57,5 : 15 m; ursp. flach; Emporen 1684. — Denkmäler und Bildnisse ohne
Bedeutung.

*Gottesacker-K*. 1556, einfach rck. — Grabplatten und Denkmäler ohne
Bedeutung. Auf dem Kirchhof manche charakteristische Arbeiten des 18. Jh.

*Schloß.* 1200 genannt. Aus A. 13. Jh. schönes großes Fenster, vier
schmale, durch zierliche Säulchen getrennte, spitzbg. geschlossene
Öffnungen werden von einem rundbg. Blendbogen zusammengefaßt, in dessen
Feld ein Vierpaß. Weiter ausgebaut E. 14. und A. 16. Jh.; aus beiden
Epochen Bauformen erhalten. — *Rathaus* 1442, Freitreppe 1585, Giebel um
1600, — *Knabenschule* an der Frauen-K. 1614. — An *Wohnhäusern* meist nur
einzelne Teile aus älteren Epochen. — *Altertums-Museum*.

_GRIMMENTAL._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Ehem. *Wallfahrts-K*. 1809 abgebrochen. Bauinschrift 1499 neben dem Portal
des 1547 erb. Spitals eingemauert. [Der berühmte _Altar_ jetzt in
Gräfentonna.]

*Linde* mit Treppen und gezimmertem Boden, gilt für einen der ältesten
Bäume Deutschlands.

_GRÖDITZ._ K. Sachsen AH Bautzen.

*Dorf-K.* Neubau 1902. Erhalten ein rom. Sl. Portal um 1200, Granit. —
_Grabdenkmäler_ des 17. und 18. Jh., v. Ziegler und v. Metzrodt.

*Schloß.* Einfach bar. 1738 mit Benutzung von got. Teilen.

_GROITZSCH._ K. Sachsen AH Borna.

*Frauen-K*. Ursp. rom. Pfl.Basilika; davon der Unterbau des Schiffes;
sonst verändert.

*Aegidien-K*. Von der rom. Anlage der Turm erhalten.

*Burg*. Zerstört bis auf eine rom. Rundkap, mit 3/4kr. vorspringender
Altarnische; das Mauerwerk bis auf 2,5 m erhalten; lichter Durchmesser
3,3.

_GROSSBARTLOFF._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Dorf-K.* (kath.). Anständiger Bar.Bau 1740, 4 Kreuzgwbb., außen
Pilastergliederung in Sandstein. WTurm 1551. — 2 _Nebenaltäre_ in
Stuckmarmor. Schöne *Kanzel.* _Taufstein_ aus der älteren K. bez. 1606.

_GROSSBODUNGEN._ Pr. Sachsen Kr. Worbis.

*Dorf-K.* Bar. — *Schloß*. Quaderbau von 1331, Türen und Fenster 1584. —
*Amtsgericht*. Schöner Fachwerkbau mit Erker 1660.

_GROSSBREITENBACH._ Schwarzb.-Sondersh. LA Gehren.

*Stadt-K.* 1680, einfach geräumig.

_GROSSCORBETHA._ Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.

*Dorf-K.* Chor aus guter got. Zeit (die Inschrift 1293 nicht ursp.),
Schiff A. 16. Jh., das stuckierte Holzgwb. 1700 von _Antonio Perri_. —
Steinerne Kanzel 1627, Altar 1696.

_GROSSDITTMANNSDORF._ K. Sachsen AH Großenhain.

*Dorf-K.* mit spgot. und renss. Portalen.

_GROSSECKMANNSDORF._ K.Sachsen AH Dresden-N.

*Dorf-K.* 1701 auf Gr. aus 16. Jh. Anlage und Ausstattung bezeichnendes
Beispiel des Zeitstils. Gut aufgebauter _Altar_ 1706; Emporen mit
biblischen _Malereien_, handwerklich, aber nicht ungeschickt; flache Decke
mit Kehle; bewegte Dachlinie.

_GROSSENBEHRINGEN._ Sachsen-Gotha LA Waltershausen.

*Schloß* der Herren v. Wangenheim 1547.

_GROSSENHAIN._ K. Sachsen Amtshauptstadt.

*Stadt-K.* Mit Benutzung der abgebrannten ma. K. 1748 erneuert und
erweitert von _J. G. Schmidt_ in Dresden (Schüler _Bährs_). Die Idee der
protestantischen Predigtkirche klar und nachdrücklich ausgesprochen. Über
dem alten (5/8) Chor der Turm (ausgebaut erst 1801), das Schiff nach O
durch eine gerade Quermauer abgeschlossen, der Altar (darüber Kanzel und
Orgel) in der Mitte der nördl. Langseite, ihr gegenüber an der SSeite
vorspringender breiter Querflügel; also Erweiterung der »Querkirche« zu
T-förmigem Gr. Die Muldendecke wird von rundbg. Arkaden mit korinth. Sll.,
die der Linie der Umfassungsmauern folgen, getragen. Die K. faßt 2000
Personen. — _Schnitzaltar_ 1499, die Flügelgemälde bez. E.W. Schöne got.
_Kelche._

Ruine des *Nonnen-Klst*. 2. H. 15. Jh. Das Refektorium mit Zellengwb.
jetzt Bierkeller.

_GROSSENLÜDER._ RB Cassel Kr. Fulda.

*Kirche.* Erhalten der Chor im Übergangsstil des 13. Jh. Quadr. Vorchor
mit Kreuzgwb., darüber Turm, mehrmals erhöht, der beschieferte Helm mit
Erkertürmchen 16. Jh. Die Apsis polyg., die Fenster ungeteilt spitzbg. mit
rom. Gewändform. An den äußeren Ecken der Apsis 2 aufeinander gestellte
Sll. mit Blattkaptt. und att. Basen, rundbg. Fries. Reiches Portal mit
Kleeblattbogen. Fassade 1734 mit großen skulptierten Stiftswappen. Die
Sakristei mit Tonnengwb. und 1/2 kr. Apsis offenbar der Chor der ältesten
Kirche (gegr. 822). — _Grabmal_ der Jutta v. Boyneburg 2. H. 16. Jh.

_GROSSENSEE._ Sachsen-Weimar VB Eisenach.

*Dorf-K.* Turm über dem Chor 1480, Sch. 1650.

_GROSSFAHNER._ Sachsen-Gotha LA Gotha.

*Kirche.* Herstellungsbau von 1653 und 1678. Im Sch. noch 5 rom.
Scheidbögen des ehemaligen nördl. Ssch. aus 12. Jh. zu erkennen. — 2
*Schlösser* der Frhr. v. Seebach um 1680 und 1722. _Wappentafel_ bez.
1502. Im Innern einige Räume in reicher Barockausstattung.

_GROSSFURRA._ Schwarzb.-Sondersh. LA Sondershausen.

*Dorf-K.* S. Bonifazius. Im Kern rom., 1326 den Cisterc.-Nonnen
überwiesen. Interessante Anlage. 1sch. mit 2 rechteck. Türen am Ostende
des flachgedeckten Lhs. und kreuzgewölbtem Chor.

_GROSSHARTHAU._ K. Sachsen AH Bautzen.

*Dorf-K.* 1794. Feines _Buchsbaumkruzifix_ um 1700. Schöner
_Wappengrabstein_ um 1500.

*Schloß* 18. Jh., neuerdings sehr verändert. Erhalten die stattliche
französische _Parkanlage_ mit Sandsteindekoration.

_GROSSHEIRATH._ Sachsen-Coburg LA Coburg.

*Kirche* 1463 und 1513. Chor mit Kreuzgwb. 3geschossige Empore 17. Jh. Der
sehr hohe obere Teil des Turms 17. Jh. mit Schweifkuppel und Arkaden 1720.

_GROSSHENNERSDORF._ K. Sachsen AH Löbau.

*Schloß.* Große unregelmäßig 4flügelige Anlage, mit Benutzung älterer
Teile nach 1676 für M. v. Gersdorf zurechtgemacht und erweitert.
Verwahrlost.

*Katharinenhof*. Erb. 1726 von Sophie v. Gersdorf als Armen- und
Waisenhaus.

_GROSSHEUBACH._ UFranken BA Miltenberg.

*Rathaus,* schöner Fachwerkbau auf massivem Erdgeschoß 16. Jh.

_GROSSKMEHLEN._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

*Dorf-K.* Umbau des 18. Jh. — Im Altarbau von ca. 1620 sind 2
niederländische _Schnitzaltäre_ (von _Jan Bormann_?) kombiniert,
wahrscheinlich Geschenke der dänischen Gemahlin des Kurf. Christian II.
(vgl. Prettin). Die Flügelgemälde sehr verdorben und schwer zu beurteilen.
_Moseskanzel_ aus Stein. In der Turmhalle großes _Triumphkreuz_.
_Grabsteine_ des sp. 17. Jh.

*Schloß.* Wasseranlage des 16. Jh., 3geschossig mit runden Ecktürmen.

_GROSSKOCHBERG._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

*Dorf-K.*, rom., Turm über dem quadr. Chor, übrigens 15. und 18. Jh. —
_Schnitzaltar_ vom Saalfelder »Meister der Baldachine«, E. 15. Jh. —
*Schloß,* einfache Sprenss. 16. und 17. Jh.

_GROSSKRÖBLITZ._ Sachsen-Altenburg LA Roda

Vom ehemaligen *Edelhof* das schöne sprenss. Hoftor.

_GROSSLANGHEIM._ UFranken BA Kitzingen.

*Pfarr-K.* Umbau von 1596, Turm um 1400. — Lobenswerter _Hochaltar_ um
1700, gleichzeitig der _Taufstein,_ später das _Chorgestühl_. Auf den
Seitenaltären gute (leider neu bemalte) _Holzskulpturen_ des fr. 16. Jh.,
ausgezeichnet besonders eine _Pietas_ von einem mit Riemenschneider nur
entfernt verwandten Künstler um 1520. Außen _Ölberg_, lebensgroße
Sandsteinfigg., handwerklich.

*Antonius-Kap.* 1399. Über dem Portal Figurennische mit dem Wappen der
Teck, Castell, Hohenlohe und Montfort, um 1400. Auf dem (neuen) Hochaltar
_Grablegungsgruppe_ um 1500, als Antependium interessantes Relief,
Bestattung des Eremiten Paulus durch Antonius, um 1500. Die großen
Holzfigg. an der Chorwand, Jakobus und Antonius, in etwas manierierter
Gefühlsseligkeit. Reich bewegte _Kreuzigungsgruppe_ um 1750 (vom
ehemaligen Hochaltar).

Stattliche *Häuser,* mehrfach mit Marienbildern des 18. Jh. geschmückt. —
_Bildstöcke_ 1501, 1513, 1713, 1795.

_GROSSLÖBICHAU._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Dorf-K.* im Chor _Sakramentshaus_ 16. Jh. Frgot. _Kruzifix_.
_Schnitzaltar_ aus Altenburger Werkstatt, vgl. Maua.

_GROSSMÖLSEN._ Sachsen-Weimar VB Weimar.

*Dorf-K.* gilt für eine der ältesten Stiftungen in Thüringen; das jetzige
Gebäude Gemengsel aus den letzten 4 Jahrhunderten. — Taufgestell, Kanzel
und Gestühl 1723; dem Kanzelbau eingefügt 2 gemalte _Flügel_ 1520 von
_Peter v. Mainz_ mit den 7 Freuden und 7 Leiden Marias; ikon. _Grabstein_
1612.

_GROSSNEUHAUSEN._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

Stattliche *Dorf-K*. 1729 mit opulenter Ausstattung. — *Schloß* der Grafen
v. Werthern-Beichlingen 1710.

_GROSSOLBERSDORF._ K. Sachsen AH Marienberg.

*Dorf-K.* Gemengbau 16.-18. Jh., _Altarwerk_ um 1645 mit den knienden
Alabasterfigg. des Stifters Hildebrand v. Einsiedel, wohl von _Joh. Böhm_
in Schneeberg. Eigenartig prächtiger _Kelch_ des Freibergers _Samuel
Klemm_.

_GROSSOSTERHAUSEN._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Dorf-K.* Die stattlichste got. des Kreises. Die Form der Streben und
Fischblasenfenster des 3seitigen östl. Schlusses weisen auf ca. 1500; wohl
älter in der Anlage der breite, nur vom Schiff aus durch ein Pförtchen
zugängliche WTurm, dem ein hohes Zeltdach zwischen polyg. Ecktürmchen
einen charaktervollen Umriß gibt. — Bmkw. spgot. _Schnitzaltar_ mit den 14
Nothelfern. Eleganter renss. _Taufstein_ 1594. _Pastorengrabsteine_ 17.
Jh.

_GROSSOSTHEIM._ UFranken BA Aschaffenburg.

*Dorf-K.* mit rom. Chor, sonst got. und bar. 7figurige Gruppe der
_Beweinung Christi_, Holz, um 1501. — Vor dem Ort _Kapelle_ mit dem Wappen
des Mainzer Kurfürsten Uriel von Gemmingen 1513. Darin eine gleichzeitige
Kreuzigungsgruppe aus Sandstein. Nach den äußeren Umständen könnte eine
Arbeit aus der Werkstatt _Backofens_ vermutet werden, was näher untersucht
werden müßte.

Fast vollständig erhaltene ma. *Stadtbefestigung*.

_GROSSPÖTEWITZ._ Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.

*Dorf-K.* OTurm rom. mit got. Chor, 3sch. got. Hallenkirche. Die außen
eingemauerten Reliefs scheinen älter. — Großer und vortrefflich erhaltener
_Schnitzaltar_; _Sakramentsnische._

_GROSSRÖHRSDORF._ K. Sachsen AH Kamenz.

*Dorf-K.* Großer Saalbau von 1731, ansehnlich ausgestattet. Einige Reste
von spgot. _Altarplastik_.

_GROSSSCHÖNAU._ K. Sachsen AH Zittau.

*Dorf-K.* 1705. Stattlicher Emporensaal (14 m br.) mit 3seit. Schluß. —
_Altarbau_ 1802 mit Gemälde von _J. E. Zeissig_ in Dresden, genannt
Schenau, 1786. — _Bildnisgrabsteine_ des H. v. Nostitz † 1607, des Malers
Schenau † 1806. — Ansehnliche _Bauernhäuser_.

_GROSSSCHWABHAUSEN._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Dorf-K.* Gilt als typisches Beispiel einer frührom. Missionskapelle; got.
und bar. verändert.

_GROSSSEDLITZ_ s. Sedlitz.

_GROSSSTECHAU._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg.

Hübsche spgot. *Dorf-K*.

_GROSSTHIEMING._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

*Dorf-K.* 1sch. mit 3seit. got. Chor und 8Eckturm von 1629. — Guter
_Renss.Altar_ mit Gemälde um 1620.

_GROSSWALBUR._ Sachsen-Coburg LA Coburg.

*Dorf-K.* Der rom. Chorturm mit spgot. Achteckaufsatz und bar. Helm steht
seit der Erweiterung von 1477 in der Mitte; das Lhs. noch einmal 1748
erneuert. — Hübsche spgot. _Sakramentsnische_. _Kanzel_ 1538. Mehrere gute
_Kelche_ aus 17. Jh.

_GROSSWEITZSCHEN._ K. Sachsen AH Döbeln.

*Dorf-K.* Der WTurm rom., alles übrige stillos verbaut. — [_Schnitzaltar_
aus 16. Jh. im Dresdener Altert.-Ver.]

_GROSSWENKHEIM._ UFranken BA Kissingen.

*Dorf-K.* Turm frühes 15. Jh. Kirche 1769-72. _Deckenbild_ von _J. P.
Herrlein_. Pietas aus Gußstein 1. H. 15. Jh. _Monstranz_ E. 16. Jh. Auf
dem Kirchhof: _Denkmal_ des letzten Abtes von Bildhausen † 1812.

_GROSSZSCHOCHER._ K. Sachsen AH Leipzig.

*Dorf-K.* von rom. Gründung; OTurm und Chor spgot. Altar und
Herrschaftsstübchen charakteristische Arbeiten E. 17. Jh.

GRUB AM FORST. Sachsen-Coburg LA Coburg. *Pfarr-K.* Rom. Anlage mit spgot.
und noch späteren Veränderungen. Holzdecke 16. Jh. — Geschnitzte
*Fachwerkhäuser* 17. Jh. — *Dorf-K*. Chorturm mit rom. Kern, Lhs. 16. und
17. Jh. — _Sandsteinkanzel_ 16. Jh. — *Brunnen* mit Tritonen und Nereiden
1720.

_GRUBNITZ._ K. Sachsen AH Grimma.

*Dorf-K.*, Kernbau wesentlich rom.

_GRUMBACH._ K. Sachsen AH Meißen.

*Dorf-K.* A. 17. Jh. Die flache Felderdecke 1673 von _Gottfr. Unger_ mit
lebendig erzählten biblischen Szenen ausgemalt. Prunkvoller Altarbau 1688,
das exaltierte _Statuenwerk_ von _J. F. Richter_ aus Meißen.

_GRUNAU._ K. Sachsen AH Zittau.

*Kathol. K*. 1739

_GRÜNAU._ UFranken BA Marktheidenfeld.

Ehem. *Karthause,* gestiftet 1328. Von dem ehemals ziemlich ausgedehnten
Baukomplex stehen nur mehr unbedeutende Reste des 17. und 18. Jh.

_GRÜNHAIN._ K. Sachsen AH Schwarzenberg.

Vor der Stadt die Trümmer des reichen *Cistercienser-Klst.* gleichen
Namens.

_GRÜNLICHTENBERG._ K. Sachsen AH Döbeln.

*Dorf-K.* 18. Jh. Der eigenartige Turm auf rom. Grundmauern. —
Lebensgroßer _Crucifixus_ A. 16. Jh. — _Schnitzaltar_ 1431; ein zweiter E.
15. Jh.

_GUDENSBERG._ RB Cassel Kr. Fritzlar.

*Stadt-K.* 1sch. got. Das Sch. seiner Gwbb. und Strebepfeiler beraubt. Der
etwas schmälere Chor hat 1 Joch und Schluß aus dem 6Eck. Rippenprofil
geschärfter Rundstab. Im Maßwerk 2 Spitzbgg. ohne Nasen, darüber großer
3Paß.

*Spital-Kap,* spgot., auch die alten Spitalgebäude vollständig erhalten. —
*Schloßruine*, seit 1388 in Trümmern.

_GÜGEL._ OFranken BA Bamberg.

Wallfahrts-K. 1398,1439, 1499 mehrfach verändert, besonders 1612. —
_Hochaltarblatt_ 1620 von _Fuger_, _Statuen_ der 12 Apostel von _M. Kern_.
Schöne _Wappensteine_ mehrerer Bischöfe.

_GUMPERDA._ Sachsen-Altenburg LA Roda.

*Dorf-K.* rom. Die späteren Veränderungen greifen weniger tief ein, als
gewöhnlich; 2 Türen mit plumpen _Tympanonskulpturen_, ungewöhnlich der
Gegenstand: Sündenfall, Adam grabend und Eva spinnend. — _Schnitzaltar_
bald nach 1400 (also einer der ältesten des Gebietes), 13 Heilige unter
Baldachinen, Abschluß nach oben gerade.

_GUNDORF._ K. Sachsen AH Leipzig.

*Dorf-K.* rom. Anlage. Emporen und Gestühl in guter Behandlung A. 18. Jh.
[_Flügelaltar_ gegen 1400 im Dresdener Altert.-Ver.].

_GÜNTERODE._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Dorf-K.* 1713. Wertvoller got. _Schnitzaltar_ (aus Erfurt?).

_GÜNTERSLEBEN._ UFranken BA Würzburg.

*Pfarr-K.* Turm unten rom., Chor um 1400, Spgot. Tympanon mit blindem
Maßwerk, in welches Figürchen eingestreut sind. — _Rok.Altar_ mit guter
Kreuzigungsgruppe. Schöne _Monstranz_ um 1710, augsburgisch. — An einem
Hause gute got. _Madonna_, Stein.

_GÜNTHERSLEBEN._ Sachsen-Gotha Kr. Gotha.

*Dorf-K.* rom. WTurm, sonst 17. Jh.

_GUTMANNSHAUSEN._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Dorf-K.* 18. Jh., gut rest. _Gutsgebäude_, wirkungsvoller Bau um 1700.

_GUTTAU._ K. Sachsen AH Bautzen.

*Dorf-K.* nach Brand 1813. — Aus derselben Zeit das strenganmutige
*Herrenhaus,* 1stöckig, in der Mitte offene Halle mit dor. Sll.

_GUTTENBERG._ OFranken BA Stadtsteinach.

*Pfarr-K.* um 1800, Grabmäler 16.-18. Jh.

*Schloß,* malerischer Komplex, großenteils 18. Jh., Zwinger und Tor aus
sp. Ma. Schöne Wappentafel 1482.

_GÜTZINGEN._ UFranken BA Ochsenfurt.

*Dorf-K.* mit guter Bar.Ausstattung (aus dem Würzburger Hofspital);
_Gemälde_ von _Onghers_.



_H_


_HAARHAUSEN._ Sachsen-Gotha LA Gotha.

*Dorf-K.* rom. OTurm, sonst got. und bar.

_HABESBURG_ (Habichtsburg). Sachsen-Meiningen.

*Burgruine* sehr zerstört.

_HAFENLOHE._ UFranken. BA Marktheidenfeld.

*Pfarr-K.* _Holzfig_. St. Blasius, handwerkliche Arbeit des späten 13.
Jh., lebensgroß, gut überarbeitet. _Sandsteinfig_. St. Eucharius um 1350.

_HAIMBACH._ RB Cassel Kr. Fulda.

*Kirche* modern. Turm in zierlichen sprom. Formen.

_HAIN B. HERINGEN._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

*Dorf-K.* rom. Turm über dem Altarhaus, kleine 1/2kr. Apsis.

_HAIN B. STOLBERG._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

*Dorf-K.* rom. Anlage wie in Hain b. Heringen.

_HAINA._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

*Pfarr-K.* 1497, polyg. Chor mit Sterngwb., Sch. flach. — Kanzel 1622;
Altarbau 1733; ziemlich guter _ikon. Grabstein_ 1424.

_HAINA._ RB Cassel Kr. Frankenberg.

Ehem. *Cistercienser-Klst.* Hierher verlegt 1221. Ein Weiheakt 1224 kann
sich nur auf die ersten Anfänge des Kirchenbaues beziehen. Weiterhin
fehlen alle sicheren Nachrichten. Der Grundriß einheitlich im normalen
Schema des Ordens: Chor rck. mit plattem Schluß, an der OWand des Qsch. je
3 Kapp., Lhs. von 9 Jochen. In der Ausführung 3 Abschnitte. 1. Unterbau
der OTeile rein rom., auch die aus dem Kreuzgang (OFlügel) in das erste
Joch des Lhs. führende Tür rundbg., wenn auch mit gotisierendem Blattwerk.
2. Übergang zum Hallensystem und zur frühgot. Stilform unter einer
wesentlich französich gefärbten Bauleitung, ohne Anklänge an den deutschen
Übergangsstil. Der jüngste Bearbeiter der Baugeschichte von H. (O. Liemke)
setzt den Eintritt des got. Meisters 1224 bis 1228 und erklärt H. für den
zweitältesten rein got. Bau in Deutschland, unmittelbar nach Wetzlar und
vor Marburg. Diese Behauptung enthält nichts geradezu Unmögliches, aber es
fehlt ihr doch auch jede festere Begründung. Die Schulrichtung ist
dieselbe wie in S. Elisabeth (Mutterschule Soissons), und ich halte es
noch immer für das Wahrscheinlichste, daß sie in Hessen zuerst hier
eingesetzt hat. Danach wären die ältesten got. Teile in H. in die 40er
Jahre zu setzen. Es ist der Oberbau von Chor und Qsch. Die Fenster sind
hier 2teilig, der große Kreis der Krönung mit Sechspaß ausgesetzt (in
Marburg noch glatt), besonders schön das 2×2 geteilte große Fenster des
Chorschlusses. Die Fenster der 5 östl. Langhausjoche bleiben 2teilig,
nehmen aber Kleeblattbogen an und in der Krönung eine Gruppe von
Dreipässen. — Das angenommene Verhältnis zu Marburg bezieht sich nur auf
die OTeile. Mit der Annahme des Hallensystems könnte H. im Vorsprung
gewesen sein. Der Querschnitt ähnelt in der Schmalheit der Sschiffe und
der starken Stelzung ihrer Gwbb. dem Marburger, in der weniger steilen
Höhenproportion den westfälischen Hallenkirchen. Enorm stark im Verhältnis
zur Arkadenöffnung sind die Pfeiler. Ihre Zusammensetzung wie in Marburg,
nur daß der dem Quergurt entsprechende Dienst in 4 m H. auf einen
Kragstein gesetzt ist. Das Wandsystem ist 2geschossig und im Erdgeschoß
sehr stark (2 m), auf der NSeite durch Nischen mit kleinen Fenstern
gegliedert, auf der SSeite (wegen des Kreuzganges) ohne Durchbrechung; im
2. Geschoß dünne Wandung, Strebepfll., Fensterdurchbrechung. 3. Die 4
WJoche und die WFront 1. H. 14. Jh. Das System bleibt dasselbe, verändert
ist das Detail, am auffälligsten in den Maßwerkformen. — Am 6. Pfeilerpaar
_Lettner_ E. 13. Jh. in schlichten, spröden got. Formen. Im Chor
_Wandtabernakel_ 1. H. 14. Jh. von schärfster Feinheit der Meißelarbeit. —
_Chorstühle_ 14. Jh. — _Grabsteine_ der Grafen v. Ziegenhain (der letzte
† 1450). _Steinrelief_, auf Landgraf Philipps Klosterreformation
bezüglich, 1542. — _Glasmalereien_ des 14. Jh., grau in graue
Teppichmuster (mehrere neu). — _Glocke_ im Dachreiter älter als dieser,
1225 vom Erzbischof von Mainz geweiht und mit dessen Siegel versehen.

*Klostergebäude* (jetzt Irrenanstalt). OFlügel des Kreuzgangs E. 13. Jh.,
S- und WFlügel 1. H. 14. Jh., NFlügel 1858. Im O 2 Säle, jeder mit 2×3
Kreuzgwbb. Im S Refektorium, 2×5 Gwbb. (Obergeschoß neu), westl.
anschließend die Küche, östl. die sog. Wermutskammer. Die Gebäude am
westl. Flügel mit dem Sommerrefektorium 15. Jh.

_HAINDORF._ RB Cassel Kr. Schmalkalden.

*Marien-K.* 1449. Unsymmetrisch 2sch. Hallenkirche. Der Chor entspricht
dem Msch. WTurm. — _Sakramentshäuschen_ spgot. — _Steinskulptur_ (Krippe)
unter einem von 4 Pfosten getragenen Baldachin, der Figg. beraubt. — In
der Sakristei _Gewölbemalerei_.

_HAINEWALDE._ K. Sachsen AH Zittau.

*Dorf-K.* 1705, Anlage nach dem Muster von Bertsdorf. _Innenausstattung_
im ursp. Zustande. Recht hübsch die Orgel. Charakteristische Denkmäler. —
Auf dem Friedhof Kanitz-Kyausche _Gruftkapelle_ in reicher bar.
Nischenarchitektur mit allegorischen Figuren.

Altes und neues *Schloß,* 1564 und 1749; großartiger Terrassengarten.

_HAINICHEN._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Kirche* mit rom. Portal, etwa 1. H. 12. Jh., sonst 15. und 17. Jh.

_HALLBURG._ UFranken BA Gerolzhofen.

Von der *Burg* (als castellisch zuerst erwähnt 1230) stehen noch der ma.
Bergfried und ein langgestreckter rck. Bau.

_HALLE A. S._ Pr. Sachsen Saalkreis.

*Dom* (zum ehem. Moritzstift). 1520-23 durch Kardinal Albrecht von
Brandenburg, Erzbischof von Mainz und Magdeburg, aus einer Dominikaner-K.
der Zeit um 1300 ohne tiefgreifende Veränderungen umgebaut. Eingehende
Untersuchung steht noch aus. Nicht unwahrscheinlich jedoch geht die
bestehende Hallenanlage auf den ersten Bau zurück, sicher der ganze Chor
(totale L. 68 m). Das Äußere ist in Tradition der Bettelordenskirche
turmlos. Das Dach nach den 3 Schiffen zerlegt, über den Abseiten in
dichter Reihung Renss.-Zwerchhäuser (Backstein) mit 1/2 kr. Giebeln. — Von
erheblichem kunstgeschichtlichem Interesse die _plastische Ausstattung_.
Mit ihr hielt die Renaissance ihren Einzug in Obersachsen. Die erstaunlich
kurze Zeit der Ausführung (1523 bis 1526) setzt eine stark besetzte
Werkstatt voraus. An ihrer Spitze stand als Figurenbildhauer, doch auch
als Dirigent des Ornaments, ein Schüler _Hans Backofens_ aus Mainz (wohl
von demselben die Kreuzigungsgruppe in Hessental von 1519). Auch das
Material (Tuff) ist rheinisch. An den Portalen trat ein Architekt hinzu,
der eingehende und verständnisvolle Studien in der Lombardei (Certosa,
Como) gemacht hatte. 1. Die zwei _Weihetafeln_ an der NWand des Innern,
bez. 1523, das prachtvolle Wappen des Kardinals in Ädikula, dazu die hll.
Erasmus, Moritz und Magdalena. 2. _Sakristeitür_ und südl. _Außenportal_
bez. 1525. 3. _Kanzel_ bez. 1526, nicht groß, aber von höchstem
plastischem Reichtum. 4. An den Pfeilern des Inneren großartiger
_Statuenzyklus_ (Christus, elf Apostel, Paulus und Mathias und die drei
Titelheiligen der K.); die reiche Abwechslung der Körper- und
Gewandmotive, die eindringende Charakteristik der Köpfe, das ganze Pathos
der Empfindung und das malerische Formgefühl, dies alles ist im Wesen
schon barock. [Die vom Kardinal gestifteten mobilen Kunstwerke kamen, als
Halle die Reformation annahm, nach Aschaffenburg; _Grünewalds_ Tafel mit
den hll. Erasmus und Mauritius jetzt in der Pinakothek zu München.]
_Chorgestühl_ von spgot. Charakter mit einigem Renss.Einschlag. _Emporen_
und Altar M. 17. Jh.

*Markt-K. U. L. Fr*. Ursp. standen hier dicht hintereinander 2 Kirchen, S.
Marien und S. Gertruden. Kardinal Albrecht von Brandenburg ließ sie 1529
abbrechen bis auf die Türme und verband diese durch einen Neubau, das
jetzige Lhs. Charakteristisches Werk der spätesten Gotik im Anschluß an
die Schule des sächsischen Erzgebirges. 3sch. schlanke Hallenkirche von 10
schmalen Jochen; die Sschiffe noch einmal geteilt durch eingebaute
steinerne Emporen. 8eckige Pfll. mit glatten, im Gr. konkav gekrümmten
Flächen. Das wirre Rippenwerk der Netzgewölbe hat keine struktive
Bedeutung mehr und verschmäht auch formal jeden Zusammenhang mit den
Stützen. Ein gesonderter Chor fehlt. Das östl. Turmpaar (vor der
Marien-K.) sprom., Obergeschosse got., durch eine Brücke verbunden. Die
Hauben von 1551 aus Spgotik und Renss. gemischt, interessant als Vorstufe
zu dem norddeutschen Bar.Typus. Im W die »blauen Türme«, spgot. mit rom.
Resten, ihre Helme entwickelten sich ehemals aus einer Krönung von 8
kleinen Giebeln, die 1913 auf Grund eines alten Modells der Kirche (ca.
1695-1704) wieder hergestellt sind. Das Hauptportal ein Muster jener
komplizierten Stabwerkverflechtungen und Überschneidungen, in denen sich
besonders die sächsische Schule gefiel. In den Profilen der Rippen und der
Fenstergewände herrschen matte Hohlkehlen. Die steinernen, ehemals reich
bemalten und vergoldeten _Emporen_ (von _Nickel Hofman_ 1550-1554) geben
eine interessante Verbindung von got. Strukturformen mit renss. Ornament.
Eine zierliche, doch höchst verzwickte, lediglich mit geometrischem
Ornament rechnende Komposition ist die _Kanzel_ aus Sandstein; der Meister
sucht nach neuen Formen, aber kommt von den alten nicht los. Ausgeprägte
Renss. in dem Tafel- und Stuhlwerk über den Emporen, 1562-1575 von _Ant.
Pauwart_ aus Ypern in Flandern. Die weiteren Wandlungen des Ornaments
veranschaulichen die _Bräutigamsstühle_, eine ausgezeichnete Arbeit von
1595. Aus derselben Zeit der originelle _Schalldeckel_ der Kanzel (1596).
Taufkessel 1430 gegossen in Magdeburg von _Ludolf v. Braunschweig_ u. s.
Sohne Heinrich. Großer _Wandelaltar_ mit je 3 Flügeln, in allen Teilen
gemalt, 1529 von einem Cranachschüler. An der OWand des nördl. Ssch.
_Tafelbild_, Christus die Wechsler vertreibend, bez. 1498, in der
Sakristei gotischer Schrank mit reichem Beschlagwerk.

*Moritz-K*. Hallenkirche von 8 schmalen Jochen bei breitem Msch.; Schluß
mit 3 Polygonalchören in gleicher Flucht. Die 4 OJoche und der Chor 1388
ff.; die westl. Hälfte (an Stelle des bis dahin bestandenen rom. Sch.) M.
15. Jh. Die beabsichtigten westl. Doppeltürme nicht ausgebaut. Die Gwbb.
1557 rest. Im Äußeren sind die Strebepfeiler der östl. Hälfte mit Stäben,
Giebeln und blinden Fialen überreich dekoriert; die westl. einfach; die
Fenster mit Eselsrücken und Scheitelblumen. — Im Innern mehrere
_Steinskulpturen_ von _Konrad v. Einbeck_ (welcher auch die äußere
Dekoration der östl. Teile geleitet hat, von ihm hier vor allem figurierte
Konsolen über den Chorfenstern z. B. auf 6 Konsolen verteilt, Anbetung des
Kindes, nur das Kind in ganzer Figur, alles andere in Kopfdarstellungen):
an einem Pfl. _S. Moritz_ v. 1411, derbe Figur in genauer Zeittracht; in
der SOVorhalle _Eccehomo_ von 1416, im Nackten aufmerksame
Naturbeobachtung, klagende Maria und _Christus_ an der Martersäule und ein
_Relief_ mit der Anbetung der drei Könige — alles mit Künstlerinschrift.
Eine _Büste_ im nördl. Nebenchor, von höchst bmkw. Energie der
Individualisierung, gilt für Konrads Selbstbildnis, ist aber erheblich
jünger. — _Altar_: Mensa mit rom. Ornament, großes und wertvolles Retabel
mit 3fachen Flügeln, im Mittelschrein Schnitzfiguren, die Gemälde 1511 von
_Georg Jhener_ von Orlamünde. — Steinerne _Kanzel_ mit ausgedehnten
Reliefs in konventionell italisierendem Stil, 1592 von _Zacharias
Bogenkrantz_; Schalldeckel 1604.

*Ulrichs-K*. Zum ehemaligen Kloster der Marienknechte (Serviten). Spgot.
unsymmetrische Halle; es fehlt das südl. Ssch.; beg. 1339, Gwb. in
Netzform 1510. Tympanon (Marientod) 14. Jh. — Einfaches modern ergänztes
_Chorgestühl_ E. 14. Jh. _Taufkessel_ v. 1430, ähnlich dem der Markt-K.
und von denselben Meistern. — Altar: Mensa mit blindem got. Maßwerk bald
nach 1339, der Schrein mit Doppelflügeln 1488. — _Sakramentshäuschen_ um
1525, für die barocke Strömung dieser Zeit sehr bezeichnend; eine Ädikula
in den FrRenss.formen des Doms wird getragen von dem Stamm und umspielt
von den Ästen eines Baumes in spgot. Stilisierung. — _Kanzel_,
Holzschnitzerei von 1588, Schalldeckel von 1645. — In der Sakristei
wertvolle _Gefäße_, darunter Weinkanne und Hostienbüchse 1580,
emaillierter Kelch 1654.

*Neumarkt-K*., 15. und 17. Jh. mit wenigen rom. Resten.
Sandstein-Taufstein von 1478.

*Glauchaische K.,* 1740, Gr. griech. Kreuz, Emporen.

Der *»rote Turm«,* freistehender selbständig gebauter Glockenturm
1418-1506. Erstes Geschoß Rechteck, die 2 folgenden verzogenes 8Eck.
Schlanker Helm, die Ecktürmchen vielleicht erst aus M. 16. Jh. Der
Sockelumbau aus Backstein neugot. 1825.

*Betsäule* 1455 auf dem Riebeck-Platz, rohes Relief der Kreuzigung.

*Moritzburg,* 1484-1503 erb. von Erzbischof _Ernst v. Magdeburg_, beendet
durch einen Ostturm v. 1517 durch Erzb. Abrecht v. Brandenburg; durch
einen Brand im 30j. Kriege schwer entstellt; von Kunstformen wenig
übriggeblieben, zum Teil Ruine. Die Fenster im NFlügel bezeichnende
Beispiele der sich auflösenden Spätgotik.

*Rathaus,* unregelmäßige Anlage aus 15. und 16. Jh. Die »neue Laube« von
1558 würde als Renss.Versuch des Spätgotikers _Nickel Hofmann_
interessieren, ist aber, wie alle älteren Teile, deformiert. Die
Backsteingiebel zeigen die Maßwerkbekleidung in ödester Entartung. — Der
*»kühle Brunnen«,* Haus des erzbischöflichen Günstlings H. Schönitz,
vollständig verbauter Frührenss.Bau nach 1522 mit ehemals reicher
Innenausstattung. Im selben Charakter die *Residenz* seit 1530, ursp. als
Kollegiengebäude für die vom Kardinal geplante Universität bestimmt. —
*Wage* vor 1575, mit gutem Portal. — 2 Täfelungen 1594 und aus 17. Jh. aus
dem *Talhaus* jetzt im städt. Museum in der Moritzburg eingebaut.

*Stadtgottesacker* auf dem Martinsberg, östlich vor der alten Stadtmauer.
Nach innen offene Arkaden mit Grabkammern, einen verschoben vierseitigen
Begräbnisplatz umgebend. 1558 von _Nickel Hofmann_ begonnen, mit dem 94.
Bogen erst 1594 vollendet, Pilaster u. Bogenzwickel dekorativ skulptiert
mit Benutzung von Aldegrever Stichen.

*Leipziger Turm,* letzter Rest der alten Stadtbefestigung vor dem
Leipziger Tor im Osten der Stadt. Hoher Rundbau, 15. Jh., Haube 16. Jh.

_HALLENBERG._ RB Cassel Kr. Schmalkalden

*Burgruine*. Bis 1518 vom Grafen v. Henneberg bewohnt.

_HALLSTADT._ OFranken BA Bamberg.

*Pfarr-K.* 1013 vorhanden, jetziger Bau angeblich 1442. — Ansprechendes
Beispiel einer nicht reich aber sorgfältig ausgeführten Kleinstadtkirche.
Hallenbau. Die 3 Schiffe gleich hoch und gleich breit, Rundpfll.,
Kreuzgwbb., die Rippen auf Kragsteinen, im W Empore, sehr hohes Dach,
ausgebauter Chor. Altäre und Gestühl bar., ansehnlich und von gutem
Geschmack. Außen tüchtiger Quaderbau, leicht verzierte Strebepfll., Turm
im NO, vor der Fassade 2 offene Barockkapp. mit _Ölberg_.

_HAMMELBURG._ UFranken BAmtsstadt.

*Pfarr-K.* Chor beg. 1389. Lhs. voll. 1461. Basilikale Anlage mit
flachgedecktem Mschiff und netzgewölbten Sschiffen. Der Unterschied
zwischen der elastischen Hochgotik des Chores und der spielerischen,
derben Spätgotik im Lhs. sehr bedeutend; immerhin gehört der ganze Bau
noch zu den besseren in dieser Gegend. — An der Außenseite got. und renss.
_Grabsteine_, der inschriftlose mit Dreifaltigkeitsrelief wohl von _Peter
Dell d. Ä._ 3 figurenreiche _Kreuzwegreliefs_ um 1520.

Ehem. *Schloß* der Fürstäbte von Fulda, jetzt Bezirksamt. Einheitlicher
Umbau unter FA. Adolf von Dalberg 1727. Vier Flügel um einen rechteckigen
Innenhof, trockenes Spätbarock.

*Marktbrunnen*. 1541 von _Joh. Schoner_. Frische und exakt durchgebildete
Frührenss.Arbeit.

*Klst. Altstadt*. 1schiffiger Bau von 1700. Die vollen Formen der
einheitlichen Ausstattung aus der Erbauungszeit machen die harte
Innenarchitektur noch erträglich. Nach außen fast ganz schmucklos.

*Schloß Saaleck*. Erstmals erwähnt 1282. Aus 13. Jh. der massige, runde
Bergfried aus großen Buckelquadern. Die Wohnbauten im 19. Jh. gänzlich
erneuert. Das ganze Schloß steht prächtig in der Landschaft.

_HANAU._ RB Cassel Kreisstadt.

*Marien-K.* Die Erhebung zur Stifts-K. veranlaßte die Erbauung eines neuen
größeren und mit Aufwand durchgeführten Chors 1487. 4 Joche im Längsteil,
3/8 Schluß; Netzgwbb. mit Wappenschmuck in den Schlußsteinen und reicher
Meißelarbeit an Dienstsockeln und Konsolen; 3teilige Fenster mit reichem
Fischblasenmaßwerk; hohl geschwungene Abdeckung der Strebepfll. Das Lhs.
erneuert 1558-61; hölzerne Emporen in 2 Rängen; die Mauern niedriger als
die des Chors, der Dachfirst in gleicher Höhe, Turm im südöstl. Winkel. —
Der Chor diente 1451-1612 als _Begräbnisstätte_ für das gräfliche Haus
Hanau-Münzenberg. Die Grabsteine sind durchweg heraldisch, und es ist der
Brauch festgehalten, Wappen und Inschriftrand in Bronze auf den Steinrand
zu setzen. Einigen Grabsteinen sind Wandepitaphe beigegeben. Adriane v.
Nassau † 1477, überlebensgroße, kniende Steinfigur; Philipp III. † 1561,
Standbild in flacher, von Konsolen getragener Nischen- und
Pilasterarchit., gefällige, doch nicht bedeutende Renss. Arbeit, im
Ornament hauptsächlich Groteskenwerk und Anfänge von Rollwerk; Helene von
der Pfalz † 1579, Seitenstück zum vorigen, die Archit. pompöser, das
Rollwerk hat breitere Ausdehnung gefunden, Hermen mit jon. Kaptt. (alles
auf niederländischen Einfluß deutend), Philipp Ludwig I. † 1580,
künstlerisch das beste Stück der Reihe, im Stilcharakter der
internationalen Hoch-Renss., der triumphbogenartige Aufbau klar disponiert
und fein gestimmt in den Verhältnissen, treffliches Ornament, das Rollwerk
mit großer Zurückhaltung. — Vom got. _Chorgestühl_ 2 Wangenteile erhalten,
ungewöhnlicherweise mit Porträtfiguren aus dem Grafenhause geschmückt. —
_Orgel_ 1696, gegen die sonstige Kahlheit des Innern durch ihr
Prachtgehäuse (von _Franz Nagel_ aus Miltenberg) auffallend abstechend. —
An den Chorgwbb. Reste von Malerei 1909 aufgedeckt und rest.

*Wallonisch-Niederländische K*. (reformiert). Gegr. 1599. Doppelkirche,
veranlaßt durch den zweisprachigen Charakter der Gemeinde, die doch ihre
Zusammengehörigkeit auch äußerlich betonen wollte. Ein größerer und ein
kleinerer Zentralbau, jener 12Eck von 34,5 m Durchmesser, dieser 8Eck von
23 m Durchmesser, sind ineinander verschränkt. Umgänge von 12 resp. 8
Sandsteinsäulen tragen die flachen Decken und die nur 1geschossige Empore.
Zugang zu den letzteren durch Treppentürmchen in den einspringenden
Winkeln zwischen den beiden Kirchen. Die Scheidemauer durchschneidet auch
den in der Mitte stehenden 8seitigen Turm. Beide K. sind gleichförmig
ausgestattet, in calvinistischer Schlichtheit. Fenster rundbg. mit
Maßwerk. An den Ecken Strebepfll. Besonders durch die ungeheuren, unter
sich nicht gleichhohen, aber die Mauern an Höhe weit übertreffenden
Walmdächer empfängt das Äußere einen ganz eigenartigen Umriß.

*Johannes-K*. (luth.) 1658-60. Einfaches Rck. mit Schluß in 3
Polygonseiten. Fenster spitzbg. mit ausgeartetem Maßwerk, schwere
Barockportale. 1727 Erweiterung an einer Langseite. Gleichzeitig neue
Ausstattung mit Marmorkanzel und reichem Orgelprospekt. Begräbnisstätte
der letzten Grafen von Hanau-Lichtenberg.

*Stadtschloß*. Unregelmäßige Gruppe, meist Spätrenss., im heutigen Zustand
kunstarm und interesselos.

*Altstädter Rathaus*. 1537-52. Oft verändert, jetzt whgest. Erdgeschoß
ursp. offene Steinhalle, Obergeschosse Fachwerk mit Erkern. Eingebauter
Justitiabrunnen. — Ein gegenüberliegender spgot. Erker vom älteren
Rathaus.

*Neustädter Rathaus*. 1725-33 von Baudirektor _Hermann_. Gute
Massenverteilung, derbstrenge Formen. Im Erdgeschoß Arkaden, teils offen,
teils verblendet; 2 Obergeschosse mit leichtem Mittelrisalit, dessen
Giebelfeld mit Hochreliefs gefüllt ist; hohes gebrochenes Dach, auf dem
First kleines Uhrtürmchen

*Gymnasium*. 1664. Stattliches Portal, noch im Charakter der Spätrenss.

*Fachwerkhäuser* 16.-17. Jh., Stadtmauerreste.

_HANNBERG._ OFranken BA Höchstadt.

*Dorf-K.* befestigt.

_HANSTEIN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Bedeutende *Burgruine*. Zuerst genannt 1070 bei der Zerstörung durch König
Heinrich IV. (damals im Besitz Ottos von Northeim). Später welfisch und
seit 1209 mainzisch. Neubau 1308 ff. durch den Erzbischof und die Herren
v. H., Erweiterungen 1414 und 1519, E. 17. Jh. aufgegeben. — Die Hochburg
umschließt einen engen 5eck. Hof. Die Bestimmung der einzelnen Räume nicht
sicher (teilweiser Ausbau 1838). Mauerwerk und Details mit einer im 14.
Jh. nicht mehr gewöhnlichen Sorgfalt. Tiefer liegt in weitgespanntem
Kreise die Zingelmauer. A. 16. Jh. Verstärkung durch Zwinger mit
Rondellen. Die beiden größten Durchmesser sind 125 und 150 m.

_HAPPERTSHAUSEN._ UFranken BA Hofheim.

*Dorf-K.* modernisiert. Ausstattung und _Holzfigg_. 18. Jh. Bmkw.
_Madonna_ A. 15. Jh.

_HARDISLEBEN._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Dorf-K.* 1496-1505, E. 17. Jh. durchgreifend erneuert, die Ausstattung in
Stuck und Farben einheitlich. — _Altaraufsatz_ »recht bedeutend«.

_HARLE._ RB Cassel Kr. Melsungen.

*Dorf-K.* 1492. 1sch. mit 3 Jochen und polyg. Schluß. Großer WTurm, öffnet
sich gegen das Schiff mit einer hölzernen Empore von 1589.

_HARRA._ Reuß j. L. LA Schleiz.

*Dorf-K.* Mischbau spgot. und barock. — _Altarwerk_ A. 16. Jh. »sehr
interessant« (so im Inv.).

_HARRBACH._ UFranken BA Gemünden.

*Pfarr-K.* Gute, klassizistische _Ausstattung_, gefertigt vom Schreiner
_Schmidt_ in Nordheim 1788. — An der Südseite Holzfig. der _Madonna_;
teilweise ergänzt, würzburgisch, E. 15. Jh.

_HARSDORF._ OFranken BA Kulmbach.

*Pfarr-K.* OTurm got., Lhs. 18. Jh., hölzerne Doppelempore.

_HÄRTENSDORF._ K. Sachsen AH Zwickau.

*Dorf-K.* (fast neu) in burgähnlicher Lage umgeben von fester Ringmauer. —
Schöner _Kelch_ A. 16. Jh. _Taufstein_ und _Sakramentsnische_ um 1500, in
reicher aber unfeiner Steinarbeit. _Bildnisgrabsteine_ v. Wildenfels 1558,
1602. _Glocke_ mit Reliefs M. 15. Jh.

_HARTENSTEIN._ K. Sachsen AH Zwickau.

*Schloß* (Fürst Schönburg). Von der Burg des Ma. Teile der Vorburg
erhalten. Erneuerung 1570 ff. Familienbildnisse von _Meyner_, _Graff_
u. a. — Im Dorf herrschaftlicher Witwensitz, ansehnlicher Fachwerkbau des
17. Jh.

_HASLOCH._ UFranken BA Marktheidenfeld.

*Pfarr-K.* Am neuen Altar spgot. _Flügelbilder_ von nicht übler Qualität;
Verkündigung, St. Barbara, St. Margaretha; E. 15. J., schwäbisch?

_HASSEL._ Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.

*Dorf-K.* (z. Z. außer Gebrauch). Rom. Anlage. Apsis. Portal mit
_Tympanonskulptur_ ähnlich dem in Aue. — Auf dem Altar ein guter
geschnitzter Rok.Aufsatz.

_HASSENBERG._ Sachsen-Coburg LA Coburg.

*Dorf-K.* 1690. Einfaches Rck. Die meisterhaften Stuckdecken von einem der
in dieser Zeit in Thüringen viel beschäftigten Italiener (Castelli?).

*Schloß* (jetzt Zuchthaus) 1694; an der Front durchgehende Pilaster nach
palladianischem Muster.

_HASSENHAUSEN._ Pr. Sachsen Kr. Naumburg.

*Dorf-K.* Frgot. Bruchsteinbau mit Werksteingliedern, rck. Sch., über dem
quadr. Chore der Turm, wie häufig gebräuchlich an der mittleren Saale;
erhalten noch das Hauptgesims und der WGiebel mit Steinkreuz; bar.
verändert.

_HASSFURT._ UFranken BAmtsstadt.

*Stadt-K.* Gegr. 1390 (Inschr.) durch Gerhard von Schwarzburg, in manchen
Beziehungen verwandt der von demselben Würzburger Bischof erb. K. in
Königsberg i. Fr. — Breiträumige Hallenkirche, das Msch.Gwb. stark
überhöht. Steinerne WEmpore. Reich behandelter 5/8 Chor (Statuen nicht
ausgeführt), flankiert von 2 Türmen (der in SO aus älterer Anlage). — Die
bar. Ausstattung bei der Rest. 1888 entfernt. — Am Chorbg. unbemalte
_Holzstatue Joh. d. Täufers_, sehr vorzüglich, die Zuschreibung an
_Riemenschneider_ für mich nicht einwandfrei. Aus dessen Werkstatt
_Madonna_ (durch moderne Bemalung beeinträchtigt) und auf dem (neuen)
Hochaltar die 3 _irischen Heiligen_, S. Kilian durch das Schwert als
Würzburger Bischof charakterisiert. Gute Augsburger _Altargeräte_ 17. und
18. Jh.

*Ritterkapelle*. Die Bedeutung der Adelsfraternität, durch und für die sie
gebaut wurde, ist noch nicht aufgeklärt. Chor beg. 1390, Lhs. 1431,
Abschluß (Inschr.) 1455. Eingreifend rest. unter Fürstb. Julius von
Würzburg 1603-05 und (sehr willkürlich) M. 19. Jh. durch_ Heideloff_. —
1sch. Lhs. 14 : 26,5 m; Chor 9 : 20 m mit 3seit. Schluß. Sehr eigentümlich
und schwerlich dem ersten Plan entsprechend ist die Verbindung zwischen
Chor und Lhs.: ersterer nämlich geht mit schrägen Mauerstücken in die
Lhs.Wände über und der Chorbg. wird 3teilig. Das Lhs. wird ursprünglich
3sch. geplant gewesen sein, es wurde dann 1sch. mit Flachdecke ausgeführt;
erst 1603 erhielt es die vorhandenen 3 großen Kreuzgwbb. und die
zugehörigen Strebepfll.; das z. T. renss. Detail durch Heideloff neugot.
umgearbeitet. Unverfälschter in der Bauweise des fr. 15. Jh. zeigt sich
der Chor, trefflich im Aufbau, reich und originell dekoriert. Mit dem
unter dem Dach hinlaufenden Bogenfries (Balustrade und Fialen von
Heideloff hinzugefügt) sind 3 Reihen Wappenschilder verbunden, andere im
Innern an den Schlußsteinen der Netzgwbb., zusammen 226. Früher noch mehr,
da der Wappenfries auch über die WWand des Chors sich hinzog (jetzt unter
dem erhöhten Dach von 1603 versteckt). Ferner war außen an den Fenstern
und Strebepfll. ein ganzes Heer von _Statuen_ in Aussicht genommen; zählt
man die durch Konsolen und Baldachine bezeichneten, schließlich leer
gebliebenen Plätze für sie zusammen, so hätten sie sich auf 52 belaufen
müssen. Zur Ausführung kamen die _Bogenfelder_ am S- und WPortal, bewegte,
gemäldemäßige Kompositionen, in der plastischen Ausführung stümperhaft
(Zug der hll. drei Könige vor 1438, Kreuzigung bez. 1455). Von den einst
noch zahlreicheren _Grabdenkmälern_ sind 15 innen und 11 außen erhalten;
mehrere urspr. von guter Qualität, aber durch. Ölfarbkrusten entstellt.
Ausstattung neugot.

*Spital-Kap. z. Hl. Geist*. 2. H. 15. Jh. _Schnitzaltar_ mit interessanten
bemalten Flügeln, E. 15. Jh. (Kirchenväter, Aposteltrennung in reicher
Landschaft). — Das Spitalgebäude einfacher Bau des B. Julius 1614.

*Bischöfl. Amtshaus* (jetzt Bez.A.). Guter Bar.Bau der Würzburger Schule
um 1725. — Stattliche _Zehntscheuer_ 15. Jh., rest. 1617.

Von der _Stadtbefestigung_ 3 Tore, einfach, 16. Jh., erhalten.

_HASTRUNGSFELD._ Sachsen-Gotha LA Waltershausen.

*Dorf-K.* Rom. Anlage, Turm im O.

_HATTENBACH._ RB Cassel Kr. Hersfeld.

*Dorf-K.* Unscheinbarer kleiner rom. Bau.

_HAUEDA._ RB Cassel Kr. Hofgeismar.

*Dorf-K.* mit rom. Turm und rom. _Taufstein_.

_HAUNECK._ RB Cassel Kr. Hünfeld.

*Burgruine*. 12. Jh., nach Brand 1409 hergestellt.

_HAURÖDEN._ Pr. Sachsen Kr. Worbis.

*Dorf-K.* Reicher Fachwerkbau um 1670. Besonders bmkw. die
reichgeschnitzten Träger des Dachreiters. — Rom. _Taufstein_.

_HAUSEN._ RB Cassel Kr. Ziegenhain.

*Dorf-K.* Zahlreiche _Grabdenkmäler_ der Familie v. Dörnberg.

*Schloß.* Erb. im 14. Jh., 1674 fast ganz neu aufgebaut.

_HAYNA._ Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.

Sprom. *Dorf-K*. mit verhältnismäßig reich ausgebildetem Portal.

_HAYNSBURG._ Pr. Sachsen Kr. Zeitz.

*Ruine* der ehem. bischöflichen Burg; erhalten ein hoher, runder rom.
Bergfried, Mauerstärke 4,6 m. Wehrgang in 50 m Länge erhalten. Wohnbau
renss.

*Dorf-K.* 18. Jh. mit got. Chor von 1493. Auf dem Friedhof hübsche
klassizist. Grabdenkmäler.

_HEICHELHEIM._ Sachsen-Weimar VB Weimar.

*Dorf-K.* Chorturm aus rom. Anlage, 1580 der Chor gegen O erweitert, Lhs.
mit Holztonne 1686.

_HEIDAU._ RB Cassel Kr. Melsungen.

Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst*. (jetzt Domäne). Kirche E. 13. Jh. 1sch. in 5
Jochen und 5/8 Schluß. Kreuzgwbb. mit Birnstabrippen auf Kragsteinen, die
Strebepfll. entsprechen nicht den Gurtbgg. In den 2 westl. Jochen
Nonnenempore über 2sch. Halle; später fürstlicher Kirchenstand mit großem
Ofen von 1669. Sehr einfacher ungewölbter *Kreuzgang*, etwas reicher das
Refektorium. A. 17. Jh. ein _Schloß_ eingebaut; Saal mit Brettertonne;
Alabasterkamin 1619.

_HEIDENFELD._ UFranken BA Schweinfurt.

Ehem. *August.-Chorherrenstift* (jetzt Nonnen). Die K. (got.) A. 19. Jh.
abgebrochen. Die Konventsbauten in gutem Barock 1726-34. Gleichzeitige
Stuckdekoration. Die Gastzimmer ebensolche ca. 1760-70. Der alte Prunksaal
(jetzt Kapelle) 1728. Die Zimmer des Propstes mit pompejanischen Malereien
und Tapeten um 1780. Torbau 1687. (Ein Entwurf _B. Neumanns_ für Neubau
der K. um 1750 nicht ausgeführt.)

*Dorf-K.* mit vollständiger Ausstattung von _J. P. Wagner_ 1791.

_HEIDINGSFELD._ UFranken BA Würzburg.

*Pfarr-K.* Rom. Pfl.-Basilika des 12. Jh. (wegen wiederholter Rest. die
genauere baugeschichtliche Beurteilung schwierig). Im Lhs. 6 Arkaden auf
schweren Pfll. mit einfachstem Kopf- und Fußgesims. Das Qsch. in seinen
Fronten gleichfluchtig mit den Sschiffen. Chor 1408 verlängert. Aus
gleicher Zeit die Sterngwbb. des Qsch. Das Lhs. noch flachgedeckt mit
Malerei des 18. Jh. Die Raumproportion geht in die Breite (Lhs. 23,5 m l.,
20 m br., 11,8 m h.). Hoher sprom. Turm in der SOEcke. 2 rom. Portale, an
der WFront und am nördl. Kreuzarm. — Großer _Hochaltar_ 1712. Feines
_Sakramentstürmchen_ M. 15. Jh. Spätestgot. _Kanzel_, Stein, das Maßwerk
in Astverschlingungen umgedeutet, an der Brüstung Statuetten (nur 3 alt);
das Meisterzeichen h b auf den Würzburger _Hans Bock_ zu beziehen.
_Taufstein_ renss. 1581. _Chorstühle_ um 1710, ziemlich einfach. Im Chor
_Steinrelief_ mit Beweinung Christi bez. 1508, allgemein als Werk
_Riemenschneiders_ anerkannt, auch in seinen Schwächen für ihn
charakteristisch. Aus seiner Werkstatt die _Kreuzgruppe_ am Chorbg.
Bürgerliche _Epitaphe_ des 16. Jh. Das beste der Bildnisstein für das
Ehepaar Eltlin (Stifter des Beweinungsreliefs) um 1527, Werkstatt
_Riemenschneiders_. — An der SSeite des Lhs. Ölberg-Kap. 1510.
_Totenleuchter_. _Michaeliskap_. Kirchhofsmauer mit 2 Tortürmen.

*Spital-K*. Ein Juliusbau. Ausstattung klassizistisch.

*Stadtbefestigung* mit mehreren Türmen und 3 Toren, 14. Jh.

*Rathaus* spgot. und bar. — Haus no 380 frgot. Giebelbau. — *Zehnthof* von
S. Burkard in Würzburg 1574. — An mehreren Häusern steinerne _Marien-_ und
_Heiligenstatuen_ 16.-18. Jh. Got. _Bildstöcke_.

_HEILGERSDORF._ UFranken BA Ebern.

*Pfarr-K.* Sandstein-_Epitaphe_ der Stein-Lichtenstein, M. bis E. 16. Jh.

*Schloß* nach 1700, 3flügelig mit 2 Geschossen.

_HEILIGENKREUZ_ b. Meißen. K. Sachsen.

Ehem. *Benedikt.-Nonnen-Klst*. Profanierte Bruchstücke. Wesentlich rom.
Bau 1217-21. Am besten erhalten Chorquadrat mit Apsis, und Nebenapsis vom
südl. Qsch. Auch die Reste des WBaues sollen interessant sein. Teil der
Klostergebäude, rom. Anlage mit got. Zusätzen.

_HEILIGENSTADT._ OFranken BA Ebermannstadt.

*Pfarr-K.* wesentlich 1656, got. Chor, rom. Turm, »sehr alter« Taufstein,
Emporenbrüstungen mit biblischen Bildern, Grabmäler 1670, 1672.

_HEILIGENSTADT._ Pr. Sachsen Kreisstadt.

*S. Marien-K.* (Stifts-K.). Stammkirche des Eichsfeldes, schon in 1. H. 9.
Jh. vorhanden. Für die bestehende K. Geldsammlungen 1276, beg. angeblich
erst 1304, womit die Formen nicht im Widerspruch; nur die Krypta ist
älter, M. 13. Jh. (?) — 3sch. Basilika ohne Qsch. mit langgestrecktem
Chor. Die Scheitelhöhe der Gwbb. in ganzer Länge gleich, dagegen die
Jochweiten auffallend verschieden. Der Chor hat außer dem regelmäßigen 5/8
Schluß 2 gerade Joche, die von schlanken OTürmen (nur einer ausgeführt)
flankiert werden. Das Lhs. beginnt in O mit 2 breiten Jochen; es folgen 3
sehr schmale und endlich in W wieder 2 sehr breite. In der Fensterstellung
der Sschiffe sind diese Unregelmäßigkeiten für die Außenansicht
ausgeglichen, wodurch im Innern des nördl. Ssch. die Gwb.Grundrisse sich
stark verschieben. Am Ende des nördl. Ssch. die 2sch. Krypta (?) einer
älteren Anlage (M. 13. Jh.) und über ihr eine Empore; auf der SSeite
symmetrisch eine Brüstungswand, aber keine Emporenteilung. Lhs. und Chor
in durchlaufender Scheitellinie. Querschnitt nach dem gleichs. 3Eck. Die
sehr mächtigen Pfll. sind rom. gegliedert (vielleicht, gleich der sog.
Krypta, aus älterem Bau), aber die Scheidbgg. haben in ausgesprochener
Weise Profile des 14. Jh. Die Gwbb. am WEnde des Lhs. und die turmlose
WFassade (Rose erneuert) laut Inschr. 1487 von _Joh. Wirauch_. — Die
_Ausstattung_ hat unter der puristischen Rest. 1863 schwer gelitten. [Die
schöne Kanzel von 1584 in die Dorf-K. zu Röhrig gebracht.) Schlichter got.
_Taufkessel_. _Tumba_ des Erzbischofs Adolf v. Mainz † 1390. — Bmkw.
_Statue_ eines Chorknaben mit Lesepult, im Motiv dem bekannten Naumburger
nahe verwandt, doch jünger (A. 14. Jh.). Am NPortal _Tympanonrelief_ S.
Martin und der Bettler, stark verwittert.

*S. Marien-K.* (Altstadt). Got. Hallenkirche mit Doppeltürmen.
Baunachrichten fehlen. Stilistisch ergeben sich drei Abschnitte: 1. die
WTürme und das erste Joch des Lhs. Sie sind als Abschluß eines älteren
(vielleicht im Stadtbrande 1333 zugrunde gegangenen) Gebäudes anzusehen.
Formcharakter um 1300. Die Fassade ist die got. Transposition des in
Sachsen und Thüringen heimischen rom. Schemas. Der untere Teil ein
glattes, nur durch das Portal und wenige Horizontalbänder gegliedertes
Rck.; es folgen 2 oktogonale Geschosse, mit Giebelchen gekrönt, und
zwischen diesen in mäßiger Höhe aufsteigend eine steinerne Dachpyramide.
Sowohl am Mauerteil als am Dach Hervorhebung der Kanten durch kräftig
profilierte Stäbe, bzw. Krabben. Diese Fassade, obschon weder groß noch
reich, ist durch ihre wohlgestimmte Proportionsschönheit den besten der
Zeit zuzuzählen. — 2. Lhs. um und nach M. 14. Jh. Hallenkirche von 5
Jochen, das Msch. nur wenig breiter als die Sschiffe. Kräftige Rundpfll.
mit 8 Diensten, alle Gwb.Scheitel in gleicher Höhe. — 3. Chor A. 15. Jh.,
1sch., höher als das Lhs. Die angebaute große Kap. richtet ihren
polygonalen Schluß nach Norden und ergibt in der Außenansicht eine gut
wirkende Gruppe. — Die bei der Rest. des 19. Jh. gefundenen Spuren
umfangreicher spgot. _Wandmalerei_ wurden bei der Neubemalung nicht
berücksichtigt. Auch die prächtige bar. _Altarausstattung_ (1675) ist
beseitigt. Ebenso die meisten _Grabsteine_. Erhalten ein Taufkessel von
1492. [Interessanter Klappaltar A. 15. Jh. und Reste von Altarplastik im
Museum.]

*S. Aegidien-K*. Der älteste und bestausgeführte Teil ist der rck. Chor,
beg. wohl nach dem Stadtbrande 1333. Das Lhs. in nüchterner Hochgotik.
Hallenkirche von 5 Jochen, im Querschnitt mit der in Mitteldeutschland
nicht häufigen Modifikation, daß die Sschiffe tief herabgezogen sind (ihre
Scheitel in der Höhenlage des Msch.Kämpfers). Dadurch wird die
Raumwirkung, bei starker Längenausdehnung, gedrückt. Die WFassade (beg.
1370) schließt sich der von S. Marien an. Doch ist von den Türmen nur
einer (s) ausgeführt. Das Oktogon hat ein einziges Hauptgeschoß mit
Ecktürmchen an den Diagonalen (vereinfachter Freiburger Typus). NTurm
1853, Sakristei 1904. — _Vierzehnnothelfer-Altar_ 1638, reicher und
origineller Aufbau in Sprenss. _Kanzel_ spbar. 18. Jh. _Chorstühle_ E. 17.
Jh., aus dem ehemal. Klst. Reifenstein. Bronzener _Taufkessel_ 1507.
_Denkmal_ der hll. Aureus und Justinus, ausgezeichnete Arbeit aus 3.
Drittel 14. Jh. _Grabstein_ des Kantors Koch † 1605, Ausführung später, in
krausem, schwulstigem Fr.-Bar.

*S. Annen-Kap.* 1. H. 13. Jh. Ein kleiner Bau mit großem Wurf. Der
Nachdruck liegt auf dem Außenbau. Für die Gotik ungewöhnlich das Thema der
zentralen Anlage: Regelmäßiges 8Eck, im Aufbau vergleichbar den Türmen von
S. Marien. Die steinerne Dachpyramide entwickelt sich, wie dort, aus einem
Kranz von 8 Giebelchen und endet in einer Laterne, die verkleinert die
Komposition des Ganzen wiederholt. Für die Formbehandlung bezeichnend die
kraftvolle Ausbildung der Kanten. Die Proportionen: Durchmesser 6,5; H.
bis Hauptgesims 5,8; von dort bis Laternenfuß 6,3; von dort bis
Laternenspitze 6,3.

*Rathaus.* 1738. Davor Neptunsbrunnen.

*Schloß* des kurfürstl. Vizedoms. 1736 von _Chr. Heinemann_. Solider
Quaderbau, in der Behandlung recht nüchtern. Drei Geschosse zu 13 Achsen.
Einziger Kontrast der Segmentgiebel über dem flachen Mittelrisalit.
Mansarddach. Im Innern Stuckdekorationen an Wänden und Decken.

*Gymnasium* (1719). Gegr. 1575. Neubau 1739 von _Heinemann_.

*Gefängnis*. Erb. 1740 als Waisenhaus.

*Wohnhäuser*. Über den Stadtbrand 1739 geht weniges zurück. Stattliche
Herren- oder Beamtenhäuser aus 18. Jh. sind der »Preußische Hof«, das
»Deutsche Haus«, der »Eichsfelder Hof« und das Ilbergsche Haus.

_HEILIGENTAL._ UFranken BA Schweinfurt.

Ehem. *Cist.-Nonnen-Klst*. Gegr. 1234, erloschen 1564. Die K. (z. T.
Ökonomiegebäude) in typisch 1sch. langgestreckter Anlage mit 7/12 Schluß.
Die Formen einfache frische Frühgotik, etwa 3. V. 13. Jh. Im Chor
Rippengwbb. mit Wulstprofil und vorgelegten Plättchen; auf Wandsäulchen
mit Laubknäufen; Fenster 2teilig mit strengem Maßwerk. Langhaus
flachgedeckt. Die flachgedeckte »Gruft« unter der WEmpore zeigt zwischen
den beiden Eingängen Ansätze eines ehemaligen Baldachinaltars. — 2 gute
_Rittergrabsteine_ (v. Wolfskeel) M. 14. und A. 15. Jh.

_HEILIGENTAL._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

*Dorf-K.* spgot. mit rom. Portal, Schachbrettumrahmung; Figuren von
größter Unbehilflichkeit; auch die Kapitelle scheinen von hohem Alter.

_HEILSBERG._ Sachsen-Weimar VB Weimar.

*Dorf-K.* (ehemals Wallfahrt). 1sch. spgot. um 1500 mit rom. WTurm. —
Kanzelbau aus 18. Jh., hinter dem Altar, mit 17 _Figuren_ aus Altarwerken
um 1500, aus einer »trefflichen, von Franken beeinflußten, aber
selbständigen Werkstatt«.

_HEIMBACH._ RB Cassel Kr. Rotenberg.

*Dorf-K.* in Architektur und Ausstattung einheitlich 1730 von _A.
Rossini_.

_HEINITZ._ K. Sachsen AH Meißen.

*Schloß.* Im 14. Jh. Wohnturm inmitten eines künstlichen Sees; im 1. V.
16. Jh. ausgebaut, die Gwbb. in der eigentümlichen Gratformation der
Albrechtsburg; 1585 weitere Veränderungen im Sinne eines heiterprächtigen
Landsitzes.

_HEINRICHS._ Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.

*Dorf-K.* Inschr. 1453 und 1503. Die _Wandmalereien_ im Chor und Lhs.
bilden einen Zyklus von der Heilsverkündigung bis zum Jüngsten Gericht;
letzteres zerstört. — Gute _Fachwerkbauten_ im Ort.

_HELBA._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Gutshaus* 1619, schlichter Steinbau mit Staffelgiebeln.

_HELDBURG._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

*Stadt-K.* Chor 1502, 2 Joche und 5/8 Schluß; die Sterngwbb. wohl noch
mittelalterlich; Lhs. 3sch.; seit Rest. 1819 Halle; Fischblasenfenster;
reich überstabtes Portal 1536; Turm nördl. am Chor. — _Kanzel_ 1536 in
Frührenss., die Reliefs Übertragungen Cranachscher Gemälde; von derselben
Hand der _Taufstein_.

*Gottesacker-K*. E. 15. Jh. — Mehrere ikon. _Grabsteine_, gut der an der
WFront von 1541.

*Amtsgericht*. Fachwerkbau 17. Jh. — Sonstige *Fachwerkhäuser*;
hervorragend Obertorstr. 1 von 1605 mit schöner steinerner Wappentafel.

Bmkw. Reste der *Stadtbefestigung*.

*Veste*. Die Gebäude gruppieren sich um ein verschobenes Viereck. Der
künstlerisch bedeutendste Teil der »Neue Bau« (später und jetzt
»französischer Bau«) 1560-64 von _Nic. Gromann_; gestrecktes Rck. von
geringer Tiefe; nach dem Hof 3, auf der Talseite 5 Geschosse. Wenn
Erinnerungen an das Heidelberger Schloß vorliegen, wie behauptet wird, so
können sie höchstens in der Gestaltung der Fenster gesucht werden: 2teilig
mit Giebelverdachung, die Gewände durch Zahnschnitt gegliedert;
Gurtgesimse fehlen. Die Glanzstücke sind die 2 Erker; sie springen von der
Erde auf als rck. Risalite vor und sind mit antikisierend flachem Giebel
geschlossen; an den Ecken kannelierte jon. und dor. Pilaster; reiche
Flächenfüllung mit Trophäen, Rollwerk und figürlichen Reliefs. Zugang
durch vorspringende runde Treppentürme. Vorgemach mit Kamin in reicher
Meißelarbeit; ein anderer im Fürstengemach.

*Schloß-K*. 1663-65 jetzt in Verfall.

_HELDRUNGEN._ Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.

*Stadt-K.* im 30jähr. Kriege zerstört, Neubau 1682.

*Schloß* von sehr alter Anlage. 1660 als starke Festung umgebaut.

_HELFTA._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

*Cistercienser-Nonnen-Klst.,* jetzt Scheune. Gestrecktes Rck. ohne
gesondertes Altarhaus. Erhalten die Nonnenempore und einiges auf die 2. H.
13. Jh. weisende Detail.

_HELLINGEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

*Pfarr-K.* neuklassisch, 1791-94, mit altem Chorturm.

*Wasserburg* (Ruine) 1515. Quadrat mit kleinem Hof und 4 Ecktürmen,
erneuert im 18. Jh.

_HELMARSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Hofgeismar.

*Klosterhof*. Nach 1604 und 1799 aus einem alten Benedikt.Klst. umgebaut,
von dem noch Portale, Fensterarkaden usw. erhalten sind. Auch die Kirche
im Kernbau rom.

*Stadtmauern* mit Turm teilweise erhalten.

*Bürgerhäuser*, niedersächsischer Fachwerkbau in guten Exemplaren.

_HELMBRECHTS._ OFranken BA Münchberg.

*Pfarr-K.* got. mit Flachdecke.

_HELMERS._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Kirche* 1672. Schule 1670. Burg Frankenberg mit rom. Turm.

_HELMERSHAUSEN._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.

*Dorf-K.* Weiträumiger Bar.Bau 1736-52 mit spgot. Resten. Ländlich reiche
Einrichtung. Bemalte Brettertonne. Zahlreiche, meist heraldische
_Grabsteine_ des 17. Jh., Familien v. Heldritt, v. Zweiffel, v.
Wangenheim.

Hennebergischer *Freihof,* Amtswohnung des Amtsrichters, Fachwerkbau um
1600.

_HELMSDORF._ Pr. Sachsen Kr. Mühlhausen.

*Dorf-K.* 18. Jh. _Taufstein_ 14.-15. Jh., reich mit Maßwerk geschmückt.

_HELSA._ Kr. Cassel-Land.

*Dorf-K.* Aus einem spgot. Bau (Hallenkirche?) 1594 so umgebaut, daß die
Flachdecke des quadr. Schiffs von 4, ein kleineres Quadr. umschreibenden
Steinsll. getragen wird. Fein behandelte hölzerne Emporen aus derselben
Zeit. Der Turm steht abseits, ursp. mit der Kirchhofsbefestigung
verbunden, die hohen Fachwerkobergeschosse nach dem 30jähr. Kriege.

_HENFSTEDT._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

*Dorf-K.* Die Anlage für die ma. Bauten des Werratals die typische: 1sch.
mit eingezogenem, turmtragenden quadr. Chor. Im 17. Jh. erneuert. — Ikon.
Grabstein 1521; mehrere heraldische aus 18. Jh. — *Herrenhaus* 1595. —
*Ruine Osterburg*.

_HENNEBERG._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Dorf-K.* um 1500. Das Obergeschoß des Turmes wohl das älteste Beispiel
vom Fachwerkbau im Werratal.

*Burg* der Grafen v. H. Mit die umfangreichste Ruine in den thüringischen
Landen. Am besten erhalten der Bergfried, rund, 14 m h., die Ringmauern
noch in 10-15 m H.

_HENNERSDORF._ K. Sachsen AH Dippoldiswalde.

*Dorf-K.* architekturlos. — _Altarwerk_ ursp. doppelflügelig, von
demselben bmkw. Maler, dem man in Seifersdorf und in der Nikolai-K. in
Dippoldiswalde begegnet.

_HERBSLEBEN._ Sachsen-Gotha LA Gotha.

*Dorf-K.* spgot. Anlage. — Mehrere _Grabsteine_. _Doppel-Wandgrab_ des
Junkers Christoph Knobloch und seiner Frau † 1612.

*Schloß.* Gr. unregelmäßiges Halbpolygon. Wesentlich 1554 und 1594. Im
»Rittersaal« schöne Stuckdecke.

_HERCHSHEIM._ UFranken BA Ochsenfurt.

*Dorf-K.* 1613. Einheitlicher Bau in posthumer Gotik; Zobelsche
Patronatswappen. — _Altar_ und _Kanzel_ interessante Arbeiten aus der
Erbauungszeit.

_HERDA._ Sachsen-Weimar VB Eisenach.

*Dorf-K.* Got. Chorturm mit Fachwerkgeschoß und bar. Haube.
Tonnengewölbtes Sch. 17. Jh. — _Schnitzaltar_ um 1500. — Schlichtes
*Herrenhaus*, reicher Ofen.

_HERINGEN._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

*Stadt-K.* 1731. — *Schloß* (der Grafen v. Schwarzburg) nach 1590,
Rechteck mit 4 runden Ecktürmen, einfache Renss.

_HERLESHAUSEN._ RB Cassel Kr. Eschwege.

*Kirche* einschiffig, der quadr. Chor frgot. mit Rippen-Kreuzgwb., das
Sch. spgot. 1457 (Inschr.); nördlicher Anbau 1606, Westtür 1777. —
_Wandgrab_ des Georg v. Reckrath † 1558, der Verstorbene in einer Nische
stehend, Sandstein. (Er war Erbauer des neuerdings gänzlich umgestalteten
Schlosses.) Schöne _Glocke_ 1370. Kirchhofsbefestigung (Inschr. 1516).

_HERMANNSFELD._ Sachsen-Meiningen Bez. Meiningen.

*Dorf-K.* mit spgot. netzgwb. Turmchor, Sch. 1758.

_HERMSDORF._ K. Sachsen AH Dresden-N.

*Schloß.* Erste Anlage 16. Jh. Neugestaltung nach M. 17. Jh. Rest, nach
Brand 1739 durch _George Bähr_. — Umfassungsmauer mit runden Ecktürmen
(vgl. Moritzburg). Hauptbau: Gr. langgestreckt, nicht ganz regelmäßig;
Aufbau 2geschossig, in der Mitte schlanker 8eck. Treppenturm, analoge an
den Enden; die beiden Portale in dorischem System und einige
Fenstergewände sind Überreste aus 16. Jh. Im Erdgeschoß auf der
Vorderseite flachgewölbter breiter Korridor, auf der Rückseite die meist
quadr. Zimmer; Obergeschoß 1758 umgestaltet. — _Wandteppiche_ mit
Darstellungen aus dem chinesischen Hofleben, wohl französisch M. 18. Jh. —

Großer _Park_ Mischung französischer und englischer Gartenkunst.

_HERPF._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Kirche* 1611. Umbau aus mittelalterl. Burg. Ganz mit Emporen durchsetzt,
deren Schnitzereien zu den besten der Gegend gehören. _Kanzel_ 1620.
_Deckenmalereien_ 1772. _Porträts_ von 3 Hennebergischen Fürsten des 16.
Jh. — Geschnitzte *Fachwerkbauten* 17.-18. Jh.

_HERRENBREITUNGEN._ RB Cassel Kr. Schmalkalden.

Ehem. *Benedikt.-Klst.-K*. An Stelle einer im 10. Jh. genannten
königlichen Burg. Einheitliche Anlage aus 1. V. 12. Jh. Nach Aufhebung des
Klst. 1553 als Schloß-K. eingerichtet. Im 30jähr. Kriege schwer
beschädigt, 1738 partiell whgest. Ausstattung und Bemalung aus dieser Zeit
gut erhalten. 1911 der Chor ausgegraben. — Sächsisch-thüringischer
Schulcharakter, Anlage Basilika im Hirsauer Schema. An der Fassade Spuren
einer Vorhalle. Auffallender Weise nur ein Turm (W) und zwar ganz in das
Msch. einspringend. Dieses wird dadurch auf 4 Arkaden zusammengedrängt.
Stützen auf der NSeite als Pfll. mit reich gegliederten Kämpfern, auf der
SSeite Wechsel von Pfll. und Würfelknaufsäulen. Hauptchor und Nebenchöre
kommunizierten durch Doppelarkaden. — _Bildnisgrabstein_ des letzten Abtes
† 1541 gefunden. Der Grabstein des Stifters Pfalzgrafen Siegfried von
Orlamünde † 1124 war noch 1875 vorhanden und ist seitdem verschwunden,
[hölzerne Nachbildung der Renss. in der Löwenburg bei Wilhelmshöhe]. Ein
im Lhs. liegendes _Weihwasserbecken_ zeigt hochaltertümliches Ornament,
vielleicht aus der Burgkapelle der ottonischen Zeit.

*Dorf-K.* 1730, mit rom. Turm, entstanden aus der ehemaligen Michaels-Kap.

Im Dorf einige gute *Fachwerkbauten*.

_HERRMANNSGRÜN._ Reuß ä. L. LA Greiz.

*Dorf-K.* Chorquadrat und Apsis rom., sonst 1616.

_HERRNHUT._ K. Sachsen AH Löbau.

*Gemeinhaus der Societät*. Erb. als Erziehungshaus 1724 von Gf. Zinzendorf
durch den Zimmermann _Chr. David_. Schlichter Bruchsteinbau mit
Obergeschoß in verputztem Fachwerk.

*Gemeinsaal* (Kirche). Niedriger rck. Saal (16 : 34 m) mit Flachdecke und
Mansardendach. Einrichtung einfachst. An einer Langseite Podium mit den
Bänken der Ältesten und dem den Altar vertretenden Tisch. — Der rck.
Platz, in dessen Mitte der Gemeinsaal steht, ist umsäumt von den
Chorhäusern der ledigen Brüder, Schwestern, der Witwen usw.

*Herrschaftshaus*. Der 1725 von Zinzendorf errichtete Fachwerkbau machte
1781 einem Neubau Platz (Hauptkasse der Unität).

*Vogtshof*. Erb. 1730 von Baron v. Maltzahn, E. 18. Jh. vergrößert.
Großer, einfacher, schloßartiger Bau.

Die *Wohnhäuser* des 18. Jh. öfters mit einem Anflug von schlichter
Vornehmheit und manchen kleinen Besonderheiten.

_HERRNSHEIM._ UFranken BA Kitzingen.

*Pfarr-K.* Chor frgot., um 1300, der nur vom Lhs. (Umbau 18. Jh.)
zugängliche WTurm E. 12. Jh. — Bezeichnete _Glocke_ 1308.

_HERSFELD._ RB Cassel Kr. Hersfeld.

*K*. des ehem. *Benedikt.-Klst*. Gegr. 769, erster Neubau 831, zweiter
Neubau nach Brand 1037, Krypta gew. 1040, Lhs. gew. 1144, 1761 von den
Franzosen niedergebrannt, jetzt Ruine. — Großartige Raumschöpfung in
schlichten strengen rom. Formen. Bruchstein mit (ursprünglichem?) Verputz
und sorgfältig behandelten Hausteingliedern, rote und weiße Schichten
wechselnd. Flachgedeckte Basilika auf kreuzförmigem Gr. Ganze lichte Länge
(nach Ausschaltung der Vorhalle) 94,5, Lhs. (innen) 47:30, Qsch. 57,5:13,
Langchor 20:13. Abweichend von der normalen Anlage des ausgebildeten rom.
Stils ist die starke Ausladung der Kreuzflügel, das Fehlen einer
Absonderung der Vierung vom übrigen Qsch., der über das Quadrat
verlängerte Gr. des Chors. (Aus diesen und anderen Gründen kann vermutet
werden, daß der bestehende Bau des 11. Jh. sich der Anlage des 9.
angeschlossen habe). Die Krypta hat 3 Sch. von gleicher Breite, quadr.
Kreuzgwbb. ohne Gurten, als Stützen 4 Paar Sll. mit steilen attischen
Basen ohne Eckzier, Wandpfll. und Wandblenden, in jeder Blende 2 kleine
Fenster; der unter der Apsis liegende Raumteil durch stärkere Pfll.
abgesondert und mit 3 Altarnischen. Der Langchor durch schlanke Blenden
gegliedert (Zusammenhang mit Limburg a. H.); er hat je 4 Fenster, die
Apsis ihrer 3. Das Qsch. hat in jedem Flügel eine Apsis und 3 Türen, die
Apsiden von ungewöhnlich schlanker, hoher Figur, so daß sie in die
Fensterregion hineinragen und hier nur für einen Okulus (mit Vierpaß!)
Platz lassen. Im Lhs. je 9 (jetzt ganz zerstörte) Arkaden, die Sll. mit
monolithen verjüngten Schaften, schlichten, mächtigen (Seitenlänge mehr
als 1 m) Würfelkaptt., attischen Basen mit Ecksporen, einfachst
profiliertes Gurtgesims, ungewöhnlich große Fenster mit wenig
abgeschrägten Gewänden. Höhe 23m (übereinstimmend mit der unter gleicher
Bauleitung begonnenen Klst.-K. Limburg a. H.). Sehr eigentümlich der WBau,
ein Kompromiss von Chor und Eingangshalle. Die letztere ein 13 m tiefes
Rck., zur Hälfte über die Flucht der Türme vor-, zur anderen Hälfte in das
Msch. einspringend, tonnengewölbt, nach W mit offenem Bogen, nach O
Portal. Die mächtigen Mauermassen dieser Vorhalle dienen als Substruktion
eines 1/2kreisförmig zwischen den Türmen vorspringenden Chors. Breite
Treppen innerhalb der Türme führen zu ihm hinauf. Gegen das Msch. ein
vorspringender, von 3 Arkaden getragener Altan (Basen in situ erhalten).
Von den Türmen, die sehr stattlich waren, nur der südl. erhalten; die 2
obersten Geschosse haben jederseits zwei Doppelfenster und Blenden. Im
letzten Geschoß ein rundbg. gewölbtes Gemach mit primitiven Kreuzrippen,
die nahe dem Boden auf streng rom. geformten Kragsteinen ruhen. — Das
Äußere höchst einfach; etwas lebhafter gegliedert nur die OApsis: 4
Pilaster mit herumgekröpftem Schmiegengesims, darüber das interessante
Motiv eines Kranzes kleiner flacher Nischen, Vorläufer des
Zwerggaleriemotivs, Bg.Friese fehlen überall. Durch einen Sockel mit
attischer Basis nur der WBau ausgezeichnet. Werkstoff: verputzter
Bruchstein, an den Gliederungen Sandsteinquadern im Wechsel von weiß und
rot. — _Vorbau_ am nördl. Kreuzarm, Tür und Fenster in reichen sprom.
Formen, an den Kapitellen der Ziersäulchen mannigfache figürliche
Darstellungen. — In einiger Entfernung (SO) von der K. ein _Einzelturm_ in
reichen Formen des 12. Jh. — _Stiftsgebäude_ am südl. Kreuzarm mit sprom.
Resten. Reicher Taufstein 2. H. 14. Jh., in Spitzbg.-Blenden die 12
Apostel, in den Zwickeln Vögel, Tiere, Engel. — _Lullusglocke_ angebl. M.
11. Jahrhunderts.

*Stadt-K.* Beg. vor 1323, nach Brand 1439 Umbau als Hallenkirche von 4
Jochen mit 1sch. Chor von 3 Jochen und polyg. Schluß, im W vortretender
Turm von 6 Geschossen. Reste von Glasmalerei in Teppichmustern.

*Spital-K*. 14. Jh. Rck. ohne Chor, nur OS. mit 3 pyramidal gruppierten
Fenstern unverändert.

*Rathaus.* Kräftiger Sprenss.-Bau mit barocker Tendenz. Aller Schmuck auf
die Giebel geworfen, die das hohe Dach vollständig einschließen, je 2 an
den Langseiten, je einer an den Schmalseiten, bez. 1597, 1612.

*Kantorwohnung* bei der Stadt-K. Fachwerkbau 1460. (Das Datum gültig wohl
nur für den Unterbau.)

Vor der Stadt *Schloss Eichhof,* got., spgot. u. renss. Über dem Tor
Inschrifttafel zwischen den Statuen zweier Äbte.

_HERWIGSDORF._ K. Sachsen AH Löbau.

*Dorf-K.* 1545; A. 18. Jh. überarbeitet und das Innere als Emporensaal mit
einigem Aufwand neu eingerichtet. Hübscher Dachreiter 1727. — Auf dem
Kirchhof v. Gersdorfsche _Grabmäler_.

_HERWIGSDORF._ K. Sachsen AH Zittau.

*Dorf-K.* Umbau 1692. Der Unterbau des zwischen Sch. und Altarhaus
stehenden Turms wohl 13. Jh. Malerische Außenansicht.

_HERZBERG._ RB Cassel Kr. Ziegenhain.

*Schloß.* Ausgedehnte Ruine. Inschr. am alten Haus 1483, am nordwestl.
Eckturm 1486, Neubauten 1531, 1560. Neubefestigt 1643.

_HERZBERG._ Pr. Sachsen Kr. Schweinitz.

*Haupt-K*. Backstein. Got. Halle aus 14. und 15. Jh. Netz-Gwbb.
Eigentümlich die 3 verdrückten Halbpolygone im Chorschluß. — Die
_Bemalung_ der Gwbb., Evangelisten, Propheten, Verkündigung, Jüngstes
Gericht, hat sich gut erhalten.

_HERZOGENAURACH._ OFranken BA Höchstadt.

*Pfarr-K.* Ursp. rom. Basilika wie Münchaurach; die rom. Säulenbasen
stecken in der Erde. Durch den got. Umbau 1sch. mit hölzerner Tonnendecke.
— _Steinskulptur_ 15. Jh. »betender Tempelritter«. — Got.
_Sakramentshäuschen_.

2 ansehnliche *Tortürme*.

_HESSBERG._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

*Dorf-K.* Der quadr. turmtragende Chor 1425, 1sch. Lhs. 16. Jh. —
_Taufstein_ gemischt got. und renss. — _Grabsteine_ der Familie v.
Heßberg.

_HESSENSTEIN._ RB Cassel Kr. Frankenberg.

*Schloß.* Gegr. 1342. Ziemlich gut erhalten.

_HESSENTAL._ UFranken BA Aschaffenburg.

*Kapelle.* Große 6figurige Kreuzigungsgruppe aus rheinischem Tuff,
angefertigt 1519 in Mainz von einem ausgezeichneten Schüler _Backofens_
(demselben, der im Dom von Halle gearbeitet hat).

_HETTSTEDT._ Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis.

*Stadt-K.* Spgot. Hallenbau mit bar. Ausstattung. _Kanzel_ 1587. Gute
_Beweinung_, Stein, ca. 1500. — Ruinen eines bedeutenden got. *Schlosses*.

_HETZLAS._ OFranken BA Forchheim.

*Dorf-K.* mit befestigtem Kirchhof.

_HEUSTREU._ UFranken BA Neustadt a. S.

*Dorf-K.* got., mit doppelter Befestigungsmauer, 2 hohe Ecktürme.

*Berg-K*. rom. und got. Steinerne Bauerngrabkreuze 16. und 17. Jh.

_HEUTHEN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Dorf-K.* 1749. Verputzbau im Typus Geisleden. Vollständige
Rok.Ausstattung. Die Stuckatur angeblich von einem Italiener.

_HILDBURGHAUSEN._ Sachsen-Meiningen Kreisstadt.

*Stadt-K.* 1785 von _A. F. v. Keßlau_. Kuppelraum umgeben von Emporen in 2
Geschossen, östl. anschließend rck. Altarraum. Die Kuppel aus Holz, im
Außenbau nicht zum Ausdruck kommend; überhaupt die ganze Behandlung sehr
sparsam.

*Neustädter* oder *Waisen-K*. 1755. Gr. rck., im O mit abgestutzten Ecken;
die Emporen haben auch im W analogen Gr., so daß im Innern ein gestrecktes
8Eck. Das Äußere Putzbau mit Teilung durch dorische Pilaster, darüber
Triglyphengebälk.

*Reformierte K*. (jetzt kathol.) 1722.

*Rathaus.* Spgot. 1572 hergestellt. Arm an Schmuckformen, doch von
charakteristischer Massengruppierung; großer schlichter Renss.Giebel,
seitlich runder Treppenturm mit welscher Haube.

*Regierungsgebäude* 1760; im Innern vortreffliche Stuckaturen.

*Schloß* (jetzt Kaserne) 1685-1707 von _E. Gedeler_. Ein mittlerer
Hauptflügel und 2 anstoßende Nebenflügel umgeben einen Ehrenhof. Im Innern
stuckierte Decken, an die Schlösser in Gotha und Friedrichswerth
erinnernd.

Im Schloßpark *Denkmal* für die Königin Luise von Preußen 1815 von
_Schulze_.

*Wohnhäuser* des 18. Jh., nur für den Spezialisten von Interesse.

_HILFENSBERG._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Wallfahrts-K.* 1360. 3sch. Hallenkirche von 4 Jochen. Am Chor rom.
Spuren, Türen rundbg. mit Perlstab. Das Sch. öffnet sich mit großem
Rundbogen gegen W ins Freie — _Crucifixus_ aus fr. Ma. _Statue_ des h.
Bonifatius 1661. _Grabplatte_ des Fürsten Ernst v. Hessen-Rheinfels 1681.

_HIMMELKRON._ OFranken BA Berneck.

*Cistercienser-Nonnen-Klst.* Gegr. 1280. Die Kirche beg. wohl nicht viel
später. Abmessungen mittelgroß. Anlage 1sch., in der westl. Hälfte
Nonnenempore, polyg. Chorschluß ohne Einziehung. Die Bauführung zeigt zwei
Abschnitte. Vom ersten der WBau und die an die Klostergebäude stoßende
SWand im ganzen Verlauf; Kennzeichen die z. T. erhaltenen schmalen
Fensterschlitze. Im zweiten Abschnitt Wölbung beabsichtigt, wie die mit
der Mauer bündigen Strebepfll. an der östl. Hälfte der NWand anzeigen;
ausgeführt nur im Chorgewölbe (1 Joch 5/8 Schluß). Ferner wurden in dieser
Bauperiode (E. 14. Jh.) die Fenster vergrößert und die 3sch. 6jochige
Erdgeschoßhalle unter der Nonnenempore angelegt; diese selbst blieb
flachgedeckt; der Abschnitt zwischen ihr und dem Chor trägt jetzt
stuckierte Stichkappengewölbe von 1699. Westfassade verbaut. Kleiner
Dachreiter. — _Kreuzgang_ 1473 (Inschr.), nur ein Flügel vorhanden; er
zeigt die spgot. Dekorationskunst phantasievoll und glänzend, wie weit und
breit nichts Ähnliches zu finden. Die trefflich gegliederten Netzgwbb.
ruhen auf spiralförmig kannelierten Wanddiensten mit üppigen Laubkaptt.;
über diesen Statuen (großenteils zerstört) Baldachine; in den mittleren
Maschen des Netzes auf dem Kappengrunde Engel aus Stuck, an den Wänden
Passionsreliefs. Die auf einer Konsole kniende _Statue der Stifterin_
Elisabeth v. Künsberg mit Christus oder Maria zusammenkomponiert zu
denken. — Große Zahl von _Grabsteinen_: am Boden Burggräfin Anna v.
Nürnberg † 1383; an der Wand zunächst dem Eingang Agnes v. Orlamünde
† 1300, dem Stil nach 50 Jahre später. Tumba eines Grafen v. Orlamünde mit
dem meranischen Wappen 1. H. 14. Jh. Die übrigen von geringerem Interesse.
— _Holzkruzifix_ nicht von _Veit Stoß_.

*Markgräfl. Schloß* (jetzt Erziehungsanstalt) 1748 von _St. Pierre_.

_HIMMELPFORTEN._ UFranken BA Würzburg.

Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst.* Erb. angeblich 1264. Rck. mit leicht
eingezogenem, gerade geschlossenem Chor. Dieser in 2 Joche gewölbt; derbe
Birnstabrippen auf Laubkragsteinen. Die Strebepfll. am Schiff lassen auch
für dieses auf ehemalige Wölbung schließen; bei der Rest. unter der
Äbtissin Katharina _IV._ (1592-1630) wurden die Mauern überhöht und mit

flacher Kassettendecke versehen. Die schmalen spitzbg. Fenster maßwerklos.
Die westl. Hälfte des Sch. von der Nonnenempore eingenommen; die 3sch.
gewölbte Halle, auf der sie ruht, später als Sepultur eingerichtet.
Hübsche _Wendeltreppe_, in der sich got. Maßwerkmotive mit späten
Renss.formen vermischen (bez. 1612). Außen im O und W Renss.Giebel und ein
zierlicher Renss.Dachreiter. Das SPortal in frgot. Formen jetzt neu, doch
wohl nach dem alten kopiert, bezeichnend für die cisterciensische
Auffassung der got. Formen. _Grabsteine_: Elisabeth v. Hutten † 1383,
Margarethe v. Hutten † 1400, Ludwig v. Hutten † 1414, Katharina v. Hutten
† 1415. — Die _Klostergebäude_ renss., der Kreuzgang noch got. Auch die
ältere Ummauerung des Klosterbezirks erhalten.

_HIMMELSTADT._ UFranken BA Karlstadt.

*Pfarr-K.* 1613 mit Wappen des B. Julius Echter. Großer Hochaltar aus der
Werkstatt _P. Wagners._

_HIMMELTAL._ UFranken BA Obernburg.

Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst.* gegr. 1232, barock umgebaut. — _Grabstein_
des Konrad v. Bickenbach 1354.

_HINTERNAH._ Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.

*Dorf-K.* 1614. Gute spgot. Formen ohne Renss.beimischung. Nach alter
Überlieferung am rck. Sch. eingezogenes quadr. Altarhaus mit Turm. In
dieser Zeit und noch später sind in genauer Wiederholung dieses Schemas,
nur in den Maßen wechselnd, mehrere K. in der Umgegend von Schleusingen
errichtet.

_HIRSCHBERG._ Reuß j. L. LA Schleiz.

*Fürstl. Schloß,* erb. 1678, verödet.

_HIRSCHFELD._ K. Sachsen AH Meißen.

*Dorf-K.* Rom. Anlage mit eingezogenem rck. Chor, das ursp. 1sch. Lhs.
1582 mit rohen Netzgwbb. auf 1 Mittelpfl.

_HIRSCHFELD._ K. Sachsen AH Zwickau.

*Dorf-K.* mit rom. Resten, die auf einen ansehnlichen Bau deuten, 1508
nach O erweitert. — _Schnitzaltar_ 1518. Gute _Sandsteinepitaphe_ 1623,
1732. Rom. _Türbeschlag_.

_HIRSCHFELD._ UFranken BA Schweinfurt.

*Dorf-K.* Chor im spgot. OTurm. Lhs. 18. Jh. Ausstattung um 1780, die
_Statuen_ und _Reliefs_ in der Art _J. P. __ Wagners_.

_HIRSCHFELDE._ K. Sachsen AH Zittau.

*Pfarr-K.* spgot. symmetr. 2sch. Hallenkirche, Netzgwbb. auf 2 schlanken
8eck. Pfll. Älter (E. 14. Jh.) der eingezogene gestreckte Chor. — Emporen
und Stuckdekoration 1718. Ausstattung großenteils aus derselben Zeit. —
Schöne _Glocke_ 1573. Hübsche _Sandsteindenkmäler_ rok. und
klassizistisch.

Im Dorf ausgezeichnete Beispiele von _Häusern_ in Lausitzer Bauart, z. T.
mit laubenartig vorgebautem Obergeschoß.

_HOCHBERG._ UFranken BA Würzburg.

*Pfarr-K.* Großenteils neu. — Bmkw. Ausstattung 1772-88. Sehr gut die
_Kanzel_ von _Peter Wagner_, klassizistisch. _Madonna_, Holz, um 1480. —
_Stationsbilder_ (Steinreliefs) und Kreuzigungsgruppe 1626.

_HOCHKIRCH._ K. Sachsen AH Löbau.

*Dorf-K.* Großer Saalbau von 1717. — _Denkmal_ für den in der Schlacht bei
H. 1758 gefallenen Feldmarschall Keith, den Formen nach um 1780.

_HÖCHST_ b. Gelnhausen RB Cassel.

*Wendelin-Kap*. 1415 (?), rest. im 18. Jh.

_HOCHSTADT._ OFranken BA Lichtenfels.

*Pfarr-K.* 1616. Altar im Aufbau got. Flügelaltäre 1612, die Gemälde bez.
S im Ring mit 3 Herzen.

*Kapelle* in Gestalt eines 4eck. Turmes, wohl Überrest einer Burg.
Votivrelief mit dem Bilde des Abtes Johann III. von Langheim † 1473.

_HOCHSTADT._ RB Cassel Kr. Hanau.

*Pfarr-K.* Spgot. Hallenkirche, Msch. etwas höher als die Ssch., Chor 1
Joch und 5/8 Schluß. Der isoliert stehende Glockenturm wahrscheinlich
ehemaliger Torturm.

*Rathaus* renss., unten offene Steinhalle, oben Fachwerk.

HÖCHSTADT a. Aisch. OFranken BAmtsstadt. *Stadt-K.* um 1400, aus welcher
Zeit der gewölbte polyg. Chor; die Schiffe 1551, 1571, 1728 umgebaut und
mit Emporen versehen; Fassade italisierend bar. — _Wandtabernakel_ 14. Jh.
_Altäre_ und _Kanzel_ rok. Im Chor auf schöner got. Konsole S. _Georg_ E.
15. Jh. Hölzerne _Pietas_ A. 15. Jh.

*Spital-K*. 1517, unbedeutend.

*Schloß.* Westl. Teile 15.-16. Jh., sonst 18. Jh., ohne Kunstwert.

*Torturm* aus sp. Ma.

_HÖCKENDORF._ K. Sachsen AH Dippoldiswalde.

*Dorf-K.* ursp. rom. Basilika, sehr verunstaltet. — _Altarwerk_ mit 2
beweglichen und 2 festen Flügeln, um 1515. — _Grabsteine_ und
_Wappentafeln_.

_HÖCKENDORF._ K. Sachsen AH Kamenz.

*Dorf-K.* 19. Jh. Ausstattung und _Denkmäler_ 16. und 17. Jh., nicht ohne
Interesse.

_HOF._ OFranken BAmtsstadt.

*Stadt-K. S. Michael 1230.* Nach Brand 1826 fast ganz erneuert, erhalten
nur der Unterbau der WTürme und die Vorhalle. Der alte Gr. scheint dem der
gleichzeitig gegründeten Stadt-K. in Bayreuth ähnlich gewesen zu sein.

*Lorenz-K.* Nach Brand 1292 neugebaut; dann der Unterbau des WTurms; sonst
Umbau des 16. und 19. Jh. — _Flügelaltar_ 1470. — _Grabsteine_ A. 17.Jh.
_Bronzeepitaph_ 1730.

*Spital-K*. Got., ungegliedertes Rck., fast quadr. Flachdecke mit 90
Gemälden von _M.H. Lohe_; weitere 53 auf den Brüstungen der Doppelempore.
Originelle Ausstattung. Schnitzaltar 1511. Gemaltes Epitaph eines
Cranachschülers 1573; ein anderer bez. H H B 1556 (wohl _Joh. Hagenberger
d. Ä._).

*Rathaus* 1563-66 von _Nickel Hofmann_ von Halle; 1823 eingreifend
verändert.

_HOF._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Dorf-K.* Ziemlich stattlicher Bau von 1692, das Innere 1844 wesentlich
umgestaltet. Mächtiges _Altarwerk_ aus Sandstein, Alabaster und Holz mit
Malereien auf Zinkblech, zum Andenken an Dietrich v. Schleinitz † 1612.
_Taufstein_ um 1600. _Denkmäler_: für H.A. v. Haugwitz † 1544, die in
Bewegung und Charakteristik vortrefflich gegebene kniende Ritterfigur wäre
des _Hans Schickentanz_ würdig; S.J. v. Schleinitz † 1559, von einem
geringeren Dresdener Meister; andere aus derselben Familie 1595, 1612,
1660.

*Schloß.* Die beiden älteren Flügel um 1570, die jüngeren nach M. 18. Jh.
Prächtiger Kamin aus Meißener Porzellan, aus dem Boxbergschen Palais in
Dresden stammend. _Gemälde_ von _A. F. Oeser_. Zahlreiche
_Sandsteinfiguren_ aus 18. Jh.

_HOFGEISMAR._ RB Cassel Kr. Hofgeismar.

