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Title: Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit (Jg. 26, 1879) - Neue Folge
Author: Various
Language: German
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Copyright Status: Not copyrighted in the United States. If you live elsewhere check the laws of your country before downloading this ebook. See comments about copyright issues at end of book.

*** Start of this Doctrine Publishing Corporation Digital Book "Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit (Jg. 26, 1879) - Neue Folge" ***

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  ##################################################################
                     Anmerkungen zur Transkription

Der vorliegende Text wurde anhand des Jahrganges 1879 des ‚Anzeigers
für Kunde der deutschen Vorzeit‘ so weit wie möglich originalgetreu
wiedergegeben. Einzelne Satzzeichen wurden bei offensichtlichen
Druckfehlern stillschweigend korrigiert, ausgenommen in Zitaten, welche
stets unverändert übernommen wurden. Inkonsistente Schreibweisen und
Sperrungen, sowie alle Namen und fremdsprachigen Zitate wurden so
belassen, wie im Text angegeben.

Einzelne Buchstabenverwechslungen (z.B. u/n, a/o, usw.) wurden ohne
ausdrückliche Angabe verbessert. Darüber hinaus wurden die folgenden
Stellen korrigiert:

  Alphabet. Register, I [Minzenberg, Werner]: ‚s. Aufnahme‘ → ‚s.
    Annahme‘
  Alphabet. Register, I [Stoss, Veit]: ‚s. Holzschnitzeri‘ → ‚s.
    Holzschnitzerei‘
  Jahresbericht [Schneider]: ‚Druckeribesitzer‘ → ‚Druckereibesitzer‘
  S. 19: ‚eines alten Dresdnerin‘ → ‚einer alten Dresdnerin‘
  S. 31: ‚gewaltitiger‘ → ‚gewaltiger‘; ‚sein zweite Rheinbrücke‘ →
  ‚seine zweite Rheinbrücke‘
  S. 56: ‚Antiquitäenkunde‘ → ‚Antiquitätenkunde‘
  S. 57: ‚Verbote der Reformation‘ → ‚Vorbote der Reformation‘
  S. 82: doppeltes ‚dem‘, eines entfernt; ‚Künster‘ → ‚Künstler‘
  S. 91: ‚Reultate‘ → ‚Resultate‘
  S. 103: ‚Giorlnale‘ → ‚Giornale‘; ‚Juius‘ → ‚Julius‘
  S. 107: ‚vvulgari‘ → ‚vulgari‘
  S. 108: ‚nummorumc ollectionibus‘ → ‚nummorum collectionibus‘
  S. 115: ‚I814‘ → ‚1814‘
  S. 125: ‚sädtischen Behörden‘ → ‚städtischen Behörden‘
  S. 126: ‚eine größerer Anzahl‘ → ‚eine größere Anzahl‘; ‚die
    Thätigkeit des‘ → ‚die Thätigkeit der‘
  S. 128: ‚daß‘ → ‚das‘
  S. 134: ‚verrgegenwärtigt‘ → ‚vergegenwärtigt‘; ‚ilustriert‘ →
    ‚illustriert‘
  S. 143: ‚auf den Erzbischofs‘ → ‚auf den Erzbischof‘
  S. 149: ‚von Mittgliedern‘ → ‚von Mitgliedern‘
  S. 156: ‚besonsonders‘ → ‚besonders‘
  S. 184: ‚Adolf Frölich‘ → ‚Adolf Fröhlich‘
  S. 210: ‚bleibleibet‘ → ‚bleibet‘
  S. 214: ‚Wlff‘ → ‚Wolff‘
  S. 218: ‚eieigenen‘ → ‚eigenen‘
  S. 222: ‚der lezte‘ → ‚der letzte‘
  S. 259: ‚die letzere‘ → ‚die letztere‘
  S. 271: ‚Epistaphs‘ → ‚Epitaphs‘
  S. 278: doppeltes ‚einen‘; eines entfernt
  S. 290: ‚De ogracias‘ → ‚Deo gracias‘; ‚Maschalks Werk‘ → ‚Marschalks
    Werk‘
  S. 306: ‚Deutscher Reichanz.‘ → ‚Deutscher Reichsanz.‘
  S. 331: ‚Hofbuchhandlug‘ → ‚Hofbuchhandlung‘
  S. 333: ‚Catharinenkolster‘ → ‚Catharinenkloster‘
  S. 338: ‚gefund wurden‘ → ‚gefunden wurden‘
  S. 340: ‚ebndaher‘ → ‚ebendaher‘
  S. 347: ‚15.‘ → ‚12.‘
  S. 353: ‚eines von Bludenz‘ → ‚einer von Bludenz‘
  S. 361: ‚Gasthofbesiter‘ → ‚Gasthofbesitzer‘
  S. 362: ‚Landwirthchaftsschule‘ → ‚Landwirthschaftsschule‘
  S. 367: ‚Auschusses‘ → ‚Ausschusses‘
  S. 371: ‚ausgestatter‘ → ‚ausgestatteter‘

Die Ausdrücke [Symbol: Reichstaler] und [Symbol: Pfund] ersetzen die
entsprechenden Zeichen, welche mit diesem Schriftsatz nicht darstellbar
sind. Mit der Bezeichnung [*Symbol] werden bildhafte Darstellungen
versinnbildlicht, die nicht näher beschrieben werden können. Das
Caret-Symbol steht für hochgestellte Zeichen; mehrere aufeinander
folgende Zeichen werden dabei mit geschweiften Klammern gruppiert:
^{hochgestellt}. Von der Nomalschrift abweichende Schriftschnitte werden
durch die folgenden Sonderzeichen dargestellt:

  kursiv:      _text_
  fett:        =text=
  gesperrt:    /text/
  Fraktur:     ~text~

  ##################################################################



                               ANZEIGER
                   FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.

                              Neue Folge.


                            [Illustration]

                       Sechsundzwanzigster Band.

                            Jahrgang 1879.

    /Nürnberg/, im Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des
                         germanischen Museums.



Redaction des Anzeigers.

/August Essenwein/, Dr. phil., I. Direktor des germanischen
Museums.

/Georg Karl Frommann/, Dr. phil., II. Direktor und Vorstand der
Bibliothek.


Beiträge zu vorliegendem Bande haben geliefert:

  _Anemüller_, B., Dr., geh. Archivar und Professor, in Rudolstadt.
  _Arnold_, Georg, Privatier, in Nürnberg.
  _Baist_, G., Dr., in Döckingen.
  _Bartsch_, K., Dr., geh. Hofrath u. Prof. an der Univers. zu
    Heidelberg.
  _Beck_, Justizassessor bei dem k. Gerichtshofe zu Ulm.
  _Bergau_, R., Schriftsteller, in Nürnberg.
  _Bischoff_, Bruno, in Prag.
  _Blaas_, C. M., in Stockerau (Niederösterreich).
  _Bösch_, Hans, Sekretär des germ. Museums in Nürnberg.
  _Conrady_, Pfarrer a. D., in Miltenberg.
  _Döbner_, Richard, Dr., Archivsekretär, in Hannover.
  _Dümmler_, Ernst, Dr., Professor an der Universität zu Halle.
  _Ermisch_, H., Dr., in Dresden.
  _Eye_, August von, Dr., in Berlin.
  _Handelmann_, Heinrich, Professor, in Kiel.
  _Heinrich_, Stadtsekretär, in Görlitz.
  _Hertel_, G., Dr., Gymnasiallehrer, in Magdeburg.
  _Heyne_, Moriz, Dr., Professor und Vorstand der mittelalterl.
    Sammlung zu Basel.
  _Hohenlohe-Waldenburg_, Fürst Friedrich Karl, Durchl., in Kupferzell.
  _Huemer_, Joh., Dr., k. k. Gymnasiallehrer, in Wien.
  _Jacobs_, Ed., Dr., gräfl. Stolberg’scher Archivar und Bibliothekar,
    in Wernigerode.
  _Loose_, Wilh., Dr., Direktor der Realschule in Meißen.
  _Messmer_, J. A., Dr., Professor, in München.
  _Müller_, Joh., Seminar-Oberlehrer, in Plauen.
  _Reimers_, J., in Hannover.
  _Reumont_, A. v., Dr., kgl. preuß. Kammerherr, in Burtscheid bei
    Aachen.
  _Roth von Schreckenstein_, Freih., Dr., großh. bad.
    Landesarchivsdirektor, in Karlsruhe.
  _Schepß_, Dr., G., Studienlehrer, in Dinkelsbühl.
  _Schultz_, Alwin, Dr., Professor an der Universität in Breslau.
  _Steche_, R., Dr., Architekt in Dresden.
  _Stockbauer_, Dr., Custos am bayer. Gewerbemuseum zu Nürnberg.
  _Vogt_, Wilh., Dr., Gymnasialprofessor, in Augsburg.
  _Wagner_, Jos. Mar., Bibliotheksbeamter bei dem Finanzministerium in
    Wien (†).
  _Wattenbach_, W., Dr., Professor an der Universität zu Berlin.
  _Weech_, v., großh. bad. Archivrath, in Karlsruhe.
  _Wernicke_, Ewald, Dr., Gymnasiallehrer, in Brieg.
  _Will_, C., Dr., fürstl. Thurn- u. Taxis’scher wirkl. Rath u.
    Archivar, in Regensburg.
  _Zahn_, Jos. v., Dr., Professor und Vorstand des Archivs am
    landschaftl. Joanneum zu Graz.
  _Zimmermann_, Dr., Archivsekretär, in Wolfenbüttel.


Alphabetisches Register zum sechsundzwanzigsten Bande des Anzeigers für
Kunde der deutschen Vorzeit.


I. Aufsätze und Notizen.

  _Adolf_, König, s. Annahme.
  _Alantsee_, Ambrosius.                                         111 f.
  _Albrecht V._, Herzog v. Bayern, s. Dockenhaus.
  _Althochdeutsches_ aus dem 11. Jahrhundert.                    257.
  _Annahme_ des Edeln Werner von Minzenberg zum kaiserl.
    Burgmann auf Schloß Rödelheim durch König Adolf              208.
  _Astronom_, ein deutscher, in Ancona 1499.                     103 ff.
  _Ayd_ vnd Regiment der aydgnosen der Sweiczeren, wan sy in
    das veldt oder in dem krieg cziehen etc.                      41 ff.
  _Bauernkrieg_, zum fränkischen.                                 39 ff.
  _Befehl_ des Cantors zu U. L. Fr. bei den Graden zu Mainz
    den Bann gegen gewisse Juden zu erneuern                     207 f.
  _Behaim_, Martin.                                               72 f.
  _Beiträge_, urkundliche, zur Künstlergeschichte Schlesiens:
    V. Neisse.                                                    73 ff.
  _Berichtigung_ (m. Abb.).                                       83.
  _Bestätigung_ König Günthers über das dem Edlen Konrad von
    Trimberg gewährte Ungeld zu Gelnhausen . . 1349, Febr. 16.   239 ff.
  _Biographie_ Niclasens von Wyle: Beitrag zu ders.                1 ff.
  _Brand_, der große, in Erfurt am 19. Juni 1472.                129 ff.
  _Braunschweig_: Stift St. Blasii, s. Mysterium.
  _Brettstein_, der Sigmaringer.                                 132 ff.
  _Briefwechsel_ des Magistrats Nürnberg mit dem Magistrat
    Dinkelsbühl wegen einer in Nürnberg zu errichtenden
    milden Stiftung.                                             238 ff.
  _Bugenhagen_, Joh., s. Kirchenordnung.
  _Buntdruck_ aus dem 14. Jahrhundert.                             7 ff.
  _Bunzlau_, s. Kunstgeschichtliches.
  _Christbescherung_ im J. 1619.                                 354 ff.
  _Chronik_, Magdeburger, des 16. Jahrh.: aus ders.              142 f.
  _Contra_ jactantiam.                                            88.
  _Dinkelsbühl_: Magistrat, s. Briefwechsel.
  _Dintenrecept_, altes.                                         112.
  _Dockenhaus_ in der Kunstkammer Herzog Albrechts V.
    von Bayern.                                                  313 ff.
  _Doppeladler_, s. Nachträge.
  _Erfurt_, s. Brand.
  _Findlinge_.                                               88. 176.
  _Franken_, s. Bauernkrieg.
  _Freibrief_ der Stadt Plauen vom Jahre 1388.                   161 ff.
  _Friedrich_ III., König, s. Vermählung.
  _Füssen_, s. Spitalbau.
  _Gelnhausen_: Ungeld, s. Bestätigung.
  _Gläser_, deutsche, im germanischen Museum (m. Abb.).           33 ff.
  _Gläser_, emaillierte, im germanischen Museum (m. Abb.).        65 ff.
  _Gläser_, Venetianer, im germanischen Museum (m. Abb.).        134 ff.
  _Glaspokale_, geschliffene, im germanischen Museum (m. Abb.).  204 f.
  _Gossembrot_, Ulrich.                                          197 ff.
  _Günther_, König, s. Bestätigung.
  _Hamburg_, s. Kirchenordnung.
  _Hannover_, s. Thongefässe.
  _Hausmarken_: zur Geschichte derselben (m. Abb.).         204. 360.
  _Hausordnung_ für die 12 Chorschüler in der Spitalschule
    zu Nürnberg vom Jahre 1343.                             8 ff. 37 ff.
  _Herrgott_, Johann, (Buchdrucker in Nürnberg).                 293 ff.
  _Hexenprozess_ aus Vorarlberg v. J. 1597.                      345 ff.
  _Hildesheim_: Bischof Gerhard, s. Schreiben.
  _Hochzeitbrief_ eines Scharfrichters.                           48.
  _Holland_: König Wilhelm in einer florentinischen Inschrift.   102 f.
  _Holzschnitzerei_ von Veit Stoß: Frage über dies.              159 f.
  _Holzschnitzerei_, angeblich von Veit Stoß                     205 f.
  _Hussitenzeit_: aus ders.                                       68 ff.
  _Inhalt_, kultur- und kunstgeschichtlicher, der
    Darstellungen in Miniaturen, Handzeichnungen u. s. w.
    des german. Museums (m. Abb.).                               262 ff.
  _Inschriften_, zwei, in Prag.                                   14 f.
  _Juden_: Bann gegen dies., s. Befehl.
  _Juden_, zum Pfand gesetzt.                                    208.
  _Kanon_ Euangeliorum.                                   84 ff. 144.
  _Kapitel_ von Ketzern.                                         140 ff.
  _Karl IV._, Kaiser, s. Schreiben.
  _Karoch_, Samuel, von Lichtenberg.                              47.
  _Kauffmans Reguln_ etc.                                        173 f.
  _Ketzer_, s. Kapitel.
  _Kirchenordnung_, Hamburger, von 1529 (v. Joh. Bugenhagen):
    Frage nach ders.                                              63 f.
  _Komödie_, eine lateinische aus dem 15. Jahrh.                  15 ff.
  _Kronen_, die heraldischen, auf Siegeln des
    niederen Adels (m. Abb.).                             165 f. 320 ff.
  _Kronen_: über dergl. (m. Abb.).                               166 ff.
  _Kunstgeschichte_, s. Notizen.
  _Kunstgeschichtliches_ aus Bunzlau.                            193 ff.
  _Künstlergeschichte_: Beiträge.                                109 ff.
  _Künstlergeschichte_ Schlesiens, s. Beiträge.
  _Lebensregeln_: Nachweis zu dens.                               88.
  _Leipzig_, s. Zoll- und Meßstreitigkeiten.
  _Luther’s_ Tischgebete.                                        288 ff.
  _Lutherspruch_: zu einem vermeintlichen, 1596.                 296.
  _Mainz_: U. L. F. bei den Graden, s. Befehl.
  _Mäßigkeitsvertrag._                                            46 f.
  _Mäusethurm-Sage_: Beitrag zu ders.                            111.
  _Meldorf_, s. Silberfund.
  _Messeraffaire_ von 1459.                                      327 ff.
  _Minnesängerdruck_, ein alter.                                  86.
  _Minzenberg_, Werner, Edler von, s. Annahme.
  _Münzer_, Hieronymus, Dr.                                      357 ff.
  _Museum_, germanisches, s. Gläser, deutsche, s. Gläser,
    emaillierte, s. Gläser, Venetianer, s. Glaspokale, s.
    Inhalt, s. Puppenhäuser, s. Spinett.
  _Mysterium_ des 12. Jahrhunderts aus dem Stifte St. Blasii in
      Braunschweig.                                               83 ff.
  _Nachträge_ zum Doppeladler (m. Abb.).                         139 ff.
  _Neisse_: Künstlergeschichte, s. Beiträge.
  _Notizen_ zur Kunstgeschichte. 86 ff.
  _Nürnberg_, s. Briefwechsel, s. Hausordnung.
  _Paßglas_ vom Beginn des 18. Jahrhunderts (m. Abb.).           101 ff.
  _Pileo_, Benedictus de,                                        224 ff.
  _Plauen_, Stadt, s. Freibrief.
  _Portugal_, Leonor von, s. Vermählung.
  _Prag_, s. Inschriften.
  _Puppenhäuser_ im germanischen Museum.                         229 ff.
  _Raritäten_ eines schlesischen Kirchenschatzes.                269 ff.
  _Rasur_ in einer Urkunde, s. Revers.
  _Räthsel_, lateinisches.                                       176.
  _Revers_ über eine Rasur in einer Urkunde.                     295.
  _Rödelheim_, Schloß: Burgmann, s. Annahme.
  _Salzburg:_ geistl. Bruderschaft, s. Statut.
  _Scharfrichter_, s. Hochzeitbrief.
  _Schindel_, Joh., der Mathematiker.                            262.
  _Schlesien:_ Künstlergeschichte, s. Beiträge.
  _Schreiben_ Kaiser Karls IV. an Bischof Gerhard von
    Hildesheim, 1368, März 4.                                    108 f.
  _Schwindler_ von 1415. 206 f.
  _Siegel_ des niederen Adels, s. Kronen.
  _Siegel_ des Konrad Gäb, s. Kronen.
  _Siegelkunde:_ Beitrag zu ders., s. Berichtigung.
  _Silberfund_ zu Meldorf.                                        11 ff.
  _Spinett_ vom Jahre 1580 (m. Abb.).                            257 ff.
  _Spitalbau_ in Füssen.                                         174 ff.
  _Spruch_.                                                       48.
  _Spruch_, ein ehrengerichtlicher, aus dem 16. Jahrhundert.      44 f.
  _Sprüche_ auf alten Trinkgläsern u. Flaschen.             328. 360.
  _Statut_ einer geistlichen Bruderschaft in Salzburg.           107 f.
  _Stammbuch_, Sulzburgisches: Frage nach dems.                   63 f.
  _Stoß_, Florian.                                               359 f.
  _Stoss_, Veit, s. Holzschnitzerei.
  _Stoss_, Veit u. Florian.                                      109 f.
  _Thongefäß_, mittelalterliches, gefunden beim Umbau
    des Rathhauses zu Hannover (m. Abb.).                        281 ff.
  _Trimberg_, Konrad von, s. Bestätigung.
  _Verdeutschung_ des Aristoteles: zu ders.                      143 ff.
  _Vermählung_ König Friedrichs III. mit Leonor von Portugal.    104 ff.
  _Verse_, lateinische, aus einer Münchener Handschrift des
    14. Jahrh.                                                   164 f.
  _Verse_, latein., aus einem Münchener Codex des 15. Jahrh.      97 ff.
  _Vorarlberg_, s. Hexenprozeß.
  _Warnungstafel_.                                               112.
  _Wyle_, Niclas von, s. Biographie.
  _Zoll- u. Messstreitigkeiten_, Leipziger, aus dem Ende
    des 14. Jahrhunderts.                                        261 f.


II. Literatur-Anzeigen.

  _Beckh-Widmanstetter_, Leopold von, Studien an den
    Grabstätten alter Geschlechter der Steiermark und Kärntens    60 f.
  _Bergau_, R., Wenzel Jamitzer’s Entwürfe zu Prachtgefäßen
    in Silber und Gold.                                          371 f.
  _Buchner_, Otto, Gießen vor hundert Jahren.                    304 f.
  _Carmina_ Burana selecta. Von Ad. Pernwertl von Bärnstein.     278.
  _Entwürfe_ für Goldschmiede von Johann Sibmacher.              248 f.
  _Festschrift_ zur Eröffnung des Kunstmuseums in Bern 1879.     249 ff.
  _Formenschatz_, der, herausgeg. von Georg Hirth.               217 ff.
  _Haidinger_, Rud. Ritter von, Beitrag zur Kenntniß der
    Bolzen und Pfeilformen                                       216.
  _Hiltl_, G., die Waffensammlung Sr. Königlichen Hoheit
    des Prinzen Carl von Preußen.                                370 f.
  _Kábdebo_, Heinrich, Dr., Handlexikon österreichischer
    Künstler und Kunstverwandten.                                372 f.
  _Kunst-Chronik_, österreichische, herausgeg. von Kábdebo.       25 ff.
  _Künste_, die graphischen. Redigirt von Dr. Oskar Berggauen.    25.
  _Muck_, Georg, Geschichte von Kloster Heilsbronn.              123 ff.
  _Schäfer_, Ausgrabung römischer Reste in Heidelberg etc.       336 ff.
  _Schulze_, Otto Fr., Kunstschmiedearbeiten.                     26.
  _Stillfried_, Heinr., Graf, Leben und Kunstleistungen des
    Malers und Kupferstechers Gg. Phil. Rugendas.                216 ff.
  _Stillfried_, R., Graf, Stammtafel des Gesammthauses
    Hohenzollern.                                                215 f.
  _Stillfried_, R., Graf, Hohenzollern’sche Goldchronik.         215 f.
  _Wappen_ des österreichischen Herrscherhauses.                  61 f.



  Fünfundzwanzigster

  /Jahres-Bericht/

  ~des germanischen Nationalmuseums~.

  Nürnberg. 1. Januar 1879.


Das soeben abgelaufene Jahr 1878 war für unsere Anstalt ein durchaus
normales, während dessen stetig und ruhig an ihrer Entwickelung
gearbeitet werden konnte, ohne daß besondere Schwierigkeiten zu
überwinden gewesen, noch andere Förderungen erfolgt wären, als wir sie,
Gottlob, seit Jahren in gleichem Maße erhalten haben, so daß wir in
diesem Umfange ein normales Verhältniß sehen können. Allerdings sind
diese Förderungen groß und namhaft, und gewiß ist es ein Zeichen des
höchsten inneren Werthes und ganz besonderer Bedeutung unserer Anstalt,
daß Jahr für Jahr die Nation ihr fortgesetzt Gaben in solchem Umfange
reicht, daß ohne Störung an der Entwickelung gearbeitet werden kann,
und daß wir in solcher Betheiligung des allgemeinen Interesses einen
normalen Zustand erblicken und Jahr für Jahr durch Mittheilung neuer
Fortschritte die Gönner und Freunde in weitesten Kreisen erfreuen
dürfen.

Wie kein Jahr vergeht, ohne daß die Reihe jener Freunde, welche,
wenn auch theilweise kleine, Jahresbeiträge leisten, neuen Zuwachs
erhält, theils um sich zu erweitern, theils um Lücken zu ergänzen,
welche Todesfälle und andere Ursachen herbeiführen, so ist auch im
abgelaufenen Jahre eine beträchtliche Zahl neuer Gönner hinzugekommen,
deren Namen in dem ersten der diesem Berichte beigegebenen
Verzeichnisse aufgeführt sind, an dessen Spitze wir Se. kgl. Hoheit den
Großherzog Ludwig IV. von Hessen-Darmstadt nennen dürfen, sowie Se.
Maj. König Albert v. Sachsen, allerhöchstwelcher den seither gereichten
jährlichen Beitrag nach Ablauf des Bewilligungstermines neuerdings auf
3 Jahre zugesagt hat. Wie weit sich das Interesse an der Anstalt und
die Freude an deren Besitze geographisch verbreitete, mag die Thatsache
zeigen, daß nicht blos aus allen Gegenden Deutschlands, daß selbst von
Deutschen aus Südamerika Beiträge gegeben worden sind.

Auch das zweite Verzeichniß, welches die einmaligen Gaben aufführt, ist
nicht unbeträchtlicher als in anderen Jahren, und an dessen Spitze darf
abermals ein erhabener Name, jener der deutschen Kaiserin Augusta, der
bewährten allergnädigsten Gönnerin der nationalen Anstalt, stehen.

Ein Theil der dort angeführten Gaben wurde als besondere Stiftung zur
Vermehrung des Ankaufsfondes der Sammlungen bestimmt und demgemäß
verwendet. Auch war die Summe nicht unbeträchtlich, welche aus dem
allgemeinen Etat des Museums für die Sammlungen aufgewendet werden
konnte, so daß um so beträchtlichere Mehrung sich ergab, als auch eine
ganze Reihe von Geschenken hinzugetreten war. An der Spitze derselben
stehen drei Glasgemälde, treffliche Copien der Wappen von Brandenburg,
Nürnberg und Hohenzollern aus der Kirche zu Werben, welche Se. kaiserl.
und kgl. Hoheit, der Kronprinz des deutschen Reiches und von Preußen am
Vermählungstage höchstseiner Tochter dem Museum zum Geschenke gemacht
hat.

Alle Abtheilungen der Sammlungen erhielten Zuwachs. Am reichlichsten
wurde derselbe der Kupferstichsammlung zu Theil, auf welche der größte
Theil der zu Ankäufen disponibelen Summen verwendet wurde, da ohnedies
gerade die Neuordnung derselben im Gange war. Diese sollte im Jahre
1878 fertig werden, was indessen nicht vollständig gelang, so daß sich
die Arbeiten noch in das Jahr 1879 hineinziehen werden. Aber es läßt
sich doch jetzt schon das erfreuliche Resultat mittheilen, daß diese
Abtheilung, die nun allerdings einige Jahre wieder anderen Abtheilungen
in Bezug auf Fürsorge wird nachstehen müssen, nunmehr nicht blos eine
der reichsten Abtheilungen des Museums ist, sondern auch, nachdem
sie ca. 80,000 wohlgeordnete Blätter, darunter viele von höchster
Seltenheit und Kostbarkeit enthält, zu den bedeutenderen ihrer Art
überhaupt gezählt werden kann. Sicher ein erfreuliches Resultat der
allgemeinen Opferwilligkeit!

Nächst der Kupferstichsammlung war es die Münzsammlung, welche reichen
Zuwachs sowohl durch einzelne Ankäufe, als auch mancherlei Geschenke
erhielt, insbesondere durch den Anfall der schon 1864 testamentarisch
vermachten Münzsammlung des Herrn Buchhalters Gabriel in Winzingen,
nach dessen erfolgtem Tode die hochbetagte Frau Mutter pietätvoll für
Uebergabe des Vermächtnisses Sorge getragen.

Die Sammlung der Skulpturen erhielt durch einige gute Originale und
manche Abgüsse Zuwachs, jene der kirchlichen Geräthe bekam eine Anzahl
sehr interessanter Objekte, ebenso die Waffensammlung; auch die
Sammlung der Hausgeräthe und jene der Gewebe erhielten beträchtlichen
Zuwachs.

Unsere Bibliothek verdankt ebenfalls wiederum mehr als Tausend Bände
der Liberalität des deutschen Buchhandels, dem wohlwollenden Interesse
mancher Verfasser und sonstiger Freunde, sowie dem Schriftentausche
mit den Akademien, gelehrten Gesellschaften und Vereinen. Durch Ankauf
konnte sie um manche höchst seltene und werthvolle Incunabeln und
Druckwerke des 16. und 17. Jahrh. bereichert werden.

Mit der fortwährenden Vermehrung der Sammlungen muß die Bauthätigkeit
Schritt halten. Zunächst waren es fort und fort sich ergebende
Verbesserungen und Verschönerungen, sowie einzelne kleine
Schmucktheile, deren Ausführung wegen Mangels, an Mitteln bei
Errichtung mancher Bauten hatte zurückgestellt werden müssen, die
theils zur Ausführung gekommen sind, theils durch bereitwillige Freunde
zur Ausführung übernommen wurden. An der Spitze der Stifter, welche
dafür Sorge getragen, steht Se. kgl. Hoheit, Prinz Ludwig von Bayern,
höchstwelcher 1000 m. widmete. Ein ungenannter hoher Gönner widmete
700 m., Herr Reichsrath Max Erkinger Graf v. Seinsheim 400 m., Herr
Reichstagsabgeordneter Heinr. Frhr. Horneck v. Weinheim 450 m., Herr
kgl. preuß. Hauptmann a. D. Louis Ferdinand Frhr. v. Eberstein in
Dresden 300 m., Se. Excell. Herr Reichsrathspräsident Frhr. Schenk von
Stauffenberg 100 m.; die Stadt Buchau 20 m. Die frhrl. v. d. Tann’sche
Familie hat ihren Beitritt zur gemeinsamen Stiftung des fränkischen
Adels und Frhr. v. Tümpling auf Thalstein bei Jena die Stiftung eines
gemalten Fensters zugesagt.

Als Raumzuwachs hat uns das Jahr 1878 eine lange Oberlichtgalerie
gebracht, deren Einrichtung noch im Winter vorgenommen werden kann.
Auch ist der aus den Beiträgen des deutschen Reiches zu bestreitende
Neubau der an die Ostseite der Karthause zu fügenden Theile so
beträchtlich vorgeschritten, daß wir auf einen großen, im romanischen
Stile ausgeführten Bau den Dachstuhl setzen und demselben mit
Genehmigung Ihrer kaiserl. Hoheit der Frau Kronprinzessin des deutschen
Reiches den Namen Victoriabau geben durften. Freilich wird noch manche
Zeit vergehen, bis derselbe, vollständig fertig in Gebrauch wird
genommen werden können.

Ein nicht unwesentlicher Theil der Thätigkeit unserer Verwaltung hat
sich der Begründung eines eigenen, mit unserem Museum in Verbindung
stehenden Handelsmuseums zugewendet, für welches wir freundliche
Unterstützung im Handelsstande gefunden haben; insbesondere hat die
Handelskammer zu Nürnberg sich geneigtest der Sache angenommen und
den Prospekt allen deutschen Handelskammern mit warmer Befürwortung
zugesendet. Abgesehen von Gaben an interessanten und brauchbaren
Gegenständen, durch welche die Geschichte des Handels erläutert wird,
haben wir uns sowohl von Körperschaften als Kaufleuten die Zeichnung
von Antheilscheinen à 50 m. zur Aufbringung der Kosten erbeten; es
haben deren die hiesige Handelskammer 50, andere Handelskammern und
Vereine 32 und Private deren 185 übernommen; als Einzelstiftungen
erhielten wir zu diesem Zwecke 440 m., so daß mit Jahresschluß die
Summe von 13,790 m. disponibel ist. Da ein erstes Verzeichniß gedruckt
ist, so unterlassen wir hier die Wiederholung der Namen. In dem
nächsten Jahresbericht werden wir wol bereits über Leistungen berichten
können. Heute aber empfehlen wir die Theilnahme auch an dieser Stelle
dem gesammten Handelsstande, so daß auch das nächste Jahr noch recht
viele Zeichnungen von Antheilscheinen bringen möge.

An Publikationen konnte im abgelaufenen Jahre außer dem 25. Bande des
Anzeigers f. K. d. d. V. nur eine neue Auflage des Wegweisers durch
unsere kunst- und kulturgeschichtlichen Sammlungen erscheinen.

Unser Verwaltungsausschuß hat im Laufe des Jahres den Verlust seines
Rechtsconsulenten, des um unsere Anstalt so hochverdienten Dr.
Nidermaier, und eines Mitgliedes des Frhrn. v. Ledebur, Directors
der kgl. Kunstkammer in Berlin zu beklagen gehabt und hat dafür sein
seitheriges Mitglied, den kgl. Advokaten Frhrn. v. Kreß in Nürnberg zum
Rechtsconsulenten ernannt, Hrn. kgl. Notar Karl Maier in Nürnberg zum
Mitgliede erwählt.

Seit Veröffentlichung des Jahresberichtes für 1877 sind zu den
Unterstützungen des germanischen Museums folgende, und zwar als
/Jahresbeiträge/, /neu hinzugekommen/:

  =Von regierenden Häusern.=
                                                                 m. pf.
  Hessen, Großherzog Ludwig IV., Königl. Hoheit,                200 --
  Sachsen, König Albert, Majestät, (auf weitere 3 Jahre)        600 --

  =Von politischen Corporationen, Städten.=

  Altdorf, Distriktsgemeinde (statt früher 18 m.)                20 --
  Ansbach, Distriktsgemeinde (statt früher 14 m. 77 pf.)         18 --
  Calbe a. S., Stadtgemeinde (auf weitere 3 Jahre)                9 --
  Cham, Distriktsgemeinde (vom J. 1875 an nachbezahlt)           17 --
  Erbendorf, Distriktsgemeinde (statt früher 17 m. 14 pf.)       20 --
  Feuchtwangen, Distriktsgemeinde (statt früher 17 m.)           20 --
  Kemnath, Distriktsgemeinde (statt früher 17 m. 14 pf.)         20 --
  Kulmbach, Stadtgemeinde    (statt früher 8 m. 60 pf.)          10 --
  Schillingsfürst, Distriktsgemeinde (statt früher 30 m.)        50 --

  =Von Vereinen.=

  Bamberg, Gewerbeverein                                         20 --

  =Von Privaten.=

  Adelmann, L., Dr., in Würzburg                                  5 --
  Adler, Advokat und Kreissyndikus, in Plauen                     2 --
  Adler, Hermann, Oberlehrer, in Breslau                          3 --
  Alvensleben, v., Rittergutsbesitzer, in Kassel                  3 --
  Alwens, k. Landrichter, in Bergzabern                           2 --
  Anders, Albert, in Leipzig                                      3 --
  André, G., in San José (Costa Rica)                             7 27
  Antweiler, Rentmeister, in Dillenburg                           2 --
  Bach, Alfred, Rentier, in Dresden                              10 --
  Badum, Phil., Bezirksamts-Funktionär, in Schwabach              2 --
  Bars, Catasterkontroleur, in Tuchel                             3 --
  Baßler, Hans, in Prag                                           2 --
  Baumgard, Staatsanwalt, in Kassel                               3 --
  Baumgärtner, Karl, Oberlehrer, in Nürnberg †                    2 --
  Baur, Kameralverwalter, in Wangen                               2 --
  Bausen, Dr., in San José (Costa Rica)                           7 37
  Bayer, Adolf, k. Rechtsanwalt, in Ansbach                       3 --
  Becher, Branddirektor, in Zwickau                               3 --
  Beck, Pharmazeut, in Hersbruck                                  1 --
  Beck, G., Gastwirth, in Pforzheim                               2 --
  Becker, Edmund, in San José (Costa Rica)                       10 91
  Beckh, G. W., resign. Notar, in Würzburg                        3 --
  Beckmann, Eduard, Goldwaarenfabrikant, in Nürnberg              3 --
  Beer, J. B., Pfarrer, in Oberailsfeld (statt früher 2 m.)       3 --
  Bergmann, v., Dr., Professor, in Würzburg                       3 --
  Berlet, Landrath, in Hildburghausen                             2 --
  Bethmann, Simon Moriz, Baron, in Frankfurt a. M.                17 54
  Bettmann, Rentner, in Soest                                     3 --
  Beyschlag, Brandinspektor, in Eichstätt (statt früher 2 m.)     3 --
  Biedermann, Professor, in Leipzig (statt früher 2 m.)           3 --
  Bienko, Kreisrichter, in Tuchel (Westpreußen)                   3 --
  Biscamp, Buchhändler, in Ribnitz                                1 --
  Bischof, Bruno, in Prag                                         2 --
  Böhner, J. Wilh., Pfarrer, in Fürth                             3 --
  Bohnstedt, Regier.-Rath, in Kassel                              3 --
  Bolte, Eisenbahndirektor, in Kassel                             3 --
  Bosch, Gottl., Kaufmann, in Nürnberg                            2 --
  Bourgeois, Jean, in Köln                                        3 --
  Bourgeois, Kaspar, in Köln                                      3 --
  Bourgeois, Steph., Kunsthändler, in Köln                        3 --
  Braden, Dr., Kreisrath, in Friedberg (Hessen)                   2 --
  Brand, Karl, Gerichtsvollzieher, in Greding                     2 --
  Brandes, Seminarlehrer, in Aurich                               3 --
  Brandt, Emil, Kaufm., in Nürnberg                               5 --
  Bräsicke, Regierungsassessor, in Kassel                         3 --
  Braun, Dr., Gymnasiallehrer, in Dillenburg                      1 50
  Brehme, Realschuloberlehrer, in Zwickau                         3 --
  Bruckmann, Peter, Fabrikant, in Heilbronn                       3 --
  Brüggemeyer, H., Kaufmann, in Detmold                           3 --
  Brunner, Post- u. Bahnamtsinspektor, in Ansbach                 2 --
  Brünnig, Baumeister, in Kassel                                  3 --
  Bruns, Kreisbaumeister, in Aurich                               3 --
  Buff, Adolf, Dr., städtischer Archivar, in Augsburg             3 --
  Bunz Dr., Pfarrer, in Ohmenhausen                               2 --
  Buschbeck, Dr. med., Bezirksarzt, in Plauen                     2 --
  Büte, Obermaschinenmeister, in Kassel                           3 --
  Buz, Karl, Fabrikbesitzer, in Augsburg                          3 --
  Byron, H., Frau, in Nürnberg                                    2 --
  Carlowitz, O. von, General, in Dresden                          5 --
  Caspari, Rittergutsbesitz., in Liskau                           3 --
  Clarus, Dr., in Grimma (statt früher 1 m.)                      2 --
  Clemen, Alexander, in Amsterdam                                 3 --
  Cohn, Amalie, Frau, in Hannover (statt früher 3 m.)            10 --
  Daumiller, Aug., kgl. Gymnasialrektor, in Nürnberg              3 --
  Dederer, Richard, Kaufmann, in Heilbronn a. N.                  3 --
  Dehn-Rotfelser, v., Reg.-Rath, in Potsdam                       6 --
  Deschauer, Gerichtsschreiber, in Hersbruck                      1 --
  Desselberger, Inspektor u. Vorstand der höheren
  Mädchenschule, in Heilbronn                                     2 --
  Diehl, Apotheker, in Neustadt a. S. (statt früher 1 m. 71 pf.)  5 --
  Dietz, Hermann, in Würzburg                                     2 --
  Dillner, Dr. med., in Plauen                                    2 --
  Dittus, fürstl. Baumeister, in Kisslegg                         3 --
  Döll, Beneficiat, in Kronach                                    2 --
  Dörrenberg, Rathmann, in Soest                                  3 --
  Dörtenbach, G., Consul, in Cannstatt                            6 --
  Dotzauer, A., Rittmeister, in Nürnberg                          3 --
  Drehwald, Kammerassessor, in Büdingen                           2 --
  Dressel, Gotthelf, Kaufmann, in Sonneberg                       2 --
  Drexel, Theophil, Buchhändler, in Cilli                         2 --
  Eberling, Buchhändl., in Büdingen                               2 --
  Eckart, Christ. Rich., Kaufmann, in Nürnberg                    3 --
  Eckstein, Ottmar, Gutsbesitzer, in Ahrensdorf                   3 --
  Ehrle, Dr., Oberamtsarzt, in Leutkirch                          3 --
  Eichler, Justin, Pfarrer u. Distriktsschulinspektor,
  in Behringersdorf                                               2 --
  Eigenbrodt, Dr., Landgerichtsassessor, in Gernsheim             5 --
  Eisenmann, Dr., Galleriedirektor, in Kassel                     5 --
  Emminghaus, Dr., in Würzburg                                    1 --
  Erbert, B., Fabrikbes., in Plauen                               2 --
  Erman, Wilhelm, Dr., Assistent an der kgl. Bibliothek zu
  Berlin                                                          3 --
  Ernesti, Assessor, in Wolfenbüttel                              3 --
  Eschwege, v., Reg.-Rath, in Kassel                              3 --
  Essich, Präceptor, in Heilbronn                                 2 --
  Facilides, Gerichtsrath, in Plauen                              2 --
  Facilides, A., Fabrikbes., in Plauen                            3 --
  Fickert, Bezirkssteuerinspektor, in Plauen                      2 --
  Fiedler, Volkm., Kaufm., in Plauen                              2 --
  Findeisen, Gustav, Kaufmann, in Nürnberg                        5 --
  Fischer, Verlagsbuchhdlr. in Kassel                             3 --
  Fischer, Karl, Fabrikant, in Heilbronn                          2 --
  Fix, Seminardirektor, in Soest                                  3 --
  Fleischmann, Martin, kgl. Landgerichts-Assessor, in Münchberg   3 --
  Flemming, Pächter, in Büdingen                                  2 --
  Fresenius, Landrichter, in Büdingen                             2 --
  Frey, Oberamtmann, in Tauberbischofsheim                        2 --
  Frey, Architekt, in Wangen                                      1 --
  Friederich, Gasthofbesitzer, in Deggendorf                      1 --
  Frisch, Kunst- und Verlagsanstaltsbesitzer, in Berlin          10 --
  Fritsch, Landrath, in Soest                                     3 --
  Fritsche, Dr., Realschuloberlehrer, in Zwickau                  3 --
  Frommann, Dr., Gymnasiallehrer, in Büdingen                     2 --
  Fürer, Karl von, Secondlieutenant, in Nürnberg                  4 --
  Fürtsch, Karl, Kaufm., in Nürnberg                              3 --
  Gaßer, Fabrikant, in Ratzenried                                 3 --
  Geist, Gabriel, Pappwaarenfabrikant, in Nürnberg                3 --
  Gerland, Hauptm. a. D., in Kassel                               3 --
  Gervinus, Rechtsanwalt, in Kassel                               3 --
  Geys, Agnes, Frau, in Würzburg                                  3 --
  Gick, Lehrer, in Hof                                            1 --
  Goller, Gg., Fabrikant, in Sparneck                             2 --
  Göpel, Alwin, Fabrikbesitzer, in Plauen                         2 --
  Göpner, K. Reinhard, Rektor, in Soest                           3 --
  Görges, Oberlehr., in Braunschweig                              3 --
  Gösmann, F. D., Fabrikbesitzer, in Plauen                       2 --
  Grabs von Haugsdorf, Regierungsassessor, in Aurich              3 --
  Graff, E., Apotheker, in Plauen                                 2 --
  Grebe, Lehrer, in Halberstadt                                   3 --
  Greßer, k. Notar, in Krumbach                                   3 --
  Greve, Louis, in San José (Costa Rica)                         10 91
  Grimm, Fabrikant, in Heilbronn                                  2 --
  Groß, Dr., Landesbibliothekar, in Kassel                        3 --
  Grupe, Amtsverwalter, in Ribnitz                                1 --
  Gruß, W. F., rechtskundiger Stadtsekretär, in Eger              2 --
  Gülker, O., in Bielefeld                                        3 --
  Günther, A., in Tetschen a. d. Elbe                             2 --
  Haberer, Hauptmann, in Ludwigsburg (statt früher 2 m.)          3 --
  Hacke, Obergerichtsanwalt, in Aurich                            3 --
  Hamberger, Zollpraktikt., in Fürth                              2 --
  Harrer, Christian, Kaufmann, in Nürnberg                        3 --
  Haselberger, J., Glasmaler, in Berlin                           3 --
  Haupt, August, prakt. Arzt, in Roth                             2 --
  Häuser, Anwaltssubst., in Kempten                               1 --
  Hautzsch, Rudolf, Kaufmann, in Dresden                         10 --
  Hebert, Albert, Particulier, in Kassel                          3 --
  Heichelheim, Sigmund, Banquier, in Gießen                       3 --
  Helbig, Fabrikant, in Heilbronn                                 2 --
  Held, Gottlieb, Privatier, in Nürnberg                          3 --
  Hennig, Kaufmann, in Zwickau                                    3 --
  Herrnstadt, Regierungsassessor, in Stargard i. Pommern          1 50
  Hertlein, Ferdinand von, in Würzburg                            3 --
  Herz, Carl, Bez.-Gerichtsrath und
  Landtagsabgeordneter, in Nürnberg                               3 --
  Heubach, Friedr., Rittergutsbesitzer, in Sonneberg              2 --
  Heydenreich, Rittergutsbesitzer, in Malsfeld                    3 --
  Heydner, Franz, Stadtpfarrer, in Ansbach                        6 --
  Hirsch, Josef von, in Würzburg                                  2 --
  Hirsch, Sal. von, in Würzburg                                   3 --
  Hirzel, Dr., Professor, in Ellwangen                            2 --
  Hoffmann, J., Dr., Hofrath, in Würzburg                         2 --
  Höflich, k. Oberförster, in Feucht                              2 --
  Hofmann, G., Advokat, in Würzburg                               2 --
  Höhl, k. Notar, in Brückenau (stattfrüher 1 m 71 pf.)           3 --
  Holstein, E., jun., in Leutkirch                                1 --
  Holz, Friedr., Hopfenhändler, in Nürnberg                       3 --
  Horch, Dr., in Mainz                                            1 75
  Hörner, Rechtsanwalt, in Weinsberg                              2 --
  Hörnes, k. Bezirksamtsassessor, in Uffenheim                    2 --
  Hörnig, Regierungsreferendar, in Dresden                        5 --
  Humbser, Karl, Juwelier, in Fürth                               3 --
  Hutten, Karl, Baron, in Würzburg                                3 --
  Ihring, Gymnasiast, in Büdingen                                 1 --
  Isenburg, Oberstlieuten., in Kassel                             3 --
  Jacobson, Julius, in Hannover                                   3 --
  Jäger, Direktor, in Dillenburg                                  1 --
  Johanning, Karl, in San José (Costa Rica)                       7 27
  Jonas, Staatsanw., in Wolfenbüttel                              3 --
  Josephson, Pfarrer, in Soest                                    3 --
  Jost, Pfarrer, in Wolf                                          1 --
  Jung, F., Hüttenbesitzer, in Dillenburg                         3 --
  Kalkhof, Gastwirth, in Büdingen                                 2 --
  Katsch, Steuerinspektor, in Danzig (statt früher 1 m. 80 pf.)   3 --
  Katzenstein, N., Kaufm., in Kassel                              3 --
  Kauffmann, Privatier, in Mergentheim                            2 --
  Kegel, Gymnasialoberlehrer, in Dillenburg                       3 --
  Keller, Kreisschulrath, in Tauberbischofsheim                   2 --
  Kern, Wilh., k. Bauamtmann, in Nürnberg                         5 --
  Keunecke, Oberzollinspkt., in Metz                              2 --
  Khün, k. Amtsrath auf Domäne Pretzsch                           3 --
  Kindt, Dr., Arzt, in Grimma, (statt früher 2 m.)                3 --
  Klein, Distriktseinnehmer, in Büdingen                          2 --
  Klein, Registrator, in Büdingen                                 2 --
  Kleine, Dr., prakt. Arzt, in Stralsund                          3 --
  Klemm, Otto, Architekt, in Leipzig (statt früher 3 m.)          5 --
  Klemm, Reinhold, Kaufmann, in Bautzen                           3 --
  Knabe, Dr., Oberlehrer, in Torgau                               3 --
  Knorr, Adolf, Kaufmann, in Heilbronn                            2 --
  Knorz, Landesrath, in Kassel                                    3 --
  Knyrim, Hofbauinspekt., in Kassel                               3 --
  Köhler, Dr., in Bückeburg                                       3 --
  Köhler, Ingenieur, in Wangen                                    2 --
  König, Wilhelm v., in Würzburg                                  3 --
  Köppe, Dr., Arzt, in Torgau                                     2 --
  Köppen, W. v., in Soest                                         3 --
  Körbler, Premier-Lieuten., in Eichstätt                         2 --
  Körner, Superintendent, in Zwickau                              3 --
  Krämer, Gymnasialdirektor, in Büdingen                          2 --
  Kraus, Dr. med., in Büdingen                                    2 --
  Krauß, Ludwig, Banquier, in Augsburg                            2 --
  Kretschel, Regierungs- und Schulrath, in Kassel                 3 --
  Kröber, Banquier, in Meißen                                     3 --
  Kroher, k. Rentbeamter, in Uffenheim                            2 --
  Küchler, Kreisassessor, in Friedberg (Hessen)                   2 --
  Kühne, Dr., in Stettin                                          1 --
  Kunz, Realschuloberlehrer, in Zwickau                           3 --
  Kurtz, Rob., Kaufmann, in Meißen                                3 --
  Lahmann, J. F., in San José (Costa Rica.)                       7 27
  Landmann, Superintend., in Plauen                               3 --
  Lang, prot. Pfarrer, in Bergzabern                              2 --
  Lange, Regierungs- und Baurath, in Kassel                       3 --
  Lange, Bürgerschullehrer, in Zwickau                            3 --
  Langbein, Karl, Lehrer der Mathematik, in Nürnberg              3 --
  Langhans, Dr., k. Lehrer der Chemie, in Fürth                   2 --
  Laux, B., Fabrikant, in Donauwörth                              3 --
  Leix, Anton, Kaufmann, in Augsburg                              2 --
  Lemcke, Professor, in Stettin                                   1 30
  Lenel, Alfred, in Mannheim                                      5 --
  Lenel, Victor, in Mannheim                                      5 --
  Lentze, Justizrath, in Soest                                    3 --
  Levy, Banquier, in Stargard in Pommern                          2 --
  Levy, L., Banquier, in Köln                                     5 --
  Lichtenberg, von, Hauptmann, in Torgau                          2 --
  Lichtenstein, Alb., in Borken (Westfalen)                       6 --
  Lieschke, Stadtdiakonus, in Plauen                              2 --
  Linstow, Hugo Baron v., k. Hauptmann, in Berlin                 3 --
  List, Ingenieur, in Wangen                                      2 --
  List, Edmund, Dr., in Würzburg                                  2 --
  Löbe, Dr., Professor, in Altenburg                              3 --
  Lochner, Frhr. v., k. Postspecialkassier, in Lindau (statt
  früher 2 m.)                                                    3 --
  Lohmeyer, Hofjuwelier, in Hannover                              3 --
  Lösch, k. Studienlehrer, in Fürth                               2 --
  Lossen, Kreisrichter, in Broich                                 3 --
  Louis, Inspektor, in Crailsheim                                 2 --
  Ludwig, k. Landrichter, in Lauf                                 2 --
  Luthmer, C. W., in San José (Costa Rica)                        3 64
  Mader, Georg, Historienmaler, in Innsbruck                      2 --
  Mai, Max, Buchhändler, in Berlin                                6 --
  Marschall, k. Rektor, in Neumarkt i. O.                        10 --
  Martin, Archidiakonus, in Plauen                                2 --
  Matthes, F. A., in San José (Costa Rica)                        3 64
  Maurer, protest. Pfarrer u. Dekan, in Bergzabern                2 --
  Mauthe, Amtsbaumeister, in Heilbronn                            2 --
  Merzbacher, Anton, Kaufmann, in Nürnberg                        3 --
  Merzbacher, Julius, Kaufmann, in Nürnberg,                      2 --
  Meßmer, Oberamtmann, in Wangen                                  3 --
  Metzler, E., Rechtsanwalt, in Ravensburg                        2 --
  Meurer, Hugo, Kaufmann, in Heilbronn                            2 --
  Mewes, Johs., Kaufm., in Eisenach                               3 --
  Meyer, Karl Friedr., Kaufmann, in Nürnberg                      3 --
  Meyer, Max, Direktor der Vereinsbank, in Nürnberg              10 --
  Meyer, Oskar, Kaufm., in Zwickau                                3 --
  Meyer von Knonau, Dr., Professor, in Zürich (statt früher
  3 m. 20 pf.)                                                    8 --
  Michael, Gymnasiallehr., in Torgau                              2 --
  Miehlich, Ingenieur, in Wangen                                  2 --
  Mitzschke, Dr., großh. Archivsekretär, in Weimar                3 --
  Mohrlin, sen., Posthalter, in Leutkirch                         1 --
  Möli, geheimer Oberjustizrath, in Kassel                        3 --
  Mosen, Gymnasialprof., in Zwickau                               3 --
  Moser, Dr., Stabsarzt, in Ingolstadt, (statt früher 3 m.)       5 --
  Mühlberg, Domainenamtsgehilfe, in Castell                       2 --
  Müller, Regierungsrath, in Aurich                               3 --
  Müller, Georg, in Leipzig                                       3 --
  Müller, Georg, Fabrikant, in Pforzheim                          3 --
  Müller, K. H., Dr. phil., Assistent an der k.
    Univers.-Bibliothek zu Würzburg                               3 --
  Müller, Louis, in San José (Costa Rica.)                        3 46
  Münzinger, Christian, Kaufmann, in Nürnberg                     3 --
  Nauck, Pastor, in Großbothen                                    1 50
  Naumann, Bezirksschulinspektor, in Zwickau                      3 --
  Nebe, Superintend., in Halberstadt,                             3 --
  Neidert, J. G., in Würzburg                                     3 --
  Ohnefalsch-Richter, Dr. med., in Meißen                         2 --
  Opel, Adolf, in Offenbach a. M.                                 2 --
  Orff, v., General, Excell., in Würzburg                         5 --
  Oertel, Oberst, in Plauen                                       2 --
  Oertel, Dr., Professor u. Realschuldirektor, in Zwickau         3 --
  Oertel, Ernst, in Würzburg                                      3 --
  Ortner, Rudolf, Telegraphist, in Nürnberg                       3 --
  Otto, Rudolf, Edelsteingraveur, in Berlin                       3 --
  Pabst, W., Buchdruckereibesitzer,
    in Chemnitz                                                   2 --
  Pallak, A., Hofantiquar, in Salzburg                            2 --
  Pallmann, Apotheker, in Plauen                                  2 --
  Pannenberg, Dr., Gymnasiallehrer, in Aurich                     3 --
  Paulsen, Dr., prakt. Arzt, in Kiel                              3 --
  Pitzschky, geh. Rath, in Stettin                                3 --
  Pletzer, k. Bezirksamtsassessor, in Uffenheim                   2 --
  Pohlmann, H., Bildhauer, in Berlin                              3 --
  Popp, Friedr., Kaufm., in Nürnberg                              5 --
  Pöschel, Bauunternehm., in Kassel                               3 --
  Pressel, Dr., Rector, in Heilbronn                              2 --
  Prittwitz u. Gaffron, v., Staatsanwaltsgehilfe, in Schwetz      3 --
  Pröckl, Vincenz, städtisch. Inspektor und emer. Archiv.,
    in Eger                                                       2 --
  Pückel, Steuerrath, in Büdingen                                 1 --
  Püttner, v., Dr., prakt. Arzt, in Münchberg                     2 --
  Querfurth, v., Dr., Rechtsanwalt, in Oschatz                    2 --
  Raab, v., Major u. Commandeur des k. s. Jäger-Bataillons
    Nr. 13, in Meißen                                             3 --
  Rabenau, Landgerichtsassessor, in Büdingen                      2 --
  Rabus, Gg. Mich., Kaufmann, in Nürnberg                         3 --
  Rächl, Stadtgerichtsass., in Fürth                              2 --
  Rademacher, Gerichtsrath, in Soest                              3 --
  Ranniger, Commerzienrath, in Altenburg                         10 --
  Raphael, A., in San José (Costa Rica)                           7 27
  Recke, Pastor, in Sachsendorf, (statt früher 1 m.)              1 50
  Regelsberger, Cantor, in Hersbruck                              1 --
  Reh, Pfarrer, in Bleichenbach                                   2 --
  Rehlingen, Franz Frhr. von, Gutsbesitzer, in Hainhofen
    b. Augsburg                                                   3 --
  Reichhelm, Rechtsanwalt, in Stargard in Pommern                 2 --
  Rein, Seminardirektor, in Eisenach                              3 --
  Renz, Oberamtmann, in Ellwangen                                 2 --
  Rieß, W. K., Hofmusikalienhändler, in Dresden                   5 --
  Riotte, Wlt. C., in San José (Costa Rica)                      18 19
  Röben, Oberamtsricht. in Aurich                                 3 --
  Rochow, Frhr. v., Adjutant im I. Uhl.-Regt. Nr. 17,
    in Oschatz                                                   10 --
  Röder, Frhr. von, in Mainz (statt früher 4 m.)                  5 --
  Rosbach, Eduard, in Barmen                                     10 --
  Rosenberg, L., Kaufm., in Nürnberg                              3 --
  Rosenthal, Dr., Beigeordneter, in Köln                          6 --
  Roßbach, M. J., Dr., Professor, in Würzburg                     2 --
  Roßberg, Buchdruckereibesitzer u. Redakt.,
    in Frankenberg (Sachsen)                                      2 --
  Rößler, Professor an der Fürstenschulezu Grimma,
    (statt früher 2 m.)                                           3 --
  Roszbach, Professor, in Plauen                                  2 --
  Roth, Dr., Generalarzt, in Dresden                              5 --
  Rothe, Dr., Obergerichtsrath, in Aurich                         3 --
  Rubensohn, H., Kaufm., in Kassel                                3 --
  Rudolf, Ingenieurpraktikt., in Hersbruck                        1 --
  Ruhl, Rittmeister a. D., in Kassel                              3 --
  Rümelin, Oberpräceptor, in Heilbronn                            2 --
  Rummel, I. C., Kaufmann, in Nürnberg                            3 --
  Sachs, v., Dr., Hofrath, in Würzburg                            2 --
  Sachs, Karl, Kaufmann, in Nürnberg (statt früher 2 m.)          5 --
  Salmann, Joh., Caplan, in Oberweiling                           2 --
  Salzer, Dr., Distriktsrabbiner, in Schnaittach                  3 --
  Schelle, K., Gymnasialprofessor, in Kempten                     2 --
  Schellmann, Karl, Kaufmann, in Nürnberg                         3 --
  Scheltienne in Metz                                             3 --
  Schermann, Dr., Präceptor, in Ellwangen                         2 --
  Schilling, Fr., Dr., prakt. Arzt, in Nürnberg                   3 --
  Schmid, Joseph, Architekt, in Innsbruck                         2 --
  Schmidt, Seminaroberlehrer, in Oschatz                          1 --
  Schmidt, Oberlehrer, in Stettin                                 3 --
  Schmidt, Dr., Kreisphysikus, in Tuchel (Westpreußen)            3 --
  Schmied, Gastwirth zur Traube, in Hersbruck                     1 --
  Schneider, Druckereibesitzer, in Büdingen                       2 --
  Schneider, Landesrath, in Kassel                                3 --
  Schneider, W., Weinhändler, in Pforzheim                        2 --
  Scholl, Hermann, Kaufmann, in Kassel                            3 --
  Schöpf, Jak., Fabrikant, in Stammbach                           2 --
  Schrag, Dr. med., in Meißen                                     3 --
  Schramm, Dr., in Auenheim (statt früher 1 M. 71 pf.)            3 --
  Schreiber, von, Dr., Excell., Erzbischof, zu Bamberg            8 57
  Schreiner, Pfarrer, in Dillenburg                               1 --
  Schröder, Dr., Professor, in Würzburg                           3 --
  Schröder, Albrecht, Buchdruckereibesitzer, in Fürth             2 --
  Schröter, L. O. von, in San José (Costa Rica)                  18 19
  Schuchardt, Kreisbaumeister, in Kassel                          3 --
  Schürer, Heinrich, in Würzburg                                  3 --
  Schutzbar, v., gen. Milchling, Obervorsteher, in München        6 --
  Schweyer, Ingenieur, in Wangen                                  2 --
  Seitz, Karl, Lehrer, in Hof                                     1 --
  Seiz, German, k. Oberförster, in Laufamholz                     3 --
  Sell, Apotheker, in Deggendorf                                  2 --
  Seltmann, Bezirksschulinspektor, in Plauen                      3 --
  Seyler, C. C., Advokat u. Syndikus, in Dresden                  3 --
  Siebert, Jul., Kaufmann, in Kassel                              3 --
  Siligmüller, J., in Würzburg                                    3 --
  Speck, Dr., Sanitätsrath, in Dillenburg                         2 --
  Sperl, Gust. Gotth., kgl. Pfarrer, in Bertholdsdorf             3 --
  Speyer, Professor, in Kassel                                    3 --
  Spiegel, J. F., Fabrikant, in Michelstadt                       1 --
  Spieler, Werkmeister, in Wangen                                 3 --
  Spieß, St., Buchbindermeister und Spielwaarenfabr.,
    in Nürnberg                                                   5 --
  Spohr, Rechtsanwalt, in Kassel                                  3 --
  Stadler, Kaufmann, in Ulm                                       3 --
  Stahl, Pfarrer, in Unterrodach                                  1 --
  Stefan, Bahnamtsofficial, in Fürth                              2 --
  Steib, Otto, in Leipzig (statt früher 3 m.)                     5 --
  Steidel, Dr., Medicinalrath, in Altenburg                       3 --
  Steindorff, Architekt und Professor an der kgl.
    Kunstgewerbschule in Nürnberg                                 9 --
  Steinrich, Appellationsgerichts-Referendar, in Kassel           3 --
  Steinvorth, Guillo., in San José (Costa Rica)                   7 27
  Stern, Baurath, in Kassel                                       3 --
  Steubing, Dekan, in Dillenburg                                  1 --
  Stockmayer, Professor, i. Heilbronn                             2 --
  Stoll, Landbaumeister, in Kassel                                3 --
  Stuber, Buchhändler, in Würzburg                                2 --
  Stünkel, Dr., Lyceallehrer, in Metz                             3 --
  Sutor, Bahnamtsassistent, in Mellrichstadt                      2 --
  Swaine, William, Fabrikbesitzer, in Hüttensteinach              2 --
  Tauscheck, Official, in Crailsheim                              2 --
  Thierolf, Joh. Dietr., Lehrer, in Michelstadt                   1 --
  Thumb-Neuenburg, Alfred Frhr. v., k. w. Major a. D.,
    in Tübingen                                                  15 --
  Tittel, Realschuloberlehrer, in Zwickau                         3 --
  Töpfer, Gerichtsrath, in Plauen                                 2 --
  Toussaint, Gymnasialassistent, in Nürnberg                      3 --
  Tröltsch, v., Dr., Hofrath, in Würzburg                         3 --
  Uhlfelder, Max, Studiosus, in Bamberg (statt früher
    1 m. 71 pf.)                                                  3 --
  Ullrich, Rentier und Stadtverordneter, in Zwickau               3 --
  Urlichs, Dr., Hofrath, in Würzburg                              2 --
  Verhagen, Rentner, in Köln                                     15 --
  Vetter, Ingenieur, in Wangen                                    2 --
  Vogel, Hofkaplan, in Schönberg (Hessen)                         2 --
  Vogel, k. Präparandenlehrer, in Schwabach                       1 --
  Voigt, Paul, Buchhändler, in Kassel                             3 --
  Volz, Paul, Fabrikant, in Heilbronn                             2 --
  Vorwerck, Oberlehrer, in Soest                                  3 --
  Wagemann, Steuerinspektor, in Nürnberg                          3 --
  Wagner, Friedr., Kaufmann, in Nürnberg                          3 --
  Waldow, Bezirksbaumeister, in Plauen                            2 --
  Waldow, v., Major, in Stargard (Pommern)                        3 --
  Walther, Georg, Kaufmann, in Sonneberg                          2 --
  Wangemann, Bezirksschulinspektor, in Meißen                     2 --
  Wedekind, v., Kreisassessor, in Büdingen                        2 --
  Weger, Franz, Expositus, in Roth                                2 --
  Weidenbach, Druckereibesitzer, in Dillenburg                    2 --
  Weigel, Frau Dr., in Kassel                                     3 --
  Weinthaler, kgl. Sprachlehrer, in Fürth                         2 --
  Weis, sen., Adolf, in Würzburg                                  3 --
  Welck, Baron v., in Grimma (statt früher 3 m.)                  4 --
  Wenzel, Dr. med., in Plauen                                     2 --
  Wertheimer, Emil, Bleistiftfabrikbesitzer, in Roth a. S.        2 --
  Wiarda, Obergerichtsdirektor, in Aurich                         3 --
  Wiedemann, Dr., Kreiswundarzt, in Königsberg i. N. M.           3 --
  Wild, Karl, Ingenieurpraktikant, in Hersbruck                   2 --
  Winkler, Heinrich, Verwalter, in Fürth                          3 --
  Winnen, Dr., in Dillenburg                                      1 --
  Wintzek, Hüttendirektor, in Beuthen (statt früher 2 m.)         3 --
  Wislicenus, Dr., Professor, in Würzburg                         3 --
  Witting, Guillo., in San José (Costa Rica)                     10 91
  Wittmann, Ludwig, k. Landgerichtsassessor, in Roth              2 --
  Witzendorf, v., Generallieutenant, Excell., in Metz            10 --
  Wizemann, Eduard, Dr., Professoratsverweser, in Heilbronn       2 --
  Wolf, Dr., Advokat, in Altenburg (statt früher 3 m.)            5 --
  Wolfes, Dr. med., in Aurich                                     3 --
  Wund, Eisenb.-Inspektor, in Schorndorf                          2 --
  Wündisch, k. Notar, in Schwabach                                3 --
  Zech, Ottmar, k. Landger.-Assessor, in Greding                  3 --
  Zell, Stadtsyndikus, in Trier                                   3 --
  Zenetti, Oberstlieutenant, in Ansbach                           2 --
  Ziegler, Paul, Fabrikbesitzer, in Ruhla in Th.                  3 --
  Zimmermann, Realschuloberlehrer, in Zwickau                     3 --
  Zinkeisen, Fabrikant, in Zwickau                                3 --
  Zintgraff, Rentner, in Dillenburg                               2 --
  Zöbisch, Rob., Fabrikbesitzer, in Plauen                        2 --

An _einmaligen_ Beiträgen, unter denen viele von Gönnern und Freunden
unserer Anstalt herrühren, die solche neben ihren regelmäßigen
Jahresbeiträgen gespendet, oder die schon früher, theilweise
wiederholt, solche Beiträge geleistet haben, wurden seit Drucklegung
des letzten Jahresberichtes für allgemeine Zwecke folgende gegeben:

  =Von regierenden Häusern=.
                                                                m.  pf.
  Augusta, deutsche Kaiserin u. Königin von Preußen, Majestät  300  --

  =Von Privaten.=

  Brecher, A., Dr., Arzt, in Olmütz                               2 --
  Busch, Kreisgerichtsrath, in Wriezen                            3 --
  Camp, Kreisrichter, in Wriezen                                  3 --
  Cuntz, Katasterkontroleur, in Dillenburg                        1 --
  Dorn, Baumeister, in Oschatz                                    1 --
  Eberts, Brauereibesitzer, in Dillenburg                         1 --
  Ebhardt, Gerichtsrath, in Dillenburg                            1 --
  Engelmann, Leopold, Großhändler, in Olmütz                      2 --
  Faust, Pfarrer, in Gronau                                       5 50
  Fischer jun., C., Kaufmann, in Dillenburg                       2 --
  Flemming, Rechtsanw., in Oschatz                                1 --
  Frohwein, Bergmstr., in Dillenburg                              1 --
  Frommolt, Dr. med., in Oschatz                                  2 --
  Grün, Hüttenbesitzer, in Dillenburg                             1 50
  Haas, Fr., Hüttenbesitzer, in Dillenburg                        2 --
  Hacke, Graf, Gutsbesitzer auf Alt-Ranft                         3 --
  Hartmann, F. A., in Dresden                                     1 --
  Hefner-Alteneck, v., Dr., Direktor des bayer. National-Museums,
    in München                                                    7 74
  Heinz, Seminarlehrer, in Dillenburg                             1 --
  Hennes, Rentner, in Dillenburg                                  1 50
  Hirschberg, Dr., Gymnasiallehrer, in Dillenburg                 1 --
  Hutter, Dr., Anwalt, in Deggendorf                              3 --
  Kopp, Sparkassenrend., in Oschatz                               1 --
  Lewin, B., Dr., Advokat, in Olmütz                              2 --
  Lichtblau, Hans, Freigutsbesitzer, in Bärn (Mähren)             4 --
  Maier, Karl, k. Notar, in Nürnberg                            100 --
  Manger, Pfarrer, in Dillenburg                                  2 --
  Mettingh, Frhr. v., k. Kämmerer, in Nürnberg                   20 --
  Meyer, Arnold Otto, Kaufmann, in Hamburg                       50 --
  Meyer, Lorenz, Einjährig-Freiwilliger, in Nürnberg              6 --
  Otto, Kreisgerichtsrath, in Wriezen                             3 --
  Pfitzer, Fabrikant, in Oschatz                                  1 --
  Pilz, J. H., Rentier, in Dresden                               10 --
  Rabenalt, Maler, in Olmütz                                      2 --
  Schäßburg: Gymnasiasten                                         6 --
  Scheibler, Ludw. Ad., Student der Kunstgeschichte, in Montjoie  3 --
  Schmidt, Landbaumeister a. D., in Oschatz                       1 --
  Schramm, J., Gerbereibesitzer, in Dillenburg                    2 --
  Schulz, Major a. D., in Berlin                                  3 --
  Seel, Buchhändler, in Dillenburg                                2 --
  Stahl, Gerichtsrath, in Dillenburg                              1 --
  Stiehl, Gastwirth, in Dillenburg                                1 --
  Stumpf-Brentano, Dr., k. k. Professor, in Innsbruck            78 10
  Ungenannter                                                   200 --
  Vahl, v., Justizrath, in Greifswald                             3 --
  Voigtel, Dr. med., in Koburg                                  100 --
  Wagner, Ingenieur, in Wangen                                   10 --
  Waterloo, Gerichtsrath, in Dillenburg                           3 --
  Wenck, Dr. phil., in Halle a. S.                                3 --
  Westheide in Dillenburg                                         3 --
  Wiegand, Rechtsanwalt, in Dillenburg                            3 --
  Wiesner, Pius, Curatus, in Werneck                              5 --
  Wölfle, Buchhändl., in Deggendorf                              -- 50
  X. Y. in Wolfenbüttel                                           3 --
  Zückler, Stadtrath, in Zwickau                                  3 --


Summarischer Auszug

aus den Rechnungen des germanischen Nationalmuseums über die wirklichen
Einnahmen und Ausgaben

für die Zeit vom 1. Januar bis 31. December 1877.


Einnahmen.

                                                                 m.  pf.

  1) Kassabestand und Rückstände                               1800  20
  2) Zinsen des Aktienfonds                                      51  43
  3) Zinsen von Aktivkapitalien                                  62  67
  4) Jahresbeiträge (darunter d. Beitrag d. deutsch. Reiches
     f. 5 Viertelj.)                                         107442  88
  5) Einmalige Geldbeiträge und besondere Stiftungen          13619  43
  6) Eintrittsgelder                                           6350  60
  7) Ertrag der literarisch-artistischen Anstalt               3466  44
  8) Zufällige Einnahmen                                      11329  16
                                                             ----------
  Summa                                                       144122 81


Ausgaben.

