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Title: Beyträge zur Kenntniss der altdeutschen Sprache und Litteratur - Erster Band. Theil 1.
Author: Benecke, George Friedrich
Language: German
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Copyright Status: Not copyrighted in the United States. If you live elsewhere check the laws of your country before downloading this ebook. See comments about copyright issues at end of book.

*** Start of this Doctrine Publishing Corporation Digital Book "Beyträge zur Kenntniss der altdeutschen Sprache und Litteratur - Erster Band. Theil 1." ***

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                     Anmerkungen zur Transkription
                     #############################
Der vorliegende Text wurde anhand der 1810 erschienenen Ausgabe
möglichst originalgetreu wiedergegeben. Die mittelalterlichen Texte
wurden hierbei originalgetreu ohne jegliche Änderung bestmöglich
wiedergegeben, auch wenn dadurch inkonsistente Schreibweisen
nebeneinander bestehen.

Dieser Text enthält zusammengesetzte diakritische Zeichen, wie z.B. "e
über o" oder "o über u". Können diese nicht korrekt angezeigt werden,
sollte eine Schriftart installiert werden, die den Unicode-Block
"Combined Diacritical Marks" unterstützt.

Die beiden letzten Seitenzahlen des Inhaltsverzeichnisses wurden
nachträglich hinzugefügt. Auf S. 280 finden sich zwei gleiche
Verszeilen ('Dike schalkhaft zeren blint') direkt hintereinander. Dies
wurde konsequenterweise beibehalten. Lediglich zwei offensichtliche
Fehler in den Anmerkungen des Verfassers wurden sinngemäß korrigiert:

    # S. 27: 'usgeschnitten' → 'ausgeschnitten'
    # S. 289: 'Srophen' → 'Strophen'

Von der Normalschrift abweichende Schriftschnitte werden durch die
folgenden Sonderzeichen hervorgehoben:

    kursiv:      _Unterstriche_
    gesperrt:    ~Tilden~
    Kapitälchen: /Schrägstriche/



                               BEYTRÄGE

                             ZUR KENNTNISS

                                  DER

                             ALTDEUTSCHEN
                       SPRACHE /und/ LITTERATUR.

                                  VON

                      GEORGE FRIEDERICH BENECKE.

                            _ERSTE HÄLFTE_.

                              GÖTTINGEN,

                  IN DER DIETERICHSCHEN BUCHHANDLUNG.

                                 1810.



                               BEYTRÄGE

                             ZUR KENNTNISS

                                  DER

                             ALTDEUTSCHEN
                       SPRACHE /und/ LITTERATUR.

                                  VON

                      GEORGE FRIEDERICH BENECKE,

           PROFESSOR, UND CUSTOS DER UNIVERSITÄTS-BIBLIOTHEK
                             ZU GÖTTINGEN.

                        _ERSTER BAND. THEIL I._

                               GÖTTINGEN
                        BEY HEINRICH DIETERICH
                                 1810.



                             MINNELIEDER.

                               ERGÄNZUNG

                                  DER

                      SAMMLUNG VON MINNESINGERN.


                             HERAUSGEGEBEN

                                  VON

                      GEORGE FRIEDERICH BENECKE,

           PROFESSOR, UND CUSTOS DER UNIVERSITÄTS-BIBLIOTHEK
                             ZU GÖTTINGEN.


                               GÖTTINGEN
                        BEY HEINRICH DIETERICH
                                 1810.



VORBERICHT.


In den Anmerkungen, die /Goldast/ den drey Altdeutschen Gedichten
beyfügte, welche er 1604 in seinen _Paraenetici veteres_ heraus gab,
stiessen mir aus Dichtern, deren Lieder anderthalb hundert Jahre später
in der Sammlung von Minnesingern erschienen, mehrere Stellen auf, die
ich in dieser Sammlung vergebens suchte. Es däuchte mir der Mühe werth,
nachzuforschen, woher /Goldast/ diese Stellen genommen habe; und da ich
überhaupt eine critische Berichtigung des Textes der Minnesinger für
das erste und dringendste Erforderniss bey dem Studium derselben halte,
so glaubte ich, auch die kleine Hülfe nicht verschmähen zu dürfen, die
eine Vergleichung der in Bremen befindlichen Goldastischen Handschrift
vielleicht darbieten könnte. Ich erbat mir daher diese Handschrift zur
Einsicht, und Hr. Dr. und Prof. /Oelrichs/, der würdige Vorsteher der
Bremischen Bibliothek, hatte die Güte, meine Bitte auf die gefälligste
Weise zu gewähren, und mir jeden beliebigen Gebrauch meiner Ausbeute
zu erlauben. Man würde vielleicht früher schon auf diese Handschrift
aufmerksam geworden seyn, wenn nicht /Bodmer/, in dem Vorberichte zu
den Proben der alten Schwäbischen Poesie, versichert hätte, dass sie
unvollständig sey, und dass die Lieder, die sie enthalte, ganz genau
mit der Pariser Handschrift übereinkommen.

Die Handschrift ist in Folio, auf Papier geschrieben, und der
Rücken des Bandes hat die Überschrift: _Hofflieder der teutschen
Meistersänger_. Auf dem letzten Blatte findet sich (vollkommen richtig)
von H. /Heisen/ bemerkt, der Band sey 367 Blätter oder gedoppelt
so viele Blattseiten stark. Sie ist ohne Zweifel eine Abschrift
der Manessischen Handschrift, und enthält ungefähr zwey Fünftel
derselben, oder erstlich alles das, was in dem Zürcher Abdrucke von S.
1 des ersten Theiles bis S. 172 befindlich ist, nur dass auf /Kúnig
Chůnrat/, /Kúnig Tyro von Schotten und Fridebrant sin sun/ folgt,
oder das Gedicht, das in dem zweyten Theile der Samml. von Minnes.
von S. 248 bis S. 251 abgedruckt ist. Mit dem Worte _kumberliche_ in
der letzten Zeile der fünften Strophe der Lieder des /Her Bernge von
Horhein/ bricht die Handschrift ab. Ausser dem aber sind zweytens
noch von den in dem zweyten Theile der Zürcher Ausgabe befindlichen
Gedichten abgeschrieben /Der Tanhuser/, /Von Bůchein/ und die ersten
Lieder des /Her Nithart/ (Samml. von Minnes. Th. 2. S. 58 bis S. 72).
Die letzte Zeile, womit die Handschrift endigt, ist: ‚Nu seht ob ich
ze frouwen wol an ir behalten si.' -- Das beygefügte Verzeichniss der
Dichter ist mit dem in dem zweyten Theile des Zürcher Abdruckes S. 261
und 262 befindlichen vollkommen gleichlautend.

Man kann, wenn ich nicht irre, in dieser Bremischen Handschrift
fünferley Hände unterscheiden. Die erste geht bis zu den Liedern des
Grafen /Chůnrat von Kilchberg/; die zweyte von da bis auf /Her Walter
von Klingen/; die dritte bis zu der Zeile ‚Swer ane vorhte herre Got'
(Samml. von Minnes. Th. 1. S. 128. Col. 2.); die vierte bis zu dem
schon angeführten Worte ‚kumberliche' in den Liedern des /Her Bernge
von Horhein/ (Samml. von Minnes. Th. 1. S. 172 f.). Von der fünften
Hand endlich ist abgeschrieben was im zweyten Theile der Samml. von
Minnes. von S. 58 bis S. 72 steht. Die drey ersten Hände zeugen von
Schreibern, die der alten Sprache kundig waren; die vierte Hand ist
weit schlechter, und man sieht deutlich, dass der Abschreiber nicht
verstand was er schrieb. Unter andern steht gewöhnlich _nn_ statt _m_
und _m_ statt _n_, woraus zu schliessen ist, dass diese Buchstaben sich
in der Original-Handschrift sehr ähnlich sehen müssen, um so mehr, da
auch schon früher sich öfter _n_ findet, wo der Zürcher Abdruck _m_
hat, und umgekehrt. Diese vier ersten Hände bedienten sich durchaus der
Lateinischen Buchstaben; von der fünften Hand sind die so genannten
Deutschen Buchstaben gebraucht, und der Abschreiber war, wie es
scheint, der alten Sprache etwas kundiger.

Die einzelnen Lieder jedes Dichters sind mit Römischen Zahlen
bezeichnet, die Strophen mit Arabischen. Die Reimzeilen sind abgesetzt,
wiewohl nicht immer ganz richtig. Interpunction ist nur an äusserst
wenigen Stellen beygefügt.

Die Bremische Handschrift enthält, so weit sie geht, _alles_ was in
der Samml. von Minnes. abgedruckt ist (denn eine kleine unten S. 276
bemerkte Ausnahme kann eigentlich gar nicht als Ausnahme gelten); und
sie enthält ein gutes Theil _mehr_. Meine Überzeugung, dass der Zürcher
Abdruck lückenhaft sey, wurde durch diese Handschrift vollkommen
bestätigt. Wie es aber möglich war, dass die Herausgeber vollständige
Lieder in unverständliche Bruchstücke verwandelten, und wie es kam,
dass sie manches schöne Lied ganz übergingen, das begreife ich nicht,
und schwerlich ist jemand jetzt noch im Stande, eine befriedigende
Auskunft darüber zu geben. Auf alle Fälle wünschte ich, bey der grossen
Achtung, die ich für /Bodmer/ hege, dass er in seiner Vorrede zu dem
zweyten Theil der Samml. von Minnes. die Stelle (S. V), in der er
einiger wenigen ausgelassenen Strophen erwähnt, durchgestrichen oder
weniger hochfärtig ausgedrückt hätte.

Die folgenden Bogen enthalten die Ausbeute, welche die Vergleichung
der Bremischen Handschrift lieferte. Abschrift und Abdruck sind mit
pflichtmässiger Genauigkeit besorgt worden; da wo es mir nöthig schien,
nach Vermuthung gemachte Verbesserungen in den Text aufzunehmen, habe
ich, wenige unbedeutende Veränderungen ausgenommen, die Lesart der
Handschrift unter dem Texte angegeben. Die beygefügte Interpunction
wird, wie ich hoffe, den meisten Lesern willkommen seyn. Interpunction
ist, meines Erachtens, die einzige Zuthat, die den Kenner nicht
stört, und dem Anfänger das Verständniss der Überreste des Alterthums
gar sehr erleichtert. Dass sie an manchen Stellen, bey der freyen
Wortstellung unserer alten Sprache, Schwierigkeiten hat; dass die
eingeführte Bezeichnung derselben mangelhaft ist: das kann für den
Herausgeber einer alten Schrift eine Ermahnung seyn, mit gehöriger
Bedachtsamkeit und mit geübtem Gefühle zu Werke zu gehen, keinesweges
aber ein Grund sie wegzulassen. Auch selbst wenn er irrt, kann er
wenigstens das Verdienst sich erwerben, den richtiger sehenden zu
Verbesserungen zu veranlassen. Wären die frühern Herausgeber alter
Deutscher Gedichte so gefällig gewesen, den von ihnen besorgten
Abdrücken die bequeme, den Gebrauch erleichternde Gestalt zu geben, in
der man jedes neuere gedruckte Buch zu sehen gewohnt ist: so hätten
diese Gedichte schon lange eine ungleich grössere Anzahl von Lesern,
auch wohl von critischen und erläuternden Bearbeitern gefunden; ihre
Trefflichkeit wäre weit allgemeiner anerkannt worden, hätte weit
früher auf empfängliche Gemüther gewirkt, und Früchte mannigfaltiger
Art hervor gebracht. Alte Handschriften zu lesen, ist nicht jedermanns
Sache, und niemand, der eine Sprache lernen will, pflegt damit den
Anfang zu machen; und doch sind wir gerade bey den vorzüglichsten
Werken unserer alten Litteratur auf Abdrücke beschränkt, die beynahe
eben so unbehülflich sind als eine Handschrift, und oben drein noch
weit unzuverlässiger und fehlerhafter. Bey so bewandten Umständen darf
ich mir daher wohl mit der Hoffnung schmeicheln, durch die Herausgabe
dieser Minnelieder wenigstens die erste Bekanntschaft mit den alten
Denkmahlen des Deutschen Gesanges erleichtert zu haben.

Zwar ist noch immer eine andere Erleichterung zu wünschen, die früher
nicht gegeben werden konnte, die aber jetzt wohl bald mit Recht
gefordert werden kann; ich meine die Festsetzung einer gleichförmigen
_alterthümlichen_ Orthographie. Allein diess ist ein Punct, über den
erst die Stimmen gründlicher Kenner, der alten Sprache vollständig und
ausführlich zu vernehmen seyn werden.

Recht sehr wird es mich freuen, wenn diese meine Arbeit dazu beyträgt,
die Überzeugung zu befördern, dass es durchaus nothwendig ist, eine
neue sorgfältige Vergleichung der Pariser Handschrift anzustellen,
und die sich daraus ergebenden Berichtigungen des Textes bekannt zu
machen. Ich bin weit entfernt, das Verdienst zu verkennen, das sich
seit einigen Jahren mehrere Freunde der alten Deutschen Poesie auf
mancherley Weise um das Studium derselben erworben haben. Vor allen
Dingen aber sollten wir doch eilen, den vorzüglichsten Gedichten, die
bereits gedruckt sind, die grösste mögliche Richtigkeit des Textes
zu geben, ehe vielleicht ein unglücklicher Zufall die Handschriften
vernichtet, aus denen diese Berichtigungen zu nehmen sind. Wie sehr
besonders die /Müller/sche Sammlung einer solchen Nachhülfe bedarf,
weiss jeder Kenner, zu seinem Leidwesen, nur zu gut. So ausgemacht es
auch ist, dass die allgemeinen Grundsätze der Critik, wie sie bey den
classischen Sprachen in der höchsten Periode ihrer Bildung angewandt
werden, bey ihrer Anwendung auf die alte Deutsche Sprache, und die
darin geschriebenen und von Abschreibern und Umarbeitern oft so
willkührlich behandelten Werke, gar manche besondere und eigenthümliche
Bestimmung erfordern: so wahr bleibt es doch auf der andern Seite, dass
für das gründliche Studium unserer alten vaterländischen Litteratur
nichts erspriesslicher seyn kann, als wenn wir uns die genaue critische
Sorgfalt zum Muster nehmen, die man mit so vielem Scharfsinn und
unermüdet fortgesetztem Fleisse auf die Schriften der Griechen und
Römer verwandt hat. Je sorgfältiger der Acker bestellt wird, desto
erfreulicher wird die Ernte seyn.

    ~Göttingen~, December 1809.



INHALT.


    I. _Ergänzungen der Sammlung von Minnesingern aus der Bremischen
       Handschrift._

      1. Grave Otto von Bottenloube.                             Seite 1

      2. Her Goͤtfried von Nifen.                                     10

      3. Brůder Eberhart von Sax.                                    78

      4. Her Rudolf von Rotenburg.                                    79

      5. Her Heinrich von Sax.                                       115

      6. Der von Gliers.                                             121

      7. Her Ůlrich von Gutenburg.                                  134

      8. Schenk Ůlrich von Wintersteten.                            147

      9. Her Walter von der Vogelweide.                              267


    II. _Abweichende Lesarten der Bremischen Handschrift._           268


    III. _Anhang._

        Ein Lied von Her Nithart.                                    287



                              ERGÄNZUNGEN

                                  DER

                       SAMMLUNG VON MINNESINGERN

                                AUS DER

                        BREMISCHEN HANDSCHRIFT.



GRAVE OTTO /von/ BOTTENLAUBE.


    _Von diesem Dichter enthält die Handschrift folgende mit XI.
    bezeichnete Zeilen, wovon sich in der Samml. von Minnesingern (Th.
    1. S. 16. a Zeile 2 v. u.) bloss der Anfang befindet._

      Mir hat ein wib
    Herze und lib
    Betwungen und gar verhert!
    Dú ist so gůt,
    Swas si mir tůt.
    Wil si, so wirde ich sanfte ernert;
    Tůt si mir we,
    Doch wil ich e
    Betwungen sin von ir gewalt,
    Danne ich verber
    Die werden ger
    Und ouch die sorgen manicvalt,
    Die si mir machet
    Und git.

      Min froͤide swachet
    Iemer sit.
    Sweme si nu lachet
    Zaller zit,
    Des selde wachet
    Sunder strit;
    Gelúkes rat
    Hat in den pfat
    Geleret so,
    Das er sol ho
    Daruffe sweben,
    Mit froͤiden leben.
    Solde ich das sin,
    So muͤste, an aller sorgen schin,
    Das herze min
    Erhoͤhet werden, sunder pin.

      Ich, froͤide bar,
    Ich gedenke ie dar,
    (Als ich getar):
    Wirt si gewar,
    Das ich so var,
    Ir eigen gar;
    Si erzeiget ir
    Genade an mir
    Si ist ein wib,
    Der ie min lib
    Alleiner lebt,
    Und iemer strebt
    Uf den gedinge
    Und selchen trost,
    Das mir gelinge,
    Und werde erlost
    Der sorgen, dú mich twanc noh ie,
    Sit ich verlie
    Den můt an sie.

      Min herze jach,
    Sit si min ouge alrerst ersach,
    Sin ungemach,
    Das ime sit,
    Bi siner zit
    Beschach,
    Das were dahin,
    Und were ime sin
    Komen und gewin.
    Des  wande ouch ich;
    Nu tůt si mich
    Gar sorgenrich,
    Und meret mine clage.
    Das verkeret
    Und seret
    Mine tage.

      Min gemuͤte
    Ist worden kranc;
    Ich verwuͤte
    Nach ir guͤte
    Ane allen dank;
    Iedoch darunder
    Ist ein wunder
    Nicht besunder,
    Das ich liden,
    Und miden
    Můs si, reine,
    Die ich meine
    Nicht ze cleine.
    Amme herzen
    Hab ich smerzen
    Und kumber
    (Ich vil tumber!)
    Manigen sumber.
    Warzů wart ich ie geborn,
    Sol ich iemer sin verlorn?
    Ja hat ich si mir erkorn,
    Das die wunden,
    Ungesunden,
    Mir verbunden[1]
    Solten werden
    Von der werden;
    Nu ist min swere
    Ir gar unmere,
    Der ich lere
    Wurde, ob mir dú frouwe min
    Tete gůten willen schin.
    Solde es mit ir hulden sin,
    Das ich sprechen
    Muͤste  zir,
    Was si zechen
    Und rechen
    Wolde an mir:
    Sicherliche,
    Ob das geschiht,
    Imme riche
    Ist min geliche
    Danne niht.

      Herze, sinne,
    Minen můt
    Hat dú minne
    Mit gewinne
    Also behůt.
    Peir der Mere
    Dulde swere
    Dur Afrien,
    Sin amien,
    Von Navar.
    Plei von Lone
    Lie die krone
    Und die sinne
    Durch die minne
    Drisseg jar.
    Er was sorgenrich;
    Das was kumberlich,
    Doch ungelich
    Der swere min,
    Die mir tůt schin,
    Von der ich dulde disen pin.

      Es enstille
    Ir gůter wille
    In kurzen ziten
    Ane biten;
    Ich bin tot.
    Sol min trúwe,
    Ane alle rúwe,
    Sus ein sterben
    An ir erwerben;
    Dest ein not,
    Die ich gerne dol,
    Und liden sol;
    So rehte wol
    Stet si mir an.
    Ich selic man!
    So suͤsse not ich nie gewan.

      Iedoch swie gerne
    Ich sterben lerne
    Dur ir minneclichen lip
    (Owe, si reine, selig wib!);
    So denke ich doch,
    Das si mir noch
    Gerůche geben
    Ein senfter leben.
    Des valde ich ir die hende min,
    Das ane ir zúrnen muͤsse sin,
    Ob ich genende,
    Und ich ir sende
    Disen sanc.
    Ir lob, ir ere
    Ich gerne mere;
    In froͤmdú lant
    Tůn ichs erkant
    Mit truwen, ane valschen wanc.
    Wirt mir davon ein habedank,
    Ich singe ir das
    Ir lob noch bas
    Erhoͤhet, ob ichs e vergas.

      Mine frouwen
    Sult ir schouwen
    In so hoher werdekeit,
    Das ir sol iemer sin gereit
    Der eren krone,
    Sit vil schone
    Eht aller selden seldekeit
    Ir beide hende hat geleit
    Ir uf ir houbet.
    Das geloubet
    Alle mir:
    Ob ir si seht,
    Ir verjeht
    Tugende michels me von ir,
    Danne ich iu sage,
    Wand ichs durch klage
    Mines willen vil verbir.
    Min frouwe ist gůt;
    Iedoch si tůt,
    Das wunneklichcn froͤiden gir
    Mich vergat
    Und lat,
    Das mir kumberlichen stat;
    Wand ich pflac
    Manigen tag,
    Das min froͤide nie gelac.

      Owe der dinge!
    Ich wenne, ich ringe
    Uf einen wan,
    Den ich han,
    Dem ich iemer undertan
    Wesen můs,
    Dess mir bůs
    Niemer wirdet, untz ein gruͤs
    Mich enbindet;
    Sa verswindet
    Und erwindet
    Alles klagen.
    In minen tagen
    Was sol ich von froͤiden sagen?
    Sol ich heil an ir bejagen,
    Swie das were,
    Es were zit.
    Alle swere
    Ich gar verbere,
    Ob si den strit
    Genedecliche
    Wolde ir geben
    Endeliche;
    E ich danne entwiche,
    Ich ir gibe das leben.
    Bi dem eide
    Ich wil geloben:
    Sin enscheide
    Mich von leide,
    Ich můs ertoben.

      Das erwende,
    Selig wib,
    Und sende
    Mir das ende,
    Das min lib
    Froͤide und minne
    Und sinne
    Von dir, kúniginne,
    Gewinne!
    Darnach ich iemer ringe
    Und zellen ziten strebe.
    Uf das hoh gedinge
    Ich vil dicke schone lebe,
    Das mir an dir gelinge,
    Und enphahen muͤsse
    Suͤsser minne gebe.
    Wie suͤsse
    Ich danne singe
    Und erclinge,
    Swenne ich froͤliche ob allen froͤiden swebe!


    (_Nun folgt unter XII. der zarte Wechselgesang:_ Were Cristes lon
    niht also suͤsse. -- _Samml. von Minnes. Th. I. S. 16. b._)



HER GOͤTFRIT /von/ NIFEN.


    _Was wohl der Grund seyn mag, dass von den ~funfzig~ Liedern
    dieses Dichters in den Züricher Abdruck, ausser ~vier~ ganzen,
    nur ~einige~ aus dem Zusammenhange herausgerissene ~Strophen~
    aufgenommen wurden? Dass Wahl dieser Grund nicht war, das liegt am
    Tage. -- Jene vier von Bodmer vollständig gelieferten Lieder sind
    hier ausgelassen, die einzelnen Strophen konnten ohne Übelstand
    nicht ausgelassen werden; auch nehmen sie kaum ein Paar Seiten ein._


I.

      Owe, winter, din
    Gewalt
    Wil uns aber twingen!
    Heide und ouch die blůmen rot
    Die sint nu worden val;
    So klage ich den gruͤnen walt
    Und der vogel singen;
    Darzů hat vil grosse not
    Diu liebú nahtegal. --
    We, was klage ich tumber vogel swere!
    Ob eht ich der liebún liep in rehter liebe were,
    Son clagte ich niht die vogel, noch der liehten blůmen schin.

      Al min froͤide lit
    An ir,
    Dú wol mag vertriben
    Swas ich sorgen ie gewan;
    Der hat si gar gewalt.
    Si ist dú minnecliche, lieb mir
    Vor allen wiben.
    Des bin ich, vil sender man,
    In sorgen worden alt.
    Das mag dú vil kúsche wol erwenden;
    Wil dú gůte mir ir helferiche helfe senden,
    Son darf mich nicht belangen der vil suͤsse bernden zit.[2]

      Reinú wib dú sint
    So gar
    Von der diet gescheiden,
    Das da heissent valschú wib;
    Dest min herze vro.
    Nu ist dú gůte valsches bar;
    Davon můs mir leiden
    Der vil valschen wibe lib.
    Min herze stuͤnde ho,
    Ob mir der vil gůten eine brehte
    Mit ir guͤte hohen můt. We, was ich danne gedehte
    Mit sange, das es erben muͤste an mines kindes kint!

      Frouwe Minne, tůt[3]
    So wol!
    Lat mich des geniessen,
    Das ich der vil gůten bin
    Mit stete holt, ane allen wank!
    Ob ich des geniessen sol,
    So moͤht úch verdriessen,
    Das si mines herzen sin
    An froͤiden machet krank.
    Si kan dehsen, swingen in der mâsse,
    Und wil behuͤten, das niht bestieben lâsse
    Ir roten munt, der mich vil dike machet hochgemůt.

      Dú vil here wil
    Mich lan
    Nach ir grůsse sterben,
    Ane aller slahte schulde gar:
    Des můs ich trurig sin,
    Und in senden sorgen stan.
    In kan niht gewerben,
    Das ir wolstenden ougen clar
    Iht wellen růchen min.
    Das clage ich dir, Minne, von der suͤssen,
    Sit das si mir niht enwil min sende swere buͤssen.
    Minne, fuͤge enzit, das es werde ein gemeines spil.

    (_Die dritte Strophe diese Liedes steht in der Samml. von
    Minnesing. Th. I. S. 22._)


II.

      Summer, diner froͤidebernden wunne
    Froͤwet sich maniges senden herzen můt,
    Ob dú nahtegal iht singen kunne
    Gegen des wunneclichen meyen blůt.
    Ja si singet aber me,
    Sit zergangen ist der sne;
    Nu twinget mich min kumber aber als e.

      Wie moͤht ich den kumber min erliden,
    Ich entet es durh ein reine wib?
    Disen sumer můs ich froͤide miden,
    Es enwende ir kúscher wibes lip,
    Dú mich her betwungen hat,
    Unde mich in sorgen lat,
    Und doch an ir eine al min froͤide stat.

      Sit ich bin gebunden mit den banden,
    Das dú senden heissent minne bant;
    So mac si mich loͤsen mit ir handen,
    Sit si treit so helferiche hant.
    Frouwe ob allen frouwen min,
    Wendent minen senden pin!
    Durh úwer zuht lant mich bi froͤiden sin!

      Disú lied wil ich der lieben singen,
    Der ich lange her gesungen han.
    Si kan beide dehsen unde swingen.
    Dur ir guͤte sol si mich erlan,
    Das ich niht in sorgen si,
    Sit mir wont dú froͤide bi.
    Vil selig wib, nu tů mich sorgen vri!

      Sit an miner herzelieben frouwen
    Gar min heil und al min leben lit,
    Minne, so la dine guͤte schouwen,
    Und scheide disen suͤssen strit.
    Minne, min dich underwint,
    Wan ich bin der sinne ein kint!
    Nu bint die gůten, alde mich entbint!

    (_Die vierte Strophe dieses Liedes steht in der Samml. von
    Minnesing. Th. I. S. 23._)


III.

      Wir suln aber schone enpfahen
    Meyen, der kan froͤide bringen
    Und vil maniger hande wunne,
    Liehte blůmen, rosen rot.
    Sit das uns wil froͤide nahen,
    So suln wir mit froͤiden singen.
    We im, der uns froͤide erbunne!
    Dem si wernde froͤide tot!
    Wol im, der uns froͤide mere,
    Sit man lútzel froͤide hat!
    We ime, der uns truren mere!
    Wol ime, der uns leit verkere,
    Sit dú werlt mit truren stat!

      Lieblich bliken von den wiben,
    Dar und dan, mit spilnden ougen,
    Das kan sende swere buͤssen,
    Und freut sende siechen man.
    Es kan sendú leit vertriben,
    Swa ein man sin liep siht tougen
    Und vil minneclichen gruͤssen,
    Und es lachelich sicht an.[4]
    Lache, das mir sorge swinde,
    Lachelich, ein roter munt!
    Sit din lachen mich enbinde
    Von den sorgen, das ich vinde
    Froͤide: dast ein lieblich funt.

      Reinú wib, durh úwer guͤte
    Lant mich senden úch erbarmen,
    Das mich dú vil wolgetane
    Hat geheissen hinnanfúr.
    Ob mich das durh niht enmůte,
    Wan das man mich siht sust armen
    In den froͤiden, froͤiden ane,
    Das ist leider an mir spúr.
    ‚Hinnanfúr', das wort mir wendet
    Froͤide; ich bin an froͤiden tot.
    ‚Hinnanfúr', das wort mich sendet
    In den tot, ob es niht wendet
    Ir munt gar durblúhtig rot.

      Ich gesach von rotem munde
    Nie so lacheliches lachen,
    Als dú minnecliche lachet,
    Swenne si  liebe lachen wil.
    Bas, dan ich erdenken kunde,
    Kan si liebe liebi machen.
    Swa sis  liebe liebe machet,
    Da hebt sich der wunnen spil.
    Minne, wer, das si iht lache,
    Swenne ich  si mit ougen sehe!
    Wiltu,  das mir sorge swache,
    Suͤssú Minne, an ir das mache,
    Das si dir gewaltes jehe.

      Ich můs wol von schulden sorgen,
    Wie mir von der minneclichen,
    Nach der ich zallen ziten brinne,
    Miner swere werde bůs.
    Beidú abent und den morgen
    Sorge wil mir niht entwichen:
    Das clage ich der suͤssen Minne.
    Das die minnekliche ir grůs
    Mir verseite und ouch ir hulde,
    Das tůt minem herzen we.
    Wer es doch von miner schulde,
    Das ich kumber von ir dulde,
    Son geklaget ichs niemer me.


IIII.

      Selig si dú heide!
    Selig si dú ouwe!
    Selig si der kleinen vogellinen suͤsser sank!
    Blůmen, loub, dú heide
    Stant in maniger schouwe.
    Die der kalte winter húre mit sinem froste twank,
    Dien ist an ir froͤiden wol gelungen;
    Als moͤht ouch ich an minen froͤiden wider jungen,
    Troste mich ein roter munt, nach dem min herze ie rank.

      Mir was,  wie min swere
    Hete ein lieplich ende,
    Do mir seite ein botte, ich solde in froͤiden froͤlich sin.
    Ich was froͤidebere,
    Sorge was ellende
    In mime herzen, do ich wande, ir mundes roter schin
    Der wolde in min herze lieblich lachen.
    Alse kan dú Minne ein wunder an uns beiden machen.[5]
    Minne, tů mir swie du wellest! der gewalt ist din.

      Roter munt, nu lache,
    Das mir sorge swinde!
    Roter munt, nu lache, das mir sendes leit zerge!
    Lachen du mir mache,
    Das ich froͤide vinde!
    Roter munt, nu lache, das min herze fro beste!
    Sit din lachen mir git hohgemuͤte,
    Neyna, roter munt, so lache mir durh dine guͤte
    Lacheliche, roͤseleht! Wes bedoͤrfte ich me?

      Minnenklich gedinge
    Froͤit mich mange stunde,
    Das mich troͤste ein roter munt,
    Des ich noch nie vergas.
    Minnenklich  gedinge,
    Ob ich das da funde,
    So kunde mir uf erde niemer werden bas.
    Roter munt, hilf mir von den noͤten!
    Ane Got so kan dich nieman alse wol geroͤten;
    Got der was in froͤiden, do er dich als ebene mas.

      Wolde mir dú here
    Sende sorge ringen,
    Das neme ich fúr der vogel sang
    Und fúr der blůmen schin;
    Und si nach miner lere
    Růhte froͤide bringen
    Mir, so were min truren krank,
    Und wolte in froͤiden iemer sin.
    Hilf mir, helferichú, suͤsse Minne!
    Twinc die lieben, sam si hat betwungen mine sinne,
    Untz si bedenke minen senelichen pin.

    (_Die zweyte und vierte Strophe dieses Liedes steht in der Samml.
    von Minnesing. Th. I S. 22; nur ist die vierte durch das Auslassen
    der siebenten Zeile ganz unverständlich._)


V.

      Walt,
    Heide, anger, vogelsingen
    Sint verdorben von des kalten winters zit.
    Da man blůmen sach ufdringen,
    Da ist es blos. Nu schouwent, wie dú heide lit!
    Das klage ich; so klage ich mine swere,
    Das ich der unmere
    Bin, der ich gerne lieb in herzen were.
    Frouwe Minne, das ist alles din gewalt.[6]

      Bar
    Min herze in bernder wunne?
    Das was, swenne ich sach ir wunneklichen schin
    Und ir ougen, sam der sunne,
    Dur min ougen lúhten in das herze min.
    Darnach wart  mir leit in kurzen stunden.
    O we, minne wunden!
    Wie hast du dich min sus underwunden,
    Das ich sender, siecher bin noch froͤiden bar?

      Bant
    Dú Minne mich der suͤssen,
    Und lat die vil lieben sunder truren gan?
    Minne, wie wilt dus gebuͤssen?
    Minne, ich hans da fúr, es si niht gůt getan,
    Minne, hilf enzit! ich můs verderben
    Und an froͤiden sterben.
    Sol ich niht den roten kus erwerben,
    So ist mir froͤiden straze in rúwen pfat gebant.

      Los,
    In rehter wibes guͤte,
    Sach ich zeinem male ir küschen wibes lip.
    Davon froͤit sich min gemuͤte,
    Das ich dachte: ja, du reine selig wib,
    Du macht mir wol minen kumber wenden
    Und helfe senden.
    Frouwe Minne, troͤstent mich vil senden,
    Wan ich stan von úweren schulden froͤidelos.

      Wer
    Kan mich nu fro gemachen?
    Nieman, dan ir minneklicher roter munt.
    Wil mir der von herzen lachen,
    Davon wirde ich sender, siecher wol gesunt.
    Gůten wip, nu wúnschent, das dú here
    Mich die strasse lere,
    Wa ich usser leide in liebe kere.
    Minne! hilf, das mich dú liebe ir liebe wer.

    (_Die dritte Strophe dieses Liedes steht in der Samml. von
    Minnesing. Th. I. S. 22._)


VI.

      Hy,
    Wie wunnenklich dú heide
    Sich mit manigem spehen kleide
    Gegen dem meigen hat bekleit!
    Loup, gras, blůmen, vogellin, beide
    Die man sach in manigem leide --
    Gar verswunden ist ir leit.
    Alsò mehte ouch mir verswinden
    Sorge, dú von froͤide ie swant.
    Wolde froͤide e sorge enbinden,
    Sit das froͤide ie sorge embant;
    So wurde ich sorgen fri.[7]

      Do
    Min ouge erkos die suͤssen,
    Do wart mir ein lieblich gruͤssen,
    Roͤseleht ein roter grůs.
    Do dahte ich: dú ougen muͤssen
    Dir vil senden kumber buͤssen;
    Anders dir wirt niemer bůs
    Sorgen, es enwende ir guͤte.
    Dannoch was ir guͤte gůt.
    Sam die rosen in touwen bluͤte,
    Was ir munt rot als ein blůt.
    O we! dannoch was ich vro.

      Wer
    Kan froͤlich fro beliben,
    Wan bi reinen lieben wiben?
    Hi, wie suͤsse name, ein wib!
    Wip kan sendú leit vertriben;
    Wol ir reinen lieben liben!
    Ouch si hant so lieben lip,
    Das mich nach in můs belangen;
    Bi in ist dú wile unlank.
    Swa liep lieb hat umbevangen,
    Dast ein  suͤsser umbevank,
    Lieplich nach der Minne ger.

      We
    Der gar verlornen stunde,
    Das mir senden nien enkunde
    Lieplich kússen werden kunt
    Von ir rosenvarwen munde!
    O we, Minne, das din wunde
    Mich so lange hat verwunt!
    Ich bin von dir ungeheilet,
    Ich gewan gegen dir nie heil.
    Minne, das du sist verteilet!
    Hab ouch dir der minne ein teil,
    Du verwundest mich niht me.

      Was
    Doug minnekliches singen?
    Wa sint wip, die kunnen twingen?
    Wa sint man, die Minne ie getwang?
    Wer kan stete froͤide bringen?
    Wer kan sorge us herzen dringen?
    Minne ie sorge us herzen drang,
    Von der wibes ougenbliken
    Da man sach ein suͤssen blig.
    Si went sich der Minne entstricken;
    Man sint sunder Minne strig:
    Welt, davon trage ich dir has!

    (_Die zweyte Strophe dieses Liedes steht in der Samml. von
    Minnesing. Th. I. S. 22. 23._)


VII.

      Wer gesach ie wunneklichen me den suͤssen meigen?
    Wer gesach ie bas bekleit den walt und ouch die wunneklichen heide?
    Wer gehort ie bas dú kleinen vogellin gesingen
    Gegen der wunneklichen wunne in maniger suͤsser wunneklicher wise?
    Da gegen froͤit sich manig herze, wan das mine alleine
    .....................................
    .....................................[8]
    O we trútelehter lip, sol ich alsus verderben!
    O we spilnder ougen schin! hei munt, gevar nach wunneklichen rosen!
    Herze trut, ir wuͤstet an mir úwer vriges eigen.
    Wie zimt wibes guͤte das, ob ich in senden sorgen sus verdirbe?
    Liebú frouwe, ich habe iu lange her gedienet von kinde,
    Des lat mich geniessen, seht, so wirde ich froͤideriche.
    Ob des niht geschiht, so můs min spilende froͤide ein ende han.

      Ir vil wunnenklichen wip, ir wolgemůten leigen,
    Wúnschent, das mis herzen trut mich von den senelichen sorgen
      scheide.
    So bitte ich die gůten, das sie lasse mir gelingen.
    Suͤsse Minne, ob das geschiht, darumbe ich dine werden tugende
      prise.
    Minne, du weist wol, es ist dú liebe, die ich da meine:
    Hilf, das mir dú here troͤste min gemuͤte;
    Ob des niht geschiht, so wirt mir sender sorgen niemer rat.
    O we, Minne, sol ich niht den roten kus erwerben,
    Und den suͤssen umbevank, darzů ir minneklichen lip, den losen?
    Suͤssú Minne, maht du herzeliep an mir erzeigen,
    Nu was treit dich fúr, ob ich nah der vil herzelieben in liebe
      stirbe?
    Minne, ich můs verderben, ob ich niht die froͤide vinde.
    Ach dur Got, vil selig wib, noch helfent helfeliche!
    Suͤssú Minne, frage si dur Got, was ich ir habe getan.


VIII.

      Nu stet dú liebe heide bar
    Der wunnenklichen blůmen und der liehten rosen rot;
    Der walt hat sich entkleidet gar,
    Des lident aber dú kleinen vogellin vil grosse not. --
    Was klage ich tumber vogelin sang?
    Wan klage ich niht die sweren zit,
    Das ich der minneklichen han gedienet alles ane dank?

      Si lone mir, si lone niht,
    So ist si doch mis herzen trost und ouch dú vrouwe min.
    Ich dien ouch ir, swas mir geschiht;[9]
    Si můs dú erste und ouch min leste vnz an min ende sin.
    Ir ougenblik der vie mich so,
    Das ich von ir niht scheiden mag,
    Swie selten mich dú herzeliebe hat gemachet fro.

      Ach herre Got, wie schone ein wib!
    Ja milter Got, wie rehte minnenklich ist sie gestalt!
    Ja suͤsser Got, wie lieb ein lib
    Gesach in Got, der ir vil reinen libes hat gewalt!
    Ir spiegel lichten ougen clar,
    Solde ich die mit gewalt ansehen,
    So swuͤre ich wol, das mir gewühse niemer grawes har.

      Wie gar unmassen sanfte tůt
    Ein lieblich kússen und ein minneklicher umbevank!
    Si liebet lieb und hoͤhet můt;
    Da wirt dú sende sorge bi dem ungemuͤte krank.
    Swer lieb bi herzeliebe lit,
    E naher und e naher bas,
    Da můs dú sende sorge lan der froͤide gar den strit.