*Liebfrauen-K*. in der Altstadt. — Übergangsstil, z. T. got. umgebaut
(Inschr. 1330). — Hallenkirche von 4 Jochen. Der aus dem 12Eck
geschlossene Chor im 19. Jh. abgebrochen. Am südl. Ssch. zierliches got.
Portal von eigentümlicher Anlage. Am WTurm rundbg. Portal mit
Würfelknauf-Säulen. — _Chorgestühl_ 14. Jh., an den Wangen große Blätter.
— Über dem Pfarrstand spgot. _Altarflügel_.

*K. in der Neustadt*. Got. Hallenkirche. Dicke Rundpfll. mit einfachen
Kaptt., an den Schiffmauern gegliederte Kragsteine, Der 1sch. Chor mit
polyg. Schluß höher und schlanker. Der WTurm hat diagonal gestellte
Strebepfll., unterer Teil bez. 1341, oberer 1460.

*Gilde- und Hochzeitshaus*. FrRenss. Modern umgebaut. *Schlößchen
Montcheri*. 1789 von _S. L. Du Ry_, eine fast genaue Wiederholung des
Schlößchens in Bad Nenndorf.

_HOFHEIM._ UFranken BAmtsstadt.

*Stadt-K.* spgot., ausgebaut 1593 (der stattliche Turm wohl von Wolf
Behringer) und besonders eingreifend 1740. — Mehrere Reste von
_Holzplastik_, u. a. ein hl. Diakon, Richtung _Riemenschneiders_.

Wohlerhaltene *Stadtbefestigung* 16.-18. Jh.

_HOFSTETTEN._ UFranken BA Gemünden.

*Pfarr-K.* Turm 16. Jh. Lhs. 1614. Im Hochaltar beachtenswerte _Pietas_,
Holz, 1. H. 16. Jh. — Am Chorbogen _Selbdritt_ um 1700.

_HOHENBERG._ OFranken BA Rehau.

*Burg,* gut erhalten und sehenswert.

_HOHENEICHE._ RB Cassel Kr. Eschwege.

*Dorf-K.* Rom. Anlage. Rom. Tympanon.

_HOHENGANDERN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Dorf-K.* (kath.) neu. Der üppige Rok.Altar aus S. Martin in Heiligenstadt
von _E. Rickmann_ um 1760; auf ihm spgot. _Pietas_.

_HOHENKIRCHEN._ Sachsen-Gotha LA Ohrdruf.

*Dorf-K.* 1511 mit vermauerten rom. Bogenfriesen. — _Kanzelaltar_ 1776.

_HOHENKIRCHEN._ RB Cassel Kr. Hofgeismar.

*Dorf-K.* Rom. Anlage. Rom. Tympanon mit Gotteslamm.

_HOHENLEUBEN._ Reuß j. L. LA Gera.

*Fürstl. Schloß,* spgot., 1. H. 16. Jh.; mit der Zeit unansehnlich
geworden.

_HOHENLOHE._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

Ehem. *Nonnen-Klst.-K.,* erb. ca. 1240. Ungewöhnl. Anlage, fast
gleicharmiges Kreuz, flachgedeckt, 2 hübsche rom. Portale an den
Kreuzflügeln, am Chor Drillingsfenster.

_HOHENSTEIN._ K. Sachsen AH Glauchau.

*Stadt-K.* 1756. Saalbau mit 1/2 rd. Schluß, Emporen ringsumgeführt
(Veränderungen 1889). Schöner _Taufstein_ 1764.

_HOHENSTEIN._ Sachsen-Coburg LA Coburg.

*Kirche* 16.-18. Jh. _Holzrelief_ mit Abendmahl, Sockel eines Altarwerkes
aus 16. Jh. Großes reiches _Grabmal_ des Generals v. Imhof † 1768.

*Schloß* 15.-18. Jh. Mobiliar 17. und 18. Jh. Gut erhaltener Empire-Saal.
Reste von rok. Gartendekoration.

_HOHENTURM._ Pr. Sachsen Saalkreis.

*Dorf-K.* Rom. flachged. Sch. und eingezogenes quadr. Altarhaus mit 1/2
kr. Apsis, feine rom. Tür.

_HOHLSTEDT._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Dorf-K.* Ursp. rom. Missionskapelle. Spgot. _Pietas_.

_HOHNSTEIN._ K. Sachsen AH Pirna.

*Stadt-K.* 1725 von _George Bähr_. Die Umfassungsmauern einer älteren K.
mußten benutzt werden. Gr. näherungsweise quadr. mit abgestutzten Ecken,
eingezogener quadr. Chor 1/2kr. geschlossen; Emporen und Bänke zentrisch
aus Kreissegmenten; Kanzel und Orgel über dem Altar. — Äußeres schlichte
Lisenenarchitektur, durch die malerische Gruppierung der Dächer und des
südöstl. angeschobenen Turmes nicht ohne Reiz.

*Schloß.* Der ursp. sehr starke Bau halb zerstört, der bestehende seines
Charakters entkleidet. Reduzierte Kap. aus 15. Jh. [_Kanzel_ im Dresdener
Altert.-Ver.]

_HOLLFELD._ OFranken BA Ebermannstadt.

*Pfarr-K.* 1774-77 von _Neumann d. J._ und _Vogel_. — _Statuen_ der
Fassade und des Hochaltars von _J.L. Kamm_, _Gemälde_ der Seitenaltäre von
_Anwander_.

_HÖLLRICH._ UFranken BA Gemünden.

*Schloß.* Malerische Wasserburg aus E. 16. Jh., 3 Flügel mit 4
Ecktürmchen.

*Ruine Reußenberg*. Erb. durch die Thüngen 1333. Aufrecht stehen der
Wohnbau, Reste des Wirtschaftsgebäudes und des Beringes.

_HOLLSTADT._ UFranken BA Neustadt a. S.

*Dorf-K.* stark befestigt mit doppeltem Mauerring; Torturm, Eckturm.

Ehem. *Hof* des Klst. Bildhausen, schöner Komplex von Renss.Bauten.
_Stuckdecken_ 18. Jh.

_HOLZHAUSEN._ UFranken BA Schweinfurt.

*Dorf-K.* Turm von 1608, Lhs. 1736. Hochaltar klassizistisch um 1780.
Nebenaltäre Frühbarock um 1660; auf ihnen _Holzfigg_. St. Kilian und St.
Rochus nach 1500.

_HOLZKIRCHEN._ UFranken BA Marktheidenfeld.

Ehem. *Kloster-K.* erb. von _Balthasar Neumann_ 1730. Signierter Gr. in
der Würzb. Univ.-Bibl. erhalten, woselbst auch die interessanten
Konkurrenzpläne _L. Dientzenhofers_. Reiner Zentralbau, in der Komposition
für Neumann auffallend einfach. Fast reguläres Achteck, im Innern
abgerundet. An den Ecken korinth. Säulen auf hohem Sockel, die ein
architraviertes Hauptgesims tragen. Darüber die im Querschnitt nicht ganz
halbkreisförmige Kuppel mit geschlossenem Tambour. Außen die Glieder aus
rotem Sandstein, Mauer weiß. An den Ecken korinth. Pilaster, dann Gebälk
und Attika. Auf dem Pyramidendach zierliche Laterne in Form eines
Tempietto. Trotz der nicht bedeutenden Maße (innerer Durchmesser 15m, Höhe
20 m) ist der Raumeindruck des Innern mächtig. Die Proportionen nach einem
genau durchgeführten Triangulationssystem. Die stark klassizistische
Architektur ist für _Neumann_ in dieser Frühzeit ungewöhnlich; nur die
(nicht erstklassigen) Rok.Stuckaturen in der Kuppel und am Gesimse zeigen,
daß wir uns am Anfange des 18. Jh. befinden. — An der Außenseite
eingemauertes _Rotsandsteinrelief_ des 12. Jh., aus zwei nicht
zusammengehörigen Stücken bestehend: Kopf eines Heiligen; Christus auf der
Eselin; Gottvater mit dem Einhorn. Die ikonographische Idee nicht recht
verständlich. — _Neumanns_ Risse für das _Klostergebäude_ kamen nicht zur
Ausführung. Das Vorhandene unbedeutend. Eingemauerte Reste des sprom.
Kreuzgangs.

_HOLZZELLE._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

*Benedikt.-Nonnen-Klst*. Dürftige Reste. Eine ältere Zeichnung der Ruine
zeigt ausgebildete rom. Formen; 2 Türme im Winkel zwischen Lhs. und Qsch.
(ein Merkmal der Hirsauer Schule, auf welche jedoch der Chor nicht
hinweist). [Ein figurenreiches, nach der flüchtigen Abb. zu urteilen,
bedeutendes _Tympanon_ jetzt in Eisleben in Luthers Sterbehaus.]

_HOMBERG._ RB Cassel Kr. Homberg. *Pfarr-K.* S. Maria. Beg. 1340, Turm
1374 von _Heinrich v. Hesserode_ (Inschr.). Hallenkirche von 4 Jochen,
Chor 1sch. 3 Joche und 5/8 Schluß. Schlanke Rundpfll. mit 4 Diensten.
Gwbb. der Ssch. stark gestelzt. Fenster 3teilig, in Maßwerk und Gewände
reich gegliedert. Der mächtige WTurm in sehr reinen Formen. Stattliches
WPortal.

*Marktbrunnen*. Die 7 Sandsteinreliefs mit Szenen aus der Passion wohl von
einem Stationsweg.

*Got. Häuser* hinter der Kirche und Gasthaus Krone.

*Stadtmauer* mit Türmen.

_HOMBURG A. MAIN._ UFranken BA Marktheidenfeld.

Ehem. *Schloß*. Anlage des 16. Jh. mit rundem rom. Bergfried. — In der
_Burkhardusgrotte_ (im Schloßberg) guter _Altar_ von 1613 mit Figuren und
Reliefs aus Alabaster, in der Art des _M. Kern_.

_HOMBURG_ a. d. Wern. UFranken BA Gemünden.

*Burgruine*. Eine der bedeutendsten in Deutschland und prachtvoll gelegen.
Der riesige Komplex gliedert sich deutlich in zwei Teile, die Hauptburg,
die im Bering und in einigen Bauteilen auf das 12. Jh. zurückgeht. Durch
Halsgraben geschieden von der Vorburg. Diese aus dem 14. Jh. ff. mit
Kapelle, Wirtschaftsbauten und starker, von großen Mauertürmen bewehrter
Ringmauer.

_HOPFERSTADT._ UFranken BA Ochsenfurt.

*Dorf-K.* spgot. — Guter _Ölberg_ um 1500. — An der Auber Straße bmkw.
_Bildstock_ A. 15. Jh.

_HÖRNITZ (ALT-)._ K. Sachsen AH Zittau.

*Schloß* 1651 vom Zittauer Meister _Valentin_. Die Giebel der rck. Anlage
mit dem massigen alten Turm wirkungsvoll zusammenkomponiert.

_HÖRNITZ (NEU-)._

*Schloß* 1751, gutes Beispiel dafür, wie bei äußerster Beschränkung der
dekorativen Mittel doch eine vornehme und reizvolle Wirkung erreicht
werden konnte (jetzt Brauerei).

_HÖRSELGAU._ Sachsen-Gotha LA Waltershausen.

*Dorf-K.* 18. Jh. _Altarwerk_ A. 16. Jh. mit ungewöhnlich großen, nicht
üblen Figg.

_HÖRSTEIN._ UFranken BA Alzenau.

*Pfarr-K.* Schiff rom., Chor got.

_HOSTERWITZ._ K. Sachsen AH Dresden-N.

*Dorf-K.* schlicht spgot. Anlage, 1774 umgebaut. — _Altar_ um 1580 in der
Art des _Hans Walther_, später umgearbeitet; _Denkmäler_ 1641, 1788.

_HUBERTUSBURG._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Jagdschloß*. Seit 1721 für den Kurprinzen Friedrich August von _J. Ch.
Naumann_, fast ganz neu gebaut 1743-51 von _Joh. Chr. Knöfel_, eine
Hauptleistung der Dresdener Schule. Sehr großräumige Anlage inmitten
weiter Forsten. Zuerst in Triklinienform 55 : 80 m. Der Hauptflügel durch
einen kräftigen polygonalen Mittelbau mit turmartigem Aufsatz, die
Seitenflügel durch, flache Endrisalite belebt. Aus dieser ersten Zeit
stammen auch einige Nebengebäude. Der Umbau verlängerte die Seitenflügel
und schloß das Ganze zu einem großen Viereck von 97,5 : 80,5 m ab. Das
Äußere blieb einfach in der Behandlung; die innere Ausstattung, an der
_Matielli_, _Knöffler_, _Dieterici_ und _Oeser_ teilnahmen, ist
großenteils zerstört; eine Ausnahme macht der westl. Ecksaal und die
Kapelle; letztere in einfachen Architekturformen, aber durch die
durchgehende Verwendung von Stuckmarmor von feiner, vornehmer Wirkung; die
Plastik des Hochaltars von _Matielli_ dürfte dessen Kunst in ihrem
Höhepunkt darstellen; die Gemälde der Seitenaltäre von _Silvestre_; die
reizende plastische Dekoration der Eingangsnische mit dem Weihwasserbecken
wohl von _Knöffler_.

_HÜLFENSBERG._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Wallfahrts-K*. Spgot. Hallenkirche, roh und dürftig, neuerdings
ausgebaut. Der _Crucifixus_ (»Hülfenskreuz«) gilt für Arbeit des 12. Jh.;
vielleicht eher archaistische Nachahmung.

_HUMMELSHAIN._ Sachsen-Altenburg LA Roda.

*Dorf-K.* _Schnitzaltar_ aus der Saalfelder Schule.

_HÜMPFERSHAUSEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Kirche* got. 1603, rest. 1725 und 1826. _Schule_ 1623.

_HÜNFELD._ RB Cassel Kr. Hünfeld.

*Protest. K*. (ehem. Chorherrenstift). Der Umbau 1857 hat wenig vom ma.
Bau übrig gelassen.

*Kathol. K*. Spätestgot. Hallenkirche ohne Strebepfll. — _Taufstein_ 1495.

*Ringmauern* gut erhalten.

_HUTSBERG._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Burgruine*. Palas mit rck. und rundbg. Fenstern, darin Steinsitze. An der
Ringmauer Reste des Wehrganges.

_HÜTTENGESÄSS._ RB Cassel Kr. Hanau.

*Dorf-K.* mit rom. Turm und reichem Renss.Portal von 1597.



_I_


_ICHSTEDT._ Schwarzburg-Rudolstadt LA Frankenhausen.

*Dorf-K.* 1719, rom. Chorturm, tüchtiges Renss.Epitaph.

_ICHTERSHAUSEN._ Sachsen-Gotha LA Gotha.

*Nonnen-Klst.-K*. (erst Benedikt., dann Cisterc.). Süddeutsches Schema.
3sch. Basilika mit 3 gleichfluchtigen Apsiden (Inschr. 1154). Das Qschiff
über die Sschiffe nicht hinausragend. Im 17. Jh. auf 1 Sch. reduziert, die
Doppeltürme im W verderbt erhalten. — Herabgekommenes Schloß 16. und 17.
Jh.

_IHLEWITZ._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

*Dorf-K.* Gutes Beispiel einer rom. Anlage einfachster Art. Rechteck mit
eingezogener 1/2 kr. Apsis.

_ILMENAU._ Sachsen-Weimar VB Weimar.

*Stadt-K.* 1609 erneuert mit Schonung der got. östl. und westl. Teile.
Hinter dem Altar hoher _Kanzelbau_ etwa 1760-70.

*Schloß* 1616, im 18. Jh. etwas überarbeitet. — *Marktbrunnen* 1702.

_IMMENHAUSEN._ RB Cassel Kr. Hofgeismar.

*Stadt-K.* Sch. bez. 1409, Chor 1443. Hallenkirche mit polyg. Chor und
WTurm. Msch. mit quadr., Ssch. mit schmäleren Gwbb. Schafte 8eck. mit
einfachem Kämpferglied. Scheidebgg. aus derselben Grundform profiliert. —
_Sakramentshaus_, _Weihwasserstein_, _Chorstühle_ spgot.

*Rathaus.* Fachwerkbau des 17. Jh.

*Ringmauern und Türme* z. T. erhalten.

_IMMICHENHAIN._ RB Cassel Kr. Ziegenhain.

*Kirche* des ehem. Augustiner-Doppel-Klst. Frgot. mit rom. Erinnerungen,
nach 1250. Einfaches Rck. mit westl. Nonnenempore.

_INGERSLEBEN._ Sachsen-Gotha LA Gotha.

*Dorf-K.* Mischbau, älteste Teile 1398. — Am *Herrenhof* Hoftor mit
Nebenpförtchen in guter Renss.

_INGOLSTADT._ UFranken BA Ochsenfurt.

*Dorf-K.* 1751 von _Balthasar Neumann_. 1sch. flachgedeckte Anlage mit
WTurm und belebter Fassade. Ausstattung teils gleichzeitig (Hochaltar),
teils älter. _Epitaphe_ der Herren v. Geyer 1570, 1601.

_IPTHAUSEN._ UFranken BA Königshofen.

*Wallfahrts-K*. M. 18. Jh. Architektonisch unerheblich, doch wegen der
inneren Ausstattung besuchenswert. Vermutlich sind es Würzburger Künstler,
die sich in diesem volkstümlich abgestimmten Rokoko munter und dreist,
dabei mit entschiedener Begabung, haben gehen lassen. _Deckengemälde_ bez.
_G.A. Urlaub_ 1762.

_IRMELSHAUSEN._ UFranken BA Königshofen.

*Pfarr-K.* Zahlreiche v. Bibrasche _Epitaphe_ 16.-18. Jh.

*Wasserburg* der Herren v. Bibra. Malerisch reizender Bau aus Ma. und
Renss. — Kamin 1561.

_ISLING._ OFranken BA Lichtenfels.

*Pfarr-K.* Chor und Turm A. 15. Jh., Lhs. 1729, aus derselben Zeit die
Ausstattung.



_J_


_JÄGERSBURG_ b. Forchheim. OFranken.

*Schloß.* 1718-21 von _Joh. Dientzenhofer_ für Bischof Lothar Franz v.
Schönborn. Einfaches 3stöckiges Herrenhaus mit Ecklisenen, giebelgekröntem
Mittelrisalit, hohem Dach.

_JAHNA._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Dorf-K.* Ansehnlicher spgot. Bau A. 16. Jh. Flachgedecktes Sch.,
eingezogener polyg. Chor mit _Glasgemälden_.

_JAKOBSTAL._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Dorf-K.* Einheitlicher und bezeichnender Bau von 1779.

_JECHABURG._ Schwarzburg-Sondershausen LA Sondersh.

*Dorf-K.* 1726 an Stelle einer rom. Stifts-K. — Auf dem Frauenberg
Grundmauern einer rom. K. von normaler Kreuzgestalt mit Chorquadrat, Apsis
und Nebenapsiden.

_JENA._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Stadt-K. S. Michael*. Ehem. Cisterc.-Nonnen-Klst., gegr. M. 13. Jh.,
Neubau von 1438-1528, Turm erst 1557 voll. Mehrfach erneuert, sehr
verständnislos 1873. Noch immer prächtige Raumwirkung. Hallenkirche mit 7
Jochen und Langchor; früher direkt mit dem nördl. anstoßenden Klst.
verbunden: unter ihm offene Durchgangshalle (wie in Kahla und in der
Deutschordenskirche in Würzburg). 2 Sakristeiräume mit Piscine und got.
Steinaltar; der eine im 17. Jh. als Fürstengruft eingerichtet und mit
Metallarbeiten von schöner Arbeit. In den Westjochen kunstvolle
Bienenzellengewölbe. Im Nordschiff steinerne Nonnenempore (15. Jh.); 1873
nach O verlängert). Im nördl. Ssch. steinerne Emporen, alte und neue
Bestandteile gemischt. Außen an der SSeite ein reiches spgot. Portal, von
gekünstelter Komposition, aber malerisch wirksam; Kielbogen mit
Teilungspfosten, das Ganze in einer tiefen Nische mit Steinbalkendecke, an
deren Vorderkante ein schwebender Bogenfries, darüber eine Fenstergruppe.
Der WTurm unter Veränderung des Bauprogramms nachträglich (E. 15. Jh.)
hinzugefügt. Feine, interessante Bauformen. Über der Eckvermittlung vom
4Eck zum 8Eck befanden sich (jetzt zerstört) Fialen, von welchen dünne,
mit Kantenblumen gezierte Strebebögen ausgingen. — Spgot. _Taufstein_;
spgot. _Kanzel_ ganz rest.; bronzene _Grabplatte Martin Luthers_ nach dem
Gemälde von _Cranach_, für Wittenberg bestimmt, 1551 hier aufgestellt;
_Grabstein_ der Familie _Cospoth_ 1632-1676; zahlreiche _Gedenktafeln_. —
[Von den einst 16 Altären nur das Mittelstück eines einzigen erhalten,
jetzt im Museum, wo auch ein bmkw. steinernes Vesperbild von ca. 1350].
Nahe der K. Holzfig. eines Bischofs um 1520. Außen ein verwittertes
_Selbdritt_ und (am Turm) ein stilgeschichtlich interessantes
Kreuzigungsrelief, wohl vom Jenaer Bildhauer _Hans Gronig_.

*Collegienkirche* (Dominikaner). Ursp. 1sch.; später ein niedriges Ssch.
im N hinzugefügt. Das spgot. Gewölbe läßt eine ursp. flache Balkendecke
vermuten. Der im S anstoßende Kreuzgang z. T. erhalten. _Orgel_ 1701, mit
reichem Prospekt, große Menge von _Gedenktafeln_ und _Wandgräber_ für
Professoren und Studenten des 16.-18. Jh.; außen am Turm großes
dekoratives sächsisches _Wappen_ 1557 mit Inschr. betreffend die Gründung
der Universität. — Vom anstoßenden ehemaligen Dominikaner-Klst., 1558-1858
Universität, sind einige Zellen und das got. Torhaus erhalten.

*Garnisons-K*. 1686. Viele Gedenktafeln.

*Katholische K. Joh. Bapt.,* rom., 11. Jh. Die Kämpferkaptt. am ehemaligen
Apsidenbogen könnten noch spätottonisch sein. Sonst der Chor spgot.
umgebaut. Dagegen im Langhaus 3 frührom. Fensterchen. Das Ganze dem Typus
der thüringischen Missionskapellen zugerechnet, leider 1905 durch Querhaus
und andere Vergrößerungen entstellt. — Neben dem SPortal _Grabplatte_ der
Jutta Sellerz 1382. Auf dem Friedhof doppelseitige _Passionsstatue_ auf
Säule bez. _Hans Gronig_ 1484, feine Steinskulptur. Manches Originelle
unter den _Grabmälern_ des 17. und 18. Jh.

*Rathaus,* ehemals mit offener Erdgeschoßhalle, um 1340, rest. 1700. Bmkw.
der große Vorsaal. Sitzungszimmer mit Ausstattung des 17. Jh. —
*Burgkeller,* derbe Renss. um 1546. — *»Göhre«* (Weinhaus) am Markt, mit
spgot. Portal.

*Haus Weimar*. 1618, 1666; im Innern ziemlich prächtige Stuckdecken —
Mehrere Professorenhäuser des 17. und 18. Jh. — Reste der
*Stadtbefestigung,* dazu der malerische runde Pulverturm (13. Jh.?) über
Bastei von 1430.

_JESBERG._ RB Cassel Kr. Fritzlar.

*Schloßruine*. Seit 15. Jh. in Trümmern.

_JESTÄDT._ RB Cassel Kr. Eschwege.

*Kirche.* Rom. Turmchor, später nach O verlängert. Im flachgedeckten
Schiff Rundbg.Fenster. Got. Überarbeitungen 1588, 1599 (Inschr.). Hölzerne
Emporen. — _Grabmal_ des Wallrab von Boyneburg † 1572, der Ritter in
voller Rüstung kniet vor dem Gekreuzigten, umgeben von Weib und Kind.

*Edelhof* 1561, 1612, schlichtes Bauwerk, z. T. aus Fachwerk.

_JOACHIMSTEIN._ K. Sachsen AH Zittau.

*Fräuleinstift*. Erb. 1722-28 auf Kosten J. S. v. Zieglers. Große
prächtige Anlage. Gestrecktes Rck. mit Querflügeln in der Mitte und an den
Enden; 3 Geschosse mit 17 Fensterachsen, Erdgeschoß als Sockelbau, die
Obergeschosse in den Risaliten mit durchlaufenden Pilastern. Mittelgiebel
und geschweiftes Mansardendach. Bedeutend behandeltes Vestibül und
Treppenhaus, großer Saal durch beide Obergeschosse, im kreuzgewölbten
Erdgeschoß Logier- und Wirtschaftsräume, im 1. Obergeschoß
Gesellschaftszimmer, im 2. die Wohnzimmer der 12 Stiftsfräulein.
_Bildnisse_ der sächsischen Kurfürsten und aus der Familie v. Ziegler. —
Der französische Garten wenig verändert. Reichliche Dekorationsplastik. 2
gesonderte Pavillons mit großem Gartensaal.

_JOHANNESBERG._ RB Cassel Kr. Hersfeld.

Ehem. *Benedikt.-Propstei,* gestiftet 1013. Von den Gebäuden nur das
Bruderhaus erhalten, jetzt Schafstall, außer kleinen rom. Fenstern keine
formierte Architektur. Für die K. erwiesen zufällige Grabungen kreuzf.
Gr., auch wurden rom. Kapitelle gefunden (verschleudert).

_JOHANNISBERG._ RB Cassel Kr. Fulda.

*Kirche* der 812 gegr. *Benedikt.-Propstei*. Am WTurm, dessen bar.
Dachwerk einen 8seit. rom. Steinhelm umschließt, schönes sprom. Portal mit
Zickzackornament, das Sch. im 15. Jh. erneuert. Inneres barock. —
*Schloßbau,* jetzt Domäne, 1769 umgebaut von _Herwarthel_ aus Mainz (nach
Entwurf von _Welsch_?). Fresko im Festsaal bez. 1732. Die großartigen
Gartenanlagen z. T. erhalten.

_JÖHSTADT._ K. Sachsen AH Annaberg.

*Stadt-K.* 1675. — _Altarwerk_ von _Andreas Petzold_ 1676, Holz, 6,3 m Br.
: 9 m H., in der Mitte in lebensgroßen freien Figuren die Anbetung der
Könige.

_JÜCHSEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Dorf-K.* 1628. Hübsche, stimmungsvolle Inneneinrichtung.

_JUNKERSDORF._ UFranken BA Hofheim.

*Dorf-K.* Frgot. Turmchor mit umfänglichen _Wandgemälden_ aus M. 15. Jh.
(rest. 1906), an der OWand Jüngstes Gericht; ferner S. Michael und Szenen
aus der Geschichte von S. Georg, S. Bernhard, S. Veit. An der Untersicht
des Chorbg. die klugen und törichten Jungfrauen. An der WWand des Lhs. S.
Christoph u. a. m. Sämtliche Szenen auf weißem Grund mit roten Sternen.

_JUNKERSDORF._ UFranken BA Ebern.

*Dorf-K.* sprom. Anlage, Chor im OTurm mit Tonnengwb. — Schönes
*Fachwerkhaus* von 1617.



_K UND C_


_CABARZ._ Sachsen-Gotha LA Waltershausen.

*Dorf-K.* 1670. Mit hübscher _Kanzel_.

_KADITZ._ K. Sachsen AH Dresden-N.

*Dorf-K.* um 1500. — _Altar_ 1756 von _F. G. Knöfel_.

_KAHLA._ Sachsen-Altenburg LA Roda.

*Stadt-K.* Gemengbau, wesentlich 15. Jh., eindrucksvoller Chor. Die
Durchfahrt unter demselben jetzt zugemauert (vgl. Jena). In der Sakristei
Reste von Schnitzaltären. — Steinfigg. von einer _Ölberggruppe_ um 1500. —
Reste von *Stadtbefestigung*. — *Leuchtenburg,* 3/4 Stunden östl. auf
hohem Bergkegel. Umfangreiche Anlage mit rundem Bergfried des 12. Jh.,
Geschütztürme 16. Jh. Alles andere rettungslos verrestauriert (Burghotel).

_KÄLBERAU._ UFranken BA Alzenau.

Wallfahrts-K. got.

_CALBITZ._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Dorf-K.* Der breite WTurm 13. Jh., Sch. 1724 von _David Schatz_,
eigentümlich der geschweifte Gr. des Altarhauses. Reiche
Barockausstattung.

_KALBSRIETH._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Dorf-K.* 18. Jh. — Guter spgot. _Schnitzaltar_.

_CALDERN._ RB Cassel Kr. Marburg.

*Pfarr-K.* 1250 dem Cisterc.-Nonnen-Konvent geschenkt. Der Bau um weniges
älter. Schlichter spätestrom. Gwb.Bau. Hauptsch. mit 3 rippenlosen
spitzbg. Kreuzgwbb. Nur an der NSeite ein durch spitzbg. Ark. vermitteltes
Ssch.

_CALLENBERG._ Sachsen-Coburg LA Coburg.

*Unterschloß*. 8eck. Turm, dessen untere Hälfte im 15. und 16. Jh., dessen
obere Hälfte im 17. Jh. erbaut. Der Hauptbau 1857 im engl.-gotischen Stil
vollständig umgestaltet.

*Oberschloß*. Erb. auf Mauern des Ma. A. 17. Jh., 1639 voll. Von dem
damals geplanten, sehr umfangreichen Schloßbau des Herzogs Johann Casimir
ist nur die _Schloß-K_. erhalten, bzw. fertig geworden. 3sch. Hallenkirche
in got. renss. Mischstil. 3 Paar toskan. Sll. tragen das aus Korbbgg. und
Spitzbgg. zusammengesetzte Rippengewölbe. Emporen auf Kreuzgewölben. Reich
geschnitzte Holztür von 1639 auf der Empore. Rest. 1845 und 1882. — Die
farbigen _Glasfenster_ aus alten und neuen Teilen gemischt. —
_Steinkanzel_ und _Taufstein_ mit kopiösem Schmuck in originellem
Frühbarock. — Der anstoßende Wohnbau 1831, 1882.

_KALTENBORN._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

*Augustiner-Chorherrenstift*. Wenige Ornamentreste der rom. K.

_KALTENLENGSFELD._ Sachs.-Meiningen Kr. Meiningen.

*Kirche.* Altarhaus im got. OTurm, Hauptraum Emporensaal von 1721.

_KALTENNORDHEIM._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.

*Martinsburg*. Das »alte Schloß« Ruine, das »neue Schloß« 1752-54
schlichter Bau für die Behörden.

_KALTENSUNDHEIM._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.

*Kirche* auf dem stark befestigten Hügel der untergegangenen Wolframsburg.
Schlichter spgot. Bau mit Flachdecke, rest. 1604. Turm über dem Chor. —
*Fachwerkhäuser* 17. und 18. Jh.

_KALTENWESTHEIM._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.

*Dorf-K.* auf befestigtem Hügel. Die jetzige K. 1799. Auf der flachen
Bretterdecke großes _Gemälde_ der Himmelfahrt.

*Burgruine*. Nur die Ringmauer streckenweise erhalten.

_CAMBURG._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

*Stadt-K.* Der vortretende WTurm Überrest der rom. Anlage, sonst spgot.
Hallenkirche mit Veränderungen 1703.

*S. Cyriacus* (1-1/2 km westl. im Walde). Ruine einer einfachen rom.
Pfl.Basilika.

*Burgruine*. Runder rom. Bergfried, vielleicht 11. Jh.

_KAMENZ._ K. Sachsen Amtshauptstadt.

*Haupt-K*. Die Zeit des ersten Baues ungewiß, Wiederherstellung nach Brand
im Hussitenkriege 1429. Urspr. 3sch. Hallenbau, nach N um ein 4. Schiff
erweitert, gestreckter 1sch. Chor. Der letztere aus Granitquadern, das
Langhaus aus Bruchstein mit Backsteingiebeln, welche so angeordnet sind,
daß je 2 Schiffe unter 1 Satteldach zusammengefaßt werden. Der Turm
springt in die NWEcke ein. Steinerne spgot. Empore im W. —
Mittelalterliche Einrichtung. Bmkw. _Kreuzigungsgruppe_ (ehemals auf dem
Triumphbogen), Zeit nicht leicht zu bestimmen, etwa A. 15. Jh., aber mit
altertümelnden Zügen. _Michaelisaltar_ 1498, im Schreine die Figur des
Seelenwägers, Flügel bemalt. _Hauptaltar_ um 1520, 3 Vollfigg. im Schrein,
je eine an den Flügeln, sehr unruhiger malerischer Gewandstil, in der
Predella Abendmahl, kleinere Figg. im Obergespränge. Protestantische
Einrichtung: _Kanzel_ 1566. _Holzemporen_ an den Langseiten 1675-1709. —
_Votivgemälde_ von einem Nachfolger Cranachs (wohl _Wolf Krodel_).
_Epitaph_ mit Jüngstem Gericht von _Andr. Dreßler_ 1554. Sonstige
Epitaphgemälde E. 16. und A. 17. Jh. _Bildnisgrabsteine_ (v. Lüttichau, v.
Nischwitz) aus derselben Zeit. Wandepitaph v. Ponickau 1617 u. a. m.

*Kloster-K*. (Franziskaner) nach 1493. 3sch. Hallenbau im Grundriß der
Haupt-K. Mit Blenden gezierte Backsteingiebel. Reste spätgot. Gestühls.
Mehrere _Schnitzaltäre_ von bmkw. guter Qualität aus dem 2. und 3.
Jahrzehnt des 16. Jh.

Unbedeutende kapellenartige Bauten des späten Ma. sind die Katechismus-K.
und die Just-K.

Von den älteren Profanbauten ist durch den Stadtbrand 1842 vieles
zerstört. Einige Renss.Tore. Adelshäuser der Bar.Zeit wie z. B. die
jetzige Amtshauptmannschaft von 1695. Andreasbrunnen auf dem Markt 1570,
in der Art _Chr. Walthers._

_KÄMMERZELL._ RB Cassel Kr. Fulda.

*Dorf-K.* Geräumiger Bau von 1804 mit stattlicher Fassade. — _Bilder_ aus
der ehemal. Universität in Fulda.

_CANITZ._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Dorf-K.* wesentlich 1697; auf rom. Grundlage.

*Schloß.* 1758, Trikliniengrundriß, die Flügel nach rückwärts. Der
Hauptsaal hat schlichte Holztäfelung und gemalte Tapeten. Park in
französischer Anlage.

_KANNAWURF._ Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.

*Schloß.* Wasserburg. Im jetzigen Bestande 1564.

_CANNEWITZ._ K. Sachsen AH Grimma.

*Dorf-K.* got. Prächtige _Sandsteinkanzel_ A. 17. Jh., darunter kniender
Ritter, wohl Wolf v. Starschedel.

_KAPELLENDORF._ Sachsen-Weimar VB Weimar.

Ehem. *Cistercienser-Nonnen-Kloster-K.,* gegr. 1235 mit Resten einer
älteren rom. Pfarr-K. 1503 der Chor zugebaut, und das Lhs. erhöht, neue
Nonnenempore in Länge des alten Schiffs. Mehrere _Grabsteine_ und
_Epitaphe_, interessant das für den Markgrafen von Kirchberg und seine
Frau von 1410; beide kniend; oben auf einer Konsole der Schmerzensmann.

*Burg* (Wasseranlage) von hervorragend guter Erhaltung, got. Palas 14. Jh.
mit gesondertem Küchenbau, doppelter Mauerring, Türme 12.-16. Jh.,
Haupttor Renss.

_KARBACH._ UFranken BA Marktheidenfeld.

*Pfarr-K.* Erb. 1611. Turm 15. Jh. Auf dem linken (neuen) Seitenaltar gute
Holzfigur St. Wolfgang, E. 15. Jh., Richtung _Riemenschneiders_.

_KARLBURG._ UFranken BA Karlstadt.

Von einem 889 genannten Klst., angeblich Stiftung der fränkischen
Prinzessin Gertrudis, nichts erhalten.

*Pfarr-K.* spgot. und 17. Jh.

_KARLSDORF._ RB Cassel. Kr. Cassel-Land.

*Dorf-K.* (französ. Kolonie). 1704 von _Paul Du Ry_.

_CARLSFELD._ K. Sachsen AH Schwarzenberg.

*Dreifaltigkeits-K*. 1684-88, von _Hans Georg Roth_, angeblich nach, dem
Plan eines Italieners (?). Für Sachsen älteste Vorform des später von
_George Bähr_ gepflegten Typus von Zentralbauten; Gr. quadr. mit
abgestutzten Ecken, durch Anbauten im O (Altarhaus) und W (Vorhalle mit
Treppen für die Emporen) in 8 Eck verwandelt. Kanzel über dem Altar. — Die
virtuos geschnitzten _Altarfiguren_ italienischen Stils vielleicht von
_Andreas Petzold_.

_KARLSFRIED._ K. Sachsen AH Zittau.

*Burg*. Erb. von Kaiser Karl IV. 1357, von den Hussiten ausgebrannt. Die
Ruine läßt wenig mehr als den Gr. erkennen.

_KARLSTADT._ UFranken BAmtsstadt.

*Pfarr-K.* Der einzige bedeutendere got. Bau im Bezirk. Radikaler Umbau
einer sprom. Basilika, von welcher erhalten: der WTurm ganz, die unteren
Teile der Umfassungsmauern des Lhs., die Vierungspfll. und die alte
Sakristei. Im letzten Viertel des 14. Jh. der gestreckte Chor mit 5/8
Schluß (wohl von demselben Meister, wie der Chor der K. in Dettelbach),
das Qsch. und das als Hallenkirche mit schlanken kämpferlosen Pfll. und
Netzgwbb. behandelte Lhs. Im WJoch steinerne Querempore. Das hohe Dach
verdeckt die OSeite des schönen rom. Turms. — 1614 _dekorative Bemalung_
von _W. Ritterlein_ (vgl. Buchold). Spgot. _Wandgemälde_ im Chor und Qsch.
(sehr rest.). Zierliche _Steinkanzel_ mit feinen Reliefs, 1523, Werkstatt
_Riemenschneiders_. In der Rienecker-Kap. großer steinerner _Salvator_ 2.
H. 14. Jh. Vortreffliche _Holzfig_. des hl. Nikolaus von
_Riemenschneider_. Am Turm interessante Steinstatue, _S. Georg_ zu Pferde,
um 1520. — Zahlreiche _Grabdenkmäler_: hervorzuheben die Bildnissteine der
Vögte von Rieneck, aus 1. H. 16. Jh.; der des Philipp † 1550 von _Peter
Dell d. J._ Im südl. Qsch. Denkmal für Friedrich v. Hutten 1727. — In der
_Sakristei_: S. Georg zu Pferde, Silber, hervorragende Arbeit von _Ph. H.
Drentwett_ in Augsburg 1710, Maria immaculata, Silber, von _J. M. Maurer_
in Augsburg 1730. Mehrere gute Kelche rok. und klassizistisch, 1739. — 2
_Glocken_ 14. Jh., eine 1502.

*Spital-K*. 15. Jh., flachgedeckt. — Altäre einheitlich 1689.

*Rathaus* 15. Jh., einfach stattlich, Freitreppe, Staffelgiebel. Bmkw.
Einrichtung aus fr. 17. Jh.

Zahlreiche gute *Fachwerkhäuser*: ältestes no 82 von 1449; no 341
Amtskellerei mit dem Wappen des FB. Julius; 345 guter Bar.-Bau von 1721.

*Bezirksamt*. 1717, Wappen des FB. Joh. Phil. v. Greiffenklau.

*Stadtmauern und Türme,* 14. Jh., großenteils erhalten.

Über der Stadt die *Karlsburg* (Ruine). Die erste Gründung wird auf den
Frankenkönig Karl Martell zurückgeführt. Seit ca. 1080 Besitz der Bischöfe
von Würzburg. Aus karoling. Zeit nichts erhalten; rom. einige Teile des
Berings und der Stumpf des Bergfrieds; got. der Palas. In einer Nische
sehr schöne _Madonna_, Holz, um 1490.

_CARTHAUSE._ RB Cassel Kr. Melsungen.

Ehem. *Kloster-K*. (Scheune). Nur der 3/8 Chor erhalten. A. 13. Jh. An den
Fenstergewänden Säulchen mit Blattwerk.

_KASENDORF._ OFranken BA Kulmbach.

*Pfarr-K.* 1492, Veränderungen 17. Jh. — Lhs. flachgedecktes Rck.,
netzgewölbter Chor 2 Joche und 3/8 Schluß. _Glasgemälde_ 1486. _Ikon.
Grabstein_ 1560 bez. _FH_, ein anderer 1688. _Gemälde_ des 17. Jh. mit
interessanter Darstellung der Kommunion der Evangelischen auf dem
Augsburger Reichstag 1530. _Altar_ 1662.

_CASSEL._ Pr. Hessen-Nassau Hauptstadt.

*Brüder-K*. (ehem. Carmeliter). Beg. nach 1294, Chor voll. 1331, Sch.
voll. 1376. — Unsymmetrisch 2sch. Hallenkirche, gewölbt, im Hauptschiff 8
Joche, im Nebenschiff (N) 4 Joche, gestreckter Chor mit Schluß aus 8Eck.
Über dem Choranfang schlanker 6eck. Dachreiter. — _Relief_ vom Tympanon
des NPortals, Beweinung, jetzt in der Sakristei. — _Epitaphe_ mit
Relieffigg. aus 16. Jh.

*Stifts-K. S. Martin.* Chor voll. 1367, Langhaus 1453. Nach Einsturz neue
Weihe 1462. — Große Hallenkirche mit gestrecktem 5/8 Chor und 2 WTürmen.
Im Sch. 6, im Chor 2 Joche. Die reich profilierten Schafte setzen sich mit
einem Teil ihrer Glieder in den Scheidbgg. fort. Die ungleiche
Schiffsbreite hat nicht, wie in der frgot. hessischen Schule, zur Stelzung
der Sschiffsgwbb., sondern zur Tieferlegung ihrer Scheitel geführt. An den
Schlußsteinen des Chors Apostelbilder. Gegen die festlich reiche Wirkung
des Innern fällt das Äußere ab. Von den Türmen nur der südl. vollendet,
zum Schluß in Renss.Formen übergehend, seit 1892 mit got. Helm versehen,
der NTurm ebenso ausgebaut. — Im Chor _Marmorgrab_ Philipps des
Großmütigen † 1567 und seiner Gemahlin von _Elias Godefroy_ (_Gottfro_)
aus Cambray (Kämerich) † 1569, vollendet 1570 von seinem Schüler _Adam
Beaumont_; davor im Fußboden die betreffenden Grabsteine mit Wappen und
Allegorien. _Epitaphe_ der Landgräfin Christine mit Bronzerelief von
_Phil. Soldan_ 1550, des Prinzen Philipp 1619. In der Gruft _Särge_ der
landgräflichen Familie. — _Orgel_ 1600 von _Hans Scherer_.

*Luther-K*. am Graben 1734 von _G. Ghezzi_. Einfacher, turmloser Saalbau
in Straßenflucht. _Ölgemälde_ von _J. G. __ Tischbein_.

*Oberneustädter (französische) K.* 1698-1706 vom Hugenotten _Paul Du Ry_.
Gestrecktes 8Eck mit Walmkuppel, gekrönt von einer schweren Laterne, die
Formen innen und außen die denkbar einfachsten, wenn man auch an der fein
profilierten toskan. Ordnung der WFront die gute Pariser Schule nicht
verkennen wird. Erhöhung durch die oberen Emporen 1874.
_Graumarmordenkmal_ des Grafen v. Broglie, gefallen 1758.

*Kathol. K*. 1770-1776 von _Simon Louis Du Ry_. Da den Katholiken damals
nicht das Recht freier Religionsübung zustand, erhielt die in
fortlaufender Straßenflucht stehende Fassade das Aussehen eines, zwar
stattlichen, Privathauses. Reicher, wenn auch in klassizistischer
Simplizität, das Innere; Emporen auf jon. Sll.; im 1/2kr. Chor ein oberer
Umgang. Die Flächen in rotem Stuckmarmor; Basreliefs weiß, von _Gérin_.
Spgot. _Altarflügel_ angeblich aus Hersfeld. _Ölbilder_ von _L. Cranach_
und _J.H. Tischbein_. Bronzene _Standleuchter_ 1626.

*Hof- und Garnison-K*. 1757-1770. Saalbau.

*Unterneustädter K.* 1801-08. Saalbau mit kleiner Kuppel und Laterne in
der Mitte der flachen Decke.

*Bettenhäuser K*. 1792. Saalbau. Turm mit Schweifhaube.

*Hospital S. Elisabeth mit K*. Gegr. 1383, erneuert 1587.
_Sandsteinstatue_ der h. Elisabeth 15. Jh. in Renss. Nische.

*Renthof*. Einfacher großer Renss.Bau 1581-1618. Mehrere reich
durchgebildete Portale und ein _Brunnen_ mit sitzender Statue in römischer
Feldherrntracht. Im Innern spärliche Reste alter Bemalung.

*Marstall,* voll. 1585. Vierflügelanlage mit Volutengiebel. Treppentürme
in den Ecken des Binnenhofes.

*Zeughaus* 1573-1583, ansehnlicher Massenbau, an einigen Stellen reiche
Wappensteine. Portale an der Hauptfront 1766.

*Druselturm* und *Zwehrenturm*, Reste der von Ldgrf. Ludwig I. 1415
angelegten Stadtbefestigung.

Sog. *Kunsthaus,* ursp. als Schauspielhaus erb. 1594 für Ldgrf. Moritz den
Gelehrten, umgebaut 1696 von _Paul Du Ry_.

*Orangerieschloß* 1701-1711 von Ldgrf. Carl nach italienischen
Reiseerinnerungen; jedoch ist die spezielle Stilerscheinung des malerisch
empfundenen, im einzelnen viel Reizendes enthaltenden Gebäudes
französisch. Architekt _Paul Du Ry_ (nicht sicher). Der innere Ausbau erst
1730 voll. In der Mitte Apollosaal mit stuckierten Wänden. Vom einstigen
Statuenschmuck vieles zerstört. In einem anschließenden Pavillon das
*Marmorbad* 1720-28 mit den ihrer Zeit berühmten Skulpturen von _Pierre
Monot_. Als Gegenstück das *Küchenschloß* 1765. Unterhalb der Orangerie
breitet sich der großartige *Augarten* aus, entworfen von _Le Notre_, E.
18. Jh. anglisiert.

*Alte Gemäldegalerie*. 1751 von _Charles Du Ry_.

*Garde du Corps-Kaserne*. 1768 von _S. L. Du Ry_.

*Museum Fridericianum* (Bibliothek). 1769-79 von _S. L. Du Ry_,
klassizistisch in besonders strenger und trockener, an englische Bauten
dieser Richtung erinnernder Auffassung; lang gestreckt in 19 Achsen;
einzige Pilasterordnung, jonisch, mit untergeordneter Behandlung der in 2
Geschossen angeordneten Fenster, oberer Abschluß durch Balustrade mit
Vasen und Statuen, in der Mitte vorspringende Tempelfront.

*Au-Tor*. 1782 von _S. L. Du Ry_, die 2 Wachthäuser abgebrochen. Der
Triumphbogen (1824 von _Bromeis_) auf den Platz vor dem Regierungsgebäude
versetzt.

*Privathäuser.* Fachwerkbauten des 16. und 17. Jh. in ziemlicher Menge,
einige durch neuerliche Rest. wieder zu Ansehen gebracht. Eines der
ältesten Altmarkt 21; Druselgasse 27 ao. 1557; Brüderstr. 2 ao. 1597;
Oberste Gasse 17 ao. 1651. Am steinernen Erdgeschoß des Hauses Brink 8
hübsches Vesperbild E. 15. Jh. Wildemannsgasse 19 Steinbau des 17. Jh. mit
Diamantquadereinfassung der Fenster. Von _Charles Du Ry_ das Haus Theodor
Landré Ecke Karls- und Wilhelmsstr. Das Rokoko sehr gut vertreten durch
das Haus am Friedrichsplatz gegenüber dem Theater und eine fast mit dem
Asamhaus in München wetteifernde Stuckfassade Königsplatz 55. Das Haus des
Ministers v. Jungken Ecke Friedrichsplatz und Königsstr. (jetzt k. Schloß)
bmkw. als erstes rein klassizistisches Werk _S. L. Du Rys_ beg. 1767
(durch Anbau 1821 erweitert und als kurfürstliches Palais eingerichtet).
Von _demselben_ 1773 das v. Waitzsche Haus, 1775 das französische Rathaus.
Zahlreiche Bauten in gräzisierendem Klassizismus aus der Zeit Jérômes.

_CASTELL._ UFranken BA Gerolzhofen.

Oberes und unteres *Schloß*; jenes die Stammburg der jetzigen Fürsten
Castell. Von dem oberen nur der 5fache Graben und Reste eines Renss.Baus
auf dem Burgberg erhalten. Jetziges Schloß spätbarock.

*Pfarr- und Schloß-K.* 1780 in kühl elegantem Frühklassizismus. Große
umlaufende Emporen und charakteristisch protestantischer Kanzelaltar in
Alabaster (sog. Castellscher Marmor). In der Anordnung des WTurmes
Nachklang des Neumannschen Kirchentypus.

_KATHARINENBERG_ b. Wunsiedel, OFranken.

Ehem. *Wallfahrts-K*. (gestiftet 1462), nur W-Turm erhalten.

_KAUERN._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg.

*Herrenhaus*; STeil E. 16. Jh., interessante Stuckdecke; Hauptbau 1701
ff.; in der Kapelle ein _Reisealtärchen_ aus Elfenbein, gute französische
Arbeit des 14. Jh.

_KAUFUNGEN._ K. Sachsen AH Rochlitz.

*Dorf-K.* Rom. eingezogener quadr. Chor mit Turm und 1/2kr. Apsis.

_KAUFUNGEN._ Kr. Cassel-Land.

Ehem. *Nonnen-Klst.-K.* Gegr. 1017 von Kunigunde, der Gemahlin Heinrichs
II. auf einem Königshof. Gew. 1025. Unter den sprom. und spgot.
Veränderungen hat sich vom Stiftungsbau so viel erhalten, daß die
Rekonstruktion, wo nicht in allen, so doch in mehreren Hauptpunkten
gesichert ist. Die frühe Entstehungszeit macht den Bau besonders
interessant. Die Abmessungen bedeutend: ganze innere L. 56 (eventuell 60
m). Gr. lateinisches Kreuz. Wenn die Kreuzarme nicht das volle Maß der
Vierung haben, so ist das wohl nur Ungenauigkeit. Beabsichtigt dagegen ist
die unterquadr. Gestalt des Chorhauses (innen 8,8 m br., 7 m tief). Genau
dieselben Maße kehren wieder im Gr. des WTurmes. Ob der Hauptchor eine
Apsis hatte, ist ungewiß; höher die Nebenapsis am nördl. Kreuzarme. Die
sehr hohe Öffnung bezeichnend für Anlagen aus 1.H. 11. Jh. (Limburg,
Hersfeld u. a. m.). Eine Krypta hat sicher gefehlt. Die Zahl der Arkaden
des Lhs. läßt sich durch die z. T. erhaltenen Fenster auf 7 bestimmen. Die
Stützen waren Pfll. Durch die jüngste Untersuchung (Holtmeyer) ist
wahrscheinlich gemacht, daß die Sschiffe, obgleich sie nicht breit sind
(genau 1/2 des Msch.) an jedem Ende mit einer Doppelarkade schlossen (vgl.
S. Michael in Hildesheim). Sehr interessant wäre es, wenn es sich
bestätigte, daß auch das Msch. vom Qsch. durch niedrige Arkaden (4), der
Lettnereinrichtung jüngerer Zeiten vergleichbar, abgesondert war. In der
Einrichtung des WBaus ist durch z. T. schon in rom. Zeit eingetretene
Veränderungen mehreres unklar geworden. Das Erdgeschoß stand durch 3
Arkaden mit dem Msch. in Verbindung. Nach ihrer Zusetzung wurde die
Eingangstür der Wwand überflüssig und ebenfalls geschlossen. 2 weitere
Türen in der N- und SWand scheinen auf Nebenräume in der westl.
Verlängerung der Sschiffe geführt zu haben, mit denen sie durch die oben
erwähnten Doppelarkaden kommunizierten. Besser gesichert ist Gestalt und
Bestimmung des 2. Turmgeschosses: es enthielt die Nonnenempore und öffnete
sich gegen die K. in 3 hohen Arkaden. Dann noch 2 weitere Turmgeschosse,
das letzte mit offenen Klangarkaden. Im Ganzen erinnert der WBau sehr an
westfälische und niederrheinische Anlagen dieser Zeit, von denen es sich
immerhin durch die westl. Eingangstür unterscheidet. Rätselhaft ist der
verhältnismäßig große 6seitige Nebenturm der NSeite; er steht mit dem
übrigen Bau in keinem zeitlichen und ursächlichen Zusammenhang. Holtmeyer
erklärt ihn für älter als die K. und vermutet in ihm einen Überrest
(Bergfried?) der Königspfalz. — Technische Ausführung von größter
Einfachheit: Bruchstein mit Verputz und Quaderecken, die Portale
rechtwinklige Einschnitte, sogar ohne Maueranschlag für die Türflügel. —
Die Umwandlung des Lhs. in Hallenkirche im 13. Jh. kam nicht zur
Vollendung; mit der Marburger Schule kein Zusammenhang, eher mit
Westfalen. Am Chor wiederholte Änderungen: im 12., im 13., im 15. Jh. —
Reste der _Ausstattung_ unerheblich. 2 spgot. _Holzreliefs_ mit Heinrich
und Kunigunde könnten zum Chorgestühl gehört haben. _Grabsteine_ meist
sehr beschädigt, gut der der Äbtissin Anna v. d. Borch 1521. —
_Stiftsgebäude_. Zu modernen Zwecken verbaut. Von Interesse nur die Frage,
ob in ihnen Reste von der Pfalz Heinrichs II. stecken. Das Inventar bejaht
sie. 1. An der SOEcke der ehemaligen Klausur stößt eine Kap. mit 1/2
Apsis, sicher rom., vielleicht noch etwas älter als die Klst.-K. (in den
Quellen von einer S. Georgs-Kap. die Rede). 2. In der jetzigen »Renterei«
am WFlügel des Kreuzgangs stecken die rom. Mauern eines quadr. Raumes mit
quadr. Unterteilung; etwa eine Doppelkapelle. Auf Grund dieser Reste von
Holtmeyer im Inventar eine interessante Idealrestauration der ganzen
Pfalzanlage.

_KAUSCHWITZ._ K. Sachsen AH Plauen.

*Dorf-K.* 1763 aus einem alten starken Wartturm inmitten eines Weihers;
hohes Kegeldach mit Gaupen und krönender Durchsicht; Treppenanbau in
Fachwerk; das Ganze voll Seltsamkeit und malerischen Reizes.

_CAVERTITZ._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Dorf-K.* Rom. Anlage, letzte Umbauten 1797 und 1825. — Reicher Altarbau
3teilig mit dominierenden großen _Sandsteinreliefs_; um 1580; angeblich
von _Aegidius de Bruigt_ (de Brugk). Reizvolle geschnitzte _Kanzel_ um
1600. —

Mehrere bmkw. _Denkmäler_ 16. und 18. Jh., besonders das der Esther v.
Schleinitz 1584.

_KEFFERHAUSEN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Dorf-K.* (kath.). Kleiner Bar.Bau 1686, reich ausgestattet, Hauptaltar
ähnlich dem zu Ershausen.

_KEILA._ Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. Orla.

*Dorf-K.* 1696, unbedeutend. — im Chor _Gemälde_ (Kreuzigung) von _Paul
Keil_ aus Neustadt 1604 (vgl. Nimritz und Arnshaugk).

_KELBRA._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

*Kirche* des 1251 gegr. *Cisterc.-Nonnen-Klst*. Von einem älteren Bau der
rom. Turmunterbau. Die got. Klost.-K. 1sch. flachgedeckt, in der Spätgotik
durch 1 Nebenschiff erweitert. Nach Brand 1607 stark restauriert.

_KEMBERG._ Pr. Sachsen Kr. Wittenberg.

*Stadt-K.* Spgot. Ziegelrohbau. — _Altartriptychon_ mit Gemälden von _L.
Cranach d. J._ — _Sakramentshaus_, zierlicher hoher Aufbau aus Sandstein,
in der Art der gewöhnlich _Adam Krafft_ zugerechneten fränkischen
Arbeiten.

_KENTZGAU._ UFranken BA Haßfurt.

*Dorf-K.* 1760 mit starkem ma. Chorturm. Gute Rok.Ausstattung. — Reste des
ehemaligen *Wasserschlosses*. — Überlebensgroße _Kreuzigungsgruppe_ um
1620.

_KERSBACH._ OFranken BA Forchheim.

*Pfarr-K.* 1744 von _Küchel_, einem Schüler Neumanns.

_KERPSLEBEN._ Sachsen-Weimar VB Weimar.

Große *Dorf-K*. 1720 mit WTurm von 1456. — Daran außen _Relief_,
Kreuzigungsgruppe. — Pomphafter _Kanzelbau_ 3geschossig, bis zur Decke
aufsteigend.

_KESSELSTADT._ RB Cassel Kr. Hanau.

*Schloß Philippsruhe* 1701-13 von Gf. Phil. Reinhard v. Hanau. Bedeutende
Anlage mit Flügelgebäuden und Eckpavillons. Großer Park und Orangerie.
Umbauten 1873.

_KEUDELSTEIN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Ansehnliches *Herrenhaus* (v. Keudell) aus 16. und 17. Jh., Anlage im
Winkelhaken, steinernes Erdgeschoß, 2 Obergeschosse in Fachwerk. Schöner
Renss.Turm, Kamin 1671, gemalte Zimmerdecken.

_KEULA._ Schwarzburg-Sondershausen LA Ebeleben.

*Dorf-K.* 1662. — Über dem Altar großes anscheinend nicht wertloses
_Relief_ mit Grablegung 1. H. 16. Jh., Umrahmung 17. Jh.

_KIESELBACH._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.

*Dorf-K.* Spgot. Chor mit Sakramentsnische, Sch. im 17. Jh. verändert.

_KIRCHAICH._ UFranken BA Haßfurt.

*Dorf-K.* Sprom. E. 13. Jh., überarbeitet und neu ausgestattet A. 18. Jh.
— _Holzmadonna_, gute ländliche Arbeit E. 15. Jh.

_KIRCHBRACHT._ RB Cassel Kr. Gelnhausen.

*Dorf-K.* inmitten eines befestigten Totenhofs; flachgedecktes Sch. und
eingezogener Turmchor. Die spärlichen Details weisen auf E. 14. Jh.

_KIRCHENEHRENBACH._ OFranken BA Forchheim.

*Pfarr-K.* 1796. — Altarstatuen von _B. Mutschelle_ aus Bamberg. —
Grabmäler der Familie v. Wiesenthau 1587, 1594, 1595, eines bez. H. W.
(_Hans Werner_).

_KIRCHENLAMITZ._ OFranken BA Wunsiedel.

*Pfarr-K.* erweitert 1596 durch _Georg Zapf_. Altar 1687.

*Gottesacker-K*. 1660. — *Rathaus* 1705.

_KIRCHGANDERN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Dorf-K.* (kath). Einheitlich 1686. Sehr prächtiger _Hochaltar_ 1691.

_KIRCHHAIN._ RB Cassel Kreisstadt.

*Stadt-K.* (ehem. Karmeliter-Klst.). Ursp. 3sch. Hallenkirche aus 2. H.
14. Jh. Durch Umbauten (16. Jh. und später) sehr entstellt. — Zierlicher
spgot. _Taufstein_.

_KIRCHHASEL._ Schwarzburg-Rudolstadt LA Rudolstadt.

*Dorf-K.* Mit der Langseite an einen befestigten got. Rundturm gelehnt.

_KIRCHHEIM._ UFranken BA Würzburg.

*Pfarr-K.* Turm 1. H. 13. Jh., Chor und Lhs. 1701. Stuckatur und
Gipsaltäre einheitlich E. 18. Jh. von _M. Bossi_ im Charakter Louis XVI.

*Synagoge* 17. Jh., interessant (ähnliche in Bechhofen, M.-Franken).

_KIRCHLAUTER._ UFranken BA Ebern.

*Schloß.* Bar.Anlage aus der Zeit des würzburgischen Fürstbischofs Joh.
Gottfr. v. Guttenberg (1684-1698). Stark artikulierte
Horizontalgliederung, Volutengiebel. Innen _Stuckdecken_ um 1720.

_KIRCHOHMFELD._ Pr. Sachsen Kr. Worbis.

*Dorf-K.* got., oberes Turmgeschoß und Dach mit Schnitzereien um 1670. —
_Epitaph_ Wintzingerode 1634, Sandstein mit aufgelegten Wappen und
Inschriften in Bronze.

_KIRCHSCHÖNBACH._ UFranken BA Gerolzhofen.

Schloß der Grafen v. Schönborn. 2geschossiger Bar.Bau um 1700. Innen gute
Stuckaturen. Inmitten eines prächtigen Parks.

_KIRCHWORBIS._ Pr. Sachsen Kr. Worbis.

*Kap. S. Valentin.* 1735. 8seitige Holzkuppel mit Laterne.

*Fachwerkhäuser* mit Schnitzereien 17. Jh., das spgot. Motiv des
Eselsrückens an den Türstürzen, wie öfters auf dem Eichsfeld in dieser
Zeit, konserviert.

_KIRSCHKAU._ Reuß j. L. LA Schleiz.

*Dorf-K.* 1753. Anlage in Durchdringung von Kreis und gleicharmigem Kreuz.
Im Innern keine Teilungen. Außen mächtiger dorischer Fries auf desgl.
Pilastern. Über dem nördl. Kreuzarm Turm mit schlanker welscher Haube.

_KISSINGEN._ UFranken BAmtsstadt.

*Alte Pfarr-K.* Turm 17. Jh. Kirche quadr. Anlage mit umlaufender Empore
von 1772-75 Einrichtung gleichzeitig, in der Art des _Materno Bossi_.

*Friedhofs-Kap.* Chor von 1446. Lhs. 18. Jh.

*Salinengebäude.* Zweigeschossige Anlagen aus E. 18. Jh.

_KITTLITZ._ K. Sachsen AH Löbau.

*Dorf-K.* Großer Saalbau 1751. Doppelemporen auf ovalem Gr. Sie, sowie das
gegipste Holztonnengwb. in Formen akademischer Steinarchitektur. — [Guter
spgot. _Schnitzaltar_ im Museum zu Bautzen].

_KITZINGEN._ UFranken BAmtsstadt.

*Pfarr-K. Joh. Bapt.* Der unregelmäßig an der NSeite stehende Turm mit dem
anschließenden Portaljoch E. 14. Jh. Er setzt 1sch. Anlage voraus. Um 1416
Planänderung. 3sch. Hallenkirche. Auf der SSeite in 7 Jochen, auf der
NSeite nur in 5 Jochen (wegen des Turms). Eine für Franken seltene Anlage
die Teilung des Ssch. durch eine überwölbte Empore, die sich auch an der
WSeite fortsetzt; eingefügt 1487. Chor 2 Joche und 5/8 Schluß. In allen
Teilen Netzgwbb. in einheitlicher Behandlung (2. H. 15. Jh.). Ganze Länge
55 m. — Die Formen zeigen den Fortgang von der späten schulgerechten
Hochgotik zur eigentlichen Spätgotik. Klare, elegante Raumverhältnisse. —
Zugang zur Empore durch eine überdeckte Freitreppe, die in die
Außenansicht einen asymmetrisch malerischen Zug bringt. Der turmlose WBau
auf reiche ornamentale und figürliche Schmückung angelegt, wohl nie ganz
vollendet und jetzt in starker Zersetzung. — Rest. 1885 und 1909. —
_Inneneinrichtung_ großenteils neugot. 1885. Ansehnlicher _Sakramentsturm_
um 1470. Ziemlich reiches Chorgestühl nach 1450. Vornehme klassizistische
_Marmorkanzel_ von _Materno Bossi_ 1793. An der Chorwand 4
_Passionsreliefs_, Holz, vom ehemaligen Hochaltar, aus der Zeit, aber
nicht aus der Werkstatt _Riemenschneiders_. Flotte _Alabasterreliefs_ um
1700. An der Sakristeitür schöne _got. Beschläge_. _Familien-Epitaph_ des
Wolf v. Crailsheim, 1556 von _P. Dell d. J._ — Hauptportal mit Altan an
der NSeite, um 1400, am _Tympanon_ Jüngstes Gericht. Am WPortal
_Marienkrönung_ gegen 1450. — _Altargeräte_ 17. und 18. Jh., die besten
Stücke von augsburgischen, einige von örtlichen Meistern.

*Protestant. K.,* (ehem. Ursulinerinnen-Klst., vorher Benedikt.-Nonnen,
angeblich gegr. vom hl. Bonifazius) 1686 von _Ant. Petrini_. 1sch.
flachgedecktes Lhs. von 6 Achsen, eingezogener gewölbter 3/8 Chor mit
seitl. Turm. Die Fensterarchitektur der SSeite und besonders die Fassade
in schweren ernsten Barockformen. — Gute _Altargeräte_ 17. Jh.

*Kapuziner-K.* 1652. Die Altäre gehören zu den besten dieser im
allgemeinen wenig tätigen Zeit; eines mit _Gemälde_ von _Osw. Onghers_
1679. Virtuoses lebensgroßes _Kruzifix_ um 1650; ein zweites desgl. am
Chorbg. und ein reich dekoriertes _hl. Grab_ für Prozessionen, beide um
1700.

*Hl. Kreuz-K*. in der Vorstadt Etwashausen. Entworfen von _Balthasar
Neumann_ 1733, ausgef. 1741-45. Griechisches Kreuz mit leichten
asymmetrischen Abweichungen am O- und WTurm. Der Vierungsraum dominiert;
vor die konkav abgerundeten 4 Ecken sind gekuppelte Säulenpaare gestellt,
von der Wand durch einen Durchgang getrennt. Die unmittelbar über ihren
Kämpfern sitzende Kuppel wird von den Kappen der Kreuzarme angeschnitten.
Die letzteren schließen im N und S gerade, im O und W werden sie durch
Kreissegmente verlängert. Die geistreiche Raumdisposition, in der die
Strenge der zentrischen Ordnung nur leicht aufgelockert, nicht aufgehoben
ist, würde noch bedeutender zur Wirkung kommen, wäre nicht die
Lichtführung wenig glücklich (ein bei Neumann öfters vorkommender Mangel).
Die Wand- und Freistützen in toskan. Ordnung. Die zweifellos beabsichtigt
gewesene Dekoration in Stuck und Farbe unterblieb. Die Ausstattung ist
etwas ärmlich. Schöner Kronleuchter um 1750. — Schön und echt neumannisch
das Herauswachsen des WTurmes aus der im Gr. abgerundeten Fassade.
Beachtung verdient die *Friedhofsanlage* (in SW der Stadt) von 1542.

*Rathaus* 1561-63 von _Hans Eckhart_ von Schaffhausen. Eckbau. 3 Geschosse
mit rck., 2- und 3teiligen Fenstern, die Abtreppung der Giebel mit
Segmentstücken überbaut. Im Innern: Erdgeschoß große gewölbte 2schiffige
Halle, Obergeschoß mit ehemals durchlaufender Diele, im dritten Geschoß
getäfelte Ratsstube.

*Häuser*. Grabkirchstr. 4 spgot. mit Schwalbenschwanzzinnen und
Vorhangfenstern, um 1550. Gasthaus zum Bären, Stuckdecken in fr. Rok.
Stattliches protest. Pfarrhaus 1. H. 18. Jh.

*Marktbrunnen* mit S. Kilian 1. H. 18. Jh.

*Mainbrücke* aus Mittelalter, 1661 (Wappen des Fürstbischofs Joh. Phil. v.
Schönborn) erneuert.

*Befestigung*. Die der inneren Stadt zur Zeit der Hussitenkriege angelegt.
In Resten erhalten, besonders der mächtige Marktturm. Vom äußeren Bering
die Mainstrecke mit 8 Halbtürmen (in Wohnungen umgewandelt) und der hohe
runde Falterturm 1469.

_KLEINBARDORF._ UFranken BA Königshofen.

*Dorf-K.* Chor im OTurm mittelalterlich, Lhs. 1712 mit hübscher Fassade. —
_Deckenbild_ von _Joh. Peter Herrlein_ 1781.

*Schloß.* Renss.Bau 1589-90, überarbeitet im 17. Jh.

_KLEINBAUTZEN._ K. Sachsen AH Bautzen.

*Dorf-K.* Einfacher Saalbau 1678. Die vom Patronatsherrn C. H. v. Nostitz
gestiftete Einrichtung bietet im großen Kanzelaltar und dem Betstübchen
höchst prächtige _Holzschnitzwerke_, noch im Charakter des FrBarock.
Zahlreiche _Grabdenkmäler_ der v. Metzrodt, v. Loben, v. Gersdorf, v.
Rechenberg, v. Nostitz.

_KLEINEBERSDORF._ Sachsen-Altenburg LA Roda.

*Dorf-K.* Sprom. Turmchor. — Spgot. _Altarwerk_.

_KLEINFURRA._ RB Erfurt Kr. Hohenstein.

*Dorf-K.* OTurm über dem Altar; aus rom. Anlage.

_KLEINGESTEWITZ._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

*Dorf-K.* Gut erhaltenes typisches Beispiel einer rom. Anlage mit Chorturm
und Apsis.

_KLEINHEILIGKREUZ._ RB Cassel Kr. Fulda.

*Wallfahrts-K.* erb. 1696 vom späteren Fürstabt v. Schleifras.

_KLEINHERINGEN._ Pr. Sachsen Kr. Naumburg.

*Dorf-K.* Neubau 1724. Recht tüchtiger Kanzelaltar aus gleicher Zeit.
Interessantes _Triumphkreuz_ bez. _HF_ (vgl. Görschen).

_KLEINHEUBACH._ UFranken BA Miltenberg.

*Schloß* der Fürsten v. Löwenstein. Großer, nicht sehr geschmückter Bau in
Trikliniengrundriß. Der gewöhnlich als Baumeister in Anspruch genommene
Bamberger _Joh. Dientzenhofer_ war hier wahrscheinlich nur Ausführer eines
fremden Planes, und zwar des Darmstädter Hofbaumeisters _de la Fosse_.

_KLEINLANGHEIM._ UFranken BA Kitzingen.

*Pfarr-K.* 15. Jh., Turm (O) um 1300. — _Grabsteine_ der Zolner 1574,
1577, 1584. — _Friedhofsbefestigung_ 13.-14. Jh.

_KLEINLAUCHSTEDT._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

*Dorf-K.* enthält interessante Reste einer 2geschossigen rom. Anlage von
ursp. wohl nicht kirchlicher Bestimmung.

_KLEINOCHSENFURT._ UFranken BA Ochsenfurt.

*Dorf-K.* im Kern rom., verändert A. 17. Jh. — Ansehnliche _Altäre_ mit
Wappen des Fürstbischofs v. Guttenberg (1684 bis 1698). — _Wartturm_ am
Main.

_KLEINRINDERFELD._ UFranken BA Würzburg.

*Pfarr-K.* 1740 _B. Neumann_ wegen des übernommenen Risses moniert. Der
Bau ausgeführt erst 1768. Doch könnte er auf Neumanns Riß zurückgehen. Die
Anordnung des WTurms in seiner Art. Das Lhs. hat nur flache Decke. —
_Altäre_, A. 18. Jh., aus der älteren K. herübergenommen. _Kanzel_ gute
Rok.Arbeit.

_KLEINSCHIRMA._ K. Sachsen AH Freiberg.

*Dorf-K.* Chor 14. Jh. Im Schiff bmkw. die Behandlung des Zimmerwerks an
Decke und Emporen, 16. Jh. — _Sandsteinkanzel_ und _Taufstein_ 1557.
_Altarwerk_, geschnitzt von _B. Diterich_ 1614.

_KLEINSCHWABHAUSEN._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Dorf-K.* rom. mit rck. Chor; Erweiterungen got. und später.

_KLEINWERTHERN._ RB Erfurt Kr. Hohenstein.

Einfache *Dorf-K*. Altar und Kanzel mit Sandsteinreliefs. Großes
_Sandsteinepitaph_ des Ph. v. Werthern 1588, die einzige bedeutendere
derartige Arbeit in diesem Gebiet.

_KLEINWOLMSDORF._ K. Sachsen AH Dresden-N.

*Dorf-K.* Ursp. spgot. (netzgewölbter Chor), umgebaut 1689 und 1712. —
*Herrenhaus* um 1720.

_CLETZEN._ Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.

Verbaute rom. *Dorf-K*. Spgot. _Schnitzaltar_.

_KLINGA._ K. Sachsen AH Grimma.

*Dorf-K.* In allen wesentlichen Teilen erhaltene, einheitliche Schöpfung
des 13. Jh.; quer-rck. WTurm, quadr. Lhs., quer-rck. Altarhaus mit 1/2kr.
Apsis; einiges rom. Detail.

_KLINGENBERG._ K. Sachsen AH Dresden-A.

*Dorf-K.* einheitlich 1724, schlichter Saalbau, bezeichnend der große
Kanzelaltar. — *Herrschaftshaus* einheitlich 1682.

_KLINGENBERG._ UFranken BA Schweinfurt.

*Schloß* (der Frhr. v. Zandt). Auf einer Anhöhe gelegen. Zwei Flügel, die
durch einen schmalen Zwischenbau verbunden werden. Teilweise noch
mittelalterlich. 1543 nach dem Bauernkrieg neugebaut. Mit Mauern, Tor und
Graben hoch umgeben.

_KLINGENTAL._ K. Sachsen AH Auerbach.

*Pfarr-K.* 1736. Zentrale Anlage in regelmäßigem 8Eck (vgl. Carlsfeld,
Schmiedeberg und Loschwitz).

_KLIX._ K. Sachsen AH Bautzen.

*Dorf-K.* neu. Auf dem _Altar_ Sandsteintafel, 3 Streifen mit Kreuzigung,
Auferstehung und Jüngstem Gericht, Gedränge kleiner Figuren, um 1580 in
der Art des _Chr. Walther_. _Kanzel_ 1702. Zahlreiche _Grabdenkmäler_ der
Familien v. Nostitz und Faber, am anspruchsvollsten das große _Wandgrab_
des Ch. F. v. Gersdorf 1725.

_CLÖDEN._ Pr. Sachsen Kr. Schweinitz.

*Dorf-K.* Sprom. Backsteinbau.

_KLOSTERLAUSNITZ._ Sachsen-Altenburg LA Roda.

*Kirche* beg. 1152, gew. 1180, nach Brand 1212 neue Weihe; im 16. Jh. Lhs.
und Türme abgetragen und der OBau stark verändert. 1863 ff. nach den
Plänen von _v. Quast_ rekonstruiert, die formierten Teile unter Benutzung
der in den Trümmern gefundenen Stücke und besonders nach Vorbild von
Paulinzelle und Talbürgel. Ist die Anlage im Hirsauer Schema sicher
festgestellt?

_KLÖSTERLEIN-ZELLE._ K. Sachsen AH Schwarzenberg.

*Cisterc.-Klst*. Kleine 1sch. K. mit schmalen rom. Fenstern. Am OGiebel
unter jüngerem Putz eine alte Schicht, in welcher in Umrißzeichnung die h.
Jungfrau und 2 andere Heilige eingeritzt sind. Inschr. _Martinus me
fecit_; der Stil weist auf 13. Jh.

_KLOSTERRODE._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

Ehem. *Prämonstratenser-Klst.,* gegr. M. 12. Jh. Erhalten nur ein
gestreckter 2sch. Raum mit rundbg. grätigen Kreuzgwbb.; kleine Nebenräume
mit Tonnengwbb.; Fragmente von gekuppelten Würfelkapitellen.

_KLOSTERVEILSDORF._ Sachs.-Mein. Kr. Hildburghausen.

Ehem. *Klst. Michaelisberg* (Michelstein) gegr. 1189; rege Bautätigkeit A.
16. Jh. — Für landwirtschaftliche und industrielle Zwecke aufgebraucht, so
daß nur noch verstreute und verbaute Gebäudeteile erhalten sind.

_KNAUTHAIN._ K. Sachsen AH Leipzig.

*Dorf-K.* modern mit eingefügtem bmkw. rom. Portal. [Flügelaltar aus A.
16. Jh. im Dresdener Altert.-Ver.] Reste eines großartigen _Denkmals_ der
Familie Pflugk, 2. H. 16. Jh., im Stil des Moritzdenkmals in Dresden. —
Stattliches Schloß um 1700.

_KNAUTNAUNDORF._ K. Sachsen AH Leipzig.

*Dorf-K.* Spgot. Erweiterung einer rom. Rundkapelle aus A. 12. Jh.,
ähnlich der zu Groitzsch.

_KNOBELSDORF._ K. Sachsen AH Döbeln.

*Dorf-K.* Im Kern kleiner rom. Bau aus 12. Jh.; daher ein Portal von
einfachem Aufbau, aber sorgfältiger, schöner Behandlung; merkwürdig der
1/4kreisförmige (anstatt rechtwinklige) Rücksprung für die Sll. Im übrigen
stillos verbaut.

_COBURG._ Hauptstadt von Sachsen-Coburg.

*Moritz-K*. Spgot. Hallenkirche, wesentlich aus 2. H. 15. Jh., mit
erheblichen Veränderungen. Die reichen Schmuckformen der Strebepfll. und
Fenster 1520 ff. von _Konrad Krebs_ (vgl. Torgau). Das Innere 1701
barockisiert, geputzte Flachdecke auf 2 Reihen jon. Sll. in der alten
Einteilung (3 Sch. : 5 Jochen), die 2geschossigen Emporen der Ssch.
durchschneiden die Fenster. Chor gestreckt, 3 schmale Kreuzgwbb. und 5/8
Schluß. Got. Formen ferner erhalten im WBau; der zwischen die Türme
einspringende Teil des Msch. chorartig polygonal geschlossen (jetzt durch
die Orgelbühne verdeckt), Gwbb. mit gewundenen Reihungen und reichem
skulptiertem Detail. Die Doppeltürme bauen sich in 5 niedrigen, durch
Wasserschläge geteilten Geschossen schwerfällig auf; nur der linke
(nördl.) trägt, durch 3kantige Pyramidenteile vermittelt, ein schlankes,
reich geschmücktes Oktogon; das oberste zurückspringende Mauergeschoß und
der Bar.Helm A. 17. Jh. — Das Hauptportal ist mit glücklicher malerischer
Wirkung dem WChor angegliedert; _Statuen_, einerseits Adam und Eva,
andererseits Maria und Magdalena, M. 15. Jh. Die Figg. an den nördl.
Strebepfll. nach 1520. — _Mobilien_ 18. Jh. — _Grabdenkmäler_: am Schluß
des Chors Alabasterepitaph Joh. Friedrichs II. † 1595, ausgeführt bis 1605
von _Nik. Bergner_, einem thüringischen Meister (aus Rudolstadt?); der
Sockel und das Hauptgeschoß nach der Breite 3teilig, im Gr. polygonal
(entsprechend den Chorwänden), darauf 2 fortschreitend in der Höhe
abnehmende Geschosse und Krönung (ganze H. 12 m). Zwischen der überaus
reich geschmückten Rahmenarchitektur große Reliefbilder; auf dem Sockel
die reichlich lebensgroßen knienden Freifigg. des Herzogs und seiner
Familie. In Größe und Schmuckfülle auch von den Weimarer Grabmälern, die
ihm am nächsten kommen, nicht erreicht. Die zugehörigen Bodenplatten jetzt
an der Wand. — Heraldische _Grabplatte_, Bronze, für Joh. Ernst † 1553,
gegossen in Nürnberg vom Büchsenmeister _Bernh. Eberlein_. — Ikon.
Grabplatte, Bronze, für Joh. Casimir † 1633, handwerklich. — Bronzeteile
von anderen Grabplatten. — Im Lhs. (Ssch.) ikon. _Hochreliefplatte_,
Stein, des Ritters Albrecht v. Bach † 1441. — Viele Grabsteine an der
Außenwand, verwittert. — _Kelche_ und sonstige Altargeräte in größerer
Zahl. Von eigenartiger Anlage und vorzüglicher Arbeit ein _Hostienschrank_
von 1607.

*Ehrenburg.* Herzog Joh. Ernst beschloß 1540 die Übersiedlung von der
Veste in die Stadt (vgl. den ähnlichen Vorgang in Landshut i. Baiern),
Erbauung der neuen Residenz 1543-49 und Benutzung des ehem. Barfüßerklst.
Erweiterungsbau unter Joh. Kasimir beg. 1626, Baumeister _Bonallino_. Nach
schwerem Brandschaden 1690 Wiederherstellung. 1816-40 Ausbau in
neugot.-englischem Stil durch _Rénier_. — Die alte Anlage umschloß 3 große
Höfe. Der Haupteingang war von der Steingasse. 1816 wurde ein Frontwechsel
vorgenommen unter Niederlegung des Hinterhofs und seiner
Wirtschaftsgebäude und Ställe. Der jetzige vordere offene Hof (N) ist der
alte mittlere. Die neugot. Formen seiner Fassaden umkleiden die alten
Mauern des 16. und 17. Jh. Durchschreitet man die doppelte Durchfahrt
seines Mitteltrakts, so kommt man in den alten Vorderhof, der den
Charakter der Renss. und des Bar. im wesentlichen bewahrt hat. Die
Außenfronten an der Stein- und Rückertstr. einheitlich aus der Bauzeit
1543-49; 2geschossig; Zwillingsfenster mit Volutenverdachung; am Dach
Zwerchhäuser. Im Hof gehören dieser Bauzeit die Fronten im W und S mit
mächtigem Treppenturm im Winkel. Die Front des OFlügels (»Altane«) 1626 in
kräftigem italienischem Bar., jedoch mit gotisierenden Maßwerkbrüstungen;
die obere Loggia später geschlossen. Der schöne Brunnen stark renss. Die
Bauten 1679-93 stecken im Ausbau des 19. Jh. — _Inneres_: Die Räume des
16. Jh. haben die alte Einteilung und die alten Gwbb. bewahrt, nicht mehr
die Dekoration. Zu beachten vornehmlich die zu den prächtigsten ihrer Zeit
gehörenden Bar.Räume nach 1690; die Künstler nicht bekannt; der Charakter
der Stuckdekoration verwandt den gleichzeitigen Arbeiten in Gotha,
Altenburg, Eisenberg und Großfahner. Der »Riesensaal«; 28 »Riesen«, von
der Hüfte ab aus hermenartigen Pfll. herauswachsend, tragen die (nicht
hohe) Decke, die sie mit dem einen Arm stützen, während der andere
jedesmal einen Bronzekandelaber hält. »Weißer Saal« ebenfalls reich
stuckiert. Aus derselben Zeit die besonders prunkvolle Decke des
»Gobelinzimmers« und des »Roten Zimmers«. Der Bibliothekssaal um 1730. Die
Schloßkirche (gew. 1738) ist die glänzendste dieser Epoche in Thüringen;
stilistisch noch unberührt vom Rokoko. In den nächsten 70 Jahren ruhte die
Ausstattung. 1808 ff. der Marmorsaal und eine Reihe kleiner Zimmer in
vorzüglicher klassizistischer Behandlung. — Deutsche _Gemälde_ des 16. und
17. Jh., darunter 4 von _L. Cranach d. Ä._

*Justizgebäude* am Markt. Erb. 1597 ff. als Sitz der Landeskollegien. Der
Maler _Peter Sengelaub_, von dem die umfangreichen (verschwundenen)
Fassadenmalereien herrührten, soll auch die Architektur entworfen haben.
Gestrecktes, nach 3 Seiten freies Rck. in ausgeprägter
Horizontalkomposition, darüber hohes Dach mit sehr reich behandelten
Giebeln und Zwerchhäusern. Leider ist eine für die Abrundung der
Komposition nötige zweite Kontrastwirkung heute nicht mehr vorhanden: der
vor den Verkaufsläden des Erdgeschosses sich hinziehende offene
Säulengang, dessen Schieferdach bis dicht unter die Luken des Mezzanins
reichte. Die glückliche Massenverteilung in Verbindung mit dem reichen
plastischen Schmuck der Türme, Erker und Giebel (von _Nik. Bergner_) und
der Bemalung der Wandflächen stellte den Bau in die Reihe der prächtigsten
Bauten der Sprenss. in Thüringen. Das Innere 1896 gänzlich verändert.

*Gymnasium Casimirianum.* 1601 ff. von _P. Sengelaub_ und _Nik. Bergner_.
Die Anlage dem Regierungsgebäude ähnlich, jedoch nur 2geschossig, dadurch
ohne Kontrastwirkung des Erdgeschosses, aber mit gesteigerter Betonung der
Dachregion, deren Zwerchhäuser die Zahl 6 und volle Geschoßhöhe erreichen.
Die Fassadenmalerei auch hier verschwunden. In den Details kommen noch
Fr.Renss.-Formen (der venezianische Pilaster) und sogar einzelne got. vor
(wie auch an Joh. Casimirs Altane in der Ehrenburg). An der Ecke Standbild
des Gründers von _Veit Dümpel_ 1628. Das Innere enthielt 3 große
Auditorien (also ähnliche Grundsätze der Einteilung wie in der
gleichzeitigen Universität in Helmstädt).

*Zeughaus* 1616-21 von _P. Sengelaub_. Der Formencharakter den beiden
vorigen ähnlich, mit etwas vordringendem Bar.Charakter (am Portal
Rustikasäulen).

*Rathaus* 1577, im 18. und 19. Jh. stark verändert, die Fassade (1750)
unbedeutend, früheste Rok.formen in Coburg. An der Ecke schöner
Renss.Erker- und im Hof stattlicher Renss.Treppenturm. Großer Saal mit
geschnitzter Holzdecke. Fürstenporträts (Joh. Friedrich II. von
_Sengelaub_).

*Hofapotheke,* Eckhaus am Markt. 1543 in got.renss. Mischstil aus einem
Bau des 16. Jh. adaptiert.

*Wohnhäuser* des 16.-18. Jh. in größerer Zahl und oft gut erhalten;
namentlich ist Coburg eine Stadt schöner Erker. — Besterhaltenes
Renss.Haus Herrengasse no 17 ao. 1591; ebenda no 4 sog. Kemnate
(Trinkstube der fürstl. Beamten); Spitalgasse no 25 mit steinernen
Hofarkaden. Zahlreiche Renss.Portale in Rosengasse und Ketschengasse.
Erker in der Judengasse, Spitalgasse und am Markt. — SpBarock:
Gymnasiumsgasse no 5 um 1700, Spitalgasse no 5 ao. 1739, ebenda no 12 mit
reicher Stuckdekoration. Das Rokoko ist schwach vertreten (ganz hübsch
Spitalgasse no 14 ao. 1785), reichlicher der Klassizismus. — Die einst
zahlreichen Fachwerkhäuser zusammengeschmolzen oder durch Putz verdorben;
von ihm kürzlich befreit Steingasse no 14 ao. 1627.

*Brunnen* Rückertstr. 1679, zwei auf dem Markt 1687.

*Veste* (166 m über der Stadt). Unter Otto III. als königliches Gut
erwähnt, als castrum zuerst 1265. Damals im Besitz der Grafen von
Henneberg (bis 1248 des Herzogs von Meran). 1353 durch Erbgang an das Haus
Wettin, dem es verblieben ist. — 3 rom. Pfll. im Erdgeschoß des jetzigen
»Fürstenbaues« sind Reste des Palas aus 12. oder 13. Jh. Heideloff wollte
1840 Spuren einer rom. Doppelkapelle entdeckt haben; nicht mehr zu
kontrollieren. Auch die im sp. Ma. mehrmals genannte Doppelkap. ist
verschwunden. Im heutigen Bestande der Veste ist nur weniges (das Zeughaus
in den Außenmauern) älter als der Brand von 1500. Auf diesen folgte eine
umfassende Erneuerung, bei welcher der Kriegszweck schon der bestimmende
war. 1540 Verlegung der Residenz in das Stadtschloß. Der Plan von 1553
zeigt in Übereinstimmung mit dem heutigen Bestande eine doppelte Ringmauer
mit Zwinger. Verstärkung der Außenwerke unter Johann Kasimir durch _Gideon
Bacher_ 1614 ff. Belagerung 1635. Ausbesserung und letzte Vollendung
1669-71. Die 1838 begonnene Restauration beeinflußte die bauliche
Erscheinung stark, weshalb dem Beschauer Vorsicht zu empfehlen ist. — Die
Ringmauern umschreiben, dem natürlichen Fels sich anschließend, ein
ungefähres Oval von ungefähr 230 : 110 m. Haupteingang von S durch ein
imposantes Bar.Tor von 1671 (der Straßenzug, sowie der hinter dem Tor über
der inneren Mauer sich erhebende Turm ist modern). Die beiden keilförmigen
SBasteien mit ihren malerischen kleinen Auslugtürmen schon auf Abbildungen
von 1625 und 1626. Die SFront hat übereinander 3 Verteidigungsgänge. Der
Wehrgang des obersten, östl. vom »hohen Haus«, ist moderne Imitation. Der
vom NWEingang ausgehende Tunnel um 1553. Der ihn schützende Rote Turm
verschwunden. Die Bärenbastei (W) aus 17. Jh. Die am meisten gefährdete
OSpitze durch den großen runden Eselsturm (Ruine) gedeckt. Hier wird der
Bergfried der ma. Burg vermutet. Die über ihr liegende »hohe Bastei« eine
künstliche Aufschüttung nach dem 30jährigen Kriege. — Das Innere des
Berings wird durch eine Quadermauer in 2 weiträumige Höfe ohne
geschlossene Gebäudefolge zerlegt. a) _der östl. Burghof_. Das
Hauptgebäude besteht aus 2 im rechten Winkel zusammenstehenden Flügeln:
»Hohe Kemenate« und »Fürstenbau«, der letztere auf den Grundmauern des
rom. Palas, die spgot. Teile nach 1501, die in Fr.Renss.-Formen
ausgeführten von _Nik. Grohmann_ 1553-58; im wesentlichen jedoch die
Fassade M. 19. Jh. Hinter der offenen Galerie 2 Räume mit wohlerhaltenen,
z. T. reich geschnitzten hölzernen Decken. Der schöne Kachelofen aus A.
17. Jh. (im Kupferstichkabinett) neuerlich in München erworben. Im O.
schließt sich die Kapelle an; durch öfteren Umbau, namentlich auch im 19.
Jh., historisch entwertet; »Wiederherstellung« beabsichtigt. Der WFlügel
(»Hohe Kemnate«) hat spgot. Mauerwerk und z. T. spgot. Fenster. Der alte
Bankettsaal jetzt Waffensaal; die Türumrahmung neu, alt der eiserne Ofen
mit Reliefplatten um 1480. Im selben Geschoß das sog. Lutherzimmer; die
Erscheinung wesentlich neu, alt der eiserne Ofen, bez. 1548. (Das Zimmer,
in dem Luther 1530 in Wirklichkeit gewohnt hat, ist ein anderes und
vollständig verändert.) In den Zimmern des Obergeschosses ist Altes und
Neues sehr gemischt; bmkw. das Rosettenzimmer mit spgot. Türgestell und
renss. Kachelofen (wohl fremd). Im Jagdzimmer (sog. Hornzimmer) die
Wandbekleidung mit Intarsia und Schnitzerei von 1632 aus der Ehrenburg
übergeführt; sie gehört zum Schönsten, was in dieser Art in Deutschland zu
finden; die Vorlagen zu den Jagdszenen von _Wolfgang Birkner_; die Möbel
verschiedenen Ursprunges, aus den Vorräten der Veste zusammengestellt. —
b) _der westl. Burghof_. An der SMauer, deren Wehrgang neu, das Zeughaus
(»hohes Haus«) von 1489, rest. nach Brand 1500, mehrstöckiger Giebelbau,
von hübscher Wirkung die Dacherker (Fialen aus Zink 1850); der Turm hat
den ma. Charakter eingebüßt. Die Zisterne mit gutem Renss.-Baldachin um
1540. Im übrigen enthält der Hof schlichte Wirtschaftsgebäude. — Die
Verlegung der Residenz in die Stadt 1540 ist Ursache, daß die
baukünstlerische Entwicklung der Veste über diese Zeitgrenze nicht
fortschritt. Die Restaurationen des 19. Jh. sind im einzelnen ärgerlich
und irreführend genug, für den summarischen Eindruck aber sind sie
ziemlich unschädlich, und zumal die Außenansichten von unvergänglichem
Reiz. Ein wertvoller Zuwachs die im 19. Jh. angelegten _Kunstsammlungen_,
aus denen hervorzuheben: 2 Altarflügel, fränkisch, 1. H. 15. Jh., 12
Tafelbilder von _Cranach_ und seiner Werkstatt; 7 Fürstenbilder von _Jost
Stettner_ M. 16. Jh.; zahlreiche Porträts aus 2. H. 16. und 17. Jh.;
karolingischer Elfenbeindeckel aus Gandersheim; Sandsteinmadonna aus
Königsberg A. 15. Jh.; Holzmadonna A. 16. Jh. aus der H. Kreuz-K. in
Coburg; von einem ausgezeichneten Werkstattgenossen Riemenschneiders; von
demselben Altarwerk, 2 Engel und 3 Relieftafeln; Kruzifix von _Veit Stoß_
(?) und zahlreiche andere Holzskulpturen des 15. und 16. Jh.
Ausgezeichnete Möbel, Gläser, Waffen. Bedeutende Kupferstichsammlung, auch
mit Miniaturen und Handzeichnungen.

_KOHREN._ K. Sachsen AH Borna.

*Stadt-K.* Ursp. rom. Pfl.Basilika, von M. 15. Jh. ab wiederholt
überarbeitet; 1878 rest. — _Altarwerk_ 1616, Holzaufbau mit bmkw.
Gemälden.

*Burg*. 2 starke Rundtürme erhalten.

_COLDITZ._ K. Sachsen AH Grimma.

*Gottesackerk. St. Nikolai*. Rom. 12. Jh., einfache rom. Tür. Denkmäler
des 16.-18. Jh.

*Stadt-K.* 15. und 16. Jh., verbaut. Gute Abendmahlsgeräte.

*Rathaus* 1540, Giebel 1650. — *Wohnhäuser* des 16. und 17. Jh. —

*Schloß.* Genannt schon im 11. Jh.; der jetzige Bau erneuert 1578-91 von
_Hans Irmisch_ unter Beibehaltung got. Teile. Später verwahrlost. Am
besten erhalten die eingebaute Allerheiligen-Kap. mit _Portal_ in
prunkvoll derben Formen von 1584.

_CÖLLEDA._ Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.

*Peter-Pauls-K*. 1266 den Cisterc.-Nonnen überwiesen. Ursp. 3sch.
Basilika, jetzt sehr entstellt. Im Hochschiff kleine rundbg. Fenster,
dagegen die Arkaden spitzbg.

*Wiperti-K*. Bmkw. großes _Alabasterepitaph_ der Familie v. Werthern 1586.

_KOLMDORF_ bei Bayreuth OFranken.

*Schlößchen* Karolinenruhe 1760.

_KÖNIGSBERG I. FR._ Sachsen-Coburg LA Coburg.

*Stadt-K.* beg. 1397, gew. 1432, Gwbb. voll. 1460. Mittelgroßer, mit
Aufwand durchgeführter Bau; durch Brand im 30j. Kriege sehr beschädigt.
(Rest. A. 20. Jh.) — Hallenkirche von 3 Sch. und 5 Jochen. Langchor von 2
Jochen und 5/8 Schluß. Im nordöstl. Winkel Turm, im südöstl. Sakristei.
Der Chor war durch reichen plastischen Schmuck ausgezeichnet; in Höhe der
Fensterbank figurierte Kragsteine; die Statuen fehlen. Außen die
Strebepfll. durch Blenden gegliedert; von den in diese eingeordneten
_Statuen_ nur die eine der Maria verschont; von den übrigen wenigstens die
Konsolen mit Tragefiguren. Unter dem Mittelfenster Blende mit 3
Baldachinen, denen ehemals 3 Statuen entsprochen haben. Unter dem
Kaffgesims Spuren von Wandmalerei. Nächst der Sakristei _Ölberg-Relief_. —
Mit dem Chor gruppiert sich der Turm, voll. 1446; davon erhalten, doch mit
Beschädigung und Umarbeitung im einzelnen, die 4 ersten Geschosse; Friese,
rundbg. mit Nasen besetzt, trennen sie; an den Ecken breite Lisenen und
übereck gestellte Streben, ähnlich denen des Chors mit Statuenblenden und
Baldachinen geschmückt. Das letzte Geschoß E. 17. Jh. — Viel stärker hat
das Lhs. gelitten; das Innere E. 17. Jh. ganz erneuert; dürftig. — Die
*Ausstattung* des Chors mit niedrigen Schranken, Lesepult und Kanzel
sprenss. — _Grabsteine_ 1593, 1675, 1676, 1682, 1703.

*Gottesacker-K*. 1428, rest. 1607 noch in got. Formen. — Unter den
zahlreichen Grabsteinen einige von gediegener Arbeit, andere
gegenständlich interessant.

*Wohnhäuser*. Das bemerkenswerteste Marienstr. 111 von 1733; reiche
Holzbildhauerei, doch nicht im Sinne des volkstümlichen Fachwerkbaues,
sondern vom Steinbau beeinflußt.

_KÖNIGSBRÜCK._ K. Sachsen AH Kamenz.

*Stadt-K.* 1682 von _Chr. Gottschick_ und _G. J. Spieß_. Prächtiger
_Altar_ 1692 mit leidlichen Gemälden. Interessantes _Epitaph_ M. v.
Schellendorf 1763, Holz, vergoldet. — Auf dem *Friedhof* charakteristische
Gruftkapellen und Denkmäler des 18. Jh.

Die *Wohnhausarchitektur* bietet zahlreiche schlicht reizvolle Stücke aus
18. Jh.

_KÖNIGSFELD._ K. Sachsen AH Rochlitz.

*Dorf-K.* erneuert 1754. — Kostbarer Altarbau aus Marmor, Serpentin und
Alabaster 1613.

*Schloß,* ursp. 13. Jh., wesentlich spgot. und frrenss.

_KÖNIGSHAIN._ K. Sachsen AH Zittau.

*Kath. Pfarr-K*. 1766 von _J. J. Kuntz_ in Reichenberg, 1sch. Rck.,
gedeckt mit 2 böhmischen Kappen. Entlang der Längswände unter den Fenstern
Emporen auf gewölbten Arkaden. — _Hochaltar_; über dem Tabernakel großes
Rahmengemälde, von fliegenden Engeln getragen; bez. _Phil. Leubner_ 1780.
— Schöner _Kelch_ E. 15. Jh.

_KÖNIGSHOFEN_ im Grabfeld UFranken.

*Pfarr-K.* 1442-1496. Die Architektur von bmkw. hoher Qualität. Quaderbau.
Hallenkirche von 5 Jochen mit mäßig gestrecktem 1sch. Achteckchor. Die
Raumverhältnisse ungewöhnlich in die Breite gehend, zum Ausgleich das
Msch. stark überhöht. Engmaschige Netzgwbb. Bmkw. zierliche Portale,
leider stark rest. Die WEmpore mit gesuchter Einzelbildung ist das
Bravourstück eines got. Nachzüglers aus der Juliuszeit; aus eben derselben
das noch got. Oktogon des im SO stehenden Turmes, das mit einer welschen
Haube übrigens recht gut ins Verhältnis gesetzt ist; kunstvolle 2läufige
Schneckenstiege. — Das Relief des _Jüngsten Gerichts_ im Bogenfeld des
WPortals sehr ähnlich dem in der Michaels-Kap. in Ochsenfurt. Mehrere
_Messingkronleuchter_ 17.-18. Jh. Überlebensgroße _Madonna_, Holz, um
1500. Andere spgot. _Skulpturen_ in der Kapelle über der Sakristei. In
letzterer frgot. _Aquamanile_ (Pferdchen) und elegante _Elfenbeingruppe_
der Kreuzigung, 18. Jh.

*Rathaus* ansehnlich, spgot. und renss. (Kleine Sammlung städtischer
Altertümer.)

*Wohnhäuser* am Markt, bar. und rok., im Übergang zum thüringischen Typus.

*Marktbrunnen,* Schmiedeeisen, 16. Jh.

*Befestigung* (Fürstbisch. würzburgisch) nach Specklinschem System, einige
Bastionen erhalten.

_KÖNIGSTEIN._ K. Sachsen AH Pirna.

*Stadt-K.* 1810. — *Festung*. Die Anfänge gehen bis ins 12. Jh.
Regelrechte Fortifikation seit M. 16. Jh. Der Haupteingang nach den Plänen
des Nürnbergers _P. Buchner_ 1591. Die Christiansburg 1589-91 von
_Buchner_ und _Irmisch_. Johannissaal (»Neues Zeughaus«) 1631. Die
Friedrichsburg 1721 erweitert; ihr reicher innerer Schmuck durch Brand
1744 zerstört. Das alte Zeughaus 1594, die alte Kaserne (»Gardehaus«)
1598, beide von _Buchner_. Aus A. 17. Jh. die Johann-Georgenburg, die
Magdalenenburg und die Kommandantur, verändert nach Brand 1806. Bildnisse
in großer Menge, u. a. J. R. v. Patkul und Chevalier de Saxe 1768 von _A.
Graff_. Der 180 m tiefe Brunnen 1581, das Brunnenhaus 1735 von _Joh. v.
Bodt_. Die Garnisons-K. hat im Chor noch Konstruktionen aus 13. Jh., vgl.
Kämpfer; umgebaut 1515 und 1631. — Schönes _Elfenbein-Kruzifix_ von
_Melchior Barthel_ um 1670.

_KÖNIGSWALDE._ K. Sachsen AH Zwickau.

*Dorf-K.* Normale rom. Anlage, Kunstformen nicht erhalten. — Spgot.
_Schnitzaltar_.

_KÖNIGSWARTHA._ K. Sachsen AH Bautzen.

*Dorf-K.* 17. Jh. mit got. Resten. — Adlige _Grabdenkmäler_ in großer
Menge.

Schloß erb. für den Reichsgrafen v. Dallwitz † 1796. Nüchterne
Lisenenarchitektur. — _Bildnisse_ des wenig bekannten aber vortrefflichen
Malers _Hagelganß_ 1755.

_CÖNNERN._ Pr. Sachsen Saalkreis.

*Stadt-K.* 1498. 2sch. Halle mit fehlendem südl. Ssch. WTurm im Kern rom.
— Spgot. _Taufkessel_.

_CONRADSBURG._ Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis.

Kloster-K. (Benediktiner). Erste Gründung vor 1133, jetziger Bau
undatiert, nach seinen reichen Schmuckformen um 1200. Qsch. und Lhs.
fehlen (waren sie etwa überhaupt nicht zur Ausführung gekommen?). Der Chor
nach dem Hirsauer Schema; die Nebenchöre kommunizieren mit dem Hauptchor
durch je eine Doppelarkade, von einem Blendbogen überstiegen. Die
abgefasten 8eck. Pfll. von origineller Ausbildung: an den Fasen Rundstäbe,
die oben in ein überfallendes Blatt zusammenlaufen. Die grätigen
Kreuzgwbb. ruhen an der Wandseite auf Konsolen. Das Gwb. des Hauptchors
eingestürzt; als Ruine abgebildet bei Puttrich; jetzt notdürftig
eingedeckt. In der wohlerhaltenen Krypta sind die Pfeiler und Säulen
Prachtstücke blühendster rom. Dekorationskunst; glatte Schafte wechseln
regellos mit spiralisch kannelierten.

_CONSTAPPEL._ K. Sachsen AH Meißen.

*Dorf-K.* (ehem. Wallfahrt). Rom. Backsteinbau, einer der ältesten des
Meißener Landes. Lhs. 1sch., stark vorspringendes Qsch., Chorquadrat (bei
der Erweiterung 1884 die Schlußwand durchbrochen und im W ein Turm
hinzugefügt). — _Taufstein_ mit Reliefs 16. Jh. _Altartafel_, Beweinung,
von einem nicht unbedeutenden Künstler aus der Nähe _Cranachs_.
Lebensgroße Bildnisse Luthers und Melanchthons aus _Cranachs_ Werkstatt.

_CORBETHA._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

*Dorf-K.* mit rck. WTurm im Übergangsstil.

_KORBUSSEN._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg.

*Dorf-K.* Rom. 12. Jh. quadr. Chor und Apsis, sonst verändert um 1500.

_KORNBERG._ RB Cassel Kr. Rotenburg.