                                                                m.   pf.

  1) Verwaltung, nämlich: Besoldungen, andere persönliche
     Ausgaben, Reisekosten, Pflegschaftsausgaben, Materialien,
     Heizung, Reinigung, Beleuchtung, Porto, Garten, Taxen,
     Stempel, Coursverluste, öffentliche Lasten,
     Feuerversicherung                                        43239  80
  2) Baukosten                                                28102  60
  3) Inventar                                                  2404  39
  4) Sammlungen                                               16373  25
  5) Verzinsung und Tilgung der Schulden incl. Mehrausgabe
     des Vorjahrs                                             40559  91
  6) Publicationen                                             3431  55
  7) Außerordentliche Ausgaben (prov. Kapitalsanlage)          2111  86
                                                             ----------
  Summa                                                      136223  36


Abschluss.

                                                                m.   pf.

  Einnahmen                                                  144,122 81
  Ausgaben                                                   136,223 36
                                                            -----------
  Bestand                                                      7,899 45

Unter diesem Bestande befinden sich 7287 m. 73 pf. Stiftungsgelder für
specielle Zwecke, welche erst im Jahre 1878 zur Verwendung gelangen
konnten.

[Illustration: Ansicht der Karthause nach ihrem Ausbaue.]


Gedruckt bei U. E. SEBALD in Nürnberg.



  ANZEIGER
  FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.

  Neue Folge. Sechsundzwanzigster Jahrgang.

  [Illustration]

  =Nürnberg.= Das Abonnement des Blattes, welches alle Monate
  erscheint, wird ganzjährig angenommen und beträgt nach der neuesten
  Postconvention bei allen Postämtern und Buchhandlungen _Deutschlands_
  incl. Oesterreichs 3 fl. 36 kr. im 24 fl.-Fuss oder 6 _M_.

  Für _Frankreich_ abonniert man in Paris bei der deutschen
  Buchhandlung von F. Klingsieck, Nr. 11 rue de Lille; für _England_
  bei Williams & Norgate, 14 Henrietta-Street Covent-Garden in London;
  für _Nord-Amerika_ bei den Postämtern Bremen und Hamburg.

  Alle für das german. Museum bestimmten Sendungen auf dem Wege des
  Buchhandels werden durch den Commissionär der literar.-artist.
  Anstalt des Museums, /F. A. Brockhaus/ in Leipzig, befördert.

  ORGAN DES GERMANISCHEN MUSEUMS.

  1879.    Nº 1.   Januar.



Wissenschaftliche Mittheilungen.



Zur Biographie Niclasens von Wyle.


I. Maister Niclaußen von wyl bestallung.

Wir vͦlrich grâfe zuͦ wirtemberg vnd wir Eberhard ouch grâfe
zuͦ wirtemberg sin Sune Bekennen offennlich für vns vnd vnser
erben vnd tund kunt mit disem briefe daz wir vnsern lieben getruwen
Niclaußen von wyle in vnser Cantzly vffgenomen vnd bestellet haben vnd
yetz vffnemen vnd bestellen in crafft diß brieffs vns darinne zuͦ
dienen vnd die helffen zuͦuersehen wie er des ye von vns wirt
beschaid vnd besunder vnser Insigele zuͦ uerwaren vnd núntzit[1]
damit zuͦ uersigeln das vns zu schaden lang[2] one vnser wissen
vnd haissen oder vnsers hoffmaisters vnd râtes[3] denen das ye
befolhen ist ouch vns trúw vnd hold zuͦ sin vnsern schaden zuͦ
warnnen[4] vnd zuͦ wennden vnd vnsern from̅en zuͦ schaffen
vnd zuͦ fürdern vnd darby vns getrúwlich zuͦ râten nach siner
besten verstentniß vnd haimlich râte zuͦ uerswigen biß in sinen
tode vnd das alles ze tuͦnd sin leptage die wyle[5] er das vermag
getrúwlich vnd vngeuarlich[6] vnd das sust[7] nit zuͦ lassen durch
aincher[8] sachen willen. Dargegen vnd für sölichs wir vnd vnser erben
Im vnd Cristinan siner eelichen hußfrowen Inen baiden vnd nach Ir ains
abgange dem andern besunder biß in sinen tode jerlichs geben söllen
vnd wöllen zuͦ herbstzite ain fuͦder guͦts wins vnd vff sant
Martins tage zwölff schöffel guͦts rockens vnd zwelff schöffel
guͦts dinckels vnd darzuͦ zwelff pfund heller tugentlich[9] one
all vßzuge vnd verhinderung sich darwider zuͦ gebruchen vnd one
Iren costen vnd schaden, zuͦ dem ouch Im sin leptage der drittaile
des gelts vnd geniesses in der gemelten Cantzly fallende gefolgen
vnd geben werden sol vnd er han den tische in der cantzly mit essen
vnd trincken vngeuarlich. Wir vnd vnsere erben söllen vnd wöllen
ouch schaffen vnd bestellen mit oberstem[10] fliß daz das ampt des
Com̅issariats eelicher sachen in allen vnsern lannden vnd gebieten
vff Ine werde bewenndet vnd die vnsern in sölichen sachen zuͦ Im vnd
nit zuͦ andern kerent vnd fliessent vnd dan Im daruon der drittaile
des lones so deßhalb geben wirdet gedych[11] vnd werde vnd die andern
taile in die cantzlye fallend vngeuarlich. vnd söllen vnd wöllen ouch
wir vnd vnser erben In vnd sin hußfrowen obgenant fryg aller stiuren
schatzungen vfflegungen vnd beswerungen belyben lassen es were dan ob
sie ettwas gelegens guͦtes in vnser herrschafft erkoufften oder
sust zuͦ iren hannden brechten daruon sölten sie tuͦn als ander
die vnsern von solichem tuͦnd vngeuarlich. Vff das ouch der benant
vnser lieber getrúwer Niclaus von wyle sölichs wie obstat getrúwlich
vnd ongeuerde zuͦ halten lyplich zuͦ got vnd sinen hailigen
gesworen hat deßglichen wir fúr vns vnd vnser erben Im sölichs wie von
vns obstet getrúwlich zuͦ halten ouch geredt vnd versprochen haben
by vnsern guͤten trúwen one geuerde vnd darumb vnser aigen Insigele
getan hencken an disen briefe, darzuͦ ouch vnsere lieben getrúwen
wolff von Tachenhusen vnd ludwig von grâfneck hoffmaistere vff vnser
begerunge ir aigen Insigele ouch gehenckt haben an disen briefe der
geben ist an Samstag nechst nach sant lucyen tag des jars do man zalt
nach crists geburt Tusent vierhundert vnd im Nün vnd Sechtzigesten
Jare. (_16_. _December 1469_.)

Abschrift aus einem württembergischen Dienerbuch von 1460-1479 aus dem
k. Haus- und Staatsarchiv zu Stuttgart mit der Nummer G. 33.


II.

Hochgeborner herre herrn vͦlrich Graue zuͦ wirtemberg etc. Als ir
den fürsichtigen vnd wysen Burgermaister vnd râte der Stat Esselingen
vnd den iren ain vintschafft gesait hant vnd nu wir diß nachbenempten
Maister hainrich Stainhöwell doctor in der Ertznyg[12] Niclãs von
wyle Statschriber vnd felix hegnower substitut Mit vnsern wësen vnd
diensten by den selben von Esselingen vnsern lieben herrn vff dißmâl
begriffen sind Wöllent wissen ob wir in sölicher vechde[13] gegen úch
vnd den úwern úwern helffern vnd hëlffers hëlffern ietze fürnëmen vnd
tëten vͦch vnd den selben zuͦ schaden komende daz wir hier mit
gegen úch vnd inen vnser Er bewart haben wöllen. Mit vrkúnd diß briefs
mit vnsern Bitschitten[14] zuͦ ende der geschrifft hierin gedruckt
besigelt vnd geben vff mitwochen nach egiden (_3_. _Sept_). Anno 1449.

Originalbrief auf Papier im k. Haus- und Staatsarchiv zu Stuttgart. Mit
3 aufgedrückten Siegeln aus grünem Wachs.

       *       *       *       *       *

Herr Archivrath Dr. Stälin in Stuttgart hat auf mein Ersuchen die Güte
gehabt, Nachforschungen nach Schriftstücken, welche Niclas v. Wyle
betreffen, anstellen und mir die gefundenen, nun hier abgedruckten
zwei Stücke in Abschrift zugehen zu lassen. Es sei gestattet, ihm
hiefür, wie für seine sonstige liebenswürdige Auskunftsertheilung,
nochmals öffentlich ergebenen Dank auszusprechen.

Das erste der beiden Schriftstücke hat schon an sich Werth, insofern es
genauen Aufschluss gibt über die amtlichen und sonstigen Verhältnisse
eines fürstl. Kanzleibeamten im 15. Jahrh.; es gewinnt aber noch mehr
Werth dadurch, daß es sich auf Niclas von Wyle[15] bezieht. Aus diesem
Dokument erhellt unzweifelhaft, daß Niclas nicht erst 1470, wie man
bisher annahm, sondern schon 1469 in württemberg. Dienste getreten
ist; desgleichen, daß er nicht blos von dem Grafen Ulrich, sondern
auch von dessen ältestem, übrigens ziemlich wildem Sohne Eberhard[16]
in der gemeinschaftlichen Stuttgarter Kanzlei Anstellung erhielt. Ein
dritter Punkt empfängt leider nicht die erwünschte Aufklärung, die
eigentliche Stellung nämlich, welche Niclas in der württembergischen
Kanzlei einnahm. Allerwärts herrscht die Ansicht, Niclas sei von
1470 (resp. 1469) bis um das Jahr 1478 oder 1479 Kanzler des
Grafen Ulrich gewesen. Und für diese Annahme spricht auch die obige
Bestallungs-Urkunde, insoweit nach derselben einmal dem Niclas im Jahre
1469 das gräfliche Siegel anbefohlen wurde und dabei als die Personen
oder Behörden, ohne deren Zustimmung oder Veranlassung er das Siegel
nicht gebrauchen sollte, neben dem Grafen selbst nur der Landhofmeister
und der Rath (?) angeführt werden, aber nicht der Kanzler, und insofern
anderseits als Honorar für Niclas u. A. ein ganzes Drittel der
sämmtlichen Kanzlei-Einnahmen und ein Drittel der Einnahmen von dem
„Commissariat ehelicher Sachen“ bestimmt werden. Allein trotz alledem
dürfte wol die landläufige Meinung etwas zu modificieren sein.

Fällt es schon auf, daß in der Bestallung eine Ernennung Niclasens
zum „Kanzler“ nicht mit kurzen, klaren Worten ausgesprochen wird,
sondern nur seine Aufnahme in die Kanzlei, so erhält dieser verdächtige
Umstand erhöhte Bedeutung durch einen andern. In dem jüngsten der
württembergischen sogenannten Dienerbücher, welches E. v. Georgii
neuerdings veröffentlicht hat[17], findet sich, wie mir Hr. Dr.
Stälin auf meine Anfrage nach archivalischen Aufzeichnungen über die
Amts-Vorgänger und Nachfolger Niclasens freundlichst mitgetheilt hat,
folgendes Verzeichniß der württembergischen (Stuttgarter) Kanzler:
„1640-77 Johann Fünffer, Cantzler.... Ihne nennt Herr Ulricus bene
amatus de Württemberg 14. Oct. 1475 seinen Secretarium, war doch
Cantzler, war also Secretariat so viel als Geheimer Rath. 1476
Nicolaus von Wyle, Ulrici des Vielgeliebten Cantzler. Wappen: oben
ein beschloßner Helm, 2 Büffelshörner und auch ein Stern[18]. 1477
Augustin von Hauerstein. Unseres lieben Sohnes -- schribe Ulricus
comes de W. -- Cantzler. 1478 M. Bernhard Schöferlin, Dr. und Cantzler
ist von Mechthild Palatina [d. i. von der andern (Uracher) Linie des
württemb. Hauses] uff 5 Jahr auch zum Cantzler angenommen worden. Ihme
schrib 1479 Eberhardus barbatus: dem Ehrsamen wolgelerten unsern 1.
getr. Meister Bernhard Schüferlin doctor und Cantzler.“ [Es folgen die
Kanzler der 80er Jahre.]

Bietet nun auch das Dienerbuch leider bei seinen Zahlen öfter nicht
das Jahr der Ernennung der Kanzler, sondern nur das Jahr, in welchem
der Verfasser der betr. Eintragung dem Namen des betr. Kanzlers zum
ersten Male begegnet ist, so wird sich doch nicht leugnen lassen, daß
im Jahre 1469, dem Jahre der Bestallung Niclasens, Johann Fünfer der
gräflich Stuttgarter Beamte war, welcher den Titel Kanzler schlechthin
und zunächst führte. Auch Niclas selbst bezeugt dessen Kanzlerthum,
wenn er im Jahre 1462 als Esselinger Stadtschreiber die fünfte seiner
„Translationen“ „dem fürnemen wysen vnd milten mane herrn johansen
fünfer des hochgebornen... herrn graue vlrichs zu wirtemberg etc.
cantzler“ widmet[19]. Das Räthsel, vor dem wir nunmehr stehen, löst
sich leicht und hoffentlich richtig durch genauere Beachtung des
Titels, den sich Niclas selbst in seinen Translationen beilegt. In der
an den gräfl. Landhofmeister Georg von Absperg gerichteten Vorrede zu
diesem Werke nennt er sich nämlich „Niclas von wyle des hochgebornen
herrn herrn Ulrichs grauen... /minster/ cantzler.“ Da nun diese
Vorrede am 5. April 1478 zu Stuttgart geschrieben ist, vom Jahre
1460-77 aber Joh. Fünfer, 1478 ff. Bernh. Schöferlin als Ulrichs
Kanzler in dem Dienerbuch aufgeführt sind, so folgt, daß Ulrich zwei
Kanzler hatte, einen obersten und einen minsten (mindesten), und
/letzterer/ war eben seit 1469 Niclas v. Wyle.

Allerdings habe ich über dieses doppelte Kanzlerthum weder in
Sattlers, noch in Friedr. v. Stälins württembergischer Geschichte
etwas Näheres finden können; auch Hr. Archivar Stälin hat mir nichts
davon mitzutheilen vermocht, „da das Dienerbuch keine Anhaltspunkte
gibt und gerade über die in Frage kommende Zeit, was Beamtungen
betrifft, die Akten des Staatsarchivs noch sehr dürftig sind.“ Doch
darf man gewiß mit vollem Recht vom Jahre 1488 einen Rückschluß thun
auf die vorausgegangenen zwei Decennien. Im Jahre 1488 aber erscheint
in einem Aktenstücke zur Geschichte des Frauenklosters Kirchheim ein
„doctor ludwig ferg, brobst zu stutgart“ als „oberster Kanzler“ v.
Graf Eberhard d. Aelteren[20]. Nicht in Widerspruch zu unserm Ergebniß
steht es, wenn das Dienerbuch im Jahre 1476 Niclas v. Wyle schlechthin
als Kanzler Ulrichs verzeichnet. Niclas war wirklich Kanzler, nur eben
„minster Kanzler“, mag sich aber in den Schriftstücken vom Jahre 1476,
in welchen der Verfasser des Dienerbuches seinen Namen zum ersten Male
geschrieben fand, einfach Kanzler genannt oder die vices des obersten
Kanzlers verwaltet haben. So bliebe als Schwierigkeit nur noch der
Umstand, daß Niclas nach dem Bestallungsdekret als gemeinschaftlicher
Kanzler Ulrichs und seines Sohnes Eberhard d. J. angenommen worden
war, im Jahre 1477 aber letzterer nach dem Dienerbuche einen eigenen
Kanzler besaß. Allein, da nach Fr. v. Stälin (a. a. O. III, 596) gerade
im J. 1477 der in der üblen Aufführung und den Uebergriffen Eberhards
d. J. begründete Unfriede zwischen Vater und Sohn so gewachsen war,
daß sich Ulrich in diesem Jahre mit einer Beschwerde über seinen Sohn,
den er bereits an der Regierung hatte theilnehmen lassen, an den
Grafen Eberhard d. Ä. (barbatus, von der Uracher Linie) wandte[21], so
dürfte sich auch diese Schwierigkeit heben: im Jahre 1477 hatte eben
jeder der beiden Stuttgarter Grafen seine eigene Kanzlei, Eberhard
wahrscheinlich zur Dokumentierung seiner Unabhängigkeit vom väterlichen
Regiment. Wenn dann ferner am 9. Nov. 1478 Vater und Sohn sich wieder
einten und eine neue, von Eberhard d. Ä. zu Stande gebrachte Hofordnung
und einen neuen, von dem Prinzipe der Beschränkung in Ausgaben und
Beamten beherrschten Verwaltungsplan aufstellten, in diesem Jahre
aber Schöferlin als Kanzler im Dienerbuche verzeichnet wird, Niclas
dagegen (nach dem 5. April 1478, dem Datum der Translationen) aus der
Geschichte verschwindet, so hätten wir in dieses Jahr entweder seinen,
durch die Verwaltungsänderung bedingten Abschied, oder seinen Tod zu
verlegen. Für Letzteres möchte ich mich um deswillen entscheiden, weil
Niclas, der bei seiner Bestallung für seine Lebenszeit als Kanzler
angenommen worden war, im Jahre 1478 nicht einmal bei seiner großen
Gönnerin, der Pfalzgräfin, resp. Herzogin Mechthild[22] als Kanzler
erscheint, sondern Schöferlin mit installiert wird. Bestimmteres
über das Jahr des Todes Niclasens, für welches man gewöhnlich das
Jahr 1479 ansieht, kann zur Zeit nicht angegeben werden; es hat sich
bedauerlicherweise ebensowenig im Stuttgarter Staatsarchive auffinden
lassen, wie Berichte oder Notizen, welche über die Amtsthätigkeit von
Niclas als minstem Kanzler Ulrichs einiges Licht verbreiten könnten;
nur ein dem früheren Leben des Mannes angehöriger Originalbrief, der
oben unter II. abgedruckt steht.

Auch dieser beansprucht unser Interesse, indem er zweierlei, was man
bisher nur vermuthete[23], zur Gewißheit erhebt: a) daß Niclas v. Wyle
schon 1449 als Stadtschreiber zu Eßlingen angestellt war, und b) daß er
hier in engerer Beziehung stand zu Heinr. Steinhöwel.[24]

Vielleicht regt Vorstehendes diesen oder jenen Freund unserer
Nationalliteratur zu erneuten Nachforschungen über die beiden
verdienstvollen Männer an, von denen, mit Lessing zu reden, unsere
gedruckte Literatur anfängt. Es ist ja noch mancher dunkle Punkt in
ihrem Leben und Wirken.

Das gilt z. B. von dem Nürnberger Aufenthalte Niclasens (um 1444-48).
Hr. Dr. Frommann, der im germ. Museum und im kgl. Kreisarchive
zu Nürnberg Nachforschungen veranstaltet hat, konnte über diesen
Aufenthalt leider nichts erkunden.

  /Plauen./                /Joh. Müller./

FUSSNOTEN:

[1: /nützit/, (schwäb.) nichts, aus älterem /nihtesiht/ = _nihtes niht_
entstanden. Schmeller I, 1790. 30.]

[2: gelange, gereiche.]

[3: Die Kanzlei, welche damals in Württemberg als höchste Verwaltungs-
und Gerichtsbehörde (namentlich für Streitigkeiten des Adels) bestand,
und neben welcher nach Fr. v. Stälin erst um 1475 (nach Sattler V, 120
schon i. J. 1460) für gewisse Zweige der Rechtspflege ein wesentlich
mit Rechts-Doctoren besetztes Hofgericht eingerichtet wurde, setzte
sich, so viel man bis jetzt weiß, zusammen aus dem Landhofmeister,
dem Kanzler und einer Anzahl von Räthen. Der Landhofmeister hatte
die Aufsicht und das Präsidium und war mit dem Kanzler immer in der
Kanzlei, bei Hofe. Die Räthe, meist höhere geistliche Herren, ließen
sich dagegen nur zu Diensten gebrauchen, wenn man sie erforderte.
Doch hatte der Hofmeister stets einige Räthe um sich. Vgl. Christ.
Friedr. Sattler, Gesch. d. Herzogth. Würtenberg unter der Regierung
der Graven; V. Bd. (Ulm 1768), S. 103. 105. 115. Christ. Friedr. v.
Stälin, Wirtembergische Gesch. III. Bd. (Stuttgart 1856), S. 735. --
Einen in mancher Beziehung der obigen Bestallung ähnlichen Eid des
Landhofmeisters Dietrich v. Weyler v. 1381 siehe bei Sattler V, 116.
Dem Landhofmeister Dr. jur. Georg Absperg widmete Niclas v. Wyle die
Sammlung seiner Translationen.]

[4: abwehren, verhüten.]

[5: die Weile, so lange als.]

[6: ohne böse Absicht, ohne Arglist. Vgl. unten: /one geverde/.]

[7: sonst.]

[8: irgend welcher.]

[9: tauglich, tüchtig, gültig.]

[10: höchstem.]

[11: gedeihe, zufalle.]

[12: Arznei.]

[13: Fehde.]

[14: Petschaft.]

[15: Geb. im 1. Viertel d. 15. Jahrh. zu Bremgarten i. d. Schweiz,
zunächst Schulmeister in Zürich und Freund des eben so edlen als
unglücklichen Felix Hemmerlein; 1445-47 (?) Stadtschreiber zu Nürnberg
und in näherer Beziehung zu dem Stadtsyndicus, dem vortrefflichen
Gregor Heimburg (dem Schöpfer der deutschen Rhetorik, „dem bürgerlichen
Luther vor Luther“); 1449-1469 Stadtschreiber zu Eßlingen und privatim
(wie schon in Nürnberg) Lehrer junger Leute in der deutschen Stilistik
und Orthographie (und Interpunktion); 1469-1478 (s. oben) zweiter
(s. oben) Kanzler des Grafen Ulrich V. des Vielgeliebten und „an den
schwäbischen Höfen wie heimisch“; in brieflichem und persönlichem
Verkehr mit Erzherzogin Mechthild von Oesterreich, mit dem großen
Humanisten Aeneas Sylvius (nachmals Papst Pius II.) u. a. bedeutenden
Personen seiner Zeit; erster Herausgeber der wichtigen Briefe von
Aeneas Sylvius; Uebersetzer einer Reihe lat. Schriften, besonders
novellen- und romanartiger Erzählungen, und dadurch ein wesentlicher
Förderer des Humanismus in der deutschen Prosa.

Ueber sein Leben vgl. besonders Heinr. Kurz, Niclasens v. Wyle 10.
Translation. Aarau 1853. Ueber s. Translationen s. die neue Ausg. von
Adelbert v. Keller, 57. Publik. d. liter. Vereins, Stuttgart 1861
(bes. S. 365 ff.); Cleß, Versuch einer kirchl.-polit. Landes- u.
Culturgesch. v. Würtemberg II, 2, S. 771 ff., Chr. Friedr. v. Stälin,
Wirtemb. Gesch. III (Stuttg. 1856), S. 765 f. Ueber s. Orthographie-
u. Interpunktionsregeln s. meine Quellenschriften zur Geschichte des
deutschsprachlichen Unterrichts (Gotha, Thienemann; unter der Presse.)]

[16: Ulrich V., bene amatus, geb. 1413, seit 1433 Mitregent seines
Bruders Ludwig, dann, seit der Theilung der Grafschaft Württemberg
in einen Stuttgarter u. Uracher Theil, 1442 Herr des Stuttgarter
oder Neifener Theils bis 8. Jan. 1480. († 1. Sept. 1480.) Bei seinem
Rücktritt von der Regierung übergab er sein Land seinem Sohne Eberhard
d. J. (geb. 1447). Im Decbr. 1482 überließ dieser es seinem Vetter,
dem Grafen Eberhard d. Ä. „im Bart“, der nun Alleinherr der ganzen
Grafschaft wurde (seit 1457 Herr des Uracher Theils), 1495 Herzog, †
1496. Vgl. Fr. v. Stälin a. a. O. III, 441, 457 ff. 555 f. 596 ff. 639.
645.]

[17: Fürstlich Württembergisch Dienerbuch vom IX. bis zum XIX. Jahrh.
Herausg. v. Eberh. Emil v. Georgii Georgenau (Stuttgart 1877), S. 14.]

[18: Vergl. die Abbildung des Wappens in H. Kurz, Gesch. d. deutsch.
Lit. I (6. Aufl. Leipzig 1873), S. 747, wonach Niclas v. Wyle auch drei
Sterne im Wappenschilde führte.]

[19: Vgl. Ad. v. Keller, Niclas v. W. Translationen, S. 113 f.]

[20: Sattler, a. a. O. V, 273.]

[21: Fr. v. Stälin, a. a. O. III, 596.]

[22: Fr. v. Stälin III, 763 f. u. 758.]

[23: Ad. v. Keller, Decameron v. Heinr. Steinhöwel (51. Publ. d.
lit. Vereins. Stuttgart 1860), S. 675. H. Kurz, Nicl. v. Wyle, 10.
Translat., S. 5.]

[24: Vgl. über diesen A. v. Keller an dem, Note 22 angeg. O., S. 574
ff. u. Pfeiffer-Bartsch’s Germania, 14. Jahrg. (neue Reihe 2. Jahrg.)
1869, S. 411 f.]



Ein Buntdruck aus dem 14. Jahrhundert.


Im St. Georgs-Hospital am Harz befindet sich unter einigen anderen
Denkmälern der Vergangenheit eine alte Stola, welche aus einem
Stück grober Leinwand gefertigt ist, die ursprünglich offenbar für
einen anderen Zweck bestimmt war. Der geringe Werth des Stoffes
deutet darauf hin, auf wie untergeordnetem Boden des Gewerbsbetriebes
dieses kirchliche Gewandstück entstanden ist. Doch war dieser
offenbar Anlaß, daß ein Verfahren der Ausschmückung gewählt wurde,
welches es interessanter macht, als manches ähnliche, weit kostbarer
ausgestattete. Die Leinwand ist nämlich durch Buntdruck gemustert und
zwar in folgender Weise: Inmitten befindet sich ein breiter, schwarzer
Streifen, in welchem ein gerader, weißer Stab hinaufsteigt, dessen
Kanten an beiden Seiten von schwarzen Linien im Innern des Stabes
begleitet werden. In regelmäßigen Abständen setzt der Stab Knoten
an, welche um schwarze, ovale Felder rechts und links gleichmäßig
hervortreten. Ueber diesen zweigen sich symmetrisch kurze, gebogene
Aeste mit hängenden, lilienförmigen Blumen ab, deren Kelch, soweit sich
noch erkennen läßt, abwechselnd eine weiße, rothe und gelbe Färbung
zeigt. Gleichzeitig setzen sich zu mehrer Belebung der schwarzen
Fläche kleine Kleeblätter an die Aeste an, während zu selbem Zwecke
von den Außenrändern des Streifens weiße, kleine Kugeln an dünnen
Stielen nach innen vorschießen. In kräftigem Rothbraun ausgeführt,
begleitet den mittleren Streifen rechts und links ein Rankenwerk mit
Blättern, Blumen und eingeflochtenen Löwen. Diese letzteren nun, wie
die Blumen an den Ranken, erinnern so sehr an ähnliche Zeichnungen auf
den bekannten maurischen Geweben aus dem 13. u. 14. Jhdt., daß ein
Zusammenhang zwischen beiden sofort in die Augen springt und auch die
Entstehungszeit unseres Druckes nicht zweifelhaft sein kann, -- um
so mehr, als die Blätter die ebenso bekannte Form der ins Romanische
übersetzten griechischen Palmette zeigen.

Man hält am Orte der Aufbewahrung dieses merkwürdigen Denkmales dafür,
daß dessen Ornamentierung durch die Schablone hervorgebracht sei.
Ein Blick auf den Gegenstand selbst überzeugt aber, daß dieses nicht
möglich war, da manche deckende Stücke, wie die Augen der Löwen, ganz
ohne Halt und andere so schwach verbunden hätten sein müssen, daß sie
beim Ueberfahren mit dem Pinsel sich sogleich würden verbogen haben.
Wir haben ohne Zweifel einen Druck vor uns, wol den ältesten bekannten,
der im Occident gefertigt worden.

  /Dresden./                /A. von Eye./



Hausordnung für die 12 Chorschüler in der Spitalschule zu Nürnberg vom
Jahre 1343.


Item do hebt sich der korschuler regel an.

Nota. der probst[25] sol der korschuler regel alle samstag fruͤe
zu tisch lazzen lesen den wochner vnd der probst sol gar eben dorauf
merken. welher der regeln niht enhelt[26] den sol er dorvͤmb
straffen vnd puͤzzen[27] vnd wer daz,[28] daz dheiner[29] wider die
puzz redt, daz sol der probst dem custer vnd dem spitalmeister sagen
bey den trewen, die er in dorvͤmb geben hat. die mügen den selben
schuler dorvͤmb verkeren,[30] ob sie wellen.

[Randbemerkung: trew]

Sie süllen gehorsam all sein dem obersten priester vnd irm probst vnd
dar nach dem schulmaister, daz sie den geloben gehorsam zu sein an der
lernung vnd an andern redlichen sachen vnd sunderlich in die schul zu
gen als verr[31] sie mügen vor ire tagczeit on geuerde[32]. vnd der
schulmaister sol sie v̈mb sust lernen[33] vnd daz ist darümb gemacht
daz frum gaistlich leut gezogen werden, daz sie zu grozzerm gotz dinst
kumen mügen vnd dor vmb gibt im der spitalmaister alle cottemmer[34]
zwen güldein vnd dar zu süllen sie allzeit eins pflegers vnd der burger
gut hilf haben vnd sie süllen darzu fördern.

[Randbemerkung: trew]

Dar nach daz ir dheiner[35] auz dem spital gee des nahtes als lieb im
sein pfruͤnt sey[36] vnd auz[37] dem slafhaus in dem spital süllen
sie niht ligen on vrlaub des obersten pristers vnd eines probsts vnd
süllen auch allweg vor nahts in dem spital in irem slafhaus sein vnd
welcher das prech,[38] den möht man dar vmb verkeren.

[Randbemerkung: trew]

Dar nach daz sie keusch vnd rain sein, die weil[39] sie in des spitals
dinst sein oder man mag aber sie dor vmb verkern.

Es sol auch der schuler dheiner vor ezzens vnd vor uesper piz nach
complet[40] in die kirchen niht gen on korroͤklein vnd daz sol der
custer vnd probst auf ir gewizzen rugen vnd welcher daz prech, der
sol[41] dem custer oder dem probst ye als (er) daz prech sechs haller.
vnter singens sol dhein korschuler auz der kirchen niht gen on vrlaub
des probsts.

Vnd den siechen[42] suͤlln sie getrew sein iren schaden zu wenden
vnd irn frumen zu fodern[43] als verr sie mugen on geuerde.

So sol auch dheiner von dem spital varn, er hab denn sein pfruͤnt
verdinet, ez sey an gewand vnd pfennigen piz auf die nehsten
goltvasten, die man im ie für geben[44] hat.

Sie süllen auch all mit einander gen von irm slofhaus die siben
tagzceit all mit einer processen ye zwen mit einander, daz ir einer
fuͤr den andern niht lauffen noch gen gen [!] sol. Sie suͤllen
auch all ir korroͤklein anhaben. wer daz prech, den sol der probst
aber pfenden vmb sehs haller. Wer auch ob ir ainer verslief oder seiner
tagzeit ein viertail versaumt on vrlaub dez probsts oder laut redet
oder sprüng oder dheinen sleht, rauffet oder wirfet mit kussen oder mit
schuͦhen in der kamern et cetera, den sol er aber pfenden fuͤr
sechs haller.

Sie süllen auch all montag vor der selmesse mit der processen gen mit
dem creucz vnd mit dem weihwazzer vnd mit dem rauchfazz vͤber den
kirchoff vͤber die toten, als gewonlich ist.

Vnd suͤllen auch mit einander zu pett, zu tisch gen vnd suͤllen
auch iren tischsegen vor vnd auch nach sprechen stend vnd niht siczend
vnd auz dem spital niht ezzen on des probsts vrlaub pey sechs hallern.

Sie suͤllen auch vnter in[45] halten wochen, daz ye zwen zu tisch
lesen vnd dinen all nach einander und suͤllen all stillsweigen, wenn
man zu tisch list vnd allwegen als lang lesen vncz[46] auf daz gracias.

Sie suͤllen allnaht mit den pristern gen mit einer gesungen antiphon
vnd zwein prinnenden kerczen, fuͤr welchen altar man sie heizzet gen
nach der complet.

Vnd suͤllen dez Stifters jarczeit begin,[47] als in dem puch
geschriben stet ffolij --. Auch suͤllen sie sich all zwelff
berichten an dem antlaz tag vnd die mandat[48] suͤllen sie begin,
als in dem puch geschriben stet.

Suͤllen den karfreitag begin, als in dem puch geschriben stet ffolij.

Sie suͤllen sich auch berichten[49] an dem cristag vnd suͤllen
an dem obent vor vnsers hern leichnam einen ganczen salter[50] lesen
dor v̈mb gibt man yeclichem einen schilling haller als vor geschriben
stet, daz tut zwelf schilling haller.

Am suntag post corporis Christi suͤllen sie mit der processen gen
vnd allez daz tun vnd gehorsam sein, als in dem puch geschriben stet
ffolij.

Vnd suͤllen auch allen den priestern beholfen sein all jarczeit zu
berihten vnd begin, als in dem puch geschriben stet.

Avch sol der custer vnd der probst die korschuler dor zu halten, daz
sie ir tonsur pfefflichen halten vnd suͤllen in niht keins langen
hars vnd der engen schoͤppf[51] vnd dez gewunten[52] hars gestaten.
welcher daz vͦber vert vnd dez niht stet helt, so sol der custer
oder der probst von idem tag von in nemen sechs haller.

  /Döbeln./                /W. Loose./

FUSSNOTEN:

[25: Ein älterer Schüler, welcher die Aufsicht über die andern führte.]

[26: nicht hält; en- mittelhochd. Negationspartikel.]

[27: büßen.]

[28: wäre das, daß..., im Falle, daß...]

[29: irgend einer.]

[30: fortjagen, entlassen, Lexer III, 141.]

[31: so fern, so viel, in so weit.]

[32: ohne Gefährdung für den Gesang der Schüler zu den sieben
canonischen Horen = Tagzeiten.]

[33: lehren.]

[34: Quatember.]

[35: keiner.]

[36: bei Verlust seiner Pfr.]

[37: außer, außerhalb.]

[38: überträte.]

[39: so lange, während.]

[40: die letzte canonische Hora.]

[41: ist schuldig (zu geben).]

[42: die Kranken im neuen Spital.]

[43: fördern. Einem den Schaden warnen (wenden) und Frummen fördern,
(Eidesformel); Schmeller II, 1002.]

[44: vorausgegeben.]

[45: unter sich.]

[46: bis.]

[47: Jahrestag (des Todes) begehen, feiern.]

[48: die Fußwaschung am grünen Donnerstag (Antlaßtag = Ablaßtag) nach
den Worten Christi: mandatum do hoc vobis. Lexer, 1, 2024.]

[49: sich in den gehörigen Stand bringen, sich vorbereiten. Lexer 1,
191.]

[50: Psalter.]

[51: Haare oben auf dem Kopfe (Zopf). Lexer II, 771.]

[52: gewunden, geflochten.]


(Schluß folgt.)



Der Silberfund zu Meldorf.

Ein Beitrag zur Geschichte der Kleidung im Anfang des 15. Jahrhunderts.


In den Jahren 1870, 71 und 75 erwarb das Schleswig-Holsteinische
Museum vaterländischer Alterthümer nach und nach die Bestandtheile
eines Silberfundes, der aus dem Fundament eines alten Hauses in der
/Westarstraße/ zu /Meldorf/ (Kreis Süder-Dithmarschen) erhoben ist. Die
Sachen lagen in einer viereckigen Ofenkachel, nämlich:

A. Ein 17-18 mm. hohes, silbernes Bildchen der heiligen Jungfrau mit
dem Christkinde, vergoldet, von getriebener Arbeit; auf der Rückseite
ist ein kastenartiges Behältniß angelöthet, das zur Aufbewahrung einer
kleinen Reliquie gedient haben wird. In einem ausgebrochenen Loch an
der Rückwand dürfte ein Stift, Knopf oder Haken gesessen haben, mit dem
das Reliquarium befestigt oder angehängt wurde.

B. Eine ringförmige, silberne Gewandnadel von ca. 6 cm. äußerem und 4
cm. innerem Durchmesser, die von dem Finder sofort zusammengedrückt
und in drei Stücke, die eigentliche Nadel außerdem in zwei Stücke
zerbrochen ward. Die Fibula besteht aus einem ca. 1 cm. breiten
und 1 mm. dicken Silberbande, welches oben von beiden Seiten zu
einem schmalen Riegel, an dem die Nadel hängt, eingekerbt ist und
sich nach dem horizontalen Durchmesser hin beiderseits abschmälert;
hier stehen einander gegenüber zwei ringförmige Erhöhungen von 15
mm. Weite, ungefähr in der Form eines halbwegs durch eine Schnalle
gezogenen Riemens. An diesen beiden Stellen sind Spuren von Vergoldung;
dagegen zeigt das Silberband auf nielliertem Grunde Ständerkreuze und
Mönchsbuchstaben, die allem Anschein nach nur als Ornament dienen,
wenn sie nicht etwa als eine verwilderte Nachahmung des auf ähnlichen
Ringfibeln öfter vorkommenden Spruchs /Ave Maria/ anzusehen sind;
und zwar steht auf den beiden oberen Vierteln ✠AV -- MA ✠, auf der
unteren Hälfte ✠ A[Symbol: stilisiertes M]MM ✠. Hier und da ist das
zweite Zeichen der Buchstabenreihe (ein N? und ein M) von abweichender,
mehr gerundeter Form.

C. Eine zweite ringförmige, silberne Gewandnadel von ca. 7-1/2 cm.
äußerem Durchmesser, welche der Finder gleichfalls sofort in viele
Stücke zerbrach, die leider nicht alle wieder herbeigeschafft sind. Die
Fibula ist aus vier etwa gleich großen Bestandtheilen zusammengesetzt;
zwei in Form eines gewundenen Draths von ca. 5 mm. Durchmesser wechseln
ab mit zwei bandförmigen, ca. 1 cm. breiten und 1 mm. dicken Stücken,
welche (wie bei B) auf nielliertem Grunde ein Ständerkreuz und mehrere
Buchstaben zeigen. Wo die vier Stücke in einander übergehen, sind
(vier) erhaben gewölbte, durchbrochene Rosetten aufgelöthet, welche
ebenso wie der gewundene Drath vergoldet gewesen sein dürften. Auf
dem behufs der Nadel eingekerbten, bandförmigen Stück liest man MA --
✠ A (ein schlecht geformtes A), auf dem anderen
nach drei ganz verwilderten Buchstaben MA. Im Ganzen sind die Zeichen
und auch die Niellierung hier weniger sorgfältig und hübsch ausgeführt
als auf der vorigen Ringfibula.

D. Der silberne Besatz von der Vorderseite eines Wammses, aus fünfzehn
Stücken bestehend, von denen immer ein Schild und zwei Thierfiguren
zusammengehören. „Damals (im 14. Jahrhundert auf der schwedischen
Insel Gotland)“, so berichtet nach Funden aus jener Periode Dr.
Hans Hildebrand[53], „verbargen die Haken und Oesen sich nicht, wie
heutzutage, anspruchslos unter den Rändern der Kleidung, sondern
waren oben aufgenäht und zeichneten sich im allgemeinen durch ihre
zierliche Ausstattung aus, mit Löwen- und Adlerfiguren zur Seite, mit
Wappenbildern oder mystischen Darstellungen auf dem Mittelstücke.“
Ebendieselbe Mode findet sich hier in Dithmarschen wieder. Es liegen
vor:

  1-4) vier resp. 21, 25 und (zwei) 27 mm. hohe, oben 19, 22 und
  (zwei) 25 mm. breite, dreieckige silberne Schilde, welche mit Niello
  ausgelegt sind und eine heraldische Lilie zeigen. Bei den drei
  größeren Schildchen ist je ein Loch in der einen Oberecke zum Behuf
  des Aufnähens durchgebohrt.

  5) ein dreieckiger, 42 mm. hoher und oben 37 mm. breiter silberner
  Schild mit geperlter Einfassung, worauf ein heraldischer, nach rechts
  gewendeter Löwe mit der Punze ausgetrieben ist; vergoldet.

  6) ein nach links gewendeter heraldischer Greif, hoch 25 mm. von
  massivem Silber gegossen; mit geringen Spuren früherer Vergoldung und
  einem durchgebohrten Loche.

  7-14) fünf nach rechts und drei nach links gewendete heraldische
  Löwenfiguren, ca. 3 cm. hoch, aus vergoldetem Silberblech, welche
  mit einer nach dem Muster des Löwenschildleins roh geschnittenen
  Punze ungeschickt ausgetrieben sind. Auch sind die Figuren nicht
  ordentlich ausgeschnitten, sondern nur Löcher zum Behuf des Aufnähens
  durchgeschlagen.

  15) eine desgl. etwas kleinere, nach links gewendete Figur, welche
  eher dem Greifen nachgebildet zu scheint.

Das betr. Wamms wurde also fünfmal zugehakt; doch ist von den
eigentlichen Haken und Oesen, welche sich unter den Schilden und
Thierfiguren verbargen, nichts mehr vorhanden.

E. Auch die folgenden Stücke waren offenbar bestimmt, als Schmuck auf
die Kleidung aufgenäht zu werden, nämlich:

28 kreisförmige, flach gewölbte Flitter von ganz dünnem Silberblech,
ca. 1 cm im Durchmesser, jede mit zwei durchgeschlagenen Löchern,

und 14 silberne Münzen, gleichfalls jede mit zwei durchgeschlagenen
Löchern; dieselben sind vergoldet, aber stark von Rost angegriffen.
Darunter befinden sich:

  1) eine Münze, 17 mm. im Durchmesser. Av. Ein Bischof, stehend
  zwischen zwei Hirtenstäben. Rev. Kopf mit Perlendiadem, von vorne;
  darunter ein etwas gekrümmter Rost (oder Leiter);

  2) ein Gros-Tournois des Königs Philipp des Schönen von Frankreich;

  3) ein Canterbury Pfenning-Sterling des Königs Eduard von England;

  4-10) sieben Lübecker Wittenpenninge, auf dem Av. der Reichsadler,
  auf dem Rev. ein Kreuz, in dessen Mitte eine vierblattförmige
  Oeffnung, worin, mindestens bei zwei Exemplaren, ein Punkt steht.
  (Geprägt in den J. 1373-79);

  11) ein Kieler Wittenpenning, mit ähnlichem Kreuz auf dem Revers;

  12. 13) zwei Lübecker Wittenpenninge, welche auf beiden Seiten im
  Perlenkreise einen Schild mit dem Doppeladler zeigen und nach 1410
  geprägt sind. In dieselbe Periode gehört auch:

  14) Ein Rostocker Wittenpenning. Av. (Stern oder Kleeblatt?) MONETA
  ROSTOKAE; Greif im Perlenkreise. Rev. Durchgehendes, schmales Kreuz
  mit einem kleinen Greifen im rechten Oberwinkel; außerhalb des
  Perlenkreises die eingetheilte Umschrift: (Stern) AIV -- ITAS -- MAG
  -- NOP (Vgl. Evers: „Meklenburgische Münzverfassung“ Theil II, S.
  391.)


F. Drei getriebene, runde Perlen, 12 mm. im Durchmesser, welche aus
einer oberen und einer unteren Hälfte zusammengelöthet und oben und
unten mit einem Oehr versehen sind. Die Oberfläche der Perlen ist
durch sechs senkrechte Furchen in sechs Felder eingetheilt, von denen
abwechselnd drei glatt, die andern drei aber mit kleinem perlförmigen
Buckeln verziert sind. An zwei Perlen hängt je ein 17 mm. langer, bis
8 mm. breiter, blattförmiger Hängezierrath, auf dem mit eingegrabenen
Strichen die Aderung eines Blattes angedeutet ist. Von Silberblech,
vergoldet.

Endlich die Hälfte einer ähnlichen Perle von vergoldetem Silberblech,
welche mit drei kleeblattförmigen Ausschnitten verziert und gleichfalls
mit einem Oehr versehen ist.

Da das Alter des Fundes durch die schon beschriebenen Münzen
bestimmt wird -- derselbe kann nicht wohl früher als um das Jahr
1415 niedergelegt sein --, so möchte ich zum Schluß nur darauf
hinweisen, daß unter all diesen Schmucksachen durchaus keine Spur von
Filigranarbeit vorkommt. Danach erscheint es mir vorläufig noch allzu
gewagt, daß man anderseits[54] einen ununterbrochenen Zusammenhang
zwischen der heimatlichen (baltischen) Silberfiligran-Industrie der
Neuzeit und dem orientalischen Silberschmuck des sog. jüngeren
Eisenalters hat annehmen wollen.

  /Kiel./                /Heinr. Handelmann./

FUSSNOTEN:

[53: Im II. Theil der illustrierten „Sveriges historia“, S. 57 u.
Fig. 58-60. Insbesondere Fig. 59 zeigt einen dreieckigen, von zwei
aufgerichteten Löwen gehaltenen Schild, worauf ein Pelikan, der sich
die Brust aufreißt, dargestellt ist. Dieser Schild verbirgt den
eigentlichen Verschluß.]

[54: J. Mestorf: Die vaterländischen Alterthümer Schleswig-Holsteins,
S. 22.]



Zwei Inschriften in Prag.


Es dürfte vielleicht von Interesse sein, den Inhalt der beiden, im
Treppenhause des böhm. Landesmuseums befindlichen Steintafeln kennen
zu lernen, der sich auf die Verkündigung der Baseler Compactaten in
der bestandenen Fronleichnamskirche auf dem jetzigen Karlsplatze in
Prag-Neustadt bezieht. Diese Kirche ward in der zweiten Hälfte des
14. Jahrhunderts in Gestalt eines sechseckigen Sternes erbaut und
diente bis 1437 zur Ausstellung der Reichsheiligthümer, zu welchem
feierlichen Akte immer eine zahlreiche Menge aus nah und ferne
zusammenströmte. -- Die letzte Ausstellung derselben, 12. April 1437,
erhielt dadurch noch eine besondere Bedeutung, daß Kaiser Sigmund und
Philibert, Bischof von Konstanz, Administrator des Prager Erzbisthums,
Legat des Concils zu Basel, in Gegenwart der Stände Böhmens und einer
unabsehbaren Menge hohen und niederen Standes in dieser Kapelle
der ganzen Welt verkündeten, die Utraquisten seien wahre Söhne der
Kirche. -- Die beiden in Rede stehenden Steintafeln hatten den
Zweck, diese hochbedeutsame Kundgebung, welche eine Periode voll der
blutigsten Gräuel zum Abschluß brachte, der Mit- und Nachwelt zum
ewigen Gedächtniß aufzubewahren. Die beiden Tafeln wurden kurz darauf
verfertigt und die mit dem böhmischen Texte gegen Osten, über dem
Fenster, die mit dem lateinischen Inhalt über einer Seitenthüre gegen
Süden eingemauert. Die böhmische Inschrift lautet:

„Leta MCCCCXXXVII z Rozkazanie Cziesarze Zigmunda a Legatuow
Basileyskych w tomto kostele ohlasseno Czesky Latinie Uhersky a
Niemecky zze Czechowé a Morawane Tielo Bozie a Krew pod dwogi zpuosobu
przigimagic gsu wierni křestiane a prawi synowé cierkwe,“ d. h. im
J. 1437 ist auf Befehl des Kaisers Sigmund und der Baseler Abgeordneten
in dieser Kirche böhmisch, lateinisch, ungarisch und deutsch verkündet
worden, daß die Böhmen und Mährer, die den Leib Gottes und das Blut
unter beiderlei Gestalten empfangen, rechtgläubige Christen und wahre
Söhne der Kirche sind. Der lateinische Text lautet:

  Anno dni MCCCCXXXVII feria VI. ante Tiburcii
  Cesaris officio cum legatis Sigismundi
  Lingwis hic quatuor sincera fides sacramenti
  Bina sub specie mundo claruit sat aperte
  Et sunt Katholici Christi calice potientes.

Von da an wurde in der Kirche regelmäßiger Gottesdienst gehalten und
das Abendmahl unter beiden Gestalten gespendet, bis nach der Schlacht
am weißen Berge die Reaktion eintrat und Kaiser Ferdinand dieselbe
1628 den Jesuiten einräumte, die gleich darauf die gegenüberliegende,
prächtige Ignatiuskirche und das jetzt als Garnisonsspital dienende
großartige Ordenshaus erbauten. In dem Besitze derselben blieb die
Fronleichnamskapelle bis zur Aufhebung des Ordens unter Maria Theresia
1773. -- Von da an nicht mehr zu gottesdienstlichen Handlungen benützt,
wurde sie 1784 als Passagehinderniß, da sie sich mitten auf dem
Karlsplatze befand, gesperrt und dem Prager Bürger Wenzel Sieber um 902
fl. verkauft. Dieser begann sofort mit der Demolierung, da er aber bei
seinem kurz darauf erfolgten Tode kaum die Hälfte des Kaufschillings
erlegt hatte, wurde sie 1791 nochmals feilgeboten und vom Stadtrath
Adelbert Eisner Ritter v. Eisenstein erstanden, der sie vollends
niederreißen ließ. Die beiden Steintafeln wurden der böhmischen
Gesellschaft der Wissenschaften zur Aufbewahrung übergeben, die sie am
Eingange der Universitätsbibliothek aufstellen ließ. Da sie jedoch an
diesem Orte leicht Beschädigungen ausgesetzt waren, wurden sie erst im
Sitzungssaale dieser Gesellschaft im Carolinum (Universitätsgebäude)
eingemauert, und als das böhmische Museum 1845 eine Stätte im ehemals
gräfl. Jos. Nostiz’schen Palaste am Graben fand, wurden diese
altehrwürdigen Zeugen einer der wichtigsten Epochen in der böhmischen
Geschichte dorthin übertragen und im Treppenhause befestigt.

  /Prag./                /Bruno Bischoff./



Eine lateinische Komödie aus dem 15. Jahrhundert.


Die in Nr. 6 des Anzeigers v. J. besprochene „Cauteraria
Comoedia“ findet sich auch in der Handschrift Nr. 3123 der Wiener
Hofbibliothek[55], über deren sonstigen reichen, durchaus dem Kreise
der humanistischen Studien angehörigen Inhalt die Tabulae codicum
Vindob. II, 206 Auskunft geben. Wir gewinnen aus dieser Wiener
Handschrift zunächst einigen Aufschluß über den Verfasser; ob einen
zuverläßigen, müßte freilich erst durch weitere Nachforschungen
dargethan werden. Das Stück führt nämlich (Bl. 108a) die Ueberschrift:
„Anthonii Barzicii Cauteraria Comedia incipit“ und endet Bl. 129a mit
den Worten: „Finit Cauteriaria (_sic!_) Comedia foeliciter Anthoni
buzarij. Georgius Schilher de Geiselhering.“ Darf man der Angabe in der
Aufschrift trauen, so wäre dieser, meines Wissens nirgends erwähnte,
Antonius Buzarius ein Angehöriger der berühmten Gelehrtenfamilie der
Barzizier gewesen, welche noch bis zu Anfang des vorigen Jahrhunderts
Sprossen trieb; s. Tiraboschi VI, 663; 1493 ff. und Adelungs
Fortsetzung zum Jöcher I, 1483.

Der Schreiber der Wiener Handschrift, Georg Schilher von Geiselhöring,
-- kaum wol /eine/ Person mit dem bekannten Meistersänger Jörg
Schilher, -- nennt sich noch unter mehreren anderen Stücken, einmal
(Bl. 164 a) mit dem Beisatze: „In studio Ingolsta(diensi)“. Dies
ist entscheidend für die Bestimmung des Alters der Handschrift. Die
Universität Ingolstadt wurde im J. 1472 gegründet, doch erst im J. 1492
wurde durch die Berufung des Conrad Celtes den humanistischen Studien
auch dort Bahn gebrochen. In diese Zeit also, in das letzte Jahrzehent
des 15. Jahrhunderts, möchte ich die Entstehung der Wiener Handschrift
setzen. Paläographische Gründe sprechen nicht dagegen. Schilher scheint
mir mit seinen sauberen, breiten, aufrecht stehenden Buchstaben sich an
die italienischen Muster der Zeit zu lehnen. Andere Hände, die an dem
Codex thätig gewesen sind, weisen ebenfalls an den Schluß des 15. und
den Anfang des 16. Jahrhunderts. Auch der Einband ist aus dieser Zeit.

Der Magister Ambrosius Alantsee, von welchem die Maihinger Handschrift
herrührt, ist wol derselbe, dessen Th. Petreius in seiner Bibliotheca
Cartusiana (Colon. 1609) S. 7 mit folgenden Worten gedenkt: „Ambrosius
Alentsenius scripsit librum vel Tractatum, qui intitulatur Foedus
Christianum: quem Auguste Vindelicorum an. 1504. in 4. impressum,
adseruat bibliotheca Cartusiae Buxianae propè Memmingam celebre
Sueuorum oppidum. Fuit vero Prior domus horti Christi, et Visitator
Prouinciae Alemanie inferioris“. Dazu am Rande: „Obijt in Germania anno
1506“. Die Kartause Hortus Christi bei Nördlingen war eine Stiftung der
Grafen von Oettingen; s. Miraeus, Origines Cartusianorum monasteriorum,
S. 51.

Auf die Verwandtschaft dieses Ambrosius Alantsee mit der Wiener
Buchdruckerfamilie gleiches Namens hat bereits Dr. Hartmann von
Franzenshuld Bedacht genommen in einem Aufsatze: „Die Buchführerfamilie
Alantsee in Wien“ in den Mittheilungen der k. k. Centralcommission zur
Erforschung der Baudenkmale, 19. Jahrgang (Wien, 1874), S. 85-87. Wenn
Herr Dr. von Franzenshuld aber den Ambrosius A. zum /Drucker/ des
von ihm verfaßten Tractates macht, so hätte ein Blick in Zapf’s Augsb.
Buchdruckergeschichte II, 14 oder in Panzer’s Annales VI, 133 ihn vor
diesem Irrthum bewahren können.

  /Wien./                /Jos. Mar. Wagner./

FUSSNOTE:

[55: Eine dritte Hs.: „Anthonii Barzray... Comedia“, findet sich bei
Scherer, St. Gallische Handschriften, S. 36 verzeichnet.]



(Mit einer Beilage.)


Verantwortliche Redaction: Dr. A. /Essenwein/. Dr. G. K.
/Frommann/.

Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in
Nürnberg.


Gedruckt bei U. E. /Sebald/ in Nürnberg.



  BEILAGE ZUM ANZEIGER FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.

  1879.    Nº 1.    Januar.



Chronik des germanischen Museums.


  /Nürnberg/, den 24. Januar 1879.

Der Beginn des Jahres gestaltet sich für unser Museum sehr erfreulich.
Nachdem wir im vergangenen Jahre melden durften, daß Se. kgl. Hoheit
Prinz Ludwig von Bayern die Summe von 1000 m. zu einer Stiftung
gnädigst zugesagt, nähere Bestimmung darüber jedoch vorbehalten habe,
hat nunmehr Se. kgl. Hoheit genehmigt, daß diese Summe als Beitrag zur
Ausführung einer im Augustinerhofe projektierten großen mechanischen
Uhr verwendet werde, und es haben auf gnädige Verwendung Sr. kgl.
Hoheit Ihre kgl. Hoheiten höchstdessen Herr Vater, Prinz Luitpold und
höchstdessen Herr Bruder, Prinz Leopold von Bayern je 1000 m. dieser
Stiftung zugewendet.

Die Subscription für unser Handelsmuseum hat gleichfalls erfreuliche
Fortschritte gemacht. Es haben die Handelskammer in Bochum, sowie das
Bezirksgremium für Handel und Gewerbe in Fürth je zwei, die Herren J.
S. Küstermann, E. u. Fr. v. Pfister und Fabrikbesitzer Utzschneider
in München je einen Antheilsschein gezeichnet. Gestern fand im Lokale
der hiesigen Handelskammer eine von hervorragenden Kaufleuten besuchte
Versammlung im Interesse des Handelsmuseums statt und wurde ein
Comité zur Förderung der Zwecke des Handelsmuseums, bestehend aus dem
Vorsitzenden der hiesigen Handelskammer, Großhändler von Grundherr, den
Herren Marktvorsteher v. Puscher, Direktor der Vereinsbank Max Meyer,
Tabakfabrikant Beck und Kunstmühlbesitzer Fr. Knapp, gewählt.

Seit Veröffentlichung des Verzeichnisses in der vorhergehenden Nummer
wurden folgende /neue Jahresbeiträge/ angemeldet:

Von =öffentlichen Kassen=. =Ansbach.=
Distriktsgemeinde (statt früher 14 m. 77 pf.) 18 m.

Von =Privaten=: =Altenburg.= Dr. Löbe, Professor,
3 m.; Ranniger, Commerzienrath, 10 m.; Dr. Steidel, Medizinalrath,
3 m.; Dr. Wolf, Advokat, (statt früher 3 m.) 5 m. =Amsterdam.=
Alexander Clemen 3 m. =Ansbach.= Adolf Bayer, k. Rechtsanwalt,
3 m.; Brunner, Post- und Bahnamtsinspektor, 2 m.; Franz Heydner,
Stadtpfarrer, 6 m.; Zenetti, Oberstlieutenant, 2 m. =Berlin.=
A. Frisch, Kunst- und Verlagsanstaltbesitzer, 10 m.; Baron Hugo von
Linstow, k. Hauptmann, 3 m.; Max Mai, Buchhändler, 6 m.; Rud. Otto,
Edelsteingraveur, 3 m.; H. Pohlmann, Bildhauer, 3 m. =Bielefeld.=
O. Gülker 3 m. =Cöln.= L. Levy, Banquier, 5 m.; Dr. Rosenthal,
Beigeordneter, 6 m. =Dresden.= Alfred Bach, Rentier, 10 m.
=Kempten.= Ph. Häuser, Anwaltssubstitut, 1 m.; K. Schelle,
Gymnasialprofessor, 2 m. =Leutkirch.= E. Holstein, jun. 1 m.
=Nürnberg.= Carl von Fürer, Secondlieutenant, 4 m.; Wilh. Kern, k.
Bauamtmann, 5 m.; Max Meyer, Direktor der Vereinsbank, 10 m.; Rudolf
Ordner, Telegraphist, 3 m. /Prag./ Hans Baßler 2 m.; Bruno Bischof
2 m. =Roth.= August Haupt, prakt. Arzt, 2 m. =Tuchel.= Bars,
Catasterkontroleur, 3 m.

/Einmalige/ Beiträge wurden gegeben:

Von =~Privaten~=: =Dresden.= J. H. Pilz, Rentier, 10 m.
=Werneck.= Pius Wiesner, Curatus, 5 m.

Unsern Sammlungen giengen ferner folgende Geschenke zu:

I. Für die kunst- und kulturgeschichtlichen Sammlungen. (Nr. 8071-8086.)

=Amberg.= /Kgl. Gewehrfabrik/: 3 Modelle von Arbeitsmaschinen. --
=Eybach.= /Curt Graf v. Degenfeld-Schonburg/: Porträt des Marschalls
Friedr. v. Schomberg. Alliancewappen der Raugräfin Louise von der
Pfalz. Gräfl. Degenfeld-Schonburg’sches Wappen. Kupferstiche. --
=Hamburg.= /Kunze/, Oberpostamtssekretär: Kupfermedaille der Stadt
Hannover auf die fünfzigjährige Jubelfeier der Schlacht bei Waterloo.
1865. -- =Isny.= /Romuald Henger/, Wagnermeister: Bauerngürtel. 18.
Jahrh. -- =Kupferzell.= /F. K. Fürst zu Hohenlohe-Waldenburg/, Durchl.:
Reproduction des Porträts des Ulrich Grundherr. -- =Leipzig.= /E. A.
Seemann/, Verlagshandl.: Kunsthistorische Bilderbogen. Vollständige
Sammlung. -- =Mainz.= /Fr. Schneider/, Dompräbendat u. Subcustos: 2
Flugblätter. Kupferstiche. 18. Jahrh. -- =Messina.= /Dr. Bamberg/,
kais. deutscher Generalconsul: Großes Gemälde des Thadd. de Alemania.
-- =München.= /C. Schweigel/, Xylograph: 15 Bll. Probedrucke.
Arbeiten des Hrn. Geschenkgebers. -- =Nürnberg.= /Hertel/, Kaufmann
und Magistratsrath: Degen des 18. Jahrh. /Dr. Hiller/, Verificator:
Gesticktes leinenes Handtuch vom 16. Jahrh. /Neumark/, Kaufmann:
Mehrere Bilderbögen vom Beginne des 19. Jahrh. /Ungenannter/:
Verschiedene auf das 400jährige Jubiläum der Buchdruckerkunst
bezügliche Flugblätter. /Zimmermann/, Zeichner: Beinschraube,
Folterinstrument. 17. Jahrh. -- =St. Petersburg.= Hofmarschall /Frhr.
v. Rosen/, Excell.: Miniaturporträt des Staatsministers Frhrn. v.
Stein. -- =Reichenberg.= /Curatorium des Kunstgewerbemuseums/: Jos. R.
v. Führich’s Original-Compositionen aus d. Leben 1815-25. 1. Lfg. --
=Zeitz.= /G. Sommer/, k. Bauinspektor: Originalgroße Zeichnung eines
Teppichs aus d. 14. Jahrh. im Rathhause zu Zeitz.

II. Für die Bibliothek.

(Nr. 38,812-38,989.)

