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Title: Der Totentanz
Author: Holbein, Hans, 1497-1543
Language: German
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Copyright Status: Not copyrighted in the United States. If you live elsewhere check the laws of your country before downloading this ebook. See comments about copyright issues at end of book.

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Libraries.)



                             DER TOTENTANZ

               Vierzig Holzschnitte von Hans Holbein dem
             Jüngeren. Faksimile-Nachbildungen der ersten
                   Ausgabe mit einer Einleitung von
                               Hans Ganz



                        Holbein-Verlag, München



               Druck von Oscar Brandstetter in Leipzig.



Verzeichnis der Tafeln.


 1. Die Schöpfung der Welt.
 2. Der Sündenfall.
 3. Die Vertreibung aus dem Paradies.
 4. Adam bebaut die Erde.
 5. Der Papst.
 6. Der Kardinal.
 7. Der Bischoff.
 8. Der Domherr.
 9. Der Abt.
10. Der Pfarrer.
11. Der Prediger.
12. Der Mönch.
13. Der Arzt.
14. Der Kaiser.
15. Der König.
16. Der Herzog.
17. Der Richter.
18. Der Fürsprech.
19. Der Graf.
20. Der Ritter.
21. Der Edelmann.
22. Der Ratsherr.
23. Der reiche Mann.
24. Der Kaufmann.
25. Der Krämer.
26. Der Schiffer.
27. Der Ackersmann.
28. Der alte Mann.
29. Die Kaiserin.
30. Die Königin.
31. Die Herzogin.
32. Die Gräfin.
33. Die Edelfrau.
34. Die Äbtissin.
35. Die Nonne.
36. Das alte Weib.
37. Das junge Kind.
38. Das Beinhaus.
39. Das jüngste Gericht.
40. Das Wappen des Todes.



Begleitwort


Wo die Menschen bedrückt oder gequält werden, da antworten sie mit
Hilferufen oder mit Taten. Die Totentänze, welche im Mittelalter an
Friedhofsmauern und Kreuzgängen im Deutschen Reiche gemalt standen,
waren die Hilferufe eines geknechteten Volkes, dessen weltliche Klassen
unter dem harten Drucke Roms an Geld und Geist erpreßt wurden. Oft schon
hatte der Papst den Bann gegen den Kaiser geschleudert, worauf die
Gotteshäuser verstummten, der Segen der Sakramente aufhörte und jede
Seelsorge dahinfiel. Aber auch Krieg, Erdbeben, Hungersnot und Seuche
durchkreuzten das Land. Die Kirche selbst, welche die so erschütterten
Menschen hätte aufrichten und festigen sollen, war innerlich zerfallen
durch die allgemeine Sittenverderbnis der Geistlichkeit. In solch
dumpfer Lebensluft, welche dem erfrischenden Gewitter der Reformation
voranging, konnte kein seelischer Halt gedeihen und die Gedanken
schienen sich im Anblick der Vergänglichkeit alles Irdischen zu sonnen
und zu beruhigen, wenn dies die Furcht vor dem letzten Gerichte zuließ.
Denn der Tod bedeutete für die Guten ein Ender und Erlöser elender
Zustände, für die moralisch versinkenden aber eine fürchterliche
Ungewißheit, die man durch Wohlleben zu betäuben suchte.

Verschiedene Niederschriften bürgen dafür, daß dem gemalten Todesreigen
zeitlich die Schauspiele vorausgegangen sind. In Deutschland und
Frankreich entstehend, drang die Dichtung nach Spanien, England und
Italien ein und wurde unter der Regie der Prediger aufgeführt, welche
die lebendigste Darstellungskunst dazu benutzten, das »Memento mori«
jedermann eindringlich vor Augen zu halten und so die schwächeren
Naturen zu beherrschen. Allmählich aber verschwinden diese Spiele, und
im XV. Jahrhundert üben an ihrer Statt die Totentanzbilder ihre
Wirkungen aus. Berühmt waren die Todesreigen von Paris (Danse macabre),
von La Chaise-Dieu, von Lübeck, von Berlin und weithin bekannt auch
diejenigen von Basel, welche die Mauern des Klosters Klingental und des
Predigerstiftes schmückten. Nikolaus Manuel aber hatte als Erster in
Bern einen Todesreigen geschaffen, in welchem stadtbekannte Bürger ihr
eigenes Antlitz erkannten.

Nicht genug tun konnten sich die Künstler in ihren
Vergänglichkeitsgefühlen, und ihre Phantasie, meist mit herber Ironie
durchsetzt, entzündete sich unaufhörlich am Dunkel der Zukunft nach dem
Tode. Ein Schrei nach Erschaffung neuen Lebens, ein zitterndes Bangen
nach dem undenkbaren Jenseits strömte in der Volksseele, und den
Künstlern, welche zu allen Zeiten die berufenen Träger des Gefühls sind,
war es vorbehalten, dieser psychischen Massenexpansion durch ihre Werke
Raum und Luft zu schenken.