*Kirche* des ehem. *Benedikt.-Nonnen-Klst*. Ganz schmuckloser 1sch. got.
Bau mit 8 (meist zerstörten) Kreuzgwbb., Chorschluß aus 8Eck, WEmpore über
2sch. Halle. — Zweistöckige Klostergebäude um einen Hof ohne Kreuzgang.

_KOSELITZ._ K. Sachsen AH Großenhain.

*Dorf-K.* Bmkw. Altargemälde von _C. Roesler_ 1800.

_KÖSSERN._ K. Sachsen AH Grimma.

Herrenhaus, erb. 1695 für Oberhofjägermeister Dietrich v. Erdmannsdorf. In
reicheren Formen das Kavalierhaus, nach Entwurf von _Pöppelmann_;
besonders stattlich der große Saal.

_KÖSTRITZ._ Reuß j. L. LA Gera.

*Fürstl. Schloß* 1689-1704. Der Park eine interessante Anlage der
klassizistischen Zeit; Tempelchen usw.

_COSWIG._ K. Sachsen AH Meißen.

*Pfarr-K.* 1sch. Saal mit 3/8 Schluß 1497, erhöht und mit Volutengiebeln
versehen 1611. Aus dem letzteren Jahr der Gemäldezyklus an der Empore und
der flachen Decke. — _Schnitzaltar_ E. 15. Jh., neu montiert A. 17. Jh.

_KÖTIZ._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Herrenhaus.* M. 18. Jh. Einfacher stattlicher Bau von _Samuel __ Locke_;
in der Ausstattung manches Hübsche.

_KÖTZSCHENBRODA._ K. Sachsen AH Dresden-N.

*Pfarr-K.* Netzgewölbter polyg. Chor 1477, Sch. 1884. — _Altar_ 1638 von
_Zach. Hegewald_, auseinandergenommen, von Interesse die Alabasterreliefs
und Sandsteinstatuetten; _Denkmäler_ 1675, 1738. — Im Dorf reizende renss.
_Brunneneinfassung_ mit Puttenrelief von _Hans Walther_ (?).

_KOTTMARSDORF._ K. Sachsen AH Löbau.

*Dorf-K.* 1735, die hübsche einheitliche Ausstattung (Herrschafts- und
Löbauer Ratslogen) gleichzeitig.

_KRAKAU._ K. Sachsen AH Kamenz.

*Dorf-K.* Mehrere Ölgemälde 16. Jh. und gute _Bildnisgrabsteine_ 17. Jh.

_KRANICHFELD._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

*Stadt-K.* 1496, 1sch. flachgedeckt, gewölbter polyg. Chor. Änderungen
1702. — Hübsches _Gestühl_ 1520; _Grabstein_ einer Gräfin Gleichen 1570.

*Schloß* (»Oberschloß«). Die auf einer Abb. von 1682 noch sehr stattliche
Gruppe hat seither viel verloren. Der älteste Teil der sog. dicke Turm,
aus 12. Jh. Die sprom. Kap. einfaches Quadrat, Kreuzrippengewölbe,
Ecksäulen mit Würfelknäufen; die Außenwand mit fein profilierten Lisenen.
— Sonst das Äußere des Schlosses in der Haupterscheinung von 1530; eine
Menge größerer und kleiner Giebel in einfacher FrRenss. (allein an der
SSeite ihrer 8). — *Unterschloß* mit umfänglichen ma. Resten, jetzt
modernisiert.

_KRANLUCKEN._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.

*Dorf-K.* (kath.), Architektur und Ausstattung einheitlich 1750.

_KRAUTHAUSEN._ Sachsen-Weimar VB Eisenach.

*Dorf-K.* spgot. mit Kielbogenfenstern. Sch. 1709 verlängert. — *Schloß*
1710 einfach.

_CRAWINKEL._ Sachsen-Gotha LA Ohrdruf.

*Dorf-K.* im Kern und manchen Einzelheiten 1421 (I.).

_KRAYENBURG._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.

*Burg*. Ausgedehnte, sehr zerstörte Anlage. Der Palas aus der Zeit der
Grafen v. Frankenstein, 2. H. 12. Jh. [Sll. zur Rest. der Wartburg
verwendet.]

_KREINITZ._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Schloß* seit 1776.

_KREIPITZSCH._ Pr. Sachsen Kr. Naumburg.

*Schloß.* 1865 abgebrannt. Vom alten Bau erhalten Treppenturm 1611 und die
in reicher Rustika gehaltene Hofeinfahrt mit Seitenpförtchen 1628.

_KREUSSEN._ OFranken BA Pegnitz.

*Pfarr-K.* Got. 5/8 Chor, Lhs. 17. Jh. Hübsches spgot.
_Sakramentshäuschen_. Großer _Altar_ 1688. — An der SSeite 2stöckige got.
Kapelle, jetzt Sakristei.

_KREUZBERG._ UFranken BA Neustadt a. S.

*Franziskaner-Klst*. 1681-95.

_KREUZBURG._ Sachsen-Weimar VB Eisenach.

*Nikolai-K*. Rom. Apsis 1215 in sehr großen Abmessungen; in 7 Nischen je 1
Fenster zwischen einfachen Sll. Lhs. wiederholt abgebrannt, erneuert 1785.
Hoher WTurm 1428.

*Liborius-Kap*. 1499; Quaderbau; Netzgwb. auf gewundenen Diensten; Fenster
und Strebepfll. in ziemlich reichen Formen.

*Friedhofs-Kap*. (ehem. Pfarr-K.) 1252; die Rest. 1624 und 1710 haben von
den rom. Formen wenig übriggelassen. Friedhofstor reich renss. 1624.

Got. *Klst.-K*. vor der Stadt, jetzt Scheune.

*Wohnhäuser* mit Renss.Portalen.

*Stadtmauer* aus Ma., z. T. bis hinauf in rom. Zeit.

*Schloß.* Palas 1170, stark verändert. Ringmauer gut erhalten, Zinnenkranz
und Spuren des Wehrgangs.

*Werrabrücke* 16. Jh., vielleicht mit Resten von 1223.

_KREUZEBER._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Dorf-K.* (kath.) 1738, 4 Kreuzgwbb. und 3/8 Schluß, Pilaster und
Fenstereinfassungen in Sandstein.

_KREUZWERTHEIM._ UFranken BA Marktheidenfeld.

*Pfarr-K.* Chor und Lhs. erb. 1443, unbedeutend, Turm 1753. _Schnitzaltar_
ca. 1510-20.

*Schloß* der Fürsten Löwenstein-Wertheim-Freudenberg, erb. 1736,
unbedeutend und verrenoviert.

_KRIEBSTEIN._ K. Sachsen AH Döbeln.

*Schloß.* Die gut überlieferte Baugeschichte läßt 4 Abschnitte
unterscheiden: vor 1382, nach 1382, 1451, nach 1465; 1566 ausgebaut. An
den alten Teilen bmkw. Einzelheiten. In der Rüstkammer gut erhaltenes
_Wandgemälde_ um 1400.

_CRIMMITSCHAU._ K. Sachsen AH Zwickau.

*Stadt-K.* 1513. Einfach behandelter wohlräumiger Hallenbau von 15 : 22 m,
geteilt in 5 Netzgewölbe; der unsymmetrisch anschließende rck. Chor mit
NTurm aus 14. Jh. — _Epitaph_ v. Schönberg 1597, reicher Säulenbau mit
vielen Reliefs, von einem Dresdener Bildhauer (Walther?) aus der Schule
_Nossenis_. Halbzerstörter _Taufstein_ mit Reliefs, treffliche Arbeit aus
1. H. 17. Jh. — Mehrere schöne _Kelche_ aus M. 15. und A. 16. Jh.

_CRÖBERN._ K. Sachsen AH Leipzig.

*Dorf-K.* 1750-55, stattlich. — _Denkmäler_ der Familien v. Breitenbach
und v. Seydewitz aus 16. Jh.

_CROCK._ Sachsen-Meiningen Kr. Hilburghausen.

*Pfarr-K.* (ehem. Wallfahrt) spgot. 1489, die damalige Gestalt nicht sehr
verändert. — Lhs. 1sch. mit Flachdecke, eingezog. polyg. Chor.
Vorspringender WTurm. Charakteristischer spätestgot. _Taufstein_ 16. Jh.

_CRÖLLWITZ._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

*Dorf-K.* spgot., durch zierliches Maßwerk in den Fenstern, einen in
dieser Gegend ziemlich seltenen Schmuck, sich auszeichnend.

_KRONACH._ OFranken BAmtsstadt.

*Stadt-K.* Stattlicher got. Hausteinbau aus 3 Bauperioden, interessant
durch deren klare Abgrenzung bei guter Erhaltung. Chor 2 Joche und 5/8
Schluß, Kreuzgwbb. mit großen dekorierten Schlußsteinen, 1. H. 14. Jh. —
Lhs. 5jochige Halle nach 1404, Kreuzgwbb. auf Rundpfll. — M. 16. Jh.
Verlängerung nach W., Empore, Decke gerippte Flachtonne. Portal mit
reicher Stabüberschneidung, darüber Statue des Joh. Bapt. 1540. —
Ausstattung großenteils neu. In einer Seitenkap. _Pietas_ M. 15. Jh.
_Grabdenkmal_ von 1580 von einem Nachfolger des Eichstädters _Loy Hering_.
— In der Nähe (NO) zierliche 2stöckige Kap. 1512.

*Rathaus.* Origineller hochgiebeliger Bau von 1583, Schule der
Plassenburg.

*Wohnhäuser* in Stein und Fachwerk, 16.-18. Jh.

*Brunnen* mit S. Michael um 1650.

*Stadtbefestigung* des 16. Jh. großenteils erhalten. Entwürfe zu ihrer
Modernisierung von _Balth. Neumann_ 1741.

*Veste Rosenberg,* ehem. der Bischöfe von Bamberg. Gut erhaltene, für die
Geschichte des Wehrbaues lehrreiche Anlage. In der Kernburg hoher 4eck.
Buckelquader-Bergfried aus 13. Jh. Gut erhaltener got. Bering, an einer
Stelle bez. 1487. Einfache Renss.Bauten 1572, 1590, 1595. Der 3.
Befestigungsgürtel 17. Jh. Kräftiges Rustikator 1662 ähnlich wie in
Forchheim. (Kleines Museum zur Stadtgeschichte.)

_KROSIGK._ Pr. Sachsen Saalkreis.

*Dorf-K.*, Ruine einer typischen rom. Anlage.

_KRUKENBURG._ RB Cassel Kr. Hofgeismar.

*Burgruine*. Bmkw. die 1126 gewölbte sehr hohe rom. Kap. In der Mitte
kreisf. Raum, von 12 m lichtem Durchmesser, ehem. mit Kuppelgwb., 4 rck.
Anbauten mit Tonnengwbb, schließen sich kreuzförmig an. Der got. Palas aus
der Zeit des Bischofs Wilhelm von Paderborn (1401-15) in großen Teilen
erhalten.

_CRUMBACH._ Kr. Cassel-Land.

*Dorf-K.* got., rest. 1770, 1sch. mit polyg. Schluß. Interessant der runde
WTurm, der als Bergfried diente; Einsteigeloch vom Kirchenschiff aus; an
der Kirchhofsmauer Spuren eines Wehrganges.

_KÜHNDORF._ Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.

*Dorf-K.* Lhs. rck., schmälerer 5/8 Chor mit gutem Maßwerk 1323. —
_Kanzel_ 1630 mit schönen Intarsien. — Als Gattung bmkw. die bäuerlichen
_Epitaphien_.

*Schloß,* früher Johanniterkomturei, 1398 abgebrannt, Hauptbau noch
mittelalterl., Nebenturm renss.

_KULM._ Reuß j. L. LA Gera.

*Dorf-K.* gew. 1223, die ursp. Anlage vollst, erhalten, 1sch. Lhs. mit
quadr. Chor und 1/2kr. Apsis.

_KULMBACH._ OFranken BAmtsstadt.

*Pfarr-K.* Stattlicher spgot. Hausteinbau. Am Chor Inschr. 1439.
Wohlräumige Hallenkirche von 5 Jochen, stark eingezogener Chor 2 Joche und
5/8 Schluß. Emporen und Gwbb. des Lhs. modern (1535 hölzerne Tonne), WTurm
mit Maßwerkfriesen und Spitzhelm. — Imposanter _Barockaltar_ mit flotten
Skulpturen, am Sockel Porträtrelief des Markgrafen Christian (1603-55).
_Taufstein_ mit 4 guten Marmorreliefs A. 17. Jh., vielleicht von _Hans
Werner_ von Bamberg. _Grabsteine_ 17. Jh., recht gut der des Georg Wolf v.
Lainack. Glasgemälde ca. 1550. — Pfarrhaus 1730.

*Spital-K*. Kleiner, gut gegliederter Barockbau 1738, wohl vom
Hofbaudirektor _Fr. Grael_.

*Friedhofs-Kap*. gotisierend 17. Jh., gute Epitaphe 17. und 18. Jh.,
zahlreiche kapellenartige kleine Gruftbauten.

*Rentamt* (ehem. Langheimer Klosterhof). Reich gegliederter und
geschmückter Barockbau 1694. Zwei schöne Toranlagen.

*Bezirksamt* (ehem. Regierung) einfache Renss. mit geschweiften Giebeln
wie auf der Plassenburg, Erker bez. 1562 _Caspar Vischer_.

*Rathaus* 16. Jh., Fassade 1752. — Einige _Wohnhäuser_ der Renss.

*Stadtbefestigung* teilweise erhalten; Gerichtsturm, wie üblich rot
angestrichen, und Pranger.

_CUNEWALDE._ K. Sachsen AH Löbau.

*Dorf-K.* 1780. Großer Saalbau mit Doppelemporen. — Kanzel 1656. Bmkw.
Reste von spgot. _Altarplastik_. Zahlreiche _Grabdenkmäler_ des 17. und
18. Jh.

_KUNITZ._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Dorf-K.* 1774 und 1860. Gutes dreiflügeliges _Altargemälde_.

*Burgruine* (jetzt Kunitzburg genannt, der alte Name Gleißberg). Vom rom.
Bau der Bergfried und die Südwand des Palas erhalten.

_KÜNITZSCH._ K. Sachsen AH Grimma.

*Dorf-K.* Einheitlich von 1706. — Zwölf _Denkmäler_ 1608-1782.

_KÜNSBERGK._ UFranken BA Mellrichstadt.

Bedeutende *Burgruine*, z. T. rom.

_KUPFERBERG._ OFranken BA Stadtsteinach.

*Stadt-K.* 1280-1300. Frgot. Basilika mit großem Chorturm. — Ansehnliches
Spitalgebäude mit Kirche, 1738-42, angeblich unter Einfluß von _Balthasar
Neumann_ (?).

_KÜRBITZ._ K. Sachsen AH Plauen.

*Dorf-K.* 1624-26 auf Kosten des Frhr. v. Feilitzsch. Für diese dem
Kirchenbau ungünstigste Zeit ein außerordentlich stattlicher Bau, dem
protestantischen Kultus angepaßt. Der Hauptraum Quadrat von 16,5 m, die
Ssch. 2geschossig, Erdgeschoß 5 m h., Empore 7,7 m h. Im O polyg.
Altarhaus, im W starker vierseitiger, oben 8seitiger Turm; in die Winkel
dieser Bauteile gegen das Gemeindehaus je eine Wendeltreppe (im ganzen 4)
eingeschoben, äußerlich mit 3 Achteckseiten hervortretend. Auf der WEmpore
die herrschaftliche Winterbetstube, ehemals reich und behaglich
eingerichtet (erhalten ein _Kamin_ von einfach vornehmen Formen, die als
Hermen fungierenden Gestalten der Fides und Spes vortreffliche Arbeiten).
Die Formen außen und innen ernst und schlicht, mit manchen got.
Nachklängen; z. B. die Fenster der unteren Reihe spitzbg., der oberen
rundbg., aber mit Maßwerk. Aufwendiger nur das Hauptportal, Rustika mit
toskan. Ordnung, übrigens von strengster Behandlung. — _Altarwerk_ aus der
Erbauungszeit mit Teilen eines Schnitzaltars von ca. 1500. — _Kanzel_ bez.
1626; die tragende Mosesstatue sowie die Evangelisten der Brüstung,
überraschend durch Formenreinheit im Sinne der Hochrenss., von derselben
ausgezeichneten Künstlerhand, die den Kamin schuf; das Tektonische in
äußerstem Gegensatz zu der Durchschnittsneigung der Zeit von puritanischer
Einfachheit und Trockenheit. — _Familiengruft_ der Herren v. Feilitzsch
mit Bildnisgrabsteinen von 1511 ab. In der Kirche Ölporträts derselben
Familie aus 17. und 18. Jh. Vierflügeliger _Altar_ um 1500 (schlecht
rest.).

_KÜRNACH._ UFranken BA Würzburg.

*Pfarr-K.* 1723, vielleicht nach Angaben _B. Neumanns_. Eingezogener Chor
mit 3seit. Kappenschluß, im N und S Sakristeien, Lhs. flachgedeckt,
Kuppeldachreiter, Pilasterfassade, Fenster mit reicher Hausteinumrahmung.
— Im Dorf 4 _Bildstöcke_, einer mit Kreuzigungsrelief bez. 1598. Sehr
stattlich die große Freigruppe der _Kreuzigung_ bei der Grießmühle,
Zielpunkt der Flurprozession, bez. 1766.

_CORSDORF._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

*Dorf-K.* mit rom. Chorturm, Apsis, schmalen rundbg. Fenstern.

_KYFFHÄUSER._ Schwarzb-Rudolst. LA Frankenhausen.

*Burgruine*. Angeblich 1116 zum Schutz der kaiserl. Pfalz Tilleda gegr.
Die Konstruktion des Bergfrieds weist auf höheres Alter (?). Von der sehr
ausgedehnten Anlage fast nur noch die Grundmauern zu erkennen. — Die
_Kapelle_ von derselben einfachen Anlage wie die rom. Landkirchen dieser
Gegend.



_L_


_LAAS._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Dorf-K.* Normale rom. Anlage: flachgedecktes kurzes Schiff, eingezogener
quadr. Chor und überwölbte Apsis; von rom. Kunstformen nichts erhalten,

_LAMPERTSWALDE._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Dorf-K.* 1722. Flachgedeckter, nach O aus 8 Eck geschlossener Saal. —
Denkmäler.

*Schloß* um 1690-1700.

_LANDESWEHR_ bei Meiningen.

*Burgruine.* Von der 1525 zerstörten ma. Burg stammt der schräg am Boden
liegende Hauptturm. Derselbe wurde 1685 durch Pulver gesprengt. Die Steine
der Burg wurden 1682 zum Bau der Elisabethenburg, des Residenzschlosses in
Meiningen, verwendet.

_LANDSBERG_ bei Meiningen.

*Schloß* des Herzogs von Sachsen-Meiningen, neugot. 1836-40 von _Döbner_.
Innen große Kunst- und Waffensammlung. 2 Öfen des 16. Jh, aus Saalfeld.
Wertvoll 4 geschnitzte und gemalte thüringische _Altäre_ E. 15. bis A. 16.
Jh. Vertreten sind: _Valentin Lendenstreich_, der _Meister der
architektonischen Baldachine_ und der _Meister des Neusitzer Altars_.

_LANDSBERG._ Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.

*Stadt-K.* sprom. Schiff von 7 : 20 m, im O 1/2k. Apsis, WTurm in gleicher
Breite mit dem Sch. und gegen dieses in 2 Bogen geöffnet. Rom. Tympanon,
S. Nikolaus zwischen Gotteslamm und Löwe.

*Doppelkapelle* der seit 1180 genannten Burg. Das weitaus interessanteste
Denkmal des Kreises. E. 12., A. 13. Jh. — Rck. von 11,5 : 9 m, Aufbau in 2
gesonderten Geschossen, die durch eine Öffnung im Boden des oberen in
Verbindung stehen. Jedes hat 3 grätig gewölbte Schiffe von gleicher Höhe.
2 Doppeljoche, in denen schwere kreuzf. Pfeiler und schlanke elegant
dekorierte Säulen kontrastieren (Kapitelle interessante Weiterbildung des
Königslutterer Typus); im W ein quer durchlaufender Gang, im O 3 durch
beide Geschosse durchgehende Apsiden. Die enge Treppe liegt außerhalb der
SWand und ist geraden Laufs. Das zweite Obergeschoß, als Wohnraum dienend,
ist spätere Zutat. — Die 2 merkwürdigen _Portale_ in Sachsen analogielos.
Das größere in der Architekturform einfach, nur Rücksprung, aber die
Leibungsfläche reich ornamentiert, an den Pfosten figürliche Reliefs, im
Tympanon Christus in der Mandelglorie zwischen Engeln, alles sehr
verwittert. Am kleineren giebelförmiger Sturz ohne Entlastungsbg.
Schnitzaltar, um 1500.

_LANGBURKERSDORF._ K. Sachsen AH Pirna.

*Schloß.* Fester 8eckiger Bau mit westl. im Mittel vorgelegtem 8eckigen
Turm, 1611 erneuert; im Innern Stuck- und Schnitzarbeiten 1749.

_LANGENAUE._ Pr. Sachsen Kr. Zeitz.

*Dorf-K.* rom., sehr verbaut; die ursp. Formen an Apsis und Portal;
_skulptiertes Tympanon_, Christus im langen Rock am Kreuze stehend, zu
Füßen die Weltkugel, oben Sonne und Mond in ornamentaler Stilisierung,
neben ihm 2 Palmenbäume; höchst bäuerisch, wohl 12. Jh.

_LANGENDORF._ Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.

Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst*. M. 13. Jh. Nach Brand 1505 whgest., 1873
rest. Quaderbau, Saalanlage mit Flachdecke. Nonnenempore auf 3sch.
Kreuzgewölbehalle.

_LANGENHESSEN._ K. Sachsen AH Zwickau.

*Dorf-K.* Triumphbg. und Chor sprom. — Großes spgot. _Altarwerk_ von 1502
mit 4 beweglichen und 2 festen Flügeln, in den Gemälden Einfluß der
fränkischen Schule.

_LANGENLEUBA._ K. Sachsen AH Rochlitz.

*Dorf-K.* rom., sehr verbaut; ein schönes Portal mit 2 Säulenpaaren 1841
zwecklos zerstört.

_LANGENLEUBA._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg.

*Dorf-K.* Rom. OTurm über dem Chor; Lhs. E. 16. Jh.; reiche Ausstattung im
18. Jh. — Vornehmes _Grabmal_ für Joh. v. Kuntsch † 1714.

*Schloß* 1707, groß und ehemals prächtig, jetzt in Verfall.

_LANGENNAUNDORF._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

*Dorf-K.* 1715, hoher WTurm in Fachwerk. Bemalte Holztonne. Ausstattung
fast lückenlos erhalten, behagliche Stimmung.

_LANGENREINSDORF._ K. Sachsen AH Zwickau.

*Dorf-K.* Der gerade geschl. Chor mit Giebelkreuz und die westl. Vorhalle
mit massivem Turm enthalten rom. Formen. — _Schnitzaltar_ 1500.

_LANGENSALZA._ Pr. Sachsen Kreisstadt.

*Bonifazius-K*. Beg. A. 14. Jh., nach langer Unterbrechung im 15. Jh.
weitergeführt. Breit hingelagerte Hallenkirche mit hohem Dach und
eingezogenem Chor. Letzterer weicht aus der Hauptachse und hat im Innern
nur eine hölzerne Flachdecke. Die spgot. Netzgwbb. des Schiffes stehen auf
kunstreichen Rundpfll. aus 14. Jh. Es waren 2 Fassadentürme projektiert,
von denen nur der nördl. ausgeführt; Unterbau 1470, Renss.Oberbau erreicht
die für dieses Gebiet ungewöhnliche Höhe von 81 m. Das große WPortal hat
seinen _plastischen Schmuck_ im Bauernkriege verloren; es waren am Gewände
12 Statuen in zwei Rängen und 2×3×4 Statuetten an den Bogenläufen; das von
einem Mittelpfosten getragene Tympanon enthält (ziemlich unversehrt) in 3
Reliefstreifen das _Jüngste Gericht_, Kompositionsschema von S. Lorenz in
Nürnberg; von einem fränkischen Künstler (?) am Pfosten ein _Opferstock_.
Um einiges einfacher das nördl. Seitenportal, im Tympanon _Kreuzigung_. —
Das Obergeschoß über der Sakristei hat eine bmkw. _bemalte Bretterdecke_
aus A. 16. Jh.

*Stephans-K*. 1394 ff. Ursp. Hallenkirche. Die Gwbb. vielleicht im
Stadtbrande von 1506 zerstört. Die dürftige Herstellung gab nur
Bretterdecken und erhöhte das Msch., welches schlichte Stichbogenfenster
erhielt. Reichere Bauformen enthält nur die gerettete Außenansicht der
Sschiffe. Sie sind mit einer Maßwerkbalustrade und kleinen Staffelgiebeln,
zwischen denen die Fialen der Strebepfll. aufragen, gekrönt. Die Fenster
des Maßwerks beraubt. An der SSeite großes, lebhaft gegliedertes Portal.
Der unorganisch in die SWEcke eingeschobene Turm scheint im Unterbau aus
einer älteren Anlage zu stammen; der Oberbau neugot. 1860. — Unter den
_Grabsteinen_ sind die ältesten die des Dietrich v. Salza † 1308 und
Günther v. Salza † 1322; roh in der Zeichnung und sehr beschädigt.

*Augustiner-K*. gegr. 1280, war ein sehr gestrecktes einfaches Rechteck;
abgebrochen. Vom Kreuzgang sind Bruchstücke erhalten.

*Rathaus* 1742. — *Marktbrunnen* 1582. — Zahlreiche Reste der
*Stadtbefestigung*.

_LANGENSELBOLD._ RB Cassel Kr. Hanau.

*Dorf-K.* des 18. Jh., Rundbau mit 4 Vorbauten.

*Schloß* des 18. Jh. auf den Grundmauern des ehem. Klosters. Im Garten
_Grabstein_ eines Abtes aus 15. Jh.

_LANGENSTEIN._ RB Cassel Kr. Kirchhain.

*Dorf-K.* Spgot. flachged. Sch. ohne Streben. Der polyg. Chor hat Netzgwb.
mit doppeltem Rippensystem, das untere frei schwebend.

_LANGEWIESEN._ Schwarzburg-Sondersh. LA Gehren.

*Stadt-K.* 1675.

_LANGHEIM._ OFranken BA Lichtenfels.

*Cistercienser-Klst.,* gegr. 1132, verwüstet 1525, Neubau des
Konventshauses 1657-80, Abtshaus 1700 ff., Erweiterung des Konventshauses
1730 ff., Brand 1802, Säkularisierung 1803, darauf Abtragung der Ruinen.
Erhalten hat sich: eine Kap. vor dem Klostertor und ein Flügel des
Konventsbaues (jetzt Brauerei). Die erstere frgot. 13. Jh., 1sch. mit 6
Kreuzgwbb., deren Kämpfer bis zur Fensterbank hinabreichen (ungefähr wie
im Refektorium zu Heilsbronn), der Schluß 5rippig über 1/2kreisförmigem
Gr. Die K. zeigt sich auf Abb. als sehr langgestreckte, platt geschlossene
Anlage; Stilformen nicht erkennbar. Die Klosterbauten wetteiferten in
Größe und Opulenz mit denen von Ebrach. Der erhaltene Flügel trägt am
Giebel die Zahl 1792, die Formen zweifellos um oder vor M. 18. Jh.;
wahrscheinlich von _Balth. Neumann_; Pläne desselben für Langheim in der
Sammlung Eckart in Würzburg.

_LANGHENNERSDORF._ K. Sachsen AH Freiberg.

*Dorf-K.* 1530 got. mit einigen Resten aus 13. Jh. in der angebauten
Wendelin-Kap. Turm im W querrck., Satteldach. Glasgemälde.

_LANGULA._ Pr. Sachsen Kr. Mühlhausen.

*Dorf-K.* modern, reich geschmückter spgot. _Taufstein_.

_LAUB._ UFranken BA Gerolzhofen.

*Dorf-K.* Bedeutende überlebensgroße _Sandsteinmadonna_, stilistisch der
Madonna im Würzburger Dom nahe verwandt; durch das Stifterwappen auf der
Konsole datierbar auf ca. 1320.

_LAUCHA._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Stadt-K.* 1479-96. Großer einheitlicher Bau, flachgedeckter Saal, aber
vielleicht ursp. auf Gwbb. angelegt; gute Quadermauern und ringsum
Strebepfll. WTurm über nach S und W offener Halle.

*Rathaus.* Renss., wohl jünger als die Wappentafel 1563. —
*Stadtbefestigung* teilweise erhalten, am besten das Obertor.

_LAUCHRÖDEN._ Sachsen-Weimar VB Eisenach.

*Dorf-K.* A. 17. Jh. Der Turm steht abweichend von der Sitte der Gegend im
W. Emporen und hölzernes Tonnengwb. — [Schnitzaltar jetzt in der
Nikolai-K. in Eisenach.] Gedenktafeln 18.Jh. — _Kemenate_ der v. Rotenhan
mit Inschr. 1562, 1575. Hübsches Hoftor. Kamin.

_LAUCHSTÄDT._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

Allerlei bescheidene kleine Architekturen erinnern an die Zeit, als L. zu
E. 18. Jh. ein besuchter Badeort war. Das unter Mitwirkung Goethes 1802
errichtete Sommertheater jetzt geschickt wiederhergestellt.

_LAUDENBACH._ UFranken BA Karlstadt.

*Dorf,* Kirche und Burgruine bildeten eine malerische Gruppe am hohen
Mainufer.

*Pfarr-K.* Charakteristischer Juliusbau von 1613.

*Burg*. Bis 1291 hohenlohisch, dann hennebergisch und wertheimisch, im
Bauernkrieg zerstört. 2 rom. Bergfriede, in z. T. kolossalen Quadern (1,50
m l., 0,50 m h.). — Nettes Schloß im Dorf einfach renss.

_LAUENSTEIN._ OFranken BA Teuschnitz.

*Burg.* Aus der 1. Bauperiode, vor der Zerstörung 1290, der Stumpf des
Bergfrieds in ährenförmigem Verband und Teile der Ringmauer und die
Torhalle. Aus E. 14. Jh. der sog. Orlamünder Bau (O). Der Hauptbau (N)
1551 bis 1554, von dem Meister von Rottweindorf; Innenraum mit
Rippengwbb., Tafeldecken, stattlichem Kamin, geschnitztem Jagdfries, in
der Kap. Fresken.

_LAUENSTEIN._ K.Sachsen AH Dippoldiswalde.

*Stadt-K.* Kleine Hallenkirche E. 15. Jh., Schiff nach Brand 1594
erneuert, System ähnlich Stadt-K. zu Pirna, Pfll. mit renss. Elementen.
_Altarbau_ aus Sandstein, zugleich als Epit. des Rudolf v. Bünau † 1609
und seiner Gemahlin Anna v. Schleinitz † 1591; großartiges, in 3
Stockwerken staffelförmig sich verengendes Gerüst von starken Sll.,
zwischen denen Reliefbilder; auf den Absätzen Freifiguren, zuunterst der
kniende Stifter; das ebenso gediegen als prachtvoll durchgeführte Werk
stilistisch aus niederländischen und italienischen Elementen gemischt,
gehört zu den bedeutendsten seiner Art und Zeit in Deutschland. — Von
demselben Künstler die große _Moseskanzel_ und der _Taufstein_; Mäßigung
der Architekturformen, Übergewicht der figürlichen Plastik. —
_Bünaukapelle_ (Erbbegräbnis) beg. 1609 von _Lorentz Hornung_, einem aus
der Schule Nossenis hervorgegangenen Bildhauer in Pirna. Hauptstücke das
Portal und das Epit. von 9 m H. und 5 m Br. Sandstein mit Heranziehung von
Alabaster, Achat und Jaspis; sonst Verzicht auf Färbung und Vergoldung;
virtuosenhafte Feinarbeit, zumal im Kostümlichen, ein Fortwirken jener
niederländischen Tradition, deren bedeutendstes Beispiel das Grabmal des
Kaisers Maximilian I. in Innsbruck ist.

*Burg.* Oft umgebaut, ihre Anlage wesentlich 15. Jh. Die glanzvollere
Erneuerung und Ausschmückung durch Günther v. Bünau aus Bruchstücken zu
ahnen.

_LAUSA._ K. Sachsen AH Dresden-N.

*Dorf-K.* einheitlich um 1650; gotisierende Erinnerungen noch nicht ganz
vergessen. — _Altar-Kanzel_ 1789. — _Sandstein-Denkmäler_ 1632, 1688,
1738, 1759, 1762, 1768, 1787, 1805, 1808, 1810, 1817 — eine
stilgeschichtlich bezeichnende Reihe. — *Pfarrhaus* um 1650.

_LAUSIGK._ K. Sachsen AH Borna.

*Stadt-K.* (Benedikt.-Priorat) gegr. 1105; in den Umfassungen völlig
erhaltene 4achsige Pfeilerbasilika mit normalem kreuzf. Gr., keine Türme,
sparsamste Formen; nur die Tür (W) hat flachgeritztes Blattornament im
Charakter des 12. Jh,. und rck. Umrahmung mit Schachbrettfries, oben
Bogenfries, am Gewände 1/4 Rundstäbe anstatt Sll.

_LAUSKE._ K. Sachsen AH Löbau.

*Schloß.* Umgebaut 1770 von Graf v. Breßler in einem an die ital. Renss.
sich anlehnenden Klassizismus; bmkw. der runde Speisesaal mit
kassettierter Kuppel. — Familienbildnisse und Möbel.

_LAUSNITZ,_ s. Klosterlausnitz.

_LAUSNITZ._ Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.

*Dorf-K.* 1725; Kanzelbau und andere Ausstattungsstücke aus derselben
Zeit.

_LAUTER._ UFranken BA Kissingen.

*Dorf-K.* 3/4 lebensgroße _Steinmadonna_ E. 13. Jh., eine der
allerschönsten der Epoche, wohl sicher vom Meister des Botenlaubengrabmals
in Frauenroth und sehr wahrscheinlich von dort verschleppt (eine Zeitlang
als Bildstock benutzt).

_LAUTERBACH._ K. Sachsen AH Marienberg.

*Dorf-K.* 2. H. 15. Jh. Aus dieser Zeit der bmkw. Dachstuhl (ein gleicher
in Großrückerswalde). Guter _Schnitzaltar_ A. 16. Jh. und Reste der
Altarbekleidung. _Kindergrabsteine_ 1585, 1586.

_LAUTERBACH._ K. Sachsen AH Großenhain.

*Schloß.* 18. Jh. Schöner Saal mit dekorativen Gemälden. Hübsches
Gartenhaus um 1770.

_LAWALDE._ K. Sachsen AH Löbau.

*Dorf-K.* 1777 mit reizvoller Raumwirkung. Bmkw. _Kirchhof_, Torturm 17.
Jh.

_LEBIEN._ Pr. Sachsen Kr. Torgau.

*Dorf-K.* rom., Raseneisenstein, rck. WTurm in Backstein, spgot. Netzgwb.
— Kanzel, Altaraufsatz, Emporen renss. E. 16. Jh.

_LEHESTEN._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Dorf-K.* 1683. — Schloß, ehemals Besitz des Deutschordens; Wasseranlage;
Rundturm mit Eingang von 1551.

_LEIDENHOFEN._ RB Cassel Kr. Marburg.

*Dorf-K.* 1. H. 13. Jh. Flachgedecktes Sch. (etwa 12,5 : 9 m), schmucklose
rundbg. Tür und vermauerte rundbg. Fenster, der Chor im Erdgeschoß des
OTurms, kuppeliges Kreuzgwb. mit spitzen Bogenlinien.

_LEIHA._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Dorf-K.* wesentlich in rom. Gestalt erhalten. Kleiner Saal mit
eingezogenem Turmchor, rundbg. Portal an nördl. Langseite. Die bar.
Ausstattung charaktervoll und gut.

_LEIMBACH._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Schloß.* A. 17. Jh. mit dem Wappen der v. Butlar; gut erhalten.

_LEIPZIG._ K. Sachsen. Kr. Meiningen.

*Nikolai-K*. Älteste Pfarr-K. der Stadt; 1017 dem Bischof von Merseburg
geschenkt; 1213 den Augustiner-Chorherren von St. Thomas untergeordnet.
Etwa aus dieser Zeit der rom. WBau; Ziegelmauern mit Hausteingliederung; 4
breite Lisenen, an den Ecken mit Rundstäben und oben in Sägefries und
Hohlkehle schließend; 2 vermauerte frgot. Fenster der alten Glockenstube,
etwa M. 13. Jh., sonst alle Fenster aus späteren Umbauten; im 14. Jh.
Auflösung des rck. Mauerkörpers in drei 8eckige Türme; 1555 durch
_Hieronymus Lotter_ der Mittelturm erhöht und mit einem Helm versehen, die
Seitentürme mit Hauben gedeckt. Der 5/8 Chorschluß mit gestrecktem Vorchor
vor 1400; aus gleicher Zeit die im NO anschließende Michaels-Kap.; die
SOKap. 1467. Die Schiffe Umbau 1513 ff.; Halle von 3 Sch. und 5 Jochen.
Die Ssch. durch Emporen erweitert, ähnlich wie in Schneeberg; 1555 Umbau
des Turmes; nach dem 30j. Kriege umfassende Reparaturen; von der alten
Ausstattung ist vieles beseitigt. [Die _Gemälde_ im Museum, anderes in der
Sammlung des Ver. f. Geschichte Leipzigs.] _Kanzel_ spgot., sehr reich
ornamentiert; jetzt in der Turmhalle. — 1784-97 eingreifende Umgestaltung
des Innern durch Dauthe. Die spgot. Pfll. (8eckig mit konkaven Flächen)
als antik kannelierte Sll. verkleidet; kein Kapitell, dafür über dem
Astragal ein kühn geschwungener Kranz von Palmenwedeln — offenbar ein
durch das got. Netzgwb. eingegebener Gedanke. — _Altartisch_, _Leuchter_
und _Taufstein_ aus Stuckmarmor zeigen den Zeitstil von seiner besten
Seite. Die _malerische_ Ausschmückung von _Oeser_. Schmerzensmann Stein
ca. 1400.

*Thomas-K*. gegr. vor 1213 als K. des Augustiner-Chorherrenstiftes. Oft
umgebaut. Der älteste Teil wohl die südl. Turmhalle, 14. Jh. Der
gestreckte polyg. geschlossene Chor und die Sakristeien 15. Jh. Das Lhs.
1482-96 völlig neu aufgebaut von _Claus Roder_; 3 Sch. von gleicher
Breite, 8 schmale Joche, schlanke 8eck. Pfll. Emporeneinbau 1570. —
[_Altar_ 1721 jetzt in der neuen Johannis-K.], bmkw. _Taufstein_ 1614 von
_Georg Kriebel_. [Der reiche und interessante hölzerne Deckel im Ver. f.
Gesch. Leipzigs; ebenda der Fürstenstuhl von 1683, dessen Trophäenkrönung
an die Befreiung Wiens aus der Türkengefahr erinnern soll.] _Grabstein_
des Ritters _Hermann v. Harras_ † 1451 (ausgeführt wohl einige Jahrzehnte
später). Stein für Georg und Apollonia _v. Wiedebach_ 1517, kniend von
vorn, lebensvolle Figuren, vorzügliches spgot. Rankenwerk. — Großes
Alabasterdenkmal der Familie _Bachofen_ nach 1550 mit Weltgericht und
Auferstehung. — Epitaph für _Seb. Hillger_ † 1570, Messing mit Email. —
Bronzeplatte für _Nic. Selneccer_ † 1592, saubere Arbeit. — Denkmal des
_Joh. Jenitz_ 1593 in mehrfarbigem Marmor aus der Schule _Nossenis_. —
Großes Hängeepitaph für _Daniel Leicher_ † 1617; wohl von _Georg Kriebel_
aus Magdeburg; die malerisch virtuos behandelten Alabasterreliefs in
dreiteilig aufgebauter archit. Umrahmung; das Ornament in extravaganter
Knorpelmanier. — Vortreffliche Sandsteinplatte für _Georg Weinrich_ 1687.
— Zahlreiche Superintendentenbilder, die 5 ältesten 1573-1617 von _Johann
de Perre_.

*Pauliner-K*. (Universitäts-K.). Vom ältesten Bau (1221? 1231?) nichts
erhalten außer ein paar Fundstücken. Die jetzige Gestalt durch drei
Umbauten i. J. 1480 ff., 1519-21 und 1709-12. Als ursp. Kern erkennt man
die normale Anlage einer Bettelordens-K.: Lhs. 3 Sch. und 7 Joche (45 m
L.) und schmaler gestreckter Chor mit polyg. Schluß (29 m L.); im 16. Jh.
hinzugefügt die Nebenchöre und im S des Lhs. ein zweites Nebenschiff. Von
dem die ganze Breite der 3 Chöre einnehmenden Lettner nur geringe Reste
erhalten. Das Lhs. Hallenkirche mit Netzgwbb. — _Flügelaltar_ A. 16. Jh.,
die Teile zerstreut; im Mittelschrein die jetzt im Chor auf einer Konsole
aufgestellte lebensgroße Figur des h. Paulus. — Von einem Nebenaltar
stammen zwei wertvolle _gemalte Tafeln_ des 14. Jh. — Holzstatue des _h.
Dominicus_, sitzend, in Meditation (1,13 m hoch), eine künstlerisch
hochbedeutende Arbeit um 1400, vielleicht von derselben Hand wie der
Grabstein des Kanonikus Bruchterte im Dom zu Naumburg. — Holzstatue des
_Markgrafen Diezmann_ † 1307, im Stil Nachklang von Naumburg, weicher,
manierierter, doch immer noch eine hochstehende Kunst. — Grabstein des
_Nickel Pflugk_ † 1482, hohes Relief in Sandstein. — Grabplatte der
Herzogin _Elisabeth von Sachsen_ † 1484, flaches Relief, interessant durch
die Technik der getriebenen Bronze. — Schöner Grabstein mit der
Reliefgestalt eines _Unbekannten_ 1515. — Wandgrab des _Lorenz v.
Reutlingen_ 1528. — Desgl. des _Caspar Börner_ 1547. — Drei Bronzeepitaphe
von gleichartiger Behandlung: des _Christopher __ v. Kruschwitz_ † vor
1549, keine Figg., nur Inschr., Wappen und knappes ornamentales Beiwerk in
frühen, noblen Renss.Formen (Meister _NT_, Gießer _J. Behem_); des _Adam
Moller_ 1549; des Dr. _Joachim v. Kneitlingen_ 1553; drei Grabplatten der
_Familie Maw_ 1616-20, Sandstein, ganze Figg. in hohem Relief mit wenig
Ornament, ehrlich und gründlich, zumal im Stofflichen musterhaft. —
Hängeepitaph des _B. Golnitz_ † 1635, Holzarchitektur mit Übergewicht des
Figürlichen, wilde Sp.Renss. — Charakteristische Beispiele aufwandreicher
und schwulstiger Barockkunst die Steindenkmäler des _J. J. Pantzer_ von
1673 und des _G. T. Schwendendörffer_ von 1685. — Mehrere _Gedenktafeln_
in der Form von Ölgemälden, darunter bmkw. das der Familie Lawe 1548 von
einem Cranachschüler. — »Lasset die Kindlein zu mir kommen« von _L.
Cranach d. Ä._ — Die sehr stattlichen spgot. Klst.-Gebäude 1830 und 1893
abgebrochen; erhalten ein Teil der umfangreichen _Wandmalereien_
(abgehoben, jetzt in der Univers.-Bibliothek, in der auch andere bmkw.
Kunstwerke).

*Barfüßer-K*. (Franziskaner). Von dem 1239 beg. Klosterbau nichts
erhalten. Die jetzige K. ist Umbau 1494-1504. 2sch. Halle. Die trennenden
4 Pfll. vielleicht Reste der alten NMauer; im S Erweiterung durch eine
über dem Kreuzgang angeordnete Empore (wie in der Pauliner-K.).
Nochmaliger Umbau 1698. Liturgisch bmkw. die Verlegung der Kanzel auf die
Mitte der SSeite; gegenüber tiefe Emporen. Die Rest. 1879 und 1894
gotisierend.

[*Johannes-K.,* ursp. Kap. des Siechenhauses, 1582 in einfachen Formen
erneuert, 1894 abgebr. mit Ausnahme des Turmes. Mobilien und Denkmäler
erhalten. Bmkw. das Epitaph der Familien _Meyer_ und _Perger_ 1616, eine
3,8 m breite und bis zur Kirchendecke reichende Holzarchit. mit
Knorpelornament, die Gemälde von _Johann de Perre_; Marmorepitaph des
_Andr. Winckler_ 1675, in der Mitte die lebensgroße Statue des
Schmerzensmannes, hervorragende Barockarbeit. — Marmorepitaph des _J. G.
Sieber_ von 1680, Relief der Kreuzigung, wohl von _Melchior Barthel_. —
Marmordenkmal für Ch. F. _Gellert_ † 1769, einfacher Wandsarkophag mit den
trauernden Genien der Tugend und Religion, das Reliefporträt des Dichters
haltend. — Schöner Altar von 1721 (mit Christusstatue nach Thorwaldsen)
aus der Thomas-K.]

*Johanneskirchhof*. Abteilung III 1680 eingerichtet. [Die schmiedeeisernen
Gitter der Erbbegräbnisse z. T. im Kunstgewerbemuseum.] Charakteristische
Grabmäler des 18. Jh.

*K. zu Eutritzsch,* stattl. 1sch. Dorf-K. mit polyg. Schluß und spgot.
Netzgwb. — [Marienaltar, bäuerische Holzskulptur um 1400; wertvoller der
Annenaltar und Erasmusaltar aus A. 16. Jh.; Museum des Altert.-Ver. in
Dresden.]

*Paulinum* (Pauliner-, d. i. Dominikaner-Klst., später im Gebrauch der
Universität). Nahm ursp. das ganze Dreieck zwischen Pauliner-K., der alten
Stadtmauer und der heutigen Universitätsstraße ein. Die letzten Reste 1893
abgetragen. — Die _Wandgemälde_ im Durchgang zur Paulinumsbibliothek
(jetzt abgesägt) um 1511 ff. Von den Kollegiengebäuden der Universität hat
sich nur erhalten: das _Fürstenhaus_, erb. 1558, wahrscheinlich von _Paul
Wiedemann_, als Privathaus, seit 1648 der Universität gehörig. Die Fassade
mit got. profilierten rck. Fenstern, Prunkstücke die runden zweistöckigen
Erker.

*Rathaus,* 1556 ff. unter Leitung des Bürgermeisters Hieronymus Lotter von
_Sittich Pfretschner_ und _Paul Wiedemann_, 1907 vollständig, aber getreu
im Sinne des alten Baues, umgebaut. In dem Neubau der Turm der im übrigen
abgebrochenen Pleißenburg aufgenommen. — Der alte Bau gestreckt und
niedrig, 92m lang, 19m tief. Nur 2 durch rck. Zwillingsfenster gegliederte
Geschosse, hohes Dach mit je 7 dreigeschossigen, etwas reicher
gegliederten Zwerchhäusern. Auf der Marktseite an Stelle des dritten
Zwerchhauses ein 8eckiger Turm; in dessen Erdgeschoß ein Tor in feiner,
wohlverstandener, jon. Ordnung (_Paul Wiedemann_). In verwandter
Auffassung und von derselben Hand, doch in dor. Ordnung, die Tür im
Hauptsaal; darüber Trompeterempore. Derberer Art der Erker am Salzgäßchen
und das Tor am Naschmarkt. Drei Kamine in schwulstiger SpRenss. 1610. In
der Ratsstube Bildnisse sächsischer Fürsten. [Die Bildnisse L. Cranachs an
das Mus. der Bild. Künste, andere an die Stadtbibliothek, das Ratssilber
an das Kunstgew.-Mus. abgegeben.]

*Börse,* 1678 von _Christian Richter_ (?). Ein nicht großer, aber
prächtiger Bau: Einziges Hauptgeschoß über niederem Unterbau. Die schmalen
Mauerpfeiler zwischen den Fenstern mit jon. Pilastern besetzt, darauf
holländisch-naturalistisches Laubwerk. Abschluß durch Balustrade. An der
Schmalseite geräumige Freitreppe (im 19. Jh. erweitert). Das üppig schwere
Stuckornament der Decke vom kurbrandenburgischen Hofmaurermeister _Giov.
Simonetti_. Deckengemälde von _Hans am Ende_ 1687.

*Wage,* 1555 und 1570.

*Fleischbänke,* um 1560, mit eigenartig dekoriertem Giebel.

Die *Nikolaischule,* 1568, umgebaut 1746, jetzt Hauptwache.

Die *Innungshäuser,* soweit erhalten, nur durch Bildnis- und sonstige
Sammlungen von Interesse.

Verhältnismäßig arm an bedeutenden Monumentalbauten, besitzt Leipzig eine
lehrreiche Folge von *Wohnhäusern* des 16.-18. Jh. Spgot. Reste: Burgstr.
19; Grimmaische Str. 5; Reichsstr. 4; Katharinenstr. 2, 4, 20 u. a. m.
_Renaissance_: 1523 Markt 5 (die Fassade jetzt in den Hof versetzt);
Auerbachs Hof, Durchgang von Grimmaische Str. 2 zu Neumarkt 14, mit
Gemälden aus der Faustsage um 1615; Brühl 15 um 1540, Katharinenstr. 9 um
1550; Reichsstr. 21; Hainstr. 3 Webers Hof, um 1550, bmkw.; Katharinenstr.
26 um 1560; Reichsstr. 10 bez. 1605; Reichsstr. 6 Specks Hof um 1615,
Gerbergasse 12 bez. 1690. — Gute Beispiele von _Höfen mit Holzgalerien_
Katharinenstr. 4, Neuermarkt 26 bez. 1698, Reichsstr. 27. — _Erker_ in
reicher _Holzschnitzerei_: Katharinenstraße 21 um 1660; Katharinenstr. 20
um 1680; Grimmaische Str. 31 um 1670; Hainstr. 8 um 1680; Petersstr. 12 um
1680; Petersstr. 39 um 1690, einer der schönsten. — Fassaden unter
_holländischem_ Einfluß: Reichsstr. 8 Deutrichs Hof, Giebel um 1670,
zweite sehr stattliche Fassade nach Nikolaistraße 15; Hainstr. 17 sehr
charakteristisch; Brühl 21 unverletztes altes Geschäftshaus. — In
_deutschem Barock_: Markt 17 von 1705, Markt 2 von 1707; Hainstr. 23,
Bärmanns Hof mit sprenss. Portal; sehr stattlich, palastartig
Katharinenstraße 31 vom Maurermeister _Fuchs_ 1701-4; vom selben ebenda
23, wahrscheinlich auch ebenda 11 Fregesches Haus, und Markt 17
Hohmannsches Haus, der Höhepunkt des Leipziger Barocks; Katharinenstr. 16
von 1715 mit wohldurchdachtem Grundriß, das Detail der Fassade sehr
manieriert. In Pöppelmanns Art von _G. Werner_ Hohmanns Hof 1728
Petersstraße 15; vom selben Kochs Hof 1732 Markt 3; der Dresdner Richtung
gehören ferner Ritterstr. 10; Neumarkt 12; Katharinenstr. 22; Reichsstr.
37 bez. 1720; Brühl 24 bez. 1735; Stiglitzens Hof Markt 13 und
Klostergasse 6 um 1740; etwa gleichzeitig Neumarkt 18 mit ausgebildetem
Mansardendache. — _Rokokobauten_: Katharinenstr. 27, das Portal im
Grundgedanken noch barock; Markt 5 im Stil der Dresdener Bauten
Longuelunes; Klostergasse 5 von 1740 mit barocken Nachklängen;
Katharinenstr. 29 vornehmes Kaufmannshaus; Thomasgäßchen 5 und Petersstr.
22 mit Erkern. — Kleine Fleischergasse 4 das erste Kaffeehaus Sachsens
(1694) hat darauf bezüglich über der Tür eine treffliche Hochreliefgruppe
von etwa 1720.

Ehemalige *Landhäuser,* schloßartig: [Gerberstr. 2-4, 1742 für Kammerrat
Richter, die Fassade in _Knöffels_ Art; 1845 abgebr., Abb. im Inventar];
Schloß Gohlis, um 1750, ausgemalt von _A. F. Oeser_ um 1780; Johannesgasse
6, um 1750, mit zwei bmkw. Statuen von _Pierre Coudroy_ um 1780.

*Denkmal* des Kurfürsten Friedrich August III, auf dem Königsplatz, 1780
nach _A. F. Oeser_, Sockel von _Dauthe_.

*Stadtgeschichtliches Museum* im alten Rathaus.

_LEISLAU._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

*Dorf-K.* Einfache rom. Anlage, OTurm gut erhalten, Lhs. verbaut.

_LEISNIG._ K. Sachsen AH Döbeln.

*Stadt-K.* 2. H. 15. Jh., rest. nach Brand 1637 und 1882 in stilistisch
älteren Formen. — Hallenkirche von 3 fast gleich breiten Schiffen und 4
Jochen, Chor 3 Joche in der Br. des Msch. und 5/10 Schluß. Pfll. 8seitig
mit leicht konkaven Flächen, Gwbb. stern- und netzförmig, Fenster und Turm
in charakteristischen Formen der Spätzeit des 15. Jh. — _Hochaltar_ 1663
von _J. Richter_ und _V. Otte_; der Aufbau setzt das spgot. Schema in
Barockformen um (ca. 9 m h.). — _Taufstein_ 1638 unbedeutend.

*Gottesacker-K*. S. Nikolai 1540 und 1674. — _Schnitzaltar_ 1509. — Auf
dem Fußboden zahlreiche Grabsteine. _Wanddenkmäler_ 1592, 1671, 1708,
1725, 1727, letzteres an der äußeren WWand, durch Feinheit ausgezeichnet.

*Schloß Mildenstein*. Der älteste Teil die schlicht rom. Kapelle; Portal
und darüber kreisf. Fenster gut erhalten, etwa 1. H. 12. Jh. Großer runder
Turm unten in vorzüglichem Quaderwerk, oben Backstein. Die Wohngebäude 14.
und 15. Jh. mit starken Veränderungen im 17. Jh.

_Sammlung des Altertumsvereins_.

_LENGEFELD._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

Rom. *Dorf-K*. Anlage wie in Hain.

_LENGENFELD UNTERM STEIN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Kath. K*. neu. Auf dem Altar flotte Bar.Plastik.

*Fachwerkhaus* 1619 aus Buchenholz.

_LENGFURT._ UFranken BA Marktheidenfeld.

*Pfarr-K.* 1612-13. Hochaltar gefälliger Baldachinaufbau aus der Zeit um
1780, die lebensgroßen Figg. in der Richtung _P. Wagners_. Auf dem linken
Seitenaltar Elfenbeinkruzifix um 1730, Wiener Arbeit, in der Durchbildung
des hageren Körpers von äußerster Feinheit und Delikatesse.

*Dreifaltigkeitssäule* am Markt, 1. H. 18. Jh., Aufbau aus Wolkenballen
und Engelsköpfchen. Die Übertragung einer österreichischen Sitte nach
Franken erklärt sich aus der Person des Stifters, des von hier gebürtigen
Wiener Hofkammerrats v. Neuff.

_LENGSFELD._ Sachsen-Weimar VB Eisenach.

*Kirche* mit Benutzung eines Chors aus dem sp. Ma. erb. 1790, einheitlich
klassizistische Ausstattung.

*Zwei Schlösser*. Am älteren mächtige Ruinenreste aus Ma.

_LEUBA._ K. Sachsen AH Zittau.

*Dorf-K.* neu. Zahlreiche _Grabdenkmäler_ des 17. und 18. Jh.

*Schloß.* Stattlich schlichter Bau um 1700, für H. Chr. v. Schweinitz.
_LEUBACH._ UFranken BA Mellrichstadt.

*Dorf-K.* Einheitlicher Bau von 1795 mit hübscher Fassade und Mittelturm.
_Ausstattung_ feine Rok.Altäre (aus Kloster Bildhausen stammend).

_LEUBEN._ K. Sachsen AH Dresden-N.

*Dorf-K.* neu; aus der alten _Glasgemälde_ von 1512 und das schöne
_Denkmal_ des Hans Dehn v. Rotfelser (aus der Frauen-K. zu Dresden).

_LEUBEN._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Schloß* um 1770, kleiner Bau von vornehmer Haltung; rok. Möbel,
Porzellan, Bildnisse.

_LEUBINGEN._ Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.

*Dorf-K.*, quadr. Chor und Apsis rom.

_LEUBNITZ._ K. Sachsen AH Dresden-A.

*Dorf-K.* Der WTurm und der vordere Teil des Lhs. A. 15. Jh., der OTeil
1511, weitere Veränderungen 1705. Malerische Innenansicht. Die Felderdecke
ausgemalt 1671 von _Gottfr. Lucas_; von demselben die Brüstungen der
3geschossigen Empore. _Sandsteinaltar_ mit großfiguriger Plastik 1730 von
_J. B. Reinboth_ und _J. Ch. Ebhardt_. _Sandsteinepitaphe_ 1573, 1609,
1726, hervorzuheben das undatierte des Hans Allnpeck d. J. in der Art der
_Walther_.

_LEUTENBERG._ Schwarzburg-Rudolstadt LA Rudolstadt.

*Stadt-K.* neuklassisch 1812. — *Friedhofs-Kap.,* geschnitzter sitzender
_Schmerzensmann_ aus 16. Jh. — Schloß *Friedensburg*, große unregelmäßige
Anlage aus 15. und 17. Jh. in schlichtesten Bauformen mit umfangreicher
Verwendung von Fachwerk. Einige Decken von italienischen Stuckatoren; die
Dekoration des sog. Apfelzimmers unter holländischem Einfluß.

_LEUTERSDORF._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Kirche,* rok. Ausstattung von 1758. 3 Geschosse Emporen auf geschnitzten
Holzsäulen. Der WTurm hat auf ma. Unterbau 3 abgestufte Fachwerkgeschosse.
— Der Friedhof mit starker Mauer, hohem Torturm und ungefähr 15 Gaden.

*Wirtshaus* Zur schwarzen Henne mit steinernem Unterbau des 16. Jh.

_LEUTRA._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Dorf-K.* mit geradem Chorschluß, rom. und frgot. Einzelformen, stark
verbaut.

_LEUZENDORF._ UFranken BA Ebern.

*Pfarr-K.* 1732 im Charakter des frühen Rok. Einheitliche Einrichtung,
geschnitzte Holzepitaphien 1749 und 1781 in flotter Ausführung. — In der
Sakristei gute Rok.Ornate um 1730. Malerisch gelegenes *Renss.Schlößchen*
mit Wassergraben; innen Stuckdecken um 1750.

_LICHTENAU._ RB Cassel Kr. Witzenhausen.

*Stadt-K.* 1415. Unsymmetrisch 2sch. Hallenkirche. — *Stadtmauer* z. T.
erhalten, u. a. bedachter Rundturm.

_LICHTENBERG._ OFranken BA Naila.

*Rathaus* 1560. — *Schloß* 1562, 1628 (Ruine).

_LICHTENBURG._ Pr. Sachsen Kr. Torgau.

*Schloß* renss. 3flügelig, im Hof stark vortretendes Risalit auf 3 Pfll.
Schöne Portale. 3seitiger Neptunsbrunnen.

*Schloß-K*. 1600. 2sch. mit WEmpore.

_LICHTENBURG._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.

*Burgruine.* Sitz fuldischer, dann hennebergischer Vögte; erst A. 19. Jh.
verlassen und großenteils abgebrochen. Umfängliche Anlage mit doppeltem
Mauerring. Gut erhalten nur der Bergfried. Die Kemenate bez. 1604, an der
NSeite kleiner rom. Mauerrest.

_LICHTENFELS._ OFranken BAmtsstadt.

*Pfarr-K.* 1483 (Inschr.) ursp. 3sch. gewölbte Halle, jetzt durchgehende
Flachdecke; eingezogener netzgewölbter Chor; Turm seitlich. — Außen am
Turm spgot. _Ölberg_.

*Klosterlangheimer Hof,* jetzt Rathaus, 17. Jh. — Auf dem Markt S.
*Florianssäule*. — Zwei stattliche ma. *Tortürme*.

_LICHTENHAIN._ Vorort von Jena Sachsen-Weimar.

*Kirche.* In der Anlage rom., Veränderungen got. und später. An der NWand
außen _Wandgemälde_ 14. Jh., Szenen aus dem Alten Testament.

_LICHTENSTEIN._ K. Sachsen AH Glauchau.

*Stadt-K.* 1781. Einfaches, bezeichnendes Beispiel der klassizistischen
Richtung, dabei der traditionelle Charakter der protestantischen
Predigtkirche gewahrt. Rck. mit abgerundeten Ecken, ringsum Emporen. —
_Altargemälde_ von _Christ. Leberecht Vogel_ 1790.

*Schloß.* Infolge häufiger Veränderungen ohne archit. Bedeutung.

_LICHTENSTEIN._ UFranken BA Ebern.

*Burg.* Eine der stattlichsten Burgen im nordöstl. UFranken. Stammburg der
Stein-Lichtenstein. Auf dem weithin sichtbaren Burgberg liegen 3
Höhenburgen nebeneinander; die östliche fast intakt erhalten mit starkem
Torbau. Rom. Reste (12.-13. Jh.) enthält besonders die westl. Burg; die
übrigen Bauten got. und später.

_LICHTENTANNE._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

*Dorf-K.*, wesentlich 18. Jh.; der 8eckige Turm über dem spgot. polyg.
Chor. — Rest eines _Schnitzaltars_ um 1500 aus einer »sehr guten
oberfränkischen Schule«.

_LICHTENWALDE._ K. Sachsen AH Flöha.

*Schloß.* Aus dem rom. Bau ein _Tympanon_, Kampf eines Löwen mit einem
Drachen, großartig stilisiert. — Großer Neubau für Graf v. Watzdorf,
1722-26; höchst stattliche Anlage bei einfacher Formbehandlung; berühmter,
gut erhaltener Garten.

_LIEBENGRÜN._ Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück.

*Dorf-K.* 1718, das quadr. Altarhaus mit Turm auf ma. Grundlage. Die
Malereien an Decke und Emporen Proben einer tiefstehenden dörflichen
Kunst. — _Bauernhäuser_ in Blockverband.

_LIEBENSTEIN._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Burgruine.* Got. Palas in 3 Geschossen großenteils erhalten.

*Kirche* 1822 nach Idee eines antiken Theaters.

_LIEBENWERDA._ Pr. Sachsen Kreisstadt.

*Nikolai-K*. Weiträumige Saal-K. (ursp. got. 3sch. Hallenkirche). Turm neu
(1903). _Taufstein_ 1671.

*Rathaus* 1800. — *Schloß*. Vom got. Bau der mächtige Torturm (Lubwort)
erhalten, quadr. mit rundem Aufsatz. — _Amtsgericht_ 1579 und 1766.

_LIEBSTADT._ K. Sachsen AH Pirna.

*Stadt-K.* bez. 1499. 1sch. mit 8Eck-Chor; Holzdecke 1577. Die Portale
ähnlich denen der Stadt-K. zu Pirna. — _Altargemälde_ aus 15. Jh. (nicht
_Dirk Bouts_) mit Umrahmung von 1673. — _Ikon. Grabstein_ des Rudolf v.
Bünau † 1615; des Pfarrers Jos. Simon † 1618 (vielleicht vom Meister des
Kademannschen Epitaphs in Pirna).

*Schloß Kukukstein*. Malerisch über der Stadt gelegen. Im Ma. Besitz der
Burggrafen von Dohna. Der untere Teil auf alten Substruktionen nach 1402,
der obere 16. Jh. Das Innere 1726 ausgebaut. Gute Glasgemälde. Porträts u.
a. von _A. Graff_.

_LIEBSTEDT._ Sachsen-Weimar VB Weimar.

*Schloß* (ehemals Komturei des Deutschordens). Was sich an Kunstformen
erhalten hat, gehört der spätesten Gotik mit Hinneigung zur Renss.

_LIMBACH._ UFranken BA Haßfurt.

*Wallfahrts-K*. Großer Bar.Bau 1751-55. 1sch. mit Stichkappengwb. und
ringsumlaufenden flachen Emporen. Nach Entwurf von _Balth. Neumann_.
Bedeutende Raumdisposition, Behandlung trocken, Stuckdekoration sparsam.
Großartiger Hochaltar von _P. Wagner_, um die freistehende Mensa eine
1/2kreisförmige Säulenstellung mit Baldachin. Gnadenbild. _Madonna_ E. 15.
Jh. _Pietas_ A. 15. Jh. — Hübsche, charakteristische Dorfstraße.

_LINDENHART._ OFranken BA Pepnitz.

*Pfarr-K.* Chor got., übrigens 1684.

_LINDENTAL._ K. Sachsen AH Leipzig.

Stattliche Dorf-K. 1710. [Reste eines hervorragenden _Schnitzaltars_ um
1510, jetzt im Altert.-Ver. in Dresden.]

_LINDEWERRA._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Dorf-K.* (kath.) 1738. Spgot. _Schnitzaltar_ mit Flügelgemälden.

_LINDFLUR._ UFranken BA Würzburg.

Evang. K. 1596, rest. 1782. — _Epit. Wolfskeel_ 1562, das Ehepaar
symmetrisch kniend vor dem Kruzifix, gut angeordnet und kraftvoll im
Ausdruck; wohl vom Meister des Zobeldenkmals von 1558 im Würzburger Dom.

_LIPPERSDORF._ Sachsen-Altenburg LA Roda.

*Dorf-K.* 1630. Decke im Chor und Lhs. 1718 von _Michael Zanck_ ausgemalt,
55 Szenen aus dem Alten und Neuen Testament in kleinen quadr. Feldern.

_LIPPOLDSBERG._ RB Cassel Kr. Hofgeismar.

*Kirche* des ehem. *Benedikt.-Nonnen-Klst*. Rom. 2. H. 12. Jh.
Gwb.Basilika auf kreuzf. Gr. Chor 3sch. mit 3 Apsiden. Gebundenes System,
im Chor 1, im Sch. 3 Doppeljoche. Den Raum zwischen dem WTurm und dem
ersten Doppeljoch des Msch. nimmt die Nonnenempore ein. Die WJoche der
Ssch. haben ein Obergeschoß, das durch eine kleine Tür mit der
Nonnenempore in Verbindung steht. Die Arkaden des Schiffes werden von
Pfll., die Empore von Sll. getragen. Alle Gwbb. grätig, verstärkt durch
rck. Quer- und Schildgurten. Nur die Hauptpfll. und nur deren
Mschiffsseite mit Vorlagen, kräftig rck., versehen, welche die 1/2kr.
Schildbgg. aufnehmen. Die Quergurten ruhen auf Auskragungen. Die
Zwischenpfll. an den Ecken ausgekehlt und mit dünnen eingelegten Säulchen;
der sonst ungegliederte Arkadenbogen leicht abgefast. Das ganze System
zeigt den Gewölbebau in einer noch sehr befangenen Auffassung. Sehr
schlicht das Äußere, ohne Bg.Friese und Lisenen. Das größte Portal im
südl. Ssch. Sein gerader Sturz, an dessen beiden Seiten die Wülste der
Sockelgliederung mit kleinen Würfelknäufen endigen, ist sehr eigentümlich
mit vertieften Kreisen und übereck gestellten Quadraten verziert. —
_Taufstein_ rom., sehr reich, besetzt mit 6 halbrunden Türmchen, in denen
Figg. stehen, dazwischen figürliche Reliefs; stark verwittert.

_LIPTITZ._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Dorf-K.* 1560. Flachgedecktes, nach O aus 8Eck geschlossenes Schiff. —
Denkmäler des Hans und Dietrich v. Grünrode A. 17. Jh., Porträtfiguren von
tüchtiger Charakteristik.

_LISBERG._ OFranken BA Bamberg II.

*Burg.* Gilt für eine der ältesten in Franken.

_LISSEN._ Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.

*Pfarr-K.*, im Ma. mit einem kleinen Mönchskonvent verbunden, verstümmelte
kleine got. Basilika.

_LITZENDORF._ OFranken BA Bamberg.

*Pfarr-K.* 1715-1718 von _L. Dientzenhofer_. Saalbau. Die SSeite als
Hauptschauseite; Pilaster und Gebälk dorisch; in der Mitte das in dieser
Verwendung originelle Motiv einer großen durchgehenden Nische, in welcher
das Portal.

_LÖBAU._ K. Sachsen Amtshauptstadt.

*Nikolai-K*. 1513 ff. Unregelmäßige Hallenkirche, im 18. Jh. stark
verändert, rest. 1884. — Die reizvolle Inneneinrichtung fiel der Rest. zum
Opfer. [Schnitzaltar ins Mus. zu Bautzen, die Denkmäler in das Rathaus
übergeführt.]

*Johannis-K*. (Franziskaner). Spgot. Backsteinbau, oft rest. 1sch. Lhs.,
gestreckter Chor, seitlich von diesem schlanker Turm mit zierlicher 8eck.
Krönung.

*H. Geist-K*. Einfacher Saalbau, spgot. mit bar. Veränderungen. Die
Sakristei hat die von der Meißener Albrechtsburg bekannten
tiefausgehöhlten Kappen.

*Kirchhof* der abgebrochenen Frauen-K. Grüfte und Denkmäler des 18. Jh.

*Rathaus.* Anständiger Bar.Bau nach 1711, Benutzung älterer Mauerteile. —
*Wohnhäuser* des 18. Jh.

_LOBEDA._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Stadt-K.* spgot. Chor mit Netzgwb., Lhs. mit Holztonne 1622. — Got.
_Kirchenstühle_; _Lesepult_ 1622; _Kanzel_ 1556; sitzende _Madonnenstatue_
spgot. In der Turmhalle spgot. _Wandgemälde_. _Grabstein_ renss.

*Schloß* (sog. untere Lobdaburg, 15.-17. Jh.), unbedeutend.

_LOBENSTEIN._ Reuß j. L. LA Schleiz.

*Fürstl. Schloß,* A. 18. Jh., ganz einfach.

_LÖBICHAU._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg.

*Schloß* für Herzogin Dorothea von Kurland 1798, gutes Beispiel des
neuklassischen Stils; die Einrichtung aus der Zeit der Befreiungskriege in
seltener Einheitlichkeit erhalten.

_LÖBSTEDT._ Sachsen-Weimar. VB Apolda.

*Dorf-K.* Chor got., Sonstiges 1616 und 1712. Kanzelbau über dem Altar. —
_Schnitzaltar_ A. 16. Jh., gehört zu den besseren. — Bmkw. rom.
_Altarleuchter_.

_LOCKWITZ._ K. Sachsen AH Dresden-A.

*Dorf-K.* Maßgebender Umbau 1670. In 3/8 geschlossener Saal mit
2geschossiger Empore, Kanzel und Altar aus derselben Zeit. Das Ganze ein
bezeichnendes Stilbild. Schöner _Kelch_ 1. H. 16. Jh.

_LODERSLEBEN._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Dorf-K.* 1518. Herrschaftsstühle (im Chor) und Altarbau Musterstücke
üppigen Barocks.

_LÖFFELSTEIG._ UFranken BA Schweinfurt.

*Dorf-K.* 1732 im _Greising_’schen Typus.

_LOHMEN._ K. Sachsen AH Pirna.

*Stadt-K.* 1786. Aus der Schule _G. Bährs_. Gr. 8eckig mit verlängerter
westöstl. Achse; chorlos; Kanzel an der südl. Langseite, an der nördl. der
ausgebaute Turm. — 3 Gemälde des alten Flügelaltars 1575. — *Schloß* 1524.

_LOHR._ UFranken BAmtsstadt.

*Pfarr-K.* Von der älteren rom. K. erhalten nur die Sakristei und ein
merkwürdiges dekoratives Bruchstück, Arkatur mit Kleebogen, eingemauert an
der nördl. Seitenwand. — Im übrigen got. Umbau, im Msch. die Arkaden
rundbg. auf got. überarbeiteten Pfeilern, 6 Achsen, Decke flach. Sschiffe
1488 (Inschr.). Der Turm (W) von 1496, stattlich, auch im Stadtbilde von
Wirkung. Der Chor war Grabgelege der 1559 ausgestorbenen Grafen v.
Rieneck; 11 meist ansehnliche _Bildnissteine_ sind noch vorhanden;
hervorzuheben der des Thomas v. R. † 1431. Gut sind auch Reinhard † 1518
und Agnes † 1519. Die Tafel für Philipp v. R. † 1559 von P. Dell d. J. Die
Lehnsleute und Beamten haben ihre Epitaphe im Schiff; die besten die der
Elisabeth v. Lauter 1543, Friedrich v. Kerpen 1629 in der Richtung des M.
Kern. — _Taufstein_ 1488.

*Rathaus.* 1601. Got. und renss. Formen noch sehr naiv gemischt. Im
Erdgeschoß ringsum große (ursp. offene) Blendarkaden, die Pfll. in ganz
ma. Weise aus lebhaftem Wechsel von Hohlkehlen und Rundstäben. Die beiden
Obergeschosse modern umgestaltet; regelmäßig verteilte breite 2teilige
Fenster mit got. Profilierung. Die Treppe in einem vorgebauten polyg.
Turm. Im Innern Vorplätze und Säle mit renss. Decken.

*Kurmainzisches Schloß,* jetzt kgl. Bezirksamt, mehrere schlanke Rundtürme
zu einer originellen Gruppe verbunden, Nordflügel 1561, Südbau 17. Jh.

Mächtiger *Stadtturm* mit großem Gußerker (14. Jh.).

_LOHRA._ RB Cassel Kr. Marburg.

*Pfarr-K.* Übergangsstil 1. H. 13. Jh. Gewölbte Pfl.Basilika ohne Qsch.
und Turm. Chor rck. Im Chor und Msch. spitzbg. Rippengwbb. Die Gwbb. der
Ssch., wie Arkaden und Fenster rundbg. Bmkw. Orgel 1695.

_LOHRA._ RB Erfurt Kr. Hohenstein.

Bedeutende Burgruine. Ziemlich gut erhalten die rom. *Doppelkapelle*. Im
Erdgeschoß tragen 4 Sll., davon 2 mit gewundener Kannelierung, 3×3
grätige, zwischen Gurten eingespannte Kreuzgwbb. Obergeschoß flachgedeckt;
Altarhaus quadr.

_LOHRHAUPTEN._ RB Cassel Kr. Gelnhausen.

*Dorf-K.*, einfacher Saal von 1765, an die NSeite lehnt sich der ma. Turm
(vgl. Wölfersheim), in dessen Erdgeschoß ehemals der Chor; die Fenster der
Glockenstube mit frgot. (?) Teilung.

_LOMMATZSCH._ K. Sachsen AH Meißen.

*Pfarr-K.* Lhs. 1504-14 von _Peter Ubrich_ von Pirna; als 3sch.
Hallenkirche geplant, doch nur mit Holzdecke ausgeführt, neuerdings
gewölbt. Ein sonderbares, künstlerisch nicht reizloses Bild gewährt der
WBau; ein frgot. rck. Turm 14,3 m br., nur halb so tief, ohne Eingang (das
jetzige Portal modern), wurde von Ubrich erhöht, um das steile Dach der
Hallenkirche zu maskieren; abgewalmtes Satteldach, mit einer Gruppe von 3
Spitzhelmen bekrönt.

_LOMNITZ._ K. Sachsen AH Dresden-N.

*Dorf-K.* neu, spgot. _Schnitzaltar_.

_LONNEWITZ._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Dorf-K.* Kleine rom. Anlage wie Laas. — Bäurischer _Flügelaltar_ um 1510.

_LORENZKIRCH._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Dorf-K.* Rom. Anlage wie in Laas und Lonnewitz, doch etwas größer als
diese. An der Apsis Spuren eines Bogenfrieses: alle sonstigen Formen sind
jüngere Umgestaltungen. — _Denkmäler_ des 17. Jh.

_LOSCHWITZ._ K. Sachsen AH Dresden-N.

*Kirche* 1705 von _George Bähr_, verändert 1848. — Flachgedeckter Saal in
länglichem 8Eck, umlaufende Emporen, Kanzel-Altar, Mansarddach mit
Dachreiter, Formen sehr einfach. — Mehrere _Gedächtnistafeln_ in Bronze. —
Charakteristische *Wohnhäuser* E. 18. und A. 19. Jh.

_LÖSSEN._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

*Dorf-K.* mit angebl. wertvollem, doch schlecht erhaltenem Gemälde, bez.
1522 _J. L._

_LÖSSNITZ._ K. Sachsen AH Schwarzenberg.

*Rathaus* 1606.

_LÜCKENDORF._ K. Sachsen AH Zittau.

*Pfarr-K.* 1690.

_LUDWIGSCHORGAST._ OFranken BA Stadtsteinach.

*Pfarr-K.* Der eingezogene quadr. Chor frgot., Lhs. spgot. Hallenkirche,
ähnlich denen zu Marktschorgast und Kupferberg. — Schöner messingner
_Kronleuchter_ 1697.

_LUDWIGSTADT._ OFranken BA Teuschnitz.

*Pfarr-K.* 18. Jh., ältere Grabsteine.

*Marien-Kap.* (profaniert) frrom. Bruchsteinbau, rund mit 8 halbrunden
Exedren. Die Anlage ähnelt der Kap. auf dem Marienberg in Würzburg und der
karoling. Pfalzkap. in Altötting. Zur genaueren Altersbestimmung fehlen
die Grundlagen.

_LUDWIGSTEIN._ RB Cassel Kr. Witzenhausen.

*Burg.* Nicht bedeutend, doch gut erhalten.

_LUGAU._ K. Sachsen AH Chemnitz.

*Kirche* neu. Bmkw. Reste von _Plastik_ des fr. 16. Jh. Darunter ein
großes Altarwerk bez. 1516, schon mit Fruchtschnüren der Renss.

_LUNGWITZ._ K. Sachsen AH Dippoldiswalde.

Wohlerhaltener *Landsitz* aus M. 16. Jh. 2 Flügel im rechten Winkel,
Treppenturm, zahlreiche Giebel ergeben höchst malerische Gruppe bei
einfacher Behandlung des Einzelnen.

_LUPPA._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Dorf-K.* Rom. flachgedeckte Anlage der gewöhnlichen Art, doch von
stattlichen Abmessungen; WTurm schmal rck. in gleicher Breite mit dem Sch.

_LUSAN._ Reuß j. L. LA Gera.

*Dorf-K.* Quadr. Chor mit 1/2-kr. Apsis romanisierend frgot., 1sch. Lhs.
M. 16. Jh.

_LÜTZEN._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

*Stadt-K.* bez. 1488; 3sch., jetzt ohne Gwb.



_M_


_MACHERN._ K. Sachsen AH Grimma.

*Dorf-K.* spgot. 1615. — Zahlreiche _Denkmäler_, meist der Familie v.
Lindenau.

*Schloß* 16.-18. Jh. Im Park (seit 1760) ein dorischer »Tempel der
Hygieia« und eine »Ritterburg«, in welche manche alte Bruchstücke
eingebaut sind.

_MAGDALA._ Sachsen-Weimar VB Weimar.

*Dorf-K.* des 14. Jh., große 1sch. Anlage, oft verändert. — Mehrere
_Gedenktafeln_ aus 17. Jh. _Kanzelbau_ 1739.

*Rathaus* mit schönem renss. Portal 1571.

_MAIBACH._ UFranken BA Schweinfurt.

*Dorf-K.* nachgot. 1613-1617. Hochaltar klassiz. um 1780. Nebenaltäre
schweres Rok. um 1750.

_MAIDBRONN._ UFranken BA Würzburg.

Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst*. Gegr. 1232, im Bauernkrieg beschädigt und
noch im 16. Jh. aufgelöst. Der vorhandene, ziemlich kleine Bau frgot. E.
13. Jh. Am besten erhalten der platt geschl. rck. Chor. Über dem WBau mit
flacher Nonnenempore ein kleiner Turm, eine fränkische Eigentümlichkeit
der Cisterc.-Nonnen-K. (vgl. Himmelpforten bei Würzburg). — Auf dem bar.
steinernen Hochaltar _Steinrelief_ der Beweinung von _Riemenschneider_,
nach 1520. Die Grabsteine liegen noch größtenteils im Pflaster des Lhs.

_MAIENLUFT._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Von der 1444 zerstörten *Burg* ist der sehr hohe Bergfried aus
Quadersteinen gut erhalten.

_MAINBERG._ UFranken BA Schweinfurt.

*Dorf-K.* um 1486. 5/8 Chor mit Holzgwb., Lhs. teils gleichzeitig, teils
1686. Einrichtung spgot. und bar.

*Schloß* (ehem. Hennebergisch). Große giebelreiche Anlage um rechteck.
Binnenhof. Nordtrakt um 1485-89, die übrigen Teile 16. Jh. mit
Veränderungen im 18. und 19. Jh. In der netzgewölbten spgot. Kapelle drei
_weibl. Heilige_, Stein, E. 15. Jh. Auf der Terrasse _Steinfig_. der
Katharina v. Henneberg E. 15. Jh. und _Grabstein_ des Wilh. v. H. † 1534.
_Kachelöfen_ 17. Jh. — Stattlicher _Pflegamtshof_ um 1700 in der Art
_Greisings_.

_MAINBERNHEIM._ UFranken BA Kitzingen.

*Pfarr-K.* 1732, Turm (N) in den unteren Geschossen 13. Jh. — Gutes
_Kreuzigungsrelief_ 1498.

Altertümliches Stadtbild, auch im einzelnen bmkw. *Wohnhäuser* (Herrenstr.
no 87 prächtiger Hof mit Holzgalerien) und vollständig erhaltene
*Befestigung* (21 Türme, teils halb-, teils vollrund). Am Obertor die
Barockkrönung um ihres trefflich geführten Umrisses willen zu beachten.
Vor der Stadt Friedhof mit Renss. Portal von 1546 und steinerner
Freikanzel von 1816.

_MAINROT._ OFranken BA Lichtenfels.

*Kirche* 1680 in gutem deutschem Barock unter Einfluß der gleichzeitigen
Bamberger Architektur.

*Rathaus* 1733. Mehrere *Häuser* in gut erhaltener Holzarchit. 17. und 18.
Jh.

_MAINSONDHEIM._ UFranken BA Kitzingen.

*Pfarr-K.* nachgot. 1583. — _Altäre_ um 1700, gute Kanzel mit
Evangelistenreliefs, Stein, um 1583; ebenso der _Taufstein_. — 4
Bechtolsheimsche _Grabmäler_ 18. Jh.

*Schloß* (seit 18. Jh. Frhr. v. Mauchenheim gen. Bechtolsheim, vorher
Fuchs v. Dornheim). Sehr stattliche spgot. Anlage um 3eck. Innenhof,
ausgebaut um 1727. Mehrere Zimmer mit schwerer Stuckdekoration bez. _H_
1628.

_MAINSTOCKHEIM._ UFranken BA Kitzingen.

*Pfarr-K.* 1717 mit got. Turm.

*Ebracher Klosterhof*. Schloßartige Anlage von 1624. Rck. mit Ecktürmen,
reichgegliederte Renss.Giebel. Großartige Podesttreppe, vierarmig um 4
freistehende Pfll., gotisierende Maßwerkbrüstungen, zu oberst Rundbgg.
Halle mit jon. Sll. — In mehreren architektonisch reich durchgeführten
Terrassen geht der Hof in den Garten über, Anlage 1727, jetzt wüst.

_MALITZSCHKENDORF._ Pr. Sachsen Kr. Schweinitz.

*Dorf-K.* got. um 1300, Granitquaderbau.

_MALSCHWITZ._ K. Sachsen AH Bautzen.

*Dorf-K.* 1716. Feiner, zierlicher Kanzelaltar. — Bürgerliche
_Grabdenkmäler_ des 17. und besonders 18. Jh. in beträchtlicher Menge.

_MANGERSREUTH._ OFranken BA Kulmbach.

Wallfahrtskap. 1491 (Inschr.).

_MANNSTEDT._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Dorf-K.* wesentlich 1744; hölzernes Tonnengwb., Emporen in 3 Rängen.
Kanzelaltar.

_MANSFELD._ Pr. Sachsen Kreisstadt.

M. ist Name für drei getrennte Orte: 1. Schloß-M., 2. Tal-M. (Stadt), 3.
Kloster-M. (Dorf).

*S. Georg*. Der oblonge WTurm in der Anlage und einigen formierten Details
rom.; das 1sch. Lhs. und der polyg. Chor spgot. — 2 _Schnitzaltäre_;
eherne _Grabplatte_ des Grafen Reinhard v. Mansfeld † 1569; _Wandgrab_
1572; ein _zweites_, prunkvolleres 1712; _Tafel_ mit dem Bildnis M.
Luthers 1540.

*Schloß.* Schon im 11. Jh. vorhanden; die Abb. bei Merian zeigt einen
großen Gebäudekomplex mit starken Mauern und Bastionen; jetzt Gemisch von
Ruinen und modernen Wohngeb. — Gr. im Inv. Pr. Sachsen. — Eine stattliche
Anlage, etwa um 1400, die Schloßkap. _Sakramentsnische_ mit umfänglicher,
einem Altarbau ähnlicher Umrahmung, Holzschnitzerei der Renss. _Taufstein_
1522. Schönes _Epitaph_ 1525, dem _Backofenschüler_ des Hallenser Doms
nahestehend. — Zwei Türen zum Felsenkeller mit derb launigen Reliefs in
den Bogenfeldern, Gott Bacchus und eine Zechgesellschaft; um 1530.

*Kloster-K*. Anlage des 11. Jh., jetzt Halbruine. Regelmäßige
Kreuzbasilika; im Lhs., das als Summe von 2 Quadraten erscheint,
Stützenwechsel. Würfelkapitelle, Bogenfriese, alles ähnlich den Kirchen
des Nordharzes.

_MARBACH._ K. Sachsen AH Döbeln.

*Dorf-K.* 1770. Breiter WTurm M. 13. Jh., glatte, torlose Mauermasse, oben
frgot. Schallöffnungen in 1 : 2 Achsen. [_Schnitzaltar_ im Altert.-Ver.
Dresden.]

_MARBURG._ RB Cassel Kreisstadt.

Elisabeth-K. Gegründet 14. Aug. 1235 als K. der Deutschordensniederlassung
und zugleich als Wallfahrts-K. zu Ehren der h. Elisabeth † 1231. Die
Franziskaner-Kap., in welcher deren Grab stand, mußte dem Neubau weichen;
sie lag im Bereich des jetzigen nördl. Querarms. — Neben der Liebfrauen-K.
in Trier ist die Elisabeth-K. der früheste Bau Deutschlands in
einheitlicher und abgeklärt gotischer Gedankenentwicklung. Die in jüngster
Zeit für Wetzlar und Haina erhobenen Prioritätsansprüche haben keinen
genügend festen Grund. Jedenfalls hat der Meister seine Kunstanschauungen
nicht dort, sondern in Frankreich selbst sich erworben, (in Soissons,
Reims u. Cambray) wodurch er zugleich in nahe Schulverwandtschaft mit dem
Meister der Trierer Liebfrauen-K. tritt. Die Art, wie er den neuen Stil
anwendet, ist sehr selbständig. Der Sondercharakter des Planes besteht in
der Verbindung eines im Hallensystem aufgebauten Langhauses mit einem
streng zentralisierenden Ostbau. Das Problem des Zusammenschlusses dieser
beiden Bestandteile ist jedoch nicht vollkommen harmonisch gelöst. Von der
Vierung ausgehend, entwickeln sich der Chor und die Kreuzarme genau
symmetrisch; jeder dieser Teile hat 1 schmales Rechteckjoch, dann ein
Halbjoch, an das sich, mit gemeinschaftlichem Schlußstein, ein halbes
10Eck anschließt. Das Lhs. hat 6 Joche, den durch die Ostpartie
vorgezeichneten Abmessungen entsprechend. Dadurch entstehen, abweichend
von den westfälischen Hallenanlagen, für die Sschiffe sehr schmale Joche
und enger Querschnitt. Eine weitere Folge ist, dass die Sschiffgewölbe wie
auch die Scheidbögen gegen das Msch. bedeutend gestelzt werden mußten, um
die gewollte Gleiche der Scheitelhöhe zu erreichen (formal eine
empfindliche Härte, die von nun ab auf längere Zeit in der hessischen
Schule die Regel blieb). Die Wände des Chors und Qsch. sind in 2
Fenstergeschosse geteilt (nach dem Vorbild von St. Léger in Soissons und
St. Yved in Braisne) und diese Anordnung dann auch auf das Lhs.
übertragen, wo sie mit dem Hallensystem in Widerspruch tritt. Die Fenster
sind in beiden Reihen von gleicher Größe und Form und dank der Abwesenheit
von Sschiffsdächern von geringem Abstand, so daß die Auflösung der Wand
schon weit gediehen ist. Das Maßwerk ganz einfach, großer von 2 Spitzbgg.
getragener Kreis, bei kräftigem Profil von trefflicher Wirkung. Die Pfll.
kreisrund mit 4 Diensten besetzt, im Durchmesser gut zur Höhe gestimmt,
weniger gut zu den sehr eng genommenen Arkadenöffnungen, wie denn
überhaupt das Lhs. im Verhältnis zu der hohen Raumschönheit der
Zentralpartie einen unfreien Eindruck macht. — Das Äußere ergibt sich in
seiner Gliederung unmittelbar aus dem Innenbau, doch stört hier nichts
mehr die Harmonie; die Komposition ist in hohem Grade klar, die
Formensprache voll schlichter Kraft; sie beschränkt sich, wie im Gegensatz
zum rom. Stil zu beachten ist, streng auf tektonische Formelemente; freies
Ornament, wesentlich Laubwerk, kommt nur an den Portalen vor. Die
Strebepfll. steigen senkrecht auf, um erst in der Höhe der oberen
Fensterbögen einen starken Rücksprung zu machen; Wasserschläge,
entsprechend den Hauptteilungen des Fenstersystems, gliedern sie; ihr
oberer Abschluß ist wagerecht, mit dem Kranzgesimse verkröpft, so daß sich
Raum zur Anlage von Wasserkesseln ergab, die ihren Inhalt durch einfache
Speier entladen. Besonders wuchtig sind die Gesimse geraten, nicht nur das
Kranzgesims, sondern auch die beiden Kaffgesimse; letztere vermögen
dadurch zugleich als Umgänge (80 cm br.) zu dienen und es haben demgemäß
die Strebepfll. Durchlässe erhalten. — Trotz der nur mittelgroßen
Abmessungen (innere L. ohne Turmhalle 56 m, Br. des Langhauses 21,55,
Querschiff 39, H. der Gewölbe 20,2) die Bauführung langsam. Der nördl.
Kreuzarm beg. 1249, die zwei ersten Joche (von O gerechnet) beg. 1255, das
Langhaus und der Unterbau der Türme bis zum ersten Gesims beendigt 1270,
Wölbung der OTeile und feierliche Hauptweihe 1283. Fortführung und
Vollendung der Türme 1314-60. In den Stilformen bis E. 13. Jh. wenig
Wandel. Dagegen können wegen der Einheitlichkeit des Planes Zweifel nicht
unterdrückt werden. Mehreres spräche dafür, daß ursp. ein Zentralbau
geplant war: die Herrschaft der älteren Ritterorden, die Bestimmung als
Grabkirche, der Schulzusammenhang mit Trier, die sehr erkennbaren
Unsicherheiten im Anschluß der OTeile an die WTeile, besonders zwischen
dem ersten und zweiten Joch. Wenn auch der OBau dem Bau in Haina m. E.
vorangeht, so dürfte doch die Idee der Hallen-K. von dort entlehnt sein. —
Die Fassade ist sehr einfach gehalten, wesentlich auf die ausdrucksvolle
und harmonische Führung der großen Linien vertrauend. Wenig stimmt nur das
von der Cölner Schule beeinflußte große mittlere Prachtfenster, noch
weniger der überreich geschmückte westl. Staffelgiebel. Das WPortal gehört
wohl der Bauzeit kurz nach 1270. Es ist besonders zu beachten, als eine
von französischen Vorbildern unabhängige, die rom. Portalidee in got.
Formen übersetzende Lösung. Die Portale der Langseiten (um 1255) noch
rundbg. — Die Rest. M. 19. Jh. ist ohne feineres Stilgefühl durchgeführt
und hat manche baugeschichtlich wichtige Einzelzüge verwischt. Ihr gehört
u. a. der Dachreiter aus Zinkguß über der Vierung, an Stelle eines
einfachen älteren, und die Umgestaltung der Dächer.

_Ausstattung_. Sie ist von seltener Vollständigkeit und Stileinheit. —
_Mausoleum der h. Elisabeth_ im nördl. Kreuzflügel. Der das Grab
übersteigende steinerne Baldachin ist wohl erst um 1290 hierher versetzt
und stand vermutlich früher über dem Hochaltar. Das _Gemälde_ der Rückwand
(Tod der Elisabeth) durch Übermalung des 19. Jh. entwertet. Der
_Sarkophag_ jetzt in der Sakristei, an der Vorderseite des Untersatzes
_Relief_. — _Hochaltar_ um 1290, in der Entwicklungsgeschichte des Altars
ein wichtiges Dokument. Hinter der aus Steinplatten zusammengefügten Mensa
erhebt sich eine Retabelwand; sie enthält 3 gleich hohe Nischen, darüber
Wimperge und Fialen, letztere schon übereck gestellt; das Ornament von
vollendetster Meißelarbeit; in den Nischen je 3 Statuetten; es scheint,
daß die Nischen ursp. durch auf- und niederschiebbare Holztafeln, welche
bemalt zu denken sind, verschlossen werden konnten; an der Rückwand
Ansätze zu einem nicht ausgeführten Kreuzgwb., welches vermutlich den
metallenen Reliquienschrein tragen sollte. — 4 _Seitenaltäre_ an den östl.
Querschiffswänden; Katharinen- und Elisabeth-Altar im NFlügel, Johannes-
und Martins-Altar im SFlügel. Im 13. Jh. gestiftet, scheint ihr
Retabelschmuck nicht zur Ausführung gekommen zu sein. Jetzt tragen sie mit
Schnitzwerk gefüllte Schreine, auf den bemalten Flügeln bez. 1511, 1512,
1514. — _Lettner_ unter dem westl. Vierungsbg. um 1330-40. An ihm ist
vieles erneuert und verändert, namentlich die Mittelpartie über dem
Laien-(Kreuz-)Altar, welche ursp. auf das Weltgericht bezügliche Figg.
enthielt Der jetzt aus der Mitte aufsteigende hölzerne Bogen aus E. 13.
Jh. gehörte zum alten _Kreuzaltar_; neben ihm ursp. die jetzt in die
Sschiffe verwiesenen _Kredenztische_. Von Interesse die kleine Emporbühne
an der Rückseite (welche 1860 den Restaurator Lange verleitet hat, nach
dem Schiff zu eine Predigtkanzel auszubilden). — An der SSeite des Chors
_Celebrantenstuhl_ 2. H. 14. Jh., in Holz den Formen des Steinstils
nachgehend. Die reizende _Statue der h. Elisabeth_ aus sp. 15. Jh., die
Nebenfigg. neu. — Hinter dem Hochaltar _Piscina_. — An der NSeite
_Wandtabernakel_ aus 15. Jh. — Unter der Vierung die _Chorstühle __ __ der
Ritter_, einfach, E. 13. Jh. — _Grabdenkmäler_. Die Mehrzahl im südl.
Kreuzflügel (»Landgrafenchor«) vereinigt, Aufstellung nicht ursp., die
Tumben ganz oder überwiegend neu. I. östl. Reihe: 1. Konrad von Thüringen,
Deutschordensmeister † 1241, Ausführung jünger; 2. Aleydis † nach 1333 und
ihr kleiner Sohn; 3. Heinrich † 1308 (früher irrig für eine Frau
gehalten!) und sein Sohn Heinrich † nach 1297; 4. Johannes † 1311; 5.
Ludwig I. † 1458, ausgeführt 1471. II. Westl. Reihe: 6. Ludwig II. † 1471,
ausgeführt 1478, und Mechthild 1495; 7. Heinrich III. † 1484; 8. Wilhelm
II. † 1509, unter der von Arkaden getragenen Platte der von Schlangen
benagte Leichnam; 9. Heinrich und Elisabeth, Kinder Hermanns des
Gelehrten. Am Chorschluß Margarethe von Nürnberg. Die künstlerisch
bedeutendsten sind Nr. 3 und 4, ausgeführt ca. 1315-30 von demselben
ausgezeichneten, in Frankreich gebildeten Meister, dem das Stifterdenkmal
in Cappenberg (Westfalen) und das Ravensbergdenkmal in Bielefeld gehört.
Zu beachten ist, daß Landgraf Otto, in dessen Zeit die Ausführung fällt,
die Tochter des in Bielefeld bestatteten Grafen von Ravensberg zur
Gemahlin hatte. — Die an der Wand aufgestellten Grabsteine ohne Bedeutung.
— Von den in diesem Bauteil aufgehängten Trauerschilden, Wappen, Fahnen
ist nur ein kleiner Teil erhalten; bmkw. die _Schilde_ Konrads und
Heinrichs aus 13. Jh. — Im nördl. Kreuzflügel 3 gravierte und niellierte
_Platten_ des Hans von Dörnberg und seiner zwei Frauen, E. 15. Jh. —
Ornamentale _Gewölbemalerei_ im Chor spgot. — _Glasmalerei_. Jetzt nur in
den Chorfenstern zusammengestellt aus den Teilen einer ursprünglich
größeren Folge. Das nordöstl. und südöstl. Fenster der oberen Reihe 2. V.
14. Jh. Alles übrige noch 13. Jh. Genauere Zeitbestimmung nicht leicht.
Haseloff entschied sich für Beginn bald nach 1249. Der Stil würde dieser
Datierung nicht widersprechen, allein es ist sehr fraglich, ob die
Bauführung damals schon weit genug vorbereitet war. Sicher ist aber der
Stilcharakter unfranzösisch, aus der byzantinisierenden Epoche der
deutschen Monumentalmalerei zu erklären. Kunstwert vom Besten.
Ikonographisch besonders interessant die Szenen aus dem Leben der h.
Elisabeth. — _Schrein der h. Elisabeth_ in der Sakristei, rck. Kasten mit
steilem Dach, Material vergoldetes Kupfer, Statuetten Christi, Maria, der
hl. Elisabeth u. der zwölf Apostel, am Dach Reliefs aus dem Leben der hl.
Elisabeth, der Schmuck der Perlen und Edelsteine von den Franzosen 1810
gestohlen; zu den allervorzüglichsten Exemplaren der Gattung gehörend.
_Kruzifix_ auf dem Kirchhof südl. vom Chor 16. Jh.

*Dominikaner-K*. (Universitäts-K.) A. 14. Jh. Unsymmetrische Hallenkirche,
Rundpfll. mit runden Gesimsen, flache Decke. Die Strebepfll. an der SSeite
wegen des anstoßenden Kreuzgangs nach innen gezogen. Der gestreckte aus 8
Eck geschlossene Chor höher als das Sch.

*Barfüßer-Klst*. zur Bibliothek umgebaut.

*Karner* bei der Pfarr-K. Gr. Rck. Im Erdgeschoß 2 frgot. Kreuzgwbb. Das
höhere Obergeschoß, eine ursp. flachgedeckte Kap., 1684 als Pfarrwohnung
umgestaltet.

*S. Kilians-Kap*. 1sch. rom. Gwb.-Bau, 1584 als Speicher eingerichtet,
jezt Schule.

*Kugel-K.* Gest. 1477 für die Brüder vom gemeinsamen Leben, gew. 1482.
1sch. mit 7 Joch und Schluß aus 8 Eck. Reiches Netzgwb. mit ursp.
Bemalung. Großes Sakramentstabernakel um 1482 (von gleicher Hand wie das
Fritzlarer). — Das Fraterhaus rck. mit 3 Stockwerken, einfach spgot.

*Gottesacker-Kap. S. Michael*. Einfach frgot.

*Luth. Marien-Pfarr-K*. Chor gew. 1297, Sch. gew. 1356, Turm 1447-1473.
Hallenkirche mit gestrecktem aus 8 Eck geschlossenem Chor. Letzterer hat
nach innen gezogene, keilförmige, an der Stirn mit starken Diensten
besetzte Strebepfll. Die Fenster in jüngerer Zeit überarbeitet. Das Äußere
des Lhs. verhältnismäßig reich. Im S ein Doppelportal, das mit dem darüber
befindlichen 6teiligen Fenster ein Ganzes bildet. Die Streben mit Blenden
und Kragsteinen für (jetzt fehlende) Statuen. Das Dachsims reich
gegliedert. Der Turm hat mächtige ins Kreuz gestellte Streben, Abschluß
mit Gruppen größerer und kleinerer Fialen, Zinnenkränzen, schlankem von 4
Holzgiebeln umgebenem Holzhelm. _Altaraufsatz_ 1625 mit vielen
Alabasterskulpturen, letztere mit Zusätzen nach 1667. _Messingtaufkessel_
um 1590. _Wandtabernakel_ um 1350 mit Stifterwappen, 2
Prophetenhalbfiguren, Weinrebenumrahmung, Zinnenkrönung 2-1/2 m hoch. Das
schmiedeeiserne Gitter 1503. _Wandgrab_ des Landgrafen Ludwig III. † 1604
und seiner Gemahlin Hedwig von Württemberg † 1590, lebensgroße
Bildnisfigg. in Alabaster, reiche architektonische Umrahmung. —
_Desgleichen_ für Ludwig _IV._ † 1626 und Magdalena v. Brandenburg † 1616,
errichtet

1628, dem vorigen in der Anlage ähnlich. Schöne Abschlußgitter 1592 und
1831.

*Siechenhaus-Kap*. Einfach got. E. 13. bis A. 14. Jh.

*Rathaus.* 1512-24. Bruchstein auf rck. Grundriß, hoher 3stöckiger Aufbau
mit Staffelgiebeln. Die Langseitfassade erhält einen kräftigen Akzent
durch den Treppenturm mit originellem Renss.-Aufsatz 1586. Sehr fein die
Nebenakzente der Erkertürmchen an den Ecken. Ein hübsches Detail die
spgot. Tür mit Relief der h. Elisabeth von _Ludwig Jupe_ 1524. Getäfelter
Saal.

*Fürstl. Kanzlei* (Regierungsgebäude). Einfacher Renss.Bau von 1575.

*Deutsches Haus*. Der nur teilweise erhaltene und wechselnden Zwecken
adaptierte Gebäudekomplex (jetzt zum Teil für Universitätsinstitute)
bildet die Umgebung der Elisabeth-K., früher mit einer hohen Mauer
klösterlich abgeschlossen. Seit der Aufhebung des Ordens 1809 wieder
gefallen. Erhalten ist, jedoch nicht unverändert, das älteste Bruderhaus
mit dem vorgekragten Chorerker der Hauskapelle im Übergangsstil. Als
Komturwohnung der spgot. Bau mit Treppengiebel und Erker. Ausgedehnt waren
die landwirtschaftlichen Gebäude, davon erhalten der Fruchtspeicher von
1515 und die Mühle von 1513.

*Wohnhäuser*. Ecke Marktplatz und Steingasse, got. um 1580. Nikolaistr.
133 spgot., am steilen Walmdach 5 polygone hölzerne Türmchen mit
Spitzhelmen. Ecke Markt und Wettergasse 296 stattliches Haus des
Vizekanzlers Vultejus um 1600, Erdgeschoß spgot. Mehrere gute
Fachwerkhäuser und Portale der Sp.Gotik und Renss.