      Si ist tougen in mis herzen grunt,
    Die ich von erst ze herzelieben frouwen mir erkos;
    Davon so wirt es ungesunt.
    Was schat der lieben, das si schoͤner ist und dabi los?
    Von liebe kan ich niht gesagen,
    Mir wart so liebes nie niht mer;
    Des wolde ich uf genade gerne ein gluͤndes isen tragen.


VIIII.

      Loup, gras, blůmen, vogel singen,
    Vor dem walde und in den ouwen,
    Uf der heide rosenrot,
    Die der meige uns kan bringen --
    Da mag man den rifen schouwen.
    Doch klage ich ein ander not
    Von der minnenklichen, suͤssen,
    Dú mich lieplich solde gruͤssen.
    Minne, das solt du mir buͤssen,
    Sit ich mich der lieben ie ze dienste bot.[10]

      Sit min sendes herze weinet
    Nach der lieben, die ich da  meine,
    We, warumbe tůt es das,
    Und ir herze ist unvereinet,
    Das es nach dem min niht weine?
    Minne, sich, das ist din has,
    Den ich sender, siecher dulde
    Gar an alle mine schulde.
    Minne, hilf mir umb ir hulde,
    Das si mich nach wibes guͤte troͤste bas.

      Solde ich si vil minneklichen
    Sehen, als ichs zeinen male
    Sach, so wer min froͤide gros,
    Und were in seldenrichen
    Wan. Das mich ir minne strale[11]
    In das sende herze schos:
    Das din unverheilet wunde.
    Ob ir trost mir die verbunde
    Mit ir rosenvarwen munde,
    Wer were an froͤiden danne min genos?

      Ich wene, nieman kunne erdenken
    Was man wunne bi den wiben
    Vindet; si gent hohen můt.
    Swer den sorgen welle entwenken[12]
    Der sol stete an in beliben,
    Wan si sint fúr truren gůt.
    Swem si lieplich blikent tougen
    In diu herzen mit den ougen,
    Das weis ich wol, sunder lougen,
    Das es von gemůten wiben sanfte tůt.

      Ich han minnenklich gesungen
    Der vil lieben und der Minne,
    Doch lat si mich trurig stan.
    So ist mir senden niht gelungen
    An mines herzen kúniginne,
    Davon wil ich singen lan,
    Und wil mich nu von ir scheiden.[13]
    Got der gebe gelúke uns beiden!
    Wer aber ich ein wilder heiden,
    Miner trúwe solt ich bas genossen han.


X.

      Sich hat
    Aber dú suͤssú zit verkeret![14]
    Schouwent an dú wunnenklichen heide,
    Die mit manigen blůmen stůnt beschoͤnet!
    Kleiner vogellin truren aber meret,
    Dien der kalte winter tůt so leide;
    So ist der walt mit sange niht bedoͤnet.
    Also můs ouch mir min froͤide entwichen,
    Das mir nie von der vil minnenklichen
    Kunde werden miner swere rat.

      Wie kan
    Iemer ieman sanfter werden,
    Danne der lieb dur rehte liebe minnet,
    Und im lieb in liebe froͤide meret?
    Der hat himelriche hie uf erden,
    Ob er sich gegen liebe wol versinnet,
    Und in lieb in liebe liebe leret.
    Minne kan sich liebe dur liebe lieben;
    Das tůt si niht, wan eht Minne dieben.
    Rehte liebe ist valscher liebe gran.

      Es tůt
    Sanfte ein lieblich umbevahen
    Zwein gelieben, sit dú naht so langet.
    Lieplich smuken nach der liebe willen --
    Solt ichs tůn, ich seite wol wie nahen,
    Sit das lieb bi liebe niht belanget
    Lieb kan ........

    _Mangelt ein gantz Folienblatt, welches ausgeschnitten worden._[15]


XI.

      Beschiht des niht, so můs ich eine
    Sterben in vil kurzer vrist,
    Sit du bist
    Dú suͤsse reine,
    Dú mir froͤide geben sol.
    Hilfa, helferiches wib,
    E das mir der lib
    Verderbe! Suͤssú frouwe, so tůst du wol.


XII.

      Was vervahet
    Mich des wunnenklichen meigen zit,
    Der uns nahet,
    Und manigen herzen froͤide git?
    Blůmen und vogelsank,
    Der beider
    Trost ist, leider!
    Minen froͤiden alze krank.

      Min gemuͤte
    Hat betwungen ir vil suͤsser lip.
    So mit guͤte,
    So mit schoͤne, wart nie besser wip,
    Als mir min herze seit.
    Das wunder
    Hat besunder
    Got mit flisse an si geleit.

      Ja verkeret
    Mir ein wip die besten froͤide min.
    Der ich geeret,
    Von ir reinen tugenden, solde sin,
    Dú hat so betwungen mir
    Die sinne
    Mit ir minne,
    Das ich truren můs nach ir.

      Ich wil singen
    Gegen dem meigen minneklichen sang.
    Swere ringen
    Kan si, nach der min herz ie rang.
    Troste mich dú frouwe min,
    Dú gůte,
    Wolgemůte,
    Seht! so wolt ich froͤlich sin.

      Mit ir gruͤsse
    Mehte si mir wenden sweren pin;
    Der so suͤsse
    Froͤite mir das sende herze min.
    Roͤselechter roter munt,
    Scheit den strit,
    Und hilf enzit
    Mir! so bin ich wol gesunt.


XIII.

      Selig, selig si dú wunne!
    Selig si des wunnebernden meigen zit!
    Selig si der vogel singen!
    Selig si dú ouwe! selig si der walt!
    Man siht blůmen manigvalt
    Durh das gruͤne gras ufdringen,
    Mer danne ich erdenken kunne.
    Tanzen, springen
    Suln die jungen wider strit.

      Nieman, nieman kan erdenken
    Was fúr seneliches truren besser si,
    Danne ein kus von rotem munde
    Und darzů ein minneklicher umbevank.
    Da wirt sendes truren krank,
    Es froͤit uf von herzen grunde.
    Ermel flechten, bein verschrenken --
    In der stunde
    Wirt dú liebe sorgen fri.

      Wafen! wafen úber die Minne!
    Wafen wil ich úber si schrien iemer me.
    Ich was ir daher gebunden,
    Nu lat si mich trurekliche vor ir gan.
    Si hat úbel an mir getan.
    Si můs einem andern wunden
    Herze, můt und al die sinne.
    Wol befunden
    Habe ich, das si tůt so we.

      Frouwe, frouwe, selig frouwe,
    Herzen trut, ir sint mir liep fúr ellú wib,
    Der ich selten han genossen,
    Davon ich niht mere fúrbas singen wil;
    Es dúhte úch vil gar ein spil.
    Iu hat dike min verdrossen,
    Des ich mich vil trurig schouwe;
    Vor beslossen
    Ist mir froͤide und iuwer lip.

      Wol dir! Wol dir, wibes guͤte!
    Wol dir! das du selig iemer muͤssest sin!
    Wol dir! du kanst truren swachen,
    Swa dú Minne ein sendes herze hat verwunt.
    Din vil rosevarwer munt,
    So der lieplich wolde lachen,
    San der rose in touwes blůte!
    Froͤide machen
    Kan din spilnder ougenschin.


XIIII.

      Schouwent uf den anger!
    Winter wert niht langer,
    Kleine vogel twang er;
    Dú heide ist worden swanger,
    Si birt uns rosen rot;
    Man horet vogel singen,
    Man siht blůmen entspringen,
    Dur das gras ufdringen,
    Ir swere wil sich ringen,
    Als in dú zit gebot.
    Alsus enpfahen wir den suͤssen meigen.
    Wol uf, ir húbeschen leigen!
    Wir suln die froͤide heigen,
    Vil froͤlich tanzen, reigen.
    Ahi, solt ich mich zweigen
    Mit ir,
    Dú mir
    Mag wenden sende not!

      Lat mir sorge swinden,
    Lat mich froͤide vinden,
    Lat den chrieg erwinden.
    Ir sult úch underwinden
    Mis herzen, selig wip!
    Frouwe, ir sult mir meren
    Froͤide, leit verkeren,
    Hohgemuͤte leren.
    Minne, bit die heren,
    Das mich ir kúscher lip
    Troͤste: nu ist si doch min kúniginne!
    Vil minnenklichú Minne,
    Troͤste mine sinne,
    Sit ich nach liebe brinne!
    Ob ich den trost gewinne,
    Der tag
    Mir mag
    Wol heissen leit vertrip.

      Wer kan truren swachen?
    Wer kan froͤide machen
    Mit viel lieben sachen?
    Wer kan lieplich lachen?
    Ir mundes roter schin.
    Wer kan truren wenden?
    Wer kan sorge swenden,
    Sende not vol enden?
    Wer kan helfe senden?
    Dú vil liebe frouwe min.
    Dú mich hat von kinde her gebunden,
    Si kan min herze wunden.
    Das hab ich wol befunden,
    Das ich bin úberwunden
    Nu und zallen stunden.
    Si sol
    Mir wol
    Dur reht genedig sin.

      Wer kan lit vertriben?
    Wer kan fro beliben?
    Nieman, wan bi wiben.
    Des wol ir suͤssen liben!
    Si sint fúr truren gůt.
    Als des meigen bluͤte
    Froͤit ir wiblich guͤte;
    Si gent hohgemuͤte.
    Das got ir lip behuͤte!
    Doch mir einú tůt
    Selten liep, die ich mit truͤwen meine,
    Dú suͤsse und dú vil reine,
    Der helfe ist gegen mir cleine;
    Der ich von kindesbeine
    Gedienet han alleine,
    Das sie
    Noch nie
    Getroste mir den můt!

      Ach, wan solt ich schouwen
    Liep mins herzen frouwen!
    In den grúnen ouwen,
    In lúft und ouch in touwen,
    Wart liebers nie gesehen,
    Das so lieblich were,
    Gůt fúr sende swere,
    Sam dú seldebere.
    Wie wol ich das bewere,
    Kunde ich ze rehte spehen
    Ir munt, ir kel unde ouch ir wangen;
    Dú hant mich gevangen.
    Nach ir můs mich belangen;

    Het ich den trost enpfangen,
    So wer min leit zergangen.
    Ich han
    Noch wan,
    Das mir wil liep beschehen.


XV.

      Nu schouwent, wie dú heide
    Mit liehter ougenweide
    Sint verdorben, und der cleinen voglin sank.
    Das schaffent kalde winde.
    Der walt und ouch die linde,
    Die sint nu beide ir gruͤnen loubes aber worden krank.
    Jarlank
    Tete sanfte ein umbevahen,
    Ein lieplich druken, nahen.
    Ich han gedingen, das mir werde ein suͤsser umbevank.

      Swies mir so wol ergienge,
    Das si mich umbevienge,
    So muͤst ich von den suͤssen froͤiden sende sorge lan.
    Ob ich den trost da funde,
    Davon min leit verswunde;
    So wolde ich us herzeleide in herzeliebi gan.
    Ich han
    Trost, das mich ir wiplich guͤte
    Vor sender not behuͤte.
    Sus segen ich mich des morgens mit ir, so ich wil ufstan.

      Ein kuss von roten munde,
    Der von des herzen grunde
    Von zwein gelieben gienge, das tete innekliche wol.
    Swa Minne ir liebi wege
    Gelich, und das si pflege
    Froͤide, davon wurden sendú herzen froͤiden vol.
    Mir sol
    Liep ein lieplich ende machen
    (Davon zwei herzen erlachen,
    Der lieben mir, das min ir), sit ich senden kumber dol.

      Do ich die reinen gůten,
    Die suͤssen, wol gemůten
    Von erst ansach, darnach do wart min herze sorgen bar;
    Do hat ich den gedingen,
    Das si mich wolde dringen
    Hin an der froͤide stat. Das hat sie mich enterbet gar.
    Nim war,
    Frouwe Minne, wie ichs meine,[16]
    Das si so rehte kleine
    Mich senden troͤstet, und ich doch mit trúwen diene dar.

      O we, sol ich verderben,
    Und in der sorge ersterben,
    Frouwe Minne, und ir, vil selig wib, wie stat iu beiden das?
    Vil minneklichú Minne,
    Sprich, das min kúniginne,
    Durch wibes guͤte, sich gegen mir ein teil bedenke bas.
    Nu was
    Toug mir gar ze langes biten?
    Es wer wol in den ziten,
    Das si mir solde lonen! -- Minne treit den alten has.


XVI.

      Ich hore aber die vogel singen,
    In dem walde suͤsse erklingen;
    Dringen
    Siht man bluͤmen durh das gras.
    Was
    Dú sumer wunne in leide;
    Nu hat aber dú liebe heide
    Beide
    Blůmen und rosen rot.
    Meige kumt mit maniger blůt.
    Tůt
    Mir wol dú minnenkliche,
    Seht, so wirde ich froͤideriche,
    Sunder not, vil maniger sorgen fri.

      Gunde mir dú seldebere,
    Das ir trost mir froͤide bere;
    Swere
    Wolde ich sender lan.
    Han
    Ich trost, der ist doch cleine,
    Sin entroͤste mich alleine.
    Reine,
    Selig wib, nu troͤstet bas!
    Minne, hilf! es ist an der zit.
    Sit
    Min trost lit an der suͤssen,
    So mag si mir swere buͤssen.
    Nu durh was tůt si mir alse we?

      Ob ir roter munt mir gunde,
    Das ein kus die not enbunde:
    Wunde
    Von der Minne wurde heil;
    Heil,
    Gelúke, selde und ere
    Het ich sender iemer mere.
    Here,
    Selig wib, nu troͤstent bas!
    O we suͤsser, roter munt,
    Wunt
    Wart ich von dinen schulden,
    Do ich der lieben muͤste hulden.
    Das sint leit, dú mich noch machent gra.

      Wunder kanst du, suͤssú Minne!
    Minne, in diner glůt ich brinne;
    Sinne,
    Herze, můt hast du mir hin.
    In
    Min herze, sunder lougen,
    Sach ein wib mit spilnden ougen,
    Tougen:
    Dannoch was ich vil gemeit.
    Herzen trut, nu tůt so wol!
    Sol
    Ich sender fro beliben,
    So sult ir von mir vertriben,[17]
    Selig wib, die not, so wirde ich fro.

      Wie zimt nu der suͤssen heren,
    Das si mich kan truren leren?
    Meren
    Moͤhte si wol froͤide mir.
    Ir
    Vil minnekliches lachen
    Kan mir sendes truren swachen;
    Machen
    Moͤhte si mich sorgen bar.
    Owe suͤsser, roter munt!
    Wunt
    Bin ich an hohgemuͤte.
    Roter munt, durh dine guͤte,
    Nu sprich dar! du weist wol mine bette.


XVII.

      Sumer, uns hat din schoͤne
    Blůmen braht und vogel doͤne.
    Walt, anger, heid in gruͤne stat;
    Die hast du braht us noͤten.
    Nu wil mich min frouwe toͤten,
    Dú mich ane trost in sorgen lat.
    Mich hat bevangen minnekliche ir lib.
    Mit lieben dingen
    Kan si twingen.
    Hilf, troͤsterinne, selig wib!

      Solde ich ein wib umbevahen
    Liplich, ich weis wol wie nahen,
    Mehte es so minneklich geschehen,
    Das mich ir trost enpfienge,
    Trut min liep, und das ergienge;
    Man muͤste mich iemer froͤlich sehen.
    Nu vinde ich niht, wan haslich versagen.
    Mir benimt ir minne
    Froͤide und sinne,
    Des můs ich senden kumber tragen.

      Wib und wibes guͤte
    Sendent werendes hohgemuͤte.
    Wib kunnen froͤiden wunder geben,
    Wib kunnen froͤide machen.
    Wib kunnen frúnde frúntlich lachen,
    Wib liebent manne lip und leben.
    Wib, was din trúwe wirde und ere git!
    Wib, du kanst wenden
    Leit, liep senden.
    Was an wiben froͤide lit!


XVIII.[18]

      We dir, winter ungehúre!
    We dir! das du sist verteilet!
    Heide und ouwe ist blůmen bar.
    Swas mit froͤiden stunt noch húre,
    Das hast du vil gar zerteilet.
    Swas der suͤsse meige bar,
    Das ist alles hingeleit
    Von den suren, kalden winden.
    Du wilt an uns niht erwinden:
    Das dien kleinen vogellin leit!

      We, der nahegender swere!
    Wenne wil si mir die ringen,
    Der min herze unsanfte enbirt?
    Si sint mir ein teil ze swere.
    In den sorgen můs ich ringen.
    Ob si dan niht froͤide birt
    Mir vil sendelosen man,
    So verdirbe ich an dem libe.
    Ist das ich niht fro belibe,
    Ratent, ob ich fúrbas man.

      Minne, heile minne wunden,
    Die ich dulde zallen malen.
    Wiltu, das ich sorge enber,
    Sit du dichs hast underwunden;
    Bit ir lib, den lieht gemalen,
    Das er mir noh froͤide ber,
    Sit er sich min underwant.
    Frouwe, suͤsse, seldebere,
    Iwer lon ist mir gebere,
    So ist ouch min dienest zú gewant.

      Si mag mir wol helfe senden,
    Sit ich lebe in maniger sende;
    So ist min weg hin zir gebant.
    Si mag troͤsten mich vil senden,
    Sit ich ir min herze sende,
    Das dú suͤsse Minne ie bant.
    Seht, so wurde ich noch gemeit,
    Were, das ich si umbevienge,
    Und das sis fúr gůt enpfienge,
    Dú durh kúsche unkúsche ie meit.

      Si mag sich des wol vermessen,
    Das so schoͤne creatúre
    Nie wart bi maniger zit geborn.
    Man sol si niht zů den messen,
    Den dú selbe schoͤne ist túre.
    Alle untugende hat si verborn,
    Si hat selde, si hat heil.
    Hei, gewunne ich noch die kúnde,[19]
    Das ich si erwerben kúnde,
    Seht, so were min wunde heil.


XIX.

    Merkent wunder u. w. _Zwey Strophen._

      (_S. Samml. von Minnesing. Th. I. S. 23._)


XX.

      Seht an die heide!
    Seht an den gruͤnen walt!
    Liehter ougenweide,
    Der hant si gewalt,
    Blůmen, loup, dú beide:
    Mit manigem huͤbschen kleide
    So sint si bekleit.
    Dien tet vil leide
    Der lange winter kalt;
    Balde hinnen scheide
    Sin twingen manigvalt!
    Valwe loͤke, reide
    Tragent junge, stolze meide;
    Des sint si gemeit.
    Var hin verwassen,
    Vil gar verteilter sne!
    Du můst uns aber lassen
    Die blůmen und den kle
    Uf des meigen strassen;
    Dien tete du vil we.
    Da die vogel sassen,
    Ir sang gegen sange massen,
    Die froͤiwent sich als e.

      Mich wil betwingen,
    Das mich durch lieb ie twang,
    Das ich nu můs ringen,
    Darnach min herz ie rank.
    Ich wil aber singen
    Der lieben uf gedingen;
    Min trost an ir lit.
    La mir gelingen,
    Sit das mir nie gelang,
    Minne, an lieben dingen;
    So wirt min truren krank.
    Si kan swere ringen,
    Die sorge us herzen dringen;
    Mir were lones zit.
    Kus von ir munde,
    Ich wene, er sanfte tůt;
    Der ist zaller stunde
    Noch roter danne ein blůt.
    Eya, minne wunde!
    Du machest ungemůt;
    Ob din trost mir gunde,
    Das mir ein kus die bunde,
    So dúhte si mich gůt.

      Mich hat gebunden
    Der suͤssen Minne bant.
    Minnekliches wunden,
    Nach dir min herze ie swant.
    Si hat niht erwunden,
    Sich habe min underwunden
    Ir munt rosen rot.
    Minne und ir chunden
    Die sint mir wol erkant.
    Hette ich helfe funden,
    So wer min dienst bewant.
    Nu hat si mich funden
    In truren zallen stunden,
    Davon lide ich not.
    Mich hat verseret
    Ir liehter ougen schin.
    Wer hat geleret
    Die lieben frouwen min,
    Das ir guͤte meret
    Mir lange wernden pin?
    Minne, swer dich eret,
    Des můt wirt gar verkeret;
    Nu bin ich doch din.

      O we der swere,
    Die ich von Minnen han!
    Der ich sanfte enbere,
    Wand ein vil lieber wan,
    Der ist froͤidebere.
    Dabi ist mir gevere
    Dú Minne und ir has;
    Si ist mir ze swere,
    Davon ich trurig gan.
    Ob ich sinnig were,
    Des solt ich mich erlan.
    Minneclichú mere,
    Mir bernde froͤide bere.
    Nu troͤste mich bas,
    Lieblichú Minne!
    Min sendes herze ist wunt,
    Sit das ich brinne
    Nach liebe zaller stunt.
    Sorgen troͤsterinne,
    Dir ist min iamer kunt;
    Troͤste mine sinne,
    Das ich den kus gewinne!
    Sprich ja, roter munt!

    (_Die erste Strophe dieses Liedes steht in der Samml. von
    Minnesingern, Th. I. S. 23._)


XXI.

      Lob von mangen zungen
    Wart dem meigen húre gesungen
    Von den voglin dur den gruͤnen walt:
    Die hat nu betwungen
    Und jemerlich verdrungen
    Rife, sne, darzů der winter kalt;
    Des vil manig herze truric stat.
    Darzů truret ouch das mine
    Nach dem froͤidebernden schine,
    Der von ir vil rotem munde gat.

      Mir was froͤide entsprungen;
    Leider, nu ist mir niht gelungen
    An der lieben, dú min hat gewalt.
    Wer min sank erklungen
    Ir, so muͤste ich wider jungen;
    Sust bin ich in sorgen worden alt.
    Frouwe Minne, gib mir dinen rat,
    Alder ich lebe in sendem pine!
    Frouwe, uf die gnade dine
    Diene ich dir, swies mir darumbe ergat.

      Ich han mine stunde
    Vil gerungen nach dem munde,
    Der so lieplich ist, durlúhtig rot.
    Das mir nie enkunde
    Werden heil mis herzen wunde,
    Davon lide ich sender sende not.
    Minne, sich, du last mich trurig gan.
    Trost, der selden úbergulde,
    Frouwe, gent mir iwer hulde;
    Wan es můs doch an iu eine stan.

      Ob ir trost mir gunde,
    Das ein kus die not enbunde,
    Die dú herze liebú mir gebot,
    Und sich underwunde
    Lieb, und daran niht erwunde;
    So geschiede ich noch von sender not,
    Die ich von der herzelieben han,
    Gar ane alle mine schulde.
    Frouwe, sende not ich dulde.
    Nu, dur Got, was han ich iu getan?

    (_Die erste Strophe dieses Liedes steht in der Samml. von
    Minnesing. Th. I. S. 23., wo aber das letzte Wort der ersten Zeile
    ausgefallen ist._)


XXII.

      We, was wunders lit an wiben,
    Sit ir guͤte kan vertriben
    Sendem herzen sende not!
    Der in lieplich siht in ougen,
    Mit gewalte und dabi tougen,
    Dem ist al sin truren tot.
    Ist im rehtú liebi bi,
    So ist beiden danne wol;
    Minne tůt si sorgen fri,
    Si striket beidiu herzen in ein, und wendet kumberliche dol.

      Wib, din minnenklich gebaren
    Kan der senden herzen varen.
    Wip, du bist ein suͤzer name;
    Wib, du kanst wol froͤide meren;
    Wib, du kanst wol froͤide leren,
    Dir ist wiplich ere zame.
    Wib, du gist ouch hohen můt;
    Wib, du gist ouch froͤiden vil;
    Wib, du bist fúr truren gůt:
    Des můs ich iemer selig sin, du bist der welte wunne spil.

      Heide und ouwe stůnt mit bluͤte
    Gegen des suͤssen meigen guͤte;
    Die sint beide worden val.
    Darzů wil der winter twingen
    Cleiner vogelin suͤsses singen,
    Das si swigent úberal.
    Das solt ich von schulden klagen;
    So klage ich ein ander not.
    Solt aber ichs der lieben sagen,
    Mich iamert nach ir minne me, danne nach den liehten rosen rot.

      Suͤsse Minne, mine sinne
    Jamert nach der lieben minne.
    Minne, hilf!  est an der zit.
    Minne, du kanst truren swenden,
    Hohgemuͤte in herze senden;
    Minne, din gewalt is wit.
    Minne, ich bin dir undertan;
    Minne, wis gewaltig min!
    O we Minne! solt ich han
    Ir minneklichen wibes lip, so were min truren gar dahin.


XXIII.

      Nu siht man aber die heide val;
    Nu siht man valwen gruͤnen walt;
    Nu hoͤrt man niht der kleinen voglin singen,
    Die sint geswigen úberal;
    Ir stimme diu was manigvalt.
    Die nahtegal die wil der winter twingen.
    Der not klage ich, und dabi mine swere,
    Die mir dú herzeliebe tůt;
    Davon so bin ich ungemůt.
    Nu ist si doch gůt
    Dú liebe, unwandelbere!

      Wa wart ie herzen me so wol,
    Dan da zwei sendú herzen sint
    Einmuͤtig, nach der suͤssen Minne willen?
    Sie sint so tougen froͤiden vol,
    Doch machet si dú Minne blint;
    Si kan in beiden herzeleit wol stillen.
    So froͤiwent sich besamen und niht besunder.
    Swa herzeliep bi liebe lit,
    Das wunnebernde froͤide git:
    Dast ane strit;
    Da tůt diu Minne ein wunder.

      Sit das dú Minne wunder kan,
    Warumbe tůt si wunder niht
    An mir, und an der minneklichen suͤssen?
    Nu bin ich doch ir dienestman.
    Swie man mich in dien sorgen siht,
    Das mag dú minnekliche mir wol buͤssen.
    Vil herú Minne, twing die froͤidenriche,
    Das si mir ir hulde gebe
    ........[20]
    Die wile ich lebe,
    Ich diene ir eigenliche.

      Wa wart ie múndelin so rot?
    Wa wart ie bas gestalter lip?[21]
    Wa wurden ie so froͤlichstendú ougen?
    Dú mich hant braht in grosse not.
    Genade, minnekliches wib!
    Ach hette ich úwer suͤsse minne tougen!
    Nu wissent, das ich gerne bi úch were.
    Genade, rosevarwer munt!
    Wan machest du mich niht gesunt?
    Sprich zeiner stunt:
    Ich wil dir buͤssen swere.

      Nu lache, das ich fro beste!
    Nu lache, das mir werde wol!
    Vil roter munt, nu lache lacheliche!
    Nu lache, das min leit zerge,
    So wirde ich, sender, froͤiden vol.
    Nu lache, das mir ungemuͤte entwiche!
    Nu lache, das min sendú sorge swinde!
    Nu lache mich ein wenig an,
    Sit ich dir niht entwenchen kan,
    Ich sender man,
    Sit ich dich lieblich vinde.

      Einmuͤtig, dast ein lieplich wort;
    Einmuͤtig, das der minne gir;
    Einmuͤtig, sendú herzen froͤide leret;
    Einmuͤtig, das der liebe ein hort,
    Swie doch dú minnekliche mir
    Mit wibes guͤte selten froͤide meret.
    Einmuͤtig, mange suͤsse fruͤde machet;
    Einmuͤtig, froͤit ze maniger stunt.
    Einmuͤtig, dast ein lieplich funt,
    Swa roter munt
    Gegen liebe lieplich lachet.


XXIIII.

      Willekomen si uns der meige,
    Der uns bringet mangerhande blůt,
    Blůmen unde manigerleige,
    Das dien kleinen vogelin sanfte tůt!
    Doch můs ich verderben in den wunnen gar,
    Es enwende ir munt, vil innenklichen rosevar.

      Wibes ougenblike in guͤte
    Siht vil dike in sendes herzen tor.
    Swie dú here min gemuͤte
    Also selten zuket hoh enbor,
    Doch hab ich gedinge, das ich noh gelebe,
    Das mir dú vil minnekliche ein froͤideriches ende gebe.

      Wil si minen kumber wenden,
    So bin ich an froͤiden wol gesunt,
    Und ir guͤtlich helfe senden,
    So das ir vil rosevarwer munt
    Spreche ein wort, davon ich iemer fro beste:
    Tůt si des niht, dú vil reine, seht, so ist mir iemer we.

      Swas ich kumbers unde swere
    Liden můs, des mag wol werden rat,
    Swie si wil dú seldenbere,
    Dú min sendes herze bi ir hat.
    Si kan tehsen, swingen, beide als si sol;
    Solde ich si underwilent schouwen, wie were mir so wol!


XXV.

      O we liehten tage!
    O we blůmen rot!
    O we vogel sank!
    O we gruͤner walt!
    Nu wirt aber kalt,
    Nu der winter lank:
    Das ist der vogel not,
    Und ir meistú klage.
    Noch clage ich die schulde,
    Das      Dú seldenbere
    Enterbet mich ir hulde;
    Das sint mine swere,
    Die ich von ir dulde.
    Minne, wende ir suͤssen has!

      Minne, frouwe min,
    Tů mir helfe kunt!
    Hilfe an der zit!
    Bit das reine wib,
    Das ir kúscher lib
    Gegen mir lasse den strit,
    Und ir roter munt
    Mir tů helfe schin.
    Seht, so wolde ich singen
    Der     Vil reinen suͤssen,
    Dú kan swere ringen.
    Kan si dabi kumber buͤssen,
    Sol mir wol gelingen.
    Minne, sich, des bist du wer.

      Wip, din suͤsser nam
    Und din werdekeit
    Git vil hohen můt,
    Dem der tugende hat,
    Der untugende lat.
    Wie wol das tůt,
    Der wirt tugende bereit
    Und dú rehtú scham.
    Reiner wibes guͤte
    Kan     Wol froͤide leren,
    (Si git hoh gemuͤte)
    Dabi froͤide meren.
    Got si mir behuͤte,
    Die, der ich wol gůtes gan!

      Mich hat lieber wan
    In die froͤide braht,
    Das ich wande sin
    Von den armen gar.
    Nu wirt ich gewar
    An der vrouwen min,
    Ir ist ungedaht,
    Si wil lones lan
    Mich in senden sorgen.
    Mir      Ist we ze můte,
    Iemer an dem morgen
    So sorge ich nah gůte.
    Ich můs minne borgen;
    Vrouwe min, wie stet das dir?


XXVI.

      Nu ist dú heide wol bekleidet
    Mit wunnenklichen kleiden,
    Rosen sint ir besten kleid;
    Davon ir vil sorgen leidet,
    Wan si was in mangen leiden;
    Gar verswunden ist ir leid
    Von des liehten meigen bluͤte,
    Der hat mangerhande blůt:
    Noch froͤit bas der wibe guͤte,
    Wan die sint fúr sendú leit so gůt.

      Swas ich je gesank von wiben,
    Das beschah von einem wibe,
    Dú ist mir lieb fúr ellú wib;
    Von ir mag ich fro beliben.
    Wil si, das ich fro belibe,
    Das si spreche: fro belib!
    So wolde ich in froͤiden singen,
    Als ich her in froͤiden sank.
    Si mag mir wol swere ringen,
    Nach der ie min sendes herze rank.

      Suͤsse Minne, maht du binden
    Die, von der ich bin gebunden,
    Dú min sendes herze bant.
    Lat si mich genade vinden,
    Die ich doch han selten funden,
    Sit ich si in dem herzen vant.
    Alse rehte minnenklichen;
    Si ist so rehte minnenklich!
    Ich wil si darzů gelichen:
    Si ist den lieben wiben gar gelich.


XXVII.

    Ich wolde niht erwinden u. w. _Vier Strophen._

      (_S. Samml. von Minnesing. Th. I. S. 23._)


XXVIII.

      Wol den wolgemůten wiben!
    Wol dien mannen, die durh wip sint hohgemůt!
    Sit ir guͤte kan vertriben
    Sende not, des mir dú here niht entůt.
    Nu ist sis doch dú liebe alleine,
    Die ich vor allen wiben meine.
    Frouwe, selig frouwe, reine,
    Troͤstent mich! nu sint ir doch so gůt!

      Solde ich davon froeide lassen,
    Sit dú welt an froͤiden wil zergan?
    Nein, ich wil mich sorgen massen,
    Dur dú lieben, der ich her gedienet han.
    Si hat so manges wibes guͤte,
    Si ist gelich des meigen bluͤte,
    Swie dú here min gemuͤte
    Lat so lange in senden sorgen stan.

      Willekom si uns dú wunne,[22]
    Die der meige bringet, und dú schone zit,
    Bas danne ich erdenken kunne.
    Schouwent, wie der walt und ouch dú heide lit[23]
    Mit so mangen blůmen schoͤne;
    Da horte ich der vogel doͤne:
    Darumb ich den meigen kroͤne,
    Sit sin kunft der welte froͤide git.


XXIX.

      Was froͤit mich der vogelin guͤte
    Und des wunnenklichen meigen schin?
    Sol min froͤiderich gemuͤte
    Und min spilndes herze erwendet sin,
    Das tet mir ein wib mit guͤte.
    Das got noch ir eren huͤte,
    Swie si mir nu treit vil senden pin!

      Swa mitte ich verdienen kunde
    Der vil schonen hulde, das tete ich,
    Sit das mines herzen wunde
    Unverheilet stent, si heile mich.
    Davon mich ein wort enbunde,
    Ob si spreche us rotem munde:
    Trut geselle, es ist zit lones wider dich.

      Mir mag sorge us herzen dringen,
    Roter munt, din minnenklicher grůs.
    Lat din lachen mir gelingen
    An ir minne, so ist mir swere bůs.
    Ir vil minnekliches twingen
    An die brust, das mag mich bringen
    An die stat, da minne mich froͤwen můs.

      Wer kan truren bas verswenden,
    Danne ein reine minnekliches wib?
    Trost von wiben der kan wenden
    Sende sorge; kúscher wibes lip
    Der mag mir wol helfe senden.
    So nige ich den lieben henden:
    Wib, min froͤide von der sorge trip!

      Kan mich ieman fro gemachen?
    Ja, der lieben munt durlúhtig rot.
    So můs al min truren swachen,
    Scheidet mich ir trost von sender not.
    Man siht mich vil froͤlich lachen,[24]
    Das min herze můs erkrachen,
    Machet mich dú liebe in froͤiden rot.


XXX.

      Rife und anehank
    Hat die heide betwungen,
    Das ir liehter schin
    Ist nach iamer gestalt;
    Und der vogel sang,
    Die mit froͤiden wol sungen,
    Die sint nu geswin;
    Darzů klage ich den walt,
    Der ist umbekleit.
    Dannoch kan si fuͤgen
    ..  herzeleit,[25]
    Dú das wasser in kruͤgen
    Von dem brunnen treit: nach der stet min gedank.

      Ich brach ir den krug,
    Do si gieng von dem brunnen.
    Ich wart froͤidenriche,
    Do ich die lieben sach;
    Do si das vertrug,
    Mir was sorge zerrunnen.
    Harte minnenkliche
    Dú liebe do sprach:
    ‚Ich han erebeit,
    Das ist von iweren schulden;
    Min frouwe tůt mir leit,
    Das ich alles můs dulden,
    Dú mich gester fúnf stunt dur úwern willen slůg.'

      Nu tů den willen min,
    So hilfe ich dir us noͤten,
    Und far sant mir hinne,
    So bist du ane zorn.
    ‚Des enmag niht sin!
    E liesse ich mich ertoͤten.
    Miner frouwen minne
    Were iemer me verlorn.
    Einen schillig sol
    Si mir und ein hemede;
    Das weis ich vil wol,
    Das were alles mir fremede.
    So mir das nu wirt, so tůn ich iu helfe schin.'


XXXI.

      O we, winter, das din kraft
    An uns ist so sigehaft!
    O we kleiner vogilline singen!
    O we liehten blůmen rot,
    Dien der meige das gebot,
    Das si dur das gras uf muͤsten dringen!
    Nu ist der walt sis gruͤnen loubes ane.
    Wafena!
    Ja ist mir da
    Dike we, und anders wa:
    Das tůt mir dú liebe wol getane.

      Es ist nu vil manig jar,
    Das ir liehten oůgen clar
    In min herze lieplich blihten tougen,
    Und ir rosevarwer munt
    Gegen mir tet sin lachen kunt,
    Darus spilten ir wol liehten ougen.[26]
    Seht, do wart ich siech von minne wunden
    (Wafena!
    Dest mir da
    Dike we, und anderswa),
    Die stant noch von der lieben unverbunden.


XXXII.

      Sumer, nu wil din
    Gewalt
    Walt,
    Den anger und die heide,
    Beide
    Kleiden: dast dien kleinen vogelin not.
    Man siht blůmen manigvalt
    Valt
    An maniger stolzen meide;
    Reide
    Loke tragentz und múndel rot.
    Seht, der froͤide was vil nach zergangen.
    Ach mis herzen! ja můs mich belangen
    Nach dem trútelehten libe: o we, wan wer er min!

      Wil si, das mich leit
    Verber,
    Ber
    Mir froeide von ir munde:
    Wunde
    Von der minne wirt vil schiere heil.
    Das ir guͤte mich gewer!
    Wer
    Ist, der mir des verbunde?
    Kunde
    Ich flůchen, dem wúnschte ich, das im unheil
    Were bi vil lange untz an sin ende.
    Suͤssú Minne, suͤsse helfe sende!
    Des ist not, sit ich von dinen schulden sorge ie leit.

      Ach wie ist sogar
    Liep gůt!
    Gůt
    Neme ich niht fúr die ich meine.
    Si eine
    Troͤste mich; das ist der Minne has.
    Ir munt, roter danne ein blůt!
    Blůt
    Des meigen froͤit mich kleine.
    Reine,
    Selig wib, nu troͤstent bas!
    Beschiht das niht, so můs ich gar verderben.[27]
    Sol ich niht den roten kus erwerben
    Und den trútelechten lip, so wirde ich froͤiden bar.

      Ratent, wie ich das
    Ervar.
    Var
    Ich umbe in allem lande?
    Rande
    Ich tusent mile, es wer bewendet wol,
    Wie ich des geneme war,
    War
    Ich kerte us minne bande.
    Brande
    Si mich niht, so hete ich senften dol.
    Sus hat mich dú minnekliche entzúndet;
    Ich enweis, wes si sich an mir súndet.
    Laschte si mich mit ir minne, mir wurde deste bas.

      Minne, ich diene dir;
    Du solt
    Solt
    Mir geben, minneklichen.
    Richen
    Macht du mich an froͤiden, das ist zit.
    Ob mir das din helfe erholt;
    Holt
    Bin ich dir inneklichen,
    Wichen
    Můs von mir leit, das mir nahe lit.
    Minneklichú minne, ich war gebunden
    Dir von kinden ie; wiltu mich nu wunden,
    Was tougt danne stetú trúwe? Minne, das verbir.


XXXIII.

      Nu klage ich der kleinen vogellin swere;
    Nu klage ich, dú heide ist blůmen lere;
    So klage ich, das mir dú wunnekliche, seldebere
    Hat beroubet mich der froͤiden sinne.
    Sich, da bist du schuldig an, trut Minne!
    Sit du weist, das ich so gar in deiner glůte brinne.
    Das mag mir din trútelehter lip mit liebe buͤssen,
    Und ir roter mund, der sol mich gruͤssen:
    Tůnt dú zwei des niht, so klage ichs doch der reinen suͤssen.