=Agnetheln= (Siebenb.). /Fr. Fr. Fronius/, evangel. Pfarrer: Ders.,
Bilder aus dem sächs. Bauernleben in Siebenbürgen. 1879. 8. --
=Augsburg.= B. /Schmid/’sche Verlagsh. (A. Manz): Steichele, das
Bisthum Augsburg; 28. Heft. 1878. 8. -- =Berlin.= /K. Akademie der
Wissenschaften/: Philolog. u. histor. Abhandlungen aus dem J. 1877.
1878. 4. /A. Cohn/, Buchh.: v. Maltzahn, deutscher Bücherschatz
d. 16., 17. u. 18. bis um die Mitte des 19. Jhdts. 1875. 8. /A.
Conze/: Ders., Theseus u. Minotaurus. 1878. 4. /Ferdin. Dümmler/’s
Verlagsbuchh.: Vasari, vita di Raffaello da Urbino, hg. v. H. Grimm.
1876. 8. Adami, Luise Königin von Preußen. 7. Aufl. 1876. 8. Virchow,
Beiträge zur physischen Anthropologie der Deutschen; 2. Abdr. 1877.
4. Voigt, Geschichte des brandenburg.-preuß. Staates; 3. Aufl. 1878.
8. /Otto Jancke/, Verlagsbuchh.: Springer, Anna Amalia von Weimar
u. ihre poet. Tafelrunde; 2 Bde. 8. Hartmann, die Denkwürdigkeiten
des Kanzlers Hory. 1876. 8. /Eugen Schöpplenberg/: Ders., Clevische
Bürgerschaft. 1673. 2. Lehenrevers Eberhard’s v. Schöpplenberg v. 7.
Juni 1575. Facsim. -- =Bern.= /Dalp/’sche Buchh. (K. Schmid): Hebler,
Aufsätze über Shakespeare; 2. Aufl. 1874. 8. /Histor. Verein des
Kantons Bern/: Ders., Archiv etc.; Bd. IX, 3. H. 1878. 8. Katalog
der Bibliothek etc. 1876. 8. Katalog der Flugschriftensammlung etc.
1878. 8. Sterchi, J., Nettiswyl u. das ehemalige Cluniacenser-Priorat
daselbst. 1878. 8. -- =Bonn.= /Verein von Alterthumsfreunden im
Rheinlande/: Ders., Jahrbücher etc.; 64. Heft. 1878. 8. -- =Breslau.=
/Schlesische Gesellschaft für vaterländische Cultur/: Dies., 25.
Jahres-Bericht etc. 1878. 8. Dies., Fortsetzung des Verzeichnisses
der in den Schriften der schles. Gesellschaft f. v. C. von 1864-1876
incl. enthaltenen Aufsätze. 8. /Schletter/’sche Buchhandl. (F. Franck):
Birlinger, aus Schwaben; Bd. I u. II. 1874. 8. -- =Brünn.= /Mähr.
Landesausschuß/: Dudik, Mährens allgem. Geschichte; Bd. V, VI u. VII.
1870, 75, 76. 8. -- =Detmold.= /Meyer/’sche Hofbuchhandl.: Thorbecke,
Detmold u. der Teutoburger Wald. 1875. 8. Ders., Zur Geschichte des
Hermannsdenkmals. 1875. 8. Erinnerung an das Hermanns-Denkmal. 8.
Hobirk, Wanderungen auf dem Gebiete der Länder- u. Völkerkunde; Bd.
I-XXV. 8. -- =Dresden.= /Herm. Burdach/, kgl. Hofbuchh.: Knothe,
Geschichte des sogen. Eigenschen Kreises in der k. sächs. Oberlausitz.
1870. 8. Ders., Geschichte des Jungfrauenklosters Marienstern. 1871.
8. Zöllner, d. deutsche Kirchenlied in der Oberlausitz. 1871. 8.
Sonderabdr. Domherr E. Heine in seinem Lebensgange. 1874. 8. Naumann,
Literatur über Lessing’s Nathan. 1867. 8. Sonderabdr. Erinnerungen an
Heinr. Wilh. v. Zeschau; 2. Aufl. 1866. 8. Gräße, Sachsens Fürsten aus
dem Hause Wettin. 1876. 8. Börner-Sandrini, Erinnerungen einer alten
Dresdnerin. 1876. 8. Aus dem Archive der Familie von Carlowitz. 1875.
8. /Louis Ehlermann/, Verlagsh.: Gödeke, Grundriß zur Geschichte der
deutschen Dichtung; Bd. III, 4. u. 5. Hft. 1877. 8. /C. C. Meinhold
u. Söhne/, Buchh.: Fleckles, Carlsbad; 3. Aufl. 8. Petzold, die Rose;
2. Aufl. 8. /Verwaltung der k. Sammlungen für Kunst u. Wissenschaft/:
Dies., Bericht etc. in den J. 1876 u. 1877. 1878. 4. -- =Elberfeld.=
/Sam. Lucas/, Buchh.: Krafft, Briefe und Documente aus der Zeit der
Reformation. 8. -- =Freiburg i. Br.= /Kirchl.-histor. Verein für
Geschichte u. Alterthumsk. u. christl. Kunst der Erzdiöcese Freiburg/:
Ders., Freiburger Diöcesan-Archiv; 12. Bd. 1878. 8. -- =Gera.= /C. B.
Griesbach/’s Verlag: Hirt, actenmäßige Darstellung der Mordprozesse
wider Franz Bernhard Schlörr. 1875. 8. -- =Giessen.= /Universität/:
Zuwachs-Verzeichniß der großherz. Universitäts-Bibliothek im J. 1877.
8. Oncken, der preuß.-hessische Zollverein vom 14. Febr. 1828. 1878.
4., u. 6 weitere akadem. Gelegenheitsschriften. -- =Göttingen.= Dr. G.
/Hanssen/, Professor: Ders., landwirthschaftliche Zustände früherer
Zeiten in nordfriesischen Gegenden. 1878. 8. Sonderabdr. /Vandenhoeck
u. Ruprecht’s Verlag/: Müldener, bibliotheca historica; Jahrg. 1878. 1.
Hft. 8. -- =Graz.= /Dr. Friedr. Pichler/, Univers.-Professor: Ders.,
Bericht über die von Sr. Maj. dem Kaiser dotierten archäologischen
Grabungen in den Gebieten von Solva u. Teutra. 1878. 8. Sonderabdr.
-- =Hamburg.= /Otto Meißner/, Verlagsh.: Die Stadt Hamburg etc.;
topograph. u. histor. dargestellt. 1875. 8. /Arnold Otto Meyer/:
Tabellarische Uebersichten des Hamburgischen Handels im J. 1866. 1867.
4. Statistik des Hamburgischen Staats. Heft I. 1867. 4. /Verwaltung der
Kunsthalle/: Verzeichniß der Kupferstich-Sammlung in der Kunsthalle
zu Hamburg. 4. -- =Hannover.= /Hahn’/sche Buchhandl.: Struckmann, d.
obere Jura der Umgegend von Hannover. 1878. 8. -- =Helsingfors.= /A.
Heikel/: Bidrag til kännedom af Finlands natur och folk; 29. H. 1878.
4. /Finnische Literatur-Gesellschaft/: Suomi; toinen jakso, 2., 7.,
9. osa. 1864, 68, 71. 8. Aspelin, suomalais-ugrilaisen muinaistut
kinnon alkeita. 1875. 8. Pipping, förteckning öfver i tryck utgifna
skrifter på Finska. 1856-57. 4. -- =Jena.= /Herm. Costenoble/,
Verlagsh.: Athenaeum, hrsg. v. Reich, Jahrg. I u. II, 1. 1875 u.
1876. 8. Briefwechsel Alex. v. Humboldts mit Heinrich Berghaus; 3
Bde. 2. Ausg. 1869. 8. Noë, Robinson in den hohen Tauern; 3 Bde.
1875. 8. Freihold, die Lebensgeschichte der Menschheit; I. Bd. 1876.
8. Gutzkow, Säkularbilder. 8. Ders., zur Geschichte unserer Zeit. 8.
Ders., Börne’s Leben. Ueber Göthe im Wendepunkte zweier Jahrhunderte.
8. /Gustav Fischer/, Verlagsh.: Schultze, Geschichte der Renaissance.
I. Bd. 1874. 8., Eucken, über den Werth der Geschichte der Philosophie.
1874. 8. Schmidt, Pariser Zustände während d. Revolutionszeit v.
1789-1800. 1874-76. 8. Schultze, Kant u. Darwin. 1875. 8. Görres,
Kritische Untersuchungen über die Licinianische Christenverfolgung.
1875. 8. Kind, Theologie u. Naturalismus in d. altchristlichen Zeit.
1875. 8. Molitor, der Verrath von Breisach 1639. 1875. 8. Muther, zur
Geschichte der Rechtswissenschaft und der Universitäten in Deutschland.
1876. 8. Döring, die Kunstlehre des Aristoteles. 1876. 8. /Ed.
Frommann/, Verlagsh.: Ders., Aufsätze zur Geschichte des Buchhandels
im 16. Jhdt. Heft I: Frankreich. 1876. 8. Der Weinschwelg, hg. v.
Schröer. 1876. 8. -- =Innsbruck.= /Freih. Leop. v. Borch/: Ders.,
die letzten Erben des Wappen der regierenden Grafen von Querfurt,
Burggrafen zu Magdeburg etc. 1878. 4. -- =Karlsruhe.= /Macklot/’sche
Buchh.: Die Verfassungs-Urkunde für das Großh. Baden 1873. 8. /Chr.
Fr. Müller/’sche Hofbuchh.: Becker, Heerwesen u. Soldatenleben der
Deutschen zur Zeit des 30jähr. Krieges. 1875. 8. -- =Kassel.= /Th.
Kay/, Hofbuchh.: Thomas a Kempis, d. Nachfolge Christi, hg. v. Ebert.
1874. 4. v. Neumann, d. wichtigsten Angaben über die Handfeuerwaffen
aller Länder. 1878. 4. Beneke, Justus von Liebig’s Verdienste um
die Förderung der pract. Medicin. 1874. 8. Sonderabdr. -- =Kiel.=
/Naturwissenschaftl. Verein f. Schlesw.-Holstein/: Ders., Schriften
etc.; Bd. III, 1. Hft. 1878. 8. -- =Königsberg i. Pr.= /C. Th.
Nürmberger/’s Buchh.: Voigtgast, Tafel zur Angabe des Wochentages vom
1. Januar, vom J. 525 ab bis zum J. 1925. 1876. 8. -- =Leipzig.= /F.
A. Brockhaus/, Verlagsh.: Shakespeare, König Heinrich VIII., hg. v.
Bodenstedt. 1878. 8. Wander, deutsches Sprichwörter-Lexicon; 67. Lfg.
1878. 8. /Dörffling u. Franke/, Verlagshandl.: Kahnis, die deutsche
Reformation; I. Bd. 1872. 8. Preger, Geschichte der deutschen Mystik
im Mittelalter; I. Th. 1874. 8. Kahnis, der innere Gang des deutschen
Protestantismus; Th. I. II. 3. Aufl. 1874. 8. /J. C. Hinrichs/’sche
Buchh.: Peschel, über eine italien. Weltkarte aus der Mitte des 16.
Jahrh. 1872. 8. Sonderabdr. Piscator, Lebensbilder. 3. Aufl., 2 Bde.
1875. 8. Tobler, descriptiones terrae sanctae ex saec. VIII. IX. XII.
et XV. 1874. 8. /Lausitzer Prediger-Gesellschaft/: Jahresbericht der
Lausitzer Prediger-Gesellschaft zu Leipzig; 4. Mittheilung. 4. /E.
Lucius/, Buchh.: Falkenstein, Geschichte des Johanniter-Ordens; 2.
Aufl. 1867. 8. Vehse, Kaiser Otto d. Gr. 2. Aufl. 1867. 8. Wuttke,
d. Völkerschlacht bei Leipzig. 1863. 8. Lucius, Otto d. Große; 1.
u. 2. Th. 1877. 8. Ders., Adelheid von Burgund, 2. Aufl. 1876. 8.
Ders., Führer durch das Saal- u. Schwarzathal; 2. Aufl. 1876. 8.
/Ed. Heinrich Mayer/, Buchh.: Was ist Geschichte? 1874. 8. /Freih.
v. Seckendorff/, Regierungsrath: Geschichte des kurfürstl. hess.
Familien-Fideicommisses. 1878. 4. -- =Leisnig.= /Geschichts- u.
Alterthums-Verein/: Ders., Mittheilungen etc.; V. Heft. 1878. 8. --
=Mannheim.= /Alterthumsverein/: Inuentarium vber den Kirchen Ornat In
deß Hochlobl. Ritterl. Teutschen ordens Capellen zu St. Elisabethen
In Nürnberg. 1670. 2. Hs. -- =München.= /Histor. Commission bei der
k. b. Akademie der Wissenschaften/: Briefe und Acten zur Geschichte
des dreißigjährigen Krieges; IV. Bd. 1878. 8. /Lindauer/’sche
Buchh.: Noë, Brennerbuch. 1869. 8. v. Kobell, über Pflanzensagen
u. Pflanzensymbolik. 1875. 8. Kastner, Martin Deutinger’s Leben u.
Schriften; I. Bd. 1875. 8. Sparschuh, Kelten, Griechen, Germanen. 1877.
8. /Carl Merhoff/’s Verlag: Held, d. Antheil d. bayer. Armee an d.
Nationalkriege gegen Frankreich i. J. 1870. 8. Porges, das Bühnenspiel
in Bayreuth. 1876. 8. Aus dem neuen Reich, 1871-78; 1. u. 2. H. 8. /K.
bayer. Staatsministerium d. I. f. Kirchen- u. Schul-Angel./: von Löher,
das Geheimniß des Röckl’schen Metallabgusses von Siegeln und Medaillen.
-- =Nürnberg.= /Dr. Carl M. G. Frommann/, Studienlehrer: Ders., Versuch
einer grammatischen Darstellung der Sprache des Hans Sachs. I. Thl.:
zur Lautlehre. 1878. 8. Pr. /Karl Ueberhorst/: Westermann’s illustrirte
deutsche Monats-Hefte; 3. F., Nr. 57. 1857. 8. /Ungenannter/: Arthur,
Herzog von Wellington. 1817. 8. Jansen, die Aechtheit der Holbein’schen
Madonna in Dresden. 1871. 8. Fiedler, Geschichte des römischen Staates
u. Volkes; 3. Aufl. 1839. 8. Gerber, Grundzüge eines Systems des
deutschen Staatsrechts; 2. Aufl. 1869. 8. Stern, das Oberammergauer
Passionsspiel. 1871. 8. Reneé, die Nichten Mazarin’s 1858. 8. Das Duell
in seiner moral. u. gesellschaftl. Berechtigung. 1871. 8. -- =Paris.=
/Societé Française d’archéologie/: Congrès archéologique de France;
44. session. 1878. 8. -- =Quedlinburg.= /H. C. Huch/, Buchhandl.:
v. Schmidt-Phiseldeck, Geschichte der Edlen von Biewende und ihrer
Herrschaft im 13. Jahrh. 1875. 8. -- =Rudolstadt.= /Müller/’sche
Buchhdl.: Haushalter, ein Schwarzburger Dichter. 1875. 8. Anemüller,
Joh. Friedrich, Fürst zu Schwarzb.-Rudolstadt. 1721-67. 1864. 8.
Sigismund und Klußmann, zum Gedächtniß an Schiller’s hundertjähr.
Geburtsfeier. 1859. 8. Schmiedeknecht, Gumperda u. seine Umgebung. 8.
Meurer, Schmetterlinge der Umgegend von Rudolstadt. 8. Sigismund, was
das Schwarzburger Land erzählt. 1874. 8. Leo, Streiflichter über das
Verhältniß der jüd., röm. u. german. Welt zum Christenthum. 1877. 8.
-- =St. Gallen.= /Histor. Verein des Cantons St. Gallen/: Ders., St.
Gallische Gemeinde-Archive. Der Hof Krießern, bearbeitet von Hardegger
u. Wartmann. 1878. 8. v. Watt, deutsche historische Schriften; II. Bd.
1877. 8. Der Kanton St. Gallen in der Restaurationszeit. 1878. 4. --
=Stettin.= /Th. v. der Nahmer/, Verlagshdl.: Kern, Ludwig Giesebrecht
als Dichter, Gelehrter u. Schulmann. 1875. 8. Giesebrecht, das Wunder
in d. deutschen Geschichtschreibung in unserer Zeit. 1868. 8. Wieseler,
Geschichte des Bekenntnißstandes der luther. Kirche Pommerns bis zur
Einführung der Union. 1870. 8. Franck, Paulus vom Rode. 1868. 8.
Sonderabdr. Klempin, Stammtafeln des Pommersch-Rügischen Fürstenhauses.
1870. 4. -- =Stuttgart.= /Julius Maier/, Verlagshdl.: Andree,
Geographie des Welthandels; Bd. I. II u. III, 1, a. b. 2. 1877. 8.
Sigel, d. württemberg. Sanitätszüge in den Kriegsjahren 1870 u. 1871.
1872. 8. Brasch, die deutsche Grammatik und ihre Schwierigkeiten. 1874.
8. Andree, wendische Wanderstudien. 1874. 8. Scheck, 500 germanische
Sprachstämme in der französ. Sprache. 1875. 8. /Meyer u. Zeller/’s
Verlag (Friedr. Vogel): Böhringer, die Kirche Christi u. ihre Zeugen;
2. Aufl. VII-XI, 2. 1875-78. 8. Reber, Geschichte der deutschen Kunst
etc., Lief. 3-6. 8. -- =Trier.= /Fr. Lintz/’sche Verlagshndl.: Strange,
Genealogie der Herren und Grafen von Velbrüggen; neue Ausg. 1878. 8.
-- =Tübingen.= /H. Laupp/’sche Buchhndlg.: v. Wagner, das Jagdwesen in
Württemberg unter den Herzogen. 1876. 8. Palmer, die Gemeinschaften
und Sekten Württembergs. 1877. 8. v. Kern, geschichtl. Vorträge und
Aufsätze. 1876. 8. v. Mohl, geschichtl. Nachweisungen über die Sitten
und das Betragen der Tübinger Studirenden während d. 16. Jahrh.;
2. Aufl. 1871. 8. Candidatenfahrten aus den Papieren eines schwäb.
Pfarrers. 1876. 8. Geldner u. Kägi, siebenzig Lieder des Rigveda
übersetzt. 1875. 8. Köstlin, Geschichte der Musik. 1875. 8. Köstlin,
Goethe’s Faust, seine Kritiker und Ausleger. 1860. 8. Köstlin, Hegel in
philosoph., politischer und nationaler Beziehung. 1870. 8. Rapp, das
goldene Alter der deutschen Poesie; 2 Bde. 1861. 8. Quenstedt, Epochen
der Natur; 2. Ausg. 1877. 8. Ders., geolog. Ausflüge in Schwaben. 1864.
8. Ders., Sonst u. Jetzt. 8. Friedberg, Aktenstücke, die altkatholische
Bewegung betreffend. 1876. 8. /Lebrecht Lenssen/: Ders., Beiträge zur
Kritik Hildesheimer Geschichtsquellen des elften Jahrhunderts. 1878.
8. /J. C. B. Mohr/, akadem. Verlagshndl. (H. Laupp’sche Buchhndl.):
Rothe, Vorlesungen über Kirchengeschichte, hg. v. Weingarten. 2.
Ausg. 1875. 8. -- =Wernigerode.= /Dr. Ad. Friederich/, Sanitätsrath:
Ders., crania Germanica Hartagowensia. 1865. 4. Ders., Abbildungen
von mittelalterlichen u. vorchristlichen Alterthümern in den Gauen
des vormaligen Bisthums Halberstadt. 1872. 4. Ders., Beiträge zur
Alterthumskunde d. Grafsch. Wernigerode. III. 1877. 4. -- =Wien.=
/Leseverein der deutschen Studenten Wiens/: Ders., Jahresbericht über
das VII. Vereinsjahr 1877-78. 1878. 8. -- =Zittau.= /Dr. A. Moschkau/:
Ders., aus unseren Bergen; VIII. 8.

       *       *       *       *       *

Wegen Raummangels kann das Verzeichniß der im Jahre 1878 uns
zugekommenen Zeitungen und Zeitschriften erst in folgender Nummer
mitgetheilt werden.


III. Für das Archiv.

(Nr. 4595-4603.)

=Hamburg.= /Kunze/, Oberpostamtssekretär: Verschreibung des
Pfarrherrn, Bürgermeisters und Kastenmeisters zu Biedenkopf an die
geistlichen Lehen oder Stipendien für Beflissene aus allen Fakultäten,
besonders der Theologie, über einen jährlichen Beitrag von zwanzig
Gulden, an die Einwohner zu Marburg zu entrichten. 1559. Perg. --
Verschreibung des Pfarrherrn, Bürgermeisters und Kastenmeisters zu
Großenlinden an die geistlichen Lehen oder Stipendien u. s. w. über
einen jährlichen Beitrag von fünfundzwanzig Gulden, an die Einwohner
zu Marburg zu entrichten. 1559. Perg. -- Versicherung des Pfarrers,
Bürgermeisters und Rathes sammt den Schulvorstehern der Stadt Grünberg,
auf Begehren des Landgrafen Georg von Hessen, über zehn Gulden
jährlichen Zuschuß zu den schon bewilligten vierzig Gulden für die
Studierenden auf der hohen Schule zu Gießen. 1629. Perg. -- Lehenbrief
Burchards von Bordtfeld, stiftshildesheimischen Schatzrathes, an Jürgen
Oberch, über einen halben Hof zu Sorringsen im Gerichte Burchtorfe und
den Großhof hinter Danhorst. 1656. Perg. -- Lehenbrief der Vormünder
Curts von Bordtfeld für Jürgen Schlüter, sonsten Meier genannt, über
einen Hof zu Garkessen, eine Wiese bei dem Alsen-Stege im Gerichte
Burchtorfe und etliche Güter zu Hülptingsen. 1666. Perg. -- Lehenbrief
Franzens, Freiherrn zu Frentz u. Kendenich, Herrn zu Hemmerich u. s. w.
an Heinrich Johann von Sohde und dessen Anverwandte, über zwei Hufen
Landes, fünf Kothöfe und die Söldenwiese bei Gleidingen. 1709. Perg.
-- Lehenbrief Jobst Edmund Marias Freiherrn von Brabeck an Hans Oberg
aus Burgtorf über einen halben Hof zu „Sorgensen und einen Großhof
hinter der Damhorst im Gerichte Burgtorf.“ 1768. Perg. -- Lehenbrief
Johann Burchards von Ilten für den Leutnant Moriz von Sohden und
seine Anverwandten über den halben Zehenten zu Ilten, dritthalb Hufen
Landes und einem Meierhof sammt der Kotstätte zum Ronnenberg und noch
andere Güter daselbst. 1723. Perg. -- Lehenbrief Ferdinands, Bischofs
zu Korvey, für Vehr Rolf und Johann Rüsch jun. im Kirchspiele Wesewe
über anderthalb vierten Theiles Erbe Fölsing und Dircken, in demselben
Kirchspiele gelegen, sammt dem sogenannten Hundewinkel. 1796. Perg.



Schriften der Akademieen, Museen und historischen Vereine.


/Mittheilungen des Vereins für Geschichte der Deutschen in
Böhmen./ XVII. Jahrg. Nr. II. Redigirt von Dr. Schlesinger. Prag.
1878. 8.

Wallenstein und Arnim im Frühjahre 1632. Von Dr. Hallwich. -- Herzogs
Rudolf III. von Oesterreich Einsetzung zum Könige von Böhmen im
Jahre 1306. Von Adalb. Horcička. -- Beiträge zur Geschichte der
hussitischen Bewegung. Nachträgliche Bemerkungen zu dem Magister
Adalbertus Ranconis de Ericinio. Von Dr. J. Loserth. -- Franz Alexander
Heber. Von Fr. Bernau. -- Miscellen. -- Vereinsangelegenheiten.

/Die graphischen Künste./ Redigirt von Dr. Oscar Berggruen.
Herausgeg. von der /Gesellschaft für vervielfältigende Kunst/.
Jahrgang I. Heft I. Wien. 1879. Fol. 36 u. 20 Spalten. Moriz von
Schwind. -- Literatur.

/Der Kirchenschmuck. Blätter des christl. Kunstvereines der Diöcese
Seckau./ 1878. IX. Jahrg. Nr. 12. Graz. 8.

Die Pfarrkirche St. Maria zu Hirschegg. (Schluß.) -- Der König der
Instrumente. (Forts.) -- Der Löwe als Symbol in der Kunst. (Schluß.) --
Ueber Ausstattung und Ausschmückung christlicher Kunst. Das Votivbild
der Eggenberger am Dome zu Graz. (Mit Abbild.) -- Reisenotizen.
(Schluß.) -- Notizen etc.

/Die Wartburg./ Organ des /Münchener Alterthumsvereins/. V.
Jahrg. Zeitschrift für Kunst und Kunstgewerbe mit Berücksichtigung der
Neuzeit. Redacteur: Carl Förster. Nr. 10-12. 1877/78. München. 1878. 8.

Aecht oder gefälscht? Von Carl Friedrich. -- Die Kunstschätze im kgl.
Maximilianeum in München. Von Rs. -- Das Kunstgewerbe in Deutschland
noch einmal. -- Vereinsangelegenheiten. -- Kleine Mittheilungen. --
Literatur etc.

/Kunst und Gewerbe. Wochenschrift zur Förderung deutscher
Kunst-Industrie./ Herausgeg. vom /Bayrischen Gewerbemuseum/
zu Nürnberg. 12. Jahrg. 1878, Nr. 48, u. 13. Jahrg., 1879, Nr. 1-4.
Nürnberg. 1878 u. 79. 8.

Aus dem Nürnberger Gewerbe-Leben des 16. Jahrh. Meister und Gesellen.
(Schluß.) -- Augustin Hirschvogel. Von O. v. Schorn. -- Die alten
kunstgewerblichen Arbeiten in der Gewerbe-Ausstellung zu Hannover.
Von Dr. Richard Steche. -- Kleine Nachrichten. -- Literatur etc.
Abbildungen: Hostien-Schachtel. (17. Jahrh.) -- Glasgemälde. (Anf. d.
16. Jahrh.) -- Hausthüre. (17. Jahrh.) -- Entwurf eines Schmuckes.
Orginalzeichnung von D. Raschka, Goldarbeiter in Nürnberg (1770.) --
Buchdeckel (16. Jhdt.) -- Standuhr. Deutsche Arbeit aus dem 16. Jhdt.

/Mittheilungen des Bayrischen Gewerbemuseums zu Nürnberg./
Beiblatt zur Wochenschrift: /Kunst und Gewerbe/. Redig. von Dr.
Otto von Schorn. Sechster Jahrgang, Nr. 1 u. 2.

Bekanntmachungen. -- Feuilleton. -- Notizen. etc.

/Freiburger Diöcesan-Archiv./ Organ des /kirchlich-historischen
Vereins für Geschichte, Alterthumskunde und christliche Kunst der
Erzdiöcese Freiburg/ mit Berücksichtigung der angrenzenden Diöcesen.
Zwölfter Band. Freiburg, Herder. 1878. 8.

Beiträge zur Geschichte des Landcapitels Rottweil. Von Dr. Glatz.
Beiträge zur Geschichte der Pfarreien in den Landcapiteln Gernsbach und
Ettlingen: Niederbühl etc, etc. Von Trenkle. -- Urkunden des Klosters
Beuron. Mitgetheilt von Lichtschlag. -- Beiträge zur Pfarrgeschichte v.
Ravensburg. Von Dr. Knöpfler. -- Beiträge zur Geschichte des ehemaligen
Klosters und Oberamtes Wald. Von Dr. Hafner. -- Bestätigungsbrief des
Klosters Wald. Mitgetheilt von Zell. -- Nachtrag zum Leben des Paters
van der Meer. Von Dr. Bader. -- Heinrich Bullinger’s Alemannische
Gedichte. Nach der Handschr. des Verfassers hrsgeg. von Dr. König.
-- Klosternekrologien. Gesammelt von Dr. P. Gams, mit Ergänzungen
von Zell. -- Catalogus religiosorum monasterii Rhenaugiensis. Von F.
Waltenspül u. A. Lindner. -- Kleinere Mittheilungen.

/Mittheilungen des Geschichts- und Alterthums-Vereins zu Leisnig im
Königreiche Sachsen./ V. Heft. Zusammengestellt und im Auftrage des
Vereins herausgeg. von Dr. med. C. M. Müller. Leisnig. 1876. 8.

Der Leinewebermeister Joh. Kamprad, Verfasser der zweiten
gedruckten Chronik von Leisnig. Von C. W. Hingst. -- Das ehemalige
Cistercienser-Kloster Buch oder Ilgenthal bei Leisnig. Von H.
Altendorff. -- Die Verheerungen der Pest in und um Leisnig vom 15. bis
17. Jahrhundert. Von C. W. Hingst. -- Nachrichten aus dem Knopfe des
kleinen Thurmes der Stadtkirche St. Matthaei zu Leisnig. Von Hofmann.
-- Vereinsangelegenheiten.

/Philologische und historische Abhandlungen der k. Akademie der
Wissenschaften zu Berlin/. Aus dem Jahre 1877. Berlin, 1878. 4. 195
Stn. Mit 1 Tafel.

/Monatshefte für Musikgeschichte/, herausg. v. d. Gesellschaft für
Musikforschung. X. Jahrg., 1878. Nr. 11-12. Berlin. 1878. 8.

Samuel Scheidt und dessen Dedicationsschrift bei Ueberreichung seines
Orgeltabulaturwerkes an den Kurfürsten von Sachsen Johann Georg I. im
Jahre 1624. Von Otto Kade. -- Leonhard Lechner. (Forts. u. Schluß.)
Von Robert Eitner. -- Aus meiner Bibliothek. IV. Von Georg Becker.
Verzeichniß der Bücher, Musikalien und Bildnisse im Besitze der
Gesellschaft für Musikforschung. -- Literatur. -- Mittheilungen. --
Anzeigen etc.

/Zeitschrift für Ethnologie./ Organ der Berliner /Gesellschaft
für Anthropologie/, /Ethnologie/ und /Urgeschichte/. Unter
Mitwirkung des zeitigen Vorsitzenden derselben, R. Virchow, herausg.
von A. Bastian u. R. Hartmann. Zehnter Jahrgang, 1878. Heft IV. Mit
Taf. XII u. XIII. Berlin. 1878. 8.

Die prähistorischen Bildschnitzereien mit besonderer Rücksicht auf das
benutzte Rohmaterial im Keßlerloch bei Thayngen. Von Dr. O. Fraas.
-- Vorhistorische Gräber bei Čzekanow und Niewiadoma in Polen.
Mitgeth. von Albin Kohn. -- Miscellen. -- Literatur.

/Schriften des naturwissenschaftlichen Vereins für
Schleswig-Holstein./ Band III. 1. Heft. Kiel. 1878. 8. Mit 2
lithogr. Tafeln.

Ueber Volks- und Geheimmittel. Von Dr. A. Heller.

/Blätter für Münzfreunde./ Numismatische Zeitung. /Organ
des Münzforscher-Vereins./ Herausg. von H. Grote. Vierzehnter
Jahrgang. Nr. 66-72, vom 15. Febr. bis 15. Novbr. 1878. 1878. 4. Mit 4
lithograph. Tafeln.

Bronze-Medaille auf Alfonso de Valdes 1531. Von Th. St. -- Münzfunde
auf dem Welfsholze. Von dems. -- Marken und Zeichen der Stadt Leipzig.
(Forts.) -- Bracteatenfund bei Altenburg a. d. S. Von Köhler. -- Der
Münzfund in Beyersdorf. Von Ad. Glatz. -- Münzfunde in Baiern. Von C.
F. Gebert. -- Die Münzen der Herren von Rappoltstein. Von H. G. --
Erzbischöflich Bremischer Halb-Ort. -- Nachgeahmter Denar des Augustus.
Von Ad. Schultz. -- Gräflich Schwarzburgischer Kippergroschen. --
Münzmeister Hans Apfelfelder. Von C. F. Gebert. -- Der Mescheriner
Thalerfund. Von Stenzel. -- Die Braunschweig-Lüneburgischen
Gutegroschen. Von Wolff. -- Dornburg Münzstätte zur Kipperzeit. --
Camin oder Sachsen? Von M. Schmidt. -- Literatur. -- Anfragen. --
Berichtigung etc. etc.

/Jahrbücher des Vereins von Alterthumsfreunden im Rheinlande./
Heft LXIV. Bonn. 1877 u. 1878. 8.

Der Rhein im Alterthum. Von L. Urlichs. -- Römische Heerstrassen
zwischen Maas und Rhein. Von J. Schneider. (Mit Abbild.) -- Ein neues
römisches Castell in Britannien. Von E. Hübner. (Mit Abbild.) --
Beiträge zu den römischen Alterthümern der Rheinlande. Von dems. (Mit
Abbild.) -- Der keltische Gott Merdos und der arische Mithros. Von
Karl Christ. -- Datirbare Inschriften aus dem Odenwalde und Mainthal.
Von dems. -- Die antiken Denkmäler der Kölner Privatsammlungen. Von H.
Dütschke. (Mit Abbild.) -- Ueber eine goldene Fibula aus Etrurien. Von
dems. (Mit Abbild.) -- Römisches Denkmal in Merten. Von F. X. Kraus.
(Mit Abbild.) -- Ausgrabungen römischer Alterthümer im Regierungsbezirk
Trier im Jahre 1878. Von F. Hettner. --

Datirte Grabmäler des Mittelalters in den Rheinlanden. Von E. aus’m
Weerth. (Mit Abbild.) -- Römische Gläser. b) Heidnische und christliche
Glaskelche und Patenen. Von dems. (Mit Abbild.) -- Das Haus des Herzogs
von Brabant zu Köln. (Fortsetzung von Heft LXIII, S. 141.) Von J. J.
Merlo. -- Literatur. -- Miscellen.



Literatur.

_Neu erschienene Werke._


  1) /Die graphischen Künste./ Redigirt von /Dr. Oskar
  Berggruen/. Jahrg. I. Hft. I. II. Gesellschaft für
  vervielfältigende Kunst. Wien, 1879. 2.

  2) /Oesterreichische Kunst-Chronik./ Herausgeber und Redacteur:
  Dr. /Heinrich Kábdebo/. I. Jahrgang. Wien, 1878/79. 4.

Der Schluß des Jahres brachte als Resultat der eifrigen Kunstbewegung
in Wien zwei Zeitschriften, welche neben der Beschäftigung mit der
lebenden Kunst auch der Forschung auf dem Gebiete der Kunstgeschichte
gewidmet sind. Die erstgenannte, von welcher zwei glänzend
ausgestattete Hefte vorliegen, das Organ der so anregend wirkenden
und thätigen Gesellschaft für vervielfältigende Kunst, in zwei
Ausgaben erscheinend, zeigt sich schon äußerlich als eine überaus
vornehme Erscheinung, wie wir sie bei deutschen Zeitschriften bis
jetzt nicht gewohnt sind; hat ja doch die Gesellschaft vor Allem
die Absicht, die vervielfältigenden Künste unserer Zeit zu fördern!
Ihr Inhalt von Stichen und Radierungen darf deshalb auch nicht blos
als Ausstattungsapparat betrachtet werden. Es sind selbständige
Kunstwerke, die die Gesellschaft auf diese Weise zu Tage fördert.
So sehr die Gediegenheit dazu reizen würde, auf dieselben auch hier
näher einzugehen, müssen wir doch, wenn auch mit Bedauern, hier
davon absehen, weil diese Betrachtung uns aus dem Rahmen der Aufgabe
unseres nicht den Leistungen der Gegenwart, sondern dem Studium
der Vergangenheit gewidmeten Blattes herausführen würde. Auch der
literarische Theil, soweit er der Würdigung der heutigen Kunst dient,
liegt außerhalb des Kreises dieses Blattes, um so näher aber der
kunsthistorische, der sich durch Gediegenheit der Arbeit auszeichnet,
so daß wir das Blatt in Bezug auf Form, wie auf Inhalt freudig
begrüßen. Die vorliegenden Hefte bringen an selbständigen Aufsätzen
eine Arbeit von O. Berggruen über M. v. Schwindt und von W. Bode über
Adriaan van Ostade als Zeichner und Maler. Vierteljährlich soll eine
Nummer der Zeitschrift ausgegeben werden.

Die zweite genannte Zeitschrift wird dagegen monatlich zweimal
erscheinen. Die drei uns jetzt vorliegenden Nummern bieten auf je 16
Seiten in Quart bei gedrängtem Satze eine große Fülle von Material
in einfacher, aber doch würdiger Ausstattung. Die Illustration
tritt zurück; dagegen bringt jede Nummer neben der sehr ausführlich
behandelten Chronik der modernen Kunst, neben Besprechung von neuen
Erscheinungen der kunst- und kulturgeschichtlichen Literatur gediegene
Aufsätze aus dem Gebiete der österreichischen Kunstgeschichte, von
denen uns besonders der Eröffnungsaufsatz der Zeitschrift: „das
älteste Wiener Kunstblatt vom Jahre 1727“ interessierte, welchem sich
ein solcher über den Maler Franz Christoph Jannek, einen seiner Zeit
berühmten Künstler, der 1703 in Graz geboren war, anschließt. Wir
können neben diesen gediegenen Aufsätzen an dem neuen Blatte noch
besonders die praktische Einrichtung der Anordnung in den kleinen
chronikalischen Notizen rühmen.

  3) /Kunstschmiedearbeiten./ Aufnahmen aus verschiedenen
  Stylepochen, mit besonderer Berücksichtigung der Zeit deutscher
  Renaissance, und eigene Entwürfe von /Fr. Otto Schulze/,
  Architect in München. Leipzig, Carl Scholtze. 1877 u. 1878. 4. 8
  Stn., 40 Tafeln u. 4 Beilagebogen.

Die Kunst des Eisenschmiedens stand schon an der Wiege der deutschen
Kultur, und jene herrlichen, mit Gold und Silber eingelegten Arbeiten
aus Eisen, welche heutzutage, aus den germanischen Gräbern gefördert,
ihre Auferstehung feiern, zeigen, daß die Meister der Vorzeit mit
Material und Technik vertraut waren und zur Entfaltung künstlerischer
Formen durch dieselben geradezu gereizt wurden. Die mittelalterliche
Kunst hat in anderer Weise das Eisen zu kunstvollen Schmiedearbeiten
verwendet, und die ihm folgende Periode bis zum Schlusse des 18.
Jahrh. war, unter Wechsel des Formenkreises, aber unter Festhaltung
der soliden Technik, der vorhergehenden Zeitperiode treu geblieben.
Erst mit dem Schlusse des 18. Jhdts. verdrängte das Gußeisen die
Schmiedekunst. Der eigenthümliche Zauber jedoch des geschmiedeten
Eisens war es, der beim Wiederaufblühen des Kunsthandwerkes in
unserer Zeit auch für die Schmiedekunst eine Zeit der Auferstehung
mit sich brachte. In der Literatur spiegelte sich das Verhältniß, und
glänzende Prachtwerke von Hefner-Alteneck und von Raschdorf führten die
Schönheiten der Werke unserer Väter auf dem Gebiete der Schmiedekunst
sowohl den Kunstfreunden, als unsern Gewerbsmeistern vor, und die
Fachzeitschriften füllten sich mit Aufnahmen alter Schmiedewerke. Eine
Kunst jedoch, die so tief im Wesen des Volkes wurzelte, hat kleine und
große Denkmäler in ungezählter Menge hinterlassen und noch steht eine
große Zahl derselben theils ungekannt in verborgenen Winkeln, theils
bekannt, aber unveröffentlicht auf den Straßen unserer Städte und in
den Kirchen, jenen Schatzkammern und unerschöpflichen Fundgruben für
das Studium der Vorzeit. Aus diesen reichen Quellen hat der Verfasser
geschöpft und vorzugsweise Werke des 17. Jahrh. in seine Sammlung
aufgenommen, da nicht blos jene Periode seither weniger beachtet
war, sondern auch gerade bei der heute fast ausschließlich in den
Neuschöpfungen unserer Zeit herrschenden Hinneigung zu den Formen
des deutschen Barockstiles den Künstlern und Handwerkern Vorbilder
willkommen sein mußten. Neben wenigen eignen Entwürfen ist eine große
Reihe alter Schlüsselbleche, Thürgriffe und Bänder und vor allem von
solch reichen Oberlichtfüllungen und Gittern wiedergegeben, unter den
letzten besonders jene, welche Zierden der Kirchen von Augsburg und des
Münsters zu Konstanz sind, so daß das Buch eine Fundgrube nicht blos
für den Künstler, sondern vorzugsweise auch für den Kunsthistoriker
bietet. A. E.



Vermischte Nachrichten.


1) Das jüngste Heft der Mittheilungen der k. k. Centr.-Comm. f. K.- u.
hist. Denkm. berichtet von einer Anzahl neuer Fundstellen prähistor.
Alterthümer in Böhmen und den dort gemachten Funden. Es werden
genannt das Dorf Jesenic (zwischen Neustadt a. d. Mettau und Böhm.
Skalic), Nahořan (westlich von Neustadt a. d. M.), der Wenzelsberg,
Trautenau, Hoch Oujezd (bei Hohenbruck), Bolehošts (bei Opořno)
und Křivic.

2) Beim Ausschachten eines einige hundert Meter nördlich von Leimbach
gelegenen Kieshügels fand man, wie das Salzunger Tageblatt mittheilt,
ungefähr 0,5 m. unter der Oberfläche eine 10-15 m. lange, 0,5-0,6
m. breite und eben so tiefe Ader aus Asche, welche in mehrere Aeste
sich verzweigte. In derselben standen Urnen, mit Asche und Knochen
gefüllt, in einer Linie, 1,8-2 m. von einander entfernt. Sie haben
am Boden einen Durchmesser von 12-16 cm., ihre Höhe betrug 25-30 cm.
Dieselben sind von schwarzgrauem Thone und 0,5-1,5 cm. stark. In jeder
Urne fanden sich einige, von Rost sehr angegriffene Eisenstückchen.
Das größte ist 1 dcm. lang, gabelförmig und hat das Aussehen einer
kleinen Zange. Ferner sind 3 eiserne Ringe, jeder etwas größer als
ein Fingerring, gefunden worden. Auch ein hohles, 4 cm. langes,
kegelförmiges Eisen, sowie einige kleinere Eisenstückchen fanden sich
vor. Nach dem Urtheile sachverständiger Personen sind es Fibulae. Sie
sehen in der That unseren jetzigen Versicherungsnadeln sehr ähnlich.
Unter den Eisenstückchen ist besonders eines von großem Interesse. Am
Ende eines 36 cm. langen, 5-12 cm. dicken, bogenförmigen Eisens sitzt
ein aus Bronze gebildeter Vogel, eine schwimmende Ente darstellend.
Vielleicht ist dieses Eisen ein Bruchtheil eines Helmes. Da die Funde
der Eisenperiode angehören, so stammen sie wahrscheinlich aus den
ersten Jahrhunderten nach Chr. Geb. Die aufgefundenen Sachen sind
bereits dem alterthumsforschenden Vereine zu Meiningen, der hoffentlich
weitere Nachforschungen anstellt, eingeliefert.

3) Auch in dem Jahre 1878 wurden die Ausgrabungen auf dem Burgfelde
bei Deutsch-Altenburg unter Leitung des Prof. A. Hanser fortgesetzt,
wozu nach einer Angabe der Mittheilungen der k. k. Centr.-Comm. f. K.-
u. hist. Denkm. der Unterrichtsminister 3000 fl. für das genannte Jahr
bewilligt hatte.

4) Im Anschlusse an die kurze Nachricht Nr. 146 in Nr. 12 d. v. Jahrg.
d. Bl. wird hier die Mittheilung von Interesse sein, daß in den letzten
Tagen des November 1878 in unmittelbarer Nähe des Bahnhofes Gersheim,
auf einem Berghügel Ausgrabungen eines Reihengräberfeldes vorgenommen
wurden, welche zur rheinischen Archäologie manches Bemerkenswerthe
beitragen dürften. Schon vor einigen Jahren wurden beim Bau der Strasse
nach Walsheim an derselben Stelle einige Reihengräber aufgeschlossen,
welche verschiedene Waffen, Münzen, Gefäße etc. enthielten, die im
historischen Museum in Speyer ihren Platz gefunden haben. Im Laufe des
heurigen Sommers nun wurden durch die beim Bahnbau hier beschäftigten
Ingenieure weitere Nachgrabungen vorgenommen, welche in der südlichen
Fortsetzung obiger Fundorte drei weitere, anscheinend weibliche
Skelette zu Tage brachten, bei denen sich Glas- und Thonperlen der
verschiedensten Farben, sowie einige Münzen und Schmuckgegenstände
vorfanden. Zur Zeit werden die Ausgrabungen in der nördlichen
Fortsetzung der Gräberreihe bethätigt, wobei bis jetzt vier männliche
und ein weibliches Skelett, sowie ein weiteres Menschengerippe zu Tage
gefördert wurden, welch letzteres mit auf dem Rücken zusammengelegten
Armen und gekreuzten Füßen, mit dem Rücken nach oben, im Grabe lag,
so daß hier offenbar angenommen werden kann, daß dasselbe in derart
gebundenem Zustande beerdigt wurde. Während bei den ersteren Gerippen
Waffen der verschiedensten Art, Pfeil- und Lanzenspitzen, Reste von
Thongefäßen und eines Harnisches, Kämme, Gürtelbeschläge, Perlen,
Wildschweinhauer etc. vorgefunden wurden, war bei letzterem gar nichts
zu finden. Auch lagen erstere und ebenso die früher vorgefundenen
Skelette derart im Grabe, daß dieselben genau nach Osten schauten,
während letzteres ausnahmsweise mit dem Gesicht nach Westen, also
in verkehrter Richtung lag. Diese Umstände lassen vermuthen, daß es
ein Verbrecher war, der -- wie schon oben angedeutet -- von seinen
Zeitgenossen gebunden, ohne Waffen und Schmuck hier beerdigt und nicht
würdig erachtet wurde, selbst im Grabe der aufgehenden Sonne sein
Antlitz zuzukehren[56]. Die vorgefundenen Gerippe waren zum Theile noch
sehr gut erhalten, manche Schädel konnten noch ganz herausgenommen
werden, und hauptsächlich sind die Zähne noch in bestem Zustande. C. M.

5) Bei den im vergangenen Jahre vorgenommenen Restaurationsarbeiten am
Portale der Kirche zu Millstadt (Kärnten) fand sich im Tympanon unter
der zopfigen Stuckarbeit des Monogramms Christi ein altes Relief,
Christus mit offenem Buche, zur Seite Sonne und Mond, vor ihm ein
Mönch knieend mit dem Modell der Kirche und Bruchstücken der Umschrift
Heinricus Abbas. Rudger me fecit.

6) Die seit einigen Jahren zu Tage getretenen Schäden und Gebrechen an
der Kaiserburg zu Eger, insbesondere der Einsturz eines Gewölbebogens
und zweier Fenstersäulchen des Palas, machten eine Restaurierung
nöthig, welche nach den Mittheil. der k. k. Centr.-Comm. f. K.- u.
hist. Denkm. im abgelaufenen Jahre auf Staatskosten in vollkommen
befriedigender Weise durchgeführt wurde.

7) Die im Jahre 1870 begonnene Restauration der gothischen Pfarrkirche
zu St. Valentin in Niederösterreich, welche unter Leitung des Linzer
Dombaumeisters Schirmer erfolgte, ist nunmehr beendet.

(Nach d. Mittheil. d. k. k. Centr.-Comm. f. K.- u. hist. Denkm.)

8) Ueber den Fortgang der Restaurierungsarbeiten am St. Stephansdome zu
Wien enthält das neueste Heft der Mittheilungen der k. k. Centr.-Comm.
f. K.- u. hist. Denkm. einen Bericht, welchem wir die Nachricht
entnehmen, daß nunmehr der stumpfe, unausgebaute Thurm von Gerüsten
befreit wird, daß die Arbeit an den beiden sog. Heidenthürmen der
Westseite im Gange ist, sowie daß auch die kostbare Steinkanzel im
Innern der Kirche in die Restauration einbezogen werden mußte.

9) Es wird manchem Kenner und Freunde der alten deutschen Malerei nicht
ohne Werth sein, zu erfahren, daß wieder ein /Altarbild von Lukas
Kranach/ dem Jüngern, dem Bürgermeister von Wittenberg, aus dem
Jahre 1584 aufgefunden wurde, und daß es gelungen ist, _seine Echtheit
zweifellos durch Urkunden zu erweisen_. Die K. Landesversorganstalt zu
Colditz bewahrte in einem ihrer Expeditionsräume seit vielen Jahren
dieses unscheinbar gewordene Bild auf, das zuvor mehrere Jahrhunderte
lang den Altar der Schloßkapelle geziert hatte.

Derselbe alterthümliche Rahmen umschließt es noch jetzt, der ihm bei
seinem Ausgange in die Zeit mitgegeben wurde: dunkelbraun, vielfach
gekehlt und von herzförmiger Gestalt, 1 m. 10 cm. hoch und 1 m. breit.
Das Altarbild stellt „die heilige Dreieinigkeit“ dar; von diesem
Gegenstande erhielt die evangelische Schloßkapelle, die bis dahin den
Namen omnium sanctorum geführt hatte, 1584 die neue Benennung sanctae
trinitatis.

Der Leichnam Jesu ist vom Kreuze abgenommen worden und ruht in Schooß
und Armen des Vaters, zu dessen Rechten der Geist schwebt in Gestalt
der Taube. Engelsgestalten, darunter sehr liebliche, füllen die Rundung
des Bogens und tragen die Marterwerkzeuge, jeder Engel ein anderes: das
Kreuz, die Nägel, die Zange, die Dornenkrone, die Geisel, den Speer,
den Stab mit dem Schwamme.

Die Darstellung des Leichnams Jesu dürfte bei vieler Naturtreue der
Auffassung und bei allen den Vorzügen, die sonst die sächsische
Malerschule auszeichnen, dennoch unseren jetzigen Augen wenig behagen.

Als bester Theil des Bildes erscheint uns das majestätische, liebend
ernst blickende Greisengesicht des Vaters mit langem, weißem Barte. Auf
dem Haupte strahlt die Krone der drei Reiche, die hohe Gestalt wird von
einem wallenden Purpurmantel in Goldstickerei, mit Edelsteinen besetzt,
umflossen.

Das Bild ist auf Holz gemalt, welches an zwei Stellen gesprungen ist;
die Farben sind dick aufgetragen und werden bei der Reinigung wieder
frisch und schön; das Malerzeichen konnte bis jetzt nicht aufgefunden
werden.

Dennoch kann nach den urkundlichen Mittheilungen aus dem k.
Hauptstaatsarchive zu Dresden, welche wir der Güte des Herrn Archivars,
Dr. Distel verdanken, an der Echtheit dieses Altarbildes nicht mehr
gezweifelt werden.

  (Wissenschaftl. Beil. d. Lpzgr. Ztg., Nr. 101.)

10) Wie man dem „Tiroler Boten“ mittheilt, wurden in jüngster Zeit
hochwichtige literarische Funde gemacht, auf welche Tirol das beste
Anrecht besitzt. In Berlin kam ein Fragment einer Nibelungenhandschrift
zum Vorschein; dasselbe stammt aus dem Vintschgau, und es ist sicher
interessant, festgestellt zu sehen, daß dies schon die zweite im
Vintschgau aufgefundene Nibelungenhandschrift ist. Ebenfalls im
Vintschgau wurde ferner ein Fragment von Williram’s Psalmenübersetzung
und in Proveis eine Predigt aus dem 12. Jahrhundert aufgefunden.

  (Korresp. v. u. f. Deutschld., Nr. 12.)

11) Der „Tiroler Bote“ berichtet, daß sich im Vintschgau Fragmente aus
dem Heldenbuche (von „Dietrichs Flucht“), die einer Handschrift vom
13. oder 14. Jahrhundert entstammen, gefunden haben. Schon an sich
werthvoll, da die Handschriften von diesem Gedicht nicht zahlreich
sind, verdienen sie noch dadurch besondere Beachtung, daß sie mit der
sogenannten Ambraser Handschrift des Heldenbuches, welche bekanntlich
Kaiser Maximilian von Hanns Ried, Zolner am Eisack, in Bozen anfertigen
ließ (1502-1515), übereinstimmen, das heißt in engem Zusammenhange mit
Hanns Ried’s ganz verschollener Vorlage stehen.

  (Beil. z. Augsb. Postztg. 1879, Nr. 3.)

12) Die Blätter für Münzfreunde bringen in Nr. 73 folgende
Mittheilungen über Münzfunde:

Im Sommer 1878 wurde bei Mittel-Steinach in Oberfranken ein Münzfund
gemacht, den das Königliche Münzcabinet in München erworben hat. Er
enthielt 260 Stück Denare -- meist /Würzburger/ von Otto I.
(1207-1223) und Hermann I. (1225-1254) sowie 117 Stück unbestimmbare:
Cappe, Kaisermünzen I, S. 139, Nr. 633; Taf. XVI, Fig. 258. Letztere
gehören zu der zahlreichen Familie des „Offenhäuser“ Fundes, von
der man bis jetzt nur weiß, daß sie dem östlichen Franken angehört,
in welcher man aber einen sehr interessanten Zweig der Münzen des
13. Jahrhunderts erkennen wird, wenn demnächst Fikentscher’s in
Augsburg Monographie über dieselben, welche er gegenwärtig bearbeitet,
erschienen sein wird.

In Nürnberg wurden jüngst beim Weitergraben eines Kellers 130 Stück
Heller gefunden. Es waren etwa 50 Amberger, 14 Langenzenner mit Z zu
erkennen; die anderen Exemplare waren durch Grünspan verdorben.

Ostheim, 6. December. Dieser Tage ist hier beim Aufgraben des
Brandschuttes, wie der „Eis. Ztg.“ geschrieben wird, an dem p.
Zehner’schen Wohnhaus ein Topf gefunden worden, welcher 355 alte
Silbermünzen enthielt. Dieselben stammen aus dem 16. und 17.
Jahrhundert. Das neueste Geldstück trägt die Jahreszahl 1675. Die
Münzen befinden sich in Verwahrung des Gemeindevorstandes. Der Fundort
soll früher dem Herrn von Schnepf gehörig gewesenes Areal sein.

  (Fürstl. Reuß-Geraer Ztg. v. 13.|12. 78.)

Auf dem Dominium Rathstube, unweit Dirschau, wurden beim Pflügen außer
einer Goldspange einige zwanzig sehr schön erhaltene byzantinische
Goldmünzen des 4. und 5. Jahrh. gefunden. „Die Regierung von Danzig ist
vom Funde in Kenntniß gesetzt; momentan werden sie von einem Danziger
Gelehrten genau bestimmt und soll dann die Liste veröffentlicht werden.“

  (Berl. Tageblatt vom 12. December 1878.)

13) Bisher hatten die Bücherliebhaber vor andern Sammlern wenigstens
das voraus, daß die Seltenheiten, welche sie an sich brachten, mochte
deren Werth auch gering sein, doch echt waren. Mochten sie auch
im Preise überhalten worden sein, sie konnten sich damit trösten,
nichts Unechtes zu besitzen. Ein antiker Helm, ein Rembrandt, der
lange für echt galt, konnte sich schließlich als eine kunstvolle
Imitation entpuppen. Aber eine Incunabel, so nahm man bislang an, ein
/Aldini/ oder /Elzevir/ mußte echt sein; denn ein Buch kann
nicht imitiert werden. Aber nach einer in London gemachten Entdeckung
scheint auch dieses Axiom verrückt worden zu sein, und die Liebhaber
seltener Bücher mögen darum auf ihrer Hut sein. Thatsächlich besteht
in London eine Druckerei, in welcher nicht etwa der Nachdruck,
sondern die vollständige Imitation alter Bücher mit dem Aufwande
aller Geschicklichkeit und in großem Maßstabe betrieben wird, wiewohl
(bei der Unverletzlichkeit des englischen Hausrechts in diesem kein
Criminalverbrechen betreffenden Falle auch eine schwierige Sache)
-- bis jetzt das Local dieser Druckerei nicht aufgefunden werden
konnte. Doch wurden bei Schriftgießern Lettern von längst außer
Gebrauch gekommener Form und bei Papierfabrikanten größere Partien
von geschöpftem Baumwollpapier nach eigenem Muster bestellt. Daß
jedoch trotz aller Sorgfalt und aller Kunstgriffe die Imitation keine
vollständige sein und dieselbe vielmehr bei der Vergleichung mit einem
Original auf den ersten Blick erkannt werden muß, liegt auf der Hand.
Der Witz besteht aber darin, daß eben nur außerordentlich seltene
Werke, welche selbst den eifrigsten Bibliomanen nur dem Namen nach
bekannt sind, imitiert werden, und daß der Verkauf nicht öffentlich,
und überdies mit großer Vorsicht und Schlauheit betrieben wird.
Auf dem Festlande scheinen in dieser Beziehung bisher nur einige
ganz schüchterne Versuche unternommen worden zu sein. Die Aufdeckung
des Schwindels geschah auf eine eigenthümliche Weise. Einem als
passionierter Büchersammler bekannten schottischen Baronet wurde
auf einer Reise von einem „verarmten Gelehrten“ ein Buch zum Kaufe
angeboten. Es sei ein Erbstück und sein letztes Besitzthum, von dem
ihn nur seine außerordentliche Nothlage trennen könne. Der Lord sah zu
seinem nicht geringen Erstaunen eine Incunabel von höchstem Werthe vor
sich. Es war eine in Venedig gedruckte Ausgabe des /Boccaccio/ vom
Jahre 1492. Mit Freuden bezahlte der Schotte den dafür begehrten Preis
von 90 Pfund und lud nach seiner Heimkehr sofort einige benachbarte
Bücherfreunde ein, um ihnen seinen so wohlfeil erworbenen Schatz zu
zeigen. Doch einer seiner Besucher besaß dasselbe Buch, und bald wurde
noch ein dritter /Boccaccio/ aufgefunden. Man schöpfte Verdacht,
und die hierauf mit einem im Besitze des Roxbourgclubs befindlichen
Original, welches seinerzeit um die zehnfache Summe angekauft worden
war, angestellte Vergleichung ließ die drei anderen Bücher als unecht
erkennen. Aehnliches wiederholte sich darauf an anderen Orten mit
zwei italienischen und deutschen Bibelausgaben, einem Gargantua des
/Rabelais/ und dem berühmten Werke des /Miguel Servet/.
Von letzterem existieren nur zwei Exemplare (zu Wien und Paris), da
die ganze Auflage zu Rotterdam durch den Henker verbrannt wurde.
Gleichwohl wurden auch von dieser Imitation mehrere Exemplare an den
Mann gebracht. Die bekanntlich nicht geringe Schaar der englischen
Bibliophilen ist darob in gewaltiger Aufregung und begegnet den
Verkaufsanboten der Antiquarbuchhändler mit dem äußersten Mißtrauen.
Die öffentlichen Bibliotheken aber gehen nun bei der Ausgabe seltener
Werke mit besonderer Vorsicht vor.

  (N. illustr. Ztg., Nr. 12.)

14) Die am 9. December vor. Jahres wie alljährlich vom Vereine von
Alterthumsfreunden im Rheinlande veranstaltete Geburtstagsfeier
Winkelmanns fand unter zahlreicher Betheiligung im Kaiserhofe zu Bonn
statt. Eine Ausstellung kleinerer römischer Alterthümer, besonders von
den letzten Ausgrabungen des Bonner Castrums herrührend, wie Pläne und
Zeichnungen desselben dienten zur Illustrierung des ersten Vortrags,
in welchem Professor aus’m Weerth als Vereinspräsident der Bedeutung
des Tages einige Worte widmete und den Bericht über die Ausgrabungen
des römischen Castrums in Bonn als ein der Manen Winkelmanns nicht
unwürdiges Geburtstagsgeschenk bezeichnete. Ausgehend von der Annahme,
daß Julius Cäsar seine zweite Rheinbrücke bei /Bonn/ schlug,
dieselbe für eine weitere Verwendung zur Hälfte stehen ließ und am
linksrheinischen Ufer mit großartigen Befestigungen und einer Besatzung
von 12 Cohorten versah, gelangte der Vortragende zu dem Schlusse, daß
diese Befestigungen zum Schutze der Brücke als die erste Anlage des
unterhalb Bonn’s am Wichelshof belegenen römischen militärischen
Lagers anzusehen seien. Wenn die Conservierung der Brücke, auf die
durch die Erfolge hervorgerufene Entschließung Cäsars: die römische
Machtsphäre über den Rhein auszudehnen, hindeute, so sei von Augustus
und Drusus diese erweiterte Politik aufgenommen worden, wie die große,
linksrheinische Befestigungslinie Xanten, Bonn, Weißenthurm und Mainz
mit den rechtsrheinisch vorgeschobenen Werken Aliso, Niederbiber
und der Saalburg es klar ausdrücke. Das von Augustus oder Drusus
erbaute und aus den Cäsarischen Brückenbefestigungen hervorgegangene
Bonner Castrum sei deshalb ein bemerkenswerthes Glied in der großen
römischen Offensiv-Politik gewesen, aber alsobald auch zur lediglich
defensiven Bedeutung herabgesunken, als erstere unter Claudius
endgültig aufgehoben wurde. -- Die seit dem vorigen Jahre durch das
Bonner Provinzialmuseum methodisch in Angriff genommenen, schon im
Jahre 1820 einmal begonnenen Ausgrabungen des Castrums beschränkten
sich bisher auf die Offenlegung der Gebäude des südlichen Dritttheils
des Rücklagers (der retentura) des Castrums. Zwei große, je 80 mtr.
lange Infanterie-Kasernen, eine dritte, horizontal dazu liegende
Kavallerie-Kaserne mit vorliegenden Pferdeställen, ferner ein kleinerer
Bau für die Vexillarii, jene vom übrigen Dienste befreiten Veteranen,
welchen die Führung der Feldzeichen der Reiterei, des Vexillum,
anvertraut war, dann ein großes Magazin mit Schlachthaus sind bereits
bloßgelegt und festgestellt worden. Eine Menge kleinerer Funde,
darunter viele, im Ganzen an 800 Münzen, welche sich in den durchgängig
aus Tuffstein gebauten Räumen fanden, tragen zur Kennzeichnung von
Zweck und Zeit der Erbauung wesentlich bei. Daß kurz nach der durch
den Aufstand des Civilis (70 n. Chr.) herbeigeführten Zerstörung
unter Domitian auf den älteren Fundamenten ein durchgängiger Neubau
stattfand, erweisen die vielen Ziegel mit dem Stempel der von diesem
Kaiser errichteten Leg. I. Minervia pia fidelis. Nach den bisher
gewonnenen Resultaten lassen die Fortsetzungen der Ausgrabungen auf
großen Umfang der Anlage, eine weitere Anzahl bereits festgestellter
Gebäude, wie überhaupt darauf schließen, daß das Bonner Castrum sowohl
nach Größe, wie nach den baulichen Einrichtungen das bedeutendste der
bisher bekannt gewordenen sei.

Professor /Justi/ sprach über den holländischen Maler Johann van
Scorel (1495-1562.)

Geheimer Rath /Schaafhausen/ erläuterte eine Anzahl ausgestellter
merowingisch-fränkischer Grabfunde, welche in Folge glücklicher
Ausgrabungen von Seiten des Bonner Provinzialmuseums kürzlich in
Meckenheim bei Bonn zu Tage traten.

Gleichzeitig und zur Feier des Tages gab der Verein von
Alterthumsfreunden sein 64. Jahrbuch aus, über dessen reichen Inhalt
wir oben referierten. Es wird allen Benützern dieser Zeitschrift
erfreulich sein, zu erfahren, daß im Anfange des Jahres ein
Generalregister aller bisher erschienenen 64 Jahrbücher zur Ausgabe
gelangt.

FUSSNOTE:

[56: Eine bis jetzt in Reihengräbern ganz vereinzelte Thatsache
(nach d. V.’s Wissen), welche das hohe Interesse der deutschen
Alterthumskunde und Ethnologie erregt.]



  Verantwortliche Redaction: Dr. A. /Essenwein/. Dr. G. K. /Frommann/.

  Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums
  in Nürnberg.


  Gedruckt bei U. E. /Sebald/ in Nürnberg.



  ANZEIGER
  FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.

  Neue Folge. Sechsundzwanzigster Jahrgang.

  [Illustration]

  =Nürnberg.= Das Abonnement des Blattes, welches alle Monate
  erscheint, wird ganzjährig angenommen und beträgt nach der neuesten
  Postconvention bei allen Postämtern und Buchhandlungen _Deutschlands_
  incl. Oesterreichs 3 fl. 36 kr. im 24 fl.-Fuss oder 6 _M_.

  Für _Frankreich_ abonniert man in Paris bei der deutschen
  Buchhandlung von F. Klingsieck, Nr. 11 rue de Lille; für _England_
  bei Williams & Norgate, 14 Henrietta-Street Covent-Garden in London;
  für _Nord-Amerika_ bei den Postämtern Bremen und Hamburg.

  Alle für das german. Museum bestimmten Sendungen auf dem Wege des
  Buchhandels werden durch den Commissionär der literar.-artist.
  Anstalt des Museums, /F. A. Brockhaus/ in Leipzig, befördert.

  ORGAN DES GERMANISCHEN MUSEUMS.

  1879.    Nº 2.    Februar.



Wissenschaftliche Mittheilungen.



Deutsche Gläser im germanischen Museum.

[Illustration: Fig. 1.]

Wenn überhaupt in Bezug auf die Geschichte des deutschen Handwerkes
und der Industrie noch eine große Reihe von Studien nöthig ist, ehe
alle Erscheinungen sich auch historisch begründet darstellen, so gilt
dies insbesondere von der Geschichte der Glasindustrie. Allerdings ist
bereits eine Anzahl von Urkundenauszügen veröffentlicht, aus denen
hervorgeht, daß da und dort in Deutschland während des Mittelalters
Glashütten bestanden, deren Menge war aber gewiß weit größer, als
die geringe Zahl der bis jetzt nachgewiesenen, und sicher wird nun,
nachdem die Aufmerksamkeit durch mehrere Versuche, das vorhandene
Material zu einer Geschichte des Glases zusammenzustellen, darauf
hingelenkt ist, da und dort noch ein und der andere Ortsname mit
Jahreszahl aus den Archiven zu Tage treten, um uns über das Bestehen
von Glashütten zu unterrichten. Diese Nachrichten gehen bis jetzt in
das 14. Jahrh. zurück. Wir erkennen jedoch aus denselben nicht, ob es
sich um eine erst damals entstehende Industrie, ob um eine lange geübte
handelt. Bekannt ist, daß bunte Glasperlen, daß farbige Glaseinlagen
in Goldschmiedearbeiten in germanischen Gräbern gefunden werden. Die
fortgeschrittene Technik läßt uns annehmen, daß dieses Glas importierte
Waare ist. Ist dies aber auch sicher der Fall mit braungrünen
Glasgefäßen, wie jenes in Fig. 1 abgebildete, das aus einem in der Nähe
von Ulm gefundenen alemannischen Todtenbaum genommen ist, der mit dem
Glase seinen Weg in das germanische Museum gefunden? Sind auch diese
Gläser spätrömische Fabrikate, oder sind sie in Glashütten gefertigt,
die etwa schon in karolingischer Zeit da und dort im Walde bestanden?
Wir haben im Jahrgang 1877 unseres Anzeigers, Sp. 228 ff. auf die der
heil. Hedwig zugeschriebenen geschliffenen Gläser hingewiesen und
geglaubt, andeuten zu dürfen, daß wir, wenn auch etwa orientalischer
Ursprung nicht ausgeschlossen ist, abendländisches Fabrikat, also
natürlich deutsches, des 13. Jahrh. darin zu erkennen glauben. Gehören
etwa jene schweren, dicken, grünen Gläser, die freilich keinen
Schliff zeigen, in dieselbe Periode? Manche derselben mit ihren
aufgeschmolzenen Rosettchen scheinen trotz der Schwere in weit späterer
Zeit entstanden zu sein.

Leider ist nicht zu hoffen, daß sich urkundliche Nachrichten aus
dem Mittelalter über das Fabrikat selbst finden werden, das ja, mit
Ausnahme der geschliffenen Gläser, wol nur dem ordinärsten Bedürfnisse
diente, wie ähnlich auch die Thonwaaren des Mittelalters. Aus den bis
jetzt veröffentlichten Nachrichten läßt sich nicht /nachweisen/,
ob Hohlglas (d. h. Glasgefäße) und Tafelglas (d. h. Butzenscheiben)
allenthalben neben einander gefertigt wurden, ob alle, ob nur einzelne
und welche Farbengläser für die Glasmalerei bei uns hergestellt wurden.
Wir sind darin bis jetzt nur auf Schlüsse angewiesen.

Das einheimische, da Feld-, dort Waldglas genannte, Produkt suchte im
Mittelalter wohl den Weg zur Kunstform nicht. Als nach dem Schlusse
desselben die deutsche Glasindustrie jenen Weg einschlagen wollte,
gieng sie auf Imitation der Venetianer hinaus, und die Produkte
dieser Thätigkeit gelten heute jedenfalls als Venetianer, ohne daß
wir feststellen können, welche derselben die deutschen Imitationen
sind. Was das Mittelalter betrifft, so bilden Gemälde und Miniaturen
die einzigen Anhaltspunkte, um hinsichtlich der Glasgefäße zu zeigen,
welcher Art die damals im Gebrauche befindlichen waren. Sie zeigen sich
uns aus diesen Quellen derart einfach, daß wir nicht zweifeln dürfen,
eigenes, einheimisches Fabrikat dargestellt zu sehen, da man kaum solch
gewöhnliche Waare aus der Fremde bezogen haben kann.

[Illustration: Fig. 2.]

Eine Form, die uns im 14.-16. Jahrh. hin und wieder begegnet, ist
eine nach oben sich konisch erweiternde, wobei die Gefäße am unteren
Theile mit Batzen besetzt sind. Die Farbe ist ein mehr oder minder
gelbliches, trübes Grün. Ein solches Glas, das die Spuren der Erde, in
welcher es gelegen, an sich trägt, und das wol noch dem Mittelalter
angehören mag, ist das hier in Fig. 2. in halber Originalgröße
dargestellte.

[Illustration: Fig. 3.]

Aber auch die Gemälde des 16. und 17. Jahrh. zeigen uns, daß in
Deutschland neben den vornehmen Venetianern mit ihrem durchsichtigen,
farblosen Materiale, die nun die Hauptrolle spielen, immer noch
hellere und dunklere grüne Gläser mit Batzen im Gebrauch blieben, die
als deutsche Fabrikate zu betrachten und aus ähnlichen primitiven
Glashütten hervorgegangen sein dürften, wie jene mittelalterlichen.
Wir finden jedoch eine größere Mannigfaltigkeit der einfachen Formen.
Das germanische Museum besitzt einige Dutzend solcher Gläser in
Original, für welche freilich eine Datierung nicht versucht werden
darf; theilweise sind sie von sehr beträchtlicher Dicke und deshalb
auch sehr dunkel in der Färbung, ohne daß jedoch aus ihrer Stärke
geschlossen werden dürfte, daß sie älter sind als andere, dünnere,
selbst sehr dünne und leichte. Von letzteren geben wir hier in Fig. 3
eine Gruppe in halber Naturgröße. Die verehrten Leser kennen alle die
heute noch, allerdings meist sehr abgeschwächt, in elegantem Fabrikate
dargestellten „Römer.“ Sie erkennen den in beträchtlicher Größe sich
zeigenden Humpen. Sie sehen aber auch ein mit Reifen umlegtes Fäßchen.
Unsere Sammlung zeigt, daß die Glasmacher, wol erst jene des 17.
Jahrh., noch weiter giengen und allerlei Thiere, wie Bären, Mäuse u.
A. fertigten. Selbst eine Trompete aus solchem grünen Glase, die einen
ganz guten Ton hat und recht wohl als Blasinstrument dienen kann, ist
im Museum.

  /Nürnberg./                /A. Essenwein./



Hausordnung für die 12 Chorschüler in der Spitalschule zu Nürnberg vom
Jahre 1343.

(Schluß.)


Avch sol vnter den zwelf korschulern allweg ein epistler vnd ein
ewangelier sein vnd wer niht priester werden wil, den sol man zu
korschuler niht nemen. vnd wenn ein priester stirbt, so sol man dem paz
gelersten vnd aller endlichstem,[57] der vnter den zwelf korschulern
ist, die selben pfruͤnt leihen. Wer aber daz ein erberger[58]
bewerter man koͤm, der die pfruͦnt pezzern wolt vnd das spital
gefodern[59] moͤht, dem moͤht man die pfruͤnt verleihen.

Die korschuler suͤllen auch einem schulmaister in dem kor helfen
singen, wenn er sie fodert, pey sechs hallern.

Avch suͤllen sie mess vnd tagczeit gleich mit einander singen, niht
daz ainer sing vnd der ander zu seh, sie suͤllen pey einander vor
dem puch sten.

So sol ir dheiner in dem kor in der priester stuͤl niht sten, noch
vber dez stifters grab niht lainen.[60]

Avch sol dhein korschuler in den sagrer[61] niht geen on des custers
vrlaub, denn[62] die zu der mess ministriren muͤzzen oder der
probst, wenn er fragen muz, waz man singen sol.

So sol ir dheiner auf holczschuhen niht gen in die kirchen noch
vͦber den ganck vͤber die siechen.

Auch suͤllen die korschuler allweg mit plozzem haupt gen vnd sten in
dem kor vnd in den processen von dez heligen creutz tag inuencio auf
dez heligen creutz tag exaltacio, pey sechs hallern.

So sol man den korschulern an ainem gepanten tag[63] niht von milch zu
ezzen geben, sunder von oͤle.

Avch sol dhein korschuler dhein stechmesser niht tragen newr[64] ein
protmezzer, bey sechs hallern von ydem tag.

So sol kein korschuler niht weyter ermel tragen, denn daz moz, daz man
in geben hot vnd dheinen offen langen slitz tragen hinten noch vorn in
den langen roͤcken.

Vnd suͤllen in dheiner processen keinen kappenczipphel[65] vmb daz
haupt niht winden vnd in der kirchen sunderlichen slehticlichen[66] gen
als ziemlich ist dez gotzhaus diner. vnd suͤllen auch allweg latein
reden in irr stuben vnd in irr slafkamern.

Avch suͤllen sie niht reden mit den fremden mayden, die da wazzer
holen von dem prunnen, weder in dem hoff, noch vnter dem tor vnd in der
kirchen mit den frawen pilden bey nacht.

Wenn sie am suntag, veirtag drey mess singen oder vier on selmess, daz
stet in dem sagrer geschriben vnd an dem puch ffolij.

Avch sol allweg nach der tertz zeit[67] der oberst sacrist vnd der
vnter versiculator[68] den hern zu altar ministriren als lang vncz
die andern die suppen gezzen haben. Dar nach sol der vnterst sacrist
vnd der ander versiculator den priestern zu altar dinen vncz auf
die tagmesse.[69]

Vnd der oberst sacrist sol bey dem sagrer pleyben.

Ez sol auch nyemant dheinen sluͤzzel haben zu dem pulpid[70] in dem
kor, do die pucher innen ligen denn der custer vnd der oberst sacrist
vnd der wochner.

Nota. wo die /trew/ stet, daz suͤllen die korschuler halten bey
der trew vnd suͤllen die andern stuck sust halten, wer daz vͦber
vert[71] vnd nicht helt, den sol der probst pfenden oder peuchen.[72]
Aber[73] der custer vnd der pfleger mugen sie dor vͤmb verkeren.

Wenn ein korschuler seumig ist an der leczen[74] on dez schulmeisters
vͦrlaub, den sol der schulmeister ie als off peuchen.

Der schulmeister vnd der probst suͤllen die korschuler dor zu
halten, daz sie stille sein, sunderlich ob dem tisch, daz sie allwegen
sweigen.

Der schulmaister vnd der probst suͤllen auf den leser merken, der
zu tisch list, daz er oͤrdenlich lese vnd niht valsch vnd wenn der
schulmeister spricht: Tu autem, so sol der leser aufhoͤren.

Die korschuler suͤllen daz gracias sprechen mit dem schulmeister.

Item so gibt man den korschulern zwu suppen von inuencio sancte crucis
vncz auf exaltacio sancte crucis, ein vor tisch, die andern nach
tisch. vnd die andern zeit im jar newr ain suppen vor tisch. vnd
man gibt in allweg zu einer suppen einen firdung[75] smalcz vnd sechs
spital prot. [_spätere Nachschrift_. In der vasten gibt man in kein
suppen....]

Item so mag der spitalmeister den korschulern einen cleinen knaben
halten ob er wil, oder er mag in niht halten, wenn er aber einen knaben
halten wil, der sol einhaiczzen vnd tun wez not ist, als in ein pfleger
heizt oder der kornschreiber vnd der kelner. Er sol auch allweg die
orgeln treten.

Nota. Wenn der spitalmeister ein cleinen knaben den korschulern halten
wil, der izzet, waz den korschulern vͤber wirt,[76] dar zu gibt
man im prot. Welchem korschuler er den pett,[77] der gibt im alle
cottemmer drey pfenning. So liegt er pey dem ministriren oder wo in
der spitalmaister heizzet ligen.

Item der korschuler sol dheiner vͤber velt niht gen on dez custos
vnd des spitalmeisters vrlaup.

Item wenn ein korschuler ein vnzucht tet[78] ez wer zu pett oder zu
tisch oder wo daz wer, so sol in der spitalmeister dor vͦmb heizzen
peuchen. wer aber die vnzucht groz, so sol er im vrlaub geben.[79]

Vmb aller heiligen tag sol man der korschuler stuben einhaiczzen.
Item wenn es gar kalt ist, so suͤllen die cleinen schuler in der
korschuler stuben lernen. Wenn ez aber niht vast[80] kalt ist, so
suͤllen sie lernen in der schul.

Aus dem Leitbuche des Neuen Spitals (Bl. 37 bis 43) im Nürnberger
Stadtarchiv.

  /Döbeln./.                /W. Loose./

FUSSNOTEN:

[57: endelich, tüchtig, zuverlässig. Lexer, I, 551.]

[58: ehrbar, mhd. êrbaerec.]

[59: fördern.]

[60: sich lehnen, legen.]

[61: sacrarium, Sacristei.]

[62: außer, als.]

[63: gebotener Fast- oder Feiertag. Schmeller I, 243.]

[64: nur, mhd. niwâri, newer.]

[65: der Zipfel der Kaputze und die Kaputze selbst. Lexer I, 1515.]

[66: einfach, schlicht.]

[67: Zeit der dritten canonischen Hora.]

[68: Du Cange, VI, 781: Versicularius, qui versus in officio divino
cantare debet.]

[69: Messe, welche nach der mettine (matutina) um Tagesanbruch gelesen
wird. Lexer II, 1392.]

[70: pulpitum, Pult.]

[71: übergeht, übertritt.]

[72: mit Lauge waschen, figürl. Verweis geben, strafen. Lexer, I, 288.]

[73: oder; Schmeller, I, 12.]

[74: lectio, Lehre, Schulunterricht. Lexer I, 1852.]

[75: 1/4 Pfund.]

[76: übrig bleibt. Lexer II, 1608.]

[77: bettet, das Bette macht, (mit Dativ der Person). Lexer I, 244.]

[78: Ungezogenheit, Ungesittetheit, Rohheit begienge.]