*Schloß.* Großenteils 13.-15. Jh. Drei Flügel sind so geordnet, daß sie
einen schmalen trapezoiden Hof zwischen sich lassen. Der
Verteidigungszweck wog nicht ausschließlich vor, so daß einem großartigen
Saalbau (voll. 1311) und einer ansehnlichen Kapelle (gew. 1288) Raum
gegeben wurde. Diese beiden Bauten sind das Bedeutsamste, was die deutsche
Schloßarchitektur der früheren Gotik im Sinne des Kunstbaues geleistet
hat. Der _Saalbau_ hat über dem hohen Keller zwei Hauptgeschosse. An der
gegen den Abhang liegenden W- und NSeite ist er durch starke Wandpfll.
verstrebt, die sich an den Ecken turmartig verstärken und über dem
Dachgesims in freistehende 8eckige Türmchen mit Wendeltreppen auslaufen.
(Die Spitzdächer neu, vorher welsche Häubchen.) In der Mitte der NSeite
ein Risalit mit Staffelgiebel. Künstlerisch der wichtigste Bestandteil ist
der das ganze Obergeschoß einnehmende sogenannte Rittersaal (33,5 l., 14
br., 7,8 h.). Seine Anlage nahe verwandt derjenigen der
Klosterrefektorien. Eine mittlere Reihe von 4 Pfll. teilt den Raum in 2
Sch., die von 2 × 5 quadr. Gwbb. überspannt werden. Die kräftigen, unter
sich gleichen Rippen (im Profil geschärfter Rundstab, begleitet von 2 sehr
kleinen Kehlen; ähnlich im Schloß Rauschenberg) wachsen ohne Vermittelung
durch Kaptt., nur durch ganz kleine Kragsteine im Ansatz markiert, aus den
Kanten der 8eckigen Pfll. heraus, welche demgemäß übereck gestellt sind.
An den Wänden einfache Kragsteine. Die mit Laub geschmückten Schlußsteine
sind das einzige Ornament. Der räumliche Rhythmus erhält seinen Charakter
durch die tiefe Lage der Kämpferpunkte (2,6 m über Boden bei 7,8
Scheitelhöhe). An jeder Schildwand je 2 enge zusammengerückte 2teilige
Fenster, mit einer oberen kreisförmigen Öffnung Gruppe bildend, alle 3 von
spitzbg. Blende eingerahmt (also verglichen mit der Elisabeth-K. eine
Rückbildung des Maßwerks). — Die 3 in den Saal führenden Türen wurden 1572
mit üppigem Renss. Täfelwerk umkleidet (neuerdings durch C. Schäfer
willkürlich verändert, der auch den großen Renss.Kamin durch einen neugot.
ersetzte). — _Kapelle_. Zweistöckig, mit größter Raumausnutzung den engen
Ortsverhältnissen angepaßt. Die eigentliche Kap. im Obergeschoß. Der Gr.
verschmilzt in eigenartiger Weise longitudinale und zentrale Anlage. An
ein mittleres querrechteckiges Kreuzgwb. schließen sich im O und W
symmetrisch Gwbb. aus 5 Seiten des 8Ecks, im N und S flache, trapezförmig
sich verengende Nischen, für die der Raum durch erkerartigen Ausbau über
der stärkeren Mauermasse des Unterbaues gewonnen ist. Aus dem östl.
Polygon führt ein Durchgang in die über dem Burgtor liegende Sakristei.
Die Durchbildung des Innern gibt den stilgeschichtlichen Moment des
Überganges von der Frügotik zur Hochgotik in klassischer Formenreinheit.
Der Meister steht zu der Schule der Elisabeth-K. in keiner näheren
Beziehung. Von Einzelheiten sind hervorzuheben die schlanken, mit
abgebrochenen Laubbüscheln besteckten Dienstkaptt. und die eigenartige
Zeichnung des Maßwerks, in dem Kleeblattbgg. mit mehrfach gebrochenem
Vierpaß verschmolzen werden. Fußbodenmosaik aus farbig glasierten
Tonplättchen. Die Polychromie des 15. (16.?) Jh. wurde durch C. Schäfer
entfernt und durch schematische Quadermuster ersetzt, nur ein kolossaler
S. Christoph whgest. Am Äußern Strebepfll. von 3eck. Gr., auf dem
Rücksprung des Unterbaues ruhend. Der letztere hat im Innern zwei
rippenlose Kreuzgwbb.; der Gebrauchszweck des Raumes ist nicht
überliefert. 1572 ihm vorgelegt eine Renss.Laube, die zur malerischen
Belebung des Schloßbildes günstig beiträgt. — Der südl. und westl. Flügel
wurde in den 60er und 70er Jahren des 16. Jh. renss. verändert. —
Abgesondert steht der _neue Bau_, 1489 ff. — Von der _Schloßbefestigung_,
die noch im 18. Jh. das ganze Plateau umfaßte, sind einige Türme erhalten;
dazu die bis zur Kugelkirche reichende Verbindungsmauer mit der
Stadtbefestigung.

_MARGETSHÖCHHEIM._ UFranken BA Würzburg.

*Dorf-K.* OTurm und OTeil des Lhs. um 1300, Erweiterung nach W 1614,
Juliuswappen.

_MARGRETENHAUN._ RB Cassel Kr. Fulda.

*Dorf-K.* Chor und Turm (N) 1487, Sch. 1781.

_MARIABUCHEN._ UFranken BA Lohr.

*Wallfahrts-K*. E. des 17. Jh. Im Innern rest. Trockene, harte Architektur
unter Einfluß Petrinis.

_MARIABURGHAUSEN._ UFranken BA Haßfurt.

*Cisterc.-Nonnen-Klst.-K*. (Vallis s. Crucis), 1243 aus Kreuztal hierher
verlegt. Langsame Bauausführung E. 13. bis M. 14. Jh. Typische, schmale
langgestreckte 1sch. Anlage, 10 m br., 50 m l., turmlos. Die WHälfte
flachgedeckt, mit Nonnenempore auf gewölbter Halle (sog. Gruft) (3 Sch., 7
Joche), die OHälfte mit Kreuzgwb. auf Konsolen und 5/8-Schluß. Die die
beiden Abteilungen trennende Scheidemauer reichte ursp. bis zu den
Gwb.Kämpfern, 2 Türen führen schiffwärts auf eine flache Empore. —
_Hochaltar_ streng bar. A. 18. Jh. Auf einem Seitenaltar (um 1750)
reizende _Madonna_, Holz, E. 15. Jh. Von den _Grabsteinen_ interessant der
des Heinrich v. Seinsheim † 1345. [Reste von Altarplastik des 15. Jh. in
der Universitätssammlung Würzburg.] — _Klostergebäude_. Erhalten zwei
Flügel aus 17. Jh.

_MARIA-EHRENBERG._ UFranken BA Brückenau.

*Wallfahrts-K*. 1666, erweitert 1732.

_MARIASONDHEIM_ s. Arnstein.

_MARIENBERG._ K. Sachsen Amtshauptstadt.

*Stadt-K. S. Marien.* 1558-64, rest. nach Brand 1616; 3sch. Hallenkirche
25,6 : 43,3 m; der östl. Abschluß unregelmäßig 5seitig; an den Gwbb.
spgot. Rippendurchsteckungen. — Am _Altaraufbau_ von 1617 großes Gemälde
des Hofmalers _Kilian Fabritius_, manieristisch gewandt.

*Hospital-K*. _Flügelaltar_ aus der Schule _Wolgemuts_.

*Rathaus* 1533-39; der Plan aus Halle, von _Joh. Hofmann_, wohl einem
Verwandten des Nickel Hofmann; das Portal in tüchtiger, etwas derber
Renss. ohne got. Reminiszenzen; sonst hat das Gebäude durch Brände
gelitten.

*Haus* Markt Nr. 338, fr. Renss. Portal 1530; ein anderes Zschopauer
Straße Nr. 447 und Markt Nr. 104.

_MARIENSTERN._ K. Sachsen AH Kamenz.

*Cisterc.-Nonnen-Klst*. Gegr. 1248. Die K. zeigt keine Formen, die über E.
13. Jh. zurückgehen. Rck. Hallenbau von 7 Jochen, das südl. Ssch. unten
zum Kreuzgang gezogen, oben als Empore, welche das Klst. mit dem 2 WJoche
einnehmenden Nonnenchor verbindet. Ausnehmend schlanke 8eck. Pfll., ohne
Kaptt., mit dem Gewölbefuß durch Konsölchen verbunden. Ähnlich schlicht
der übrige Formencharakter, wenn auch vereinzelt etwas Schmuck auftritt,
z. B. Laubkränze an den Schlußsteinen. Die Fenster 2pfostig und mit
kleinlichem, dürrem Maßwerk. Die WFassade bar. übergangen.

_Hochaltar_ 1751 von _Franz Lauermann_ aus Prag; seine 4 Kolossalstatuen
1889 in den Kreuzgang verbannt und durch neue ersetzt. Ebenso wurde mit
der Kanzel und den Nebenaltären verfahren. 2 spgot. _Nebenaltäre_, nicht
übel, aber auch nicht hervorragend. An der OWand _Glasgemälde_ ca.
1370-80. — Kreuzgang in der Ausführung der K. vorausgegangen, bald nach
1250. Sehr einfach. Große fensterartige Öffnungen. Die Gwbb. auf Konsolen.
— Aus E. 17. Jh. das Haus der Äbtissin, 1731 der neue Konvent; geräumig,
in der Behandlung anspruchslos. — _Bar.Plastik_: 12 Statuen auf der
Brüstung des Kirchgangs, Mariensäule 1720, Dreifaltigkeitssäule 1723,
Kruzifix und schmerzhafte Mutter 1725; vermutlich von _Jäkel_ aus Prag. —
Im Schatz ein interessanter überaus reicher rom. _Speisekelch_ nach 1250
und 2 gotische. _Kaselkreuz_ in Reliefstickerei um 1530. — _Denkmäler_:
Bronzene Grabplatten für Bernhard v. Kamenz 1380 und Heinrich v. Kamenz,
Bischof von Meißen † 1629, beide um 1629. Sandsteinerne Bildnisplatten für
Äbtissinnen 1664, 1697, 1710.

_MARIENTAL._ K. Sachsen AH Zittau.

*Cisterc.-Nonnen-Klst*. gegr. um 1230. Neubau 1685 mit Benutzung
wesentlicher alter Teile. — In der K. großer _Crucifixus_ und anmutiges
_Selbdritt_, um 1515. — _Brunnen_ um 1700. — _Stationsberg_ mit kolossaler
Kreuzigungsgruppe 1728. — Auf dem Kirchhof bmkw. _Bildnissteine_ der
Äbtissinnen.

_MARIENWEIHER._ OFranken BA Stadtsteinach.

*Pfarr-K.* Einfacher Barockbau (für Franziskaner) 1717, der Turm 1742
(_Balth. Neumann zu Rate gezogen_). Rck. mit eingezogenem Chor und 1/2kr.
Schluß. Decke und Wand _reich stuckiert_, im Scheitel 6 größere Gemälde.
Klassizist. Hochaltar mit _Gnadenbild_ von ca. 1480. _Nebenaltäre_ 1770.
_Regina coeli_ 1695. _Grabstein_ einer Gräfin von Hohenzollern 1416. Außen
_Kreuzigungsgruppe_ um 1520-30 — Auf einer Anhöhe gelegen, bietet die K.
nach allen Seiten ein wirkungsvolles Bild. Die Flachtonne um 1720 reich
stuckiert. WTurm um 1745.

_MARISFELD._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

*Pfarr-K.* Anlage die typische des Ma.: 1sch. mit eingezogenem Turmchor;
der letztere 1497, das Lhs. 1711 erneuert. — *Pfarrhaus*. Fachwerkbau M.
17. Jh. — Schloß. 1663 erneuert, Rck. mit 4 Ecktürmen, geschweifte
Kuppeldächer. _Hofportal_ reich geschmückt, doch von roher Arbeit.
_Stuckdecke_ 1670.

_MARKERSDORF._ K. Sachsen AH Rochlitz.

*Dorf-K.* sprom., wenig verändert. Glocke 13.-14. Jh. [Altarwerk von _Jak.
Müller_ im Museum des Sächsischen Altert. Ver. in Dresden.]

_MARKRÖLITZ._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Dorf-K.* Großenteils Neubau 1694. Bmkw. _Epitaph_ für Friedrich und
Margaretha von Burkersroda († 1570, 1582) bez. _HK_; von derselben Hand
(der man auch in Freyburg und Zorbau begegnet) der reiche und
geschmackvolle _Taufstein_ von 1599.

_MARKSUHL._ Sachsen-Weimar VB Eisenach.

*Kirche* 1667, 1sch., mit hölzernem Tonnengwb. 2 Geschosse Emporen auf
geschnitzten Rundsäulen. Gerader Chor mit Kreuzgwb. Geschnitzte _Kanzel_,
ehemals auf einer Figur des Moses stehend; diese jetzt im Thüringer Museum
zu Eisenach. Turmspitze mit 4 Eck-Türmen.

*Schloß* (zeitweise Residenz einer sächs. Herzogslinie) 1583, mit guten
Sandsteinskulpturen. 1. Über den Fenstern 9 Köpfe, 2. Unter den beiden
Eckerkern je eine männliche Halbfigur als Konsol. 3. Reiches Portal des
Treppenturms. 4. Portal des Hofes mit schöner Bekrönung. Der Treppenturm
hat oben 3 Geschosse aus Holzfachwerk, sehr gut. Die Hoffassade z. T.
ebenfalls aus schönem Holzfachwerk. Im 1. Stock die ehemaligen Jagdzimmer
mit rok. Stuckdecken.

*Wohnhäuser* mit Holzschnitzerei 17.-18. Jh. Nr. 39, 121, 132.

_MARKTBREIT._ UFranken BA Kitzingen.

*Prot. Pfarr-K*. Stattlicher frgot. Chorturm. An Stelle des angebauten
spgot. 5/8 Chors ursp. eine Apsis. Lhs. wiederholt erweitert.
Inneneinrichtung mit Felderdecke und Emporen, behaglich malerisch. A. 18.
Jh. — Eine Reihe tüchtiger _Bildnisgrabsteine_. Hervorzuheben Fr. v.
Seinsheim † 1500 mit den Insignien des Schwanenordens und das energisch
aufgefaßte Doppelepitaph für Wilh. v. Hohenrechberg. Außen Wolf Eckhardt
1555 bez. _W.E._ — Unter den _Glocken_ die älteste mit Alphabet in got.
Minuskeln 13. bis 14. Jh.

*Friedhof* vor der Stadt. Angelegt 1566 (vgl. den gleichzeitigen in
Mainbernheim). Unter den hölzernen Arkaden lange Reihe von
Bildnisepitaphen der Renss.

*Rathaus* beg. 1579 (rest. 1908). Gelegen hart an der Stadtmauer. Die
kraftvolle Giebelfassade gruppiert sich mit dem Maintor (ao. 1600), die
Rückfassade mit dem »schwarzen Turm« zu prächtigen Architekturbildern. Im
2. Geschoß große Diele mit stimmungsvoller Holzarchitektur. Getäfelte
Ratsstube; desgleichen das Rundgemach des obersten Geschosses.

Seinsheimsches *Schloß* (Amtsgericht) 1580. — Unter den Wohnhäusern einige
von vornehmer Haltung, besonders die symmetrisch zueinander angelegten
Erkerfassaden am Eingang der Schusterstraße, E. 17. und A. 18.Jh., auch
bmkw. Inneneinrichtung. Gegenüber dem Amtsgericht schöner *Fachwerkbau*
1607 und *Mainkran* 1773. Auch von außen gesehen ist das Stadtbild von
großem Reiz. Der Mauerring (1529-50) großenteils erhalten. Die hohen
schlanken Rundtürme teils mit spgot., teils mit bar. Dächern.

_MARKTHEIDENFELD._ UFranken BAmtsstadt.

*Pfarr-K.* 1613. — Hübsches *Bürgerhaus* (Kaufhaus Flasch) 1745, die
Fenster mit reichen spbar. Sandsteinumrahmungen, die innere Dekoration im
Stiegenhaus und Saal gut erhalten.

_MARKTLEUGAST._ OFranken BA Stadtsteinach.

*Pfarr-K.* Got. Polygonalchor, Lhs. und WTurm 1768, Flachdecke mit
eleganter aber sparsamer Stuckierung.

_MARKTSCHORGAST._ OFranken BA Berneck.

*Dorf-K.* spgot., 2 sch. Hallenbau (symmetrisch?).

_MARKTSTETT._ UFranken BA Kitzingen.

*Pfarr-K.* einheitlich nachgot. 1623. Ausstattung des fr. 18.Jh.; —
Kirchhofsmauer mit Zehntscheuern. — _Wohnhaus_ Herrenstr. Nr. 144, sehr
hübsche Anlage 1750.

_MARKTZEULN._ OFranken BA Lichtenfels.

*Pfarr-K.* Chor got., Lhs. 1701, Dekoration 1760.

*Rathaus* mit Stiegenturm 1588. _Holzhäuser_, 16. und 17. Jh. in guter
Erhaltung. [An Haus 53 Überreste aus Klst. Langheim]

_MARKWERBEN._ Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.

*Dorf-K.* ursp. rom. mit Chorturm.

_MARTINFELD._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Dorf-K.* (kath.) 1723, mit hübscher geschieferter Turmkrönung. Der schöne
_Stuckmarmoraltar_ aus dem ehemaligen Klst. Beuren. _Schnitzrelief_ von
einem älteren Altar A. 16. Jh. — Stattliche *Edelsitze* (v. Bodungen) 1580
und 1611.

_MARTINSKIRCHEN._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

*Dorf-K.* Den Kern bildet eine rom. Anlage, 1sch. mit westl. Querturm und
eingezogenem Altarbau. Die Wände des letzteren 1699 durchbrochen und
Flügel angelegt. Chor spgot. Rest. 1904. — Mehrere bar. _Grabsteine_.

*Schloß* 1754 für Graf Fr. W. v. Brühl (Bruder des bekannten Ministers).
Hufeisenanlage. Formen in feinem, mäßig reichem Rok. Die innere Einteilung
ist ungestört geblieben, auch die Ausstattung gut erhalten und anziehend.

_MASSENBUCH._ UFranken BA Gemünden.

*Pfarr-K.* 1702. Gutes _Hochaltarblatt_ von _Nikolaus Treu_ 1776. Über dem
WEingang rom. Tympanon (11. Jh.?) eingemauert; angeblich aus Schönrain.

_MAUA._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Dorf-K.* 18. Jh. mit got. Chor. _Schnitzaltar_ aus derselben
ausgezeichneten Altenburger Werkstatt, aus welcher der Altar von 1498 in
Arnstadt und der in Großlöbichau.

_MAUERSCHEDL_ bei Mellrichstadt UFranken.

Kleine 1sch. *Kirche* mit östl. Chorturm, 11.-12. Jh. An die etwa
gleichzeitige starke Kirchhofsmauer lehnen sich 23 *Zellen* aus etwa 14.
Jh., wahrscheinlich eine Schutzanlage für das schon 1424 nicht mehr
bestehende Dorf Bischofs. Die Grundmauern 1903 ausgegraben.

_MAXEN._ K. Sachsen AH Pirna.

*Dorf-K.* gegr. 13. Jh., jetzt formlos. — Wertvolles _Altarwerk_ aus
Sandstein mit figürlichen Reliefs, 1558. Auf dem Kirchboden gute
_Holzplastik_.

*Schloß* mit reizvollem Architekturstück aus der Fr.Renss. Anbau 1727.

_MECKENRIED._ UFranken BA Haßfurt.

*Dorf-K.* 17. und 18. Jh., der OTurm in der Anlage aus Ma. — _Mobilien_ E.
17. und A. 18. Jh.

*Friedhofs-Kap*. 18. Jh., mit sprom. Chor und Torturm des ehemals
befestigten Friedhofes. — _Bildstöcke_ bar.

_MECKFELD._ Sachsen-Altenburg Kr. Roda.

*Dorf-K.* _Schnitzaltar_ bez. 1500, vom _»Meister der Baldachine«_.

_MEEDER._ Sachsen-Coburg LA Coburg.

*Dorf-K.* Der turmtragende rom. Chor ist, wie öfter vorkommt, durch eine
geräumige spgot. Erweiterung in die Mitte gerückt (vgl. aus der
Nachbarschaft Groß-Wallbur); ungewöhnlich die reiche und gut erhaltene
Ausbildung mit Lisenen, Gesimsen und Bogenfriesen; die große Stärke der
nördl. und südl. Mauer läßt den Turm außen oblong erscheinen; auf das
dritte rom. Geschoß folgt eines aus beschiefertem Fachwerk mit 2 Helmen
von 1652. Das stattliche Lhs. 1723. — Reiches Sternberg-Rosenbergsches
_Wandgrab_ 1576. — *Herrenhaus* (jetzt Gasthaus) 17. Jh., Reste der alten,
reichen Stuckdekoration.

_MEERANE._ K. Sachsen AH Glauchau.

*Stadt-K.* Wesentlich 1503 mit späteren Umbauten; rom. der zwischen Schiff
und Chor stehende Turm. Reste eines großen Altarwerks von _Jak. Müller_ in
Altenburg 1506.

_MEERHOLZ._ RB Cassel Kr. Gelnhausen.

Isenburgisches *Schloß,* 1564 aus einem Prämonstr.-Nonnenklst. umgebaut;
hat großenteils seinen alten Charakter verloren. Der SFlügel enthält die
*Pfarr-K.,* an den Fenstern entartetes Fischblasenmaßwerk. — Neben dem
Gemeindehaus ein alter *Wartturm.*

_MEINEWEH._ Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.

Verbaute spgot. Dorf-K. Prachtvolles vorzüglich gearbeitetes
_Alabasterepitaph_ des Günther v. Bünau † 1706.

_MEININGEN._ Hauptstadt von Sachsen-Meiningen.

*Stadt-K.* Sie wirkt nach der eingreifenden und willkürlichen Rest.
1884-89 fast wie ein Neubau. 1. Unter der jetzigen K. die Fundamente einer
rom. Basilika. Von ihr ist über der Erde erhalten der nördl. Fassadenturm
bis zur Firsthöhe des Kirchendaches; die rom. stilisierten Fenster erst
von 1884 (vorher got. veränderte); die 8eckigen Obergeschosse und der
runde Treppenturm von 1594. Der STurm 1884 ganz erneuert, das got. WPortal
durch ein pseudorom. ersetzt. Rom. Zierstücke in der Bibliothek der K.
Rom. Fußbodenfliesen im Museum. Rom. Türklopfer an der inneren WTür. 2.
Aus got. Zeit (1443-55) erhalten der 5/8 Chor. Das Lhs. (vorher got.) ganz
neu. — Von den _Grabdenkmälern_ nur ein kleiner Teil wieder aufgestellt.
Interessanter Wappenstein des Hans Volker 1425. Bildnissteine des
Stadtschultheißen Lorenz Reps † 1563, des Hans Phil. Schenk zu
Schweinsberg 1567, des Matth. v. Hönningen 1576, der Ottilie v. Hönningen
1574. Die späteren in Epitaphform. — Älteste _Glocke_ M. 14. Jh.

*Residenzschloß* (der Name Elisabethenburg neu). Ältester Teil der 1511
durch Lorenz von Bibra, Bischof von Würzburg, erbaute NFlügel; stark
neugot. verändert. Das neue Schloß 1682. Auch dieses modern umgebaut, mit
Erhaltung einiger Innenräume in Bar., Rok. und Neoantik. Hervorragend die
bar. Stuckdecke des Riesensaals von _J. N. Bestheimer_ unter Leitung des
Römers _Alessandro Rossini_. — Im SFlügel die _Schloß-K_. 1682-92, mit
Stuckdecke, schöner Kanzel und Herzogsloge. Kanzel in Stuckmarmor rok.
Flügelgemälde eines ehemaligen Altars, fränkisch um 1510. — Reiche
_Kunstsammlung_. Die Gobelins ehemals im Schloß Ichtershausen. Porzellan
aus Klst. Veilsdorf.

Im _Hennebergischen Haus_ die Kunst- und Altertumssammlungen des
Hennebergischen Geschichtsvereins. An der Fassade Relieftafel von 1603 aus
der Schloßkapelle zu Ellingshausen. Auf dem _Friedhof_ treffliches
Grabrelief des Reinhard von Wechmar 1488. Im _Englischen Garten_
künstliche Ruinen 1793.

Teil der ma. *Ringmauer* hinter der Burggasse.

_MEISSEN._ K. Sachsen. Amtshauptstadt.

*Dom und Schloß*. Beide bilden zusammen einen geschlossenen 3eck.
Baukomplex in prachtvoller Lage auf einem ringsum freien Felsen über der
Elbe. Der Dom ist in seinen OTeilen mit der Umgebung verwachsen, das Lhs.
springt frei in den Hof vor, so daß die Fassade dem Ankömmling als erster
Haupteindruck entgegentritt. Durch den A. 20. Jh. ausgeführten Zubau
zweier Türme (von _Carl Schäfer_) das historische Bild wesentlich
verändert.

*Dom*. Frgot. Anlage aus M. 13. Jh., langsam fortgebaut unter mehrfachem
Wechsel der Bauidee, zuletzt späteste Gotik. 1. Dem ersten Plan gehört der
Gr. mit Ausnahme der beiden Chöre; in ihm leben noch rom. Reminiszenzen;
das Qsch. aus 3 Quadraten; die WTürme über die Fluchtlinie der Ssch.
vorspringend; beides erinnert an Magdeburg. Am Ende des 13. Jh. waren
fertig: das _Qsch_. das erste Joch des Chors mit Sechskappengwb., das
erste (östl.) Joch des Lhs., die Türme bis zu 12,3 m H. und wohl noch
weitere Teile des Lhs., deren (z. T. schon geformtes) Material im Umbau
des 14. Jh. Verwendung fand. Sicher als Basilika begonnen (vgl. außer der
Gestaltung des ersten Joches die Spuren der ursp. Dachlinie an der
anstoßenden Querschiffswand). Außen am südl. Kreuzflügel schöne frgot.
Giebeldekoration. 2. Die 8eckige Johanneskap, (urkundl. 1291, die
Inschrift unecht), gelegen im SWWinkel des Qsch.; 2geschossig; das
Obergeschoß ursp. freiliegend; in der formalen Durchbildung das beste am
ganzen Dom (neben dem Lettner), Fenster aus 15. resp. 19. Jh. — 3.
Hallenmäßiger Umbau des Lhs. ca. 1300-1380; der Aufbau des 1. Jochs
geschont in der Weise, daß nach Ausbrechung des Oberfensters hinter diesem
eine Empore angelegt wurde; Verlängerung des Chors; zum Schluß der SOTurm,
sein durchbrochener Helm wohl noch jünger. — 4. Von den um 1400
weitergeführten WTürmen nur das zierliche Reliefmaßwerk unter dem 2.
Gurtgesims erhalten; aus derselben Zeit das große (jetzt innere) WPortal
in akademisch nüchternem Prunk. — 5. Um 1420-30 wurde vor dieses Portal
die Fürstenkapelle gesetzt, in der Gestalt eines Chors von 3 Jochen und
3/8 Schluß; letzte Phase der Hochgotik, die trocken zierliche Behandlung
ähnlich der Schloßkap, zu Altenburg. — 6. Seit 1479 das hohe
Fenstergeschoß des WBaus, wohl von _Arnold v. Westfalen_, dem Erbauer der
Albrechtsburg; es sollte den (durch den Übergang zum Hallensystem massig
vergrößerten) Giebel des Lhs. maskieren; wie der obere Abschluß
beabsichtigt war, ist nicht mehr ersichtlich; in der 1. H. des 16. Jh.
trug er 3 (wohl hölzerne) Helme, die 1547 abbrannten. Durch den 1904
begonnenen Ausbau steinerner Doppeltürme wird der überlieferte Charakter
der Fassade wie das ganze Baubild des Domberges völlig verändert. — 7.
Sakristei ca. 1500-1506. — 8. Begräbniskap. Georg des Bärtigen 1534.

_Inneres_. — _Lettner_ frgot. 2. H. 13. Jh. Das Laubornament, an die
Naumburger Schule anschließend, ersten Ranges; aus derselben Zeit die
steinerne Rückwand der Chorherrensitze; die Balustrade und die seitliche
Erweiterung des Lettners nach 1350; die einst ca. 50 Altäre des Doms
großenteils verschwunden; einer in der Dorf-K. zu Boritz. — _Hochaltar_.
Gemaltes Triptychon mit Anbetung der Könige, ca. 1520. Der Meister des
singulären, sehr hervorragenden Werkes steht der niederländischen Kunst
nahe (jedenfalls nicht _A. Dürer_!). — _Lettneraltar_, unter Einfluß
_Cranachs_; eher von diesem selbst das _Triptychon mit dem Schmerzensmann_
in der S. Georgskap, bez. 1534. — Im Stirnfenster des Chorhaupts
_Glasgemälde_ aus 13. Jh. — _Sakramentshäuschen_ mit Tabernakel ca. 1506.
— _Chorstühle_ unter steinernen Baldachinen E. 13. Jh. — An der OWand des
Qsch. Spuren von _Wandgemälden_ des 14. Jh., Jüngstes Gericht. — _Kanzel_
2. H. 16. Jh. — _Statuen_ aus 2. H. 13. Jh.: a) an der Wand des Chors ein
Fürstenpaar, traditionell Kaiser Otto I. und Kaiserin Adelheid, wohl als
Anfang einer Stifterreihe gedacht, nach dem Muster Naumburgs, wohin auch
der Stil weist; gegenüber Johannes und Donatus; b) aus derselben Werkstatt
die 3 Statuen der Johanneskap., tüchtige und anziehende Arbeiten. — Aus A.
15. Jh. der massenhafte _Schmuck des WPortals_ in einer fleißigen
kleinlichen Manier; besser das südl. Seitenportal. — _Die Gräber der
Fürstenkap_. In der Mitte Tumba des Stifters, Friedrichs des Streitbaren
† 1428, ausgeführt ca. 1430-40; der Tote vollplastisch auf einem
Brokatteppich, das Kurschwert in der Hand, an den Langseiten 24 kleine
gravierte Figuren, Klagemänner und Wappenhalter; Werkstatt nicht
nachzuweisen. Ringsum die ehernen Grabplatten von 9 weiteren Mitgliedern
des sächsischen Hauses. Diese sämtlich aus der _Vischer_schen Werkstatt in
Nürnberg. Sigismund von Sachsen, Bischof von Würzburg † 1472, Flachrelief;
1472 lebte noch _Hermann V._ und war _Peter V._ noch nicht zwanzig Jahre
alt; bei der großen Ähnlichkeit mit der 1496 verfertigten Platte des B.
Job. Rot in Breslau wird die Entstehung später anzusetzen sein. Dagegen
könnte das Denkmal Kurfürst Friedrich des Guten † 1464, gravierte Platte
(gleich allen folgenden), und die in der Kirche befindliche Platte des B.
Kaspar v. Schönberg † 1463 von _Hermann V._ herrühren. Von _Peter_
Kurfürst Ernst † 1486 und die in der Kirche befindliche Gedenktafel für
den Domherrn Heinrich Strecker † 1486. Seinem Sohne _Hermann d. J._ werden
von Buchner zugeschrieben: Albrecht der Beherzte † 1500, Amalie von Bayern
† 1502, Sidonie † 1510, Friedrich † 1510; sie gehören zum Besten, was auf
diesem Gebiete in Deutschland je geleistet worden. Erheblich geringer
Friedrich II. und Johann, ausgeführt um 1540 (von derselben Hand Barbara
in in der Georgenkap.). — _Grabplatten im Langhause_: Bischof Dietrich
III. von Schönberg † 1472, im Charakter der _Vischer_schen Werkstatt;
Sandsteinplatte des Bischofs Johann V. von Weißenbach † 1487;
Hochreliefplatte (Epitaph) für denselben, Bronzeguß aus einer
sächsisch-thüringischen Werkstatt, aus der im Naumburger Dom die Platten
für Dietrich von Schönberg und Andreas von Könritz. — _Georgenkapelle_:
Triptychon von _L. Cranach_. Marmorrelief der Grablegung, ausgezeichnete
Arbeit um 1530. Bronzereliefplatte Herzog Georgs † 1539, gravierte Platte
der Herzogin Barbara † 1534.

_Kreuzgang_. Sehr klein, im Winkel zwischen dem Chor und südl. Quersch.
Der älteste Teil der nördl. Flügel und _Maria-Magdalena-Kap_. vor 1274;
die übrigen Flügel 1491.

*Schloß.* Der Hauptbau (seit 1676 »Albrechtsburg« genannt) erbaut 1471 bis
ca. 1485 von _Arnold von Westfalen_ (_Westveling_). Epochemachend in der
Geschichte der deutschen Burgarchitektur, die hier im Begriff ist, in den
Palast überzugehen. Innere Raumeinteilung nach einheitlichem Plan, in
jedem Stockwerk (Keller und 3 Wohngeschosse) alle Räume in gleicher
Höhenlage. Bezeichnend für den Meister ist die Enthaltsamkeit im Ornament.
Die kunstvoll figurierten Gwbb. haben nur im 1. Geschoß Rippen, in den
folgenden scharfgratige tiefbuchtige Zellen. Die sehr großen Fenster
verzichten auf Maßwerk, als oberer Abschluß ist der seither in der
sächsischen Schule sehr verbreitete Vorhangbogen eingeführt. Andere für
die Folgezeit wichtige Motive: die Dacherker des letzten Geschosses und
die große in einem Turmgehäuse aus der Fassade vorspringende Wendeltreppe.
Höchst originell die Konstruktion: die Widerlager nach innen gezogen, so
daß sich tiefe, wie Erker erscheinende Nischen bilden; die Mauerstärken
von unten nach oben zunehmend, offenbar um den Schub der Gewölbe durch
senkrechte Belastung aufzuheben (ein Gedanke, der im Obergeschoß der
Domfassade wiederkehrt). Die Fassade entbehrt der senkrechten
Teilungslinien, dafür betonen Gurtgesimse die Bedeutung der
Stockwerkgliederung. Also in vielen und wichtigen Punkten Abkehr von der
eigentlich got. Weise. Der Ornamentlosigkeit hält die Wage eine mit
Bewußtsein geübte (im älteren Schloßbau bloß zufällig zustande kommende)
malerische Kontrastierung der Massen. — Die an einigen Bauteilen,
Wappensaal des NAusbaues und Ausschmückung des großen Wendelsteins, sich
zeigende Einmischung von Renaissanceformen geht auf _Jakob von
Schweinfurt_ ca. 1525-30.

*S. Afra,* gegr. um 1030 als Pfarr-K., seit 1205 Chorherrenstift,
durchgreifender Umbau seit 1295. Flachgedeckte Basilika in schlichtesten
got. Formen, der 1sch. gerade schließende Chor in gleicher L. mit dem
Msch. des Lhs. Die Sakristei Überrest eines rom. Baus (etwa E. 12. Jh.).
Um 1390-1400 das südl. Ssch. und der Chor erhöht. Konventsgebäude nach
1600. — Hölzerne _Kanzel_ 1657. _Grabsteine_ des 16. und 17. Jh. in der v.
Schleinitzschen Grabkapelle.

*Franziskaner-K*. (jetzt Stadtmuseum). Erster Bau 1266-72, zweiter
(jetziger) 1447-57. Erhalten das Lhs., eine hohe kreuzgewölbte 3sch.
Hallenkirche, Msch. doppelt so breit wie die Ssch., abgekantet
quadratische Pfll. Der Kreuzgang greift in das südl. Ssch. ein.

*Frauen-K*. Umbau nach Brand 1447, von O nach W fortschreitend.
Hallenkirche mit 1sch. Chor aus 1 Quadrat und 5/8 Schluß; Netzgwb.; in die
Ecke zum südl. Ssch. eine Kap. eingebaut, deren Obergeschoß eine
Sängertribüne trägt. Das Lhs. mit breiterem Msch. durch Emporen verstellt.
Mächtiger WTurm, letztes Geschoß Oktogon mit rundbg. Blendarkaden, ehemals
hohes Spitzdach. Msch. und Chor unter gemeinschaftlichem Dach, an den
Ssch. quergestellte Dächer über jedem Joch. — Kirchhofstor gut renss. — In
der Sakristei _Tafelbild_ 1496.

*Johannes-K*. und *Jakobs-Kap*. unbedeutend und jetzt profaniert.

*Martins-K.,* kleiner rom. Bau im Typus der Dorf-K. Das 1sch.
flachgedeckte Gemeindehaus, der desgl. Chor und die 1/2kr. Apsis folgen
sich in staffelförmiger Einziehung. Einfache Tür an der SSeite in Formen
aus A. 13. Jh. Aufgedeckte _Wandgemälde_ aus 13. Jh. (Totentanz?!) 1900
wieder überstrichen.

*Nikolai-K.* War eine rom. Anlage ähnlich der Martins-K., in got. Zeit
umgebaut. Sehr beschädigte _Wandgemälde_ 13. Jh. Interessantes gemaltes
_Triptychon_.

*S. Wolfgang,* Begräbniskap. im Meisetal, in der Art _Arnolds __ __ von
Westfalen_, origineller Gr. mit 2 aus dem 8 Eck gebildeten Apsiden am rck.
Schiff.

*Rathaus* stattlich spgot. seit 1479.

*Kornhaus* 1520-24 von Meister _Jakob von Schweinfurt_. — Haus gegenüber
dem SEingang des Doms 1526; wohl von _demselben_; letztes Kämpfen der Got.
gegen die Renss. — Auch in der Stadt einige alte Häuser zu beachten, z. B.
das Hirschhaus mit gutem Renss.Portal.

_MELKENDORF._ OFranken BA Kulmbach.

*Pfarr-K.* Got. Hausteinbau E. 16. Jh. Chor im OTurm. Stukkierte
Flachdecke um 1730. Außen am Eingang zur Sakristei 2 sprom. Säulenkaptt.
eingemauert.

_MELKERS._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Dorf-K.* 1687. In allen Teilen Fachwerk. Über der Front niedriger Aufbau
als Ersatz des Turmes. Ausstattung aus der Erbauungszeit.

_MELLINGEN._ Sachsen-Weimar VB Weimar.

Große *Dorf-K*. 1669. Stattlicher Kanzelbau 1. H. 18. Jh. — Hölzernes
_Brunnenhaus_ 1667. — _Dorflinde_ mit Steintisch.

_MELLNAU._ RB Cassel Kr. Marburg.

*Burgruine,* erbaut um 1250; aus dieser Zeit der hohe Rundturm.

_MELLRICHSTADT._ UFranken BAmtsstadt

*Pfarr-K.* Der allein interessante Teil ist der östl.; frgot. mit rom.
Nachklängen. Nach 1250. Ein rck. geschlossener Chor wird flankiert von 2
mächtigen Türmen (nur der nördl. ausgebaut). Ihr Erdgeschoß bildet
Nebenchöre, die sich sowohl gegen den Hauptchor als gegen die Ssch. in
einer spitzbogigen Arkade öffnen. Leibung ungegliedert. Kämpfer mit rom.
Profil. Rippenkreuzgwb. mit Laubwerkkonsolen in den Ostecken. Die zwei
Kreuzgwbb., das erste zwischen den beiden Türmen rck., das andere
quadratisch, hatten früher wohl auch Rippengwbb., wofür die in der SWEcke
des Chores erhaltene Konsole spricht. Der rom. Kämpfer deutet auf einen
ehemaligen breiten Trennungsgurt hin. Das Äußere zeigt sich als massiger
Quaderbau mit spärlichen Zierformen. Jede der drei freiliegenden
Chorseiten hat 2 hohe Fenster (mit späterem Maßwerk), in der Mitte und an
den Ecken Strebepfll. Giebelabschluß und Rundseiten mit Spitzbogenfries.
Turm zu 6 Geschossen mit Ecklisenen und Trennung durch einfache Gesimse.
In den obersten 2 Geschossen gekuppelte, rundbogige Schallöffnungen.
Deckung mit welscher Haube. Das Lhs. ist ein nüchterner Bau der Juliuszeit
in 3 flachgedeckten, gleichhohen Schiffen, nach einem Brande 1712 bar.
verändert. — _Sakramentshäuschen_ feine, originelle Arbeit aus A. 15. Jh.
— _Grabplatte_ eines Herrn von der Ker † 1387.

*Spital-Kap.* mit mehreren guten spgot. Holzfiguren.

*Grossenberg-Kap.,* kleine, einfache rom. Anlage. Spgot. _Holzfiguren_ und
3 _Altäre_ aus A. 17. Jh., Sandstein.

Reste der *Stadtbefestigung*.

_MELSUNGEN._ RB Cassel Kreisstadt.

*S. Nikolaus-K*. 1415-25, erneuert 1570. Schlichte Hallenkirche mit 1sch.
polygon geschlossenem Chor. Rom. WTurm. Über den Sschiffen Walmdächer.

*Schloß* 1550-55, noch von wesentlich spgot. Erscheinung. — *Rathaus,*
freistehender Fachwerkbau mit 4 Ecktürmchen. In der Nähe ansehnliche
Holzhäuser des 17. Jh. — *Fuldabrücke* 1569. — *Ringmauern* aus Ma.
großenteils erhalten; der Eulenturm, mit hohem Kegeldach.

_MEMLEBEN._ Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.

*Benediktiner-Klst.-K*. gegr. 975; im 18. Jh., in Verfall geraten, jetzt
dürftige Ruine. Flachgedeckte kreuzförmige Basilika. Die Stilformen weisen
auf Erneuerungsbau A. 13. Jh., voraussichtlich mit Beibehaltung des
älteren Grundrisses. Chor und Qsch. genau nach dem Netze des Würfels, Lhs.
6 Arkaden, 2 WTürme mit zwischenliegender Vorhalle; lichte Länge 59 m. —
Wohlerhalten nur die Krypta, bis zur halben Vierung vorspringend. Grätige
Kreuzgwbb. Die 3 Apsiden außen und innen polygonal. Dieselbe Gestaltung
des Bogenfrieses kommt an den ältesten Teilen des Magdeburger Doms vor.
Das Lhs. hat spitzbg. Arkaden von geringer Höhe; die Pfll. quadratisch mit
2 kräftigen 3/4 Säulen unter den Bgg.; die Kaptt. kelchförmig,
undekoriert; die mächtige Deckplatte mit dem umgekehrten Profil der
attischen Basis. Alle Fenster rundbg. — Ältere Ansichten zeigen einen
niedrigen Vierungsturm; dagegen fehlen die im Gr. indizierten WTürme;
vielleicht waren sie schon zerstört, vielleicht auch unausgeführt
geblieben. — Die _Klausur_ lag ungewöhnlicherweise auf der NSeite. —
Ältere Besucher sahen an den Pfll. gemalte männliche und weibliche
Gestalten mit Kronen; bei Anfeuchtung noch heute schattenhaft sichtbar,
das begleitende Ornament weist auf 13. Jh.

*Dorf-K.* Reste von spgot, Altarplastik und großes Holzrelief mit
Beweinung Christi 1500.

Von der ehemaligen *Kaiserpfalz* ein Torweg und Mauerreste von 5 m Stärke.

_MENGERSDORF._ OFranken BA Bayreuth.

*Pfarr-K.* 1521, Veränderungen 1668, 1736.

_MENGERSREUTH._ OFranken BA Bayreuth.

*Pfarr-K.* Got. OTurm, Lhs. gotisierend E. 16. Jh. Hölzerne Tonne mit
_Gemälde_ um 1700.

_MERGELSHÖCHHEIM._ UFranken BA Würzburg.

*Dorf-K.* 1614 in der posthumen Gotik der Juliuszeit.

_MERKERSHAUSEN._ UFranken BA Königshofen.

*Dorf-K.* 1737. Deckenfresko von _J. P. Herrlein_ 1777 (vgl. Oberaßfeld).

*Pfarrhaus* renss. und rok. An der Straßenseite bmkw. got. _Steinmadonna_
von ca. 1350.

_MERKWITZ._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Dorf-K.* Umbau von 1713; die mit Halbkuppel überwölbte Koncha der alten
rom. K. jetzt Sakristei.

_MERSEBURG._ Pr. Sachsen Kreisstadt.

*Dom S. Laurentius und S. Johannes-Bapt*. Die rom. Epoche, die des
Übergangsstils und die spgot. sondern sich scharf gegeneinander. 1. Der
erste Bau, gegr. 1015, gew. schon 1021, war vielleicht nur als Provisorium
beabsichtigt. Nach teilweisem Einsturz 1042 völlige Erneuerung des Chors
und nicht unwahrscheinlich der ganzen K. (1090 Errichtung eines
Vierungsturmes.) Auf das 11. Jh. (wahrscheinlicher also 2. H. als 1. H.)
geht der ganze gegenwärtige Grundriß einer regelmäßigen Kreuzbasilika
zurück; dann noch einzelne Mauerteile: am Chorquadrat, an den dasselbe
flankierenden OTürmen (die als Treppentürme zu einem Zentralturm zu denken
sind), am Unterbau des Westturms. Rom. Detail nur noch in der Krypta. Sie
hat 3 Schiffe und 4 Joche, Kreuzgwbb. mit scharfen Gräten ohne Quergurte,
die Pfll. mit Kerben auf den Flächen und feinen Säulchen an den Ecken. —
2. Formen der Übergangszeit (dedicatio 1240, reaedificatio 1274). Die
Konstruktionen des Übergangstils zeigen die der Kreuzrippen noch
entbehrenden, jedoch in den Leitlinien spitzbg. Gwbb. im Chor und Qsch.,
die unterspitzbg. Fenster der Apsis, die 3sch. Vorhalle; das Ergebnis
dieser Bauepoche war eine Gewölbebasilika von schwerer und nüchterner
Behandlung. Ferner wurde in dieser Zeit der Priesterchor unter die Vierung
vorgerückt und mit Schranken umgrenzt; die durch Profilreste an den
Vierungspfll. bezeugte WSchranke war niedriger; der an ihrer Stelle
errichtete renss. Lettner jetzt in die Turmhalle versetzt. — 3. Die spgot.
Epoche baute 1504-17 unter Bischof Thilo v. Trotha das Lhs. zur
Hallenkirche um, wobei die Stellung der Fensterachsen zu der
Jocheinteilung unregelmäßig blieb; Netzgwbb.; außen an den Ssch. eine
Folge von Staffelgiebeln mit Flächenmaßwerk aus Backstein; ferner
erhielten das Qsch. und die Vorhalle schmuckreiche Portale, die als
Specimina der obersächsischen Schulrichtung bmkw. sind. — Rest, von _Fr.
Adler_ E. 19.Jh. — Der wenig ansehnliche _Kreuzgang_ spgot. mit älteren
Resten. — _Kanzel_ 1514 mit Zusätzen von 1526, die letzteren schon mit
RenssElementen. — _Chorgestühl_ von 1446; die Reliefbilder an der Rückwand
von einem sehr unbegabten handwerklichen Künstler, der sich _Caspar
Schockholz_ zeichnet. Viel besser der _Fünfsitz_ von ca. 1480-90. — Reste
von _Schnitzaltären_ zerstreut. — In der Vorhalle steinernes _Taufbecken_
12. Jh.; die vier Paradiesesflüsse, als nackte hockende Männer
dargestellt, tragen das runde tonnenartige Gefäß, daran unter
Bogenstellungen die Reliefs der Propheten, welche auf ihren Schultern die
Apostel tragen (aus der Neumarkt-K. hierher versetzt, zum Motiv vgl.
Byzantinische Elfenbeine und später das Fürstenportal am Bamberger Dom). —
In der Kap. am WFlügel des Kreuzgangs großes und gutes Sandsteinrelief
eines _h. Georg_, E. 14. Jh. — Zahlreiche _Grabdenkmäler,_ unter denen nur
einiges zu nennen. In der Vierung Gegenkönig _Rudolf v. Schwaben_ † 1080,
Bronzeplatte auf modernem Stein, wohl aus einer Magdeburger Gießhütte;
flachstes Relief, nur der Kopf stärker hervortretend; etwas unter
Lebensgröße; alle Formen, auch die Gewandung, sehr starr, doch die
Ornamente zierlich und sorgfältig; die Augen hatten Einlagen von Glasfluß,
ebenso das Stirnkleinod der Krone. Nach den historischen Umständen muß
Ausführung sehr bald nach dem Tode angenommen werden. Also der älteste
datierbare Bildnisgrabstein in Deutschland. Im nördl. Qsch. Bischof _Thilo
v. Trotha_ † 1514, wahrscheinlich von _P. Vischer_, eherne Tumba in
Kistenform, mit der Rückseite an die Wand gelehnt, ganz ohne
architektonische Glieder, flachstes Relief. An der OWand das zugehörige
Epitaph in vergoldeter Bronze, der Bischof in Anbetung der Trinität. An
der NWand Epitaph des Bischofs _Adolf v. Anhalt_, im südl. Qsch. große
hölzerne Barockepitaphe ohne sonderlichen Wert. Im nördl. Ssch. Grabstein
des Bischofs _Friedrich v. Hoym_ † 1382, interessant durch den erstrebten
Porträteindruck, Spuren von Bemalung. — In der Vorhalle Grabstein des
Bischofs _Sigismund v. Lindenau_ † 1544, an einem Pfl. das zugehörige
Epitaph, bezeichneter Bronzeguß von _Hans Vischer_ aus Nürnberg. — Im
östl. Kreuzgang (soll nächstens in die Vorhalle versetzt werden)
_Rittergrabstein_ um 1260-80, ausgezeichnete, leider sehr beschädigte
Arbeit in der Richtung des Naumburger Meisters (nach H. Giesau von diesem
selbst). — _Gregoriusaltar_ und _Marienaltar_ um 1515-20, von einem
Leipziger Meister (vgl. Friedersdorf). Im nördl. Qsch. großes
allegorisches Gemälde auf die _unbefleckte Empfängnis_ 1518. Mehrere
ansehnliche Denkmäler aus Renss. und Bar.: v. Bibra † 1584, Kostitz 1610,
v. Wolfersdorf 1628 (in der Vorhalle), Christian v. Zoch 1728. Von den
_Glocken_ wird eine (die »Schnurre«) dem 12. Jh, zugeschrieben. Die Quarta
und Nona 1498.

*K. und Klst. St. Petri,* gegr. 1091, säkularisiert 1562. Aus der rom.
Bauepoche ein Turm und (1911 durch Grabung festgestellt) die Apsis des
nördl. Qsch. Sie deuten auf einen ansehnlichen Bau. — Teile des Klst.,
darunter das große Herrenrefektorium, 1sch., 3 rippenlose, stark steigende
Gewölbe im Stil der Übergangsteile des Doms.

*Neumarkts-K. S. Thomas,* ursp. eine Kreuzbasilika mit 3 Apsiden, flacher
Decke und Stützen Wechsel; davon nur der Chor unverändert; zwei reiche
Portale, daran eine Sl. mit Knotenverschlingung, A. 13. Jh.

*K. des Collegiatstiftes St. Sixti,* erster Bau 1045; E. 15. Jh. als got.
Hallenkirche umgebaut; 1692 noch einmal verändert.

*Stadt-K. St. Maximin,* spgot. und modern; die letzten rom. Reste im 19.
Jh. beseitigt.

*Gottesacker-K.,* 17. Jh.; an der OWand eingemauert ein spitzbg.
_Portaltympanon_ mit ausgezeichnet schönem Rankenornament im
Übergangsstil, verwandt den gleichen Bauteilen des Magdeburger Doms.

*Schloß.* Erbaut von Bischof Thilo von Trotha 1480-89, umgebaut 1605 ff.
unter Herzog Georg von Sachsen durch _Melchior Brunner_; die Wirkung ist
gleichwohl im ganzen einheitlich. Zumal der geräumige, annähernd
quadratische Hof (die vierte Seite wird vom Dom eingeschlossen) gehört zu
den eindruckvollsten, großzügigsten Anlagen dieser Art. Treppentürme,
Erker, Portale und Zwerchhäuser in kräftigen, nicht schwülstigen
Sprenss.Formen sind mit gutem Takt auf die langen Fronten so verteilt, daß
sie die Symmetrie lebendig durchbrechen, aber doch nicht ganz aufheben. —
Ausgezeichnetes _Brunnenhaus_. — An den Schloßgarten aus 2. H. 17. Jh.
erinnern vier Obelisken. — _Gartensaalbau_ 1727.

*Rathaus* 1475, verändert in der Renss. (vgl. das Wappen). Marktbrunnen A.
17. Jh.

Östl. der Gottesacker-K. die kürzlich ausgegrabenen Fundamente der *Burg*
König Heinrichs und seiner Vorfahren, darunter und daneben eine
vorgeschichtliche Anlage.

_MERXHAUSEN._ RB Cassel Kr. Wolfhagen.

Ehemalige *Augustiner-Klst.-K.* gestiftet 1213. Flachgedecktes Schiff mit
got. Polygonalchor. Die Wandgliederung zum Teil zerstört. Schönes rom.
Portal, 4fach abgetreppt, die Kanten ausgekehlt. Die Klostergebäude
modernisiert, bmkw. nur ein Erker aus 3 Seiten des 6 Ecks,
reichgegliederte Fenster mit Vorhangbgg.

_MESCHENBACH._ Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg.

*Dorf-K.* spgot., dann öfters verändert. — Spgot. _Kanzel_.

_MESPELBRUNN._ UFranken BA Aschaffenburg.

*Schloß.* Alter Bau 1419 für Peter Echter; Erweiterung 1493. Restauration
und Vergrößerung 1742 durch die Grafen von Ingelheim. Wasserburg, berühmt
durch die malerisch-poetische Lage in einem Waldsee des Spessart.

_METZELS._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Geschnitztes *Holzfachwerkhaus,* bez. 1511 auf dem got. Türbalken. Kleines
Museum bäuerlicher Altertümer.

_MEUSELBACH._ Schwarzburg-Rudolstadt LA Königsee.

Kirche, 1743. Die _Kanzel_ und das originelle _Taufbecken_ aus derselben
Zeit.

_MEUSELWITZ._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg.

*Dorf-K.* 1604, nach Brand 1640 hergestellt. — *Schloß,* 1724 für
Feldmarschall Graf Seckendorff; großes Viereck mit kleinem Mittelhof;
pompöse Wirkung beabsichtigt, abgeschwächt durch die geringwertigen
Surrogatmaterialien.

_MICHAELISBERG_ s. Klosterveilsdorf.

_MICHELAU._ OFranken BA Lichtenfels.

*Pfarr-K.* 1804-11. — Holzbauten ähnlich Marktzeum.

_MICHELBACH._ RB Cassel Kr. Marburg.

*Kirche.* Übergangsstil. 1. H. 13. Jh. Roher 1sch. Gewölbebau mit
schmälerem quadratischem Altarhaus, darüber Turm. Im Schiff 3 rck.
Kreuzgwbb. ohne Rippen.

_MICHELFELD._ UFranken BA Kitzingen.

*Pfarr-K.* nachgot. A. 17. Jh., OTurm 14. Jh. Emporen 1622. — Guter
_Bildnisgrabstein_ 1626.

_MICHELSBERG._ RB Cassel Kr. Ziegenhain.

*Dorf-K.* Rom. Anlage, 1575 überarbeitet. 1sch. mit schmälerem rck. Chor,
kein Turm.

_MIEKEL._ K. Sachsen AH Bautzen.

*Dorf-K.* 1550, mehrmals erweitert. — Feiner und vornehmer Kanzelaltar
1686. _Grabdenkmäler_ der v. Gersdorf, v. Löben und v. Ponickau.

*Schloß* erbaut um 1720 von J.A. v. Ponickau; erinnert im kleinen an
Schloß Moritzburg. Kurfürstliche _Bildnisse_ des 16. und 17. Jh.

_MIHLA._ Sachsen-Weimar VB Eisenach.

*Kirche.* Lhs. 1711-15, Turm rom. Großes _Steinrelief_ des 14. Jh.
Christus am Kreuz, an einer Sakramentsnische, gestiftet von Friedrich v.
Wangenheim, durch die Empore zum Teil verdeckt. Geschnitzter _Flügelaltar_
E. 15. Jh., eines der größten Altarwerke Thüringens. Recht gute
Schnitzereien auf Goldgrund. Im Mittelfeld die Kreuzigung und 4 Reliefs.
Die 2 Flügel, jeder mit 4 Reliefs, sind jetzt getrennt aufgestellt.
_Grabstein_ mit Bildnisfigur des Christoph v. Herstall in reicher Rüstung,
um 1660. Großes _Kruzifix_, aus Holz geschnitzt, in der Art des Meisters
der Erfurter Grablegung. Große _Truhe_ mit sehr reichen spgot. Beschlägen
aus Schmiedeeisen, Silber und Email, mit dem Wappen der Familie v.
Herstall.

Das *Graue Schloß* bez. 1536 und 1562. Hohe Giebel, 8eckiger Treppenturm
an der Hauptfront mit Blockstufen aus Holz. Das recht gut gemeißelte
Wappen der Familie v. Herstall, aus M. 15. Jh., ist später in der
Gartenmauer angebracht. Monumentale Stallgebäude aus Quadern 1735.

Das *Rote Schloß*. Sehr reiches Portal mit der Zahl 1581. Das Erdgeschoß
aus Stein mit schönen renss. Fenstern. Darüber 3 Geschosse aus z. T. reich
geschnitztem Holzfachwerk. Im Innern 3 sehr große Dielen übereinander. In
der unteren Diele reiche Stuckverzierungen von 1631. In der oberen Diele
die alte geschnitzte Holzdecke und gute Schränke des 17. Jh. Einer der
besten Holzbauten Thüringens.

Geschnitztes *Holzfachwerkhaus* mit guten Schnitzereien no 30.

_MILDENFURT._ Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.

Ehemalige *Prämonstratenser-Klst.-K.* gegr. 1193, Hauptbauzeit um 1225-50.
Nächst dem Dom von Naumburg der bedeutendste sprom. Bau in Ostthüringen.
Freilich nur als Fragment, eingebaut in ein Schloß des 16. Jh., erhalten.
Von der Anlage ist folgendes Bild zu gewinnen: Qsch. und Chor zeigen den
regelmäßigen Gr. des lateinischen Kreuzes; Hauptchor und Nebenchöre
(kürzer) schließen mit 1/2kr. Apsiden; sodann noch Altarnischen in der
Mauerdicke der Kreuzflügel. Das Lhs. im gebundenen System gewölbt; 4
Doppeljoche; die Hauptpfll. als Gruppen von 8 Halbsll. um einen
ungleichseitig 8eckigen Kern; die Zwischenpfll. gegen das Msch. glatt. Im
W. Doppelturm. Ganze L. 73 m. Von den _Klostergebäuden_ haben sich das
Refektorium, der Kapitelsaal und der SFlügel des Kreuzganges, entstellt,
im jetzigen Brauhaus erhalten.

_MILTENBERG._ UFranken BAmtsstadt.

Altertümliches Stadtbild von großem Reiz. Hauptschmuck die zahlreichen
Fachwerkhäuser, meist 16. Jh., so das *Gasthaus zum Riesen* 1590.

*Pfarr-K.* Eine ma. flachgedeckte Basilika im 18. und 19. Jh. vollständig
umgebaut und erweitert. Außen ansehnlicher Quaderbau mit 2 OTürmen. —
*Franziskaner-K.* barock.

*Rathaus.* Got. Steinbau, sehr verunstaltet; er hatte vorgekragte
Ecktürmchen und wohl auch einen Zinnenkranz. — Am Wochenmarkt hübsches
Rok.-Wohnhaus von dem mit _Ritter_ in Mainz in Verbindung stehenden
Lokalmeister _J. M. Schmidt_.

Schöner Renss. *Laufbrunnen*.

*Burg.* Schon im 10. Jh. genannt. Turm aus Buckelquadern, gut erhaltener
Wehrgang. Wohnhaus 15.-16. Jh., rest.

_MILTITZ._ K Sachsen AH Meißen.

*Pfarr-K.* 1738, einfacher Saalbau mit Emporen. — Hübscher _Altaraufsatz_
mit Sandsteinreliefs und Statuetten der Stifter 1622.

*Schloß.* Die Anlage geht auf 13. Jh. zurück, die Erscheinung auf Umbau
1663.

MILZ b. Römhild. Sachs.-Meining. Kr. Hildburghausen. *Dorf-K.* von Mauer
und Graben umgeben. Auch sonst als Ganzes bmkw. — Viel _Fachwerkhäuser_.

_MISTELBACH._ OFranken BA Bayreuth.

*Pfarr-K.* Chor im OTurm, Lhs. 1689 (?), hölzerne Tonne mit bmkw. Malerei.
Grabsteine 16. und 17. Jh.

_MISTELFELD._ OFranken BA Lichtenfels.

*Pfarr-K.* 14. Jh. Eine der interessantesten K. im Bezirk. Flachgedecktes
Lhs. mit eingezogenem quadratischem Chor, darüber Turm. An der 5achsigen
Langseite in der Mitte Tür und kleine Fensterrose, zu beiden Seiten zwei
Maßwerkfenster.

_MITTELDORF._ RB Erfurt Kr. Hohenstein.

*Dorf-K.* um M. 13. Jh. Rck. mit 2 unterspitzen grätigen Kreuzgwbb., etwas
schmälerer quadratischer Chor und 1/2kr. Apsis. Der WTurm jünger.

_MITTELSTREU._ UFranken BA Mellrichstadt.

*Dorf-K.* Chor und Lhs. 1716. Turm frgot. mit gotisierenden Holzfiguren um
1600.

*Karner* mit Fragmenten von Steinplastik der Renss.

_MITTWEIDA._ K. Sachsen AH Rochlitz.

*Marien-K.* Erneuert nach Brand 1454 durch Meister _Arnold v. Westfalen_
bis 1476. Der 5/12 geschlossene Chor sehr weit; er entspricht zweien
Schiffen des als 3sch. Halle angelegten Lhs. in der Weise, daß seine Achse
auf die südl. Pfeilerreihe fällt; das nördl. Schiff durch Empore geteilt;
diese Unregelmäßigkeiten von eigentümlich malerischem Reiz; die nördl.
Pfeilerreihe vom Bau des fr. 14. Jh. Das Äußere trocken elegant, der
Kunigunden-K. in Rochlitz nahe. Der einfache WTurm 1516. — _Altarwerk_ mit
reicher Holzschnitzerei 1661 von _Valentin Otto_ und _Joh. Richter_, beide
aus Meißen. _Sandsteinkanzel_, von Mosesstatue getragen, an den Brüstungen
der Treppe und Bühne die 12 kleinen und 4 großen Propheten; gefertigt 1667
von _Cl. K. Buchau_ in Dresden.

An einigen Wohnhäusern hübsche Fr.Renss Türen.

_MITTWITZ._ OFranken BA Kronach.

*Schloß* nach 1525.

_MOGGENBRUNN._ Sachsen-Coburg LA Coburg.

*Schloß* 16. Jh. mit rck. vortretendem Treppenturm. Ursp. Wasserburg. Der
Graben noch erkennbar. Stattliches Portal mit Pfll., Sll., Türklopfer aus
16. und 17. Jh. Das Innere im 17., 18. und 19. Jh. umgestaltet.

_MOHORN._ K. Sachsen AH Dresden-A.

*Dorf-K.* Stattlicher Chor 1496, Schiff charakterlos. — _Schnitzwerke_:
Pietas, Madonna, sehr bmkw. Arbeiten A. 15. Jh. Großer _Altarbau_ 1604 von
ernster, monumentaler Haltung, in der Mitte großes Abendmahlsrelief.
Treffliche _Bildnisreliefs_ 1686, 1711.

_MÖHRA._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Dorf-K.* Saalbau von 1705 mit spgot. Chor. Tonnengwb. aus Holz. Emporen.
Anziehendes Gesamtbild des Inneren. — Zahlreiche _Fachwerkhäuser_ 17. und
18. Jh., im Schmuck bescheiden, die Gr. z. T. niederdeutsch. Nr. 75 »M.
Luthers Stammhaus«.

_MÖLBIS._ K. Sachsen AH Borna.

*Dorf-K.* wesentlich 1688. _Glocke_ 14. Jh. _Bosesche __ Grabmäler_.

*Herrenhaus* (v. Bose) 1714, einfach vornehm.

_MOLSCHLEBEN._ Sachsen-Gotha LA Gotha.

*Dorf-K.* spgot. — Doppelflügeliges _Altarwerk_ 1518; im Schrein
ungewöhnlicherweise eine einzige Relieftafel mit 6 Szenen aus der Legende
des h. Jakobus d. Ä. auf gemeinschaftlichem landschaftlichem Hintergrund.
— Schönes Fragment eines zweiten _Schnitzaltars_.

_MOLSDORF._ Sachsen-Gotha LA Gotha.

*Schloß* 1734 für Graf Gotter. Bar. im Übergang zum Rok. Luxuriöse
Innenausstattung. Großer Park.

_MÖMBRIS._ UFranken BA Alzenau.

*Dorf-K.* Grabsteine 1548, 1562.

_MÖNCHRÖDEN._ Sachsen-Coburg LA Coburg.

Ehem. *Benedikt.-Klst*. gegr. 1149. Erhalten haben sich, in
landwirtschaftlicher Benutzung, einige spgot. Klst.Gebäude. Das
Refektorium (Kornhaus) und das Abthaus (Pächterwohnung) zeigen Reste
schmuckreicher Behandlung in der Weise des fr. 16. Jh. — An der *Dorf-K*.
Unterbau einer rom. Apsis; sonst oft veränderter Gemengbau. An der südl.
Außenwand 3 _Bildnisgrabsteine_ von Äbten 1367, 14.., 1474.

_MORITZBURG._ K. Sachsen AH Dresden N.

*Jagdschloß.* 1542-46 von _Hans Dehn-Rotfelser_ für Kurfürst Moritz;
kleinere Veränderungen 1593-1660; Kap. 1672 von _W. C. v. Klengel_;
1722-30 Umbau und Erweiterung durch _Pöppelmann_. — Die Anlage des 16. Jh.
hatte eine hohe Ringmauer im Quadrat (genauer 58 : 56,5 m) und mit starken
runden Ecktürmen, welche welsche Hauben trugen. In dem dadurch gebildeten
weiten Hof stand das Schloß, ein einfach behandelter rck. Bau (15 : 30 m);
erst _Buchner_ schmückte ihn 1593 mit den auf älteren Abbildungen
sichtbaren Volutengiebeln. _Pöppelmann_ legte die Hofmauer nieder,
vergrößerte das Mittelschloß um ein Bedeutendes in Höhe und Breite,
verband es durch Flügel mit den Ecktürmen, umgab das Ganze mit Terrassen,
Rampen und Brücken. Die innere Einteilung steht unter dem Zwang des
Umbaus. Die Außenwände sollten Lisenengliederung erhalten; sie wurde durch
(längst erloschene) Ausführung in Malerei ersetzt; jetzt besteht der noch
immer bedeutende Reiz des Baus allein in der Massengruppierung und der
Lage inmitten eines (auch erst von _Pöppelmann_ erweiterten) Waldsees. Im
Innern fällt der ungeheure Reichtum an Ledertapeten ins Auge. Bmkw. die
Dekoration der Kap.; das Deckengemälde von _Joh. Fink_, die porzellanene
Altarplastik von _J. J. Kändler_. Der Schmuck der Terrassenbalustrade (44
Vasen, 44 Putten, 4 größere Statuen von Piqueuren) zeigt mehrere frisch
empfundene Stücke. Der Jäger an der SWEcke aus älterer Zeit,
wahrscheinlich 1602 von _Christoph Walther_.

*Fasanerieschloß* 1769-1782. Voller Gegensatz gegen das Hauptschloß. Dort
schweres, derbes Bar. vor Eintritt des französischen Geschmacks; hier die
andere Grenze des Rok. schon überschritten, gesuchte Einfachheit in
spielend antikisierenden Formen, daneben chinesische und indianische
Anklänge, als Symbole der Natürlichkeit, die Räume winzig für intimste
Zurückgezogenheit eines Liebesidylls.

_MÖRSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Melsungen.

*Dorf-K.* 1sch. rom. Gwb.Bau von 2 Jochen mit rippenlosen, sehr
hochbusigen Kreuzgwbb.; schmälerer rck. Chor; turmlos.

_MOTZLAR._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.

*Dorf-K.* 16. Jh., umgebaut 1733. — Ausstattung gleichzeitig. Am
_Hochaltar_ 2 auffallend gute Holzstatuen. _Kruzifix_, _Pietas_ und
_Altarreste_ spgot.

_MÜCHELN._ Pr. Sachsen Saalkreis.

Kleine frgot. *Templer-(?)K.* Sorgfältige Ausführung in Sandstein. 1sch.
mit 2 quadratischen Jochen, 5/8 Schluß, im W Empore. Die Rippen auf
geschmückten Konsolen.

_MÜCHELN._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Stadt-K.* Gemengbau aus mehreren got. Perioden. Inneneinrichtung 1. H.
18. Jh.

*Rathaus* 1571, ansehnlich renss. Treppenturm, Erker, Portale in
malerischer Gruppierung.

_MÜCKENBERG._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

*Schloß* 1737 für Margarethe v. Löwendahl geb. Rantzau. Hufeisenanlage in
anspruchloser Behandlung. Von dem einst reich dekorierten Inneren nur das
Treppenhaus erhalten. Der Hauptsaal klassizistisch. Abgesonderte
Schloßkap. 1746, auf dem Altar große Kreuzigungsgruppe in Meißener
Porzellan. Vom Park wenig erhalten, großes Gittertor um 1800 mit Motiven
vom Brandenburger Tor in Berlin.

_MÜCKERN._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg.

*Dorf-K.* Chorturm mit bmkw. sprom. Einzelheiten.

_MÜDESHEIM._ UFranken BA Karlstadt.

*Pfarr-K.* Turm aus der Juliuszeit, Chor und Lhs 1748. Großes
Deckengemälde und Altarausstattung aus derselben Zeit.

*Wallfahrts-Kap*. _Holzfiguren_ in der Richtung _Riemenschneiders_.

_MÜGELN._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Stadt-K.* Einheitlicher Bau aus A. 16. Jh. (Gewölbeschlußstein bez.
1521). Hallenkirche von 3 Schiffen und 3 Jochen, in das 4. Joch der Turm
eingebaut (vollendet 1710). Die Ssch. sehr schmal, Sterngwb. auf 8eck.
Pfll. mit konkaven Flächen; Fenster 3teilig mit äußerst nüchternem
Maßwerk; Chor 1 Joch und 5/8 Schluß. — _Sakramentsnische_ mit Halbfiguren
von Propheten und Engeln. Überlebensgroßes Kruzifix. [_Flügelaltar_ von
_M. Krodel_ 1582 im Dresdener Altertumsmuseum.] Vor der südl. Vorhalle
großes prachtvolles Gitter bez. 1648. — _Grabmal_ des Melchior v.
Saalhausen † 1504, höchst lebendig behandelte Standfigur in fast voller
Rundung; recht tüchtig auch die des Joh. von Haugwitz † 1591 und des
Diakonus Stein † 1612; Bar.Epitaphe in verschiedenfarbigem Marmor für
Sophie und Georg Dietrich v. Wolframsdorf 1691, 1694.

*Schloß Ruhetal*. Genannt 1218. Von ma. Bauteilen nichts nachweisbar. Was
vorhanden, ist sprenss. und 18. Jh.

*Rathaus.* Späteste Gotik ca. 1550, durch »stilvolle« Rest. entwertet.

_MÜGLENZ._ K. Sachsen AH Grimma.

*Dorf-K.*, einheitlicher Bau von 1766, bmkw. durch die verständnisvolle
Durchführung eines got. Netzgwb., für jene Zeit etwas Unerhörtes.

_MÜHLBECK._ Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld.

*Dorf-K.* von einfach rom. Anlage. Rasenstein. _Sakramentshäuschen_ und
doppelflügeliger _Altarschrein_ spgot.

_MÜHLBERG._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

Ehemaliges *Cisterc.-Nonnen-Klst. Güldenstern*. Ein südl. Ausläufer der
märkischen Backsteinbaukunst. Gründung 1227, die maßgebenden Baudaten
nicht bekannt. Etwa zwischen 1250-80 Umbau des Chors und Qsch., zwischen
1330-50 Umbau des Lhs. (rom. Mauerteile im Qsch. erhalten, besonders der
kleeblattförmige Unterbau der nördl. Apsis). Das Ergebnis 1sch.
Kreuzanlage mit stark ausladendem Qsch. und gestrecktem Chor. Ganze Länge
60 m, Breite des Lhs. 8,5 m, das Qsch. 9 m. Hauptapsis 5/10, von den
Qsch.Apsiden die im N unten kleeblattförmig (mit got. vergrößerten
Fenstern), oben 1/2kr., die jüngere im S einheitlich frgot., im Gr. 5/8.
Die Gwbb. sämtlich nach einem der mehreren Brände des 14. oder 15. Jh.
erneuert. Der Chor unterhalb der Fenster gepaarte Blendnischen, die Kaptt.
der Säulchen erneuert (frgot. Knospen). Das Lhs. hat mehrere Veränderungen
durchgemacht, besonders auch in der letzten Rest.; wie weit ursp. die
Nonnenempore reichte, ist nicht auszumachen. — Das Äußere in guten
Backsteinformen; in den OTeilen die Fenster in Blendnischen eingeschoben;
gekreuzter Bg.Fries. In mancher Hinsicht rätselhaft das rom. Portal der
SSeite. Die WFassade 15. Jh.; fensterlos; die Gliederung nur durch
Blendnischen (in 2 Geschossen) bewirkt; am Giebel wiederum Blenden und auf
den Abtreppungen Fialen. Im Gesamteindruck verbinden sich Strenge und
Eleganz in reizvollster Weise. Der Dachreiter auf der Vierung ist neu (der
alte beim Brande 1539 eingestürzt). — Eingreifende Wiederherstellung
1901-06. — Die _Ausstattung_ der klösterlichen Zeit abgegangen. Einfacher
Altar von 1566, der Nachdruck liegt auf den Gemälden, bez. H. G. B.
(_Heinrich Godechen_), Kanzel 1621. Lange Reihe von Grabdenkmälern
(1350-1750), im ganzen 40 an der Zahl. Bis E. 15. Jh. nur wenige plastisch
und dann sehr minderwertig, die meisten in geritztem Umriß. Von denen des
16. bis 18. Jh. einige leidlich gut. — _Klausurgebäude_. Gelegen auf der
NSeite. Der Kapitelsaal (O) abgebrochen, das Refektorium (N) jetzt
Kuhstall, das Äbtissinnenhaus (W) 1717 als Herrenhaus adaptiert,
Zellengwbb. im Erdgeschoß deuten auf einen ziemlich aufwändigen Umbau um
1500; demselben gehört auch der mit einem Maßwerkmuster (Netz aus sich
schneidenden Kreisen) übersponnene Giebel. Von dem Winkel zwischen dieser
Giebelwand und der Kirchenfront führt eine Mauer mit Laufgang auf die ca.
100 m abseits gelegene Propstei; der Hauptflügel (um 1530) unten schlicht,
das Giebeldreieck nach demselben Prinzip wie an der Abtei, aber in einem
anderen Muster, einem Flechtwerk aus Spitzbgg., überzogen. Die Anbauten in
schlichter Fr.Renss. nach 1554.

*Neustädter-K*. Schlichter 1sch. Bau nach 1487, mehrfach verändert. —
Guter spgot. _Schnitzaltar_ um 1525, später in Renss.-Rahmen gebracht.
Mehrere _Grabsteine_.

*Friedhof* 1566 angelegt, Kap. 1590, bmkw. _Altargemälde_ 1614.

*Schloß.* Aus einer bedeutenden Wasserburg des Ma. (abgebrannt 1535) nach
154S als kurfürstliches Verwaltungsgebäude einfachst erneuert. In der Kap.
neugot. Altar mit guten _Figuren_ des 15. Jh. (in Erfurt angekauft).

*Rathaus.* Nach dem Stadtbrande 1535 erneuert. Der mit Maßwerk ähnlich der
Abtei dekorierte OGiebel dürfte sich aus A. 16. Jh. erhalten haben, nur
der WGiebel dem Jahre 1543 angehören. Inneres modernisiert. (Sammlung des
Geschichtsvereins)

_MÜHLFELD._ UFranken BA Mellrichstadt.

*Dorf-K.* Turm frgot. Lhs. 1593. — _Grabsteine_ 1481, 1611, 1704.

_MÜHLHAUSEN._ OFranken BA Höchstadt.

*Pfarr-K.* Turm 1464, Chor 1473, Lhs. 1721. — Schöne _Bildhauerarbeiten_
des 16. Jh. vom ehem. Hochaltar, _Bilder_ aus der Schule _Wolgemuts_(?),
_Grabmal_ von _Hans Werner_ 1613.

_MÜHLHAUSEN._ UFranken BA Würzburg.

*Dorf-K.* 1723. Deckenstuckatur und Ausstattung aus derselben Zeit.

_MÜHLHAUSEN._ Pr. Sachsen Kreisstadt.

Von den 11 K., die Mühlhausen im Ma. besaß, sind jetzt 5 im kirchlichen
Gebrauch.

*S. Blasien*. Pfarr-K. der Altstadt. 1227 in Besitz des deutschen Ordens
gelangt. Ältere Baugeschichte unbekannt. Der vorauszusetzenden rom.
Basilika könnte der WBau bis zu dem in Höhe von 14,5 m liegenden
Rundbogenfries entstammen. Von dieser Linie ab entwickeln sich zwei Türme.
Von reicher und stattlicher Erscheinung, beide 8seitig, unter sich in
Umriß und Abmessungen gleich, in der Unterteilung und den Einzelheiten
verschieden. Der nordwestl. ähnelt in Komposition und Einzelheiten
durchaus dem südwestl. der Liebfrauen-K. in Arnstadt; offenbar dieselbe
Werkstatt. Er hat 3 Geschosse von je 4,5 m Höhe, sein Partner nur 2 von je
6,7 m Höhe. Am nördl. Turm springen die Geschosse um ein weniges zurück.
am südl. Turm stehen sie lotrecht übereinander. Beiden gemeinsam ist die
Verstärkung der Ecken durch Bündel von je 3 Runddiensten, die sich mit den
kräftigen Gesimsen verkröpfen und in jedem Geschoß auf halber Höhe mittels
Ringsteinen in die Wand eingebunden sind. Während die Außenarchitektur des
WTurms sich in sprom., und zwar sehr reichen Formen hält, die zu einem
Baubeginn bald nach 1227 passen, ist die aus der Vorhalle zur Turmtreppe
führende Tür frgot. im Charakter von Maulbronn und Walkenried. Am STurm
(vollendet ca. 1260) nimmt auch die Außenarchitektur frgot. Schmuckformen
auf (mit speziellen Anklängen an Laon), wie auch die lotrechten Linien
gegenüber den wagrechten stärker betont sind, worauf schon die veränderte
Stockwerkteilung hinzielte. Im sp. 14. Jh. wurde der Fassadenzwischenbau
erneuert, unten ein tiefes Portal, der Oberbau dürftig, mit quergestelltem
Satteldach geschlossen. Ferner erhielten die Ecken starke kreuzförmige
Strebepfll. und noch später in der Mitte eine formlose Strebemauer. — Um
1260 die Erneuerung der K. mit dem Chor und Qsch. begonnen.
Übergangsformen mit Anklängen an Walkenried. Die ursp. Absicht eines
basilikalen Aufbaus bald verlassen. — Das Lhs. ist Hallenkirche von 5
Jochen, im Msch. doppelt so breit wie die Ssch. Pfll. rund mit 4 alten und
4 jungen Diensten; die Deckplatten rund, unter ihnen als Kapt. ein
ringsumlaufender Blätterkranz; die Scheidbgg, stark gestelzt. Die hohen
weiten Fenster 3teilig, Maßwerk aus Vier— und Dreipässen. — Am Äußern
haben besonders die Stirnseiten des Qsch. reiche Ausbildung empfangen; im
S ein in 4 Rücksprüngen gegliedertes, ornamentarmes Portal, von einem oben
abgestutzten Giebel überstiegen; darüber Rosenfenster, dessen Maßwerk aus
einfachen Kreisen. An den Ecken diagonal gestellte Strebepfll. mit
Fialenkrönung. Die Mauer sonst ungegliedert, nur der Giebel mit Stabwerk
besetzt; an den Schenkeln abgeschwungene Kantblumen. An der nördl. Front
fortgeschrittenere Formen; der Wimperg des Portals im Lichten
ausgearbeitet, die Rose bedeutend größer und aus 14 radianten Blättern
gebildet; vor dem Giebeldreieck freistehendes Pfostenwerk. Weiter stehen
kleinere Giebel über jedem Joch des Lhs. (quergestellten Sschiffsdächern
entsprechend) und umziehen sogar den Chor, abwechselnd mit den Fialen der
Strebepfll., woraus eine doch wieder etwas monotone Lebhaftigkeit
entsteht. Beeinträchtigt werden die Proportionen durch die mehr als 1 m
hohe Aufschüttung des ehemals als Begräbnisplatz benutzten Geländes. —
Großer _Schnitzaltar_ E. 15. Jh. — Steinerner _Levitensitz_ A. 14. Jh. —
Steinerne _Kanzel_ E. 15. Jh. — _Taufstein_ 1596. — _Epitaph_ des Hermann
von Heylingen † 1422, der Gekreuzigte mit Maria und Johannes, am Fuß der
betende Stifter. — An Stelle des ehemaligen Lettners eisernes _Gitter_ von
1707. — Unter den _Altargeräten_ der Sakristei mehreres bmkw.

*S. Marien.* Pfarr-K. der Neustadt. Reste einer vor 1200 begonnenen
Basilika im 2türmigen WBau. Nur der nördl. Turm unverstümmelt, im Typus
von S. Blasien. Spgot. Zwischenbau mit bar. Oberbau, so daß die Fassade
(vor Zerstörung des südl. Turmes) schließlich dreitürmig war. — Im übrigen
ist die K. völlig Neubau des 14. Jh. Genauere Baudaten fehlen. Der
einheitliche Charakter des Innern läßt auf eine nicht zu lange Bauzeit
schließen. Der Chor 1328 vollendet. — Hallenkirche mit einer für dieses
System ungewöhnlich reichen Grundrißgliederung. Das Lhs. ist bei 5
Schiffen und 5 Jochen etwas breiter als lang (26,3 : 28,4; der
Breitenüberschuß fällt auf das Msch.). Es folgt ein Qsch., das über die
Fluchtlinie der Ssch. nicht vorspringt, also nur durch seine größere
Breite von den übrigen Jochen sich unterscheidet. Im O setzen sich die
inneren Ssch. als Nebenchöre (1 quadratisches Joch und Schluß aus 8 Eck),
das Msch. als Hauptchor (3 rck. Joche und 8 Eck-Schluß) fort. Die tief
ausgekehlten Pfll. von individueller Bildung. Statt der Schlußsteine
dienen mehrfach tief herabhängende, mit Blättern besetzte Stengel. — Dem
Äußeren mangelt, wie allen Hallenkirchen, die klare Bewegung der Massen;
dafür ist Ersatz in besonders reichem Schmuck gesucht. Über jeder
Fensterachse ein in Maßwerk aufgelöster Giebel; das Motiv trat zuerst an
der Liebfrauen-K. in Arnstadt auf; dort mit Beschränkung auf den
Hauptchor; hier in der regelmäßigen Wiederholung wird es monoton, vollends
durch die Fortsetzung am Lhs. (im einzelnen einfacher, als Staffelgiebel
ohne Maßwerk). Dieselbe, aus der Profanarchitektur entlehnte Form des
Staffelgiebels an den Qsch. Fronten. Das Portal des südl. Qsch. fungiert
als Hauptportal; darüber, zwischen die Eckstreben eingespannt, ein Altan.

_Ausstattung_. Hauptaltar mit spgot. _Flügelschrein_, in der Mitte
Marienkrönung, auf den Flügeln je 6 Heilige in 2 Ordnungen, gemalte
Außenflügel, Predella jünger. Dahinter _S. Nikolausaltar_ (versetzt). Im
nördl. Ssch. 2 gemalte _Triptycha_. Steinerner _Levitensitz_ M. 14. Jh.
_Ratsstuhl_ 1604. In den Chorfenstern beschädigte _Glasgemälde_ aus 14.
Jh. _Skulpturen_: Der Schmuck des Hauptportals in den Münzerischen Unruhen
zerstört: An der Brüstung des Altans 4 Statuen, sich herabbeugend, nach
der örtlichen Überlieferung der Kaiser und die Kaiserin mit Gefolge, die
alljährlich in effigie die Huldigung des Rats entgegengenommen hätten.
Zwischen den Fensterbgg. in 4 gesonderten Figuren die Anbetung der h. drei
Könige. An der Spitze des Giebels Jüngstes Gericht in verkürzter
Darstellung. — Am Teilungspfosten des nördl. SPortals eine Heilige mit
Kirchenmodell.

*S. Jacobi*. Ehemals got. Hallenkirche. Nach Brand 1592 ohne Gwbb.
wiederhergestellt. Die jetzigen Holzdecken 1732. Von Interesse jetzt nur
das mit ziemlichem Aufwand durchgebildete Äußere. Die WFassade über
ungegliedertem Unterbau 2 Türme, der nördl. quadratisch, der südl. 8eckig,
gleichzeitig die beschieferten Helme, welche von 4 Erkertürmchen begleitet
sind, die ihren Platz ungewöhnlicherweise an den geraden Seiten des 8Ecks
haben. Die in der Mitte einer jeden Langseite angeordneten Türen sind mit
den Fenstern zusammenkomponiert, letztere mit reichem Maßwerk des 14. Jh.

*S. Kiliani*. Unbedeutender Bau des 14. Jh.

*Allerheiligen*. 2. H. 14. Jh. Ursp. einfach rck., sp. nördl. 1 Schiff
unter Schleppdach hinzugefügt. Unverhältnismäßig hoher WTurm, unten
schlank quadratisch, oben 2 8eckige Geschosse und welsche Haube.

*Kloster-K*. der Büßerinnen der h. Magdalena ord. S. Augustini. Jetzt
Turnhalle.

*Barfüßer-K.* Ankunft der Franziskaner 1225, Baubeginn 1232. 1sch. Rck.
von 54 m L. und 11,5 m Br., mit kurzem wenig eingezogenem Chor; also Typus
der reinen Predigtkirche. Flache Decke. Fenster nur an der SSeite, hier
auch die 3 Türen. Im südöstl. Winkel zum Chor schlanker 8eck. Turm. Rck.
75 : 10,6 m. Der ältere westl. Teil in schlechtem Bruchsteinmauerwerk und
ohne Strebepfll., der östl. Teil besser. Jetzt Packhof.

[*Prediger-K.* beg. 1289, im 18. Jh. abgetragen; war eine 3sch. 10 Joch
lange Hallenkirche.]

*Hospital-K.* Ganz kunstlos; jetzt Magazin.

*S. Petri.* E. 14. Jh. Ehemals kleine Hallenkirche, mit eingezogenem Chor,
jetzt der Gwbb. beraubt und auch sonst entstellt.

*S. Georg*. A. 14. Jh. Rck. ohne gesonderten Chor. Sorgfältiger Quaderbau
mit gutem Maßwerk an den Fenstern, von denen 3 an der östl. Schlußwand.
Die an beiden Langseiten angeordneten Türen mit den Fenstern
zusammengezogen, in einfacherer Fassung das Motiv der Jakobi-K. — Angebaut
eine 6eckige Kap. in guter Arbeit des sp. 14. Jh.

*S. Martini.* Voll. 1360. Kleiner flachgedeckter Bau mit jüngerem aus dem
6Eck geschlossenem Chor.

*S. Nikolai.* Die größte der Vorstadtkirchen, das 3sch. Innere verbaut,
jetzt mit Holzdecken. Das Äußere ganz schlicht. Der im südl. Chorwinkel
stehende Turm im Unterbau romanisierend frgot.

*Rathaus.* Planloses Aggregat verschiedenartiger Räumlichkeiten. Die
Renss. Teile 1605 mit malerischem Hof.

*Stadtbefestigung.* Erhebliche Teile erhalten.

_MÜLLERDORF._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

*Dorf-K.* mit rom. Turm. An der Außenseite eingemauert zwei »heidnische
Götterbilder« (??).

_MÜNCHAURACH._ OFranken BA Höchstadt.

*Pfarr-K.* Kreuzförmige Basilika des 12. Jh. 7 Arkaden auf unverjüngten
Sll., Würfelkaptt., an den Deckplatten Schachbrettmuster. Schlichtes
WPortal. Chor spgot. Turm am NEnde des Qsch.

_MÜNCHENBERNSDORF._ Sachs.-Weim. VB Neustadt a.d.O.

*Dorf-K.* 2 _Altarflügel_ von _Valentin Lendenstreich_ aus Saalfeld 1503.
— Typische *Wasserburg* aus 2. H. 16. Jh.

_MÜNCHENGOSSERSTÄDT._ Sachs.-Mein. Kr. Saalfeld.

*Dorf-K.* Der quadratische Chor und die 1/2kr. Apsis rom., Lhs. 17. Jh.


_MÜNCHENLOHRA._ Pr. Sachsen Kr. Hohenstein.

Ehemalige *Nonnen-Klst.-K.* Gewölbte rom. Pfeilerbasilika auf normal
kreuzförmigem Gr., lichte L. 34 m. Im Lhs. drei Doppeljoche. Die
Hauptpfll. mit rck. Vorlage und Halbsll. Die Pfeilerbasen mit kräftigem
attischem Profil; die Kämpfer teils mit demselben, teils mit Blatt- und
Rankenwerk geschmückt. Im Msch. grätige Kreuzgwbb., jedoch schon 13. Jh.
Die Ssch. waren zerstört, jetzt erneuert. Die westl. Hälfte des Lhs. wird
von einer Nonnenempore eingenommen; sie ruht auf gewölbter Halle von 2
Schiffen und 4 Jochen. Die Apsiden haben hohe, mehrgliedrige Sockel und
stark ausgebildete Gesimse und Bogenfriese, an den Wänden dünne 3/4 Sll.;
dieselben am südl. Hochschiff. Der WBau (2 Türme mit Glockenhaus über der
Empore) war zerstört, jetzt erneuert. (Grundmauern eines älteren WChors.)

_MÜNNERSTADT._ UFranken BA Kissingen.

*Pfarr-K.* Ansehnlich große ma. Anlage. Das Lhs. A. 17. Jh. neu aufgebaut,
erhalten blieben der rom. WTurm und der spgot. Chor. Das rom. Portal führt
in eine Vorhalle mit Kreuzrippengwb. Im ersten Geschoß ehemals Kap., die
sich im Rundbg. gegen das Msch. öffnete. Darüber setzt der Turm ins 8Eck
um. Fenster und Rundbogenfriese in schweren sprom. Formen. Geschiefertes
Obergeschoß und Spitzhelm 17. Jh. — Im Neubau der Juliuszeit wurde das
ursp. niedrigere Hochschiff (erkennbar am Anschluß an den WBau) bis zu der
durch den got. Chor gegebenen Höhenlage erhöht, das System der
flachgedeckten Basilika jedoch beibehalten und der rom. Bogenfries mit den
alten Werkstücken wiederholt. Im Inneren 4 weitgespannte rundbg. Arkaden,
von W nach O in der Öffnungsweite abnehmend, Stützen Rundpfll. mit
toskanischem Kapt. Das südl. Ssch,. war schon spgot. (1518) erweitert.
WEmpore aus der Juliuszeit. — Der spgot. Chor (1+5/8) am Anschluß an das
Lhs. flankiert von 4seitigen, einfach geteilten Türmen (völlig ausgeführt
nur der im SO). — _Hochaltar_ neugot. Aufbau von 1834; die Plastik aus
alten und neuen Stücken kompiliert; unter jenen 4 Statuen vom alten
Hochaltar, Frühwerke _Riemenschneiders_; die Flügelreliefs jetzt auf der
Rückseite; andere Teile verschleudert, z. T. im Münchener Nat.-Mus. Ferner
enthält der Altar ein interessantes Tafelbild um 1400 (von einem Antiquar
in Nürnberg erstanden) und ein großes Hochrelief, _Kreuzigung_, wohl mit
Recht _Veit Stoß_ zugeschrieben, gedrängt, unruhig, in forcierter
Charakteristik. Als _Flügel_ des _Stoß_schen Altarwerks, ja sogar als
eigenhändig von ihm gemalt, werden neuerdings (von H. Weizsäcker) die 4
jetzt im Chor hängenden Tafeln in Anspruch genommen. — _Einzelne
Schnitzbilder_ von zerstörten Altären in der K. zerstreut; ferner
_Salvator und 12 Apostel_ aus gebranntem Ton, neuerdings steinfarben
bemalt. — An der SSeite des WTurms Kap. von 1428 mit großem rohem
_Ölberg_, einem _Heiligen __ Grab_, einer _Messe des h. Gregor_,
verdorbenen _Epitaphen_.

*Markt-Kap.* Einfacher Bau von 1410.

*Augustiner-K*. 1752. Geräumiger Saalbau, als Architektur nichtssagend,
die Dekoration wird allein durch die sehr großen und vordringlichen
Mobilien bewirkt. — _Deckenbilder_ von _Joh. Anwander_. Reicher _Schatz_
des 18. Jh.

*Aula* im Gymnasium mit effektvoller Stuckdecke des 17. Jh. von _Zeni_.

*Stadtbefestigung* mit interessanten Turmanlagen, an zweien Steinmadonnen
aus E. 14. Jh.

*Rentamt* (früheres Deutschordenshaus), stattlicher Renss.Bau, im Hof
großer Erker 1671 und Portal 1611 von _Julius Ernes_.

_MÜNSTERSCHWARZACH._ UFranken BA Kitzingen.

Ehem. *Benediktinerabtei*. Die Gründung wird auf Karl d. Gr.
zurückgeführt. Großartiger Neubau durch _Balth. Neumann_ 1727-1743, eine
seiner bedeutendsten Schöpfungen, auch die Innenausstattung von den ersten
Künstlern der Zeit. Nach Aufhebung des Klst. 1821 ff. abgebrochen, weil
weder Staat noch Gemeinde die Unterhaltungskosten tragen wollten. Erhalten
haben sich nur einige Bruchstücke der Abteigebäude aus der Zeit vor
Neumann; Portal bez. 1697, Stuckdecken um 1700 Torhaus. Von _Neumann_ ein
kleiner 2geschossiger Bau der SSeite. Im Hof 2 hohe Steinvasen mit Putten.
— Mainbrücke mit Bildstöcken der Renss. und Standfig. der Immaculata um
1750.

_MUPPERG._ Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg.

*Pfarr-K.* Das Altarhaus geht auf rom. Anlage zurück. 1720-22 umfangreiche
Rest. und Erweiterung. — Prunkvolle _Moseskanzel_. — _Bildnisgrabstein_
des Hans von Schaumburg 1559, durch Sauberkeit und Schärfe der Arbeit
ausgezeichnet. — Reste von ma. _Wandmalerei_.

_MÜRSBACH._ UFranken BA Ebern.

*Pfarr-K.* Nachgot. Chor um 1610; bar. Lhs. — Gute spbar. _Einrichtung_. —
_Renss. Epitaphien_ um M. 16. Jh.

*Dreifaltigkeits-Kap.* Spgot. um 1516. Gute spgot. _Ho1zfiguren_.

Im Dorf *Fachwerkhäuser*.

_MUTZSCHEN._ K. Sachsen AH Grimma.

*Stadt-K.* (ehem. Klst. der Marienknechte). Der westl. Teil aus einer
stattlichen, flachgedeckten rom. Anlage; langer spgot. Chor; der
Zwischenbau entspricht dem ehemaligen rom. Chor.

_MYLAU._ K. Sachsen AH Plauen.

*Burg* in malerischer Felslage. Gruppiert um einen runden Bergfried mit
hochgelegenem Einsteigloch. Die Vorbefestigung aus der Zeit Kaiser Karls
IV. Die Kapelle A. 14. Jh. Die Wohnbauten aus der Zeit der v. Metzsch (15.
Jh.), umgebaut unter den v. Schönberg (E. 16. Jh.).



_N_


_NÄGELSTADT._ Pr. Sachsen Kr. Langensalza.

*Untere K.* Gehörte zu der 1222 gegr. Deutschordenskommende. In sehr
verstümmeltem Zustande kleine kreuzf. Basilika mit Zentralturm, schlicht
romanisierend frgot. Detail.

2 überdachte *Brunnen* 1660 und 1568.

_NANKENDORF._ OFranken BA Ebermannstadt.

*Pfarr-K.* 1794, im Gr. an Hollfeld erinnernd. — Von dem ehem. spgot.
Hochaltar 2 schöne _Reliefflügel_ erhalten. — Spuren ehem. Befestigung.

_NASSWANG._ OFranken BA Lichtenfels.

*Ökonomiegebäude* des Klst. Langheim um 1750, eigentümlich die zentrische
Anlage.

_NAUENDORF._ Pr. Sachsen Saalkreis.

*Dorf-K.* Turm und Schiff rom., die Kunstformen verhältnismäßig
aufwandreich.

_NAUENDORF._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Dorf-K.* spgot. — Treffliche _Kanzel_ um 1580, in rein archit. Formen,
ohne figürl. Beiwerk.

_NAUHAIN._ K. Sachsen AH Döbeln.

*Dorf-K.* Sie bestand ursp. nur aus dem jetzigen Turm, im Erdgeschoß 12.
Jh. — Hübscher kleiner _Altar_ aus A. 16. Jh., im Schrein Anna selbdritt,
die Flügel beiderseits mit tüchtiger Malerei.

_NAUMBURG._ RB Cassel Kr. Wolfhagen

*Pfarr-K.* Spgot. Hallenkirche mit polyg. Chor und WTurm. Die Gwbb. in
Holz erneuert. — Der 1866 verzeichnete Flügelaltar nicht mehr vorhanden.

_NAUMBURG._ Pr. Sachsen Kreisstadt.

*Dom SS. Peter und Paul.* Sprom. und frgot. Hauptmasse 1. H. 13. Jh. Für
Thüringen das Hauptwerk der schönsten Zeit der ma. Baukunst. Kreuzf.
Gwb.-Basilika mit doppeltem Chor und Doppeltürmen in O und W, aber ohne
Zentralturm. Ganze L. der rom. Teile 66 m, durch die got. Chöre erweitert
auf 97 m. Vom frrom. Dom (gew. 1044) die Fundamente nachgewiesen, eine
regelmäßige kreuzf. Basilikenanlage von ca. 46 m L., die Gestaltung des
WBaus ungewiß. Der Neubau begann um 1200 in O. Von ihm erhalten der unter
dem OQuadrum liegende mittlere Abschnitt der Krypta; gekehlte Eckkappen am
Sockel, geriefelte Schafte, Palmettenkaptt. mit facettierten oder
geperlten Blättern, Beginn rheinischer Einflüsse. Die Vorkrypta unter der
Vierung um 1220 oder noch später; Gruppenpfll. aus 4 Freipfll. um einen
schlanken quadr. Kern, gemeinschaftliche Deckplatte, schwungvolles
Blattwerk. Der dritte Abschnitt (2 Joche und 1/3 kr. Schluß) entspricht
der Ausdehnung des OChors vor der got. Erweiterung; die Formen ähnlich
denen des Vorchors; die Kaptt. gehören zu den schönsten des
Spätromanismus. Gwbb. grätig, trotzdem mit Schlußsteinen (nur einer,
Löwenkopf mit hängender Zunge, erhalten).

_Oberkirche, romanische Teile_. Sie umfassen den ganzen Dom mit Ausnahme
der beiden (got.) Chöre. Baunachrichten fehlen fast ganz. Der
Formcharakter deutet durch seine geringe Abwandlung auf verhältnismäßig
kurze Bauzeit; sie liegt in der Regierung des Bischofs Engelhard
(1207-42). 1249 wird schon zum WChor Geld gesammelt. Seine Ausführung
schloß sich der des Langhauses unmittelbar an. In letzterem erkennt man
nach Vollendung des ersten Doppeljochs (von O gerechnet) eine kurze Pause.
Erst in den folgenden Jahren treten die Beziehungen zu Magdeburg ein.
Innerhalb des deutschen Übergangsstils steht N. auf dem konservativen
Flügel; Beziehungen zum Rhein, zu Magdeburg und Bamberg sind vorhanden,
aber vom got. Element wird nur zurückhaltend Gebrauch gemacht. Die
Gesamtanlage erinnert am meisten an Bamberg, ebenso das innere System,
jedoch in den Verhältnissen mehr in die Breite geschoben. Der Spitzbg. in
gedrückter Form an Arkaden, Gwb.Bgg. und Türen. Keine Diagonalrippen
(diese erst im letzten Joch), trotzdem eingekeilte Schlußsteine,
Pinienzapfen, Tierköpfe (vgl. sonst Dom zu Magdeburg, Chorumgang, und
öfters in Westfalen). Gerader, mäßig steigender Gwb. Stich, Kappen in
Stärke von 50 cm. — Das System das gebundene. Die Msch. Joche überquadr.
(wie in dieser Zeit am Rhein sehr oft). Hauptpfll. kreuzf. mit vorgelegten
3/4 Sll. und schwächeren Vollsll. in den Winkeln; die Vorlagen steigen
ohne Unterbrechung bis zu den Gwbb. auf, wo sich die Kämpfer mit einem
durchlaufenden Gesims verkröpfen. Die Zwischenpfll. haben dieselbe Anlage
abzüglich der vorderen Vorlagen. An den Kaptt. Blatt- und Rankenwerk ohne
gotisierenden Einschlag, z. T. mit Formen des Magdeburger Chorumgangs
zusammengehend. Die Fenster des Hochschiffs nicht gruppiert, sondern in
den Arkadenachsen. Merkwürdig die Widerlagerung durch Übermauerung der
Quergurten der Sschiffe, z. T. in einwärts schräg abfallenden Lagerfugen.
Das Äußere in guter Quadertechnik, formenarm und streng; an der NWand
Lisenen, deren Weiterführung aufgegeben wurde. — _Hauptportal_ am südl.
Qsch. in einer dem Kreuzgang sich anschließenden (späteren) Vorhalle; das
Gewände sehr tief, 9 Rücksprünge, aber wenig Schmuck außer dem
Tympanonrelief, der Eindruck nüchtern; vor 1228. Im Innern des Altarhauses
2 _Türen_ (zu den Turmtreppen) mit auserlesen schöner Blattwerkfüllung der
Bogenfelder im Stil der Krypta.

_Die Türme_. Das östl. Paar rein rom., quadr. bis zur Höhe des (um sie
herumgeführten) Dachgesimses von Chor und Qsch., dann 8seitig; schon in
rom. Zeit, dann noch einmal in got., überhöht. Dächer bar. (Ein Bild der
ursp. Gestalt gibt die Wiederholung in den OTürmen der Stadt-K. in
Freiburg a. U.) — Das westl. Paar, beg. in der rom. Bauperiode,
weitergeführt um 1560-70 als genaue Kopie der Bamberger WTürme; doch kam
nur ein Geschoß zur Ausführung; der südl. blieb ganz liegen (erst 1894
ausgebaut), der nördl. im 14. Jh. mit 2 weiteren Geschossen versehen, die
sich im Motiv an das erste anschließen. Zwischen den WTürmen und dem WChor
eine Lücke von fast 2 m, nach außen durch eine Verbindungsmauer verdeckt.

_Die Chöre_. a) _Der westliche_. Obgleich zeitlich dem Hauptbau
unmittelbar folgend (beg. ca. 1250, voll. nicht nach 1270), macht er
stilistisch einen großen Sprung in die gereifte Gotik. Vorderteil Quadr.
mit 6teiligem Gwb., Schluß aus 5 Seiten des 8Ecks, beide Abteilungen durch
breiten, gegliederten Gurt geschieden. Fenster 2teilig, Gewände innen
einfach abgeschrägt, außen etwas voller gegliedert, Maßwerk aus 2
Spitzbogen und Kreis, darin eine als Sechspaß aufgelöste Platte. Höchst
eigenartig und gegenüber den einfachen Architekturformen von besonders
glänzender Wirkung die Wanddekoration über dem Chorgestühl: unten eine
tiefnischige Arkatur, die Krönungen ihrer Miniaturgewölbe ein durch die
vorgefundenen Fragmente nicht hinlänglich beglaubigtes Werk der jüngsten
Rest., die Laubkapitelle, soweit echt, von großer Schönheit, jedoch die
Mehrzahl ergänzt; darüber eine zweite, von der Wand als Laufgang sich
absetzende Kleinbogenstellung; auf ihrer Höhenlage, vor die Wanddienste
gesetzt, Standbilder unter prachtvollen Baldachinen. Im Chorhaupt der
Abschnitt unterhalb der Fenster glatt, über dem Kaffgesims Fortsetzung des
Laufgangs und der Standbilder. Das Äußere in knappen Formen; reicher nur
das in der Kehle mit überfallenden Blattreihen ausgesetzte Hauptgesims und
die originellen Fialen über den Pultdächern der sonst ganz einfach
gehaltenen Strebepfll. — b) _Ostchor_. Schmal rck. Vorderjoch und Schluß
aus 6 Seiten des 10Ecks, mithin ein Pfl. in der Mittelachse (frühestes
Beispiel für diese erst in der Spätgotik häufiger vorkommende Abweichung
von der Regel). In den Formen sind mehrfach diejenigen des WChors kopiert;
andere, namentlich das Fenstermaßwerk und die abgerissenen Blattbüschel
einzelner Kaptt., zeigen die jüngere Zeit; Konsolen und Baldachine an den
Wanddiensten deuten auf beabsichtigte, jedoch nicht zur Ausführung
gekommene Statuen.