      Si mag mir wol minen kumber wenden
    Und ir minnekliche helfe senden.
    O we Minne, wenne wilt du troͤsten mich vil senden?
    Wenne wilt du mir min truren swachen?
    Wenne wiltu suͤsse froͤide machen,
    Also, das ir roter mund mir lieplich wolte lachen?
    Trútelechter lip, du, la mich liebe froͤide vinden!
    Du macht mich von sender not enbinden;
    Wilt du, herzen trut, so mag mir sendes leit verswinden.

      Nu was hilfet, swas ich clage der heren?
    Si wil mir enheine froͤide meren.
    Suͤsse minne, maht du doch die minneklichen leren,
    Das si fuͤge, das mir leit entwiche,
    Sih, so wirde ich noch an froͤiden riche.
    Tůt si das, so wirde ich fro, dú suͤsse minnekliche,
    Also das mir wurde ein grůs von ir vil rotem munde,
    Und ir kus mis herzen not enbunde:
    Do ich si von erst ansach, das was ein suͤssú stunde.


XXXIIII.

      Nu siht man dú heide breit
    Wol beschoͤnet
    Mit den liehten bluomen manigvalt;
    Meige hat sich zin gekleit;
    Wol bedoͤnet
    Mit den vogelin stet der gruͤne walt;
    In den ouwen
    Mag man schouwen
    Rosen rot:
    Ach dur got! so lide ich aber seneliche not.

      Ich sach einen roten munt
    Lieplich lachen
    Gegen mir senden, des ist niht ze lang;
    Davon wart mir froͤide kunt.
    Truren swachen
    Kan si, do das in min herze drang.
    Ich můs singen;
    Des wil twingen
    Mich ein wib,
    Und der kúnig darzů, ir trútelehter loser lip.

      O we roͤselehter grůs,
    Wie du lachest,
    So du herzeliebe lachen wilt!
    Da wirt sender sorgen bůs,
    So du machest,
    Das dú liebe gegen der liebe spilt
    Nach gewinne;
    Da ist eht Minne
    Nahe bi,
    Und machet zwei geliebe herzen swere fri.

      Herzen trut, min kúnigin,
    Lat erwinden
    Gegen mir noch den senelichen strit,
    Sit ich úwer eigen bin.
    Froͤide vinden
    Wolt ich, frouwe, das wer an der zit.
    Umbevahen,
    Lieplich nahen,
    Das tůt wol,
    Und naher bas, ob ichs mit hulden sprechen sol.

      Was ich her gesungen han,
    Das vervahet
    Mich vil kleine: dast mis herzen clage;
    Davon můs ich singen lan.
    Si versmahet,
    Das min herze si in liebe trage.
    Ja si denket
    (Das mich krenket
    Vil der tage),
    Das ich ir niht gedienen múge: das ist mis herzen klage.


XXXV.

      Sumer, din gewalt wil swinden;
    Das mag man an der linden
    Kiesen, dú ist worden val;
    Uf dem walde und in den ouwen
    Da mag man die rifen schouwen;
    Darzů lat dú nahtegal
    Ir vil froͤideriches singen,
    Des wil si der winter twingen:
    So kan mir dú suͤsse bringen
    Sorgen vil dem herzen min.

      Frouwe, ir sit min frouwe alleine,
    Die ich vor allen wiben meine;
    Des sult ir geniessen lan
    Mich. Ich lebe in senden sorgen
    Beide abent und den morgen.
    Doch froͤit mich ein lieber wan
    Und ein minneklich gedinge,
    Das dú sússe Minne twinge,
    So das mir an ú gelinge:
    Daran alle min froͤide lit.


XXXVI.

      Was der winter sorgen bringe
    Dien vil liehten blůmen rot,
    Was er kleiner vogelin twinge,
    Doch klage ich ein ander not:
    Der ich mich ie ze dienste bot,
    Der ist min swere gar ze ringe;
    Des bin ich an froͤiden tot.

      O we, ja hat mich betwungen
    Ir vil minneklicher munt!
    An ir ist mir niht gelungen;
    Swere dú ist mir worden kunt,
    Sit ich fant so suͤssen funt
    An der minneklichen, jungen;
    Herze! dú hat dich verwunt.


XXXVII.

      Ich solt aber, dur die suͤssen,
    Gruͤssen
    Meigen, walt, heide, ouwe
    Und der kleinen vogel sůsses singen.
    Liesse eht mir an ir gelingen
    Trut min trost, mis herzen frouwe,
    Das si minen kumber wolde buͤssen;
    Seht, so wurde ich froͤideriche.
    Truter lip, nu tů genedikliche!
    Roter munt, du maht min leit verdringen.

      Suͤssú Minne, sit din minne
    Sinne
    Krenket zallen stunden,
    Wie solde ich ie mer danne fro beliben?
    Lieber lip vor allen liben,
    Heilet mir mins herzen wunden,
    Das min froͤide lige an dem gewinne.
    Tůt ir das, so wirde ich froͤidebere.
    Selig wib, nu scheident mich von swere!
    Minne, du maht mir min leit vertriben.

      Ich han froͤide von ir eine;
    Si eine
    Troͤstet mich, ir guͤte;
    Davon můs mir spilndú froͤide swinden.
    Liesse si mich genade vinden:
    Seht, so froͤite min gemuͤte,
    Das mir wurde ir roter kus, ein kleine;
    So wer ich vil manger sorgen ane.
    Trútelehter lip, ich lebe in wane,
    Das ich froͤide von iu muge enpfinden.


XXXVIII.

      Nu hat meige walt, heide, ouwe
    Wol bekleit mit maniger wunneklichen spehen wat:
    Also hat mis herzen frouwe
    Sich bekleit mit kleiden, das ir wunneklich anstat.
    Wip --
    Lich guͤte, schoͤne und ere,
    Dabi reinen můt,
    Dis gewant treit du vil here,
    Das ir edelem herzen sanfte tůt;
    Bi den kleiden lat sich vinden der vil trútelehte lose lip.

      Ach! solt ich mich senden vinden
    Bi den kleiden, die dú reine, minnekliche antreit,
    So muͤse al min leit verswinden,
    Und wurde an mangen froͤiden wol gemeit.[28]
    Sol
    Dú froͤide an mir verderben:
    Dast mis herzen not;
    So můs ich in jamer sterben.
    O we suͤsser munt, durlúhtig rot!
    Wie mich jamert nach den kleiden, sit si stant der lieben also wol!

      Wil si minen kumber wenden,
    Dú vil reine, minnekliche, der ich eigen bin,
    So sol si dú kleit mir senden
    Bi dem trútelehtem libe, so ist min leit dahin.
    Kan
    Mich ieman fro gemachen?
    Ja, ir roter munt.
    Wil mir der von herzen lachen,
    So wirt ich an froͤiden wol gesunt.
    Suͤsse Minne, bit die heren, das si troͤste mich vil senden man.

    (_Die zweyte Strophe dieses Liedes steht in der Samml. von
    Minnesing. Th. I. S. 23._)


XXXIX.

      Es fůr ein búttenere
    Vil verre in froͤmdú lant,
    Der was so minnebere,

    Swa er die frouwen vant,
    Das er da gerne bant.

      Do sprach der wirt mere
    Zů zim, was er kunde.
    ‚Ich bin ein búttenere;
    Swer mir des gunde,
    Sin vas ich im bunde.'

      Do trug er sine reife
    Und sinen treibelslagen.
    Mit sinem umbesweife
    Kunde er sich wol bejagen,
    Ein gůt geschirre tragen.

      Sinen tribelwegge
    Den nam si in die hant
    Mit siner slehten egge.
    Si sprach: ‚heilant!
    Got hat úch har gesant.'

      Do si so gebunden
    Dem wirte sin vas,
    Nebent und ouch unden,
    Si sprach: ‚ir sint niht las;
    Mir wart nie gebunden bas.'


XL.

    Von walhen fůr u. s. w. _Zwey Strophen._

      (_S. Samml. von Minnesing. Th. I. S. 23._)


XLI.

    Uns jungen mannen mag u. s. w. _Drey Strophen._

      (_S. Ebendas._)


XLII.

      Winter, du wilt aber twingen
    Blůmen und der vogel sang,
    Die man horte suͤsse erclingen
    In der ouwe, dest niht lang.
    Nu ist min hohgemuͤte krank;
    Doch wil sich min froͤide ringen
    Durh die, nach der ich ie rang.

      Selig wib, suͤsse und reine,
    Schoͤn und minneklichen var!
    O we, das ir min so kleine
    Nement mit spilnden ougen war!
    Ich diend ie mit truwen dar.
    Sit ich úch mit trúwen meine,
    Lant mich niht verderben gar!


XLIII.

      Liehter sumer, dú suͤsse wunne
    Wil bi mangen froͤiden sin.
    Bas,
    Danne ich gedenken kunne,
    Singent aber diu vogellin;
    Dabi siht man schone in bluͤte
    Boume stan: des meigen guͤte
    Treit dem winter manigen has.

      Nu ist der vogellin not zergangen;
    Noch klage ich einander not.
    We!
    Ja můs mich des belangen,
    Das ir munt, durlúhtig rot,
    Mir niht wil die froͤide meren.
    Suͤsse Minne, meht du leren
    Si, das mir min leit zerge!


XLIIII.

      Mich entroͤstet niht der walt und ouch dú heide,
    Mich entroͤstet niht der kleinen vogellin singen;
    Den tůt der kalte winter aber leide:
    Dabi kan mich dú minnekliche twingen.
    Was wend ir, das dú liebe, kúsche meine?
    Nu ist sis doch, dú suͤsse, dú vil reine;
    Wan lat si mir durh wibes guͤte bas an ir gelingen?

      Dú minnekliche mag wol mit mir teilen
    Ir wibes guͤte; die hat si beslossen.
    Si mag mir mine sere wunden heilen,
    Die si mir mit ir minne hat geschossen.
    Vil selig wip, nu wende mine swere,
    Und tůst du das, so wird ich froͤidebere.
    Gedenke, das ich wibes guͤte selten han genossen.


XLV.

      Nu siht man die
    Gruͤnen heide
    Wol bekleidet, wol geschoͤnet.
    Schouwent an den gruͤnen walt!
    Nu hoͤret man die vogelin singen
    In den wunneklichen ouwen.
    Die der kalte winter twang,
    Die siht man in wunnen beide.
    Vogel sang
    Mit froͤiden doͤnet,
    Wan ir stimme ist manigvalt.
    Nů siht man die blůmen springen,
    Der mag man ein wunder schouwen,
    Sit der liebe sumer ist hie.

      Manger froͤit sich
    Gegen der wunne;
    So leb ich in sender swere
    Nach der lieben frouwen min,
    Dú da kan so suͤsse lachen,
    Swenne ir roter munt erlachet,
    Und er liebe lachen sol.
    Bas, danne ich erdenken kunne,
    Kan si wol,
    Dú seldenbere,
    Kúsche und dabi wiplich sin.
    Si kan mir die froͤide machen,
    Das min herze an froͤiden krachet.[29]
    Frouwe Minne, darzů sprich.

      Minne, hilf das
    Mir dú here
    Mit ir liehten ougen brach[30]
    Mine sende swere buͤsse,
    Die ich von der schonen dulde.
    Doch froͤit mich ein lieber wan,
    Das si mir min leit verkere,
    Wan ich han,
    Dast ane lougen,
    Von ir sendes ungemach.
    Minne, sprich, das si mich gruͤsse;
    Minne, wirb mir umb ir hulde:
    Sost mir senden, siechen bas.


XLVI.

      Nu woluf! gruͤssen
    Wir den suͤssen,
    Der uns buͤssen
    Wil des winters pin,
    Der uns wil bringen
    Vogelin singen,
    Blůmen springen
    Und der sunnen schin.
    Da man sach e
    Den kalten sne,
    Da siht man gras;
    Von touwe nas,
    Bruevent das
    Die blůmen unde der kle.

      Vorhin in walde,
    Uf der halde,
    Hort man balde
    Wunneklichen schal.
    In suͤsser wise,
    Gar von prise,
    Hohe, lise,
    Singet dú nahtegal.
    Der vogellin sanc
    Der ist niht zekrank
    Hin gegen dem meigen.
    Megde! leigen!
    Wir sun reigen
    Den sumer lanc.

      Des meigen bluͤte,
    Des sumers guͤte
    Hohgemuͤte
    Git den vogellin.
    Das hilfet mich kleine,
    Wan dú reine
    Troͤste alleine
    Noch das herze min.
    Ir brunes har,
    Ir ougen clar,
    Ir roter munt
    Hat mich verwunt
    Bis an den grunt,
    Swie fro ich doch gebar.


XLVII.

      Winter, du wilt aber vil verderben
    Liehte blůmen, die doch schoͤne waren;
    Und ein wib, dú wil mich froͤide ersterben,
    Der ich pflag in froͤiderichen jaren:
    Dú gůte, dú gůte, dú reine,
    Die ich mit ganzen trúwen iemer meine.

      Sit dú welt an froͤiden wil verswinden,
    So moͤht ich wol lassen ungesungen.
    Wan ein wib des war ich wolte erwinden,
    Nach der ie min herze hat gerungen:
    Dú gůte, dú gůte, dú reine,
    Die ich mit ganzen trúwen iemer meine.

      Wol gebaren und lieplich lachen,
    Lieplich bliken dar und dan mit guͤte,
    Das kan dú vil gůte wol gemachen;
    Gegen ir troste froͤit sich min gemuͤte:
    Dú gůte, dú gůte, dú reine,
    Die ich mit ganzen trúwen iemer meine.

      Wer gesach ie von so rotem munde
    Minneklicher lachen und gruͤssen?
    Den kust ich vil gerne, ob si mirs gunde,
    Dú mir minen kumber kan gebuͤssen:
    Dú gůte, dú gůte, dú reine,
    Die ich mit ganzen trúwen iemer meine.

      Dú reine ist vri vor missewende,
    Der ich dienen wil gar eigenliche.
    Ich bit ie, das si mir helfe sende;
    Tůt si das, so wirde ich froͤideriche:
    Dú gůte, dú gůte, dú reine,
    Die ich mit ganzen trúwen iemer meine.


XLVIII.

      Nu siht man aber die wunneklichen heide
    In speher wat mit blůmen wol beschoͤnet;
    Man hoͤret die vogellin in dem walde singen,
    Den tet der kalte winter vil zeleide;
    Nu ist aber der walt mit sange wol bedoͤnet,
    Den hoͤrt man in dú oren suͤsse erklingen;
    Si froͤwent sich gegen des suͤssen meigen bluͤte:
    So sent sich min gemuͤte
    Nach der vil reinen guͤte;
    Das si mir Got behuͤte!

      Swas ieman seit, so lit der wunsch an wiben.
    Si kunnen in dú herzen lieplich lachen;
    Ir loslich ougenblike tůnt froͤidenriche;
    Ir reine guͤte kan wol leit vertriben,
    So sis mit guͤte wellent lieblich machen.
    Ze der froͤide ich in der welte niht geliche.
    Ach ie doch das tůt mir niht dú reine, suͤsse,[31]
    Die ich mit sange gruͤsse.
    Got mir des helfen muͤsse,
    Das si mir kumber buͤsse.

      Ir wol geroͤter mund, ir liehten ougen,
    Ir kel, ir kinne, ir roͤselehte wangen,
    Die hant das sende herze min betwungen;
    Do si darin geblihten lieplich tougen,
    Darnach zehant do wart ich ir gevangen.
    Darzů do kam dú Minne darin getrungen,
    Si sprach: nu hab ich mich din underwunden.
    Das han ich wol befunden
    An minen senden wunden,
    Die stent noch unverbunden.

      Was treit úch fúr, fro Minne, ob ich verdirbe?
    Was hilfet es úch, suͤssú seldenbere?
    Durh Got, nu bin ich doch verselt úch beiden.
    Was treit úch fúr, fro Minne, ob ich erstirbe?
    Was hilfet úch min lange werndú swere?
    Mich jamert, sol min herze von úch scheiden,
    Sit ich úch han gedienet manige stunde.
    Hei, kus von rotem munde!
    Ob mir din trost des gunde,
    Das mich dú liebe enbunde.

      Ich wil den valschen und den ungetrúwen
    Zeleide singen, und den edeln jungen
    Zeliebe, und  der vil lieben, die ich da minne.
    Ir valsches herze kan den valsch wol brúwen.
    So we in ie wart so we der valschen zungen,
    Dú valschet in ir herzen und mit sinne.
    Das schat mir niht: ob mich dú suͤsse reine
    Wil meinen, als ich meine
    Si, lieben alterseine;
    So schat ir has mir kleine.


XLIX.

      Nu ist manig herze vro,
    Wan das mine; das můs iemer trurig sin,
    Es enwende ir guͤte also,
    Das ir guͤte troͤste mir das herze min.
    Hei, nahtegal!
    Suͤssen schal
    Bringet uns des meigen zit.
    Al min trost an einem reinen wibe lit.

      Aller miner selden tag
    Lit an der, diu mir das herze hat verwunt.
    Niemant mich getroͤsten mag,
    Wan dú schoͤne und ir roseroter munt.
    Hei, wer aber das,
    Ane ir has,
    Das ichs umbevienge also!
    Minne, sunder dinen dank, so were ich fro.

      Minne, sunder dinen dank...
    Hab ich das gesprochen, das ist mir leit.
    Nu sich an, min lip ist kranc.[32]
    Nieman mich getroͤstet, wan ir werdekeit.
    Hei, Minne, sprich
    Wider mich!
    Sprich ein guͤtlich wort zů ir,
    Das dú reine suͤsse tů genade an mir.


L.

      Sol ich disen sumer lang
    Bekumbert sin mit kinden,
    So wer ich lieber tot.
    Des ist mir min froͤide krank.
    Sol ich niht ze den linden
    Reigen: owe, dirre not!
    Wigen, wagen, gugen, gagen,
    Wenne wil es tagen?
    Minne, Minne, trute Minne, swig! ich wil dich wagen.

      Amme, nim das kindelin,
    Das es niht enweine.
    Alse lieb als ich dir si,
    Ringe mir die swere min!
    Du maht mich alleine
    Miner sorgen machen fri.
    Wigen, wagen, gugen, gagen,
    Wenne wil es tagen?
    Minne, Minne, trute Minne, swig! ich wil dich wagen.


LI.

      Dú nahtegal dú sang so wol,
    Das man irs iemer danken sol,
    Und anderen kleinen vogellin.
    Da daht ich an die frouwen min
    Dú ist mins herzen kúnigin
    .............
    ............
    .............
    ............[33]



BRŮDER EBERHART /von/ SAX, _ein Bredier_.


    _Nach dem Liede auf die heilige Jungfrau, das in der Samml. von
    Minnesingern Th. I S. 28...30 abgedruckt ist, findet sich in der
    Bremischen Handschrift folgender Anfang eines andern Liedes. Ob
    auch in der Pariser Handschrift nichts mehr steht?_

      Ewig geburt, gotlich ein lamp, vil megtlich gezwiget,
    Verborgen ros in lilien blat, einvalt und doch gedriget,
    Verholn und gevriget,
    Und unerkant din wesendes wesen,
    Vor allem wunder suͤsses wunder, wunderlich gemeret,
    Sin kraft in siner wisheit als.....
    ..............
    ..............
    ..............
    ..............



HER RUDOLF /von/ ROTENBURG.


I.

      Kunde ich geloben die frowen min,
    Als ich entstan
    Ze rechte wol,
    Mit trúwen das ich tete:
    Der ich můs iemer mere sin
    Gar undertan;
    Min herze sol
    Ir tragen wernde stete.
    Ob ich si niht geloben kan,
    So wissent doch,
    Das die dir sint
    Von Troie unz uf die Sone
    Niender funden einen man,
    Der spreche, noch
    Ie sach ein kint,[34]
    Das lebt wol alse schone.
    Solde ich der frouwen haben wal,
    Der leben stat
    Uf hohem pris,
    Fúr miner frouwen minne,
    Von Maggun unz ze Portegal;
    Mins herzen rat
    Wer ir amis,
    Von der ich lones sinne.

      Was schate mir ein schwacher nit,
    Ob mir dú schone gúnde,
    Das ich ir diende zaller zit,
    So vil ich danne kúnde?
    Was leiden mannes were das,
    Der mir der selde erbunde,
    Ob ich erwurbe, ane ir has,
    Das ich genade funde!

      Es ist ein reiner sitte gůt
    An frouwen, das
    Si minnent die[35]
    Gar ane strit
    Mit stetem můte stent in ir gebande.
    Daruf so húget min hoher můt;
    Wande ich vergas
    Der gůten nie,
    Ze keiner zit,
    Sit dem tage, das man si genande.
    Wil si mir des gelouben niet,
    Das ich ir bin,
    Und lange was,
    Gar undertan,
    E ich si durh der ougen schin erkande,
    Und ich mich nie von ir geschiet,
    Und ie min sin
    Ir tugende las
    Uf gůten wan;
    Des setze ich ir das herze min ze pfande,
    Das mir nie wib so nahen kan
    Und niemer sol.
    Swie verre ich si,
    So wissent das:
    Die mine sinne stent in dem lande,
    Da ich ir kunde alrerst gewan.
    Mir tete wol,
    Mohte ich ir bi
    Getweln bas
    Mit steteclicher fůge und ane ir schande;

      So neme ich fúr der vogelin sang
    Der wolgetanen minne,
    Swie doch der nahtegalen klang
    Mir troͤstet mine sinne.
    Vil dike so der min gedank
    Mit sorgen lebt hierinne;
    Sie machet mir das leben kranc,
    Mis herzen kúniginne.

      Sin enpflege masse:
    Von der strasse
    Můs ich uf den smalen pfat,
    Da sprichet mir dú sorge mat;
    So můs ich froͤide miden,
    Und grossen kumber liden.
    Ob ich mit stete
    Gut gerete
    Nicht an ir erwerben kan,
    So heisse ich niht ein selig man.
    Si pfliget so vil der guͤte,
    Davon das min gemuͤte
    Dike singet
    Und springet,
    Uf genedeklichen wan.
    Si ist ro rehte wol getan,
    Das nieman si ensehe,
    Wan der von schulden jehe:
    Der also were,
    Das er swere
    Wolde liden dur ein kint,
    Der wer an beiden ougen blint,
    Wolt er si niht enminnen
    Von allen sinen sinnen.
    Uf aventúre
    Ich diene ir húre,
    Seht, darzů wol zwenzig iar,
    Das ich so gros als umbe ein har
    Ir kunde nie geniessen:
    Es muͤsse si verdriessen.
      Ovidius, der wise man,
    Do der von erst minne pflag,
    Do kunte er uns den sinen ban.
    Ob si die naht ald den tag,
    De keiner lib,
    Man alder wib,
    Die minne unrehte pflegen;
    Der nîden schar
    Die nemens war:
    Das die vor kilchen legen!
    Der blůmen schin
    Sol iemer sin
    Von ir gewalt gescheiden!
    Dú heide hreit
    Si unbereit
    Den kargen und den leiden.
    Mir tůt der kumber niht so we,
    Den ich můs von in liden;
    Davon, si tetens deste me,
    Bete ich, sis gar vermiden.
    Min reht ist, das ich von in dulde
    Kumber und has.
    Die mir miner frowen hulde
    Erbunden, ane was,
    Wanden si, das ich ins gulde,
    Si heten mich bas.
    Gar ane alle mine schulde
    So nident si das,
    Ob mir geschehe,
    Das ich sehe
    Ein wib, der ich bin undertan,
    Und ie was, ane valschen wan,
    Das sie mich umbevienge.
    Der die darumbe hienge,
    Die gůten lúten
    Wendent trúten,
    Da es nieman scheiden sol,
    Das kunde ich vertragen wol.
    Ich bin in niht geminne,
    Swas ich davon gewinne.
      Sorgen bůs
    Tete ein grůs
    Schone mir,
    Der von ir
    Keme; so
    Were ich fro.
    Verre bas
    Tete das,
    Danne ein wib
    Minen lib
    Hete wert.
    Bas gewert
    Wer ich hie,
    Darnach ie.
    Min gedank
    Ane wanc
    Stete pflag.
    Untz ich mag
    Alder kan
    Sele han,
    So můs das herze min
    Ir iemer stete sin,
    Uf den wan;
    Wande ich han
    Mich gar an si verlan.
    Nu nimt genůge wunder,
    Das ich so grossen kumber klage,
    Und iedoch darunder
    Ein so hoh gemuͤte trage.
    Da han ich gůt gedinge,
    Das si mir libes ende gebe,
    Darnach ich iemer ringe,
    (Das wissent!) aldiewile ich lebe.


II.

      O we, das ich si miden sol
    Ze keiner zit
    Durh swachen nît,
    Die ich můs iemer minnen!
    Das tůt vil maniges herzen wol,
    Der sinen můt
    Hat gar behůt
    Vor tougenlichen sinnen.
    Ich bitte Got, das ime besche,
    Als ich im gan,
    Der mir erban
    Ir minneklichen guͤte.
    Wan hassent si den kalten sne,
    Und gunden mir,
    Ob ich an ir
    Erwurbe ein hoh gemuͤte?
    (Ja muͤste er han gelukes rat,
    Der das verdienen wolde.)
    Ich wene, es were ein missetat,
    Ob ich si minnen solde.
    Ich neme, swie es mir darumbe ergat,
    Ir roten mund ze solde
    Fúr tusent march; und ob der pfat
    Flusse von rotem golde,
    Des moͤhte ich senfter enig sin.
    Geloubent das:
    Mir tete bas
    Der welte has,
    Danne ob ich si ze langer zit verbere.
    Mir tůt ir liehter ougenschin
    Den lib so clar
    (Dú rede ist war!),
    Das man ein har
    Sehe in dem herzen, swanne ich bur were.
    Ich wil ir dienen ane zil;
    Des habe ich reht:
    En eben sleht
    Wer ich ir kneht,
    Ob si mir niemer liebes iht getete.
    Ouch duhte mich der selden vil,
    Das ich si sach,
    Und mir geschach
    Ein ungemach,
    Davon ich ir můs iemer wesen stete.
    Sin welle ir guͤte an mir began,
    Uf der genade ich singe;
    So můs ich stete unfroͤide han,
    Swie mir daran gelinge.
    Si sol mich niht verderben lan;
    Wande ich uf gut gedinge
    Mit trúwen ir bin undertan,
    Und darnach iemer ringe,
    Das ich ir ere
    Gerne mere,
    So vil als ich beste kan;
    Wande ich si mir erwelet han
    Us allen guten wiben.
    Ich wil bi ir beliben,
    Ob si es gerůchet.
    Swer mich sůchet,
    Dem zeige man mich da,
    Weis got! und niender anderswa,
    Unz ich der sele walde.
    Vor dem gruͤnen walde
    Suln wir beginnen
    Schone minnen,
    Si mich, und ich gerne si,
    So wirde ich aller sorgen vri;
    So lebe ich niht ungerne,
    Ob mir der tagesterne
    Gelit so nahe,
    Und umbevahe
    Ich si. Das lassen ane zorn;
    Dú rede were eht gar verlorn.
    Das nide swer der welle.
    Solde ich davon die helle
    Beschowen innen,
    Selker minnen
    Muͤst ich úh pflegen da zehant.
    Ob es da were also gewant,
    Das mir dú schone gunde,
    Das ich ir, alse ich kunde,
    Der blůmen breche;
    Da gereche
    Ich mine lange swere also,
    Davon das min gemuͤte fro
    Belibe zallen ziten.
    Ob ichs kan erbiten,
    So wirt mir alles des ich ger,
    Ob ich da gůt gelúke han.
    Der rede moͤhte sin min wer
    Der Babest da von Lateran,
    Das si mich wert
    Des ich gegert
    Nu lange han mit stete,
    Alder aber giht:
    ‚Ich tůns niht,
    Ob er mich iemer bete!'
    Es lit an ir
    Swas iemer mir
    Beschehen sol ze heile:
    Si troͤste mich!
    So hangen ich
    An dem rades teile,
    Da maniger hanget ane trost,
    Der doch genaden dinget,
    Das er von rúwen werde erlost,
    Und darnach iemer ringet.
    Ist das ich niht gewinne[36]
    Lon von ir gewalt,
    So můs ich gar ane sinne
    Loufen in den walt.
    Mines herzen kúniginne,
    Der ich bin versalt,
    Dú sol mir ir suͤsse minne
    Teilen manicvalt.
    So das geschehe
    (Das ich spehe,
    Weis got! nu vil mengen tag
    Mit dienste, als ich beste mag),
    Das mir ir schonen ougen,
    Als ichs gemeine, tougen
    Ze heile winken:
    Solde ich hinken,
    Dur das eine, tusend jar
    An minen beinen, das ist war,
    Das ich es gerne tete.
    Uf alse gůt gerete
    Sol ein man
    Schaden han.
    Es ist reht,
    Das der kneht,
    Diene wol,
    Da er sol
    Lon enpfan:
    Also han
    Ich vil gar.
    Selten war
    Nan si doch
    Des ich noch
    Ie gesprach;
    Sin gesach
    Nie durh das
    Deste bas
    Her ze mir:
    Doch ich ir
    Stete bin.
    Min gewin
    Was ie noch kleine da.
    In gesůche anderswa
    Niemer solt;
    Unverscholt
    Wer ich ir iemer holt.
    Ich lide grosse swere,
    Die ich doch iemer gerne dol,
    Wie kumbe ich ir enbere.
    Si tůnt mime herzen wol,
    Swie si des niht geloubet,
    Das ich ir holdes herze trage,
    Dú mich der sinne roubet:
    Damitte ich ir genaden jage.
    Solde ich des Riches crone
    Von rehte tragen iemer me,
    Genige ich niht ir lone
    So gros als umbe ein bone,
    Mir tete dannoch ir laster iemer we.


III.

      Ein hoher můt
    Mich singen tůt
    Disen wunneclichen sanc!
    Schoͤne und gůt,
    Hoͤfsch und frůt
    Ist min frouwe, sunder valschen wanc,
    Nach der min herze ringet.

      Ir roter munt
    Hat mich verwunt
    Sere, durh der ougen schin.
    Werde ich gesunt,
    (Dast mir wol kunt)
    Das můs gar an ir genaden sin,
    Dú mich so sere twinget.

      Hab ich des nît,
    Das si mir lit
    Naher danne ein ander wib:
    Denselben strit,
    Ane endes zit,
    Wil ich liden umbe
    ir werden lib,
    Der mir noch froͤide bringet.

      Herze und sin
    Hat si mir hin
    Mit ir schoͤnen zucht benomen.
    Dast min gewin;
    Wan ich ir bin
    Eigenlicher danne irs hant vernomen,
    Swie mir daran gelinget.


      Hei, schoͤnest aller wibe,
    Du, nim sendes war,
    Wand ich dich minne gar,
    E das der selden schibe
    Mich hin verdruke dar
    Zů der verzalten schar.

      Si liebet mir
    Von schulden alle tage,
    Die ich, herze! dir nahest trage.
    Unmere ich ir
    Durh mine klage,
    Das muͤse sich verkeren!
    Ich bin geborn
    Ze dienste ir werdekeit.
    Dast gar verlorn,
    So si mir seit:
    Des mag ir zorn
    Min herzeleit
    Mit lihter kunst gemeren.
    Ir ougen glast,
    Ir roten mundes schin,
    Machen mich gast
    Der sinne min.
    Der minnen last
    (Das můs nu sin)
    Wil mich an froͤiden seren.

      Frouwe, aller tugende krone,
    Tů mir der sorgen rat!
    Wande dir gesichert hat
    Vor allen frouwen schone
    Min herze, swie es ergat,
    Ane arge missetat.

      Parcifal, der leit dur minne
    Grossen kumber und not.
    Mehoth pflag derselben sinne,
    Wande es ime Amur gebot.
    Glies und eine kúniginne
    Minten sich unz an den tot.
    Noch minne ich herzelicher
    Dich lieben selicheit
    Mit ganzer stetekeit.
    Wirde ich iht lones richer
    Von diner werdekeit,
    Des wirt min froͤide breit.

      Das dú maget Lavine icht were
    Schoͤner danne min frouwe si,
    Oder Pallas, dú witen mere:
    Des gelouben bin ich fri.
    Si kan froͤmden grosse swere
    Und kan sorgen machen bi.
    So gros ist, frouwe reine,
    Din er und din gewalt;
    Din selde ist menicvalt.
    Ich bin din ungemeine,
    Darzů bin ich gezalt,
    Des wirt min froͤide balt.

      Mir tumben ist also geschehn:
    Ein lieb hat mir min ougen ersehn,
    Des ich niemer sit vergessen kunde;
    Dast ein reine, selig wib.
    Nach ir lieben, roten munde
    Sent sich al min lib.
    Ohey, Ohey!
      Sit ich die schonen erst ersach,
    Von der ich han menig ungemach,
    So nam mir ein minnekliches lachen
    Alle die gedanke min.
    Also kan si toren machen;
    Dast an mir wol schin.
    Ohey, Ohey!
      Si hasset mich gar unverscholt,
    Der ich bin mit trúwen holt.
    Ich můs mich dem boume wol gelichen,
    Der sunder rinden stat,
    Unz min lib der minneklichen
    Sich gefroͤmdet hat.
    Ohey, Ohey!


      Du hast doch, frouwe here,
    Min herze und den gedank,
    Ane aller hande wank,
    Swar ich des landes kere,
    Du lebst darane getrang;
    Da mich dú minne twanc.

      Dast ein kumber,
    Si wil mir niht bas
    Noh gelouben, das
    Ich ir nie vergas,
    Sit ich tumber
    Erst da gesas,
    Da man werde mas
    Aller tugende vas
    Diu hant die besten minne
    Zwischen Paris und der Sal
    Mit lobelicher zal
    Mins heiles kúniginne
    Wande in mins herzen wal
    Stet aller wibe kal.
    Ob das Riche
    Were mir gesant,
    Dannoch al dú lant,
    Dú man erkant
    Eigenliche,
    Lies ichs in ir hant.
    Dú min herze bant,
    Aldar ich si vant:
    So lieb ist mir din ere,
    Die ich, frouwe, minnen můs.
    Uf dinen werden grůs
    Dien ich dir iemer mere
    Von dem houbet unz uf den fůs;
    Des wirt mir niemer bůs.
      Beide, rot und wis,
    Also hat der nature flis
    Gemachet ir wengel var,
    Und hat dabi ze wunsche gar
    Gestalt ir minnerichen munt,
    Gelich deme, als er spreche zaller stunt:
    Kússe, kússe, kússe mich!
    Alse tet ir nieman gerner danne ich,
    Wolde sis versinnen sich.
    Mir schadet ein not
    (Und niht so vil),
    Das ich si selten sihe,
    Die ich iemer minnen wil.
    O we wie wirt der sorgen rat,
    Dazů man heiles noch der statte niene hat!


IV.

      Hete ich niht anders leides me,
    So wolde ich klagen den gruͤnen kle,
    Den uns der rife und ouch der sne
    Verderbet hat:
    Daran geschiht mir leide.
    Nu geht mir naher ander leit,
    Das mir ein wib so gar verseit
    Ir minne, die mit stetekeit
    Gedienet hat
    Min lib, min herze, beide.
    Dú mir vor allen wiben
    Ze frouwen můs beliben,
    Wil dú mich verderben so,
    Wer sol mich danne machen fro?
    Ja wers ir súnde, ob si mir also tete.
    Ich was ir ie getrúwe,
    Und bin ir iemer núwe.
    Schoͤner danne ein spiegel glas,
    Herter danne ein adamas,
    So ist ir das herze min an rehter stete.

      Wol der Minne,
    Dú min sinne
    Leret
    Und keret
    Nach der besten einer, die man in alder welte erkennet!
    Wol der guͤte,
    Der gemůte
    Machet,
    Das mir lachet
    Herze und al die sinne min, swa man si vor mir nennet!
    E ich den kumber,
    Den ich tumber
    Dulde,
    Durh ir hulde,
    Liesse, lieber hette ich Rome und Engellant verbennet.
    Und liege ich das,
    So muͤsse ir has,
    Der ich nienen vergas,
    Min leit vertragen;
    So wurde krank
    Al min gesank.
    Ir werden dank
    Můs ich bejagen,
    Des wurden tusent herzen lebende ane swere.
    Swie min frouwe ir versagen
    Wider mich verbere,
    Son weis ich noch des kúniges niht, der mir geliche danne were.
    Was hilfet si das riche gůt,
    Die niht wibes minne minnent,
    Und des niemer niht beginnent,
    Das man nennet hohen můt?
    Des hoͤfschen zimt den frouwen niht,
    Swes herze unsanfte wol getůt.
    Maniger suchet dur das jar,
    Des er doch niht vinden wolde.
    Sere man si hassen solde,
    Die den wiben sagen unwar.
    Swie kleine es mich doch frume,
    Ich geloug in nie so túre als umb ein har.
    Leider, si minnent alle niht als ich,
    Die da wibes minne flissent sich.
    Des sol min frouwe lan geniessen mich;
    Ja enbin ichs niht, der valscher minne gert.
    Valsches wil ich niemer werden wert,
    Das hab ich her behalden drisseg vert.
      Dú vil liebe und dú vil reine,
    Die ich so herzelichen meine,
    Erwirbe ich der niht ein vil kleine,
    So fúrhte ich, das min sang erzage.
    Swie min frouwe mir des gunde,
    Das ich von ir minneklichen munde
    Ir werden grůs bejagen kunde,
    So verdurbe al mins herze klage:
    Swie ich ir minne niht bejage,
    So wissent, das ich allen froͤiden widersage.


V.