[79: ihn entlassen.]

[80: sehr, heftig.]



Zum fränkischen Bauernkrieg.


Nicht blos in Ostfranken und gegen Thüringen zu rumorten die
fränkischen Bauern, auch im Süden, an der Grenze gegen das Ries und
gegen Neuburg und das bayerische Fürstenthum hin, gab es Unzufriedene
genug, die gleich den Schwaben ihr Schicksal auf die Schärfe des
Schwertes setzten und durch Gewalt und Aufruhr ihr Loos zu verbessern
suchten. Ihre Unzufriedenheit bekam Nahrung von den Rieser Bauern, die
mit ihren Herren, den Grafen von Oettingen, ins Gericht gehen wollten,
von den „Dinkelsbühler und Ellwanger Haufen,“ welche Anfangs Mai sich
ins Ries zu werfen beabsichtigten. Markgraf Casimir, der bemerkte, wie
am Südrand seines Fürstenthums diese Kriegsfackel sich zu entzünden
drohte, hielt es für das Beste, hier rasch den Brand zu unterdrücken;
er zog daher, sobald er von den ersten Gewaltthaten seiner Bauern
hörte, jener Gegend zu. Der kurze, aber nicht unblutige Feldzug fand in
der Schlacht am Hahnenkamm, im Dorfe Ostheim sein Ende.

Wir finden nun in den „Bayerischen Bauernkriegs-Sachen“ (VI. Band,
p. 206) des Münchener Reichsarchivs folgenden Brief Casimirs, der
die Schilderung dieser Begebenheiten enthält, und glauben, ihn
hier mittheilen zu sollen, um so mehr, als er von der Bensen’schen
Darstellung (Geschichte des Bauernkriegs in Ostfranken, p. 389 f.)
in mehreren Punkten abweicht: 1) In Bezug auf die Datierung der
Thatsachen: Auszug Casimirs aus Ansbach am 6., nicht 8. Mai; Schlacht
bei Ostheim am 7., nicht 9. Mai. 2) Casimir selbst commandierte in der
Schlacht nicht. 3) Die Zahlenangaben über die Truppenstärke sind hier
officiell, sofern sie das markgräfische Corps betreffen. Der Brief,
dem die Adresse leider fehlt, ist aller Wahrscheinlichkeit nach an
den Pfleger zu Wemding, Conrad von Leonrod, gerichtet, der ihn seiner
Regierung überschickt haben wird.

  Casimir etc.          8. Mai 1525.

Wir geben dir genediger mainung zu erkhennen, das uns vorgestern (6.
Mai) angelangt hat,[81] das sich ain hauff paurn, mererteil uns und
den unsern zustendig, zusamengethon, unser stat Wassertrüehending[82]
einzunemen, uns und die unsern daraus zu beschedigen. derhalben wir
uns dann von stund an zu ros und fues mit ainem stattlichen geschütz
aufgemacht, die stat zu retten und die paurn davor zu schlagen.
aber ehe wir den weg halb von Onolzbach khumen, ist uns potschaft
under augen worden, das die paurn die stat eingenomen und im willen
hetten unser closter Ahausen[83] und Haidenheim zu plündern, zu
verprennen und zu verderben, also haben wir uns gewent in meinung
inen fürzuziehen[84], fernern schaden zu verhüten, und unsern weg uf
Guntzenhausen genomen, ob die paurn uf Haidenheim zugeen, das wir von
Guntzenhausen aus gegen inen fürnemen mochten. und ehe wir also gein
Guntzenhausen khumen sind, ist uns wider potschaft under augen khomen,
das die paurn unser closter Ahausen haben eingenomen und geplündert
und uf gestern sontag (7. Mai) mit etlichen hunderten uf Haidenhaim
zuzeziehen, dasselbig unser closter auch zu plündern und zu verprennen.
also haben wir von stund an etlich unser geraisig uf dritthalb hundert
zu ros und fünfthalb hundert zu fues und sechs schlangen puchsen gegen
inen geschickt, ob sie sie mochten betretten, mit der that gegen inen
zehandeln, und sind wir mit dem andern hauff zu ros und etlich zu fues
in der stat Guntzenhausen plieben und haben kain anderst gewist, dann
das der paurn über sieben oder acht hundert nit. aber über drej stund
ist uns gewislich botschaft komen, das das heer aus dem Ries zu den
andern jetzt gemelten paurn gezogen sind, das man bede haufen uf und
über sechs tausent geacht hat. deshalben wir von stund an ainen potten
abgevertigt den unsern sollichs angezaigt. aber der pot hat nit zu
inen konnen khumen, und also sind die unsern an die paurn khomen, sie
angriffen und mit dem geschütz auch zu ros und fues mit inen getroffen,
der viel erschossen und erstochen und sie in die flucht gepracht, also
das sie in ain gros dorf geflohen und haben die unsern das ober den
paurn anprent, und welche von paurn nit todt pliben, die haben sich
alle in gefängnus geben, auch ire fenlein, harnisch und were den unsern
überantwurtt, doch haben ine die unsern zugestanden das leben und
ewige gefangnus zu sichern. Das haben wir dir, dich mit uns zefreien,
gnediger mainung nit wollen verhalten. Datum Guntzenhausen am montag
nach Jubilate ao. 25.

  /Augsburg./    /Dr. Wilhelm Vogt./

FUSSNOTEN:

[81: an uns gelangt, uns berichtet worden ist.]

[82: Wassertrüdingen an der Wörnitz.]

[83: jetzt Auhausen, 1/2 Stunde südlich von Wassertrüdingen, ebenfalls
an der Wörnitz gelegen, ein Augustinerkloster, in welchem 1608 die
Union gestiftet wurde.]

[84: Durch diese Flankenbewegung suchte Casimir die Bauern von
Heidenheim abzuschneiden.]



Das ayd vnd Regiment der aydgnosen der Sweiczeren wan sy in das veldt
oder in dem krieg cziehen etc.


Zwm ersten sol ain hawptman sweren des gmaynen volgks nucz vnd ere
zw füderen vnd iren schaden zw wenden vnd das volgk nindert[85] zu
verfüeren noch kain czug für sich selbs für zw nemen an[86] der rät
wissen und willen vnd dar inn das pest zu thuen getrewlich vnd an geuär.

Item ain vändrich oder ain vändltrager sol sweren mit dem banner oder
vändl mit trewe vnd warhait vmb ze geen vnd an ains hauptmans wissen
vnd willen nindert hyn ze cziechen vnd das banner oder vändl recht ze
haben vnd auch pey dem banner oder vändl ze sterben oder gneßen[87] vnd
dar ynn sein pests ze thuen getrwlich vnd an geuär so verr[88] sein
leib vnd leben gelangen mag.

Item ain vndter vändrich oder vntter vändltrager swert: mit dem banner
oder vändl mit trew vnd warhait vm ze gyen so vere sein leib vnd leben
gelangen mag vnd an ains hawptmanß vnd ains vändrichs wissen vnd willen
nindert mit dem vändl ze cziechen vnd dar ynn sein pests zu thuen
getrülich vnd an geuär.

Item dye dy zw dem banner oder vändl gegeben seindt swerent da pey ze
pleiben vnd des acht ze haben ob ain vändrich krangk wurdt oder nichts
möcht oder vmb keme das sy dann zw dem banner oder vändl greiffen vnd
das auffrecht heben vnd ie ainer dem anderen das pieten da pey ze
sterben vnd ze genesen getrewlich vnd an geuär.

Item der Schüczen hawptman swert auch des gmaynen volgks nucz vnd ere
ze füderen vnd schaden ze wenden vnd darynn sein pests ze thuen vnd dy
schüczen nit ze verfüeren vnd mit ynne kayn pesunderen czug ze thuen
noch für zenemmen an ains hawptmans wissen vnd willen desgleichen
sollen dy anderen hawptleut auch halten vnd sweren waß itlichen[89]
peuolchen würdt darynn sein pests ze thuen vnd kainer mit seinen
waner[90] oder vändl auß dem here ziechen oder lauffen an erlaubniß des
obristen hawptmanß getrülich vnd an geuär.

Item ain Schüczen vändrich oder bannertrager swert gleich alß der recht
vändrich vnd so uil meer das er dem schüczen hawptman mit dem zaichen
gehorsam sein soll vnd soll auch an sein willen vnd wisßen mit dem
vändl nindert hyn ziechen.

Item dye dy vor vnd hynder den baner oder vändl geordnet werden dy
swerendt vor oder hynder dem baner oder vändl alß ietlicher] geordnet
ist zw pleyben vnd das helfen peschirmen vnd pehüten so verr ir leib
vnd leben gelangen mag.

Item dye schüczen sweren nindert hyn ze lauffen an irs hawptmans
willen vnd wissen.

Item dye wachtmeister dy sweren das sy: so man vntter den veinten
ist dye wacht steet[91] wol wellen peseczen vnd dar pey ligen vnd
luegen[92] das dye wol peseczt vnd versechen seind vnd dar ynn ir pests
thuen getrewlich vnd an geuär.

Dar nach got dem almächtigen vnd seiner werden muter maidt[93] maria
ze lob vnd ere seczen vnd ordnen wir das nyemant in kayn kirchen
sträflichen lauffen oder gien sol dy zw perawben Vnd mit sunderhait waß
zw der kirchen gehört vnd kirchenguet ist von der kirchen nit ze tragen
oder von danen verändern.[94] Auch dy wirdige priesterschaft frawen vnd
kinder nit ze smächen noch sträfflich handt an sy nit legen Sy auch nit
ze endteren[95] noch nichs arg zwe fügen. Vnd wer das vbersicht dem sol
man straffen an leib vnd an guet.

Item es sol auch nyemant fliechen vnd kayn flucht machen vnd wer
das vbersicht dem sol der nägst der pey ynn ist, so verr er mag von
leben zwn todt pringen vnd dar vmb sol nyemant weder mit gericht
noch suest[96] noch mit pueß noch peswärnüß gestrafft werden noch
kayn gericht verschuldt haben. Vnd ob ain sölicher flüchtiger in dem
ertrunne den sol man richten ob er gefangen würde: gleich alß ain
manayder schelman vnd pöswicht.

Item wenn vnß got das glück gebe das wir ain streit pehielten so sol
nyemant den anderen außziechen oder plünderen piß das der streit gar
ze ergangen ist vnd wier den sig oder dy v̈berwindung gancz gebunnen
haben vnd das feldt pehebt[97] vnd dar nach sol man mit rat dye Lewt
auß ziechen vnd waß dann erobert wirt das sol man zesammen thuen vnd
sol das gleich yedermann nach manßzal mit taylen wann von sölichen
auß ziechen vnd plünderen wo das in gefecht geschicht: widerferdt den
Leuten grosser schade vnd schandt.

Item ain ytlicher sol in seiner ordnung alß ym ze ziechen pefolchen
wirt pleyben vnd dye nit prechen noch von danen an vrlaub lauffen
sunder vor vnd hinden den baner oder vändl wie dann dy ordnung auß
weist pleiben.

Item wenn auch ain raub gewunnen oder genommen wirdt essende speiß es
sey vich oder suest anders das sol nymant an vrlaub seins hawptmans
vnd der rätt auß dem velt füeren da mit ain gmayne dester paß gespeist
werde vnd das auch vmb ayn gleichen pillichen pfenning geben ain
gemayne da mit nit ze v̈berschäczen.

Es sol auch nyemandt prennen an ayns hawptmans oder der rätt vrlaubs
piß das das volgk für oder durch zücht da mit dye nachthuet oder speyß
nit gehyndert werde.

Item es sol auch nyemandt aynicherlay spil spilen wie das genent
oder gehayßen ist gancz nichs außgenomen noch hynden geseczt an ains
hawptmans willen vnd vrlaub wann[98] von spilen vil vnfreundschafft vnd
aufruer erstet vnd sol auch nyemandt kayn pößen swuer thuen.

Es sol auch yederman in veldt in der veindt landt sein harrnisch vnd
sein wer pey inn tragen er gee ze kirchen oder ze rat tag vnd nacht.

Es sol auch nymant auß dem veld oder suest von baner oder vändl ziechen
an ains hawptmans wissen vnd erlauben weder aushyn weder inhyn wercz
vnd welcher das v̈berdrit hat sein sold dem er des zuegs verdient hat
verloren.

Item ob es auch zu ainem gefecht oder streit kommen wurd so sol
nyemandt ain geschray noch rueffen machen sünder got vnd sein wirdige
mueter mariam an rueffen vnd dye vor augen haben vnd da mit mändlich
vnd ritterlich vechten alß vnser vorvaderen gethan haben.

Item wenn auch dy gesellen wider einander stössig wurden ainer oder
meer da sol yederman schaiden vnd sich nit parteyen ainen tail für den
ander ze helfen oder peystyen: dye stösß trölich zerlegen vnd frid auff
nemmen vnd sol der frid vmb alle sachen geben werden vnd sol nyemant
den anderen frid versagen sunder dem fur wordt vnd werch geben vnd wer
den frid pricht mit fluechen oder schelten den sollen dy hawptleut pey
iren ayd an seinen eren oder an seinen leib vnd guet straffen wer aber
den pricht mit werchen den sol man ab slagen sein hawpt. Thet aber
ainer den anderen vber den frid leiblöß[99] der ist ein mördrer vnd man
sol im auf ain rad seczen.

Pey dem ayd sol nyemant ainer den anderen kayn todslag, der ausserthalb
den zug gescheen wär, rechen in der czeit alß wir in feld sein und wer
das vbersäch zw des leibs vnd gut sol man richten nach recht.

Item vor allen dingen pieten wir das nyemant für sich selbs kain
auffbruch noch auflauff mach ob bald dy veind gegenbürtig[100] wären
dann mit vrlaub der hawptleut vnd mit ordnung alß das vnsere vorderen
auch gepraucht vnd heer pracht haben.

Es sol auch nyemant kayn mül brechen noch der mül gschürr hyn weg
tragen an ayns hawptmans wissen vnd willen.

Item da pey sol yederman sweren vnsere veind an leib vnd guet ze
schedigen so verre unser aller leib vnd guet gelangen mag vnd ainem
hawptman vnd seinen poten gehorsam ze sein noch kain zug noch antrag
ze thuen an ains hawptmanns vnd der rät wissen vnd willen vnd dar pey
vnseren frid nit ze peschedigen weder an leib noch an guet vnd pey den
ayd an ain gefecht oder streit nyemant ze vachen sunder so vere man mag
vnser veindt ze tödten.

Dyse abschrifft hab ich genomen auß der zedel, die man pey ain hawptman
der Sweiczeren hat funden in dem nägsten schlag der da geschehen ist in
der vergangen vasten der Jar zal: (14)99, pey Costnicz vnd hat sy herre
hannß Trugksaß pracht gen walsee vnd ist er dar nach pald worden der
öbrist hawptmann vber das heer das da ligt ze Costnicz.

Item es sagt alle welt in Swaben lob vnd dangk den etschleuten vnd
ärczt knappen vmb ir ritterlich vechten vnd tat dy sy than haben piß
hye her wider dy Sweiczer pesunder wir di Chör[101] vnd pey veldkirchen
vnd hat der gancz Schwäbisch pundt ain großen wolgefallen und troest
zw den etschleuten alß ich dann das warlich vernomen hab nit alayn von
here hannßen Trugkßsaß sunder auch von manigen anderen pideren leuten
dy in dem krieg sein gewesen vnd noch sein. Got geb vnß gnad sig vnd
glügk wider all vnser veindt amen amen amen.

Wolkenstein’sches Archiv im germanischen Museum.

  /Nürnberg./    /Hans Bösch./

FUSSNOTEN:

[85: nirgends.]

[86: ohne (so noch öfter).]

[87: genesen, am Leben bleiben.]

[88: so fern, so weit.]

[89: jeglichem.]

[90: Banner.]

[91: stets.]

[92: schauen, zusehen.]

[93: Jungfrau.]

[94: entfernen, entfremden.]

[95: entehren.]

[96: sonst.]

[97: behalten.]

[98: denn.]

[99: leblos, todt.]

[100: gegenwärtig.]

[101: wider die Churer (?); das Papier ist an dieser Stelle gebrochen
und dadurch die Schrift nicht sicher zu lesen.]



Ein ehrengerichtlicher Spruch aus dem 16. Jahrhundert


Wolfgang von Honneck Comentur des deutschen Hauses zu Freiburg,
Hans Albrecht von Anwyl, Bürgermeister daselbst, Hans Wilhelm von
Liechtenfels und Erhart von Falkenstein erklären, im Namen gemeiner
Herren und Gesellen der löblichen Gesellschaft zum Ritter, daß
beleidigende Aeußerungen des Abtes Melchior zu St. Trudpert[102] gegen
den Freiherren Anthoni zu Stauffen, nach den von dem Abte gegebenen
Erklärungen, keinem Betheiligten an Ehre, Herkommen, Stand und Leumund
nachtheilig sein sollen.

  1550, December 22.

Zu wyssend vnd khundt sy menigklichem mit disem brieff, nach dem
sych spaͤnn[103] vnd irrung zugetragen zwischen dem wolgeborenen
| herren, herren Anthonien freyherren zu Stouffen an einem vnd dem
erwürdigen vnd geistlichen herren, herren Melchior | abte des gotzhußes
zu sant Trutprecht am anderen teil von wegen etlicher wortt, die
sich vff den acht vnd zweinzigen (sic!) tag | des Monats Marcii
nechst verschinen,[104] als man etliche spaͤnnige hoͤltzer
besichtiget, von dem genantten hern abte wider den gemelten herren
von Stouffen geredt haben solle, welche wortt der gedacht herr von
Stouffen fuͤr schmelich vffgenommen, den herren abbt rechtlich
darum zu suchen willens gewest. Vnd aber derenhalben fuͤr vnß
herren vnd gesellen der loblichen geselschafft zum Ritter, vermoͤg
der ordnung, vff huͤt dato khomen, daruff man sy zu beiden teillen
notturfftig[105] gehoͤrt. Demnach aber der vorgenant her abbt die
selbige wortt nit dermassen, das sein wyll vnd gemiett inne[106]
den herrn von Stouffen an seinen eeren, herkomen vnd guͤten
leimbdten[107] zu verletzen ye willens gewest, auch noch sein wyll
vnd gemiet nit sye, sonder, was er geredt, habe er als ein altter,
bedagtter man vß vnbedachtem beweglichen gemiett gethonn, verantwurt
hett, vnd woͤlle ime, herren von Stouffen, alle eer, lieb vnd
diennst, wie bißher bewysenn, daruff den die parthien vff vnnser
fruͤntlich bitt vnd ansuͤchen dise sachen vnnß heim gestellt
haben, dwill[108] wir dann in des herren abbts verantwurttung, das sein
wyll vnd gemiett den hern von Stouffen darmit an seiner eeren, herkomen
vnd gutten leimbdten zu verletzen nit gewest, genugsam gehoͤrtt, so
haben wir durch vnseren güetlichen spruch ertheiltt, das dise wortt
keinem teil an seinen eeren, herkomen, standt vnd guͤten leimbdten
nachteilig sein sollen, auch hiemit deren halben gericht, vertragen
vnd vereinbartt sein, also das kein theill den anderen deren halben
wytter suͤchen[109], weder inner noch vsserthalb rechtens beschweren
woͤlle. Das sy vnnß zu beiden teilenn by guͤtem glauben, eren vnd
würde zugesagt vnd versprochen haben mit verzyhung[110] aller gnaden
vnd freyheitten. Deß zu vrkhundt so haben der erwürdig, die edlen und
vesten, herr Wolffgang von Honneck, Comenthur alhie zu Fryburg im
tutschen huß, Hannß Albrecht von Anwyll, dieser Zeit Burgermeister
der statt Fryburg, Hannß Wilhalm von Liechtenfels vnd Erhartt von
Falckenstein im namen vnd von wegen gemeiner herren vnd gesellen der
loblichen gesellschaft zum Ritter ire eigne insigell zu vnd an disen
brieff thonn hencken, der geben ist vff den zwein und zweinczigistenn
tag des monats Decembris im jar als man zalt nach Christi vnsers
lieben herren vnd erloͤsers geburtt tusendt fuͤnffhundert vnd
fuͤnffzig.

Perg.-Orig. mit 4 Siegeln, von denen indeß nur noch zwei (v.
Lichtenfels und v. Falkenstein) gut erhalten.

Karlsruhe. Großh. General-Landes-Archiv: Urkundensection St. Trudpert,
Convolut 36.

  /Karlsruhe./    /v. Weech./

FUSSNOTEN:

[102: St. Trudpert, ehemaliges Benedictinerkloster im jetzt badischen
Bezirksamte Staufen.]

[103: /Span/, m., pl. /Spän/, Streitigkeit, Zwist; /spänig/, streitig,
Schmeller II, 670.]

[104: vergangen; Schmeller II, 423.]

[105: nach Bedürfniß, so viel nöthig; Schm. I, 539.]

[106: ihn.]

[107: /Leumde/, aus mittelhochd. liumunt, liumet, Ruf, öffentliche
Meinung, Leumund; Schm. I, 1472.]

[108: /dwill/, aus mhd. /die wîle/ (während, da); zusammengezogen:
dieweil.]

[109: belangen.]

[110: Entsagung, Verzicht; Schm. II, 1105. Dr. /Fr./]



Mäßigkeitsvertrag.


Fünf 1609 in Paris sich aufhaltende deutsche Edle errichten unter sich
ein Bündniß gegen zu vieles und ungesundes Weintrinken unter Androhung
einer bedeutenden Geldstrafe.

„Khundt vnndt zue wissen, sey jedermenniglich, daß vff heutt Dato
ann dem heiligen Ostertag, Altten Calenders, die Wohlgebornen Herrn
und Edlen, Herr Albrecht Güntter, der Vier Grauen des Reichs, Grauen
zu Schwartzburg vnnd Hohnstein, Herrn zu Arnstatt, Sondershaußen,
Leuttenberg, Lohra vnnd Clettenberg etc. Christoph Moritz Freyherr
zu Herberstein etc. Seyfridt Herr vonn Küttlitz etc. Adam Andreä
Rideßel vonn Camburg, Fürstl. Speürischer Rath, ober Ampt- vnnd
Lanndtshauptmann auff Magdenburg vnnd Lanndeckh etc. vnnd Sambson
Schöer(?) von Schwartzenburg, Fürstlicher Württenbergischer bestellter
Rüttmeister vnnd Hauptmann etc. Sich mit einannder vereinbartt und
verglichen, daß kheiner (biß wider auff khünfftigen Ostertag wann mann
zehlen württ 1610.) vber eine Mahlzeitt (deß Tags nicht mehr dann zwo
gerechnet) auff daß höchste mehr nicht dann ein maß wein trinkhen soll,
vnnd zwischen denn Malzeitten mehr nicht denn ein quartt, Weil aber die
Massen jnn Teütschlandt hin vnnd wider vngleich, wollen wür hiermit
diße nach Volgende drey massen Außtrukhenlich genannt vnnd verstanden
haben, Namblichen die Reinisch, Württembergisch, und Elßäßisch, da
sy einannder biß auff Vngeuahr ein klein gläßlin voll gleich seindt,
etc. All anndere Starkhe getrankh wie die Namen haben mögen, hiemit
Außtruckhenlich verbotten und außgenommen sein sollen mehr nicht dann
ein klein Trünckhgleßlin voll, Ohne wasser vnnd Büer, Es wehre dann,
daß einer Kranckh vnnd Ime ein annder tranckh geordnet würde. Es solle
auch khein theül dem Anndern macht haben Mehr zu Erlauben etc. Auff dem
fahll aber einer oder der Annder sich überreden lüesße, oder obgemelte
zwo masß, vnnd die quartt zusamen Sparen oder auff einmahl trinckhen
woltte, der solle hiemit vnnd Inn Crafft diß Verbunden vnnd schuldig
sein denn Anndern obgemeltten, Jedem Insonnderheitt, /Drey hundert
Reichsthaler/ Inn specie zu geben, nicht allein auff einmahl,
sondern so offt er solches vber tritt. Wür versprechen Vnnß auch gegen
einander, Bey vnnßern gewisßen Eydt vnndt Ehren, Da es einer oder der
Annder Vbersehe vnndt nicht hüeltte, daß er schuldig sein soll, denn
andern ein solches zu gestehen vnnd anzuzeigen. Da aber einer oder der
annder Außflüchten suchen woltte, vnnd annderst v̈berwißen würde, Der
soll schuldig vnnd verbunden sein, Obgemelte Summa Doppelt zu geben,
vnnd so offt daß er solches thuett etc. Die weil wür aber Aller seitz
Verpflichte Lehen Leuth vund Diener seindt, allß wollen wür hiemit dem
Churfürsten vonn Sachsen, Hertzog vonn Württenberg, vnnd dem Bischoff
von Speur, oder da einer hie zwischen Inn Annderer Fürsten Diennst
Kheme, Allein Jre Taffel außgenommen haben etc. Solches stehet vnnd
vest zu haltten, Auch hiemit alle Außreden, Außflüchten vnnd Lüst, so
Menschen erdenckhen mögen außgenommen haben. Dessen wür vnnß mit Mundt
vnnd handt, auch crafft dieser schrifft gegen einannder Verbunden vnnd
Verlobt.

Zue wahrer Vrkhundt haben wür diß Verbündtnus mit vnsern angebornen
Rinng Püttschiren vnd eignen Hannden becräfftigt vnnd vollenzogen.
Datum Pariß den 16/26 Aprilis anno 1609.“

Folgen die 5 Siegel und eigenhändigen Unterschriften der obengenannten
5 Herrn:

    /Albrecht Günther/                             /Christoff Moriz/
  Graff zu Schw. u. Honst.                       Freih. zu Herberstin
                               /Seyfriedt/
                           Herr vonn Kittlitz
    /Andre Ridesell/                                /Samson Schöer/
      von Camburg                                 vonn Schwartzenburg
  Oberster Leytenannt                          Ritmeister vndt Hauptmann

    Aus dem Rudolstädter Archiv.
                                              /B. Anemüller/.



Samuel Karoch von Lichtenberg.


Ueber diesen Vorläufer der Humanisten und seine wunderlichen Verse
habe ich in der Zeitschrift f. d. Gesch. des Oberrheins im 28. Bande
gehandelt. Es ist nicht unwichtig, daß derselbe trotz seines sehr
mangelhaften Lateins und seines possenhaften Auftretens doch es zu
einer gewissen Berühmtheit gebracht hat. Ich bemerke deshalb hier, was
mir damals entgangen war, und worauf mich Herr Dr. Geiger aufmerksam
machte, daß dieser Samuel auch in den Epistolis obscurorum virorum
vorkommt. Magister Conrad von Zwickau schreibt ep. 13: „Per deum valde
jucundum est amare mulieres, secundum illud carmen Samuelis poete:
Disce bone clerice -- conservare“. Zarncke, Die deutschen Universitäten
im Mittelalter S. 87, hat dasselbe, mit noch einer Zeile am Schluß,
aber ohne den Namen des Verfassers. Noch merkwürdiger aber sind die
Worte Magistri Philippi Sculptoris ep. 25: „Tempore meo fuit tantum
unus poeta, qui vocatus fuit Samuel; et nunc solum in ista civitate
sunt bene viginti.“ Boecking, Opp. Hutteni VII, 463 im Index biogr.
verweist auch auf Habich in Progr. Gymn. Goth. 1860, nach welchem in
einer Gothaer Hs. außer dem Dialogus inter adolescentem et virginem
auch f. 297-300 enthalten ist: „Samuelis de monte rutilo epistola
missiva et petitoria omnes paene scholarium miserias lucide declarans.“
Die möchte auch vielleicht der Mittheilung nicht unwerth sein.

  /Berlin./                                         /W. Wattenbach./



Hochzeitbrief eines Scharfrichters.


Hoichwirdighe Fürstin Wollgeborne Gnetighe Fraw. E f g magh Ich
Deroselben vndertheniger Diener in Vnderthenigkeit nitt verhalten
waßgestalt Ich nun durch Zufuegungh Gottes vnd freunde Raith meyne
Tochter Elisebeth an eynen erbarn Gesellen vnsers beruffs eheligh
versprochen. Vnd darab[111] derselben hochtzeitligen ehrtag gliptz[112]
Gott vff dinxstagh den Zehenden dises Monatz alhie zu Essen an vnser
Behausungh gern halten solle. Dweilh[113] nun Ich armer Diener zu E. f.
g. aller gnad vnd Beystandtz mich gentzlich getroeste, Alß Glangt an E
f g Meyn vnderthenigh hohe fleissigh bitt. Die wollen myr vnd meyner
Tochter zu derselben hochzeitligen Ehrtag so gnetiglich erscheinen. Vnd
denselben mitt gnaden hilffen leisten etc. Daß bin Ich armer Diener in
aller vndertheniger Vermugenheit sampt meynem Ehetumb[114] die taghe
unsers Lebens widrumb zuuerschulden geflissen. Weis Gott der E f g
zu langen Zeiten in hohem furstlichen stande gesundt vnd glückseligh
erhalte.

Datum am 6^{ten} July Anno etc. 601.

  E. F. G. Vndertheniger gehorsamer Diener
      Hanß Bernhers. Scharpffrichter.

Dieser Brief ist gerichtet an die gefürstete Aebtissin des kais.
freiweltlichen Stiftes von Essin (Essen). Er stammt wahrscheinlich
aus dem Besitze des Archivars Kindlinger, (vgl. Annalen des Vereins
f. nassauische Alterth. XI, 336 f.), der ihn mit andern Essen’schen
Akten an Bodmann abgetreten zu haben scheint, von welchem er (1830) mit
dessen archivalischen Sammlungen käuflich an Habel übergieng.

  /Miltenberg./      /Conrady./

FUSSNOTEN:

[111: daher.]

[112: geliebt es.]

[113: d. i. dieweil, weil.]

[114: Diese umdeutende Form für /Eidam/ findet sich auch bei
Apherdianus, tirocinium linguae latinae, p. 194. Dr. Fr.]



Spruch.


In einem alten Buche steht eingeschrieben:

  „Disses Buh ist mir ver Ehrt worden
  Zum neuen Jahr bey dem schulmeister
  Zu stamheim darum ist mir lieb Wers
  stilt der ist ein dieb. Er sey gleich Rieder
  otter Knecht so ist er an den galgen gerecht.

    Anno 1631 Jar“.

  /Kupferzell./      F.-K.



(Mit einer Beilage.)

       *       *       *       *       *

Verantwortliche Redaction: /Dr. A. Essenwein./ /Dr. G. K.
Frommann./

Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in
Nürnberg.


Gedruckt bei /U. E. Sebald/ in Nürnberg.



  BEILAGE ZUM ANZEIGER FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.

  1879.    Nº 2.    Februar.



Chronik des germanischen Museums.


  /Nürnberg/, den 15. Februar 1879.

Im Anschlusse an die Meldung der vorigen Nummer dieses Blattes über
Gaben mehrerer Mitglieder des bayerischen Königshauses zur Herstellung
einer großen Uhr im Augustinerhofe können wir heute die erfreuliche
Mittheilung machen, daß auch Se. kgl. Hoheit, Prinz Otto von Bayern
geruht hat, 1000 m. dem genannten Werke zuzuwenden.

Durch Herrn Friedrich Balduin Freiherrn v. Gagern auf Neuenbürg sind
wir mit der Zusage der Stiftung eines gemalten Fensters erfreut worden.

Auch für das Handelsmuseum sind neuerdings mehrere Antheilscheine
gezeichnet worden. Es haben deren übernommen die Herren: Georg Benda in
Fürth 1, J. W. Berlin in Fürth 1, Julius Federer, Consul in Stuttgart,
3, Gebrüder Grüner in Fürth 3, H. Hornschuch in Fürth 1, Johann Humbser
in Fürth 1, L. Münch in Fürth 1 und C. A. Schröder, Kaufmann, in
Nürnberg 2.

Im Pflegschaftswesen haben sich in der letzten Zeit folgende
Veränderungen zugetragen:

Eine /neue/ Pflegschaft wurde gegründet in /Eberswalde/.
Pfleger: Dr. med. H. /Gock/, Arzt der Landes-Irrenanstalt,
seit 15. Oktober v. J. In /Berlin/ wurden als fernere Pfleger
aufgestellt: /Max Gritzner/, kgl. preuß. Premierlieutenant a.
D., u. /F. Warnecke/, k. Rechnungsrath, s. 1. November v. J.
Nachstehende Pflegschaften wurden /neu besetzt/: /Apolda./
Pfleger: /Carl Hundeshagen/, Kaufmann, seit 1. Sept. v. J.
/Aurich./ Pfleger: Dr. /Herquet/, k. Staatsarchivar, seit
1. Juli v. J. /Bamberg./ Pfleger: /F. Deuerling/, Kaufmann,
seit 10. August v. J. /Bautzen./ Pfleger: Dr. phil. /Curt
Gehlert/, Gymnasialoberlehrer, seit 1. August v. J. /Bonn./
Pfleger: /Werner Hesse/, k. Postkommissär a. D., seit 6. Juni v.
J. /Bruchsal./ Pfleger: /Heck/, Oberbürgermeister, seit 1.
November v. J. /Büdingen./ Pfleger: Dr. /Theod. Walther/,
Gymnasiallehrer, seit 5. Juni v. J. /Burgsinn./ Pfleger: /K.
Kippert/, k. Pfarrer, seit 14. Juli v. J. /Esslingen./ Pfleger:
/Georg Fröhner/, Buchhändler, seit 22. Mai v. J. /Görlitz./
Pfleger: /Georg Starke/, Kunstverleger, seit 10. Juni v. J.
/Homburg v. d. H./ Pfleger: /L. Jacobi/, Baumeister, seit
1. Juli v. J. /Kiel./ Pfleger: Dr. med. /Paulsen/ seit 18.
Oktober v. J. /Pfaffenhofen./ Pfleger: /Ludwig Lechner/,
chem. Apotheker u. Privatier, seit 1. Sept. v. J. /Plauen./
Pfleger: /Johannes Müller/, Seminaroberlehrer, seit 21. Mai v. J.
/Ramsau/ (Steiermark). Pfleger: /Friedr. Traug. Kotschy/,
evang. Pfarrer, seit November v. J. /Stendal./ Pfleger:
/Härter/, Oberlehrer, seit 1. Januar d. J. /Torgau/.
Pfleger: Dr. /C. Knabe/, Gymnasialoberlehrer, seit 5. Juni v.
J. /Tuchel./ Pfleger: /Müller/, Landrathamtsverweser und
Regierungsassessor, seit 1. Januar d. J.

Seit Veröffentlichung des Verzeichnisses in der vorhergehenden Nummer
wurden folgende /neue Jahresbeiträge/ angemeldet:

Von =öffentlichen Kassen=. =Karlsbad.= Stadtgemeinde (auf
weitere 3 Jahre) 20 m.

=Von Privaten. Berlin.= Ferd. Graf v. Brühl, Lieuten.
im Garde-Kür.-Regt., 3 m. =Dresden.= J. Meinhold, Privatmann,
5 m.; Dr. med. G. A. H. Schmaltz 5 m. =Fürth.= Jonas Bechmann
2 m.; Feistmann, Fabrikant, 2 m.; Moritz Feistmann 2 m.; Joh.
Georg Linz 2 m.: Heinr. Mailänder, Reichsbankagent, 2 m.; Berthold
Pedele 2 m.; Schaller, Tünchermeister, 2 m.; Heinrich Scharff 2 m.
=Halberstadt.= Meier, Antiquar, 1 m. =Hersfeld.= Berge,
Lehrer, 1 m.; Breunung, Schulinspektor, 3 m.; Crass, Rechtsanwalt, 3
m.; Mathi, Gymnas.-Lehrer, 3 m.; Dr. Müller, Apotheker. 2 m.; Noll,
Oberamtmann, 2 m.; Ramann, Geometer, 1 m.; A. Rechberg, Fabrikant, 2
m.; H. Rechberg, Kaufmann, 2 m. =Homburg i. Pf.= Jacoby (statt
früher 2 m.) 5 m. =Kempten.= Wilh. Schnetzer, Großhändler,
10 m. =Kissingen.= Friedr. Frhr. Du Prel, k. b. Kämmerer,
Bez.-Amtmann und Badkommissär, 4 m. =Metz.= Frhr. von Hardenberg,
k. Zollinspektor, 5 m.; Lazard, Bankdirektor, 3 m. =Nürnberg.=
Gg. Bayer, Röhrenmeister, 5 m.; Dr. H. Kämmerer, Prof., 5 m.; Serno,
Kaufmann, 5 m. =St. Petersburg.= W. von Egler, Collegienrath, 3
m. 20 pf.; Findeisen, Pastor, 3 m. 20 pf.; Linder, Kaufmann, 9 m. 60
pf.; Ph. v. Otten, Hofrath, 3 m. 20 pf. =Ramsau.= Friedr. Kotschy,
Pfarrer, 3 m.

/Einmalige/ Beiträge wurden gegeben:

=Von Privaten. St. Petersburg.= M. Arnd, Kaufmann, 6
m. 40 pf.; Dalton, Consistorialrath, 3 m. 20 pf.; A. v. Fabricius,
Excellenz, 6 m. 40 pf.; H. v. Hafferberg, Censor, 6 m. 40 pf.;
Hasenjäger, Pastor, 3 m. 20 pf.; A. Schmidt, Makler, 3 m. 20 pf.;
H. v. Schultz, Staatsrath, 6 m. 40 pf.; Dr. phil. Walter, Pastor, 6
m. 40 pf. =Rotenburg.= (Hessen) Berlein, Rechtsanwalt, 2 m.;
Gleim, Kreisgerichtsrath, 2 m.; Gleim, Rechtsanwalt, 3 m.; Kind,
Kreisgerichtsrath, 2 m.; Pfeiffer, Amtsrichter, 1 m. 50 pf.; Stamm,
Apotheker, 1 m.; Stamm, Oberförster, 3 m.; Dr. Ungewitter 1 m.; v.
Winkler, Staatsanwalt, 3 m. =Wörth a. D.= Frhr. v. Lützelburg,
kgl. Landgerichts-Assessor, 2 m.

Unsern Sammlungen giengen ferner folgende Geschenke zu:

I. Für die kunst- und kulturgeschichtlichen Sammlungen.

(Nr. 8087-8099.)

=Amberg.= /K. b. Gewehrfabrik/: Modell der ersten, in der
dortigen Fabrik aufgestellten Laufzugbank. Modell des ersten, in
Haselmühle aufgestellten Waffenhammers (Schwarzhammer). Modell
einer Feilenhaumaschine. -- =München.= /Braun und Schneider’s/
Verlag: Vollständige Serie der Münchener Bilderbogen, 720 Blätter.
-- =Neckarsteinach.= /Dr. Wilh. Bauer/: Werk einer Taschenuhr.
18. Jahrh. Zekokarte von 78 Blättern. 19. Jahrh. -- =Nürnberg.=
/G. Benda/, Antiquar: Kupferplatte zum Drucke eines verzierten
Visitenkartenformulars von Jac. Ant. Landner in Wien. /Bock/, Zahnarzt:
Eiserne Geldbüchse mit Bemalung von 1678. /Katholing/, Webermeister:
Zerbrochener Offiziersdegen. 18. Jahrh. /Julius Hailmann/, Bäcker:
4 Porträte Martin Luthers und seiner Familie. Schwarzkunstblätter
von J. E. Haid. /Kohlmann/, Handlungslehrling: Kleines, aus
Elfenbein gedrechseltes, durchbrochenes Büchschen. /Sigm. Pickert/,
Hofantiquar: Hagenauer’sche Bronzemedaille auf Joachim von Brandenburg.
/Wirsching/, Büttner: Nürnbergische K. R. Oberpostamtszeitung,
1784, Nr. 18, mit Kupferstichabbildung der Ueberschwemmung der
Stadt. -- =Quedlinburg.= /Stadtmagistrat/: Gipsabguß eines eisernen
Hinterladungsgeschützes des 15. Jahrh. -- =Rosenheim.= /Arthur
Hopff/, Notariatsaktuar: Geometrische General-Charte über das
Ober-Ambt Zweybrücken. 1742. Handzeichnung. -- =Wallerstein.= /Dr. W.
Frhr. v. Löffelholz/, Domanialkanzleirath und Archivar: Verzierter
eiserner Schraubenschlüssel. 18. Jahrh. Mehrere Kupferstiche und
Buntpapierproben. 18. Jahrh.

II. Für die Bibliothek.

(Nr. 38,990-39,123.)

=Bayreuth.= /Historischer Verein für Oberfranken/: Kraußold, Dr.
Theodorich Morung; II. Thl. 8. -- =Berlin.= /E. Friedel/, Stadtrath:
Ders., Alterthümer von Prenzlau und Umgegend. 4. -- =Bonn.= /K. rhein.
Friedrich-Wilhelms-Universität/: v. Hoiningen, gen. Huene, Beiträge
zur geschichtl. Entwicklung des strafbaren Bankerutts in Deutschland.
1878. 8. Meyer, Beiträge zur Geschichte der fideicommissarischen
Substitutionen. 1878. 8. Schmitz, die Geschichte der lothringischen
Pfalzgrafen bis auf Konrad von Staufen. 1878. 8.; und 44 weitere
akademische Gelegenheitsschriften. -- =Bremen.= /Archiv der freien
Hansestadt/: Ehmck u. Bippen, Bremisches Urkundenbuch; III. Bd. 2. Lfg.
1878. 4. -- =Brüssel.= /Académie royale des sciences, des lettres et
des beaux arts de Belgique/: Dies.; mémoires couronnés etc.; t. 40. 41.
1876 u. 1878. 4. Mémoires etc.; t. 42. 1878. 4. Mémoires couronnés et
autres mémoires etc.; t. 27. 28. 1877. 1878. 8. Bulletins etc.; 44-47.
année, 2. ser., t. 41-45. 1876-78. 8. Compte rendu des séances etc.; t.
III, 3. 4. IV, 1-3. V, 1-5. 1876-78. 8. Annuaire etc.; 43. 44. année.
1877-78. 8. Namur, table de logarithmes. 1877. 8. -- =Deggendorf.=
/Reinhard/, Apotheker: Hartmann, Praxis chymiatrica, oder chymische
Artzney-Uebung 1678. 8. -- =Dresden.= /Wilh. Bänsch/, Verlagsbuchh.:
Zeitschrift für Museologie und Antiquitätenkunde, redig. von Grässe;
I. Jahrg. 1878. 4. Dr. /C. F. von Gerber/, k. sächs. Staatsminister,
Exc.: Codex diplomaticus Saxoniae regiae, hg. v. Posse und Ermisch; II.
Haupttheil, 6. Bd.: Urkundenbuch der Stadt Chemnitz. 1879. 4. /Dresdner
Kunstgewerbe-Verein/: Ders., I. Bericht etc. 1876-78. 1879. 8. Rath
der Stadt: Ders., Verwaltungs-Bericht etc. für das Jahr 1877. 1878. 4.
Hasse, die Finanzen der Stadt Leipzig, 1865-75. 1876. 8. -- =Erlangen.=
/Physikalisch-medicinische Societät/: Dies., Sitzungsberichte etc.;
10. Heft 1878. 8. -- =Frankfurt a. M.= /K. Th. Völcker/ und /Heinr.
Keller/, Verlagshandlungen: Kleiner’s florirendes Frankfurt a. M.,
neu herausgegeben von Gebr. Weisbrod und Steitz. 3. Aufl. 1878. 2. --
=Frauenburg.= /Histor. Verein für Ermland/: Ders., Zeitschrift etc.,
Jhg. 1871, Bd. V, 2. Heft (der ganzen Folge 14. Heft.) 8. Jhg. 1877 u.
78. (Bd. VI, 3. u. 4. Heft). 1878. 8. -- =Graz.= /Akadem. Lese-Verein/:
Ders., Jahresbericht 1878. 8. /Joh. Wendrinsky/, Beamter der k. k.
Universitäts-Bibliothek: Ders., die Grafen Raabs. 1879. 8. Sonderabdr.
-- =Greifswald.= /Rügisch-pommersche Abtheilung der Gesellschaft
für pommersche Geschichte und Alterthumskunde/: Pyl, Geschichte der
Stadt Greifswald und 40. Jahresbericht. 1879. 8. Pyl, Henning von
Gützkow. 4. -- =Hamburg.= /C. Gaßmann/, Verlagsbuchh.: Heuer, Hamburg
und seine Umgebungen. qu. 2. -- =Heidelberg.= Dr. /Hermann Kopp/,
Univers.-Professor: Ders., einiges über Witterungsangaben. 1879. 8. --
=Hermannstadt.= /Verein für siebenbürg. Landeskunde/: Ders., Archiv
etc.; n. F. XIV. Bd., 3. Heft. 1878. 8. Jahresbericht etc., f. d. Jahr
1877-78. 8. -- =Ingolstadt.= /Histor. Verein in und für Ingolstadt/:
Sammel-Blatt etc.; IV. Heft. 1879. 8. -- =Kristiania.= /Foreningen
til Norske Fortidsmindesmerkers Bevaring/: Ders., Aarsberetning
for 1877. 1878. 8. Norske Bygninger fra Fortiden; IX. Heft. 1878.
8. -- =Landshut.= /Histor. Verein von u. für Niederbayern/: Ders.,
Verhandlungen etc.; Bd. XIX, 3. 4. 1877. 8. -- =Leipzig.= /Fürstl.
Jablonowski’sche Gesellschaft/: Dies., Preisschriften etc.; XXI:
Pöhlmann, die Wirthschaftspolitik der Florentiner Renaissance u.
das Princip der Verkehrsfreiheit. 1878. 8. /Rath der Stadt/: Hasse,
Verwaltungsbericht der Stadt Leipzig f. d. Jahre 1866-77; 3. Heft.
1878. 8. -- =Ludwigsburg.= /L. Zahn/: Ders., frisch, fromm, fröhlich,
frei! 1876. 8. -- =Marburg.= /N. G. Elwert’sche/ Verlagsbuchh.: Wyß,
die Limburger Chronik untersucht. Mit unedirten Fragmenten und vier
Urkunden. 1875. 8. Lenz, drei Tractate aus dem Schriftencyclus des
Constanzer Concils. 1876. 8. Arnold, Ansiedelungen u. Wanderungen
deutscher Stämme; II. Abth. 1875. 8. Arnold, über das Verhältniß der
Reichs- zur Stammesgeschichte u. die Bedeutung der letzteren. 1875.
8. Vilmar, Geschichte der deutschen National-Literatur; 19. Aufl.
1879. 8. Vilmar, zum Verständnisse Göthe’s; 4. Aufl. 1879. 8. --
=München.= /J. Würdinger/, k. Major a. D.: Schwartzerdt, pfälzische
Reimchronik. 1878. 8. Sonderabdr. -- =Nürnberg.= /G. Benda/: Stammbuch
der Karoline von Fürer. 1785. 16. /R. Bergau/, Privatgelehrter:
Sechster Jahresbericht des westfäl. Provinzial-Vereins für Wissenschaft
und Kunst pro 1877. 1878. 8. Jahres-Bericht der Commission zur
Erforschung der Kunst-, Geschichts- und Natur-Denkmäler Westfalens pro
1875, 1876, 1877. 1876-78. 8. /Wilh. Kohlmann/, Handlungslehrling:
Vlacq, tabulae sinuum, tangentium et secantium et logarithmi etc.
1681. 8. Schröterus, diatribae domesticae. 1615. 4. /J. Hailmann/,
Bäcker: Luther, das Vater unser... vßgelegt. 1522. 8. /Fritz Stich:/
Christliche allgemeine Gebete. 1753. 8. /Ungenannter/: Gottwald,
Betrachtungen eines Buchdruckers an Guttenberg’s Denkmale. 1840. 8.
-- =Offenbach.= /Verein für Naturkunde/: Ders., 17. u. 18. Bericht
etc., vom 9. Mai 1875 bis 13. Mai 1877. 1878. 8. -- =Reichenberg.=
/Reichenberger Museum/: Dass., Jahres-Bericht etc. für das Jahr 1878.
1879. 8. -- Stettin. /Gesellschaft für pommer’sche Geschichte und
Alterthumskunde/: Baltische Studien; 28. Jhg. 2.-5. Heft. 1878. 8. --
=Stuttgart.= /H. G. Gutekunst/, Kunsthändler: Weißer, die Kunst für
Alle; Lfg. 23. u. 24. 2. -- =Thorn.= /Herm. Adolph/, Commerzienrath:
Neuer Führer durch Thorn. 1877. 8. -- =Trient.= (i. Tirol). /Leop. v.
Beckh-Widmanstetter/: Ders., Kriegs- u. Congreß-Correspondenten vor
hundert Jahren. 1878. 8. Sonderabdr. Trauttmannsdorff’sche Grabsteine
zu Trautmannsdorf. 8. Sonderabdr. -- =Wallerstein.= /Dr. Wilh. Freih.
von Löffelholz/, frstl. Domanialkanzleirath u. Archivar: Puschner, neu
eröffnete Schau-Bühne, in welcher sich zeigen die Kleider-Trachten
aller bekannten Nationen; I. Thl. qu. 4. -- =Wernigerode.= /Harz-Verein
für Geschichte u. Alterthumskunde/: Ders., Zeitschrift etc.; XI. Jhg.
1878. (4. Heft). 1878. 8. Schmidt, Urkundenbuch der Stadt Halberstadt.
I. Thl. (Geschichtsquellen der Provinz Sachsen, VII. Bd). 1878. 8.
-- =Wien.= /Wilh. Braumüller/, k. k. Hof- u. Univers.-Buchhdlg.: v.
Arneth, Maria Theresia und der siebenjährige Krieg; 2 Bde. 1875. 8.
Zingerle u. von Inama-Sternegg, die tirolischen Weisthümer; Th. I. II.
1875 u. 77. 8. Pircher, Meran als klimatischer Kurort; 3. Aufl. 1875.
8. Haus von Hausen, Gleichenberg in Steiermark; 2. Aufl. 1875. 8.
Pfeiffer, Thüringens Bade- und Kurorte. 1875. 8. Steinschneider, Kurort
Karlsbrunn in österr. Schlesien. 1875. 8. Hoisel, der landschaftl.
Kurort Rohitsch-Sauerbrunn in Steiermark. 1875. 8. Koblovsky, Kurort
Rožnau in Mähren. 1875. 8. Küchler, der Kurort Luhatschowitz in Mähren.
1875. 8. Friedjung, Kaiser Karl IV. und sein Antheil am geistigen
Leben seiner Zeit. 1876. 8. Knauer, Geschichte der Philosophie. 1876.
8. von Weyhe-Eimke, Karl Bonaventura von Longueval, Graf von Buquoy.
1876. 8. Weinhold, Weihnacht-Spiele und Lieder aus Süddeutschland und
Schlesien. 1875. 8. von Schönhals, Biografie des k. k. Feldzeugmeisters
Jul. Freih. v. Haynau; 3. Aufl. 1875. 8. Schmidt, Georg Witzel.
1876. 8. Ipolyi, Geschichte der Stadt Neusohl. 1875. 8. Walther,
Briefwechsel der „grossen Landgräfin“ Caroline von Hessen; 2 Bde.
1877. 8. Witzschel, Luthers Aufenthalt auf der Wartburg. 1876. 8. v.
Friedenfels, Joseph Bedeus von Scharberg; 2 Bde. 1876-77. 8. Thürheim,
Feldmarschall Carl Joseph Fürst de Ligne, die „letzte Blume der
Wallonen“. 1877. 8. Künzel, Leben und Briefwechsel des Landgrafen Georg
von Hessen-Darmstadt. 1877. 8. /Graf Franz Folliot de Crenneville/, k.
k. Oberst-Kämmerer, Exc.: Wappen des österreichischen Kaiserhauses, von
den Originalmodeln... abgedruckt. 1878. Imp. 2. Dr. /Jos. Karabacek/,
Univ.-Professor: Ders., eine Gesandtschaft Rudolfs von Habsburg nach
Aegypten. 1879. 4. Sonderabdr. /Heraldisch-genealogischer Verein
„Adler“/: Ders., Jahrbuch; IV. Jhg. 1877. 4. -- =Zittau.= Dr. /Alfr.
Moschkau/: Ders., Oywina; I. Heft. 1879. 8. -- =Zürich.= Dr. /E.
H. Meyer-Zeller/: Ders., Jos Amman von Zürich 1539-1591. 1879. 8.
Sonderabdr.

Nachstehende Zeitungen und Zeitschriften sind uns im Jahre 1878, außer
den bereits in einzelnen Nummern bestätigten, theils als Geschenke,
theils im Austausche gegen unseren Anzeiger zugekommen:

  /Anzeiger/ der k. Akademie der Wissenschaften (philos.-histor.
             Classe) in Wien.
      „      für schweizer. Alterthumskunde.
      „      für schweizer. Geschichte.
      „      für Bibliographie und Bibliothekwissenschaft (von
             Petzholdt).
      „      numismat.-sphragistischer (v. Walte u. Bahrfeldt.)
      „      Nürnberger.
  /Archiv/ für kirchl. Baukunst und Kirchenschmuck (v. Prüfer).
      „     für Stenografie (v. Mitzschke).
  /Bär/, der, (Berlin). Blätter f. vaterländ. Gesch. u. Alterthumsk.
  /Bauzeitung/, deutsche (v. Fritsch u. Büsing).
  /Bazar/, der.
  /Beilage/, wissenschaftliche, der Leipziger Zeitung.
  /Bericht/ des Vereins für das Museum schles. Alterthümer.
  /Bibliographie/, allgemeine, f. Deutschland (Hinrichs).
  /Blätter/ für Kunstgewerbe (v. Teirich).
      „     für Münzfreunde (v. H. Grote) und: numism. Verkehr.
      „     numismatische (von Nentwich).
      „     für literar. Unterhaltung (v. R. v. Gottschall).
  /Bulletin/ de la société pour la conserv. des monum. hist. d’Alsace.
      „      de la société Belge de géographie.
  /Centralblatt/, literarisches (v. Zarncke).
  /Correspondenz/, allgemeine literar. (v. Foltz).
  /Correspondenzblatt/ d. Gesammtvereins d. deutschen Geschichts-
             und Alterthumsvereine.
  /Daheim./ Familienblatt mit Illustrationen.
  /Erdélyi Muzeum/ (v. Finály).
  /Evkönyvei/, Erdélyi Muzeum-Egylet.
  /Gartenlaube/. Illustr. Familienblatt.
  /Gemeindezeitung/, deutsche (v. Stolp).
  /Gewerbehalle/ (v. Schill).
  /Handweiser/, literar. (v. Hülskamp).
  /Heimath/, die. Wochenbl. f. K. d. niederrh. Gesch.
    (soweit erschienen).
  /Hopfenlaube/, die (Nürnberg).
  /Herold/, der deutsche. Zeitschrift für Heraldik etc.
  /L’investigateur/ (Paris.)
  /Journal/, Nürnberger (v. Kirsch).
  /Kirchenschmuck/, der. Blätter des christlichen Kunstvereins
           der Diöcese Seckau.
  /Kirchenzeitung/, neue evangelische (v. Meßner).
  /Korrespondent/ von und für Deutschland.
  /Korrespondenzblatt/ d. Ver. f. siebenb. Landeskunde.
  /Kunst/ und Gewerbe. Wochenschrift des bayrischen Gewerbemuseums
           in Nürnberg u.: Mittheilungen dieses Museums.
  /Kunstchronik/, österreichische (v. Kábdebo).
  /Künste/, die graphischen (v. Berggrin).
  /Kurier/, fränkischer.
  /Land und Meer/, über.
  /Literaturzeitung/, theologische (v. Schürer).
  /Magazin/ für die Literatur des Auslandes.
  /Mittheilungen/ der anthropologischen Gesellschaft in Wien.
         „        des Vereins für hamburgische Geschichte.
         „        des k. k. Museums f. Kunst u. Industrie in Wien.
         „        u. Nachrichten f. d. evang. Kirche in Rußland.
  /Monatsblatt/, ostfriesisches (v. Zwitzers).
  /Monatshefte/ für Musikgeschichte (v. Eitner).
        „       zur Statistik d. d. Reiches.
  /Monatschrift/, altpreußische (v. Reicke u. Wichert).
  /Monatsschrift/ f. d. Geschichte Westdeutschlands (v. Pick).
  /Postzeitung/, Augsburger.
  /Presse/, Nürnberger.
  /Reichs-Anzeiger/, deutscher, u. k. preuß. Staats-Anzeiger.
  /Reise-Journal/, internationales.
  /Revue/ bibliographique universelle.
  /Rivista/ Europea (aus Florenz).
  /Rundschau/, deutsche (v. Rodenberg).
        „      literarische (v. Köhler).
  /Saxonia/ (v. Moschkau).
  /Sprech-Saal./ Organ der Porzellan-, Glas- und Thonwaaren-Industrie.
  /Stadtzeitung/, Nürnberger.
  /Streffleur/’s österr. militär. Zeitschrift. Nebst: Mittheilungen
               des k. k. Kriegsarchivs.
  /Verhandlungen/ der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin.
  /Volksblatt/ für Stadt und Land.
  /Wartburg/, die. Organ des Münchener Alterthumsvereins.
  /Welt/, die illustrirte.
  /Wochenblatt/ der Johanniter-Ordens-Balley Brandenburg.
  /Wochenschrift/, gemeinnützige (Würzburger).
  /Zeit/, unsere (von R. v. Gottschall).
  /Zeitschrift/ des Anwaltvereins für Bayern.
       „        für Ethnologie (v. Bastian u. Hartmann).
       „        für d. Gesch. des Oberrheins.
       „        für preußische Geschichte u. Landeskunde.
       „        des deutschen Graveur-Vereins zu Berlin.
       „        f. bildende Kunst. Mit dem Beiblatt Kunst-Chronik.
       „        des Kunst-Gewerbe-Vereins zu München.
       „        neue, für Musik.
  /Zeitung/, fränkische.
      „      neue illustrirte (Wiener).
      „      norddeutsche allgemeine.

       *       *       *       *       *

Obiges Verzeichniß ist indessen insofern nicht vollständig, als eine
Anzahl der Vierteljahrschriften und solche, welche, ohne an bestimmte
Termine gebunden zu sein, öfter im Jahre erscheinen, bei Uebersendung
der einzelnen Nummern im Geschenkeverzeichnisse für die Bibliothek
aufgeführt sind. Wir beabsichtigen nun, um in künftigen Jahren die
Uebersicht der Zeitschriften vollständiger zu machen, alle ähnlichen,
insbesondere die nachfolgend verzeichneten, nicht mehr in einzelnen
Nummern im Geschenkeverzeichnisse, sondern im Zeitungsverzeichnisse zu
bestätigen, auch wenn etwa der gesammte Jahrgang uns zu beliebiger Zeit
als Ganzes zugeht.

  /Aarböger/ af det k. nordiske Oldskrift-Selskap.
  /Annalen/ van den oudheitskundigen Kring van het Land van
            Waas.
  /Archiv/, neues, der Gesellschaft für ältere deutsche Geschichtskunde
            (v. Wattenbach).
  /Archives/ Néerlandaises des sciences exactes et naturelles.
  /Bulletin/ archéologique et historique de la société archéologique
             de Tarn-et-Garonne.
  /Bibliotheca/ historica (v. Müldener).
  /Forschungen/ zur deutschen Geschichte.
  /Geschichtsblätter/ für Stadt und Land Magdeburg.
  /Jahrbuch/, statistisches, der k. k. statist. Centralcommission
              (Wien).
  /Kunst/, die, im Gewerbe (v. Oppler).
  /Magazin/, neues Lausitzisches.
  /Mittheilungen/ der k. k. Centralcommission zur Erforschung
                  und Erhaltung der Kunst- und histor. Denkmale.
        „         des Vereins für Anhaltische Geschichte und
                    Alterthumskunde.
        „         des Vereins f. Gesch. der Deutschen in Böhmen.
        „          „     „    für hess. Geschichte u. Landeskunde.
        „          „     „    für Landeskunde von Niederösterreich.
  /Natur/, die (v. Uhle).
  /Quartalbericht/ des Vereins f. mecklenb. Geschichte u.
    Alterthumskunde.
  /Quartalschrift/, theologische (Tübingen).
  /Revue/ d’Alsace.
  /Sitzungsberichte/ der Münchener Akademie die Wissenschaften,
           (philos.-philol. u. histor. Classe; mathemat.-physikal. Cl.)
  /Statistik/ d. deutschen Reiches.
  /Studien/, Baltische.
  /Vierteljahrschrift/ des Herold.
          „            f. Volkswirthschaft, Politik u. Kulturgeschichte.
  /Zeitschrift/ des k. preuß. statist. Bureaus.
       „        des k. sächs. statist. Bureaus.
       „        für deutsche Philologie (v. Zacher.)
       „        für deutsches Alterthum u. deutsche Litteratur (von
                  Steinmeyer.)
       „        für Museologie und Antiquitätenkunde (v. Gräße).
       „        des Architekten- u. Ingenieur-Vereins in Hannover.
       „        des hist. Vereins f. Schwaben u. Neuburg.
       „        des Vereins f. hessische Gesch. u. Landeskunde.
       „         „     „    f. thüringische Gesch. u. Landeskunde.



Schriften der Akademieen, Museen und historischen Vereine.


/Archiv des Vereins für siebenbürgische Landeskunde./ Neue Folge.
Vierzehnter Band. III. Heft. Herausgegeben vom Vereins-Ausschuß.
Hermannstadt. 1878. 8.

Die Incunabeln der Hermannstädter „Capellenbibliothek.“ I. Abschn.
von 1469-1500. (Mit Abbild.) Von Friedr. Müller. -- Zur Berechtigung
alturkundlicher siebenbürgischer Ortsbestimmungen. Von G. Fr.
Marienburg. -- Jodoks von Kussow Steuerforderung an die zwei Stühle
Schelk und Mediasch von 1438. -- Bericht über die von Fräulein S. von
Torma.... ausgestellte Sammlung prähistorischer Funde. Von Carl Gooß.
-- Der älteste Hermannstädter Druck, nebst einer Tafel. Von Dr. W.
Fraknói.

/Jahresbericht dess. Vereines/ für das Vereinsjahr 1877/8.
Hermannstadt. 8.

Die tirolischen Weisthümer im Auftrage der kais. /Akademie der
Wissenschaften/ herausgeg. von Ignaz von Zingerle und K. Theodor von
Inama-Sternegg. I. Thl. Unterinnthal. Wien 1875. 8. VIII. u. 295 Stn.
II. Thl. Oberinnthal. Wien. 1877. 8. Mit 3 lithogr. Tafeln. IX u. 404
Stn.

/Mittheilungen des k. k. Oesterreich. Museums für Kunst und
Industrie./ (Monatschrift für Kunst und Kunstgewerbe.) XIV. Jahrg.
1879. Nr. 160. Wien. 1. Jan. 1879. 8.

Die Faiencen von Oiron. (Henri-deux.) Von Bruno Bucher. -- Kunst und
Kunstgewerbe in Tirol. Von R. von Eitelberger. -- Literatur. -- Kleine
Mittheilungen etc.

/Mittheilungen der k. k. Central-Commission zur Erforschung und
Erhaltung der Kunst- und historischen Denkmale/.... Vierter Band.
Viertes Heft. Neue Folge der Mittheilungen etc. Mit 2 Tafeln u. 25 in
den Text gedruckten Illustrationen. Wien. 1878. 4.

St. Maria am Pöllauberge in Steiermark. Von Joh. Graus. -- Das
Sophien-Schlößchen in Aufhofen bei Bruck im Pusterthale. Von K. Frh. v.
Czörnig. -- Die Baulichkeiten der Benedictiner-Abtei Kladrau. I. Von B.
Laužil. -- Kunsttopographische Reisenotizen. Von Dr. A. Ilg. -- Die
sphragistischen Blätter. II. -- Die Losensteiner-Capelle in Garsten. I.
-- Das vorgeschichtliche Kupferbergwerk auf dem Mitterberge. (Salzburg)
I. Von Dr. M. Much. Notizen. etc.

/Mittheilungen der anthropologischen Gesellschaft in Wien./ VIII.
Bd. Nr. 10-12.

Prähistorische Eisenschmelz- und Schmiedestätten in Mähren. Von Dr.
H. Wankel. -- Ueber die Kosmogenie und Anthropogenie des germanischen
Mythus. Von Dr. M. Much. -- Ueber die angeblich trepanirten Cranien des
Beinhauses zu Sedlec in Böhmen. Von Dr. H. Wankel. -- Archäologische
Beiträge aus dem Osten Europas. Von A. F. Teplouchoff. -- Kleinere
Mittheilungen. -- Literatur.

/Jahrbuch des heraldisch-genealogischen Vereines/

/Adler in Wien/. IV. Jahrgang. Mit 25 Bildtafeln und 10 in den
Text gedruckten Illustrationen. XVII. 69 Seiten.

Vereinsangelegenheiten. -- Hans Baldung genannt Grien und seine
heraldische Thätigkeit. Von Alfred Grenser. -- Verkehrt stehende
Inschriften. Von F. K. Fürsten von Hohenlohe-Waldenburg. --
Ueber die Kalendarien der Domstifter. Von Stanislaus Bormanns.
-- Mittelalterliche Kampfschilde. Ein Beitrag zur Geschichte
der Wappen. Von F. K. Fürsten von Hohenlohe-Waldenburg. --
Original-Diplomsconcept der Palatinats- und Ritterwürde-Verleihung
nebst Reichs-Adelstandserhebung an Tizian Vecelli. Mitgeth. von Alb.
Heilmann. -- Die Wappenschilde der Päpste. Von Dr. C. von Querfurth.
-- Ueber die Adelsverhältnisse in Schweden. Von Franz Altmann.
-- Die Polani zu Wisent. Ergänzung zu Wißgrill’s „Schauplatz des
n. ö. landsäßigen Adels“ im III. Jahrgange des Jahrbuches d. h.
g. V. „Adler.“ Von Karl Gundacker Frhr. von Suttner. -- Gräflich
Ortenburg’sche Siegel. Von F. Warnecke. -- Studien und Forschungen
zur Geschichte der angewandten Heraldik in Wien.... Von Dr. H.
Kábdebo. -- Studien über Hofpfalzgrafen, insbesondere über Ursprung
und Entwickelung dieser Würde und die mit derselben verbundenen
Privilegien.... Von G. A. Seyler. -- Standeserhöhungen und Gnadenakte
unter der Regierung S. M. des Kaisers Franz Josef I. Fortges. von A.
Heilmann. -- Literatur.

/Verhandlungen des historischen Vereines für Niederbayern./ XIX.
Bd. 3. u. 4. Heft. Landshut. 1877. 8.

Herrmann, Abt von Niederaltach. Mitgetheilt von P. Benedict
Braunmüller, O. S. B. -- Urkundenbuch zur Geschichte der Stadt
Neustadt a. D. Nach den Originalen.... Von P. P. Dollinger. -- Die
antiken Münzen des historischen Vereines von und für Niederbayern.
Zusammengestellt von Jos. Ulrich. -- Vereinsangelegenheiten.

/Sitzungsberichte der mathematisch-physikalischen Classe der k. b.
Akademie der Wissenschaften zu München./ 1878. Heft III. München.
1878. 8.

/Sammel-Blatt des historischen Vereines in und für Ingolstadt./
IV. Heft. Ingolstadt. 1879. 8.

Beiträge zur Geschichte der Stadt Ingolstadt. -- Alphabetisches mit
genealogischen, biographischen u. historischen Notizen versehenes
Namensverzeichniß von Einwohnern Ingolstadts älterer und neuerer Zeit.

/Kunst und Gewerbe. Wochenschrift zur Förderung deutscher
Kunst-Industrie./ Herausgeg. vom /Bayrischen Gewerbemuseum/ zu
Nürnberg. Redigirt von Dr. Otto von Schorn. Dreizehnter Jahrgang, 1879.
Nr. 5 u. 6. Nürnberg. 1879. 8.

Cartouche von Jac. Marchucci. -- Silberne Wasserkanne aus dem 16. Jhdt.
-- Eisen-Arbeiten. (17. Jhdt.) -- Füllung (16. Jhdt.)

-- Geschnitzte Füllung im Chorgestühl in St. Giorgi magg. in Venedig.

/Mittheilungen des Bayrischen Gewerbemuseums zu Nürnberg./
Beiblatt zur Wochenschrift: /Kunst und Gewerbe/. Redig. von Dr.
Otto von Schorn. Sechster Jahrgang, Nr. 3.

Bekanntmachungen. -- Feuilleton. -- Notizen. etc. etc.

/Dr. Theod. Morung/ der Vorbote der Reformation in Franken ...
zum 50jähr. Jubiläum des /historischen Vereins in Bayreuth/
... hrsg. von L. Kraußold... Zweiter Theil. Theodor Morung u. seine
Gefangenschaft. Bayreuth. 8. IX u. 136 Stn.

/Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins/, herausgeg. von
dem /Großherzogl. General-Landesarchive zu Karlsruhe/. XXXI. Bd.
2. Heft. Karlsruhe. 1878. 8.

Acta Salemitana. (Schl.) Von Dr. Baumann. -- Beitrag zur Geschichte der
Stadt Pfullendorf. (Schl.) Von Roth von Schreckenstein. -- Urkundenbuch
der Deutschordens-Commende Beuggen. (Schl.) Von Gmelin. -- Die Treffen
bei Beuggen und Warmbach und die Uebergabe von Rheinfelden an die
Weimarische Armee 1638. Von dems. -- Urkundenarchiv des Klosters
Herrenalb. Von Weech.

/Preisschriften, gekrönt und herausgegeben von der fürstl.
Jablonowski’schen Gesellschaft zu Leipzig./ Nr. XIII. der
historisch-nationalökonomischen Section.

XXI. /Dr. Pöhlmann, die Wirthschaftspolitik der Florentiner
Renaissance und das Princip der Verkehrsfreiheit./ Leipzig. 1878. 8.
VIII u. 156 Stn.

/Schlesiens Vorzeit in Bild u. Schrift./ 40. Bericht des ...
Vereines für das Museum schlesischer Alterthümer. Breslau, ausgeg...
Januar 1879. 8.

Schlesische Inschriften vom XIII. bis XVI. Jahrhundert. (Mit 8 Tafeln.)
Von Dr. H. Luchs. --

Geschichte der Stadt Greifswald und: vierzigster Jahresbericht
der /Rügisch-Pommerschen Abtheilung/ der /Gesellschaft für
Pommerische Geschichte/ und /Alterthumskunde/ von 1877-1879.
Herausgeg. von Dr. Theod. Pyl... 1879. 8. 92 Stn.

/Zeitschrift für die Geschichte und Alterthumskunde Ermlands./ Im
Namen des /historischen Vereins für Ermland/ herausg. von Dr. A.
Thiel. Jahrg. 1877 u. 1878. Sechster Band, 3. u. 4. Heft. Der ganzen
Folge 19. u. 20. Heft resp. Jahrg. Braunsberg u. Leipzig. 1878. 8.