_Die Lettner_. Der östl. ist der ältere, gleichzeitig mit der Vorkrypta,
an deren WWand er sich anlehnt. Eine Halle von 3 Jochen, Kreuzgwbb. auf
Bündelpfll., tragen die Bühne. Die Rückwand hat in der Mitte den
Laienaltar, zu dessen Seiten 2 Türen, zu welchen 5 in 1/2 Kr. angelegte
Stufen hinaufführen; aus dem Innern des Chors weitere 7 Stufen zur Bühne;
gegen Msch. und Qsch. Schranken von 2,70 m H. Eingänge zur Krypta aus den
Kreuzflügeln. Als ältestes erhaltenes Beispiel eines ausgebildeten
Lettners von besonderem Interesse. — WLettner. Mit dem WChor gleichzeitig.
Die Anlage unterscheidet sich von der des östl. dadurch, daß der Chor
keine Krypta hat und sein Fußboden nur um wenige Stufen höher liegt, als
das Schiff. Somit eine von 2 festen Wänden getragene Bühne. Durchgang in
der Mitte. Auf der Chorseite 2 Wendeltreppen. Die Verbindung von
Architektur, Ornament und figürlicher Plastik ist eine dekorative
Meisterleistung höchsten Ranges; im einzelnen gehören die Laubkaptt. zum
Vollendetsten, was Deutschland in dieser Art besitzt.

_Monumentale Skulpturen_: a) _Am rom. Bau_. Tympanon am Portal des südl.
Qsch. Christus stehend mit segnender Geberde, in der von 2 Engeln
getragenen Mandelglorie; die Engel haben 4 Flügel; sehr flaches Relief;
gut in den Raum komponiert; Formen naturlos. — In der Erdgeschoß-Kap. des
NWTurmes Standbild der h. Elisabeth auf frgot. Konsole; von einem mäßig
begabten Mann aus dem Kreise der Künstler, die das frgot. Turmgeschoß nach
Bamberger Muster ausführten. — b) _Am WChor_. Mit der architektonischen
Dekoration zusammen gedacht und auch gleichzeitig ausgeführt, mit den
Säulenbündeln aus einem Block. Dargestellt sind in 12 Standbildern die
Stifter und Wohltäter der K. in ihrer Frühzeit, 4 Eckardiner und 4
Wettiner mit ihren Frauen. Auch ist noch in anderem Sinne Ahnenkultus im
Spiel: Bischof Dietrich, unter dem der WChor ausgeführt wurde, gehörte
selbst dem Hause Wettin an. Die Reihenfolge ist, an der SWand begonnen: 1.
Gerburg, 2. Konrad (Gesicht und rechter Arm ergänzt), 3., 4. Hermann und
Regelindis, 5. Dietmar (fiel, des Verrates an Kaiser Heinrich III.
angeklagt, im Gottesgericht, daher auf seinem Schilde »comes occisus«), 6.
Sizzo, 7. Wilhelm, 8. Timo, 9., 10. Eckard und Uta, 11. Gepa, als Witwe
geschildert; nach anderer Deutung Adelheid, Äbtissin von Gernrode; 12.
Dietrich. Werkstoff: grobkörniger, harter Kalkstein. Bemalung mehrmals
wiederholt, zuletzt nach 1532; ursprünglich nur einzelne Teile — Augen,
Haare, Gewandsäume, Schmuck und Wappen — mit dünner Lasurfarbe
hervorgehoben. Die Tracht ist genau die zeitgenössische, Loden und Leder
ihr Material. Der Künstler hat alles Konventionelle abgestreift; er steht
der Natur mit offenem Blick, aber doch auch mit voller künstlerischer
Freiheit gegenüber, und ebenso frei hat er aus der französischen Schulung
seinen persönlichen Stil herausgearbeitet, einen mit unbefangener
statuarischer Würde gepaarten Realismus. Diese Gestalten sind nicht
Porträts, aber sie könnten dafür gelten. Sehr merkwürdig an einigen von
ihnen, besonders am »comes occisus« und der ihm zunächst stehenden, der
Ausdruck momentaner Gemütsbewegung. — c)_Am WLettner_. Die
Balustradenreliefs stellen dar: Abendmahl, Judas Verrat, Gefangennahme,
Petri Verleugnung, Wächter, Pilatus Handwaschung (die beiden letzten
Felder 1734 von einem Stümper ergänzt, doch vielleicht gestützt auf echte
Fragmente). Das Relief sehr hoch, die Vordergrundfigg. ganz frei; jede
Platte bei 65 cm Höhe 30 cm tief ausgehöhlt. Wahrscheinlich ein Werk des
Meisters der Chorstatuen aus vorgerückter Lebenszeit; jene um 1250-60
begonnen, diese vielleicht 1270; die Erfindung von unerhörter
Selbständigkeit gegenüber der Tradition; der Realismus der Form noch
ungeschminkter; Charaktere und Affekte von leidenschaftlicher Gewalt der
Schilderung, die sich auch der Gewandbehandlung mitteilt. Wiederholte
Überschmierung mit Farbe hat viel von den feineren Formen zugedeckt. Die
an ungewöhnlicher Stelle, nämlich an der Lettnertür, angebrachte
_Kreuzgruppe_ zeigt die letzte Phase der Werkstatt nach dem Ausscheiden
des Hauptmeisters. Der Gekreuzigte deckt sich im Umriß vollkommen mit dem
Wechselburger, aber wie völlig anders ist die geistige Auffassung! Bei
Maria und Johannes das Pathos bis zu greller Heftigkeit gesteigert, selbst
die Gewandung gleichsam schmerzzerrissen. — Von einem andersgestimmten
Schüler des Hauptmeisters der _Diakon_ mit Lesepult, ursp. wohl im Chor,
jetzt am Eingang in die Johanneskap. (die von Schmarsow vorgeschlagene
Datierung auf ca. 1500 nicht überzeugend). — Im OChor Türbogenfeld mit
_Weltenrichter_ zwischen Maria und Johannes dem Täufer; durch den
unvollendeten Zustand für das Technische von besonderem Interesse;
Komposition und Formcharakter sehr nahe verwandt der Gruppe am OPortal des
Mainzer Domes, das daraufhin dem Naumburger Meister zugeschrieben werden
muß; das Naumburger Exemplar zeigt aber nicht dieselbe Qualitätshöhe, wird
also nach dem aus Mainz mitgebrachten Modell von einem Gehilfen in Arbeit
genommen sein. — Ebenfalls aus der Schule des Lettnermeisters das
_Brustbild Johannes des Täufers_ über der Tür der Johanneskap. im
Domkirchhof. — _Altäre_. Vieles vom alten Bestand zerstört oder versetzt.
_Hauptaltar_; Mensa aus 14. Jh., Aufsatz von 1567 in wunderlicher
Stilmischung. — Auf dem Nebenaltar im letzten Joch des südl. Ssch.
_steinernes Retabulum_ mit Crucifixus und vier Frauen, um 1350. — Spgot.
_Schnitzaltäre_ in der Krypta ohne Bedeutung. — Reste von 3 oder 4
_Tafelaltären_ aus der Werkstatt _Cranachs_ im Dom zerstreut. Der
Barbara-Altar im nördl. Ssch. vollständig, aber in schlechtem
Erhaltungszustand.

_Gestühl_: a) _Im OChor_: schöner frgot. Viersitz, spgot. ihm gegenüber
ein gleicher mit Reliefs an den Wangen und Dreisitz am Lettner. b) _Im
WChor_: Stuhlwerk bez. 1516. — _Kanzel_ von 1466 jetzt in der
Johannis-Kap.

_Grabdenkmäler_. Der alte Bestand stark reduziert. Hervorzuheben: Im OChor
Hochreliefplatte eines unbekannten Bischofs, vielleicht zum Gedächtnis des
Kirchengründers Hildeward, ausgeführt A. 14. Jh. Dieser älteste Grabstein
der beste, nachher sinkt der Durchschnittswert. — Im südl. Ssch. Grabstein
Münch 1563; Grabstein Bruchterte † 1391 (von derselben Hand wie der
Dominikus der Leipziger Paulus-K.); Epitaph Neumarck † 1576, bez. _M. S._;
Epitaph Bünau † 1591, von demselben; Wandstein des Domherrn Schleinitz um
1520, eines der besten im Dom erhaltenen Stücke. — Im nördl. Ssch.
Bronzemedaillon für Rudolf von Bünau 1505; Georg v. Molau 1580, bez. _H.
K._ — Im NKreuz Grabstein Dompropst von Eckardsberga 1406 (von derselben
Hand wie Bruchterte; in beiden Wiederanknüpfung an die
Stileigentümlichkeiten des 13. Jh.); Grabstein Bischof v. Goch † 1422;
Bronzerelief des Bischofs Dietrich IV 1492; Bronzebildnis (in Stein
eingelassen) des A. v. Könritz 1496; gravierte Platte des Bischofs
Dietrich III. von Bocksdorf † 1466, aus der _Vischer_schen Werkstatt, wohl
Jugendwerk Peters, dagegen die beiden vorigen aus einer
sächsisch-thüringischen. — In der Vorhalle _Marmordenkmäler_ der Maria v.
Burgsdorf 1709 und des Reichsgrafen Ernst Dietrich v. Marschall 1771.

_Glasgemälde_. Im WChor 3 fast volle Fenster aus der Erbauungszeit (?), im
OChor 4 (1856 aus den Bestandteilen von ursp. 8 zusammengesetzt). — 2
_Teppiche_ aus 16. Jh., einer mit Bildnis eines Bischofs und Wappen der
Schleinitz (wohl Bischof Vinzenz von Merseburg † 1535). — 8 _Meßbücher_
aus A. 16. Jh., die meisten Bilder ausgeschnitten. — _Klausur_. Ursp. für
die NSeite des Doms beabsichtigt, wo noch Ansätze zum Kreuzgang und die
für diesen bestimmte Tür in der WWand des nördl. Querhauses vorhanden. Vor
1228 an die SSeite verlegt. SFlügel rom., WFlügel gotisierend, eingewölbt
um 1270, die Zellen darüber erst Holz, nach 1532 massiv. _Domkirchhof_ mit
manchen der Beachtung nicht unwerten Denkmälern des 16. Jh.

_Dreikönigs-Kap._ 1416, Untergeschoß älter, das Ganze sehr verwahrlost. An
der Außenwand bmkw. gleichzeitige Anbetung der 3 Könige in Einzelstatuen.

_Dompfarr-K. S. Marien_. Nur der Chor erhalten; 1343; bmkw. die
großenteils nach innen gezogenen Strebepfll. sowie geringe rom. Mauerreste
des Schiffs.

_Johannis-Kap._ Ursp. Tauf-Kap. Kleines Rck. von 3 Gwb.Jochen. Das Detail
zierlich und geistreich im Stil des WChors.

_Domherrenkurien_, a) Ägidienkurie; der vom rom. Bau (ca. 1200-1210)
erhaltene Teil umschließt die Kap., kenntlich am Erkerchor; giebelförmige
Umbildung des Bg.Frieses; der Kapellenraum mit 8seitiger Kuppel;
originelle Überführung aus dem Quadrat, b) Bischofskurie, einfacher spgot.
Bau rest. 1581 (die Bischöfe residierten im sp. Ma. meist in Zeitz).

*Moritz-K.* Zu einem A. 11. Jh. gegr., 1532 aufgehobenen Klst. Die jetzige
K. aus A. 16. Jh. (Inschr. 1509, 1512). Die neue Ausstattung 1705-21 wurde
durch die Rest. 1875 entfernt. — Ein im Innern und Äußern gleich einfacher
Bau. Dem Hauptschiff ist nur nördl. ein Nebenschiff angefügt; der
langgestreckte, polygon geschlossene Chor unmittelbare, nur durch einen
Bg. geschiedene Fortsetzung des Hauptschiffs, alles unter einem Dach.
Holzdecken. Die doppelten Fassadentürme gehen auf rom. Anlage zurück.

Großer _Crucifixus_ aus Eichenholz, 13. Jh., der Wechselburger Typus in
vergröberter Fassung, doch sehr bedeutend in seiner heroischen
Wuchtigkeit. Dazu gehörig Maria mit eigentümlich barocker Häufung der
Gewandmotive, kaum von derselben Hand. — Verdorbener _Ölberg_ (? 13. Jh.).
— Trümmer sp. ma. _Altarplastik_. — _Grabdenkmäler_ ohne höheren Wert;
archäologisch von Interesse der giebelförmig abschließende, jedoch mit
umlaufender Inschrift versehene, also liegende Stein des Bischofs Richwin
† 1125, ausgeführt etwa E. 13. Jh.

*Stadt-K. S. Wenzel.* Nach Bränden 1411, 1473, 1517 und aus nachfolgenden
Herstellungen in höchst eigenartiger Gestalt hervorgegangen. 1411-73 die
östl. Hälfte; für sich betrachtet ergibt sie einen normal angelegten,
langgestreckten 1sch. Chor mit 5/10 Schluß in ziemlich großen Abmessungen,
zu beiden Seiten 2 Türme. Das Gemeindehaus war vor 1473 kaum erst begonnen
(das geradlinige Mauerstück mit Portal an der NSeite); ob die jetzige
Grundrißdisposition noch 1473 oder nach 1517 getroffen wurde, ist
zweifelhaft. Entscheidend für sie ist die Rücksicht auf die an dem
Choreingang angeordnete Kanzel. Hallenkirche von 2 kurzen geraden Jochen
und polygonalem, einem flachen Kreissegment sich anschließendem westl.
Abschluß (1516). Auf diese Weise wurde die Gesamtanlage zu einem
Zentralbau, wenn auch einem unsymmetrischen, umgestempelt. Das
Gemeindehaus 33 m breit, nur 19 m tief. Die Decken flach, in letzter
Gestalt 1724. Bei bedeutender Höhe ist der Raumeindruck ein sehr
eigentümlicher. Am Außenbau die OTeile verschwenderisch dekoriert, mit
viel eigenwilligen Zügen im Einzelnen und starker malerischer
Gesamtwirkung; die WTeile fast ärmlich vereinfacht, ausgenommen die 3
Portale im N, S, W. Von den Türmen nur der nördl. ausgeführt. Um 1600
baute _K. Steiner_ das Obergeschoß der Sakristei in gut verstandenen got.
Formen, gleichzeitig die Balkone des Innern in Renss. Von den 16 ma.
_Altären_ nichts erhalten außer einigen gemalten Tafeln: »Lasset die
Kindlein zu mir kommen« 1529 von _L. Cranach_, eine der besten Arbeiten
seiner späteren Zeit; Anbetung der drei Könige 1522, Frühbild _Cranachs_?
Heilige Nacht von _Barth. __ Spranger_, A. 17. Jh. — _Hochaltar_ riesiges
Schreinerwerk von 1680 mit Gemälde von _Hermes_ in Dresden. — _Kanzel_ um
1740. — Messingenes _Taufbecken_ 1441, am 6seitigen Kessel Reliefs, Fuß
neu. — Von historischem Interesse der _Grabstein_ des Pagen Gustav Adolfs,
Augustus v. Leubelfing — Trümmer eines großen Marmorgrabmals um 1630, u.a.
Standbild der Caritas. — Im _Schatz_ gute Arbeiten des Ratsgoldschmiedes
_Krugelstein_ 1680.

*S. Othmar.* 1691-99. Rck. von 15 : 26,50 m mit leicht vortretender,
gerade geschlossener Altarnische; der östl. Teil in 2 Jochen 3sch., der
westl. mit flacher Holzdecke; der erst quadr., dann 8eck. Turm über dem
Altarhaus. Architekturformen und Ausstattung sehr schlicht. — Aus älterer
Zeit, ca. 1520, ein guter 3flügeliger _Schnitzaltar_. — Im SFenster des
Altarhauses _Glasgemälde_ 1539.

*S. Marien.* 1712-30. 1sch. Emporensaal; an der Decke, einem Spiegelgwb.
aus Holz, hübsche Stuckaturen und flüchtige Gemälde. Das Äußere
nüchternster Art.

*Wenzelskirchhof.* Einige Grabmäler nicht ganz ohne Interesse, z. B. das
des Hans Weis, 1568, im Erbbegräbnis Patschke links vom Eingang.

*Rathaus.* Nach Brand 1517, Dacherker bez. 1528, 1556 die Fürstenstube,
1612 das Hauptportal. Die langgestreckte Marktfront hat 3 Geschosse, am
hohen Walmdach 6 Zwerchgiebel, dekoriert mit blinden verschränkten
Kielbgg. in trockenster Spätgotik, aus Ziegeln gemauert (eine in Thüringen
seltene Technik) und wie die ganze Front geputzt. Im Innern Stiegentreppen
in feiner Frührenss. bez. 1556; aus demselben Jahr der Fürstensaal, dessen
Stuckdecke jedoch 1655. — _Trinkhorn_ etwa M. 14. Jh. mit schönem
Lederfutteral.

*Wohnhäuser.* Die Epoche nach den großen Stadtbränden 1517 und 1532 durch
Portale, Erker und Giebel reichlich vertreten, jedoch nichts eigentlich
Hervorragendes darunter. — *Marktbrunnen* mit S. Wenzelstatue 1579.

*Stadtbefestigung*. Seit 1820 großenteils niedergelegt; erhalten das
Marientor von 1446; klassizistische Wachthäuser am Jenaer Tor.

_NAUNDORF._ Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.

*Dorf-K.* sprom. Überraschend elegantes Portal; im abgetreppten Gewände je
2 Sll. mit gewundenen oder im Zickzack, dessen Spitzen in Dreiblätter
ausgehen, kannelierten Schaften; das Tympanon in 2 Quadranten geteilt,
Rosetten und freies Randornament.

_NAUNDORF._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Dorf-K.* 1579, 1sch. Saal mit 3/6 Schluß; die stilistische Erscheinung
aus Renovation 1737. — Mehrere _Grabmäler_ des 16.-18. Jh.

*Schloß* E. 16. Jh. mit einigen Veränderungen im 18. Jh. Aus der ersten
Bauzeit die mächtigen Giebel mit 4 Fenstergeschossen. — Reichhaltige
_Porträtgalerie_.

_NAUSTADT._ K. Sachsen AH Meißen.

*Kirche* um 1540. Saalbau mit eingezogenem, gestrecktem, gewölbtem Chor
und 5/8 Schluß. — _Altaraufsatz_ um 1600, heiter und vornehm;
Abendmahlsrelief; Stifterstatuetten. — _Sandstein-Wandgrab_ des A. v.
Miltitz † 1629, prächtige und gute Arbeit. — Ein _anderes in Marmor_ von
_J. J. Kändler_, dem berühmten Porzellanformer.

_NEBELSCHITZ._ K. Sachsen AH Kamenz.

Vornehme bar. *Dorf-K.,* erb. 1740 f. vom Klst. Mariastern. Der
interessante Plan angeblich von _Gaetano Chiaveri_, dem Erbauer der kath.
Hofkirche in Dresden. An diese erinnern die halbrunden Abschlüsse im O und
W. Im Innern gut organisierte Wand- und Gewölbegliederung. Die Ausstattung
steht nicht auf der Höhe der Architektur. _Gemälde_ des Hochaltars von
_Palko_.

_NEBRA._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Kirche* beg. 1416 (Inschr.) in vornehmer Bauart; daher der WTurm mit
reichem Portal, im _Bogenfeld_ S. Georgs Kampf mit dem Drachen. Das Schiff
nach Brand 1666 dürftig hergestellt. Ansehnliche _Epitaphe_ 1670, 1678
bez. _C. P._

*Burgruine* sehr verfallen, Kap. E. 13. Jh., übriges M. 16. Jh.

_NEIDECK._ OFranken BA Forchheim.

*Burgruine* bedeutend, zerstört 1553.

_NEMMERSDORF._ OFranken BA Berneck.

*Dorf-K.* Der kleine Bau hat 3 Türme, einer got. im O, 2 bar. im W.
*Schloß* A. 16. Jh., schlicht.

_NENKERSDORF._ K. Sachsen AH Borna.

*Dorf-K.* Geschickter spgot. Umbau einer kleinen rom. Anlage. —
_Altarwerk_ 1519 mit 4 beweglichen und 2 festen Flügeln.

_NENNSDORF._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Dorf-K.* von ziemlich gut erhaltener rom. Anlage. Rest eines
Säulenschaftes mit wechselnd konkaver und konvexer Kannelierung.

_NENTERSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Rotenburg.

*Dorf-K.* Ein 1sch. Bau des 17. Jh. wurde mit einem ma. Rundturm so
verbunden, daß dieser an der Mitte der SSeite halb vor- und halb
einspringt, wodurch die sonst unbedeutende K. ein originelles Ansehen
gewinnt.

_NESCHWITZ._ K. Sachsen AH Bautzen.

*Dorf-K.* 17. und 18. Jh., Turm mit hübschem Bar.Helm 1693. — Bmkw.
_Sandsteinaltar_ nach 1600. Ein zweiter in der Sakristei. Menge von
_Grabdenkmälern_.

*Altes Schloß* 1723 für den österreichischen General Herzog Ludwig v.
Teck. Französischer _Park_ mit viel und guter _Sandsteinplastik_.

*Neues Schloß* 1766-75 für W. v. Riesch von _F. A. Krubsacius_ aus
Dresden; nur der Mittelbau, mehr tief als breit, ist mehrgeschossig, von
sehr geschickter Grundrißteilung. Das ovale, zur Hälfte aus der
Fluchtlinie vortretende Treppenhaus enthält 2 Treppenarme mit Podest. In
derselben Achse nach der andern Seite oben ein länglich 8eck. Saal mit
wenigen Nebenzimmern, unten eine Halle, deren Langseiten in jon.
Säulenstellungen aufgelöst sind. Dieselben bilden die Durchgänge zu den
langgestreckten eingeschossigen Seitenflügeln, welche die 300 Bäume
fassende _Orangerie_ enthielten; die reizenden Wandbrunnen in der Art
_Gottfr. Knöfflers_. Die Formbehandlung des Äußeren im Übergang zum
Klassizismus, ohne Pracht, doch auch weit entfernt von Nüchternheit. — Der
neuere _Park_ im englischen Geschmack. Springbrunnen: Delphin mit
reitendem Knaben. Schönes Gittertor. Im Tiergarten behagliches
Jagdhäuschen.

_NESSELRÖDEN._ RB Cassel Kr. Eschwege.

*Schloß,* mit Steingiebeln und Treppenturm in der Mitte der Front, 1592.

_NETRA._ RB Cassel Kr. Eschwege.

*Pfarr-K.* Alt nur der OTurm, dessen Erdgeschoß als Altarhaus diente.
Epitaph v. Baumburg 1600. — _Schloß_ aus Renss.

_NETZSCHKAU._ K. Sachsen AH Plauen.

*Stadt-K.* modern. Von einem großen und bedeutenden _Altarwerk_ von 1659
nur die Predella erhalten, elegante Alabasterarbeit wahrscheinlich von
_Joh. Heinr. Böhm d. Ä._, die Komposition dem _Cranach_schen Altar in der
Stadt-K. zu Schneeberg entnommen.

*Schloß.* Baukörper 1462; mehrere Fenster im Vorhang-Bg. geschlossen,
ähnlich Sachsenburg und Meißen; die extravagant spgot. Tür derselben Zeit
zuzuschreiben, ist kaum möglich. Der große Saal des obersten Geschosses
mit mächtiger Balkendecke erhielt 1627 Dekoration in Stuck. Gutes
_Porträt_ Karls v. Bose in lebensgroßer Figur, 1623.

_NEUBRUNN._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Dorf-K.* 1521; umgebaut 1589. Steinerne Kanzel 1629. — Mehrere bmkw.
_Häuser_ in Fachwerk. (Die Datierung des ältesten auf 1400 muß Zweifeln
begegnen.)

_NEUDROSSENFELD._ OFranken BA Berneck.

*Dorf-K.* Hübscher und charakteristischer Bau der Markgrafenzeit (ca.
1760); Stuckaturen von _G. B. Petrozzi_, Malerei von _J. M. Wolker_.

_NEUENBERG._ RB Cassel Kr. Fulda.

Ehem. *Benedikt.-Klst. Andreasberg*. Die Kirche aus rom. Zeit (Weihedatum
zu 1023 überliefert), quadr. Chor mit 1/2 kr. Apsis, Triumphbg. und Teil
des Qsch., Krypta mit gurtenlosen Kreuzgwbb., einfache Würfelknaufsäulen
ohne Eckblätter. Altar mit Blick in die Krypta. Amboreste. Die übrigen
Teile der K. nach Brand 1440 erneuert und später verzopft. Grabsteine von
Pröpsten seit dem 15. Jh. Am WTurm treten wieder rom. Formen auf. —
_Klostergebäude_. im Umbau von 1440 rom. Bauteile erhalten.

_NEUENGÖNNA_ bei Jena. Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Dorf-K.* _Schnitzaltar_ in der Art des _V. Lendenstreich_.

_NEUENSTEIN._ RB Cassel Kr. Homberg.

*Schloß* aus Ma., 1639 erneuert.

_NEUGERSDORF._ K. Sachsen AH Löbau.

*Dorf-K.* Stattlicher Saalbau 1738. — _Kanzelaltar_ 1753, von Gebr.
_Herzog_, wohl der beste aus dieser Epoche in der Lausitz.

_NEUSHAUS._ Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg.

*Pfarr-K.* 1591-95 noch stark gotisierend. — _Bildnisgrabstein_ des Hans
Gottsmann † 1611 und seiner Gattin; Erzguß von sorgsamer Ausführung,
vielleicht aus derselben (Nürnberger?) Werkstatt, wie die v. Bünausche
Platte im Museum zu Altenburg. Sie befanden sich ursp. wohl zu Füßen des
großen _Epitaphs_ im Chor; dieses aus Alabaster; der architektonische
Aufbau vortrefflich, weniger die figürliche Plastik.

_NEUHOF._ RB Cassel Kr. Fulda.

*Schloß* der Fürstäbte 1519. Quadr. Wasseranlage, Binnenhof, 4 Ecktürme.

_NEUHOF._ Sachsen-Coburg LA Coburg.

*Schloß.* Ehem. Wasserburg des 16. Jh. Davon erhalten die Gwbb. im
Erdgeschoß, geschnitzte Balkendecken im 1 Stock, ein Rundturm mit
Wendeltreppe. Umbau 1866.

_NEUHÜTTEN._ UFranken BA Lohr.

In der unscheinbaren *Pfarr-K.* eine wertvolle rom. _Kreuzpartikel_ des
11. Jh. mit Gravierung und Grubenschmelz, Fuß sp. 18. Jh.

_NEUKIRCHEN._ RB Cassel Kr. Ziegenhain.

*Stadt-K. S. Nikolaus.* 14. Jh., z. T. erneuert 1497. Hallenkirche von 3
Jochen, unregelmäßig anstoßende Kreuzflügel, netzgewölbter Polygonalchor.
Im Chor und Msch. _Wandmalereien_, kolossaler S. Christoph u. a. m.

_NEUKIRCHEN._ RB Cassel Kr. Hünfeld.

Wehrhafte Dorf-K. von 1515, quadr. OTurm, in dessen Erdgeschoß der
kreuzgewölbte Chor. — _Wandtabernakel_ 1560, _Taufstein_ 1588 von Meister
_Henthoos_. _Flügelaltar_ A. 16. Jh. — Auf dem Turm hölzernes Obergeschoß
und hoher schlanker Helm mit 4 Ecktürmchen. In der Sakristei Tür mit rom.
Beschlägen wiederverwendet.

_NEUKIRCHEN._ K. Sachsen AH Meißen.

*Kirche.* Die schlichte 1sch. Anlage von 1695 gewinnt Bedeutung durch die
Ausstattung mit Emporen, Kanzel usw.

_NEUMARK._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Dorf-K.* Gut erhaltenes Beispiel einer kleinen rom. Land-K. mit Chorturm.

_NEUMARK._ K. Sachsen AH Plauen.

*Dorf-K.* In Chor und WTurm spgot., Schiff 1739. Auf dem Kirchboden spgot.
_Triumphkreuz_ und _Glasgemälde_ von 1489.

*Schloß* (v. Römer) 1483, mit jüngeren Zutaten. Reihe von
_Familienporträts_.

_NEUNHOFEN._ Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.

*Dorf-K.* rom. Anlage, der OTurm jetzt zwischen Lhs. und Chor; der
letztere spgot. erweitert; das Innere 1699 nach Verhältnissen reich
dekoriert. — Spgot. _Altarwerke_ 1487, 1519. Das erstere vom Saalfelder
»Meister der Baldachine«. — Außen _Gedenktafeln_ von 1367,
Sandsteinreliefs.

_NEUNKIRCHEN A. BR._ OFranken BA Forchheim.

*Pfarr-K.* (1314-1555 zu einem Augustinerstift). Unsymmetrisch 2sch., d.
i. Hauptschiff (mit bar. Flachdecke) und niedrigeres nördl. Ssch. mit
Rippengwbb. Im W Turm aus 13. Jh. mit romanisierenden Bogenfriesen, die
8seitigen Obergeschosse spgot. — Im Innern _Steinfigg._ der hh. 3 Könige
und der h. Jungfrau um 1400; _Marientod_, derbes Holzrelief um 1500;
_Marienstatue_ des Nebenaltars um 1500. _Grabsteine_ 14. und 15. Jh.,
darunter ein kniender Schwanenritter; Wolfram v. Egloffstein Rotmarmor
1459. _Epitaph_ mit Schutzmantelbild, Speckstein und farbige Einlagen,
feine Arbeit aus 1. H. 16. Jh. _Epitaphe_ Buttenberg 1600, Stauffenberg
1698. Zahlreiche _Gemälde_ 16. Jh., darunter Übertragungen des Dürerschen
Marienlebens. Außen _Ölberg_ roher Art.

*H. Grab-Kap*. mit reichem Wappenportal um 1700, sonst einfach.

*Rathaus* 1718, unbedeutend. — *Stadttore* E. 15. bis E. 16. Jh., z. T.
mit schönen Wappensteinen.

_NEUSALZA._ K. Sachsen AH Löbau.

*Kirche* der böhmischen Exulanten 1679, unerheblich.

*Stadtanlage* und Wohnhäuser kulturhistorisch von einigem Interesse.

_NEU-SCHÖNFELS._ K. Sachsen AH Zwickau.

*Schloß* 1524; Runderker in fein durchgebildeter Fr.Renss.; darf er in das
Datum 1524 eingeschlossen werden?

_NEUSES._ Sachsen-Coburg LA Coburg.

*Dorf-K.* Hochgot. Chor mit Kreuzgwb. Ältere Teile vielleicht noch aus
rom. Zeit. Umbau 1785.

_NEUSITZ._ Sachsen-Altenburg LA Roda.

*Dorf-K.* 1723. — _Schnitzaltar_, bez. 1515, in der Bemalung gut erhalten,
irrig der Saalfelder Schule zugeschrieben, eher Arbeiten eines Schnitzers,
der flüchtig durch _Riemenschneiders_ Werkstatt gegangen.

_NEUSORGE._ K. Sachsen AH Rochlitz.

*Schloß,* erb. um 1720 von General v. Arnheim. Großartige Anlage in
Hufeisenform. Im Garten gerühmte dekorative _Skulpturen_ von _Gottfr.
Knöffler_.

_NEUSTADT._ RB Cassel Kr. Kirchhain.

*Pfarr-K.* S. Johannes. 1502. Hallenkirche mit nur 1 Ssch., welches
bedeutend schmäler. Infolgedessen wachsen die Rippen aus den schlanken
runden Schäften in ungleicher Höhe hervor, gegen das Msch. erheblich
tiefer. — _Sakramentshäuschen_ spätestgot., turmartig aufgebaut, Arbeit
gering. — Spgot. _Flügelaltar_. — Außen am Chor schöner ikonischer
_Grabstein_ des Ritters v. Fischbach und seiner Frau † 1448, ausgeführt
später.

*Toten-Kap.* 1576, noch got.

*Schloß.* Spgot. und Renss. Ohne Interesse.

Daneben *Junker Hansens Turm*. Rundbau von ca. 50 m Höhe, hübsche Krönung
in Fachwerk.

*Wohnhaus* in der Nähe der Pfarr-K. Erdgeschoß Stein, reiche Fr.Renss.,
Oberbau aus Fachwerk jünger.

_NEUSTADT A. MAIN._ UFranken BA Lohr.

*Pfarr-K.* (ehem. Klst.-K.) erb. M. 12. Jh. Verlängerung des Chores
nachgot. um 1616, Brand 1857 und danach freie Wiederherstellung durch _H.
Hübsch_; bis dahin eine der bedeutendsten rom. K. Unterfrankens. — Gr.
kreuzförmig, der Chor nach Hirsauer Art ehemals mit Nebenchören (jetzt
Turmuntergeschosse; unzugänglich). Lhs. flachgedeckte Basilika mit
Stützenwechsel, je eine Arkadengruppe unter einem Blendbg.
zusammengestellt; die Höhenverhältnisse aus Mißverständnis der ihm
mitgeteilten Maße durch _Hübsch_ gesteigert. Alt die ganze NMauer, die
zwei Turmuntergeschosse und einige der steilen attischen Basen. In der
Sakristei wertvolles _Epitaph_ von 1381. — _Grabsteine_ an den
Langhauswänden von gutem Mittelschlag. — Außen eingemauerte bedeutende
Reste von frgot. _Skulpturen_ (um 1300), St. Martinus, S. Maria, S.
Gertraudis und Karl der Große, nebst Kentauren, Drachen u. a. unter einer
Blende zusammengestellt.

*Klst.-Gebäude* gleichzeitig mit der Chorerneuerung, ganz Ruine. Reiche
Maßwerkfenster des Kreuzgangs erhalten.

_NEUSTADT A. D. SAALE._ UFranken BAmtsstadt.

*Kloster-K.* Die Pfll. der NSeite haben rom. Kämpferplatten. Aus ihnen
läßt sich eine flachgedeckte Basilika von 8 Arkaden, ohne Qsch.,
rekonstruieren. Das nördl. Ssch. spgot. eingewölbt, wobei je ein Pfl.
alternierend ausgebrochen wurde. Im 17. Jh. das südl. Ssch. beseitigt und
mit dem Msch. zu einem großen flachgedeckten Hauptschiff zusammengezogen.
Am Südportal 2 rom. Löwenköpfe aus Metall. — Die zahlreichen
_Barockaltäre_ Mittelgut; ebenso die (stark übertünchten) _Epitaphe_ des
16. Jh.; besser eines von 1669.

*Pfarr-K.* 1795, 1832. Mächtige korinthische Sll. tragen die Decke und
sondern schmale Ssch. ab. Originelle Choranlage. Die 1/2kr.
Säulenstellung, mit der das Msch. schliesst, tangiert mit einer
Kreisstellung, die den Altar enthält. Das Äußere denkbarst nüchtern. —
Pfarrhaus mit feinem Renss.-Portal.

Reste der ma. *Umfestigung*; unerheblich bis auf das _Hohetor_ (1578), das
zu den mächtigsten Exemplaren seiner Gattung gehört; der obere Teil im
Dreißigjährigen Kriege zerstört und danach etwas verändert wieder
hergestellt; die Hauptmasse des im Gr. rck. Baus durch Gurtgesimse 6mal
geteilt; über dem vierten ein kleiner Erker; Satteldach mit
Volutengiebeln.

In der Nähe *Schloß Neuhaus* 1767 von _Heinrich Todesco_ für Herrn v.
Borrié; bmkw. innere Ausstattung.

_NEUSTADT A. D. ORLA._ Sachsen-Weimar Bezirksstadt.

*Stadt-K.* E. 15. und A. 16. Jh. 3 Schiffe von gleicher Höhe mit flacher
Balkendecke; Chor gestreckt mit 3/8 Schluß; Netzgwb.; unter dem Chor ein
ehemals offener Durchgang wie an den Stadt-K. von Jena und Kahla. Fenster
3teilig mit reichem Maßwerk. Im nördl. Winkel zwischen Lhs. und Chor ein
hoher Turm in der Art des Jenaischen. — Formenreicher _Taufstein_ 1494. —
Großes _Altarwerk_ mit beiderseits gemalten Flügeln aus 2. V. 16. Jh.
(nicht von _Cranach_). Zahlreiche Grabsteine und Gedenktafeln.

Hospital-K. got. und 1706. — Gemaltes _Triptychon_ von 1495 (?). Got.
_Schnitzfigg_.

*Schloß.* Entstanden aus einem 1292 gegr. Klst. der Augustiner-Eremiten;
sehr verbaut. Hintergebäude 1674.

*Rathaus;* spgot., bedeutend; der linke Flügel der Marktfront ist der
ältere Teil (1465?), der rechte ein jüngerer Anbau; dadurch der große
Erker jetzt in die Mitte gerückt; mit ihm gruppiert sich glücklich die
Freitreppe des Anbaus. Die Behandlung des Erkers höchst charakteristisch
für die späteste Gotik. Ebenfalls reich, doch wenig erfreulich, der große
OGiebel. An der NFront wird das Dach von 1, an der SFront von 2 hohen got.
Zwerchhäusern durchbrochen. Im Innern mehrere Balkendecken bmkw., durch
Rest. des 19. Jh. außen und innen mehrfach verändert. — *Ratskeller,* 16.
und 17. Jh. — *Haus* der Familie Schweitzer, Marktstr. B 106, von 1574.

_NEUSTADT._ K. Sachsen AH Pirna.

*Stadt-K.* aus 14. und 15. Jh., 1sch., entstellt. — _Grabstein_ 1581 wird
gelobt.

_NEUSTADT._ Pr. Sachsen Kr. Worbis.

Wertvolle *Fachwerkhäuser* um 1600.

_NEUSTÄDTEL._ K. Sachsen AH Schwarzenberg.

*Stadt-K.* aus A. 16. Jh., 1sch. mit 3/8 Chor. — Bedeutender _Altarbau_
aus Sandstein und Marmor A. 18. Jh., vielleicht von _J. C. Hähnel_.
_Kanzel_, ausgezeichnetes Schnitzwerk.

_NEUTZ._ Pr. Sachsen Saalkreis.

*Dorf-K.* Typische rom. Anlage etwa wie Talheim, hübsches kleines Portal
mit eigentümlichen Zügen, die Öffnung mit Perlstab umsäumt, wie auf dem
Petersberg, A. 13. Jh.

_NIEBRA._ K. Sachsen AH Zwickau.

Ansehnliche got. *Dorf-K.* — Großer _Schnitzaltar_ mit 4 Flügeln.

_NIEDER-ASPHE._ RB Cassel Kr. Marburg.

*Dorf-K.* Spgot. symmetrisch 2sch. Hallenkirche. Älterer OTurm, in dessen
Erdgeschoß der Chor. Schön gegliederter Holzhelm. 1902 nach W um 2
Doppeljoche vergrößert und im Innern rest.

_NIEDERDORFELDEN._ RB Cassel Kr. Hanau.

*Burgruine.*

_NIEDERELSUNGEN._ RB Cassel Kr. Wolfhagen.

*Dorf-K.* Rck. got. Schiff und rom. WTurm ohne Tür; die jetzige
Verbindungstür zur K. jünger.

_NIEDERFROHNA._ K. Sachsen AH Chemnitz.

*Dorf-K.*, voll. 1519. Gute Architektur. Altarwerk von _Andr. Petzold_
1690.

_NIEDERFÜLLBACH._ Sachsen-Coburg LA Coburg.

*Dorf-K.* 2. H. 17. Jh. Aus dieser Zeit 4 _Grabsteine_ der Familie von
Reitzenstein.

_NIEDERGRÄFENHAIN._ K. Sachsen AH Borna.

*Dorf-K.* Von der ursp. rom. Anlage das Schiff und der turmtragende Chor;
um 1500 der Chor erweitert und das Ganze eingewölbt und zu stattlicher
Wirkung gebracht; wohl von demselben Meister wie Geithain, Nenkersdorf,
Roda.

_NIEDERGURIG._ K. Sachsen AH Bautzen.

*Schloß* um 1700 für Graf Lützelburg. Am tiefen Hof zu beiden Seiten
Wirtschaftsgebäude, in der Achse das Wohnhaus, im Gr. quadr., in der Mitte
stattliches Treppenhaus und Lichthof, die Frontbehandlung einfach. Unter
den _Porträts_ eines von _Angelica Kaufmann_ 1786.

_NIEDERHOLZHAUSEN._ Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.

*Dorf-K.* Neubau nach Dreißigjährigem Krieg. Ausstattung zum Teil älter
und nicht ganz ohne Interesse.

_NIEDERLICHTENAU._ K. Sachsen AH Flöha.

*Dorf-K.* 1746 mit geringen rom. Resten. — _Sandsteinaltar_ und
_Sandsteinkanzel_ 1615, saubere Arbeiten derselben Hand. — _Glocke_ 1464.

_NIEDERLÖSSNITZ._ K. Sachsen. AH Dresden-N.

*v. Minckwitzscher Weinberg.* Terrasse mit Wohnhaus, Lusthaus, Winzerhaus,
Pavillon 1713-29.

*Wackerbarths Ruhe.* Hauptgebäude 1853 im Äußeren umgestaltet, Kapelle
1775 von _Knöffel_, Jakobsturm 1743.

*Weinberghaus Friedstein* 1771.

_NIEDERMITTLAU._ RB Cassel Kr. Gelnhausen.

*Dorf-K.* 17. Jh., rom. WTurm, Schallöffnungen mit Würfelknaufsäulchen.

_NIEDERMÖLLERN._ Pr. Sachsen Kr. Naumburg.

*Dorf-K.* Der einfache rom. Bau mit Chorturm und Apsis im wesentlichen
erhalten, wenn auch ohne Kunstformen. _Taufstein_ mit rom. Kuppa auf
spgot. Fuß.

_NIEDERMÖLLRICH._ RB Cassel Kr. Melsungen.

*Kirchturm* spgot. Im Erdgeschoß der ursp. Altarraum.

_NIEDERODERWITZ._ K. Sachsen AH Zittau.

*Pfarr-K.* 1719, im Typus von Bertsdorf, Hainewalde und Spitzkunersdorf,
noch größer und stattlicher (16,7 m breit), 3 Ränge Emporen. Einheitliche
Ausstattung aus gleicher Zeit. — _Pfarrhaus_ 1746.

_NIEDEROPPURG._ Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.

*Kirche* 1694, durch korinthische Sll. in 3 Schiffe geteilt, die Ssch. mit
flacher Decke, das Msch. mit hohem Spiegelgwb., derbe Stuckdekoration auf
farbigem Grunde; wohl von Italienern ausgeführt, die damals viel an den
thüringischen Höfen beschäftigt waren. Ausgezeichnet das schmiedeeiserne
Gitter.

*Schloß* 1708 für C. v. Rumohr auf der Stelle einer alten Wasserburg;
groß, regelmäßig, in sehr nüchternen Formen. Die innere Ausstattung bis M.
18. Jh.; Schmiedearbeiten, Tapeten, besonders Öfen bmkw.

_NIEDERPLANITZ._ K. Sachsen AH Zwickau.

*Dorf-K.* 1519, umgebaut 1587 als charakteristischer protestantischer
Predigtsaal mit Emporen und ohne Chor, die hölzerne Felderdecke mit
biblischen Gemälden. Bauherr der kurfürstliche Rat und Professor in
Wittenberg Dr. v. Beust. — Bmkw. _Altaraufsatz_ aus Sandstein bez. 1592.
_S. L._ (_Samuel Lorenz_). — _Bildnisgrabsteine_ v. d. Planitz 16. Jh. —
_Kelch_ 1656.

_NIEDERPRETZSCHENDORF._ K. Sachsen AH Dippoldiswalde.

*Dorf-K.* 1731-33, zentrale Anlage, ähnlich der zu Lohmen, also in der
Richtung George Bährs; erbaut von _J. Ch. Simon_.

_NIEDERRABENSTEIN._ K. Sachsen AH Chemnitz.

*Dorf-K.* _Taufstein_ mit 13 reizenden knienden Kinderfiguren (vgl.
Weißbach), 1595 von _Michael Hogenwald_. In der Sakristei Sandsteinreliefs
vom ehemaligen _Altarwerk_, vermutlich vom selben Meister.

_NIEDERROSSLA._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

Gutes Beispiel einer größeren *Dorf-K*. des 18. Jh.; 3sch. mit Emporen;
großer 3 geschossiger Kanzelbau hinter dem Altar.

_NIEDERRUPPERSDORF._ K. Sachsen AH Löbau.

*Schloß* (v. Nostitz) 1752 von _Andr. Hünigen_. Inneneinrichtung Rok. und
Empire.

_NIEDERSTEINBACH._ K. Sachsen AH Rochlitz.

*Dorf-K.* sprom., 1sch. mit eingezogenem Chor und 1/2 kr. Apsis. —
[_Altarbehang_, Zeugdruck aus 15. Jh., jetzt im Dresdener Altert. Ver.].

_NIEDERTREBRA._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Dorf-K.* 1750. Groß und relativ reich; aufwändiges Altar- und Kanzelwerk.

_NIEDERWALGERN._ RB Cassel Kr. Marburg.

*Dorf-K.* Roher rom. Bau aus A. 13. Jh. Rck. Sch. mit zwei kuppeligen
Kreuzgewbb., schmälerer quadr. Chor; am WTurm rippenlose spitzbg. Gwbb. —
1898 durch Anbauten und Entfernung der Gwbb. im Sch. verändert.

_NIEDERZWEHREN._ Kr. Cassel-Land.

*Dorf-K.* Der Chor im OTurm, einem hübschen und charaktervollen Vertreter
seiner Gattung, erb. 1472, Helm mit Ecktürmchen nach Brand 1552, im
Erdgeschoß Reste von _Wandmalerei_ aus der Erbauungszeit. Am Kirchhofe
Wehrmauer mit Schießscharten.

_NISCHWITZ._ K. Sachsen AH Grimma.

*Dorf-K.* Wesentlich 1752. Das _Altarbild_ von _Stefano Torelli_, einst
weit und breit berühmt.

*Schloß,* erbaut für den Minister Gf. v. Brühl von _J. C. Knöffel_, im
7jährigen Kriege zerstört, seit 1778 wiederhergestellt. _Deckenmalerei_
von _A. F. Oeser_. Vor dem Mittelbau 2 hübsche _Sandsteinfiguren_, Schäfer
und Schäferin, von _Gottfr. Knöffler_.

_NÖDA._ Sachsen-Weimar VB Weimar.

*Dorf-K.*, spgot. um 1500. — _Grabstein_ einer Frau von Milwitz 1597;
ausführliche, saubere Darstellung des Kostüms.

_NOHRA._ RB Erfurt Kr. Hohenstein.

*Dorf-K.* wie Wolkramshausen. _Glocke_ 1. H. 13. Jh. (?) mit drei figürl.
Reliefs.

_NORDECK._ RB Cassel Kr. Marburg.

*Burgruine.* Die älteren Teile rom.

_NORDHAUSEN._ Pr. Sachsen Kreisstadt.

*Dom* (Kreuzstifts-K.). Gegr. 961 von der Königin Mathilde als
Nonnen-Klst., 1219 in Kanonikerstift umgewandelt. Der jetzige Bau:
Ostpartie rom. und frgot., Lhs. spgot. — Chor gestreckt rck. mit plattem
Schluß (17,5 : 7,8 m). Der Raum wird durch einen breiten, auf schlichten
Konsolen ruhenden Gurtbogen halbiert; über der östl. Hälfte ein
rippenloses Kreuzgwb. auf unterspitzen Schildbgg.; in der westl. Hälfte 2
rck. Kreuzgwbb. mit frühestgot. profilierten Rippen; der Triumphbogen
unterspitz mit gerader Leibung. Schmale spitzbg. Fenster mit
romanisierendem Gewände; an der OWand zu Dreien pyramidal geordnet (sog.
Dreifaltigkeitsfenster), am Gewände Rücksprung mit Säulchen (Schaftringe,
Knospenkaptt.). Unter dem Quergurt des Chors Kragstein mit Mondsicheln,
wie in Maulbronn und Walkenried. Außen an den Ecken Lisenen, die auf zirka
4 m Höhe abbrechen; unter dem Dach Bogenfries mit Diamantschnitt. Zu
Seiten des Choreingangs erheben sich 2 schlanke quadr. Türme. Sie sind in
drei, auch im Werkstoff unterschiedenen Abschnitten erbaut; die unteren
haben im O kleine Kapp. Die geschilderten Bauteile vermutlich nach Brand
1234, zuerst von einem noch in rein rom. Formanschauung lebenden Meister,
dann von einem gotisierenden, der aus Walkenried kam (neben mehreren
anderen Anklängen die Halbmondkonsolen der Quergurte). — Unter dem Chor
rom. _Krypta_ aus M. oder 2. H. 12. Jh. Sie erstreckt sich nur über die
westl. Hälfte des jetzigen Oberbaues. Die Gwbb. grätig zwischen breiten
Gurten, stämmige Würfelknaufsäulen; Treppen führen in den Unterbau der
Türme. — Das gegen M. 14. Jh. völlig erneuerte, im 15. vollendete (oder
überarbeitete?) _Langhaus_ geht zu größerem Maßstab über. Im Gr. 26,5:32
m. Hallensystem mit etwas breiterem Msch.; 5 Joche; Pfll. 8eckig mit
Bündeldiensten, an den Kapitellen krauses Laubwerk; Netzgwbb. etwa A. 16.
Jh.; an den Fenstern reiches Fischblasenmaßwerk; das Hauptportal am östl.
Ende des südl. SSch.; die WFront, der Türen entbehrend, war nicht
Schauseite. Der hohe OGiebel verdeckt die rom. Türme. — _Hochaltar_ mit
Statuen aus Holz, 1726. — _Sakramentshäuschen_ 1455. — _Chorgestühl_ E.
14. A. 15. Jh., überladen mit ornamentalen und figürlichen Schnitzereien
wenig gewählten Geschmackes. An den Wänden des Chors 6 _Steinstatuen_, 3
männliche und 3 weibliche, in fürstlicher Tracht, ihrer Bestimmung nach
den Stifterbildern des Naumburger Doms zu vergleichen, jedoch die Personen
nicht gesichert; Entstehungszeit E. 13. bis A. 14. Jh.; von einem
(lokalen?) Meister, der an Herstellung von Grabfiguren gewöhnt gewesen
sein mag; die Körperformen ganz ungenügend, die Gewandmotive gekünstelt;
belustigend die Humoresken an den Kragsteinen (in den Gegenständen zum
Teil mit dem sog. Physiologusfries des Straßburger Münsters
übereinstimmend). — An der O— und WWand des Lhs. Statuen des 17. Jh. ohne
Wert. — _Ikon. Grabsteine_: 2 aus 14. Jh., 5 aus 16. Jh. — _Kreuzgang_,
nur geringe Reste, rom. 12. Jh. mit spgot. Umbau.

*Frauenbergs-K.* (Klst. S. Mariä novi operis). Einheitlicher, aber im
Detail zurückgebliebener Bau des fr. 13. Jh. (rest. von _Zeller_ 1912).
Rom. Pfeilerbasilika von einfacher Formenbehandlung. Gr. normal
kreuzförmig 38 m lang, 6 Arkaden auf einfachen quadr. Pfll., die Kämpfer
aus Platte und Schmiege. Die Nebenapsiden am Qsch. abgebrochen. Keine
Krypta. — _Hochaltar_; Schnitzwerk von 1459 (die überlieferte Inschrift
nicht mehr vorhanden); im Mittelschrein Kreuzigung, an den Seiten je 4
Gruppen aus der Passion in frei herausgearbeiteten Gruppen; das
ornamentale Beiwerk zerstört. — _Kanzel_ und _Taufgestell_ 1768. — An der
südl. Außenwand _Grabstein_, 1370 mit eingeritzter Figur _Klostergebäude_
verbaut, Kreuzgang abgebrochen.

*Nikolai-K*. Spätgot. Hallenkirche ohne Bedeutung. Der Unterbau der
turmlosen WFassade einfachst rom. — _Hochaltar_ um 1600, wahrscheinlich
ein Hauptwerk des Nordhäuser (später vornehmlich in Magdeburg tätigen)
Bildhauers _Christoph Kapup_, erst 1646 zusammengesetzt von _Joh. Duck_.
Alabasterbau reich mit Reliefs und Statuetten besetzt. — _Kanzel_ und
_Taufgestell_ 1588. — Umfangreiches _Marmorepitaph_ des Dr. Conrad
Frommann † 1683 mit Relief der Grablegung. — _Epitaph_ der Elisabeth
Stromer † 1596 in Form eines gemalten Flügelaltars; die Gemälde ohne
Bedeutung. — Weitere _Grabdenkmäler_ 1664, 1676, 1774. — Bronzene
_Epitaphplatte_ von 1577. — Im südl. Ssch. Maria auf der Mondsichel,
spgot. _Schnitzwerk_. — 9 _Kelche_, der älteste 1351, die anderen 15. bis
17. Jh.

*Blasien-K.* Unregelmäßiger Gemengbau. Das stattliche got. Sch. mit
gestrecktem, aus Achteck geschlossenem Chor deutet auf bedeutendere
Bauabsichten (Maßwerk teils geometrisch, teils Fischblasen); indessen
kamen vom Lhs. nur 3 Joche zur Ausführung (Hallensystem), so daß der
sprom., von 2 wohlgegliederten Achtecktürmen überstiegene WBau geschont
blieb. _Hochaltar_ und _Gestühl_ 1735. — _Kanzel_ 1592. An den 6
Brüstungsfeldern _Reliefs_. — Reich geschnitztes hölzernes _Epitaph_ des
Cyriacus Ernst 1585. — _Alabastergrabmal_ W. v. Eberstein 1700. —
_Grabgemälde_ 1592. — _Epitaphgemälde_ für Ursula Meienburg von _L.
Cranach d. Ä._ 1529. — _Desgl._ für Michael Meienburg † 1555, große
bedeutende Arbeit von _L. Cranach d. J._ bez. 1558, Auferweckung des
Lazarus unter Assistenz der Reformatoren und der Familie M.

*Petri-K.* Der gerade geschlossene Chor in romanisierender fr. Gotik. Das
Lhs. im Hallensystem, 14. Jh., öfters umgebaut und geflickt. — _Kanzel_
reiche Renss. E. 16. Jh. — Bronzener _Taufkessel_ 1429; an der Wandung 16
Heiligenreliefs, als Träger 4 Männer in der Zeittracht; rohe
Handwerksarbeit bez. _Mester Tile_. — _Alabasterepitaph_ mit lebensgroßer
Figur des Stadtschreibers Joh. Pfeiffer † 1552.

*Altendorfer K*. Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst.,* um 1350. Ungewöhnlicher
Weise 3sch. Hauptschiff polyg., Nebenschiffe platt geschlossen.
Nonnenempore Südschiff. Das Ganze sehr entstellt.

*S. Jakobi-K.* 1744 an Stelle eines rom. Baues.

*Kirchhof S. Cyriaci*. Im 18. und 19. Jh. gründlich umgebaut. In der
Kapelle bmkw. _gravierte Grabplatten_, darunter die bedeutendste für die
Brüder Segemund 1412; die anderen Platten beziehen sich auf Personen, die
zwischen 1394 und 1397 starben; sie scheinen alle aus derselben
(niederdeutschen? niederländischen?) Werkstatt zu stammen. — [3 andere
Hospize mit Kapellen, S. Martin, S. Georg, S. Elisabeth, sind
untergegangen, ebenso die 3 Bettelordenskirchen der Stadt. Dem
Martinsstift gehörte eine kunstgeschichtlich wichtige Reihe gravierter
_Messingplatten_ (Gedenktafeln der Familien v. Urbach und v. Werther) aus
E. 14. Jh., nicht flandrisch, sondern aus einer thüringischen Werkstatt;
jetzt im Museum, wo auch andere Kunstwerke aus den Kirchen der Stadt.]

*Rathaus.* 1608-10 auf älterem Gr. Im Erdgeschoß eine Laube von 6
Bogenöffnungen und polyg. Treppenturm. In den zwei Obergeschossen rck.
gestürzte Kuppelfenster. Umgebaut 1733 und 1883. Einige Gemächer des 17.
Jh. erhalten. — *Ratskeller* 1710.

_NORDHEIM._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Kirche* 1710-11, 1sch. mit rck. Chor, bmkw. durch die reiche innere
Ausstattung. Großer Altarbau bez. 1718. Zahlreiche _ikon. Grabsteine_ aus
2. H. 16. Jh., die meisten von der Hand des Meisters _I H_ (vgl.
Meiningen, Bibra, Ellingshausen). _Bronzeplatte_ für Caspar v. Stein,
gegossen 1633 von _Georg Werter_ aus Coburg. Größere _Epitaphe_ der
Familie v. Stein 1706, 1745. — Befestigter Friedhof mit 4 Gaden, bez.
1583.

*Schloß.* Alte Wasserburg des 16. Jh. Fassade 1707. — *Häuser* in
geschnitztem Fachwerk 1613, 1710, 1754.

*Dorftor* mit Steinschem Wappen.

*Rathaus* A. 18. Jh. Der bescheidene bäuerliche Fachwerkbau wirkungsvoll
gemacht durch eine zweiflügelige Freitreppe mit Laube.

_NORDHEIM._ UFranken BA Gerolzhofen.

*Dorf-K.* bar., mit got. Chor. — Schnitzbild der _Pietas_ um 1500, bei
starken Mißgriffen in den Proportionen doch ein bedeutender Wurf.

Ehem. fürstbischöfl. *Amtshaus,* schmucker Renss.-Bau um 1600. An einem
anderen Hause _Steinmadonna_ um 1350.

_NORDHEIM V. D. RHÖN._ UFranken BA Mellrichstadt.

*Dorf-K.* Turm frgot., Sakristei 15. Jh. Chor und Langhaus 1696. Reste der
alten Friedhofsbefestigung. Anziehendes Architekturbild.

Im Dorfe 2 v. d. Tannsche *Schlösser,* das eine, der sog. Judentempel, im
Grund 14. Jh., das andere einfacher Bau von 1640.

Ehem. *Zehenthaus.* Mit originellen Schnitzereien. 17. Jh.

Reste der alten *Befestigung*.

*Sebastians-Kapelle.* Erb. 1636. Gute _Holzfigur_ des hl. Sebastian A. 16.
Jh. Sehr originelle Darstellung des _Abendmahls_ mit 30 cm hohen
Holzfigürchen, M. 15. Jh.

_NORDSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Cassel.

Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst.* Die Kirche 1sch. mit 5 Kreuzgwbb. ohne
charakterisierten Chor. Die 2 westl. Joche frühest got., noch M. 13. Jh.,
die 3 östl. spgot. 15. Jh.; ehemals im W Nonnenemporen. Der WTurm älter
als die K., anscheinend Wehrbau.

_NOSCHKOWITZ._ K. Sachsen AH Döbeln.

*Schloß.* Wesentlich 17. Jh. Stattliche Anlage, in den Kunstformen
spärlich.

_NOSSEN._ K. Sachsen AH Meißen.

*Kirche* 1719, von Interesse die eingebauten Portale aus Kloster
Altenzelle, sprom. um 1230, gleichzeitig, doch in verschiedenen
Schultraditionen, das mit offenem Bogenfeld aus thüringischer, das andere
aus fränkischer Tradition.

*Schloß.* 1185 erste Nennung; 1512 der Trakt gegen NO; 1556 das »alte
Haus« mit sehr gut behandeltem Tor; 1628 Südseite, wohl von einem Schüler
_Paul Buchners_; 1667 gründliche Umgestaltung der ma. Teile.

_NOSTIZ._ K. Sachsen AH Löbau.

*Dorf-K.* 1679. Die hübsche Inneneinrichtung gleichzeitig, fortgesetzt A.
18. Jh. — v. Zieglersche _Denkmäler_.

_NÖTHNITZ._ K. Sachsen AH Dresden-A.

*Schloß.* Einfacher Bau des 17. Jh. Das Innere 1745 neu eingerichtet. Der
aus der Lebensgeschichte Winckelmanns bekannte Bibliotheksaal nicht mehr
in seiner Gestalt von damals.

_NOTTLEBEN._ Pr. Sachsen Kr. Erfurt.

*Dorf-K.* 1521. Der spgot. _Schnitzaltar_ wird zu den besten des Gebietes
gerechnet.



_O_


_OBBACH._ UFranken BA Schweinfurt.

*Schloß.* Älterer dreigeschossiger Bau mit Freitreppe E. 17. Jh.
Westflügel stattlich in Sandstein, dreigeschossig, 1746 bis 1747, in der
Richtung _Balth. Neumanns_.

_OBERAILSFELD._ OFranken BA Pegnitz.

*Pfarr-K.* 1760.

_OBERAUFSESS._ OFranken BA Ebermannstadt.

*Schloß.* 1690.

_OBERBIMBACH._ RB Cassel Kr. Fulda.

*Dorf-K.* Neuzeit. Rom. OTurm, im Erdgeschoß rundbg. rippenloses Kreuzgwb.
— Spgot. _Schnitzaltar_. — Kirchhofsmauer mit Schießscharten und 2
Rundtürmen.

*Burgruine.*

_OBERBOBRITZSCH._ K. Sachsen AH Freiberg.

*Dorf-K.* 18. Jh., WTurm 14. Jh., Abschluß mit 4 Giebeln und Dachreiter. —
Das 6flügelige _Altarwerk_ bez. 1521 gehört zu den bedeutendsten des
ganzen Landes, die Gemälde von demselben liebenswürdigen Freiberger
Meister, dem man in Seifersdorf, Hennersdorf und Dippoldiswalde begegnet.

_OBERCRUMPA._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Kirche.* Eine der merkwürdigsten des Kreises. Der eigentümliche Gr.
erklärt sich aus dem 1751 vorgenommenen Umbau einer rom. Kreuzkirche. Die
gerade OWand mit 3 rom. Fenstern und die Qsch.Fronten mit rom. Portalen
erhalten. 1751 wurde die Vierung 8eckig umgestaltet und mit Kuppel
versehen, das Altarhaus abgeeckt u. a. m. Es ergibt sich eine außen und
innen mehrfach und mit guter Wirkung abgestufte Gruppe.

_OBERCUNNERSDORF._ K. Sachsen AH Löbau.

*Dorf-K.* Vergrößert 1691 und 1749. Ausgedehnte, gut angeordnete Emporen.
— Die _Denkmäler_ des Kirchhofs mit Aufwand.

_OBERDÜRRBACH._ UFranken BA Würzburg.

*Dorf-K.* Klassizistisch 1816. Ausstattung A. und M. 18. Jh.

_OBEREICHSTADT._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Dorf-K.* Anlage rom. Der türlose WTurm in gleicher Breite mit dem Schiff
und gegen dieses mit Doppelarkade geöffnet; aus Umbau 14. Jh. die
3fenstrige OWand; weiterhin barockisiert. Im bar. Kanzelaltar gute spgot.
_Schnitzbilder_.

_OBEREISENHEIM._ UFranken BA Gerolzhofen.

Nicht uninteressant die Reste der ehem. *Marktbefestigung*, ein Rundturm
bez. 1536.

_OBERELLEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Kirche.* Wesentlich 16. und 17. Jh., Turm im O; rom. WPortal, im
_Bogenfeld_ Christus in der Glorie und 2 kniende Figg.; rom.
Kämpfergesimse am got. erneuerten Triumphbg.

*Herrenhaus* got. und renss. Wappentafel 1595 (v. Hanstein). Obergeschoß
in Holzfachwerk.

_OBERESSFELD._ UFranken BA Königshofen.

*Pfarr-K.* in spätem Rok. Gleichzeitiges _Deckenbild_ von _J. P. Herrlein_
1777 (vgl. Markershausen).

_OBEREUERHEIM._ UFranken BA Schweinfurt.

Stattliche *Dorf-K.* mit Stuckaturen um 1750. OTurm um 1600. Gleichzeitige
flotte Inneneinrichtung.

*Schloß Euerburg* (v. Heßberg) 1571-1591. Hufeisenanlage. Eingangstür mit
korinthischen Säulen und Reliefs.

_OBERFLADUNGEN._ UFranken BA Mellrichstadt.

*Dorf-K.* von 1691, im Innern mit feiner Wandgliederung. _Kelch_ 15. Jh.

_OBERGERSDORF._ K. Sachsen AH Kamenz.

*Dorf-K.* Got. Mauerteile, wesentlich nach 1750. Das Innere sauber, mit
Felderdecke und Emporen. — Reste eines wertvollen gemalten _Flügelaltars_
um 1550, vielleicht von _Andreas Dreßler_ in Kamenz. — Charakteristisch
zopfige _Denkmäler_ von guter Qualität.

_OBERGREISLAU._ Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.

*Dorf-K.* mit rom. Spuren, darunter ein Säulenportal, im Tympanon das Lamm
und die Evangelistenzeichen.

_OBERGRÜNBERG._ K. Sachsen AH Zwickau.

*Dorf-K.* Umfassungsmauern rom. Der quadr. Chor mit frgot. Gwb., darüber
Turm mit rom. Kuppelfenstern.

_OBERHASEL._ Sachsen-Altenburg Kr. Roda.

*Dorf-K.* — _Schnitzaltar_ vom Saalfelder »Meister der Baldachine«,
trefflich erhalten.

_OBERKAUFUNGEN_ s. Kaufungen.

_OBERKOTZAU._ OFranken BA Hof.

*Pfarr-K.* Got. mit Benutzung rom. Mauern. Im Chor Kreuzrippengwb., im
Lhs. Netzgwb. WTurm 1688. — _Altar_ mit gut geschnitzter Kanzel 1691.
Zahlreiche _ikon. Grabsteine_ meist 2. H. 16. Jh. — *Schloß,* großer
Komplex, überwiegend aus 18. Jh.

_OBERLAURINGEN._ UFranken BA Hofheim,

*Dorf-K.* wesentlich 1705 mit frgot. Turmchor. _Kanzel_ 1705, reich mit
Reliefs besetzt. 4 _Grabsteine_ der Hutten und Wetzenhausen, 17. Jh.

_OBERLEINACH._ UFranken BA Würzburg.

*Dorf-K.* Rom. Lhs., 1608 erhöht, 1723 erweitert. An der SSeite
schmuckreiches Portal, E. 12. Jh., zweimal abgestuft, an den Bogenläufen
stilisiertes Rankenwerk. — Hübsche _Sakramentsnische_ um 1400,
gleichzeitige _Steinfig_. am Emporenaufgang. Guter klassizistischer
_Taufstein_.

_OBERLICHTENAU._ K. Sachsen AH Kamenz.

*Dorf-K.* 2. H. 17. Jh., verschönert unter Chr. v. Holtzendorff 1742.
Charakteristische Sandsteindenkmäler des 18. Jh.

*Schloß* samt dem reich ausgestatteten Park angelegt von Chr. v.
Holtzendorff, im 7j. Kriege verwüstet. Im Innern noch einige mit Aufwand
dekorierte Räume, der Saal im Obergeschoß um 1730, kleinere Zimmer im
fortgeschrittenen Rok. (rest.). Im modernisierten Park Überreste von
Kaskaden- und Brunnenfigg.

_OBERLIND._ Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg.

*Pfarr-K.* Der quadr. Chor mit Turm in der Anlage frgot., Lhs. 1455,
überarbeitet 1748. — Hübscher spgot. _Taufstein_. — Von Interesse die
wehrbaumäßige Ummauerung des Kirchhofs.

_OBERLÖSSNITZ._ K. Sachsen AH Dresden-N.

*Bennoschlößchen* um 1600; quadr. Gr., 2 Geschosse, 2 Hauptgiebel und 2
Zwerchgiebel; die innere Einteilung erhalten.

*Hoflößnitz.* Wohnhaus um 1653. Das in seiner alten Einrichtung erhaltene
Obergeschoß bmkw. Beispiel der Dekorationsweise des 17. Jh.

*Spitzhaus* (Weinbergshaus) um 1650; quadr. Gr., 2 Geschosse, rundbg.
Fenster, origineller Kontur durch das große geschweifte Dach mit
Zentraltürmchen. Entstellende jüngere Anbauten.

*Haus Sorgenfrei* 1786 mit bmkw. Gartenhaus.

*Meinholds Weinberg*.

_OBERMASSFELD._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Kirche* 1634, innere Ausstattung 1785, 2geschossige Emporen auf jon. und
korinth. Sll., Altar aus Stuckmarmor in Sarkophagform (aus der Schloß-K.
zu Meiningen). — Torturm, befestigte Kirchhofsmauer und 3 Gaden erhalten;
einer bez. 1565.

*Kapelle* an der Werrabrücke mit reichem Hennebergischem Wappenschild
1534.

*Pfarrhaus* 1638 (1688?).

*Fachwerkhäuser* von 1573, 1578, 1595.

*Dorflinde*. Die Äste des gewaltigen Baumes auf alter Pfeilerstellung,
ringsum gemauerter Sitz und Meßtisch mit 5 in die Platte vertieften
Rundmaßen bez. 1525.

*Werrabrücke*, 5jochig, 16. Jh.

_OBERMERZBACH._ UFranken BA Ebern.

*Dorf-K.* Die einzige gut erhaltene K. des Bezirks. Rom. (1615 rest.),
Quadr. Chor. Die Profile archaisch roh; ebenso das figürliche Detail am
Chorbogenkämpfer.

_OBERNBREIT._ UFranken BA Kitzingen.

*Prot. Pfarr-K.* 1731. — _Moseskanzel_ 1696. Altargeräte augsburgisch 18.
Jh.

*Rathaus.* Stattlicher hoher Steinbau. Über dem rundbg. Tor Brandenburger
Wappen 1563. Die Volutengiebel A. 17. Jh. — _Bäckerhaus_ des 18. Jh. mit
steinernem Verkaufstisch.

_OBERNDORF._ Schwarzb.-Sondersh. LA Arnstadt.

*Dorf-K.* Lhs. ursp. 3sch. flachgedeckte rom. Basilika, die Sschiffe
abgetragen. OTurm über dem Chorquadrat. In reicheren Formen (E. 12. Jh.)
eine rck. schließende Chorerweiterung, Ecklisenen und Bogenfries, Teilung
durch 1/2 Sll. mit attischen Basen und Würfel-Kaptt. Über das Maß einer
Landkirche geht dieser Bau weit hinaus; was war seine Bestimmung?

_OBERNEUKIRCH._ K. Sachsen AH Bautzen.

*Dorf-K.* 1723, 1873 vergrößert. Schlichter großer Saalbau (1500 Stände),
Ausstattung um 1750. _Grabdenkmäler_: v. Polenz 1609, v. Ponickau 1637,
mehrere v. Haugwitz und v. Huldenberg 18. Jh.

*Schloß* 18. Jh., sehr schlicht. Zahlreiche _Bildnisse_ der Frhr. v.
Huldenberg.

_OBERNSEES._ OFranken BA Bayreuth.

*Kap. S. Rupert.* Das in der Literatur sich findende Erbauungsdatum 1080
falsche Lesung von 1480; schlichter Bau mit got. Chor und bar. Lhs.

_OBERODERWITZ._ K. Sachsen AH Löbau.

*Dorf-K.* 1816 von _K. Ch. Eschke_, großer Emporensaal in nüchternstem
Klassizismus.

OBEROPPURG b. Neustadt a. Orla. Sachsen-Weimar. *Dorf-K.* got., mächtiger
Turm mit 4 Schützenerkern.

_OBERPESTERWITZ._ K. Sachsen AH Dresden-A.

*Dorf-K.* Charakteristischer Emporensaal aus der Zeit nach dem 30j.
Kriege. — Lebensvoller _Pastorengrabstein_ 1637. Auf dem Kirchhof Gruft
der Familie Opitz 1770.

_OBERREICHENBACH._ OFranken BA Höchstadt.

*Dorf-K.* mit quadr. Chorturm; ein Zeichen alter Gründung.

_OBERREINSBERG._ K. Sachsen AH Meißen.

*Schloß.* Zeigt in seinen Teilen alle Wandlungen des Befestigungswesens
und der Kunstformen 1500-1650.

_OBERROSPHE._ RB Cassel Kr. Marburg.

*Dorf-K.* Spgot. flachged. Schiff, schmälerer gewölbter polyg. Chor.

_OBERROTTENBACH._ Schwarzb.-Rudolst. LA Königsee.

*Dorf-K.* _Schnitzaltar_ bez. 1498, Art des _V. Lendenstreich_.

_OBERSCHWAPPACH._ UFranken BA Haßfurt.

*Dorf-K.* Reicherer Bar.Bau 1. H. 18. Jh. — Bmkw. Altäre aus M. und E. 17.
Jh.

*Schloß.* Sommersitz der Äbte von Ebrach. Erb. 1. H. 18. Jh. von _Joh.
Leonhard Dientzenhofer_ (?), der Formcharakter nahe verwandt dem Klst.
Obertheres. Gr. triklinienförmig. Die langgestreckte Hauptfront gegen den
Garten; 16 Fensterachsen; Aufbau in 2 Geschossen von niedrigen
Proportionen; 3 flache, hauptsächlich in der Dachanlage zur Geltung
kommende Risalite. Ausgedehnter _Garten_ in 3 Terrassen, Treppen mit
Brunnenbecken.

_OBERSCHWARZACH._ UFranken BA Gerolzhofen.

Fürstbischöfl. *Jagdschlößchen* (Forstamt) um 1600.

_OBERSEIFERSDORF._ K. Sachsen AH Zittau.

*Dorf-K.* 1714, die 1753 gemalte Holzdecke von bedeutender Wirkung.

_OBERSTREU._ UFranken BA Mellrichstadt.

*Dorf-K.* Türme frgot. Langhaus 1614. Um die Kirche die nahezu vollständig
erhaltene Befestigungsanlage mit zahlreichen Gaden des 16. und 17. Jh. —
Reste der *Dorfbefestigung*.

*Bildstock* vor dem Dorfe von 1448 mit eigentümlich romanisierendem,
verknotetem Säulenbündel. Der Aufsatz von 1551.

_OBERTHERES._ UFranken BA Haßfurt.

Ehem. *Benedikt-Abtei.* Gegr. 1047 von Suitger von Bamberg. Völliger Umbau
1715 ff. Die K. (voll. 1724) wahrscheinlich von _Joh. Greising_, 1809
abgebrochen. Erhalten blieb (als Schloß) der Klosterbau, 3flügelig,
Verputz mit Sandsteingliedern in gediegener Behandlung. Von der
unbedeutenden Stuckdekoration des Innern nicht viel erhalten. — Ehem.
Verwaltungsgebäude 1696. — _Rathaus_ 1727 und einige hübsche _Wohnhäuser_;
über einem Hoftor der Renss. effektvolle _Pietasgruppe_ des 18. Jh. —
Originell aufgebauter _Bildstock_ 1630.

_OBERWALGERN._ RB Cassel Kr. Marburg.

Kleine, rohe rom. *Dorf-K.*

_OBERWEIMAR._ Sachsen-Weimar VB Weimar.

Ehem. *Cistercienser-Nonnen-Klst.,* M. 13. Jh.; Umbau 1361; sehr
entstellt. Rom. Turm von älterer Pfarr-K. Im W Nonnenempore auf gewölbter
2sch. Halle. An der SSeite ein verstümmeltes hochgot. Portal; im Tympanon
Relief des _Jüngsten __ Gerichts._ — _Doppelgrabstein_ des Grafen
Friedrich von Orlamünde † 1365 und seiner Gemahlin Elisabeth. _Grabstein_
des herzogl. Kindes Johann † 1519. — _Altarbild_ von _Cranach d. J._ Reste
von frgot. _Malerei_ in den Fensterleibungen.

_OBERWIRBACH._ Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt.

*Dorf-K.* rom., eingezogenes Chorquadrat mit Turm und 1/2 kr. Apsis.

_OBERZELL_ b. Würzburg s. Zell.

_OBHAUSEN S. PETRI._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Dorf-K.* frgot. 2. H. 13. Jh. Das Schema unverändert das landesübliche
rom. mit quadr. Turmchor, nur die spitzbg. Form der Fenster trägt dem
neuen Stil Rechnung.

_OBSCHITZ._ Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.

*Dorf-K.* Rom. OTurm mit 1/2 kr. Apsis.

_OCHSENFURT._ UFranken BAmtsstadt.

*Pfarr-K.* Von einem Bau aus 2. H. 13. Jh. (gew. 1288) hat sich der in der
NOEcke stehende Turm erhalten, ein schlanker 6geschossiger Aufbau, in den
mittleren Etagen mit frgot., in den obersten wieder mit rom. Einzelheiten.
Die ganze übrige K. 2. H. 14. Jh. Gestreckter Chor mit 3/4 Schluß. Lhs.
7jochige Hallenkirche, das Msch. beträchtlich überhöht. Die niedrigen
Strebepfll. könnten auf den Gedanken führen, daß ursp. eine Basilika
beabsichtigt war und erst nachträglich Modifikation durch Überhöhung der
Ssch. eintrat. Die 8eckigen Eckpfll. mit unverändertem Profil in die
Scheidbgg. übergehend, Kreuzrippen auf Konsolen. Reiches geometrisches
Maßwerk, vereinzelt mit ersten Ansätzen zur Fischblase. Steinerne WEmpore
durch alle 3 Schiffe. — Ganze L. 47 m. — Der Hochaltar von 1612, der
ähnlich dem in Frickenhausen war. 1892 durch neugot. Aufbau ersetzt;
erhalten das große _Kreuzigungsrelief_. Die Seitenaltäre aus derselben
Zeit, 1892 ebenfalls entfernt. — Zierliches, nicht sehr großes
_Sakramentstürmchen_ 1496. Außerdem _Sakramentsnische_ E. 14. Jh. —
Bronzenes _Taufbecken_ mit reicher, nicht eigentlich lebendiger
Gliederung; in vieler Hinsicht ähnlich dem von _Hermann Vischer d. _Ä. in
Wittenberg von 1457 (der von _Riemenschneider_ gefertigte Deckel nicht
mehr vorhanden). — _Chorgestühl_ E. 14. Jh. (Brüstungswände und oberer
Abschluß neu). — Auf der Fenstersohlbank des nördl. Ssch. 3 _Steinstatuen_
aus 2. H. 14. Jh. — Bmkw. _Holzstatue_ einer schmerzhaften Muttergottes,
geistreich in Bewegung und Gewandung, bei sehr verfehlten Proportionen, um
1520. _Holzstatue_ des h. Nikolaus, _Riemenschneider_ nahestehend.

Neben der Kirche *Michaelis-Kap.* (»Karner«) bez. 1440, Meßstiftung 1473,
Gwb. 1492 (Inschr.). Der Erbauer _Hans Pauer_ war erster Polier bei S.
Lorenz in Nürnberg. Zweigeschossige Anlage, wie sie namentlich in
Mitteldeutschland für derartige Totenkapp. sehr verbreitet ist, ausgeführt
mit mehr als gewöhnlichem Aufwand. Hauptgeschoß hoch, hell und klar mit
fast ganz aufgelösten Wänden, Sterngwbb. und WEmpore. An der Front
doppelflügelige Freitreppe und reiches Portal, im _Tympanon_ Jüngstes
Gericht in 2 Streifen. Auf dem Altar _Steinmadonna_, seitlich 2
_Holzstatuen_, S. Michael und S. Sebastian, um 1500, effektvolle Arbeiten,
von der Würzburger Schule unabhängig.

*Spital-K.* (Herz Jesu). Flachgedeckter spgot. Saal mit gewölbtem Chor von
1499. Im _Tympanon_ des WPortals die Liebeswerke der h. Elisabeth, um
1450. — _Spitalhof_ mit hübscher Laube in Holzarchitektur 1551.

*Kapuziner-K.* 1664. 1sch. Gwbbau (Tonne). _Altarblätter_ von _Onghers_.

*Kap. S. Wolfgang.* Bez. 1463. — _Hochaltar_ mit nicht üblem Gemälde 1699.
Steinerne _Kanzel_ 1551.

Die meist starke *Befestigung* aus 2. H. 14. Jh., zu einem großen Teil
erhalten. 2 Tore mit schlichten hohen 4eck. Türmen (1567) bestehen noch.
Die Mauertürme rund.

*Rathaus* 1497-1513. An den Schmalseiten Treppengiebel, an der längeren
Marktfront Freitreppe (unsymmetrisch), Uhrtürmchen, _Steinmadonna_ (1498)
an der Ecke — einfache Mittel zu hübscher Gesamtwirkung. Im Erdgeschoß
Wachstube, Wage, Lagerhaus; im Obergeschoß Diele und Ratssaal.
Türbeschläge. Spgot. Tische und Schränke. Messingener Eicheimer.
Ortsmuseum.

Stattliche Beispiele von *Amtsgebäuden* aus 1. V. 16. Jh., ehemals
domkapitelsche, sind das jetzige Rentamt und Bezirksamt. — Am Marktplatz
*Fachwerkhäuser* A. 17. Jh. In der Spitalgasse gut durchgeführter Bar. Bau
von 1717. — Auf dem Markt _Ziehbrunnen_ von 1573. — An der Landstraße
zahlreiche _Bildstöcke_.

_OCHSENSAAL._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Dorf-K.* Kleiner, roher rom. Bau, bis auf die Fenster wohlerhalten.

_ÖDERAU._ K. Sachsen AH Flöha.

*Dorf-K.* Geräumige und durch klaren Gr. ausgezeichnete spgot. Anlage;
weites Schiff (auf Gwbb. angelegt) mit massiven Emporen zwischen den
eingezogenen Strebepfll. Gründlich überarbeitet 1709-25. — _Ausstattung_
um 1720. — — _Orgel_ von _Gottfr. Silbermann_ 1727. — _Grabstein_ des
Pfarrers Paulus Odontius † 1605, mit guter Relieffigur. —

*Rathaus* fr. Renss., verändert 1785.

_OHRDRUF._ Sachsen-Gotha Amtsstadt.

*Michaelis-K.* 1760. Charakteristisch, protestantische Quer-K. Rck. von 27
: 17,5, an 3 Seiten Exedren im Segmentbg.; in einer derselben, und zwar an
der Langseite, der Altar- und Kanzelbau; auf der anderen Langseite der
Turm.

*Trinitatis-K.* 1709. Einfacher Emporensaal. _Grabstein_ 18. Jh.

*Rathaus* 1546. — *Schloß.* Einfache Fr. Renss. mit guten Einzelheiten.

_OLBERNHAU._ K. Sachsen AH Marienberg.

*Dorf-K.* 1639 und 1790. — _Altargemälde_ von _J. Finck_ 1648. Mehrere
wertvolle _Kelche_, ein Augsburger bez. _A. L._ und ein Freiberger von
_Samuel Klemm_.

_OLDISLEBEN._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Benedikt.-Klst.* bis auf geringe rom. Reste (in das Gutshaus eingebaut)
zerstört. — *Dorf-K.* spgot.

_OLLENDORF._ Sachsen-Weimar BV Weimar.

*Dorf-K.* spgot. und bar. — Großer _Kanzelbau_, die ganze Breite des Chors
einnehmend, mit zahlreichen Figuren, 1700 von _Valentin Ditmar_ aus
Erfurt.

_OELSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Wolfhagen.

*Dorf-K.* rom., verändert 1654. Rom. Tympanon.

_OELSNITZ._ K. Sachsen Amtshauptstadt.

*Stadt-K.* Unterbau der OTürme aus 13. Jh. Aus wiederholten got. Umbauten
ging die K. als unregelmäßig 2sch. Hallenkirche hervor. 1888 stark rest.

_OEPFERSHAUSEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Dorf-K.* 1718. Großes, für diese Gegend ungewöhnlich reiches _Epitaph_
des Bauherrn Reichsfreiherrn v. Auerochs † 1731. — _Bildnisgrabstein_ Hans
Wilh. v. Haßberg † 1555.

_OPPERSHAUSEN._ Pr. Sachsen Kr. Langensalza.

*Dorf-K.* spgot. mit rom. OTurm.

_ORB._ RB Cassel Kr. Gelnhausen.

*Stadt-K.* spgot. Hallenkirche, 3 flachgedeckte Joche, ausgebauter
polygon. Chor; dieser, der älteste Teil, um 1400. Das Hauptportal auf der
NSeite mit massivem Schutzdach auf Kragsteinen; reiche Beschläge. Außen an
der Sakristei unter zierlichen Baldachinen zwei _Statuen_: Schmerzensmann
(tüchtiges Mittelgut, um 1450), Madonna (gering). Innen _Grabfigur_, 1354.
— _Heiliges Grab_ um 1500. — Aus derselben Zeit stark übermalte
_Wandmalerei_. — Sonstige innere Ausstattung 1683.

_ORLAMÜNDE._ Sachsen-Altenburg LA Roda.

*Stadt-K.*, übel verbaut. — Grabsteine, Gedenktafeln usw. ohne besonderen
Wert.

*Rathaus* 1493, Uhrturm 1670

*Burg.* Der älteste Teil, wohl aus der Ottonenzeit, die »alte Kemnate«,
ein Kastenbau von kolossaler Mauerstärke, der Eingang (für Leiter) 10 m
über dem Erdboden, in den oberen Stockwerken kleine rundbg. Fenster.

_ORTRAND._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

*Stadt-K.* Erneuerungsbau 1563 in verkommener Sp.Gotik, 3sch.
Hallenkirche, die Gwbb. nicht ausgeführt. Über dem rck. Altarhaus hübscher
Bar. Turm 1730. Türbeschläge 1627.

*Friedhofs-Kap*. mit Epitaph v. Lüttichau 1548.

_OSCHATZ._ K. Sachsen Amtshauptstadt.

Aegidien-K. Neubau nach Zerstörung durch die Hussiten 1443; weitere Brände
1616 und 1842; nach dem letzten von _Heideloff_ mit Willkür rest. —
Hallenkirche von 3 fast gleich breiten Schiffen in 5 Jochen. Ausladender
Hauptchor, rückspringende Nebenchöre, beide aus 8Eck geschlossen. Die
Nebenchöre in zwei Geschossen. Unter dem Schluß des Hauptchors eine als
regelmäßiges 8Eck gestaltete Krypta; Stern gwb. auf Mittelpfl.; Zugang
durch 5 Portale. Am Äußeren zeigen die Strebepfll. Absicht sehr reichen
Schmuckes, der aber nicht fertig wurde. Das Lhs. völlig entstellt. 2
stattliche WTürme. — Von der ma. _Ausstattung_ wenig übrig: 3 Halbfigg.
von einem h. Grab um 1450, Altarkruzifix um 1400, Grabdenkmäler der
Sp.Renss.

*Franziskaner-K.* Erster Bau 1246, wovon die NMauer (ohne die modernen
Strebepfll.). Zweiter Bau 1381-1428 als 1sch. Saal. In einer dritten
Bauzeit, E. 15. Jh., nach S. erweitert und eine symmetrisch 2sch.
Hallenanlage geschaffen. Infolgedessen der Chor nicht mehr in der
Mittelachse. Unbedeutender 8eck. Turm im SWWinkel am Chor. — Großer
_Taufstein_ aus Porphyr ca. 1381. [Kleiner gemalter Flügelaltar und
mehrere Holzstatuen im Dresdener Altert.-Mus.] — Die Klst. Gebäude nur aus
älteren Abb. bekannt.

*Gottesacker-K.* 1583. Saal mit 3/6 Schluß. Die Fenster noch got., auch
mit Maßwerk. Hübsch behandelte hölzerne Empore im W. Unter den
_Denkmälern_ ist das der Susanna Taucher † 1622, junge Frau mit
Wickelkind, eine tüchtige, lebensvolle Arbeit.

*Rathaus* 1537 von Bastian Kramer, vielfach verändert. Bmkw. die
Freitreppe mit offener Laube über dem Podest, Fr.Renss, im Stil des
Dresdener Georgentors. Ratsstube 1545, rest. 1884.

*Brunnen* 1588 von _Gregor Richter_.

*Schloßruine Osterland*.

_OSCHÄTZCHEN._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

*Dorf-K.* 1686, Lehmfachwerkbau, bmkw. nur durch seine, für die Epoche
nach dem 30jährigen Kriege bezeichnende Ärmlichkeit. — _Schnitzaltar_ E.
15. Jh. Ein _zweiter_, besserer, im Stall des Schulhauses.

_ÖSLAU._ Sachsen-Coburg LA Coburg.

*Dorf-K.* 1517. 1sch. mit 3/8 Schluß. Flachgedeckt. Von Interesse die
Neueinrichtung aus 1. H. 17. Jh. An der N- und WSeite 2geschossige Empore
mit ungewöhnlich reichem, wenn auch derb gearbeitetem figürlichem Schmuck,
Holz und Stuck; die Unterflächen der Emporen sowie die Decke ebenfalls
stuckiert in Quadratwerk. — Aus derselben Zeit die _Kanzel_. _Chorbänke_
um 1700.

*Herrenhof* 16. Jh. — *Herrgottsmühle,* am Mühlwerk Schnitzerei, bez.
1617.

_OSSA._ K. Sachsen AH Borna.

*Dorf-K.* Von der rom. Anlage des 12. Jh. erhalten: das Chorhaupt, A. 13.
Jh. mit Turm überhöht; die SWand des Lhs. mit Säulenportal; die WWand. —
_Ausstattung_ 1680. Verstümmeltes _Altarwerk_ um 1490.

_OSSLING._ K. Sachsen AH Kamenz.

*Dorf-K.* 1803, groß, sehr nüchtern. Zahlreiche _Denkmäler_ aus 18. Jh.

_OSSMANNSTEDT._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Dorf-K.* relativ bedeutende spgot. Anlage, 1610 umgearbeitet. Taufstein,
Kanzel usw. aus dieser und der nächsten Zeit.

_OSTERBURG._ UFranken BA Neustadt.

*Burgruine.* Die im Schutt gefundenen rom. skulptierten Zierglieder deuten
auf einen reich behandelten Bau aus A. 13. Jh.

_OSTHEIM._ UFranken BA Hofheim.

*Pfarr-K.* Stattlicher WTurm 1678, Lhs. 1725. _Kanzel_ 1727. — _Hochaltar_
1774 mit entsprechendem Gemälde von _Herrlein_. — _Glocke_ 14. Jh.

*Schmerzhafte Kap*. 1675, noch wesentlich got.

_OSTHEIM V. D. RHÖN._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.

*Stadt-K.* 1615-19. Anlage 3sch., das Msch. (ohne eigene Beleuchtung) mit
hölzernem Tonnengwb., die Ssch. mit Flachdecke, zwischen die Säulen der
NSeite Emporen eingespannt, Fenster spitzbg., Turm über dem Altar. Das
Äußere einfach, Verputzbau, bis auf die 2 in ernsten, guten Renss. Formen
ausgeführten Portale. — Taufstein und Kanzel aus der Erbauungszeit. An der
SWand ein eigentümliches _Holzschnitzwerk_: Szenen aus der Geschichte
Christi, in 4 Reihen übereinander; sie sind älter als die um 1738
ausgeführte umrahmende Sll.Architektur. — Eine Reihe von
_Bildnisgrabsteinen_ in meist guter Qualität: a) in der Vorhalle: Hans
Veit v. Obernitz † 1577 und Barbara v. Buttlar; Ernst v. Obernitz, † 1573
als Knabe; Chr. v. Stein † 1576, mit Meisterzeichen I. H. (vgl.
Meiningen). b) Im Hauptraum: Moritz v. Stein † 1560 und Anna v. Ostheim;
G. W. v. Stein † 1616; Margarethe v. Stein † 1575, bez. I. H. 1580;
weitere Glieder dieser Familie 1638, 1684, 1690. Eigentümlich durch das
Material, Gußeisen, die Platte des Konrad v. Thüngen † 1626.

_Befestigter Kirchhof_. In der alten Herrschaft Henneberg und weiter südl.
in den fränkischen Gebieten kommt dergleichen in kleinerem Maßstabe oft
vor; hier eine wirkliche Festung mit 4 starken, wohlerhaltenen Türmen und
Wehrgang; zahlreiche Gaden; einer bez. 1576; die Anlage im Ganzen aus 1.
H. 15. Jh.

Von den im 17. Jh. genannten 7 _Adelshöfen_ gut erhalten, der Hansteinsche
aus E. 16. Jh.

In der Nähe ein runder *Wartturm*.

_OSTRITZ._ K. Sachsen AH Zittau.

*Dorf-K.* Der rck. Chor aus 2 Kreuzgwbb. im Übergangsstil des 13. Jh.,
Einfluß der benachbarten Cistercienser von Mariental; bezeichnend dafür
das feingegliederte NPortal. Das Lhs. war Basilika, 1615 1sch. umgebaut. —
_Hochaltar_ rck., im Aufbau ein Duplikat jenes in Königshain, das Gemälde
ebenfalls von _Leubner_ in Reichenberg, bez. 1773. — Auf dem nördl.
Nebenaltar _Pietas_ um 1480. — _Sandsteinkanzel_ 1609. — Prächtige
_Monstranz_ um 1500. — _Kelche_ des 17. und 18. Jh., z. T. aus Augsburg
und Prag. — Zahlreiche _Grabdenkmäler_ des 17. und 18. Jh., hervorzuheben
der lebensvolle Bildnistein des J. H. Dorn v. Dornfeld † 1661.

_OTTENDORF._ K. Sachsen AH Pirna.

*Dorf-K.* spgot. mit ungewöhnlich reich detailliertem Chor. — _Altarwerk_
1591. — *Schloß.* Gemengbau 15.-18. Jh.

_OTTENDORF._ Sachsen-Altenburg LA Roda.

*Dorf-K.* Charakteristische Einrichtung des 17. Jh., _Emporen_ mit
Bildern. Gemalte _Glasscheiben_ bez. 1624. — Im Dorf gute
_Fachwerkhäuser_.

_OTTENHAUSEN._ RB Erfurt Kr. Weißensee.

*Dorf-K.* (ehem. Klst.-K.). Rom. Doppeltürme im O, von gleicher Anlage wie
die in Gangloffsömmern; kleiner polyg. got. Chor. — Ziemlich reicher
spgot. _Schnitzaltar_.

_OTTERWISCH._ K. Sachsen AH Grimma.

*Dorf-K.* wesentlich 17. Jh. — 12 zum Teil ansehnliche _Denkmäler_ der
Familie von Hirschfeld 1545-1578.

_OTTOWIND._ Sachsen-Coburg LA Coburg.

*Dorf-K.* Spgot. turmtragender Chor, das übrige 1753.

_OTTRAU._ RB Cassel Kr. Ziegenhain.

*Kirche,* zuerst genannt 1782. Der jetzige Bau im 13. Jh. in zwei Absätzen
errichtet. Rck. Schiff mit schmälerem 4/8 Chor. Jetzt in allen Teilen
Holzdecke. In den östl. Ecken des Sch. je 3 durch Hohlkehlen verbundene
Dienste als Träger ehemaliger Wölbung, ihre Basen romanisierend. Im Chor
schmale rundbg. Fenster. Im Schiff ein altes spitzbg. Fenster. Die übrigen
neu. — _Wandtabernakel_ E. 14. Jh. — Spgot. _Wandgrab_ von ungewöhnlicher
Anlage; große, reich umrahmte und gekrönte Blende; das Standbild fehlt. —
_Ikon. Grabstein_ 1604, roh. — Bmkw. _Kanzel_ von 1544, noch in spgot.
Formen.

_OTZDORF._ K. Sachsen AH Döbeln.

*Dorf-K.* Umbau 1713, unbedeutend. — Sitzende rom. _Madonna_ aus Holz.
Eine _zweite_ desgl. wenig jünger. _Johannes_, ebenfalls Holz, 2. H. 13.
Jh., Arbeit eines geringen Handwerkers aus großer Zeit.

_OYBIN._ K. Sachsen AH Zittau.

*Burg* und *Kloster*. Großartige Ruine in bedeutender Naturszenerie. Erb.
um 1316 von Heinrich v. Leipa; aus seiner Zeit die beiden Tortürme, die
Zwingermauer, die westl. Burgmauer und Teile des Hauses vor der K.; man
erkennt sie an den kleinen unregelmäßig geschichteten Bruchsteinen. 1319
gelangte die Burg an Heinrich von Jauer, 1346 unmittelbar an die Krone
Böhmen. Unter Karl IV. der langgestreckte rck. Bau am nördl. Felsenrand.
1365 richtete der Kaiser unmittelbar neben der Burg ein Klst. ein, das er
mit Cisterciensermönchen aus Avignon besetzte. Die K. voll. und gew. 1384.
1559 das Klst. aufgegeben, 1577 Brand, 1681 Felssturz. Aufnutzung als
Steinbruch- — _Kirche_. Dach und Gwbb. zerstört, sonst im wesentlichen gut
erhalten. Lhs. 1sch., 10,7 m br., 15,5 m h.; Chor etwas eingezogen, 1
gerades Joch und 5/8 Schluß, 7,2 m br., 14 m l. Die SWand ist aus dem
gewachsenen Felsen herausgearbeitet, der erst auf Fensterhöhe zurücktritt.
Die NSeite wird durch weitläufige Substruktionen mit 2geschossiger Galerie
gestützt; das obere Geschoß, in gleicher Höhe mit dem Kirchenflur, enthält
Kapellen. Der Umgang der SSeite erst 1515 aus dem Felsen gehöhlt.
Querempore im W. Teilung des Lhs. in 3 Kreuzgwbb. auf gestielten Konsolen.
Die Reste des Maßwerkes zeigen reiche, streng geometrische Muster, die
Bogenprofile in der lebhaften, kontrastreichen Gliederung der Schule von
Prag. (Unter den Steinmetzzeichen 3 mal ein in der Schule der _Parler_
gebräuchliches). Vortrefflich, die Kleinplastik der Konsolen.

*Museum* im Burgsaale.

*Dorf-K.* 1732. Hübsche einheitliche Inneneinrichtung.



_P_


_PAHNSTANGEN._ Reuß ä. L. LA Greiz.

*Dorf-K.* Die Anlage ganz rom. erhalten; der Turm, wie in diesem Gebiet
die Regel, über dem Altar.

_PANNEWITZ._ K. Sachsen AH Bautzen.

*Rittergut* 18. Jh., bmkw. geschickte und reizvolle Gruppierung der Wohn-
und Wirtschaftsräume.

_PAULINZELLA._ Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt.

*Benedikt.-Klst.-K.* Im Bauernkriege 1525 beschädigt, bald darauf
verlassen und nach Blitzschlag im 17. Jh. verfallen und zum Teil
abgebrochen. Dank der Wetterfestigkeit des Materials haben sich in den
aufrecht gebliebenen Teilen die Formen gut erhalten und lassen eine der
stilkräftigsten Schöpfungen der mittelromanischen Epoche erkennen;
Ruinenschönheit und Lieblichkeit der Lage in einem heimlichen Waldtal
vereinigen sich zu einem Eindruck von hohem Reiz. — Gegr. vor 1109. Der
bestehende Bau beg. 1112 von den aus Hirsau kommenden Mönchen. Bei der
Weihe 1132 mindestens die Mönchskirche (Chor, Querschiff und Anfang des
Lhs.) vollendet. Das Lhs. wahrscheinlich nach längerer Pause vollendet
etwa 1160-70. Die Vorkirche etwa E. 12. bis A. 13. Jh. — Die Anlage nach
dem »Hirsauer«, d. i. aus dem burgundischen Cluny herübergenommenen
Bauschema: lateinisches Kreuz, zu Seiten des Chorquadrums parallele
Nebenchöre in gleicher Breite mit den Sschiffen des Lhs., Schluß in 3
parallelen halbrunden Apsiden, 2 weitere an der OSeite der Qschiffsflügel,
die ihretwegen etwas überhöhtes Quadrat haben. Das Lhs. (Br. : L. = 1 : 2)
in 8 Arkaden. Das erste Stützenpaar Pfll., die folgenden Sll. Über dem
Pfeilerjoch, im Winkel des Lhs. zum Querhaus waren Türme vorbereitet, sind
aber nie ausgeführt worden. Dies alles Hirsauer Merkmale. Dazu als
Negatives die Abwesenheit von Krypta und WChor, welche beiden einer
sächs.-thüringischen Klst.-K. dieser Zeit nicht hätten fehlen dürfen. An
Stelle des WChors Vorhof mit 2 Fronttürmen. Ein wichtiges Novum der Aufbau
als reine Säulenbasilika (bisher nur einmal vorgekommen, in der Moritz-K.
bei Hildesheim, auch hier unter süddeutschem Einfluß). Die Ostteile sind
ganz zerstört, konnten aber durch, Ausgrabung im Gr. festgestellt werden.
Die Würfelknaufsäulen des Lhs. gehören in der strengen Eleganz ihrer
Proportionen und der ausdrucksvollen Schärfe der Linienführung zu den
schönsten der ganzen Stilperiode. Spezifisch hirsauische Einzelheiten: die
Eckzähne der Kapitelle, die von jedem Kapitell senkrecht zum Arkadengesims
aufsteigenden und mit diesen gleichartig profilierten Leisten, die
Umrahmung der kleinen Tür am nördl. Qsch. durch Herumführung des
Sockelprofiles. Besonderes Interesse nimmt das großartige Hauptportal in
Anspruch. Es ist im sächs.thüringischen Gebiet das erste große
Sll.-Portal; je 4 schlanke Sll. freistehend vor den Rücksprüngen, die
Bogenläufe in straffer, die Gegensätze von Licht und Schatten vorzüglich
wahrnehmender Profilierung. Dies Portal ist mit der WWand gleichzeitig
entstanden, nach rundem Rechnungsergebnis ca. 1160-70. Über dem
Mauermassiv des Portals eine Empore (ausgesparte Wendeltreppe). Die mit
der Wand bündigen Pfeiler zu Seiten des Portals lassen vermuten, daß im
ersten Projekt ein offener Vorhof mit seitlichen Bogengängen beabsichtigt
war. Die spätere Ausführung hat daraus eine basilikale Vorkirche gemacht.
Ihre Pfll. in der spezifisch thüringischen Gliederung (vgl. Talbürgeln und
Petersberg b. Erfurt). — Von den Klst.-Gebäuden erhalten ein kleiner rom.
Steinbau mit Arkadenfenstern und einige (im Stall des Gasthauses
eingebaute) Skulpturreste. Großes Wasserbecken aus der Tonsur. —
Stattlicher Fachwerkbau, jetzt Oberförsterei.

_PEGAU._ K. Sachsen AH Borna.

*Laurentius-K.* Von der 1190 gegr. rom. K. hat sich der schmucklose,
zweitürmige WBau erhalten; übrigens im 15., 16. und 19. Jh. erneuert. —
_Sakramentshäuschen_ um 1463, im Stil der Rochlitzer Kunigunden-K. —
_Grabmal_ des Grafen Wiprecht v. Groitzsch aus der abgetragenen Klst.-K.,
eines der schönsten aus dem 13. Jh. erhaltenen. Genauere Entstehungszeit
schwer festzustellen, etwa zwischen 1240-1260. Wiprecht lebte im 11. Jh.,
also Idealporträt. Die 1,85 lange Gestalt ist stehend gedacht, trotz des
Kissens unter dem Haupt; in der Rechten die Fahne, deren Tuch sich über
das Kissen legt, in der Linken der wappenlose, nur mit Rankenornament
gezierte Schild; blauer, mit Edelsteinen (durch Glasfüsse dargestellt)
besetzter Leibrock, roter pelzgefütterter Mantel, Vollbart und kurzes
Lockenhaar. Material: Sandstein mit Bemalungsresten. — Bibliothek mit
bmkw. Handschriften und frühen Drucken.

*Rathaus,* erbaut 1559 nach den Plänen von _Hieronymus Lotter_, die Anlage
ähnlich dessen Leipziger Rathaus.

_PEGNITZ._ OFranken BAmtsstadt.

*Stadt-K.* Stillos, jedoch »an Kanzel und Altar bemerkenswerte
Schnitzereien.«

_PEISSEN._ Pr. Sachsen Saalkreis.

*Dorf-K.* mit einzelnen rom. Kunstformen; rom. _Taufstein_.

_PENIG._ K. Sachsen AH Rochlitz.

*Bergkirche.* Beg. vor 1499, gew. 1515. Große (15 : 41 m) 1sch. Anlage mit
7seit. Schluß. Die Gewölbe nicht ausgeführt; beabsichtigt war eine Halle
mit sehr schmalen Sschiffen und vielleicht auch massiver Empore ähnlich
Schneeberg. An der NSeite geräumige Kapelle 1306 und massiger, mit der K.
nicht in Verband ausgeführter Turm. — Großer und prächtiger _Steinaltar_
1564 von _Christoph Walther_ (gest. von Wolf v. Schönburg), Architektur in
korrekter ital. HochRenss., große Menge von Alabasterreliefs,
protestantisches Programm, viel Farbe, besonders Blau und Gold. —
_Holzkruzifix_ mit alabasterner Marienfigur 1660. — _Taufstein_ 1609 vom
Meister von Seyda (_Ulrich Eckhardt_) _Kanzel_ 1607 von _Nik. Schwarz_.
Hinter dem Altar _Sandsteinepitaph_ Pistoris 1582, wohl aus der Werkstatt
der _Lorenz_ zu Freiberg. _Ikon. Grabstein_ eines Altaristen 1517. Über
der Sakristeitür _Bronzeplatte_ 1530. Bmkw. _Lutherbildnis_ von 1521
(_Cranach_?). _Reliefbildnis_ Luthers aus Papierteig, vielleicht nach der
Form _Alberts v. Soest_. — Die Kapelle der NSeite enthielt früher
Begräbnisse der Burggrafen von Leisnig, jetzt der von Schönburg. Schönes
_Leichenschild_ des letzten Leisnigers † 1538. _Sandsteinepitaph_ Ph. v.
Hassenstein † 1557. _Sandsteinplatte_ der Gräfin Agnes mit deren
Relieffigur und den Wappen von Leisnig und Mansfeld. Großes
_Renss.Epitaph_ für Hans Ernst von Schönburg † 1586, bez. _Samuel
Lorentz_. _Epitaph_ Ch. H. v. Sch. 1607 bez. _Uriel Lorentz_. Beschädigte
_Sandsteinfig_. des sitzenden Christkindes, (von einer Madonnenstatue) E.
12. Jh. _Altarwerk_ 1510. Interessante _Prozessionsfahnen_. Auf dem
Kirchhof _Erbbegräbnisse_ der Bar.Zeit mit schönen Eisengittern.