      Ich tete gerne schin
    Grossen pin,
    Den ich nu lange han.
    Wolde gelúke sin
    Der venre min,
    So muͤse ich sorge lan.
    Swie mir daran gelinge,
    Doch ratet, das ich singe,
    Ein wunneklicher můt;
    Ouch dunket es mich gůt.
    Swer ere gerne jaget,
    Der gevat ir deste me;
    Des bin ich unverzaget,
    Swies mir darumbe erge.
    Ich bin ein selig man,
    Das ich ie gewan
    Als schonen sin,
    Der mich geleren kan
    Lassen und han,
    Als ich spil under in,
    Und ich wol kan gescheiden
    Die lieben von den leiden.
      Das mein ich an ein wib
    Und ir vil gůten lib,
    Dú mir die froͤide machet,
    Der ich e nien gepflag,
    Davon min herze lachet
    Vil dike, als es wol mag.
    Hohen můt ich nie gewan,
    E ich die schonen ane gesach,
    Dú mir tůt, das ich wol kan
    Verdulden, leit und ungemach.
    Min herze nie von wibe me
    So rehte wol ze mir gesprach;
    Das wolde ich wider reden e,
    Do betwanc es mich, das ich nie verjach.
    Kunde ich wol, so solt ich sagen
    Von ir das beste, als ichs enstan,
    Dú mir sol vil gar vertragen,
    Das ich han den můt an si verlan.
    Si hat beroubet ellú wib
    An mir, und můs mich eine han.
    Ja wage ich ere und ouch den lib;
    Was moͤhte ich nu dur si began?
    Si kan noch eren,
    Wol verschulden
    Lobes vil, den man ir tůt,
    Und ouch bekeren
    Nach ir hulden
    Swen si wil. Si ist so gůt;
    Wie moͤhte ich eine si verlassen?
    Ane strit
    Jo dienet ir
    Das lant gemeine,
    Und unverwassen,
    Zaller zit,
    Ist si von mir.
    War tete ich danne mine sin,
    Der mich das beste leret?
    Jo erwurbe ich lihte den gewin,
    Der manig herze seret.
    Si hat dú Minne zeineme gaste
    Nu vil manigen tag gezalt,
    Das si ir sinne niht so vaste
    Ziehen wil in ir gewalt
    Als si die mine hat getan.
    Ouch ist mir das ein ere,
    Der ich wolde wesen an
    Húte und iemer mere.
      Min herze ist gros, und wart nie swach,
    Das es getorste ernenden
    Al solche swere und ungemach,
    Dú mich tůt ellenden.
    Ist min frouwe ein teil ze her
    (Dur wen solde ich das wenden?),
    So wirt min froͤide deste mer,
    Wil si min not vollenden.
    Der zwivel tůt mir leides vil;
    Doch troͤstet mich gedinge,
    Ob ich bin stete (als ich da wil),
    Das mir vil wol gelinge.
    Ich sage iu, wer den strit geriet
    Das taten mine sinne.
    Ine můt ir anders niet,
    Wan das ich si minne;
    So hat si mich gar gewert,
    Des ich an si sinne.
    Er ist vil wis, swer masse gert;
    Des bin ich worden inne.
    Ich han mich selben úberladen
    Mit wunderlicher stete.
    Buͤset nieman mir den schaden,
    Das ziet sich ze ungerete.
    Wer solte stete an wiben gelten,
    Wan ein ungefuͤger man,
    Der missetete und selten
    Gutes iht verschulden kan?
    So schone sinne,
    Die gerieten,
    Das si kan des besten warn,
    Den sol dú Minne
    Das verbieten,
    Das an mir niht missevarn.
    Sol mich vergan ir grosse guͤte,
    Die min ouge an ir ersach,
    So můs ich lan
    Ein hoh gemuͤte.
    Das ist mir ein ungemach,
    Des ich niht vergessen wil;
    Und lebt ich tusend jare,
    So het ich iemer leides vil:
    Das sage ich iu ze ware.
    So gros ist min klage,
    Das ich gar verzage,
    Si enwelle ir widersage
    Lassen, dú mir alle tage
    Vil ze nahe gat.
    Si sol den rat
    Kiesen, der zen eren rehte stat,
    Sit si sich noch so wol behuͤtet hat
    Vor missetat.
      Swie sere mich twinge
    Si, von der ich singe,
    Doch han ich gůt gedinge,
    Das mir noch wol gelinge;
    Wande ich wil den strit
    Han alle zit,
    Unz das si der not ein ende git,
    Dú doch vil nahe zallen ziten lit
    Mir iemer sit,
    Sit si min gemuͤte
    Gevie mit ir guͤte,
    Nach der ich mich verwuͤte.
    Swie sere man ir huͤte,
    Doch bin ich der man,
    Der ir wol kan
    Verholne dienen, ob si mir des gan.
    Was kan gewerren mime libe dan
    Der mirs verban?
      Dú Minne
    Mine sinne
    Betwungen so hat,
    Das min herze stat
    Mit sorgen, swies ergat.
    Wie sol des werden rat?
    Es ist ein missetat,
    Das si mich eine lat.
    Mir were
    Vil swere
    Min můt und krank,
    Wan das si betwank
    Min herze, des ist lang.
    Das ich nach froͤiden rank
    Und ouch vil dike sanc:
    Des sage ich ir danc.
    Nu ger ich niht mere,
    Wan das dú schone mich ze rehte lere,
    In der welte sol ichs iht began,
    Davon ich múge haben wan,
    Das si min genade welle han.
    Swas ich nu von hohem můte
    Ie gesprach, und ouch tet ze gůte,
    Daran brachte mich min frouwe gůt;
    Davon min herze und alder můt
    Gerne zallen ziten das beste tůt.
      Swer gerne nach eren wil ringen,
    Der sol sinen můt betwingen,
    Das er selten an ihte missetů.
    Ja mag im wol daran gelingen,
    Kan ers mit schoner fůge bringen,
    So wol beide abent und frů,
    Das im die besten sprechent wol;
    Das helfet im dazů.
    Er sol sin milte und niht ze here:
    Das ist min tumbes mannes lere.
    Wil er in der welte den pris bejagen,
    Sunder valsch er sine sinne kere
    Daran, das er mit zúhten mere
    Sin froͤide. Tougenliche sol er tragen
    Ein lieb; davon sin herze vro
    Belibet zallen tagen.
    Ja enmag ze stete
    Nieman tragen ho
    Den můt (swie gerne ers tete)
    Noch rehte wesen vro,
    Wan der ze hohe Minne hat
    Gůten wan. Des herze stat
    Vor falscher fůre wol behůt;
    Dú minne twinget sinen můt,
    Das er zallen tugentlichen dingen můs sin bereit:
    Des wirt sin lob von rehten schulden wit und breit.
      Ein man sol niht vermiden,
    Durh boͤser lúte niden,
    Er si dien frouwen zallen ziten undertan;
    Und můs er davon kumber han,
    Den sol er gerne liden.
    Mag er si bringen inne
    Verwentlicher minne,
    Und das sin lib ist aller valscher sitte blos:
    So můs sin froͤide werden gros.
    Swel leit er des gewinne,
    Er lasse ime sin der boͤsen nît ze lihter wis.
    Was sol ein besser paradis,
    Ob er mag vro beliben
    Von wol gelobten wiben?
      Ja klage ich min swere,
    Das mir noch nie gelanc,
    Swie gerne ich da were,
    Da man nach froͤiden ranc.
    Min herze ie gerne das beste riet
    Den libe, swie es in doch niet
    Vervahen kunde umbe ein har.
    Dú wort dú dunkent mich niht war,
    Das man sprichet, darnach man werbe,
    Des werde meist dem man,
    Und ich so herzeclich ze manigen stunden geworben han
    Umb einer frouwen hulde,
    Von der ich dike dulde
    Al solich not, dú mime libe nahe gat.
    Das mich so kleine das vervat,
    Dast ane mine schulde.
    Ich diene uf gůt gedinge,
    Swie mir daran gelinge.
    Min herze ist ir mit trúwen zallen ziten bi;
    Von leide wirt es niemer vri,
    Es si das si mich twinge
    Mit ir wol stenden ougen,
    Das si mich sehe tougen
    An,  minneclich  also,
    Das ich wol muge entstan,
    Das si min genade welle han;
    So wirde ich ane lougen vro
    Und zallen ziten schon und wol gemůt.
    Des hat si leider sich behůt,
    Das si niht mit ir guͤte[37]
    Troste min ungemuͤte.
      Ich wil der schonen kúnden,
    Das mir ist rehte als e was Gurasse,
    Der in des sewes únden
    Ertranc, davon das er ane masse
    Minnet eine frouwen. Das si mich des erlasse,
    Des bitte ich inneclichen
    Die gůten, dú mich hat so gebunden,
    Das in allen richen
    Niemen lebt, der so gar verwunden
    Si von starken rúwen, als ich bin zallen stunden.
    So sere nie bevangen
    Enwart noch Riter Gawan von Minnen,
    Ich si in ir getwangen
    Noch vaster. Wolde si sich des versinnen,
    So moͤhte ich noch von ir vil suͤssen lon gewinnen.
    Es ensi das si mich welle
    Begnaden, so ist mir zallen ziten
    Als eime, der in der helle
    Můs mit rúwen Gotes helfe biten.
    Ich stirbe, ob ich ze langer vrist mit solcher not sol striten.[38]
      Ob ich von ir eine
    Verdirbe, das ist kleine.
    Wie lútzel mich das wundert!
    Ja lagent tusent hundert
    Ze Troie von Elenen tot.
    Noch gerner mac man liden dur mine frouwen not;
    Wan Got ein besser wib nie werden gebot.
    Schoͤner lebt enkeine,
    Wan die ich da meine.
    In allen landen,
    Die sie ie erkanden,
    Oder hant gesehen,
    Die muͤssen ir alle von waren schulden jehen,
    Das dem, der si minnen sol, niemer kan bas beschehen.
    Si sagent von Gúttinnen,
    Die hievor minnen
    Pflagen zallen ziten
    In dien landen witen,
    Das si weren schoͤne und gůt;
    Hete die Got wol gesunt unz her behůt,
    Si enmoͤhten gar gelichen niht der, die mich singen tůt.
    Es wart nie niht so gůtes
    Noh so hohes můtes.
    Si kan mit schonen sinnen
    Solich lop gewinnen,
    Das ir die besten sprechent wol.
    Von schulden ir ze gůte aldú werlt gedenken sol;
    Swa si wont, da můs das lant von ir sin froͤiden vol.
    Das ie so hoh das herze min
    Geriet an ein wib so gůt,
    Des můs ich fro von schulden sin.
    Si hat vor valsche gar behůt
    Ir userwelten gůten lip.
    In schoner froͤide stet ir můt
    Gehohet so fúr ellú wib,
    Das mime libe sanfte tůt.
      Min gemuͤte
    Tůt der merkere spehen
    Leides vil;
    In getar vor huͤte
    Niemer si reht angesehen
    Als ich wil.
    Des sol ir guͤte
    Niemer mich engelten lan;
    Wan, swa der lib
    Ist, min gemuͤte
    Wirt ir selten an.
    Enchein ander wib
    Enmag getroͤsten mir den můt;
    Es ensi das si mir sende
    Ein boten, der mit worten gůt
    Mir kúnde ein liebes ende.
    Glies leit vil manigen tac
    Von liebe grosse swere;
    Alienor desselben pflac.
    Wie ungerne ich verbere,
    Ich endiende ir bas, ald alse wol.
    Der lib ist mir unmere
    Ob ich si dike miden sol,
    Bi der ich gerne were,
    Ane kumber moͤht es sin.
    Nu scheident uns die boͤsen,
    Die huͤtent ir, so tůnt si min;
    Got muͤsse uns von in loͤsen!
      Mir was dú Minne ein teil ze gram,
    Dú mich vil sere twinget,
    Do si mir die masse nam,
    Damit vil maniger bringet
    Sin gemuͤte an solhen wan,
    Da im vil wol gelinget.
    Si moͤhte michs han erlan;
    Min herze unsanfte ringet.
    Nu han ich helfe noch den rat,
    An den ich mich verlasse,
    Wan der gůten, die mich hat
    Betwungen ane masse.
    Hey! wie si sich eret,
    Ob si min leit verkeret,
    Und mir die froͤide meret,
    Dú vil manig herze leret
    Leben ane twanc
    Uf suͤssen sanc,
    Der machet mengem man sin truren kranc.
    Ouch tůn ich ir den ane valschen wanc
    Uf gůten danc.
    Nu seht wie ichs wage:
    Ich seze ir ze lage
    Beide frúnde und mage;
    Kumt mir dan iht ze trage
    Ir lon, des wirde ich alt.
    Mir ward gezalt
    Von der schonen ere manigvalt,
    Der han ich funden vil in ir gewalt;
    Des bin ich balt.
    Nu enweis ich niht zeware,[39]
    Wie min frouwe wil, das ich mich gebare,
    Von der ich die grossen not enpfie;
    Sin enwart mich noch ze rate nie.
    Nu tete ich gerne das beste, wisse ich wie.
    Swas mir geschiht ze leide,
    Darumbe ich niener doch gescheide
    Von der lieben minen steten můt.
    Den sweren tag er wol vertůt,
    Der sich versiht, das der abent werde gůt.


VI.

      Das erste leit das erste wib
    Dem ersten man
    Geschaffen hat,
    Der erste ie wart geschaffen.
    Ir tumbe sinne, ir wibes kip
    Verwist in an
    Des tievels rat.
    Die leien und die pfaffen,
    Wissagen, kúnige und ellú diet
    Hant leider sit
    Engolten vil
    Der súnden und der schulde,
    Dú si von paradyse schied,
    Und, in ir zit,
    Ir froͤiden spil
    Verlos und Gotes hulde,
    Wa din nam git ane underbint,
    Das, owe, nie
    Wart e vor dir
    Noch herze ser noch swere.
    Das hant die alten und ir kint
    Her gerbet ie,
    Und darzů wir.
    Ach Got, der leiden mere!
    Des waren sidher, das ist war,
    Dú frouwe und ir geselle
    Und al dú welt funftusent jar
    Mit jamer in der helle.
    Si teten wol, si teten ark
    (Das merke, swer der welle!),
    Ie doch so was ir kumber stark
    Und ander ungevelle.

      Sit wůchs ein růte von Yesse,
    Und us der růte ein blůme klar,
    Uf den ein geist
    Der sibenvalten gabe růwen wolde.
    Das was ein magt, dú sit noch e
    Enwart beruͤret umb ein har,
    Von des volleist,
    Der si geschůf, und den si tragen solde.
    Ein stude es noch bezeichnet bas,
    Die Moyses, der gůte man,
    In fúre sach,
    Das doch nit bran dú stude noch ir tolde.
    In glicher wis ir lip besas
    Der wise Got, der wunder kan,
    Das nie zerbrach
    Ir kuͤsche, dú sich varwet nach dem golde,
    Das iemer stete ane ende wert,
    Und das man von Arabe har
    Dem keiser git
    Ze hoher gabe in presente und in solde.
    Sus hat du reine magt gegert
    Der himel keiser, das ist war.
    Sus giht David,
    Des sprúche und des getihte dich hat holde.
    Es wart ouch an dem velle erkant
    Dem fuͤrsten Gedeone,
    Das er eines tages betouwet vant
    Nach sinem willen schone.
    Das wunder hat uns sit ermant,
    Wie Got von sinem trone
    Zu dinem libe wart gesant,
    Maget, aller megde ein krone!
      Tron Salomones,
    Růte Aarones,
    Frouwe, suͤsse maget!
    Du bist ze selden uns betaget.
    Du gimme úber alle schoͤne,
    Osanne wilder doͤne,
    Du Margarite,
    Du widerstrite
    Viendes rate, boͤser ger!
    Dir ist von ende der welte her
    Behalden sunder swere,
    Das du den kúnig gebere,
    Der loͤsen wolde,
    Als er da solde,
    Adamen und sin kunne gar;
    Und e was nieman, untz dar,
    Der dir gelichen mohte,
    Und dem ze můter dohte,
    Der mit gewalte
    Sus bestalte
    Himel, erde und geschaft,
    Die wisheit nie noch meisterschaft
    Beslihte noch berihte,
    Wan sin, der es da tihte.
      Tohter schone
    Von Syone!
    Keiserinne!
    Kúniges hort!
    Der engel stimme
    Und alle ir wort
    Enkunden niht wol prisen
    Dich, maget, in alle ir wisen.
    Ezechiel sah durh ein tor
    Den hohsten keiser von dir gan.
    Das selbe tor
    Wart e davor
    Entslossen nie noch ufgetan,
    Wan ime durh sich.
    Sus hat er dich
    Behalten zeiner porte,
    Dú niemer me,
    Noch sit noch e,
    Ze nieman traf noch horte.
    Du bist ein sal,
    Der berg und tal
    Bewachet und beslússet.
    Du bist ein gelt,
    Das al die welt
    Begnadet und begússet.
    Des lobent dich in widerstrit
    Der sunne und ouch der mane.
    Din lob, din ere sint beidú wit;
    Dich lobt der Tremúndane.
    Zimbal, er, und swas erklinget,
    Das ist dir bereit.
    Swas leben wil, und swas gedinget,
    Das git underscheit,
    Das es von dinen gnaden singet,
    Sprichet und seit;
    Wan uns von allen sorgen dringet
    Din erbarmekeit.
    Din lob die siren
    Und die liren,
    Harpfen, rotten kunden nicht
    Volbringen: des dú warheit giht.
    Es moͤhte niht beschrien
    Tanbur noch symphonien.
    Alle organisten
    Mit ir listen
    Kunden niht an dinen lobe
    Erzeigen, in were dannoch obe
    Ir melodie, ir wise
    Des wunsches von paradyse.
      Swer nu spil
    Haben wil
    Von der maget,
    Dú verjaget
    Hat die not
    Und den tot,
    Der bishar,
    Lange swar,
    Der si fro,
    Spreche also:
    Lob si dir
    Hin von mir,
    Kúnigin!
    Selden schrin!
    Sit din trost
    Hat erlost
    Alle die,
    Die noch hie
    Ir lebin
    Uf gewin
    Mit gedingen zů dir hant,
    Und sich an dich verlant.
    Den tů so,
    Das si fro
    Dort beliben sunder dro.
    Der geist, der alle sinne
    Enzúnden und erlúhten mag,
    Der helfe uns, kúniginne,
    Rehter sinne uf selden tag.
    Also swer an dich dinge,
    Ald dich von herzen minnen kan,
    Das den din helfe bringe
    Fúr den, der ende nie gewan.

    (_Nun folgen die Lieder, die in der Samml. der Minnesing. S. 32b.
    bis S. 35b. abgedruckt sind._)



HER HEINRICH /von/ SAX.


    _Von diesem Dichter fehlt in der Samml. der Minnes. folgendes, in
    der Bremischen Handschrift mit I. bezeichnetes Gedicht._


I.

      Ich bitte úch, lieben gůten,
    Das ir vernement minen pin;
    Uch, werden hohgemůten,
    Die wiben holt von herzen sin,
    Und ouch úch, gůten frouwen,
    Das ir gerůchent mine not
    Dur úwer guͤte schouwen,
    Wie gar ich bin an froͤiden tot.
    Ein wib dú hat mich gebunden so,
    Das ich gar ane alle froͤide bin;
    Min lib můs eht iemerme sin unfro,
    Si troͤste bas minen senden sin.
    Si ist so gůt,
    Das mich min můt
    Gegen ir mit ganzen trúwen treit.
    Ir roter munt
    Hat mich verwunt,
    Des ist min ungemuͤte breit.
    Ir kel ist blank;
    Der min gedank
    Von ir eht niht gewenken mag.
    Des bin ich gar
    An froͤiden  bar,
    Sin mache minen herzen tag.
    Min můt
    Und ouch gar das herze min
    Der suͤssen nien vergessen kan.
    Vil gůt
    Ist ouch dú liebe frouwe min;
    Ich bin ir egen dienestman.
    Mich hat verseret ir viel liehten ougen schin
    Mit minnen geschossen in das sende herze min.
    Wil si, so můs ich ane hoh gemuͤte leben;
    Dú here dú mag mir ouch wol hohe froͤide geben.
    Seht, als hat dú reine
    Vor allen wiben min gar gewalt,
    Die ich mit trúwen meine,
    Und habe ouch min heil an si gezalt.
    Sol mir wol gelingen,
    Das můs eht an ir genaden stan,
    Ich wil iemer singen,
    Und diene ir gerne uf lieben wan.
    Si hat mich gebunden so in ir bant,
    Das ich mus eht ir gevangen sin.
    Mich lat wol ir helferichú hant
    Us banden, wil eht dú frouwe min.
    Nu helfent mir wúnschen, ir werden man,
    Und ouch ir reinen gůten wib,
    Sit mich eht niht anders getroͤsten kan,
    Wan ir vil minneklicher lib,
    Das mich noh dú reine troͤste bas:
    Das stet ir reinen guͤte wol,
    Sit ir ouch min herze nie vergas,
    Noch niemer vergessen sol.
    Ir umbevanc
    Mich schiede wol von sender not
    Mit armen blanc;
    Ich kuste ouch gerne ir múndel rot.
    Swas ich gesinge
    Das froͤit mich in herzen niht
    (Ich tanze, ich springe),
    E das mir lieb von ir geschiht.
    Vil we tůt mir, das ich die frouwen min
    So lange froͤmede; dast mir ze lanc.
    Mich froͤite bas ir vil liehter schin,
    Danne eht alder vogelline sanc.
    So wil ich doch den jungen singen,
    Was der sumer wunne hat;
    Dur das si tanzen und springen.
          Walt mit gruͤner varwe stat;
        Nachtegal
        Suͤssen schal
        Singet, der vil sanfte tůt;
        Meien blůt
        Hohen můt
        Git den vogellin úberal.
        Heide breit
        Wol bekleit
        Mit vil schonen blůmen lit.
        Sumer zit
        Vroͤide git;
        Davon suln wir sin gemeit.
        Der kle
        Den sne
        Von hinnen vertriben hat;
        Des suln wir alle
        Mit schalle
        Ouch in froͤiden wesen.
        Mit mir
        Sult ir
        Da dú gruͤne linde stat.
        Da suln wir reien
        Den Meien,
        Kleblumen lesen;
        Da wirt dú kurzeweile gůt;
        Dar kumt schoner frouwen vil;
        Da wirt maniger wol gemůt
        Und ouch sorgen vri.
        Ahy!
        Nu si
        Vil selig, swer mit froͤiden lebe.
        Sint fro!
        Lebt so,
        Das úch Got hoh gemuͤte gebe.
        Man sol
        Sich wol
        Mit froͤiden froͤwen der sumer zit;
        Si hat
        Den rat,
        Das si wol hoh gemuͤte git.
        Der dos
        Wirt gros,
        Da wir zů ein andern komen,
        Under der linden.
        Von kinden,
        Vil wol gemůt,
        Die schar
        Vil gar
        Da sind; das habe ich vernomen.
        Ir froͤlich singen,
        Ir springen
        Vil sanfte tůt.
        Froͤide und froͤiderich gemuͤte
        Suln wir diesen sumer han.
        Heide und anger schone in bluͤte,
        Da stent blůmen wolgetan.
        Uf der heide und in dem walde
        Singent kleinú vogellin
        Suͤsse stimme, manigvalde;
        Des suln wir in froͤiden sin.
        Nu seht, wie mange wunne
        Der sumer al der welte git,
        Me danne ich singen kunne.
        Was suͤsser wunne an ime lit!
        Er kan uns froͤide machen
        Der wunnekliche sumer gůt;
        Mit manigvalden sachen
        Git er der welte hohen můt.
        Dú tal,
        Dú val
        Den winter e sint gewesen,
        Da siht man ze ringen
        Uf dringen
        Kleblůmen vil.
        Nu, wol uf! wol uf! froͤwent úch der lieben zit,
        Dú vil manigen herzen dike sanfte tůt.
        Al min froͤide an einem reinen wibe lit,
        Dú mich dunket minneklich und gůt.
        Ich wil ouch mit iu tanzen und springen me,
        Swie mir in herzen niemer liep da von besche.
        Ich wil ouch ussen
        Fro gebaren zaller zit,
        Und innan tussen,
        Da min herze in sere lit.
        Solde aber ich geleben,
        Das dú liebe frouwe min
        Mir froͤide wolde geben,
        So wolde ich in froͤiden sin
        Innen und usse mit froͤlichem můte,
        Ob dú vil reine, dú here, dú gůte
        Mich wolde enbinden. Dú suͤsse, dú reine,
        Si ist wol gestellet, dú liebe, die ich da meine.
        Davon wil ich iemermer und ane wanc
        Dienen al die wile ich iemer lebe.
        Wurde mir ir minneklicher habedank,
        Das wer mir ein lieber funt, ein richú gebe.
        Si hat alleine
        Min fúr ellú wib gewalt,
        Die ich da meine;
        Ich han min heil an si gezalt.
        Mich mag ouch machen
        Ir suͤsser múndel rot
        In herzen lachen;
        Wil si ouch, ich bin an froͤiden tot.

      Dis tanzes ist nicht mere,
    Den ich von miner frouwen han gesungen.
    Wúnschet, das si noch min leit verkere.


II.

    Vil suͤssú minne u. w.

      (_S. Samml. der Minnesing. S. 35b. bis S. 37a._)



/der von/ GLIERS.


    _Vor der Zeile:_ Kunde ich mit fůgen minen muot (_in der Samml.
    der Minnesing. S._ 42) _steht in der Bremischen Handschrift
    folgendes:_

      Ich klage mich vil leide,
    Die ich sender dol.
    Si gelichent mich der heide,
    Dú e stůnt blůmen vol,
    Und nu der ane lit
    Dú kalte winter zit:
    Alse mide ich froͤide,
    Der ich schoͤne pflag.
    Min herze stet mir oͤde,
    Das e gefúllet lag
    Vil maniger frier wal;
    Nu stet es wal chal.

      Dú leit klage ich, und eine schulde,
    Die ich doch ungerne dulde.
    Ich habe, seht, der Minne hulde
    Verlorn: dast ein not,
    Dú mich vil rot
    Und missevar vil ofte machet.
    Des min weinender schaden wachet,
    So jener slafet oder lachet,
    Der nie gewan sende sere.
    Noch klage ich mere:
    Mir hat ein wib
    Den tumben lib
    Aller froͤide in ahte braht.
    Das ist ein not,
    Das ich den tot
    Habe mir darumbe erdaht.
    Als ich das klage,
    Und irs sage,
    So ist es ir gar versmaht.
      Hie bedorft ich helfeklich gůtes rates zů,
    Wie ich getů,
    Das ich den můt,
    Lib und gůt
    Muge erbrechen gar von ir,
    Alde aber bas,
    Ane allen has,
    Muge bringen wol hin zir.
    Wil sich das wenden,
    Und niht enden,
    Seht, das muͤssen klagen wir,
    Ich und ein jegeslich siech sender man,
    Der mirs verban.
      Doch ist ir leider kleine,
    Die mir geraten kunden,
    Wan si alters eine,
    Dú mich hat gebunden.
    Ir lib ist alse reine;
    Si sol mich understunden
    Minnen, die ich da meine.
    Die mir des verbunden,
    Die muͤsse has
    Ane alles was
    Sich fuͤgen bas,
    Seht, umbe das
    Si kunnen niht wan niden.
    Ich bin in gram,
    Si mir alsam;
    An eren lam
    Ist gar ir nam;
    Ich sol si gerne miden.
    Mir tůt vil we,
    Das ich mich me
    Von inen klagen můs,[40]
    Danne es mir solde sin.
    Dem tiefen se
    Bevel ich e
    Min houbet und minen fůs,
    E ich der frouwen min
    Iemer guten hulden enbere;
    Mir were
    Gar der lib unmere,
    Gůt und alles das ich han.
    Wa wart ie man
    Von manigen dingen so betwungen?
    Het ich tusent gůter zungen,
    Ich kunde volle klagen niet,
    Wie mir geschiet
    Von senelichen sorgen
    Abent, sehent, und morgen.
      Hiebi wissent, dur das jar
    (Des ist vil war)
    Mir git du here
    Sorgen mere,
    Danne ich liebes nie gewan.
    Es ist ir ere,
    Das si kere
    Kumber, den ich von ir han.
    Minem můte
    Mag dú gůte
    Tůn mit lihten dingen wol.
    Mich hat ir růte
    In solher hůte,
    Das ichs iemer minnen sol.
      Were ich der sinne, das ich mich
    Enstunde gůtes iht,
    So hete ich liebe mir getan.
    Swer mich des fraget, dem sage ich
    Ein wort und anders nicht:
    Ich han dur si untat gelan.
      Des můs ich singen
    Und ringen,
    Wan ich si iemer minnen wil.
    Ich můs dingen
    Uf gedingen,
    Wan si ist der froͤiden zil,
    Der ich beginne,
    Unz ich inne
    Wirde froͤide: die hat si.
    Mich tůt ir minne
    Valscher sinne
    Wendig, und wandels fri;
    Ich můs dur si unstete lan.
    Ich getar von ir gewenken niht;
    Swie si mir tůt,
    Ich heis es wol getan;
    Des sols ir guͤte an mir began.
    Swie mir wol oder we beschiht,
    Ich heis es gůt;
    Ich můs in ir gebotte stan.
      Ob si mich twinget so,
    Das ich von herzen fro
    Werden niemer mag;
    So klage ich manigen tag,
    Den ich in wane,
    Froͤiden ane
    Han gesungen,
    Und mich jungen
    Tů gar alden.
    Dú min walden
    Wil unwert,
    Das ist ein ungenedig leit.
    Het si min doch dekeinen gert,
    Min klage wer niht so breit.
    Swer minen dienst wil ane dank,
    Der můs min gar geweldig sin;
    Ich tůn im doch mit willen krank,
    (Das wirt wol an dem ende schin)
    An eineg si, die herzeliebe frouwe min.
      Alsus klage ich min not
    Mit sange unz an den tot,
    Alsam der elbes tůt,
    Der keret sinen můt
    Ze suͤssem sange,
    E (dest lange)
    E er erwende.
    Solker mende
    Můs ich dingen,
    Suͤsse singen
    Und ringen,
    Als ein lib,
    Der sich des todes wol versiht.
    Si selig wib,
    Warumbe lihtert si mirs niht?
    Swenne ich erstirbe, so hat si
    Velorn ein dienstman,
    Der ir mit dienste ie was bi;
    Das wolde si nie vergůt enpfan;
    Ich liesse es sin, wolde sis noch vúr liebe han.
      Moͤhte ich die welt betwingen gar,
    Als e Rome Julius betwank,
    Ich were doch iemer froͤidebar,
    Si eine spreche habedank.
    Ich wolde nicht ein keiser sin,
    Das ich die lieben frouwen min
    Gesehe niemer zallen tagen;
    Sone wolde ich niht der krone tragen.
    Ist es niht kleine,
    Das ich si meine;
    Si ist alles das ich bin,
    Lib und sin.
    Ich wolde ins riches ahte sin,
    Und vallen in des babstes ban,
    Das ich der lieben frouwen min
    Solde heissen werder man.
    Wurde das ein wares wort,
    So were mir truren unbekort,
    So wolde ich niht min suͤsses leben
    Umbe alder welte wúnsche geben,
    In selken sachen
    Muͤste ich lachen
    Ellú minen lieben jar,
    Und wurde es war.
    Doch bin ich uf gedingen fro;
    Unz ich gedinge, so lebe ich ho,
    Und wil mich niemer des verkunnen,
    Sine sul mir ir minne gunnen.
    Ja enbin ich ein heiden!
    So bescheiden
    Ist ir minneklicher lib.
    Nu troͤste mich, das beste wib,
    Mit dinen lichten ougen,
    Das ich erkenne tougen,
    Ob mich din sendebernder suͤsser munt
    Mit gruͤsse welle tůn gesunt.

                        * * * * *

      Si prisent alle sunder strit
    Den sumer mit den blůmen rot,
    Und hant des winters ane strit;
    Si jehent, er habe gemachet tot
    Vil vogelline in siner zit;
    Swas ir genas, das was mit not.
    Nu ist der winter alse kalt
    Von uns gescheiden, sihe ich wol.
    Gerichet loubes ist der walt,
    Vil suͤssen sanges ist er vol.
    Mit blůmen varwen mannicvalt
    Du heide stet als si da sol.
    Ist ieman der an herzeleit
    Lebt, was der froͤiden siht!
    Sich hant dú zit so wol geleit,
    Das aldú welt genaden giht.
    Min trome Gote sin geseit,
    Ich wenne dest an mir en wiht.
      Was singe ich tumber von der zit,
    Dú mir so kleine froͤide git?
    Mir sint die blůmen und der kle
    Alsam der rife und ouch der sne;
    Geliche liebe tůnt si mir.
    Sich, Minne, das habe ich von dir!
    Wer ich ein ungeduldig  man,
    So meniger, der nicht liden kan,
    Ich were vor mengen jaren tot.
    Sus lide ich kumberliche not
    Mit zúhten, und tůn das so,
    Das ich an dem ende werde vro.
      Nu wil ich klagen minú leit,
    Not, und al die swere, die ich han.
    Mir wart von Minnen vorgeseit,
    Wie si habe verderbet mengen man,
    Den si mit keften úberlůt,
    Und das ir, weis Got! niemen tůt
    So rehte, der mit selekeit
    Von ir gescheide ane herzeleit.
    Der Minne dienen, ist ein not,
    Die man wunder kume tragen mag.
    Durh si leidet maniger tot,
    Der ir doch mit herze trúwe pflag,
    Sam Tristan (der mich rúwen můs,
    Swie mir der rúwe niemer bůs
    Werde), sam tet Pyramus,
    Und ouch der kúsche Ypolitus.
    Was hulfen alle die gezelt,
    Die noh ie der Minne swert erslůg?
    Es war so maniger erwelter helt,
    Das ich můt uf Minne nie getrůg,
    Und ich mich tumben des bewag,
    Ine wolde niemer ganzen tag
    Minnen dienstes sin gereit.
    Nu stet es anders: dest mir leit!
      Ich swimme an ein ze weres zil,
    Und halde ein gar verlornes spil;
    Fúr reht geschiht mir gross gewalt:
    Des ist min rúwe manicvalt.
    Ine bin so alt der jare niht,
    So man mih gra des hares siht.
    Mir ist der můt verseret so,
    Das man mich niemer rehte fro
    Gebaren siht. Wan sam der tůt,
    Der niht erwern mag sin gůt
    Ane flehen, wan fúre ims hin;
    Der lachet herus und grinet hinin:
    Alse selker smiere siht man vil
    Von minem munde sunders herzen gir.
    Ich tůn iu des ich niht enwil,
    Und swas ich herze froͤide enbir.
      Minne, das hastu getan!
    Dune woltest mich erlan,
    Ich enmuͤse haben wan,
    Da es niemer kan vervan.
    Ich han verkunnet trostes mich;
    Gedinges bin ich worden arn.
    Swer iemer muge, der troͤste sich;
    Ich můs ze Truͤbenhusen varn!
    Da erkennent alle min gemach!
    Min beste rat ist we und ach.
    Welch brůder mort er an mir rach,
    Der mich in disen kumber trach?
    Das dú Minne! Das si si
    Von mir verwasin iemer me!
    Wan lie si mich ir dienstes vri,
    Als ich doch was gewesen e
    Minú jar an disú zit!
    Es ist ein jemerlicher strit,
    Der niht anders trostes git,
    Wan danne an dem ende tot gelit.
    Nu bit ich Got, das er min not
    Bedenke, das ich niht den tot
    Genem dur alse selche tat.
    Mir selben wil ich einen rat
    Geben (het ichs e getan,
    Ich hete noch ze liebe wan):
    Das ist, sit ich bekumbert bin,
    Das ich den lib und ouch den sin
    Twinge; swer das beste tůt,
    Und niht ze valsche stet sin můt,
    Das ich des neme gůte war,
    Und, als er vert, das ich so var.
    Und tůn ich das, so weis ich wol,
    Das mir gelinget, swar ich wil.
    Warumbe niht?  wand es so sol;
    Wol tůnder lúte ist niht ze vil.
      Wes entgulte ich armer dan,
    Wirde ich ein reht tůnder man?
    Ich sol von schulden hulde han.
    Doch ist es, leider! so gewant,
    Das menger mit vil gůter tat
    Heiles lon noch nie bevant;
    Und iender gut gelúke hat,
    Dem dú schande hulde giht.
    O we, das das nieman siht,
    Alde es so rehte vil geschiht.
    Seldebern, den heil verbirt,
    Dem ie sin trúwe zuht gebar.
    Mengem ungelonet wirt,
    Des lib noch ie was schandenbar.
    Das zeget manigen gůten můt.
    Owe, so geschiht dem gůt,
    Der niemer rehte wol getůt.
    Doch rate ich eime gutem man,
    Er habe sich nit sere daran.
    Wir muͤssen doch von schulden jehen,
    Und han ouch selbe wol gesehen,
    Swer sin ding reht anevie,
    Das es im dike wol ergie.
    Wan vindet liehte der ein teil,
    Dien niemer wil gevolgen heil,
    So hilfet si doch zaller stunt,
    Swanne sprichet al der welte munt:
    Owe, das mit gůter tat
    Der man niht gelúkes hat!
      Minne, dir si vor geseit,
    Wie heil, gelúke, selde tůt,
    La dir iemer wesen leit,
    Soldest iender han behůt.
    Sit ane dich niemen si gemeit
    Noch wesen mac, so sol din můt[41]
    Dien besten lones sin gereit,
    Und niht den andern alse gůt.
    An dine genade wil ich mich
    Ergeben, und si alles hin,
    Swa du ie gesundest dich.
    Vergib mir minen argen sin
    Und ouch dú wort! La den gerich!
    Ich weis wol, das ich schuldig bin.
    Swas du gebútest, das wil ich
    Leisten iemer uf gewin.
    Von dir ensol ich noch enmac
    Noch ouch enwil! das ist eht war.
    Ich han enstanden, das din slag
    Tůt kindes houbet grawú har
    Halden; des ich mich bewag,
    Ine wolde niemer minú jar
    Dir gedienen ganzen tag.
    Das rúwet mich, ich bin es clar.
    Daran gedenke! des ist zit.
    Ein man sol lassen sinen strit
    Wider den (dest ere getan),
    Der sine wer het gar verlan.
    Ein man ist tusent manne her,
    Die alle wen sin ane wer.
    Alsus si ouch min wer verlan.

      Ich wil zeinr andere rede van.
    Ich mag ouch der vergessen nicht,
    Von der mir disú not geschiht;
    Das ist dú liebe frouwe min,
    Von der sol nu dú rede sin.

      Kunde ich mit fůgen minen můt
    u. w.
      _S. Sammlung von Minnesing. Th. I. S. 42._



HER ŮLRICH /von/ GUTENBURG.