Die Grabstätten der ermländischen Bischöfe. Von Dr. Fr. Hipler. --
Der Katalog der Bischöfe von Culm. Von Dr. C. P. Wölky. -- Pytheas.
Geographisch-historische Erörterungen über das Bernsteinland der
ältesten Zeit. Von Dr. Kolberg. -- Beiträge zur Geschichte des
preußischen Geld- u. Münzwesens. Von Dr. Jos. Bender. Vereinschronik.

/Der deutsche Herold. Zeitschrift für Heraldik, Sphragistik und
Genealogie./ Organ des Vereins „Herold“ in Berlin. IX. Jahrg. Nr. 11
u. 12. Berlin. 1878. 4. Mit 3 artist. Beilagen.

Vereinsangelegenheiten. -- Beiträge zur Kunde Lippischer
Adelsgeschlechter. Von J. Gr. von Oeynhausen. -- Die adelige Familie
von Schellwitz. -- Elsässische Studien. II. Wappen. Von Kindler von
Knobloch. -- Verzeichniß der Leichenpredigten im von Nostitz’schen
Familien-Archiv, deren genealogische Ausbeute Herr Ad. v. Nostitz und
Jänkendorf etc. auf Nadelwitz dem Verein zum Geschenk gemacht hat. --
Aus sächsischen Kirchen. (Forts.) Von V. O. -- Ein portugiesischer
Stammbaum. Von L. Clericus -- Aus alten Kirchen. Von Gg. S. --
Literatur Anfrage etc. etc.

/Mittheilungen des Vereins für Anhaltische Geschichte und
Alterthumskunde./ Zweiter Band. 3. Heft. Dessau, 1878. 8.

Die Alterthümer Anhalts. Zusammengestellt von W. Hosäus. -- Die
frühesten urkundlichen Erwähnungen von Ortschaften Anhalts. Von Th.
Stenzel. -- Bericht über einen um 1790 abgetragenen Hügel nordwestwärts
von Ober-Peißen, der Dolzenberg genannt. Von P. Moldenhauer. -- Zwei
Bernhard-Münzen. Von Th. Elze. -- Bernhard, Peter u. Franz Niuron
und ihre Bauthätigkeit in Anhalt. Von W. Hosäus. -- Vermischtes. --
Vereinsnachrichten etc. etc.

/Zeitschrift des Harz-Vereins für Geschichte und Alterthumskunde./
Herausgeg. im Namen des Vereins von ... Dr. Ed. Jacobs. Elfter
Jahrgang. 1878. 4. Heft. Wernigerode. 1878. 8.

Zur Chronologie der Halberstädter Bischöfe. III. Von Dr. Gustav
Schmidt. -- Brockenfragen. Von Ed. Jacobs. -- Der alte Taufstein
aus der Walbecker Stiftskirche. Von Ahrens. -- Den Ort und Kloster
Drübeck betreffend. Von Ed. Jacobs. -- Plünderung des Klosters zur
Klus durch die von Warberg im markgräflichen Kriege 1553. Von dems. --
Vereinsangelegenheiten. --

Urkundenbuch der Stadt Halberstadt. Erster Theil. Herausgeg. in
Gemeinschaft mit dem /Harzverein für Gesch. und Alterthumsk./ von
der /histor. Commission der Provinz Sachsen/. Bearbeitet von Dr.
G. Schmidt. Halle. 1878. 8. XVI u. 594 Stn.

/Anzeiger für Schweizerische Alterthumskunde./ Indicateur
d’antiquités Suisses. N. 3 u. 4. Zürich. 1878. 8. (Mit 2 lith. Taf.)

Alterthümer, gefunden... beim Brückenbau in Solothurn. Von J. Amiet. --
Römische Münztöpfe. Von Urech. -- Das Rathssiegel von Klein-Basel. Von
Burckhardt. -- Urkundliches über den Werkmeister Hans Felder. Von J. R.
Rahn. -- Verzeichniß der Glasmaler von Luzern. Von Th. von Liebenau. --
Zur Geschichte der Glasmalerei. Von J. R. R. -- Façadengemälde an einem
Hause in Ernen. Von W. -- Ein neuentdeckter Schalenstein am Leberberg.
Von Fr. Rödiger. -- Schalenstein bei St. Lucius in Chur. Von C. Kind.
-- Tombeaux murés au „Chatelard.“ Von Th. Wellauer. -- Vererben
von Hausmarken. Von Dr. Th. v. Liebenau. -- Baukontrakt der Sct.
Leonhardskirche zu Basel. Von Th. Burckhardt -- Piguet. -- Hans Felder
als Werkmeister von Luzern. Von Dr. Th. von Liebenau. -- Ueber eine
Arbeit des Goldschmieds Urs Graf. Von dems. -- Kleinere Nachrichten.
Inhaltsverzeichniß vom Jahrgang 1878.

/Archiv des historischen Vereins des Kantons Bern./ IX. Band, 3.
Heft. Bern. 1878. 8.

Die Twingherrschaften bei Thüring Frickart. Von G. Studer. -- Georg v.
Laupen. Von Dr. E. Blösch. -- Vereinsangelegenheiten.

/Uettiswyl und das ehemalige Cluniacenser-Priorat daselbst./
Vortrag, gehalten an der Jahresversammlung /dess. Vereins/... von
J. Sterchi... Bern. 1878. 8.

/Katalog der Bibliothek etc. dess. Vereins./ Bern. 1876. 8.

/Katalog der Flugschriftensammlung etc. dess. Vereines./ 1876. 8.

/Mémoires couronnés et mémoires des savants étrangers/ publiés par
/l’academie royale de Belgique/. Tome XLI. Bruxelles. 1878. 4.

Sur la sculpture aux Pays-Bas pendant les XVII. et XVIII. siécles,
précédé d’un résumé historique (Mémoire couronné). Par Edmond Marchal.

/Mémoires/ de l’academie royale... Tome XLII. Bruxelles. 1878. 4.

Bibliographie analytique des principaux phénoménes subjectifs de la
vision, depuis les temps anciens jusqu’a la fin du XVIII. siécle,
suivie d’une bibliographie simple... Par J. Plateau. -- Histoire
de l’infanterie wallone sous la maison d’Espagne (1500-1800). Par
Guillaume.

/Mémoires couronnés et autres mémoires/ publiés par l’academie
royale... Collection in 8. Tome XXVIII. Bruxelles.

Mémoire historique sur la persistance du caractère national des Belges.
Par Theophile Quoidbach. -- Huit mois de la vie d’un peuple. -- Les
Pays-Bas du 1^{er} janvier au 1^{er} septembre 1566, d’après les
mémoires et les correspondances du temps. Par Charles Paillard. -- Une
page de l’histoire religieuse des Pays-Bas. -- Le procès de Pierre
Brully, successeur de Calvin, comme ministre de l’Eglise française
réformée de Strasbourg. -- Sentences prononcées contre Brully et contre
ses adhérents (Tournay, 1544-1545), d’après les papiers inédits des
Archives du royaume de Belgique. Par Charles Paillard.

/Bulletins/ de l’academie royale... 47^{me} année, 2^{me} série,
t. XLV. Bruxelles. 1878. 8. 853. Stn.

Sur une inscription d’un proconsul de la Narbonaise. Par M. de
Ceuleneer. -- Pierre Brülly, etc. Par M. Paillard. -- Sur le caractère
national des Belges. Par M. Quoidbach. --

/Annuaire de l’academie/... 1878. Quarante-quatrième année.
Bruxelles. 1878. 8.

/Compte rendu/ des séances de la /commission royale d’
histoire/, ou recueil de ses bulletins. Quatrième série. Tome
cinquième. III^{me}-V^{me} bulletin. Bruxelles. 1878. 8.

/Foreningen til Norske Fortidsmindesmerkers Bevaring./
Aarsberetning for 1877. Kristiania. 1878. 8. Mit 7 lithogr. Tafeln.

Indberedning om en Reise paa Lister 1877. Af A. Lorange. -- Meddelelse
om antikvariske undersögelser. Af R. Ziegler. -- Indberetning om
udgravninger paa Gibsund i Rygge. Af K. Bassöe. -- Fornlevninger i
Nordmöre og Romsdal. Af B. E. Bendixen. -- Udgravninger i Fjäre 1877.
Af N. Nicolaysen. -- Antikvariske notiser. Af samme.

Norske Bygninger fra Fortiden... uidgivne af /Foreningen ...
Bevaring/. Niende Hefte. Kristiania. 1878. 2. Mit 8 lithogr. Tafeln.

/Sitzungs-Berichte der Kurländischen Gesellschaft für Literatur u.
Kunst/ aus dem Jahre 1877. Mitau, 1878. 8.

Steinbeil aus Groß-Santen. Von J. Döring. -- Steinbeil aus Livenhof,
Schleifstein aus Oxeln u. Bronzen aus Pasexten. Von dems. -- Ueber
die Bildnisse des Herzogs Jakob von Kurland und seiner Gemahlin
Luise Charlotte von Brandenburg. Von dems. -- Ueber die Schlösser
Schwethof, Würzau, Ruhenthal u. Mitau, nebst biographischen Notizen
über die Bildhauer und Baumeister Rastrelli, Vater und Sohn. Von dems.
-- Der Pilskalns am Babit-See. Von dems. -- Ein Burgberg bei Bubje in
Littauen. Von Dr. Meyer. -- Ueber die Burgen Ratten, Racketen u. Racken
der livländ. Reimchronik... Von Fr. Wachsmuth. -- Amt und Stiftsburg
Angermünde. Von Döring.



Literatur.

_Neu erschienene Werke._


  4) /Studien an den Grabstätten alter Geschlechter der Steiermark
  und Kärntens von Leopold von Beckh-Widmanstetter./ 218 Seiten mit
  4 Stammbäumen, 2 Ahnentafeln und 4 Tafeln mit photolithographischen
  Abbildungen von alten Grabdenkmalen. Berlin 1877-78 (als
  Separatabdruck der Vierteljahresschrift des „Herold“) in Commission
  bei Karl Wohlfarth in Graz.

Das vorliegende Buch bildet zum Theile einen Anschluß an die im
„Anzeiger“ 1872, Nr. 7 besprochene Abhandlung desselben Verfassers:
Ulrich’s v. Liechtenstein, des Minnesängers, Grabmal auf der
Frauenburg. Darum mag dasselbe, so wie jene, billigerweise an
dieser Stelle kurze Erwähnung finden. Indem der Verfasser das Leben
der Familien in Parallele zu dem der Einzelngeschöpfe als jenem
feststehendem Gesetze der Natur unterworfen hinstellt, welches allen
Wesen eine Periode des Keimens, der Blüthe und des Verfalls zutheilt,
-- erschließt er uns in dieser Beleuchtung an der Hand der Grabdenkmale
ein durch viele merkwürdige Verknüpfungen und wichtige historische
Thatsachen gehobenes Lebensgemälde von 4 Familien der Steiermark und
Kärntens, die allesammt, wenn auch in verschiedener Richtung und zu
verschiedenen Zeiten, einen beneideten Höhepunkt des Ruhmes oder auch
wirthschaftlichen Ranges erlangten. Von diesen Familien standen die
ersten drei: I. Liechtenstein zu Murau, II. Teuffenbach zu Teuffenbach,
III. Neuman von Wasserleonburg, miteinander in Verwandtschaft, auch
gehörten sie ihrem Ursprunge nach sämmtlich dem westlichen Winkel des
obersteierischen Murgebietes an. Die IV. Abtheilung ist dem berühmten
steierischen Hause der Fürsten zu Eggenberg, Herzoge zu Krumau,
gewidmet.

Wir bemerken, daß der bisher dunkle Ausgang der Nachkommenschaft des
ritterlichen Minnesängers Ulrich v. Liechtenstein, soweit dies noch
möglich war, vom Verfasser nun aufgeklärt wurde: daß derselbe es war,
welcher die Sammlung und Erhaltung der in der Kirche zu Teuffenbach
zerklüftet und verstreut der Verkümmerung preisgegebenen Grabdenkmale
des gleichnamigen Geschlechtes bewirkte, so daß nun das kleine
Kirchlein 17 gut conservierte Grabdenkmale dieser einst mächtigen
Familie birgt; daß der der Familie Neuman gewidmete Theil durch die
sechsmalige Verehelichung der reichen Erbtochter Anna Neuman mit
Cavalieren ausgezeichnetsten Ranges, die interessantesten persönlichen
Berührungen erschließt, und daß ähnliche Verhältnisse auch in der dem
Fürstenhause Eggenberge gewidmeten ausführlichen Darstellung sich
abheben.

Die Grab- und sonstigen Denkmäler der genannten Familien, soweit
sich solche noch vorfinden, sind ausführlich beschrieben, die in
künstlerischer oder historischer Beziehung beachtenswertheren in
gelungenen Abbildungen beigegeben.

  5) /Wappen des österreichischen Herrscherhauses./ Von den
  Originalmodeln im Besitze der kunsthistorischen Sammlungen des
  allerhöchsten Kaiserhauses abgedruckt und herausgegeben mit
  Genehmigung Seiner Excellenz des Herrn Grafen /Franz Folliot de
  Crenneville/, Feldzeugmeister, Oberstkämmerer Sr. Majestät des
  Kaisers etc. etc. Eleph. 1. Wien, 1878. 4 Stn. u. 29 Tafeln.

Zu den aus der Vorzeit uns aufbewahrten Schätzen, welche besonderer
Beachtung werth sind, gehören auch die Originalstöcke, von denen
einstens die uns so sehr erfreuenden Holzschnitte abgedruckt worden
sind. Die Zahl dieser Denkmale ist sehr groß und die meisten
Kupferstichsammlungen besitzen ansehnliche Vorräthe, die es erlauben,
heute wieder neue Auflagen davon zu veranstalten. Daß im Besitze
eines Fürstenhauses, wie das österreichische Kaiserhaus, welches
während mancher Jahrhunderte in der Förderung jeder Kunst den andern
vorangieng, vieles derart vorhanden ist, liegt auf der Hand. Erfreulich
ist es aber, daß diese Stöcke auch zur Veranstaltung neuer Auflagen
thatsächlich benutzt werden. So sind ja, um etwas zu nennen, die
Holzschnitte zum Weißkunig, jene zu Dürers Ehrenpforte erst durch
die schon vor manchen Jahrzehnten veranstalteten neuen Abdrücke
verbreitet worden. Eine Serie, welche zwar an Bedeutung den genannten
nicht vollständig ebenbürtig ist, welche aber durch ihre Darstellung
gerade heute ein ganz ungewöhnliches Interesse erregen muß, ist die
in dem oben angeführten Werke dem Publikum übergebene, durch deren
Veröffentlichung Graf Crenneville zu den vielen Verdiensten um die
Kunstpflege ein neues sich erworben hat.

Es fanden sich 34 Stücke, 2 Eckstücke und 4 Leisten in großem
Maßstabe, die (die Eckstücke doppelt abgedruckt) einen Rahmen geben,
in welchen eine 54 cm. breite, 63,5 cm. hohe Tafel mit rhombischem
Ausschnitte paßt, in den wiederum die andern Stöcke mit Wappenfiguren
eingesetzt werden können. Im Stile an Jost Ammanns Weise erinnernd,
sind die Zeichnungen in energischen Konturen ausgeführt, so daß leicht
eine Kolorierung derselben hinzutreten konnte. Es sind auf den 26
rhombischen Tafeln die Wappen von Böhmen, Burgau, Burgund, Castilien,
Cilly, Dalmatien, Deutscher Orden, Elsaß, Görz, Granada, Kärnthen,
Krain, Kyburg, Mähren, Oesterreich ob der Enns, Oesterreich unter
der Enns, Pfyrt, Portenau, Schwaben, Serbien, Sicilien, Slavonien,
Steiermark, Tirol, Ungarn und der windischen Mark dargestellt.
Diese großen Stöcke sind hier vortrefflich abgedruckt. Es mögen,
wie der beigegebene Text aus Dr. Ilg’s sachkundiger Feder sagt,
vielleicht ursprünglich deren noch mehrere gewesen sein, da kaum der
österreichische Bindenschild und der habsburgische Löwe gefehlt haben
dürften. Leider kann uns der Verfasser über die Herkunft nichts melden,
als daß sie wol auf Bestellung des Erzherzogs Maximilian III. zwischen
1602 und 1618 gefertigt sind, und wol als Tapetenmodel dienten, dic,
auf Leinwand gedruckt, bestimmt waren, etwa den Fries eines Saales zu
bilden, während er die Annahme zurückweist, daß sie zur Herstellung von
Emblemen auf Fackeln, Lanzenschäften, Katafalken und Tribünen gedient
hätten. Uns will es indessen bedünken, als ob zur blos einmaligen
Herstellung eines Saalfrieses kaum die Technik des Modeldruckes gewählt
worden wäre, daß die Stöcke doch vielleicht in vielen Exemplaren
abgedruckt, verwendet werden sollten, so oft man sie brauchte, daß
die damit bedruckten Tücher die Brüstungen von Tribünen schmückten,
vielleicht auch die Model, auf Seide gedruckt, Fahnen liefern sollten.
A. E.



Vermischte Nachrichten.


15) /Regensburg./ Unlängst wurde dahier durch Zufall eine
höchst interessante archäologische Beobachtung gemacht, welche wohl
Anspruch auf Neuheit erheben darf. Bekanntlich sind die auf römischen
Todtenfeldern ausgegrabenen /Urnen/, welche die Knochenreste
verbrannter Leichen enthalten, oftmals mit Thonschalen bedeckt, deren
eigentlicher Zweck -- wie bereits vor längerer Zeit schon vermuthet
wurde -- in der Aufnahme von Räucherwerk während der Leichenverbrennung
bestand. Nun war aber der um die Alterthumskunde der Oberpfalz und von
Regensburg in der prähistorischen und römischen Zeit hochverdiente
freiresignierte Pfarrer Dahlem jüngsthin so glücklich, folgende
Erfahrung zu machen. Derselbe hatte nämlich eine frischgekittete
Thonschale der besagten Art zum Zwecke des Trocknens auf einen warmen
Ofen gestellt, und als er mehr und mehr einen ungewöhnlichen Wohlgeruch
bemerkte, überzeugte er sich bald, daß derselbe von der Schale auf
dem Ofen herrühre. Hiermit ist nun der evidenteste Beweis geliefert,
daß das mehrfach erwähnte Gefäß ehemals zum Räuchern gedient, indem
die Ingredienzien, welche es vor länger als anderthalbtausend Jahren
enthielt, sich selbst durch ihren noch frischen Geruch verriethen.
Derselbe soll übrigens demjenigen des Storax ähnlich gewesen sein.

  (Nürnberger Presse, Nr. 27.)

16) Die „Bonner Zeitung“ schreibt: „Bei den wieder aufgenommenen
/Ausgrabungen des hiesigen römischen Castrums/ wurde in den
letzten Tagen am Wichelshof in einer Tiefe von 7 Fuß ein Fundament
gefunden, welches sich durch die darüber liegenden Theile großer Säulen
als Ueberreste nicht allein eines hervorragenden Bauwerks, sondern
wahrscheinlich eines prächtigen Tempels darstellen wird. Die ionischen
Säulen von Jurakalk, welche nach der Weite ihrer Schäfte auf eine Höhe
von ca. 11 Fuß schließen lassen, haben Kapitäle, wie sie in dieser
Schönheit an rheinischen Römerbauten kaum anderwärts vorgekommen sind.
In hohem Grade rechtfertigt der neue Fund die vom Professor aus’m
Weerth in seinem Vortrage am letzten Winkelmannsfeste ausgesprochene
Ansicht, daß das Bonner Castrum in architektonischer Hinsicht nach
der Zahl und Art seiner Gebäude das bedeutendste unter den bisher
bekannt gewordenen ähnlichen Anlagen sei. Ein gleichzeitig gefundenes
Inschriftfragment der ersten Kaiserzeit wird, wenn sich die dazu
gehörigen Stücke finden, vielleicht Auskunft über den Zweck des Baues
ertheilen. Die vollständige Aufdeckung des Bauwerks ist beschlossen,
und es sollen -- wie wir hören -- Kenner und Freunde des Alterthums zu
dessen Besichtigung zur Zeit eingeladen werden.“

  (Nordd. allg. Zeitung, Nr. 37.)

17) In Wien hat man bei der Terrain-Regulierung, die gegenwärtig nächst
der Votivkirche vorgenommen wird, eine /Aschenkiste/ aus Stein,
wahrscheinlich aus römischer Zeit, zu Tage gefördert. Die Kiste ist
aus einem Stück Stein gehauen und enthielt Knochenreste und eine
große Menge interessanter antiker Gegenstände: Thonkrüge, Spangen,
Brochen, Ringe, Nadeln. Die Thonkrüge sind nur einige Zoll hoch,
mit Henkeln versehen und tragen Zeichnungen, welche ein tätowiertes
Antlitz vorstellen. Die Schmuckgegenstände sind mit einer solchen
Patinaschichte bedeckt, daß man noch nicht erkennen konnte, ob sie
aus Silber oder Bronze gearbeitet sind. Vorläufig wurde der Fund im
städtischen Archiv deponiert.

  (Korresp. v. u. f. D., Nr. 90)

18) Als ansehnliches Geschenk eines Privatmannes, des Hrn. Albert
Katz in Görlitz, ist dem /Deutschen Gewerbemuseum/ neuerdings
ein werthvolles Denkmal deutschen Kunstfleißes zugeführt worden,
dem bereits die Gefahr drohte, ins Ausland, und zwar nach Holland,
verkauft zu werden. Es ist eine, abgesehen von einzelnen gegossenen
und ciselierten Details, in getriebener Arbeit hergestellte und
theilweise vergoldete /Silberstatuette des heil. Georg/, die,
bisher in Elbing befindlich, von einem dortigen Meister im 15.
Jahrhundert angefertigt wurde und ursprünglich als Reliquiarium diente.
Ihre Basis, die von drei kleinen, aus krausem gothischen Blattwerk
emporwachsenden Figuren wilder Männer getragen wird, stellt sich als
ein leichtgewölbter, von einem zierlich gearbeiteten Gehege eingefaßter
Hügel dar, der, durch allerhand kriechendes und kletterndes, in
winzigem Maßstab gebildetes Gethier belebt, als Behausung des Drachen
gedacht ist und durch einen Todtenschädel nebst übereinanderliegendem
Gebein auf das von diesem ausgehende Verderben hindeutet. Inmitten
dieses sorglich durchgeführten Terrains, aus dem seitwärts die
reich ornamentierte, meist durch einen Krystall geschlossene, jetzt
dieser Decke sowohl wie des ehemaligen Inhalts beraubte cylindrische
Reliquienkapsel heraustritt, ragt die Gestalt des jugendlichen Ritters
empor, dessen Speer an dem Schuppenpanzer des Feindes bereits in
Stücke zerschellt ist. In schwerer Schienenrüstung auf dem Rücken
des bekämpften Ungethüms dastehend, hält er in der gesenkten Linken
den Schild, während die Rechte, mit einem kurzen, krummen Schwert
bewaffnet, zum Streich ausholt. Bei aller Bewegtheit der Scene geht
indeß die Komposition der Figur weniger auf eine realistische Wahrheit
in der Schilderung der dargestellten Aktion, als vielmehr auf die
Erzielung einer ruhigen statuarischen Haltung aus, die sich auch darin
bekundet, wie dem emporgereckten, den herabhangenden Schild mit den
Zähnen packenden Rachen auf der anderen Seite der hochaufgeringelte
Schwanz des sich am Boden windenden Ungeheuers das Gleichgewicht hält.
In ihrer eigenthümlich zierlichen und schmiegsamen, bei fast herber
Knappheit der Formen eine graziöse Anmuth und Eleganz anstrebenden
Bewegung ist die Figur dabei eben so sehr eine charakteristische Probe
der Kunstweise des späteren gothischen Stils wie in der Gediegenheit
und Delikatesse der Arbeit ein treffliches Meisterwerk technischer
Behandlung. Einen ganz besonderen Reiz aber gewinnt sie endlich noch
dadurch, daß sie in sämmtlichen Details der Tracht, wie u. A. in
dem seltsamen, aus einer Schnur gedrehten, oberhalb der Stirn eine
phantastische Blume befestigenden Kranz, der das lange Gelock des
Ritters umschließt, das Profankostüm der Zeit vollständig getreu
wiedergibt, was sie im Hinblick auf verwandte Arbeiten als ein
außerordentlich seltenes und doppelt bemerkenswerthes Stück erscheinen
läßt.

  (D. Reichsanz., Nr. 23.)

19) In /Berlin/ wird im Laufe des Frühlings eine Ausstellung
von Originalaufnahmen interessanter Werke der Vorzeit aus den Mappen
deutscher Architekten stattfinden. Aus der großen Zahl der Studien,
welche dieselben alljährlich, insbesondere aber nach Abschluß ihrer
akademischen Studien auf den durch die Fachbildung bedingten Reisen
machen, wird zwar mitunter etwas für irgend eine fachmännische
Zeitschrift verwerthet; das Meiste aber ruht, nur dem eigenen Gebrauche
zugänglich, in Mappen und Skizzenbüchern. Hier sollen nun diese Quellen
einmal erschlossen werden als Ergänzung zu den durch die Literatur
sich bietenden Studien zur Kunstgeschichte. Man beabsichtigt, nicht
blos sorgfältig ausgeführte Zeichnungen, sondern bei weniger bekannten
Werken auch leichte Skizzen aufzunehmen, wo sorgfältige Zeichnungen
nicht zu bekommen sind. Es wird sich auf diese Weise ohne Zweifel
eine Uebersicht über den Jahrtausende langen Entwickelungsgang der
Architektur, neben ihr der dekorativen Kunst und des Kunsthandwerkes
ergeben. Hoffentlich wird, trotz der steten Sehnsucht unserer
Architekten nach Süden, die unsere Bauweise mitunter mehr als nöthig
und billig in „klassische“ Bahnen gelenkt hat, durch die junge
Generation auch das Vaterland nicht vergessen und werden auch die
nationalen Schätze der eigenen Vorzeit würdig vertreten sein.

=Hamburger Kirchenordnung von 1529.= Sollte sich irgendwo,
in öffentlichem oder privatem Besitz, eine ältere Handschrift
von =Johannes Bugenhagen: Der Erbaren Stadt Hamborg Christlike
Ordeninge= vom Jahre 1529 in =niederdeutscher= Sprache finden
(vgl. Richter, d. evang. Kirchenordnungen, 1. Bd., S. 127 und Schürer,
theolog. Literaturzeitung 1877, Nr. 25, Sp. 669), so möchte der
Unterzeichnete bitten, ihm davon Mittheilung zu machen; namentlich
Handschriften aus dem 16. Jahrh. wären sehr erwünscht.

  =Hamburg= (Pastorenstr. 13), Februar 1879.
                               =Carl Bertheau=, Pastor zu St. Michaelis.

=Anfrage.= In J. F. Gmelin’s Geschichte der Chemie (I. Bd.
Göttingen, 1797) Seite 48 ist bezüglich einer, den Ulrich von der
Sulzburg (welcher Alchemist war und 1286 in der Kirche zu St. Jakob in
Nürnberg begraben wurde) betreffenden Angabe citiert: „Sulzburgisches
Stammbuch S. 29,“ welches Werk nicht aufzufinden ist. Diejenigen
geehrten Herren, welche in der Lage sein sollten, über dasselbe
Auskunft zu ertheilen, werden gebeten, dem germanischen Museum hievon
gütigst Mittheilung zu machen.



Verantwortliche Redaction: Dr. A. /Essenwein/. Dr. G. K.
/Frommann/.

Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in
Nürnberg.


Gedruckt bei U. E. /Sebald/ in Nürnberg.



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  Neue Folge. Sechsundzwanzigster Jahrgang.

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  bei Williams & Norgate, 14 Henrietta-Street Covent-Garden in London;
  für _Nord-Amerika_ bei den Postämtern Bremen und Hamburg.

  Alle für das german. Museum bestimmten Sendungen auf dem Wege des
  Buchhandels werden durch den Commissionär der literar.-artist.
  Anstalt des Museums, /F. A. Brockhaus/ in Leipzig, befördert.

  ORGAN DES GERMANISCHEN MUSEUMS.

  1879.    Nº 3.    März.



Wissenschaftliche Mittheilungen.



Emaillierte Gläser im germanischen Museum.


[Illustration: Fig. 1.]

Mehr als alle urkundlichen Quellen gibt uns der Mönch Theophilus
Einblick in die Glasfabrikation des Mittelalters, wenn er auch über
die geographische Verbreitung, insbesondere in Deutschland, nichts
berichtet. Ob er selbst, den man für einen Goldschmied ansieht, der am
Schlusse des 11. und Beginn des 12. Jahrhunderts im Benediktinerkloster
Helmershausen lebte[115], diese Kunst selbst geübt, oder nur durch
Anschauen und Hören gelernt habe, geht aus seinen Worten nicht hervor;
auch nicht, daß er sie in Deutschland üben gesehen, da er ja manche
in Deutschland sicher nicht geübte Glastechnik, so die Fertigung
der Mosaikwürfel durch die Griechen, beschreibt, auch von gläsernen
Gefäßen spricht, welche die Griechen mit Gold und Silber verzieren.
Die zweite, im 14. Kapitel des zweiten Buches beschriebene Art dieser
griechischen Gläser zeigt aber nicht blos Verzierungen aus Gold und
Silber, sondern auch mit Emailfarben (electrum), eben so wie das 15.
Kapitel die Emaillierung von Thongefäßen nach griechischer Art lehrt.
Daß auch bei uns solche emaillierte Gläser zur Zeit des Theophilus
hergestellt wurden, dafür fehlt bis jetzt jeder Anhaltspunkt. Wohl aber
nahmen die Araber jene Kunst von den Griechen an, und das ägyptische
Glasgefäß des 13. Jahrhunderts, welches wir im Anzeiger, Jahrg. 1869,
Sp. 225 ff., besprochen haben, ist ein Beleg hiefür; ja vielleicht
sogar dafür, daß damals Griechen für die Araber thätig waren. In das
Abendland mag diese Technik doch nicht durch die Beschreibung des
Theophilus eingeführt worden sein, da ja doch nur praktische Arbeiter
die Handgriffe genügend kennen, um die Industrie lebendig zu machen,
vielmehr durch die Venetianer. Es ist uns ein unzweifelhaft echtes, wol
dem 14. Jahrh. angehöriges Glas mit reicher, etwas derber Emailmalerei
in gothischem Stile mit Inschriften in gothischen Majuskeln bekannt
geworden, das vor einigen Jahren sich im Besitze eines Münchener
Sammlers befand, aber leider nicht für unser Museum erworben werden
konnte, da sich der Besitzer nicht davon trennen wollte, das aber
doch kurze Zeit darauf um eine hohe Summe an die Sammlung Basilewsky
in Paris übergieng. Der Stilcharakter war entschieden deutsch. Und
dennoch mochte das Glas, das, so viel wir erfahren konnten, durch einen
Alterthumshändler in Südtirol entdeckt wurde, venetianischen Ursprunges
gewesen sein; denn es findet sich bis jetzt keine Spur ähnlicher
Fabrikate in Deutschland bis zum 16. Jahrh. Damals machte Hirschvogel
seine Anstrengungen, venetianisches Glas in Nürnberg herzustellen[116].
Es finden sich auch manche Glasgefäße mit emaillierten Verzierungen
und Wappen nürnbergischer und anderer Geschlechter da und dort in
Museen, insbesondere in dem unsrigen. Sie zeigen venetianischen
Charakter, und es mögen auch die Verzierungen (die Wappen nach aus der
Heimat eingesendeten Vorlagen) in Venedig selbst aufgeschmolzen sein.
Nichts hindert uns jedoch, anzunehmen, daß ein Theil dieser Gläser
von Hirschvogel und seinen unbekannten Nachfolgern hergestellte und
bemalte Arbeiten sind. A. v. Eye hat im Jahrgang 1876 d. Bl., Sp.
163 u. 164 einen Glasteller und zwei Humpen mit den Haller’schen,
Löffelholz-Volckamer’schen und Freiberg-Landschaden’schen Wappen
besprochen. Wir bilden hier in Fig. 1 noch ein älteres solches Glas
ab, an dessen italienischem Ursprung kaum zu zweifeln ist. Es gehörte
demselben Andreas Imhof, aus dessen Besitz die Faïenceschaale stammt,
die wir in diesem Blatte, Jahrg. 1873, Sp. 283 ff. beschrieben
und abgebildet haben. Der heraldische Schmuck ist in drei Theile
getrennt. Auf unserer Zeichnung ist der Imhof’sche Helm sichtbar. Der
Imhof’sche Schild und ein gevierteter, welcher zweimal das Wappen der
Schlaudersbach und jenes der Reich zeigt, stehen in gleicher Entfernung
von einander wie vom Helme. Das Glas ist also nach 1526 entstanden,
in welchem Jahre Imhof nach dem Tode seiner ersten Frau, Ursula
Schlaudersbach, die Magdalena Reich heirathete. Bei seinen Beziehungen
zu Italien dürfte wol das Stück venetianisch sein. Es hat 14 cm. Höhe.

[Illustration: Fig. 2.]

Entschieden deutsch ist die Malerei des in Fig. 2 dargestellten Glases,
welches leider im Original nicht mehr existiert, vielmehr schon im
Jahre 1857 als Opfer der Uebersiedelung der Museumssammlung aus dem
Thiergärtnerthorthurm in die Karthause zerschlagen wurde, ohne daß
es gelungen wäre, die Trümmer wieder zu kitten. Glücklicherweise
erhielt sich aber eine große Zahl anderer entschieden deutscher
Gläser mit Emailmalereien aus dem 16. und 17. Jhdt. Nur wenige
tragen Jahreszahlen; die älteste vorkommende zeigt erst die Zeit
der höchsten Blüthe des Industriezweiges, 1652. Das Wappen der
nürnbergischen Patrizierfamilie der Kreß und, daran beiderseits
anschließend, friesartig die Ansichten zweier Landsitze der Familie
tragen zwei Gläser, die aus dem Besitze derselben stammen. Das in Fig.
3 abgebildete, mit Deckel 22,5 cm. hohe zeigt Kraftshof, das andere, um
etwa 1,5 cm. weniger hohe Ketzelsdorf.

Der eigentliche Sitz dieser Industrie wurde indessen nicht Nürnberg
selbst. Sie hatte im Fichtelgebirge und später in Thüringen ihre
Heimat. Deshalb ist auch auf solchen Gläsern des 17. Jahrh. die
Darstellung des Ochsenkopfes im Fichtelgebirge und der von demselben
ausgehenden vier Flüsse so häufig. Auch der Reichsadler, dessen
Flügel mit den Wappen der Glieder des Reiches belegt sind, der Kaiser
und die Kurfürsten zu Pferde, in Brustbildern u. s. w. sind häufig
dargestellte Verzierungen dieser Gläser. In Thüringen hatte sich die
Industrie, freilich künstlerisch sehr herabgekommen, bis in unser
Jahrhundert erhalten und ist zuletzt, auf Schnupftabak- (Bresil-)
und Schnapsfläschchen reduciert, an den Bestrebungen zur Hebung des
Kunstgewerbes durch die billig gelieferte, den heutigen Geschmack auch
auf’s Land tragende Industrie zu Grunde gegangen, um wenige Jahre
darauf in böhmischen Fabriken in zweifelhaften, theuern Imitationen
alter Gefäße wieder zu erstehen.

  /Nürnberg.    A. Essenwein./

FUSSNOTEN:

[115: A. Ilg im 7. B. der Quellenschriften für Kunstgesch. von
Eitelberger: Theophilus Presbyter schedula diversarum artium.]

[116: Anzeiger f. K. d. d. V. 1877, Sp. 291 ff.]



Aus der Hussitenzeit.

Aus italienischen Archiven.


(1434), 30. Mai, zwischen Böhm.-Brod und Kaurschim.

Nobilli et strenuo militi Col... ne de Derscka fratri meo dilecto
obsequiis premissis. Frater karissime, notiffico et regraciantes
deo (quod) bene valemus et Taboritas hodie omni adiuctorio dei et
meritis sancti Wenczeslai prostrauimus et dampnum modicum de parte
nostra percepimus, et de Taboritis magna multitudo interfecta est,
et illorum numerum quot in loco remanserunt, nescimus quia a loco
conflictus statim vlterius recessimus et captiuos plures aduximus, et
de equestribus aliqui maiores, sed tamen pauci fugierunt et euasserunt
et illa strages facta est inter opidum Buximá, et inter Brodam in illa
planicie, et Pilznenses actiem duxerunt et primi agresi sunt eos, et
directo tramite recesserunt cum curibus, et cum famillia mea sicut
Proba (?) et Boni (?) sine intermissione et retrocessione. Propterea
dulce frater, istis auditis istam stragem principibus notifficetis et
si aliquem mittere poteritis ad cesaream maiestatem, illa serenitati
sue sine mora significetis et etiam si iuuenis ille nuncius Capucor
(!) venerit, mitatis eum in Karelstain, et ab inde requirens vbi
fuerimus, veniet ad me vbi campum uel castra possuerimus, et vlterius
nouiter per nuncium ad vos mississemus, sed ex(s)pe(c)tauimus et
nuncium rettinuimus, volentes videre quem finem consequemur. Id circo
credimus et confidimus illud quod in primis litteris post cenam
scripsimus, quod hoc facietis, et insuper sinceriter rogo, si aliqui
de familliaribus meis furtiue ad me decedentes ad domum venerint,
quod ipsos castigabitis sicut quod in prima scriptum est vobis, et de
gentibus armorum vere copiam habemus et validam multitudinem, et plures
de die in diem conueniunt, et nichil alliud intelligimus nec speramus
nisi quod in breui omnes ciuitates nobis subicientur et cum istis vos
deo comendamus. Orate deum pro nobis et nos pro uobis. Datum inter
Brodam et Cuxim iam post conflictum factum in sero Dominica post festum
Corporis Christi.

Subscriptio mittentis qui personaliter fuit in conflictu Sdenko de
Derscka... Horsoniensis.

[Illustration: Fig. 3.]

  1434, 1. Juni, .....

Excellentissimo et (in)victissimo principi (et) domino, domino Sixmundo
dei gracia Romanorum imperatori semper augusto[117], Vngarie, Boemie,
Cro(a)cie, Dalmacie etc. regi domino pregraciosissimo ego Conico etiam
Luxa de Rusemberg (?) castellanus in Karelstain seruicia mea uestre
serenitati fidelissima et constantissima omni tempore prediligo (!).
Serenitati vestre notiffico quod de omnipotentis dei misericordia magna
sine cuius potestate et voluntate nichil fieri potest, sed omnia per
ipsum diriguntur, factum est quod inimici heri hora vesperarum intra
monasterium Scaluze et opidum Chuxim a vestris fidellibus dominis
baronibus et fidelli comunitate feliciter prostracti seu conteriti
sunt, ita quod de fidelibus vestris pauci perierunt, et sic nouerit
Serenitas[118] vestra pro certo quod in dominis baronibus et terigenis
fidelles servitores habeat, et frequenter me aloquuti[119] sunt de
serenitate vestra qui[120] ad nos fidellem et bonam intenctionem
habent secundum quod hoc effetualiter ostendunt et vlterius ostendere
intendunt, nec alliud intendunt facere nisi sicut serenitatis
vestre[121] fidelles domini et seruitores, omnia volentes facere
que pertinent ad dominum suum naturalem et graciosissimum. Dignetur
igitur serenitas vestra manum suam large ad eos extendere et ipsis
in subsidium aliquot millia florenorum transmittere et dare, ut opus
inceptum ad honorem serenitatis vestre regnique illius et corone
Boemie mellius terminare et ad bonum finem deducere (possint), et
serenitas vestra in subsidium illius boni personam vestram non dignetur
abstinere(?) sine mora quia cum adiutorio dei omnia bene procedunt
et procedent cum serenitas vestra venire non tardauerit. Propterea
serenitas vestra sciat qualiter illa victoria fuit facta de inimicis.
Cum enim barones post victoriam habita de Noua civitate Pragenssi
in Praga persisterent gentes congregantes, eodem tempore inimici de
disposicione dei a Pilina recesserunt et se versus Pragam recipientes
iuxta Nouum castrum aliquibus diebus castrametati essent, vlterius
procedentes versus Coloniam(!) opidum, domini barones misserunt pro
omnibus nobillibus vt in subsidium eorum contra inimicos venirent. Ibi
dominus de Rossinberch gentem multam notabillem et exercitum ad campos
expediuit, et domini barones et ciuitas Pilzenensis ectiam validam
potentiam transmisit, et cum progrederentur versus Pragam sub castro
Karlenstain, ibi ego et gentes meas expediui et fidellibus vestris
seruitoribus quingentos equestres et pedestres et curos(!) triginta,
et cum omnes suprascripti iuxta Pragam conuenissent, domini barones
extra Pragam cum eisdem processerunt et cum valida potencia inimicos
insecuti sunt, et sic de gracia dei et suo iuuamine illos prostrauerunt
inter monasterium Scaluze et opidum Chuxim sicut predictum est.
Propterea serenitatem vestram rogo quatenus velitis me et vestros
fidelles seruitores qui mecum sunt in castro Karlistain ocullo pietatis
respicere et subsidium transmittere et dare, quia deus nouit quod huius
magnam indigenciam habemus, quia aliunde non habeo illos bonos homines
stipendiare, nec ab aliquo allio preter a Serenitate vestra subsidia
ex(s)pe(c)tamus, tamquam a domino nostro... et domino graciosissimo.
Datum feria 2ª post festum Corporis Christi anni etc. XXXiiii.
Subscriptio

Coniço etiam Luxa de Bussenz(?) castelanus in Karlenstein.

  1434, 3. Juni, Horschowitz.

Serenissimo et invictissimo etc. Seruiciis premissis omni tempore
subditus et paratus. Serenissime imperator et domine, domine
graciosissime serenitati vestre notiffico regratiantes domino deo
omnipotenti (quod) conteriti sunt et prostrati omnes Thaborite qui
in campis iacebant contra vestros et nostros fidelles, secundum quod
serenitas vestra in allia littera melius percipiet quam ministrabit
auunculus meus quam vestre serenitati dirigo et mitto, et rogo
serenitatem vestram tamquam dominum meum graciosissimum quatenus
vellitis michi equum dirigere per nuncium Canpuchonem quia equi nostri
in bello aliqui recesserunt et allii mortui sunt. Itaque ambo charemus
equis ad equitandum. Datum... in Horsonienensis feria quarta ante
octauam Corporis Christi anno etc. XXXIIII.

Subscriptio mitentis Sdenko Korli ... de Romsperg(?).

  1434, 3. Juni. Nürnberg.

Reuerendissimo in Christo patri ac domino, domino Juliano miseracione
diuina sancti Angelli cardinali appostolice sedis legato, domino meo
singulariter gracioso.

Reuerendissime in Christo pater et graciosissime domine. Exultet
sacrosancta sinodus, gaudeat ciuitas, popullus Christianus letetur et
precipue animus vester de tam celebri et felici victoria quam dominus
deus exercitui suis Christicolis contra hostes benedicti nominis sui
missereri (!) concedere dignatus est. Nouerit igitur paternitas vestra
reuerendissima quod die Dominica post festum Corporis Christi barones
regni Boemie, ciuitatis Antique Pragensis et alliorum fidellium fulciti
pressidio cum Taboritis et Orphanis campestribus in virtute altissimi
bellum animosse agressi sunt, et per totam Dominicam predictam et
noctem sequentem prelia continuando certarunt, et die Lune hora tercia
diei bellum pro parte nostra auctore domino feliciter terminatum esse
dignosscitur, et ceciderunt de parte Hussitarum vniuersi compestres
numero XIIII millia, inter quos interempti sunt ille Zasocko capitaneus
et Procopius es Lupus presbiterii subductores nequam, et septimgenti
capti sunt et existunt carceribus mancipati, et de parte nostra quam
altissimus protegere dignatus est perigerunt (!) dumtaxat ducenti, nec
quibus clementia saluatoris missereri dignetur. Ceterum reuerendissime
pater dirigo magnifficencie vestre copias duarum litterarum vulgarium
materiam belli continencium vt in illis magnifficentia vestra nedum
dulciter recreet[122], sed et hec noua verissima intimante domino
meo singularissimo, domino auditori... et sinceritati sue integratis
gaudeat feliciter in domino cui honor et gloria in secula seculorum
amen. Scripta Nurinberg in octaua Corporis Christi anno etc. 1434.

Scripsit Sigismundus Stromer servitor vester humilis.

  1434. 4. Juni, Ulm.

Reuerendissimis et venerabillibus in Christo patribus et dominis
sacrosancte generali Basiligensis Sinodo in spiritu sancto legiptime
congregate, ecclesiam vniuersalem representanti amicis nostris
karissimis gr(aciosissimis et sin)cere nobis dilectis. Reuerendissimi
in Christo patres et domini, amici karissimi, re.......ati sinceroque
pure nobis dilecti. Hodie hora vesperarum confluxerunt ad nos nuncii
qui in tribus et diebus cicius de Boemia volantissime applicuerunt,
afferentes nobis iocundissima et felicissima noua de victoria nostrorum
et conflictu Taboritarum[123] et illorum qui allias in obsidione
ciuitatis Pilzensis erant, qui per dei graciam a quo omnis procedit
victoria in planicie intra ciuitatem Chuxim et monasterium Scaluze
forti bello cum modico dampno nostrorum victoriosse prostrati quarum
litterarum aliquas originales vestris reuerendissimis paternitatibus
mittimus presentibus intraclussas. Hec reuerendissimi patres volumus
vestris paternitatibus pro singularissimo gaudio cun(c)tis Christi
fidellibus obtantissime (!) nunciare, rogantes cordintime (!) quatenus
altissimo domino nostro Jesu Christo infinitas agentes gratias cum
processionibus et aliis solempnitatibus ad bonum et felicem progressum
tam felicis principii epno ...... medii omni opera atque cura vigillare
velitis, quoniam et nos similiter de agendis nil premittemus, et
quecunque in futurum habuerimus vestris paternitatibus die no(c)tuque
intimare curabimus. Datum Vlme die IIII. Junii, regnorum nostrorum anno
Ungarie etc. quadragessimo octauo Romanorum XXIIII., Boemie XIIII.,
imperii vero secundo.

Subscripcio mittentis Sixmundus dei gracia Romanorum imperator semper
augustus, ac Vngarie et Boemie (rex).

Gleichzeitige Copieen auf einem Doppelblatt im Besitze des Dr. Vinc.
Joppi zu Udine.

  /Graz./              /Dr. J. von Zahn./

FUSSNOTEN:

[117: Abschr. „augustus“.]

[118: Ebd. „serenissimus“.]

[119: Ebd. „alouiti.“]

[120: Ebd. „que.“]

[121: Ebd. „serenitas vestra.“]

[122: Abschr. „recreat.“]

[123: Abschr. „Tabolitarum.“]



Martin Behaim.


In der Norikasammlung des Unterzeichneten befindet sich eine
Federzeichnung, welche eine Insel mit hohem Berge darstellt, an dessen
Fuß an einer Bucht eine Stadt liegt. Im Hafen ankert eine Galeere;
eine andere eilt, von Rudern getrieben, ebenfalls demselben zu. Diese
Zeichnung ist geistreich und keck hingeworfen und nur ganz wenig
mit Wasserfarben laviert. In der linken Ecke unten liest man in den
Schriftzügen des fünfzehnten Jahrhunderts: Martin Beheim Eq^s in insul
Faïal 1479. Dieses Blatt stammt aus dem 1841 versteigerten Nachlasse
des Gallerie-Conservators Freihrn. Haller von Hallerstein und trägt
alle Merkmale der Echtheit. Damit wäre nachgewiesen, daß Martin Behaim
bereits im Jahre 1479 in Portugal war. Bekanntlich datiert sein letztes
Schreiben an seinen Oheim Leonhard Behaim zu Nürnberg vom 8. Juni
dieses Jahres aus Antwerpen, und schon 1481 finden wir den jungen Mann
als Mitglied der nautischen Commission, welche König Johann in Lissabon
zum Zwecke von Vorschlägen für eine Entdeckungsreise berufen hatte. Zum
Ritter soll Martin Behaim im Jahre 1485 geschlagen worden sein, und
1486, nach der Rückkehr von seiner längeren Seereise mit Diego Caõ,
verheirathete er sich mit der Tochter des Statthalters von Fayal Joz
von Hurter, konnte somit 1485 nicht in Portugal anwesend gewesen sein.

Man wird der Wahrheit ziemlich nahe kommen, wenn man annimmt, daß
Martin Behaim mit Joz von Hurter, den er in den Niederlanden kennen
gelernt hatte, im Sommer 1479 nach Fayal gereist ist, wo eine
niederländische Kolonie war, vielleicht um da den Rest seiner Tuche zu
verkaufen; bei dieser Gelegenheit hat er die Insel mit der Hafenstadt
in sein Skizzenbuch gezeichnet und dieses Blatt, etwa bei seiner
Anwesenheit in Nürnberg 1491, einem Verwandten, vielleicht seinem
Vetter Michael, zum Andenken geschenkt, der dann den Namen und das Jahr
der Entstehung auf die Zeichnung schrieb. Die Frage: wann Martin Behaim
nach Portugal gekommen, welche in Dr. Ghillany’s Werk noch als eine
offene behandelt ist, scheint demnach jetzt gelöst.

  /Nürnberg./    /Georg Arnold./



Urkundliche Beiträge zur Künstlergeschichte Schlesiens.

V. Neisse.


Das Hauptdenkmal mittelalterlicher Baukunst in dieser alten
Bischofsstadt (darum auch das schlesische Rom geheißen) ist die
kath. Pfarrkirche zu St. Jacob mit ihrem abseits stehenden hohen
Glockenthurme, wovon „Schlesiens Vorzeit“ im Jahrgang 1872 eine
Abbildung und im vorangehenden eine Besprechung bringt. Die älteste
Anlage ist nicht bekannt[124]; vielleicht war an einer späteren
thätig der /magister operis Gerardus/, welcher 1307 im Neißer
Lagerbuch (I, 36) und im Formelbuche des Arnold von Protzan erwähnt
wird. Als Meister des bestehenden, in der Hauptmasse dem 15. Jahrh.
angehörigen Gebäudes gilt /Peter von Frankenstein/, über den
mir augenblicklich besondere Notizen nicht zu Gebote stehen. Zwölf
Gattungen von Steinmetzzeichen an den verschiedenen Portalen lassen
sich constatieren.[125] Ueber dem Eingange zum Glockenthurme steht in
Minuskeln die Zahl 1474[126]; auch das oberste Stockwerk ist zweimal
datiert: auf der Westseite unter dem Wappen des Bischofs Johannes V.
MDXV[127], auf der Südseite 1516, wobei der Buchstabe H zwischen
zwei Monogrammen angebracht ist. Ueber die Renaissancedenkmäler
der Pfarrkirche in der Stadt überhaupt hat sich Lübke, a. a. O.
II, 686 ff. verbreitet[128]. Auf der Nordseite der Kirche liegt
das sog. Benedictenhaus, über dessen östlichem Eingange ein
Mettertienbild[129] nebst dem bischöflichen Wappen, 1513 datiert, in
Stein ausgehauen ist; auf der Westseite erblickt man dasselbe Wappen
(mit dem halben Löwen und drei Rosen darunter), von zwei Engeln
(Renaissancegestalten) getragen, mit der Dedicationsinschrift: IO[Mit
Ω darüber] . V . EP[Mit Ω darüber] . VRA[Mit Ω darüber] . DIVE . ANNE .
EREXIT . M . D . XIII. Die Baumeister sind vorläufig alle unbekannt. Von
älteren Neißer Architekten kennt man noch den /Michael Glocz/,
welchem der Magistrat von Brieg die Anfertigung des Gesperres an
der Dominikanerkirche auf dem Sperlingsberge um 55 Mark und 1
„Parchan“ 1410 verdingte. (Stdtb. 1, 122). Um 1570 war in Neiße
Meister /Benedict/ Stadtmaurer, dessen Tochter Anna 1578 aus
Brieg ausgewiesen wurde. (Urgichtbuch 112 a). Auch ein italienischer
Baukünstler /Hans Baptista/, Italus, Meurer, welcher 1545
in Breslau Bürger wurde, lebte um 1550 in Neiße. Er arbeitete
wahrscheinlich mit dem Steinmetzen Hans Bernhard von Verona an dem
Schloßbau des Hertwig Seidlitz auf Töppliwoda[130] (Schultz, Wälsche
Maurer S. 147). 1671 baute Melchior Werner von Neiße das jetztstehende
Gebäude des Klosters Rauden (cf. oben).

Ueber ältere /Maler/ in Neiße[131] sind nur spärliche Notizen zu
bringen. /Nicolaus Spigeler pictor/ de Nisa und seine Frau Clara
kaufen 1413 3 Mark Zins vom Kloster Heinrichau[132], desgleichen 1417
7 m. und außerdem für sich und nach ihrem Tode für „Meister Hannose
moler“ zu Neiße 4-1/2 m. Zins. Der vollständige Name des Letzteren
lautet 1413 Johannes /Slaup pictor/, welcher in diesem Jahre
mit seiner Frau Barbara 5 m. vom Kloster kaufte. (Staatsarchiv:
Heinrichauer Diplomatar D. 185 f. 15 b. 16 a. 20 b.) Von dem
„schlesischen Apelles“ /Willmann/ hängen in der Pfarrkirche
folgende Bilder: Christus am Kreuz, Sturz der bösen Engel, Martyrium
des Bartholomäus. (Knie, a. a. O. 880). -- Von /Goldschmieden/
kenne ich /Balthasar Guldener/, Bürger zu Neiße, welcher 1612
bereits todt war; sein gleichnamiger Sohn, ebenfalls Goldschmied, wurde
1613 in Brieg aufgeboten. (Aufgebotsbuch der Brieger Nicolaikirche.)
-- Nach derselben Quelle lebte um 1600 in Neiße der /Buchdrucker
Andreas Reinheckel/, dessen Tochter Anna 1613 Stieftochter des
kunstreichen Herrn /Caspar Siegfried/, Buchdruckers zu Brieg,
genannt wird[133]. -- /Glockengießer/ beschäftigte Neiße ehedem
folgende: 1419 gießt Meister /Jörge/, Kupferschmied, eine Glocke
für die Brieger Pfarrkirche und bekommt für den Centner 1/2 Mark und
alle Geräthe außerdem. (Br. Stadtb. I, 122). Für dieselbe Kirche
verfertigte 1503 der Gelbgießer /Barth. Lindenradt/ aus Neiße die
große Glocke, welche Bischof Johannes Roth von Breslau taufte. (Stdtb.
II, 11). Derselbe Meister goß sie fünf Jahre später noch einmal, und
sie wurde zwölf Tage nach der Vollendung auf den Thurm gezogen und mit
den andern Glocken in ein neues Gestühle durch Meister Leonhard von
Romberg aufgehängt. (ebda. 11 b.) Auch einen Seigermeister, /Georg
Pfuhl/, berief man aus Neiße nach Brieg, welcher 1535 die Rathsuhr
verfertigte; man hatte ihm dafür 2 alte Uhren und 44 Gulden (à 3
Flor.) gegeben (ebda. 35)[134]. Um 1680 und 1712 gossen für Neiße und
nach auswärts /Matthias Munse/ und /Heinr. Josef Reichel/.
(Vorzeit, B. 29, S. 66) -- Der sogen. schöne Brunnen auf der Breslauer
Straße, eine prächtige Schmiedearbeit, von dem Schlesiens Vorzeit
1870 eine Abbildung bringt, trägt die Inschrift: „Aus Belieben eines
löblichen Magistrats machte mich Wilhelm Helleweg, Zeugwarter, anno
1686.“ Doch ist das Wort „machte“ kaum wörtlich zu nehmen, da der
Zeugwart nur zu den Unterbeamten des Raths zählte und die Waffen der
Stadt zu beaufsichtigen hatte; es dürfte darum jener Name aus Lübke’s
Künstlerverzeichniß a. a. O. 983 zu streichen sein.

Es sei zum Schlusse noch gestattet, einige schlesische Künstler, die
sich nicht anderweitig hatten unterbringen lassen, aus Angaben der
Brieger Kirchenbücher nachzutragen:

1588 stirbt auf dem Pfarrhofe zu Brieg Michael Brisen, Maler, von
Pitschen. (Todtenb.) Im Aufgebotsbuche von 1606 werden namhaft gemacht:
1606 weiland Baumeister Thomas Hartsch zu Neustadt o/S.[135]; 1608 der
kunstreiche Georg Brückner, Baumeister zu Breslau; 1611 weil. Caspar
Springer, Baumeister und Müller (!) zu Prauß bei Strehlen; 1613 weil.
Baumeister und Müller Lorenz Orttelbach zu Beuthen a. d. O.; 1619 wird
aufgeboten Leonhard Sorge, Maler und Bürger zu Oppeln, Sohn des †
Rentmeisters zu Ketzerndorf (Karlsmarkt)[136], mit der Tochter des †
fürstl. Hausvogts Sommerfeld zu Brieg; der Künstler siedelte übrigens
später nach Brieg über. 1620 starb bei dem Bildhauer Hans Döring zu
Brieg der Maurergeselle Elias Marga, von Bunzlau gebürtig. (Todtenb.)
-- 1594 lebte in Brieg ein Perlhefter (Paramentensticker) Paltzer
(Todtb.); seit 1613 wird in den Kirchenregistern mehrfach erwähnt ein
Perlhefter Peter Tunckel. 1596 starb Christoph Heinze der Kartenmaler
(das.); 1626 wird daselbst aufgeboten der Kartenmacher Zacharias Böhme,
dessen † Vater Stenzel B. auch ein solcher gewesen; 1612 arbeiteten in
Brieg zwei fremde Steinschneider: Hans Rurock aus Danzig und Tobias
Bartsch aus Meißen. (Taufb.) --

Endlich sei bezüglich der italienischen Künstlercolonie in Brieg noch
bemerkt, daß sich nachträglich ein wälscher Maurer /Gregor Pahr/,
wol ein Sohn des ausführlich besprochenen Schloßbaumeisters Jacob,
gefunden hat als Taufzeuge 1594. In die Leitung der herzoglichen Bauten
trat nach dem um 1609 erfolgten Tode des Bernhard Niuron Meister
/Hans Lucas, „Baumeister zu Hofe“/, wahrscheinlich unmittelbar
ein; man ist versucht, ihn für einen Nachkommen des Italieners Hans
Lugan zu halten.


VI. Sonstige Städte.

Die hier folgenden Zusammenstellungen sind aus zum größten Theil
gedruckten Urkunden oder Monographieen geschöpft und behandeln in
alphabetischer Reihenfolge diejenigen Städte und Klöster Schlesiens,
wo es dem Verfasser nicht möglich gewesen, eingehendere archivalische
Studien zu machen. Darum mögen auch Angaben über schlesische Künstler
des vorigen Jahrhunderts, in Ermangelung früherer, diesmal nicht
ausgeschlossen bleiben.

/Falkenberg/ (Regierungsbez. Oppeln). Das im Renaissancestil
aufgeführte und weithin sichtbare Schloß an der Ostseite der
Kreisstadt, beschrieben in Schlesiens Vorzeit II, 14, wurde 1589-92
unter Balthasar Pückler von Groditz, Besitzer der Herrschaft seit
1581, von den Maurermeistern /Jakob Westphal/ und /Hans
Czerr/ aus Jägerndorf erbaut, resp. um einen Stock erneuert, für
welchen Bau ihnen gegeben wurde „an Geld 775 [Symbol: Reichstaler],
Korn 2 Malter, Gerste 2 Schffl., Erbsen, Hirse, Haidekorn je 1 Schffl.,
Butter 4 Tönnchen, Rinderkäse oder Quärge 50 Schock, Kühe 1 Stück,
Schafe 12 St., Fleisch 3 Seiten, Karpfen 3 Schock, Salz 1/2 Schffl.,
Bier 8 Achtel, Tischbier 30 Achtel.“ -- Der betreffende Contract ist
abgedruckt in Schlesiens Vorzeit, 31. Bericht, S. 104-105[137]).

/Freistadt/ (Regb. Liegnitz). /Jost Köpper/ von der
Freistadt[138], /Maler/, wurde 1521 in Görlitz Bürger, zog aber
heimlich davon. (Bürgercatal. v. G.)

/Glatz/ (Hauptstadt der Grafschaft G.). Innerhalb der Jahre 1464
und 66 malt im dortigen Augustiner-Chorherrenstift Meister /Wilhelm
Kalteysen/ von /Aachen/; pictor sollempnis nennt ihn die
Klosterchronik. (Zeitschr. für Gesch. etc. Schlesiens X, 140.) --
1679 lebte der Maler /Caspar Paumgarten/ in Glatz. (ebenda 141.)
Der ebendort ansäßige Steinmetz /Wenzel Krobener/ trat 1571
mit dem Magistrate von Brieg in Unterhandlungen wegen Arbeiten am
dortigen Rathhause und erhielt am 18. Sept. 70 [Symbol: Reichstaler]
auf Abschlag. (Brieger Rechnungsb. von 1563.) -- Das Schloß in Glatz
wurde 1557 von Meister /Lorenz Krischke/ errichtet. (A. Schultz,
Schlesiens Kunstleben II, S. 17, nach Aelurius’ Glaciographia.)

/Gr. Glogau/ a. d. Oder. Ein /Cunczelinus murator/ wird genannt als
Zeuge in einer Urkunde von 1326. (Liber cum cruce, p. 18.) -- Am
Rathsthurme arbeiteten 1678, resp. 1720, die Zimmermeister /Caspar
Mücker/ aus Bunzlau und M. /Freudenberg/ aus Breslau. (Minsberg,
Glogau II, 144 ff.) -- Ein /Maler/ aus Breslau -- leider ist der Name
nicht angegeben -- vollendete nach mehrjähriger Arbeit 1493 für das
Glogauer Domkapitel einen Schnitzaltar (unam novam tabulam) für den
Chor. Man hatte dem Künstler dafür 150 ungar. Floren gegeben. (Annales
Glogovienses, S. 64.) -- Ein Madonnenbild (1518) von /Lucas Cranach/ in
der Collegiatkirche erwähnt Büsching in seiner „Geschäftsreise durch
Schlesien“, S. 107. -- /Melchior Heinrich/ von /Freiberg/, /Maler/ zu
Glogau, malte 1595 die Kanzel der Dorfkirche zu Diebau (Kr. Steinau)
laut Inschrift. -- Im städtischen Archiv zu Brieg befindet sich eine
Urkunde von 1710, worin die Geschwornen und Aeltesten des löblichen
Mittels der /Goldschmiede/, /Maler/ und /Bildhauer/ zu Großglogau
Joh. Ferd. /Schamaranski/ und George Anton /Nicke/ bekennen, daß
letzterer, Malerältester, am 14. Nov. mit seinem „Lehrknaben“ Joh.
Sebastian /Neubert/ erschienen sei und bekannt habe, dieser habe
seine 5 Jahre ausgestanden und sich in Allem aufrichtig und ehrlich
verhalten; nunmehr werde er seiner Lehrjahre ledig gesagt und allen
Berufsgenossen empfohlen. Unterzeichnet ist dies Document von dem
Oberältesten (Goldarbeiter), wobei Wappen (im Schilde und auf dem Helme
ein Vogel mit Ring im Schnabel und G. S.), und dem Malerältesten,
wobei das allgemeine Malerwappen; auf dem Helme aber zwischen Geweih
eine weibliche Figur. -- Ein /Münzmeister/ Konrad von Glogau wird 1310
erwähnt. (Minsberg I, 181.)[139]

/Hirschberg/ (Regb. Liegnitz). Im Buche der Petrusfigur eines
Schnitzaltars zu Wünschendorf bei Lähn (1865 in Breslau renoviert) hat
sich der Maler durch folgende Inschrift verewigt: hec tabula consumata
est per me /David Grossmann pictorem de Hirsberc/ aō. partus
virginei M.CCCC.LXI. die XVI. Februarij. Deo gratias.[140] -- 1479, 15.
Oct. richtet der Rath von Hirschberg an den von /Danzig/ einen
Brief, worin er den Steinmetzen /Martin Frey/, der Schlösser,
Kirchen und Thürme köstlich gebaut und allenthalben seine Meisterschaft
bewährt habe, für den Bau der dortigen Marienkirche empfiehlt.
(Schles. Kunstleben, S. 40.) -- Die Orgel in der kath. Pfarrkirche zu
Hirschberg erbaute /Casparini/, während /Röder/, Erbauer der
Magdalenenorgel zu Breslau, die in der Gnadenkirche 1725-27 errichtete.
(Knie, Uebersicht der Dörfer etc., S. 837.) Adam Horatius Casparini
stammte aus /Padua/, verfertigte 1709, resp. 1715, die Orgeln
zu Bernhardin und Christophorus in Breslau. (Schles. Vorz. II, 260.
261.); auch in Görlitz hat er gearbeitet. -- In H. arbeitete am Anfange
des 18. Jahrh. der /Glockengießer/ Ch. Friedr. Seifert. (Schles.
Vorz., 29. Ber., S. 66.)

/Hoyerswerda/ (in d. Wendei). In der sehr alten Pfarrkirche soll
sich das Epitaphiumsbild eines Herrn von Maltitz mit der Darstellung
„Christus segnet die Kinder“ erhalten haben, woran sich ein Monogramm
in der Art des Dürer’schen (nur daß statt D Ↄ steht) nebst
der Inschrift fecit 1582 zeige. (Katal. d. Wolf’schen Sammlung in der
Bibl. d. Lausitz. Gesellsch. z. Görlitz, S. 151.)

/Löwen/ (bei Brieg). 1663, resp. 1689, arbeiteten dort die Maurermeister
Georg /Pfalman/ und Adam /Scholtze/. (Urkunden der Brieger
Bauhandwerker-Lade.) -- 1257 wird erwähnt ein /Walterus monetarius/ de
Lewin. (Reg. z. schles. Gesch., Nr. 955.) Andere Münzmeister des 13.
Jahrh. finden sich: 1261 /Arnold/ in /Löwenberg/ (ebenda Nr. 1091),
1290 /Petzmann/ in /Schweidnitz/ (Reg. d. Bresl. Staatsarchivs).

/Münsterberg/ (Regb. Breslau). Dem /Maler/ Herzog Karls[141]
gibt die Stadt Brieg 1536 2 Flor. für Entwürfe zu den neuen Gebäuden an
den Brotbänken; wahrscheinlich hieß er /Laubener/, wie der Name
des gleichzeitig in dieser Stadt beschäftigten Künstlers lautet. (Urk.
v. Br., S. 200.)

/Namslau/ (Regb. Breslau). Die kath. Pfarrkirche soll 1401 von
Meister /Peter Steinmetz/ erbaut worden sein; doch kann ich
diese Angabe nicht urkundlich erhärten. -- Um 1471 lebte daselbst
Meister /Niclas der Maler/. (Zeitschr. X, 142.) Denkmäler
mittelalterlicher Malerei und Holzsculptur finden sich mehrfach in der
Umgegend von Namslau in den Dörfern Altstadt, Strehlitz, Proschau,
Belmsdorf, Kreuzendorf.

/Oels/ (Regb. Breslau). Ein Maler Nicolaus de Olsina (vgl. A.
Schultz, Bresl. Malerinnung) wird zum Jahre 1401 erwähnt im Anzeiger
1875, Sp. 74. An der Pfarrkirche haben um 1456 gebaut die Maurer Nic.
/Hoferichter/ und Nic. /Fischer/. (Zeitschr. X, 134.) --
Ueber die bei den fürstlichen Grabdenkmälern betheiligten Künstler gibt
Lübke, Gesch. der deutschen Renaissance, Luchs, schles. Fürstenbilder,
A. Schultz, Schlesiens Kunstleben, Aufschluß. Von dem herzoglichen
Schloßbau aber kennt man bisher die ausführenden Künstler nicht; ich
habe im Anzeiger unter /Brieg/ die Vermuthung ausgesprochen, daß
der Steinmetzmeister /Kaspar Khune/ einer derselben gewesen.

/Ohlau/ (b. Brieg). Das herzogliche Schloß wurde durch /italienische/
Baumeister 1654 wiederhergestellt; sein Erbauer war Georg II. von Brieg
gewesen. (Kunstleben, S. 17.) Das Rathhaus, vielfach (zuletzt 1823)
umgebaut, hat von dem ursprünglichen nichts Besonderes übrig behalten.
Aus einem undatierten Contract über seinen Bau (im Brieger Archiv)
ersieht man, daß es zwei Thürme mit einer, resp. zwei, Durchsichten,
den größeren von einem Kranz mit eichenen Säulen umgeben, haben sollte.
Der Baumeister -- wahrscheinlich war es der 1585 in Brieg gestorbene
/Hans Seiler/ -- sollte 300 [Symbol: Reichstaler] bekommen. (Schles.
Vorz., 39. Ber.) -- 3 Uhrmacher, /Sallat/, /Kraut/ und /Riebe/,
verfertigten bis 1718 das Wahrzeichen von Ohlau, die künstliche Uhr am
Rathsthurme: man sah auf der Seite im NW. den Mondlauf, im NO. beim
Stundenschlage eine Henne, gejagt vom Hahn, im SO. den Tod, der beim
Viertelstundenschlage die Sense bewegt, und im SW. den Herrscher
der Zeit, der bei jedem Stundenschlage das Zepter neigt und den Mund
bewegt.[142] (Knie, a. a. O., S. 889.) Schließlich sei hiebei als
Nachtrag zu den Italienern von Brieg bemerkt, daß die Herzoge Joachim
Friedrich und Johann Georg, Gebrüder, durch eine Urkunde d. d. Ohlau,
1588, 6. Aug. ihren /Baumeister Bernd Niuron/ frei machten „aller
Beschwerung, es sei an Wachen, Geschoß, Ungelden, Steuern etc.“ (Brieg.
Mittelspriv., S. 181.) Er mag auch in dieser Stadt thätig gewesen
sein.[143]

/Reichenbach/ (Regb. Breslau). /Paul Juch/, Maler, nennt
sich unter Anbringung seines Monogramms 1586 am Schülerchor der alten
Pfarrkirche. (Schles. Vorz. 24. Ber. S. 255.)[144] -- Der südliche
Kapellenanbau rührt her von /Balthasar Jentsch/, „Meurer und
kunstreichem Tischler“ aus Liegnitz (1585) (ebenda S. 253). Dieselbe
Kirche besitzt das Grabmal des Maurers /Melchior Friedrich/ (†
1589) mit Monogramm (ebenda S. 255).