*Rathaus* 1546, das 3teilige Portal im Charakter des Dresdener
Georgenbaues.

Vorstadtkirche *Altpenig*. Rom. Anlage. Erhalten die Apsis und ein schönes
Portal, E. 12. Jh.

_PETERSBERG B. ERFURT._ Prov. Sachsen.

*Benediktiner-Klst.-K*. Brände der älteren K. 1069, 1080, Neubau der
bestehenden beg. unter Leitung des Laienbruders _Ditmar_ 1103, als
ältester Bau der »Hirsauer Schule« in Thüringen. Weihung der östl. Teile
1109, Brandschaden 1142, Weihung zweier Altäre im Chor 1143, Schlußweihe
1147. Zu erwägen wäre, ob nicht der Brand 1142 sehr umfassende
Veränderungen nach sich gezogen habe; alle späteren unerheblich, bis auf
den Brand bei der Beschießung 1813; worauf 1816-18 die Obermauern des
Msch. und Qsch., sowie die Türme abgetragen und die Kirche als
Militärmagazin eingerichtet wurde. Durch Größe und technische
Vollkommenheit neben der Klst.-K. Paulinzelle der bedeutendste Bau
Thüringens aus der Zeit des reifen rom. Stils. — Flachgedeckte
Pfeilerbasilika mit gewölbtem Chor auf kreuzf. Gr. im Hirsauer Schema.
Dahin gehört auch die starke Streckung der Längsachse (79 m) d. i. etwas
mehr als das sechsfache der Msch.-Br. Der Chor quadr., begleitet von
schmalen Nebenchören, mit jenen durch eine Doppelarkade in Verbindung,
zusammen genau von gleicher Breite (18 m) mit dem Lhs. An das östl. Ende
der Nebenchöre schließen sich Türme, deren Erdgeschoß sich gegen jene als
Kap. öffnet; der Hauptchor um ebensoviel vertieft, so daß nach O eine
gerade Abschlußlinie gewahrt bleibt. (Die Annahme, daß eine Apsis
vorhanden oder beabsichtigt gewesen, ist irrig.) Die Flügel des Qsch.
etwas mehr als quadr., ihre ganze OWand von je einer 1/2 kr. Apsis
eingenommen. Das Lhs. hat 10 Arkaden, in der Grundrißstellung mit
sorgfältig durchgeführtem quadr. Schematismus. Die beiden östl. Arkaden
des Lhs. waren zum Mönchschor hinzugezogen und die entsprechenden Joche
der Abseiten, gleich den Nebenchören, gewölbt (Tonne); außer durch zu
vermutende Schranken war die Grenze durch stärkere Bildung der Pfll.
bezeichnet; über ihnen im Hochschiff ein Bogen, ähnlich den Vierungsbgg.
Dieser Teil der Schiffe war, ebenso wie die Nebenchöre, urspr. in der
Tonne gewölbt. Ferner kommt die westlichste Arkade in Abzug: sie bildete
eine Vorhalle zwischen zwei Türmen; die letzteren im Gr. etwas über die
Fluchtlinie der Sschiffe vorspringend. Sonach bleiben für das Laienschiff
7 Arkaden. Die Pfll. dieses Abschnittes sind quadr. und mit 3 schlanken
Halbsll. besetzt, je eine unter den Arkaden, die dritte an der Seite des
Msch. in einer nischenartigen Vertiefung, an den Basen Ecksporen; einfache
Würfelknäufe; Sockel und Kämpfer nach attischem Profil; gegliederte
Archivolten; Gurtgesims mit Schachbrettmuster (vgl. für alle diese
Eigentümlichkeiten die schulverwandten Kirchen in Paulinzelle, Talbürgeln,
Hamersleben). Die durch einen Kupferstich überlieferten rippenlosen
Kreuzgwbb. anscheinend aus 16. und 17. Jh. — Das Äußere erhält durch sein
vollendet schön behandeltes Großquaderwerk (eine Errungenschaft der
Hirsauer Schule aus ihren burgundischen Beziehungen) eine alle örtlich und
zeitlich nahe liegenden Bauten hoch überragende monumentale Würde.
Vollständig ausgebildet sind infolge der Geländeverhältnisse nur die O und
SSeite, die letztere am besten erhalten. Die Ssch.-Wand im unteren
Abschnitt (etwa 2/5) gänzlich ungegliedert; dann schräger Rücksprung, aus
dem sich als Jochteilung Halbsll. mit Ecksporen-Basen und Würfelkaptt.
erheben; besonders energisch empfunden und mit größter technischer
Sicherheit ausgeführt der obere Abschluß durch Schachbrettfries und stark
schattendes Gesims, darunter in flacherem Relief ein Bogenfries. Dieselbe
Gliederung wiederholt sich am Hochschiff, zieht sich unverändert um das
Querschiff und den Langchor hin und motiviert auch die Gliederung der
Apsiden — ein nach den ma. Baugewohnheiten ungewöhnlich strenges
Gleichmaß. Ungewiß bleibt die Gliederung der OWand des Hauptchors, da sie
schon in spgot. Zeit größere Fenster erhalten hatte. Noch fehlt der
Schmuck reich ausgebildeter Portale; das gut erhaltene am SKreuz ist am
Gewände einfach abgestuft, ohne Sll., die Verbindung der Umrahmung mit dem
Sockel im Sinne der Hirsauer Schule. Die WTürme wohl nie ausgeführt, die
OstTürme zeigen auf älterer Abbildung Ecklisenen und in den zwei
Obergeschossen gekuppelte Fenster; spgot. Holzhelme. Die jetzt ganz
beseitigten Klst.-Gebäude an der NSeite nebst Kreuzgang neugebaut 1463-80;
Obergeschosse Fachwerk. — Die _Ausstattung_ war in der letzten Zeit des
Klst. barock. Von den zahlreichen Skulpturen (allein 151 Grabsteine)
nichts erhalten als der in den Dom übergeführte berühmte Grabstein des
Grafen von Gleichen mit 2 Frauen aus E. 13. Jh. und am Ort ein
_Kreuzigungsrelief_ außen neben dem SPortal, dem Meister des
Severisarkophages nahe stehend, 2. H. 14. Jh.

_PETERSBERG B. FULDA._ RB Cassel Kr. Fulda.

Ehem. *Benedikt.-Klst.-K*. (jetzt Pfarr-K.). Auf gewachsenem Basalt und
hohen Substruktionen malerisch aufgebaut, zugleich
architekturgeschichtlich interessant. Aus dem Stiftungsbau von 837 die
Krypta, Tonnengwbb. mit altertümlich rohen Kappen. Marmormensen mit
Weihinschriften des Rhabanus Maurus. Wandmalereien in den 3 parallelen
Conchen. Im Verbindungsgang Steinsarg des hl. Lioba. Fenster im 13. Jh.
eingebrochen. Der Hauptbau enthält Reste einer kleinen, schlicht, fast roh
ausgeführten rom. Pfeilerbasilika aus nicht näher zu bestimmender Zeit;
1479 1sch. umgebaut. Achteckiger Vierungsturm 12. Jh. — Rom.
_Steinreliefs_: Christus, Maria, Bonifazius, Pipin; roh, doch lange nicht
so alt, wie angenommen wird, erst Spätzeit des 12. Jh.

_PETERSBERG B. HALLE._ Pr. Sachsen Saalkreis.

*Benediktiner-Klst*. gegr. 1124. K. gew. 1146. Der jetzige Chor und Qsch.
unter Abt Eckehard 1184. — Kreuzf. Basilika nach dem Hirsauer Schema.
Hauptchor oblong, Nebenchöre ohne Apsiden; anscheinend vor ihnen
ausgeführt die Apsidiole am nördl. Kreuzflügel. Die Chorpartie gewölbt.
Die Nebenchöre mit Emporen und unter dem Dach verhehlten Strebemauern sind
später (nicht vor A. 13. Jh.) hinzugefügt. Durch diesen Umbau die
Hochfenster des Hauptchors verdunkelt und alle 3 Chorschiffe nach außen
unter einen einzigen kolossalen Giebel gebracht, eine schwerfällige, dem
rom. Stil sonst fremde Gestaltung. — Im Lhs. 5 Arkaden bei auffallend
schmalem Msch. Die Pfll. quadr. mit starker Abfasung der Ecken. Der WBau
erhebt sich ohne Turm als breite Masse über rechteckigem Gr. und endet in
ein Satteldach. Nach innen öffnete er sich mit Empore. — Außen die älteren
WTeile sehr formenarm, die jüngeren etwas geschmückter. Durchgreifende
Rest. von _Quast_ 1853-57. Bmkw. das schön gegliederte Portal des
NKreuzarms; es liegt in einem Rahmen, der das Sockelprofil fortsetzt
(hirsauisch), im Tympanon sichere Gemäldespuren, Maria mit Engeln. Ein
zweites hat am Gewände je 3 Sll. in eigentümlicher Gruppierung, die
Türöffnung von Perlstab umsäumt. — Im 13. Jh. erhielt die K. ein
großartiges _Denkmal_ der Grafen von Wettin, 10 liegende Gestalten aus
Bronze; sie sollen beim Brande 1565 zu Schaden gekommen sein (?); die 1567
hergestellten Nachbildungen in Sandstein, an sich geringwertig, zeigen in
der Tracht und Haltung wohl ziemlich treuen Anschluß an die Urbilder. — Am
_Konventsgebäude_ schöne Details aus A. 13. Jh.

_PETTSTÄDT._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Dorf-K.* Der rom. Charakter einigermaßen erhalten am Chorturm; Spuren
einer abgebrochenen Apsis, dürftig spgot. ersetzt. — _Sakramentsnische_
und _Schnitzaltar_, auf den Flügeln die 12 Apostel in 2 Reihen, 2. H. 15.
Jh.

_PFAFFENDORF._ UFranken BA Ebern.

*Schloß.* Erb. vor M. 18. Jh. unter den Stein-Altenstein. Eleganter
Frührok.Bau, 2geschossig, große Estrade.

_PFAFFRODA._ K. Sachsen AH Freiberg.

*Dorf-K.* 1645 erneuert, architekturlos. — _Taufstein_, am Fuße 4 der im
Lande typischen Kinderfigürchen, Kappen auf den Köpfen, 1655.

_PFARRWEISACH._ UFranken BA Ebern.

*Pfarr-K.* 1499-1516. Spgot. Hallenkirche zu 4 Achsen, 1sch. Chor; spitze
Scheidbogen auf Rundpfeilern. Spgot. und renss. _Epitaphien_ der
Geschlechter Rauheneck und Lichtenstein (1504, 1506, 1507 und 1530).

_PFERDINGSLEBEN._ Sachsen-Gotha LA Gotha.

*Dorf-K.* spgot. — Großer _Schnitzaltar_, die _Gemälde_ »interessant«.

_PFORTA._ Pr. Sachsen Kr. Naumburg.

Ehem. *Cisterc.-Klst. S. Mariae de Porta* gegr. 1136, seit 1543 Sitz der
berühmten Schule. — Der künstlerische Charakter des Kirchengebäudes wird
wesentlich bestimmt durch den 1251 (Inschr.) begonnenen got. Umbau; 1268
(I.) der Chor vollendet; Fortsetzung bis nach 1300. Der rom. Bau ist, bis
auf den östl. und westl. Abschluß, im got. erhalten, und es ist kein Grund
gegeben, seine Ausführung wesentlich später als die Gründung anzusetzen;
also in runder Schätzung M. 12. Jh. Demgemäß für Deutschland das älteste
Beispiel einer Cistercienser-K. von schon ausgeprägtem Typus: Kreuzf.
Basilika mit stark gestrecktem Lhs. und je 2 Doppelkapellen an der OSeite
des Qsch. Bergner fand an diesen Kapellen Ansätze zu Apsidiolen; es ergibt
sich daraus eine staffelförmige Anordnung ähnlich den gleichzeitigen
Kirchen in Talbürgeln und Georgental. Das ist die älteste Fassung des
Cistercienserchors. Das Lhs. war eine flachgedeckte stützenwechselnde
Basilika von 4 Doppeljochen, das letzte Joch im O zum Chor gezogen und
voraussetzlich durch eine Lettnerschranke gegen das Laienschiff
abgeschlossen. Erhalten haben sich die (gedrückten) Blendbögen, die je
eine Doppelarkade zusammenfaßten; ferner die Oberlichter, ungewöhnlich
niedrige Raumverhältnisse dokumentierend, und die ganz schlichten Profile
der Pfll. Ursp. L. 55 m, erweitert auf 75 m. — Der got. Umbau begann nach
M. 13. Jh. mit der Einwölbung des Qsch.; Detail verhältnismäßig reich,
romanische Erinnerungen wechseln mit vorgeschrittenen (14. Jh.) Formen;
nicht leicht zu erklären. Vielleicht war das Qsch. im 13. Jh. niedriger
angelegt und ist gleichzeitig mit dem Chor noch einmal überarbeitet. —
_Chor_. Inschr. am südöstl. Strebepfl. nennt das Jahr der Grundsteinlegung
1251. Anlage und Ausführung zeigen aber die reife Kunst der Spätzeit des
Jahrhunderts. Sie haben auch nichts Cisterciensisches mehr an sich. Im Gr.
ein gerades Joch und regelmäßig aufgeteilter 5/8 Schluß. Das Erdgeschoß,
(4,40 m h.) hat keine Arkatur, sondern eine Folge vom Sitznischen,
Piscinen und Wandschränken. Das Hauptgeschoß ist völlig aufgelöst. Auf der
2 m starken Sockelmauer ein Laufgang, die Fenster in tiefen Nischen, deren
Wände von den äußern Widerlagern zu den inneren Dienstbündeln keilförmig
verlaufen. Die Fenster im Polygon 2teilig, im geraden Teil 4teilig
(Öffnung 9,7 m h., 1,25 m bzw. 2,50 m breit). Maßwerk aus Dreipässen,
schon mit Nasen; an Kaptt. und Schlußsteinen reiches naturalistisches
Laubwerk. Schulcharakter mittelrheinisch-hessisch. Ein abweichendes System
im ersten Joch: hier öffnet sich ein weiter Spitzbogen gegen die über den
alten rom. Querschiffskapellen angeordneten Oberkapellen (S. Trinitatis
und S. Margarethe) und über diesen ist die Fensteröffnung als reich
gemusterte Rose gestaltet. — Im Gegensatz zum vornehm formenreichen
Charakter des Innern, das zu den hervorragenden Leistungen der Epoche
gehört, ist das Äußere des Chors von herber Sparsamkeit; die Strebepfll.
ohne Fialen oder sonstigen Schmuck, das Hauptgesims ohne Laubfries. —
Verhältnismäßig unerfreulich wirkt das _Langhaus_; Altes und Neues sind im
Umbau ungeschickt verbunden, die Bauführung wurde durch wiederholte
Unterbrechungen konfus. Der gegebene Stützenwechsel ist beibehalten mit
der bizarren Eigentümlichkeit, daß die Zwischenstütze höhere Kämpfer hat
als die Hauptstütze, woraus für die Arkadenbögen ungleiche Schenkel
entstehen. Erst das Hochschiff gewinnt reinere Formen in Anlehnung an
diejenigen des Chors. Die Gwbb. sind schön zu nennen; ihre Dienste auf
Konsolen wenig oberhalb der Arkadenpfll. Widerlagerung durch offene
Strebebgg. (in der älteren Cisterc.-Archit. verpönt). Das äußere System
hat Strebebgg., die ohne Vermittlung von Wandpfll. direkt gegen die Mauer
stoßen. Die Strebepfll. am Ssch. spiegeln den Stützenwechsel des inneren
gebundenen Systems wieder. Zum Schluß (nach 1300) erfolgte Verlängerung um
2 Doppeljoche gegen W und Herumführung des südl. Ssch. um das Qsch. — Die,
wie immer bei den Cisterciensern, turmlose WFassade hat außerdem das
Eigentümliche, daß sie allein auf das Msch. komponiert ist, während die
Sschiffsfronten zurückspringen und durch wagerechten Abschluß mit
abgewalmtem Dach noch unscheinbarer werden. Die eigentliche Fassade ist
also ein sehr schmales und hohes Gebilde, eingerahmt zwischen 2 weit
vorspringende Strebepfll., horizontal geteilt in 3 jedesmal
zurückspringende Stockwerke: zu unterst großer Nischenvorbau, in dessen
Hintergrund das an sich einfache Portal und über diesem an der Wand eine
Statuengruppe; im Mittelgeschoß weites, 5teiliges Maßwerkfenster; zu
oberst vor dem abgetreppten Giebel noch einmal eine spitzbg. Nische mit
reicher Brüstung und Statuenwand. Sicher eine originelle Idee! Aber um sie
überzeugend auszugestalten, reichte die künstlerische Kraft des Meisters
nicht hin (von den Einzelheiten Mehreres freie Erfindung der Rest. 1854).
Völlig ungenügend waren dann die Hände, denen die Ausführung des
Statuenschmuckes, der in der Gesamtkomposition eine so wichtige Rolle
spielen sollte, zugewiesen war; man sieht erschreckend deutlich, daß der
große Naumburger Meister keine Schule hinterlassen hatte.

_Innere Ausstattung_. Spärlich erhalten; bedeutender nur der prächtige
Dreisitz aus M. 14. Jh. und die schöne frgot. Mensa des Hochaltars. Unter
den _Grabdenkmälern_ das wichtigste die Tumba des Markgrafen Georg v.
Meißen † 1402; 1641 von den Franzosen verstümmelt, 1705 notdürftig
wiederhergestellt, Kupferstich in S. Reyhers Monumenta Landgraviorum; an
den Seitenwänden Arkatur mit Kielbogenabschluß, in den 14 Nischen das
leidtragende Gefolge (vgl. Arnstadt, Querfurt); das Werk läßt hohe
Tüchtigkeit der Ausführung ahnen. Von den z. T. stark abgetretenen
Grabsteinen fallen 11 ins 13. und 14. Jh., die besten der des Ritters
Heinrich Varch † 1294, schöne Umrißzeichnung in der Typik der Naumburger
Stifterbilder (Nordmauer der Evangelistenkapelle) und der eines
»bürgerlichen Ehepaares«, nicht Kinderpaares, aus 1. H. 14. Jh. (3. Pfl.
der SSeite). Von 1586 ab eine Reihe von Magisterdenkmälern. — Sonst zu
beachten: Christuskopf aus Pappelholz, wahrscheinlich Rest des rom.
Triumphkreuzes; got. Triumphkreuz, um 1400, der Gekreuzigte aufgemalt;
Schmerzensmann aus Bronze etwa 1520-30, 80 cm h., Pietas aus Stein
(Steinguß?), die Beschreibung läßt den Salzburger Typus vermuten.
Bronzener Schmerzensmann aus der letzten Klosterzeit.

_Klausur_. Sie liegt, ein seltener, wenn auch nicht beispielloser Fall,
auf der NSeite der K. Die inneren Gebäude mit der Zeit völlig
entcharakterisiert. Etwas besser erhalten der Kreuzgang. Die nördl., südl.
und westl. Front vom rom. Bau, wenn auch verstümmelt; die erhaltenen Pfll.
und Bgg. umschlossen eine Gruppe von wahrscheinlich je 3 kleinen Arkaden
auf Säulchen. Ähnliche Gruppen zeigt noch der am OFlügel gelegene
Kapitelsaal; er war ursp., wie auch der Kreuzgang, ungewölbt. Das
Refektorium am WFlügel ist in der Anlage zu erkennen, aber ohne ältere
Kunstformen. — Die _Abtwohnung_ lag abgesondert im O und ist im Erdgeschoß
des späteren »Fürstenhauses« erhalten. Zugehörig die _Abtskapelle_, eine
der feinsten Leistungen des Übergangsstils in Deutschland; um 1230-40 von
einem Meister der Maulbronn-Magdeburger Schule, Ornament mehr thüringisch.
Kleiner, in 2 kuppelige Kreuzgwbb. geteilter Saal mit polygonaler (5/10)
Apsis. An Gewölbstützen und Fenstergewänden ein reicher Apparat
gewirtelter Sll. Die Gurten durch starke Betonung des Anlaufs und somit
der Entwicklung der reichen Profile aus rck. Werkform charakterisiert. Die
Fenster gepaart, bis auf den Sockel herabgezogen; Abschluß der Gruppe
durch Okulus. — Aus rom. Zeit noch die _Klostermühle_, wenn auch stark
verändert. — _Friedhofslaterne_ südöstl. vom Chor, gestiftet 1268,
archäologisch eine große Merkwürdigkeit. — _Betsäule_ 1521, das Bildwerk
stark verwittert. — In der Schulbibliothek _Bilderhandschr._ (Augustin)
des sp. 12. Jh.

_PFÜNDHAUSEN._ UFranken BA Schweinfurt.

*Dorf-K.* mit Westfassade um 1750. Rokokostuckaturen und Inneneinrichtung
gleichzeitig.

_PFÜTZENTAL._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

*Dorf-K.* mit schönem rom. Portal ähnlich Neutz.

_PHILIPPSTAL._ RB Cassel Kr. Hersfeld.

Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst.-K.* gegr. 1190. Der vorhandene Bau aus dieser
Zeit. Flachged. Säulen-Basilika. Querschifflos. Die Ssch. schließen mit
1/2kr. Apsis, das Msch. mit niedrigem Triumphbg., jenseits dessen der
quadr. Vorchor und große 3fenstrige Apsis, unter ihr (nicht unter dem
ganzen Chor!) kleiner Keller ohne Spuren liturgischer Benutzung. Im Lhs. 6
gut proportionierte Arkaden; die Säulenstämme stark geschwellt;
Würfelkaptt. in die Breite gehend. Im W Doppeltürme und zwischen ihnen
Empore. An der Hauptapsis lebhafte Gliederung durch Lisenen und Halbsll.
in 3 sich stark verjüngenden Geschossen. — In got. und neuerer Zeit das
alte Baubild erheblich entstellt, 1902 rest. — In der westl. Vorhalle
landgräfliche Familiengruft 1743. — Die Klostergebäude zu landgräfl.
*Schloß* umgebaut.

_PILGRAMSREUTH._ OFranken BA Rehau.

*Pfarr-K.* 1473. Stattlicher spgot. Bau, im Lhs. netzgewölbt.
_Sakramentshäuschen_ spgot. _Hochaltar_ 1710.

_PILLNITZ._ K. Sachsen AH Dresden-N.

*Bergkirche* 1723 von _Pöppelmann_, einfaches Rck. mit Flachdecke und
Emporen; _Altarbau_ aus Sandstein mit großem Relief um 1650, das Ornament
in sog. Knorpelmanier; großes _Epitaph_ eines Herrn v. Pflugk, E. 16. Jh.,
Schule des _Hans Walther_; _Grabstein_ v. Loß 1609; _Grabstein_ eines
Kindes der Familie v. Bünau 1637, hübsch und originell; _Gedenktafel_ für
Sophie v. Bünau 1640.

*Schloß*. Der _alte Bau_ (1610-33) brannte 1818 ab. _Wasserpalais_
(»indianisches Lustschloß«) für August den Starken 1720 von _Pöppelmann_
und _Longuelune_; das als große Hohlkehle gebildete Gesims und die über
den Mittel- und Eck-Risaliten hohlgeschweiften großen Dächer mit
phantastischen Schornsteinen sollen exotisch wirken. — Eine symmetrische
Wiederholung das _Bergpalais_ 1723. — _Flügelbauten_ 1788-91 von _Exner_
und _Weinlig_. — Das _neue Palais_ 1818-26. — Die _Orangerie_ nach 1731,
wahrscheinlich von _Longuelune_. — Der _englische Pavillon_ (im englischen
Park) 1789, die reizende Innendekoration in der Art _Weinligs_. Daneben
Statue einer Vestalin 1781 von _Trippel_. — _Chinesischer Pavillon_ 1804.

_PINZBERG._ OFranken BA Forchheim.

*Kirche.* 18. Jh. 1sch. flachgedeckt. Reiche Rok.Ausstattung. Der Kirchhof
umgeben von hoher Verteidigungsmauer, der untere got., oben bar.
Glockenturm dient als Tor.

_PIRNA._ K. Sachsen Amtshauptstadt.

*Stadt-K. S. Marien.* Schon die vorangehende K. war bedeutend; die
Urkunden nennen 15 Altäre von 1338-1462. Von einem 1466 begonnenen Neubau
der unregelmäßig in die SWEcke eingeschobene Turm. Der Hauptbau 1502-1546.
— Hallenkirche mit schwach ausgebildetem Chor; die Ssch. schließen gerade
mit abgeschrägten Ecken, das Msch. mit 3 Seiten des 8Ecks. Der 47 m lange
Hauptbau geteilt in 7 Joche. Gesamtbreite 25 m, die Ssch. wenig schmäler
als das Msch., H. 18 m. Also sehr weite und freie Raumverhältnisse. Die
8eckigen Pfll. von äußerster Schlankheit. Die in der Erzgebirgsschule zum
Prinzip erhobene Vereinheitlichung der Decke durch Verwischung der
Jocheinteilung noch konsequenter als dort durchgeführt; Grundform des Gwb.
1/2kr. Tonne mit Stichkappen, darauf einmaschiges Rippennetz im Msch.,
Sterne in den Ssch. Im Chorpolygon die Rippen von den Kappen ganz abgelöst
und in kräuselnde Verschlingungen (»gewundene Reihungen«) gebracht, etwa
an Hobelspäne erinnernd; die tiefsten Ausläufer ganz naturalistisch als
Baumstämme charakterisiert; »wilde Männer« klettern an ihnen empor; die
Kappen mit Rankenwerk bemalt. (Auch an den Gewölbeanfängern des Lhs.
befanden sich 12 Freifiguren, 1778 abgeschlagen). Fenster hoch, schmal,
mit abgeflachtem Spitzbg. geschlossen, Maßwerk spärlich und matt. Als
Beispiel spätestgotischer Formengebung bmkw. die Sakristeitür. An der
NSeite Renss.Emporen von 1570.

_Altarwerk_ aus Sandstein 1611 von _David Schwenke_, Skulpturen von
_Antonius v. Saalhausen_; 10 m hoch, 5 m br., ursp. reich in Farbe und
Gold staffiert; an der Staffel Abendmahl zwischen Geburt und Kreuzigung;
in der Mitte des Hauptgeschosses Sintflut und Auferstehung des Herrn,
seitlich Jakobsleiter und Elias Himmelfahrt; an der Staffel des
Obergeschosses die Geschichten des Jonas und Simson, in dem Hauptfeld
Christi Himmelfahrt. — _Kanzel_ aus Sandstein 1543 verkünstelt spgot.,
Schalldeckel 1576. — _Taufstein_ 1561, Fuß 1802 (der alte zeigte
Kindergruppen wie in Annaberg). — Unter den zahlreichen _Grabsteinen_ und
_Epitaphen_ mehrere hervorragende Stücke: D. v. Sebottendorf 1585; M. L.
Lauterbach 1569; Joh. Rosig 1612; besonders Sup. Kademann 1607, höchst
lebendiges Bildnisrelief, Umrahmung nüchtern. Unter den Grabsteinen an der
Außenwand hervorzuheben H. W. v. Schönberg †  1645. — _Epitaphgemälde_ von
_H. Göding d. Ä._ [_Antependium_ aus 14. Jh. in Seidenstickerei, jetzt
Altert. Ver. Dresden.] — An den Gwbb. großer _Gemäldezyklus_ aus M. 16.
Jh., »ein protestantisches Kunstwerk von hoher Bedeutung und Seltenheit«.
— _Orgel_ 16. Jh., verändert 1678. — _Glocke_ 2. H. 14. Jh.

*Dominikaner-Klst.* Erhalten die K. und der Kapitelsaal. Die K. Rck. 35 :
12,5 m. Aufbau 2sch., Chor 1sch., etwas eingezogen (zerstört). Im Schiff
8eck. Pfll. von äußerster Schlankheit, Kreuzrippengwbb. auf reich
skulptierten Kragsteinen (Farbspuren), der Kämpferpunkt an den Pfll.
selbst nicht betont. Stilformen der 1. H. 14. Jh. Der kleine an der SOEcke
angefügte Turm 15. Jh. Aus letzterer Zeit das 2sch. und 3jochige
Kapitelhaus.

*Rathaus* spgot. nach Brand 1485 und ren. 1549 und 1581; aus der ersten
Epoche die reich umrahmten Türen des Erdgeschosses.

*Privathäuser.* Pirna hat mehr als die meisten anderen Städte Sachsens vom
Gepräge älterer Jahrhunderte bewahrt. _Spätgotisches_ z. B. Markt 3 und
46, Dohnaische Str. 24, Schustergasse 5, Badergasse 6, Kirchplatz 2. — Aus
_Renss._ besonders das Portal Niedere Burgstr. 1 von 1540, ganz in den
Formen des oberitalienischen Terrakottastils, gekrönt mit dem
Reliefbildnis des Architekten W. B. Ferner Markt 13, Schuhgasse 15, Markt
12 von 1548 im Charakter des Moritzbaues am Dresdener Schloß; Ecke
Barbiergasse und Dohnaische Str. mit zierlichen Ecken; Markt 18,
Schustergasse 4; Obere Burgstr. 1 von 1624, Markt 9 von 1673,
Schustergasse 2 von 1676. _Rokoko_: Langestr. 10, Badergasse 5.

*Schloß Sonnenstein*, jetzt Irrenanstalt; von älteren Bauzeiten kaum etwas
erkennbar.

_PLASSENBURG B. KULMBACH._ OFranken.

Erb. von Markgraf Georg Friedrich durch, _Caspar Vischer_ unter Mitwirkung
der Württemberger _Alberlin Tretsch_ und _Blasius Berwart_. Hauptbauzeit
1559-1569. Die berühmten Festungswerke 1808 von den Bayern geschleift. Das
meiste künstlerische Interesse haben folgende Teile: im äußeren Hof
Zeughaus, origineller Kuppelbau mit trotzigem Portal von 1607, im
mittleren Bogenfeld Hochrelief des Markgrafen Christian zu Roß;
Hauptportal des inneren Baues. Eines der reichsten Dekorationsstücke der
ganzen deutschen Renss. die Hoffassaden. Die großartige Wirkung der
letzteren beruht auf dem Kontrast des ganz schlicht, ja formlos gehaltenen
Erdgeschosses und der 2 in breite Pfll.Arkaden aufgelösten, an den Flächen
über und über mit Flachreliefornament bedeckten Obergeschosse; abweichend
der NFlügel, der ehemals den großen Rittersaal enthielt; die 4 Ecktürme
mit den zur Kommunikation unentbehrlichen Treppen bilden wieder einfache
Massen.

_FLAUE._ Schwarzb.-Sondersh. LA Arnstadt.

*Liebfrauen-K.* mit rom. Resten. Ruine *Ehrenburg*.

_PLAUEN._ K. Sachsen AH Dresden-A.

*Dorf-K.* 1700 durchgreifend umgebaut; vom Bau 1467 das einfache WPortal
und die kleine Sakramentsnische.

_PLAUEN._ K. Sachsen Amtshauptstadt.

*Johannis-K.* Von der ursp. rom. Anlage die 2 WTürme und die OWand des
Qsch.; nach Brand 1430 Umbau als spgot. Hallenkirche im Stil der K. von
Annaberg, Schneeberg usw., doch unbedeutender als diese, stark rest. nach
Brand 1548. — In die _Superintendentur_ eingebaut die Reste des
Deutschritterhauses mit interessanter innerer Einteilung.

*Gottesacker-K.* (Luther-K.) 1693-1708. Nächst der zu Carlsfeld der
älteste Zentralbau im Lande; verschobenes 8Eck mit polygonem Chor und
vorspringendem Turm im W, innen Emporen und Holzdecke. — Kleiner
4flügeliger _Altar_ aus der Thomas-K. in Leipzig, umgearbeitet 1587 von
_Valentin Silbermann_, die feinen figürlichen Reliefs um 1500.

*Rathaus* letztes Viertel 15. Jh. im Schulcharakter des Arnold v.
Westfalen (Meißen) und wohl von demselben Meister wie die Schlösser in
Sachsenburg und Netzschkau (_Hans Reinhart_). Der breite Backsteingiebel
nach Brand 1548, gegliedert durch 5 nach der Höhe wachsende
Pilasterordnungen, Eckfüllungen in Wellenlinien.

_PLÖSSNITZ._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Dorf-K.* Bescheiden rom. Kap. in guter Erhaltung; rck. OTurm, darunter
Altarhaus und 1/2 kr. Apsis.

_PÖDELISL._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Dorf-K.* Der ansehnliche rom. Chorturm mit 3teilig gekuppelten
Schallöffnungen steht jetzt in der Mitte zwischen der spgot. ziemlich
reich behandelten Chorerweiterung und dem schlicht bar. Schiff. —
_Schnitzaltar_ bez. _H F_ und _Pflugschar_ (derselbe Meister in
Klein-Heringen, Görschen und S. Moritz in Naumburg).

_PODELWITZ._ K. Sachsen AH Leipzig.

*Dorf-K.* spgot. ohne Auszeichnung in Architektur und Ausstattung, aber im
19. Jh. gänzlich unberührt geblieben und dadurch von einem leider nicht
mehr oft anzutreffenden Stimmungswert des Ensembles.

_PÖHL._ K. Sachsen AH Plauen.

*Dorf-K.* Nach Zerstörung im 30jährigen Kriege 1654-61.

*Schloß* 1572 für Kaspar v. Röder, einfach renss., große tonnengedeckte
Halle. _Gemäldesammlung_. Bmkw. ein reicher Rahmen von _J. H. Böhm._

_POLENZ._ K. Sachsen AH Pirna.

*Schloß.* E. 17. und A. 18. Jh., eindrucksvolle Anlage von Flur und
Treppenhaus.

_POLLEBEN._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

*Dorf-K.* Im Turm gekuppelte rom. Fenster mit Kaptt. in Würfelform. Spgot.
_Schnitzaltar_.

_POMMERSFELDEN._ OFranken BA Höchstadt

*Pfarr-K.* 1687 und 1750. Zahlreiche Truchsessische _Grabsteine_
1543-1685. Einer um 1560 von _Peter Dell d. J._

*Altes Schloß*. Wasserburg des 16. Jh.

*Neues Schloß Weißenstein*. 1711 bis 1718 für Lothar Franz v. Schönborn,
Erzbischof von Mainz und Bischof von Bamberg. Entwurf von _M. v. Welsch_
in Mainz, Ausführung von _Joh. Dientzenhofer_ in Bamberg. Nach Größe und
Wert einer der vornehmsten Schloßbauten des Jahrhunderts, auch interessant
für die Entwickelung des Anlagetypus (vgl. rückwärts Marquardsburg). Gr.
in Tricliniumform; nach der anderen Seite umgrenzt den großen Hof der
Halbkreis der Stallungsgebäude. Der Mittelflügel des Hauptbaues wird durch
einen beiderseits stark vorspringenden, auch etwas höheren Querbau
durchbrochen, die Flügel enden in je 2 Pavillons. An der Gartenfront 27
Achsen, an den Flügelfronten 15. Der Aufbau in 3 differenzierten
Geschossen. Die tragenden Glieder wechselnd Säule, Pilaster, Lisene, je
nach der Bedeutung des zu schmückenden Bauteils. Übergroßes Mansarddach.
Im Innern sind die stärksten Motive das Treppenhaus und der Festsaal,
beide den mittleren Querbau ausfüllend. Das _Treppenhaus_ war, bevor die
Neumannschen Schloßbauten es überboten, das großartigste in Deutschland
und wird von keinem französischen erreicht. Ein dem Quadrat sich näherndes
Rck. an allen 4 Seiten von Galerien in 3 Geschossen umgeben; die im freien
Mittelraum in 2 Läufen sich entwickelnde Treppe reicht nur bis zum ersten
Obergeschoß; zum zweiten führen verborgene Nebentreppen. Beim Austritt zum
obersten Treppenpodest erweitert sich der umlaufende Gang zu einem
kleinen, besonders reich dekorierten Vorsaal, aus dem man in den Festsaal
gelangt. Dieser geht durch beide Obergeschosse; unter ihm ein niederer,
als Grotte charakterisierter Gartensaal. Im _Festsaal_ ein schwerer,
zugleich unruhiger Prunk; an den Wänden wechseln Pilaster und Vollsäulen;
das Kranzgesims von willkürlich gebildeten Bgg. durchbrochen; eine sehr
große, durch Stuck und Malerei in heftige Bewegung versetzte Kehle führt
zum freskierten Spiegel über. Unter den übrigen Räumen ist das
Vorhandensein einer Galerie für Gemälde bemerkenswert. Die kleineren
Gemächer haben viel von ihrem einstigen Dekor (Leder- und Damasttapeten)
verloren; doch bleiben manche anziehende Proben kleinkünstlerischen
Schaffens, z. B. die zierlich angelegten Fußböden. — Der prächtige im
Zirkel laufende Marstall 1717 von _Welsch_. Für andere Nebengebäude _B.
Neumann_ zu Rate gezogen. — Sehr bedeutend waren die Gartenanlagen; sie
sind A. 19. Jh. »englisch« umgearbeitet. — Die große, früher über
Deutschland hinaus berühmte _Gemäldegalerie_ hat M. 19. Jh. ihre
wertvollsten Stücke durch Verkauf verloren, ist aber noch immer
beachtenswert.

_POMSSEN._ K. Sachsen AH Grimma.

*Dorf-K.* rom. Anlage. — Die Ausstattung, renss, und bar., gibt ein
malerisches Ensemble, auch sind einzelne Stücke für sich bmkw. Großes
_Sandsteinepitaph_ der Familie v. Ponickau 1560; 18 weitere Denkmäler
dieser Familie bis 1725.

_PONICKAU._ K. Sachsen AH Großenhain.

*Dorf-K.* Einfacher flachgedeckter Bau mit großem Turm von 1726. —
_Flügelaltar_, geschnitzt und gemalt, A. 16. Jh.

_PONITZ._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg.

*Dorf-K.*, älteste Teile 14. Jh., 1653 durchgreifend umgebaut. —
Gedenktafeln 1593 und 1613 in tüchtiger Renss.

*Schloß,* 1574, stattliche Außenerscheinung.

_PORSTENDORF._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Schloß.* Ehemals Wirtschaftshof des Klst. Pforta, umfangreiche Baugruppe
meist aus 18. Jh.

_POSA._ Pr. Sachsen Kr. Zeitz.

Ehem. *Benedikt.-Klst.-K.* Die Nachgrabungen von 1875 und 1899 ergaben für
den Chor (gew. 1122) eine mit Paulinzelle genau übereinstimmende
Fünfapsidenanlage (got. umgebaut). Pfeilerreste aus dem Schiff verwandt
mit Talbürgel. WTürme durch Merians Stich bezeugt.

Am WAbhang des Berges rom. _Palas_, von den Rundbogenfenstern nur eines
unvermauert, mit schöner Mittelsäule.

_POSSENDORF._ K. Sachsen AH Dippoldiswalde.

*Dorf-K.* voll. 1596; 2sch. Hallenkirche von 3 Jochen, weiträumige
Verhältnisse, Formen spätestgot., bmkw. die mannigfaltig gezierten
Schlußsteine.

_PÖSSNECK._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

*Stadt-K.* spgot., Chor 1390, Lhs. 1454-88, jetzt der Gewölbe beraubt.

*Rathaus.* 1443, Erweiterungen 1449, 1531. Stattliche Anlage in
eigentümlicher und reizvoller Mischung spätester Gotik und früher Renss.
(A. 20. Jh. übel umgebaut). Hauptschmuck der Fassade die in glücklichem
Wurf unsymmetrisch an die Seite geschobene Freitreppe; über den
Treppenläufen offene Lauben, deren Verdachung in kleine Halbkreisgiebel,
staffelförmig ansteigend, aufgelöst ist. Reich dekoriert auch die beiden
großen Treppengiebel der Schmalseiten; es wechseln 4 Streifen von
Fischblasen mit ebensoviel Reihen kleiner gardinenförmig geschlossener
Blendbögen. Im Innern hat sich eine zweischiffig gewölbte Halle, sonst
aber wenig von älteren Kunstformen erhalten.

*Wohnhäuser.* Haus Wohlfahrt am Markt mit schönem Portal von 1565 noch
ganz im Sinne der oberitalienischen FrRenss.; andere Portale Haus Fischer
am Kirchplatz; Steinweg Nr. 55; Krautgasse ao. 1564.

*Marktbrunnen* 1522 mit der Statue des hl. Mauritius.

Bmkw. *Friedhof* mit K. und vielen Denkmälern des 17. und 18. Jh.

_POSTERSTEIN._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg.

*Dorf-K.* spgot. und 17. bis 18. Jh. — Bmkw. die reich geschnitzte
_Herrschaftsempore_ 1689 und der _Altaraufbau _ aus derselben Zeit.

*Schloß.* Die höchst malerische Gebäudegruppe, wesentlich 16. Jh.,
umlagert einen großen ma. Turm.

_PÖTEWITZ._ Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.

*Dorf-K.* Rom. Turm. Das Langhaus got. 3sch. umgebaut. — Bmkw. spgot.
_Schreinaltar_.

_POTTENSTEIN._ OFranken BA Pegnitz.

*Pfarr-K.* Got. 2sch. Halle, »während der Chor sprom. (?) Formen erhielt«,
Ausstattung bar. — *Schloß.*

_PREDEL._ Pr. Sachsen Kr. Zeitz.

*Dorf-K.* Chor spgot. 1507, Langhaus 1701, der sehr stattliche Turm
Fr.Renss. — _Schreinaltar_ um 1500.

_PRESSECK._ OFranken BA Stadtsteinach.

*Pfarr-K.* Chor got., Sch. bar.

_PRETTIN._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

*Stadt-K.* Got. Backsteinrohbau. 3sch. kreuzf. Basilika von 3
Gewölbejochen. — Großer _Schnitzaltar_ um 1500, nordwestdeutsch, oder
niederländisch, 1614 von der Kurfürstin Hedwig, einer dänischen
Prinzessin, geschenkt.

Runder got. *Torturm* in Backstein.

_PRETZFELD._ OFranken BA Ebermannstadt.

*Kirche* 18. Jh. unbedeutend.

*Schloß* 16. Jh. auf ma. Grundlage.

_PRETZSCH._ Pr. Sachsen Kr. Wittenberg.

*Stadt-K.* 1sch. flachgedeckt, spgot. und bar. — _Altar_ 1652 von _J. G.
Kretschmer_ aus Dresden. _Gemälde_, Kreuzigung, von _D. Heuer_ aus
Leipzig. _Grabmal_ der Königin Eberhardine. Arnimsche _Epitaphe_ 18. Jh.
Außen am Turm Rittergrabstein 14. Jh.

*Schloß* 1634.

_PRICHSENSTADT._ UFranken BA Gerolzhofen.

Ein altfränkisches *Stadtbild*, an dem man, wenn sich die Gelegenheit
bietet, nicht vorübergehen sollte. Inmitten großer Weiher. Fast der ganze
Mauergürtel des 15. bis 16. Jh. erhalten. Charaktervolle Torgruppe mit 2
runden Flankentürmen, in Franken ein seltener Typus. Mitten im Städtchen
großer Turm mit spitzbogiger Durchfahrt und originellem sprenss. Dachwerk.

*Kirche* urspr. got., dann bar. überarbeitet und baulich ohne Interesse,
doch enthält sie eine originelle bemalte _Steinkanzel_ des 17. Jh.

_PRIESSNITZ._ K. Sachsen AH Borna.

*Dorf-K.* um 1500, 1616 durch Hans v. Einsiedel im Geschmack
niederländischer SpRenss. glänzend ausgestattet, besonders die
herrschaftlichen Betstuben. Die _Gemälde_ von _Johann de Perre_ aus
Antwerpen, ansässig in Leipzig.

_PRIETITZ._ K.Sachsen AH Kamenz.

*Dorf-K.* 1881 fast ganz erneuert. — _Altar_, gute Tischlerarbeit von
1646. _Denkmäler_ des 18. Jh., über die in der Lausitz recht gute
Durchschnittsqualität noch hinausgehend.

*Herrenhaus* (v. Stammer) um 1770. Größere Porträtreihe, u. a. von _Anton
Graff_ und _Chr. Leberecht Vogel_.

_PROBSTZELLA._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

*Dorf-K.* wesentlich 1755. — _Altarwerk_ fränkisch um 1500.

_PROFEN._ Pr. Sachsen Kr. Zeitz.

*Dorf-K.* Rom. Turm. Schöner spgot. Chor 1495. — Ausstattung in guter
Renss., desgl. Decke und Emporen in kräftiger Polychromie.

_PRÖLSDORF._ UFranken BA Haßfurt.

*Pfarr-K.* 1766. Eleganter Rok.Bau. In der Verbindung des WTurmes mit der
Fassade Nachklang Neumannscher Anlagen. — Im Pfarrhof bmkw. _Kaselkreuz_
15. Jh.

_PROSSELSHEIM._ UFranken BA Kitzingen.

*Pfarr-K.* Posthum got. Neubau 1614. — Derb wirkungsvolle Ausstattung um
1700. — _Dorfbrunnen_ unter einem von 6 tosk. Sll. getragenen Haubendach.

_PROZELTEN_ siehe Stadtprozelten.

_PULSNITZ._ K. Sachsen AH Kamenz.

*Pfarr-K.* Über Resten einer got. Anlage ein Emporensaal aus M. 18. Jh. —
Reicher Kelch 1487. Zahlreiche Denkmäler der Barockzeit.

*Schloß* (v. Maxen) 1718. Gute Inneneinrichtung aus verschiedenen Epochen
des 18. Jh. Bildnisse. Glasscheiben.

*Rathaus* schlicht renss. Wohnhäuser 18. Jh.

_PURSCHENSTEIN._ K. Sachsen AH Freiberg.

*Schloß* aus Ma. und Renss. Abb. von 1755 zeigt eine bedeutende Anlage von
5 Türmen von hohen bar. Helmen gekrönt; davon jetzt nur einer erhalten;
sonstige Kunstformen spärlich.

_PUSCHENDORF._ OFranken BA Höchstadt.

*Pfarr-K.* 1489. Chor, im Gr. 1+5/8, netzgewölbt. Im Langhaus Holztonne.
Tüchtiger Quaderbau mit energisch profilierten Fenstern. Malerischer
Innenraum. 3 _Schnitzaltäre_ aus der Erbauungszeit. Gemalte
_Wappenscheiben_ nürnbergischer Familien.



_Q_


_QUEIENFELD._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Kirche* 1719. Saalbau mit 2 Geschossen Emporen, Turm um 1546, die Fenster
in got. Formen. — Auf dem nahen Weinberg die Grundmauern der ehemals
berühmten _Wallfahrts-K._

_QUERFURT._ Pr. Sachsen RB Merseburg. Kreisstadt.

*Stadt-K.* Urspr. spgot. Hallenkirche, in jüngerer Zeit durch
Emporeneinbauten u. a. m. stark verändert. Die rom. Sll., welche die
Orgelempore tragen, wahrscheinlich aus Klst. Marienzelle. Am WTurm
gefälliges Portal 1. H. 15. Jh. — Großer bar. _Altarbau_.

*Friedhofs-K.* Unbedeutender Barockbau mit ansehnlichen _Epitaphen_.

*Rathaus.* Schlicht sprenss.

*Schloß.* Weitläufiger Komplex von Festungswerken, Beamten- und
Wirtschaftshäusern. Die Oberburg Anlage des 12. und 13. Jh. Imposanter
runder Bergfried (der »dicke Heinrich«) von 21 m Durchmesser und 4,5
Mauerstärke; dann ein quadr. Wohn-Turm. Im Übergang zur Renss. ein vom
Kardinal Albrecht von Mainz 1535 errichteter Wohnbau. Die mitten im
weitläufigen Bering freistehende _Kapelle_ etwa E. 12. Jh. Qsch. und Chor
normale Kreuzanlage mit Apsiden, das 1sch. Lhs. von geringer Ausdehnung,
im W Vorhalle und Herrschaftsempore. Im äußeren Aufbau die schlichten rom.
Formen noch gut zu verfolgen, das Innere 1716 barockisiert. Über der
Vierung 8seitiger Turm mit Lisenen und Bogenfries. — Grabkapelle E. 14.
Jh. _Tumba_ des Gebhard v. Querfurt † 1383, an den Seitenwänden das
Trauergefolge in einer Art feierlichen Tanzschrittes mit merkwürdiger
Gestikulation; die Arbeit stimmt zu der an der Tumba Herzog Georgs in
Pforta.



_R_


_RABENECK._ OFranken BA Pegnitz.

*Burg.* Wohnturm und Palas erhalten, Vorburg Ruine.

_RABENSTEIN._ OFranken BA Pegnitz.

*Burg* mit Wappenstein von 1495.

_RABOLDSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Homberg.

*Dorf-K.* Alabasterepitaph des W. v. Wallenstein † 1604 und seiner Ehefrau
Ch. v. Berlepsch.

_RÄCKNITZ._ K. Sachsen AH Dresden-A.

*Denkmal* für General Moreau † 1813.

_RADEBERG._ K. Sachsen AH Dresden-N.

*Stadt-K.* Kernbau 1486, Umbauten 1714, 1808, 1887. — _Kanzel_ und
_Taufstein_ 1730 von _J. C. Feige_.

*Schloß.* 1543-46 unter Leitung von Hans Dehn durch einen Meister aus dem
Kreise des _Hans Schickentanz_, erneuert 1628 durch _Ezechiel Eckhardt_. —
Hauptbau auf 3eck. Gr., nur 2 niedrige Geschosse, Portal, Fenster, Kamin
interessante Beispiele der Dresdener Frührenaissance.

_RADEFELD._ Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.

*Dorf-K.* Turm sprom., Sch. spgot.

_RADIBOR._ K. Sachsen AH Bautzen.

*Kirche* neu. Aus der alten mehrere hübsche Ausstattungsstücke 16. bis 18.
Jh. — _Holzplastik_ in auffallender Menge. Madonnenstatue A. 15. Jh.,
ausgezeichnet, sicher Import. Aus derselben Kunstrichtung eine zweite
desgl. und eine Pietas. Altarschrein mit geschnitzten Mittelfigg. und
gemalten Flügeln, um 1450. Geringer 2 Selbdritt und Apostelstatuen um 1480
u. a. m.

*Schloß* 1709, große Behandlung, einfach, Gr. fast quadr., in der Mitte
Lichthof und Treppenhaus.

_RADMERITZ._ K. Sachsen AH Zittau.

*Dorf-K.* Turm 1702. Ansehnliches _Grabmal_ des J. v. Ziegler, Stifters v.
Joachimstein † 1734. Ausstattung um 1734. Prächtiges Gruftgebäude 1744.

_RALBITZ._ K. Sachsen AH Kamenz.

*Dorf-K.* Niedriger Gewölberaum von 1752. Ausstattung charakteristisch
katholisch. — Im Dorf _Dreifaltigkeitssäule_.

_RAMMELBURG._ Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis.

*Schloß.* Auf ma. Grundlage im 16.-18. Jh. erneuert. 1575 die den unteren
Raum des Bergfrieds einnehmende Kapelle eingerichtet, Decke und Oberteil
der Seitenwände bedeckt mit biblischen Darstellungen in »hoch erhabenem
Bildwerk«.

_RAMMENAU._ K. Sachsen AH Bautzen.

*Schloß* nach 1417. Stattliche Anlage in Hufeisen-Gr., die
Wirtschaftsgebäude nach einheitlichem Plan hinzukomponiert. Geräumiges,
vornehmes Treppenhaus, gemalte Architekturen in der Art _Oesers_. Die
sonstige Inneneinrichtung zeigt 3 Stilepochen, das Barock des ersten
Erbauers mit reichen Stuckdecken, die Zeit des Gr. v. Hoffmannsegg um 1700
und die Kleistsche Zeit um 1800 mit pompejanischem Zimmer.

_RANDERSACKER._ UFranken BA Würzburg.

*Dorf-K.* Im Kern rom. Pfl.-Basilika, 1605 gotisierend umgebaut. Gut
erhalten der rom. Turm (SO), Quaderbau in ungewöhnlich reicher Gliederung,
die unteren Teile E. 12., die oberen gegen M. 13. Jh. — Ausstattung um
1700. Auf den Seitenaltären _Gemälde_ von _Oswald Onghers_, 1683 und 1704.
Seinsheimsche _Grabsteine_ E. 14. Jh. — _Friedhofsbefestigung_ nach 1609.

Großer *Zehnthof* des Würzburger Domkapitels, angelegt (Inschr.) 1332,
verändert 1615. Im Ort zahlreiche schlichte _Häuser_ 16.-18. Jh. Am
Gasthof zur Krone feines Rok.Gartenhäuschen, Schule _Neumanns_. —
_Bildstöcke_ in großer Zahl, meist 17. Jh.

_RANIS._ Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück.

*Stadt-K.* spgot. 1sch. polyg. geschlossen, Turm seitlich im N. Von der
ehemals reichen Ausstattung wenig übrig.

*Schloß,* got. und renss., mit hohen Giebeln, höchst malerisch.

_RASDORF._ RB Cassel Kr. Hünfeld.

*Pfarr-K.* (K. des schon 815 vorhandenen Benedikt.-Klst.). Rom. 11. Jh.,
im 13. frgot. umgebaut mit einzelnen got. und spgot. Nachbesserungen. —
Basilika auf kreuzf. Gr. Je 5 niedrige Arkaden, deren ungegliederte steile
spitzbg. Bgg. auf 3 Paar Sll. und einem Paar rck. Pfll. ruhen. Basen jetzt
im Fußboden verborgen. Kaptt. den korinth. roh nachgebildet, hohe
Deckplatte mit Karnies und Schmiege. Am westl. Ende Emporeneinbau
(verbaut). Die flache Decke bei der got. Erneuerung des Obergadens
beibehalten. Die Vierungspfll. rund mit 4 Diensten für das Kreuzrippengwb.
Über der Vierung ein mehrgeschossiger 8seitiger Turm, zu dem eine
steinerne Wendeltreppe aus der Chorecke hinaufführt; der Chor mit 5/8
Rippengwb. — Die ganze L. ca. 40 m, H. des Turms über 50 m.

_RATENDORF._ K. Sachsen AH Rochlitz.

*Dorf-K.* 1sch. rom. Anlage mit eingezogenem quadr. Chor und Apsis, Turm
über dem Chor. — _Schnitzaltar_ 1510.

_RATSFELD._ Schwarzb.-Rudolst. LA Frankenhausen.

Fürstl. *Jagdschloß* 1698. Außen sehr einfach. Die Kapelle in strengem
Barock der klassischen Richtung. 1908 umgebaut.

_RATTELSDORF._ OFranken BA Bamberg I.

*Pfarr-K.* 1465 ähnlich Hallstadt; 1823 zur Hälfte abgebrochen und
erneuert.

_RAUENSTEIN._ Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg.

*Dorf-K.* 1453. Hübsche Steinkanzel A. 16. Jh.

*Burg* erb. um 1350, zerstört 1640, Spuren edlerer architektonischer
Durchbildung.

_RAUHENECK._ UFranken BA Ebern.

*Burgruine.* Polyg. Bering mit Renss. Türmen; am ehem. Palas noch rom.
Reste (wohl 13. Jh.); Wehranlage mit Gräben gut erhalten.

_RAUSCHENBERG._ RB Cassel Kr. Kirchhain.

*Pfarr-K.* 4 Bauzeiten. Aus E. 12. Jh. das nördl. Ssch. nebst den
nordwestl. Schiffsarkaden; rippenlose, kuppelig steigende Kreuzgwbb. auf
Kragsteinen, von roher Ausführung. A. 14. Jh. das Msch. erneuert, 3 rck.
Kreuzgwbb., Fenster nur an der südl. Seite, südl. Ssch. unterdrückt;
renoviert 1453. Chor 2 Joche und polyg. Schluß, spgot. Netzgwb. in
gewundenen Reihungen. Schmuckloser WTurm. — _Ikon. Grabstein_ 1584. —
_Holzstatuette_ der h. Jungfrau, gute spgot. Handwerksarbeit. — _Kruzifix_
aus gleicher Zeit. — _Altarflügel_ um 1400.

*Burgruine.* Der in 3 gewölbten Stockwerken erhaltene Wohnturm M. 13. Jh.
interessant in Anlage und Einzelheiten.

_REDWITZ._ OFranken BA Wunsiedel.

*Pfarr-K.* E. 14. Jh., verändert M. 16. Jh. Hallenkirche mit eingezogenem
Chor in 2 Jochen, 5/8 Schluß, im Lhs. 3 Joche. Rundpfll. mit einfachen
Kaptt. Kreuzgwbb. — Hübsches _Sakramentshaus_ 1498, ca. 4 m h. Außen
_Ölberg_ 2. H. 15. Jh.

*Kathol. K.,* gest. 1777 von der Kaiserin Maria Theresia.

*Rathaus* umgebaut aus got. Schloß; Erker bez. 1591, andere Bauteile 1509,
1593, 1642.

_REGENSBERG._ OFranken BA Forchheim.

*Schloß* ziemlich erhalten.

_REIBERSDORF._ K. Sachsen AH Zittau.

*Dorf-K.* 1736, 1sch., Empore in 3 Geschossen ringsumgeführt. Kanzelaltar
1780. Nicht üble Rittergrabsteine 1552, 1619. Gräfl. Einsiedelsche Gruft
1746.

*Schloß* 1763 von _Andreas Hünigen_ in Zittau. Uförmige Anlage, die kurzen
Schenkel nach dem Hof, die Formen ein schlichtes, schon dem Klassizismus
zuneigendes Rokoko. Die Innendekoration z. T. erhalten. Prächtige
Empiremöbel. Zahlreiche Familienbildnisse (Einsiedel und Verwandte), Graf
Joh. Georg v. E. von _A. Graff_, Graf Heinrich v. E. in der Art _J. F. A.
Tischbeins_. Meißener Porzellan mit einigen hervorragenden Stücken. — Die
ursp. französische _Parkanlage_ in der englischen Umwandlung noch zu
erkennen. Reizender _Gartentempel_ von _Eschke_ 1796 (etwas verändert
1830).

_REICHELSBERG._ UFranken BA Ochsenfurt.

*Burg.* Im 13. und 14. Jh. hohenlohisch, im 16. Jh. weinsbergisch. 1525
zerstört. Großartige Ruine. Die Regelmäßigkeit der Anlage deutet auf
späteres Ma. Die Zwingermauer hat 7 Rundtürme.

_REICHELSBURG b. AUB._ UFranken BA Ochsenfurt.

*Burgruine.*

_REICHENAU._ K. Sachsen AH Zittau.

*Dorf-K.* 1690 von _Heinrich Proscher_. Weiträumiger Saal mit Doppelempore
und flacher Holzdecke. Reste von spgot. _Altarplastik_ [z. T. im Dresdener
Altert.-Ver.]. _Altar_ 1819, die _Holzfigg_. von _Gareis_ in Ostritz.
Prächtige _Orgel_ 1769.

_REICHENBACH._ RB Cassel Kr. Witzenhausen.

Ehem. Nonnen-Klst.-K. Vielfach veränderte rom. Basilika ohne Qsch., Chor
quadr., überall Holzdecken. Im Schiff 6 Arkaden, je zwei Würfelknaufsäulen
wechseln mit 1 Pfl.

*Burgruine.*

_REICHENBACH._ K. Sachsen AH Plauen.

*Dorf-K.* 1720 mit rom. Mauerresten. — Schönes _Altargerät_ E. 17. und A.
18. Jh., augsburgisch. — _Orgel_ von _Gottfr. Silbermann_ 1725.

_REICHENBERG._ K. Sachsen AH Dresden-N.

*Dorf-K.* Chor 1513, das 1sch. Lhs. älter. — 2 Taufsteine, der eine rom.
13. Jh., der andere, reich geschmückte, 1620. — _Denkmäler_: 1621 Kind von
zwei Engeln getragen, 1625 die Mutter mit Blumenstrauß und Gebetbuch.

_REICHENBERG._ UFranken BA Würzburg.

*Schloß,* seit 1378 Besitz der Wolfskeel, nach Verwüstung im Bauernkriege
whgest. im 17. Jh.

_REICHENFELS._ Reuß j. L. LA Schleiz.

*Burgruine* 14. Jh. 1806 Neubau begonnen und wieder schon Ruine geworden.
Museum des _Voigtl. Altert.-Ver._ mit Resten von spgot. Altarplastik.

_REICHMANNSHAUSEN._ UFranken BA Schweinfurt.

*Dorf-K.* 1607-15.

*Burgruine.* Rechteckige Anlage. Türme, Mauern und Gräben teilweise
erhalten, besonders beträchtliche Teile des großen, südl. Bergfrieds.
14.-15. Jh. Mit Bauernhäusern eingebaut.

_REIDEBURG._ Pr. Sachsen Saalkreis.

*Dorf-K.* mit rom. Turm.

_REIFENSTEIN._ Pr. Sachsen Kr. Worbis.

Ehem. *Cisterc.-Klst*. Die bestehende K. 18. Jh. Im Schiff 5 Joche, im
Chor 2 Joche. Kreuzgwbb. Beträchtliche Reste des got. Kreuzgangs.
Klostergebäude bar. mit stattlichem Treppenhaus.

_REINHARDSBRUNN._ Sachsen-Gotha LA Waltershausen.

*Herzogl. Schloß* an Stelle eines einst hoch berühmten *Klosters*; gegr.
im 11. Jh.; im 16. Jh. verfallen; 1601 Amtshaus. Erhalten eine Reihe von
_Grabsteinen_ thüringischer Landgrafen bis auf Ludwig den Springer † 1123
zurückgehend, jedoch sämtlich A. 14. Jh. ausgeführt, als Ahnenreihe nach
derselben Idee, wie die wettinischen Grabmäler auf dem Petersberg bei
Halle und in anderer Form die Stifterbilder in Naumburg und Meißen.
Hochreliefs auf vertieftem Grunde. Zwei Hände, beide nicht ersten Ranges,
zu unterscheiden: von der ersten sind Ludwig der Springer, Ludwig III.,
Ludwig IV.; von der zweiten Adelheid, Ludwig I., Hermann und Ludwig der
Eiserne. Außer dieser Reihe das Grab Friedrichs des Gebissenen † 1324,
einst im Katharinen-Klst. zu Eisenach.

_REINHARDTSDORF._ K. Sachsen AH Pirna.

*Dorf-K.* ursp. 15. Jh., erweitert im 17. Jh. WGiebel mit schönem Portal,
bez. 1675.

_REINHARDTSGRIMMA._ K.Sachsen AH Dippoldiswalde.

*Dorf-K.* Umbau 1742, am Äußern spgot. Formen erhalten; ungewöhnlich
langes, flachged. Schiff, Chor mit Sterngwb. — Sandsteinaltar mit
Abendmahlsrelief 1601. Orgel von _Gottfr. __ __ Silbermann_ 1731 — _Ikon.
Doppelgrabstein_ für H. v. Schönberg und Gemahlin 1615, in lebensvoller
Charakteristik.

*Schloß* 1767 in der Richtung _Knöffels_. Im Park Marmordenkmal für Anna
v. Bülow von _L. Grossi_ 1790.

_REINHARZ._ Pr. Sachsen Kr. Wittenberg.

*Kirche* 1704 mit ungestört erhaltener Ausstattung.

*Jagdschloß* für August d. Starken 1701. Von Wasser umgeben. Großer
Mittelbau mit niedrigen Seitenflügeln, schlanker achtstöckiger Turm mit
Zwiebelhaube. 3 vollständig in der Originalausstattung erhaltene Zimmer.
Altmeißener Porzellan.

_REINHOLTERODE._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Dorf-K.* (kath.). Gut behandelter Gwb.Bau 1761. Aufwendiges Mobiliar.

_REINSDORF._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Ehem. *Klst.-K.,* gew. 1206. Davon erhalten Chor und Qsch., im 17. Jh. als
evang. Pfarr-K. umgebaut. — _Tympanon_, Maria zwischen Engel und Bischof,
A. 13. Jh., zu vergleichen mit Freyburg. Die Decke im 18. Jh. trefflich
stuckiert, weniger gut die Gemälde.

_REINSTADT._ Sachsen-Altenburg LA Roda.

*Kirche* spgot. mit interessanten Einzelheiten. Zahlreiche Reste von got.
_Schnitzaltären_. _Grabsteine_ v. d. Pfordten, z. T. feine Renss.Arbeiten.

*Burg* in dem einfachen Typus der »Kemnate«, in 4geschossigem spgot.
Aufbau gut erhalten.

_REITZENGESCHWENDE._ Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück.

*Dorf-K.* 1711. Das Innere heiter und festlich in naiv ländlichem
Geschmack. — _Bauernhäuser_ im Blockverband.

_REITZENSTEIN._ OFranken BA Naila.

*Schloß* 1557 an Stelle älterer Burg.

_REMLINGEN._ UFranken BA Marktheidenfeld.

Sog. *Würzburgerschloß,* erb. E. 14. Jh. von Graf Johann I. von Wertheim.
Typische Wasserburg, unvollständig erhalten.

*Kastellsches Schloß*. Komplex einfacher Bauten um 1560.

_REMSE._ K. Sachsen AH Glauchau.

*Dorf-K.* Kleine 1sch. rom. Anlage mit Holzdecke. Die wahrscheinlich noch
rom. Steinempore (Reste) könnte durch das nahe ehem. Nonnenklst. veranlaßt
sein. — *Kloster*. Erhalten ein dreigeschossiger Quaderbau mit rippenlosen
Kreuzgwbb. Bestimmung ungewiß.

_RENGELRODE._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Dorf-K.* (kath.) 1738. Sorgfältig ausgebildeter Quaderbau.

_RENGERSBRUNN._ UFranken BA Gemünden.

*Pfarr-K.* 1777. Auf dem klassizist. Hochaltar _Holzfigur_ der Madonna um
1460. — Gute _Kanzel_ in der Art der _Bossiarbeiten_, E. 18. Jh. —
_Hochzeitsbecher_, Silber vergoldet, bessere Augsburger Arbeit von 1670. —
Großes prächtiges _Ciborium_, würzburgisch, um 1720.

_RENTWEINSDORF._ UFranken BA Ebern.

*Pfarr-K.* Große Anzahl von _Epitaphien_ der Freih. v. Rotenhan, darunter
gute Renss. Arbeiten in Sandstein.

*Schloß* (Frhr. v. Rotenhan). Stattlicher Rok.Bau von 1751 mit langem
Mitteltrakt und schrägen Flügeln; Formcharakter bambergisch. Im Schloßpark
schöne _Orangerie_ um 1750. Vor dem jetzigen Schloß stehen noch Türme und
Wehrbauten des _alten Schlosses_ um 1520.

_REPPERNDORF._ UFranken BA Kitzingen.

*Pfarr-K.* Umbau der Juliuszeit. Der Turm (O) hat Formen aus 2. H. 13. Jh.
— _Altar_ 1608 mit _Gemälden_ von _Hans Haunisch_.

_RETZBACH._ UFranken BA Karlstadt.

*Pfarr-K.* 1736-40 von _B. Neumann_. Typisch für die kleineren Landkirchen
des großen Meisters. Lhs. mit 3 Kreuzgwbb. auf toskanischen Pilastern,
eingezogener polyg. Chor, schlanker WTurm, Äußeres verputzt mit roten
Sandsteinpilastern. — _Altarblatt_ von _Zaner_ 1741. — Prächtiges
_Rok.Ciborium_ um 1770 bez. _D_ (_Joh. Dörffer_ in Würzburg). Schöner
_Kelch_ 15. Jh.

*Wallfahrts-K.* Chor 14. Jh., Lhs. 1625. — _Gnadenbild_ der Madonna 14.
Jh. — Im Pfarrhof reiches rom. Säulchen.

*Rathaus.* Hübscher Fachwerkbau um 1574.

_RETZSTADT._ UFranken BA Karlstadt.

*Pfarr-K.* Wesentlich Neubau von 1726. Der Turm (im NO) hat im 3. Geschoß
gekuppelte rundbg. Schallöffnungen mit zierlich behandelten Säulchen aus
sp. 12. Jh. Am Aufgang zur K. ein originelles rom. Portal als Rahmen eines
Kruzifixes wiederverwendet; an der abgeschrägten Kante des Bg.
phantastische Tierfigg. — _Deckenbilder_ von _S. Urlaub_ 1728.
_Hauptaltar_ vom Schreinermeister _Joh. Uhl_ (der Riß von _B. Neumann_
approbiert). _Monstranz_ von _Stipeldey_ in Augsburg 1793.
_Prozessionstafel_ (»Blutschild«) aus Silber, um 1700.

Gute *Fachwerkhäuser,* meist 17. Jh., an zweien spgot. Madonnenstatuen. —
Mehrere _Bildstöcke_ 18. Jh.

_REUCHELHEIM._ UFranken BA Karlstadt.

*Dorf-K.* Bau und Einrichtung einheitlich 1750. Die _Altäre_ in derbem
Rok., dekorativ von famoser Wirkung. _Deckengemälde_ bez. _J. P. Herrlein_
1753.

_REURIETH._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

*Dorf-K.* Der turmtragende quadr. Mittelbau ist der ehem. Chor der rom. K.
Das übrige öfters erneuert. Bmkw. die mit zierlichem Renss.Ornament
bemalte _Bretterdecke_ bez. 1596.

*Burg,* ziemlich gut erhalten, der WFlügel 14. Jh.

_REYERSBACH._ UFranken BA Mellrichstadt.

*Dorf-K.* Sehr feine _Rokokoaltäre_ (aus Kloster Bildhausen stammend).

_RIEDE._ RB Cassel Kr. Wolfhagen.

*Schloß.* 16. Jh. Noch bewohnt.

_RIENECK._ UFranken BA Gemünden.

*Kreuzkapelle* um 1700. Hochaltar mit interessantem, figurenreichem
_Relief_ der Kreuzigung, bez. 1628.

*Burg.* Einst Sitz des gleichnamigen Grafengeschlechts. Die Wohnbauten und
der Bering erneuert. Erhalten aus der rom. Zeit der NBergfried, der
WBergfried und die rom. Kapelle an der Ostseite; alle Bauten aus 12.-13.
Jh. Der NBergfried ein Unikum in seiner Art. Ganz aus riesigen
Buckelquadern. In der Mauerdicke, die die kolossale Stärke von 7 m
erreicht, oben im 3. Geschoß eine kleine rom. Kapelle (H. 3,54 m,
Durchmesser 5 m). Dreikonchenanlage; an den Ecken zwischen schwachen
Wandpfeilern, welche die Quergurten tragen, eingebundene 3/4 Säulen, auf
denen die Diagonalgurten ruhen; diese von einfach rechteckigem Grundriß;
die Säulen haben attische Basis mit den zum Überfang umgebildeten
Eckblättern der Spätzeit; auch die rom. Mensa erhalten. Der WBergfried,
ebenfalls aus Buckelquadern, ist ein etwas kleineres und einfacheres
Seitenstück zum nördlichen. Die rom. Kapelle der OSeite einschiffig,
flachgedeckt mit OApsis. Über dem WPortal, später eingefügt, 2 gute
_Grabsteine_ des 13. Jh., wahrscheinlich eines Herrn von Rieneck und
seiner Frau.

_RIESA._ K. Sachsen AH Großenhain.

Ehem. *Benedikt.-Nonnen-Klst.* Einfache spgot. Kirche, 1848 durchgreifend
erneuert. Am OFlügel des Klst. (Brauerei) die kleinen renss Fenster der
Nonnenzellen. Im NFlügel Refektorium mit schönem Kreuzgwb. Der SFlügel E.
16. Jh., jetzt *Rathaus.* Von der alten Befestigung ein mächtiger quadr.
Turm.

_RIETH._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

*Dorf-K.* 1682, rom. OTurm.

_RIMBACH._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Dorf-K.* spgot. — _Schnitzaltar_ von besserer Qualität, v. Hansteinsche
_Grabsteine_ roh.

_RIMPAR._ UFranken BA Würzburg.

*Pfarr-K.* 19. Jh. _Sandsteinaltar_, reiche Arbeit des fr. Barock, Wappen
des Fürstbischofs v. Ehrenberg (1623-31). Zahlreiche (8)
_Bildnisgrabsteine_ der Grumbach; hervorzuheben Eberhard † 1487, mit
Unrecht _Riemenschneider_ zugeschrieben, Valentin † 1520, Konrad † 1527,
Kunigunde † 1507.

*Schloß.* Nicht groß, aber als Architekturbild imponierend, wesentlich
Umbau aus der Zeit des Bischofs Julius, der Rimpar zu seinem Sommersitz
machte, 1613 ff. 2 Wohnflügel im Winkelhaken, an der Außenecke mächtiger
Rundturm. Das Äußere hat wenig Schmuckformen. Im Innern bmkw. 3
Repräsentationsräume; im Hauptsaal ruht die kassettenartig behandelte
Gipsdecke auf 6 toskan. Sll., an den Wänden breiter Figurenfries in Stuck
mit Szenen aus der römischen Geschichte. Stilrichtung italistisch, im
Ornament Floriselemente. — _Lusthaus_ des Schloßgartens, seiner Dekoration
beraubt (Mädchenschule).

*Rathaus* 1614. — Menge von _häuslichen Heiligenbildern_ und
_Bildstöcken_.

_RITTERSHEIM._ UFranken BA Ochsenfurt.

*Pfarr-K.* 1783. Reiche klassizist. Stuckdekoration. _Altarbau_ von
_Winterstein_, mit den Seitenaltären zu einer wirkungsvollen Gruppe
zusammengeschlossen. — Hinter dem Chor Turm aus M. 13. Jh.

_ROCHLITZ._ K. Sachsen AH Rochlitz.

*Petri-K.* Erster Bau 12. Jh. Zweiter (jetziger) Bau M. 15. Jh., voll.
1499. Gemeindehaus, Halle, gleich breit wie lang, 3 Schiffe und 3 Joche,
das Msch. bedeutend breiter als die Ssch., kein Turm. _Taufstein_ 1548
noch mit got. Ornament.

*Kunigunden-K.* von _Arnold v. Westfalen_ (dem Meister des Meißener
Schlosses) voll. 1476. Anlage ganz ähnlich der Petri-K., nur der Schluß
aus 5 Seiten des 1OEcks. Die westl. Turmhalle rom. Sie wurde vom Dach der
später angelegten Langhaushalle weit überragt und deshalb abgewalmt. Um
diese unschöne Lösung zu verdecken, errichtete man nach Brand 1688 den
hohen 8eck. Mittelturm, während die Seitentürme niedrige Hauben erhielten
(vgl. Nikolai-K. in Leipzig). Die Hauptwirkung des Lhs. ist auf die
Südseite verlegt. Tür und Fenster mit Kielbogenumrahmung auf Konsolen,
dazu Kant- und Kreuzblumen. Dasselbe Motiv dreimal übereinander an den
Strebepfll. Mehrfach wachsen an Gliedern und Flächen kleine Figürchen
hervor, oder bloß Köpfe oder Hände. Nach alter Zeichnung war auch eine
Folge von seitlichen Giebeln mit quergestellten Firsten vorhanden. Der
ganze Reichtum der Erscheinung hat doch etwas Unorganisches und Starres. —
Großes _Altarwerk_ um 1500, 4 bewegliche und 2 feste Flügel, mit der
Bekrönung 8,57 m hoch. [Ein anderer Flügelaltar von 1521 jetzt in der
Hospital-K.] — Im Chor Reste von _Glasmalerei_ um 1500.

*Schloß* sehr reduziert; einzelne Teile Werk _Arnolds v. Westfalen_,
_Museum_ mit örtlichen Kunstaltertümern.

_ROCHSBURG._ K. Sachsen AH Rochlitz.

*Dorf-K.* Einfache normal rom. Anlage. Portal in Art der Wechselburger
Vorhalle, also ca. 1220-30. — Großes _Freigrab_ des Wolf v. Schönburg
† 1581 und seiner Gemahlin † 1567; am Unterbau zwischen korinth. Sll. die
zwölf Apostel, oben die lebensgroßen knienden Gestalten der Verstorbenen.

*Schloß.* Ausgedehnte Anlage. Die Hauptburg im geräumigen 4eck. Hof,
ältester Teil der runde Bergfried. Künstlerisch interessanter der Ausbau
1470 f. unter Hugold v. Schleinitz durch _Arnold v. Westfalen_. Rest. nach
Bränden 1547 und 1582. In der Kap. bedeutendes _Altarwerk_ 1576, die 10
steinernen Reliefs von _Andreas Lorentz_ aus Freiberg. In einem Nebenraum
_Schnitzaltar_ von 1522.

_RÖCKEN._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

*Dorf-K.* mit rom. Turm und spätestgot. Chor.

_RODA._ K. Sachsen AH Borna.

*Dorf-K.*, rom. Mauern, eingewölbt im 15. Jh. von einem Meister der
Rochlitzer Hütte, vielleicht demselben, der in Kohren tätig war.

_RODA._ Sachsen-Altenburg.

*Kreuz-K.* Alte Gründung (angeblich 1013), mit rom. Mauerbestandteilen.
Durch häufige Umbauten charakterlos und unansehnlich geworden.

*Stadt-K.* E. 16. Jh. in der ungewöhnlichen Form eines großen (21 m
Durchmesser) Achtecks. Drei Ränge Emporen eingebaut 1650, Freitreppen von
außen; flache Decke; der polyg. Chor spgot.

*Cisterc.-Nonnen-Klst.-K.* Gestrecktes Rechteck von 37,5 : 14,7 m. Die
OWand hat 3 große pyramidal gruppierte spitzbg. Fenster im Stilcharakter
von A. 1300. Im W 3 quergestellte Arkaden, welche eine Empore trugen. Die
Langseiten könnten dem Stiftungsbau um 1240 angehören; Fenster klein, zu 2
gruppiert; an der SSeite schlichtes frgot. Portal mit rohem
_Madonnenrelief_. Auf der NSeite nebenschiffartige Erweiterung mit
Erbbegräbnis der Herren von Lobedaburg.

_RODACH._ Sachsen-Coburg Amtsstadt.

*Stadt-K.* Lhs. 1695 und 1755; der eingezogene, längliche, polyg.
geschlossene Chor E. 14. Jh., doch vielfach verändert; seitlicher Turm
1471. — Reste der *Stadtbefestigung* von 1550.

_RÖDELSEE._ UFranken BA Kitzingen.

*Kath. Pfarr-K.* 1779.

*Prot. Pfarr-K*. 1770.

Stattliche Profanbauten: das _Crailsheimsche Schloß_, der _Ebracher
Zehnthof_ (beide ca. 1600) und das gräfl. _Castellsche Zehnthaus_ (Gasth.
zum Löwen) von 1648.

_RÖDERAU._ K. Sachsen AH Großenhain.

*Dorf-K.* 1786-1817.

_RÖDERSDORF._ Reuß j. L. LA Schleiz.

*Dorf-K.* Spgot. Mehrere _Schnitzaltäre_.

_RODERSDORF._ K. Sachsen AH Plauen.

*Kirche,* ehem. des Deutschordens. Schlicht spgot. mit zierlicher WEmpore.
Die kunstvolle  _Altarbekleidung_ ursp. für die Feldgottesdienste Gustav
Adolfs von Schweden. — Gute schmiedeeiserne _Grabkreuze_.

_RODEWISCH._ K. Sachsen AH Auerbach,

*Petri-K*. Geräumiger 1sch. flachged. Barockbau 1729-36. Löblicher
Altarbau; die Reste des ma. Schnitzaltars auf dem Kirchboden.

_RODIGAST._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Dorf-K.* Anlage rom.

_ROHR._ Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.

Ehem. *Nonnen-Klst.-K*. (von Fulda abhängig). Erb. nach M. 13. Jh., jetzt
Ruine. Gr. Rck. 36,5 : 7,2 m; durch Quermauer in 2 gleiche Hälften
geteilt; die westl. enthielt die Nonnenempore über hölzerner
Zwischendecke. Schmale spitzbg. Fenster. An die SSeite lehnte sich ein
quadr. Turm.

*Dorf-K.* Vermutlich die 825 als zu Fulda gehörig genannte S. Michaelis-K.
(Dieser Name in Verbindung mit der Lage auf einem Hügel haben an eine
ehemalige heidnische Kultstätte denken lassen.) Ältester Teil die Krypta;
Gr. überhöhter 1/2 Kr. mit Radius von 4 m, außen rck. ummantelt (wohl als
Unterbau eines OTurms), in der Mauermasse 1/2kr. Nischen; das in
primitiver Weise in Mörtelguß mit Bruchsteinen ausgeführte Gwb. ruht auf 4
formlosen Pfll.; die Steine über der nördl. Stollentür zeigen Riefelung.
Alles dieses weist auf hohes Alter, wahrscheinlich vor 950. — Die K. rck.
28,7 : 8,7 m. Form und Größe sprechen dafür, daß dieser Bau die ältere
Klst.-K. war. Spätere Veränderungen haben 2 kleine rundbg. Fenster übrig
gelassen. An der WSeite Rest eines Paradieses. — Befestigter Kirchhof,
Wall, Graben, Tor; letzteres rom., später mit neuem Wehrturm überbaut;
davor eine Art Zwinger mit Vortor.

*Baderei,* reich verzierter Fachwerkbau 1686. Gegenüber großes Hoftor mit
Sitzkonsolen 1619.

_ROHRBACH._ UFranken BA Karlstadt.

*Pfarr-K.* 1778 von _Geigel_. Sehr gute klassizist. Einrichtung, die
_Altarfigg_. in der Richtung _P. Wagners_. Bmkw. _Monstranz_ und _Kelche_
von _Stipeldey_ in Augsburg 1797.

*Kreuz-Kap.* 1712. Reste guter _Altarplastik_ um 1500, Richtung
_Riemenschneiders_, wohl von derselben Hand wie die Figg. in Großlangheim.
Gute _Pietas_ um 1490, verwandt der in Eußenheim.

_ROHRBORN._ Pr. Sachsen Kr. Weißensee.

*Dorf-K.* Chorturm aus rom. Anlage.

_RÖHRIG._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Dorf-K.* Bar. mit dem in dieser Gegend regelmäßig angewendeten 3/8 Chor.
— Ein gutes Stück die renss. _Kanzel_ mit unten eingebautem Beichtstuhl.

_RÖHRSDORF._ K. Sachsen AH Kamenz.

*Herrenhaus.* Große schlichte Winkelhakenanlage um 1720. Die hübsche
Innenausstattung um 1760. Zahlreiche Porträts.

_RÖHRSDORF._ K. Sachsen AH Chemnitz.

*Dorf-K.* Architekturlos. — Die _Kanzel_ aus Porphyrtuff, bez. 1565, im
Aufbau eine der besten ihrer Zeit, die figürliche Plastik allerdings
minderen Wertes. Große _Glocke_ A. 15. Jh. Die zwei großen _Ölgemälde_ auf
Holz aus A. 17. Jh. bildeten den Verschluß einer Orgel in Chemnitz.

_RÖHRSDORF._ K. Sachsen AH Pirna.

*Schloß* A. 17. Jh. Prachtvolle Kachelöfen ähnlich denen in Wiesenstein.
Porträts von _A. Graff_. Gartenstatuen bez. _Gottfr. Knöffler_.

_RÖMHILD._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

*Stadt-K.* 1450-70. Halle von 3 Jochen, merkwürdig die Anlage eines
doppelten Chors im O und W, beide in Breite des Msch. vorspringend und
polyg. geschlossen, Turm im NO über der Sakristei. — Üppig geschmückter
Fuß eines zerstörten spgot. _Sakramentshäuschens_; _Altarbau_ 1686
tüchtig; _Votivgemälde_ 1482. Ein wertvoller Besitz die seit 1865 im Chor
aufgestellten 7 _Grabsteine_: Georg I. von Henneberg 1465; Johannetta
1481; Hermann VII. 1465; Albrecht v. Waldstein 1470; Elisabeth v.
Wirtemberg 1501; Friedrich II. 1488; Anna v. Mansfeld 1542. Die
wichtigsten Stücke (Südkap.) das _Erzbild Ottos_ IV. † 1502, doch früher
ausgeführt, aus der _Vischer_schen Werkstatt (Peter?), und das _Hochgrab
Hermanns_ VIII. und der _Elisabeth von Brandenburg_, nach (wahrscheinlich
eine längere Reihe von Jahren) 1507, dem Todesjahr der Elisabeth; nahe
verwandt dem Hohenzollerndenkmal in Hechingen; die persönliche
Urheberschaft _Peter Vischers_ wird fast allgemein angenommen, aber es
fehlt dafür nicht nur die äußere Beglaubigung; die architektonische
Dekoration der Tumba in matter Spätgotik verrät in keiner Weise den
Meister des Sebaldusgrabes; von sehr reiner, wenn schon nicht von sehr
lebendiger Formenschönheit die stehend gedachten, einander in
Profilstellung zugekehrten Porträtfiguren der Deckplatte; nicht
gleichwertig die Eckstatuetten. — Zahlreiche Gemälde, z.T. inhaltlich
interessant, künstlerisch unerheblich; manches bmkw. unter den Geräten und
Paramenten.

*Gottesacker-K.* 1708-12 von _Chr. Richter_.

*Schloß Glücksburg*. Oft umgestaltet. Den ältesten Kern (Hinterschloß und
Mittelschloß) bildet der Bau Friedrichs II. 1465 ff. Eine zweite Bauzeit
1540 ff. Eine dritte unter Leitung von _Chr. Richter_ 1676-78. Eine vierte
1724.

*Prinzenpalais* ca. 1770.

_ROMMERSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Ziegenhain.

*Edelhof*. Interessante Anlage aus 16. und 17. Jh. Im Herrenhaus auch das
Innere gut erhalten. Außen Bildhauerarbeiten des _Philipp Soldan_ von
Frankenberg.

_ROMSCHÜTZ._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg.

*Dorf-K.* 1725-33.

*Schloß* 1712, Innenraum um 1770 mit Aufwand neu dekoriert.

_RONSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Rotenburg.

*Dorf-K.* mit rom. OTurm über dem gewölbten Altarhaus.

_ROPPERHAUSEN._ RB Cassel Kr. Ziegenhain.

*Burgruine.* Rom. Wohnturm.

_RÖPPISCH._ Reuß ä. L. LA Greiz.

*Dorf-K.* Rom. Anlage wie Pahnstangen.

_ROSENAU_ bei Coburg.

*Schloß.* 1809-1817 mit Benutzung eines Mauerteils des 16. Jh.

_ROSENTAL._ RB Cassel Kr. Frankenberg.

*Stadt-K.* 1sch. Gwb.Bau 1518, der schmälere polyg. Chor 14. Jh.

_ROSENTAL._ K. Sachsen AH Kamenz.

*Wallfahrts-K*. 1778. Großräumiger gewölbter Hallenbau, Ausstattung
gleichzeitig. Eine schöne Bar.Arbeit die silberne _Expositur_ bez. 1691.
_Kelche_ got. und bar.

_ROSSACH._ Sachsen-Coburg LA Coburg.

*Dorf-K.* 1756 mit 2 Geschossen. Emporen auf dorischen Sll. Spgot. Chor.

_ROSSDORF._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Dorf-K.* Großer, 1730 verlängerter Saalbau; in der östl. Hälfte Emporen
und Tonnengwb. mit reicher Bemalung von 1697. Der in gutem Umriß
aufgebaute WTurm 1733. Kirchhofsmauer mit Schießscharten.

_RÖSSEN._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

*Dorf-K.* Frgot. mit OTurm.

_ROSSFELD._ Sachsen-Coburg LA Coburg.

*Dorf-K.* Der Chor aus A. 16. Jh. hat die in diesem Gebiet seit
Jahrhunderten gebräuchliche Form, quadr. mit darüber stehendem Turm,
beibehalten; das rck. Lhs. 1750 fast neu aufgebaut.

_ROSSLEBEN._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Dorf-K.* Frgot. Rechteckchor mit 3 schlanken spitzbg. Fenstern. Lhs.
1690, sehr nüchtern.

*Klst.-K.* fast spurlos zerstört. Ältere Ansichten ergeben eine sprom.
Anlage ähnlich Memleben. In der Klosterschule 4 Reliefs, Äbtissinnenbilder
in Renss. Umrahmung, nach den stilistischen Merkmalen von _Arntz Semler_
von Freyburg. Das neue Schulgebäude 1740-42 in bescheidenen Formen.

_ROSSRIETH._ UFranken BA Mellrichstadt.

*Wasserschloß* mit Fachwerkgiebeln und Türmen mit Fachwerkobergeschoß.
Sehr malerische Anlage aus 1. H, 16. Jh.

_ROSSWEIN._ K. Sachsen AH Döbeln.

*Stadt-K.* 1522. Die beabsichtigte 3sch. Hallenkirche unterblieb, Ausbau
erst 1595-1611 und nur 1sch. mit flacher Holzdecke und Emporen. —
*Rathaus* 1505, rest. nach Brand 1806.

*Tuchmacherhaus*, erb. A. 16. Jh. als Absteigequartier des Abtes von
Zelle; schmuckreiches Portal 1537.

_ROTENBUCH._ UFranken BA Lohr.

Ehem. Jagdschloß der Erzbischöfe von Mainz. 4flügelige Wasseranlage des
17. Jh. in einfachen Formen. Durch eine Brücke mit einer Kap. des 15. Jh.
verbunden.

_ROTENBURG I. TH._ Schwarzburg-Rudolstadt.

*Burgruine.* Der runde Bergfried im Unterbau aus fr., im Hauptteil aus sp.
Ma. Künstlerisch interessant und relativ gut erhalten der frgot. Wohnbau
mit großem Saal im Obergeschoß.

_ROTENBURG._ RB Cassel Kreisstadt.

*Stifts-K. S. Elisabeth,* beg. 1370, weitergeführt 1484-1501, verstümmelt
1822, z. T. wiederhergestellt 1892. Hallenkirche mit ursp. 5 Jochen im
Schiff, 3 Jochen im Chor, dazwischen 2 Türme (WTürme nie vorhanden). Eine
der größten K. Kurhessens. — _Denkmal_ des Landgrafen Hermann † 1658 und
seiner Gemahlin † 1683.

*Pfarr-K. S. Jakob,* bez. 1392. 2sch. Hallenkirche mit 1sch. Chor, Gwb.
nur in letzterem, Turm. (N) zwischen Chor und Lhs., spgot., aber mit
Rundbogenfries und Ecklisenen. Schöner marmorner Tisch aus der Schloß-K.

*Georgs-Kap.* (Hospital) an Stelle der alten Burg.

*Schloß.* Im SFlügel (16. Jh.) 2sch. Kirche (jetzt kath.).
Reichgeschnitzter Hochaltar.

Gute *Fachwerkhäuser* 16.-18. Jh., im Detail Renss.Motive häufig.

_ROTENFELS._ UFranken BA Lohr.

*Pfarr-K.* 1614. Typischer, ziemlich bedeutender Bau der Nachgotik des
Bischofs Julius. Turm 1750. Polyg. Chor mit dekorativem Sterngwb. Lhs.
dreiachsig, mit flacher Holzdecke, gotisierende Maßwerkfenster. Aus der
Erbauungszeit die freundliche, dekorative Ausmalung von _W. Ritterlein_
(vgl. Karlstadt, Büchold). Auf dem linken (neuen) Seitenaltar _Madonna_,
Holz, E. 14. Jh. — _Kanzel_ und _Sakramentshäuschen_ Sandstein, 1613.
_Monstranz_ 1615, Stiftung des Fürstbischofs Julius, Augsburger Arbeit, in
der gleichen Mischung von got. und Renss.Motiven, wie sie die Bauten
dieser Zeit tragen.

*Schloß.* Stattlich, gut erhalten. Zur Hauptburg der rom. Bergfried,
Buckelquadern, rom. Kamin und die mit ziemlichem Aufwand ausgeführten
Wohngebäude des 16. Jh. Vorburg mit ausgedehnten Wirtschaftsgebäuden
16.-17. Jh.

*Rathaus* 1595 in reicheren Renss.Formen.

_ROTENHAN._ UFranken BA Ebern.

*Burgruine.* Stammburg des gleichnamigen Geschlechtes. Die 4 m starken
Mauerreste aus dem gewachsenen Stein gehauen.

_ROTENKIRCHEN._ RB Cassel Kr. Hünfeld.

*Dorf-K.* Rck. mit WTurm. Gilt für frührom.

_ROTENSTEIN._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Dorf-K.* Lhs. und Turm in der Anlage frgot., Chor spgot. 16. Jh.

*Rathaus* mit spgot. Stabwerkportal.

Im Dorf einige stattliche rundbg. Torfahrten.

_ROTH._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

*Dorf-K.* Der turmtragende Chor in der Anlage rom., Lhs. E. 16. und 18.
Jh. — _Kanzel_ 1738, hübsch, nicht ganz von der gewöhnlichen Art.

_RÖTHA._ K. Sachsen AH Borna.

*Georgen-K.* urspr. rom., auf 2 WTürme berechnet, von denen nur der nördl.
ausgeführt; Schiff flachgedeckt, durch Pfll. geteilt; der eingezogene
gewölbte Chor nach 1510. — _Altarwerk_ um 1620; das Hauptgemälde
vielleicht von _Johann de Perre_ (vgl. Prießnitz). v. Friesensche
_Epitaphe_ und _Bildnisse_.

*Marien-K.* (ehemals Wallfahrt), spgot. in der Richtung der Rochlitzer
Hütte, einheitlich und wohlerhalten. Rck. mit 3/8 Schluß. Durchweg
Netzgwbb. — _Altarwerk_ um 1520, bmkw. durch frühen Anklang an die Renss.

*Schloß* (v. Friesen) 1655 nach Zeichnung von _Chr. Bodenstein_ in
Weißenfels. Reiche Innenausstattung. Porträtgalerie mit Stücken von
_Pierre Gaudreau_ (Marschall v. Sachsen), _Rigaud_ (?), _Silvestre_,
_Graff_.

_ROTTELSDORF._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

*Dorf-K.* mit rom. Turm.

_ROTTENBAUER._ UFranken BA Würzburg.

*Ev. Pfarr-K.* von 1490, unbedeutend. — Zahlreiche _Grabsteine_ der
Wolfskeel, M. 16. bis A. 17. Jh.

2 Wolfskeelsche *Schlösser,* bar., im jetzigen Zustand unerheblich.

_ROTTENDORF._ UFranken BA Würzburg.

*Dorf-K.* Gotisierender Umbau 1613. _Deckengemälde_ 2. H. 18. Jh., nicht
schlecht. Vortreffliche klassizist. _Ausstattung_.

_RÖTTINGEN._ UFranken BA Ochsenfurt.

*Pfarr-K.* Geräumiges flachgedecktes Lhs. sprom. mit Veränderungen A. 17.
Jh. Interessant der einheitliche Chorbau in früher Kompromißgotik (Ablaß
1287). Über dem quadr. Vorchor mit Rippengwb. erhebt sich der noch rom.
gegliederte OTurm. Anschließend Apsis, Sockel 1/2kr., Mauern in 7 Seiten
des 12Ecks, Ecklisenen, schmale Spitzbg.-Fenster, Zinnenfries, primitive
Wasserspeier. — Ausstattung 17. und 18. Jh. — Zahlreiche _Grabsteine_.
Ältester und interessantester der Petronella Truchsessin von Baldersheim
† 1414. Großer _Ölberg_ 18. Jh.

*Spital-K*. 1614. Auf einem der klassizist. Altäre liebenswürdige
feingefühlte Holzmadonna um 1470.

*Ringmauern* großenteils erhalten. — Im Rentamtsgebäude Reste der
Hohenlohischen Burg des 13. Jh. — *Rathaus* nach 1750. Alte
_Trinkgefässe_. — Der sog. *hohe Bau* im unteren Teil 13. Jh., mit sprom.
Fenstern, oben spgot. Fachwerk.

_ROTWERNDORF._ K. Sachsen AH Pirna.

*Schloß* seit 1556. Eigenartige Grundrißanordnung; aus einem Rck. von 26 :
10 m springen übereck 4 Ausbauten mit Volutengiebeln vor;
Fassadengliederung durch Pilaster.

_RÜCKINGEN._ RB Cassel Kr. Hanau.

*Dorf-K.* 1596, am Schnörkelgiebel Inschr. 1609. Im Innern zahlreiche
Grabsteine und Wappen der Herren v. Rückingen und von Rüdigheim. — 2
Schlösser dieser Adelsfamilien.

_RUDELSBURG._ Pr. Sachsen Kr. Naumburg.

*Burg.* Zuerst genannt 1171, Ruine seit 1641, mehrere Teile gut erhalten,
der quadr. Bergfried in der Hauptmasse rom. Die Vorburg, jetzt nur durch
einen Mauerrest angedeutet, war von außerordentlicher Ausdehnung als
Wohnsitz zahlreicher Burgmannen.

_RÜDENHAUSEN._ UFranken BA Gerolzhofen.

*Schloß* der Fürsten Castell. Um 1285 zuerst erwähnt. Äußerst malerische
Anlage des 14.-16. Jh. mit polyg. Bering und 2 Flankentürmen; innen einige
charakt. Zimmer des frühen 16. Jh. Erweiterungen 1910.

Westl. davon das *neue Schloß;* M. 18. Jh., im 19. Jahrh. verändert.

*Kirche.* _Epitaphe_ der Grafen Castell, die ältesten (E. 13. Jh.)
heraldisch.

_RÜDIGHEIM._ RB Cassel Kr. Hanau.

*Kirche.* Frgot. 1sch., 4 kurzgewölbte Joche mit 5/8 Apsis. Teilweise
erhaltene Außenbemalung. Gehörte zu einer *Johanniter-Commende,* von
welcher ein jetzt als Fruchtscheuer der Domäne dienender Bau erhalten ist.
An der SSeite gekuppelte spitzbg. Fenster aus 13. Jh. _Grabstein_ des
Komturs Phil. v. Reifenberg 1495.

_RUDOLSTADT._ Hauptstadt von Schwarzburg-Rudolstadt.

*Stadt-K.* 1634-36, noch wesentlich got. mit bar. Einzelheiten. 3sch.
Halle mit vortretendem 5/8 Chor. Hölzerne Emporen in 2 Rängen. Pfll.
8eckig. Fischblasenfenster. Das Seitenportal in guter Renss. von älterem
Bau beibehalten. — Hölzerne _Kanzel_ von einer Mosesfigur getragen 1636;
derb bar. _Altaraufsatz_ mit wiederverwendeten spgot. Gemälden.

*Ludwigsburg*. 1734.

*Schloß Heidecksburg,* nach Bränden 1571 und 1735, formenarmer Massenbau.
Rokoko-Festsaal, Gr. aus verschieden gerichteten Kurven, Dekoration reich
und nicht schlecht, Deckengemälde von _Deisinger_.

*Rathaus* 1524 als adliges Stadthaus, 1724 und 1784 umgebaut.

*Wohnhäuser*. Einige aus 16. Jh.; hübsch die Hofgalerie in der Oberen
Marktstraße no 8.

_RUGENDORF._ OFranken BA Stadtsteinach.

*Pfarr-K.* 15. Jh., nachgot. Kanzel 1658, Taufstein 1661, Altar 1663. Gut
ornamentiertes Chorgestühl, Emporen mit biblischen Szenen bemalt. 2 gute
_Epitaphe_ 1564, 1658.

_RUHLA._ Sachsen-Gotha LA. Waltershausen.

*Dorf-K.* 1682. Anlage im Winkelhaken mit hölzernem Tonnengewölbe. Derb
prächtige _Barockkanzel_.

_RUNDSTEDT._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

*Dorf-K.* 18. Jh., auf der herrschaftlichen Prieche
_Vierzehnnothelferaltar_ um 1500, nicht ohne Interesse.

_RUPPENDORF._ K. Sachsen AH Dippoldiswalde.

*Dorf-K.* Vom Bau des 13. Jh. ein sprom. Portal erhalten. Umbau 1674.
_Schnitzaltar_ um 1500.

_RUPPERSDORF._ K. Sachsen AH Löbau.

*Dorf-K.* Kleines 1sch. Lhs., quadr. Chor und 1/2kr. Apsis, letztere
sicher rom. — Zahlreiche v. Nostitzsche _Grabdenkmäler_ 16.-18. Jh.

_RUPPERTSGRÜN._ K. Sachsen AH Zwickau.

*Dorf-K.* Bez. 1513. Interessanter kleiner Gewölbebau. Das Emporensystem
von Annaberg, Schneeberg usw. auf eine 1sch. Anlage übertragen. Die wenig
über ein Meter tiefen Emporen ziehen sich um den 3seitigen Schluß herum.
In ihrer Fluchtlinie, also nur wenig von der Wand abgerückt, ein
Pfeilerpaar, von dem das kunstvoll figurierte Sterngwb. ausgeht. Fenster
rundbg. In einigen Details Ansätze von Renss. frühestes Beispiel dafür im
Kreise der ländlichen Architektur. — Runde _Kanzel_ mit derben Reliefs.

_RUSSDORF._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg.

Ansehnliche *Dorf-K.* 1729-33.

_RUSTENBERG._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Schloß* bar. Im Park 1 sprom. und 1 renss. _Taufstein_.

*Burg.* Gründung des 11. Jh. Bis 1802 bewohnt, jetzt Ruine; die frgot.
Kap. z. T. erhalten. Großes Amtshaus 18. Jh. — Ganz in der Nähe Spuren der
*Kunzenburg*.

_RUSTENFELDE._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Dorf-K.* Stattlicher einheitlicher Bau von 1740. — _Altar_ und _Kanzel_
gehören zu den reichsten im Eichsfeld, im Stil für die Entstehungszeit
altmodisch.



_S_


_SAALBORN._ Sachsen-Weimar VB Weimar.

*Dorf-K.* rom.-got. Übergang. — _Altarkruzifix_ »ganz ausgezeichnete
Arbeit des 12. Jh.« aus vergoldetem Kupfer.

_SAALBURG._ Reuß j. L. LA Schleiz.

*Stadt-K.* Mischbau ohne Interesse. — Im Fürstenstand ein renss. Ofen.
Tüchtiger Altarbau 1665.

Bmkw. Reste der _Stadtbefestigung_.

*Klst. Heiligenkreuz* gegr. 1310; Ruine des Wohnhauses der Nonnen; die K.
zerstört.

_SAALECK._ Pr. Sachsen Kr. Naumburg.

*Burgruine.* Der enge Raum nötigte zu vereinfachter Anlage: zwei durch
Schildmauern verbundene Rundtürme, wohl M. 12. Jh.

_SAALECK._ UFranken BA Hammelburg.

*Burgruine.*

_SAALFELD._ Sachsen-Meiningen Kreisstadt.

*Johannis-K*. 1209-1272; hiervon der Unterbau der beiden OTürme am Anfang
des Chors. Erneuerung beg. 1389. Lhs. voll. 1456. — 3sch. Halle von 28 :
22 m, geteilt in 4 Joche, wovon das erste den Turm trägt. Gestreckter Chor
mit 8Eck-Schluß. Im Lhs. einfache Kreuzgwbb., im Chor Netzgwb. (1514). In
den Fenstern reiches Fischblasenmaßwerk. Der Hauptschmuck der Kirche die 2
Portale aus A. 15. Jh. (W und S); die Statuen ihrer Umgebung zerstört,
erhalten die _Tympanonreliefs_ (W Jüngstes Gericht, S Anbetung der Könige
und Kreuzigung). An der letzten Fensterbrüstung der Sakristei NSeite
_Relief_ mit Schweißtuch der hl. Veronika (nach Lehfeldt 1. H. 13. Jh.).
Der bar. Ausbau 1895 durch neugot. ersetzt. — Reste von spgot. _Altären_,
einer von dem »Meister der architektonischen Baldachine«; bar. _Kanzel_;
_Relief_ von 1516 (ehemals an der Brückenkapelle) mit der hl. Kümmernis
(S. Wilgefortis) und dem Spielmann; _Tumbendeckel_ eines Gf. v. Orlamünde,
14. Jh., und zahlreiche Grabsteine und Gedenktafeln; _Glasmalereien_ in
den Langhausfenstern, hervorragend, im Entwurf Dürerische Anleihen. Im
nördl. Sschiff hl. _Grab_, 15. Jh.

*Siechenkapelle,* Kernbau frührom. Die Fenster frgot. erweitert, im 17.
Jh. dürftig rest. — _Schnitzaltar_ M. 15. Jh.