    _Vor dem Liede, das in der Samml. von Minnesingern abgedruckt ist,
    steht in der Bremischen Handschrift folgendes Gedicht:_

      Zedienest ir! von der ich han
    Ein leben mit ringem můte,
    Als ich nu lange han getan;
    Und gan es mir dú gůte,
    Dú mir tůt das herze min
    Vil menger sorgen lere,
    So wirt an mime sange schin
    Der winter, noch dehein swere.
    Ich wil si flehen unz ich lebe,
    Das si mir froͤide gunne,
    Und si mir lon nach heile gebe.
    Si ist min sumer wunne;
    Si seiget blůmen und kle
    In mines herzen anger:
    Des můs ich sin, swies mir erge,
    Vil richer froͤiden swanger.
    Ir guͤte mich vil lútzel lat
    Dekeinen kumber muͤgen.
    Der schin, der von ir ougen gat,
    Der tůt mich schone bluͤgen,
    Alsam der heisse sunne tůt
    Die boume in dem touwe.
    Sus senftet mir den sweren můt
    Von tage ze tage min frouwe.
    Ir schoner grůs, ir milter segen,
    Mit eime senfte nigen,
    Das tůt mir ein meien regen
    Rehte an das herze sigen.
      Des ist mir sanfter danne bas.
    E mich verbere, sehent, das,
    Ich trůg e alder welte has.
    Er muͤget sich, swer mirs erban.
    Ich si ir nie so froͤmde man,
    Ich erdringe ir mere lones an!
    Sol ich dekeine wile leben,
    Mir wirt von ir vil lihte geben,
    Darnach ein keiser moͤhte streben.
    Das si mir underwilen tůt,
    Das duhte ein andern man vil gůt;
    Wan das doch hoher wil min můt,
    Dem ich geziehen nienen mag.
    Nu fúrhte ich eht der Minnen slag.
    Ich erkennen nu vil mangen tag;
    Er tůt mir leides dike vil.
    Doch were ich gerne hin an das zil,
    Da si da sol und lonen wil.
      Nu, wol hin!
    Es můs eht sin,
    Und stige uf, das herze min!
    Ich wene, ich iht engelte din,
    Swenne ir zerehte wirdet schin,
    Das ich lide disen pin
    Von diner kur und diner bet,
    Und ie mit zuhte schone tet
    An widerwanc,
    Sit mich erranc
    Ir minnen swanc
    In ir getwanc.
    Nu ist ze lanc
    Ir habedanc.
    Das tůt mich kranc,
    Des han ich mengen ungedanc,
    Das lenget mir die kurzen tage,
    Und núwent mir die alten klage,
    Von der ich wande sin erlost.
    Nu wil ich noch ir genaden trost
    Betten, als ich han getan.
    Ze heile muͤsse es mir ergan!
    In enwil ir niemer abe gestan.
    Doch troͤste mich min tumber wan,
    Ein gůt gedinge, den ich han
    Zer tugenden, der si vil begat,
    Das si mich lihte niht enlat
    Us ir gewalt.
    Disen winter kalt
    So ist bestalt,
    Ich wurdes alt
    Und sorgen balt
    Und doch versalt
    Ze manicvalt
    Und were verlorn swar es noch galt.
    Das swahte sere minen můt.
    Nu růche ich, swas si mir getůt,
    So lasse ich niemer minen strit.
    Was ob si in scheidet an der zit?
      Si sol es lan
    Understan
    Mit eteslichen dingen:
    Das ist min rat.
    Als es mir stat,
    So enmac ir niht gelingen.
    Swie si behabe an mir den sige,
    So wissent, das ich tot gelige.
    Des war, si sol
    Gedenken wol,
    Das es ir niht enzeme,
    Ob si min leben,
    Der ichs han ergeben
    An ir genade, neme;
    Si můs es iemer súnde han.
    Des sol dú gůte mich erlan,
    Dú mac sin
    Gewaltig min:
    Dest reht; ich bin ir eigen
    Nu vil lange,
    Swie es ergange,
    Und ir gezeigen.
    Des solt ich wol gewinnen fromen.
    Dú gůte, dú mir hat benomen
    Minen sin,
    Der ich bin
    Undertan,
    Si růret mich an minen alten ban,
    Den můs ich aber núwen.
    Ich hupf ir uf der verte nach;
    Mich leit ir suͤssen ougen schach,
    Swar si wil.
    Doch hoͤre ich vil
    Von frúnden und von magen,
    Warumbe ich schine,
    In dirre pine.
    Es enmac mich niht betragen,
    Die wile ich weis in ir gewalt
    Mines herzen trost so manicvalt.
    Der ich pflag
    Mengen tag,
    Wie solde ich si verlassen?
    Er irret sich,
    Swer iemer mich
    Darumbe wil verwassen.
    Er schiede e Musel in den Rin,
    E er von ir das herze min
    Gar enbúnde.
    Es ist in súnde,
    Die mir niht geloubent.
    Der ougen blic
    Mich vil dic
    Miner sinne roubent,
    Die fúrhte ich als den donrslag,
    Dem ich entwenken niene mag.
      Ob ich die schoͤnen mac gesehen
    In eime jare,
    So enkan mir gůtes niht geschehen
    Vor valscher luͤte vare;
    Die nement des war,
    Ob mir iht liebes widervar.
    Es ist ein wunder, das ich trage
    So kumberliche swere.
    Alse dike so si miner klage
    Mit genediklicher mere
    Antwúrte git,
    So froͤit den toren zaller zit.
    Mit gůten sitten
    Ich wil si aber und iemer bitten:
    Frouwe, habe genade min!
    Das zimt wol diner guͤte.
    La mich ir iemer einen sin,
    Der diner eren huͤte,
    Als ich ie tet,
    Und das niemer fůs getret
    Us dime lobe,
    Ich gelige under oder obe.
      Si endarf niht merken, das ich strebe
    Nach mines leides ende.
    Ich můs es tůn die wile ich lebe.
    Han ich es misswende,
    Des enmag ich niet.
    Min herze nie von ir geschiet,
    Noch niemer wil,
    Es gelde lútzel oder vil.
    Nieman darf des wunder nemen,
    Das si mich hat gebunden.
    Ich enmac ir kreften niht gestemen;
    So ist si obe, so bin ich unden.
    Swas ich nu tůn,
    Si hat bejaget an mir den růn,
    Ich můs ir jehen.
    Nu wol eht doch!
    Es ist noch
    Ie beschehen.
      Alexander der betwanc
    Dú lant von grosser krefte;
    Doch můste er sunder sinen danc
    Der Minne meisterschefte
    Sin undertan,
    Umb eine frouwen wolgetan,
    Die er erkos.
    Er enwart ouch nieme sigelos.
    In eime wilden walde er sach
    Sines herzen kúniginne:
    Des muͤse er liden ungemach;
    Er hete sine sinne
    Vil nach verlorn.
    Das ich die schonen han erkorn
    Ze mime leben,
    Des wirt mir lihte ein lon gegeben.
      Nu wil ich aber bitten
    Die gůten, als ich kan,
    Dú mir mit schonen sitten
    Und mir mit zúhten angewan
    Von erst das herze min,
    Das si sich  bedenke noch,
    Und rehter dinge pflege,
    Und minen dienst doch
    Nach gutem willen wege,
    Und mich ir lasse sin
    Gereit unz ich nu lebe,
    Das ich niemer, swie es erge,
    Dag von ir gestrebe,
    Und das iemer me
    Mine not und disen pin
    Den ich nu lange dol,
    Mit zúhten schone trage.
    Des war joch tůt si wol,
    Si endet mine klage,
    Und wirt ouch verre schin
    Ir guͤte und ir mange tugent,
    Der vil verborgen wurde,
    Solde ich verslissen mine jugent
    Under dirre sweren burde.
    Swenne si wil, ich bin gereit.
    Si gebe mir ein geleit
    Fúr kumber und fúr herzeleit,
    Das ich ir ere si bereit,
    Swar ich des landes iender kome,
    Mit allen minen sinnen.
    Des war, da wachset an ir frome,
    Lat si michs lon gewinnen.
      Ich enger niht grosser dinge zir,
    Wan trostes mime leide;
    Des han ich vil, swenne ich enbir
    Ir suͤsser ougenweide.
    Nu seht, ob es ein fůge si,
    Swer mir die verteile.
    Ich solde ir ofte wesen bi,
    Wer es an mime heile.
    Min leben wirt muͤlich und sur,
    Sol ich si lange miden.
    Das Floris muͤse durch Planschiflur
    So grossen kumber liden,
    Das enwas ein michel kumber niet,
    Wan si gros ungeverte schiet,
    Als es der alte heiden riet:
    Si wart vil verre úber mer gesant,
    Des můst er in mangú froͤmdú lant,
    Da er si in eime turne vant
    Von gůten listen wol behůt,
    Da waget er leben und gůt,
    Des gewan er sit vil hohen můt.
      Das troͤstet mich, und tůt mir wol,
    Von minem kumber, den ich dol:
    Es geschiht gar swas geschehen sol.
    Si sol wol wissen ane wan,
    Swies mir darumbe sol ergan,
    Wer si versendet z Endian,
    Da were min varn vil bereit,
    Das mer das lant und búrge treit,
    Als rehte als ich si han erkant.
    Swer mir nu leidet disú bant,
    Der súndet sich und ert den sant.
    Er kerte den Rin e in den Pfat,
    E ich si liesse, dú mich hat
    Betwungen, und doch schone stat
    Von ir min herze, swies ergat.
    Es duhte mich ein missetat,
    Ob ich schiede alsus dervon.
    Si ist miner trúwen wol gewon,
    Unde weis si gar.
    Swar ich var,
    So můs ich dar
    Nemen war,
    Swenne ich getar
    Vor einer schar
    Ze nide gar;
    Vor der so můs ich denken bar,
    Und huͤten mich doch alle tage
    Vil sere vor ir zungen slage
    Und vor ir unrekante spehe.
    Doch wil ich, das si sehe
    Was mir geschehe,
    Und wil dienen uf ir has.
    Wolde si noch gelouben bas,
    Das ich von ir niene wil,
    Das were mir ein senftes spil.
    Mines kumbers dest ze vil:
    Was hilfet das, ob ich es hil?
    Jo hat si mines lones zil
    Gesetzet im wol tusent jar.
    Ich můs verderben, des ist war!
    Min arbeit
    Mich niht fúr treit;
    Mir ist verseit
    Darnach ich streit;
    Min herzeleit,
    Das ist ze breit,
    Das ich e leit;
    Min lon, der ist noch unbereit.
    Ich wene wol, mir si ze gach.
    Si giht alrerst wan si dernach
    Und versaget mir in spotes wis.
    Des war, des hat si kleinen pris,
    Das si mir git ze lone spot:
    Si můs es iemer fúrhten Got.
      Swas si mir tůt
    Dast alles gůt.
    Ich enmag ir niht entwenken,
    Als es mir stat.
    Doch swies ergat,
    So solte si gedenken,
    Das es guͤte niene zimt,
    Das si mir gewerb und fůge nimt.
    Si sprichet dike,
    Das ich erschrike,
    Froͤmdú wort von schimpfe;
    Si tůt verdrert
    Swes si gert
    Vor den lúten mit gelimpfe.
    Ich enmag mich schiere niht enstan,
    Wan ich der sinne niene han
    Bi mir gar;
    Swar ich var,
    So můs ich in ir lassen.
    Des wirt wol schin,
    Swenne ich den min
    Guten morgen an der strassen[42]
    Den lúten búte gegen der naht.
    Ich ziere die zit gar ungewaht.
    Es ist niht wunder,
    Das ich sunder
    Minen danc si mide,
    Der ougen schin
    Den kumber min,
    Den ich nu lange lide,
    Mit einem blike tůt verselt.
    Ich han mir si vil rehte erwelt;
    Ir vert mit der frouwen Sir de la Roschi Bise,
    Die gesach nieman,
    Er schiede dan
    Vro, riche, und wise.
    Ich wene wol, ir si alsam.
    Wer moͤhte ir danne wesen gram?
      Ich wil iu minen willen sagen:
    Mac ich der gůten minne
    Mit mime dienste niht bejagen,
    Das ich niemer die sinne
    Noch minen lib
    Bekere an dekein ander wib.
    Swie ich mich erhol,
    Der gedinge tůt mir also wol,
    Das ich wol weis, das si mir gan
    Zedienen umb ir hulde.
    Gewinne ich niht mere dran,
    Ich wil si der schulde
    Niht angehaben.
    Swer mir ze rehte solde staben
    Des einen eit,
    Ich swuͤre wol, es were ir leit,
    Sit ich der selde niene habe
    Das si mir sanfte lone.
    Ich enwil doch niht wesen abe,
    Ich werde enbunden schone
    Als ichs ger.
    Ich můs iemer wesen der,
    Der umbe ir heil
    Ir treit ein schones leben veil.
    Turius,  der wart sanfte erlost
    Von kumberlichen pine;
    Das was sines herzen sunder trost,
    Das er lag dur Lavine
    So schone tot;
    Der endet schiere sine not
    In eime tage,
    Die ich nu mange jare trage.
    Ich weis wol, soltes sin
    An dem gelúke min.
    Ir guͤte, dú ist so manicvalt,
    Si tete mich noch froͤiden balt.
    Ich enwas niht selden los,
    Do ich si mir erkos
    In disem userkornen don
    Uf gůten riche schonen lon.
    Jedoch swie es mir erge,
    So můs si iemer me
    Nach Gote sin min anebet,[43]
    Wan si niht wan gůt getet.
    Ich ergibe mich und enbar
    An ir genade gar,
    Das si mir (darnach ich strebe)
    Ein wunnekliches ende gebe.


II.

    Ich horte ein merlikin wol singen u. w.

      (_S. Samml. von Minnesing. S. 48._)



SCHENK ŮLRICH /von/ WINTERSTETEN.


    _Vor der aus der Mitte herausgerissenen Strophe, womit sich die
    Lieder dieses Dichters in der Samml. von Minnesing. anfangen, steht
    in der Bremischen Handschrift folgendes, für dessen Vertheilung
    unter_ VIII. _Numern der Herausgeber verantwortlich ist (denn in
    der Handschrift läuft alles in Einem fort), ohne jedoch auf seiner
    Vertheilung zu bestehen._


I.

      Uf lieben wan
    Ich alles gan
    Der schonen, under ougen.
    An allen wank
    Ist min gedank
    Bi ir, dast ane lougen.
    Nu dinge ich doch,
    Das si mir noch
    Genade welle erzougen;
    Und wurde mir
    Ein grůs von ir[44]
    Mit minnebliken tougen,
    Seht, so wurde
    Mine burde
    Von mir also bar verjagt,
    Das ich tumber
    Minen kumber
    Hete viel schiere davon verklagt.
    Frowe Minne,
    Twinge ir sinne,
    Und ir herze, das si mir
    Mit ir willen
    Muͤsse stillen
    Sende not, die ich han von ir.
    Ich han
    Den wan,
    Der mich niht lat
    Von dir.
    Tů mir
    Nu selhen rat,
    Das mine
    Pine
    Wider dich
    Und herzen
    Smerzen
    Enden sich.
      Frouwe, din lachen
    Das mehte mir machen
    Der froͤiden vil, swachen
    Die not,
    Von der ich wachen
    Můs dike dien sachen,
    Davon min herze můs krachen.
    Der tot
    Were lihte
    (Ob ich die bihte
    Hete getan) mir besser noch vil,
    Danne ich were
    Lange in swere,
    Und ich niht kunde wissen das zil;
    Wande ich lange
    Leitlich blange,
    Darzů súftebernde klage
    Solde miden.
    Ich můs liden
    Disen kumber alle tage.
    Nu wol!
    Ich sol
    Vil gerne han
    Dur dich,
    Swas mich
    Mag not bestan.
      Nieman kan min gemuͤte
    So gar betwingen.
    Kúniginne,
    Hilf darinne
    Minem sinne,
    E das ich tumber wuͤte.
    La mir gelingen,
    Troͤsterinne!
    Sit ich brinne
    In diner minne,
    Als in der gluͤte
    Ich mich verbruͤte.
      Wil mir niht din roter munt
    Und ouch din guͤte
    (Die Got behuͤte!)
    Tůn ein lieplich kússen kunt,
    So ist min swere
    Klagebere
    Minen frúnden und ouch mir.
    Ich můs sterben,
    Ald erwerben
    Froͤideberndes heil an ir.
    Tůt si
    Mich fri
    Von selher not,
    Das ist
    Ein list
    Mir fúr den tot.
    Vil suͤsse,
    Buͤsse
    Mir den pin.
    Du solt
    Mir holt
    Von schulden sin.
    Wan ich dich meine,
    Vil suͤsse, reine,
    Mit trúwen. Froͤide, erscheine
    Du mir,
    Das ich alleine
    Die swere iht beweine.
    Min wille der ist niht kleine
    Gegen dir;
    Davon kere,
    Dur din ere,
    Mir zegute minen sanc.
    Wil din hulde
    Min unschulde
    Erkennen, so ist min truren krank.
      Frouwe, ich kroͤne
    Dine schoͤne
    Sunderbar fúr ellú wib;
    Vor in allen
    Můs gevallen
    Mir din minneklicher lip.
    Nemt war,
    Wie gar
    Ir kúscher můt
    Vor schanden
    Banden
    Ist behůt.
    Si hat
    Den rat,
    Der froͤide birt,
    Swie er mir hernach kume wirt.
    Davon truret
    Und suret
    Mir der můt und ouch das leben.
      Junge und alde,
    Erteilent balde,
    Ob si mir helfe sule geben.
    Die frechen
    Sprechen
    Alle: ja.
    Des war,
    Min har
    Wirt anders gra.


II.

      Sumers zit
    Uns git
    Ane widerstrit
    Vil der wunnen in dien landen wit.
    Kalder sne
    Tet e
    Kleinen vogelin we;
    Gar zergangen was der gruͤne kle;
    Davon gar
    Stůnt bar
    Liehter blůmen schar
    Der anger, unwunneklichen var.
    Seht, der hat
    Dú wat,
    Dú ime wol anstat,
    Von des liehten meien hant getat.
      Der kalde winter lanc
    Dú kleinen vogelin twanc,
    Darzů allen ir gesanc,
    Das ir hoher můt wart kranc:
    Des habe er undanc!
    Darzů der gruͤne walt
    Des argen rifen kalt
    Harte schedelich engalt,
    Wan sin loup das wart gevalt
    Vil ungezalt.
    Der vogellinen dos
    Und ir vil suͤsser kos
    Der ist also gros.
    Werst an froͤiden ir genos?
    Si sint sorgen blos.
    Also were ouch ich,
    Bedehte sich
    Ein wib dur mich.
    Die hat gegen mir ir gerich,
    Dast ungemenlich:
    Dis min klage,
    Die ich trage;
    Min herze stat in jamers wage.
    Dirre pin
    Můs sin,
    Leider! lange min,
    Wil si mir niht tůn helfe schin.
    Alsus hat min frouwe gůt
    Versenket minen můt,
    Das er, leider! ist unfrůt.
    Was dogt mir des meien blůt,
    Ob si niht entůt
    Durh mich ein kleine ding,
    Das si spreche: froͤlich spring!
    Ich wil lonen dir, nu sing!
    Frowe Minne, si des twing.
    Ane widerwing!
      Mine sinne,
    Minne,
    Die ouge ich dir.
    Verborgen
    Sorgen,
    Sich! das gist du mir,
    Wan ich han von ir
    Nicht me,
    Wan we,
    Sit minne mir gebot,
    Das ich kunne
    Unwunne
    Und seneliche not.
    Bit, ir mundel rot
    Vil suͤsse
    In gruͤsse
    Lache mich an;
    So ist sorgen vart
    Mir gar verspart,
    Von leide
    Ich scheide
    Senender man.
    Des war, mir wart
    Nie wib so zart.
    Mir were
    Kumber gar unmere,
    Swie ir munt, nach rosen wol gevar,
    Der swere
    Tete mich lere,
    Die ich han verborgen lange har.
    Uf so rehten lieben wan
    Wil ich froͤide han,
    Und můs min truren furder stan.
      Ich wil ane sorge leben,
    Nach dien froͤiden streben.
    Wil si mir hohgemuͤte geben,
    So gewinne ich froͤiden vil,
    Ob mir dú liebe wil
    Teilen ir minnespil,
    Nach der ich da harte kil
    Ane trostes zil.
    Si ist der minne ein bluͤndes zwi;
    Swa ich in dem lande si,
    So gedenke ich dike: Ahy!
    Solde ich ir nu wesen bi,
    Sorgen wurde ich fri.
      Ir blik
    Den strik
    Mir hat gerihtet der minne, des war,
    Darin
    Ich bin
    Gevallen gar an valschen var.
    Wil si,
    So ist vri
    Min lip von selhem bande.
    Ir jugende
    Tugende
    Erwelt hat, fúr die schande.
    Wan sol
    Vil wol
    Gegenden ir ze den besten in dem lande,
    Swer reht
    Erspeht
    Ir lip, und ouch ir kúsche wol erkande.
      La, frouwe, mich niht engelten,
    Das ich bin tumber sinne,
    Wan ich vergisse doch selten
    Ze gůte din; darinne
    Min můt
    Ist gůt,
    Swie tumb er si gegen dir, dast ane lougen.
    Nim war,
    Wie gar
    Ich dir ze dienste bin gebunden tougen.
    Swenne ich
    An dich
    Gedenke, so ist min sorgen gar verswunden;
    Darnach
    Wirt gach
    Ze den froͤiden mir, alda ze denselben stunden;
    Also
    Wirt fro
    Gar min herze und min gemuͤte.
    Si hat
    Den rat,
    Den man da heisset wibes guͤte.
    Ir ougen
    Vil tougen
    Mir blikent dur min herze.
    Ir lachen
    Kan machen
    Mir bitterliche smerze.
    Si wil
    Mich vil
    Nach uf den tot betwingen.
    Wil si
    Dabi
    Mir swere niht enringen,
    Son kan
    Nieman
    Gepruͤven wol min hoveliches singen.
    Nu wende
    Und ende
    Mine klage! La mir
    An dir
    Gelingen!
    Frouwe,
    Schouwe
    Enzit die not,
    E liebe
    Enkliebe
    Das herze min.
    Dú swere
    Were
    Min bitter tot.
    Vil suͤsse,
    Buͤsse
    Mir den pin!
    Nu sih
    An mich,
    Troͤsterinne!
    Din minne
    Die sinne
    Hat mir also hin genomen,
    Das ich ir gar
    Sten leider bar.
    Dur dich
    Wil ich
    Leben; darinne
    Beginne!
    Gewinne
    Der froͤiden mir la wider komen,
    Das truren schar
    Hin balde var,
    So wolde ich froͤlich singen
    Den kinden disen reigen,
    Tanzen, lachen, springen
    Bi pfaffen und bi leigen.
    Ich moͤhte,
    Toͤhte
    Mir min sanc,
    Noch mere han gemachet
    Von ir,
    Dú mir
    Tůt froͤide kranc,
    Und mine sinne swachet.
    Ich sage
    Die klage
    Dien frúnden min!
    Die mugen das alle schouwen,
    Das nie
    Vervie
    Min langer pin
    Gegen miner lieben frouwen.
    Nu wende,
    Vol ende
    Und swende
    Die not;
    Des war, ald ich verdirbe.
    Ich dulde
    Ane schulde
    Nach hulde
    Den tot,
    Ob ich iu niht erwirbe.
    Sol min singen
    Mir niht bringen
    Wol gelingen,
    Gůt gedingen,
    Ane twingen?
    Das lat úch erbarmen!
    Min trost ist kleine.
    Frouwe reine,
    Die ich meine.
    Froͤide erscheine
    Mir alleine!
    Troͤste mich vil armen!
    Got wolde,
    Ich solde
    An den blanken armen,
    Nach lone,
    Schone,
    Minnekliche, ganze naht erwarmen;
    So were
    Unmere
    Swere
    Mir, und wolde ouch von dien armen.
    Heya, nu hey!
    Geschiht es niht,
    So ist gar ein wiht
    Min froͤide, unde můs min herz enzwei.


III.

      Nement war,
    Wie gar
    Was der meige vollen braht,
    Des wat
    Zergat,
    Die der sumer hat erdaht.
    Der sneit
    Sin kleit
    Beide uf berge und in dem tal,
    Da sanc
    Erklanc
    Der viel lieben nahtegal,
    Aller sorgen fri,
    Uf gruͤnem zwi.
    Ir můt
    Was gůt,
    Ze sange snel,
    Da bi wunnen spil;
    Si donde vil;
    Ir stimme dú was hel
    Und was froͤiden vol;
    Si sank so wol;
    Ir schal
    Ergal
    Al in den walt.
    Kleiner vogelin dos
    Der was so gros;
    Si waren froͤiden balt.
    Ir singen
    Kunde bringen
    Der welte hohen můt.
    Du ouwe
    Mit touwe
    Stat, leider! unbehůt.
    Der anger
    Niht langer
    Mag blůmen lieht getragen.
    Dú heide
    Stet leide;
    Des můs ich lerchen klagen.
    Dien kinden
    Bi linden
    Der schatte ist nu benomen.
    Dú kunnen
    Der wunnen
    Nu leider niht bekomen.
    Ir krenzel,
    Ir swenzel
    Die waren so gemeit.
    Der winder
    Hin hinder
    Si twinget, dast mir leit.
    Ich tumber!
    Den kumber
    Liese ich wol also sin,
    Gebe húre
    Mir stúre
    Min suͤsse troͤsterin,
    Dú wendet
    Und endet
    Wol mines herzen not.
    Nein, suͤsse,
    Das buͤsse
    Mit dinem munde rot.
    Din smieren
    Kan zieren
    Schone dich, vil selig wib.
    Din lachen
    Machen
    Kan wol senden siechen man.
    Din ougen
    Vil tougen
    Kunnen wol dur ganzen lip
    In herzen
    Smerzen
    Fuͤgen. Frowe, sich daran!
    Din jugende
    Mit tugende
    Hat so minneklichen schin;
    Ich kroͤne,
    Schoͤne,
    Dich fúr al des meien blůt.
    Ach, reine,
    Nu meine
    Mich, vil liebe frouwe min!
    Von leide
    Scheide,
    Troͤste minen senden můt!
    Und tůst du das,
    Deswar so wirt mir bas,
    Und swindet mein leit;
    Sit ich nie vergas,
    Swa man wibes guͤte mas,
    Diner werdekeit.
    Ich bin dir undertan,
    Und dabi sunder wan
    Dir ze dienste erborn.
    Du solt geniesen lan
    Mich, frouwe, das ich han
    Dich mir userkorn.
    Vor in allen
    Gevallen
    Můs mir din wiblich sin.
    Nu ahte
    Und trahte,
    Wie ich din eigen bin,
    Und lasse
    Die strasse
    Mir noch ze wunne zemen.
    Din ere
    Von sere
    Sol mich ze froͤiden nemen.
      Dú Minne
    Mir sinne
    Enzuket mit ungewinne;
    Est wunder
    Besunder,
    Behabe ich den lip darunder.
    Vil suͤsse,
    Das buͤsse,
    E das ich verderben muͤsse.
    Ich stirbe,
    Verdirbe,
    Ist das ich niht heil erwirbe.
    Sus můs ich in sorgen
    Vil dike worgen
    Den abent, den morgen
    Und ellú zit.
    Dú liebe, dú reine,
    Die ich da meine,
    Mir fuͤget den klagelichen strit.
    Ach, frouwe, gedenke!
    Die swere verkrenke,
    Sit ich mit dienste niht wenke
    Von dir!
    Dur wiplich ere,
    Mir leit verkere
    Mit fůge, nach hovelicher gir!
    Ach, frouwe,
    Din schouwe
    Gelichet den rosen im touwe,
    Din guͤte
    Der bluͤte
    Des meigen, und din gemuͤte.
      Nement war
    Gar
    Dar,
    Wie mich dú schone twinget, swar ich var!
    Min můt
    Gůt,
    Frůt
    Wirt an mir, ob si lobeliche tůt.
    Ich singe,
    Ich ringe
    Mit manigem dinge
    Nach lones stat.
    Dur trúwe,
    Gip núwe
    Mir froͤide, der ich dich ie bat.
    Nu lone
    Mir schone,
    Dur rehte wibes krone,
    Und wise
    Mich lise
    Ze froͤiden, sit ich dich prise.
    Mit willen
    Solt du mir stillen
    Die senden not und mine klage;
    So wurde
    Mir jamers burde
    Geringet, die ich da trage.
    Mirst ande,
    Das dir ze pfande
    Min herze stet so lange her;
    Das lasse,
    Nach Minnen masse,
    Mir ledig: dast min ger.
    Nu blike
    Mir dike
    (Das loͤset die minnen strike)
    Mit ougen
    Vil tougen,
    Und troͤste mich sunder lougen:
    Dú sint so klare,
    Das sprich ich zeware
    Vil offenbare,
    Und ist wol schin.
    Din lieht antlútze
    Fúr truren nútze;
    Das ist an dem gelouben min.
    Din munt, nach rosen
    Gevar, kan kosen
    Wol sunder losen
    Der tugende wort.
    Nu gruͤsse
    Mich, suͤsse,
    Mit suͤssem gruͤsse,
    So vinde ich miner froͤiden hort.
      Swer wunne
    Kunne
    Rehte spehen
    An wibe
    Libe
    Und ouch ir můt,
    Ir zúhte:
    Túhte
    Můs ir jehen.
    Vor schanden
    Banden
    Si ist wol behůt.
    Mit klůgen
    Fůgen
    Si ist erzogen,
    Nach eren
    Leren,
    Tugende rich.
    Ir wirde
    Girde
    Ist unbetrogen.
    Ir minne
    Sinne
    Hat si zúhteklich.
    Lop kan si verschulden wol,
    Davon man ir sprechen sol:
    Si ist tugende vol.
    Dú reine fruht,
    Ach, si ist so rehte gůt!
    Doch besweret si mir den můt;
    Dú froͤide hat von mir fluht.
    Minne, suͤsse trosterin,
    Tů mir diner helfe schin,
    Alder ich bin tot!
    Twinc die lieben alse mich,
    Oder es wirt ungemenlich.
    Ich lebe in sender not;
    Mich krenket,
    Versenket,
    Swie Minne min niht gedenket,
    E liebe
    Zerkliebe,
    Min herze gar zerstiebe.
    Ich bin verseret;
    Dú sorge mir meret,
    Der froͤiden gedinge si keret.
    Hindan
    Wil Minne verleiten
    Mit arebeiten
    Mich also froͤidenlosen man.
    Ich han nu lange
    Mit minem gesange
    Der froͤiden getrange
    Gevolget nach;
    Des ist dú Minne
    Min meisterinne,
    Und ist ir von mir gach.
      Nu singen,
    Nu singen!
    Dannoch harte erspringen,
    Den reigen,
    Den reigen,
    Pfaffen und leigen!
    Nu lasse,
    Nu lasse
    Uns reigen an der strasse!
    Die rifen,
    Die rifen
    Die went uns hie begrifen;
    Hoppen
    Und zoppen
    Ze der stuben, da wir vinden die.
    Gesungen,
    Gesprungen
    Wirt da bas danne hie.
    Schouwen
    Die frouwen!
    Die helfent uns den reigen tretten.
    Wunder
    Bi sunder
    Kumt ir dar ungebetten:
    Gůte, Gůte,
    Mit vil hohem můte;
    Gese, Gese,
    Darzů Agnese;
    Gisel --
    Ein risel
    Hat si gemachet also glanz;
    Jútel --
    Ein bútel
    Den bringet si an den tanz;
    Hille --
    Vil stille
    Dú kumt geslichen zu zuns dar;
    Anne
    Kumt danne;
    So gros so wirt dú schar.
    Stolzen leigen, also tůt!
    Singent dis gedoͤne!
    Claren megde, ir lant niht abe,
    Ir trettent an den ring!
    Jederman neme in den můt
    Sine frouwen schoͤne!
    Jeder dirnen wirt ein knabe,
    Alsust ein jungeling.
    Lant den seiten
    Vor bereiten,
    Wie man da palliere.
    Swer niht langen
    Múge gedrangen,
    Der ge fúr die túr.
    Nach der gigen
    Sol er sigen.
    Swer es kunde wieren,
    Lassa wichen;
    Er sol slichen
    Schone in lobes kúr.
    Erwinden!
    Erwinden!
    Es wirt den kinden
    Ze lenge, ze lenge,
    Und ouch ze strenge.
    Verirret,
    Verirret
    Ist der seite erkirret.
    Nu hoͤren!
    Nu hoͤren!
    Er wil uns ertoͤren.
    Gesungen
    Den jungen
    Het ich wol me; was hulfe das?
    Swer gerne
    In lerne,
    Dem gelinge deste bas.
    Min herzen
    Von smerzen
    Wil mit den seiten rehte enzwei;
    Des wuͤfet
    Und ruͤfet
    Es lute: heja hey!


IV.

      Swer die wunne
    Wol pruͤven kunne,
    Der si des gemant;
    Wan dú zit ist wunneklich gestalt.
    Wan mag schouwen
    An velt, an ouwen;
    Das ist mir bekant;
    Die sint komen us leide.
    Vogel singen
    Vil suͤsse erklingen
    Hoͤrt man úberal,
    Sit ir stimme dússet dur den walt.
    Wie gar schone
    In suͤssen done
    Schellet nahtegal
    Und lerche úber heide!
      Der anger lit
    An allen strit
    Mit blůmen wol bespreit;
    Der meie dise varwe git.
    Dú heide lachet,
    Und machet
    Maniger hande kleit;
    Das ir truren verswachet.
    Der boume blůt
    Dú ist so gůt,
    Und ouch das gruͤne gras,
    Das dien ougen sanfte tůt.
    Dem wit gevilde
    Rifen wilde
    Sint (swie vil der was)
    Und snewes unbilde.
      An disen stunden
    Sint gar enbunden
    Unden
    Und ouch oben berg und alle gruͤne tal.
    Noch ist min swere
    Gar súftebere;
    Were
    Dú zergangen, seht so wold ich singen.
    Ich můs in sorgen
    Vil mangen morgen
    Worgen,
    Sit ir munt mich niht entroͤstet úberal;
    Des lide ich kumber,
    Ich sender tumber,
    Krumber
    Not mich niht mag senelicher twingen.
      Von Minne
    Sinne
    Mir zerrinnen wil!
    Si hasset,
    Lasset
    Mich gar ane zil!
    Dú reine
    Meine
    Danne ein kleine
    Mich,
    Und stille
    Ir wille
    Wol bedehte sich;
    So wurde ich fro.
    Und keme es so,
    Das mir noch wurde ir trost;
    Seht, so stuͤnde min gemuͤte ho.
    Wil si mir swenden,
    Sorge wenden;
    So wurde ich erlost,
    Und muͤste min leit sich enden.
    Si, selig wib,
    Der nu min lib
    Ist lieblich undertan,
    Dú mag vil wol heissen leit vertrib.
    Si, reine frouwe,
    In liehter schouwe,
    Sol mir froͤide lan!
    Si gelichet rosen in touwe.
      Ich kroͤne,
    Schoͤne,
    Frouwe, dich!
    Du bist so minneklich!
    Din jugende
    Tugende
    Nietent sich,
    Und bist ouch froͤidenrich!
    Mit eren
    Meren
    Kanst du wol
    Din lob, mit wirde vol.
    Vil suͤsse,
    Buͤsse
    Sende dol,
    Sit ich dir dienen sol!
      Ich kúnde
    Súnde,
    Dú du tůst an mir,
    Sit das du mich búnde
    In selhe gir.
    Ich schine
    In pine:
    Das ist leider war
    Uf dú besten trúwen mine.
    Nu, geile,
    Heile
    Mir die wunde min;
    Von der sorge meile
    Wolde ich sin.
    Ich lide
    Nide
    Von dir sunderbar;
    Selig frouwe, die vermide,
    Und gib mir rat.
    Min herze hat
    Gedinge hin ze dir,
    Swie din guͤte mich in sorgen lat.
    Ich moͤhte ersterben,
    Sol min werben
    Niht erschiessen mir,
    Und in leide verderben.
    Es ist ein not,
    Sol ich den tot
    Alsus verdienet han,
    Sit die Minne truren mir gebot.
    Dú Minne stoͤret
    Und toͤret
    Mich an allen wan,
    Sit das si mich niht enhoͤret.
      Es ist ein wunder,
    Sol ich bisunder
    Under
    Minen danc verderben. Seht, das můs ich klagen.
    Ach, frouwe, scheide
    Von seneden leide
    Beide
    Mir den můt und alle mine sinne;
    Sit ich erschrike,
    So dine blike
    Dike
    Mir ein minnekliches lachen went versagen,
    Und ich gedenke:
    Ach, sender Schenke,
    Wenke
    Niht an dienste, so bejagest du minne.
      Durh ere
    Kere
    Noch von sere
    Mir
    Gemuͤte!
    Guͤte
    Wiblich niht enbir,
    Und mache,
    Lache
    Sorge swache!
    Ahy,
    Min burde
    Wurde
    Lihter vil dabi.
      Vil reine fruht,
    Dur dine zuht
    La mich in froͤiden sin;
    So hat ellú sorge von mir fluht.
    Din munt, nach roͤte
    Var, von noͤte
    Neme das herze min,
    E di Minne mich ertoͤte.
    Nu sich darzu,
    (Es niht ze frů)
    Vil reine ein selig wib,
    Alder in weis niht was ich sender tů.
    Ach Got, wie lange
    Selke plange
    Hat min sender lip!
    Nu hilf, das dú zergange!
      Nement war
    Gar   Dar,   War
    Mir
    Das herze meine
    Den muͤt,
    Wie kleine
    Min guͤt
    Mich tůt
    Behůt,
    Sit ich liden
    Můs also langes niden
    Von ir.
    Ir has   Las   Bas
    Das herze min unmeret
    Dabi,
    Und sweret
    Sam bli,
    Swie vri
    Ich si.
    Ir gemuͤte
    Hat niht guͤte
    Gegen mir.
    Nu ist min
    Sin   Hin   In
    Senelichen dingen,
    (O we!)
    Sit bringen
    Mag kle
    Niht me,
    Als e,
    Selche wunne,
    Davon mir truren kunne
    Zergan.
    Min strit
    Git   Nit,   Sit
    Das ich nach ir minne
    So ranc,
    Und sinne,
    Betwanc.
    Ir danc
    Ist kranc
    Al dar under
    Gegen mir, sunder
    Wan.
    Minneklichú reine,
    Nu sich,
    Und meine
    Du mich!
    Sit ich
    An dich
    Sinne kere,
    Du gib mir suͤsse lere
    Und rat!
      Lat si mich in kumber
    Bestan,
    Ich tumber
    Můs lan
    Den wan;
    Ich han
    Grossen smerzen,
    Den si in herzen
    Mir lat.
      Ach, ich tore!
    Sit ir ore
    Niht enpfahet
    Und versmahet
    Minen sanc.
    Dú vil schoͤne
    Mine doͤne
    Hoͤret kume.
    Ich versume
    Manigen danc;
    Sit ir ougen
    Nicht wen ougen
    Mir ein smieren
    Und ein lieblich zwieren;
    Davon
    Můs ich erben
    Ein verderben.
    In den sinne
    Ich bin minne
    Niht gewon.
      Ich trage
    Die klage
    Vil minneklich,
    Swie kleine
    Dú reine
    Mir froͤide git.
    Gůt,
    Můt
    Túret mir,
    Und herzen gir.
    Swer
    Der
    Niht enhat,
    Das gros unrat.
      Wie sol min herze
    Fro bestan,
    Sol mir der smerze
    Niht zergan,
    Und mir niemer froͤide gelan?
    Sol ich den kumber iemer han,
    So lebe ich gar
    In sorgen schar.
    Sol ich verderben
    Von der tat,
    Das mich min werben
    Niht vervat;
    Git mir Minne vil kleinen rat:
    Min můt darinnen trurig stat,
    Und ist min leit
    Unmassen breit.
      Ich bin ane
    Lieben wane.
    Minnen drúke,
    Dast ein ungelúke
    An mir.
    Ich gedinge,
    Das si bringe
    Mir noch wene,
    Trost erkenne
    Bas an ir.
    Wie gezeme,
    Das si neme
    Mich in hulde
    (Sit ich schulde
    Niene trage),
    Und si spreche,
    Was si reche,
    Dú vil klůge,
    Das si fůge
    Mir versage!
      Got wolde,
    Solde
    Ir múndel rot
    Mich erlan
    Herzlicher not!
    Minne
    In sinne
    Mir gebot,
    Das ich han
    Kumber uf den tot.
      Frouwe, swache
    Mir dú leit,
    Und mache
    Mir froͤide breit!
    Von der sache
    Wirt ich gemeit;
    Und wirt mir heil,
    So bin ich geil.
    Gunne
    Wunne
    Mir, dur zuht;
    Sost von mir ellú ungenuht.
    Lasse
    Masse,
    Reine fruht,
    Mir;
    Zu dir
    Hat min herze fluht.
      Trut du, setze
    Mich us klage,
    Und  ergetze
    Mich alle tage,
    Und letze
    Mir sorgen wage.
    Und kumt es so,
    Ich wurde fro.
    Supfe,
    Gupfe
    Leit hindan!
    Wise
    Mich lise
    Uf minnen ban,
    Sit ich noh froͤide nie gewan;
    So wirt min můt
    Unmassen gůt.
    Swinde
    Embinde
    Mir den strik!
    Loͤse
    Und oͤse
    Den selben rik,
    Den mir tůt diner ougen blik.
    Do ich dich sach,
    Do schrei ich ach.
      Lieb an ende,[45]
    Sorge wende
    Mir vil armen;
    Wan erbarmen
    Zimt dir wol.
    Davon leite
    (Niht enbeite)
    Mich von swere;
    Gerne ich were
    Froͤiden vol.
      Swa quale
    Nimt wale,
    Da wirt man gra.
    Nie
    Die
    Pine min sendes herz verlie.
    Tů, frouwe,
    Sorgen mir noh bůs.
    Vil gerne ich schouwe
    Dinen grůs.
    Unz uf den fůs
    Dir nigen můs,[46]
    Vil selig wib,
    Min sender lip.
    Sit ich dich prise,
    Frouwe gůt,
    Von leide wise
    Mir den můt.
    Vor sorgen flůt
    Bin ich behůt,
    Und wirt mir schin
    Dú helfe din.
      Gerne ich sunge
    Me, und lunge
    Dien, die singent
    Und bringent
    Disen sanc,
    Durh ir ere
    Fur min lere
    Werdent hoͤne;
    Dis gedoͤne
    Ist in zelanc.
    Ich gedinge,
    Der ich singe,
    Das si lerne
    Doch vil gerne
    Disen tanz.
    Dú vil gůte,
    Wol gemůte,
    In ir jugende
    Hat an tugende
    Lobes kranz.
      Wol uf, ir kint,
    Sint
    Fro!    So
    Můs    Bůs
    Sorgen sin.
    Truren var hin!
    Sin,
    Můt    Tůt
    Geil    Heil
    Werden schin.
    Wa ist nu Ůt,
    Und Gůt,
    Und tůt
    Uns sorgen bar?
    Júte und Hille
    Und Wille,
    Stille
    Koment dar!
      Springent froͤlich an den tanz!
    Húre ist der sumer glanz,
    Da wirt dú froͤide ganz,
    Man siht da manigen kranz.
      Frouwen, nu singent,
    Und dringent,
    Und springent
    Húbsche trítte!
    Rihtent ze minne
    Die sinne
    Darinne
    Mit gůten sitte!
      Pfaffen, leigen, trettent an,
    Dien Got der selden gan.
    Er ist gar ein selig man,
    Der mit dien lúten kan.
      Under dien linden
    Bi húbschen kinden
    Sorge můs verswinden.
    Lachen
    Machen
    Kunnen,
    Wunnen
    Wol dú kint.
    Eren den meien!
    Singent und reien!
    Ir sult úch zwien,
    Heze,    Meze,
    Nese,    Gese,
    Goͤtelin!
     Ich wil hoͤren, es ist zit.
    Ich han der lúte nit,
    Wan des reien ist ze vil;
    Des ich erwinden wil.
    Ir sint muͤde, dunket mich,
    Es ist ungemenlich.
    Schrient alle: heja! hei!
    Nu ist der seite enzwei.