/Sagan./ Meister /Hans/ von Sagan malte 1506 die Orgel in
der Klosterkirche der Franziskaner zu /Bautzen/ und erhielt
dafür 14 Mark. (Wirthschaftsbericht des Klosters, abgedr. im N. Laus.
Magaz., Bd. 49, S. 43.) Wahrscheinlich ist dieser Künstler identisch
mit dem bei Schultz, Breslauer Malerinnung, S. 88, angeführten /Hans
Schöneiche/ pictor in Sagano 1509. -- Der 1518 in Görlitz Bürger
gewordene Maler /Caspar Wittich/ nahm um 1530 seinen Wohnsitz
in Sagan. (Vgl. die Maler von Görlitz im 52. Bande des N. Laus.
Magazins.)[145] -- Die Decken der Stiftsbibliothek sind al fresco von
einem Maler /Neunherz/ 1736 gemalt. (Büsching, a. a. O., S. 122.)

/Strehlen/ (Regb. Breslau). Den Steinmetzmeistern /Stephan/
und /Georg/ von Strehlen wird 1405 die Behauung der Steine „zum
obersten Werke“ an der Nicolaikirche zu Brieg verdingt, pro Elle 3
Groschen weniger 2 Heller. (Brieg. Stadtb. I, 121.) -- 1383 bekennen
die Rathmanne von Strehlen vor denen von Schweidnitz, daß /Hensil
Friberg/, Seigermeister daselbst, ihnen verkauft habe einen Seiger
nebst allem Zubehör, wie Glocke etc. Diesen soll er nach Strehlen zu
schicken und einzurichten veranlaßt werden, auch „waz die czwee iar
deme seiger abegeet, daz sol er fulkomen ferrechin.“ (Schweidn. Stadtb.
I, 102.)


VII. Schlesische Klöster.

/Leubus/ (1175 gegründet). Die noch vor 1300 vollendete
Klosterkirche mag von dem Bruder /Fridericus magister operis/
monasterii Lubensis, welcher 1307 genannt wird, herrühren. (Abhandl.
d. Ges. f. vaterl. Kultur, Arch. Sect. 1870.) Im 17. u. 18. Jahrh.
arbeiteten in Leubus die Maler /Willmann/, „der schlesische
Apelles,“[146] Anton /Scheffler/ (auch an der Lorettokirche des
Prager Hradschin und dem Breslauer Universitätsgebäude beschäftigt)
und Philipp Christian /Benton/, welcher die Fresken der Kirche in
Städtel Leubus malte und auch 1746 für den Abt der Prämonstratenser zu
St. Vincenz in Breslau Arbeiten übernahm. (Zeitschr. X, 142.)

/Trebnitz/ (gegründet von Herzog Heinrich I. 1203 auf Anliegen
seiner Gemahlin, der h. Hedwig). Muthmaßlicher Baumeister der
Klosterkirche ist der in Urkunden von 1208 u. 1218 erwähnte /Laie/
magister /Jacobus lapicida/ (Zeitschr. IX, S. 308.) Der im Kloster
befindliche Grabstein des Herzogs Konrad II. von Oels († 1403)[147],
ohne jedes Bildwerk, nur mit einer Randinschrift, war 1409 dem
Maurermeister /Heinrich Frankenstein/ verdingt worden. (Zeitschr.
X, 132.)

/Grüssau/ (1292 erbaut und mit Cisterziensern besetzt; nach Knie,
am angeführten Ort, S. 188)[148]. Luchs, bildende Künstler, S. 25,
erwähnt aus einem Briefe des Provinzialarchivs (ohne nähere Angabe)
d. d. Breslau, 1562 am Pfingstmontage, an den Herzog von Brieg einen
Meister /Christoph/ den /Walen/, Meurer, der nach Grüssau
gehen muß.

1692 legte der Abt Rosa den Grundstein zur Josephskirche, welche
Michael /Willmann/ mit Fresken ausschmückte. (Büsching, a. a. O.,
S. 356 ff.) Dieselbe Quelle nennt noch Gemälde der Klosterkirche von
Jacob /Köbel/, /Brandel/, /Scheffler/.

/Heinrichau/ (Tochterkloster von Leubus, gegründet 1222,
eingeweiht 1227. Stenzel, schles. Gesch., S. 36 ff.). Das
Fundationsbuch (ediert von Stenzel 1854) nennt 1304 und 1309 (S. 205.
105) den Bruder /Winandus magister operis/. Auch wird in einer,
allerdings für unecht erklärten, aber doch noch aus dem 13. Jahrh.
stammenden Urkunde von 1234 (Schles. Regesten, Nr. 433) gesagt, Herzog
Heinrich habe auf Bitten des obigen Steinmetzen Jacob dem Kloster
Trebnitz 200 Hufen eines Waldes bei Heinrichau geschenkt, von denen
/Winand/ die Hälfte besitzen solle; vielleicht steht dieser zu
dem Baumeister W. irgendwie in Beziehungen. -- Büsching a. a. O., S.
417 ff. nennt in einer dort abgedruckten Urkunde von 1325 einen Abt
Wynandus von Heinrichau und unter den Zeugen einen zweiten /magister
operis Johannes/ nebst einem /Winand/ furnarius (Bäcker).
-- Bei Stenzel a. a. O., S. 166, wird zum Jahre 1263 ein Johannes
aurifaber angeführt. -- Das zweite Schweidnitzer Schöppenbuch erwähnt
1407, ohne jede Namensbestimmung, einen /moler/ von Heynrichau.
Möglicherweise ist es der im Schweidn. Steuerregister vermerkte Jocob
moler, Czinkewicz (ein zu Kloster H. gehöriges Dorf) genannt. --
Auch in H. hat /Willmann/ nach Büsching, S. 415 ff., gemalt.
-- Die schlesischen Provinzialblätter von 1865 thun ohne jegliche
Begründung eines elfenbeinernen Cruxifixes in einer Seitenkapelle der
Klosterkirche Erwähnung, das von /Benvenuto Cellini/ herstammen
soll (!).

/Rauden./ (Die Stiftungsurkunde datiert von 1258, cf. Regesten,
2. Bd., S. 13.) Das ehemalige Gebäude gehörte dem Uebergangsstile an,
wovon noch Spuren vorhanden sein sollen; das jetzt stehende wurde 1671
errichtet. Der Architekt /Melchior Werner/ aus /Neiße/ baute
es und erhielt außer Beköstigung 3 [Symbol: Reichstaler] pro Woche und
3 Achtel Bier, der Parlier außer Kost 2 [Symbol: Reichstaler], jeder
Maurer 10, jeder Handlanger 4 Sgr. und Station. (Potthast, Rauden, S.
84.) -- 1775 malt /Sebastiani/ den großen Speisesaal (ebd. 119.
137), auch die Pfarrkirche wie anderes in dem Städtchen Ober-Glogau.
(ebd. 137.) -- 1718, resp. 1767, sind in Rauden zur Herstellung von
Gemälden und Porträten engagiert der Maler /Sedleczky/ und der
akademische Künstler’ J. H. Deppé (ebd. 262.)

/Walstatt/ (1707-23 gebaut). Das Hochaltarbild stammt von /de
Baker/, Maler des Fürstbischofs Franz Ludwig, Pfalzgrafen bei Rhein,
und stellt dar die Auffindung der Leiche Herzog Heinrichs des Frommen
auf dem Schlachtfelde. (Büsching, a. a. O., S. 69.) Für dieselbe
Klosterkirche arbeiteten der Maler /Brandel/ (cf. Grüssau) und der
Bildhauer /Hiernle/ aus Böhmen. (ebd. S. 70.)

Hiemit seien nun diese „Beiträge“ einstweilen abgeschlossen. Sofern
sich mir wieder Gelegenheit bieten sollte, ein städtisches Archiv
der Provinz nach dieser Richtung hin untersuchen zu können, sollen
die Resultate davon an gleicher Stelle ihren Platz finden. Aus
Liegnitz und Görlitz hoffe ich demnächst noch Aufschlüsse über die
Renaissanceperiode zu gewinnen.

  /Brieg./                 Dr. /Ewald Wernicke./

FUSSNOTEN:

[124: Nach Kastner’s Neißer Geschichtsfreund I, 1 wurde am 7. oder
12. Juli 1198 die neue aus Stein erbaute Jacobskirche eingeweiht vom
Bischof Jaroslaw († 1201); diese Nachricht ist aber nach den Regesten
z. schles. Gesch. S. 45 unsicher. 1267-68 erwähnen die Regesten die
Pfarrer Golinus und Peregrin von Neiße.]

[125: Diese und folgende Angaben beruhen auf Autopsie des Einsenders,
welcher von den Oertlichkeiten im Herbst vorigen Jahres Kenntniß nahm.]

[126: Im untersten Stock, unter dem großen Thurmfenster erblickt man 2
Wappenschilder mit Hausmarken, welche den betreffenden Kirchenvätern
angehören mögen.]

[127: von Turzo, regierte 1506-20, verwandt mit den aus Ungarn
stammenden schlesischen Grafen Henkel-Donnersmark. Die im 18.
Jahrh. angefertigte Tumba des Bischofs mit seiner rothbraun in
Oel angestrichenen Originalfigur im Breslauer Dome ist in Luchs’
Fürstenbildern auf Tafel 5 abgebildet. Derselbe Kirchenfürst errichtete
1509 das Schloß Johannisberg oberhalb Jauernick in Oestr. Schlesien,
dessen wohl erhaltener Ueberrest bereits die Formen der Antike
nachahmt.]

[128: Im Umgange derselben auf der Rückseite des Hauptaltares ist
senkrecht eingemauert der figurierte Grabstein des Bischofs Wenzel,
Herzogs von Liegnitz (1382-1417), abgebildet bei Luchs, a. a. O. Taf.
2.]

[129: Die Großmutter Christi, Anna.]

[130: cieplo, (poln.) warm, woda Wasser, N. W. 7/4 M. von Münsterberg;
wahrscheinlich hat es seinen Namen von ehemals dort vorhandenen warmen
Quellen.]

[131: Ueber Holztafelbilder und Schnitzereien des Mittelalters in der
Jacobskirche gibt Luchs in Schlesiens Vorzeit, a. a. O. Notizen.]

[132: Im Nekrolog des Klosters (abgedruckt in der Zeitschr. f. Gesch.
Schles. IV, S. 300) erscheint auch sein Name.]

[133: Seine Buchdruckerei übernahm um 1630 ein gew. Gründer aus
Görlitz; dieselbe lag auf der Milchstrasse in der Gegend des heutigen
Theatergebäudes. Eines der ersten gedruckten Werke in Brieg soll eine
italienische Grammatik gewesen sein, in Rücksicht vielleicht auf die
am Hofe geläufige Sprache und die daselbst im 16. Jahrh. bestehende
Künstlercolonie. Die Leichen-Conducte der Brieger Herzoge druckte 1664
Christoph Tschorn; die Beschreibung Schlesiens von Zimmermann 1789 Joh.
Ernst Tramp.]

[134: Der Contract, nach welchem der kunstreiche Maler B. Scherschmidt
1568 die Zifferblätter der Brieger Stadtuhr mit Wappen und Zierrathen
für 90 [Symbol: Reichstaler], 6 Sch. Korn, 1 Achtel Bier und 2 Eichen
aus dem Stadtwalde anfertigen sollte, ist Weißbuch 264 a verzeichnet.
-- Der Uhrmacher Leonhard Buchleiter stellte das Werk selbst her.]

[135: Von dort aus erfolgten Gegenbestrebungen der deutschen Maurer
gegen die italienischen Architekten zu Brieg (cf. Luchs, Bildende
Künstler, S. 16 ff.]

[136: Kreis Brieg.]

[137: Ein Geburtsbrief der Brieger Bauhandwerkerlade hat auf dem
Wachssiegel (16. Jahrh.?) im Wappenschilde Winkelmaß, Hammer und Kelle
mit der Umschrift: Sigl der Meier in Jegerndorf.]

[138: Büsching erwähnt in seiner Geschäftsreise, S. 111, am
Eingange der Pfarrkirche ein altes Bild, aus Holz geschnitten,
1509, Bonaventura. Auch aus der Umgegend von Freistadt werden
Malereien, resp. Schnitzbilder, namhaft gemacht in den Dorfkirchen
von Herzogswalde, Streidelsdorf, Weichau, Großenbohrau (Schles.
Vorz. 28. Ber.); in Milkau bei Freistadt stehen zwei Altarschreine
(Vicariatsacten).]

[139: Ein Goldschmied Georg von Glogau und sein Sohn Vincenz kommen in
Görlitzer Urkunden von 1395-1476 vor.]

[140: Die Hirschberger Umgegend besitzt ansehnliche Ueberreste der
mittelalterlichen Malerei in den Kirchen von Schildau, Buchwald,
Arnsdorf, Kaiserswaldau und Wandmalereien in Schmiedeberg.]

[141: Er starb 1536 und wurde in der Frankensteiner Pfarrkirche
vor dem Hochaltare beigesetzt; sein Grabmal, abgebildet in Luchs’
Fürstenbilder; Tf. 22, verfertigte /Ulricus statuarius lapicida/ aus
Sagan, der sich daran nennt; ein eisernes Gitter darum arbeitete
Meister /Hubrich/ von Frankenstein (ebd.)]

[142: Auch in Görlitz war ehemals eine künstliche Uhr am Rathsthurme
angebracht, welche einen Löwen brüllen ließ.]

[143: Nachträglich hat sich noch ergeben, daß Meister Bernhard bereits
1560 auf der Burggasse in Brieg bei dem alten Marstalle des Herzogs
ansäßig gewesen; die Br. Mittelsprivilegien, in denen ich dies
gefunden, nennen ihn f. 375 b: „Bernhart Wolcken den Walhen.“]

[144: Flügelaltäre von 1506 und 1613 haben sich erhalten in
Güttmannsdorf und Olbersdorf bei Reichenbach. (Vic. Acten.)]

[145: Schnitzaltäre finden sich in der Kreuzkirche und im
Dorotheenhospital zu Sagan; zwei in Hirschfeldau, je einer in
Wittgendorf und Eckersdorf; auch die Umgegend von /Sprottau/ ist reich
an solchen Denkmälern, so in Metschlau drei Klappaltäre, je einer in
Giesmannsdorf und Ottendorf. (ebenda.)]

[146: Ueber ihn und die folgenden Maler gibt nähere Auskunft Knoblich
in seiner Monographie über ihn und Luchs in den „Bildenden Künstlern.“]

[147: Die richtige Jahrzahl hat Grotefend in den Stammtafeln der
schles. Fürsten bis 1740.]

[148: Als Einsiedelei (heremus) Grissobor bereits 1240 genannt und
Benedictinern überwiesen. (Regesten I, 205.)]



Berichtigung.


Im „Wirtembergischen Urkundenbuch“ III, p. 52. beschreibt von Kausler
zwei Siegel an der Kloster Kaisheimer Urkunde vom Jahre 1216 im kgl.
Reichsarchive zu München, wie folgt:

„2) prepositus de Steine (sic!). Siegel rund, darauf ein Lamm mit
Kreuz oder Fahne. Umschrift nicht deutlich... 5) prepositus de Cella.
Länglichrundes Siegel, Figur: Phönix mit ausgebreiteten Flügeln.
Umschrift: ✠ Memento mei.“

Da diese Beschreibung theilweise unrichtig ist, theile ich hier
diplomatisch getreue Abbildungen der beiden Originale mit.

Das Siegel des „prepositus de Steine“ zeigt das Lamm Gottes mit dem
Kreuze, und dessen Legende lautet: „✠ Agnus dei.“

[Illustration]

[Illustration]

Das Siegel des „prepositus de Cella“ ist spitzoval, zeigt den
gewöhnlichen heraldischen Adler, und dessen Legende lautet: „✠ Memento
mei d(omine).“

[Illustration]

Ich besitze einen Bronze- oder Messing-Stempel, dessen Abbildung ich
hier gleichfalls folgen lasse, welcher in der Nähe der Oberamtsstadt
Geislingen (Württemberg) aufgefunden worden sein soll. Derselbe
verräth durch seine rohe Arbeit, durch seinen Stil und durch das Oehr
zum Aufhängen ein sehr hohes Alter und könnte wohl auch aus dem 13.
Jahrh. stammen, und zwar wegen seines Bildes und seiner Legende aus dem
Kloster Steinheim, welches bekanntlich später im Kloster Königsbronn
aufgegangen ist.

Auch auf diesem Stempel, wie auf so manchen mittelalterlichen, fängt
die Legende unten an.

  /Kupferzell./    F.-K.



Ein Mysterium des 12. Jahrhunderts aus dem Stifte St. Blasii in
Braunschweig.


Im herzoglichen Landeshauptarchive zu Wolfenbüttel befindet sich ein
Agendarium, von einer Hand des zwölften Jahrhunderts schön und sauber
geschrieben, welches früher dem Stifte St. Blasii zu Braunschweig
zugehörte. Es hat auf dem Vorsetzblatte, von einer wenig jüngeren Hand
wol um 1200 geschrieben, die nachfolgende Osterfeier. Oben auf der
Seite steht von einer Hand des 14. Jahrhunderts „agenda ecclesie sancti
Blasii.“ Das Mysterium ist durchgehends mit Notenzeichen versehen.

  Maria Magdalena et alia Maria ferebant diluculo aromata[149] dominum
  querentes in monumento.

Mulieres.

  Quis revolvet nobis ab hostio labidem, quem tegere sanctum cernimus
  sepulchrum?

Angelus.

  Quem queritis, o tremule mulieres, in hoc tumulo gementes?

Mulieres.

  Jesum Nazarenum crucifixum querimus.

Angelus.

  Non est hic, quem queritis; sed cito euntes nunciate discipulis eius
  et Petro, quia surrexit Jesus.

Mulieres veniunt et dicunt discipulis.

  Ad monumentum venimus gementes; angelum domini sedentem vidimus et
  dicentem, quia surrexit Jesus.

Tunc veniunt discipuli duo ad sepulchrum, dum chorus c[antat.][150]

  Currebant duo simul et ille alius discipulus precucurrit cicius[151]
  Petro et venit prius ad monumentum.

Illi duo reversi dicant.

  Cernitis, o socii, ecce linteamina et sudarium; et corpus non est in
  sepulchro inventum. Surrexit[152] dominus de sepulchro.

  /Wolfenbüttel./    /Dr. Zimmermann./

FUSSNOTEN:

[149: In _aromata_ ist zwischen dem a und r ein Buchstabe ausradiert
und von anderer Hand ein n geschrieben.]

[150: Hinter _sepulchrum_ ist radiert; über dieser Stelle steht von
anderer Hand geschrieben du _chor^9 c._.]

[151: Hdschr. _precururrit cirius_.]

[152: Hdschr. _surruxit_.]



KANON EUANGELIORUM.


Herr Professor Wattenbach hat in diesem Anzeiger, Jhg. 1869,
Sp. 289 flg. über ein altirisches Evangelienbuch gehandelt,
das, im 6.-7. Jahrh. geschrieben, gegenwärtig der fürstlich
Oettingen-Wallerstein’schen Bibliothek zu Maihingen angehört. Auf der
Innenseite des ersten Blattes befinden sich Verse über den Kanon,
von denen er a. a. O., Sp. 293 nur den Anfang mittheilte. Sie rühren
von der Hand des ursprünglichen Schreibers des Codex Laurentius her
und könnten daher auch von diesem verfaßt sein. Da jener Anfang
mir bekannt vorkam, so erbat und erhielt ich von der Güte des Hrn.
Archivars, Frhrn. Wilhelm v. Löffelholz eine vollständige Abschrift
des Gedichtes, die ich hier abdrucken lasse. Sie zeigt, daß dasselbe
identisch ist mit einem bisher dem Alkuin zugeschriebenen, welches
zuerst Quercetanus (Alchwini opera p. 1686) aus einer seitdem
verschollenen Handschrift, dann nach ihm mit manchen neuen Fehlern
Frobenius (Alcuini opera II, 204) herausgab. Schon Duméril (Poésies
populaires antérieures au XII. siècle, p. 85) bemerkte, daß dasselbe
in vierzeilige Strophen zerfalle, deren Zeilen je 11 Silben, meist
mit einer Cäsur nach der vierten Silbe, zählen und auf einander
reimen. Durch die Entdeckung Wattenbachs hat sich nicht blos ein sehr
berichtigter Text ergeben, sondern es ist dadurch auch festgestellt
worden, daß wir diese Verse nicht Alkuin beilegen dürfen, sondern sie
um etwa hundert Jahre älter halten müssen.

            I.  Quam in primo speciosa quadriga,
                homo leo uitulus et aquila,
  (LXXI)        LXX unum per capitula
                de domino conloquntur paria.
           II.  In secundo subsequente protinus
                homo eo loquitur et uitulus,
                quibus inest ordinate positus
  (CVIIII)      centum in se atque VIIII numerus.
          III.  Tum deinde tercio in ordine
                homo et bos loquitur cum uolucre,
                numero quo consistunt antiquae
  (XXII)        alfabeti Ebreorum litterae.
         IIII.  Quarto loco fatentur aequalia
                una leo homo atque aquila
                uno ore loquentes kapitula
  (XXVI)        uerbi summi sena atque uicena.
            V.  Quinta uice concordant in loquela
                homo prudens atque mitis hostia
  (LXXXIII)     Iesu Christi emitantes[153] agmina
                Iuda sine saluatori credula.
           VI.  Ecce sexto pari sonant clamore
                natus Adam cum clamoso leone
                conputati traditis pro munere
  (XLVIII)      sacerdotum oppidis in honore.
          VII.  En loquntur septies in septimo
  (VII)         homo auis consona de domino.
         VIII.  In octauo nunc leonis catulus
                dei uerba profert atque uitulus,
  (XIII)        quorum simul conputatur numerus
                adiecto Paulo apostolicus.
        VIIII.  Nonus ordo in quo duo pariter
                conloquntur uitulus et uolucer
  (XXI)         inspirati sensu spiritaliter
                proloquntur ternum septipliciter.
            X.  Homo nimpe[154] uerbum profert proprium
  (LXII)        sexaginta et per duo numerum.
                rugientemque leonem audies
  (XVIIII)      solum sane decies et nouies,
                bouem solum fatentem inuenies
  (LXXII)       uerba dei bis et septuagies
                subuolantem ad astra repperies
  (XCVII)       nonagies loqui atque septies.

  /Halle./          /E. Dümmler./

FUSSNOTEN:

[153: für imitantes.]

[154: für nempe.]



Ein alter Minnesängerdruck.


Emil Weller in seinen Annalen, I, 262 führt von einem Folioblatt o. O.
u. J., zweispaltig gedruckt, mit Holzschnitt, folgende Anfangsverse an:

  Klaͤgliche Noth
  Klag ich von der Minne
  Das sie mir gebott
  Daß ich mine sinne
  Da bewante, da man verderben will.
  Bey meinem Spiel.
  Durch leide ich sendes kummers allzuviel.

Weder er, noch sonst jemand hat bemerkt, daß diese Verse einem Liede
des Minnesängers Hesse von Rinach angehören. Sie lauten in der Pariser
Handschrift folgendermaßen (vgl. Bodmer 1, 90a. Hagen 1, 210 a):

  Klageliche not
  clage ich von der minne
  Das si mir gebot
  Das ich mine sinne
  Da bewante da man mich verderben wil.
  Hey minnen spil
  Durch dich lide ich sendes kumbers alze vil.

Die zwei Lieder dieses Dichters finden sich nur in der Pariser
Handschrift, und es ist in hohem Grade aus der Uebereinstimmung des
Textes wahrscheinlich, daß der Druck aus der Pariser Handschrift stammt.

Das Blatt kam in Joseph Bär’s November-Auktion 1861 unter Nr. 155 zur
Versteigerung. Eine Anfrage, wer dasselbe erstanden habe, führte zu
keinem Resultate, da die Auktionsregister aus jener Zeit augenblicklich
nicht zur Verfügung standen. Ich würde für den Nachweis, wo das Blatt
sich jetzt befindet, sehr dankbar sein.

  /Heidelberg./       /K. Bartsch./



Notizen zur Kunstgeschichte.


1.

Herzog Maximilian I. von Bayern an Gewold, Geheimsekretär.

Der Hanß Werl, maler, hat khain Arbeitt, sonder wartt auff die
historien. Da er nun alßbalde eine hette, khundt er derweil verfaren.
Wolte gern, das er nit gehindert wurde.

  Maximilian.

Eigenhändiges Original in der k. Hof- und Staatsbibliothek zu München:
Cod. Germ. 2210, Fol. 53.


2.

Erzherzog Maximilian an Herzog Maximilian.

  1604, August 15.

Wir haben einen Knaben, unsers underthanen kind, von Mergentheimb,
mit nahmen Martin Mitternacht, der nit ein bose inclination zu der
Mahlerkunst hat, sich auch in derselben albereit vor sich selbsten
zimlich angelassen, daher wir bewogen, ihnen ferner lernen, auch
derentwegen mit E. L^d Mahler Hansen Werle handlung pflegen lassen, daß
er ihne auf eine Zeit zu sich nehmen und unterweisen wolle. Wann[155]
aber Werle sich mit dem entschuldigt, daß er außer E. L^d bewilligung
niemand aufnehmen und lehren dörfe alß gelang an E. L^d hiemit unser
ganz freundlich gesinnen,[156] sie uns diese freundschaft erzeigen und
ihrem Maler erlauben wollen, daß er obbemelten knaben zu sich nehmen
und in der Kunst anbrengen[157] möge. -- Geben zu Insprugk den 15
Augusti aº 1604.

Original im k. Staats-Archiv zu München.


3.

Albrecht Dürer.

Der churpfälzische Rath Georg Michael Lingelsheim an Jakob Bongars.

  Heidelberga 7 novembris 1607.

Cäsar cognovit in superiore Palatinatu esse /picturam Dureri/
artificiosissimam in arce quadam Papebergi, quod exiguum est oppidulum
ad Eschebachum; ea deposita jacebat in angulo obscurissimo situ
peritura. Caesar cum magnis precibus ab Anhaltino et electore[158]
petit, pro magno murere, quod se artificiosis hujusmodi tabulis
oblectare soleat. Metus est, ut jam producatur ad superstitionem:
nihilominus Caesaris desiderio satisfiet.

Jacobi Bongarsi et Ge. Mich. Lingelsheim epistolae, Argentor. 1660,
pag. 235.

Diese 3 urkundlichen Notizen wurden mir von Collega Dr. Stieve dahier
zur Publicierung gefälligst überlassen.

/München./ /Dr. J. A. Meßmer./

FUSSNOTEN:

[155: da, weil.]

[156: fehlt „ob“ oder „daß“.]

[157: zu etwas bringen, anleiten, anreizen. Grimm, Wbch. I, 301. Dr.
Fr.]

[158: Christian von Anhalt, Statthalter der Oberpfalz, und Kurfürst
Friedrich IV. von der Pfalz.]



Contra iactantiam.


Die Wiener Hs. 11857, saec. XV. enthält auf f. 238 folgendes
beachtenswerthe Gedicht:


In nobilem gloriosum contra Iactantiam ex diuitiis stemate prole se
uenientem.

    1     Sis licet ingenuis clarisque parentibus ortus,
            Esse tamen uel sic bestia magna potes.
          Adde decus patriae, claros tibi sume[159] propinquos,
            Esse tamen uel sic bestia magna potes.
    5     Sunt tibi diuitiae, sit larga et munda supellex,
            Esse tamen uel sic bestia magna potes.
          Suscipe iudicium, fora te causaeque receptent,
            Esse tamen uel sic bestia magna potes.
          Transi presbyteros[160], et cum maioribus ito,
   10       Esse tamen uel sic bestia magna potes.
          Denique quicquid eris: nisi sit prudentia tecum,
            Magna quidem, dico, bestia semper eris.
          Da mihi decoctum generosum pectus honesto,
            Sic aliquid titulis nobilitatis erit.

  /Wien./      /Dr. Joh. Huemer./



Findling.


  Quae dos matronae pulcherrima? uita pudica.
  Quae casta est? de qua mentiri fama ueretur.
  Quid sapientis opus? cum possit, nolle nocere.
  Quid proprium stulti? non posse et uelle nocere.

(Aus Cod. Einsidl. 77. B V, letztes Blatt.)

  /Wien./      /Dr. Joh. Huemer./



Zu den Lebensregeln.


Herr Studienlehrer Dr. Schepß in Dinkelsbühl schreibt mir: „Die erste
Lebensregel, die Sie im Anzeiger, Jahrg. 1878, Sp. 88 mitgetheilt
haben, findet sich auch in dem (1286 beendeten) Catholicon des Johannes
Januensis, herausg. zu Lyon 1520, s. v. Caseus, wo es etwas abweichend
heißt: Caseus, sic dicitur a cado, dis, quia facile cadat et cedat; vel
dicitur a careo quia sepe caret, quasi carens, et producitur „ca.“ Unde
quidam:

  Caseus anguilla mortis cibus ille vel illa
  Ni bibis et rebibis et rebibendo bibis.“

  /Halle./       /E. Dümmler./

FUSSNOTEN:

[159: summe Cod.]

[160: presbiteros Cod.]



(Mit einer Beilage.)


Verantwortliche Redaction: /Dr. A. Essenwein. Dr. G. K. Frommann./

Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in
Nürnberg.


Gedruckt bei U. E. /Sebald/ in Nürnberg.



  BEILAGE ZUM ANZEIGER FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.

  1879.    Nº 3.    März.



Chronik des germanischen Museums.


  /Nürnberg/, den 15. März 1879.

Wir dürfen heute an dieser Stelle den Freunden unserer Anstalt die
Mittheilung machen, daß Se. Durchl. Fürst Ludwig von Sayn-Wittgenstein
die Bereitwilligkeit hat aussprechen lassen, auf die Rückzahlung
einer unserer Bauanlehensobligationen zu 500 fl. zu Gunsten unserer
Waffensammlung zu verzichten, die im Saale der deutschen Standesherren
ihre Aufstellung hat, und zu der uns aus dem Kreise dieser hohen Herren
schon früher solch reiche Beiträge gegeben worden sind.

Für unser Handelsmuseum sind wieder neue Freunde gewonnen. Die
Thätigkeit unseres Pflegercollegiums in Berlin insbesondere wird uns in
den Stand setzen, im nächsten Monate von neuen Subscriptionen Meldung
zu thun.

Seit Veröffentlichung des Verzeichnisses in der vorhergehenden Nummer
wurden folgende /neue Jahresbeiträge/ angemeldet:

=Von politischen Corporationen.= ~Forchheim.~
Distriktsgemeinde 20 m.

=Von Privaten.= ~Bromberg.~ Pollien, Rechtsanwalt, 1 m. 75
pf. ~Dresden.~ Dr. Caro, Hofapotheker, 5 m. ~St. Goar.~ Dr.
Stäubing 1 m. 50 pf. ~Immenstadt.~ v. Besserer, k. Oberförster, 2
m.; Dr. Oskar Geis, prakt. Arzt, 2 m.; Holzhauser, protest. Pfarrvikar,
2 m. ~Königsberg i. Pr.~ Kluge, Generalagent der Gothaer
Feuerversicherung, 3 m. ~Tuchel.~ Ahlsdorff, Bürgermeister,
3 m.; Rittergutspächter Alz zu Groß-Victoria 3 m.; Müller,
Regierungs-Assessor, 3 m.

/Einmaliger/ Beitrag wurde gegeben:

~Immenstadt.~ Ignaz Haggenmüller, k. Notar, 10 m.

Unsern Sammlungen giengen ferner folgende Geschenke zu:

I. Für die kunst- und kulturgeschichtlichen Sammlungen.

(Nr. 8100-8113.)

~Frankfurt a. M.~ /J. G. Baumeister/: Eine Partie Kupferstiche.
-- ~Gratz.~ /Steiermärkisches Landesarchiv/: Mehrere Druckproben,
Holzschnitte und Kupferstiche, 15.-18. Jahrh. -- ~Hannover.~ /Th.
Maßler/, Bildhauer: Gypsabguß eines großen, dem heil. Bernward
zugeschriebenen Crucifixes aus Hameln. -- ~Hildesheim.~ Senator
/Römer/: 3 Gefäße aus gebranntem Thon, dem 16. u. 17. Jahrh. angehörig
und in Hildesheim ausgegraben. -- ~Illesheim.~ /Kirchenverwaltung/:
Bursa, 16. Jahrh. -- ~Metz.~ /Frhr. v. Hardenberg/, kais.
Zollinspektor: Gußeiserne Ofenplatte, 16. Jhdt. -- ~Nürnberg.~ /G.
Benda/, Antiquar: Kleiner Taschenkalender für 1807. /Bleicher/,
Kaufmann: Ansicht von Dresden, Kupferst. v. Wolfg. Kilian, mit
Text in Typendruck. /Fränkel/, Kupferstecher: 3 Probedrucke seines
Stiches nach Gerhard Dow. /Gebert/, Privatier: Sulzform in Gestalt
eines sechsstrahligen Sternes aus gebranntem Thon, 16. Jahrh.; Sporn
von Eisen, 16. Jahrh.; Schlüssel, 14. Jahrh. Silberne Medaille der
Philologenversammlung zu Dresden 1844 auf F. W. Reiz von Windsheim
von H. R. Krüger. /A. Gnauth/, Direktor der kgl. Kunstgewerbschule:
Eine Partie Kupferstiche und Lithographieen. /Max Pickert/,
Antiquar: Taschenkalender v. 1751. -- ~Weiden.~ /Protestantische
Kirchenverwaltung/: Drei Trompeten mit Schnüren und Quasten, gefertigt
von M. Johann Leonhardt Ehe in Nürnberg 1746.

II. Für die Bibliothek.

(Nr. 39,124-39,156.)

~Aarau.~ /E. L. Rochholz/, Conservator: Ders., Katalog des kantonalen
Antiquariums in Aarau. 1879. 8. -- ~Agram.~ /Alterthums-Verein/:
Ders., Viestnik hrvatskoga arkeologičkoga družtva; God. I., Br.
1. 1879. 8. -- ~Amsterdam.~ /Königl. Akademie der Wissenschaften/:
Dies., Verslagen en Mededeelingen etc.; Afd. Letterkunde, II.
Reeks, 7. Deel. 1878. 8. Pavesus, de Insubrum agricolarum in
transatlanticas regiones demigratione. 1878. 8. -- ~Barmen.~ /Barmer
Kunst-Verein/: Ders., 13. Jahres-Bericht etc. pro 1878. 1879. 8. --
~Berlin.~ /Ernst Friedel/, Dirigent des märkischen Museums: Ders.,
brandenburg.-preuß. Beutestücke in Dänemark und Schweden. 4. /Dr.
R. Graf Stillfried Alcántara/, Exc.: Ders., die Stillfriede und die
Stadt Neurode. 1879. 4. -- ~Brünn.~ /Histor.-statist. Section der k.
k. mähr.-schles. Gesellschaft etc./: Dies., Schriften etc.; XXIII.
Bd. 1878. 8. -- ~Budapest.~ /Dr. Fr. Fl. Romer/, Domherr etc.: Ders.,
résultats généraux du mouvement archéologique en Hongrie etc. 1878.
8. -- ~Darmstadt.~ /Histor. Verein für das Großherzogthum Hessen/:
Wagner, die vormaligen geistlichen Stifte im Großh. Hessen, II.
Bd., herausg. von Schneider. 1878. 8. -- ~Erlangen.~ /A. Deichert/,
Verlagsh.: Hermann, drei Shakespeare-Studien; I. Sommernachtstraum.
1877. 8. -- ~Greifswald.~ /Universität/: Index scholarum etc.;
1879. 4. Verzeichniß der Vorlesungen etc. 1879. 4. -- ~Nürnberg.~
/Alex. Gibsone/, Sprachlehrer: Franz, allgemeine Abbildung des
Erdbodens etc. 1794. 4. /Sigm. Soldan/, Verlagshandlung: Hiltl, die
Waffensammlung S. k. Hoh. des Prinzen Carl von Preußen; II. gr. 2.
-- ~Prag.~ /Handels- u. Gewerbekammer/: Dies., V. u. VI. Bericht
etc. v. 24. Oct. u. 17. Dec. 1877. 8. -- ~Regensburg.~ /Histor.
Verein v. Oberpfalz u. Regensburg/: Ders., Verhandlungen etc. 33.
(n. F. 25.) Bd. 1878. 8. -- ~Rochlitz.~ /Dr. Alfr. Mating-Sammler/,
Realschuldirektor: Ders., der Kampf der kursächs. Leineweber um die
Ehrlichkeit ihres Handwerks. 1879. 4. Progr. -- ~Schwarzenberg.~ /A.
Mörath/, fürstl. Archivassessor: Ders., das Stadtarchiv in Kitzingen
(im Correspondenzblatt der deutschen Archive, 1879, N. 10. u. 11.) 8.
-- ~Strassburg.~ /Universität/: Baltzer, zur Geschichte des deutschen
Kriegswesens in der Zeit von den letzten Karolingern bis auf Kaiser
Friedrich II. 1877. 8. Bock, über einige Fälle des mittelhochd.
Conjunctivs. 8. De Boor, Beiträge zur Geschichte des Speirer
Reichstages vom J. 1544. 1878. 8. Kluge, zum indogerman. Vokalismus.
1878. 8. u. 4 weitere akadem. Gelegenheitsschriften. -- ~Uffenheim.~
/J. Hörnes/, Bezirksamtsassessor: Ders., Uffenheimer Regesten (im
Uffenheimer Wochenblatt, 1878, Nr. 65-104 u. 1879, Nr. 1-9.) 8. --
~Utrecht.~ /Historisch Genootschap/: Dies., bijdragen en mededeelingen
etc.; II. deel. 1879. 8. Wet etc. (1878.) 8. Werken etc.; n. S., N. 28.
1878. 8. -- ~Wien.~ /Wissenschaftlicher Club/: Ders., Jahresbericht;
1878-79. 8. /Numismatische Gesellschaft/: Dies., Jahres-Bericht
etc. über d. J. 1878. 1879. 8. /C. J. Wawra/, Kunsthändler: Ders.,
die Kupferstichsammlung Sr. Exc. des Herrn Grafen Franz Josef von
Enzenberg. 1879. 8.

III. Für das Archiv.

(Nr. 4604.)

~Feucht.~ /Höflich/, Oberförster: Lehenbrief Michaels
vom Liechtenstain, Dompropstes zu Bamberg, an Sigmund, Gabriel und
Bernhard Nützel, sowie an Christoph, Joachim und Hans Nützel,
Caspar Nützels seligen drei Söhne, Gebrüder und Vettern, über einen
Hof zu Untermichelbach und verschiedene Güter bei St. Lienhart und
Sunterspühel. 1563. Perg.



Schriften der Akademieen, Museen und historischen Vereine.


/Korrespondenzblatt des Vereins für siebenbürgische Landeskunde./
Redigirt von Franz Zimmermann. Hermannstadt. 1878. Nr. 1. u. 2. 15.
Jan. u. 15. Febr.

Anfragen. -- Die Vertreter des alten stammhaften û und î und die
Mouillierung der Konsonanten im Siebenbürgischen. Das Schäßburger
Steuerregister aus den Jahren 1500 bis 1508. Von F. Z. -- Literatur. --
Kleine Mittheilungen. -- Vereinsangelegenheiten.

/Schriften der historisch-statistischen Sektion der k. k. mähr.
Gesellschaft zur Beförderung des Ackerbaues, der Natur- und
Landeskunde/ redigirt von Christian Ritter d’Elvert. XXIII. Bd.:
Beiträge zur Geschichte der böhmischen Länder, insbesondere Mährens im
17. Jahrhunderte. Von Christian Ritter d’Elvert. Vierter Band. Brünn.
1878. 8. CCCXVII u. 477 Stn.

Der Verlauf der Rebellion und des dreißigjähr. Krieges in Mähren. --
Der Kaiser, seine Regierung und Feldherren. -- Die Kaiser-Parthei in
Mähren. -- Die Ahndung der Rebellion in Mähren im Allgemeinen und
ihre Vollzugs-Organe... -- Die persönlichen Folgen der Rebellion in
Mähren... -- Die Resultate der Confiscation in Mähren etc. etc. Auszüge
aus den Registraturs-Büchern des k. k. Hofkammer-Archivs... im 17.
Jahrh., Mähren, Schlesien und die benachbarten Länder betreffend.

/Mittheilungen des Vereins für Geschichte der Deutschen in
Böhmen./ XVII. Jahrg. Nr. III. Nebst der literar. Beilage. Redigirt
von Dr. L. Schlesinger. Prag. 1879. 8.

Die Wahl König Sigmunds von Ungarn zum römischen Kaiser. (Schl.)
Von A. Kaufmann. -- Die Freirichter der Grafschaft Glatz. Von H. v.
Wiese. -- Culturhistorisches aus Eger. II. Von E. Kittel. -- Ueber die
Nationalität Karl’s IV. Von Dr. J. Loserth. -- Nekrolog. -- Miscellen.
-- Vereinsangelegenheiten.

/Mittheilungen des k. k. Oesterreich. Museums für Kunst und
Industrie./ (Monatsschrift für Kunst und Kunstgewerbe.) XIV. Jhg.
1879. Nr. 161. Wien. 1. Febr. 1879. 8.

Die Faiencen von Oiron (Henri Deux). Von Bruno Bucher. (Schl.) --
Literatur. -- Kleinere Mittheilungen.

/Statistisches Jahrbuch/ für das Jahr 1876. V. Heft. Herausgeg.
von der /k. k. statistischen Central-Commission/. Wien. 1879. 8.

Klerus der im Reichsrath vertretenen Königreiche und Länder. 170 Stn.

/Der Kirchenschmuck. Blätter des christl. Kunstvereines der Diöcese
Seckau./ 1879. X. Jahrg. Nr. 1 u. 2. Graz. 1878. 8.

Der Dom zu Aquileja. (Mit Abbild.) -- Der König der Instrumente. Forts.
-- Zur Entwicklungsgeschichte der Beichtstühle.

Bericht über die Thätigkeit des Vereines... in den Jahren 1877 u. 1878.
(Erstattet vom Obmanne).

/Die Wartburg./ Organ des /Münchener Alterthumsvereins/. VI.
Jahrg. Zeitschrift für Kunst und Kunstgewerbe mit Berücksichtigung der
Neuzeit. Redacteur: Carl Förster. Nr. 1. 1879. München, 1879. 8.

Ein Inventar der Bau- und Kunstdenkmäler Bayerns. Von R. Bergau.
-- Zwei unedirte Glasfragmente im k. bayerischen Nationalmuseum zu
München. Von C. Friedrich. (Mit Abbild.) -- Vereinsangelegenheiten. --
Kleine Mittheilungen etc. etc.

/Verhandlungen des historischen Vereines von Oberpfalz und
Regensburg./ Dreiunddreißigster Band der gesammten Verhandlungen und
fünfundzwanzigster Band der neuen Folge. Mit 5 Tafeln in Steindruck.
Stadtamhof. 1878. 8.

Regesten und Genealogie der von Redwitz im Egerlande und in der
Oberpfalz. Von R. v. Reitzenstein. -- Nachträge zu den Regesten
der von Redwitz... Von H. von Reitzenstein. -- Nachricht über eine
römische Inschrift zu Passau. Von Hugo Graf v. Walderdorff. --
Geschichte des alten Schlosses Hardeck in der Oberpfalz. -- Von Dr.
J. B. Mayr. -- Beiträge zur Feststellung urkundlicher Ortsnamen. Von
H. v. Reitzenstein. -- Geschichte und Beschreibung der altberühmten
steinernen Brücke zu Regensburg. Von Ch. H. Kleinstäuber. -- Ueber den
Bau der alten steinernen Brücke zu Regensburg. Von Fr. Rziha. -- Eine
Bulle Leo’s IX. bei den Reliquien des heil. Wolfgang zu Regensburg.

/Jahresbericht/ desselben Vereines... für die Jahre 1875, 1876 und
1877...

/Kunst und Gewerbe. Wochenschrift zur Förderung deutscher
Kunst-Industrie./ Herausgegeben vom /Bayerischen Gewerbemuseum/
zu Nürnberg. Redigirt von Dr. Otto von Schorn. Dreizehnter Jahrgang.
1879. Nr. 7-9. Nürnberg. 1879. 8.

Zur Geschichte des Meerschaums. -- Kleine Nachrichten. -- Literatur. --
Abbildungen: Geschnitzte Füllungen vom Chorgestühl in S. Giorgio magg.
in Venedig. -- Fragment einer Ofenbekrönung vom 17. Jahrh. -- Silberne
alt-egyptische Tempelgefäße. -- Degen vom Ende des 17. Jahrh.

/Mittheilungen des Bayerischen Gewerbemuseums zu Nürnberg./
Beiblatt zur Wochenschrift: Kunst und Gewerbe. Redigirt von Dr. O. v.
Schorn. Sechster Jahrg. Nr. 4. u. 5.

Bekanntmachungen. -- Feuilleton. -- Notizen. etc. etc.

/Sitzungsberichte der physikal.-medicinischen Societät zu
Erlangen./ 10. Heft. November 1877 bis August 1878. Erlangen. 1878.
8.

Vereinsangelegenheiten.

/Bibliothek des litterarischen Vereines in Stuttgart./ Tübingen.
1878. 8.

CXXXVI: Hans Sachs. Herausg. von Adelbert von Keller. Elfter Band.
475. Stn. -- CXXXVII: Hermann von Sachsenheim. Hrsg. v. Ernst Martin.
283 Stn. -- CXXXVIII: Andreas Gryphius’ Lustspiele. Hrsg. v. Herm.
Palm. 584 Stn. -- CXXXIX: Quellen zur Geschichte des Bauernkrieges aus
Rotenburg an der Tauber. Hrsg. von Dr. Frz. Ludw. Baumann. 723 Stn.

/Jahreshefte des württembergischen Alterthums-Vereines./ Bd. II.
Heft 3. Mit 1 lithogr. Tafel.

Die Cisterzienser-Abtei Maulbronn, bearbeitet von Dr. E. Paulus.
Stuttgart. 1879. Imp. 2. S. 21-37.

/Zeitschrift für Museologie und Antiquitätenkunde sowie für verwandte
Wissenschaften./ Redacteur: Hofrath Dr. J. G. Th. Grässe. I. Jhg.
1879. Nr. 1-3. Dresden. 1879. 4.

Was wir wollten und was wir bis jetzt leisteten. Von Grässe. Was ist
aus dem Berg-Gold- und Silberstufen-Cabinet Königs August II. von Polen
geworden? -- Die letzten Münzen der Grafschaft Barby. Von J. u. A.
Erbstein. -- Wer waren die Verfertiger der in der früheren Kurf. Sächs.
Kunstkammer zu Dresden aufbewahrten Uhren? Von D. -- Aeltere Systeme
von Universial-Museen oder sogenannten Kunstkammern. -- Münzfunde. Von
J. u. A. Erbstein. -- Die Kunstkammer im Dresdner Schlosse. -- Zusatz
zu der Anfrage in Nr. 1 d. Bl. „Was ist aus dem Berg- etc. Cabinet...
geworden?“ -- Doppelter Schreckenbenger aus der Reußischen Münzstätte
Dölau. Von J. u. A. Erbstein.

Fünfundfünfzigster Jahres-Bericht der /schlesischen Gesellschaft für
vaterländische Cultur/... Breslau. 1878. 8. VIII u. 420 Seiten.

/Der Deutsche Herold. Zeitschrift für Heraldik, Sphragistik und
Genealogie./ Organ des Vereins „Herold“ in Berlin. X. Jahrg. 1879.
Nr. 1. Berlin. 1879. 4.

Vereinsangelegenheiten. -- Zur Genealogie der Familie von Bismarck.
(Linie Schönhausen). Von Dr. Gg. Schmidt.

/Vierteljahrsschrift für Heraldik, Sphragistik und Genealogie./
Herausgeg. v. Verein /Herold/ in Berlin. Redig. v. Ludwig A.
Clericus. 1878. IV. Heft. Berlin. 1878. 8.

Heraldische Terminologie. Von Ad. M. F. Gritzner. (Forts.) Mit 2 lith.
Tafeln. -- Russische Adelsverhältnisse. Von N. Karlowitsch.

/Verhandlungen der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin./ Band V.
Nr. 9. u. 10. Berlin. 1878. 8.

Gesellschaftsangelegenheiten. -- Geographische und Literatur-Notizen.

/Geschichts-Blätter für Stadt und Land Magdeburg./ Mittheilungen
des /Vereins für Geschichte und Alterthumskunde des Herzogthums und
Erzstifts Magdeburg/. 13. Jahrgang, 1878. 4. Heft... Magdeburg.
1878. 8.

Magdeburgisches aus dem sechzehnten Jahrh. Von Hülße. -- Magdeburg im
Jahre 1590. Mitgetheilt von Dr. v. Bülow. -- Der dreißigjährige Krieg
in der Landschaft südwestlich von Magdeburg. (Forts.) Von Fr. Winter.
-- Die Baugeschichte der Stadtkirche zu Gr. Salze bei Magdeburg. Von
F. O. Müller. -- Idiotische Beiträge zum Sprachschatze des Magdeburger
Landes. Von Ph. Wegener. -- Miscellen. -- Vereinsangelegenheiten.

/Mittheilungen des Vereins für Hamburgische Geschichte./ 2.
Jahrgang. 1878/79. Nr. 1-3. November 1878-Januar 1879. Hamburg. 1878. 8.

Vereinsnachrichten. -- Die Bildwerke im alten Rathhause. Das Regiment
der Reepschlägergesellen von 1619. Von C. W. Lüders. (Mit Abbild.) --
Etwas über Ehrengeschenke. Von C. F. Gädechens. -- Gänsemahlzeiten des
Raths im Mittelalter. Von K. Koppmann. -- Der ehemalige Entenfang in
den Elbmarschen bei Hamburg. Von F. Voigt. -- Handel der Hansestädte
nach Bergen. Von K. Koppmann. -- Osterfeuer und Osterwasser. Von F.
Voigt. -- Hammonia. Von C. F. Gädechens. -- Der Name der Stadt Altona.
Von K. Koppmann. -- Taufkessel in der Kirche zu Hitfeld. Von F. Voigt.
-- Laurens Grave apengeter. Von K. Koppmann. -- Taufgefäß im Dom zu
Lübeck. -- Literatur.

/Anzeiger für schweizerische Geschichte./ Herausg. von der
/allgemeinen geschichtsforschenden Gesellschaft der Schweiz/.
Neunter Jahrgang. (Neue Folge.) N. 5. 1878. Solothurn. 1878. 8.

Zur ältesten alamannischen Geschichte. Von Dr. G. Meyer von Knonau. --
Nochmals Attila’s Schwert und Leupold von Meersburg. Von Joh. Meyer.
-- Hallwiliana. Von C. Brunner. -- Zur Genesis der Winkelried-Frage.
Von Dr. Th. von Liebenau. -- Eine alte Handschrift und ihr Schreiber.
Von J. J. Amiet. -- Versuch einer ewigen Richtung zwischen der Schweiz,
dem Kaiser und dem Hause Oesterreich durch Graf Ulrich von Württemberg.
Von Dr. Th. von Liebenau. -- Zum Mamotrectus von Münster. Von Fr. J.
Schiffmann. -- Muntaner Währung. Von K. -- Oliver Fleming’s Depeschen
aus der Schweiz im Reichsarchiv zu London. Von A. Stern. -- Bitte. --
Berichtigung.

/Annales du cercle archéologique du pays de Waes./ Tome septième.
Troisième livraison. Février 1878. Sint Nikolaas. 1878. 8.

Geschiedkundige mengelingen door A. de Maere-Limmander. Oud
vlaamsche leenen, gelegen binnen den lande van Waas. (Vervolg.) --
Vereinsangelegenheiten.

/Verslaagen en Mededeelingen der Koninklijke Akademie van
Wetenschappen./ Afdeeling Letterkunde. Tweede Reeks. Zevende Deel.
Amsterdam C. G. van der Post. 1878. 8.

Rapport over de wetenschappelijke waarde der handschriften van C. J.
Hellingwerff over de Binnen-Egmonden. -- Johannes Heck. Von J. C. G.
Boot. -- De slag van St. Dénis, in verband met den vredehandel van
Nijmegen. Van R. Fruin. -- Willem III. en de slag van St. Dénis. Von
W. J. Knoop. -- Schotsche Wijsgeeren aan Nederlandsche hoogescholen.
Von J. P. N. Land. -- Over Hugo Favolius en zijne latinsche gedichten.
Von J. C. G. Boot. -- Nadere mededeeling betreffende Willem III. en
slag van St. Dénis. Von R. Fruin. -- De verpening van Sam. Maresius
met Jacob Alting. Von G. Mees. -- Bijdrage tot de geschiedenis der
middel-nederlandsche bijbelvertaling. Von W. Moll. -- Over een steenen
wigge of bijl van zeldzamen vorm. Von C. Leemans. (Mit Abb.) -- De
runeninscriptie van den Bucharester ring. Von P. J. Cosijn.

/Bijdragen en mededeelingen van het Historisch Genootschap, gevestigd
te Utrecht./ Treede deel. Utrecht, Kemink & Zoon. 1879. 8. 416 Stn.

Memorie van den Capitain ter zee Ver-Huel, met’s lands Esquader in
het jaar 1784/5 in Indië geweest zynde. Medegedeeld door H. C. A.
Vor-Huell. -- Het oprichten eener Vroedschap te Utrecht. Door Mr. S.
Muller Fz. -- Zeezaken. Medegedeeld door P. A. Leupe. -- Verbaal van
het gepasseerde binnen de stad Delft, by de Electie van... Willem Carel
Hendrik Friso, Prince van Oranje, tot Stadhouder etc. 1747. Medeged.
door... J. Soutendam. -- Stukken uit het Archief van Hilten. -- Rapport
van Gecommitteerden voor den beschrijvingsbrief. -- Rapport van den
Ambassadeur Aubery du Maurier... in 1624 ingediend van den Koning van
Frankrijk. Medeged. door... W. H. de Beaufort. -- Het Festmaal der
Utrechtsche Priester-Broederschap.

/Werken van het Historisch Genootschap gevestigd te Utrecht./
Nieuwe Serie. Nr. 28. Utrecht, Kemink & Zoon. 1878. 8. Bellum
Trajectinum Henrico Bomelio autore. Utrecht, Kemink & Sohn. 1878. 8.
XXXIII u. 81 Stn.

/Wet van het Histor. Genootschap/.... Utrecht. 1878. 8. 14 Stn.



Vermischte Nachrichten.


20) /Riesa/, 24. Febr. Bei einem hiesigen Neubau ist man beim
Grundgraben auf eine Knochenreste enthaltende /Urne/, um welche
vier /steinerne Krüge/ standen, sowie auf Pflasterung, welche ein
Gewölbe vermuthen läßt, gestoßen. (Saxonia, Nr. 12.)

21) /Metz/, 25. Februar. Dieser Tage wurde im hiesigen städtischen
Museum ein bei /Merten/ im Kreise Bolchen aufgefundenes, aus
römischer Zeit stammendes /Steindenkmal/ aufgestellt, das die
allgemeine Aufmerksamkeit der Alterthumskenner auf sich zieht. Die
Bruchstücke desselben wurden beim Graben eines Brunnens entdeckt
und auf Veranlassung der Regierung nebst verschiedenen anderen
Fundgegenständen, welche auf eine ausgedehnte römische Niederlassung
bei Merten schließen lassen, sorgfältig ausgegraben und gesammelt. Die
hierher gebrachten Bruchstücke lassen erkennen, daß es sich um eine
Siegessäule handelt, welche ursprünglich mindestens eine Höhe von 30
m. besaß. Der auf einfachem Unterbau sich erhebende viereckige Sockel
enthält 40 Nischen, in welchen 4 in den Haupttheilen erhaltene Reliefs
angebracht sind, Juno, Minerva, Herkules und Apollo darstellend. Der
Sockel trägt ein achteckiges, mit Statuetten in Relief geschmücktes
Postament, auf welchem sich eine Säule erhebt. Auf dem Kapitäl der
letzteren befindet sich ein römischer Krieger zu Pferde, der mit seiner
Lanze nach den bereits am Boden liegenden Feinde zielt. Sämmtliche
Skulpturen sind in edlem Stile ausgeführt und übertreffen jedenfalls
alle andern römischen Alterthümer der hiesigen Sammlung an Kunstwerth.

  (Deutsch. Reichsanz. Nr. 57.)

Im jüngsten Jahrbuche des Vereins von Alterthumsfreunden im Rheinlande
ist bereits Nachricht über dieses merkwürdige Denkmal gegeben und der
Versuch einer Restauration desselben durch Zeichnung erläutert.

22) Bei Düben, Prov. Sachsen, wurde im Nov. 1878 ein Münzfund
gemacht. Die Münzen, 480 Stück, waren /Wendenpfennige/ von
zweierlei Gepräge. Auf dem Av. zeigten beide ein Kreuz in Form eines
vierblätterigen Kleeblatts; auf dem Rv. die einen einen Bischofsstab,
die andern wieder ein schmales Kreuz. -- (Wittenberger Kreisblatt vom
29. November 1878.) -- Die Münzen sind schon verkauft.

  (Blätter für Münzfreunde, Nr. 74)

23) Am 31. Januar 1879 wurde in Osnabrück auf einem Grundstücke
ein kleiner Topf mit einigen Hundert /Silbermünzen/ gefunden.
Anscheinend besteht der Fund der Mehrzahl nach aus niederländischen
Stücken, so Münzen Philipp’s des Kühnen, Grafen von Flandern
(1384-1400). Ferner sind darunter Münzen des Grafen Wilhelm von
Hennegau (1404-1417), dann des Herzogs Johann von Brabant, wozu dann
noch eine Reihe von Bischofsmünzen kömmt. (ebendas. nach der Neuen
Magdeb. Ztg.)

24) Aus Weimar geht uns von Dr. Paul Mitzschke Nachricht über einen
Goldmünzenfund zu, welcher zu Naumburg am Ottmarswege gemacht wurde,
in der Nähe einer andern Fundstätte, die vor einigen Jahren alte
Silbermünzen geliefert hatte. Im Keller eines niedergerissenen
kleinen Hauses wurde ein thönernes Gefäß gefunden, aber zerschlagen
und unbeachtet zur Seite geschafft, in welchem sich Münzen befanden,
von denen 36 Stück von Gold und einige Silbermünzen, nachdem die
Arbeiter den Fund anfangs verheimlicht hatten, zu Tage gekommen. Die
Goldstücke sind größtentheils aus den geistlichen Prägestätten des
westlichen Deutschlands im 14. und der ersten Hälfte des 15. Jahrh.
hervorgegangen. Am zahlreichsten ist Trier vertreten durch 12 Stücke
des Erzbischofs Werner (1388-1418), dann Mainz mit 11 Stücken von
Johann II. (1397-1419) und Konrad III. (1419-1434), Köln durch 7 von
Erzbischof Friedrich III. (1370-1414) und Dietrich II. (1414-63);
Herzog Reinhold von Jülich und Geldern (1402-23) ist durch 2, Pfalzgraf
Ludwig III. (1410-36) durch 1, Kaiser Sigismund durch 1 in Frankfurt
geprägtes Stück vertreten. Die Zeit der Vergrabung des Schatzes mag
in die Hussitenzeit (1419-34) oder vielleicht in die des Bruderkriegs
(1445-51) fallen.

25) In Ulm hat im Laufe des vorigen Monats eine Ausstellung
stattgefunden, welche, von Dr. v. Weißenbach aus Nürnberg veranstaltet,
die Geschichte der vervielfältigenden Künste in neun Sälen des
künftigen Gewerbemuseums in trefflicher Weise zur Darstellung brachte
und allen Mittheilungen zufolge die bekannte Ausstellung des Nürnberger
Gewerbemuseums, auf welcher der Veranstalter den Grund zu seinen
Sammlungen gelegt hatte, weit übertraf.

26) /Würzburg/, 18 Febr. Heute kamen hier viele bedeutende
Antiquare zusammen, um der Versteigerung der berühmten Bibliothek
des verstorbenen Domdechants Dr. Reismann, in Vereinigung mit der
Bibliothek des verlebten Bischofs v. Reismann, anzuwohnen. Es wurden
diese beiden Bibliotheken um hohen Preis an die Antiquare Heß von
Ellwangen und Völker von Frankfurt verkauft. Die Hauptzierden derselben
bildeten die berühmte Londoner Polyglotte von Walton, die vollständige
Sammlung der griechischen Kirchenväter, kostbare Orientalia und ein
Band mit den seltensten Drucken aus den Anfängen der Buchdruckerkunst.

  (Korresp. v. u. f. Deutschl., Nr. 98.)

27) Die Société des arts et des sciences zu /Utrecht/ hat
eine Reihe von Preisen zu 300 Gulden für Lösung verschiedener
wissenschaftlicher Fragen ausgeschrieben, darunter aus dem Gebiete
der Geschichte: eine Biographie Ludwigs von Beaufort, mit besonderer
Berücksichtigung seiner historischen Arbeiten, sowie: Untersuchungen
über die evangelischen Prediger und Predigten bei der niederländischen
Gesandtschaft in Frankreich zur Zeit der Republik der vereinigten
Provinzen. Termin zur Einsendung 1. Dec. 1879.



Verantwortliche Redaction: Dr. A. /Essenwein/. Dr. G. K.
/Frommann/.

Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in
Nürnberg.


Gedruckt bei U. E. /Sebald/ in Nürnberg.



  ANZEIGER
  FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.

  Neue Folge. Sechsundzwanzigster Jahrgang.

  [Illustration]

  =Nürnberg.= Das Abonnement des Blattes, welches alle Monate
  erscheint, wird ganzjährig angenommen und beträgt nach der neuesten
  Postconvention bei allen Postämtern und Buchhandlungen _Deutschlands_
  incl. Oesterreichs 3 fl. 36 kr. im 24 fl.-Fuss oder 6 _M_.

  Für _Frankreich_ abonniert man in Paris bei der deutschen
  Buchhandlung von F. Klincksieck, Nr. 11 rue de Lille; für _England_
  bei Williams & Norgate, 14 Henrietta-Street Covent-Garden in London;
  für _Nord-Amerika_ bei den Postämtern Bremen und Hamburg.

  Alle für das german. Museum bestimmten Sendungen auf dem Wege des
  Buchhandels werden durch den Commissionär der literar.-artist.
  Anstalt des Museums, /F. A. Brockhaus/ in Leipzig, befördert.

  ORGAN DES GERMANISCHEN MUSEUMS.

  1879.    Nº 4.    April.



Wissenschaftliche Mittheilungen.



Lateinische Verse

aus einem Münchener Codex des 15. Jahrhunderts.


Der cod. lat. Monac. 4394 aus St. Ulrich und Afra, kalendarischen
Inhalts von 1475, enthält auf der Rückseite des ersten Blattes folgende
Verse:

  Aureus hic liber est, non est preciosior ulla
    Gemma Kalendario, quod docet istud opus.
  Aureus hic numerus, lune solisque labores,
    Monstrantur facile, cunctaque signa poli,
  Quotque sub hoc libro terre per longa regantur
    Tempora, quisque dies mensis et annus erit,
  Scitur (in) instanti, quecunque sit hora diei.
    Nunc emat astrologus qui velit esse cito.

Diese Verse zeigen sehr deutlich die Bestimmung zum Verkauf, was in
dieser Zeit, und gerade bei einem Kalender, nicht auffallen kann. Der
Rubricator fand fol. 52 v. eine leere halbe Zeile und schrieb dahin,
was vielleicht nicht so ganz ernstlich gemeint war: Ich vnd ellend
haben gesellet.

Bruder Wilhelm, der den Kalender kaufte, hat vielerlei dazu geschrieben
und, wo Raum war, eingetragen, so fol. 127 folgende Verse:

  Vinum limphatum potatum sit tibi gratum,
  Limphatum crescit, dulcescit, ledere nescit.

Unmittelbar daran schließen sich Verse, welche mit dieser Empfehlung
des gemischten Weines nichts gemein haben und mit Abweichungen auch
sonst vorkommen, so im clm. 13556 (gedr. Anz. 23, 359) und 4408 f.
144: „Per potum primum nequeo cognoscere vinum.“ Hier lauten sie:

  In potu primo purgatur gutur a lymo.
  Gaudia sunt nobis solempnia quando bibo bis.
  Nil prosunt vina nisi sit potacio trina.
  Dum quater poto, tunc letor pectore toto.
  Ad potum quintum labitur mens in loborintum (_sic!_).
  Sextus agit potus, ut nemo sit michi notus.
  Cuncta molendina machinant michi[161] septima vina.
  Octavum vinum me promovet esse supinum.
  Nono tractatur ut corpus sepeliatur.
  Decimus evomit quod quis digerere nequit.

Dann folgen die Verse „Ebrius atque satur,“ welche schon im Anz. 19,
110 und 21, 373 mitgetheilt sind; natürlich mit starken Varianten. Ich
bemerke hier nur, daß der an beiden Stellen fehlerhafte Vers hier ganz
richtig lautet:

  Hic decium jactat, socium feriendoque mactat.

Decius ist der Würfel, franz. dé.

Von anderer Hand oder zu anderer Zeit sind noch die Denkverse
hinzugefügt:

     i. e. mollia.                   i. e. prodia.
  Ova tremencia, vina rubencia, pinguia jura
  Cum simila pura nature sunt valitura.

         *       *       *       *       *

  Post pransum pausa, non stes nec eas sine causa.
  Post cenam stabis aut passus mille[162] meabis.

         *       *       *       *       *

  Vinum bibas parce, jubet hoc Lott et patriarche.

Hierauf folgen f. 128. Regeln für das Benehmen bei der Mahlzeit:

  Vos discreti qui manducatis,
  Lotas manus habeatis,
  Inferiorem locum assumatis,
  Erecto corpore sedeatis,
  Leta fronte cibum accipiatis,
  Digniori locum edendi tribuatis,
  Notis interdum preponatis,
  Sal cum cutello[163] capiatis,
  Cum aliis scutellam non intingatis,
  Cibum in mensa non corrigatis,
  Cum proximo commensali non bibatis,
  Ossa magna non rodatis
  Nec ea sub mensam proiciatis.
  Manus super mensam non ponatis,
  Minus cubitis quiescendo satagatis.
  Visum modice hinc inde dispergatis,
  De semel deposito cibo non resumatis,
  Nisi jussi vel interrogati pauca dicatis,
  De utilibus sermonibus conferatis,
  Vitam absentum ne mordeatis
  Nec presentes derideatis.
  Nullum iracundum commoveatis.
  Modice potum et eo sepius capiatis.
  Caput fricare caveatis,
  In manibus simile minus faciatis.
  Sputum quanto minus potestis eiciatis.
  Vippam in ore non faciatis.
  More porcorum sonando non edatis,
  Nec quasi pastum labiis faciatis,
  Quod fit cum ore aperto masticatis.
  Pedes sub mensa componatis,
  Digitos vel alia[164] instrumenta non linguatis.
  Cultellum in manibus non habeatis,
  Sed singula applicando anteponatis.
  Numquam in mensa cantare presumatis,
  Nisi toto completo: tunc faciatis.
  Et ungues omnino precidendo caveatis,
  Sed letum vultum prebeatis,
  Sicque refeccionem perficiatis
  Et deo gracias immortales referatis.

Hinzugefügt ist noch:

  Non mappa tergas dentes oculosque fluentes.
  Qua tegeris non veste manus siccato madentes.
  Non panem quem vis in discum mittere morde,
  Nec mappa nasum tergas madidum tibi sorde.
  Dum comedis, manus intendat mense tua soli,
  Et caput aut membrum reliquum tu scalpere noli.
  In potum sufflare tuum nolito cibumque,
  Ne sputo maculare tuo videaris utrumque.

Fol. 128 verso:

  Prima declinacio
  Hec est jugis racio,
  Questio fuit mota
  Sed non decisa tota,
  Ad hanc respondere
  Gustavi ambo vere,
  Quod ego vix ambulavi,
  Sed statim me prostravi
  Sunt parve differencie
  Et magna conveniencia:
  Tuos _(sic)_ potatores
  Qui reputant se doctores,
  O vinum Australe,
  Propter donum tale
  Tu es veraciter
  Confiteor tenaciter:
  Si oportuerit me mori,
  Sicienti ori
  Dicit cor meum:
  Testor summum deum,
  Beatus qui intelligit,
  Qui se ipsum non negligit
  Ego, vos et ipse
  Ille, tu et ipse
  Sic est sensus perfectus
  Michi est electus,
  Tu autem domine

  Ain morgen in taberna:
  da sey wir allzeit gerne.
  von Elsesser und von Osterwein,
  welcher der pesser sol sein.
  kan ich sicher wol:
  sy haben mich oft gemachet vol,
  wenn ich ze vil getranck,
  hin auf die nachsten panck.
  Osterwein und Elsesser,
  der ain macht vol, der ander nit ler.
  kan der edel wein,
  dye käm schuͦler mochten sein.
  wie duͦst du mir so wol!
  ich dich pillich loben sol.
  däß mein hercz begert,
  von durst hastu mich offt ernert.
  noch han ich dich geren,
  ich mag dein nit enperen.
  du machst mich freden reich,
  das ich von dir nit weich.
  was in der kantten ist,
  zetrincken zuͦ aller frist.
  trincken allzeit geren,
  sollen das beweren.
  von dem Osterwein:
  er tunckt mich der pesser sein.
  nulli rustico miserere.

Von anderer Hand oder doch mit anderer Dinte folgt noch:

Versus.

  Bache veni, deus alme veni, quid carcere tardas?
  Linque ciphum, perfunde cibum, illabere venis,
  Et duplex operare bonum, nam colluis escas,
  Cordaque mesticie discussa nube serenas.

Hec Reinherus cancellarius landgravie (_sic_) Turingie.

Fol. 129 v.

  Nux, oleum, frigus capitis, anguillaque, potus
  Ac pomum crudum faciunt hominem fore raucum.

Fol. 130 v.

  Non bibe nisi siciens neque commede saciatus.
  Qui nimium commedit, moritur dum vivere credit:
  Qui nimium bibit, cicius comedente peribit.
  Sepe ablue manus, si vis esse sanus.
  Post ovum molle bonum haustum tibi tolle:
  Si fuerit durum, bis recipies potum tuum.

Fol. 184 stehen u. a. einige Räthsel:

  In silvis cresco, in campis gramina mando,
         vel canto
  In domo gaudeo, dic michi: quid sum ego?
    est lutina.

Das ist die Laute, aus Holz und Sehnen zusammengesetzt.

Bekannt ist das Schnee-Räthsel:

  Vidi avem sine pennis volantem in arbore sine ramis.
  Venit vir sine pede, comedit avem sine ore.

Doch ist der Baum nicht ohne Zweige, sondern ohne Blätter; so werden
diese Räthsel oft entstellt. Unbekannt ist mir folgendes:

  Est animal parvum quod totum discurrit per arvum;
  Si caput demas, nichil pejus habebis.