*Barfüßer-Klst.,* 13. Jh., im 17. als protestant. Predigt-K. umgebaut. Im
19. Jahrh. profanisiert. Im Erdgeschoß jetzt städt. Museum. Im obersten
Geschoß _Deckengemälde_ des 17. Jh. — Spgot. Kreuzgang z. T. erhalten.

*Nikolai-K*. (jetzt Armenhaus), von einem einfachen frührom. Bau, der die
Kapelle der Kaiserpfalz gewesen sein könnte, nur die glatten Mauern und
zugemauerte Rundbogenfenster (1912 alles barbarisch verputzt). Auch die
späteren Veränderungen (1265 Einrichtung für Cisterciensernonnen?) nicht
mehr erkennbar.

*Amtsgebäude,* 1610.

*Rathaus* 1526-37. Dachfirst parallel zur Hauptfront; in deren Mitte
8eckiger Treppenturm, zur Hälfte vorspringend und in kleinen Giebeln
endigend; mit ihm gruppieren sich rechts und links 2 Zwerchhäuser (in
etwas jüngeren Formen); 2 Erker modifizieren etwas die sonst festgehaltene
Symmetrie der Gesamtkomposition. Die Formen spgot. im Übergang zur Renss.;
an den Wandflächen Spuren von ornamentaler Malerei.

*Herzogl. Schloß.* An Stelle des völlig niedergelegten Benedikt.Klst.
Schlichter großzügiger Bar.Bau von 1677. Hufeisenanlage. Großes
Treppenhaus und Festsaal mit allegorischen Deckengemälden. Einige Zimmer
in reicher Ausstattung des 17. Jh. erhalten. Kapelle 1719. Schloßgarten.

*Hofapotheke* um 1200; erste Bestimmung unbekannt; im 15. Jh. Rathaus;
nach Brand 1880 stilgemäß hergestellt, mit Beseitigung aller Bestandteile
eines spgot. Umbaues. Alt: das Erdgeschoß, das erste Zwischengesims, die
Eckdienste, das Fensterpaar über der Tür der Marktfront, ein Teil der
Fenster des ersten Obergeschosses und einige sonstige Details.

*Stadtapotheke.* Inschr. 1617 und 1620. Das Portal und die Giebel der 2
Zwerchhäuser in reicher, derb effektvoller Sp.Renss.

*Haus Gerdts,* 1609. Dem vorigen ähnlich und wohl von demselben Meister. —
Sonstige Wohnhäuser des 15. und 16. Jh. in größerer Zahl.

*Schloß Kitzerstein;* in einigen Teilen bis 1435 hinaufreichend; sieben
kleine spgot. Ziergiebel; die ganze Gruppe höchst malerisch.

*Burgruine Hoher Schwarm,* erb. nach 1200 an der Stelle einer weit älteren
Kaiserpfalz. Großer quadr. Wohnturm mit kleinen Rundtürmen an den Ecken.

Von der *Stadtbefestigung* 4 Tore erhalten.

*Friedhof* mit Resten einer Renss.Halle.

_SAATHAIN._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

*Dorf-K.* Die stattlichste und älteste (ca. 1600?) unter den vielen
Fachwerkkirchen des Kreises.

*Herrenhaus,* schlicht bar., 4flügelig, im Hof einst offene Arkarden.

_SABABURG._ RB Cassel Kr. Hofgeismar.

*Schloß.* Gegr. 1334, erneuert 1490, von Landgraf Wilhelm IV. 1589 zum
Jagdschloß eingerichtet; teils Ruine, teils bewohnt.

_SACHSENBURG._ K. Sachsen AH Flöha.

*Schloß.* 1488 von _Hans Reynhart_; bedeutende Anlage, seit der Verheerung
im 30j. Kriege entstellt.

_SACHSENBURG._ Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.

*Burgruine.*

_SACHSENDORF._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

*Dorf-K.* E. 15. Jh. Lhs. 1sch.; eingezogener, turmtragender quadr. Chor;
die 3 Ränge Emporen aus 17. Jh. — Am Triumphbogen ausdrucksvolle
_Kreuzigungsgruppe_, 16. Jh.

_SACHSENHAUSEN._ Sachsen-Weimar VB Weimar.

*Dorf-K.* (ehemals Wallfahrt). Chor 1425, Lhs. und WTurm Mitte 16. Jh. —
Spgot. Altarwerk.

_SALLMANNSHAUSEN._ Sachsen-Weimar VB Eisenach.

*Dorf-K.* 16. Jh., Einrichtung 18. Jh. — Guter _Schnitzaltar_ um 1500,
jetzt über dem Chorbogen.

_SALZ._ UFranken BA Neustadt.

*Dorf-K.* Unter späteren Veränderungen als Kern eine kleine rom. Basilika
zu erkennen. Starker OTurm, um den Spitzhelm 4 kleine Schützenerker.

_SALZBURG B. NEUSTADT._ UFranken BA Neustadt.

*Burgruine.* Eine der größten in Deutschland. Die Identität mit der
namensgleichen Pfalz Karls d. Gr. und der Ottonen nicht völlig sicher. Der
vorhandene Bau gehört in der Anlage wie auch in seinen meisten
künstlerisch formierten Teilen ins 11. bis 13. Jh., in welcher Zeit die
Burg würzburgisches Lehen war; die 450 m langen Ringmauern umschreiben ein
unregelmäßiges Trapez; kein ausgesprochener Mittelpunkt; die Gebäude sind
regellos zerstreut wie in einer kleinen Stadt (S. war im sp. Ma.
Ganerbschaft und von 7 bis 9 Familien bewohnt). — Torturm um 1200, schöne
Buckelquadern, beide Seiten der Durchfahrt durch Portale in kräftigen und
zugleich eleganten Formen (Zickzack) charakterisiert. Weiterhin rechts die
1848 in pseudoromanischen Formen vollkommen erneuerte Kap. (Wallfahrt);
westlich davon neben dem Turm »Jungfernkuß«, wo sich der Palas an die
Außenmauer lehnte, rom. Fenster und Spuren eines Kamins. Ein anderer
Wohnbau, noch mit 2 Treppengiebeln, links vom Hauptweg (fälschlich »Münze«
genannt), die Fensterarchitektur mit das Reizvollste, was wir von profaner
Frühgotik besitzen. Rom. Formen an mehreren Wohntürmen. Endlich manche
Erneuerungen der Spätgotik und Renaissance.

_SALZUNGEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Stadt-K.* Flachgedeckter Saal von 1789, umgebaut 1908. Durch die
Stadtbrände 1640 und 1786 fast alle älteren Gebäude vernichtet. Von
Wohnhäusern zu nennen der stattliche »Hünische Hof« um 1624 und ein
Fachwerkhaus von 1619 in der Brenngasse. Einfach gefällige Bürgerhäuser
der Zopfzeit.

*Husenkirche* vor der Stadt. Sehr alte Gründung (775?), jetzt ein
ärmlicher Bau um 1500. Dasselbe gilt von der Wendels-K. von 1481.

*Friedhofs-Kap.* spgot., im Innern geschnitzte Holzarchitektur des 16 Jh.
und viele Epitaphe von besserer Qualität.

_SANGERHAUSEN._ Pr. Sachsen. Kreisstadt.

*Jakobi-K.* Spgot. 3sch. Halle (Gwbb. nicht ausgeführt) mit höherem
langgestrecktem Chor. — Der _Flügelaltar_ der größte und beste des
Kreises. Einfacher spgot. _Taufkessel_. Großes _Grabmal_ von 1618 aus der
Werkstatt des kurfürstl. Hofbildhauers _J. M. Nosseni_.

*Ulrichs-K*. Ehem. Benediktiner-Klst., gegr. E. 11. Jh., 1265 den
Cisterc.-Nonnen überwiesen, 1389 Brand. — Kreuzf. rom. Basilika, mit
ausgebildetem Hirsauer Chor (vgl. Bosau, Paulinzelle, Wimmelburg), die
Seitenschiffsgewölbe noch rom., wenn auch (wegen des stark oblongen Gr.)
wohl nicht ursp. geplant. Das Msch. war flach. Das Qsch. hat die
ungewöhnliche Anordnung, daß die Arme aus 2 Jochen zusammengesetzt sind;
das erste in der Breite der Ssch., das zweite quadr.; das erste mit
Tonnengwb., das zweite mit rundbg. Kreuzgwb. Einwölbung des Msch. im 13.
Jh.; die Gwbb. ruhen auf Kragsteinen, haben rck. Gr., spitzbg. Gurtbgg.,
aber keine Kreuzrippen. Die Strebepfeiler aus 16. Jh. Die Arkadenpfeiler
kreuzförmig, einfach abgeschrägte Deckplatten mit flach skulptiertem,
steif gezeichnetem Ornament aus demselben lombardisch geschulten Kreise,
dem man in Quedlinburg, Gröningen und Magdeburg (Liebfr.) begegnet. — Ob
der 8eck. got. Vierungsturm einen rom. Vorläufer gehabt hat, wird nicht
klar; WTürme sind nie vorhanden gewesen. _Tympanon_ mit Ludwig dem
Springer und dem hl. Ulrich. — _Kanzel_ 1620. — Figurierter spgot.
_Taufkessel_.

*Schlösser*. _Altes_ 1446, im Erdgeschoß Kreuzgwbb. auf Bündelpfl. _Neues_
1586 und 1612.

2 km vor der Stadt Ruine der *S. Katharinen-K*. im Helmstal, gew. 1220,
flachged. Basilika mit 1 spitzbg. Arkade.

_SANKT GOTTHARDSBERG_ b. Amorbach. UFranken.

*Frauenkloster* (Ruine). Gegr. 1138? Verwüstet im Bauernkrieg, 1629
hergestellt, seit Blitzschlag 1714 Ruine. — Rom. Pfeilerbasilika von 7
Arkaden, vielgliedrige Deckplatten, Gurtgesims mit Schachbrettmuster. Chor
got. Portal sprenss.

_SANKT HELENA_ b. Gräfenberg. OFranken.

*Dorf-K.* mit Schnitzwerk, Auffindung des hl. Kreuzes, _Veit Stoß_
(vermutlich mit Unrecht) zugeschrieben.

_SANKT JOHANNIS._ OFranken BA Bayreuth.

*Pfarr-K.* 1771. Schloß einfach renss., Portal 1617.

_SANKT KILIAN._ Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.

*Dorf-K.* 1689 im Typus Hinternah, noch got.

_SANKT KUNIGUND._ UFranken BA Ochsenfurt.

*Kapelle.* Der Ausbau unter Bischof Julius 1614 hat den rom. Kern nicht
erheblich verändert. Derselbe stammt aus der Zeit bald nach der
Heiligsprechung der Kaiserin Kunigunde im Jahre 1200 und der davon
ausgehenden Verbreitung des Kunigundenkultus in Franken. 1sch. Quaderbau
mit eingezogenem Chor im OTurm, aus dem eine 1/2kr. Erkerapsis vorkragt.
Die Krypta 1614 ausgebrochen und z. T. zugeschüttet. Schiff flachgedeckt.
An den Längsseiten einfache rom. Portale und rom. Fenster. — Eine Tür im
Chor (mit ornamentiertem Tympanon) führte zu einer _Außenkanzel_, wohl für
Ausstellung von Reliquien. Dem Teilungspfosten einer gekuppelten
Klangarkade ist karyatidenartig eine weibliche _diademtragende __ Figur_
vorgelegt (Kunigunde). — Friedhofsmauer mit Torbau.

_SANKT MICHELN._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Dorf-K.* sprom. A. 13. Jh. Das Äußere fast unberührt; quadr. Chor, rck.
WTurm.

_SANKT WOLFGANG._ RB Cassel Kr. Hanau.

Von dem 1468 gegr. *Kloster* wenig erhalten. Grundmauern einer 3sch.
Kirche. Der noch vorhandene befestigte Torturm trug auch die Glocken.

_SAYDA._ K. Sachsen AH Freiberg.

*Stadt-K.* 1502, 4jochige Halle mit Netzgwb., Portal und reizvoller
Vorhalle. — 3 _Wandgräber_ der Familie v. Schönberg, besonders bmkw. das
jüngste von 1605, die kunstvoll entworfene Architektur in der Art
_Nossenis_, ungenügend die Bildnisfigg. — _Taufstein_ mit figürl. Reliefs
um 1500.

_SCHAALA._ Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt.

*Dorf-K.* Lhs. 1700. Der jetzt in der Mitte stehende Turm, Mauern 13. Jh.,
spgot. bekrönt mit doppelt abgestuften Zinnen und schlankem Helm von
origineller Wirkung. Befestigter Friedhof. — _Schnitzaltar_ aus der
Saalfelder Schule um 1500 (»Meister der Baldachine«). Die Flügelgemälde
nach Stichen von _M. Schongauer_ (Erfurter Ausstellung 1903).

_SCHACHTEBICH._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Dorf-K.* 1719, ganz schlicht. In bar. Rahmenarchitektur ein _spgot.
Altar_ aus A. 16. Jh., Schnitzrelief der hl. Sippe und 4 Flügelgemälde.

SCHALKAU, Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg. *Stadt-K.* Spgot. Das 1sch.
Lhs. mehrmals verändert, der verlängerte polyg. Chor 1520. — _Grabsteine_
der Familie v. Schaumberg.

*Burgruine Schaumberg,* wenig erhalten.

_SCHANDAU._ K. Sachsen AH Pirna.

*Stadt-K.* umgebaut 1645 und 1704. — _Moseskanzel_ 1706.

_SCHARFENBERG._ K. Sachsen AH Meißen.

*Burg.* Rom. um 1200 (Burgtor), im 14. Jh. erweitert (überwölbte
Hofstube).

_SCHARFENSTEIN._ K. Sachsen AH Marienberg.

*Burg.* Die ältesten Teile 2 Rundtürme, der größere in Mauerstärke 3,25 m.
Bedeutende Veränderungen 1533; daher ein Backsteingiebel mit derben spgot.
Verschlingungen zwischen dünnen Pfll.

_SCHARFENSTEIN._ Pr. Sachsen Kr. Worbis.

*Schloß* frühes Ma. bis bar.

_SCHEIBENBERG._ K. Sachsen AH Annaberg.

*Stadt-K.* 1571. — Bmkw. Schnitzaltar um 1500.

_SCHELLSITZ._ Pr. Sachsen Kr. Naumburg.

*Dorf-K.* Der rom. OTurm (1226) bildet eine Einschnürung zwischen dem got.
5/8 Chor und dem Schiff von 1719; letzteres hat gemalte Flachdecke. Bar.
_Kanzelaltar_. Der alte Hochaltar, ein gutes spgot. _Schnitzwerk_, jetzt
auf der Empore.

_SCHENKENSCHLOSSHOF._ UFranken BA Würzburg.

*Burgruine Roßberg*. Erhalten nur der got. Bergfried, doch in voller ursp.
Höhe von 28 m.

_SCHERNECK._ Sachsen-Coburg LA Coburg.

*Kirche* um 1700, rck. spgot. Chor mit rippenlosem Kreuzgwb. Kanzel um
1650 mit vielen Schnitzfigg.

_SCHESSLITZ._ OFranken BA Bamberg I.

*Pfarr-K.* got. Hallenkirche, Chor vor 1421, Lhs. 1448 (Inschr.), rest.
1650. — _Grabsteine_ des Grafen Friedrich v. Truhendingen und seiner
Gemahlin ca. 1360, zweier Herren v. Wiesenthau 1569, 1570. —
_Hochaltargemälde_ von _Mattenheimer_ um 1780. — Auf dem Kirchhof schönes
_Steinbild_ der hl. Jungfrau um 1450, aus der Martins-K. zu Bamberg
stammend.

_SCHILDAU._ Pr. Sachsen Kr. Torgau.

*Stadt-K.* Ursp. rom. Basilika, spgot. eingewölbt, rest. 1730 und 1829. —
_Schnitzaltar_ der sächs. Schule 15. Jh.

_SCHILDECK._ UFranken BA Brückenau.

*Burgruine* aus 13. Jh., wenig erhalten.

_SCHIRGISWALDE._ K. Sachsen AH Bautzen.

*Kath. Stadt-K.* 1739, stattlicher 1sch. Gwb.Bau in strengem
Bar.Charakter. Sumptuöse Altarausstattung, sehr hübsch namentlich die
Kanzel mit Rok.Elementen.

_SCHIRMDING._ OFranken BA Wunsiedel.

*Kirche,* 1sch. mit 2 sprom. Kreuzgwbb. und schmalen rundbg. Fenstern.

_SCHKAUDITZ._ Pr. Sachsen Kr. Zeitz.

*Dorf-K.* Rom. 12. Jh. in Sandsteinquadern. Bmkw. Detail an Dachgesims und
Portal.

_SCHKEITBAR._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

*Dorf-K.* Rom. WBau mit Empore (für Nonnen?).

_SCHKÖLEN._ Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.

*Burg* aus Ma., mächtige turmreiche Anlage.

_SCHLEBERODE._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Dorf-K.* mit interessantem rom. OTurm. — Kanzelaltar und Taufengel
geschickte, sehr manierierte Arbeiten des 18. Jh.

_SCHLECHTSART._ Sachs.-Mein. Kr. Hildburghausen.

*Dorf-K.* 1606, rom. OTurm.

_SCHLEID._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.

*Dorf-K.* (kath.). Erb. 1743 vom Fürstabt Amandus von Fulda (wohl von
demselben Meister wie die K. in Bremen). Außen und innen durch dorische
Pilaster gegliedert, bmkw. Gr. des Altarhauses, der Turm hinter diesem.
_Hauptaltar_: 4 Sll. aus Stuckmarmor umgeben in 1/2Kr. das Tabernakel. Aus
der ev. K. ein hübscher _spgot. Schnitzaltar_ und Taufstein bez. 1529. —
Am ehem. _Pfarrhaus_ Hoftor 1591.

_SCHLEINITZ._ K. Sachsen AH Meißen.

*Schloß.* Wesentlich spgot. 16. Jh. und renss. In der sonst beengten
Anlage fällt die geräumige Kapelle auf; Gratgewölbe im Stichbogen;
Sakramentsnische bez. 1518.

_SCHLEIZ._ Reuß j. L. Amtsstadt.

*Stadt-K.* spgot. unbedeutend. — _Altarbau_ 1721, für diese Gegend
ungewöhnlich prunkvoll, in der Mitte das Abendmahl in einer Gruppe von
Freifiguren in 2/3 Lebensgröße.

*Berg-K*. frgot. 2. H. 13. Jh., erneuert 15. Jh. Gestreckter Chor mit
Schluß aus 8Eck, etwas breiteres 1sch. Lhs. mit eingezogenem Strebepfl.
und Emporen. Der Turm auf der NSeite am Beginn des Chors. — Das Innere
durch Barockausstattung in malerische Wirkung gesetzt. _Altaraufsatz_
1635. _Tumba_ Heinrichs des Mittleren † 1500, charakterisiert durch die
Fülle des alle Flächen überwuchernden spgot. Laubwerks; die Figur
unbedeutend. — _Epitaph_ Heinrichs II. von Reuß, † 1639, kolossal,
künstlerisch schwach. — Weitere Gedenktafeln und Grabsteine in
ungewöhnlich großer Menge.

*Schloß.* Im 16. Jh. stattlicher Wehrbau. Nach Brandschäden im 18. Jh.
erneuert.

_SCHLETTAU._ K. Sachsen AH Annaberg.

*Ulrichs-K.* 3sch. 4jochige Hallenkirche des 15. Jh., der Chor älter.

*Schloß.* Am nördl. Teil reiche spgot. Fensterumrahmungen mit
Vorhangbögen; das übrige entstellt.

_SCHLETTAU._ Pr. Sachsen Saalkreis.

*Dorf-K.* rom., ziemlich gut erhalten.

_SCHLEUSINGEN._ Pr. Sachsen Kreisstadt.

*Stadt-K.* Chor spgot., das flachgedeckte Schiff 1723. In der Aegidienkap.
11 _Grabsteine_ der Grafen v. Henneberg 1444-1583.

_SCHLÜCHTERN._ RB Cassel Kreisstadt.

Ehem. *Benedikt.-Klst.* (mit Einschluß der K. als Lehrerseminar
eingerichtet). Die K. war Hallenkirche aus 15. Jh. Zwischen dem rom. WTurm
und den Klostergebäuden ein Raum mit 2 rippenlosen Kreuzgwbb. auf 1/2 Sll.
mit Würfelknäufen und eckblattlosen Basen. Ein zweiter Turm an der NSeite
des Chors, daran ebenfalls rom. Reste. Die Krypta mit 1 rundbg.
Tonnengwb., westl. quer davor ein schmälerer, ebenfalls mit Tonne
gedeckter Gang. Am rck. Chor rom. Sockel. — _S. Andreas-Kap._ sprom. von 2
Kreuzrippengewölben überdeckt. — _Huttensche Kap._ 1354 in guten got.
Formen. — _Kreuzgang-Kap._ mit Grabsteinen von 1377, 1383, 1480. — Got.
_Küche_. Sonst die Klostergebäude gänzlich verändert.

*Rathaus* renss. 1567.

_SCHLÜSSELAU._ OFranken BA Bamberg II.

Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst*. gegr. 1280, niedergebrannt 1525, spätestgot.
1599 als Pfarr-K. erneuert. — Langgestreckte 1sch. Anlage mit polyg. Chor,
am WGiebel steigender Spitzbogenfries. — _Grabstein_ des Gottfr. v.
Schlüsselberg 1308.

_SCHLÜSSELFELD._ OFranken BA Höchstadt.

*Pfarr-K.* »alter und kraftvoller Bau teils in got., teils in renss.
(bedeutet wohl bar.) Stil«. »Schöne _Glasgemälde_«. _Hochaltar_ aus der
Universitätskirche in Würzburg.

*Rathaus* 1723. — *Brunnen* mit Petrusstatue 1715.

_SCHMACHTENBERG._ UFranken BA Haßfurt.

*Burgruine.* Erhalten 2 Rundtürme und Ringmauer.

_SCHMALKALDEN._ RB Cassel Kreisstadt.

*Stadt-K. S. Georg.* Beg. 1437 von _Jörg Meier_ aus Erfurt Gwb. im Chor
1500 (Inschr.), im Schiff 1506. — Hallenkirche von 4 Jochen, 1sch. Chor
von 3 Jochen und Schluß aus 8Eck. Schafte 8eckig, ohne Kaptt., 4
vorgekragte Dienste. Die Dienste im Chor für (jetzt modern ergänzte)
Statuen und Baldachine unterbrochen. Im Chor Netzgwb., die gewundenen
Reihungen mit Nasen besetzt, die Rippen wachsen aber nicht aus den
Diensten, sondern aus den Gewölbeanfängern heraus. — Äußeres:
Sandsteinquaderbau, am Chor reich dekoriert, Steinmetzporträt. Von 2
WTürmen ist der südl. im Unterbau rom., die Turmdächer bar. Reiches
2teiliges WPortal, über dem Flachbogen ein Eselsrückenwimperg mit
Kantblumen. — In der »Lutherstube« über der Sakristei einige _Bildwerke_.
— _Kanzel_ reich geschnitzt, _Taufstein_ mit biblischen Szenen auf Metall
gemalt 1560. An der WEmpore 16 _Tafelbilder_ von 1503. _Grabsteine_ 17.
Jh. Großer got. _Sakristeischrank_ und ansehnliche got. _Kelche_.
_Tafelbild_ mit Kreuzigung um 1450. _Schnitzaltar_ um 1500. Prachtvoller
messingener _Kronleuchter_.

*Hospital-K*. von 1339, neuerlich verrestauriert.

*Friedhofs-Kap*. 1760 mit recht guten Grabsteinen des 17. Jh. — Das
_Gespring_, gefaßte Quelle in Renss.Architektur.

*Hessenhof*. Fachwerkbau, 1551, übertüncht und verdorben; das steinerne
Erdgeschoß geht auf ca. 1200 zurück. In einem als Herrentrinkstube
gedeuteten, mit Flachtonne gedeckten Raum _Wandgemälde_ aus 1. H. 13. Jh.,
Szenen aus Iwein; künstlerisch nicht hohen Ranges, sehr merkwürdig wegen
des für diese Zeit seltenen profanen Stoffes.

*Rathaus.* Einfach spgot. 1419. Bei Erweiterung 1907 die alten Teile stark
verändert, doch manches noch von Interesse.

*Herrenhäuser*. _Große Kemnate_ in der Weidebrunnergasse, vom Bau von 1410
noch vieles erhalten. _Heilig-Grab-Haus_ in der Pfaffengasse, später
_Henneberger Hof_, Westhälfte got., Osthälfte renss. _Rosenapotheke_ in
der Steingasse 1545. _Todtenwarthsche Kemnate_ am Altmarkt 1575.

*Bürgerhäuser*. Vorwiegend Fach werkbauten des 16. und 17. Jh. Bmkw. die
zahlreichen üppigen Stuckdecken (Lutherplatz 7, Weidebrunnergasse 2,
Auergasse 3, Steingasse 8 und 137 u. a. m.).

Vor der Stadt zahlreiche *Gartenhäuser* des 18. Jh., meist in feiner
baulicher Gestaltung.

*Stadtbefestigung*. Der doppelte Mauerzug fast ganz erhalten, die Türme
meist, die Tore alle abgetragen.

*Schloß Wilhelmsburg*. Hauptarbeit 1585-1589. An der Planung war sicher
der Bauherr, Landgraf Wilhelm IV. von Hessen, erheblich beteiligt,
Ausführung durch _Christoph_ und _Hans Müller_, »Hofschreiner und
Baumeister«. Auf Benutzung von Mauerteilen der vorangegangenen ma. Burg
wurde Verzicht getan, daher der Gr. ungewöhnlich regelmäßig, Viereck außen
51 : 62 m, innerer Hof (wegen ungleicher Tiefe der Flügel) näher dem
Quadrat. Der Hauptbau ist von mehreren Zwingern umschlossen, er selbst
aber hat den Charakter des Wehrbaues ganz aufgegeben; doch erinnern die
niedrigen Stockwerke (3 an der Zahl), die Sorglosigkeit in bezug auf
symmetrische Gruppierung der Fenster, der Mangel an Wandgliederung u. a.
m. noch immer an die ma. Bauweise. Wie bei den meisten Schlössern und
Rathäusern der Epoche traten lebhaftere Formen erst oberhalb des
Hauptgesimses ein; die ehemalig reich verzierten Zwerchhäuser sind jetzt
allerdings stark reduziert und das Dach erniedrigt. Einigermaßen
auffallend ist der Mangel an Türmen; es ist nur der wenig hochragende an
der Schloßkirche vorhanden, im Erdgeschoß aus Ma. Die innere Einteilung
kennt keine Korridore; geschickte Gruppierung der Zimmer macht sie bequem
zugänglich durch die 4 in die Ecken des Hofes gelegten Schnecken, mit 2
Türen auf jedem Podest. Der architektonisch gehaltvollste Teil ist die in
der SWEcke angelegte, nach außen nicht selbständig gekennzeichnete
_Kapelle_. Die Anlage folgt dem in den Schlössern von Torgau (1544) und
Stuttgart (1566) begründeten Typus. Ein Rck. von 13,2 : 16,6 m wird auf 3
Seiten von geräumigen Emporen umschlossen; dieselben bauen sich
3geschossig in 2 resp. 3 Achsen auf; an der schließenden Schmalseite
übereinander — diese spezifisch protestantische Anordnung tritt hier zum
erstenmal auf — Altar, Kanzel und Orgel. Wie in allen Teilen des Schlosses
haben die Proportionen etwas gequetschtes; die Arkaden öffnen sich in
Korbbögen zwischen sehr niedrigen Pfll., die Decke hat abgeflachte
Kreuzkappen aus Stuck konstruiert. Sehr reich die Dekoration (vom
Niederländer _Wilhelm Vernucken_): Pilaster, Archivolten und Zwickel mit
sog. Beschlägsornament in flachem Relief, an der Decke zierliches
Rollwerk, unterhalb ihrer auf dem obersten Scheidbogen liegende
Apostelgestalten (offenbar Ableitungen aus Michelangelos Sistina). Die
Ausführung überall in Stuck mit diskretem Zusatz von Farbe und Vergoldung.
Lübke: »in der ganzen deutschen Renaissance kenne ich keinen Innenraum von
ähnlicher Feinheit der Dekoration«. An den jetzt kahlen Emporenbrüstungen
ehemals Tafelgemälde, auf denen die Antithesis Christi und des Papstes
durchgeführt war (anscheinend im Anschluß an _Cranachs_ Holzschnittwerk
»Passional Christi und Antichristi«), sie bildeten meist den Mittelpunkt
der farbigen Dekoration. — Auch in den übrigen Teilen des Schlosses hat
sich viel von dem ursp. Schmuck erhalten. Die niedrigen Fenster und Türen
(letztere meist 2 m H.: 1 m Br. mit Holzintarsien) sind mit Wandmalereien
eingerahmt; nordisches Rollwerk wechselt mit antiken Grotesken; einigemal
erscheinen breitspurige Landsknechte als Türwächter; Kamine; Öfen mit
gußeisernen Teilen (einer bez. 1584). Die vollständigsten
Ensemblewirkungen im _»Riesensaal«_, hauptsächlich Malerei auf Wandverputz
und gemalte Deckenfelder auf Leinewand, weit gespannte hölzerne
Deckenträger auf reich gestalteten steinernen Wandpfll. Großer Kamin. Der
Riesensaal hat bei einer Grundfläche von 12,5 : 25 m nur 4,5 m H., wie
denn auch die süddeutschen Schloßsäle dieser Zeit niedrig proportioniert
zu sein pflegen. Sehr gut erhalten das _Landgrafenzimmer_ im Erdgeschoß.
Über mehrere Räume verteilt die bmkw. Sammlungen des Hennebergischen
Gesch.-Ver. Die _Gartenterrassen_ aus A. 17. Jh. sehr zerstört.

_SCHMERLENBACH._ UFranken BA Aschaffenburg.

*Benedikt-Nonnen-Klst.* 1769.

_SCHMIEDEBERG._ Pr. Sachsen Kr. Wittenberg.

*Stadt-K.* 1450. Hallenkirche in Backstein mit Resten eines älteren
Granitbaus. Jetzt flachgedeckt. Chor 3/8 in voller Breite der K.

*Rathaus* 1648 mit hübschen Giebeln und Portalen.

*Privathäuser* mit renss. Portalen zahlreich.

_SCHMIEDEBERG._ K. Sachsen AH Dippoldiswalde.

*Dreifaltigkeits-K*. 1713-16 von _George Bähr_. Griechisches Kreuz mit
sehr kurzen Armen; die in 3 Geschossen aufgebauten Emporen bilden im Gr.
ein regelmäßiges 8Eck; der Kanzelbau hinter dem Altar. _Taufstein_ vom
Dresdener Hofbildhauer _Benjamin Thomae_. In der Sakristei Wachsbüste,
wohl von _Dubut_.

_SCHMIEDEHAUSEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

*Dorf-K.* Der quadr. Turmchor rom.

_SCHMOCHTITZ._ K. Sachsen AH Bautzen.

*Schloß.* Hauptgebäude 1764 vom jüngeren _Pöppelmann_. Im (stark
veränderten) Park Sonnentempel, anmutige Kinderfigg., Sphinx
(hervorragend), Monumente für Kurfürst Friedrich August III. 1769 und P.A.
v. Schönberg, den Gründer des Parks.

_SCHMÖLLN._ Sachsen-Altenburg LA Ronneburg.

*Stadt-K.*; erster Bau 1159, Neubau 15. Jh. 3sch. Hallenkirche, seit Brand
1772 mit Holzgwb.

_SCHMORKAU._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Dorf-K.* Regelrechte rom. Anlage, aller Kunstformen beraubt.

_SCHNABELWEID._ OFranken BA Pegnitz.

*Pfarr-K.* Got. Chor im O-Turm, Schiff 18. Jh., Grabstein 17. Jh.

*Schloß* mit Rund-Turm einfach renss.

_SCHNEEBERG B. AMORBACH._ UFranken.

*Dorf-K.* Die Architektur (16. Jh.) im jetzigen Zustande ohne Interesse.
Sehr stattlich in der Fülle seines Bildhauerwerks der _Hochaltar_, 2. V.
17. Jh., Stiftung eines Mainzer Domherrn.

_SCHNEEBERG._ K. Sachsen AH Schwarzenberg.

*Stadt-K. S. Maria und S. Wolfgang* 1515-16. Baumeister _Hans v. Torgau_.
— Hallenkirche von 3 Sch. und 5 Jochen; Schiffsbreiten und Jochbreiten
gleich; der östl. Abschluß gibt eine flache Ausbuchtung, 4 Seiten des
16Ecks nehmen die ganze Breite der K. ein. Die lichten Maße: 61 m L., 27 m
Br., 19,12 m H. Die Gwbb. haben über alle 3 Sch. weg ein einheitliches
Rippenmuster, weniger verwickelt als in Annaberg und Chemnitz. Die
Emporen, wie überall in dieser Schule, aus Stein und dem System organisch
eingefügt, laufen rings um den ganzen Raum, auch um den Chor; die
Verbindung zwischen ihren einzelnen Abteilungen wird nicht, wie in
Annaberg und Chemnitz, durch Verkröpfung um den Strebepfeiler, sondern
durch Zurückziehung des letzteren bewirkt. — Großer _Altarbau_ in strenger
Barock-Architektur von 1712. Der alte _Flügelaltar_ von 1539 teilweise in
den neuen aufgenommen; gute Arbeit aus der Werkstatt _Cranachs_;
interessant als umfassende symbolische Darstellung des evangel.
Glaubensbekenntnisses, zu beachten auch das Weltgericht auf der Rückseite.
— _Kanzel_ 1540, Sandstein mit Farbe und Vergoldung, in den Formen noch
got. Erinnerungen; überarbeitet 1607. — Im Chor 4 Grabmäler des 17. Jh. —
Hinter dem Altar _Gemälde_ des Schneebergers _Wolfgang Krodel_ 1561.

*Hospital-K.* von 1567, erneuert 1737.

*Rathaus* 1527-79, erneuert nach Brand 1719. Einige Kleinkunstwerke. —
Kurfürstenbilder von _Andr. Engelhard_ in kunstreichen Rahmen von _Andr.
Petzold_. Kleine Holzädicula mit Kreuzigungsrelief bez. 1551 _W K_ (_Wolf
Kreuter_).

_SCHNEY._ OFranken BA Lichtenfels.

*Pfarr-K.* modern mit Turm von 1507. In der Sakristei bmkw. Grabmal.

*Schloß* aus _Dientzenhoferscher_ Zeit auf ma. Burganlage.

2 malerische *Torbauten* und Mauerreste aus Ma.

_SCHÖLLKRIPPEN._ UFranken BA Alzenau.

*Pfarr-K.* spgot. — *Schloß,* aus einer alten Wasserburg umgebaut.

_SCHÖNAU._ K. Sachsen AH Löbau.

*Dorf-K.* Einheitliche rom. Anlage: kurzes Rck. mit eingezogenem
Chorquadrat und Apsis. Gwbb. spgot. [Spgot. Altar im Museum Bautzen].
_Pastorengrabstein_ 1653, tüchtig.

_SCHÖNAU._ UFranken BA Gemünden.

*Kloster-K*. Gegr. 1160 für Cisterc.-Nonnen. Vom got. Bau (1. H. 14. Jh.)
erhalten der gerade geschlossene Chor und die jetzige Sakristei. 1699
(Umwandlung für Franziskaner) das jetzige Langhaus angefügt und der Chor
teilweise verändert, die trockene derbe Architektur der Richtung
_Petrinis_ nahestehend. Die pompöse _Ausstattung_ aus der Erbauungszeit,
_Altarblätter_ (wahrscheinlich) von _Oswald Onghers_ und von _Seb. Urlaub_
(1755). Im Psaltierchor 3 Holzfigg., Maria und die beiden Johannes, sehr
gute Arbeiten, möglicherweise eigenhändig von _Riemenschneider_.

_SCHÖNBACH._ UFranken BA Haßfurt.

*Dorf-K.* In der Überarbeitung des 18. Jh. der sprom. Charakter ziemlich
gut bewahrt. — Mobiliar ca. 1650-1700. Madonna auf der Mondsichel A. 15.
Jh.

_SCHÖNBERG._ RB Cassel Kr. Ziegenhain.

*Dorf-K.* (französ. Kolonie) 1706 von _Paul Du _Ry.

_SCHÖNBERG._ K. Sachsen AH Oelsnitz.

*Dorf-K.* Zu nennen wegen einer Anzahl von Grabsteinen 1485-1669.

_SCHÖNBORN._ Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.

*Dorf-K.* mit rom. Altarhaus. — _Altarbild_ »an _Hans v. Culmbachs_ Art
erinnernd«(?)

_SCHÖNBRUNN._ OFranken BA Wunsiedel.

*Pfarr-K.* Sprom. Chor-Turm, Lhs. bar. _Ikon. Grabstein_ 17. Jh. Kalkstein
und Eisenguß.

_SCHÖNBURG._ Pr. Sachsen Kr. Naumburg.

*Burg.* (Ansehnliche Ruine.) Sprom. ohne wesentliche Veränderungen.
Mächtiger, freistehender Rund-T. über 30 m hoch, darin ein Gemach mit
Kamin in Formen, die am Naumburger Dom ca. 1220 zur Erscheinung kommen,
also nicht der »älteste Kamin Deutschlands«. Palas und Kapelle, in der
Anlage gut zu erkennen. Mehr zerstört die Vorburg, doch auch hier rom.
Kennzeichen.

_SCHÖNERSTADT._ K. Sachsen AH Döbeln.

*Dorf-K.* Oft umgebaut. Von Interesse ein einfach aber stattlich und
sorgfältig durchgebildetes rom. Portal. — _Holzstatuen_, Reste eines
Altars aus A. 16. Jh., mit der beste aus dieser Gegend.

_SCHÖNFELD._ K. Sachsen AH Dresden-N.

*Dorf-K.* Chor 1676 Netzgwb. mit renss. Profilen. — Altar mit _Gemälde_
von _Jonas Eywick_ zu Pirna 1658; einfache _Sandsteindenkmäler_ 18. Jh.

*Schloß* einheitliche Schöpfung von 1573 ff. Inmitten eines Teiches.
Rechteck mit je 3 Zwerchgiebeln an jeder Langseite, der mittlere von einem
6eck. Treppen-Turm überschnitten. Die innere Einteilung sehr regelmäßig.
Im Erdgeschoß Gewölbe, in den 2 oberen bemalte Balkendecken.

_SCHÖNFELD._ K. Sachsen AH Großenhain.

*Schloß.* 1574. Ohne eigentliche künstlerische Bauidee von hochmalerischer
Wirkung. Portal, Kamine, gemalte Holzdecken erhalten.

_SCHÖNFELS,_ s. Alt- und Neuschönfels.

_SCHÖNHAGEN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Dorf-K.* 1741, In den bar. Hauptaltar sind 2 _got. Altäre_ verarbeitet.

_SCHÖNRAIN._ UFranken BA Aschaffenburg.

*Burg.* Ringmauern mit rom. Ecktürmen. Wohnbau 1556.

_SCHOTTENSTEIN._ OFranken BA Staffelstein.

*Pfarr-K.* bar. 1703, got. Turm. — _Grabdenkmäler_ 16. Jh.

_SCHRAPLAU._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

*Dorf-K.* rom., wohl 12. Jh.; gleiche Anlage wie in Unter-Röblingen (s.
dort), doch größer und etwas geschmückter. Apsis mit Lisenen und
Bogenfries, Säulenportal, Tympanon. — Von der »alten« Burg (ao. 979
»Scrapenlevaburg«) und der »neuen« Burg (erb. 1206) dürftige Spuren.

_SCHREBITZ._ K. Sachsen AH Oschatz.

Große spgot. *Dorf-K.* 1sch., Netzgwb., WTurm.

_SCHRECKSBACH._ RB Cassel Kr. Ziegenhain.

*Dorf-K.* 1754. — *Schloß* 1580.

_SCHULPFORTE_ s. Pforta.

_SCHÜPTITZ._ Sachsen-Weimar VB Neustadt a. O.

*Dorf-K.* mit rom. Turmchor, daran 1/2kr. Apsis; Lhs. um 1500. —
_Schnitzaltar_ 16. Jh.; _Weihrauchgefäß_ 13. Jh.

_SCHWALLUNGEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen

*Dorf-K.* Gemengbau 16.-18. Jh. Spuren starker Kirchhofsbefestigung. Dazu
gehörig 4eck. Wohnturm (»Kemenate«) von 1537. — Von den Fachwerkhäusern
des 16. und 17. Jh. sind auch nach dem Brande 1894 noch einige gute
Beispiele übrig geblieben; no 35 von 1548, no 91 von 1599, no 39 von 1663.

_SCHWANEBERG._ UFranken BA Kitzingen.

*Schloß* in schöner Lage am Steigerwald. Die Teile in Buckelquadern aus
Ma.; wesentlich Umbau durch Bischof Julius.

_SCHWAPPACH_ (Ober- u. Unter-). UFranken BA Haßfurt.

Stattliche *Amtshöfe* des Klosters Ebrach von _Joh. Dientzenhofer_.

_SCHWARZACH._ OFranken BA Kulmbach.

*Pfarr-K.* Gotisierender Flachdeckbau 1610, Maßwerkfenster, Doppelempore
auf 3 Seiten, Chor im O-Turm. _Grabstein_ 1542, 1609. — *Wirtshaus*
schöner Fachwerkbau 1680.

_SCHWARZBACH._ K. Sachsen AH Grimma.

*Dorf-K.* wesentlich rom., neuerdings rest. — _Glocke_ aus 13. Jh.

_SCHWARZBACH._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Kirche,* in den ältesten Teilen spgot. Gerader Chorabschluß. Flache Decke
mit 4 großen Gemälden. Moseskanzel.

Mehrere geschnitzte *Holzfachwerkhäuser* des 17.-18. Jh. mit gut
geschnitzten Eckpfosten.

_SCHWARZBURG._ Schwarzburg-Rudolstadt.

*Schloß.* Der alte Bestand durch Brände 1695 und 1726 fast ganz
vernichtet. Danach neu aufgebaut. Stattliche Hoffassade. — 2
_Schnitzaltäre_ von _Valentin Lendenstreich_, dem Hauptmeister der
Saalfelder Schule, 1479 und 1503.

_SCHWARZENBERG._ K. Sachsen Amtshauptstadt.

*Stadt-K.* 1690-99 von _Joh. Georg Roth_ (vgl. Carlsfeld). 1sch. Saal von
34,3 : 18,6, bedeutende Raumwirkung, würdevolle Barockausstattung.

_SCHWARZENBORN._ RB Cassel Kr. Ziegenhain.

*Dorf-K.* Schiff im Übergangsstil flachgedeckt, eingezogener quadr. Chor
etwas jünger.

_SCHWARZENFELS._ RB Cassel Kr. Schlüchtern.

*Schloßruine* 16. und 17. Jh.; Bergfried; an der SSeite ein bewohnbares
Gebäude, jetzt Amtsgericht. Im Hof reiches Barockportal und Brunnen von
1621.

_SCHWEBDA._ RB Cassel Kr. Eschwege.

*Dorf-K.* mit rom. Turm. — v. _Keudellsche_ Grabsteine. — Got.
*Wasserburg* der v. Keudell.

_SCHWEBENRIED._ UFranken BA Karlstadt.

*Pfarr-K.* 1752 mit OTurm aus der Juliuszeit. Gute Rok.Mobilien,
namentlich der Orgelgehäuse.

_SCHWEBHEIM._ UFranken BA Schweinfurt.

*Schloß* (v. Bibra). Rechteck. Bering mit Graben und großem, von Türmen
flankiertem Doppeltor 1576; 2 dreigeschossige Häuser mit Staffelgiebeln
1526, die Treppentürme 1574.

_SCHWEINA._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Pfarr-K.* schlicht spgot. Inneneinrichtung mit Emporen 1696, für diese
Gegend reich.

_SCHWEINFURT._ UFranken BAmtsstadt.

*Pfarr-K.* Baudaten fehlen. Sprom. Bau von hoher künstlerischer Qualität,
durch Flickarbeit des sp. Ma. entstellt. Aus älterer rom. Bauzeit der
Unterbau der 2 den Eingang in den Chor flankierenden Türme (jetzt 1). Im
2. Viertel 13. Jh. Neubau des Qsch., welches so breit angelegt wurde, daß
es durch Zwischenpfll. in 2 Schiffe zerlegt werden mußte; die Vierung und
die Flügel mit je 2 rck. Gwbb. Ihre Kreuzrippen rck. mit Einkerbung in der
Mitte. Die beiden Pfll. haben Bündelform, jedoch unter sich verschieden.
An ihren Kapitellen sowie den Wandkonsolen wechselt stilisiertes rom.
Blattwerk mit frgot. Knospen, alles in vorzüglich schwungvoller
Behandlung. Der Vorderchor hatte ebenfalls 2 rck. Gwbb., wie die beim
spgot. Umbau 1335-1400 stehen gebliebenen Konsolen anzeigen. Um dieselbe
Zeit Erneuerung des Lhs., davon nur das südl. Portal in guter Arbeit des
14. Jh. erhalten; sonst flachgedeckter Notbau nach Brand 1554. Am Äußeren
interessiert jetzt nur die sprom. südl. Qsch.-Front. Das Portal nicht
groß, aber von auserlesener Erfindung und Ausführung. Im Obergeschoß
entsprechend der Zweiteilung des Innern 2 große Kreisfenster mit reich
profiliertem Gewände, getrennt durch eine die Mittellinie einnehmende
Lisene. Am Giebel Arkatur von 5 pyramidal ansteigenden Spitzbgb. auf
Säulchen mit Knospenkaptt. — _Taufstein_ 1367. _Kanzel_ 1694, got.
_Grabsteine_ unter dicker Tünche; bmkw. Konrad v. Seinsheim 1369, Marg.
Fuchs Art des _P. Dell d. J._ um 1550. An der Außenwand _Epitaph_ des
Berthold Rucker † 1377, vor dem Heiland kniend; interessant für die
Entwicklungsgeschichte der Epitaphform. Schöne _Abendmahlskanne_ E. 16.
Jh., wie es scheint in Kitzingen gearbeitet.

*Rathaus* 1570 ff. von _Niklas Hoffmann_ aus Sachsen. Es wird den besten
seiner Gattung zugezählt. Bei mäßigem Reichtum des Zierwerks wirkt es
vornehmlich durch die malerische und doch klare und wohlproportionierte
Gliederung der Massen. Hauptbau von ca. 28 m Br. und 18 m Tiefe; das
traditionelle Motiv eines aus der Mitte der Fassade vorspringenden
Treppenturms ist zu einem rck. Vorbau erweitert mit Altan und turmartig
über den Giebel hinaufgeführtem Erker und einer Durchfahrt im Erdgeschoß.
Das Innere besteht aus mehreren Hallen und Sälen, die sich in einem
Rückflügel fortsetzen; die Wendeltreppen sind nach innen gelegt. Das
Detail entspricht der sächsischen Schule; noch mit gotischen Erinnerungen.
Von der inneren Dekoration sind nur Teile, diese vorzüglich, erhalten.

*Gymnasium* 1582.

*Mühltor* 1564.

_SCHWEINITZ._ Sachsen-Altenburg LA Roda.

*Dorf-K.* Unerheblicher Gemengbau. Von Interesse ein Altartriptychon,
wahrscheinlich Stiftung Friedrichs des Weisen, die _Schnitzerei_ gilt für
Saalfelder Arbeit, die _Gemälde_ nicht aus _Wolgemuts_ Werkstatt (so
Lehfeldt), die Anklänge an Schongauer durch Kupferstiche vermittelt; sie
kommen in der Saalfelder Werkstatt öfters vor, z. B. auf dem Altar in
Schaala.

_SCHWEINSBERG._ RB Cassel Kr. Kirchhain.

*Stadt-K.* um 1500. Einfache Hallenkirche, 3 Joch Stern- und Netzgwbb.
ohne Strebepfeiler. — Ikon. _Grabsteine_ der Familie Schenk zu
Schweinsberg 1503, 1564, 1568, 1569, 1578.

*Schloß,* ausgedehnte, großenteils spgot. Anlage, teils Ruine, teils
bewohnt.

_SCHWEPNITZ._ K. Sachsen AH Kamenz.

*Dorf-K.* Einfacher Saalbau 1747. Sehr reich an bar. und rok.
_Denkmälern_.

_SCHWETA._ K. Sachsen AH Döbeln.

*Schloß.* Renss. Stattlicher Kamin.

_SCHWETA._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Dorf-K.* 1751. Zentralbau unter Einfluß _G. Bährs_. Gr. in Form eines
Vierpasses. Flachdecke. Einrichtung gleichzeitig.

_SCHWICKERSHAUSEN._ Sachs.-Mein. Kr. Meiningen.

*Schloß* 1540, im Hof Grabsteine 1560, 1570. Große Stallgebäude 1579,
1595, im Kuhstall Tonnengwb. von 7,35 m Spannung.

_SEBNITZ._ K. Sachsen AH Pirna.

*Stadt-K.* 1sch. mit 3/8 Chor, ursp. gewölbt. — Reicher _Altarbau_ bez.
_Martin Roth_ 1586. _Kanzel_ 1621. Gute _Madonnenstatue_ E. 15. Jh.

_SEDLITZ._ K. Sachsen AH Pirna.

*Schloß* und Lustgarten 1719-1732 für Graf Wackerbarth, Entwurf von
_Pöppelmann_, verkürzt ausgeführt von _Knöffel_ und _Longuelune_; rest.
1846; im Garten dekorative Figuren, Vasen usw.

_SEEBACH._ K. Sachsen AH Dippoldiswalde.

*Dorf-K.* des 18. Jh. mit rom. O-Turm. — Figurenreiche
_Alabaster-Epitaphe_ der Familie v. Berlepsch.

_SEEBURG._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

Ausgedehntes, verhältnismäßig wohlerhaltenes *Schloß*. Hauptgebäude 17.
Jh. Einzelne Teile gehen bis in rom. Zeit zurück, darunter die *Kapelle,*
nach dem Typus der Dorfkirchen dieses Gebietes (vgl. Unter-Röblingen).
Außerdem größere *Schloß-K.,* spgot.

_SEEGA._ Schwarzburg-Rudolstadt LA Frankenhausen.

*Dorf-K.* quadr. Chor mit romanisierend got. Turm.

_SEEGNITZ._ UFranken BA Kitzingen.

*Rathaus* 1608. — Auf dem Friedhof kleines _Epit_. bez. TK (_Thomas
Kistner_).

_SEEHOF._ OFranken BA Bamberg I.

*Schloß Marquardsburg.* Bedeutende Anlage. 1686 von _Petrini_ aus Würzburg
für Bischof Marquard v. Stauffenberg. 4 in Quadr. gestellte Flügel, an den
Ecken breite niedrige Türme; im wesentlichen noch der Schloßtypus von
Aschaffenburg; hinzugekommen die Korridore an der Hofseite. Die Türme 1711
durch _Joh. Dientzenhofer_ verändert, die innere Ausstattung durch _B.
Neumann_ 1729.

_SEELITZ._ K. Sachsen AH Rochlitz.

*Dorf-K.* aus E. 15. Jh. Ungewöhnlich groß und aufwändig: Gr. ähnlich der
Kunigunden-K. in Rochlitz, doch sind die Gwbb. nicht zur Ausführung
gekommen. — _Schnitzaltar_ jetzt in der Sakristei; an seiner Stelle bar.
Aufbau 1771. — Mehrere _Grabsteine_.

_SEIBELSDORF._ OFranken BA Steinach.

*Pfarr-K.* 1735, helle und geräumige K. im sog. Markgrafenstil. Turm 1753.

_SEIDMANNSDORF._ Sachsen-Coburg LA Coburg.

*Dorf-K.* Spgot. Emporen bez. 1538.

_SEIFERSDORF._ K. Sachsen AH Dresden-N.

*Dorf-K.* einheitlich 1604. Langgezogenes, 3/8 geschlossenes Rck., Gewölbe
mit aufgeputzten Rippen. — Das umfangreiche _Altarwerk_ scheint
Erweiterung (A. 17. Jh.) eines 1595 gefertigten _Grabmals_ aus der Schule
Hans Walthers; unter den zahlreichen anderen _Grabmälern_ besonders die
des Joachim und des Wolf Dietrich v. Grünrod † 1604, 1606 bmkw.

*Schloß.* Wasserschloß 1531, neugotischer Umbau beendet 1822. —
Hervorragende _Porträtreihe_, u. a. Goethe 1787, Königin Luise v. Preußen
1788, beide von _Darbes_, mehrere Glieder der gräfl. Brühlschen Familie
von _Graff_.

Das _Seifersdorfer Tal_, einst ein Hauptziel der Dresdner Naturfreunde,
seit 1781 von Gräfin Christiane v. Brühl in einen romantischen Park
umgewandelt: Altar der Tugend, Ruine der Vergänglichkeit, Hütte des
Pythagoras usw. (vgl. Kupferwerk von W. G. Becker 1792, 2 ao. 1800).

_SEIFERSDORF._ K. Sachsen AH Dippoldiswalde.

*Dorf-K.* architekturlos. Ansehnliches _Altarwerk_ von 1518, die
tektonischen Formen in lebendiger Verschmelzung von FrRenss. und Got., die
Malereien in der Art des Meisters von Dippoldiswalde, doch von geringerer
Qualität.

_SEIFHENNERSDORF._ K. Sachsen AH Zittau.

*Dorf-K.* 1796. Großer Saalbau mit 3 Rängen Emp., nüchtern klassizistisch,
von _K. Ch. Eschke_.

_SEINSHEIM._ UFranken BA Kitzingen.

*Dorf-K.* _Holzmadonna_ von einem der besseren Gesellen
_Riemenschneiders_.

_SEITENDORF._ K. Sachsen AH Zittau.

*Pfarr-K.* 1795. Turm 1569, Haube mit lebhaftem Kontur 1760, im Innern
spitzbg. im Übergang zur Renss.

_SELIGENTAL._ RB Cassel Kr. Schmalkalden.

*Dorf-K.* 1687, noch gotisierend. Emporen mit bibl. Bildern bemalt. —
Mehrere gute _Fachwerkhäuser_.

_SERRFELD._ UFranken BA Königshofen.

*Dorf-K.* spgot. mit OTurm. — _Alabasterreliefs_ um 1480. —
Kirchhofsbefestigung mit Gaden, auch als malerische Gruppe reizvoll.

_SESSLACH._ OFranken BA Staffelstein.

Anziehendes altertümliches *Stadtbild*. Mauern und Türme auf größere
Strecken gut erhalten. Häuser des 16.-18. Jh. in stattlicher Anzahl, Stein
und Fachwerk.

*Kirche.* Got. Hallenkirche mit schief gestelltem Chor, entstanden 1522
durch Anbau an ältere 1sch. K. A. 18. Jh. das Innere barockisiert.

_SEUSSLINGS._ OFranken BA Bamberg II.

*Pfarr-K.* um 1470. Doppeltürmig. Unter dem Chor ältere (rom.?) Krypta.
_Glasfenster_. Relieftafeln vom ehemaligen _Hochaltar_ um 1480.

_SEUSSLITZ._ K. Sachsen AH Großenhain.

*Dorf-K.* Grabstein eines Ritters in geritzten Umrissen 13. Jh. Andere mit
gut erhaltenen Reliefbildnissen 16. und 17. Jh.

_SIEMERODE._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Dorf-K.* 1sch. bar., reich bemaltes hölzernes Tonnengwb. Ungewöhnlich
gutes spgot. _Holzrelief_ (hl. Sippe).

_SIERSLEBEN._ Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis.

*Dorf-K.* rom. 12. Jh. — Hübsche _Sakramentsnische_ 1484.

_SINNERSHAUSEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Ehem. Wilhelmitenklst., im Bauernkriege zerstört, später Gutshof. An der
Gartenmauer rohe frgot. _Steinfigur_, im Garten mehrere _Rok.-Figuren_.

_SITTENDORF._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

*Dorf-K.* mit rom. O.-Turm.

_SITTICHENBACH._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Ehem. *Cisterc.-K*. fast spurlos verschwunden. Bis zur Säkularisation
scheint der Bau aus M. 12. Jh. unverändert bestanden zu haben; auf ihn
gehen 2 mächtige Würfelkaptt. zurück mit 1/2kr. Schilden wie in
Paulinzelle und deren Basen. — Nahebei 2 frühgot. _Kapellen_. Am
Fenstermaßwerk auf Säulchen der Eindruck des Naumburger Doms zu erkennen.

_SITZENRODA._ Pr. Sachsen Kr. Torgau.

*Dorf-K.* gegr. 1198, spgot, Umbau 1571. — _Schnitzaltar_ 15. Jh. Mehrere
_Epitaphe_ 1530-1626.

_SODEN._ RB Cassel Kr. Schlüchtern.

*Huttensches Schlösschen*. 1536 und 1591. Gut erhalten.

_SODENBERG._ UFranken BA Hammelburg.

*Ruine*. Schwer zugängliche Höhenburg. Erb. im 14. Jh. von den Thüngen.
Sehr verfallen.

_SOMMERACH._ UFranken B A Gerolzhofen.

Interessantes Beispiel einer zum größten Teil erhaltenen
spätmittelalterlichen *Dorfbefestigung*.

_SÖMMERDA._ RB Erfurt Kr. Weißensee.

*Stadt-K. S. Bonifazius.* 1sch. flachgedeckt mit gewölbtem Chor 1462; Turm
nördl. daneben. — Guter _Schnitzaltar_. Hinter ihm 2 _Gemälde_ A. 15. Jh.

*Rathaus* 1529 ff. ziemlich groß, entstellt.

_SOMMERHAUSEN._ UFranken BA Ochsenfurt.

Anmutiges *Mainstädtchen* mit 4 Rundtürmen, 3 Tortürmen, 2 Figurenbrunnen.
In der Kirche schöne geschnitzte _Kanzel_ 17. Jh.

*Schloß* der Grafen v. Rechteren. — _Rathaus_ kräftiger Renaissancebau. —
Auf dem Friedhof originelle _Steinkanzel_ mit Überdachung.

_SÖMMERSDORF._ UFranken BA Schweinfurt.

*Dorf-K.* 1795 mit nachgot. Turm. _Marmoraltar_ aus St. Michael in
Würzburg, um 1750. Reste eines _spgot. Altars_ um 1510.

_SOMSDORF._ K. Sachsen AH Dresden-A.

*Dorf-K.* 1711 umgebaut, ein übrig gebliebenes Fenster der NSeite scheint
rom. [Reste eines großen _Altarwerks_ um 1500 im Dresd. Altert.-Ver.]

_SONDERSHAUSEN._ Hauptstadt von Schwarzb.-Sondersh.

*Trinitatis-K.* nach 1621. Im Chor naiv-naturalistische Barockdekoration,
in den Winkeln des Polygons 4 Palmbäume; darauf die 4 Evangelisten;
schwebende Kinderengel halten Gemälde. Reicher _Kelch_ um 1400.

*Fürstl. Schloß* 1538ff. Rittersaal mit schwerer Stuckdekoration E. 17.
Jh., NFlügel 2. H. 18. Jh. Karussell 1709, 8eck. mit Emporen in 2 Rängen.

_SONDHEIM V. D. RHÖN._ Sachs.-Weimar VB Dermbach.

*Pfarr-K.* 16. Jh., schlicht spgot. Malerische Bar.Einrichtung. Die
Emporen mit biblischen Gemälden 1606, Taufstein 1606, Kanzelaltar 1775,
auf der hölzernen Flachdecke _Kolossalgemälde_ (Himmelfahrt) von _Peter
Herrlein_ 1775. — Hohe befestigte _Kirchhofsmauer_. — Von den _Adelshöfen_
ist nach dem Dorfbrande 1840 wenig übrig geblieben.

_SONNEBORN._ Sachsen-Gotha LA Waltershausen.

Kirchenruine mit frgot. Chor. _Grabsteine_ des M. v. Wangenheim 1588
gehört zu den besseren.

_SONNEFELD._ Sachsen-Coburg LA Coburg.

Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst.* gegr. 1264. Der mächtige Chor, 3 Joche und
5/8 Schluß, überragt das unansehnliche spgot. Lhs. Seine strengen und
sorgfältig ausgeführten Formen aus der Bauzeit 1327 (Rest. 1856). —
_Grabsteine_ aus der Erbauungszeit: Heinrich v. Sonneberg in gesucht
bewegter Haltung auf Konsole mit Halbfigur eines betenden Mönchs;
Kunigunde v. Sonneberg; Äbtissin Anna v. Henneberg † 1356, vielleicht der
beste Grabstein Südthüringens aus der Hochgotik.

_SONTRA._ RB Cassel Kr. Rotenburg.

*K. S. Georg*. 1483-93. Unsymmetrisch 2sch. Hallenkirche. An den spitzbg.
Türen gekreuzte Stäbe. Fischblasenmaßwerk. Turm 17. Jh. Unter den
Kragsteinen der Sakristei in der SOEcke der sog. Wodanskopf.

*Rathaus,* malerischer Fachwerkbau mit Türmchen und hoher Freitreppe.

_SORNITZ._ K. Sachsen AH Meißen.

*Schloß* 1500. Präzises Beispiel eines »festen Hauses« jener Tage. Kleines
Rechteck mit diagonal gestellten Rundtürmen, umschlossen von Wassergräben.
Nüchterner Umbau 1742.

_SPANGENBERG._ RB Cassel Kr. Melsungen.

*Stadt-K.* Niedrige spgot. Hallenkirche von 3 Jochen, höherer 1sch. Chor,
gestreckt mit Schluß aus 8Eck. Der WTurm aus E. 13. Jh. hat ein reich
gegliedertes Portal, gekuppelte Fenster, 4 Steingiebel und schlanken
hölzernen Helm. — _Tumba_ der Landgräfin Anna † 1462, an den Seiten 8 von
Engeln gehaltene Wappen, die Liegestatue hat zu Häupten 2 Engel, zu Füßen
Löwe und Hund.

*Hospitals-K.* Schlicht spgot. 1sch. — _Holzskulptur_, Pietas.

*Schloß.* Spgot. und Renss. Gut erhaltene Anlagen aus dem A. und E. des
16. Jh. mit älterem Tor-Turm, umgeben von tiefen, trocknen Gräben und
kunstvollem Wall. In verschiedenen Sälen figürliche und ornamentale
Malerei.

Schöne alte *Fachwerkhäuser* in neuester Zeit durch Brand und Umbau
zerstört.

*Ringmauern* schlecht erhalten, besser 3 *Türme* (1 runder und 2
viereckige).

_SPARNECK._ OFranken BA Münchberg.

*Kirche* got. mit Grabmälern aus 15. und 16. Jh.

_SPIELBERG._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Dorf-K.* Die OTeile, quadr. Chor mit Turm und Apsis, ziemlich intakt rom.

_SPIESSCAPPEL._ RB Cassel Kr. Ziegenhain.

Ehem. *Prämonstratenser-Klst.-K.* Erb. 2. H. 12. Jh. als flachged.
Basilika auf kreuzf. Gr. von mittelgroßen Abmessungen. Um 1500 Chor, Qsch.
und östl. Teile des Lhs. niedergelegt. Jetzt besteht nur der Rest des
Msch., mit 6 Arkaden, das nördl. Ssch. und der spgot. West-Turm. Die rom.
Bauformen verhältnismäßig reich. Im System wechseln quadr. Pfll. und
verjüngte Sll. Die Würfelknäufe mit skulptiertem Ornament bedeckt; an
mehreren eine von Rankenwerk umgebene menschliche Figur; an einem 8
Männer- und Weiberköpfe, deren Haar und Bart in langen Strähnen
durcheinandergeschlungen. Die Fenster des Ssch. haben wellenförmig
profiliertes Gewände, die des Msch. sind durch Rundstab, Schräge und Kehle
gegliedert. Das WPortal hat im Gewände 5 Rücksprünge mit 3/4 Sll.
ausgestellt; am Tympanon in Kleeblattumfassung die Brustbilder des
Salvators, der Mutter Gottes und des Täufers. Die Vorhalle spgot. 1504. —
In der spgot. Turmkapelle (S. Michael) ein _Altarbaldachin_ in spätesten
und reichsten rom. Formen. — In der Vorhalle _Steinreliefs_ von 1500 und
1504. — _Springbrunnenbecken_ bez. 1509 aus dem ehem. Kreuzgang.

_SPITZKUNNERSDORF._ K. Sachsen AH Zittau.

*Dorf-K.* 1712 von _J. Kirschstein_, dem Erbauer der K. von Hainewalde und
dieser gleich. Altar mit gediegenen _Schnitzfiguren_ von _Fr. Bühner_ aus
Böhmen. Zahlreiche bar. _Grabdenkmäler_.

_SPORA._ Pr. Sachsen Kr. Zeitz.

*Dorf-K.* rom. Apsis und rom. Turmunterbau, sonst modern.

_SPREMBERG._ K. Sachsen AH Löbau.

*K.* 1901 völlig umgebaut, erhalten 2 Renss.Portale. — Zahlreiche
_Grabdenkmäler_ bar. und rok., unbedeutend

_STADELHOFEN._ OFranken BA Bamberg I.

*Dorf-K.* um 1700.

_STADTILM._ Schwarzburg-Rudolstadt LA Rudolstadt.

*Pfarr-K.* Lhs. und Chor 1780 umgebaut; nur wenige got. Reste beibehalten,
darunter das wichtigste die 2 Portale an der N- und SSeite mit Vorhallen
in reicher und guter Hochgotik. Die hier aufgestellten _Statuen_ der
Madonna und 6 Apostel erinnern an die im Triangel des Doms zu Erfurt. Der
platte Chorschluß aus der alten K. herübergenommen. Das schöngegliederte
Portal (3 m groß) in Paulinzeller Tradition. Im W 2 ansehnliche Türme,
rom. und rom.-got., letztes Geschoß hochgot. mit niedriger Steinpyramide,
Eckfialen und Wimpergen — eine treffliche Komposition, aber neuerdings
völlig verrestauriert.

*Ehem. Kloster* der Cist.-Nonnen. Der spätgot. Unterbau der Nonnenempore
eingebaut in das zu A. 17. Jh. errichtete *Schloß*. (Verständnisloser
Anbau A. 20. Jh.).

_STADTLAURINGEN._ UFranken BA Hofheim.

*Pfarr-K.* wesentlich 1731.

*Rathaus,* schöner Fachwerkbau bez. 1563.

*Zehntscheuer* mit gutem Bar.-Portal bez. 1628.

_STADTLENGSFELD._ Sachsen-Weimar VB Eisenach.

*Pfarr-K.* WTurm mit rom. Schallöffnungen. Schiff 1790.

*Schloß* (ehem. v. Boineburg) ma. Wasseranlage, im 17. und 18. Jh.
umgebaut.

_STADTPROZELTEN._ UFranken BA Marktheidenfeld.

*Pfarr-K.* Architektonisch wertvoll nur der Chor aus 2. H. 15. Jh.
Langhaus im 17. Jh. nachgot. verändert. Turm von 1628. — Im Innern gute
_Sandsteinfigur_ einer weibliehen Heiligen, um 1430.

*Rathaus* erb. um 1520, mit späteren Veränderungen. Malerischer,
zweigeschossiger Bau mit ausspringendem Treppenturm und Erker. Im
Sitzungssaal des Obergeschosses die alten Durchzüge und ein Glasfenster,
bez. 1600.

*Burgruine Prozelten* (auch unter anderen Namen bekannt: Klingenburg,
Lauffenburg, Henneburg). Durch die Geschlossenheit der Gesamtanlage, die
Harmonie der einzelnen Teile und die Kühnheit des Aufbaues eine der
schönsten Süddeutschlands. Die Anlage gliedert sich in zwei Teile, die
Hauptburg mit den zwei Bergfrieden und den beiden Palas und die Ringmauer
mit großen Bastionstürmen und dem Torbau. An der ganzen WSeite entlang ein
unterirdischer Wehrgang. 1. Rom. E. 12. Jh. der NBergfried und der nördl.
Teil des OPalas. 2. Großartiger Umbau und Erweiterung der Gesamtburg durch
den Deutschherrenorden im 15. Jh. Aus dieser Zeit der kleine Bergfried,
der WPalas und die Ringmauer. Einzelne Änderungen spgot.

_STADTSCHWARZACH._ UFranken BA Kitzingen.

*Pfarr-K.* Lhs. neu. Chor 1467. — Pompöser _Hochaltar_ um 1730, die
feineren _Seitenaltäre_ um 1710. Spgot. _Chorstuhl_ mit Flachschnitzerei.
Sitzende _Madonna_ 1. H. 14. Jh., bäuerisch.

_STADTSTEINACH._ OFranken BAmtsstadt.

*Marien-Kap.* 1690, Apsis aus 13. Jh.

*Marter* 1764. Bmkw. reichskulptierter Rok. Aufbau auf jon. Säulen.

2 *Stadttürme* und Strecke der Mauer. _Burgruine Nordeck_ (Hennebergisch);
zerst. 1525.

_STAFFELSTEIN._ OFranken BAmtsstadt.

*Pfarr-K.* Der älteste Bestandteil der große, in Quadern ausgeführte Turm,
jetzt nördl. neben dem Chor, ursp. wohl Chor-Turm. Sonst Neubau 1481,
1515. Inneres umgestaltet 1730. Spgot. Hallenbau nach dem besonders in
Mittelfranken häufigen Typus mit erniedrigten Sschiffen; die Hochwand im
bar. Umbau zu Emporen eingerichtet. Die bar. Ausstattung gibt ein hübsches
malerisches Innenbild. — Neben der Haupttür _Rotmarmorrelief_ 1484; am
Turm ein verwitterter _Rittergrabstein_ 14. Jh.

*S. Annen-Kap.* Schönes geschnitztes Marienbild, aber nicht »_Veit Stoß_.«

*Rathaus* 1687, Erdgeschoß mit Quaderecken, über dem Portal ein an Kaiser
Lothar erinnerndes Relief; Obergeschosse Fachwerk.

4 *Tortürme* 14 Jh. (?).

_STAUCHITZ._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Schloß* für A. H. v. Lüttichau 1700-1708 von _J. R. Petersell_.
15 achsige 2 geschossige Front mit breitem 3 geschossigem Mittelrisalit;
am flachen Giebel Nachklänge von Renss.-Voluten. Sehr stattlicher und
tiefer Vorsaal mit doppelläufiger Treppe. Reihe von Bildnissen.

_STAUSEBACH._ RB Cassel Kr. Kirchhain.

*Pfarr-K.* 15. Jh. 3sch. Hallenkirche mit gestrecktem, aus 8Eck
geschlossenem Chor, beide zu je 3 Jochen. Reiche neubemalte Netzgwbb. —
Einfache _Kanzel_ etwa E. 15. Jh. _Weihwasserstein_ spätestgot. 16. Jh. —
Befestigter Kirchhof.

_STECKELBERG._ RB Cassel Kr. Schlüchtern.

*Burgruine.* Im 12. Jh. vorhanden, die erhaltenen Reste anscheinend 16.
Jh.

_STEDTEN._ Sachsen-Gotha LA Gotha.

*Dorf-K.* 1745; durch Einheitlichkeit der Anlage und der verhältnismäßig
aufwändigen Ausstattung ein gutes Stilparadigma — *Schloß* 1737, einfach.

_STEDTEN._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

Rom. *Dorf-K.,* das Detail geschmückter als gewöhnlich; got. überarbeitet.
Großer _Flügelaltar_.

_STEDTLINGEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Kirche* 1736, sehr reiche _Kanzel_. — Geschnitztes Fachwerkhaus 17.—18.
Jh.

_STEIN._ K. Sachsen AH Zwickau.

*Schloß,* sp. Ma. und Renss., schmucklos, doch als Anlage bmkw. und
wohlerhalten.

_STEIN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

2 Edelsitze der Herren von Hanstein (das im 14. Jh. genannte Dorf Steina
abgegangen). _Unterstein_ erb. 1544, stattlicher steinerner Unterbau,
Fachwerkobergeschoß. Noch ansehnlicher angelegt _Oberstein_ 1582, 1594.

_STEINACH._ UFranken BA Kissingen.

*Pfarr-K.* _Crucifixus_; durch eine in der Seitenwunde verborgene Urkunde
von 1516 als eigene Arbeit _Riemenschneiders_ beglaubigt; Holz; mit
ausgeprägtem Streben nach weicher Schönheit in Haltung und Körperform.

_STEINAU._ RB Cassel Kr. Schlüchtern.

*S. Katharinen-K.* 1481-1511. Unsymmetrisch 2sch. Hallenkirche mit
gestrecktem platt geschlossenem Chor. Turm im _NO._ — Geringe
Steinfiguren, Reste eines _h. Grabes_. —

Spgot. _Kanzel_ von Stein.

*Schloß.* Erster Bau 1290, jetziger spgot. 16. Jh. 5seitige Anlage,
umgeben von hoher Mauer und trockenem Graben. An der NWSeite ein
3stöckiger Saalbau, über 30 m lang. Das Erdgeschoß mit Netzgwb. auf 5
Mittelsäulen. Das 2. Geschoß enthielt den Bankettsaal (jetzt Heuboden);
Reste von Malerei mit ausschweifenden Liebesszenen. Durch alle 3 Geschosse
ein Erkervorbau mit reich profilierten Vorhangbögen und
Fischblasenblenden. Sehr hoher Schloßturm mit bar. Bedachung.

*Amtshaus* 1562 spgot.

*Rathaus* 1561 spgot. mit ehemals offener Erdgeschoßhalle.

*Gasthaus zum Schwan* 1620.

*Ringmauern* z. T. doppelt und *Stadttürme* ziemlich gut erhalten.

_STEINBACH._ K. Sachsen AH Borna.

*Dorf-K.* 1717. Stuckdecke und sonstige tüchtige Bar.Dekoration —
Stattliches _Herrenhaus_ (v. Pflugk) 1715.

_STEINBACH._ UFranken BA Haßfurt.

*Dorf-K.* 1770 mit gefälliger Ausstattung der gleichen Zeit.

_STEINBACH._ Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.

*Dorf-K.* von typischer rom. Anlage: 1sch. Lhs., schmälerer quadr. Chor
und 1/2 kr. Apsis, Ausbildung ungewöhnlich fein.

_STEINBACH._ UFranken BA Lohr.

*Pfarr-K.* 1723 von _Balthasar Neumann_. Den Typus der kleineren
Neumannkirchen (vgl. Retzbach, Wiesentheid, in großem Maßstabe St. Paulin
in Trier), der dann auch von Neumanns Schule stark kultiviert wurde, hat
auch dieser anmutige Bau: eingezogenen, 3seitig geschlossenen Chor, 1sch.
Lhs. mit einspringendem WTurm. — Ausstattung gut. — _Hochaltar_ etwas
früher als der Bau. Linker _Seitenaltar_ von _Leunenschloss_ 1723.—
Silbergetriebenes _Kruzifix_, Augsburger Arbeit um Mitte 18. Jh. —
_Kreuzpartikel_, Silber vergoldet; um 1730, elegante Augsburger Arbeit,
vermutungsweise nach _Neumanns_ Entwurf.

*Schloß* der Herren von Hutten. Erbaut 1724 ff. (Inschrift) von _Balthasar
Neumann_. Der ganz originelle Grundriß Längsbau, von zwei Querflügeln
rechtwinklig durchschnitten, so daß der Längsflügel noch als Risalit an
den Schmalseiten vortritt, während die inneren Schnittpunkte abgerundet
sind, macht die äußere Erscheinung reich trotz einfacher Behandlung. Im
Innern in der Mitte der 2geschossige, große Saal mit guten Stuckaturen im
Charakter des fr. Rokoko. Reiche Ahnengalerie.

_STEINBACH-HALLENBERG._ KB Cassel Kr. Schmalkalden.

*Burgruine Hallenburg*. Bis ins 16. Jh. Sitz einer Linie der Henneberger.
Um 1600 verfallen.

*Dorf-K.* Lhs. 1653, Turm 1698, beide gotisierend. 3geschossige Empore mit
Brüstungsbildern in Grisaille. Opulente Bar. Kanzel. — Befestigter
Kirchhof, am Tor bez. 1605.

_STEINBERG._ OFranken BA Kronach.

*Pfarr-K.* angeblich im 15. Jh. aus einer Burg.

_STELZEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

*Pfarr-K.* Gediegener spgot. Bau 1467, mit Benutzung älterer Teile.

_STEPFERSHAUSEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Dorf-K.* Erweiterungsbau 1702. Eine der stattlicheren Kirchen dieser
Epoche. Gut behandelte 3geschossige Emporen. — Die Kirchhofsbefestigung
mit Tortüren stand mit dem ehem. Schloß in Verbindung. — _Fachwerkhäuser_
17. und 18. Jh.

_STERNBERG._ UFranken BA Königshofen.

*Pfarr-K.* (1673) mit guter Fassade. Stattlicher _Hochaltar_.

*Schloß* um 1660-70, 4flügelig mit 4 quadrat. Ecktürmen (Schema wie bei
dem Aschaffenburger Schloß).

_STERPERSDORF._ OFranken BA Höchstadt.

*Wallfahrts-Kap.* 1763.

_STETTBACH._ UFranken BA Würzburg.

*Dorf-K.* Zwei männliche _Holzfigg_. neben dem Hochaltar, schwache
Arbeiten ohne näheren Zusammenhang mit _Riemenschneider_.

_STETTEN._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.

*Dorf-K.* Wesentlich Umbau 1652. Am Portal sind 2 rom. (?) Kaptt.
wiederbenutzt. Am _Taufstein_ von 1651 Ölgemälde in Kartuschen.

_STETTFELD._ UFranken BA Haßfurt.

*Dorf-K.* Chorturm 15.-16. Jh., Lhs. 1730, Mobilien aus gleicher Zeit. —
Chorbg. _Kruzifix_ überlebensgroß, um 1520, bmkw. — _Glocke_ 1354.

*Mühle* A. 17. Jh., eine der reichsten Fachwerkbauten der Gegend.

_STEUDNITZ._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Dorf-K.* rom. und spgot. Interessant die rom. Bohlentüren mit altem
Beschlag.

_STÖCKACH._ UFranken BA Hofheim.

*Schloß* um 1730. Im Dorf schönes Fachwerkhaus.

_STOCKHEIM._ UFranken BA Mellrichstadt.

Altes *Zehnthaus*. Mächtiger Fachwerkbau des 17. Jh.

Ansehnliche Reste der *Dorfbefestigung*.

_STOLBERG._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

*Stadt-K. S. Martin* 1484, Hallenkirche mit Holzdecke. Schöne bronzene
_Grabplatte_ der Elisabeth von Stolberg, geb. Gräfin v. Wirttenberg,
† 1505, nach allen Kennzeichen eine Arbeit der _Vischer_schen Werkstatt,
desgl. die _Gedenktafel_ für den schon 1488 verstorbenen
Theologieprofessor Rispach mit Schmerzensmann. Großes Wandgrab für den
gegen die Türken 1737 gefallenen Grafen G. F. v. Stolberg. Handwerkliche
Bildnisse von _Luther_ und _Melanchthon_ 1611, besser die
_Pastorenporträts_ 1656, 1672.

Die *alte Münze* (jetzt Konsistorium), stattlicher, reich mit Schnitzerei
gezierter Fachwerkbau 1535. — *Rathaus* 1482, rest. 1600. — *Schloß,*
große Gebäudegruppe, deren östl. Teile aus 16. Jh., mit stattlichem renss.
Portal.

_STOLLBERG._ UFranken BA Gerolzhofen.

Von der ma. *Höhenburg* ist die Anlage mit Gräben, sowie Teile des
sechseckigen Bergfrieds (Wohnturm) mit Wehrgangresten erhalten.

_STOLLBERG._ K. Sachsen AH Chemnitz.

*Marien-K.* Ursp. rom. Anlage (von welcher der Triumphbg.) umgebaut 1. H.
15. Jh. als regelmäßige 2sch. Hallenkirche, eingezogener Chor 1 gerades
Joch und 5/8 Schluß. Über dem Chor Dachreiter. — Spgot. _Schnitzaltar_ mit
den 14 Nothelfern.

_STOLPEN._ K. Sachsen AH Pirna.

*Stadt-K.* 1490, durch Umbau 1793 entstellt. — Veste. Ruine, einige Teile
noch unter Dach. Prächtiges Renss.Eingangstor nach M. 16. Jh., nicht 1521;
dieses Datum (ein sehr frühes für Renss.Architektur in Deutschland) kommt
nur der Nebenpforte zu. — _Kapelle_ 1405 und 1440.

_STOLZENBURG._ RB Cassel Kr. Schlüchtern

*Burgruine,* mit Bergfried, ehem. Besitz der Hutten.

_STOLZENHAIN._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

*Dorf-K.* 1592. Anlage unverändert ma., Fenster rundbg. — Intakte
_Ausstattung_ um 1680, recht gut der Altar.

_STÖRMTAL._ K. Sachsen AH Leipzig.

*Dorf-K.*, langgestreckter Bau mit eigentümlichem, im Dreipaß angelegtem
OChor und WTurm. Der Chor im Gr. rom., Aufbau gotisierend 16. und 17. Jh.

_STÖSITZ._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Herrenhaus* 1764-66. Architektur und Ausstattung tüchtige Leistung von
Dresdner Künstlern zweiten Ranges.

_STRASSBERG._ K. Sachsen AH Plauen.

*Dorf-K.* von 1576, großer 1sch. Bau, tiefe Emporen, 2 Geschosse spitzbg.
Fenster, platter Chor.

_STREHLA._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Stadt-K.* Spgot. Von Interesse die Ausstattung. _Hochaltar_ 1605 von
_Hans Ditterich_ aus Freiberg, großes Auferstehungsrelief, am Sockel
Abendmahl; die lebensgroßen Statuen gehören zu den besten der Zeit.
_Kanzel_ von 1565, ein merkwürdiges Werk der Keramik, die farbige Glasur
leider überstrichen; die tragende lebensgroße Mosesstatue mit einem
Rundpfeiler verschmolzen, an Brüstung und Treppengeländer Reliefs.
_Denkmale_ des Hans v. Beschwitz † 1496, tüchtige vollplastische
Standfigur; des Seb. Pflugk † 1557; des Otto Pflugk † 1568 (wohl von _Hans
Walther_); der Margarethe Pflugk † 1573 (_Christoph Walther_
zugeschrieben); des Otto Pflugk † 1591, bez. _WK_, das Ornament unter
niederländischem Einfluß; des Hans Pflugk † 1618 (Art _Ch. Walthers_). Die
zahlreichen Denkmäler des 17. und 18. Jh. haben geringeres Interesse.

*Rathaus* 1751, schlicht.

_STREITBERG._ OFranken BA Ebermannstadt.

*Burgruine,* umfängliche Anlage, wenig erhalten.

_STREUFDORF._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

*Dorf-K.* Wohl ältestes Exemplar der in diesem Gebiet vorherrschenden
Anlage eines eingezogenen turmtragenden Chors; noch einige rom. Formen. Um
1500 Verlängerung des Chors. Das 1sch. Lhs. 1706 erneuert. —
_Moses-Kanzel_ 1650; _Taufstein_ 16. Jh.; im Chor _Holzstatuen_ des
Auferstandenen und der Kriegsknechte von 1718; _ikon. Grabst._ 1701, 1716.

_STRUPPEN._ K. Sachsen AH Pirna.

*Dorf-K.* Kernbau rom. Das rck. Sch. im 16. Jh. verändert; bmkw. rom.
Portal erhalten; eingezogener quadr. Chor mit spätestrom. Rippengwb. aus
2. H. 13. Jh. — Im *Pfarrhaus* Reste eines _Schnitzaltars_ aus E. 15 Jh.

_STRUTH._ RB Cassel Kr. Schmalkalden.

*Dorf-K.* 1771. — _Dorflinde_ mit ummauertem Tanzplatz.

_SUHL._ Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.

*Stadt-K.* 1645 und jünger. Großzügiger Bar.Bau. Ansehnlicher
Bar.Kanzelbau.

*Kreuz-K.* 1731 f.; Gr. Rck. mit vorgeschobenem Altarhaus; die äußere
Pilastergliederung soll an die kathol. Hof-K. in Dresden (?) erinnern.
Unter Baueinfluß der K. ein Bürgerhaus mit fein stuckierter Fassade.

*Schloß,* gruppiert sich um einen unregelmäßig 4eck. Hof; Portale und
andere Kunstformen mit Inschr. von 1538-1661, die Substruktionen gehen bis
13. Jh. zurück.

_SULZA (DORF)._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Kirche* in der Anlage rom.; die sichtbaren Formen wesentlich 15. und 17.
Jh.

_SULZA (STADT)._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Kirche* aus A. 18. Jh., Kanzelbau 1716 von einem italienischen Stuckator.

_SÜLZENBRÜCKEN._ Sachsen-Gotha LA Gotha.

*Dorf-K.* Mischbau rom. bis 18. Jh. — Bmkw. gesticktes _Antependium_ um
1400.

_SULZFELD._ UFranken BA Kitzingen.

*Pfarr-K.* am Chor bez. 1491, Lhs. nachgot. A. 17. Jh., Portal 1710 (der
got. Eindruck durch moderne Rest. wahrscheinlich verstärkt). An der
Außenwand mehrere _Epitaphe_, das beste 1605. Großer _Ölberg_ im bekannten
Schema, 1497 gestiftet vom Schultheißen Lorenz Götz und zur Erinnerung an
diesen † 1534 eine Bronzetafel.

*Rathaus* 1609, dank der Gunst des B. Julius sehr üppig für das winzige
Städtchen; wild bewegter Giebelkontur, zwei derb effektvoll umrahmte
Portale.

*Heiligenstatuen* an den Häusern ungemein zahlreich und von
verhältnismäßig hoher Qualität.

Allerliebst das am Mainufer zwischen Weinbergen steil aufgebaute
*Stadtbild* mit manchem stattlichen Treppengiebel und vielen kleinen,
meist zerbröckelten Mauertürmen.

_SÜLZFELD._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Kirche* 1630-31, befestigter Friedhof mit Portal von 1594. Mehrere bmkw.
*Fachwerkhäuser*, Datierungen 1612, 1619. — *Dorflinde* mit alter
Steinbank.

_SULZHEIM._ UFranken BA Gerolzhofen.

*Schloß* (ehem. Kloster-Ebracher Amtshof). Höchst stattlicher Bau um 1720
(der Hinweis auf _Balth. Neumann_ sehr unsicher). Gestreckter Mittelbau,
an den Enden Querflügel vor- und rückwärts ausspringend. Im Detail
Kreuzung bambergischer und würzburgischer Formen (vgl. einerseits
Oberschweppach, andererseits Untertheres). Schöne Treppenanlage. In den
Zimmern Rok.Tapeten.

_SULZTAL._ UFranken BA Hammelburg.

*Pfarr-K.* Erb. 1804. Gute, klassizistische Einrichtung von _Bossi_ u. a.,
früher im Kloster Oberzell bei Würzburg.

_SYHRA._ K. Sachsen AH Borna.

*Dorf-K.* rom. Anlage, im 16. Jh. umgebaut. _Altarwerk_ (Holz) 1598. Aus
demselben Jahr die _Kanzel_ mit Wiederverwendung der got. Altarfiguren.
Mehrere v. Einsiedelsche _Grabdenkmäler_.

*Herrenhaus* 1620, Umbau einer ma. Wasserburg.

_SYLBACH._ UFranken BA Haßfurt.

*Dorfrathaus* 1598. Allerliebster Fachwerkbau.



_T_


_TAL._ Sachsen-Gotha LA Waltershausen.

*Kirche* des ehem. *Wilhelmitenklst.* A. 14. Jh., rest. E. 15. Jh.,
entstellt. — Ruine *Scharfenberg,* fast nur der runde Bergfried erhalten.

_TALBÜRGEL._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Benedikt.-Klst.-K.* Unter den rom. Denkmälern Thüringens an Wert in
vorderster Reihe. Der Stil eine Weiterführung desjenigen von Paulinzelle.
OBau 1142-1150, WBau bis A. 13. Jh. (die frühere Inschr. am Portal 1201
nicht mehr sichtbar). Lhs. nach 1200 fortgesetzt. — Der Chor zeigt das
Hirsauer Schema in einer in Deutschland sonst nicht, aber an Cluniacenser-
und frühesten Cistercienserkirchen Burgunds öfters vorkommenden
Modifikation: neben dem Chorquadrat mit Apsis je _zwei_ Nebenchöre von
gleicher Anlage, aber sukzessive kleiner werdenden Maßen, so daß die ganze
Gruppe der 5 Chöre im Gr. staffelförmig zurückspringt. Um dieser Anordnung
Raum zu geben, sind die Flügel des Qsch. über das gewöhnliche Maß
verlängert. Die Chöre werden gewölbt gewesen sein; alles übrige
flachgedeckt. Eine Krypta war nicht vorhanden. (Diejenige, die im 15. Jh.
nebst einem got. Chor angebaut wurde, verschwunden.) Die Sschiffe des Lhs.
enden mit Türmen, wie in Paulinzelle beabsichtigt war, doch nicht, wie
dort, das Erdgeschoß in das Schiff einbezogen, sondern als massive Mauer
ausgeführt, nur gegen das Qsch. mit einer kleineren Doppelarkade geöffnet.
Der zwischen diesen OTürmen liegende Abschnitt des Msch. war gegen die
Gemeinde-K. durch eine Bogenstellung abgeschlossen (Vorform des Lettners).
— Das Lhs. hat jederseits 6 Pfll. in auffallend dichter Stellung. Ihr Gr.
ist oblong mit 6 Dreiviertelsäulen besetzt, davon 4 an den Ecken und je 1
unter dem Scheidbogen, wodurch die Gesamtform einen gestreckten Gr.
erhält. Das Profil der Scheidbgg. im Anschluß an die Pfeilergliederung aus
3 Wulsten und Rücksprüngen zusammengesetzt. Reich gegliederte Sockel, die
eingebundenen Sll. jede mit eigener Basis und eigenem Würfelkapitellchen,
einzelne jedoch mit vegetabilischem Schmuck, welcher ebenso wie die
Palmettendekoration des Gurtgesimses der Nordwand erst nach 1200
ausgeführt sein kann. Der baugeschichtliche Vorgang ist hier unklar. — Im
W ist dem Msch. eine 4 m starke Mauermasse vorgelegt, in welche die
Portalnische eingreift; das Gewände abgetreppt und jederseits mit 4 Sll.
besetzt. Die 3sch. Vorhalle mit grätigen Kreuzgewölben. Ungemein
charaktervolle Gestalt der stämmigen Sll., die Schäfte stark geschwellt;
mächtige Würfelkapitelle und attische Basen in Eckhülsen. Im W waren Türme
nicht vorhanden. — Gesamtlänge 72 m. — Jetzt ist nur das Lhs. (mit
zerstörtem Lichtgaden) als Kirche im Gebrauch, 1860 sehr nüchtern whgest.;
OBau und Vorhalle Ruine, südl. Ssch. abgetragen, die Klostergebäude bis
auf wenige Keller verschwunden. — _Pietas_, Holz, um 1500. — _Grabsteine_
des 16. und 17. Jh.

_TALHEIM._ Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld.

*Dorf-K.* gut erhaltene typisch rom. Anlage. Bruchstein, die
Backsteinteile jünger. Kurzes flachged. Schiff, eingezogener quadr. Chor
und 1/2kr. Apsis, im W rck. Sattelturm. Dies ergibt eine 4fache von O nach
W steigende Höhenabstufung.

_TALLEBEN._ Schwarzburg-Rudolstadt LA Frankenhausen.

*Dorf-K.* mit sprom. Chorturm. — *Wohnhäuser* 1541, 1548.

_TANN._ RB Cassel Kr. Gersfeld.

*Gottesacker-K*. mit großem v. Tannschem _Epitaph_.

*Stadttor* 1557 rundbogig mit Flankentürmen, geschweifte Hauben.

*Schloß.* Das Portal mit Tannschem Wappen, bez. 1680. Brunnen mit
bronzenen Delphinen.

_TANNEBERG._ K. Sachsen AH Meißen.

*Dorf-K.* E. 15. Jh., im 18. Jh. umgebaut. — Schönes _Wandgrabmal_ von
_Andreas Walther_ 1575.

_TANNENBERG._ K. Sachsen AH Annaberg.

*Dorf-K.* Bmkw. _Altarwerk_, bez. 1521. Die Gemälde in der Dekoration
schon mit Renss.Motiven, von derselben Hand wie die Altäre in Einsiedel
und Ehrenfriedersdorf.

_TANNENBERG._ RB Cassel Kr. Rotenburg

*Burg,* teils Ruine, teils noch unter Dach, der letztere Teil aus 16. und
17. Jh. Dabei 7stöckiger Wohnbau mit ausgekragter Kapellenapside.

_TAUBENHEIM._ K. Sachsen AH Meißen.

*Dorf-K.* Chor mit Zellengwb. in der Art _Arnolds v. Westfalen_. Rom.
Triumphbg. Im Lhs. bemalte Holzdecke ca. 1650. — _Altaraufsatz_ aus
Sandstein mit 4 Reliefs 1606. Reliefierter _Taufstein_ wenig älter.

_TAUBENHEIM._ K. Sachsen AH Löbau.

*Dorf-K.* 17. und 18. Jh. — Reich an _Grabdenkmälern_.

_TAUCHA._ K. Sachsen AH Leipzig.

*Dorf-K.* stattlich nüchterner Predigtsaal von 1772. — Beweinung Christi,
lebensgroßes ausdrucksvolles _Holzschnitzwerk_ des 16. Jh.

_TAUTENBURG._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Dorf-K.* _Schnitzaltar_ mit gemalten Flügeln.

*Schloßruine*. Erhalten ein trapezförmiger rom. Turm mit Zinnenkranz.

_TEICHA._ Pr. Sachsen Saalkreis.

*Dorf-K.* einfach rom., breiter Turm mit Satteldach. Got.
Sakramentsnische. Spgot. _Schnitzaltar_, einer von den besseren. Auf dem
Friedhof Grabsteine des 18. Jh., bmkw. durch Ornamente und Trachten.

_TEICHWEIDEN._ Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt.

*Dorf-K.*, rom. Anlage, spgot. umgebaut. — Guter spgot. _Schnitzaltar_.

_TEILHEIM._ UFranken BA Würzburg.

*Dorf-K.* 18. Jh. mit Chorturm aus M. 13. Jh. Charakteristisches Beispiel
für den Formenkampf der Übergangszeit. — _Altäre_ um 1700, auf einem
(nördl.) gute lebensgroße _Holzfig._, Madonna, um 1480, das Kind 18. Jh. —
_Priestergrabstein_ 1496. — _Kanzel_ um 1525, früheste Renss.

_TEISTUNGENBURG._ Pr. Sachsen Kr. Worbis.

Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst.* Die bestehende Kirche 1724, Tonnengwb. mit
aufgeputzten Rippen, Nonnenempore, WPortal mit figurengeschmücktem
Nischenaufbau. Reste des Kreuzgangs.

_TENNEBERG._ Sachsen-Gotha LA Waltershausen.

*Schloß.* Im 13. Jh. genannt; wesentl. 16.-18. Jh. Mehrere bar.
_Deckengemälde_.

_TENNSTEDT._ Pr. Sachsen Kr. Langensalza.

*Pfarr-K.* Kreuzgewölbter aus 8Eck geschloss. Chor 1418 (Inschr.). Das
3sch. Lhs. nach Brand 1659 mit flachen Holzdecken hergestellt.

_TETTENBORN._ RB Erfurt Kr. Hohenstein.

*Dorf-K.* Turm frgot. E. 13. Jh. Sch. und Chor bezeugen die Fortdauer des
got. Stils noch 1608.

_TEUTLEBEN._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Dorf-K.* Verhältnismäßig gut erhaltene rom. Anlage; 1sch.; Chorquadrat
mit Turm und 1/2kr. Apsis mit der alten Halbkuppel; im W eine Empore auf 2
rippenlosen Kreuzgewölben, der Fußbodenbelag aus Platten mit Tier- und
Pflanzen-Ornamenten in vertiefter Zeichnung. Auch sonstiges rom. Detail. —
_Taufstein_ 1586, vielleicht nach rom. Muster; prächtige _Kanzel_ hinter
dem Altar A. 18. Jh.

_THALLWITZ._ K. Sachsen AH Grimma.

*Dorf-K.* Chor um 1440, Schiff 1626. — Zahlreiche _Denkmäler_, meist der
Familie v. Holtzendorff.

*Schloß* des 16. Jh., modern ausgebaut. Bedeutender _Park_ in
französischer Art 1764.

_THAMSBRÜCK._ Pr. Sachsen Kr. Langensalza.

*Stadt-K.* Sch. 1669. Der got. Turm im O und über dem Altarhaus; wohl in
Nachwirkung einer rom. Anlage. — Großes _Renss.Epitaph_ der Familien v.
Berlepsch und v. Haugwitz.

_THANGELSTEDT._ Sachsen-Weimar VB Weimar.

*Dorf-K.* Rom. OTurm, in dessen Erdgeschoß der Chor. — _Altarwerk_ 1498.

_THARANDT._ K. Sachsen AH Dresden-A.

*Kirche* charakterlos. In der Sakristei _Kreuzigungsgruppe_ um 1500,
temperamentvolle Arbeit eines sonst nicht bekannten Künstlers von
selbständiger Physiognomie. Die darunter angebrachte _Predella_ 17. Jh.
Ungewisser Herkunft das eingemauerte rom. _Portal_, von nicht gewöhnlicher
Feinheit, um 1220-30. — Tüchtige _ikon. Grabsteine_ 1634, 1667.

*Schloß* 1446 unter Oberleitung _Arnolds v. Westfalen_ (vgl. Meißen)
umgebaut, jetzt Ruine.

_THEKLA._ K. Sachsen AH Leipzig.

*Dorf-K.* aus Granitfindlingen, rom. 12. Jh., Chor rck. Bemalte
Bretterdecke 1670, gleichzeitig die Empore mit bemalter Brüstung. — Glocke
aus 13. Jh. — Am _Abendmahlskelch_ der Knauf hervorragende Arbeit des 13.
Jh., Fuß 15. Jh., Kuppa neu.

_THEMAR._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

*Stadt-K.* beg. 1488; mehrere spätere Umbauten laufen ineinander. 1sch.
mit eingezogenem, länglichem, gewölbtem Achteckchor; daneben Turm. Die
2geschossige Emporenanlage von 1541 mit hübsch durchgebildeten
Einzelheiten. — Im Chor 4 spgot. _Schnitzaltäre_ mit gemalten Flügeln, der
älteste der an der SOSeite.

*Amtshaus* bez. 1665, ansehnlicher Fachwerkbau. — *Wohnhäuser* bez. 1601
(Hintere Stadt 170), 1672 (Römhilder Str. 65). — *Stadtbefestigung* 1457.

_THEUMA._ K. Sachsen AH Plauen.

*Kirche,* ehem. des Deutschordens. 1sch. Gewölbebau um 1400. —
Vierflügeliges _Altarwerk_ A. 16. Jh.

_THIERBACH._ K. Sachsen AH Plauen.

*Dorf-K.* in großem befestigtem Kirchhof. — _Altar_ und _Deckenstuck_ mit
biblischen Darstellungen um 1680.

_THIERSTEIN._ OFranken BA Wunsiedel.

*Burg.* Umfangreiche Ruine mit hohem Bergfried; zerst. 1553, rest. 1640,
verbrannt 1725.

_THOSSEN._ K. Sachsen AH Plauen.

*Dorf-K.* Vierflügeliges _Altarwerk_ um 1500; über der Predella die
liegende Stifterfigur.

_THRENA._ K. Sachsen AH Grimma.

*Dorf-K.* rom. Anlage. Stattlicher spgot. _Schnitzaltar_, wohl aus dem
Klst. Eiche.

_THULBA._ UFranken BA Hammelburg.

Ehem. *Benedikt.-Nonnen-Klst.* Gegr. 1127. Das Klst. im Bauernkrieg
zerstört. Die rom. Kirche erhalten, stattliche kreuzf. Pfeiler-Basilika.
Im Lhs. ein Teil der Stützen ausgebrochen, vielleicht urspr.
Stützenwechsel. Rest eines Kreuzganges mit Würfelknaufsäulen. — Rok.
_Epitaphe_.

Ehem. *Propsteihaus* (jetzt Pfarrhaus) 1701; rest. 1736.

_THÜNGEN._ UFranken BA Karlstadt.

*Protest. K.* Charakterlos verbaut. Thüngensche Grabsteine 18. Jh. *Kath.
K.* neu. Auf den neuen Altären bmkw. Reste älterer Plastik, bez. _CB_
1627.

*Friedhofs-Kap.* neu an Stelle eines sprom. Baues. Zahlreiche v.
Thüngensche _Grabsteine_ aus dem. 16. Jh.

*Schloß,* Mischbau, wesentlich 2. H. 16. Jh.

_THüNGERSHEIM._ UFranken BA Würzburg.

*Dorf-K.* Gotisierend 1602, sprom. Turmunterbau. — _Taufstein_ 1590.
_Kanzel_ 1605. _Orgel_ und _Chorstühle_ rok. Bürgerliche _Epitaphe_ des
17. Jh. Kirchhofsmauer mit Gaden. — 3 einfache Tore 1588, 1609, 1751.
Altertümliche Straßenbilder. Haus no 260 gefälliger spgot. Bau mit
ansehnlicher Zimmerausstattung. An no 188 _Madonna_ um 1520, an no 189
_Johannes_ um 1780. — Zahlreiche (9) Bildstöcke 15.-18. Jh.

*Brunnenhaus* mit schöner _Madonna_ von _Riemenschneider_.

_THURM._ K. Sachsen AH Glauchau.

*Dorf-K.* 1729. — _Schnitzaltar_ um 1500. _Kelch_ 1571. _Grabmal_ des Wolf
v. Weißenbach, † 1584, von _Samuel_ und _Uriel Lorentz_ aus Freiberg;
reicher Aufbau in bedeutenden Maßen, die lebensgroßen Gestalten des
Verstorbenen und seiner zwei Frauen gut charakterisiert. Farbiger Marmor
mit Vergoldung.

_THURNAU._ OFranken BA Kulmbach.

*Kirche.* Schlicht rck. Bau um 1700; die ausgezeichnete Deckenstuckatur
von derselben Hand wie in der Ordenskirche in Bayreuth. — Großer
Kanzelbau, 6 Sll. in perspektivischer Verkürzung. Kanzel auf 2
lebensgroßen Stuckfiguren, Moses und Johannes.

*Marktbrunnen* mit Neptun um 1700.

*Schloß* der Grafen Giech. Ältester Teil, A. 13. Jh., die sog. Kemenate;
Treppen-Turm 1591; schöner Erker 1570. Weiter westl. einfacher Renss.-Bau
2. H. 16. Jh. Am Haupthof der Karl-Maximiliansbau und der Hans-Georgenbau
1729-31. Festungswerke z. T. 2. H. 15. Jh. Die Bildhauerarbeiten an
Erkern, Wappentafeln usw. stehen nahe den Arbeiten an der Plassenburg.

_TIEFENORT._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.

*Dorf-K.* Wesentl. spgot. Das Innere unterscheidet 7 Bauzeiten.
Eingemauert ein rom. Türsturz in flacher Giebelform. _Steinkanzel_ 1550,
gotisierend. _Grabst._ des Grafen Adam v. Bruhlingen, † 1538, in guter fr.
Renss. Andere _Grabst._ 17. Jh.

_TIEFENSEE._ Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.

*Schloß.* Gut erhaltenes Beispiel eines einfacheren adligen Landsitzes E.
16. oder A. 17. Jh.

_TIEFURT._ Sachsen-Weimar VB Weimar.

*Dorf-K.* aus 15. und 18. Jh.

*Schloß* ganz bescheidene Anlage von ca. 1760.

_TINZ._ Reuß j. L. LA Gera.

*Dorf-K.* Mischbau aus 14.-17. Jh. Bmkw. spgot. Schnitzaltar.

*Fürstl. Lustschloß* 1748 ff.

_TONNDORF._ Sachsen-Weimar VB Weimar.

*Dorf-K.* WTurm rom., Lhs. 1494.

*Burgruine* mit Resten aus 12. Jh.

_TORGAU._ Pr. Sachsen Kreisstadt.