V.

      Minne twinget mich
    Mit aller kraft, das ich
    Aber singe
    Von der frouwen min,
    Die ich minnen můs.
    Wil si, so mag ir grůs
    Machen ringe
    Mir den pin.

      Minne, wilt du mir,
    Nach mines herzen gir,
    Kumber wenden?
    Ach, wan keme es so!
    Der ich dienen sol,
    Dú mac mir harte wol
    -- -- -- --[47]
    Fúr die grosse dro.

      Minne mac den man,
    Den si des vil wol gan,
    Trost erzeigen,
    Dem sis willeklichen tůt.
    Davon kapfe ich dar.
    Nu nimet si min niht war;
    Si wil neigen
    Mir den můt.

     Minne, tůs, durh zuht,
    Und twing die reine fruht,
    Das si meine
    Mich uf herzelieben trost!
    Ich bin ane wer;
    Ir kraft ist mir ein her.
    Ob ich seine
    Wirde erlost.

      Minne ist so gestalt,
    Und so manicvalt,
    Si, si, mich machet alt;
    Dazů bin ich gezalt
    Von ir schulden.
    Si tůt mir so we!
    Minne, hilf enzit,
    Sit mir sorge nit
    Gar ane widerstrit
    Nahe dem herzen lit.
    Ich můs dulden
    Sende klage.
    Minne, tů mir schin,
    Dur die fůge din,
    (Sul ich din eigen sin)
    Froͤide dem herzen min
    Eteswenne,
    Das mir leit zerge.
    Minne, sit das ich dol
    Grosser sorgen zol,
    Mache mich froͤiden vol,
    Sit ich so rehte wol
    Leit erkenne
    Manige tage.

      Minne, hilf enzit!
    Min froͤide nider lit
    Nu vil lange,
    Sit du mich niht troͤsten wilt.
    Ich bin unerlost!
    Ich habe uf dinen trost
    Mit gesange
    Herzeleit!
    Minne, tů min war,
    Oder ich sten froͤidenbar
    Iemer mere,
    Swa ich in dien landen bin.
    Nu gedenke an mich,
    Und troͤste minneklich,
    Durh din ere,
    Mir den sin!


VI.

      Ach, herzeliebe Minne,
    Nim war,
    Wie gar
    Mine sinne
    Stellent uf die gewinne,
    Das mir froͤide niht zerrinne.
      Solde ich die minneklichen
    Frouwen
    Schouwen
    Tougelichen,
    Sorge mir muͤste entwichen,
    Und froͤide mich herzeklichen.
      Ich vil tumber
    Kumber
    Můs liden;
    Miden
    Wil mich der froͤiden gemuͤte.
    Lieb, nu scheide
    Sorg und leide,
    Beide,
    Von mir din guͤte!
      Sit ich singe,
    Ringe
    Mir swere!
    Lere
    Froͤiden bin ich zaller stunde;
    Davon lache,
    Sorge mir swache,
    Mache
    Froͤide mir kunde!
      Wa sol ich liebe nu vinden,
    Sit mir
    Von dir
    Froͤide wil swinden?
    Lieb, du solt mich enbinden!
    Daran solt du niht erwinden!
    Noch gib mir froͤiden lere
    Lieplich,
    Sit ich
    Dur din ere
    Sanc singe, swar ich kere;
    Scheide mich von herzen sere!
    Schoͤne
    Doͤne
    Singe ich dir gerne.
    Lerne,
    Frouwe, den sanc, die ich kroͤne.
    Swinde
    Enbinde,
    Mich! an den herzen
    Smerzen
    Lide ich von kinde.
    Trut, la mich min gemuͤte
    Ougen
    Tougen
    Diner guͤte,
    E das ich sender wuͤte.
    Minne, mich davor behuͤte!
    Sol mir din  suͤsse suren,
    Min můt
    Der tůt
    Niht wan truren.
    Bi selken nachgeburen
    Mag ich langer niht geturen.
      Davon wende,
    Swende
    Mir sorge!
    Borge,
    Frouwe, mir lieblich vor swere.
    Dine blike
    Mident mich dike.
    Schrike
    Sint mir gevere.
      Owe waffen!
    Strafen
    Ich dulde.
    Schulde
    Machet mir niht, wan dú Minne.
    Frouwe, sweine
    Die not alleine!
    Meine
    Noch mine sinne!
     Trut, minneklich und reine, vil suͤsse,
    Gar seldenrich, ob din guͤte mich gruͤsse!
    Io bin ich tot,
    Sol ich lieb niht erwerben!
    Es ist ein not,
    Sul ich alsus verderben.


VII.

      Ouge mir, Minne,
    Gewinne!
    Nicht sinne
    Mir swache!
    Rose in dem touwe,
    Nu schouwe
    Mich, frouwe,
    Und lache!
      Vor ungemuͤte
    Behuͤte
    Din guͤte
    Mir sinne!
    La mir gelingen
    An dingen,
    Dú bringen
    Gewinne!
      Selig si din roter munt!
    Solt ich den kússen tusent stunt,
    Ahi!
    So wer ich von sender not;
    Sus bin ich an froͤiden tot,
    Owi!
      Tugentrichú, reinú fruht,
    Ir sunt ougen alle zuht
    An mir!
    Ich wolde ane sorge sin,
    Wurde wir genade schin
    Von ir.
      Frouwe, nu tů mir so,
    Das ich vil sender werde fro.
    Du bist so tugentrich:
    Wilt du, so můs zergan
    Min leit und ouch min trurig wan,
    Und froͤwe mich herzeklich.
    Minne, tů minneklich!
    Ze liebe lieblich fůge mich,
    Ald ich sten froͤiden ane,
    Und schrie heja hei!
    Min sendes herze můs enzwei,
    Und lebe in leiden wane.


VIII.

      Ich wil aber disen sang
    Singen der Minne;
    Ich mag niht geswigen me.
    Mir ist wirs danne e;
    Nie so sere mir betwang
    Lib und sinne
    Dú vil liebe, sunder wan.
    Ach, wie sols ergan?
    Ach Got, sol ich
    Sus verderben?
    Lat si mich
    Niht erwerben,
    Das mich gruͤsse ir múndel rot,
    Seht, so bin ich tot.
          Lieb sich darzů!
          Es ist niht ze frů!
          Also tů!

      Ach, was ich sorgen trage!
    Owe, wie cleine
    Mich vervahet swas ich kan!
    Ach, ich sender man!
    Ach, was hilfet swas ich sage!
    Owe, dú reine
    Tůt min herze tragen vro.
    Ach, wie kumt das so?
    Ach, Minne, la
    Mir gelingen!
    Ich bin gra
    Von den dingen,
    Das dú liebe smehet mich
    Also vesteklich.
          Lieb sich darzů!
          Es ist niht ze frů;
          Also tů!

      Mir ist ungemach beschert
    Lange mit leide,
    Das ich niht gerůwen mag
    Weder naht noh tag;
    Ich bin froͤide gar behert.
    Minne, nu scheide
    Mich von sender arebeit,
    Die min herze treit!
    Ach, reine fruht,
    Das verkere!
    Wiblich zuht
    An mir ere!
    Sit ich gebunden bin,
    Troͤste mir den sin!
          Lieb, sich darzů!
          Es ist niht ze frů!
          Also tů!


IX.

      Sumer wunne!
    So du dine liehte tage erglentzen wilt,
    Was kan in der werlte danne húgelicher sin?
    Und dú sunne
    Dringet liehten meien dur den gruͤnen schilt,
    Der von loube schatten birt den kleinen vogellin,
    Dú darunder singent froͤidenriche doͤne.
    So gedenke ich: heja hei! wer hie bi mir die schoͤne,
    Der ich vil gedienet han bi miner zit, so wurde ich fro.
    Ja richer Got von himele, wan gienge es húre so!

      Die gedanke
    Nach der liebe hoͤhent dike mir den můt
    (Toren, reht ist: vil gewunschen des er niht enhat).
    Das sint kranke,
    Froͤidebar, und sint doch underwilent gůt:
    Manic man gedenket dike da sin herze stat.
    Ich gedenke dike, und wúnsche, das dú sússe
    Minen senden kumber, den ich dur si lide, buͤsse,
    Der ich vil gedienet han bi miner zit, so wurde ich fro.
    Ja richer Got von himele, wan gienge es húre so!

      Touwig rose,
    Gegen der sunnen du sich us ir belgelin
    Hat zerspreitet, stant die wissen lilien nahe bi.
    Dú vil lose
    Hat mit guͤte dirre zweier blůmen schin
    An ir libe, und ist aller missewende vri.
    Wan mac si wol nennen zů dem wunsche gegen dem grale.
    So gedenke ich alles lieb, wer hie dú liehte gemale,
    Der ich vil gedienet han bi miner zit, so wurde ich fro.
    Ja richer Got von himele, wan gienge es húre so!

      Frouwe, ich bin
    Din eigen diener iemer sit daher gewesen.
    Sit ich die vil minneklichen sach so wol gestalt,
    Miner sin
    Der hat ir lip vor allen frouwen us erlesen;
    Es enwart an tugenden nie kein wib zu zir gezalt.
    Liesse si mich dienstes und trúwen noch geniessen,
    Der mich beider gegen der lieben niemer wil verdriessen,
    Der ich vil gedienet han bi miner zit, so wurde ich fro.
    Ja richer Got von himele, wan gienge es húre so!

      Dú vil reine,
    Seldebere, der ich eigen diener bin,
    Dú ist gar an allen wandel, ganzer tugende vol;
    Wan ein kleine,
    Das besweret, leider! dike mir den sin.
    Si ist gegen miner bet ze strenge: das bevinde ich wol.
    Nu beginnet maniger sprechen: das tůt si mit eren.
    Das sint schalke! Daran sol dú liebe sich niht keren,
    Der ich vil gedienet han bi miner zit, so wurde ich fro.
    Ja richer Got von himele, wan gienge es húre so!

    (_Die dritte Strophe dieses Liedes steht -- aber bis zur
    Unverständlichkeit entstellt -- in der Samml. von Minnesing. Th. I.
    S. 59._)


X.

      Nu ist dú liehte heide val,
    Rife wil si twingen.
    Singen
    Můs ich aber von des winters krefte.
    Suͤssen sanc der nahtegal
    Wil er gar verdringen;
    Bringen
    Kan er leit mit siner meisterschefte.
    Nement war,
    Wie winter gegen uns ziehe!
    Leider! kreftig ist sin schar:
    So ist der sumer schiehe.
    Fliehe!
    Winter hat das messer bi der hefte.

      Was klag ich der vogel sanc
    Und die liehten heide,
    Beide,
    Sit min leit ist worden klagebere?
    Nach der ie min harze ranc,
    Dú tůt mir so leide.
    Scheide,
    Frouwe, mine lange wernden swere!
    Swanne ich sihe
    Ir liehten ougenblike,
    Von ir swenken ich vergihe,
    Das ich danne erschrike.
    Dike
    Tůt ir fremden gros mich froͤiden lere.


XI.

    Ist iht mere schoͤnes u. w.

    _Fünf Strophen, welche (die letzte ausgenommen) sich alle mit der
    Zeile schliessen:_

    Ich dahte: alter húte wagen, des bist du so gra.

      (_S. Sammlung von Minnesing. Th. I. S. 59. 60._)


XII.

      Der sumer mit gewalde hat
    Bekleidet walt und ouwe;
    Der anger wol geblůmet stat
    In suͤssem meien touwe;
    Dú heide breit
    Hat gruͤne kleit
    An sich geleit,
    Ist mir geseit,
    In wunneklicher schouwe.
        Min frouwe ist gůt,
        Swie si doch tůt
        Mich ungemůt.

      Min ungemuͤte ist gar ze gros,
    Als ich úch wil bescheiden.
    Ich sten ir helfe leider blos,
    Dú mich in senden leiden
    Mit froͤmder tat
    An allen rat,
    Swies mir ergat,
    Nu lange lat
    Als einen wilden heiden.
          Min frouwe ist gůt,
          Swie si doch tůt
          Mich ungemůt.

      Ich lobe ir kúsche und ouch ir lip,
    Ir schone und ir gebarn.
    In gesach nie minneklicher wib
    Bi allen minen jaren.
    Swie das mich nie
    Ir lob vervie,
    Doch sang ich ie,
    Dort unde hie,
    Swa ie die besten waren.
          Min frouwe ist gůt,
          Swie si doch tůt
          Mich ungemůt.

      Sol ich niht herzelieb bejagen,
    Noch hohe froͤide erwerben;
    So mac ich doch von schulden klagen
    Und můs von leide ersterben.
    Kumt ir gerich
    So grimelich
    Als úber mich,
    So scham si sich,
    Sol ich alsus verderben.
          Min frouwe ist gůt,
          Swie si doch tůt
          Mich ungemůt.

      Mich bant ir liehter ougenblik,
    Und wil mich niht enbinden.
    Ich want mich in ir minnestrik,
    Und kan mich niht entwinden.
    Sus wart ich wunt
    Zer selben stunt.
    Hey, roter munt,
    Nu tů mir kunt:
    Sul ich genade vinden?
          Min frouwe ist gůt,
          Swie si doch tůt
          Mich ungemůt.


XIII.

      Komen ist der winter kalt,
    Der vil manig herze hat erschreket.
    Da e stůnt der gruͤne walt,
    Das ist nu mit dúrren risen besteket.
    Dú heide stat ir varwe bar,
    Der anger al der blůmen schar;
    Die rifen sint gevallen dar:
    Des hat sich des meien zit enbleket.
          Sol ich tumber
          Disen kumber
          Iemer tragen,
          Das můs ich klagen.

      Was klage ich des meien blůt,
    Die rifiere, die vil liehten ouwen?
    Wan klage ich nicht minen můt,
    Den mir mit geberden hat verhouwen
    Ein wib, die vil genaden hat,
    Swie si mich doch dar ane lat.
    Wie zimt ir solchú missetat,
    Sol man mich in leide lange schouwen?
          Sol ich tumber
          Disen kumber
          Iemer tragen,
          Das můs ich klagen.

      Herzelieb und herzeleit
    Trage ich, doch mit ungelicher wage.
    Swas min herze liebe treit,
    Seht, das widerwigt min frouwe trage;
    Swas aber ich leides han von ir,
    Das wiget si vollekliche mir.
    Min leit das ist ir herzen gir,
    Swie ich doch mit dienste ir hulden jage.[48]
          Sol ich tumber
          Disen kumber
          Iemer tragen,
          Das můs ich klagen.

      Ir gebaren minneklich
    Kan min hohgemuͤte wol geswachen;
    Und ir lachen inneklich
    Das kan si so rehte suͤsse machen.
    Ir spiegel liehten ougen klar,
    Ir roter munt mich sunderbar
    Verderben wil (dast, leider! war):
    Wenne wil mir der ze froͤiden lachen?
          Sol ich tumber
          Disen kumber
          Iemer tragen,
          Das můs ich klagen.

      Mir tůt inneklichen we,
    Můs ich ir das kunden mit gesange.
    Wil si, das ich singe me,
    Der ich han gesungen her vil lange,
    So gebe mir lacheliche ir grůs;
    Ze hant so wirt mir sorge bůs,[49]
    Und nige ir nider unz uf den fůs.
    Frouwe, fuͤge, das min leit zergange!
          Sol ich tumber
          Disen kumber
          Iemer tragen,
          Das můs ich klagen.


XIV.

      Swer nu verholner minne pfligt,
    Den wil ich warnen: es ist zit,
    Das er von liebe scheide.
    Ob er den lib niht ringe wigt,
    So huͤte er sich, swer tougen lit!
    Alsus warne ich si beide.
    (So sang ein wahter an der zinne wol)
    Sit ich geliebe warnen sol,
    So gebe ein lieb vil lieben kus,
    Mit nahem umbevange, und scheide sich von liebe alsus.

      So we mir! sprach das reine wib.
    Dis weken tůt mir also we.
    Wie wil der tag so gahen?[50]
    Si umbevieng ir frúndes lib.
    Si sprach: sol ich dich iemer me
    Mit armen umbevahen?
    Vil minneklichen er si umbevienc,
    Manig kus da herzeklich ergienk,
    Si lagen beide dem gelich
    Wie si die naht mit liebe der minne pflegen froͤiderich.

      Der frouwen ougen wurden rot.
    Das si ir lieben frúndes brust
    Mit trehen gar bererte.
    Des heldes trúwe im das gebot,
    Das si vil dike wart gekust,
    Als in dú Minne lerte.
    Er druhte ir liehtes wengel an das sin;
    Er sprach: vil suͤsse troͤsterin,
    Min herze an dir niht wenken kan,
    Min trúwe ist gegen dir stete. Er kuste si, und schiet von dan.


XV.

      Minne fuͤget dike leit
    Mit vil sender arebeit,
    Der min herze ein wunder treit.
    Minne dú hat den gewalt,
    Wil si, ich wirde an froͤiden balt,
    Anders ich bin abe gezalt.
    Minne, swer dich minnet,
    Und dich minnen můs,
    Der ist unversinnet,
    Wirt ime kumbers bůs,
    Er vermidet dinen grůs.
        Ich bin din,
        Minne, habe genade min!

      Mich gruͤste ein vil roter munt
    Minnekliche zeiner stunt,
    Sit was ie min herze wunt.
    Also traf dú Minne mich
    Mit ir strale grimmeklich
    In min herze tougelich.
    Von der Minne gruͤsse
    Mir dú not geschach,
    Dú mir da so suͤsse
    Dur min herze brach.
    Owe, das ichs ie gesach!
        Ich bin din,
        Minne, habe genade min!

      Ir zimt wol swas si getůt;
    Si ist mit zúhten hohgemůt,
    Vor untete wol behůt.
    Minne hat gehuset dar;
    Si ist nach schoͤne lieht gevar,
    An ir ist der wunsch vil gar.
    Swer die zit vertriben
    Bi der liben sol,
    Der můs allen wiben
    Iemer sprechen wol;
    Wan si ist aller tugende vol.
        Ich bin din,
        Minne, habe genade min!

    (_Die dritte Strophe steht in der Samml. von Minnesing. Th. I. S.
    60._)


XVI.

      Sumer wil uns aber bringen
    Gruͤnen walt und vogel singen;
    Anger hat an blůmen kleit;
    Berg und tal in allen landen
    Sint erlost us winters banden;
    Heide rote rosen treit;
    Sich froͤit al dú werlt gemeine.
    Nieman truret, wan ich eine,
    Sit mir dú vil suͤsse, reine
    Frúmt so manig herzeleit.
        Swer vil dienet ane lon
        Mit gesange,
        Tůt ers lange,
        Der verlúret manigen don.

      Ich wil al den lúten kúnden,
    Das si lebt mit grossen súnden,
    Der ich ie was undertan,
    Di si hat an mir verschuldet,
    Sit min herze kumber duldet,
    Des wil si sich niht entstan.
    Wie mag si di súnde buͤssen!
    Mir wart nie ein lieblich gruͤssen;
    Davon wir uns scheiden muͤssen:
    Ich wil urloub von ir han.
        Swer vil dienet ane lon
        Mit gesange,
        Tůt ers lange,
        Der verlúret manigen don.

      Frouwe, dú mir vor in allen
    Wilent muͤste wol gevallen,
    Noch vernemt ein liedelin!
    Ir sint, ane lougen, schoͤne;
    Doch ist schoͤne dike hoͤne:
    Das ist leider an ú schin.
    Nu wil ich min singen keren
    An ein wib, dú tugende leren
    Kan, und alle froͤide meren:
    Seht, der diener wil ich sin!
        Swer vil dienet ane lon
        Mit gesange,
        Tůt ers lange,
        Der verlúret manigen don.

      Werdú Minne, ich wil dich strafen;
    Du bist gegen mir harte entslafen,
    Sit ich struhte in dinú bant.
    Ich bin diner wise ein tore,
    Min sang gat dir fúr din ore,
    Diner helfe ich nie bevant.
    Hilf! ich bin mit spilnden ougen
    Wunt ins herze, sunder lougen:
    Das tet mir ein wib so tougen,
    An der ist wol dienst bewant.
        Swer vil dienet ane lon
        Mit gesange,
        Tůt ers lange,
        Der verlúret manigen don.

      Minne, heile mine wunden,
    Die mir in vil kurzen stunden
    Von der strale din geschach!
    Mich hat ob zwein liehten wangen
    Sere ir ougen blik gevangen.
    Ach, was ich dar under sach
    Ein roten munt von roͤte brinnen!
    Das betwanc mich in dien sinnen,
    Das ich si můs iemer minnen;
    Ir blik mir dur min herze brach.
        Swer vil dienet ane lon
        Mit gesange,
        Tůt ers lange,
        Der verlúret manigen don.

    (_Die zweyte, vierte und fünfte Strophe dieses Liedes steht in der
    Samml. von Minnesing. Th. I. S. 60._)


XVII.

      Ich solde den liehten sumer loben,
    Des han ich mich versumet her.
    Das lant ist niden und dabi oben
    Geblůmet nach mis herzen ger.
    Dú zit uns bringet núwe fruht;
    Frid und frůt ist uns bereit.
    Ir Swaben, nemt die alten zuht
    Herfúr, so tragent ir eren kleit;
    Mit zuht ir sin gemeit!
        Swem ich singe,
        Swies erklinge,
        Swas ich sage,
        Doch trage
              Ich klage.

      Min klage ist, das mich hat verwunt
    Ir minneklicher ougenschin,
    Ir liehte varwer, roter munt
    En mitten in das herze min.
    An schoͤn, an kúsche und ouch an zuht
    Ist si fúr ellú wib gelobet;
    Ir wunnebernden reinen fruht
    An tugenden nieman úberobet,
    Wan das si an mir senden dobet.
        Swem ich singe,
        Swies erklinge,
        Swas ich sage,
        Doch trage
              Ich klage.

      Min klage ist, das ich sende not
    Von der vil herzelieben han,
    Und si mir das noch nie enbot,
    Ich sold in ir genaden stan.
    Ir rede ist gegen mir gar verswigen,
    Das si nie wort ze mir gesprach.
    Sus hat die liebe mir verzigen:
    Das ist min klagendes ungemach.
    Owe, das ich sie ie gesach!
        Swem ich singe,
        Swies erklinge,
        Swas ich sage,
        Doch trage
              Ich klage.

      Min klage ist ungerihtet mir,
    Wie gůte gerihte der kúnig hat.
    Ob ich nu klagte das von ir
    Das si mich in den sorgen lat,
    Wer ehtet si danne uffen reht,
    Wan si wirt von mir niht genant?
    Nu lant gerihte wesen sleht,
    Es si dem rihter wol erkant,
    So ist ungerihtet sa ze hant.
        Swem ich singe,
        Swies erklinge,
        Swas ich sage,
        Doch trage
              Ich klage.

      Min klage die mag wol enden sich,
    Ob dú vil herzeliebe wil.
    Si tůt gegen mir unminneklich:
    Das ist an ende und ane zil.
    Ach Got, wie lange sol das weren,
    Das si tůt ungenade an mir?
    In mac ir hulde niht emberen,
    Und han doch kleinen trost von ir:
    Sus hindert sich min herzen gir.
        Swem ich singe,
        Swies erklinge,
        Swas ich sage,
        Doch trage
              Ich klage.

    (_Die vierte Strophe dieses Liedes steht in der Samml. von
    Minnesing. Th. I. S. 60._)


XVIII.

      Es ist niht lang, das ich mit einer minneklichen frouwen
    Begunde húbscher klaffe vil,
    Die ich von herzen minne.
    Ich sprach: lant úwer tugende an mir und úwer guͤte schouwen!
    Ich bins, der ú da dienen wil
    In můt und in dem sinne.
    An worten und an werken hant ir min gewalt.
    Úwer tugent manicvalt
    Sol mich des geniessen lan,
    Das ich júch vor allen frouwen in dem herzen han.
          Ich bin iu holt!
          Ir sint min golt,
          Min hort, min edelgesteine!
          Uffen sele und uffen lip,
          Und darzů uf ellú wib
          Acht ich gegen úch sicherlichen kleine.

      Si sprach: die rede hant ir wol tusent frouwen e gekúndet;
    Ir wenet lihte toͤren mich;
    Ir sint ein lugenere!
    Der ir da singent, und úch hat das herze gar entzúndet,
    Dú ist iu lieber vil danne ich.
    Mirst úwer klaffe unmere.
    Ir wenet, das ich si der mere ein goͤichelin.
    Eft ein ander danne mich!
    Ich erkenne si vil wol,
    Dú iu das herze dike tůt in leide jamers vol.
          Ir Gouchgovolt,
          Der sint ir holt!
          Und ahtet si vil kleine
          Uffen úwern toͤrschen lib;
          Wand si ist gar ein biderb wib.
          Úwer minne ist allenthalb gemeine.

      Do swůr ich manigen eit, si were dú, der ich da singe,
    Und sprach: ir sulnt mich schelten niht,
    Wan ich bin úwer eigen.
    Ich bin ú herzelichen holt, swie mir daran gelinge.
    Swas iemer mir davon geschiht,
    Ich wil ú dienst erzeigen;
    Wan in gesach uf erde nie so reine fruht.
    Schoͤne und alle wiblich zuht
    Hat Got selbe an úch geleit,
    Swie das ir mir nu ein teil der zúhte hant verseit.
          Ich bin úch holt!
          Ir sint min golt,
          Min hort, min edelgesteine;
          Uffen sele und uffen lip,
          Und darzuͤ uf ellú wip
          Acht ich gegen úch sicherlichen kleine.

      Si sprach: ir soltent frouwen loben, da man úch bas geloubet,
    Und úwern dienst bieten dar,
    Da man úch dienstes bette.
    Ich weis wol, wa si wont, dú úch der sinne gar beroubet.
    Da nimt man úwer kleine war;
    Si giht ir sint unstete.
    Ein biderb wip mag an úch werwort vinden wol,
    Da von man úch schúhen sol.
    Ir hant ungetrúwen můt,
    Da von iu diu minneklich unminneklichen tůt.
          Ir Gouchgovolt,
          Der sint ir holt!
          Und achtet si vil kleine
          Uffen úwern toͤrschen lib;
          Wand si ist gar ein biderb wib.
          Uwer minne ist allenthalb gemeine.

      Ich sprach: vil liebú frouwe min, nu troͤstent mir die sinne!
    Si sprach: ir sunt von hinnen gan.
    Wie lange went irs triben?
    Sold ich fúr froͤmden kumber sin gegen ú ein troͤsterinne,
    Des muͤst ich iemer laster han
    Gegen allen gůten wiben.
    Ja enbin ich nicht, dur die ir lident selken pin.
    Ich sprach: ja ir, frouwe min!
    Si sprach: das ist rehte erlogen;
    Ir hant hin und her damit vil manig wib betrogen.[51]
          Nu saget mir niht
          Was iu geschiht;
          Wan ich geloube iu kleine.
          Uwer trugehafter lib
          Hat betrogen manig wib.
          Alsus so schiet von mir dú sússe reine.


XIX.

      Sumer wunne ist hin gekeret;
    Winter wil begrifen
    Liehte blůmen und den kle.
    Kleine vogelin sint verseret
    Von den kalten rifen;
    Da bi siht man ouch den sne.
    Owe wunneklicher ougenweide,
    Die man sach uf anger und uf heide!
    Die stant nu in leide:
    Das tůt minem herzen we.
          Sol min herze fro bestan,
          So můs Minne
          Mine sinne
          Růwen lan.

      Owe súfteberer sorgen,
    Du min herze twinget!
    Ach ich froͤideloser man!
    Die trage ich vil unverborgen
    -- -- -- -- -- --[52]
    Darnach des mir Minne erban.
    In weis noch niht, was die Minne richet,
    Das si mine froͤide so zerbrichet,
    Sit min zunge ir sprichet
    Nicht wans beste so ich kan.
          Sol min herze fro bestan,
          So můs Minne
          Mine sinne
          Růwen lan.

      Lieb in herzen! lieb in ougen!
    Lieb in minen sinnen!
    Lieb, vor valsche wol behůt!
    Lieb in liebe, sunder lougen!
    Lieb, ich můs dich minnen,
    Swie mir din genade tůt.
    Liebes lieb, du hast mich mit gewalte
    Lieblich braht in sorge manigvalte,
    Liebes lieb, nu walte
    Liebe gegen mir, frouwe gut!
          Sol min herze fro bestan,
          So můs Minne
          Mine sinne
          Růwen lan.

      Gut gebaren, schoͤn an libe
    Hat dú minnekliche,
    Kúsche in herzen sunder wan.
    Wer gesach an keinem wibe,
    Dú sich ir geliche,
    Und die tugende moͤhte han,
    Der si pfliget? Min frouwe unwandelbere
    Alle frouwen lassen ane swere;
    Es sint warú mere,
    Der můs ich ir bigestan.
          Sol min herze fro bestan,
          So můs Minne
          Mine sinne
          Růwen lan.

      Es ist dike das gesprochen,
    Swer gewaltig were,
    Der solt doch genedig sin.
    Dis reht ist an mir gebrochen.
    Dú vil seldenbere
    Dú ist gar gewaltig min,
    Und han doch genade da niht funden;
    Wan ir trost ist gegen mir gar verswunden,
    Dú mir zallen stunden
    Tůt ir ungenade schin.
          Sol min herze fro bestan,
          So můs Minne
          Mine sinne
          Růwen lan.


XX.

      Tougenlichen lag verborgen
    Bi liebe ein ritter wol gemůt.
    Davon pflag der wahter sorgen;
    Er sang:  ‚swer hie lit umbehůt,
    Ob der behalten wil den sinen lip,
    So weke in minneklichen, reine wib!
    Er ist ze lange hie gelegen;
    Davon so gebe er dir den morgensegen.'

      Des erschrak dú minnekliche.
    Si daht: ‚owe der leiden zit!
    Erst entslafen senftekliche,
    Der hie an minen armen lit.
    Den wil der liehte tag von mir verjagen;
    Davon můs ich an froͤiden verzagen.'
    Si kust in slafent an den munt,
    Und sprach: ‚der wahter tůt den morgen kunt.'

      Da wart ir kus vergolten;
    Ein widerkussen da geschach.
    Ach, si lagen als si solten!
    Dú frouwe us rotem munde sprach:
    ‚Tů ritters ere an mir vil senden schin!'
    Er sprach: ‚vil herzeliebe frouwe min,
    Ich wil dir mine froͤide lan;
    Sich lieb, dú sol dir hie ze pfande stan.'


XXI.

      Sumer diner lieben kúnfte
    Bin ich fro! Du hast gewalt!
    Diner hohen sigenúnfte
    Froͤit sich anger und der walt.
    In dem walde hoͤrt man singen,
    Kleine vogelin suͤsse erklingen;
    Uf dem anger schone entspringen,
    Siht man blůmen manigvalt.
    Dú zit wart nie so wol gezieret.
    Ich han des meien blůt erzwieret;
    Die wil ich prisen mit gesange,
    Swie doch min kumber wert ze lange.
    Ich bin tumb, das ich min langes leit den lúten singe;[53]
    Manger spricht: seht! dest war, es wigt in harte ringe.
    Ich wer sicherlichen tot, wan das mich nert gedinge,
    Das ich noch den kumber min ze liebem ende bringe.
          Sol ich iemer fro bestan,
          So Minne und dú vil minnekliche mich von sorgen lan.

      Rehte blůmenzit des meien,
    Vogel singen hilfet niht.
    Sihe ich tanzen unde reijen,
    Swes dú werlt ze froͤiden giht;
    Doch so trurent mir die sinne.
    Ungemuͤte wont mir inne,
    Sit mir von der suͤssen Minne
    Weder lieb noch trost geschiht.
    Mich hat der wessen Minne strale
    Verwundet niht zem ersten male;
    Der alte kumber hat mich sere
    Verwunt. Was sol dú rede nu mere?
    Minne wil ir alten ungenade an mir nu núwen;
    Ich gelebte nie so gar in kumberlichen rúwen;
    Si wil mir in sendem herzen grosse sorge brúwen;
    Der ich ie getrúwe was, dú wil mir niht getrúwen.
          Sol ich iemer fro bestan,
          So Minne und dú vil minnekliche mich von sorgen lan.

      Mich nimt wunder, ob dú reine
    Habe gesetzet in ir můt,
    Das si mich in herzen meine,
    Sam si mit den ougen tůt:
    Seht, so můs ich gar verderben.
    Moͤht ich liebe blik erwerben,
    Darnach in ir gruͤsse sterben,
    So wer doch das ende gůt.
    Si smehet mich mit liehten ougen,
    Wer ich ir in ir herzen tougen,
    So muͤsten ougen nach dem herzen
    Mir buͤssen kumberlichen smerzen,
    Den ich nu vil lange han von sus getanen sachen.
    Dú viel liebe wolte mir ze froͤide nie gelachen,
    Doch můs ich ir mit gedanke nahtes dike erwachen,
    Das man moͤhte hoͤren mir das herze us jamer krachen.
          Sol ich iemer fro bestan,
          So Minne und dú vil minnekliche mich von sorgen lan.

      Swa man minnekliche lachet,
    Hat da Minne nicht gewalt,
    So ist ir hoher pris verswachet,
    Sol si da sin abe gezalt.
    Wan mag wol an miner vrouwen
    Minnekliches lachen schouwen.
    Ist dú minne an ir verhouwen,
    So ist si doch dar nach gestalt,
    Swer ir vil liehten ougen sehe,
    Wie der nach minem sinne jehe.
    Dú schone hat vil hoh gemuͤte,
    Kúsche, und rehte wibes guͤte.
    In gesach nie schoner wib und also wol gebaren,
    In gesach so roten munt bi allen minen jaren,
    In gesach nie wibes lib so reinen und so claren;
    Doch kann si wol mit geberden mannes herzen varen.
          Sol ich iemer fro bestan,
          So Minne und dú vil minnekliche mich von sorgen lan.

      Ob dú liebe fúrhtet súnde,
    Dem tut si doch niht gelich.
    Hat si gůter lúte kúnde,
    Die sint mit ir súnden rich,
    Das si ir nit gebent ze bůsse,
    Das si muͤste mir vil sůsse
    Lachen, und in liebem grůsse
    Gegen mir nigen minneklich.
    Ir bihter han niht rehter sinne;
    Si geltent minne mit unminne:
    So wirt der súnden deste mere.
    Si solten wisen rehte lere.
    Ob si mir ir grůs verseit, der ir han wol gesprochen,
    Sa ze hant wirt minne mit unminne an mir gerochen,
    Si hat an getrúwen frúnde trúwe gar zerbrochen;
    Da von ist min hoher můt in leide gar betrochen.
          Sol ich iemer fro bestan,
          So Minne und dú vil minnekliche mich von sorgen lan.

    (_Die erste und die beiden letzten Strophen dieses Liedes stehen in
    der Samml. von Minnesing. Th. I. S. 60._)


XXII.

      Ich wil der vil lieben singen
    Disen sang,
    Dú min herze tougelichen
    Hat verwunt.
    Si kan swere an allen dingen
    Machen krank.
    Nieman kan sich ir gelichen:
    Dast mir kunt.
    Nu warumbe lobte si,
    Moͤht ichs niht beweren
    Mit ir zúhten wol?
    Si ist vor allem tadel vri,
    Und vor boͤsen meren;
    Dabi ist ir herze tugenden vol.
          Frouwe, ir hant mich úberwunden
          Sunderbar
          Iu ze dienst in kurzen stunden:
          Das ist war!

      Tugentrichú, reine frouwe,
    Selig wib!
    Ougent an mir úwer guͤte
    Und alle zuht.
    Als dú rose in meijen touwe
    Ist úwer lib,
    Und der gelije in wunne bluͤte
    An siner fruht.
    Ich wil úwer diener sin,
    Nach den suͤssen lone,
    Das ir troͤstent mich,
    Und ir wendent minen pin.
    Aller tugende ein krone,
    Gar an allen wandel, minneklich!
          Frouwe, ir hant mich úberwunden
          Sunderbar
          Iu ze dienst in kurzen stunden:
          Das ist war!

      Wunneklicher ougenweide
    Ich nie gesach,
    Danne der vil wol getanen
    Múndel rot.
    Si ist vor allen herzeleide
    Ein schirm, ein tach.
    Swer si siht, der muͤs sich anen
    Sender not.
    Wil dú Minne mir gestan
    Gen der minneklichen,
    Seht, so wurd ich vro,
    So wolde ich die sorge lan
    Us den herzen slichen.
    Minneklichú Minne, fuͤge es so!
          Frouwe, ir hant mich úberwunden
          Sunderbar
          Iu ze dienst in kurzen stunden;
          Das ist war!


XXIII.

      Sumer ouget sine wunne,
    Das ist an der zit.
    Prúve er wol swer rihten kunne,
    Was materie lit
    An dem walde und uf der heide breit.
    Wan mag schouwen,
    Wie die ouwen
    Stant bekleit,
    Was der anger liehter blůmen treit.
          Est ein alt gesprochen wort:
          Swa din herze wont, da lit din hort!

      Ich hab endelichen funden
    Einen schoͤnen hort;
    Den kos ich mir zeinen stunden;
    Nust min herze dort
    Bi dem horde, der mir fuͤget pin.
    Dú vil reine,
    Wandels eine
    Můs mir sin
    Hort in dem vil senden herzen min.
          Est ein alt gesprochen wort:
          Swa din herze wont, da lit din hort!

      Min hort kan wol tugenden horden
    Und hohen můt.
    Dú mir ist ze horde worden,
    Dest min frouwe gůt.
    In der guͤte lose, wolgestalt
    Ir gebaren
    An den jaren
    Mich tůt alt,
    Swie ir tugende doch si manicvalt.
          Est ein alt gesprochen wort:
          Swa din herze wont, da lit din hort!