Es erinnert an ein anderes, welches ich Codd. Colon. p. 55 mitgetheilt
habe:

  Est animal parvum quod nunquam pascit in arvum,
  Quod si vertatur, quadrupes ferus inde ligatur.

Bei Wright and Halliwell II, 110 ist aus numquam semper geworden, und
dadurch alles verdorben. Die Lösung ist musca, durch Umkehr der Silben
camus.

Am Ende unserer Handschrift steht: Iste liber collectus est per me
fratrem Wilh. de Rang. Si quis quod suum erat tolleret, parum aut
nichil colligenti remaneret. 1477.

  /Berlin./        /W. Wattenbach./

FUSSNOTEN:

[161: machinat i̅ Hs.]

[162: mille passus. Hs.]

[163: statt cultello, wie häufig; vgl. franz. couteau.]

[164: alios Hs.]



Ein Paßglas vom Beginn des 18. Jhdts.


[Illustration]

Im Anschlusse an die in der vorigen Nummer dieses Blattes abgebildeten
Gläser veröffentlichen wir hier die Abbildung eines noch späteren
Stückes aus demselben Gebiete. Es ist ein cylinderisches Trinkglas
mit ausladendem Fußende, 22,3 cm. hoch bei 12 cm. Durchmesser, von
durchsichtigem, klarem Glase, auf welches ein friesartiges Bild
aufgemalt ist, das drei sitzende musicierende Herren im Zeitcostüme
darstellt, einen Violoncellisten und zwei Violinspieler, hinter denen
ein Mann mit erhobenem Glase und den Geberden ausgelassener Freude
steht. Auf der entgegengesetzten Seite, durch Pflanzen einerseits
und eine Inschrift anderseits getrennt, wartet der Teufel in Gestalt
eines rothen, bärenartigen, jedoch geflügelten Thieres mit Gemshörnern
und langem Schweife. Einige Ornamente und mehrere Inschriftstreifen
vervollständigen die Ausstattung. Die oberste der letzteren enthält
den Spruch: „Ach Herr gedenke nicht der Sünden meiner Jugend, ich
will mit Hülffe dein ergeben sein der Tugend.“ Darunter steht: „Mein
Jüngling freüe dich nimb darzu deines gleichen. Der böse Höllen Feind
wird dich niemals beschleichen.“ Beim Teufel steht der Spruch: „Fahr
nur so immerfort, bekehre dich nur nicht, ich will bei rechter Zeit dir
weisen meine Pflicht.“ An Fuße steht: „N. Christian Flitner Pfarrer
zu Dandorff Anno Christi 1711.“ Ob sich der fromme Pfarrer das Glas
selbst bestellt hat, ob es ihm von seinen Pfarrkindern verehrt wurde,
immerhin zeigt es durch seinen Umfang, daß damals die Masse des aus ihm
genossenen Getränkes mit der moralisierenden Tendenz der Darstellung
nicht in Widerspruch stand. Es faßt nahezu zwei Liter, ist freilich
aber noch lange nicht das inhaltsvollste Glas unserer Sammlung.

  /Nürnberg./          /A. Essenwein./



König Wilhelm von Holland in einer florentinischen Inschrift.


Das Vorkommen von Namen deutscher Kaiser und Könige in toscanischen
Inschriften ist äußerst selten. Schon um deswillen würde die Nennung
Wilhelms von Holland in Florenz Interesse wecken; dieselbe hat aber
um so größere Bedeutung, weil sie von der guelfischen Gesinnung
der Stadt Zeugniß ablegt. Im J. 1250 hatte, infolge der Fehden der
Adelsfactionen, der Bürgerstand sich constituiert und sich eine
militärische Verfassung gegeben. An die Spitze der Milizcompagnieen
wurde der Volkshauptmann, Capitano del popolo, gestellt, und für
denselben ein Burgpalast gebaut, der als Palazzo del Podestà noch heute
in der Gestalt, welche das 14. Jahrhundert ihm gab und das 19. nach
Wegräumung verunzierender Umänderungen in alter Würde und Schönheit
wiederherstellte, als eines der ansehnlichsten mittelalterlichen
Bauwerke dasteht, der Tradition gemäß von einem deutschen Architekten,
welcher Arnolfo’s di Cambio (di Lapo) Lehrer gewesen sein soll. In die
Wand des Grundgeschosses des Palastes ist eine nicht große Marmortafel
mit einer Inschrift in sogenannten gothischen Lettern eingelassen,
welche des Beginns des Baues im J. 1255, der damaligen „Weltherrscher“
und der städtischen Behörden, wie des glücklichen Zustandes der
Gemeinde gedenkt. Die Inschrift, mehrfach gedruckt, aber wenig
beachtet, beginnt:

  Summus Alexander sanctus quem mundus adorat
  Cum pastor mundi regnabat rexque Guilelmus
  Et cum vir splendens ornatus nobilitate
  De Mediolano de Turri sic Alamannus
  Urbem florentem gaudenti corde regebat u. s. w.

Wer weiß, ob der deutsche König oder Kaiser, wäre er ein Staufer
gewesen, genannt worden wäre neben Papst Alexander, Rinaldo de’
Conti, dem Verwandten Innocenz’ III. und Gregors IX.? Aber der Graf
von Holland, welchen Innocenz IV. im Jahre zuvor „plantulam nostram
nostrisque manibus consitam“ genannt, und dessen Wahl sein Legat
Cardinal Pietro Capocci zu Stande gebracht hatte, welcher auch der
Belagerung des dem neuen Könige die Thore verschließenden Aachen
beiwohnte, war auch dem guelfischen Florenz genehm, welches überdies
von dem fernen, ohnmächtigen Nachfolger der Ottone, Lothare, Heinriche
und Friedriche nicht belästigt zu werden befürchtete. Kaum war die
Inschrift fünf Jahre alt, so hätten die Reisigen König Manfreds sie
lesen können, die nach der Schlacht von Montaperti (4. Sept. 1260)
in die von den Guelfen geräumte Stadt einzogen, als Rex Guilelmus
längst auf friesischem Eise den Tod gefunden hatte, welcher nicht
ein Jahrhundert später einen andern Grafen von Holland, auch Wilhelm
geheißen, aber nicht aus demselben Hause, durch die Waffen desselben
Volkes ereilte. L. Passerini, der florentinische Historiker, welcher
die Inschrift in einem Aufsatz über den Palazzo del Podestà (wieder
abgedruckt in den Curiosità storico-artistiche fiorentine, Bdchn. I.,
Flor. 1866) mittheilt, macht aus dem „Rex Guilelmus“ einen „Guglielmo
di Nassau.“ Eine eigenthümliche Exemplification des „Coming events cast
their shadows before.“

  /Burtscheid bei Aachen./       /A. v. Reumont./



Ein deutscher Astronom in Ancona 1499.


Im März 1499 beriefen vier angesehene Bürger von Ancona: Niccolò
Grassi, Bartolommeo Alfei, Jacopo Lucidi und Andrea Stagi, den
deutschen Astronomen Johannes, Verfasser des 1488 in Augsburg, 1494 in
Venedig erschienenen „Astrolabium planum“, zum Behuf astronomischen
Unterrichts. Der „Magister Johannes teotonicus astronomus“ sollte ein
Jahr lang, vom April beginnend, „legere operam teoricam planetarum
alchabitium et tabulas alfonsi,“ für welche Vorlesung er, außer Wohnung
und Bett, ein Honorar von 30 Ducaten Gold erhalten sollte. Falls andere
Scolaren an den Vorträgen theilnehmen, würde das fernere Honorar dem
Magister Johannes zu Gute kommen. Der Contract vom 23. März 1499, im
Notariats-Archiv gedachter Stadt, wurde gedruckt von /A. Rossi/ im
Giornale di erudizione artistica, Bd. VI, S. 196. (Perugia 1877 -- erst
kürzlich ausgegeben.)

Bartolommeo Alfeo, Rechtsgelehrter, verfaßte Anconitanische Annalen vom
Ursprung der Stadt bis zur Wahl P. Julius’ III. (1550), so daß er bei
der Berufung des deutschen Astronomen in sehr jungen Jahren gestanden
sein muß. Vgl. /Ciavarini/, Collezione di documenti etc. delle
città Marchigiane, Bd. I. (Ancona 1872) u. /v. Sybels/ Histor.
Zeitschrift Bd. XXIX.

  /Burtscheid bei Aachen./        /A. v. Reumont./



Vermählung König Friedrichs III. mit Leonor von Portugal.


Der Maihinger Codex II. Lat. 1, in 4^{to} num. 33, welcher laut
Subscriptio im Jahr 1470 geschrieben worden, enthält auf Bl. 41b.-43a.
die nachfolgende Anrede, welche Jacob Mocz, Hofkaplan und Beichtvater
König Friedrichs III., am 1. August 1451 an die 17jährige Infantin
Leonor von Portugal, Schwester des Königs Alfonso, zu Lissabon im
Palaste des Herzogs von Bragança hielt, und wodurch er sie dem Könige,
dessen Stelle er vertrat, feierlich vermählte.[165]

Arenga ad Leonoram[166] imperatricem futuram facta[167] in praesentia
regis.

Sermo meus, rex serenissime inuictissimique principes, colendi
praesules proceresque nobilissimi, doctores eximii ceterique domini
quibuscumque titulis dignitatum insigniti praedigni, in hoc actu
praesenti quantum mea fert oppinio[168] ad praeclarissimam atque
perlustrem virginem dominam /leonoram/ hic praesentem et hunc
coetum suo splendore ornantem vobis obmissis comitetur. Sua est enim
haec dies, sua est haec sollemnitas, sua est haec celebritas. Audi
ergo, nobilissima et excellentissima virgo, inclina aurem tuam mihi.
Accipe quae dicam verba, non vtar multis, paucis opus. Nam quid sit
matrimonium? quia insolubile vinculum maris et feminae: Quos deus
coniunxit, homo non separat; qua ratione institutum? quia causa prolis
procreandae: Crescite et multiplicamini; qua firmatum auctoritate? quia
a deo patre: Hoc nunc os ex ossibus meis; qua devocione colendum? quia
nuptiis Christus interfuit et sua praesentia matrimonium consecrauit
et miraculis approbauit; quam vtile? vt lubricitas carnis vitetur:
Cum nullus immundus aut fornicator regnum dei possidere possit; quam
necessarium? vt caritas in orbe conseruetur terrarum, sine qua nihil
potest fieri; non enim est bonum hominem esse solum: -- non dubito te
dudum ac saepius christianissime instructam. Per hoc enim, uidelicet
matrimonium, amici amiciores efficiuntur, per hoc inimici placantur,
per hoc regna in pace conservantur, per hoc homines vitae se
polliticae[169] vinciunt[170], per hoc ordo naturae bene regitur, per
hoc tandem lapsus angelorum reintegratur.

Non paruum neque vulgare coniugium est, de quo nunc agitur, in quo
regius sanguis imperatorio[171] coniungendus est. Inter te hodie regio
sanguine (_Bl. 42a._) progenitam et serenissimum ac gloriosissimum
principem dominum caesarem /fridericum/ romanorum regem pium
felicem ac triumphatorem matrimonium contrahendum est.

Ego, si annuis, si tibi caesar placet, si nubere domino meo regi

/friderico/ in animo est, si virum tibi accipere cupis legittimoque
thoro iungi, ante volo[172] te subarrabo, dominum meum et corpus suum
-- nam si (_sic?_) facultas est mihi -- perpetuo dicabo ac (_ad?_) te,
si corpus tuum accipiam, insolubilis matrimonii nexu iungendam. Quod
antequam facio, precor: adorna talamum tuum, suscipe regem. Moneat[173]
te ad suscipiendum regem amor ut tibi colloquatur, tibi blandiatur.
Si enim susceperis regem in thalamum cordis, cordialissime diligendo
ipse te suscipiet in palatio suo gloriosissime coronandam. Dico autem
„adorna“, non „emunda“, cum de tua nullum omnino[174] phas sit dubitare
castitate probitate aliisque virtutum insigniis. Humilitate, pedissequa
virginis benedictae singularissima, adorna talamum quaterno redimitu
ornata, ab ortu solis frontem erigendo summum bonum super omnia et
prae omnibus diligendo; ab occasu frontem erige unanimi consensu
sacramentali fide intime regem suscipiendo; sintque tibi latera contra
aquilonem et meridiem: firmitas in blandis et firmitas in duris; quia
ubi spiritus sapientiae et scientiae praeest, immutatio rerum non
perturbat. In te enim dependet a fronte orientali cortina prudentiae,
quia nisi homo prudentia regatur in errorem cadit[175]; sic etiam[176]
in occidentali fronte in te relucet cortina fortitudinis; fortem enim
animum non emolliunt[177] blandimenta bonorum, ymo neque sublime
neque profundum separat a caritate. Super has cortinas generales
et sericeus dependet in te ornatus: iustitia, quae reddit caesari
quae caesaris sunt et deo quae dei sunt. Tota enim pulchra es, intus
pulchra (_Bl. 42b._), pulchra foris, intus in corde, foris in corpore,
intus rubicunda, foris candida, utrobique composita, rubicunda per
caritatem, candida per castitatem, composita per humilitatem, in
toto grata, in nullo ingrata, in toto places, in nullo displices;
tota pulchra es per naturam, pulchrior per virtutes, pulcherrima per
gratiam desuper datam. Tu es regis asueri puella[178] ad thalamum
imperatoris ducenda, ingenti diligentia praeparata, gloriosissime
vestita varietate virtutum, annulis ornatissime subarranda[179]; non
pensanda preciositas, sed rei significatio acceptanda et appretianda
est. Hortor igitur te, uirgo nobilissima vna ex omnibus electissima,
vt in hoc annulo, quo subarrari debes, duo quambreviter animadvertas:
Materiam atque formam. Est equidem materia aurea, forma circularis:
Ea quoque pulchre apteque matrimonio[180] de quo nunc agimus haec
duo consonant; sicut enim aurum praestat metallis, sic tua excellens
et admirabilis forma omnes superat virgines, quae speciosae dicuntur
aetate, neque ab ortu in occasum vlla est, quae tibi uel decore uel
moribus uel prudentia possit aequari; recte ergo tibi conuenit aurum.
Sed ne caesarem[181] dedecet, qui dignitate sublimis imperatoria vt
sol inter sidera sic inter ceteras potestates altior assurgit atque
sublimior, virtute insignis et potentia gloriosus[182], aetate media
celso corpore laetis oculis candida cervice benigna facie copiosa
caesarie nulla ex parte mendosus, simillimus[183] auro. Quid forma,
quid sibi vult circulus? Equidem sicut circulus[184] finem habet nullum
semper in se reflexus[185], sic et amorem sine fine coniugalem esse
oportet ardentem castissimum solidum semper in se reflexum. Uxor virum
amet, alium nesciat; vir uxorem diligat, nulli alteri afficiatur. (_Bl.
43a._) Sic[186] amor[187] interminabilis sine fine et a viro in uxorem
et ab uxore in virum perpetuo et inviolabili modo revolutus. Possem de
natura lucidissimi lapilli aliquid dicere, quia solidissimus, ut ferrum
ceterasque gemmas penetret, ut solum[188] plumbo hircinoque sanguine
* *[189], insaniae resistit, hostes superat, feros et feroces homines
mitigat, iurgia tollit, fantasmata et incubas fugat, quae omnia ad
proprietatem matrimonii reduci possunt; sed obstant angustiae temporis.
Cedo priori sermone; ad finem festinat oratio; dixi quae sum facturus.
Si accipis gloriosissimum dominum meum dominum /fridericum/ romanorum
regem virum tuum lectum ex ordine rituque sacrosanctae romanae et
universalis ecclesiae: quin ymo quem iam dicis te accipere virumque
hunc unum optare atque amplecti mente, sic dic: „Ego infantissima
domina /leonora/ recipio /fridericum/ regem romanorum in meum maritum
bonum et legittimum, sicut mandat sancta ecclesia romana, in persona
tui /magistri Jacobi mocz/ tanquam sufficientis procuratoris ad
hunc actum.“ Et ego praenominatus /magister Johannes/ (_sic!_) in
nomine praefati /friderici/ tanquam procurator eius ad hunc actum
legittime constitutus recipio te sanctissimam dominam /leonoram/ in
suam legittimam uxorem, sicut mandat sancta ecclesia romana. Atque te
hoc annulo subarro ad laudem et gloriam omnipotentis dei et felicem
utriusque partis statum et optimam consolacionem, ut duo in carne una
longo tempore simul vivatis generetisque filios et filias qui deo et
hominibus sint accepti vobisque senibus superuiuant. Repleamini etiam
benedictionibus omnium beneuiuentium fruaminique pace aeterna, vt
tandem coronari mereamini gloria sempiterna. In nomine patris et filii
et spiritus sancti. Amen.

  /Dinkelsbühl./            /Dr. Schepß./

FUSSNOTEN:

[165: E. Birk, D. Leonor von Portugal, Gemahlin Kaiser Friedrich des
Dritten (Wien, 1858), S. 13 f.]

[166: Cod. Leonaram und so noch zweimal.]

[167: Cod. factus.]

[168: Ich behalte die Orthographie des Codex bei, nur daß ich e oftmals
in ae oder oe verwandle. Der Codex hat keinerlei Interpunktionszeichen;
ich füge sie des leichteren Verständnisses wegen hinzu.]

[169: Cod. pollicite.]

[170: Cod. viuu̅tt.]

[171: Cod. imperatoria.]

[172: añ uolo, wol verschrieben für annulo; s. unten. Dr. Fr.]

[173: Cod. Moueat.]

[174: Cod. nll’omo˜  = nullo modo. Dr. Fr.]

[175: Cod. vadit.]

[176: Cod. enim.]

[177: Cod. emoliunt. Dr. Fr.]

[178: Anspielung auf Esther. In der Vulgata Asuerus = Ahasverus. Dr.
Fr.]

[179: subarrare, subarrhare (annulo) = arrhabone uxorem desponsare,
vermählen. Ducange VI, 401. Vgl. oben, Anm. 8. Dr. Fr.]

[180: Cod. matrimonia, corrigiert.]

[181: „nec“ zu lesen oder „quidem“ zu ergänzen. Dr. Fr.]

[182: Cod. glorioso.]

[183: Cod. similimus. Dr. Fr.]

[184: Cod. circuli.]

[185: Cod. reflexa.]

[186: Cod. Sit. Dr. Fr.]

[187: Cod. amodo.]

[188: Cod. sola.]

[189: Hier ist zum mindesten ein Verbum ausgefallen. -- „Es fehlt etwa
„frangatur“, wie aus Megenberg’s Buch der Natur (hg. v. Pfeiffer) S.
433, 3 ff. ersichtlich: Der adamas ist gar hert, also daz man in weder
mit eisen noch mit feur zerprechen mag, aber man zerpricht in mit
vrischem pockspluot, daz allerêrst vergozzen ist und noch warm ist.“
Dr. Fr.]



Statut einer geistlichen Bruderschaft in Salzburg.


In der Biblioteca de la Universidad Central de Madrid enthält das Ms.
Nr. 118,4 (alt E3, C2, N8) in 34 Blatt gr. Form. des Rhabanus Maurus
Traktat de Laudibus Crucis, und zwar Buch I: Text zu Fig. 6 bis zu
Ende, u. Buch II: Praefatio bis Cap. 28. In letzterem bricht sie ab mit
den Worten: „quae in imis et quae in supernis sunt.“ die Schrift ist
aus dem 9. Jhdt. In Fig. 28 ist das Bild des Rhabanus den betreffenden
Buchstaben angepaßt, mit harter Hand, aber entschiedenem Verständniß
für die menschliche Figur und einem Kopf, der Porträt sein könnte.

Auf der leeren Seite zu Ende des ersten Buches ist Ende des 12. oder
Anfang des 13. Jahrh. folgendes Stück eingetragen:

„Notum sit universis xpi (_Christi_) fidelibus ad quos littere iste
pervenerint qualiter fraternitas que vulgari nomine Zecha dicitur
in Salzburgensi civitate sit instituta. Celebrantur itaque singulis
annis tam pro salute uiuorum quam pro remedio defunctorum qui huius
fraternitatis communionem habuerint Octoginta milia missarum et
Septingente misse a congregationibus universis infra Salzburgensem
archiepiscopatum commorantibus et eiusdem fraternitatis societatem
habentibus. Quicunque etiam sub consorcio prenotate fraternitatis
consistunt communionem tocius servicii dei habent quod Ratispone
Patavie Frisinge Brixie et Gurge deo venerabiliter exhibetur. Cum
igitur aliquis habens cumunionem huius fraternitatis prope terminos
civitatis nostre obierit, sic ut deferri in civitatem possit magister
qui huic officio est destinatus omnia que defuncto inpensibilia
videntur scilicet arborem feretrum et linteamen ipsi defuncto ministrat
et tempore consueto per suos ministros ipsum defunctum presentari
ecclesie iubebit. Qui ministri in feretro leuantes defunctum primum ad
parrochiam illum deferunt & inibi missa pro remedio ipsius celebrata
duobus monasteriis ad similia ministeria celebranda illum deferunt.
His ita expletis congregatio in cuius cimiterio funus est sepeliendum
ad sepulcrum communiter procedit et cum diligencia terre que sua sunt
commendabit; dabuntur siquidem eo die a magistro defunctorum x. L.
v. candele tribus monasteriis in urbe positis absque ea iusticia quam
dabit ministris funus ferentibus et sepulcrum facientibus. Sed cum
evenerit ut in remotis locis fratrum istorum aliqui de vita transseant
qui ad nos ferri non possint statim dum hoc ad nos relatum fuerit
magister huius officii providebit quatinus ea que presenti debebantur
et absenti reddantur, ita ut peregrino vel paupere vice huius functo
que in absente nequeunt fieri ipsi per vicarium inpendantur. Quique
autem fratrum istorum vir videlicet aut mulier ex inposita sibi
iusticia singulis annis. xv. nummos magistro Zeche persolvere debent;
Ex his siquidem nummorum collectionibus idem magister oblationes
constitutas congregationibus Salzburgensium circa Natiuitatem domini
exsolvit et elemosinas largas cunctis manum porrigentibus tribuit.
Conputantur enim tam oblationes iste quam elemosine x. L. talentorum
conparacionem excedere preter alia quam plurima que per totum annum
tam in capite ieiunii quam et aliis temporibus pro fratrum istorum
et parentum eorum saluatione exhibentur. Et ecce nomina uiuorum
inscripta sunt. Judita S. moñ de pataṽ -- Remvridus. l. et vxor
sua Diemuͦdis“ (_folgen einige radierte Worte, dann ganz unten:_)
Chǒnradus et uxor sua livgart de Ivne (Lune?). Diemvͦt L’ de
Surheim. Uoleholdus filius eius. Ita l’ Sveuia.

  /Döckingen./           /Dr. G. Baist./



Schreiben Kaiser Karls IV. an Bischof Gerhard von Hildesheim. 1368,
März 4. Prag.


  Karolus quartus divina favente clementia Romanorum
  imperator semper augustus et Boemie rex.

Princeps devote dilecte. Mittimus honorabiles Benedictum de Crabicz
archidiaconum Sacensem et canonicum Pragensem nec non Johannem
Saxonem canonicum ecclesie sancti Stephani Bambergensis et plebanum
in Reichenstein nostrarumque literarum imperialium registratorem
notarios secretarios capellanos domesticos et commensales devotos
nostros dilectos in nostris arduis sancteque Romane ecclesie negociis
ad partes inferioris Saxonie transeuntes. Devocioni tue recommendamus
attente desiderantes, quatenus predictos Benedictum et Johannem
exhibitores presencium cum familia equis et aliis rebus suis ad te
euntes et redeuntes de securo conductu velis providere, dum et quocies
per eos fueris requisitus, bonam et favorabilem voluntatem ipsis in
omnibus necessitatibus in hiis precipue, que promocionem sui itineris
prospiciunt, ad honorem cesaree celsitudinis exhibendo gratam nobis
ymmo sacro Romano imperio reverenciam impensurus.

Datum Prage die IIII. mensis Marcii regnorum nostrorum anno vicesimo
secundo imperii vero tercio decimo.

  In dorso: Venerabili G[erhardo] Hildensemensi episcopo principi et
  devote nostro dilecto.

Nach dem zum Briefe gefalteten Originale auf Papier im Staatsarchive
zu Hannover. Schnitte für das Siegelband und Theile des aufgedrückten
Siegels sind noch vorhanden.

  /Hannover./       /Dr. R. Döbner./



Zur Künstlergeschichte.


An Rathe zu Nürnberg.

Vnser willige vnd fleißige dinste zuvor. Erbare weisen Namhafftige
Hern, besunders gunstige freunde vnd förderer. Vnser Mitburger
/Florian Stoß/[190] bericht vns, wie vnlangist sein leiplicher
vater /Veit Stoß/ vnd mutter durch den Willen Gothes bey
euer Erbaren Weisheit zu Nürnberg verstorben sein solle, davon er
nicht vnbillich neben den andern geschwistern vnd nebenmenn[191]
gemelter seiner eldern gelaßene gewichtikeit(?)[192] zugewarten
hette, mit anhangender fleißiger bit inen derhalb gen euer Weisheit
zuvorschreiben, das wir Ime in ansehung der billikeit füglich nicht
haben gewust zuwegern, gantz fleißig vnd freuntlich bittende, wo dem
also, Euer Er. W. wollen günstige vmsehung thun vnd schaffen, domit dem
Vnsern sein veterlich vnd muterlich angefelle vnd was Ime billich vnd
von recht zustendig, gutlich folgen möge, Ime auch des abzugshalb, als
einem armen vnbehausseten handwergsmanne, der mit vnerzogen kindern
befallen, günstigen willen zuerzeigen, sich dovon mit seim weibe vnd
kindern so viel dester bas zuneren, vnd seines väterlichen erbeteils
zufreuen habe, wollen wir vmb dieselbe E. Erbar W. willig vnd geflißen
sein.

..... Datum quarta post andree 1533.


An Rathe zu Crockaw.

Vnsere willige vnd fleißige Dinste zuvor. Erbare weisen Namhafftige
hern, besunder gunstige freunde vnd gönner. Vnser mitburger Florian
Stoß ist fur vns kommen, mit bericht, wie vnlangist sein leiblicher
bruder Stentzel Stoß ein Biltschnitzer bey euer Ersamkhten[193] zw
Crocaw sampt seinem weibe ane[194] leibes Erben verstorben sein solle,
dovon Ime not, dieweile Ir beider Vater zw Nurnberg auch verstorben,
sich deßelben eigentlich zuerkunden, mit anhangender vleißiger bit,
Inen derhalb gen euer Ersamkhten zuvorschreyben, demnach mit vleis
freuntlich Bittende, ab icht deme also,[195] vnd Jemandis als ein Erbe
der geloßenen guter gemelts seines verstorbenen bruders vorhanden
were, Euer Er. wollenn gunstiglich schaffen, sich vffs forderlichste
hieaus zue vorfugen, neben den andern gefreunten vnd Erbnemern
eine richtung zumachen, ab vnd aber niemandis vorhanden, das auch
die gelaßene habe genant seines verstorben Bruders vnvorruckt, vnd
biß zw gelegener Zeit mehrgedachts des vnsern Zukunfft odir seines
folmechtigen, vnverweret bleiben vnd verwaret werde, Wie wir vns denn
vorsehenn Eure Erbare Weisheit, gunstlich vnd vnbeschwerd thun werden,
das wollen wir vmb dieselbe eure Erbare Weisheit willig vnd geflißen
sein zu vordinen. Dat. quarta post Luce Evangeliste, anno MDXXXIII.


Zeugniss.

Vor Jedermenniglich so diser briff vurgetragen, gezeiget adir gelesen
wirt, Bekennen Wir Burgirmeister vnd Rathmannne der Stadt Görlitz, das
Vnsere Geschworne Eldisten der Neuzeche fur vns dem Sitzenden Rathe
bekand vnd angesagt haben, Wie das fur etzlichen Jaren /Veit Stoß/
seliger Merten Stoßen, seinen son, in der zeche vnd das handwerge der
goltschmide bey vns, funff Jahre nacheinander, bei seinem sone Florian
Stoßen zw lernen, laut des gemelten knaben eigener handschrifft, in
irem Zechregister vorzeichnet, angedinget habe, Doruff er den von dem
handwergke vnd Eldesten angenommen, vnd doch nicht lenger denn drey
Jare seiner lernung ausgewartet. Des zw Vrkundt besigelt an Dinstag
nach leonhardi 1534.


Kuntschaft Meister Hansen Kelner Buchssenmeister vnd Rodgisser.

Vor allen vnd iglichen so dieser brief getzeiget adder gelesen wirt In
besundern vor euch Erbaren Ersamen wolweisen hern Burgermeister vnd
Radmannen der Stadt Nurnbergk vnsern besundern freunden vnd gutten
gonnern, Bekennen wir Burgermeister vnd Radmanne der stadt Gorlitz, mit
erbietung Vnser freuntlichen und willigen Dinste, Demenach Meister Hans
Kelner... etzliche Jar lang bey vns gewonet, vnser vnd gemeiner stadt
Buchssenmeister er gewesen, der selbige noch vnsern willen vorsorget,
sich auch erlichen vnd fromlichen doran vorhalden, des ehr nuhmols von
vns einen gutlichen abschied gebethen, den wir Ime, vmb seines besten
willen, der er sich anderswo vnd sunderlichen bey euch zu Nurnbergk
vortrostet nicht haben mögen wegern vnd Ime den selbigen hiemit
gutliche gegeben vnd folgen lossen Freundlichs vleis bitten, Ime, auf
sein ziemlich ersuchen, günstige hülffe vnd furderung zu ertzeigen,
Inen vnser furschrifft vnd seines erlichen verhaltens hirynnen genißen
lossen. Das wollen etc. (1533).

Die Concepte vorstehender vier Schreiben sind enthalten in einem
Bande der im Stadtarchive zu Görlitz aufbewahrten Briefbücher (libri
missivarum).

  /Görlitz./               /Heinrich/,
                          Stadtsekretär.

FUSSNOTEN:

[190: Vergl. über denselben: Anzeiger, 1877, S. 139.]

[191: Es ist wol /erbnemen/ oder /erbnemern/ (Erbempfänger; s.
Schmeller-Frommann I, 137. Grimm, Wbch. III, 733) zu lesen. Vgl. das
folgende Schreiben, Zeile 9 v. u.]

[192: Gerechtigkeit (= rechtliche Ansprüche)? Man erwartet hier ein
Wort wie /güter/ oder /habe/; vergleiche die ähnliche Stelle des
folgenden Schreibens.]

[193: Ehrsamkeiten.]

[194: ohne.]

[195: Ob icht deme also = wenn etwa dem also (wäre.) Schmeller-Frommann
I, 30. Dr. Fr.]



Zur Mäusethurm-Sage.


In meinem Artikel „/der Mäusethurm bei Bingen/“ in Pick’s Monatsschrift
für rheinisch-westfälische Geschichte, Band I, S. 208, wies ich darauf
hin, daß die Mäusesage schon in Scriptoren des 14. und 15. Jahrhunderts
mit Erzbischof Hatto I. von Mainz in Beziehung gebracht werde. Nun
fand ich in Bodmann’s Nachlaß zu Miltenberg eine Notiz, welche den
obigen Nachweis bestätigt; ich stehe daher nicht an, dieselbe hier
nachträglich mitzutheilen:

„In dem noch ungedruckten Msto. Carthusiae Mog. fol. Nr. 38 sub tit.
Collecta ex Chronica Martiniana et Treverica A. D. MCCCC. heißt es
unter dem Leben Gregorii VII. P. M. fol. 36 vers.:

Hujus etiam tempore quidam potens in Convivio existens â muribus
circumvallatus, et tandem in aquâ et navi positus nullo potuit
auxilio juvari, et â muribus consumptus fuit. Quod quidam dicunt
et scribunt hoc de Hattone Archiepiscopo magunt. factum fuisse. Et
dicitur pro certo in quibusdam terris, in quibus si Leopardus aliquem
momorderit, statim multitudo advenit.“ --

  /Regensburg./       Dr. /C. Will./



Ambrosius Alantsee.


Die Ansicht, welche in Nr. 1 des Anzeigers ds. J. (Sp. 16) über
den Schreiber der Maihinger Cauteraria comoedia ausgesprochen ist,
veranlaßt mich, auf den Münchner cod. lat. 4417b hinzuweisen, worin
Ambrosius Alantsee als (Benedictiner-) Prior von /Füssen/
auftritt, der 1491 einen Brief an einen Augsburger Geistlichen
schreibt. Diesen Prior von Füssen, nicht aber den Carthäuser, welcher
das Foedus Christianum schrieb, halte ich für den Schreiber der
Maihinger Handschrift. Ich habe dies bereits im vorjährigen Programm
der hiesigen Lateinschule („Zwei Maihinger Handsschriften“) p. 18
betont und möchte auch jetzt noch an das Vorhandensein zweier Ambrosii
Alantsee glauben, da ein Benedictinerprior doch schwerlich zum
Carthäuser umsattelte.

Zu den sehr dankenswerthen Bemerkungen des Herrn Bibliothekars Jos. M.
Wagner erlaube ich mir weiter hinzuzufügen, daß mir neuerdings zwei
Maihinger Codices bekannt geworden sind, in welchen Magister Ambrosius
A_ll_antsee (sic!) als Besitzer (nicht als Schreiber!) genannt ist; es
sind die Codd. latt. Folio nro. 8 (Inhalt: Ugutio’s etymologisierendes
Lexicon) und Quart nro. 33. (Der Inhalt dieses Miscellancodex gehört
fast durchweg den Humaniora an. Nur das letzte der 26 Stücke ist von
Alantsee selbst geschrieben; zu andern Stücken hat er zuweilen ganz
kurze Notizen, z. B. Textesvarianten, an den Rand gesetzt). -- Auf
dem Vorsetzblatt des Maihinger Miscellancodex Folio nro. 94 steht
im Inhaltsverzeichniß u. A. auch: „Item domini Johannis A_l_antsee“
(sic!)... Der Titel des Werks ist von Mäusen weggenagt worden, und das
Werk selbst fehlt im Codex; es ist mit noch andern Stücken, welche auf
dem Vorsetzblatt versprochen werden, herausgerissen worden.

Die eben erwähnten drei Maihinger Handschriften kamen aus der
Benedictinerabtei Füssen in Oettingen’schen Besitz.

  /Dinkelsbühl./       /Georg Schepß./



Warnungstafel.


In der südlichen Taufkapelle der Marienkirche zu Zwickau ist eine Tafel
befestigt mit folgendem aufgemalten Spruch:

  Hie herein ir Kinder nicht laufft
  Weil[196] man Gots wort handelt und taufft
  Pleibt draußen gantz vleißig höret
  Gots wort und Sacrament ehret
  Sunst werdt ir mit Rutten geschlagen.
  Und gros straff und schmertzen tragen.
        M. L. b. p.

Darunter sind zwei Ruthen abgebildet.

  /Dresden./       /Dr. Steche./

FUSSNOTE:

[196: während.]



Altes Dintenrecept.


Nota. Candidissime lecter wiltu gute Dintten machen fur den Conuent so
kauff zu Nordlingen 3 fl. gallas 1 L. vitriol, der gren[197] sey vnd
4 lot gumi: thu dise species Gallas vnd vitriol in ainen gleseyrten
Hafen: vnd nim 5 maß gsin wein[198] vnd seetz den Hafen in ain glut,
rier sie steet, laß sieden vnd lug eben auff[199] das nit yber lauff:
vnd so sie gesotten hat wie ain wein supp: so seetz den Hafen an ain
ort das er nit werd vmb gestoßen: vnd lee[200] werd. sol doch alweg wol
bedeckt bleyben. So rier darnach den Gumi dar ein: vnd laßs ston xiiij
tag bedeckt. vnd riers altag offt von boden auff vnd nach den 14 tagen
seich sye durch ain leynin altßs Duch, So ist die Dinth gerecht: Hoc
Auramentum[201] est crebro probatum per fratrem Johannem Schwayckofer
Coͤnobitum in Nöreßhain etc. Anno 1544.

  /Regensburg./      Dr. /C. Will./

FUSSNOTEN:

[197: grün.]

[198: Gesindewein?]

[199: schau recht auf.]

[200: schlecht.]

[201: atramentum. Dr. Fr.]



Verantwortliche Redaction: Dr. /A. Essenwein/. Dr. /G. K.
Frommann/.

Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in
Nürnberg.


Gedruckt bei /U. E. Sebald/ in Nürnberg.



  BEILAGE ZUM ANZEIGER FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.

  1879.    Nº 4.    April.



Chronik des germanischen Museums.


  /Nürnberg/, den 15. April 1879.

/Seine Majestät Kaiser Wilhelm I./ hat das germanische Museum aufs
neue durch ein Zeichen wohlwollenden Interesses zu Dank verpflichtet,
indem Allerhöchstderselbe die Gnade gehabt hat, die seit langer Zeit
aus der allerhöchsten Privatschatulle gereichten Jahresbeiträge,
nämlich 1500 m. für allgemeine Museumszwecke und 600 m. für die
Hohenzollernstiftung, nachdem die Zeitdauer, für welche die Bewilligung
erfolgt war, abgelaufen, neuerdings auf die Dauer von 3 Jahren unter
Bezeugung allergnädigster Freude über die Entwicklung der Anstalt zu
bewilligen.

Gleichzeitig mit dem innigsten Danke an Se. Majestät hatten wir
tiefgefühlten Dank an /Ihre Majestät die Kaiserin Augusta/
auszusprechen, Allerhöchstwelche bei Gelegenheit der Ueberreichung des
Jahresberichtes gleichfalls unter dem Ausdrucke allergnädigster Freude
eine Gabe von 300 m. zu übersenden geruht hat.

Unsere verschiedenen Unternehmungen gehen ihren guten Gang weiter.
Das Handelsmuseum hat neue Förderung erhalten, indem Herr Reichsrath
Frhr. von Cramer-Klett in München 12 Antheilscheine übernommen und
die nachfolgend verzeichneten Firmen und Herren in Berlin je einen
solchen gezeichnet haben: L. Alfieri, Kaufmann, Gotth. Julius Franz
Arndt, Geh. Kommerz.-Rath, Emil Becker, Kommerz.-Rath (Firma Becker
und Hoffbauer), Gerson von Bleichröder, Geh. Kommerz.-Rath, Großbrit.
Generalkonsul, Fritz Borstel und Hans Reimarius (Nicolai’sche
Buchhandlung), J. G. Braumüller u. Sohn (Inhaber Wittwe Ottilie und
Richard Braumüller), C. Brunzlow (Inhaber August Deter), Traugott
Busse, Banquier (A. Busse & Co.), Ferd. Calmus & Co. (Inhaber Gustav
und Eugen Schöpplenberg), Paul Calmus, Kaufmann, Alexander Clemen
(in Amsterdam), Dr. L. v. Cuny, Professor, Appellationsgerichtsrath
a. D., Otto Dellschau, Kommerz.-Rath, Wilh. Ermeler & Co. (Inhaber
Richard und Max Ermeler), Hermann Gerson, Hoflieferant, J. A. Gilka
(Inhaber Theodor u. Hermann Gilka, Hoflieferanten), Julius Kauffmann,
Kommerz.-Rath u. Aeltester der Kaufmannschaft, Heinrich Kochhann,
Stadtverordneter, Wilhelm von Krause (F. W. Krause & Co. Bankgeschäft),
Fritz Kühnemann, Fabrikbesitzer, Dr. Hugo Kuhnheim, Fabrikbesitzer u.
ital. Consul, Hermann Lampson, Lampson u. Opdenhoff, M. E. Levy, Ludwig
Löwe, Dr. Otto Löwenstein, O. Marquardt u. G. Schenk (R. v. Decker,
Verlag), Wilhelm Maurer, Franz Mendelsohn, Kommerz.-Rath, G. A. Müller,
Consul, William Schönlank, G. Friedr. Schultze, J. L. Schwabach, Geh.
Kommerz.-Rath, Gebr. Simon (Inhaber J. L. u. James Simon), W. Spindler,
Julius Volckart, Kaufmann, Ferd. aus’m Weerth.

Das in der letzten diesjährigen Mittheilung erwähnte Comité für das
Handelsmuseum hat sich als Verwaltungsrath für dasselbe constituiert,
Herrn Großhändler von Grundherr zum Vorsitzenden erwählt, sich durch
mehrere Mitglieder verstärkt und die Berathung eines besonderen Statuts
für dasselbe begonnen.

Von Seiten /der Speciallinie der Frhrn. v. d. Tann-Rathsamhausen/
ist uns eine freundliche Zuschrift geworden, in welcher die bereits
früher gemeldete Betheiligung an der gemeinsamen Stiftung des
fränkischen Adels genauer festgesetzt und die Summe von 500 m. uns zur
Verfügung gestellt ist.

Der freundlichen und wohlwollenden Unterstützung des deutschen
Verlagsbuchhandels, welcher wir allmonatlich reiche Gaben zu danken
haben, sind wir diesmal zu ganz besonderem Danke verpflichtet und
haben als neu beigetretene Firma jene von /S. Hirzel/ in Leipzig
zu nennen, deren reiches Geschenk unten in dem Gabenverzeichnisse
aufgeführt ist.

Unser Victoriabau schreitet entsprechend vorwärts und voraussichtlich
wird im kommenden Jahr im Erdgeschosse die Sammlung von Gipsabgüssen
deutscher Skulpturen, zunächst der romanischen Periode, aufgestellt
werden können. Dann wird auch manches, was seither wegen Mangels an
Raum nicht hatte zur Aufstellung gebracht werden können, theilweise
deshalb gar nicht hierher gekommen war, seine Stelle finden. Es wird
aber auch an das Museum die Nothwendigkeit herantreten, diese Sammlung
systematisch abzurunden. Hiezu werden neuerdings Mittel flüssig zu
machen sein. Ein Anfang dazu ist bereits gemacht. Mit großem Danke
haben wir eine Förderung zu verzeichnen, welche Professor /Gottfried
Kinkel/ in Zürich unserer Anstalt hat zu Theil werden lassen, indem
er hierher kam, um einen öffentlichen Vortrag zu halten, wobei er den
Gesammtbetrag der Eintrittsgelder, 789 m., von welchen nur geringe
Kosten für Saalmiethe u. dgl. in Abzug zu bringen waren, zur Förderung
der Sammlung von Gipsabgüssen bestimmte.

Seit Veröffentlichung des Verzeichnisses in der vorhergehenden Nummer
wurden folgende /neue Jahresbeiträge/ gezeichnet:

=Von öffentlichen Kassen.= ~Kempten.~ Stadtgemeinde (statt
früher 9 m.) 30 m. ~Osterhofen.~ Distriktsgemeinde (statt früher
18 m.) 20 m. ~Vilshofen.~ Distriktsgemeinde (statt früher 18 m.)
20 m.

=Von Privaten.= ~Berlin.~ Dr. Hugo Kunheim, Fabrikbesitzer,
3 m.; F. Warnecke, k. Rechnungsrath (statt früher 3 m.) 6 m.
~Calw.~ Dr. Müller, Rektor des Reallyceums, 2 m. ~Detmold.~
Busse, Landrentmeister, 3 m; v. Dechend, Lieutenant, 3 m.; Eberhardt,
Amtmann, 2 m.; Ernst, Kammerrath, 3 m.; Ernst, Postdirektor, 3 m.;
Ernst, Steuerrendant, 2 m.; Alfred Heinrichs, Kaufmann, 2 m.; O.
Kuntze, Gymnasiallehrer, 3 m.; Overbeck, Obergerichtsrath, 3 m.;
v. Pentz, Hauptmann, 3 m.; Rülberg, Kaufmann, 3 m.; Willi Starke,
Kaufmann, 3 m. ~Frankenberg.~ Rich. Michael, Kaufmann, 1 m. 50
pf. ~Fürth.~ J. M. Betz, Institutslehrer, 2 m. ~Kronstadt~
(Siebenbürgen). Franz Herfurth, Gymnasiallehrer, 1 m. Friedrich
Hermann, Realschullehrer, 1 m.; Carl Lewitzky, Gymnasiallehrer, 1 m.
~Nürnberg.~ Gustav Schwanhäußer, Fabrikbesitzer, (statt früher 3
m.) 6 m. ~Oberweiling.~ Fr. Lintzen, Cooperator 1 m. 50 pf.

/Einmaliger Beitrag/ wurde gegeben: ~Thiengen.~ Stephan
Eiselin 3 m.

Unsern Sammlungen giengen ferner folgende Geschenke zu:

I. Für die kunst- und kulturgeschichtlichen Sammlungen.

(Nr. 8114-8127.)

~Apolda.~ /Hundeshagen/, Kaufmann: Proklamation an die
Schweizer 1857. -- ~Berlin.~ Dr. /R. Graf Stillfried/,
k. Oberceremonienmeister, Excell.: Stammtafel der Hohenzollern. --
~Hamburg.~ /Johannes Paul/, Kaufmann: 44 Tarokkarten. --
~Koburg.~ Dr. /Fr. Ortloff/: Drei Kinderhäubchen, 18. Jahrh.
-- ~Leipzig.~ /S. Hirzel/’s Verlagshandl.: 8 Porträte in
Kupferstich u. Lithographie. -- ~Loburg.~ /E. Wernicke/,
Oberpfarrer: 24 ältere u. neuere Porträte in Kupferstich u.
Lithographie. -- ~Magdeburg.~ /E. F. Grünert/: 6 Silbermünzen
u. 1 Zinnmedaille. -- ~Nürnberg.~ /Daniel Höfler/: Eine
Silbermünze des 16. Jahrhdts. u. eine türkische Kupfermünze. /J.
Kern/, k. Bauamtmann: Sporn vom 13.-14. Jahrh., gefunden in
Breitenbrunn. /Lambrecht/, Bankbuchhalter: Fernrohr von Ramsden in
London. /Schüßler/, Polizeiofficiant: Baumwollenes Taschentuch mit
aufgedruckten Spottbildern auf Napoleon I. mit englischem u. deutschem
Texte. /Fritz Stich/: Gepreßtes Medaillon mit den Porträten der
drei Alliierten. 1814. -- ~Sorau.~ /Paul Starke/, Stadtrath:
Loth u. seine Töchter, Kupferst. v. Saenredam. -- ~Stuttgart.~ Dr.
/v. Hölder/, Obermedizinalrath: Ein Atlas von 1744.

II. Für die Bibliothek.

(Nr. 39,157-39,269.)

~Apolda.~ /Hundeshagen/, Kaufmann: Walter, kurze Beschreibung
der Pferde- und Vieh-Zucht. 1677. 8. Schröder, neue lustige
und vollständige Jagd-Kunst. 1728. 8. Der bösen Geister und
Gespenster Wunder-seltzahme Historien u. nächtliche Erscheinungen.
3 Theile. 1693. 8. -- ~Augsburg.~ /Histor. Verein für Schwaben
und Neuburg/: Ders., Zeitschrift etc.; Jahrg. V, 1.-3. Heft.
1878. 8. -- ~Basel.~ /Histor. Gesellschaft/ und /Gesellschaft für
vaterländische Alterthümer/: Schönberg, Finanzverhältnisse der Stadt
Basel im 14. u. 15. Jahrh. 1879. 8. -- ~Berlin.~ /Graf Dr. R. von
Stillfried-Alcantara/, Exc.: Pfotenhauer, die schlesischen Siegel von
1250-1300. 1879. 4. /Verein für die Geschichte der Stadt Berlin/:
Ders., Schriften etc., 1878. 8. -- ~Bremen.~ /Histor. Gesellschaft
des Künstlervereins/: Dies., Bremisches Jahrbuch; II. Bd. 1878. 8. --
~Darmstadt.~ /M. v. Frankenberg-Ludwigsdorff/, k. pr. Generalmajor
z. D.: Ders., Notizen über die Familie der Grafen, Freiherren und
Herren von /Frankenberg-Proschlitz/, Ludwigsdorff und Lüttwitz.
1878. 4. -- ~Dresden.~ /Ch. G. Ernst am Ende/, Bibliothekar: Ders.,
Feldmarschall-Lieutenant Carl Friedr. am Ende. 1878. 8. /Vitzthum’sches
Gymnasium/: Ziel, Schulreden etc. 1879. 4. Pr. /Dr. Hermann
Knothe/, Professor b. k. sächs. Cadettencorps: Ders., Geschichte
des Oberlausitzer Adels und seiner Güter vom 13. bis gegen Ende des
16. Jahrh. 1879. 8. /Dr. Karl von Weber/, Geheimrath, Direktor des
Haupt-Staatsarchivs: Archiv für die sächs. Geschichte; n. F. V. Bd.
1-4. Heft. 1879. 8. -- ~Emden.~ /Gesellschaft für bildende Kunst und
vaterländische Alterthümer/: Tergast, die heidnischen Alterthümer
Ostfrieslands. 1879. 8. -- ~Frankfurt a. M.~ /Real- u. Volksschule der
israelit. Gemeinde/: Herz, eine altfranzös. Alexiuslegende aus dem
13. Jahrh. 1879. 4. -- ~Frauenfeld.~ /J. Huber/, Buchh.: Häberlin,
der Kanton Thurgau in seiner Gesammtentwicklung vom Jahre 1849 bis
1869. 1876. 8. Pupikofer, der Freih. Ulrich v. Sax zu Hohensax.
1876. 8. Sonderabdr. -- ~Freiburg i. Br.~ /Herder’sche/ Verlagsh.:
Bardenhewer, Polychronius, Bruder Theodors von Mopsuestia und Bischof
von Apamea. 1879. 8. Bäumker, Orlandus de Lassus. 1878. 8. Binder,
Charitas Pirkheimer; 2. Aufl. 1878. 8. Brugier, Geschichte der
deutschen National-Literatur; 5. Aufl. 1878. 8. Kaufmann, Sophie
Swetschine. 1878. 8. Kellner, kurze Geschichte der Erziehung und des
Unterrichtes; 4. Aufl. 1879. 8. Klein, Deutschlands Geschichte, dem
deutschen Volke erzählt. 1878. 8. Lehmann-Danzig, das Buch Wido’s
von Ferrara „über das Schisma des Hildebrand“ im Zusammenhange des
Gregorianischen Kirchenstreites. 1878. 8. Reuter, Literaturkunde, 9.
Aufl. 1878. 8. Kraus, Roma sotterranea: die römischen Katakomben; 2.
Aufl. 1879. 8. Wacker, die Kirche zur Zeit des Arianismus. 1878. 8.
-- ~Görlitz.~ /Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften/:
Dies., neues lausitzisches Magazin; Bd. 54, 2. Heft, Bd. 55, 1. Heft.
1878. 8. /C. A. Starke/, Verlagsh.: Des Konrad Grünenberg Wappenbuch,
hrsg. von Graf Stillfried und Hildebrandt; Lief. 20 u. 21. 1875.
Imp. 2. -- ~Göttingen.~ /K. Gesellschaft der Wissenschaften/: Dies.,
Nachrichten aus d. J. 1878. 1879. 8. Gelehrte Anzeigen; 1878. I. u.
II. Bd. 1878. 8. -- ~Hamburg.~ /Otto Meißner/, Verlagsh.: Schuster,
Tabellen zur Weltgeschichte; 20. Aufl. 1878. 8. Schuster, Girolamo
Savonarola. Arnold von Brescia. 1878. 8. Worsaae, die Vorgeschichte
des Nordens nach gleichzeitigen Denkmälern. 1878. 8. Montelius, Führer
durch das Museum vaterländischer Alterthümer in Stockholm. 1876. 8.
-- ~Hannover.~ /Histor. Verein für Niedersachsen/: Ders., Zeitschrift
etc. u. 40. Nachricht etc. 1878. 8. -- ~Hermannstadt.~ /Franz
Michaelis/, Verlagsh.: Krasser, Geschichte d. sächs. Dorfes Großpold.
1870. 8. Teutsch, der Sachsengraf Albert Huet. 1875. 8. Fabritius,
Urkundenbuch zur Geschichte des Kisder Kapitels vor der Reformation.
1875. 8. Gooß, Chronik der archäologischen Funde Siebenbürgens. 1876.
8. /Verein für siebenbürgische Landeskunde/: Ders., Archiv etc.;
n. F. XIV. Bd. Hft 1 u. 2. 1877-78. 8. Jahresbericht für 1876-77.
8. Bericht über das Freih. Samuel von Bruckenthalsche Museum in
Hermannstadt. I. Die Bibliothek. 1877. 8. Die Ernteergebnisse auf
dem ehem. Königsboden i. d. J. 1870, 1871, 1873 u. 1874. 1878. 8.
-- ~Innsbruck.~ /Dr. Ludwig Schönach/: Huber, Geschichte der Marg.
Maultasch; 2. Abdr. 1863. 8. Wien u. seine Landesfürsten. I. u. II.
Bd. 1834. 8. Emmert, Geschichte der Erblandämter der gefürsteten
Grafschaft Tirol. 1838. 8. Tirolisches Künstlerlexikon. 1830. 8. Jäger,
Tirol’s Rückkehr unter Oesterreich. 1871. 8. Laschan, Erlebnisse der
ersten freiwilligen Scharf-Schützen-Kompagnie Innsbruck-Sonnenburg.
1866. 1867. 8. -- ~Königsberg.~ /Universität/ Index lectionum etc.
1878. 4. Amtliches Verzeichniß des Personals etc. 1878 u. 1878/79. 8.
Friedländer, recensio locorum etc. 1878. 4. -- ~Leiden.~ /Maatschappij
der nederlandsche Letterkunde/: Dies., Handelingen etc. 1878. 8.
Lebensberichten etc. 1878. 8. Catalogus der Bibliothek; III. Ged.:
nederlandsch Tooneel. 1877. 8. -- ~Leipzig.~ /F. A. Brockhaus/,
Verlagsh.: Der neue Plutarch, hrsg. v. R. von Gottschall; VI.
Theil. 1879. 8. Deutsche Dichter des XVII. Jahrhunderts, hrsg.
von Gödeke und Tittmann, 13. Bd. 1879. 8. /S. Hirzel/, Verlagsh.:
Sprachwissenschaftliche Abhandlungen, hervorgegangen aus G. Curtius’
grammat. Gesellschaft zu Leipzig. 1874. 8. Plitt, aus Schellings Leben;
3 Bde. 1869-1870. 8. Baumann, die Staatslehre des h. Thomas von Aquino.
1873. 8. Beaulieu-Marconnay, der Hubertusburger Friede. 1871. 8. Ders.,
Ernst August, Herzog von Sachsen-Weimar-Eisenach. 1872. 8. Bernays, zur
Entstehungsgeschichte des Schlegelschen Shakespeare. 1872. 8. Staub,
das Brot im Spiegel schweizer-deutscher Volkssprache und Sitte. 1868.
8. Merswin, das Buch von den neun Felsen. hrsg. v. Schmidt. 1859.
8. Bürster, Beschreibung des schwed. Krieges, 1630-47, hrsg. v. Fr.
v. Weech. 1875. 8. Waitz, Caroline; 2 Bde. 1871. 8. Die Flersheimer
Chronik, hrsg. von Waltz. 1874. 8. Dove, die Doppelchronik von Reggio
und die Quellen Salimbene’s. 1873. 8. Dreydorff, Pascal’s Gedanken
über die Religion. 1875. 8. Frensdorf, das lübische Recht nach seinen
ältesten Formen. 1872. 8. Freytag, Karl Mathy. 1870. 8. Friedländer,
über die Entstehung und Entwicklung des Gefühls für das Romantische in
der Natur. 1873. 8. Gelzer, die neuere deutsche National-Literatur:
I. Thl. 3. Aufl. 1858. 8. Gelzer, de Branchidis. 1869. 8. Göthe,
Briefe an Lavater, hrsg. von Hirzel. 1833. 8. Göthe’s Briefe an
Christian Gottlob Voigt, hrsg. v. Jahn. 1868. 8. Göthe, Briefe an
Johanna Fahlmer, hrsg. von Urlichs. 1875. 8. Bernays, der junge Göthe;
3 Thle. 1875. 8. Jac. Grimm, über seine Entlassung. 1838. 8. Herm.
Grimm, Armin. 1851. 8. Hagenbach, Lehrbuch d. Dogmengeschichte; 5.
Aufl. 1867. 8. Hagenbach, Wilh. Martin Leberecht de Wette. 1850. 8.
Hänel, das Beweissystem d. Sachsenspiegels. 1858. 8. Hartmann v.
Aue, Erec., hrsg. v. Haupt; 2. Ausg. 1871. 8. Haupt, französische
Volkslieder. 1877. 8. Haupt, opuscula; vol. I-III. 1875-76. 8.
Hegel, die Chronik des Dino Compagni. 1875. 8. von Heinemann, zur
Erinnerung an G. Ephr. Lessing. 1870. 8. Hildebrand, über Grimms
Wörterbuch in seiner wissenschaftl. und nationalen Bedeutung. 1869.
8. Hirsch, byzantin. Studien. 1876. 8. Huschke, Gaius. Beiträge zur
Kritik u. zum Verständniß seiner Institutionen. 1855. 8. Jeroschin,
die Kronike von Pruzenlant, hrsg. v. Strehlke. 1861. 8. Sonderabdr.
John, das Strafrecht in Norddeutschland zur Zeit der Rechtsbücher. I.
1858. 8. Königer, d. Völkerschlacht bei Leipzig. 1864. 8. Ders., der
Krieg von 1815 und die Verträge von Wien und Paris 1865. 8. Kriegk,
deutsche Kulturbilder aus d. 18. Jahrh. 1874. 8. Kruse, Wullenwever;
Trauerspiel. 1870. 8. Ders., Moritz von Sachsen; Trauerspiel. 1873.
8. Lang, David Friedrich Strauß. 1874. 8. Lehmann, Knesebeck und
Schön. 1875. 8. Ders., Stein, Scharnhorst und Schön. 1877. 8. Lipsius,
Schulreden. 1862. 8. Mendelssohn-Bartholdy, Friedrich von Gentz. 1867.
8. Ders., Göthe und Felix Mendelssohn-Bartholdy. 1871. 8. Meyer, zur
Geschichte der indogermanischen Stammbildung und Declination. 1875.
8. Meyer von Knonau, über Nithards vier Bücher Geschichten. 1866. 8.
Mörikofer, die schweizerische Literatur des 18. Jhdts. 1861. 8. Ders.,
Bilder aus dem kirchlichen Leben der Schweiz. 1864. 8. Ders., Ulrich
Zwingli; 2 Thle. 1867 u. 69. 8. Ders., J. J. Breitinger u. Zürich.
1873. 8. Ders., Geschichte der evangel. Flüchtlinge in der Schweiz.
1876. 8. Muther, statuta facultatis jureconsultorum Vitebergensium anno
MDVIII composita. 1859. 8. Pauli, Aufsätze zur englischen Geschichte.
1869. 8. Prutz, Heinrich der Löwe, Herzog von Bayern und Sachsen. 1865.
8. Reyscher, die Rechte des Staats an den Domänen und Kammergütern.
1863. 8. Ders., der Rechtsstreit über das Eigenthum an den Domänen des
Herzogths. Sachsen-Meiningen. 1865. 8. Russell, Kriegstagebuch, bearb.
v. Schlesinger. 1874. 8. Scheffer-Boichorst, Florentiner Studien. 1874.
8. Ders., die Chronik des Dino Compagni. 1875. 8. Sierke, Schwärmer
und Schwindler zu Ende des 18. Jhdts. 1874. 8. Springer, Paris im 13.
Jahrhundert. 1856. 8. Ders., Friedr. Chrph. Dahlmann. 2 Bde. 1870 u.
72. 8. Staatengeschichte der neuesten Zeit; hrsg. von Biedermann. 23
Bde. 1858-77. 8. Stern, über die 12 Artikel der Bauern und einige
andere Aktenstücke aus der Bewegung von 1525. 1868. 8. Stichling, das
Bundesgericht. 1862. 8. Stintzing, Geschichte der populären Literatur
des römisch-kanonischen Rechts in Deutschland am Ende des 15. und im
Anfang des 16. Jhdts. 1867. 8. Stobbe, zur Geschichte des deutschen
Vertragsrechts. 1855. 8. Teutsch, Geschichte der Siebenbürger Sachsen;
2 Bde. II. Aufl. 1874. 8. Tobler, Mittheilungen aus altfranzös.
Handschriften; I. 1870. 8. Tobler, li dis dou vrai aniel, die Parabel
von dem ächten Ringe. 1871. 8. Tobler, bibliographia geographica
Palaestinae. 1867. 8. Ulmann, Franz von Sickingen. 1872. 8. Ders.,
über den Werth diplomat. Depeschen als Geschichtsquellen. 1874. 8.
Vischer, kleine Schriften, hrsg. von Gelzer u. Burckhardt; 2 Bde.
1877-78. 8. Wackernagel, kleinere Schriften; 3 Bde. 1872-74. 8. de
Wartberge, chronicon Livoniae, hrsg. v. Strehlke. 1863. 8. Wohlwill,
die Anfänge der landständischen Verfassung im Bisthum Lüttich. 1867. 8.
Zarncke, zur Nibelungenfrage. 1854. 8. E. A. Seemann, Verlagsh.: Die
Renaissance etc. Liefg. 89-100. gr. 4. Dohme, Kunst und Künstler des
Mittelalters und der Neuzeit; Bd. III. IV. 1878. 79. 8. Beiträge zur
Kunstgeschichte, II.: Wustmann, Beiträge zur Geschichte der Malerei
in Leipzig v. 15.-17. Jahrh. 1879. 8. /Verein für die Geschichte
Leipzigs:/ Ders., Schriften etc.; II. Sammlg. 1878. 8. -- ~Loburg.~ /E.
Wernicke/, Oberpfarrer: Ders., Luther und der Bischof von Brandenburg.
1870. 8. Ders., die St. Catharinenkirche zu Brandenburg a. d. H. 1876.
8. Ders., archäolog. Wanderungen durch Kirchen des Kreises Jerichow
I. 8. Sonderabdr. -- ~Lüneburg.~ /Museumsverein für das Fürstenthum
Lüneburg/: Ders., Jahresbericht etc.; 1878. 1879. 8. -- ~München.~
/Histor. Commission bei d. k. Akademie d. Wissensch./: Chroniken der
deutschen Städte v. 14.-16. Jhdt.; 15. Bd.: Regensburg, Landshut,
Mühldorf, München. 1878. 8. Allgemeine deutsche Biographie; Liefg.
36.-40 (VIII. Bd.) 1878. 8. /Chn. Kaiser/, Verlagsh.: Zweifel, die
sittliche Weltordnung nach germ. Auffassung. 1875. 8. Braunwart,
Theodor von Zwehl. 1876. 8. Trautwein, ganz München für zwei Mark; 10.
Aufl. 1877. 8. -- ~Nürnberg.~ /W. Kohlmann/, Handlungslehrling Geistl:
neu-vermehrtes gothaisches Gesang-Buch. 1724. 8. ~Prechtelsbauer~,
Lehrer: Geschichts-, Geschlechts- und Wappen-Calender. (1764?).
8. Erneuerte allgemeine Altmühl-Wasser-Fisch-Ordnung 1735. 2.
/Ungenannter/: Jahrbuch des Vereins für niederdeutsche Sprachforschung;
Jhg. 1877. 1878. 8. /Verein für Geschichte der Stadt Nürnberg/:
Ders., Mittheilungen etc.; I. Heft. 1879. 8. -- ~Paderborn.~ /Verein
für Geschichte und Alterthumskunde Westfalens/: Ders., Zeitschrift
etc.; Bd. 35 u. 36. 1877 u. 78. 8. -- ~Paris.~ /Dr. Legrand/: ders.,
la nouvelle société Indo-Chinoise fondée par Msr. le Marquis de
Croizier. 1878. 8. -- ~Poppenreuth.~ /Georg Muck/, Pfarrer: Ders.,
Geschichte von Kloster Heilsbronn; I. Bd. 1879. 8. -- ~Salzburg.~
/Gesellschaft für Salzburger Landeskunde/: Dies., Mittheilungen etc.;
XVIII. Vereinsjahr, 1878. 1. u. 2. Heft. 8. -- ~Schwerin.~ /Verein für
meklenburg. Geschichte und Alterthumskunde/: Ders., Jahrbücher und
Jahresbericht etc.; 43. Jhg. 1878. 8. Meklenburgisches Urkundenbuch;
XI. Bd. 1878. 4. -- ~Stuttgart.~ /K. württemb. statist.-topogr.
Bureau/: Beschreibung des Oberamts Tuttlingen. 1879. 8. /K. württemb.
Ministerium des Innern/: Staats-Anzeiger für Württemberg; Jhg. 1876
u. 1877. 2. /Paul Neff/, Verlagsh.: Weißer, die Kunst für Alle; Lfg.
XXV. Imp. 2. /Gustav Weise/, Verlagsh.: Hottenroth, Trachten, Haus-,
Feld- u. Kriegsgeräthschaften der Völker alter und neuer Zeit; Lfg. 1.
u. 2. 4. -- ~Traunstein.~ /Hartwig Peetz/: Ders., die Kiemseeklöster.
8. -- ~Treuchtlingen.~ /Adolf Pernwerth von Bärnstein/: Ders.,
Carmina Burana selecta. 1879. 8. -- ~Wien.~ /Kais. Akademie der
Wissenschaften/: Dies., Denkschriften etc.; 27. Bd. 1878. 4. Archiv
etc.; Bd. 56, 2. Heft und Bd. 57. 1. Hft. 1878. 8. Sitzungsberichte
etc.; philosoph.-histor. Cl., Bd. 88, 1-3 u. Bd. 89, 1. 2. Nebst
Register zu Band 71-80. VIII. 1878. 8. Almanach etc.; 28. Jahrg. 1878.
8. /Alterthums-Verein/: Ders., Berichte und Mittheilungen etc.; Bd.
XVII. 1. 2. 1877-78. 4. /Dr. Oscar Berggrün/: Ders., Denkschrift zur
Feier des zehnjährigen Bestandes des Künstlerhauses in Wien. 1879.
8. /R. von Waldheim/, artist. Anstalt und Verlagsh.: Almanach der
Südbahn; I. Pusterthal-Ampezzo. 8. Aucoc, über die zur Entwickelung
des franz. Eisenbahn-Netzes angewendeten Mittel etc, 1875. 8. Ausflüge
mit der Westbahn in die Umgebungen Wiens. 1859. 8. Denkschrift zur
Erinnerung an die 25 jährige Gründungs-Feier des österr. Ingenieur-
und Architekten-Vereins. 1873. 4. Feldzug von 1794 u. 1795. Aus den
hinterlassenen Papieren S. k. Hoh. Erzherzog Carl. 1872. 8. Findeisen,
Friedrich Beckmann. 1866. 8. Illustrirter Führer in das Riesengebirge.
8. Giehne, Mährchen für Jung und Alt. 8. Herrmann, Naturgeschichte
der Kleidung. 1878. 8. Hilberg, Jubiläum der Eisenbahn. 1875. 8. v.
Nawarski und Lind, die Jagellonen-Kapelle im Dome zu Krakau. 1878. 2.
Neuffer, neuer Führer durch Wien u. Umgebung. 1873. 8. Noé, Winter und
Sommer in Tirol. 1876. 8. Der Proceß Chorinsky-Ebergenyi. 1868. 8.
Smets, Geschichte des deutschen Reiches. 1875. 8. Jacobsen, Waldheims
Führer auf den österreichischen Alpen-Bahnen. 1878. 8. Wehle, das
Toleranz-Buch. 1879. 8. -- ~Zittau.~ /G. Korschelt/, Oberlehrer: Ders.,
Kriegsdrangsale der Oberlausitz zur Zeit des siebenjährigen Krieges. 8.
Sonderabdr.



Schriften der Akademieen, Museen und historischen Vereine.


/Denkschriften der kais. Akademie der Wissenschaften/
Philosophisch-historische Classe. Mit 7 Kupferdrucktafeln. Wien. 1878.
4.

Ueber die Mundarten und die Wanderungen der Zigeuner Europa’s. VIII.
Von Miklosich. -- Römische Bildwerke einheimischen Fundorts in
Oesterreich. III. Von Conze. --

/Sitzungsberichte ders. Akademie./ Philosophisch-historische
Classe. LXXXVII. Bd. (Jahrgang 1877). Heft I-III, und LXXXIX. Band
(Jahrg. 1878), Heft I u. II. Wien. 1878. 8.

Fünf unedirte Ehrenreden Peter Suchenwirts. Von Frieß. -- Friedr.
Christoph Schlosser und über einige Aufgaben und Principien der
Geschichtsschreibung. Von Lorenz. -- Zur Kaiserwahl 1619. Von Tadra.
-- Die Idee des deutschen Erbreiches und die ersten Habsburger. Von
Busson. -- Mittheilungen aus altdeutschen Handschriften. Von Schönbach.
-- Die Gutturallaute der indogermanischen Sprachen. Von Fr. Müller. --
Ueber den Unterschied von Reichsstädten und Landstädten mit besonderer
Berücksichtigung von Wien. Von Lorenz. -- Analecten zur Geschichte der
Reformation und des Humanismus in Schwaben. Von Horawitz. -- Dritter
Bericht über Weisthümer-Forschungen in Steiermark. Von Bischoff. --
Ueber die weichen e-Silben im Altböhmischen. Von Gebauer. -- Keltische
Arbeiterbezeichnungen und Arbeitzeichen. Von Göhlert. -- Untersuchungen
und Mittheilungen zur Quellenkunde des kanonischen Rechtes. Von Thaner.
-- Ueber eine Schichte älterer, im Epos nachweisbarer Nibelungenlieder.
Von Muth.

/Almanach der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften./
Achtundzwanzigster Jahrgang, 1878. Wien, 1878. 8.

Register zu den Bänden 71 bis 80 der Sitzungsberichte der
/philos.-hist. Cl. der/ etc. /Akademie/. VIII. Wien, 1878. 8.

/Archiv für österreichische Geschichte./ Herausgegeben von der
/zur Pflege vaterländischer Geschichte aufgestellten Commission
ders. Akademie/. Sechsundfünfzigster Band, zweite Hälfte und
siebenundfünfzigster Band, erste Hälfte. Wien. 1878. 8.

Das älteste Todtenbuch des Stiftes St. Florian. Von A. Czerny. --
Beiträge zur Geschichte des Erzbisthums Salzburg. I. Materialien zur
Geschichte des Erzbischofs Bernhard. Von Dr. F. M. Mayer. -- Ueber
den Versuch einer Translation des deutschen Ordens an die ungarische
Grenze. Von Dr. H. v. Zwiedineck-Südenhorst. -- Zur Kritik der Vita B.
Hermanni episcopi Brixinensis. Von H. R. v. Zeißberg. -- Ferdinand des
Ersten Bemühungen um die Krone von Ungarn. Von Dr. Stanisl. Smolka.
-- Correspondenz zwischen Cardinal Klesel u. seinem Official zu
Wiener Neustadt M. Gaißler. Von Dr. A. Kerschbaumer. -- Beiträge zur
Geschichte der Hussitischen Bewegung. II. Von J. Loserth.