*Stadt-K. S. Marien* 1484. 3sch. Hallenkirche. Im O Schluß mit 3 polyg.
Apsiden, die mittlere durch einen 2achsigen Langchor hinausgeschoben.
Kreuzgwbb. auf 8eck. Pfll., im Chor Zellengwb. Doppeltürmige rom. WFront
(der STurm bar. erneuert); im Zwischenbau gekuppelte Schallöffnungen,
deren Sll. sprom. Knospenkaptt. haben. Got. WEingang und Fensterrosen.
Renss. Sakristei. — Hölzerne _Kanzel_ mit Evangelisten 1582. _Taufstein_
1693. Marmorner _Altaraufsatz_ 18. Jh. — _Bronzeplatte_ der Sophie v.
Mecklenburg † 1503 aus der _Vischer_schen Hütte, bez. 1504. _Grabst._ der
Katharina v. Bora, Dr. M. Luthers Ehefrau † 1552, halbrundes bemaltes
Relief. Zahlreiche _Epitaphe_ an der Außenwand, darunter das des
Baumeisters Konrad Krebs † 1540. — _Triptychon_ bez. 1509. —
_Lutherporträt_ in Papiermasse 16. Jh. — Bmkw. _Altargeräte_. [Ein lange
verschollen gewesenes Hauptbild _L. __ Cranachs_ jetzt im Mus. Frankfurt
a. M.]

*Alltags-K.* (Militärmagazin.) Spgot. Hallenkirche von 4 Achsen,
verlängerter Chor von 3 Achsen, 3/8 Schluß. Die Fenster des Lhs. 3teilig
mit Vorhangbg. und überschnittenem Stabwerk, die Chorfenster 2teilig mit
rundbg. Maßwerk und Fischblasen. Im Lhs. Netz-, im Chor Zellengwb. —
_Grabst._ 1463.

*Nikolai-K.* (profaniert) frgot. (?) 3sch. Basilika mit interessanten
Skulpturresten an den Kapitellen. Im W 2 Türme mit renss. Giebeln und
Bischofsmützen.

*Rathaus* große 3flügelige Anlage, ehemals rein renss., wovon jetzt noch
der SOGiebel und ein prächtiger Erker.

*Stadtmauer* Bruchstein mit Backsteinzinnen und halbrunden Wichhäusern.

*Privathäuser*: Leipzigerstr. 68 Halle mit Sterngwb.; Breitestr. 354 mit
Deckenmalerei am oberen Treppenflur 1556; Renss.Portale häufig,
hervorzuheben Schloßstr. 453.

*Schloß Hartenfels*. Spgot. und renss. auf Grundlagen des 13. und 14. Jh.
Für die Erscheinung am wichtigsten die Bauzeiten 1533-44 und 1616-23. Mit
seinen vielen teils runden, teils viereckigen Türmen und hochragenden
Mauermassen gibt das Schloß besonders vom jenseitigen Elbufer eine
großartige Wirkung. Das Innere, das ehemals u. a. _Cranach_sche
Wandmalereien aufwies, ist durch die Verwendung als Kaserne verdorben.
Architektonisch am bedeutendsten, eine Hauptleistung der FrRenss. in
Deutschland, ist die Hoffront des 1533-35 von _Konrad Krebs_ erbauten
OFlügels. Langgestreckter 4geschossiger Aufbau mit mäßig großen spgot.
Vorhangfenstern und einem auf mittlerer Höhe balkonartig vorgekragten
Laufgang; von durchschlagender Wirkung als Vertikalkontrast das aus der
Mitte vorspringende Treppenhaus; schlichter rck. Unterbau in Höhe des
Erdgeschosses mit Altan und doppelter Freitreppe; darauf die eigentliche
Wendelstiege im Gr. eines 3/8 geschlossenen Kirchenchors; der Aufbau in
Pfll. aufgelöst, zwischen denen die Spirallinien der Stiege auch nach
außen sichtbar gemacht sind; Pilaster und Brüstungen mit reichstem
FrRenss.-Ornament (aus Elbsandstein von Dresdener Steinmetzen
angefertigt); der krönende Giebel folgt der Krümmung des Gr. Das Ganze die
renaissancemäßige Umsetzung des analogen Motivs am Schloß zu Meißen;
Kenntnis des Schlosses von Blois möglich, doch nicht notwendig. Ein an die
NSeite geschobener Erker von höchster Pracht und Feinheit der Dekoration
und ein aus der SOEcke aufsteigender schlanker Turm mit offenen Umgängen
vervollständigt durch Brechung der Symmetrie den malerischen
Gesamteindruck. Das Innere enthielt einen das ganze Hauptschloß
einnehmenden Saal von 14 : 70 m. — Schloßkirche 1543-44 von _Nickel
Grohmann_. Von Luther persönlich eingeweiht und tatsächlich »die erste
protestantische Kirche«. Die Anlage erklärt sich aber nicht sowohl aus
neuen Forderungen des protestantischen Gottesdienstes, als aus der
Eigenschaft als Schloßkirche, deren mehrere in dieser Gegend schon E. 15.
Jh. ähnlich ausgestattet waren (Ziesar, Wolmirstädt). Die Kirche ist
lediglich ein in den NFlügel des Schlosses eingebauter Saal, gleich den
übrigen Teilen 3geschossig, was im Innern zur Anlage von Doppelemporen
führt; dieselben ruhen auf Flachbögen, die zwischen die einwärts gezogenen
Strebepfll. gespannt sind; die Decke ist eine abgeflachte Tonne mit
Rippennetz. Kein abgesonderter Altarraum. Die Kanzel am Mittelpfeiler der
SSeite. — Der prachtvolle _Altaraufsatz_ stammt aus der Schloß-K. zu
Dresden; keine Künstlerbezeichnung; Art der _Walther_. Eine dekorativ
vorzügliche Arbeit die _Dedikationstafel_ mit dem Porträt Luthers zwischen
denen der Prinzen Joh. Wilhelm und Joh. Friedrich, gegossen 1545 durch
_Wolf_ und _Oswald Hilger_.

_TRAGNITZ._ K. Sachsen AH Döbeln.

*Dorf-K.* Spgot. flachged. Schiff mit verhältnismäßig großem Chor. Das
Innere im 17. Jh. umgestaltet, mit seiner gemalten Felderdecke, seinen
Emporen, Stübchen und Stühlen »wohl das malerischste in Sachsen«. Der
_Altar_ 1659 von dem Bildhauer _V. Otte_ und dem Maler _J. Richter_ (vgl.
Leisnig).

_TRAPPSTADT._ UFranken BA Königshofen.

*Schloß* (früher v. Bibra) um 1700. Ein älterer Bau von 1616. Guter,
großfiguriger Ofen.

*Dorf-K.* Gleichzeitig mit dem Schloß, mit nicht übler Fassade.

_TRAUN._ Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.

*Dorf-K.* Der rom. Turm östl. über quadr. Altarhaus.

_TRAUSTADT._ UFranken BA Gerolzhofen.

*Dorf-K.* Zwei gute spgot. _Holzfiguren_ um 1500 im Stil
_Riemenschneiders_. Stattlicher _Hochaltar_ um 1680.

Ehem. *Schloß* (jetzt Brauerei). Um 1680 unter dem Freih. Voit-Rieneck.
Das Innere verwüstet. Im einstigen Festsaal bmkw. Reste einer
ernst-pompösen Dekoration in Stuck und Malerei, besonders interessant
durch die Zeitstellung, Epoche der ersten Wiederbelebung der Kunst nach
dem 30 jährigen Kriege.

_TRAUTZSCHEN._ K. Sachsen AH Borna.

*Dorf-K.* 1475. WTurm mit 8eck. Obergeschoß und originellem Dach (wohl 17.
Jh.). — Bmkw. _Sandsteinwandgrab_ des Burgold Puster † 1567. — _Glocke_
mit Reliefbildern bez. 1462.

_TREBEN._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg.

*Dorf-K.* um 1450, WTurm A. 13. Jh. — Große _Gedenktafel_ für H. v. Bünau
1600.

_TREBEN._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

*Dorf-K.*, spgot. und modern, rom. Apsis des 11.-12. Jh.

_TREBGAST._ OFranken BA Kulmbach.

*Pfarr-K.* 1740. Für eine ganze Reihe von Dorfkirchen aus der Zeit des
Markgrafen Friedrich typisch und besonders stattlich. Am breiten,
flachgedeckten Sch. eingezogener quadr. Altarraum, darüber Turm. Da am
Chorbg. noch got. Profile vorhanden sind, wird die Disposition ins hohe
Ma. zurückgehen. Sonst ist die Kirche in schönen Quadern völlig erneuert.
An den Seiten 2 ansehnliche Portale, bmkw. die Profilierung der
Fenstergewände; der Turm 3geschossig, sehr hübsch die Überführung zuerst
in ein ungleichseitiges, dann in ein regelmäßiges 8Eck. Das Innere ganz
einheitlich erhalten (nur die moderne Färbung etwas störend); ringsum
tiefe Emporen, schönes Orgelgehäuse, hervorragend gut stuckierter Plafond,
Kronleuchter mit venezianischem Glas, die Kanzel am Aufbau über dem Altar
zwischen den Standbildern Petri und Pauli. Das Ganze zwischen Reichtum und
Armut in anständiger Mitte, von gebildetem Geschmack, heiter, reinlich;
nicht leicht kann für den protestantischen Geist im Zeitalter des
Rationalismus ein angemessenerer Ausdruck gedacht werden. — Reste einer
prächtig skulptierten renss. _Steinkanzel_ in der Holzlege des
Pfarrhauses.

*Pfarrhaus* aus der Zeit der K., gediegener Quaderbau.

*Rochus-Kap.* anscheinend sehr alter Kern, jetzt formlos.

_TREBSEN._ K. Sachsen AH Grimma.

*Schloß,* 1522 für Hans v. Minckwitz. In bedeutenden Abmessungen. Der
mittlere Flügel lehnt sich an einen kolossalen wohl älteren Rundturm;
spgot. Giebel; Veränderungen 1783.

_TREFFURT._ Pr. Sachsen Kr. Mühlhausen.

*S. Bonifazius-K.* Sprom. ca. 1230-50, unter Einfluß von S. Blasien in
Mühlhausen und indirekt von Walkenried. 1sch. kreuzförmige Anlage in
schmuckreicher Ausführung; einfacher und etwas jünger, schon stark mit
got. Elementen durchsetzt das Chorquadrat und die 3 Apsiden. Chor und
Qsch. mit spitzbg. Rippengwbb., Rippenprofile in geschärfter Rundstab
begleitet von 2 kleinen Kehlen, schlanke Wanddienste mit Teilungsringen,
an den Kapitellen romanisierendes Blatt- und Knospenwerk;
Kleeblattpiscinen in der Art derer von Walkenried. Das Lhs. jetzt mit
Bretterdecke, Qsch. und Lhs. mit Rundbogenfries, Chor und Apsiden ohne
dasselbe. Die Portalnische am nördl. Kreuzarm zur Gewinnung größerer Tiefe
halb vorgebaut, 3 Rücksprünge mit Säulen, die eckigen Teile des Gewändes
wie der Archivolte mit doppeltem Zickzackstab besetzt; ein
nordwestfranzösisches Motiv; soll man an einen von dort kommenden Arbeiter
denken? Das Tympanon wird ein Gemälde getragen haben. Der schlichte WBau
hat 1866 einen frei erfundenen Aufsatz erhalten; vorher ein
Fachwerkgeschoß.

*Rathaus.* Einfacher Renss.Bau mit vortretendem Turm und Freitreppe.

*Burg Normannstein*. Stattliche Ruine; der Rundturm und das zunächst
anstoßende, einst durch eine hölzerne Brücke verbundene Gebäude 13. Jh.

_TREISBACH._ RB Cassel Kr. Marburg.

*Dorf-K.* frgot. 1sch., am 6eck. Chor die Ecken mit 1/2säulenförm.
Strebepfll. Kleine Schlitzfenster.

_TRENDELBURG._ RB Cassel Kr. Hofgeismar.

*Stadt-K.* 2. H. 15. Jh. Unbedeutende Hallenkirche. _Kanzel_ 1633.
_Wandmalerei_, h. Christophorus u. a. Vier _Grabsteine_ 1577-1604.

*Burg.* Wohngebäude und 1 Hauptturm von 1456 umgeben von Gräben und Mauern
mit 4 Ecktürmen.

_TRENNFELD._ UFranken BA Marktheidenfeld.

*Pfarr-K.* um 1614 umgebaut. _Epitaphien_; an der Außenseite H. von
Reinstein † 1349, R. v. Gebstetter † 1540 von _P. Dell d. J._; vom selben
Enders v. Bibra † 1553.

_TREPPENDORF._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

*Dorf-K.* (ehem. Wallfahrt), rck. Chor mit frgot. Kreuzgwb., Lhs. spgot.
und 1756. — _Altarwerk_ um 1480.

_TREYSA._ RB Cassel Kr. Ziegenhain.

Ehem. *Pfarr-K.* (»Totenkirche«). Um 1230-40 sprom. begonnen; beabsichtigt
als Basilika mit flachem Msch. und gewölbten Sschiffen. Von diesem bis zu
halber Höhe ausgeführten Bau die ungegliederten rundbg. Arkaden (5 Paare)
auf quadrat. Pfll. Etwa 1250 der Stil unter dem Eindruck der Marburger
Elisabeth-K. geändert, doch mit Beibehaltung des basilikalen
Querschnittes. Die rck. Vorlagen der Pfll. als Bündeldienste umgearbeitet,
den Außenwänden Strebepfll. vorgelegt. Die Fenster der Ssch. blieben rom.
rundbg., die Hochfenster spitzbg. mit ziemlich ungeschicktem Maßwerk.
Einheitlicher der Chor, etwa 1270-80, Quadrat mit 5/8 Schluß. — Aus der
SSeite der ganz einfachen WFassade steigt der ebenfalls einfache Turm auf;
von Interesse nur die Krönung mit 4 großen Giebeln, ebensoviel diagonal
gestellten kleinen und gemauerten 8eck. Helmen. Im Innern das polychrome
System noch erkennbar. — Nach dem 1834 begonnenen, dann eingestellten
Abbruch Ruine ohne Gwb. und Dach.

*Dominikaner-K.* (jetzt Pfarr-K.). Um 1350. Unsymmetrisch 2sch.
Hallenkirche. Der Chor schließt sich dem nördl. Sch. an. Das Sch. mit 8,
der Chor mit 3 Jochen und Schluß aus 8Eck. Die Formen tunlichst
vereinfacht, nur die Portale reicher. Die abwechselnd 8eck. und runden
Schafte ohne Kaptt., die Scheidbgg. im Profil 1/2 8Eck. Über dem Ssch.
standen Giebel und quergestellte Dächer. Im Winkel zwischen Ssch. und Chor
ein runder Treppen-Turm, der alte Dachreiter zerstört. — Ikon. _Grabstein_
des Hermannus de Wildungen, episcopus [titular.] Scopiensis † 1396,
kleinere Nebenfigg. zweier Geistlichen. — _Reliefs_ von gebranntem Ton,
Stationsbilder, an den Strebepfl. (15. Jh.). — Bmkw. die _Totenleuchte_ am
Treppen-Turm, 2. H. 14. Jh. — _Orgelbühne_ von Holz bez. 1466.

*Spital-K.* zum H. Geist. E. 14. Jh. Rck. mit 3 Kreuzgwbb. und 3/8 Schluß.
Das Äußere, ohne Strebepfll., hat in dem an der SWEcke angebrachten
zierlichen 7seitigen Baldachin und dem über dem steilen WGiebel
aufsteigenden steinernen Glockentürmchen einen eigentümlichen und
anziehenden Schmuck. — Blende mit dem in Stein gehauenen _Leichnam
Christi_, schlichte Handwerksarbeit um 1400. — Bei der Rest. 1910 wurden
an allen Wänden Spuren von figürlicher _Malerei_ entdeckt.

*Rathaus.* Steinernes Erdgeschoß mit got. spitzbg. Fries. Die folgenden
Geschosse Fachwerk 1649. Ungeschickt rest. — *Brunnen* mit kleiner
Rolandfig.

*Stadtmauer* an verschiedenen Stellen in voller Höhe erhalten.

_TRIEFENSTEIN._ UFranken BA Marktheidenfeld.

Ehem. *Klst.-K.* (Augustiner Chorherren), gegr. 1102. Jetzige Kirche erb.
1685 ff., wohl nach dem Risse von _Valentin Pezani_, von welchem
nachweisbar 1696 die Klostergebäude aufgeführt wurden. Was den
stattlichen, aber architektonisch nicht gehaltvollen Bau wertvoll macht,
ist die in den Jahren um 1780 (die Deckengemälde voll. 1786)
hinzugekommene Ausstattung. Die Stuckaturen von _Augustin Bossi_, ebenso
von ihm die prächtigen Altäre und die Kanzel aus Stuckmarmor. Die
Altargemälde von _Osw. Onghers_ 1694 f. von der früheren Ausstattung
herübergenommen. Die großen Figg. des Hochaltars, das Tabernakel, ferner
das Chorgestühl, die Orgel und die Beichtstühle in der Richtung _P. A.
Wagners_, die Deckengemälde von _Januarius Zick_. Die Tendenzen des frühen
Klassizismus haben in dieser vortrefflich erhaltenen Kirche ein
Hauptbeispiel. Reduktion der Stuckaturen auf ein Minimum, Ornamentik und
Motive der klassischen Architektur und architektonische Funktionen
vortäuschend; völliger Parallelismus in der Anordnung, so daß sogar bei
der an das Klst. angebauten Nordseite die nicht vorhandenen Fenster durch
eingesetzte Spiegelscheiben ersetzt sind; sparsame, aber fein berechnete
Anwendung der Farbe im zarten, kühlen Dreiklang von meergrün, weiß und
mattgold.

*Klostergebäude,* erbaut 1696 ff., durch _Valentin Pezani_, mit Verwendung
weniger älterer Teile; schmucklos. Jetzt Schloß des Fürsten von
Löwenstein-Wertheim-Freudenberg.

_TRIESTEWITZ._ Pr. Sachsen Kr. Torgau.

*Dorf-K.* 1582. Einheitliche gut erhaltene Barockausstattung, Gestühl,
Empore, Decke reich bemalt. _Epitaph_ 1689, 1704.

_TRIMBERG._ UFranken BA Hammelburg.

*Burg-Ruine.* Erstmals erwähnt 1018. Stammburg eines altberühmten
Geschlechtes. Baugeschichtlich sind zwei Perioden deutlich erkennbar. Die
Innenburg in der Anlage rom.; jedoch reichen nur mehr der Bergfried und
die ihn einschließende Schildmauer in das 12. Jh. zurück. Die beiden Palas
17. Jh. Bering mit Bastionstürmen 15.—16. Jh. Ähnlichkeit in der
Gesamtanlage mit der Prozeltener Burg.

_TROSSENFURT._ UFranken BA Haßfurt.

*Dorf-K.* sprom. 2. H. 13. Jh. Das Schiff im 18. Jh. verunstaltet, gut
erhalten der Chorturm mit 1/2rund. Apsis, über dem Quadrium Rippengwb. auf
Eckpfll. mit Würfelkaptt. schwerer, gediegener Quaderbau. — Üppige
_Ausstattung_ in ländlichem Geschmack, um 1730-50. Anmutige, sorgfältig
durchgebildete _Madonna_, um 1500.

_TROSTADT._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

Ehem. *Prämonstratenser-Nonnen-Klst.* Die Kirche einfaches Rck., in den
unteren Teilen rom., in den oberen spgot., jetzt zu landwirtschaftlichen
Bedürfnissen eingerichtet.

_TRUSEN._ RB Cassel Kr. Schmalkalden.

*Dorf-K.* 1744. Emporen mit bibl. Bildern in blau-weiß. —
_Kindergrabstein_ 1570. Zinnerne _Weinkanne_, feine Renss. um 1550.

_TÜCHERSFELD._ OFranken BA Pegnitz.

2 *Burgen,* geringe Reste.

_TÜCKELHAUSEN._ BFranken BA Ochsenfurt.

Ehem. *Klst.-K.* Gegr. 1138 von Otto v. Bamberg als
Prämonstratenserdoppelklst. 1350 mit Karthäusern besetzt. Beschädigung im
Bauernkrieg. Eingreifender Umbau beg. 1613. Im jetzigen Zustand
Kreuzanlage mit 1sch. Lhs. Die rom. Anlage nicht mehr sicher
festzustellen. Rom. Formen, und zwar schon A. 13. Jh., hauptsächlich an
der Außenwand des platt geschlossenen Chores; das große rom. Fenster wird
an der Rundung von Zacken, gleichsam einem gebogenen Rundbg.-fries,
umsäumt. Das Qsch. hatte an seiner OWand große Apsiden (durch Ausgrabung
nachgewiesen); seine Flügel im 14. Jh. durch eingezogene Zwischenwände
abgesondert und zweigeschossig geteilt. Die WFassade aus der Juliuszeit,
verwandten Charakters mit Dittelbach. Vor der großen ungegliederten
verputzten Fläche hebt sich das reiche und kraftvolle Portal in fr.
Barockform (bez. 1615) mit großer Wirkung ab; an den Kanten
Diamantquadern. Außerdem geben die schweren bar. Giebeldekorationen der
Außenansicht das Gepräge. — Großer figurenreicher _Hochaltar_ von
_Wolfgang Auwera_ nach 1750. _Kanzel_ um 1720 aus S. Barbara in Würzburg.
Bedeutendes _Chorgestühl_ in reicher Rocailledekoration 1746. Schöne
_Monstranz_ um 1720.

*Klostergebäude.* Der typische Charakter der Karthause gut erhalten. Der
weitläufige Kreuzgang mit 14 abgesonderten Zellen ist so angelegt, daß die
Kirche den WFlügel in der Mitte durchschneidet. Vor der Kirche das
Verwaltungsgebäude. Der große Hof mit 2 Brunnen von 1715 (polygonale
Becken mit Mittelstatuen) gibt ein charaktervolles Architekturbild.

*Pfarr-K. S. Lambert* (profaniert) 1sch. rom. Anlage mit eingezogenem
4eck. Chor. Interessantes rom. Detail.



_U_


_ÜBIGAU._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

*Stadt-K.* langgestrecktes Rck., Anlage frgot., Backsteinrohbau, Rest.
1681.

_ÜBIGAU._ K. Sachsen Dresden-N.

*Schloß* 1724 für Graf v. Flemming. Terrassenunterbau; Kernbau von 20 :
13,5 m mit wenigen, aber großen Gemächern; allseitig eine (1726 von
_Eosander v. Göthe_ hinzugefügte) 2geschossige Pfeiler- und Bogenhalle,
deren der ital. Hochrenss. nahestehende Haltung sich erheblich von der
sonst in Dresden üblichen Bauweise unterscheidet; der Garten in wenigen
großen streng architektonischen Motiven; erhalten nur die _Kindergruppen_
auf der Brüstungsmauer.

_UDER._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Dorf-K.* (kath.). Auf rom. Grundlage 1608 umgebaut, Portal 1720. Die
Emporen an kath. Kirchen der Barockzeit ungewöhnlich. Einheitliche
ungestörte Barockausstattung. Got. _Klappaltar_.

_UDESTEDT._ Sachsen-Weimar. VB Weimar.

Große *Dorf-K.,* wesentlich 16. Jh., der seitlich stehende Turm um 1380. —
_Schnitzaltar_ 1520 (in veränderter Anordnung) wohl fränkische Arbeit, die
bmkw. gemalten Flügel jünger. — _Glasscheiben_ 1594.

_UHYST._ K. Sachsen AH Bautzen.

Große *Dorf-K.* von 1801, gestrecktes 8Eck mit 3facher Holzempore, Turm an
der einen, Sakristei, Kanzelaltar und Orgel an der anderen Längsseite.

_ULBERSDORF._ K. Sachsen AH Pirna.

*Dorf-K.* _Altar_, die Gemälde bez. _Gottfr. Schaicker_ 1685 (Reste des
got. Schnitzaltars auf dem Kirchboden). 9 _Grabplatten_ E. 16. bis A. 17.
Jh., meist derer v. Hermsdorf.

_UMMERSTADT._ Sachsen-Meiningen. Kr. Hildburghausen.

*Stadt-K.* Das ansehnliche Sch. 1748, spgot. quadr. Chor, darüber Turm.

*Gottesacker-K.* rom. Anlage mit OTurm, im 16. und 17. Jh. umgestaltet.
Befestigter Kirchhof.

*Marktbrunnen* 1743.

_UMPFERSTEDT._ Sachsen-Weimar. VB Weimar.

*Dorf-K.* aus 12. Jh. Der Chor-Turm mit gekuppelten Fenstern. Der Chor
frgot. nach O erweitert, platt geschlossen, Staffelgiebel mit Kruzifix.
Lhs, 16. Jh. mit Holztonne.

_UNSLEBEN._ UFranken BA Mellrichstadt.

*Dorf-K.* 1sch. spgot., älter das quadr. Altarhaus mit 1812 erneuertem
Turm. — 4 adlige _Epitaphe_ 16. Jh.

*Schloß* (Wasseranlage), guter Typus eines fränkischen Reichsrittersitzes,
älteste Bestandteile vielleicht noch rom., wesentlich jedoch renss. und
bar. Einige getäfelte Zimmer mit ornamentaler Bemalung 16. Jh.

_UNTERDÜRRBACH._ UFranken BA Würzburg.

*Dorf-K.* um 1800. Gleichzeitige Ausstattung. Auf dem Hochaltar bmkw.
Kreuzgruppe von _Peter Wagner_.

_UNTERERTHAL._ UFranken BA Hammelburg.

*Pfarr-K.* Im Mauerwerk rom,, 12. Jh.; im 16. Jh. verändert. Drei
Renss.-Epitaphe der Familie von Erthal, einer bez. _H R_ 1554. Werke des
gleichen Meisters kommen in der Gegend öfters vor (Thüngen, Windheim,
Hammelburg).

_UNTERESSFELD._ UFranken BA Königshofen.

*Dorf-K.* Für die Gegend bezeichnender Spätbarockbau (1699). Reiche
Fachwerkhäuser und charakteristische *Hofanlagen* mit skulptierten Toren,
meist in schwerem Spätbarock.

_UNTERGREISSLAU._ Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.

*Dorf-K.*, vielleicht zu dem im 13. Jh. erwähnten, dann verschollenen
Nonnenkonvent gehörig. Sprom. Apsis, durch schlanke Halbsäulen gegliedert,
Sockel und Fenstergewände fein profiliert; desgl. Portal.

_UNTERHOHENRIED._ UFranken BA Haßfurt.

*Kath. Pfarr-K.* 1816. Zentralbau mit dorisierender Vorhalle und Giebel.

*Prot. Pfarr-K.* 1sch. Bau des 15. Jh., im 18. verändert. — Wertvoller
_Schnitzaltar_ A. 16. Jh. _Glocke_ 14. Jh. Eine _zweite_ 1510.

_UNTERLAUTER._ Sachsen-Coburg LA Coburg.

*Kirche* 1740, hohe Kirchhofsmauer mit Schießscharten 16. Jh.

Ehem. *Herrenhaus* mit Wappenstein 1517.

*Brunnenhaus* 1510 und 18. Jh.

_UNTERLEINACH._ UFranken BA Würzburg.

*Dorf-K.* Gotisierend A. 17. Jh. — Hochaltar 1743 von _Benedikt Schlecht_.

_UNTERLEITERBACH._ OFranken BA Staffelstein.

*Pfarr-K.* 1439-52, umgebaut im 18. Jh. — _Kanzel_ 1590. Großes _Grabmal_
für L. v. Schaumburg von _Hans Werner_ 1588. Großer _Altar_ mit
Reliefflügeln aus der Nürnberger Schule um 1500.

_UNTERMASSFELD._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Wasserburg* 1538. Starke Ringmauer mit runden Bastionstürmen, ähnlich
Bibra, einer bez. 1669.

_UNTERMERZBACH._ UFranken BA Ebern.

*Schloß* (ehem. v. Rotenhan) 1534; Umbauten 1604 und im 18. Jh. Große bar.
Terrasse (früher anschließend der Garten) hebt die schon von Natur schöne
Lage.

_UNTERMHAUS._ Reuß j. L. LA Gera.

*Kirche* einfach got. M. 15. Jh.

*Fürstl. Residenzschloß Osterstein,* einst Grenzveste gegen die Slawen,
der kolossale Bergfried mit 4 m Mauerstärke. Jetzt wesentl. 1686-1735; die
_Schloß-K._ 1752. Das Äußere, wie an den übrigen thüringischen
Fürstenschlössern der Zeit (Weimar, Altenburg, Eisenberg, Saalfeld,
Weißenfels usw.) ganz anspruchslos; etwas aufwändiger die Innenräume;
bmkw. Stuckdecken.

_UNTER-NEUBRUNN._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

*Dorf-K.* 1490, erweitert 1723.

_UNTERPLEICHFELD._ UFranken BA Würzburg.

Rest eines ehem. Grumbachschen *Schlosses.*

_UNTERREICHENBACH._ RB Cassel Kr. Gelnhausen.

*Dorf-K.* Schon 810 erwähnt; jetziger Bau 1748. — _Doppelgrabstein_ zweier
Gräfinnen v. Weilnau 1364.

_UNTERRISSDORF._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

*Dorf-K.* rom. Der Turm, wie in dieser Gegend häufig, ohne Tür, d. h. zur
Verteidigung eingerichtet; durch 2 Rundbgg. mit dem Sch. verbunden, an den
Kämpfern rom. Ornamente, Seitentür mit rom. Tympanon.

_UNTERRÖBLINGEN._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

Beispiel einer größeren rom. *Dorf-K.* Sch. rck. mit 3 Fenstern und 2
Türen; im W niedriger Turm, gegen das Sch. in 2 Arkaden geöffnet; quadr.
Vorchor und 1/2kr. Apsis. — Eine ähnliche Kirche in Ober-Röblingen.

_UNTERSIEMAU._ Sachsen-Coburg LA Coburg.

*Kirche* spgot. 16. Jh. Die 3geschossigen Emporen 17. Jh., Gemälde der
Flachdecke (apokalypt. Reiter) 18. Jh. — _Ikon. Grabstein_ 1557.

*Schloß.* Das obere 2. H. 16. Jh., erhöht 1682; das untere 16. Jh. mit
neuklassischem Saal.

*Pyramide* zum Gedächtnis der goldenen Hochzeit des Herzogs Ernst
Friedrich 1799.

_UNTERSTEINACH._ OFranken BA Stadtsteinach, BA Bamberg II, BA Bayreuth.

*Pfarr-K.* Schiff sprom., netzgewölbt 1506. Turm 1715. Kanzel und Altar in
schöner Schnitzarbeit 1631.

_UNTERSUHL._ Sachsen-Weimar VB Eisenach.

*Dorf-K.* 1615. Merkwürdigerweise ein Rundbau, Altarhaus in 3/4kreis
ausgebaut, innen ringsum Emporen, origineller Dachhelm.

_UNTERTHERES._ UFranken BA Haßfurt.

*Pfarr-K.* 1730. Flachdecke mit Stuckdekoration. Altäre gegen 1760.

_UNTERWEID._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.

*Dorf-K.* 1719. OTurm von alter Anlage. — Ummauerte _Dorflinde_, bez.
1578.

_UNTERWEISSBACH._ Schwarzbg.-Rudolst. LA Königsee.

*Dorf-K.* 1767. Gut erhaltenes _Altarwerk_, Saalfelder Arbeit von 1510.

_UNTERWELLENBORN._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

*Dorf-K.* rom. E. 12. Jh., nicht allzu stark verändert, das Innere mit
bar. Emporen gefüllt. — _Schnitzaltar_ 1512, die Figuren ungewöhnlich
groß.

_UNTERWÖLLNITZ._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Dorf-K.* 1743. Bäuerlicher Zentralbau.

_UNTERZELL_ b. Würzburg s. Zell.

_UTENBACH._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

*Dorf-K.* von typisch rom. Anlage: Lhs. kurzes Rechteck, eingezogener
quadr. Chor turmtragend, 1/2kr. Apsis. In den Einzelheiten der ursp.
Stilcharakter verwischt.

_UTENBACH._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Dorf-K.* Lhs. und OTurm (jetzt Mitte) mit gutem rom. Detail, nach dem zu
urteilen die Kirche die bedeutendste des Bezirkes war; übel verunstaltet
und verbaut.

_UTTERSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Fritzlar.

*Dorf-K.* Chor 1520, Sch. 1767. — 2 _Sandsteinreliefs_, S. Georg und
Kreuztragung, spätestgot.; das letztere jetzt als Vorderwand vorn im Altar
eingemauert.

_ÜTTINGEN._ UFranken BA Marktheidenfeld.

*Pfarr-K.* 1730 mit beachtenswertem Ölgemälde, bez. _J. J. __ Siecht_
1621.



_V_


_VACHA._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.

*Stadt-K.* Vom ma. Bau erhalten der WTurm mit rohem sprom. Portal und
kleinen frgot. Fenstern. Obergeschoß 16. Jh. — in der Sakristei 2
_Bildnisgrabsteine_ 1621; sorgfältige Kostümbilder.

*Klst.-K. der Serviten.* Der allein erhaltene Chor um 1400 dient als
Friedhofs-K. — _Wandgemälde_ E. 15. Jh. (rest.). _Rittergrabsteine_ v.
Mansbach 1483, v. d. Tann 1424.

*Haus Widemark,* sehr stattlicher Fachwerkbau auf steinernem Erdgeschoß,
erb. 1613 von _Hans Weber_ aus Hersfeld in hessischem Charakter. Die
innere Ausstattung z. T. erhalten. — Auch sonst mehrere gute
*Fachwerkhäuser,* namentlich das ehem. Rathaus. (1878 brannten 64
Wohnhäuser ab.)

Der *Brunnen* von 1613 mit S. Veitsstatue wird zu den schönsten in
Thüringen gerechnet.

*Stadtbefestigung* in beträchtlichen Teilen erhalten. — In der Nähe die
vorgeschichtliche *Burg Oechsen*.

_VACHDORF._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Dorf-K.* inmitten der Ringmauer einer ehem. Wasserburg. Kirche nach 1626.
Einfache, ansprechende _Ausstattung_ aus derselben Zeit.

_VARGULA._ Pr. Sachsen Kr. Langensalza.

*Dorf-K.* Einfach got. 1434. Steinerne Moseskanzel 1609.

_VEITHÖCHSHEIM._ UFranken BA Würzburg.

*Pfarr-K.* von 1690 mit sprom. Turm. _Ausstattung_ aus der gleichen und
der nächstfolgenden Zeit.

*Friedhofs-Kap.* einfach rom. 12. Jh., Veränderung 1589. — Gute _Bar.
Plastik_.

*Schloß.* Erste noch bescheidene Anlage für Fürstbischof v. Dernbach,
(1680-82). Der Kavalierbau neben der Kirche 1748. Erweiterung des
Schlosses durch Pavillonanbauten 1753, nach Plänen von _Neumann_. Im
Treppenhaus bmkw. Skulpturen von _P. Wagner_ um 1770. Die hübsche, doch
nicht bedeutende Ausstattung der Zimmer rok. und klassizistisch. — Den
Ruhm Veithöchsheims machen die ausgedehnten Gartenanlagen des
Fürstbischofs Adam Friedrich von Seinsheim 1763-75 (Leiter, doch kaum
Erfinder, der Bauamtmann _Geigel_). Der kleinere ältere Teil liegt in der
Achse des Schlosses, der jüngere seitlich, Verbindung durch Terrassen. —
Die räumliche Ausdehnung nicht sehr groß (der untere Garten 300m lang, 200
m breit), viel Wasser als Springbrunnen, Becken und See, ganz
verschwenderisch reich die plastische Dekoration, in der Veithöchsheim
unerreicht ist. Sie verteilt sich auf 3 Künstler (mit Gehilfen): _Auwera_,
noch in bar. Tradition (Figg. des Schloßparterres, Neptun an der nördl.
Gartenmauer), _Dietz_, ein leichtsinniger, überbeweglicher Rokokogeist
(der sog. Helikon im großen See, die große Orpheusgruppe mit den Tieren,
die koketten Allegorien in halb idealer, halb modischer Tracht), _P.
Wagner_, ein gediegener Vertreter des eigentlichen Zopfes, d. h. des
Überganges vom Rok. zum Klassizismus (große Ruinenkaskade mit Neptun,
Ceres, Saturn). Wagner arbeitete über 1775 hinaus. — Obschon der Eindruck
der Vegetation heute ein erheblich anderer, als der gewollte, und auch die
Einteilung nicht ganz intakt ist, bleibt uns der Garten von Veithöchsheim
einer der anschaulichsten Vertreter der Gartenkunst des 18. Jh., die wir
noch haben.

_VEITLAHM._ OFranken BA Kulmbach.

*Pfarr-K.* 1597. In origineller Weise gotisierend. Flachged. Lhs. mit
eingebautem Treppen-Turm. — Gute ikon. _Grabsteine_ der Herren v. Künsberg
16. und 17. Jh. _Bronzeepitaph _ 1551 gegossen von _Kunz Neilich_. —
Befestigter Kirchhof.

_VEITSBERG._ Sachsen-Weimar VB Neustadt.

*Kirche.* Ältester Bestandteil der OSchluß des nördl. Ssch., vielleicht
von einem Bau des 11. Jh. (Lehfeldt vermutet Burgkapelle der Grafen v.
Gleisberg) und in diesem Fall der älteste erhaltene kirchliche Bau im
thüringischen Vogtland. Das Kreuzrippengewölbe unmöglich von 974 (Lehfeldt
nach Mothes); immerhin ist die Konstruktion altertümlich, indem der eine
Diagonalbg. durchgeht (von NO nach SW), der andere in zwei Armen gegen ihn
stößt. — Die übrigen Teile der K. zeigen eine verworrene Folge von
Erweiterungen und wiederum Reduktionen: sprom., hochgot., spgot. —
gAltarwerk um 1480. Außen an den Streben _Reliefs_ aus der Passion (nach
Lehfeldt um 1360, nach Mothes um 1170). — Got. _Wandmalerei_ am Triumphbg.
und am Chorgwb. — _Glasbilder_ in den Chorfenstern nach Lehfeldt um 1210
(?).

_VESSRA._ Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.

*Kloster-K.* (Prämonstrat.) Ruine. Gegr.1131, Brand 1201 kaum von
umfassend zerstörender Wirkung. Kreuzf. flachged. Basilika mit strenger
Quadratur in den Abmessungen des Gr. und Triangulatur des Querschnittes.
Lhs. 32 : 16 m, 9 Arkaden auf schlichten quadr. Pfll., am Sockel attisches
Profil, am Kämpfer Schmiege mit Schachbrettmuster. Die Fenster des südl.
Ssch. rundbg. und einfach abgeschrägt, die des nördl. Ssch. got.
erweitert. Der westl. Vierungsbg. auf Kragsteinen. Gegen N und S sind
keine Vierungsbgg. vorhanden. Der quadr. Vorchor mit 1/2kr. Apsis und die
1/2kr. Nebenapsiden zerstört, doch in den Fundamenten zu erkennen. Keine
Krypta; (die Gewohnheiten der Prämonstratenser in dieser Hinsicht
dieselben wie die der Hirsauer und später der Cistercienser). Pfll. und
Bgg. in Sandsteinquadern, Mauern in Bruchstein. — Der WBau wohl nach dem
Brand von 1201. Zwei vierseitige Türme flankieren die rck. Vorhalle;
Kreuzrippengwbb.; Rippenprofil rck. mit vorgelegtem Plättchen und leicht
geschärftem Rundstab; auf Ecksäulchen mit dekorierten Würfelkapitellen
ruhend. Nach außen öffnet sich die Vorhalle in einer weiten rundbg.
Arkade, in das Schiff führt ein reiches, dreifach abgetrepptes sprom.
Portal. Die Fassade beginnt mit energisch profiliertem Sockel. Die
wagerechte Teilung durch Gesims und Bogenfries entspricht der
Höhenabstufung der Schiffe; schmälere und breitere Lisenen vollenden die
wohlproportionierte, von keinen Fenstern unterbrochene Flächengliederung.
Hierauf folgt in anderem Material je ein freistehendes Turmgeschoß mit
spitzbg. Blenden und ein Zwischenhaus mit Satteldach, an der niederen Wand
eine rundbg. Arkatur. Die Obergeschosse aus späterer got. Zeit und in
schlechterer Technik. Am nördl. Qsch. die Begräbniskap. der Grafen v.
Henneberg, gew. 1182; die Bestimmung der analog im S errichteten ist
ungewiß; vielleicht die 1149 gew. Abtkapelle S. Georg? — Rom. _Taufstein_,
breite Schale mit säulenartigem Fuß. — In der Klostermauer eine
_Torfahrt_; das Gewände dreifach abgetreppt und mit Sll. ausgestellt, die
Bg.Läufe mit Zickzackornament in rck. Umrahmung; eine daneben befindliche
kleinere Tür vermauert. Die jetzige Schmiede wird als ehemalige Pförtnerei
gedeutet.

_VIERZEHNHEILIGEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

*Dorf-K.*, früher Wallfahrt, geräumiger Bau aus M. 15. Jh.

_VIERZEHNHEILIGEN._ OFranken BA Staffelstein.

*Wallfahrts-K.* und *Cistercienserpropstei*. Beg. 1743 von _Balthasar
Neumann_; nach seinem Tode (1753) genau in seinem Sinne weitergeführt;
voll. 1772. — Die immer weiter ausgreifende Phantasie des großen
Rokokomeisters wagt in diesem Alterswerk ein Äußerstes. Zwar die
Außenansicht verrät noch nichts Ungewöhnliches; sie scheint einer
kreuzförmigen Basilika zu entsprechen. Aber das Innere ordnet sich keiner
einzigen bekannten Raumkategorie ein. Es ist möglich, daß _Neumann_ die
erste Anregung von der benachbarten Klosterkirche Banz empfangen hat; nur
erscheint _Dientzenhofers_ Kühnheit im Vergleich mit dem, was hier
unternommen wurde, schüchtern. Der erste Anblick läßt das geometrische
Prinzip, nach dem die Gewölbe und ihre Stützen geordnet sein könnten
durchaus im Unklaren. Die Gerade kommt nur vor, wo sie statisch
unvermeidlich ist, d. h. als Senkrechte an Pfeilern und Säulen; alle zur
Grundfläche parallel laufenden Linien sind Kurven, und zwar Kurven zweiter
Ordnung, ebenso die Gewölblinien. Nach und nach entdeckt man dann
folgendes (vgl. den Gr. bei Dohme und Gurlitt): Auf der M. der Längsachse
steht der Gnadenaltar der vierzehn Nothelfer; über ihm eine ovale
Flachkuppel, von Freipfll. mit vorgesetzten kolossalen korinth. Sll.
getragen; hieran schließt sich nach der Längsachse im O und W je ein
kleineres Oval; wo sie sich mit dem mittleren tangieren, werden Querachsen
gebildet; eine kürzere, an die Umfassungsmauer des Lhs. reichende im W;
eine längere, auch nach, außen als Qsch. sich geltend machend, zwischen
dem Hauptoval und dem Choroval. Diese Figuren werden jedoch nur in den
Gewölben selbst erkennbar, die Grundrißstellung der Stützen bringt von
ihnen nur Segmente zur Erscheinung. Sodann gibt es keine zusammenhängenden
Kämpferlinien, da über allen Intervallen Stichkappen in die Kuppelflächen
eingreifen. An den Kreuzungspunkten der beiden Querräume mit dem
Längsraum, wo man sonst eine zusammenhängende Form oder eine
Höhensteigerung zu finden gewohnt war, fliehen sich hier die Gewölbelinien
und sinken sie ein. Im Sinne der Hochrenss. wäre dies alles barbarische,
antiarchitektonische Willkür; was _Neumann_ sucht, ist die Poesie des
Geheimnisvollen. Leider hat der Meister in seinem abstrakt gewordenen
Denken durch einige schwere Fehler sein eigenes Werk gestört. Die ganz
entsetzliche Gestalt der Nebenräume, in denen man auf der einen Seite
gerade Linien, auf der anderen unverständliche Kurven hat, mag noch
hingehen. Unentrinnbar störend sind aber die Fenstereinschnitte, die
völlig außer Zusammenhang mit dem inneren Rhythmus das Bild an zahllosen
Stellen durchlöchern. Sie sind es auch, die keinen vollen Genuß an dem für
sich sehr harmonischen Kolorit der prachtvollen Verkleidung mit
Marmorstuck aufkommen lassen. — Die Frage, ob diese Architektur dem Bar.
oder dem Rok. zuzuzählen sei, ist müßig. Entschiedenen, programmatischen
Rokokocharakter haben aber die Altäre, soweit sie von _Neumann_ selbst
herrühren, vor allem der zentrale Gnadenaltar; an ihm ist jeder Anklang an
die architektonische Form vermieden. Nicht ganz so extrem die Seitenaltäre
von _J. M. Feichtmayer_. Das Hochaltarblatt und sämtliche Fresken von
_Giuseppe Appiani_ (mehrere nach dem Brand 1835 erneuert). — Die Fassade
bildet in der Mitte eine vorspringende Kurve und wird von zwei von unten
auf 8eck. Türmen begleitet; zum Ruhme des Meisters kann sie nicht
beitragen.

_VIESELBACH._ Sachsen-Weimar VB Weimar.

*Dorf-K.* wesentlich 17. Jh. — Kanzelbau 2. H. 18. Jh., die _Figuren_ aus
spgot. Altarwerken.

_VITZENBURG._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Schloß* 2. H. 16. Jh. Portal bez. 1574. Verlorene Inschr. von 1587 gab
den Baumeisternamen _Nickel Delitzscher_. NFlügel 1694. Treppenpavillon
1767. Alle Einzelheiten stark rest.

_VOIGTSBERG._ K Sachsen AH Ölsnitz.

Große *Burg,* im jetzigen Zustande ohne kunstgeschichtliches Interesse.

_VOLKACH._ UFranken BA Gerolzhofen.

*Stadtpfarrk.* 1sch. spgot. Kirche mit polyg. geschl. Chor (Baubeginn
1413) mit spgot. Netzgewölbe und urspr. 3sch. Lhs. (um 1474), das im 18.
Jh. durch Herausschlagen der Pfll. und Einziehung einer stuckierten
Spiegeldecke 1sch. umgestaltet wurde. Das Äußere besitzt reiche spgot.
Gliederung. Details in der Art des Meisters _Hans Bock_ (Dommeister um
1500 in Würzburg), der um 1512 erwähnt wird. Turm nördl. vom Chor mit
Bar.Aufbau (an der Galerie Inschr. 1694) und Kuppel. — Einrichtung Rok.;
Würzburger Charakter um 1750. — Taufstein um 1600 mit Wappen. — _Pietas_
Gußstein, südbairischer Import um 1420. — Reiche Paramente des 17. und 18.
Jh.

*St. Michaels-Kap.* Vor dem Südtor. _Tympanon_ um 1400-1420; Krönung
Mariä.

*Wallfahrts-K.* auf dem Kirchberg. 2. H. 15. Jh., 3sch. geplant, jetzt
1sch. — Im Hochaltar _Pietas_ (Gnadenbild); um 1380-1400 mit Resten der
alten Fassung. — _Rosenkranzmadonna_ um 1500; hervorragende Arbeit, wohl
mit Recht _Riemenschneider_ zugeschrieben. _Epitaphe_ 16.-17. Jh.
Überreste einer lebensgroßen _Wachsgruppe_, einen Ritter und dessen Frauen
darstellend; erhalten nur einige Köpfe und der Holzkern. _Großes
Steinkruzifix_ bez. _TK_ (_Thomas Kistner_) 1555. — Am Weg zur Kirche drei
spgot. _Reliefs_, Stationsbilder (1521). — 2 _Glasfenster_ mit
Stifterbildern (Schwarzenberg) jetzt im Rathaus, um 1450-80.

*Rathaus.* Renss.Bau mit Freitreppe (1544).

*Amtsgericht.* Guter Renss. Bau um 1600; eine schöne Kassettendecke.

Behäbige *Bürgerhäuser,* spbar. und rok. — Eine hervorragende Leistung des
Würzburger Spätbar. Greisingscher Richtung das »Schelfenhaus«. Stuckierte
Zimmer. Reicher und ansehnlicher, großfiguriger, schwarz glasierter
Kachelofen um 1700.

Von der *Stadtbefestigung* stehen noch 2 Tore; spgot. in der Anlage, mit
hübschen Renss.Giebeln.

_VOLKENRODE._ Sachsen-Gotha LA Gotha.

*Klst.-K.* Beg. 1131, gew. 1150. Teils verfallen, teils dürftig wieder
hergestellt. Ursp. regelmäßige Kreuzbasilika. Quaderbau. Hauptapsis
erhalten, Nebenapsiden untergegangen. Am Triumphbogen abgebrochene
Pfeilervorlagen (für Triumphkreuz). Reste des Kreuzgangs rom. und got.

_VOLKERODE._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Dorf-K.* Ansehnlicher Bar.Bau, wohl von demselben Meister wie Geisleden.

_VOLKERSBERG._ U Franken BA Brückenau.

*Einsiedelei* von 1113 zum Klst. erweitert 1661.

_VÖLKERSHAUSEN._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.

*Kirche* 1731. Typisch protest. Emporensaal, über dem Altar Kanzel und
Orgel.

*Schloß* der Frh. v. Stein. 1. H. 18. Jh. Teile der ersten Einrichtung
erhalten.

*Oberförsterei* 1613. Mehrere Häuser in geschnitztem Fachwerk.

_VOLKMARITZ._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

*Dorf-K.* Im W rom. Turm, türlos gegen das Sch. in 2Rundbgg. geöffnet, im
Obergeschoß gekuppelte rom. Fenster (vgl. Unterröblingen).

_VOLKMARSEN._ RB Cassel Kr. Wolfhagen.

*Pfarr-K. S. Maria.* Frgot. 2. H. 13. Jh. Hallenkirche mit quadr. Chor und
vortretendem WTurm. Msch. doppelt so breit wie die Sschiffe, 3 Joche,
starke Rundpfll. mit 4 alten und 4 kurz ausgekragten jungen Diensten,
reiche Laubkaptt. Die Gurtbgg. rck. mit vorgelegtem Rundstab, Kreuzrippen
mit Birnstab. An der N- und SSeite je ein Portal; das südl. sehr reich und
zierlich, _Marienstatue_ im Tympanon, _Petrus_ und _Paulus_ unter den
Fialen des Wimpergs. Ein drittes Portal am Turm, im Tympanon _thronender
Heiland_. Einfache Strebepfll. mit wagerechtem Abschluß zur Aufnahme der
Wasserausgüsse. Der Turm mit spgot. Obergeschoß und welscher Haube. — Zwei
_Wandtabernakel_, E. 13. und E. 14. Jh.

*Holzhäuser* des 16. und 17. Jh.

*Stadtmauer* im SO erhalten.

_VOLSBACH._ OFranken BA Pegnitz.

*Pfarr-K.* um 1470. Die Strebepfll. am Chor in reicher Behandlung.
Innendekoration 1680.



_W_


_WABERN._ RB Cassel Kr. Fritzlar.

*Lustschloß* 1704, im Innern umgebaut ca. 1770 von _S. L. Du Ry_ (jetzt
Strafanstalt). 3 Gebäude in Hufeisenstellung, durch Galerien verbunden.

_WACHAU._ K. Sachsen Dresden-N.

*Dorf-K.* ma. Ursprungs, 1689 umgestaltet.

*Schloß* seit 1730 für Graf Schönfeld. Großartige Vestibül- und
Treppenanlage, sonst von der alten Innendekoration nichts erhalten.

_WACHSENBURG._ Sachsen-Gotha LA. Gotha.

*Burg* (eine der »drei Gleichen«). Nach 1710 zur Festung eingerichtet. Die
ma. Teile (gekuppeltes rom. Fenster) sehr entstellt.

_WÄCHTERSBACH._ RB Cassel Kr. Gelnhausen.

*Stadt-K.* mit WTurm von 1519.

Isenburgisches *Schloß,* bedeutende ehem. Wasserburg mit 4 Ecktürmen, von
denen 2 erhalten. Aus der 2. Bauperiode um 1525 die zierlichen Erker am
WTurm. Dritter Umbau um 1650.

_WAHLHAUSEN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Dorf-K.* Umbau von 1718. Kanzelaltar und umfängliche Emporen machen den
evangel. Charakter in dem sonst kathol. Kreise sofort kenntlich. Die Decke
und alle Holzteile 1775 von dem Schullehrer geschickt ausgemalt.
_Grabsteine_ der Herren von Hanstein.

_WAHREN._ K. Sachsen AH Leipzig.

*Dorf-K.*, frgot. Kernbau. _Taufstein_ aus 13. Jh. Hübsches geschnitztes
_Lesepult_ E. 15. Jh. _Beschläge_ der Türflügel, naive dörfliche Kunst,
könnte ins 13. Jh. hinaufreichen.

_WAEHRSDORF._ K. Sachsen AH Zittau.

*Dorf-K.* 1713. Orgel mit reizendem Rokokoschnitzwerk 1766,
stimmungsvolles Grabmal 1798.

_WAISCHENFELD._ OFranken BA Ebermannstadt.

*Pfarr-K.* um 1450. Der Chor 1550 got. erneuert, 1750 die ganze Kirche
überarbeitet.

_WAITZENBACH._ UFranken BA Hammelburg.

*Schloß.* Malerische Wasseranlage. Hauptbau 1570, die Kuppeltürme an den
Ecken um 1680.

_WALBECK._ Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis.

*Kloster* gegr. 992. Die Kirche fast spurlos verschwunden, ihr Material
wahrscheinlich in das jetzige Schloß verbaut, in dem der alte
Klosterkreuzgang noch erkennbar. _Rittergrabstein_ mit eingeritzter Fig.
um 1300.

_WALDAU._ Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.

*Dorf-K.* 1601 wie Hinternah.

_WALDAU._ RB Cassel Kr. Cassel.

*Kirchturm* spgot. 16. Jh. Der 8eck. hölzerne Helm von 4 ausgekragten
Ecktürmchen umgeben.

_WALDBÜTTELBRUNN._ UFranken BA Würzburg.

*Dorf-K.* bar. — Krönung Mariä, _Holzgruppe_, um 1500, nicht aus der
Werkstatt _Riemenschneiders_, doch ihr verwandt.

_WALDENBURG._ K. Sachsen AH Glauchau.

*Stadt-K.* spgot. ursp. 1sch., dann ein zweites Schiff im S angebaut. —
_Wandgrab_ des Hugo v. Schönburg † 1566, vom Dresdner Bildhauer _Chr.
Walther_, das bedeutendste Werk dieser Gattung in Sachsen vor dem
Auftreten _Nossenis_ (vgl. auch Penig).

_WALDHEIM._ K. Sachsen AH Döbeln.

*Schloß-K.* E. 16. Jh. Rck. mit polyg. Schluß. Reiches Netzgwb. Die
Strebepfll. als Halbzylinder ausgebildet. Fenster rundbg. mit got.
Maßwerk. — _Altar_ 1594 von _Joh. Maria Nosseni_, 1716 umgestaltet.

_WALDKIRCHEN._ K. Sachsen AH Auerbach.

*Dorf-K.* mit rom. Portal, alte Beschläge.

_WALDSTEIN._ OFranken BA Münchberg.

*Burgruine.*

_WALLDORF._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Dorf-K.* Kirchhofsbefestigung mit 5 Türmen. Der größte ist Bergfried der
ehem. Burg. Kirche E. 16. Jh. _Bildnisstein_ der Marschalk v. Ostheim.

*Synagoge,* aus einer Scheune umgebaut, Ausstattung 1789. — Mehrere sehr
ansehnliche *Fachwerkhäuser*: Schmiede 1592, das »rote Haus« um 1600,
Gasthaus zum freien Ritter (Herrenhaus v. Marschall) 1697.

_WALLENBURG_ s. Auwallenburg.

_WALLENSTEIN._ RB Cassel Kr. Homberg.

*Burgruine* mit hohem Rundturm und erheblichen Resten der Ringmauer.

_WALLRODA._ K. Sachsen AH Dresden-N.

*Dorf-K.* ohne Interesse. — _Schnitzaltar_ A. 16. Jh. _Taufbecken_ aus
Sandstein feine renss. Arbeit um 1650. Die _Orgel_ das erste Werk _J. G.
Silbermanns_.

_WALSDORF._ OFranken BA Bayreuth.

*Kirche.* Schönes _Denkmal_ des Vizekanzlers Reuß 1599.

_WALTERSHAUSEN._ Sachsen-Gotha Amtsstadt.

*Stadt-K.* 1723, zentral abgeecktes Quadrat, Emporen über Pfll. in ellipt.
Grundstellung. Turm 1458. _Schnitzaltar_ A. 16. Jh.

_WALTERSHAUSEN._ UFranken BA Königshofen.

*Schloß.* Erb. um 1540, verändert 1720. Aus 16. Jh. ein Saal mit bemalter
(allegor. Figg.) Holzdecke.

_WANDERSLEBEN._ Pr. Sachsen Kr. Erfurt.

*Dorf-K.* Erweiterung eines rom. Baus. — Spgot. _Schnitzaltar_.

*Gasthaus*. Fachwerkbau aus 16. oder 17. Jh. — *Gehöft* mit Jahreszahlen
1541-1605. — *Burg Gleichen,* ausgedehnte Ruine mit rom. Kapelle.

_WANFRIED._ RB Cassel Kr. Eschwege.

*Rathaus,* früher Landgräfl. Rotenburgsches Schlößchen aus dem E. d. 17.
Jh. Oberstock — reicher Fachwerkbau; Innenräume noch mit alten Tapeten
usw.

*Gasthaus* zum Schwan mit reich skulptiertem, jedoch z. T. zerstörtem
großem Steinportal aus dem A. des 17. Jh.

_WANGENHEIM._ Sachsen-Gotha LA Waltershausen.

*Dorf-K.* spgot.; 9 _Grabsteine_ der Familie v. W. (vgl. Sonneborn).

_WARTBURG_ b. Eisenach Sachsen Weimar.

Gegr. höchst wahrscheinlich von Ludwig d. Springer um 1070. Die ältesten
erhaltenen Baulichkeiten stammen erst aus dem Ende der rom. Epoche. Im 13.
und 14. Jh. war die Wartburg Residenz der Landgrafen von Thüringen und
Markgrafen von Meißen. Im 15. Jh. in Verfall. M. des 16. und A. des 17.
Jh. zu Wohnzwecken whgest. Seit Beginn des 18. Jh. wieder dem Verfall
überlassen. Im Verlaufe des 18. Jh. wurden alle alten Gebäude abgetragen
mit Ausnahme des Landgrafenhauses und des hinteren Bergfrieds in der
Hauptburg, des Ritterhauses und der Vogtei samt den überdeckten
Mauergängen in der Vorburg. 1838-1867 umfangreiche Restaurierung der
erhaltenen und völlige Neuerbauung vieler der früher abgetragenen
Baulichkeiten unter Großherzog Carl Alexander von Weimar durch Prof. _Hugo
v. Ritgen_ aus Gießen. Als Ziel schwebte bei der Wiederherstellung vor,
die Wartburg in der Erscheinung wiedererstehen zu lassen, die sie im 12.
Jh. gehabt hatte.

*Mittelalterliche Bauten*: 1. _Das Landgrafenhaus_, _Palas_, großes
dreigeschossiges Wohngebäude aus Sandstein. Berühmt als besterhaltener
rom. Palasbau auf deutschem Boden, aber in wesentlichen Teilen und nicht
durchweg richtig restauriert. Die Außenwand steht auf der Ringmauer. Die
Hofseite als Schauseite reich geziert durch Arkadengalerien, deren Sll.
und Kapitelle zu etwa einem Drittel die ursprünglichen sind.
Treppenaufgang modern und falsch rekonstruiert. Über der Tür rom. Relief,
früher in der Vorburg. Die Gestaltung des Gurtgesimses zwischen 2. und 3.
Geschoß läßt vermuten, daß es ursprünglich Dachgesims war, mithin das 3.
Geschoß etwas später hinzugefügt ist. Die SSeite des Palas im oberen Teile
erneuert, mit einem modernen Balkon. Die OSeite, ursprünglich durchaus
nicht als Schauseite gedacht, bei der Restaurierung wesentlich
»verschönert«. Der NGiebel, das Dach und zwei der großen Rauchschlote
erneuert. — Das _Innere_: Im Kellergeschoß einfache, im wesentlichen
unveränderte Räume ohne Zierformen. Im Erdgeschoß 3 Wohnräume, der
mittlere mit Balkendecke, die durch eine aus Eisenach übertragene rom.
Steinsäule gestützt wird, die beiden anderen mit je 4 rom. Kreuzgewölben
überspannt, die durch reich verzierte Mittelsäulen getragen werden.
Fenster— und Türöffnungen in diesen Räumen meist die ursprünglichen. Einer
derselben, die sog. Kemnate der hl. Elisabeth, neuerdings mit
byzantinisierenden Mosaiken ausgekleidet. — Wohl erhaltene Innentreppe,
die zum mittleren Geschoß emporführt. Hier das Landgrafenzimmer mit
erneuerter Holzdecke und erneuerten Arkadenfenstern. Reich verzierte rom.
Stützsäule. Wandgemälde von _M. v. Schwind_. Der Sängersaal mit Holzdecke
und zwei alten Stützsäulen. Wandgemälde von Schwind, den sagenhaften
Sängerkrieg darstellend. Anstoßend die Sängerlaube, zu der Stufen
hinanführen, erneuert. Kapelle, nicht im ursprünglichen Bauplan
vorgesehen, wahrscheinlich von Landgr. Ludwig für seine Gemahlin Elisabeth
eingebaut. Eine reich verzierte rom. Mittelsäule, trägt die Kreuzgewölbe.
Fenster der SSeite mit skulptierten Kaptt. alt. — Holzkanzel von 1628.
Got. Chorstuhl. Viele kleinere ma. Ausstattungsstücke. — Elisabethgalerie
mit Wandgemälden von _M. v. Schwind_. Wendeltreppe aus dem 19. Jh. führt
zum Obergeschoß, das einen einzigen großen Saal enthält, dessen
Ausstattung durchweg neu ist. Die Arkaden der Zwischenwand sind sämtlich
alt, die der W- und NWand zum Teil. Decke und Dach nach Ritgens Entwurf
rekonstruiert.

2. _Der hintere Bergfried_ im Hofe der Hauptburg, got. Sein hohes Dach
wurde 1803 abgetragen und durch einen Zinnenkranz ersetzt.

3. _Ringmauer der Hauptburg_ gegen S und W im Unterbau alt, in den oberen
Teilen meist erneuert.

4. _Zisterne im Hofe der Hauptburg_, jetzt ohne Überdeckung und mit einem
ganz irreführenden Zinnenkranze aus dem 19. Jh. umgeben.

5. _Torturm_ in der Vorburg, Unterbau rom., Oberbau im 16. Jh. abgetragen
bis zur Dachhöhe des aus got. Zeit stammenden

6. _Ritterhauses_, das aber bei der Restaurierung im 19. Jh. durch
romanisierende Arkadenfenster entstellt wurde. Im Erdgeschoß Wachstube mit
got. eisenbeschlagener Tür. Im 1. Obergeschoß reizvolle Eingangshalle mit
spgot. Deckenbemalung. Gegen S stößt an das Ritterhaus

7. _die Vogtei_, das massive Erdgeschoß aus 15. und 16. Jh., der Oberstock
aus Fachwerk, mehrfach erneuert. Hier eingebaut das got. geschnitzte
»Pirckheimerstübchen« aus Nürnberg und die Lutherstube mit got. und Renss.
Möbeln, Bildern von _Cranach_ usw. An der SSeite der Vogtei got. Holzerker
aus Nürnberg angebaut. 8. _Der Margarethengang_, ein überdeckter
Verbindungsgang auf der westlichen Ringmauer der Vorburg.

9. _Der Elisabethengang_, überdeckter Verbindungsgang mit angebautem
Schützenerker auf der östlichen durchweg wohlerhaltenen Ringmauer der
Vorburg.

*Bauten aus der Zeit der Restauration* (1838-1867): Das an der SSeite des
Palas angebaute, massive, in rom. Stile gehaltene _Badehaus_ an der Stelle
eines früheren Fachwerkbaues. An der WSeite das Gadem (Gästehaus) in
Fachwerkstil. (Der Keller unter diesem Gebäude ist noch mittelalterlich.)
Nördlich an den Palas anstoßend die in rom. Stil ganz massiv erbaute _neue
Kemenate_ mit Wohnräumen für den Hof (Keller mittelalterlich,), auf drei
Seiten um den _Hauptturm_ herumgebaut, der ungefähr auf den Fundamenten
des alten, ebenfalls quadratisch gewesenen, im 18. Jh.. abgetragenen
Hauptturmes neu errichtet ist. _Torfahrtshaus_, das Haupt- und Vorburg
scheidet, in rom. Stile gehalten, darüber ein länglicher Wohnraum, die
sog. _Dirnitzlaube_; endlich an der WSeite, teils in der Haupt-, teils in
der Vorburg stehend, die Dirnitz, massiv in got. Stil erbaut. Unterbauten
z. T. noch mittelalterlich. Im Erdgeschoß der reichhaltige _Rüstsaal_, in
den oberen Geschossen Wohnräume für Gäste. Reich geschnitztes
»Schweizerzimmer«, aus dem Schlosse der Herren v. Salis-Soglio bei Chur,
treffliche SpRenss.-Arbeit. An der N Seite außen rom. Steinrelief: Simson
mit dem Löwen.

_WARZA._ Sachsen-Gotha LA Gotha.

*Dorf-K.* 1520 und 1554, in den Zierformen nicht uninteressant.

_WASEWITZ._ K. Sachsen AH Grimma.

*Dorf-K.* kleiner, gut erhaltener rom. Bau wohl noch 12. Jh.

_WASSERLOSEN._ UFranken BA Hammelburg.

*Kirche.* Zwei virtuose _Rokokoaltäre_ mit Altarblättern von _Nic. Treu_.
1762.

_WÄSSERNDORF._ UFranken BA Kitzingen.

*Pfarr-K.* Einheitlich spgot. 1496. — _Madonna_, Holz, um 1480. 5
_Epitaphe_ der Schwarzenberg und Seinsheim. Das älteste und beste Stück
die betende Profilfigur des Kilian v. Seinsheim † 1502, sehr feiner
Porträtkopf, die untere Hälfte der Platte zerschlagen.

*Schloß* (nach dem Aussterben der Linie Seinsheim-W. im 16. Jh. an die
Schwarzenberg). Neubau 1555. 4flügeliger Wohnbau, Ringmauer mit Türmen.
Formen einfachst. Im Innern eine Reihe von Zimmern im Zustande des 16. Jh.
Fachwerkwände mit farbiger Bemalung.

_WASUNGEN._ Sachsen-Meiningen. Kr. Meiningen.

*Stadt-K.* 1584, im Charakter einer größeren Dorf-K., 1sch. mit 3/8
Schluß, spitzbg. maßwerklose Fenster. Inneneinrichtung mit Holztonne und
hübsch geschnitzten Emporen E. 17. Jh.

An und in der ganz einfachen *Friedhofs-Kap.* (mit rom. Mauerresten)
zahlreiche, durchweg bescheidene Grabsteine.

*Rathaus* 1533, einer der ältesten und tüchtigsten Fachwerkbauten des
Gebiets. (Einige Veränderungen 1904).

*Amtshaus* 1606. Auf hohem steinernem Erdgeschoß ein Fachwerk-Obergeschoß
mit Giebel. Alte Inneneinrichtung. Stattliches Hoftor in origineller
Rustika, bez. 1611.

Mehrere *Höfe* ritterlicher Familien. Zweifelshof 1576. Marschalksches
Damenstift 1596, im Innern Stuckdecken. Weyenhof 1630, auch hier
Stuckdecken in Quadraturwerk. — Bürgerhäuser des 17. Jh. in guter
Fachwerkarchitektur. — Reste der *Stadtmauer*.

*Burgruine Maienluft*. Hoher 4eck. Bergfried in Buckelquadern, Abschluß
rest.

_WATZENDORF._ Sachsen-Coburg LA Coburg.

*Kirche* 1729, an der Flachdecke Gemälde, Chor spgot. rck. mit rippenlosem
Kreuzgwb.

_WECHSELBURG._ K. Sachsen AH Rochlitz.

*Schloß-K.* (früher K. des Augustiner-Klst. Zschillen). Gegr. 1168 von den
Wettinern. Das Weihedatum 1184 nicht maßgebend; die einheitliche
Formengebung weist auf das 2. bis 3. Jahrzehnt des 13. Jh. — Eine der
spätesten Flachdeckbasiliken, in der Erscheinung klar und frei. Normaler
kreuzf. Gr., 54,3 m l. Mauern Gneisbruchstein, für die Gliederungen harter
Rochlitzer Sandstein. Im Lhs. 6 Achsen. Die Pfll., auch die der Vierung
mit Ecksäulchen. Aus späteren Zeiten keine Veränderungen als die spgot.
Einwölbung des Lhs. im 15. und die des Qsch. im 14. Jh. Die WTürme
schließen eine nach dem Schiff sich öffnende Empore ein. Die WWand ohne
Eingang; derselbe ist an die NSeite verlegt; Doppelportal mit 3seitig
offener Vorhalle; die reichen und zierlichen Details enthalten
Erinnerungen an den sog. Königslutterer Stil und noch mehr an Kreuzgang
und Choreingang des Magdeburger Doms. Das Äußere durchgehend mit fein
profilierten Lisenen und reichen Bogenfriesen belebt; an den Mauerecken
feine Rundstäbe; die Fenster des Chors mit Säulchen im Gewände; über dem
Apsidendach am OGiebel ein Vierpaßfenster. An den Giebeln des Qsch.
Erneuerung der Dächer noch in sprom. Zeit zu erkennen. Die WTürme nur bis
zur Höhe des Schiffs ausgeführt; nach dem Kirchenmodell auf dem Grabe des
Stifters zu schließen, wäre auch ein Vierungsturm beabsichtigt gewesen. —
Das Innere birgt _Bildhauerwerke_, die unter den edelsten Kleinoden
deutscher Kunst zu nennen sind. Einheitlich nach Vollendung der K., also
um 1230-35, leider nicht mehr in ursprünglicher Anordnung. Bis zu den
eingreifenden Veränderungen im J. 1666 lag der Fußboden des Chors,
veranlaßt durch die Krypta, 2,5 m höher als jetzt; zu ersehen aus der
Höhenlage der Arkatur in der Apsis und der Basen der Ecksäulchen an den
Triumphbogenträgern. Gegen das Qsch. war der Chor durch einen Lettner
abgeschlossen. Jetzt ist derselbe hinter den Altar, an die Grenze der
Apsis, zurückgeschoben und bei dieser Operation auch in seiner
Zusammensetzung verändert. (In einem Wirtschaftsraum des Schlosses
befinden sich formierte Trümmer, die über die ursp. Gestalt Aufschluß
geben könnten.) Der jetzige Altartisch vor dem Mittelbogen ist modern. Es
liegt nahe, zu glauben, daß sich unter ihm die Eingangstreppe zur Krypta
befand, während die seitlichen Arkaden zu den Chortreppen führten. Seine
Laubdekoration ist die ursprüngliche; die in den Zwickeln befindlichen
Halbfiguren von Kain und Abel haben diesen Platz erst bei der letzten
Rest. erhalten; vorher gehörten sie zur Kanzel (Abb. bei Puttrich). Die
zweite Höhenabteilung enthielt unter dem großen Mittelbogen, jetzt mit
modernem Relief ausgestattet, wahrscheinlich die Kanzel; zu deren beiden
Seiten in Wandnischen 4 Gestalten des Alten Testaments (Daniel und David,
Absalom und ein ungewisser Prophet). Die Gegenstände der Kanzelreliefs
sind: an der Front Christus in der Glorie umgeben von den
Evangelistenzeichen und begleitet von Maria und Johannes d. T. (»Dusis«);
an der linken Schmalseite die eherne Schlange, an der rechten Isaaks
Opferung; die oben genannten Halbfiguren Abels und Kains sowie zwei
Halbfiguren von Engeln werden schicklich auf die Zwickel der Bögen
verteilt, von denen man die Kanzel getragen denken muß. Die Kanzelbrüstung
hatte ursp. polyg. Gr., so daß die Seitenfelder mit Maria und Johannes in
stumpfem Winkel zurücksprangen. Mithin Anordnung der 5 Relieftafeln
[**Illustration:]. Endlich die Krönung des ganzen Aufbaues, die kolossale
Kreuzigungsgruppe; die starke Ausbiegung der Hüfte (byzantinisch) und die
Durchbohrung der Füße mit einem einzigen Nagel eines der frühesten
Beispiele; zu Häupten Christi im Dreipaß der Kreuzesendigung die Halbfigur
des Vaters mit der Taube; zunächst den ausgestreckten Armen, wieder in
Dreipässen (vgl. Halberstadt), zwei über Betrachtung der Wundmale in
Jammer ausbrechende Engel; zu den Füßen Marias eine gekrönte weibliche
Gestalt, zu den Füßen Johannes eine desgl. männliche, auf die überwundenen
Mächte des Judentums und Heidentums gedeutet; zu den Füßen Christi Adam,
der in einem Kelche das erlösende Blut auffängt. Die Gesamtkomposition
also eine Darstellung der im alten Bunde verheißenen und antitypisch
vorgebildeten, im neuen vollzogenen Welterlösung. — An ihrem ursp. Platz
zwei als Melchisedek und Abraham (als Heerführer) vermutete Freistatuen. —
Die Kreuzigungsgruppe aus Eichenholz, in den Figuren etwas mehr als
lebensgroß; alles übrige Bildwerk aus dem grobkörnigen und harten
Rochlitzer Stein; Bemalungsspuren bis zur letzten Rest. gut sichtbar. Der
Stil eine freie Verarbeitung byzantinischer Anregungen, den Freiberger
Skulpturen in den Voraussetzungen verwandt, aber ohne direkte Beziehung zu
ihnen. In der Ausführung am vollkommensten ist die Kreuzigungsgruppe;
feierliche Ruhe der Linien, Reinheit des Formgefühls, Mäßigung und
Verinnerlichung des Pathos und im Zusammenklang aller dieser Eigenschaften
eine Monumentalität, die für die deutsche Kunst damals eine neue
Offenbarung war. In der Behandlung erinnert noch einiges an die
Traditionen der Kleinkunst; es weist zurück auf das, was zu überwinden
nötig gewesen war. Von anderer Hand die in Stein ausgeführten Stücke;
besonders die Kanzelreliefs mehr realistisch, voll Größe, schwierigen
Aufgaben der Verkürzung gewachsen. — Ungefähr derselben Zeit, doch in der
Qualität nicht auf gleicher Höhe das _Grab der Stifter_, des Grafen Dedo
von Wettin und seiner Gemahlin Mechthildis; lebensgroße Gestalten, auf der
Tumba ruhend.

_WECHTERSWINKEL._ UFranken BA Mellrichstadt.

Ehem. *Cisterc. Nonnen-Klst.*

*Kirche.* Gew. 1179, z. T. abgebrochen 1895. Ursp. 3sch. rom. Basilika,
nur ein Teil des Lhs. und die Apsis erhalten, auch der Nonnenchor
abgerissen. Breite 19,7, Länge 18,3 m. 4 Arkaden auf einfachen rom. Pfll.
und glatten Rundbgg. Soweit im Stil zu 1179 passend. Jünger das einfache
WPortal mit Rundbogentür und kleinem rom. Crucifixus. — _Barockaltar_ aus
Kloster Bildhausen. Kleine Predella mit Bild einer Äbtissin 1558.

*Propstei* von 1792. Mit schönem Treppenhaus.

_WEESENSTEIN._ K. Sachsen AH Pirna.

*Schloß* auf hohem Felsen über der Müglitz. Erste Anlage angeblich von
König Heinrich I. Von A. 15. bis E. 18. Jh. im Besitz der Bünau. Aufbau,
dem Felsen folgend, in 8 Stockwerken, die unteren die jüngsten, so daß die
Kellereien im 5., die Ställe im 3. Stockwerk liegen. Die Vorburg auf einem
durch Brücke verbundenen zweiten Felsplateau. Im sog. Mönchsboden
_Wandmalereien_ der frühesten Renss. Einrichtung der Schloßkirche 1738-41.
Der »steinerne Saal« 16. Jh. Schmuckreiches Hauptportal 1575. Aus A. 18.
Jh. Stuckdecken, Ledertapeten, bmkw. Möbel. Im Gartenflügel gute
klassizist. Ausstattung. _Porträts_ von Rotari, Mengs, Graff, Vogel,
Leypoldt, Torelli. — Oben im Walde Jagdschlößchen mit prachtvollen
_Rok.-Öfen_.

_WEHNDE._ Pr. Sachsen Kr. Worbis.

*Dorf-K.* 1670 gotisierender Barock.

_WEHRDA._ RB Cassel Kr. Hünfeld.

*Dorf-K.* An den got. OTurm 1567 ein rck. Schiff angebaut, der Turm
wehrbar. Viele Grabsteine 16-18. Jh.

_WEHRDA._ RB Cassel Kr. Marburg.

*Dorf-K.* mit wehrbarem WTurm (ca. 1490) auf befestigtem Kirchhof. —
Spgot. _Schnitzaltar_.

_WEHRSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Marburg.

*Marien-K.* OHälfte 1475, WHälfte jünger. Rck. mit 6 Kreuzgwbb. auf
Laubkragsteinen, polyg. Schluß. Hübscher Dachreiter.

_WEIDA._ Sachsen-Weimar Kr. Neustadt a. d. O.

*Stadt-K.* (ehem. Franziskaner); 1sch. got. Bau mit 3/8 Schluß; im 16. Jh.
ein südl. Ssch. angebaut; turmlos; das WPortal in einfachen frgot. Formen.
— _Kanzel_ und andere Ausstattungsstücke 1646 ff. Tüchtiges lebensgroßes
_Kruzifix_ 1680.

*Friedhof*. Portal 1580. Kanzel, interessanter kleiner Freibau von 1608.

*Peters-K.* Ruine mit großem rom. Turm.

*Wieden-K.* Ruine; Lhs. und doppeltürmiger WBau rom. Um M. 14. Jh.
begonnen mit dem Chor ein Neubau, der nicht beendet wurde; ausgezeichnete
Leistung der in diesem Teile Deutschlands wenig vertretenen Hochgotik. Der
Chor schließt mit 5 Seiten des 8Ecks, Maßwerk und Laubwerk von bester
Zeichnung. — In der WVorhalle Spuren von Wandmalerei (13. Jh.?).

*Nonnenklst.-K.*, aus E. 12. Jh. und E. 14. Jh., sehr verbaut, später
städt. Kornhaus.

*Rathaus* 1580, rest. nach Brand 1687, denen zu Altenburg und Gera
verwandt.

*Schloß Osterburg*; eine noch immer bedeutende Baugruppe, wenn auch nicht
mehr so reich wie auf der Ansicht Merians. Großer runder Bergfried; der
erste, ca. 30 m hohe Absatz 2. H. 12. Jh.; der zweite Absatz, 22 m hoch,
von kleinerem Radius, und die beiden Zinnenkränze aus dem späten Ma. Die
Wohngebäude im 16. und 17. Jh. um- und ausgebaut, ihrer Zwerchhäuser und
sonstigen Schmuckes großenteils beraubt. In der Kap. rom. Bündelpfll.,
ähnlich denen im Klst. Mildenfurt.

_WEIDELSBURG._ RB Cassel Kr. Wolfhagen.

*Burgruine.* Noch ziemlich viel erhalten, 14.-16. Jh. 2 große Wohngebäude,
umgeben von Mauern mit 9 halbrunden Türmen und tiefem Graben.

_WEIKERSGRÜBEN._ UFranken BA Gemünden.

*Pfarr-K.* Guter spgot. _Flügelaltar_ um 1490. — _Holzfigur_ St. Nikolaus,
würzburgisch um 1500.

_WEILAR._ Sachsen-Weimar VB Eisenach.

*Dorf-K.* Einheitlich 1740. — Hübscher Rok.Kanzelaltar, mit der
Orgelempore verbunden. Im Herrschaftsstand mehrere _Flügelgemälde_ E. 15.
Jh. (in diesem Gebiet selten).

*Schloß* (v. Boineburg) M. 18. Jh. Ausstattung aus dieser und der
Folgezeit. Gemälde- und Waffensammlung.

Auf dem Beyer vorgeschichtliche *Wallburg*.

_WEIMAR._ Kr. Cassel-Land.

*Dorf-K.* Mauern im W frrom., nach O sprom. erweitert, Gwbb. spgot. —
Steinkanzel spgot., Empore renss.

_WEIMAR._ Hauptstadt von Sachsen-Weimar.

*Haupt-* und *Stadt-K.* Spgot. Halle. Beg. 1498, umgebaut 1735. — Großer
Reichtum an _Grabmälern_ (im Inv. werden ihrer 49 beschrieben). Darunter 6
große Wandgräber: 1) für Herzog Joh. Wilhelm † 1573; Triumphbogen in den
Formen italienischer Hochrenss. mit einzelnen nordisch-barocken Zügen; —
2) für Herzog Johann III. † 1605 und Gemahlin von _L. Tüttich_ und _H.
Hünefeld_ aus Leipzig; die Triumphbogenform klar durchgeführt, die
Einzelheiten sehr barock; in der Hauptnische die Ölbergsgruppe; — 3) für
die Kurfürstin Agnes † 1555, reliefierte Wandtafel auf hohem Fuß; — 4) für
Friedrich Wilhelm I. † 1602; der Herzog und die Herzogin Freifiguren,
kniend vor dem Kruzifix; dieses Hauptfeld flankiert von gekuppelten
korinth. Sll. mit verkröpftem Gebälk; an dem hohen Sockel und der Attika
Relieftafeln; — 5) für Johann Friedrich III. † 1565; das Motiv ähnlich dem
Epitaph der Kurfürstin Agnes; — 6) für die Herzogin Dorothea Susanna,
Witwe Joh. Wilhelms, † 1592; geteilt durch 4 jonische Pilaster, vor
welchen 4 jonische Freisäulen; die Verstorbene dreimal, als Kind, Braut
und Witwe (oder mit zwei Töchtern?); Alabaster, roter Marmor und Schiefer.
Unter den Grabplatten am meisten bmkw.: 7) Kurfürstin Margarethe † 1521;
Bronzeguß aus der Werkstatt _P. Vischers_, flaches Bildnisrelief,
Umrahmung durch einen Kleeblattbg. mit leichter Andeutung von Maßwerk; am
Rande der Platte die Umschrift in got. Minuskeln mit einer schmalen
Bordüre von renss. Ornament; — 8) Lucas Cranach »pictor celerrimus et
consul Witebergensis« † 1553; Sandstein; die Porträtfigur künstlerisch von
mäßigem Wert; — 9) Herzog Wilhelm d. Tapfere † 1482; Bronze; die Zeichnung
in kühnen derben Umrissen vertieft geschnitten; der Herzog im freien Raume
stehend, halb links gewendet; — 10) Joh. Friedrich d. Großmütige und
Gemahlin, beide † 1554; zwei Tafeln aus Bronze auf steinernem Sockel; nur
mit Wappen und Inschriften; Umschließung durch ein schönes eisernes
Gitter; Entwurf des Ganzen vom Maler _Peter_ [_Gothland_], die
Bronzeplatten vom Bildhauer _Hermann_ in Erfurt und dem Büchsengießer
_Jacob __ Schlaf_ in Eisleben; — 11) Kurfürstin Agnes † 1555
(zusammengehörig mit dem Epitaph No. 3); Bronzeplatte, bloß ornamental
behandelt, in der Mitte das große Wappen in stärkerem Relief. —
_Altartriptychon_ von _L. Cranach_; des Meisters letztes Werk, in dem
seine lange verwahrloste Kunst sich noch einmal hebt; bez. 1552, ein Jahr
vor seinem Tode, vollendet von seinem Sohn 1555; auf dem Hauptbilde in der
Mitte Christus am Kreuz; links der Auferstandene als Sieger über Tod und
Teufel; rechts die Porträtgestalten Luthers und Cranachs, von Johannes dem
Täufer auf das Kreuz hingewiesen; auf den Flügeln Porträts der
kurfürstlichen Familie; auf den Außenseiten Christi Taufe und Himmelfahrt.
— Drei _Lutherbildnisse_ zu einem Triptychon zusammengestellt, das linke
bmkw. Original von _Veit Thim_, die beiden anderen Kopien nach _Cranach_.

*Residenzschloß*. Die seit 1651 von _Moritz Richter_ erbaute Wilhelmsburg
hatte einen ähnlich unbewegt mäßigen und düsteren Charakter wie der
Friedenstein in Gotha. Nach Brand 1774 unter _Goethes_ Leitung Um- und
Neubau (bis 1803). Architekten: _Steiner_, _Ahrens_, _Thouret_, _Genz_.
Drei Flügel umgeben einen rck. Hof, der an der vierten Seite frei bleibt;
mäßig gegliedert; Formen nüchtern neuklassisch. Vor der SWEcke einige von
dem älteren Schloß gerettete Baulichkeiten: der Schloßturm, im Unterbau
von 1439, in den Obergeschossen E. 18. Jh.; die »Bastille« mit großem
renss. Tor um 1550, Säulenhalle an der Parkseite aus 17. Jh.

*Rotes Schloß,* 1574 als Witwensitz der Herzogin Susanna erbaut; der Erker
beraubt und sonst einfach.

*Gelbes Schloß,* im selben Gebäudekomplex wie das vorige; 1702.

*Grünes Schloß* (jetzt Bibliothek), in ursp. reicher, an den Schauseiten
durchaus bemalter Renss.; 1760 und 1803 das Äußere vereinfachend umgebaut,
das Innere rok.

*Wittumspalais*, erb. nach 1750 in bescheidenen Formen.

*Stadthaus* 1526-1547. — *Haus* der Familie _v. __Lützelburg_ (jetzt
Staatsanwaltschaft) 1568. — *Cranachhaus* am Markt (von C. bewohnt
1552-53), wesentlich E. 16. Jh. — *Haus Herderplatz No.* 16, ehemals dem
Deutschorden gehörig, 1566, Renss. strengerer Richtung. — Das *Goethe-*
und das *Schillerhaus*; neben ihrem Erinnerungswert als Typen des
vornehmeren und des bescheideneren mitteldeutschen Bürgerhauses am E. 18.
Jh. nicht uninteressant. — Ein ähnliches Doppelinteresse bietet der _Park_
mit seinen Ziergebäuden aus Goethes Zeit.

_WEISCHWITZ._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

*Dorf-K.* wesentlich 1792. — Drei Figuren von einem _Altarwerk_ um 1500
»zu den vorzüglichsten Erzeugnissen der Saalfelder Werkstatt zu rechnen«.

_WEISMAIN._ OFranken BA Lichtenfels.

*Pfarr-K.* Spgot. Alt nur der Chor; das Lhs. (Halle) erneuert; genauere
Anhaltspunkte für die ursp. Gestalt waren nicht mehr zu finden.

*Rathaus* 1634. — Gut erhaltenes Torhaus mit Turm.

_WEISSENBERG._ K. Sachsen AH Löbau.

*Stadt-K.* Stattlicher _Altar_ 1666. — Lange Reihe v. Gersdorfscher
_Grabsteine_ 16.-18. Jh.

*Rathaus* nach Brand 1787, ältere Teile benützend.

_WEISSENBORN._ K. Sachsen AH Freiberg.

*Dorf-K.* ohne ausgeprägten Stil. — Stattliches _Epitaph_ des Adolf v.
Hartitzsch bez. 1612, in der Art der gleichzeitigen Arbeiten in Sayda und
Lauenstein. — 3 ikon. _Grabsteine_ derselben Familie 1557, 1632, 1664. —
Schloßruine.

_WEISSENBORN._ K. Sachsen AH Zwickau.

*Dorf-K.* 14. Jh., umgearbeitet 1430 und 1552. — _Selbdritt_, gutes
Schnitzwerk um 1500. _Glocke_ 14. Jh., mit 1489 und 1538.

_WEISSENBRUNN AM WALD._ Sachsen-Coburg LA Coburg.

*Kirche* 1508 (Inschr. über der NTür), umgebaut 1753. *Schloß* 1556.

_WEISSENFELS._ Pr. Sachsen Kreisstadt.

*Stadt-K. S. Marien.* Sandsteinquaderbau. Am WTurm Inschrift 1303; das
übrige nach Brand 1429 erneuert bis 1480, doch wohl mit Benutzung der
alten Grundmauern. Die Schmalseite des Ssch. spricht für ehemalige
Basilika. Jetzt die drei Schiffe von gleicher Höhe, das Gwb. des Msch.
nicht ausgeführt (Balkendecke), in den Ssch. Netzgwbb. Die Fensterachsen
der SSeite entsprechen nicht den Arkaden. Die Ssch. schließen
sonderbarerweise mit 2 Polygonalseiten, der in Breite des Msch. vorgebaute
Chor hat 2 Joche und 5/10 Schluß. Seine Fenster und Strebepfll. sind sehr
reich dekoriert, ungefähr in der Art der Schloß-K. zu Altenburg, während
das Lhs. sparsam gehalten ist. — _Hochaltar_ 1524, sonstige Ausstattung
1670-84.

Ehem. *Klst. S. Clara* (profaniert und ruinös). Im wesentlichen der
Gründungsbau von 1285. Sehr langgestreckt (9,9 : 52,9), der Chor nicht
abgesetzt, aber durch (spätere) Gwbb. vom flachgedeckten Lhs.
unterschieden. Er schließt 3/8. Im W. 2jochige Nonnenempore. Die schlanken
Fenster 2teilig, als Maßwerk einfacher Kreis über 2 Spitzbgg. — Die spgot,
Kanzel aus der *Stadt-K.* versetzt. — Die als Magazine vernutzten
Klst.Gebäude in der Anlage noch zu erkennen.

*Schloß Neu-Augustusburg.* 1664-90 von _Erhard Lindner_; der Entwurf wohl
von _Moritz Richter_, ähnlichen Charakters wie die Schlösser von Weimar
und Gotha. Imposanter Massenbau in schlichtesten Einzelformen. 3 Flügel in
Triklinienstellung. Je 21 Fensterachsen in 3 Geschossen. Keine Giebel.
Einziger Akzent der breite turmartige Aufsatz auf dem Mittelflügel. Die
innere Ausstattung durch Umwandlung zur Kaserne zerstört. Von namhaftem
Interesse die von Leonhard Sturm, dem Theoretiker des protestantischen
Kirchenbaus, gerühmte Kap. Saalbau mit Emporen nach dem durch das Schloß
von Torgau vorbildlich gewordenen Typus. Sehr reiche
»täppisch-überzierliche« Dekoration in weißem Stuck auf rosa und
apfelgrünem Grunde.

*Rathaus* 1670, Turm 1690 von Chr. Richter. — *Bürgerhäuser* renss. und
bar.

_WEISSENOHE._ OFranken BA Forchheim.

Ehem. *Benedikt. Klst.-K.* gegr. im 11. Jh., neu erbaut und ausgestattet
17.-18. Jh., ohne künstlerische Bedeutung.

_WEISSENSEE._ RB Erfurt Kreisstadt.

*Nikolai-K.* (jetzt Remise). Einfacher 1sch. rom. Bau mit got.
Veränderungen.

*Petri-Paul-K.* Der gestreckte got. Chor, 3 Joch und 5/8 Schluß nach 1331,
das 1sch. flachgedeckte Gemeindehaus jünger. 2 _Schnitzaltäre_ um 1500.

*Landgrafenburg.* Die rom. Anlage vollständig erhalten, ähnlich dem
Landgrafenhause der Wartburg und wahrscheinlich von demselben Meister
erbaut. Fenster vermauert. Im Erdgeschoß des Turms rom. Sll. Erhalten auch
das rom. Außentor.

_WEISTROPP._ K. Sachsen AH Meißen.

*Dorf-K.* 1499. Stark verändert. Im großen WTurm Vorhangsbögen. — Schloß
ohne Interesse. Porträts von _Graff_ und _Tischbein_.

_WEITERSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Marburg.

*Dorf-K.* Roher 1sch. Gwbbau im rom.got. Übergangs-Stil, 1700 rest.

_WELKERS._ RB Cassel Kr. Fulda.

*Dorf-K.* neu. Flandrisches Altarwerk mit geschnitzter Kreuzigung in 23
Figuren, E. 15. Jh.

_WENDELSTEIN._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Burg.* Seit M. 14. Jh. Besitz der Witzleben, im 16. Jh. als
fürstengleicher Edelsitz eingerichtet, im 30jähr. Kriege zerstört; jetzt
größeren Teils Ruine, einige Gebäude notdürftig unter Dach. Das 1596 für
Wolf Dietrich v. Witzleben von _Friedrich Fuss_ errichtete »Neue Schloß«
zeigt im Hauptportal Hochrenss. in vornehm behandelter jon. Ordnung; an
der Tür des Treppenturms Elemente des Florisstils.

_WENIGENJENA,_ Vorstadt von Jena. Sachsen-Weimar.

*Dorf-K.* Urspr. als langgestreckte Klst.-K. geplant. Unvollendet. Chor
mit 5/8 Schluß hochgot., die Gewölbe 1902 ergänzt. Dürftiges kleines 1sch.
Lhs. aus A. 16. Jh. Außen an der SSeite reich angelegtes und sorgfältig
ausgeführtes, aber unvollendet gebliebenes Portal aus der ersten Bauzeit.
— _Sakramentsnische_, auf der Grenze von Hoch- und Spgot. — _Gedenktafeln_
aus 17. und 18. Jh. — Im Chor _Wandmalereien_ des 14. Jh., Jüngstes
Gericht, Passion und Heiligenlegende.

_WENKBACH._ RB Cassel Kr. Marburg.

*Dorf-K.* Rom. 12. Jh. Der breite OTurm bildet mit seinem Erdgeschoß den
Chor. Abgewalmtes Satteldach mit 4 Erkern. Am flachged. Sch. nur die
SMauer rom.

_WERDAU._ K. Sachsen AH Zwickau.

*Stadt-K.* 1760 vom Dresdener Baudirektor _S. Locke_. Hallenbau mit
Emporen. Stuckierung von _A. Vogel_. Reicher _Kelch_ M. 15. Jh.

_WERKEL._ RB Cassel Kr. Fritzlar.

*Kirchturm*, spgot. von 1508 mit hohem, schlankem Holzhelm, woran 4
Ecktürmchen.

_WERLESHAUSEN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Ansehnlicher *Edelsitz* der Herren v. Harstein 1565, steinerner Unterbau,
2 hohe Fachwerkgeschosse, Treppenturm und Erker.

_WERNBURG._ Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück.

*Dorf-K.* Chor rom., Sch. jünger. Ausstattung von einigem Interesse.

*Kap. S. Veit.* Kleiner malerischer spgot. Bau. Am Chorgiebel reiche
Maßwerkblenden.

*Schloß* 1580. Stattlicher Renss.Bau. Im Erdgeschoß große gewölbte Halle.

_WERNECK._ UFranken BA Schweinfurt.

*Sommerschloß* des Fürstbischofs Karl Friedrich von Schönborn, 1731 bis
1747 von _B. Neumann_. Mit den sich anschließenden Stallungen und
Ökonomiegebäuden eine große, komplizierte Anlage; im Hauptbau 2 Säle und
100 Zimmer. Die glänzende innere Einrichtung 1806-14 durch Großherzog
Ferdinand völlig verändert, jedoch in der Kapelle noch die Stuckdekoration
aus der Erbauungszeit. Weitere Zerstörungen bei der Einrichtung als
Irrenanstalt. Prachtvolle Gittertore von _Oegg_ in der Art jener des
Würzburger Schlosses. Der ausgedehnte Park anglisiert.

_WERNSTEIN._ OFranken BA Kulmbach.

*Schloß.* Über Buckelquaderfundamenten des 13. Jh. kleiner Renss.-Bau
1567. Befestigung mit reicher Tordekoration 1576, anscheinend von _Caspar
Vischer_. Im Vorwerk großer Festsaal 1580-93, Porträtmedaillons und
Ornament im Charakter der Plassenburg.

_WESTENFELD._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

*Dorf-K.* 1579, verändert 1731.

_WESTHAUSEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

*Dorf-K.* rom. Anlage mit OTurm, in spgot. Zeit gründlich umgebaut.

_WETTER._ RB Cassel Kr. Marburg.

*K.* des 1015 gegr. *adligen Jungfrauenstifts*. Baudaten fehlen.
Möglicherweise etwas vor der Elisabethkirche in Marburg begonnen, ist sie
doch wesentlich unter deren Einfluß ausgeführt, mit Neigung zu etwas
altertümlicherer Prägung der Einzelformen. Gr. und System gleichen, bei
bedeutend kleineren Abmessungen, ganz dem Marburger, mit dem Unterschied,
daß die Kreuzarme nicht polygonal, sondern in gewöhnlicher Weise gerade
schließen. Das Qsch. enthält also außer der quadr. Vierung je 2 rck.
Gewölbefelder. Das Lhs. 5 Joche. Ganze innere L. 40 m. Von Marburg
abweichende Züge sind sonst noch: die Schaftringe an den Diensten der
OTeile; die schlichten runden Sockel; die fast zur Hälfte nach innen
gezogenen Strebepfll.; die primitive Bildung des Maßwerks durch Ausschnitt
aus Steinplatten; die Walmdächer auf den Kreuzflügeln (die jetzigen
Dachgiebel eine willkürliche Zutat von _G. G. Ungewitter_). Das Hauptdach
aus 15. Jh.; vorher über dem Msch. ein gesondertes Satteldach und
quergestellte Dächer über jedem Joch der Sschiffe. Ursp. geplant
wahrscheinlich 2 W-Türme. Jetzt ein einzelner großer von 1506. Die spgot.
Bemalung des Innern von _C. Schäfer_ beseitigt und nach vorgefundenen
frgot. Resten erneuert; ob für das Ganze zutreffend, ist natürlich
zweifelhaft. Auch am Äußeren des Chors Spuren eines gemalten Frieses. —
_Stifterdenkmal_ der Almudis und Dinkmudis. Schöner Celebrantenstuhl 1466.
_Taufstein_ frgot., 6 auf Löwen ruhende Säulen stützen das halbkugelige
Becken. — _Altar_ mit Retabelgemälde, 7 Passionsszenen, 13. (??) Jh. —
_Wandmalereien_ im Chor spgot.

Von dem alten *Stiftsgebäude* geringe Reste.

Von der *Stadtbefestigung* Teile mit Wehrgang erhalten.

_WETTESINGEN._ RB Cassel Kr. Wolfhagen.

*Dorf-K.* sprom. mit 2 rippenlosen Kreuzgwbb. WTurm wehrhaft, ohne Tür.
Bemalte Steinkanzel und Taufstein aus 13. Jh.

_WETTIN._ Pr. Sachsen Saalkreis.

*Stadt-K.* spgot. unbedeutend.

*Burg*, malerisches Landschaftsbild, architektonisch ohne Interesse.

_WETTRINGEN._ UFranken BA Hofheim.

*Pfarr-K.* Wesentlich 1775. Sehr ansehnlicher _Hochaltar_, die Figg. in
der Richtung _P. Wagners_, ebenso die vortrefflichen _Kruzifixe_ auf den
Seitenaltären. _Pietas_ A. 16. Jh. — Mehrere _Bildstöcke_.

_WETZHAUSEN._ UFranken BA Hofheim.

*Ev. Pfarr-K.* Einheitlich 1707, ebenso die Ausstattung. — Bmkw. durch
Vollständigkeit und z. T. auch durch Qualität die lange mit 1460
beginnende Reihe von _Grabmälern_ der Truchsessen v. Wetzhausen, 31 an der
Zahl. — Bmkw. _Kelch_ 14. Jh.

*Schloß.* Großer 4flügeliger, 4geschoßiger Bau des 16. Jh., Einzelheiten
got. und renss.

_WEYER._ UFranken BA Schweinfurt.

*Dorf-K.* Got. OTurm mit Chor 1. Hälfte des 15. Jh. Der übrige Bau nebst
Stuckaturen um 1730.

*Pfarrhaus.* Unter Abt Baumann von Ebrach (1703-14) erbaut. Gute
Stuckdecken um 1730.

Malerischer *Gemeindebrunnen* auf zehn steinernen Säulen. Erneuert 1840.

*Bildstock* der Kreuzigung mit Stifter von 1623.

_WICKERSHAIN._ K. Sachsen AH Borna.

*Marien-K.* (früher Wallfahrts-K.). Durch wiederholte Um- und Anbauten hat
die ursp. rom. Anlage (von welcher der turmtragende quadr. Vorchor und die
WWand) eine sehr unregelmäßige Gestalt erhalten; der Chor von 1424 von
eigentümlicher Verschiebung des polyg. Gr.

_WIEDERAU._ K. Sachsen AH Rochlitz.

*Dorf-K.* Von der rom. Anlage erhalten der Chor und das schöne Südportal.

_WIEDERAU._ K. Sachsen AH Borna.

*Schloß* (Gf. Hennicke) 1705, schmuckloser Putzbau von vornehmen
Verhältnissen. Bmkw. die unveränderte Ausstattung des durch 2 Geschosse
gehenden Saales. — Porträts von _Graff_, Venusstatue bez. _Balth.
Permoser_ 1724, von demselben die Jahreszeiten.

_WIEDERKUNFT, FRÖHLICHE._ Sachs.-Altenb. LA Roda.

*Jagdschloß* Joh. Friedrichs des Großmütigen beg. 1547. Inmitten eines von
Waldbächen gebildeten Teiches. Nach vielen Beschädigungen im 19. Jh. sehr
willkürlich rest. Urspr. ein großer, von Gräben, niedrigen Mauern und
Ecktürmen mit Zwiebeldächern umgebener Hof; im Innern freistehend der
Wohnbau aus Fachwerk; mit vielen Erkern und Türmen. — Die jetzige
Ausstattung mit renss. Möbeln verschiedenen, meist fremden Ursprungs. 4
_Gemälde_ aus der Schule _Cranachs_ schildern das Leben Joh. Friedrichs.
_Relief-Brustbild_ desselben aus Papierteig und bemalt, eine damals in
Thüringen beliebte Technik.

_WIEDERSBACH._ Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.

*Dorf-K.* 1601, wie Hinternah.

_WIESENBRONN._ UFranken BA Kitzingen.

*Pfarr-K.* Turm (W) um 1300, Lhs. 1603. — Altar A. 17. Jh. mit bmkw.
_Gemälde_ von _Hans Heunisch_. — _Grabmal_ des brandenbg. Geh. Rats Joh.
Buttner † 1605 und seiner Frau, 2 Tafeln in schönem _Bronzeguß_ von _Joh.
Weinmann_.

_WIESENFELD._ RB Cassel Kr. Frankenberg.

*K.* einer um 1200 gestifteten *Johanniter-Kommende*. Frgot. 1260. Rck.
mit Schluß aus 6Eck, im Sch. 4 oblonge Kreuzgwbb. An der NSeite großer
5geschossiger Turm ohne Tür, nur mit Leiter ersteigbar, also zu
Verteidigungszwecken errichtet (rest. 1903).

*Johanniterhaus*. 1587, unbedeutend und verwahrlost.

_WIESENFELD._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Dorf-K.* 1768. Gutes Beispiel des ansehnlichen Eichsfelder Bar.-Typus
(vgl. Geisleden, Rengelrode, Reinholtsroda, Volkerode, Wüstheuterode).

_WIESENTHAU._ OFranken BA Forchheim.

*Dorf-K.* spgot., stark rest. — _Altäre_ 17.-18. Jh. _Kanzel_ bar. mit
spgot. Figg. Reich geschnitzter _Beichtstuhl_ 18. Jh. _Epitaphe_ der
Familie v. Wiesenthau 1581, 1590, 1605.

*Schloß*, stattlicher Renss.-Bau mit Rundtürmen, Schneckenstiegen,
Rittersaal. Im Bauernkriege zerstört, neu gebaut 1566.

_WIESENTHEID._ UFranken BA Gerolzhofen.

*Pfarr-K.* 1727-32 von _Balth. Neumann_; Bauführer der oft von Neumann
verwendete und später im Kurfürstentum Trier selbständig auftretende
_J. G. Seiz_. In ihr gibt der große Künstler seine Idee einer Landkirche,
freilich mit ungewöhnlich reichlichen Mitteln, die ihm der vornehme
Bauherr (Schönborn) zur Verfügung stellte, ausgeführt. Die Raumdisposition
ganz einfach: hoher klarer Saalbau mit flacher Spiegeldecke, eingezogener
Chor. Außen Verputzbau mit Sandsteingliederung. Mansarddach. Im Detail
neben spezifischen Rokokoformen (Fenster) Elemente des dorischen Stils
(Pilaster und Fries). Der Turm wächst hinter dem Fassadengiebel aus dem
Dach; ein interessanter, indes kaum geglückt zu nennender Versuch. Die
Innendekoration nachneumannisch; gemalte Scheinarchitektur an Wand und
Decke, gut verbunden mit den prächtigen Stuckmarmoraltären. Auf dem
Hochaltar bmkw. gut die _Statue_ des h. Mauritius.

*Kreuzigungsgruppe* vor der K. 1766; groß, virtuos, enorm theatralisch.

*Schloß* der Grafen v. Schönborn;