      Maniger der hat hort verborgen,
    Des er troͤstet sich.
    Min hort git mir niht wan sorgen,
    Unde smehet mich.
    Min vil lieber hort ist mir also
    Gar unnuͤtze.
    Minne schuͤtze,
    Cupido
    Traf min herze, sit bin ich unfro.
          Est ein alt gesprochen wort:
          Swa din herze wont, da lit din hort!

      Minne dú ist gewalteklichen
    Allen dingen obe.
    Ir kan niht uf erde entwichen,
    Es gevahe ir klobe.
    Wisheit, hort, du beide nigent ir.
    Minne, suͤsse!
    Kumber buͤsse
    Nach der gir!
    Twinge minen hort geliche mir!
          Est ein alt gesprochen wort:
          Swa din herze wont, da lit din hort!

    (_Die erste Strophe dieses Liedes steht in der Samml. von
    Minnesing. Th. I. S. 61, nur mit einer verschiedenen Leseart in der
    dritten Zeile._)


XXIV.

      Winter leide
    Gruͤne heide
    Hat verderbet, und den walt.
    Wan mag schouwen
    An den ouwen,
    Da lit nu der rife kalt.
    Ich wirde alt
    Von selken dingen.
    Noch klage ich ein ander not,
    Das dú liebe mich wil twingen,
    Der ich mich ze dienste ie bot.
    Ich wil singen,
    Zoren  bringen,
    Das ich nach ir jamers won.

      Jamers schrike,
    Lide ich dike:
    Das tůt minem herzen we!
    Ich vil tumber
    Disen kumber
    Liden můs aber als e.
    Swies erge,
    Ich můs doch sorgen
    Beide naht und ouch den tag,
    Das ich abent noch den morgen
    Si niht sol noch sehen mag.
    Unverborgen
    Můs ich worgen
    In ir bande, dunket mich.


XXV.

      Nu ist der arge winter hie,
    Der uns wil betwingen aber (leider!)
    Die blůmen und den kle.
    Owe, der zerfuͤrt uns ie
    Meijen sinú wunneklichen kleider!
    Ich sorge, wies erge!
    Wissent, wer den winter lang
    Also můs vertriben
    Ane lieben umbevanc,
    Wie mag der beliben,
    Sin froͤide werde kranc?
          Liep gedinge tůt mich geil,
          Ich gewinne heil.

      Owe lieblich naher smuk!
    Owe minnekliches umbevahen!
    Und owe guͤtlich kus!
    Owe herzelicher druk!
    Wenne sol ich sender den enpfahen?
    Joch singe ich umbe sus.
    Doch gedinge ich,  das ir můt
    Und ir wiblich guͤte,
    Dú mich froͤlich singen tůt,
    Hoͤhe min gemuͤte.
    Si ist so rehte gůt.
          Liep gedinge tůt mich geil,
          Ich gewinne heil.

      Wer gesach ie frouwen lip,
    Der ir lachen also wol gezeme
    Und ir vil werder grůs?
    Es ist manig schone wib,
    Dú doch niender ist also geneme:
    Des man ir sprechen můs.
    Swenne ir rose roter munt
    Und ir liehten ougen
    Blikent in mins herzen grunt
    Lachelichen, tougen,
    So wirt ich wol gesunt.
          Liep gedinge tůt mich geil,
          Ich gewinne heil.

      Wol dir, minneklichú fruht!
    Wol dir! du hast froͤiderich gemuͤte,
    Und doch mit rehter scham.
    Wol dir! du hast wiblich zuht.
    Wol dir! du hast userwelte guͤte
    Mit rehter kúsche alsam.
    Wol dir! du bist userkorn,
    Liep und  wandelbere.
    Wol dir! wan du bist verer zorn
    Und fúr sende swere
    An dise werlt erborn.
          Liep gedinge tůt mich geil,
          Ich gewinne heil.

      We, warumbe tůt si das,
    Das si mir das herze niht enbindet
    Von sender arebeit?
    Sicherlich ir stuͤnde bas,
    Sit si mich
    So sigelosen vindet,
    Das si min sendú leit
    Uf genade neme an sich,
    Doch in lieben troste,
    Also das dú gůte mich
    Von den banden loste:
    So lepte ich wunneklich.
          Liep gedinge tůt mich geil,
          Ich gewinne heil.


XXVI.

      Heide, walt und anger, wol bekleit,
    Die hant sich entbloͤsset: dest min klage.
    Kleiner vogelin truren ist mir leit,
    Die der winter twinget alle tage.
    Noch trage
    Ich in minem herzen grosser swere,
    Sunder strit,
    Das mich lat in sorgen dú vil seldenbere
    Lange zit.
          Wol im, der ze liebe hat den trost,
          Das er sender leide wirt erlost!

      We mir! we der súftebernden not,
    Das ich trost von liebe niht enhan,
    Sit dú Minne dienen mir gebot,
    Der ich bin mit trúwen undertan!
    Ich lan
    Mich an ir genade sicherlichen;
    Si ist so gůt.
    Wer mag nu an hohen froͤiden bas gerichen
    Mir den můt?
          Wol im, der ze liebe hat den trost,
          Das er sender leide wirt erlost!

      Reine kúsche, tugentriche sitte
    Si hat in ir herze; rehte scham,
    Selde und ere wont der lieben mitte
    Noch in rehter wibes guͤte alsam.
    Mir kam
    In das herze ir minneklich gebaren,
    Do ich si sach.
    Des lide ich, vil sender, nu bi manigen jaren
    Ungemach.
          Wol im, der ze liebe hat den trost,
          Das er sender leide wirt erlost!

      Nieman mag der Minnen han gewalt.
    Si tůt dike we und ofte wol.
    Er mag wol ze selden sin gezalt,
    Den si tůt mit willen froͤiden vol.
    Ich sol,
    Leider! noch bevinden, ob dú Minne
    Froͤide gebe;
    Si tůt ungenade mir in minem sinne,
    Swie ich lebe.
          Wol im, der ze liebe hat den trost,
          Das er sender leide wirt erlost!


XXVII.

      Wol becleidet stet dú heide,
    Anger und der gruͤne walt.
    Bi der liehten ougenweide
    Hoͤrt man stimme manigvalt
    In den ouwen, vogelin doͤne.
    Meije wart noh nie so schoͤne,
    Den ich mit gesange kroͤne,
    Noch so rehte wolgestalt.
          Frouwe, sich,
          Du solt mich
          Troͤsten, sit ich minne dich!

      Sich froͤit aldú werlt gemeine
    Gegen der wunneklichen zit.
    Nieman truret, wan ich eine,
    Sit si mir niht froͤide git,
    Der ich diene in ganzen trúwen;
    Dú wil minen kumber núwen.
    Ich lebe in vil starken rúwen
    Von den meren iemer sit.
          Frouwe, sich,
          Du solt mich
          Troͤsten, sit ich minne dich!

      Ane Got so hat min nieman
    Den gewalt, als si wol hat.
    Itewisset mich des ieman,
    Stuͤnde es dem als es mir stat,
    Er geloupte mir zeware.
    Der ich diene sunderbare,
    Wie dú miner jungen jare
    Froͤide nider sigen lat![54]
          Frouwe, sich,
          Du solt mich
          Troͤsten, sit ich minne dich!

      Wer gesach ie creatúre,
    Die man weis in wibes namen,
    Also schone, also gehúre?
    (Dú darf sich des niht beschamen!)
    Also kúsche und also gůt,
    Also tugenthaft in můt,
    Und an eren so behůt?
    Dú ist ein selig wib, benamen!
          Frouwe, sich,
          Du solt mich
          Troͤsten, sit ich minne dich!


XXVIII.

      Ich wil allen lúten
    Belúten
    Mins herzen klage,
    Und wie grossen kumber
    Ich tumber
    Nu trage,
    Wie mich sorge twinget,
    Und singet
    Doch mir der lip.
    Seht! das můs ich liden
    Durh miden
    Ein wip.
    Des můs ich den jamer schriken,
    Leider! undertenig sin.
    Ich lige in ir minnen striken,
    Das ist an mir worden schin.
          Si kan senden smerzen
          Us herzen
          Vertriben
          Wol:
          Rose ob allen wiben,
          Man si nennen sol!

      Wa ist nu dú schoͤne?
    Ich doͤne
    Und nige ir gar.
    Ich wil aber gruͤssen
    Die suͤssen
    (Nement war!)
    Schone mit gesange.
    Swie lange
    Ich ir froͤmde si,
    Doch so hat ir jugende
    Vil tugende;
    Dabi
    Hat si guͤte ein michel wunder
    In den herzen zaller stunt;
    Und si doch vorus besunder
    Mir das herze hat verwunt.
          Si kan senden smerzen
          Us herzen
          Vertriben
          Wol:
          Rose ob allen wiben
          Man si nennen sol!

      Wenne sun ir ougen
    Mir tougen
    Ze blike varn,
    Und dú suͤsse junge
    Mir swunge
    Den arn,
    Und mich umbevienge:
    So gienge
    Mir sorgen hin;
    Seht! so wolt ich scheiden
    Von leiden
    Den sin.
    Wafena, der lieben stunde!
    Wenne sol ich die geleben,
    Das ich von ir roten munde
    Solte ein lieblich kússen nemen.
          Si kan senden smerzen
          Us herzen
          Vertriben
          Wol:
          Rose ob allen wiben
          Man si nennen sol!

    (_Die erste Strophe dieses Liedes steht in der Samml. v. Minnesing.
    Th. I. S. 61._)


XXIX.

      Winter, din gewalt
    Selwet blůmen manigvalt;
    Dú zit ist also gestalt:
    Und dú vogellin
    Lident aber grossen pin;
    Ir schal můs geswigen sin.
    Wan mag schouwen
    An den ouwen,
    Da lit nu der sne,
    Da man blůmen brach:
    Uf der heide
    Stent mit leide
    Rife und ouch der sne.
    Dast min ungemach.
    Wes habe ich gedinge,
    Sol min singen
    Mir niht bringen
    Froͤiderich gedinge?

      Winter und der sne
    Tůt mir niht reht so we;
    Sorgen hab ich dannoch me.
    Swies min herze gert,
    Des bin ich noch niht gewert;
    Est unneher danne vert.
    Dú vil gůte
    Minen můte
    Sus hat angesiget,
    Das ich bin unfro.
    -- -- -- --
    -- -- -- --
    -- -- -- -- --

    (_So unvollendet steht dieses Lied in der Handschrift._)


XXX.

      Sol ich nu verstummen
    Dur den winter lang?
    Des war ich wil uns tummen
    Singen disen sang!
    Mirst ein hohgemuͤte
    In minen lip geflogen
    Von ir, dú wibes guͤte
    Ie was unbetrogen.
    Sist mir zallen ziten in dem sinne,
    Der ich nie vergas,
    Wan si wendet minne mit unminne,
    Der ich stete has.
          Si kan truren swachen,
          Das ist mir wol kunt;
          Ach, froͤlich lachen
          Kan ir roter munt.

      Si mag mir wol bringen
    Froͤidenrichen můt;
    Darnach wolt ich ir singen,
    Swie si mir joch tůt.
    Es wiget ungeliche
    Liebe mir gegen ir;
    Ich bin ir sicherliche
    Holder danne si mir.
    Minne, wis geliche mit der wage,
    Sit das ich bin din!
    Neina, tůs, e mich der zit betrage,
    Suͤsse troͤsterin!
          Si kan truren swachen,
          Das ist mir wol kunt;
          Ach, froͤlich lachen
          Kan ir roter munt.

      Gib ein liebes ende
    Mir, vil selig wib!
    An alle missewende
    Lebt din kúscher lib.
    Lieb vor allen vrouwen,
    Schoͤne, minneklich,
    La dine tugende schouwen,
    Unde troͤste mich!
    Tůst du das, so bin ich froͤidebere.
    Mines herzen trut,
    Lieb, nu wende mine sende swere
    Stille und úberlut!
          Si kan truren swachen,
          Das ist mir wol kunt;
          Ach, froͤlich lachen
          Kan ir roter munt.


XXXI.

      Ich wil aber singen!
    Doch moͤht ich von sus getanen dingen
    Bas súften und klagen.
    O we grosser leide!
    Mich froͤit niht der anger noch dú heide,
    Noch singen noch sagen;
    Mich froͤwet niht der tamber noch dú gige;
    Hoͤre ich harpfen und rotten, an dem můt ich sige.
    Von der einen, der ich dike nige;
    Můs ich die swere tragen.
          Ich han leit und ungemach,
          Sit ich si von erst gesach.
          Ach! und aber ach!

      Dú vil suͤsse reine
    Achtet uf mich senden kleine,
    Den tůt si wol gelich:
    Da begat si súnde.
    Swie vil ich des mit gesange kúnde,
    Doch lebt si froͤmdeklich.
    Mir tůt we, das si mich senden smahet,
    Und dú liebe minen sang niht in ir ore enpfahet;
    Davon kumber mir in herzen gahet,
    Des bin ich sorgen rich.
          Ich han leit und ungemach,
          Sit ich si von erst gesach.
          Ach! und aber ach!

      Grůs von rotem munde,
    Der vergat mich leider zaller stunde;
    Des můs ich froͤiden lan.
    Lieblich ougenblike,
    Die vergant mich zwirent also dike.
    Wie sol min leit zergan?
    Mich froͤit niht dú sunne noch der mane.
    Nieman kan mich troͤsten, wan dú reine, valsches ane.
    Wil dú minnekliche, wol getane,
    So mag ich fro bestan.
          Ich han leit und ungemach,
          Sit ich si von erst gesach.
          Ach! und aber ach!

      Ich hab ir gesungen
    Und gesprochen vil mit lobender zungen,
    Das beste das ich kan.
    Wil si des vergessen,
    So hat ungemuͤte mich besessen.
    Trut Minne, sich daran!
    Wig, das dú liebe ste geliche,
    Ald das si mir us gedanke entwiche!
    Jamer tůt vil dike sorgenriche
    Mich froͤidelosen man.
          Ich han leit und ungemach,
          Sit ich si von erst gesach.
          Ach! und aber ach!

      Swer mir gůtes gunne,
    Und der minen kumber merken kunne,
    Der spreche ir iemer wol.
    Der si lopt mit worten,
    Der hat mine gunst an allen orten,
    Das ich verdienen sol.
    Ich bin ir gebunden gar fúr eigen.
    Den si gůtes gan, der ist gescheiden von den veigen.
    Wolde si genade an mir erzeigen,
    So wurde ich froͤiden vol.
          Ich han leit und ungemach,
          Sit ich si von  erst gesach.
          Ach! und aber ach!


XXXII.

      Sumerlichú wunne
    Zieret wol den gruͤnen plan.
    Berg und tal
    Sint bekleit;
    Nach den touwe sunne:
    Meijen disú kleider sneit,
    Sunder wan,
    Uberal.
    Swer wil
    Bla,
    Rot, gruͤn, gel schouwen,
    Uf den anger, in den ouwen,
    Der siht da
    Wunne vil.
          Minne, twinge mir den sin!
          Wiblich guͤte
          Min gemuͤte
          Zuket hin.

      Swie vil meije bringet
    Froͤiden und sin liehten tage,
    Doch trure ich
    Von der not,
    Das mich Minne twinget
    Und der lieben  munt so rot.
    Dest min klage,
    Sicherlich!
    Ich han
    Ir
    Den můt erzeiget,
    Das sich ir gebot neiget
    Alse min gir,
    Sunder wan.
          Minne, twinge mir den sin!
          Wiblich guͤte
          Min gemuͤte
          Zuket hin.

      Mir ist wol ze můte,
    Swenne ich die vil lieben sihe.
    Alle zit,
    Dur das jar,
    Dú vil reine gůte
    Tůt mich truren, das ist war.
    Ich vergihe
    Sunder strit,
    So si
    Tůt
    Der not geliche
    Sam trure herzekliche,
    Sost min  můt
    Froͤiden fri.
          Minne, twinge mir den sin!
          Wiblich guͤte
          Min gemuͤte
          Zuket hin.

      Lieb, la liebe werben
    Lieblich zwischent mir und dir!
    Lieb, la mich
    Liep dir sin!
    La lieb niht verderben,
    Liep, und tů mir helfe schin!
    Frouwe min,
    Minneklich!
    Ich bin
    Ir
    So gar gebunden,
    Dú mich twinget zallen stunden,
    Das si mir
    Nimt den sin.[55]
          Minne, twinge mir den sin!
          Wiblich guͤte
          Min gemuͤte
          Zuket hin.

      Zuht und ellú schoͤne
    Hat min frouwe, ach, selig wip!
    Wiblich scham
    Ouch dabi.
    Fúrbas ich si kroͤne;
    Sist vor missewende vri
    Lieben lip
    Ob alsam
    -- -- -- -- --

    (_So abgebrochen steht dieses Lied in der Handschrift._)


XXXIII.

      Winter, dine kalte rifen,
    Kalde winde und ouch der sne,
    Swas die gruͤnes mugent begrifen,
    Des gesiht man jar lanc me
    In so wunneklichen schine.
    Seht! das las ich alles sin;
    Wan ich lide grosse pine
    Von der lieben frouwen min.
          Des wil dú reine
          Gelouben vil kleine,
          Wan si hat gemeinen grůs mir gar verzigen,
          Und lat mich sender not ze pfande ligen.
          Von welhen schulden
          Můs ich dulden?
          Ald wavon
          Hat si mir ir grůs verseit? Deswar ich bins ungewon.

      Solt ich  wúnschen mir ze heile
    Darnah als min wille stat,
    So neme ich ze minem teile,
    Fúr swas nu ieman gůtes hat,
    Das dú reine in wibes guͤte
    Spreche: lieb, ich bin dir holt!
    Das froͤit min gemuͤte
    Bas danne aller Kriechen  golt.
          Des wil dú reine
          Gelouben vil kleine,
          Wan si hat gemeinen grůs mir gar verzigen,
          Und lat mich sender not ze pfande ligen.
          Von welhen schulden
          Můs ich dulden?
          Ald wavon
          Hat si mir ir grůs verseit? Deswar ich bins ungewon.

      Nieman ahte mir gen gůte
    Froͤide und froͤiderichen můt!
    Froͤide in edels mannes můte
    Tůt bas dan alles sin gůt.
    Wurde mir ein lieplich smieren
    Von der frouwen min bekant,
    Und ein minnekliches zwieren;
    Das neme ich fúr tusent lant.
          Des wil dú reine
          Gelouben vil kleine,
          Wan si hat gemeinen grůs mir gar verzigen,
          Und lat mich sender not ze pfande ligen.
          Von welhen schulden
          Můs ich dulden?
          Ald wavon
          Hat si mir ir grůs verseit? Deswar ich bins ungewon.

      Unwerde und gar unmere,
    Húre unwerder danne vert,
    Bin ich, der ich gerne were
    Gar vor allen dingen wert.
    Si tůt niender dem geliche
    Sam si welle erhoͤren mich.
    Nu neme ich fúr Tútsche riche,
    Das si bas bedehte sich.
          Des wil dú reine
          Gelouben vil kleine,
          Wan si hat gemeinen grůs mir gar verzigen,
          Und lat mich sender not ze pfande ligen.
          Von welhen schulden
          Můs ich dulden?
          Ald wavon
          Hat si mir ir grůs verseit? Des war ich bins ungewon.

      Frouwe, schoͤne, minneklich!
    Frouwe, kúsche, wolgezogen!
    Frouwe, in guͤte froͤiderich!
    Wunsch hat an iu niht gelogen.
    Ach, solt ich úch kússen tougen,
    Das were unvergolten gelt,
    An den munt und in dú ougen,
    Das neme ich fúr alle die welt.
          Des wil dú reine
          Gelouben vil kleine,
          Wan si hat gemeinen grůs mir gar verzigen,
          Und lat mich sender not ze pfande ligen.
          Von welhen schulden
          Můs ich dulden?
          Ald wavon
          Hat si mir ir grůs verseit? Deswar ich bins ungewon.


XXXIV.

      ‚Der tag uns nahet!
    Wer niht versmahet
    Disen warn sang,
    Den ich hie singe;'
    (Ein wahter lute schrige)[56]
    ‚Swer bi trut lige
    An armen blang,
    Der hebe sich ringe;
    Uns nahet bald ein liehter tag;
    Ich fúrhte melde, dú nie gelag
    Ze solhem dinge.'

      ‚Owe uns beiden!
    Wir muͤssen scheiden!'
    Sprach das reine wib
    Mit trehenden ougen.
    Ein umbevahen
    Und smuken nahen
    Lieb an liebes lib
    Ergienc da tougen.
    Der ritter sprach ze der frouwen sin:
    ‚Gebút mir lieb! wan ich bin din,
    Dast ane lougen.'

      ‚Nu scheidest hinnen!
    In minen sinnen
    Wart mir nie so we'
    (Sprach dú vil reine). --
    ‚Des můs ich sorgen,
    Vúr disen morgen
    Nach dir iemerme;
    Min froͤide ist kleine.' --
    Dú frouwe sprach: ‚gedenke an mich,
    Sit ich in rehten herzen dich
    Mit trúwen meine.'


XXXV.

      Bi liebe lag
    Ein ritter tougenliche
    Die naht bis an den tag.
    Der minne enpflag
    Mit im dú minnekliche;
    Die minne er widerwag,
    Bis das der wahter sang: es tagt!
    Das von in beiden wart geklagt.
    ‚Ach, herzeliebú frouwe min,'
    So sprach der ritter wolgemůt, ‚ich wenne es muͤsse ein scheiden
      sin.'

      Es wart niht lang,
    Das da mit nahem smuke
    Ergie ein umbevang
    Mit armen blank
    Und herzelichen druke,
    Der lieb gen liebe twanc.
    Dú frouwe sprach: ‚min sender lip
    Und ich vil súfteberndes wib
    Bin iemermere an froͤiden fri,
    Sol ich dir, herre, niemerme geligen alse nahe bi!

      Owe und ach!
    Der jamerbern scheiden
    Ir beider herze brach.
    Das da geschah[57]
    Von den gelieben beiden,
    Das schuͤf in ungemach.
    Der ritter sprach: ‚gehabe dich wol!
    Din lip ist maniger tugende vol.
    Min herze dir belibet hie.
    Si sprach: ‚so fuͤre min herze hin!' Der wehsel da mit kus ergie.


XXXVI.

      ‚Verholnú minne sanfte tůt,
    (So sang ein wahter an der zinne)[58]
    ‚Doch sol sich lieb von liebe scheiden!
    Darnach so wende er sinen můt,
    Ist ieman tougenliche hinne;
    Deswar so tůt er wol in beiden.
    Er sol sorgen,
    Wie er von hinnen kere.
    Est an dem morgen.
    Volge er miner lere,
    Sit das ich in warnen sol,
    So tůt er wol,
    Und sint sin ere.'

      Der frouwen dienerinne klůg
    Erhorte da des wahters singen.
    Darinne erschrak dú vil getrúwe;
    Dú mer si hin ze der frouwen trůg.
    Si sprach: ‚wol uf, und lant ú lingen!
    Der tag ist komen!'  Da hůb sich rúwe.
    ‚Est ane súnde,'
    (Sprach dú tugentriche)
    ‚Der in so fúnde.
    Ligen minnekliche.
    Erst entslafen; nu sich hie!
    Ich weis niht, wie
    Ich entwiche.'

      Die rede erhorte der werde gast,
    Da er lag bi der minneklichen,
    Bi lieber brust an blanken armen;
    Davon in slafe do gebrast.
    Er sprach: ‚sol ich von hinna strichen?
    O we, das můs Got erbarmen!'
    Beider sinne
    Wurdent da verseret
    (Das schůf fro Minne),
    Froͤide gar verkeret.
    Da schied leid der wunnen spil;
    Der trehene vil
    Wart da gereret.


XXXVII.

      Nu hat sich der sumer mit vil maniger hande kleide
    Wol gezieret; schouwent an den anger, lieht gevar!
    Lute singet vogel in walde und uf der gruͤnen heide:
    Manig herz ist von der wunne worden sorgen bar.
    Was toug mir vúr leit des meijen bluͤte,
    Das ich lange trage, es wende der vil reinen guͤte?
          Owe lieb, geschehe das,
          Mir wurde bas!

      Trost von der vil gůten -- wenne sol ich den enpfahen?
    Lieb von der vil lieben hete ich gerne: es were wol zit.
    Wil si minen dienest also vesteklich versmahen,
    Was mir danne kumberlicher sorge in herzen lit!
    Neina! wúnschet alle, das dú Minne
    Mir geliche twinge ir herz, ir můt und al ir sinne.
          Owe lieb, geschehe das,
          Mir wurde bas!

      Han ich ir gedienet tougenliche her von kinde,
    We, wes súndet sich dú herzeliebe danne an mir!
    Hie bivor was ich vil bas der froͤiden ingesinde,
    Do lies mich dú minneklich, nach mines herzen gir.
    Mir mag lieb noch lieblich ende machen,[59]
    Troͤste mich ein heinlich grůs, ein winken und ein lachen.
          Owe lieb, geschehe das,
          Mir wurde bas!

      Werden manne, ir sunt den tugentrichen reinen wiben
    Uf genade in dienste gerne wesen undertan.
    Nieman kan den lúten noch der werlte vro beliben,
    Wan von liebes troste, der sichs rehte wil entstan.
    Nu ist min trost von der vil lieben kleine:
    Das mag si mir wenden wol, dú minnekliche, alleine.
          Owe lieb, geschehe das,
          Mir wurde bas!

      Minnekliches lachen, wunneklicher ougen blike,
    Brune brawe, liehte varwe uf wengel, múndel rot
    Hat ein wib, dú fuͤget minen kumber alse dike,
    Das ich lide jamers pin und dabi sende not.
    Ach genade, frouwe! ich bin din eigen;
    Du solt mir nach sender not ein froͤidelin erzeigen![60]
          Owe lieb, geschehe das,
          Mir wurde bas!


XXXVIII.

      Heide und anger
    Went niht langer
    Blůmen tragen,
    Nu stet blos der gruͤne walt.
    Kalde winde
    Went geswinde
    Hin verjagen,
    Leider! loubes ungezalt.
    Rife und ouch der kalde sne
    Selwent beide
    Gruͤne heide,
    Sumer kleide
    Tůnt si leide,
    Und den kleinen vogelin we.
        Suͤsse
        Gruͤsse
        Sint so gůt,
        Swa liep tougen
        Under ougen
        Bliken tůt.

      Ach ich tumber!
    Grosser kumber
    Tůt mir leit;
    Davon bin ich ungemůt.
    -- -- -- --
    -- -- -- --
    -- -- -- --[61]
    Ach wie we das selbe tůt!
    Was klage ich den blůmen schin,
    Sit ich worgen
    Můs in sorgen
    Manigen morgen,
    Unverborgen
    Von der lieben frouwen min?
        Suͤsse
        Gruͤsse
        Sint so gůt,
        Swa liep tougen
        Under ougen
        Bliken tůt.

      Sit dú mine
    Starken pine
    Merent sich,
    Und min froͤide swinden wil,
    Und dú reine
    Harte kleine
    Troͤstet mich:
    Das ist mir ein hertes spil.
    We, wie sol ich fro bestan,
    Sit dú here
    Mir niht lere
    Git fúr sere!
    Swar ich kere,
    Davon můs ich kumber han.
        Suͤsse
        Gruͤsse
        Sint so gůt,
        Swa liep tougen
        Under ougen
        Bliken tůt.

      Wie mich wundert!
    Sehe ich hundert
    Tusent wib,
    Mir geviele enkeine bas,
    Danne dú gůte,
    Wolgemůte.
    Schonen lip
    Hat die liebe, wissent das!
    Ich gesach nie reiner fruht.
    Si kan machen
    Froͤlich lachen,[62]
    Truren swachen.
    Bi den sachen
    Hat min frouwe wiblich zuht.
        Suͤsse
        Gruͤsse
        Sint so gůt,
        Swa liep tougen
        Under ougen
        Bliken tůt.

      Ungewinne
    Mir dú Minne
    Dike git;
    Davon habe ich ungewin.
    Swas ich singe,
    Ungelinge
    Nimet mir min froͤide hin.
    Minne, gib mir suͤssen trost!
    La dú reinen,
    Valsches einen,
    Lieplich meinen
    Mir bescheinen;
    So wirt ich der not erlost.
        Suͤsse
        Gruͤsse
        Sint so gůt,
        Swa liep tougen
        Under ougen
        Bliken tůt.


XXXIX.

      Sumer zieret
    Heide und anger und den walt.
    Davon manig herze balt
    Den lip kunrieret.
    Wan mag schouwen
    Wol bekleidet berg und tal;
    Da hoͤrt man die nahtegal,
    Und in den ouwen.
    Hiegegen froͤit sich aldú werlt gemeine.
    Da bi kleine
    Ist min froͤide zaller zit,
    Sit das mir niht trostes git
    Dú suͤsse reine.
          Si ist vor valsche wol behůt,
          Die mich singen tůt.

      Der ich singe
    Und ouch vil gedienet han,
    Dú wil sich des niht entstan,
    Warnach ich ringe.
    Umb ir hulden
    Ringe ich alle mine tage,
    Also das ich sorge trage;
    Die můs ich dulden.
    Bis das ich noch lieben trost gewinne
    Von ir minne,
    Ist mir sorge gar ein troun;
    Sus trage ich des jamers soun
    In minem sinne.
          Si ist vor valsche wol behůt,
          Die mich singen tůt.

      Lieplich lachen,
    Liehten ougen, roter munt
    Schafent hundert tusent stunt
    Min herze erkrachen.
    Gůt gebaren,
    Dabi wol gestalten lip
    Hat das minnekliche wib,
    Dú min kan varen.
    Si ist der wunsch uf erden sicherliche;
    Froͤidenriche
    Ist si, doch mit rehter zuht.
    Ich weis niender wibes fruht,
    Dů ir geliche.
          Si ist vor valsche wol behůt,
          Die mich singen tůt.

      Zeinem male
    Schoz ir minneklicher schin
    In das sende herze min
    Ir minne strale,
    Die ich tumber
    Iemer sidunt bi mir trůg,
    Also das ich nie gewůg.
    Den grossen kumber,
    Trage ich, und ouch ander klagen swere,
    Bis ein mere
    Mir von der vil lieben kumt,
    Dú mich hat ze froͤide erfrumt.
    Dú seldenbere,
          Si ist vor valsche wol behůt,
          Die mich singen tůt.

      Do ir ougen
    Santen mir ir losen blike,
    Sa zehant dú Minne ir strike
    Warf an mich tougen.
    Guͤtlich gruͤssen
    Wart mir an derselben stunt.
    Sit was ie min herze wunt
    Von der vil suͤssen.
    Si hat mir den strik noch niht enbunden,
    Und die wunden
    Ungeheilet. We mir, we!
    Da von sorge ich, wies erge,
    Ze manigen stunden.
          Si ist vor valsche wol behůt,
          Die mich singen tůt.

    (_Die letzte Strophe dieses Liedes steht in der Samml. von
    Minnesing. Th. I. S. 61._)


XL.

      Walt und ouwe
    Und dú heide
    Die stent aber in wunneklicher wat.
    In der schouwe
    Liehte kleide
    Sich der anger nu gewarnet hat.
    Ellú vogeli sint us leide;
    Sost des veldes ougenweide
    Wol gezieret mit der gruͤnen sat.

      Manigen wundert,
    Wes ich trure,
    Alde von weme ich habe die senden klage.
    Ich han hundert
    Nachgebure,
    Dien ich doch der mere niht ensage.
    Ist ir wille gen mir sure,
    So nimt mich des kein wunder,
    Ob ich gen ir holdes herze trage.

      Lieb an ende
    Vor in allen!
    Ich han iemer mih zů dir verpfliht.
    Lieb, nu wende
    Maniges kallen!
    Maniger sprichet, si gewer mih niht.
    Das ist ein ungefuͤges schallen.
    Moͤht aber ich ir wol gevallen,
    Sone růhte ich was ieman boͤser giht.


XLI.

      Winter wil uns aber twingen
    Heide und ouch den gruͤnen kle;
    In den walde vogelin singen
    Tůnt die kalden winde we.
    Doch wie kranc der sumer were,
    Winter ist so froiden lere,
    Das er birt noch grosser swere.
    Mir wer liep, das uns verbere
    Rife und ouch der kalde sne.
          Frouwe min
          Ich wil din
          Diener sin.

      Ach was klage ich sender, tummer,
    Sit noch grosser ist min not?
    Ich lide alze grossen kummer,
    Sit dú Minne mir gebot
    Dienen also reinen wibe.
    Wol ir minneklichen libe,
    Ob si froͤide mir beschibe,
    Und die swere mir vertribe
    Mit ir liehten múndel rot!
          Frouwe min,
          Ich wil din
          Diener sin.

      Wunneklichen ougenblike
    Hant das herze min gewunt,
    Die mich smahen also dike;
    Davon ist mir sorgen kunt,
    So si loslich von mir swenket,
    Und mich in den jamer senket,
    Und mich an den froͤiden krenket,
    Und min herze in rúwe ertrenket.
    Das geschiht mir tusent stunt.
          Frouwe min
          Ich wil din
          Diener sin.

      Minne twinget ane schulde
    Mich vil senden, siechen man;
    Wan ich warb ie nach ir hulde,
    Das ich růwe nie gewan.
    Minne, liebes fuͤgerinne,
    Ach war tůst du dine sinne?
    Dien ich dir nach ungewinne,
    So bist du gen mir unminne,
    Sit ich dienen dir began.
          Frouwe min
          Ich wil din
          Diener sin.

      Dú vil gůte und dú vil reine,
    Minneklichen wol gezogen,
    Hat niht bresten, wan ein kleine,
    (Fúr die warheit, ungelogen!)
    Sist gen mir ein teil zehere.
    In weis da niht wandels mere.
    Swar ich doch der landen kere,
    So gib ich ir pris und ere;
    Sie ist an tugenden unbetrogen.
          Frouwe min
          Ich wil din
          Diener sin.


XLII.

      Wer gesach den winter ie
    Also langen
    Unzergangen?
    Al min blangen
    Nie vervie.
    Den hat sumer sigehaft
    Uberwunden
    An den stunden;
    Er hat funden
    Sine kraft.
    Walt und ouwe
    Sint nach růmen
    Wol bekleit;
    In dem touwe
    Manig blůmen
    Sten gespreit.
    Anger, heide,
    Die sint beide
    Mit ir kleide
    Vil gemeit.
          Suͤsser grůs
          Tete bůs
          Mir vil schrike,
          Sit ich dike
          Lieblich blike
          Miden můs.

      Froͤit úch, froͤit úch, jung und alt!
    Swem die Minne
    Lasse sinne
    Der gewinne,
    Si erbalt.
    Niemer wirde ich rehte fro,
    Sit ir strale
    Mir die quale
    Zallen male
    Fuͤget so.
    Ach ich tore!
    Wie si toͤret
    Sinne min!
    Sit ir ore
    Niht enhoͤret
    Minen pin:
    Von dem mere
    Můs min swere
    Suͤftebere
    Leider sin.
          Suͤsser grůs
          Tete bůs
          Mir vil schrike,
          Sit ich dike
          Lieblich blike
          Miden můs.

      Ich han dike froͤlich doch
    Bi den jungen
    Her gesungen;
    Ungelungen
    Ist mir noh.
    Des bin ich an froͤiden tot,
    Von ir schulden,
    Nach der hulden
    Ich můs dulden
    Sende not.
    Ach, wie cleine
    Mich vervahet
    Swas ich sage,
    Sit dú reine
    Mich versmahet
    Alle tage,
    Sin enwende
    Unde swende
    Mir vol ende
    Mine klage!
          Suͤsser grůs
          Tete bůs
          Mir vil schrike,
          Sit ich dike
          Lieblich blike
          Miden můs.

      Minnekliche, schoͤne gar
    Ist min frouwe,
    Liehter schouwe,
    Sam in touwe
    Rosenvar.
    Ir gebaren tůt mir wol,
    Swie ir guͤte
    Min gemuͤte
    Sorgen fluͤte
    Machet vol.
    Ach, ich tumber!
    Wie mir meret
    Sende not,
    Sit min kumber
    Mich verseret
    Uf den tot!
    In der wise
    Wirde ich grise,
    Sit ich prise
    Ir múndel rot.
          Suͤsser grůs
          Tete bůs
          Mir vil schrike,
          Sit ich dike
          Lieblich blike
          Miden můs.


XLIII.

      Komen ist der winter kalt,
    Wafena! der leide,
    Der uns twinget blůmen und kle;
    Loubes hat er vil gevalt.
    Ich was uf der heide;
    Da siht man den rif und ouch den sne.
    We mir, we!
    Wes froͤwe ich mich,
    Das ich aber singe?
    Hete ich sinne, so swige ich.
    Wan das mich gedinge
    Froͤwet, son gesunge ich niemerme.
          Hundert
          Wundert,
          Wa si si.
          In dem můte
          Ist mir dú gůte
          Steteklichen bi.

      Wer gesach ie schoner wib,
    Alder bas geschaffen,
    Dan als ich si zeinem male sach?
    Ir vil minneklicher lip
    Hůb gen mir sin klaffen.
    Hoͤrent, wie dú tugendriche sprach.
    ‚Ach und ach!
    Wie tumb ir sit!
    Went irs iemer triben?
    Úwer dienst niht froͤide git
    Hoh gemůten wiben.
    Gant! ir tůnt uns michel ungemach.'
          Hundert
          Wundert,
          Wa si si.
          In dem můte
          Ist mir dú gůte
          Steteklichen bi.

      Do dú rede ergieng alsus,
    Mir begunde leiden;
    Wan mir was ir hulde gar verseit.
    Ich sprach: solt ich ane kus
    Hinnan von ú scheiden?
    Si sprach: ‚los, er weis wes ars er treit!
    Mir ist leit,
    Das iemer man
    Sol daran gedenken,
    Alder der niht fůge kan.
    Ja lies ich in henken
    Nu, e das er ruͤrte an min kleit.'
          Hundert
          Wundert,
          Wa si si.
          In dem můte
          Ist mir dú gůte
          Steteklichen bi.

    (_Die zwey letzten Strophen dieses Liedes stehen in der Samml. von
    Minnesing. Th. I. S. 61._)


XLIV.

      Swie gerne ich were
    Gar froͤidebere,
    So enlat mich swere!
    (Klagt ein magt)
    Di man sint schúllen.
    Wer kans erfúllen
    Die fulen gúllen,
    Gar verzagt.
    Wurbe ein jung man umb ein wib,
    Swa si das horten,
    An allen orten
    Mit losen worten
    Sis zerstorten.
    Got der schende ir lip!

      Si sprach: mich wundert,
    Das under hundert
    Niht us besundert
    Ist ein man,
    Der wibes ere
    Nah zúhten lere
    Mit willen mere.
    Nu sehet an!
    Si sint endelich allesamt
    Bi den wihen swere.
    Die lůterere
    Sint růmerere,
    Und uns gevere,
    Und gar unverschamt.

      Hievor gab Minne
    Froͤide gewinne
    Den mannes sinne
    Dur das jar.
    Swer nu sůchet
    Ald ir gerůchet,
    Der ist verflůchet.
    Dest leider war!
    ‚Est ein arges minnerlin!'
    Sprechent nu die jungen,
    Die hievor sungen,
    Nach eren rungen,
    Die sint verdrungen:
    Dest worden schin.


XLV.

      Het mich der winter bas verlassen,
    Gen den sumer sunge ich húbschen sang;
    Nu můs ich mich froͤiden sanges massen,
    Sit min hoh gemuͤte ist worden kranc.
    Brůder tot
    Birt mir grosse swere.
    Wissent, das ich froͤide gar verbere,
    Wan das sterben ist gemeinú not.
        Ich bin drier hande schaden
        Vaste úberladen.