Allgemein trägt die Erscheinung des Todes die Kraft in sich, die
menschlichen Triebe aufs Tiefste zu erwecken, weshalb wir die Kultur
eines Volkes darnach messen dürfen, wie es sich in Religion,
Wissenschaft und Kunst zum Problem der Vergänglichkeit gestellt hat.
Ebenso ist für einen Künstler die Auffassung des Todes gleichsam der
Spiegel seines eigenen Wertes, seiner schöpferischen Kraft, welche sich
aus dem Kampf des täglichen Lebens, aus dem Streben und Werden der
Umgebung, zu den ewigen Gedanken Bahn bricht, bis er von diesen getragen
die gerechte Gelegenheit zu höheren Meisterwerken errungen hat.

In dieser Kraft entstanden die Schöpfungen Hans Holbeins. Dreimal hat er
den Totentanz gezeichnet; einmal als Entwurf zu einer Dolchscheide, dann
als xylographisches Alphabet, und zuletzt schuf er die vorliegende Folge
von Holzschnitten, welche man oft als den großen Totentanz bezeichnet.
Wohl hatten auch Meister wie Albrecht Dürer, Hans Baldung, Burckmair und
Scheuffelin die Nähe des Todes dargestellt, doch meist so, daß dieser
seine Opfer unter den Sündern und Verworfenen suchte, während Holbein in
umfassender Weise den Reigen an die Stätten führte, wo der Bürger seinem
Berufe oder alltäglichen Neigungen nachging. Wie bei Manuel finden sich
auch hier bekannte Gesichter vor, so trägt der Kaiser die Züge
Maximilians, der König das Antlitz Franz I. von Frankreich, und zu
Seiten des Todeswappens stehen der Künstler und sein Weib.

Die erste datierte Ausgabe der Todesbildung kam bei den Brüdern Trechsel
im Jahre 1538 zu Lyon heraus und trug den Titel »Simulachres de la mort«
oder »Imagines mortis«. Die Entstehungszeit dieser Folge aber fällt in
die Jahre 1524-25, wo Holbein in Basel weilte. Probedrucke der
Originalstöcke befinden sich im dortigen Museum. Hans Lützelburger,
welcher schon 1526 starb, hatte das Schneiden in Holz besorgt.

Dem nüchternen Sinn, mit welcher er die Natur zu betrachten gewohnt
war, und seiner reichen Gestaltungskraft hatte Hans Holbein zu danken,
daß er sich aus der zeitlichen Tendenz und ihren wechselnden Affekten
zur Schöpfung eines freien Kunstwerkes durchringen konnte, das in
vollendeter Zucht die Tragödie der menschlichen Vergänglichkeit
schildert und daher ein Beweis dafür bleiben wird, daß der gesunde Geist
den Tod lebendig überwindet.

                                                      Hans Ganz.



[Illustration: Die schöpffung aller ding.]

[Illustration: Adam Eua im Paradyß.]

[Illustration: Vßtribung Ade Eue.]

[Illustration: Adam bawgt die erden.]

[Illustration: Der Bapst.]

[Illustration: Der Cardinal.]

[Illustration: Der Bischoff.]

[Illustration: Der Thůmherr.]

[Illustration: Der Apt.]

[Illustration: Der Pfarrherr.]

[Illustration: Der Predicant.]

[Illustration: Der Münch.]

[Illustration: Der Artzet.]

[Illustration: Der Keyser.]

[Illustration: Der Künig.]

[Illustration: Der Hertzog.]

[Illustration: Der Richter.]

[Illustration: Der Furspräch.]

[Illustration: Der Groff.]

[Illustration: Der Ritter.]

[Illustration: Der Edelman.]

[Illustration: Der Ratßherr.]

[Illustration: Der Rych man.]

[Illustration: Der Kauffman.]

[Illustration: Der Krämer.]

[Illustration: Der Schiffman.]

[Illustration: Der Ackerman.]

[Illustration: Der Alt man.]

[Illustration: Die Keyserinn.]

[Illustration: Die Küniginn.]

[Illustration: Die Hertzoginn.]

[Illustration: Die Greffinn.]

[Illustration: Die Edelfraw.]

[Illustration: Die Aptißinn.]

[Illustration: Die Nunne.]

[Illustration: Daß Alt weyb.]

[Illustration: Daß Iung kint.]

[Illustration: Gebeyn aller menschen.]

[Illustration: Daß Iüngst gericht.]

[Illustration: Die wapen deß Thotß.]





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