      So ist ein ander swere, dú mich twinget,
    Das die herren můtes sint so kranc,
    Und ir tugende nieman darzů bringet,
    Das man singe hovelichen sanc.
    Hie bi vor
    Was ir dank niht kleine;
    Nu ist ir lon den, leider! ungemeine,
    Dien ir herze in froͤiden swebte enbor.
        Ich bin drier hande schaden
        Vaste úberladen.

      So ist der dritte schade mir gar ze swere:
    Der ich lange her gedienet han,
    Dú tůt reht als ob ir si unmere,
    Swas ich ir ze dienste habe getan.
    Wer ir lon
    Gegen mir bas erschossen,
    Dienstes wer ich iemer unverdrossen,
    Und sunge ir noh vil manigen don.
        Ich bin drier hande schaden
        Vaste úberladen.

      Ob ich nu verdurbe von der schulde,
    Das der tot mir ungenade tůt,
    Und ich darbte miner frouwen hulde,
    Das were gar verzagtes mannes můt,
    Ald umb das,
    Das ich der schande[63]
    Sumelicher hoͤre in Tútzen lande:
    Ich wils ellú drú versůchen bas.
        Ich bin drier hande schaden
        Vaste úberladen.


XLVI.

      Sol ich iemer fro beliben
    Ane swere,
    Das můs von der minneklichen
    Komen also.
    Si kan sendú leit vertriben;
    Swa si were,
    Da muͤste ungemuͤte entwichen:
    Si ist so vro.
    Wil si, so ist min froͤide kranc
    Und min leit;
    Wil si, so ist min sorge lanc
    Unde breit.
    Minneklichú frouwe,
    Nu schouwe
    Den kumber,
    Den ich sender, tumber
    Han geseit!
    Werdú Minne,
    Twing ir sinne,
    Das si mich
    Lieplich meine,
    Dú vil reine,
    Minneklich!


XLVII.

      Es ist gar unmassen lang,
    Das ich niht von liebe sang;
    Ich habe undank.
    So mir wirt ein umbevang
    Von ir liehten armen blank,
    Min sorge ist kranc.
    Wanne
    Sol ich geleben die lieben stunde?
    Nieman kunde
    Mich getrosten bas,
    Danne
    Dú, der ich da nie vergas.
    Nu wissent das:
    Swas ie man tůt,
    Ich han den můt:
          Min herze ist da,
          Niht anderswa.

      Ach, wie mich súften  tůt
    Din munt, alsam ein blůt,
    Den minen můt!
    Du bist alse rehte gůt,
    Und mit stete wol behůt
    Vor valsches flůt.
    Frouwe,
    Ioch bin ich dienstlich din gar eigen.
    Du kanst neigen
    Mir herze und sin.
    Schouwe,
    Wie gar ich din eigen bin.
    -- -- -- --[64]
    Ich mag niht bas,
    Wan wissent das:
          Min herze ist da,
          Niht anderswa.

      Liebes lieb, dir si bekant,
    Sit dich erst min ouge vant,
    Din wissú hant
    Leit an mich ein volge bant;
    Das geschah mir sa ze hant:
    Des wis gemant.
    Minne,
    Dis bant stet in diner hende.
    Nieman wende
    Mich, geloubent mir!
    Sinne,
    Min lip, und des herzen gir
    Die volgent dir.
    Was sol des me?
    Swies mir erge,
          Min herze ist da,
          Niht anderswa.



HER WALTER /von der/ VOGELWEIDE.


      Ist das mich dienest helfen sol,
    Als es doch mangen hat getan,
    So gewinnet mir ir hulde wol
    Ein wille, den ich húte han;
    Der riet mir, das ich ir bete,
    Und zurnde aber si, das ich es dannoch tete.
    Nu wil ich es tůn, swas mir geschiht.
    Ein reine, wise, selig wib das laze ich doch so lihte niht.

      Wie kumt, das ich so wol verstan
    Ir rede, und si der miner niht;
    Und ich doch grosser swere niht enhan,
    Wan das man mich vro darunder siht?
    Ein ander man es liesse:
    Nu volge aber ich, swie ich es niht geniesse.
    Swas ich darumbe swere trage,
    Da entspriche ich niemer úbel zů, wan so vil das ich es klage.

    (_Die erste Strophe dieses Liedes steht in der Samml. v. Minnesing.
    Th. I. S. 155._)



                         ABWEICHENDE LESARTEN

                                  DER

                        BREMISCHEN HANDSCHRIFT.



Abweichende Lesarten

die, bey der Vergleichung der Bremischen Handschrift mit der 1758
zu Zürich gedruckten Sammlung von Minnesingern, des Anmerkens werth
schienen.


Offenbare Schreibfehler, orthographische Verschiedenheiten und andere
Kleinigkeiten sind hier nicht bemerkt. Was bey einer Vergleichung der
Pariser Original-Handschrift dankenswerthe Genauigkeit seyn wird, wäre
hier Zeitverlust. -- Die erste Zahl bezeichnet die Seite des Züricher
Abdrucks, die zweyte die Zahl der Strophe _auf dieser Seite_ (wobey
zu bemerken ist, dass der Rest einer auf der vorhergehenden Seite
anfangenden Strophe eben so gut als eine volle Strophe mit 1 bezeichnet
ist); darauf folgt die Zeile _so wie sie in der Bremischen Handschrift
steht_.


THEIL I.

    S.  1.    Str.  9    Wie solt ich ie mer froͤide also gewinnen.

        2           4    Das ist ein niht ich was gewert.

       --          --    Das leit ward fro dú liebe klagt

       --          10    Wol uf wol uf ich gan iu niht ze bliben bi der
                         noͤte.

        3           3    Des gat uf min gemuͤte so ho

       --          --    An ir ist alles wandels niht

       --           6    Ich clage dir liehtú  heide breit

       --          --    Dur Got und helfent mir genesen

       --           7    Wanne aber ich fúrbas ihtes je

       --          --    Dú mir in herzelieber liebe reichet

        4           4    Gegen al der welt gemeine

       --           9    Minne tůt den man niht arges můtes

        5           8    Das wende vrouwe alder ich bin iemer ungesunt

       --           9    Mir kunde niemer bas geschehen.

        6           1    Mir tůt wol swenne ich ir lip sol schouwen

       --          --    Swie verre ich si ich wúnsche ir dar

       --           3    Der lobe ir leben und ere ir lip

       --          --    Ir luter spiegel varwes leben

       --          --    Versigeln muͤsse er uf das mer

       --           8    Ich enwart noh nie so von sinne getwange
                         Das ich dur in lieze die minne froͤide sin

       --           9    Das die argen schalke ze mir tragent has

       --          --    Do er schůf merkent alle wol was

       --          10    Moͤchten si dem walde sin louben verbieten

       --          --    Ich wil mich gůter froͤiden nieten

       --          11    Do min herze wart vertriben

        7           1    Mich benuͤgte solde ich in ir dienste

       --           5    In ein schoͤnes boungartelin

       --          15    Si est so wal gedan.

        8           4    Maniger helt von minne tale

       --          --    Es ist clerig leige noch beginne
                         Si ouge sich ussen liep zesine.

       --           6    Voglin twinget sin gewalt

       --           8   _Statt der letzten 4 Zeilen der ersten
                        Columne dieser Seite steht in der
                        Handschrift:_

                        Also das ir troͤstet mich
                        Genade frouwe minneklich
                        Mis herzen kúniginne genade
                        Frouwe durh Got genade
                        Vil reine selig wib
                        Troͤstet ir mich ze spade
                        Das nimet mir den lib.

                          _Darauf folgt als zweyte Strophe
                            dieses Liedes,_

                          Sol ich sus gebunden
                        Juncfrouwe vor ú stan      u. w.

       --          13    Min frouwe sol han nu den gewin

        9           3    Mit sange wande ich mine sorgen krenken

       --           4    Dú mac mir wol ze froͤiden huse geschragen

       --           6    Der brennet sich von rehte harte sere

       --          11    Dú mir zerwerbenne vil lihte were

       --          13    Das ich den sumer also mässeclichen clage

       10           1    O we zwiu lat mich verderben diu here
                         (er _fehlt_)

       --          10    Ich were hohes můtes rich mit freuden
                           freudebere

       11           7    Gemacht und die ouwen

       --          11    So sere als si tůt minen lip

       13           7    Nein ir stirbet verre mere

       14           2    Ir geilent u. w. (_So auch bey den 3 folgenden
                         Strophen_)

       --           8    Si hat mich entwert gewalteklich

       15          12    Ich mane die suͤssen reine noch ir trúwe

       16           6    Swie dike si mir nahen lac

       --          10    Masse ist zallen dingen gůt

       --          11    So das geschiht so endurfen wir niht klagen

       17           1    Naht git senfte we tůt tag

       --           3    Das ein spiegel aller miner wunne mir ist komen

       --           5    Wil si durch die verlorne schulde

       18           3    Din zorn der si dir gar vertragen

       --           8    Das si ein weninc us straten

       21           5    Der da singet so er sterben sal

       --          11    Tůn ich eins und anders niht

       23           5    Lob von mangen zungen

       --          15    Si sprach hie en ist der wibe

       25           5    So hat si einen roten rosen gessen.

       26           2    Ach vil minneklichú gůte
                         Enbinde mich von sender not
                         La mich niht us diner hůte

       --           6    Doh sol man wissen

       --           9    Ach ich gar unseliger man

       27          11    Du hast min herze us suͤssem slafe erschrecket

       28           7    Von Jacob ufgender sterne

       30           3    Můs das sende herze min

       32           8    Ich singe ir alle mine tage

       --          --    Mit der not trure ich ie mins herzen kúniginne

       --           9    Das si mir von herzen selten lachet

       --          10    Sit min leit niht wan ir minne kan erwenden

       --          12    Das sult ir wol gelouben gar

       33           1    Hete iemer mere ein wort mit iu gemeine

       --           2    Swanne ich sihe dú mich betwungen hat

       --           4    Niht wan ein vil kleines vingerlin

       34           9    _Nach der Zeile:_ We was han ich tumber
                                     man mich so versprochen

                           _folgt:_

                         Das ich gůtes wibes han gegert.

       34          10    Als han ich geteilet schier uns beiden

       --          13    Núwet gegen der sumer zit

       --          --    Verderben das ist mir ein not

       35           4    Da mit ir so grosse unfroͤide mugent verkeren

       --           6    Das ir mugent in trurig herze froͤide senden.

       --           9    Vil stete bereit

       36          13    _Bey dieser und bey den drey folgenden
                         Strophen fügt die Handschrift nach:_

                         Genade frouwe _mit Recht ein &c. hinzu._

       37           8    Ach solde ich geleben

       38           8    In Kúrenberges wise

       --          11    Es hat mir an dem herzen vil dike we getan

       --          14    Ich und min geselle můssen uns scheiden

       39           7    Ansehendes leides han ich vil

       40           3    Des wene min leben niht lange ste

       --           5    Das ich niht herzeliebe vinden kunde

       41           7    Swanne der wag sin únde also gar gelassen hat

       42           6    Ich sůche gůter frúnde rat

       43           3    Den willen habe si fúr vol

       44           2    Was sol mir richeit und lib

       --           9    Dú mir ie ze herzen hie

       45           7    Wil si so bin ich sorgen bar

       46           4    Den abent den morgen (_ohne_ und)

       49           6    Herze du  bist ane sin

       51           8    Swanne si ir liet vol endet so geswiget si

       52           9    Mit boͤsen worten umbe slant

       --          13    Dú gůte dú mir

       54           3    _Diese Strophe fehlt in der Bremischen
                         Handschrift. Wahrscheinlich wurde
                         der Abschreiber durch den gleichen
                         Anfang zweyer auf einander folgenden
                         Strophen zu diesem Versehen
                         verleitet._

       --           4    Swie we si mir nu lange har getan

       56           9    Das uns beide an sange an froͤde missegat

       63           4    Das kunt mir von so grosser klage

       --           7    Got helfe mir das ich mich bewar

       64           3    So bitte ich si das si mir ein liebes ende gebe

       --           4    Was si mir ane schulde doh langer tage gemachet
                         hat

       --          10    Wol im das es so rehte weln kan (_ohne_ des)

       65           5    Den wolte ich wol wissen das

       --           6    Und erbot mir leit zallen stunde

       67           5    Des einen und deskeinen me

       68           1    Verliese aber ich ir hulde da

       --          13    Und han ich si in minem herzen lieb

       69          10    Er moͤhte sichs ze masse froun

       --          14    Der vil wol getruwet han (_ohne_ ich)

       --          15    Ich wene ich mich sin geloben wil

       70          12    Die wellen niht das mir swere u. w.

       71          10    Steten wiben tůt unstete we

       --          --    Unstete liesse er danne mich so liesse ich in

       72           2    Den man so rehte trurekliche tůt

       --           5    Doch fuͤre ich  aller dinge wol

       --           7    Ern hete minen dienest und ouch mich

       73          10    Das ich ir so holdes herze trage

       75           2    Was bedarf ich guter handelungen me

                         _Nach dieser Strophe, oder nach der
                         Zeile_   So froͤit mich  das ich sin
                         ie began _stehen in der Bremischen
                         Handschrift, als vierte und fünfte
                         Strophe  dieses Liedes, die beiden
                         Strophen, die sich  in  dem
                         Zürcher  Abdruck S. 77 finden:_
                         Mich froͤit an alle swere wol u. w.
                         _und_ Ich han nach wane dike wol

       --           5    Der ich da gůtes hoͤre jehen

       --          10    Der so gewennet sinen můt

       76           4    Von herzeliebes schulden hat

       77           5    _In Hinsicht auf diese und die folgende
                         Strophe sehe man was zu S. 75. Str.
                         2. bemerkt ist._

       --           9    So was es ie der wille min

       78           6    Der ich es gerne scheine

       79           7    Dem gelich entůn ich niht

       --           9    Das si lebent sine wissent wie

       80          11    Mit starker heimesůche nie getrat

       --          13    Der froͤiden der ir guͤte wunder geben kan

       81           4    _Diese Strophe_, Got gebiete miner
                         frouwen das si si --, _ist in der
                         Handschrift die erste des LVI. Liedes
                         dieses Dichters_,

       --           8    War kan úwer schoner lib -- _die zweyte_,

       --           9    Wa von solt ich schone sin -- _die dritte_,

       --          10    Solke not und ander leit -- _die vierte_,

       --          11    Ich gelache in iemer an -- _die fünfte_;

                           _Darauf folgt:_

       --           5    Mir ist vil we was ich gesage -- _als die
                          erste Strophe des LVII. Liedes_,

       --           6    Des ich nu lange han gegert -- _als die
                           zweyte_,

       --           7    Spreche ein wib la sende not -- _als die
                           dritte_;

                           _Und mit_

       --          12    Sol mir disú sumer zit -- _fängt das
                         LVIII. Lied an, dem fünf Strophen
                         gegeben sind. Diese Folge der
                         Strophen ist aber fehlerhaft. Mit
                         der Strophe_, War kan úwer schoͤner
                         lib (_S. 81. Str. 8_), _fängt ein Lied
                         an, das aus sechs Strophen besteht,
                         und mit der Zeile_, So gesieht man
                         wol das ich vil selten iemer iht geweine,
                         (_S. 82, Z. 1. 2_) _schliesst_.

       82           9    An dem ich nide das man in so gerne siht

       --          13    Nie lobelicher man des me also

       83          12    Swie si doch smuket
                         Sie koͤdert sie locket

       84           8    Jamer hat mich ingesindet

       --          10    Kúschen megeden fro vri zallen stunden

       --          11    Hohen můt so tiefe in sorclich truren
                           versenket

       85          11    Mir beslossen

       86         2.3    _Der Refrain_ Mir ist von strowe u. w.
                         _wird bey beiden Strophen wiederhohlt_.

       87           2    Mit ir steten wibes zuht

       --           6    Mengelich begunte denken

       --           9    Do si min gedanken funden

       --          10    Ich sant dur aventure

       --          11    Ald ich bi ir das ist ein wunnebernde froͤiden
                         spil (_ohne_ in)

       --          12    Si mag mich wol weinen sweigen

       --          13    Sit das in sin noch lip
                         Das ir doch viere beten einen willen

       88           1    Was jegeliches menschen herzen minne

       --           3    Demůt is lobes hel
                         Ir trúwe sol niht brechen

       --           4    Dú zweiet und frúhtet selde und ere

       --           7    Ir wehsel gedenken  das kan si nahe smuken

       --           9    Sich den trúte

       89           3    Wie gehebe ich einen sturn

       --          12    Das kan si us ir munde schenken

       90           1    Si verlúget an

       --           2    Si in vúre hin

       92           4    Was danne und Arnez under stunde

       93          10    Sit ich dich herze niht wol mac erwenden
                         Wie geterstest eine an  solhe not ernenden

       --          12    Reht als es der Sumer von Triere tete

       95           8    Das si es niht scheiden lat

       96          10    Ich rede es umbe das niht das ich der selde
                         habe gepflegen

      101        Z. 5    Uns hant verleitet sere

      103     Str. 10    Davon wir hoͤren beide singen und sagen

      104           1    Toren schulten ie der wisen rat

       --           2    Unde giht des einen das es iht von herzen ge

       --           4    Min gedinge ist der ich bin

       --           6    _In dem auf die Zeile_, Der an frúndes
                         herzen lit _folgenden aus eilf Strophen
                         bestehenden Liede, das in der
                         Handschrift mit VII bezeichnet ist,
                         sind die Strophen, die von 19 bis 29
                         zählen, folgender Massen versetzt:_

                         _Die neunte Strophe des Abdruckes_
                         (ir lat úch niht verdriessen u. w.)
                         _ist in der Handschrift die erste oder
                         19. -- die 10. die 20. -- die 1. die 21.
                         -- die 2. die 22. -- die 3. die 23.
                         -- die 4. die 24. -- die 5. die 25. --
                         die 6. die 26. -- die 7. die 27. --
                         die 8. die 28. -- die 11. die 29. --
                         worauf alsdann unter VIII die
                         Strophe_, Rit ze hove Dietrich u. w.
                         _folgt, der die Zahl 30 vorgesetzt ist_.

      107           2    Dike schalkhaft zeren blint
                         Dike schalkhaft zeren blint

       --           5    We geschehe dir tach

       --           7    Aber e dir bigelige ich

       --           9    Von dem ich habe die sele der muͤsse dich
                           bewarn

      111           3    So vergiltet si mir minne wol

       --          12    Ich barg din ungefuͤge in frúndes schos

      112           3    Do vant ich wunderlichú ding

       --          --    Es hat der tumbe riche nu ir drier u. w.

      113           2    So sere nie geschrei

       --           4    Můst ich von des múnches tische scheiden

       --           6    Sit das mans iu zunwizen zelt

       --          12    Wes er mit mir pflege

      114          10    Inmitten an das herze da dú liebe lieget

      115           8    Des enhabe deheinú můt

       --          10    Die den unverschamten bigestan

      116           5    Und der mich danne wellen hiesse

       --           9    Underwilent sint si túre

      120           2    Das gezeme ir bas

       --           4    Das si ir ruschen nienen lat
                         Si stosset sich das es mir an min herze gat

       --          12    Und ist doch unnahen

       --          13    Welt wie ich das verdienen wil
                         Fůs von miner stete

      121           9    Was mac ich gebents iu minen sanc

      122           3    Doch so túret frowe unz an das ort

       --           7    Von miner frowen wer si si

      124          11    So rechet mich und gert ir alten hut u. w.

      125           3    Also sprach ich zeiner wol getanen maget

       --          12    Kúnigin ob allen frowen
                         La werende helfe schowen

       --          --    Ir schrien lut erhillet
                         Manic lob dem kruze erschillet

      128           1    Der enhabe ouch hie und dort niht lones mere

       --           4    Der vater bi dem kinde untrúwe vindet

      129           2    Beitent unz iuwer jugend zerge

                         _ist in der Handschrift nicht wiederhohlt_.

       --           3    Die maniger uf sich selben leit

      130           5    In meien towen durch das gras und kleiner
                         vogelin sanc

      131           2    Mich grúlet so mich lachent an die lechelere

      132           6    Das ir in richet und uns tútschen ermet und
                         pfende swendet

      133           2    Den hoͤhe breite tiefe lenge umbe grifen mohte
                           nie
                         Din kleiner lip mit suͤsser kúsche in umbevie
                         Dehein wunder mohte dem gelichen nie

       --           7    Unser aller frone der stet under einer úbelen
                         troufe

      133          10    Es ist min sitte das man mich iemer bi dem
                         fürsten vinde

      135           6    Ein reine selig wib das laze ich doch so lihte
                         niht

      136           9    Mines herzen tiefú wunde dú můs iemer offen
                         sten

                         (_so auch in der zweyten Zeile nach
                         dieser_)

      138          10    Gesche an der gruͤnen heide

      140           3    Mir spilten dú ougen nie

      142           6    Mir ist liep das die getrogenen wissen

       --           7    (_Die 3 letzten Strophen dieser Seite
                          sind in der Handschrift überschrieben:
                          Meister Heinrich Teschler.
                          Auch stehen sie in dem Zürcher Abdruck
                          Th. 2. p. 90 noch einmahl
                          unter Meister Heinrich Teschler._)

      144           8     Und das ich minne si vor allen wiben

      145           9    Und ich iu wol gediene so ich beste kan

       --          10    Das mich ir nieman versprach ders wizzen kunde

      146           2    Mich hat ir rat und ir schoͤne betoͤret
                         Sus ist min froͤide von iu beiden zerstöret

       --           8    Von ir grosse werdekeit (_ohne_ so)

      147           2    Si treit den helfelichen grůs

       --           9    _bis S. 148. Str. 6. sind in  der Handschrift
                         folgender Massen versetzt:_
                         Urspring blůmen loub usdringen
                         u. w. _oder

                          Str. 15 im Abdrucke ist Str. 9 in der H._
                          --   16     --------        10    --
                          --   17     --------        11    --
                          --   13     --------        12    --
                          --   14     --------        13    --

                         _und diese fünf Strophen sind mit
                         IV bezeichnet. Darauf folgen vier
                         Strophen unter V, und die Strophe_
                         Es ist nu tag u. w. (_S. 147. Str. 9_) _oder

                          Str. 9 im Abdrucke ist Str. 14 in der H._
                          --  10      --------        15    --
                          --  11      --------        16    --
                          --  12      --------        17    --

       --          10    Ir frúndes lib

      148          11    Ist ir munt als ein rubin

      149           4    Tůt so selicliche

      149          11    Dest ir sitte der ich holdes herze trage (so
                         _fehlt_)

      150           1    So bin ich vro und mache ir hohe wirde wert

       --           7    Sine werbe ouch noch das ist alles ein niht
                         Wan das nie jar ein sende leit an mir verdarb

       --           8    Ich enkunde von den meren

       --          11    Was lobe ich si si lobt selbe sich

      151           2    Kúnden den die  werdeklicher minne gern

      152           2    Wol uf laze ir das herze hie

       --           5    So minneklicher wibe grůs

       --           6    Das si mir mit liebe lonet si ist so gůt

      153           6    Was sol truren fúr das das nieman kan erwenden

      154           2    Nach dem grůze wil ich also steteklichen
                           werben

      155           2    Wan anders můs ich senende leben

       --          13    Alse striteklich gegen mir nu keret
                         Sit min herze an allen wank

      156          10    Do versten ich nu alrerst rehte mich

      157           4    Und wissest das das er da sinen anden richet

      158           2    Lihte niemer niht u. w. (_ohne_ leider)

      160           9    So wer al min swere

      161           3    Den lieb nah leide tůt mit senden sorgen

       --           5    Dú mir ist vúr ellú wib

       --          10    Des dienstes duhte mich vil kleinen

      163           5    Sumelicher wib unstete

       --           6    Fúr der werlte wandelbere

      165           2    Nu entroͤstent mih die lieben tage
                          Noh swas ich von den blůmen sage

      167          10    Alsus kan er wunnekliche nieten

      168           1    Do die wol gemůten lúte waren

       --           6    Dú dienest von drin mannen nimet

      169           2    Wil ich dabi miner froͤiden niht gezemen

       --           5    Frowe min la hoͤren mich

      170           1    Das wene ich gar von dinen schulden si

       --           2    Schowe das du selig sist

       --           3    So wolt ich vil gerne uf ir wibes guͤte borgen

       --           5    Des ich niemer mich vertroͤste gar
                         Truͤbet mir min minneklicher wan

       --           6    So wirt ich selten vroͤidenriche

      171           9    Doh ist mir lieber lob ich si danne ob ich es
                         lieze

      172           6    Das verswige ich als ich wol kan


THEIL II.

    S.  59  Col. 2.  Z. 10    Uf dem wasser und dem plane ist er so
                              vermessen

                        18    Offenbar --
                              Lich getar

    S.  62  Col. 1.   Z. 11    Ir vatter der hies Willebrant

                         15    Da lag ouch Menelaus tot

                         26    Das er mich reche an Parcifale

    S.  63  Col. 2.   Z.  3    Das ander ist Kabiz

                         7 v.u.  Und die von Bridaniane

    S.  66    Str.  2    (_Strophe 2 und 3 ist der  Refrain angehängt:_
                         Ja huͤte u. w.)

        --          3    Des da lag her Parcyfal

       249          7    Das ist dú magt von Ysse her geborn

        --          9    Daniel mit beiden handen swůr

        --         11    Er befal uns einer túren diet

       250          9    Ob dus niht underrihtest das sich beider schade
                         gezemen



                                ANHANG.



HER NITHART.


_Welche sonderbare Spiele der Zufall bisweilen treibt, das zeigt
sich bey dem folgenden Liede auf eine höchst auffallende Weise. --
Hr. G. /von Bretschneider/, Rath und Bibliothecar in Lemberg,
fand zwischen dem Holz und Leder eines alten Einbandes aus dem
funfzehenten Jahrhunderte ein Pergamentblatt, worauf ein Deutsches
Lied stand. Er schickte dieses Blatt an Hrn. Hofrath /Meusel/,
mit dem Wunsche, es in Kupfer stechen zu lassen, und in das
historisch-litterärisch-bibliographische Magazin aufzunehmen. Diesem
Wunsche gemäss, erschien in dem zweyten Stücke dieses Magazins (Zürich
1780. S. 81 ... 90) das Lied in Kupfer gestochen, abgedruckt, und mit
einer Übersetzung und Anmerkungen von Hrn. /von Bretschneider/
begleitet. So viele Ehre war bis jetzt noch keinem Altdeutschen Liede
widerfahren. -- Wem die Minnesinger nur etwas mehr als dem Nahmen nach
bekannt sind, der kann dieses Lied nicht durchlesen, ohne sich an
/Her Nithart/ zu erinnern. Mir schien es, seinem Ton und Inhalte
nach, so bekannt, dass ich den Abdruck der Mannessischen Sammlung
aufschlug, um nachzusehen, ob ich es vielleicht dort bereits gelesen
hätte. Das war nun zwar nicht der Fall mit dem ganzen Liede, aber doch
mit den vier letzten Zeilen; und vor diesen vier letzten Zeilen findet
sich (Th. II. S. 78) die Bemerkung des Herausgebers:_

    (Wieder eine Lyke von etlichen Strophen)

_So musste also ein Buchbinder im funfzehnten Jahrhunderte ein
Pergamentblatt einkleben, auf dem dasselbe Lied steht, das auf einem
aus der Pariser Handschrift ausgerissenen Pergamentblatte stand; und
eine Lücke, die in einem zu Zürich gedruckten Buche gewissenhaft
angezeigt war, musste in einem ebendaselbst gedruckten Buche dreyssig
Jahre später unbemerkt ausgefüllt werden. Schade nur, dass wir nichts
Besseres dadurch gewonnen haben, als ein Lied von /Her Nithart/! Jedoch
auch diess mag als Neckerey des Zufalls gelten. -- Auf alle Fälle
ist der Fund als eine Ergänzung nicht des Abdrucks der Manessischen
Sammlung, sondern der Handschrift selbst anzusehen, und da Hr. /von
Bretschneider/, woran wohl die verlöschte Schrift Schuld ist, nicht
durchaus richtig gelesen zu haben scheint, so mag das Lied, so wie ich
es lese, mit beygefügter Interpunction, hier stehen._


      Traget us dy schamel und dy stuͤle!
    Heist dy schragen
    Vuͤrder tragen!
    Talank suln wir tanczes werden muͤde.
    Tůt uns uf dy stůbe, so ist uns kuͤle,
    Das der wint
    An dy kint
    Wee ein lúczel durch dy úbir muͤde.
    Do wirt wol czu czeche vor gesungen;
    Durch dy venster gink der galm.
    Adelhalm
    Tanczet nicht wenne czwischen czweien jungen.

      Loz us!  ich hor in der stůben tanczen.
    Jungen man,
    Nempt ewchs an!
    Do ist der dorf  meite ein  michel  truͤnne;
    Do gesicht man vil  geribe  swanczen.
    Czwene gingen,
    Do si swingen:
    Das was geiler getelinge wunne.
    Als dy vorsinger denne sweigen,
    So seit alle des gebeten,
    Das wir treten
    Aber ein abent tenczel nach der geigen.

      Gosprecht, Wilprecht, Gumprecht unde Eppe,
    Willeprecht,
    Meyer knecht,
    Wernbolt und auch der junge Cunze,
    Megenbolt, des meyers sun und Reppe,
    Irrenbart,
    Brochselhart;
    Darnach springet der vil wilde Runse;
    Der ist ein tummer, geiler hohlingere,
    Her get vreien durch das jar,
    (Des nemt war)
    Und ist doch den meiden gar unmere.

      In sach ny gebowern so gemeiten,
    Denne er ist,
    Wisse Crist!
    Er get als czu vordrist an der schoyen.
    Einen vessel czweier spannen breiten
    Hat sin swert.
    Harte wert
    Dunket er sich seiner newen troyen;
    Dy ist von cleinen vier und czwenczik tůchen;
    Dy ermel gingen uf dy hant;
    Sein gewant
    Sol man an eim oden kragen sůchen.

      Hofelich ist alles sein gerúste,
    Das er treit.
    Mir ist geseit,
    Er wolle Engelbolden tochtir haben.
    Den gewerb teil ich im czu vorlúste;
    Sy ist ein weip,
    Das ir leip
    Czeme wol czu minne einem graven.
    Dorab lasse er sich richten tougen;
    Seh er anderthalben hin!
    Den gewin
    Trug er wol czu meins in seinen augen.

      Im sey ny sein troy so gar czuhowen,
    Noch sein kel
    Ny so hel,
    Er ensolde sies doch habn vorlazen.
    Dysen sumer hat er sy gekowen,
    Gar vorbrot,
    Schamerot,
    Ward ich, do sy bey einander sazen.
    Sy ist ein weip, der ich vil gerne din;
    Gůtes gib ich ir di wal:
    Rewental
    Do ist mein eygen, dorczu hoen sin.



ZUSÄTZE UND VERBESSERUNGEN.


    S. IX. der Vorrede. (*) _Die hier gewünschte Vergleichung der
           Pariser Handschrift ist, wie ich aus einer öffentlichen
           Ankündigung ersehe, unterdessen durch Hrn. /Rassmann/
           angestellt, und ein Theil seiner Arbeit in dem Museum
           für altdeutsche Literatur und Kunst Th. 2. St. 2.
           abgedruckt worden._

    S. 3. Z. 2. _ist das Comma nach_ sit _auszustreichen_.

    S. 8. Z. 11. _ist_ Wolde irgeben

             14.     Ich irgibe das leben

                 _zu lesen, und die Lesart des Textes als Lesart
                 der Handschrift unter den Text zu setzen_.

    S. 12. Z. 12. v. u. Summer _l._ Sumer.

    S. 16. Z. 9. heide _l._ beide (heide _ist die Lesart der
                 Handschrift_.)

    S. 44. _Dieses XXI. Lied muss, statt in vier Strophen,
                in zwey abgetheilt werden._

    S. 85. Z. 18. pfat _l._ Pfat.

    S. 99. Z. 9 ... 13. _l._

                    Lobes vil,
                    Den man ir tůt,
                    Und ouch bekeren
                    Nach ir hulden
                    Swen si wil.
                    Si ist so gůt;
                    Wie moͤhte ich eine
                    Si verlassen?

    S. 99. Z. 5. v. u. _Note: In der Handschr._
                       Als si di Minne hat getan

    S. 101. Z. 2. _l._ Sol mich vergan
                       Ir grosse guͤte

    S. 109. Z. 5. v. u. _Note: In der Handschr._
                        Wa din nam git underbint

    S. 114. Z. 7. _Note: In der Handschr._ Die noch nie.



FUSSNOTEN


[1: _In der Handschrift:_ Mir verkunden.]

[2: _In der Handschrift:_ Son darf mich blangen der vil süsse
bernden zit.]

[3: _In der Handschrift:_ Frouwen minne tůt so wol.]

[4: _In der Handschrift:_

    Und minneclichen gruͤssen
    Und es lachelich sich an,

]

[5: _In der Handschrift, so wie in der Samml. v. Minnesing.:_
Ald kan dú minne....]

[6: _Durch eine eigene Künsteley schliesst jede Strophe dieses Liedes
mit derselben Sylbe, mit der sie anfängt._]

[7: _Auch dieses Lied hat sehr gekünstelte Reime. Nicht nur reimt das
erste Wort der Strophe mit dem letzten; sondern der männliche Reim ist
auch jedesmahl mit dem vorhergehenden weiblichen von Einem Stamme. Eine
ähnliche Reimkünsteley zeichnet das XXVI. Lied aus._]

[8: _Die funfzehnte Zeile reimt mit der ersten, die sechszehnte mit
der zweyten u. s. f. Daraus ergibt sich, dass die sechste und siebente
Zeile fehlen. In der Handschrift ist dieses nicht bemerkt, sondern
die sechste Zeile:_ O we _als der Anfang der zweyten Strophe, die
dreyzehnte:_ Ir vil wunneklichen _als der Anfang der dritten Strophe
angegeben_.]

[9: _In der Handschrift:_ Ich ouch ir swas mir geschiht.]

[10: _In der Handschrift:_ Sit ich mich der lie ze dienste
bot.]

[11: _In der Handschrift:_

    Solde ich si vil minnekliche
    Sehen als ich sie zeinen male
    Sach so wer min froͤide gros
    Und were in seldenriche
    Wan das mich ir minne strale.

_In der siebenten Zeile steht:_ das _(wie öfter) statt dast oder das
ist, und_ din _bezieht sich mit einer nicht ungewöhnlichen Härte auf
das mit_ strale _zu Einem Worte verbundene_ minne.]

[12: _In der Handschrift:_ Swer den sorgen welle entwichen.]

[13: _In der Handschrift:_ Und wil mich von ir scheiden.]

[14: _In der Handschrift:_ Mich hat aber]

[15: _Wenn noch ein Zweifel obwalten sollte, ob die Bremer Handschrift
eine Abschrift der Pariser ist, so kann dieses ausgeschnittene Blatt
auf den ersten Blick die Sache entscheiden._]

[16: _In der Handschrift:_ Nim frouwe Minne war ichs meine.]

[17: _In der Handschrift:_ So sult ir von mir triben.]

[18: _Durch das ganze Lied sind lauter reiche Reime gebraucht._]

[19: _In der Handschrift:_ Hei gewnne ich ir noch die kúnde.]

[20: _Hier ist in der Handschrift eine Zeile ausgelassen. Fehlt sie
auch in der Pariser Handschrift?_]

[21: _In der Handschrift fehlt das erste Wort dieser Zeile._]

[22: _In der Handschrift:_ Wilkome si uns du wnne.]

[23: _In d. Handschr.:_ Schouwent wie der walt und dú heide
lit.]

[24: _In der Handschrift:_ Man siht mich froͤlich lachen.]

[25: _Die ersten zwey Sylben dieser Zeile sind in der Feder des
Abschreibers geblieben; vielleicht_ bůs fúr.]

[26: _Statt_ spilten _steht in der Handschrift_ spilte.]

[27: _In der Handschrift:_ Beschiht niht u. s. w.]

[28: _Der Fuss, den man bey dieser Zeile in der Sammlung von
Minnesingern vermisst, fehlt auch in der Bremer Handschrift._]

[29: _In der Handschrift:_ Das min herze an froeiden kranket.]

[30: _Hier sind durch die Schuld des Abschreibers zwey Zeilen in Eine
zusammen geschmolzen. Vielleicht ist zu lesen:_

    Die mit ir vil liehten ougen
    In mein sendes herze brach,

]

[31: _In der Handschrift:_ Ach ie doch das tůt mir dú reine suͤsse.]

[32: _In der Handschrift:_ Nu sich an wan min lip ist kranc.]

[33: _Steht dieses Lied eben so abgebrochen in der Pariser
Handschrift?_]

[34: _In der Handschrift:_ Sach ein kint.]

[35: _In der Handschrift:_ Si minnent ie.]

[36: _In der Handschrift:_ Ist das niht gewinne.]

[37: _In der Handschrift:_ Das si giht u. w.]

[38: _In der Handschrift:_.. mit solcher not striten.]

[39: _In der Handschrift:_ Nu ein weis ich niht zware.]

[40: _In der Handschrift:_ Von in klagen můs]

[41: _In der Handschrift:_ Wesen mac so sol dein muͤt]

[42: _In der Handschrift:_ Swenne ich den minen morgen an der strassen.]

[43: _In der Handschrift:_ Nach Gote sin min ane bet]

[44: _In der Handschrift:_ Ein grůs von mir.]

[45: _In der Handschrift:_ Lebe an ende]

[46: _In der Handschrift:_ Der nigen můs]

[47: _Hier fehlt eine Zeile; vielleicht:_ Helfe senden]

[48: _In der Handschrift:_ Swie ich doch mit dienste ir hulden lage.]

[49: _In der Handschrift:_ Ze so wirt mir sorge buͤs.]

[50: _In der Handschrift:_ Wie wil der tat so gahen]

[51: _In der Handschrift:_ Ir hant en unther]

[52: _Die fünfte Zeile fehlt in der Handschrift. Da sie nicht als
fehlend bemerkt ist, so kann sie vielleicht aus der Pariser Handschrift
ergänzt werden._]

[53: _In der Handschrift, so wie in der Samml. von Minnesingern:_ Ich
bin tumb das ich min langes leit den lúten kúnde]

[54: _In der Handschrift:_ Froͤide nider singen lat]

[55: _In der Handschrift:_ Niht den sin]

[56: _In der Handschrift:_ Ein wahter lute sang]

[57: _In der Handschrift:_ Das geschah]

[58: _In der Handschrift:_ Do sang ein wahter an der zinne]

[59: _In der Handschrift:_ Mir mag lieb lieblich ende machen]

[60: _In der Handschrift:_ Du solt mir nach sender ein
froͤidelin erzeigen]

[61: _In der Handschrift ist bereits am Rande bemerkt:_ hic videtur
deficere versus qui respondeat secundo; _es fehlen aber drey_.]

[62: _In der Handschrift:_ Froͤlich machen]

[63: _In der Handschrift:_

    Umb das
    Ich der schande

]

[64: _Die fehlende Zeile ist in der Handschrift nicht bemerkt. Ein Paar
für den Sinn entbehrliche und nach dem Versmass überzählige Wörter habe
ich ausgestrichen._]





*** End of this Doctrine Publishing Corporation Digital Book "Beyträge zur Kenntniss der altdeutschen Sprache und Litteratur - Erster Band. Theil 1." ***

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