/Berichte und Mittheilungen des Alterthums-Vereines zu Wien./
XVII. Band, 1. u. 2. Hälfte. Wien, 1877 u. 78. 4. XXXVI u. 328 Seiten.

Vereinsangelegenheiten. -- Grabschriften in der Stifts- und
Stadtpfarrkirche zu U. L. F. bei den Schotten. Von N. Dechant. (Mit
Abbild.) -- I. Nachträge zu den Grabschriften in der Schotten-Abtei
in Wien. Von Dr. Karl Lind. -- Beiträge zur Kunde der älteren
Gemeinde-Siegel und Wappen in Nieder-Oesterreich. Von Dr. Karl Lind.
(Mit Abbild.) -- Archäologischer Wegweiser durch das Viertel ober
dem Wiener-Walde von Nieder-Oesterreich. Mit erläuterndem Text von
Ed. Freiherrn von Sacken. (Mit Abbild.) -- Die alte Schottenkirche
in Wien. (Mit Abbild.) -- Die Grabstätten der Habsburger. Von Dr.
A. Kerschbaumer. -- Zur Geschichte der Geißler in Oesterreich. Von
Dr. Wiedemann. -- Die Celtes-Kiste der Wiener Universität. Von M.
Thausing. (Mit Abbild.) -- Aeltere Grabdenkmale in Nieder-Oesterreich.
Von Dr. Karl Lind. (Mit Abbild.) -- Wiedemann Paul. Von Dr. E. von
Hartmann-Franzenshuld. -- Die Baudenkmale in Pulkau. Von Dr. K. Lind.
(Mit Abbild.) -- Zur Topographie der Römerorte in Nieder-Oesterreich.
Von Dr. Fr. Kenner. -- Die Kirche zu St. Gotthard. Von Gottlieb
Schoiber. (Mit Abbild.)

/Mittheilungen des k. k. Oesterreich. Museums für Kunst und
Industrie./ (Monatschrift für Kunst und Kunstgewerbe.) XIV. Jahrg,
1879. Nr. 162 u. 163. Wien, 1. März u. 1. April 1879. 8.

Ueber einige Benennungen mittelalterlicher Gewebe. Von Dr. Karabacek.
(Mit Abbild.) -- Anton D. Ritter von Fernkorn. Von R. v. E. --
Literatur. -- Kleinere Mittheilungen. -- Verzeichniß der im k. k.
Oest. Museum f. K. u. J. ausgestellten Gegenstände. -- Katalog der
Ornamentstich-Sammlung. (Forts.) --

/Jahresbericht/ des Museums etc. für 1878.

/Der Kirchenschmuck. Blätter des christlichen Kunstvereines der
Diöcese Seckau./ 1879. X. Jhg., Nr. 3. Graz, 1879. 8. Mit 1 lith.
Tafel.

Der Dom von Aquileja. (Forts.) -- Der König der Instrumente. (Forts.) --

/Zeitschrift des Ferdinandeums für Tirol u. Vorarlberg./
Herausgegeben von dem Verwaltungs-Ausschusse desselben. Dritte Folge,
zweiundzwanzigstes Heft. Innsbruck. 1878. 8.

Die Statuten der ältesten bekannten Synode von Brixen 1511. Von Ludwig
Rapp. -- Die Porträte von Andreas Hofer. Von Friedr. v. Attlmayr --
Verzeichniß der Fundorte von antiken Münzen in Tirol und Vorarlberg.
Von Flav. Orgler. (Mit 1 Karte.) -- Vereinsnachrichten.

/Mittheilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde./
XVIII. Vereinsjahr, 1878. I. u. II. Heft. Redigirt von E. Richter, k.
k. Professor. Salzburg. 8. Mit 1 lithogr. Tafel.

Streifzüge auf dem geschichtlichen Quellengebiete des Christenthumes
in Baiern. Ein Beitrag zur Beleuchtung der Rupertusfrage von Dr. F. V.
Zillner. -- Theophrastus Paracelsus und dessen Ueberreste in Salzburg.
Von Carl Aberle. -- Brand, Schwant, Maiß u. Reut, salzburgische
Orts- u. Güternamen aus Urbarien. Gesammelt von Dr. Zillner. --
Gesellschaftsangelegenheiten.

/Allgemeine deutsche Biographie./ Herausgegeben von der
/historischen Commission bei der k. Akademie der Wissenschaften zu
München/. Sechsunddreißigste bis vierzigste Lieferung, Leipzig, (8.
Band) Duncker und Humblot. 1878. 8.

/Die Chroniken der deutschen Städte/ vom 14. bis ins 16.
Jahrhundert. Fünfzehnter Band. Die Chroniken der baierischen Städte.
Regensburg. Landshut. Mühldorf. München. Herausgegeben durch /dies.
Commission/. Leipzig, S. Hirzel. 1878. 8. VIII u. 639 Stn.

/Forschungen zur deutschen Geschichte./ Herausgegeben von /ders.
Commission/. Neunzehnten Bandes erstes und zweites Heft. Göttingen,
1879. 8.

Die Verträge von Blois vom 22. September 1504. Von Dr. P. Schweizer.
-- Zur Geschichte des schwäbischen Städtebundes. Von Th. Lindner. --
Zur Reichsgeschichte aus Münchener Handschriften. Von Dr. W. Meyer.
-- Die überarbeitete und bis zum Jahre 741 fortgesetzte Chronik
des Beda. Von B. Simson. -- Die Ausbreitung der salischen Franken.
Zugleich ein Beitrag zur Geschichte der deutschen Feldgemeinschaft.
Von R. Schröder in Würzburg. -- Zur Vita Chrodegangi. Von B. Simson.
-- Zur Sage von der Bestattung Karls des Großen. Von Th. Lindner.
-- Die Beziehungen des Otfried von Weißenburg zu St. Gallen. Von G.
Meyer von Knonau. -- Die Bulle des Papstes Bonifacius VIII. gegen
die Cardinäle Jakob und Peter von Colonna vom 10. Mai 1297. Von Dr.
C. Rodenberg. -- Ueber die Verhandlungen König Johanns von Böhmen
zu Paris 1323. Von Dr. W. Friedensburg. -- Untersuchungen über die
ältesten Brandenburger Chroniken, die Magdeburger Schöppenchronik und
das Chronicon archiepiscoporum Magdeburgensium. Von Dr. G. Hertel. --
Mathias von Neuenburg und Heinrich von Diessenhoven. Von Dr. D. König.
-- Ein Bruchstück des Aventin. Von Dr. W. Meyer. -- Zur Geschichte der
Lochauer Verhandlungen. Von Dr. Chr. Meyer. -- Hans Georg von Arnim,
als kaiserlicher Heerführer in Pommern und Polen. Von Dr. G. Irmer. --
Die Schlacht auf dem Marchfelde am 26. August 1278. Von G. Köhler. --
König Heinrich (VII.) Beiträge und Ergänzungen. Von L. Dargun. -- Die
Sibylle Gottfrieds von Viterbo in anderer Gestalt. Von Dr. Fr. Gerß.
-- Geschichtliche Aufzeichnungen aus dem Kloster Fulda. Von Dr. Jul.
Harttung. -- Die Zerstörung der Reichsveste Schwanau. Von A. Lütolf. --
Zur Genealogie der ältern Karolinger. Von Dr. E. Mühlbacher. -- Ueber
die Urkunde König Theodorichs IV. für das Kloster Murbach vom Jahre
727. Von Dr. R. Niemann. -- Ueber den Ligeris in der Lex Salica. Von R.
Schröder. -- Bericht über die neunzehnte Plenar-Versammlung d. histor.
Commission etc.

/Die Wartburg./ Organ des /Münchener Alterthumsverein/.
Zeitschrift für Kunst und Kunstgewerbe mit Berücksichtigung der
Neuzeit. VI. Jhg., 1879. Nr. 2 u. 3. Redacteur Dr. C. Förster. München,
1879. 8.

Zwei unedirte Glasfragmente im k. bayer. Nationalmuseum zu München.
Von C. Friederich. (Schl.) -- Peter Vischer betreffend. Von R. Bergau.
-- Das Taufbecken in der Sebalduskirche zu Nürnberg. Von dems. (Mit
Abbild.) -- Vereinsangelegenheiten. -- Kleine Mittheilungen etc. etc.

/Zeitschrift des historischen Vereins für Schwaben und Neuburg./
Fünfter Jahrgang. Erstes-drittes Heft. Augsburg, 1878. 8.

Die Augsburger Baumeisterrechnungen von 1320-1331. Von R. Hoffmann. --
Eine Verhandlung vom Jahre 1482 über den an dem damaligen Pfarrer zu
Stötten, Joh. Iglinger begangenen Raub und Todtschlag. Von A. Gratz.
-- Die Urkunden des historischen Vereins für Schwaben und Neuburg. --
Beiträge zu der Geschichte des Carmeliterklosters und der Kirche von
St. Anna in Augsburg. Von E. Schott. -- Beiträge zur Verfassungs- und
Rechtsgeschichte der Stadt Augsburg. Von Chr. Meyer. -- Necrologia
Ottenburana. Bearb. von Dr. Fr. Ludw. Baumann. -- Jahresbericht des
Vereins für die Jahre 1876 u. 1877.

/Kunst u. Gewerbe. Wochenschrift zur Förderung deutscher
Kunst-Industrie./ Herausgegeben vom /Bayrischen Gewerbemuseum/
zu Nürnberg. Redigirt von Dr. Otto von Schorn. Dreizehnter Jahrgang.
1879. Nr. 10-16. Nürnberg. 1879. 8.

Das „Conservatoire des arts et métiers“ in Paris. Aus dem Französ.
des P. Huguet, übers. von Seelhorst. -- Die schlechten Zeiten und das
Kunstgewerbe. Von Dr. J. Landgraf. -- Die Kunst-Industrie und der
Staat in Frankreich. Vortrag von Dr. Stegmann. -- Kleine Nachrichten.
-- Literatur. -- Abbildungen: Grotesken nach einem Stich von Merian
(1593-1650). -- Gittermotive aus Venedig. -- Lutherglas (16. Jhdt.)
-- Schlüssel. (16. Jhdt.) -- Stoffmuster (16. Jhdt.) -- Theil einer
Titeleinfassung von Urs Graf. -- Buchdeckel (17. Jhdt.). -- Nach einem
Kupferstich von J. Berain († 1711). -- Handspiegel (16. Jhdt.) --
Schale von G. Wechter. --

/Mittheilungen des Bayrischen Gewerbemuseums zu Nürnberg./
Beiblatt zur Wochenschrift: /Kunst u. Gewerbe/. Redigirt von Dr.
O. von Schorn. Sechster Jahrgang. Nr. 6-8.

Bekanntmachungen. -- Feuilleton. -- Notizen etc. etc.

/Mittheilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg./
Erstes Heft. Nürnberg. Im Selbstverlage des Vereins. 1879. 8.

Vereinsangelegenheiten. -- Nürnberg im Kampf mit der Vehme. Von E.
Mummenhoff. -- Acht Briefe Wilibald Pirkheimers. Mitgeth. v. G. von
Kreß. -- Kleinere Mittheilungen. -- Literatur.

/Schriften des Vereins für die Geschichte Leipzigs./ Zweite
Sammlung. Leipzig, 1878. 8.

Deutsche Urkunde über die Stiftung des Thomasklosters. Von R. Sachse.
-- Johann Hergott, Buchführer von Nürnberg, u. sein tragisches Ende.
Von Albr. Kirchhoff. -- Leipziger Hökenordnung von 1504. Von G.
Wustmann. -- Nachlese zu dem Leben des Leipziger Baumeisters Hieron.
Lotter. Von dems. -- Das Tagebuch einer Leipziger Bürgerfamilie aus
dem 16. u. 17. Jhdt. Von dems. -- Eine deutsche Schulkomödie auf der
Thomasschule (1660). Von dems. -- Der Leipziger Aufenthalt deutscher
Dichter und Denker im 18. Jahrh. Von Dr. Oskar Günther. -- Mag. Adam
Bernd, Leipzigs erster Oberkatechet. Von Ed. Mangner. -- Die Verbannung
des Harlekin durch die Neuberin. Von G. Wustmann. -- Miscellen.

/Neues Lausitzisches Magazin./ Im Auftrage der
/Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften/ herausg. von
Professor Dr. Schönwälder. Vierundfünfzigster Band, zweites Heft und
fünfundfünfzigster Band, erstes Heft. Görlitz. 1878. 8.

„Ernst, Herzog von Schwaben“, und „Ludwig der Bayer.“ Ein Beitrag zur
Würdigung Ludwig Uhland’s. Von J. W. O. Richter. -- Kriegsdrangsale
der Oberlausitz zur Zeit des siebenjährigen Krieges. Von G.
Korschelt. -- Ueber die Grenzen des Gaues Zagost. Von Schönwälder.
-- Entwickelung der Verfassung und des öffentlichen Rechtes der
Niederlausitz seit dem Traditions-Receß vom Jahre 1635. Von L. Große.
-- Gesellschaftsnachrichten etc. etc.

/Schriften des Vereins für die Geschichte der Stadt Berlin/. Heft
XV. Das Dorf Tempelhof. Von Dr. C. Brecht. Berlin, 1878. 8. 219 Stn.

/Der deutsche Herold. Zeitschrift für Heraldik, Sphragistik und
Genealogie./ Organ des Vereins „Herold“ in Berlin. X. Jahrg, 1879.
Nr. 2 u. 3. Berlin, 1879. 4.

Badisches Wappenbuch. Von Dr. K. H. Frh. Roth von Schreckenstein. --
Außereuropäische Wappen. Von L. Clericus. (Mit Abbild.) -- Die von
Gablenz und die von der Gabelentz, zwei verschiedene Adelsfamilien.

/Geschichts-Blätter für Stadt und Land Magdeburg./ Mittheilungen
des /Vereins für Geschichte und Alterthumskunde des Herzogsthums und
Erzstifts Magdeburg/. 14. Jahrgang, 1879. 1. Heft... Magdeburg.
1879. 8.

Archäologische Wanderungen durch Kirchen des Kreises Jerichow. I.
Von Wernicke. -- Die Baugeschichte der Stadtkirche zu Gr. Salze bei
Magdeburg. Von F. O. Müller. -- Hochzeitsgebräuche des Magdeburger
Landes. (Forts.) Von Ph. Wegener. -- Zur Geschichte der edlen Herren
von Barby. Von F. Winter. -- Nachlese zu den Urkunden des Klosters U.
L. Fr. Von Dr. G. Hertel. -- Miscellen. Von Dr. Zurborg u. Th. Stenzel.
-- Literatur. -- Vereins-Chronik.

/Mittheilungen des Vereins für Anhaltische Geschichte u.
Alterthumskunde./ Zweiter Band, 4. Heft. Dessau, 1879. 8.

Ein Anhaltischer Kohlhaas. Von O. v. Heinemann. -- Die frühesten
urkundlichen Erwähnungen von Ortschaften Anhalts. Von Th. Stenzel. --
Rehbergs Antheil an den Erwerbungen des Herzogs Leopold Friedrich Franz
von Anhalt-Dessau für die Wörlitzer Kunst-Sammlungen. Von F. Siebigk.
-- Ueber Anhaltische Volksmundarten. Von Dr. H. Wäschke. Vermischtes.
Von W. Hosäus. -- Nachtrag zu dem im 3. Hefte dieses Bandes d.
Mitthlgn. veröffentlichten Aufsatze: „die Alterthümer Anhalts“. Von
G. Stier. -- Ein älteres Shakespeare-Bildniß im Gothischen Hause zu
Wörlitz. Von W. Hosäus. -- Vereinsnachrichten.

/Bremisches Jahrbuch./ Herausg. von der /historischen
Gesellschaft des Künstlervereins/. Zehnter Band. Bremen, 1878. 8.

Vereinsangelegenheiten. -- Bremen und die Synode zu Dordrecht. Von
J. Fr. Iken. -- Die Anfänge des Anschariikapitels und die Bremische
Kirchspieleintheilung. Von Dr. W. von Bippen. -- Zur Geschichte
der älteren Handelsbeziehungen Bremens mit den Ver. Staaten von
Nordamerika. Von Dr. M. Lindemann. -- Kleinere Mittheilungen. --



Literatur.

_Neu erschienene Werke._


  6) /Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur
  Neuzeit/ von /Georg Muck/, Pfarrer in Poppenreuth, vormals
  in Heilsbronn. I. Band. Mit 3 Abbild. Nördlingen, C. H. Beck’sche
  Buchhandlung. 8. XVI. u. 642 Stn.

Einen wichtigen Beitrag zur Geschichte Frankens bietet das Werk,
dessen erster Band uns bereits vorliegt, und von welchem noch zwei
weitere Bände erscheinen sollen. „Drei Bände über einen so kleinen
Marktflecken“? dürfte wol mancher Leser sich fragen. Sein Bedenken
wird sich aber bald heben, wenn er erfährt, daß es sich hier nicht
allein um die Geschichte des Cisterzienser Klosters Heilsbronn handelt,
welche bekanntlich für sich schon des Merkwürdigen außergewöhnlich
viel enthält, sondern auch um die von weit über hundert Ortschaften,
die ehemals dem Kloster unterthan waren und in ihrer Gesammtheit den
Umfang eines Fürstenthums erreichten. Gar viele der Bewohner dieser
Orte werden sich freuen, hier Nachrichten über ihre Urgeschichte zu
erhalten, von denen sie sonst nie ein Kenntniß hatten, auch nicht haben
konnten. Was aber die Geschichte des Klosters selbst betrifft, so darf
vor allem nur erwähnt werden, daß in der dortigen, nun prachtvoll
restaurierten, ehemaligen Klosterkirche die Gräber der Urahnen unseres
erhabenen, vielgeliebten Kaiserhauses, daß daselbst auch eine größere
Anzahl Kunstdenkmale bezüglich Architektur, Malerei und Skulptur
sich befinden, daß ferner in diesem Kloster von seiner Stiftung an
bis zur Reformationszeit sämmtliche deutsche Kaiser bis auf einen
sich einfanden, ebenso viele Burggrafen, Kurfürsten, Markgrafen und
sonstige vornehme Herren von geschichtlicher Bedeutung, endlich daß
die Kunstdenkmale Urkunden und Aufzeichnungen, Klosterbibliothek u.
s. w. ziemlich wohl sich erhalten haben, da sie von Brand und Krieg
verschont geblieben. Kurz, es ist dieses Werk eine wahre Fundgrube von
zum Theil noch nicht bekannten historischen Thatsachen und außerdem ein
inhaltsreicher Beitrag für die Kultur- und Kirchengeschichte.

Der gelehrte Verfasser, ein welterfahrener, vorurtheilsfreier Mann,
der bereits im Jahre 1859 die werthvollen Beiträge zur Geschichte von
Kloster Heilsbronn (Ansbach bei Seybold) veröffentlicht hat, steht
in seinem 85sten Jahre, ist noch vollkommen lebensfrisch, in seinem
geistlichen Amte aktiv und hat am Abend seines Lebens noch die freudige
Genugthuung, das umfangreiche Geschichtswerk, an welchem er über 30
Jahre thätig war, in seiner Vollendung vor sich zu sehen.



Vermischte Nachrichten.


28) Der Major von Humbert auf Hohen-Kränig, Kreis Königsberg in N./M.,
bei Schwedt a./O., hat auf seiner Gutsfeldmark auf der Höhe des steilen
linken Oderufers ein /Heidengrabfeld/ aufgedeckt. Etwa einen
halben Meter unter der Erde befanden sich in regelmäßigen Reihen von
etwa einem Meter Abstand, von Außenwand zu Außenwand gemessen, kleine,
etwa einen Meter hohe Packungen von unregelmäßigen Feldsteinen der
verschiedensten Form, jedoch nicht über einen Quadratfuß höchstens
groß. Etwa 12 derartige Stellen wurden aufgedeckt. Im Innern befanden
sich einzelne große Urnen mit Stülpen darüber und meheren kleineren
Gefäßen darin, meist noch umstellt mit leeren kleineren und größeren
Gefäßen, darunter solche von ca. 1-1/2 bis 2 Liter Inhalt. Nur in
den größten Centralurnen befanden sich die Reste des Leichenbrandes,
aber sehr vermorscht und auf besonders hohes Alter deutend. Neben
einem solchen großen Gefäße lag frei in der Erde ein unverbrannter
Menschenschädel, von dem jedoch nur ein Theil der Zähne gerettet
werden konnte. Beigaben aus Stein oder Metall sind weder bei früheren
Nachgrabungen noch jetzt gefunden worden. Man gewann diesmal ca. zwölf
große und kleine thönerne Gefäße, dunkelbraun, von primitiver Form.
Zweifellos handelt es sich um vorwendische Objekte. Herr von Humbert
hat die ihm gehörigen Fundstücke den städtischen Behörden von Berlin
für das /Märkische Provinzial-Museum/ zum Geschenk gemacht.

  (D. Reichs-Anz., Nr. 79.)

29) /Cöln/, 4. April. Die /römischen Ausgrabungen/
bei der benachbarten /Marienburg/ haben zu dem Funde eines
oblongen, ungefähr 0,90 m hohen, 1,80 m langen und 0,90 m breiten
/Sarkophags/, in welchem sich mehrere Gegenstände befanden, sowie
eines 1,80 m hohen und 0,60 m breiten /Grabsteins/ von Jurakalk
geführt. Der erstere, dessen Deckel zertrümmert ist, trägt auf einer
Langseite die folgenden Endworte einer im Uebrigen verwitterten,
dreizeiligen Inschrift: /VCI -- VERINVS -- IVLLONIE/. Von den in
dem Sarkophage aufgefundenen Gegenständen sahen wir bei dem Direktor
der Aktiengesellschaft Marienburg, Herrn von Gellhausen, welcher
leider erst nach Eröffnung des Sarges bei der Fundstelle eintraf,
kleine Bruchstücke eines traubenförmig façonnierten Glasgefäßes, von
dem wir vermuthen, daß es in seinem Hauptbestande erhalten war, einige
Bronze-Appliken, anscheinend auf den Mithraskult bezüglich, eine
Glasperle, verschiedene Kupfermünzen -- Großerze und kleinere -- von
Hadrian, Antoninus Pius, Commodus, Tetricus, Postumus etc. und endlich
einige, ihrer früheren Bestimmung nach unbestimmbare Metallplättchen
und Ueberreste. Weitaus interessanter ist der vorgedachte Grabstein
von rechteckiger Form, welcher auf seiner obern Hälfte in zierlich
schlanken Buchstaben die nachfolgende, fast makellos erhaltene
achtzeilige Inschrift trägt: L. Octavius L. F. Elaites, gubernator
ann(orum) LVIII, stip(endiorum) XXXIIII h(ic) s(itus) e(st). Dionisius
Plestharchi F. Trallianus scriba pro merit(is). Diese Inschrift ist
von einigen gefurchten Linien umrahmt und überdacht von einem leicht
reliefierten Giebelfelde mit einer Lotosblume in der Mitte, von
der ausgehend verjüngende Akanthusblätter die Winkel des Dreiecks
ausfüllen. Die oberen Zwickel des Steines sind mit Palmetten belebt.
Die Fundstelle befindet sich nur 0,40 m unter der Oberfläche des die
Marienburg umgebenden Grundstückes, welches jetzt behufs Offenlegung
von Zugangswegen zu dem Gesellschaftshause eingeebnet wird. Eine von
dem Bonner Provinzial-Museum für den Grabstein angebotene Summe wurde
von dem Besitzer, der demselben in den Gartenanlagen der Marienburg
eine hübsche Aufstellung zu geben gedenkt, abgelehnt.

  (D. Reichs-Anz., Nr. 85, nach der Kölnischen Ztg.)

30) /Bonn/, 18. März. In der Nähe von /Oberbreisig/ wurde
ein Gebäude von rechteckiger Form, ungefähr 70 Fuß lang und 30 Fuß
breit, aufgedeckt, welches zweifellos /römischen Ursprungs/ ist,
dessen Zweckbestimmung indeß erst die weitere Aufdeckung feststellen
kann. Die Aufgrabung steht in Zusammenhang mit derjenigen mehrfacher
anderer römischer Baureste des dortigen Distrikts, besonders einer
römischen Villa beim Orte Waldorf und einer römischen Straße, welche
von Sinzig herkommt. Die Ausgrabungen im Bereiche des /Bonner
Castrums/ haben augenblicklich wegen Bestellung der Felder bis zum
Herbst Unterbrechung finden müssen, nachdem der große Abflußkanal, der
von Westen nach Osten das ganze Castrum durchzieht, in einer Länge
von ungefähr 300 Fuß festgestellt worden ist. Dieser große Kanal von
theilweise 14 Fuß Tiefe der Sohle und einer Breite von 4 Fuß im Lichten
wird seine volle Bedeutung für die Erforschung der Baueinrichtung des
Castrums erst gewinnen, wenn es gelingt, seinen Anfang und Ausfluß in
den Rhein festzustellen. Von großem Interesse dürfte auch das Resultat
werden, welches die Ausgrabung auf der rechten Rheinseite, gegenüber
dem Castrum, bei /Schwarzrheindorf/ verspricht. Es ist bereits ein
großer Mauercomplex aufgedeckt, über dessen nähere Bestimmung indeß
die Aufklärung noch zu erwarten bleibt. Uebrigens sind diese Baureste
keineswegs zufällig, sondern wohlbewußt von Professor aus’m Weerth
gesucht worden.

  (D. Reichs-Anz., Nr. 70, nach der Bonner Ztg.)

31) Der Bericht über die Versammlung des historischen Vereins zu
Oberpfalz und Regensburg am 2. April theilt mit, daß in den letzten
Tagen bei dem Graben des Fundaments des Liechtl’schen Neubaus vor den
Ostenthore eine größere Anzahl von römischen Grabstätten bloßgelegt
wurde. Herr Pfarrer /Dahlem/ hat dieselben einer eingehenden
Untersuchung unterzogen; bei dieser Gelegenheit fand derselbe mehrere
Thongeschirre u. s. w., welche der Bauherr bereitwilligst dem
historischen Vereine schenkte. Dieselben wurden in jener Versammlung
vorgezeigt und von dem Herrn Vortragenden eingehend besprochen. Von
besonderem Intresse ist der Töpfername /Reginus/ auf einer Schale
von terra sigillata, der bisher in Bayern nicht vorgekommen war.
Hieran reihte der Herr Pfarrer sehr interessante Erörterungen über
die römischen Straßenzüge und Begräbnißplätze rings um Regensburg.
Namentlich wurde der östliche Beerdigungsplatz besprochen, der sich
vom östlichen römischen Thore beim Carmeliten-Bräuhause bis Alt-St.
Niclas sporadisch hinzog und vorzugsweise für Arme und Sklaven bestimmt
gewesen zu sein scheint.

32) Bei Gelegenheit der Arbeiten zur Wiedergewinnung der Teplitzer
Quellen wurden im Quellenhause verschiedene Münzen und sonstige
Alterthümer gefunden; unter den ersteren auch eine römische, woraus man
schließen will, daß schon zu Zeiten des Kaisers Hadrian die Thermen
bekannt und benützt waren.

33) Dem Berichte über die Thätigkeit der k. k. Central-Commission
für Kunst- und historische Denkmale im Jahre 1878 entnehmen wir die
Nachricht, daß bei Schluß von Ausgrabungen in D. Altenburg im Jahre
1878 eine kleine Badeanlage mit 3 Absiden, das Fundament eines größeren
Gebäudes, vielleicht des Prätoriums, ein ausgedehntes Leichenfeld,
die Anlage der Porta decumana mit den Grundmauern eines quadratischen
Thorthurmes bloßgelegt waren. Professor Hauser legte eine Fundkarte an,
in welche auch künftig alle zu Tage tretenden Funde eingetragen werden
sollen.

34) Zur Restauration der sehr schadhaften gothischen Kirche
zu Maria-Neustift in Steiermark sind je 1500 fl. ö. W. im
Staatsvoranschlag für 1880-81 eingestellt worden.

35) Aus dem in den Mittheilungen etc. enthaltenen vierten Berichte
über die Thätigkeit der Central-Commission für Erforschung und
Erhaltung der Kunst- und historischen Denkmale im Jahre 1878 erhalten
wir nachträglich Kunde über einen am 30. Oct. v. J. in Verbindung mit
mehreren Skeletten erhaltenen Fund von 30 Goldmünzen aus der Zeit vom
Schlusse des 13. bis Schluß des 14. Jhdts., der in Krems an einer
Stelle gemacht wurde, die als vormaliger israeliitscher Friedhof gilt,
und Münzen der Städte Florenz und Lübeck, ferner Albrechts I. v.
Oesterreich, Johanns von Luxemburg, des ungarischen Königs Karl Robert
(1308-42) und 12 Stück von dessen Sohn, Ludwig d. G. (1342-82) enthält.

36) /Görlitz./ Am 28. März wurden in der ehemaligen Küsterwohnung,
die vor einiger Zeit käuflich an Herrn Kaufmann /Burghardt/
übergegangen ist, beim Aufreißen des Fußbodens gegen 200 alte
Goldmünzen, wahrscheinlich aus der Zeit des Kaisers Sigismund,
aufgefunden. Dieselben sind noch ganz gut erhalten, haben zum Theil die
Größe eines jetzigen 5-Markstückes und sollen nach ungefährer Schätzung
einen Werth von einigen Tausend Thalern repräsentieren.

  (Saxonia.)

37) /Cottbus./ Mitte März a. c. wurde in Lindau bei Neustädtel in
dem Garten des Herrn Gutsbesitzers Bürger ein /interessanter Fund
gemacht/. Zwei Dienstjungen fanden nämlich etwa 1-1/2 Fuß tief
in der Erde einen Topf, welcher beim Anfassen zerbarst und 18 alte
Silbermünzen, je von der Größe eines Fünf-Mark-Stückes, und 10 alte
Goldmünzen, wovon neun die Größe eines 1 Mark-Stückes und eine die
Größe eines 50-Pfennig-Stückes hatte, enthielt. Die Münzen sind in
den Jahren von 1618 bis 1649 geprägt worden und tragen auf dem Avers
verschiedene Namen, als: „Ferdinand II. König von Oesterreich, Philipp
I. König von Spanien und Indien, Valenzia“ und Andere.

  (Saxonia, Nr. 7).

38) Die „/Historische Kommission der Provinz Sachsen/“ trat
in den herrlichen Räumen des neu erbauten Rathhauses zu Erfurt zu
ihrer 5. Sitzung zusammen. Die Verhandlungen gaben im Ganzen wie
im Einzelnen ein höchst erfreuliches Bild über die Thätigkeit und
die Erfolge der immerhin noch sehr jungen Institution. Während
des letzten Geschäftsjahres war nicht nur das Erscheinen zweier
neuer Bände der „Geschichtsquellen“: des von Direktor Holstein in
Geestemünde bearbeiteten Urkundenbuches des Klosters Berge und des
von Dr. Hertel übernommenen Urkundenbuches des Klosters U. L. Fr. in
Magdeburg, sowie die Ausgabe eines neuen in 500 Exemplaren namentlich
an die Schulen der Provinz vertheilten Neujahrsblattes, die von Dr.
Jacobs verfaßte Darstellung des Brockens in Sage und Geschichte
enthaltend, sondern auch die Eröffnung der weiter aussehenden, für
größere Kreise bestimmten und durch seine Ausstattung mit Abbildungen
sich empfehlenden Publikation der „Beschreibenden Darstellung der
älteren Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz“ durch die Versendung
des ersten, die kunstgeschichtlichen Alterthümer des Kreises Zeitz
zur Darstellung bringenden Heftes zu verzeichnen. Nicht minder
günstige Aussichten konnten auch für das nunmehr beginnende Etatsjahr
eröffnet werden; denn schon befindet sich ein neues Heft des letzteren
Werkes, die Beschreibung der Denkmäler des Kreises Langensalza und
zwei Bände der Geschichtsquellen, der 2. Theil des Halberstädter
Stadt-Urkundenbuches von Direktor Schmidt und die Denkwürdigkeiten des
Halleschen Rathsmeisters M. Spittendorf, von Professor Opel bearbeitet,
unter der Presse, und sind ferner die Denkmälerbeschreibungen der
Kreise Weißenfels, Weißensee, Schleusingen, Mühlhausen und Worbis,
die Herausgabe der Erfurter Studenten- und Baccalaureenmatrikel
von 1392 bis 1500 durch Prof. Weißenborn und der Halberstädter
Kirchenvisitations-Protokolle von 1564 und 1589 nebst einer kurzen
Geschichte der Reformation in Halberstadt durch Superintendent Nebe
daselbst so weit gefördert, daß die Drucklegung derselben unmittelbar
nach Abschluß der obenbezeichneten Stücke in Angriff genommen wird.
Zur Wiedergabe einiger der hervorragendsten Miniaturen, mit denen die
Originale der Matrikeln Seite für Seite ausgeschmückt sind, wurde zudem
eine höchst ansehnliche Summe im Etat der Kommission ausgeworfen.
Daneben wird an der Herstellung des Manuskriptes zum Pfortaischen
Urkundenbuche und dem des Stiftes Naumburg rüstig weiter gearbeitet
und wurde nunmehr beschlossen, Verhandlungen über die Herausgabe
der Chronik des Erfurter Rathsmeisters Hartung Kammermeister mit
Dr. Reiche in Königsberg in der Neumark, über Bearbeitung eines
Eichsfeldischen Urkundenbuches mit Dr. Jäger in Duderstadt und
betreffs einer Veröffentlichung der Halleschen Schöppenbücher mit Dr.
Hertel in Magdeburg einzuleiten; vor allem aber gelang es, durch das
bereitwillige Eintreten der Hendelschen Buchhandlung eine geeignete
Grundlage zu gewinnen, durch die das Erscheinen von zwei Heften der
„vorgeschichtlichen Alterthümer“ bis zum 1. Oktober dieses Jahres
gesichert ist. Letzteres Werk ist dazu bestimmt, durch Wort und Bild
die vorzüglichen Resultate der bisher vorgenommenen Ausgrabungen
prähistorischer Grabstätten zur Anschauung zu bringen und verspricht
eine Reihe wichtiger Aufschlüsse über die ältesten ethnographischen
und Kulturverhältnisse unserer Heimat. Professor Klopfleisch wird
neben diesen Bearbeitungen auch die praktischen Ausgrabungen
weiter fortführen und für dieselben namentlich mehere durch die
landwirthschaftlichen und Kulturarbeiten bedrohte Punkte in Aussicht
nehmen. Selbstverständlich setzt Bauinspektor Sommer seine Vorarbeiten
für die Denkmälerbeschreibungen fort, während von nun an Pfarrer Otte
die endgültige Redaktion handhabt. Für den schnelleren Fortgang des
ganzen Unternehmens wird es von besonderer Wichtigkeit sein, daß sich
außerdem in höchst dankenswerther Weise Professor Müller in Magdeburg,
Superintendent Nebe in Halberstadt, Pfarrer Warnecke in Loburg, sowie
die Geschichtsvereine in Erfurt und Nordhausen zur Vornahme der
Vorarbeiten in den ihnen am nächsten liegenden Gebieten bereit erklärt
haben. Als Neujahrsblatt für 1880 wird Direktor Schmidt eine Abhandlung
über die „Halberstädter Schicht des Jahres 1423“ veröffentlichen,
auch traf die Kommission schon jetzt geeignete Maßnahmen, das in
den Juni 1880 fallende 200 jährige Jubiläum der Vereinigung des
Erzstiftes Magdeburg mit dem brandenburgischen Churstaate durch die
Veröffentlichung einer entsprechenden Festschrift zu begehen. Mit dem
Beschluß, mehrere kleinere Alterthümersammlungen anzukaufen, sowie mit
Besprechung einer Reihe innerer Angelegenheiten endete die reichhaltige
Sitzung unter lebhaftem Danke für die von Seiten der städtischen
Behörden gewordene freundliche Aufnahme, und es verband sich damit die
Hoffnung, daß die Kommission, wenn sie im Mai k. J. zu Merseburg zu
ihrer 6. Sitzung zusammentritt, auf eine gleich erfolgreiche Thätigkeit
zurückblicken werde, wie dieses Mal.

  (D. Reichs-Anz., Nr. 85.)



Verantwortliche Redaction: Dr. /A. Essenwein/. Dr. /G. K.
Frommann/.

Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in
Nürnberg.


Gedruckt bei /U. E. Sebald/ in Nürnberg.



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  FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.

  Neue Folge. Sechsundzwanzigster Jahrgang.

  [Illustration]

  =Nürnberg.= Das Abonnement des Blattes, welches alle Monate
  erscheint, wird ganzjährig angenommen und beträgt nach der neuesten
  Postconvention bei allen Postämtern und Buchhandlungen _Deutschlands_
  incl. Oesterreichs 3 fl. 36 kr. im 24 fl.-Fuss oder 6 _M_.

  Für _Frankreich_ abonniert man in Paris, bei der deutschen
  Buchhandlung von F. Klincksieck, Nr. 11 rue de Lille; für _England_
  bei Williams & Norgate, 14 Henrietta-Street Covent-Garden in London;
  für _Nord-Amerika_ bei den Postämtern Bremen und Hamburg.

  Alle für das german. Museum bestimmten Sendungen auf dem Wege des
  Buchhandels werden durch den Commissionär der literar.-artist.
  Anstalt des Museums, /F. A. Brockhaus/ in Leipzig, befördert.

  ORGAN DES GERMANISCHEN MUSEUMS.

  1879.    Nº 5.    Mai.



Wissenschaftliche Mittheilungen.



Der grosse Brand in Erfurt am 19. Juni 1472.

In der Handschrift Q. 103 der großherzogl. Bibliothek in Weimar,
deren Zusendung ich der Freundlichkeit des Bibliothekars Herrn Dr.
Reinhold Köhler verdanke, findet sich auf f. 319 v. das folgende
Gedicht des Doctor Heinrich Stercker von Mellerstadt, über welchen
ich in meinem „Peter Luder“ Nachricht gegeben habe. Er war 1454 in
Leipzig immatriculiert und hatte in Perugia seine juristischen Studien
vollendet. In der Bibliothek zu Gotha befindet sich eine von ihm
herrührende Virgilhandschrift, nach Jacobs und Ukert, Beitr. I, 276.

  Carmina doctoris Hinrici de Mellerstadt de conflagracione urbis
  Erffurdensis.

                         Quindecies centum, quater ast septem minus
                                                                 annis
                           Virginis a partu, Gervasiique die,
                         Fatalem poterat timuisse Erffordia lucem,
                           Qua se flamma rapax solveret in cinerem:
                      5  Sic furit ignis edax, sic obvia queque vorabat.
                           Hey quantos luctus quantaque dampna dedit!
 dy Cremerbruck          Pons primum hunc sensit, cui dant commercia
                                                                nomen,
                           Et poterat stringi, sed fuga rupit opus.
                         Nam subito frendens ubi condita flamma latebat,
                     10    Fit fragor ex variis igne crepante locis.
                         Ergo suas sibi quisque timens dum currit ad
                                                                 edes,
                           Arcetur nullis efferus ardor aquis.
                         Hinc ubi cum domibus pontis latus ardet
                                                             utrumque,
 sant benedicten thorm     Nec, Benedicte, tibi turris inusta manet.
 pergamenergasse     15  Quo solitum est radi scribendi pelles in usum,
                           In vico exoritur altera flamma volat.
 dy langebruck           Tercia jam pontem longum vorat igne minaci,
 dy greten                 Sub gradibus quartam est invaluisse dolor.
 dy wiße gasße           Candidus hinc vicus contrataque lata cremantur:
 dy breytstrosße     20    Istis plus medio pestis amara nocet.
 Robenmargkt             Inde forum vastat, raparum nomine dicunt,
 sant andres thore         Vix stetit Andree libera porta foco.
 der Rothelauwe          Hinc, cui dat nomen rubeus leo, curia mansit,
                           Ast montem versus sevit ubique lues.
 des hengers huß     25  Hic domus infausti lictoris et omnia circum,
 zcun smyden               Hicque fabri pereunt, archa platea luit.
 In der archen           Varia manerie solito res vendere multas
 dy fyngerlingasße         Annule, das nomen, qui perit igne, loco.
 dy glockengisßere       Hinc que campanas et que caldaria format,
 dy kesßelere        30    Enea cum domibus vasa labare vident.
 der fischeresantt       Piscatorum ardet et que prope stabat arena,
 dy nuwestadt              Urbs nova plus media parte cremata perit.
 dy neetergasße          Demeruit culpis forsan domus usta luparum:
                           Quod scelus est templis, que data culpa
                                                               sacris?
 Unsere frawe kirche 35  Non tibi, Virgo parens, altum ac memorabile
                             templum,
 zcu sant Severe           Nec manet illesum, sancte Severe, tuum.
                         Nil situs hijs altus, nil ardua tecta juvabant,
                           Turribus ambustis nec sacra tuta manent.
                         Quam fabrefacta ruunt liquentibus era metallis,
                     40    Ad sacra que populum pulsa vocare solent.
                         Quam varium perit artis opus jam fusile, jam
                                                                  quod
                           Praxitiles sculptum jure probasset opus.
                         Felices meritis Adelarius ac Eobanus
                           Vix rapta e flammis corpora tuta tenent.
 Sant Peters bergk   45  Et, Petre dive, tibi delubrum in vertice montis
                           Est, locus antiqua religione sacer.
                         Innocuum mansit, mirum est, in ......
                           Ast circum montem cetera cuncta ruunt.
 dy pfaffengasße         Clero, canonicis patribus simul atria fumant,
                     50    Sed ferus est fumus: omnia namque vorat.
 zcum heyligen born      Fontis in ede sacri lascivit noxius ardor,
 Rossmargkt                Quodque vocant ab equis, fumat ubique forum.
 Juristenschul und des
   Bischoffs hoff        Hic scola juridicis, hic curia presidis ardet,
                           Hinc ex transverso sunt data queque rogo.
                     55  Jam furit ad portam, jam menia transilit urbis,
 Brulthore                 Bruelque suburbanum dissipat atque cremat.
 Spital                  Hic perit hospicio locus ille dicatus egenis,
                           Qui potum et lectum nocte cibumque dabat.
 Sant mertins clostere   Hic sub honore pii Martini condita fumat
                     60    Edes, virginibus concelebrata sacris.
                         Nescio si cunctos claudas sub carmine vicos,
                           Quos fera Vulcani flamma furensque ferit.
                         Omnia sic ardent, ut conflagrata putares;
                           Quocunque intendis, dirus ubique vapor.
                     65  Atra sit ergo tibi lux hec, Erffurdia, semper,
                           Fatalem poteras qua timuisse diem.

15. Um den schlimmen metrischen Fehler zu verbessern, müsste man
setzen: solita... pellis.

16. exoritus Hs. Vielleicht ist volans zu bessern.

18. quartum Hs.

20. auara Hs.

27. Etwas erträglicher wird der Vers durch die Umstellung: Manerie
varia.

28. dat und que Hs.


38. Turris Hs.

40. pulsa vere.

47. intanto conmeto steht ziemlich deutlich da. Dem Sinne, aber nicht
dem Verse würde entsprechen: intacto conventu.

53. scola medicis Hs.

54. Hic Hs.

65. hec habe ich zugesetzt.

Wenn auch nicht fehlerfrei, zeigen doch diese Verse die
gute humanistische Schule. Zur Vergleichung dienen die ganz
mittelalterlichen leoninischen Hexameter desselben Inhalts, welche
Konrad Stolle uns aufbewahrt hat, Bibl. d. Lit. Vereines XXXII, S. 56.
Einzeln finden sich die letzteren auch in der Handschrift der Fürstl.
Wallersteinischen Bibliothek zu Maihingen, Nr. 3, Cod. chart. s. XV.,
f. 78.

  /Berlin./         /W. Wattenbach./



Der Sigmaringer Brettstein.


Die Betrachtung der Kunstwerke des Mittelalters hat noch lange nicht
alles erklärt, was vielleicht sogar bequem zu erklären wäre, wenn man
die Behelfe von den Schwestergebieten holte. Dies gilt insbesondere
bezüglich des Inhaltes von Darstellungen aus profanem Gebiete. Jene
aus dem kirchlichen Gebiete sind größtentheils aus der theologischen
Literatur des Mittelalters erklärt worden. Wenn nun bezüglich
mancher aus der Legende entnommenen Darstellungen Schwierigkeiten
noch obwalten, insbesondere, wo solche Darstellungen, aus dem Cyklus
herausgerissen, vereinzelt uns entgegentreten, so sind außerordentlich
viele bekannte Kunstwerke noch nicht ihrem Inhalte nach festgestellt,
der aus der poetischen Literatur des Mittelalters so leicht zu
bestimmen wäre, daß der Erklärer fürchten müßte, den Literaturfreunden
Allzubekanntes zu bieten, wenn nicht auch ihnen meist entgangen wäre,
daß diese oder jene Stelle durch die Darstellung ganz bekannter
Kunstwerke erläutert wird. Auch hier kann bezüglich einer einzelnen
Scene kaum ein Zweifel entstehen, wo eine ganze Serie vorhanden ist,
von der Bild auf Bild die verschiedenen Stellen eines Romanes erklärt;
schwieriger aber wird die Sache, wo eine vereinzelte Darstellung übrig
geblieben, zu der die ganze Serie fehlt, so daß es zweifelhaft ist, wo
das Bild einzureihen sei.

In der Sammlung Hohenzollern-Sigmaringen befindet sich ein von J.
H. von Hefner-Alteneck publiciertes (7. Lieferung, Taf. 38 D),
merkwürdiges kleines Sculpturwerk, das aus stilistischen Gründen von
dem genannten Herausgeber jener Sammlung dem 11. Jahrh. vindiciert
wird. Es ist ein Brettstein von Hirschhorn, dessen Mitte ein feines
Relief einnimmt. Dasselbe zeigt 4 Personen in einem Meerschiffe
mit geschwelltem Segel. Während der den Mastbaum mit der Rechten
erfassende kurzbartige Steuermann gereifteren Alters erscheint, trägt
sein Gegenüber ganz jugendliche Züge, die auch den übrigen zwei
Personen eigen sind. Das nach rückwärts des sich mit seiner Breitseite
präsentierenden Schiffes vom Winde aufgeblasene Segel bildet die
Rückwand oder den Hintergrund der Scene. Rechts und links vom Maste
mit den herabhängenden Strick-Enden, zwischen dem Steuermann und der
ihm gegenübersitzenden Gestalt, lassen von der Mitte des Schiffes aus
zwei sich nach vorne überneigende Personen einen ornamentierten,
länglichen Kasten oder Sarg ins Wasser hinab. Keine der Figuren führt
eine Kopfbedeckung.

Bei der Erklärung der Scene denkt der bezügliche Text an einen
Vorgang aus der Legende eines Heiligen oder an die Versenkung des
Nibelungenschatzes. Ersteres war auch meine Ansicht, die aber durch
keine alte Urkunde so unterstützt wurde, daß alle Züge des kleinen
Bildwerkes dadurch klar geworden wären und für die Bestimmung des
Ganzen irgend welche Anhaltspunkte geboten hätten. Im Conversatorium
über mittelalterliche Kunst verhehlte ich dies den Theilnehmern
keineswegs. Da gaben zwei der akademischen Zuhörer, die bei Prof. Dr.
Konrad Hofmann dahier altfranzösische Literatur cultivierten, die HH.
G. Baist aus Hessen und der nachherige Prof. Jolly zu Würzburg eine
überraschende und, wie mir sowie Collega Dr. Hofmann dünkt, völlig
richtige, genügende Deutung nach dem uralten Roman über den Apollonius
von Tyrus, der ursprünglich in griechischer Sprache verfaßt war und in
alle Vulgärsprachen des Abendlandes übergieng. Prof. Dr. Hofmann hat
in den Sitzungsberichten der Münchner Akademie 1871, Heft 4 darüber
gehandelt und die ganze Sage als eine orientalische nachgewiesen. Das
davon Hiehergehörige ist Folgendes:

Apollonius hat nach mancherlei Schicksalen die Tochter des Königs
Alcistrates, der im altfranzösischen Roman Marques (Accusativ: Marcon)
genannt wird, zur Gemahlin erhalten, mit welcher er auf die Nachricht
von dem Tode des Königs Antiochus nach Tyrus zurückkehren will. Seine
Frau heißt Oriabel und geht mit Apollonius zu Schiff. Auf der Meerfahrt
gebiert sie und verfällt in Scheintod. Da der Steuermann darauf dringt,
die Leiche ins Meer zu versenken, indem das Schiff keinen Todten tragen
könne, wird von den Zimmerleuten des Schiffes ein /Schrein/
gefertigt und /in demselben Oriabel in die See gesenkt/. Sie
kömmt zu Ephesus ans Land, wird von dem Arzte Chäremon ins Leben
zurückgerufen und als Tochter angenommen. Nach Jahren findet endlich
Apollonius seine Gattin wieder und regiert mit ihr als König von Tyrus.

Nach dieser Erzählung erklärt sich unser Reliefbild von selbst.
Der befehlende, aufrecht stehende Steuermann, und die den Schrein
versenkenden Männer, sowie der am linken Ende des Schiffes in klagender
Geberde sitzende junge Apollonius, -- endlich die Bestimmung für
das Spiel sind jetzt vollkommen klar. Die Verwendung der Erzählung
für Brettsteine lag sehr nahe, da Apollonius durch Fertigkeit in
verschiedenen Spielen sowie in Räthselspielen besonders berühmt war.
Belangreich mag noch der Umstand sein, daß nach der altfranzösischen
Bearbeitung des Romans Oriabel nicht stirbt oder scheintodt ist,
sondern nach einem lebhaften Kampfe ihres Gemahls mit den Matrosen
/lebendig/ ausgesetzt wird, woraus hervorgeht, daß unser
Bildwerk nicht nach dem französischen, sondern nach dem eigentlichen
Apollonius-Roman gearbeitet ist, der für die französische Dichtung die
Quelle gewesen.

Im 12. Jahrh. war die Apolloniussage in Deutschland bekannt und
in angelsächsischer Bearbeitung verbreitet. Es ist wol nicht zu
bezweifeln, daß auf anderen Steinen andere Scenen jenes Romanes
vergegenwärtigt waren, und daß sich noch Exemplare davon finden
werden, nachdem der Schlüssel zu ihrer Erklärung an die Hand gegeben.
Schließlich erlaube ich mir, zu C. Hofmanns Abhandlung noch beizufügen,
daß in dem ältesten christlichen Romane, nämlich in den Recognitionen
oder Wiedererkennungen des Pseudo-Clemens aus dem 2. Jahrh. viele Züge
wiederbegegnen, welche denen des Apollonius-Romanes entsprechen und
dann in der sogen. Kaiserchronik fast wörtlich reproduciert sind.

Hier kann auch der Interpretation und Erläuterung gedacht werden,
welche der genannte Gelehrte von einem Relief in den Sitzungsberichten
der k. Akademie zu München 1871, Heft 6 gegeben hat, da das Weltliche
und das Religiöse in demselben zugleich vertreten ist. Das Relief
schmückt ein aus Clermont stammendes Kästchen von Walfischbein,
wie die bezügliche Beischrift selbst aussagt, und befindet sich
jetzt im brittischen Museum, wo es Stephens für sein großes Werk
über Runendenkmäler aufgenommen hat. Hier wechseln historische und
religiöse Scenen mit solchen der nordischen Sage. Man sieht Romulus
und Remus, von der Wölfin gesäugt, Titus, die Stadt Jerusalem
stürmend, und die Juden auf der Flucht, darauf die inschriftlich
bezeichneten Mägi oder Magi, die zur Verehrung des Christkindes
kommen, und endlich in mehreren Scenen die Erzählung von Wieland
dem Schmied, -- alles durch Runen und lateinische Beischriften
illustriert. Dieses eminente Beispiel nordischer Darstellung verdient
auch darum die größte Aufmerksamkeit, weil es unwidersprechlich von
der Fortführung altvaterländischer Sagen mitten unter anderen und zum
Theil christlichen Darstellungen Zeugniß gibt, so daß auf Grund dieses
Reliefbildes die Deutung des Vorganges auf dem geschilderten Brettstein
als der Nibelungendichtung zugehörig nicht absolut abzuweisen, weil für
unmöglich zu erklären ist, wenn sie auch dafür durchaus nicht zutrifft.
Bildliche Wiedergabe solcher Sagen existierte also, obwohl Denkmäler
davon in früher Zeit bis jetzt ungemein selten sind.

  /München./            /Dr. Meßmer./



Einige Venetianer Gläser im germanischen Museum.


[Illustration: Fig. 1.]

Schon im Jahrgange 1877 haben wir einige Venetianer Gläser aus der
Sammlung des Museums abgebildet und den Abbildungen eine Mittheilung
über Hirschvogels Versuche zur Nachahmung venetianischer Glaswaaren
vorhergehen lassen. Wir mußten freilich sofort eingestehen, daß die
Resultate seiner Thätigkeit uns nicht mehr erkennbar vorliegen. Wir
wissen aber, daß Hirschvogel auch Versuche in der Töpferei machte;
es bedarf also keines weiteren Beweises, daß seine Absicht nicht
etwa blos dahin gerichtet sein konnte, venetianisches Farbenglas
für die Zwecke der Glasmalerei herzustellen, sondern daß er in die,
der heutigen ähnliche, Bewegung, die damals in der Uebertragung der
italienischen Weise nach dem Norden ihren Ausdruck fand, eingreifen und
das „Kunstgewerbe“ in neue Bahnen lenken wollte, eine Richtung, die
vorzugsweise den Bemühungen der Künstler ihren Erfolg dankte, während
offenbar das Volk und der Gewerbestand, soweit er nicht von den Malern
beeinflußt wurde, die alten Bahnen nur langsam verließen. Daß aber
das italienische Element sich Eingang schaffen konnte, lag theilweise
blos in der Aenderung des Geschmackes. Mögen auch heute die Fanatiker
der Renaissance sich principiell gegen den gothischen Stil erklären,
der Unbefangene wird dadurch nicht verhindert werden, zu bekennen,
daß, wie die kunstgewerblichen Erzeugnisse der Blüthezeit der Gothik
nicht nur ihre theorethisch zu begründenden Schönheiten, sondern auch
ihre augengefällige, bestechliche Seite hatten, diese bestechliche
Seite immermehr hervortrat, je mehr der ernste Stil den Weg des
Verfalles gieng, und daß gerade die Erzeugnisse der Goldschmiedekunst,
der Bildschnitzerei und so vieler anderer gewerblichen Künste
einen bestechenden Reiz auf das Laienauge ausüben, welches den
tektonischen Gesetzen der Formbildung gleichgültig, wenn nicht geradezu
verständnißlos, gegenübersteht. Auch die Einführung des neuen Stiles
gieng nicht von tektonischen Erwägungen über die Berechtigung des
seither üblichen Formenkreises, sondern von der Augengefälligkeit
des Neuen aus. Weil selbst die Meister jener tektonischen Bedeutung
der Form, welche früher die Grundlage gebildet, nicht mehr eingedenk
waren, so war naturgemäß nur der Reiz für das Auge bestimmend, und eben
deshalb war es den Malern möglich, ein anderes Element in Aufnahme zu
bringen, das nicht blos seine Reize hatte, sondern auch dem ohnehin
das Fremde anstaunenden Deutschen als etwas Besseres gerühmt wurde.
War es möglich, solche Erfolge auf Gebieten zu erzielen, auf welchen
eigene hohe Leistungen vorhanden waren, so mußte die Einführung der
Renaissance um so mehr auf Gebieten versucht werden, auf welchen die
deutsche Gewerbsthätigkeit bisher gar nicht gesucht hatte, überhaupt
Kunstformen in Anwendung zu bringen, während gerade damals Italien
nicht blos durch verständnißvolle Kunstformen und Dekorationsweisen auf
diesen Gebieten, wie z. B. die Gefäßbildung aus Thon und Glas, Großes
leistete, sondern auch durch die Ausfuhr in alle Welt Geld erwarb.

[Illustration: Fig. 2.]

[Illustration: Fig. 3.]

[Illustration: Fig. 4.]

Kein Wunder also, dass ein etwas abenteuernder Künstler wie Hirschvogel
hier den Italienern Konkurrenz machen wollte. Auffallend bleibt es
nur, dass trotz des großen Verbrauchs solcher italienischer Waaren in
Deutschland nicht eine, auch durch Produkte nachweisbare, dauernde
Thätigkeit eingebürgert wurde, daß vielmehr die einheimische Industrie
sich mit dem Absatze begnügte, den ihre alten Fabrikate auch ferner
behalten konnten und, vereinzelte Versuche abgerechnet, die Einfuhr
künstlerisch schöner Erzeugnisse so willig Italien überließ.

[Illustration: Fig. 5.]

Wir haben auf Sp. 35 u. 36 die kunstlosen, schweren Formen gezeigt, in
welchen die deutschen Gefäße des 16. u. 17. Jahrh. aus grünem Glase
geblasen wurden, während gleichzeitig Venedig klar durchsichtiges Glas
in Verbindung mit solchem jeder Färbung verwendete, in Schönheit und
Eleganz der Form die höchste Stufe erreichte und eine Mannigfaltigkeit
entwickelte, die geradezu erstaunlich ist, die immer von neuem zum
Trinken einladen mußte, und die den Schenktischen ein solches echt
künstlerisches Aussehen gab, daß selbst der Glanz der Edelmetalle mit
Email, auf welche man sich früher in vornehmen Häusern beschränkt
hatte, erreicht wurde. Als Beitrag zu dieser Mannigfaltigkeit der
Form mögen die 5 in halber Originalgröße gezeichneten Gefäße angesehen
werden, die hier in Fig. 1-5 abgebildet sind, und von denen die ersten
vier in durchsichtigem Glase hergestellt, während die aufgeschmolzenen
Rippen und der Fuß der Schale in Fig. 5 violett sind. Während die
Schale Fig. 1 ohne Zweifel als Trinkgefäß in Nachahmung der antiken
Trinkschalen hergestellt ist, Fig. 2 den Uebergang von der Trinkschale
zum Kelche darstellt, Fig. 3. das Kelchglas, so dürfte vielleicht Fig.
4 als Früchteschale, somit als Tafelzierde zu betrachten sein, während
Fig. 5 gewiß kein Trinkgefäß ist.

[Illustration: Fig. 6.]

[Illustration: Fig. 7.]

[Illustration: Fig. 8.]

Als Tafelschmuck diente der Brunnen (Fig. 6), der als Trinkgefäß
zu heiteren Scenen Veranlassung geben mußte, wenn er die oben
eingeschlossene Flüssigkeit durch Röhrchen von einer Schale in die
andere abwärts leitete, bis sie aus dem unteren Bassin durch eine
lange Ausgußröhre in des Zechers Mund eingegossen werden konnte, wobei
natürlich kein Tropfen vergossen werden durfte, während die Genossen
nachfüllten und den Brunnen stets fließend erhielten. Er ist, wie das
folgende Glas, in 1/3 der Originalgröße abgebildet. Die angehängten
Verzierungen sind aus dunkelgrünem Glase.

Fig. 7 zeigt ein schlankes Kelchglas, aus dessen lichtblauer Cupa wol
auch ehemals Schaumwein genossen wurde, während Fig. 8 wiederum, wol
eigens für die biertrinkende nordische Welt gefertigt, den schroffsten
Gegensatz zur Eleganz des vorstehenden Stückes zeigt.

  /Nürnberg./        /A. Essenwein./



Nachträge zum Doppeladler.[202]

I.


In den „Blättern für Münzfreunde, Beilage zum numismatischen Verkehr“,
VIII. Jahrg., Januar 1872, Nr. 29, theilt Gersdorf aus Taf. XXVIII
unter Nr. 8 den hier abgebildeten Doppeladler mit.

[Illustration]

Diese Münze ist ein thüringisch-meißnischer Brakteat aus dem 13.
Jahrh. Der Doppeladler soll aber hier, nach Gersdorf, nur aus dem
Grunde entstanden sein, weil die zahlreichen Verschiedenheiten in den
Vorstellungen und Stempeln der Brakteaten durch den Umstand geboten
waren, „daß diese nur /ein/ Jahr volle Geltung hatten und gegen
das Ende jedes Umlaufsjahres an die Münzmeister umgetauscht werden
mußten“.

Um nun diese Verschiedenheit zu erzielen, stellte man bisweilen
auf diesen Münzen die Löwen und Adler zweimal dar, mit dem Rücken
gegeneinander, mitunter mit nach rückwärts gegeneinander stehenden
Köpfen[203], und den Adler auch monogrammatisch zusammengeschoben, wie
auf unserer Abbildung.

Hier hätten wir also einen Doppeladler ohne alle weitere
/heraldische/ Bedeutung vor uns, was, die Richtigkeit der
angeführten Behauptung vorausgesetzt, auch auf die Erklärung mancher,
bisher räthselhafter sphragistischer und heraldischer Doppeladler aus
dem Mittelalter Einfluß haben könnte.

Nach der Ansicht A. Erbsteins ist anzunehmen: „daß dem Verfertiger
der Stempel dieses vereinfachte Doppelbild bereits als ein in der
Ornamentik des Mittelalters heimisches bekannt gewesen ist, einestheils
deshalb, weil jene Brakteaten erst aus der zweiten Hälfte des 13.
Jahrh. stammen, während doch der Doppeladler schon früher auf Münzen
erscheint, anderntheils, weil sich gerade bei vielen jener Brakteaten
nachweisen läßt, daß ihre Bilder denen der zweiseitigen Pfennige
brandenburgischer Fabrik entlehnt sind und sich ein solcher mit dem
Doppeladler wirklich auch vorfindet,“ -- eine Ansicht, die wohl sehr
viel für sich hat.

[Illustration]


II.

In der bereits in Nr. 11. des Anzeigers von 1878 erwähnten schwedischen
Geschichte („Sveriges Historia“) findet sich im II. Bande unter
Fig. 58, die hier abgebildete silberne Schließe, mit Doppeladlern.
Dieselbe stammt aus einem großen Silberfunde, welcher, nach Dr. Hans
Hildebrand’s gütiger Mittheilung, „wie die Münzen des Fundes, sowie
andere Verhältnisse zeigen, etwas nach der Mitte des 14. Jahrh.
vergraben worden sein mußte.“ Auch hier scheint der Doppeladler rein
decorativer Natur.

  /Kupferzell./    F.-K.

FUSSNOTEN:

[202: Vgl. Anzeiger 1878, Nr. 11, Sp. 350.]

[203: Vergl. a. a. O. Taf. XXVIII, Nr. 3. u. Nr. 4. u. 6.]



Ein Kapitel von Ketzern.


Am Schluß der Maihinger medela animae vulueratae (s. Anzeiger 1878, Sp.
87) befinden sich zwei Anhängsel von zwei verschiedenen Schreibern. Die
Hand, welche Fol. 1-29 b. schrieb, machte nach Besprechung der septem
principalia vicia keine Subscriptio. Ob das, was von Fol. 30-31 b. und
von Fol. 32-33 a. zu lesen ist, zur eigentlichen medela gehörte, oder
nicht, kann ich nicht angeben. Das erste der zwei angefügten Stücke ist
überschrieben (fol. 30 a.): „Nota quod LXXII sunt secte hereticorum.“
Der ereiferte Schreiber kennzeichnet sich als der nämliche Mann,
welcher die neulich mitgetheilten spukhaften Weihnachtsorakel schrieb.
Das zweite, von anderer Hand geschriebene Anhängsel (fol. 32-33 a.)
zählt eine Menge Sündersorten auf; am Schluß werden diejenigen genannt,
welche „expelluntur a communione in Cena domini“ und darunter zuletzt:
„sortilegi, nocturni exitores, agrorum depopulatores.“

Im Nachstehenden gebe ich unter Auflösung der Abkürzungen den Wortlaut
dessen, was im ersten Anhängsel über sectae haereticorum gesagt ist.
Eingehendere Verbesserungsversuche des durch die Relativsätze so
wirren Eingangs unterlasse ich absichtlich. /Mali/barij[204] steht
eben so deutlich im Text, wie weiter hinten /Ordi/barij. Daß den zu
Anfang erwähnten Rutani keine ausführlichere Behandlung gewidmet ist,
fällt auf. Es mag diese Secte harmlos genug gewesen sein; in Neanders
Religions- und Kirchen-Geschichte finde ich nichts über sie.

Secte horentiorum sunt LXXII quarum in teutunica sunt quattuor,
Baldenses Malibarij Rutani Manichei. Iste quatuor secte communi nomine
vocantur deutinice: /von dem hohem leben/. Waldenses dicti sunt
a Walido magistro vel a valle; _qui et_ [cod. quia, compendiert] ut
alii latine dicuntur sapientes, qui de quadam valle orti sunt. qui alio
nomine dicuntur pauperes de _Lugduno_ [cod. leudino, s. Neander Bd.
8. (1865), p. 412]. Teutonice isti vocant se /die weisen/. qui
alio modo dicuntur sapientes. Dicunt enim isti quod omne iuramentum
sit mortale peccatum. Item dicunt quod omnis coitus cum legitima sit
mortale peccatum nisi fiat spe prolis. Item separant virum ab uxore
tali condicione et eiusmodi, si velit intrare sectam ipsorum. Item
dicunt quod quilibet bonus homo sicut bonus clericus possit absolvere
conficere et ligare dum modo sciat verba. Item dicunt quod suspendere
latrones et occidere per sententiam iustitie [cod. iuste] sit mortale
peccatum. Et quod due vie sint tantum post mortem scilicet infernus
et celum; purgatorium negant. Item dicunt litanaria et oblationes et
cetera remedia non prosint defunctis. Item dicunt quod tam conjugate
quam virgines et vidue debent predicare. Item dicunt quod predicatores
eorum non debent laborare ullo modo. Item suffragia sanctorum non
petunt nec reverentur. Item festos dies non celebrant, veniam non
observant. Omni tempore commedunt quod eis apponitur et carnes in XLª
commedunt. Item peregrinationes negant. Item dicunt quod malus _non_
(über der Zeile) potest conficere. Item quod baptismum sacerdotis,
existentis in mortali peccato, non valet. Et si baptizent pueros,
debent iterato ab ipsis sacerdotibus hereticorum baptizari. Item
dicunt quod eorum sacerdotes possint conficere ex omni vase. --
/Ordibarij/ (s. Neander, Bd. 8, p. 362) dicunt quod mundus non
habet principium. Item dicunt quod Archa Noe fuerit eorum secta, et
quod Christus iterum invenit eorum sectam. Item quod Christus sit
filius Iosep et quod fuerit peccator. Dicunt quod Christus per eorum
sectam salvus fiat et quod factus (nicht ursprünglich war, sondern erst
geworden ist) est filius dei. Item dicunt Christum non passum. Item
dicunt „patrem“ illum qui intrat sectam eorum; „filium“ dicunt a tali
patre conversum per predicationem. Spiritum sanctum dicunt a filio per
predicationem conversum. [Es ist bei den Worten per pred. conversum
ein lapsus oculorum anzunehmen, d. h. daß sie aus der vorigen Zeile
der Vorlage fälschlich heruntergezogen wurden; die Stelle ist dadurch
sinnlos geworden]. Item dicunt cantum ecclesie clamorem inferni.
Item dicunt papam caput esse totius mali et doctorem erroris. Item
dicunt sacerdotes factores vie mendacij. /Manichei/ proponunt
duo principia dominantia, filium dicunt Luciferum. Hunc dicunt omnia
visibilia et tangibilia creasse et deum dicunt creatorem spirituum
tantum. Item matrimonium simpliciter negant. Item corpus Christi in
altari negant. Item dicunt quod carnes, ova, caseum non licet manducare
quod de fornicatore nascitur. Item negant ressurectionem. Item dicunt
quod deus non apparuit in igne; qui [cod. quod] sic comburet eos.
Confundantur et pereant qui hec et hijs similia credant. Amen.

Primum iubetur iurare hereticus quod sine omni fallacia et omni
deceptione et sensus duplicatione et secundum intellectum et audientiam
respondeat ad omnia interrogata. Post prestitum sacramentum si
litteratus est interrogetur de symbolo Anastasij, quicumque vult per
singulos articulos. Post ea sive sit litteratus vel non de sequentibus
articulis interrogetur, ita tamen ut sepius de modo et de fide
iuramenti expressius amoneatur: Credis in deum patrem? e. q. s.

  /Dinkelsbühl./    /G. Schepß./

FUSSNOTE:

[204: Ducange-Henschel IV, 205. 725 u. 827: rupitani. Dr. Fr.]



Aus einer Magdeburger Chronik des 16. Jahrh.


In der Rathsbibliothek zu Magdeburg befindet sich ein Manuscript (Quart
30) unter dem Titel: „Historia was im Anfangk der Lehre des Heiligen
Euangelii vom Anfange des Jahres 1524 bisz 1525 auf Blasii in allen
dreien Stedten zu Magdeburgk sich begeben. Beschrieben durch Sebastian
Langhans, Mollenvoigten daselbst.“ -- Leider ist die Schrift nicht
mehr im ursprünglich niederdeutschen Original vorhanden, sondern in
einer sehr schlechten hochdeutschen Uebersetzung, die der Vicar vom St.
Sebastianstift hierselbst, Johann Findemann aus Salzwedel, „ex antiquo
et obscuro originali a. d. 1601“ angefertigt hat. Wie hochwichtig die
kleine Schrift für die Geschichte Magdeburgs zur Zeit der Einführung
der Reformation daselbst ist, wird bei der Herausgabe derselben noch
besonders hervortreten. Für jetzt möchte ich nur zwei Stellen aus ihr
hervorheben, von denen die erste ein verlorenes Schmählied, jedenfalls
auf den Erzbischof-Cardinal Albrecht von Magdeburg und Mainz, die
andere die Anlage einer Wasserleitung behandelt.


1. Ueber ein Schmählied aus der Reformationszeit.

S. 81 des Manuscripts: „Der Radt hat auch gebotten in der Altenstadt
Magdeburgk, me soll von niemandts schmehelieder singen, nachsingen,
auß Ursachen, das Kinder und Altte das liedtt vom /Ochsentreiber/
singen.

Gleichmessigk hatt ein E. Radt in der Sudenburgk[205] auch den ihren
verbotten und wirt in den beiden Stedten gehalten, aber in der Neustadt
da singen die losen buben reich und arm von meinem gnedigsten Hern dem
Cardinall und Ertzbischoffe etc., dem Hauptmann zu Calbe[206] und mir,
dem Möllenvoigte, stets tag und nacht, und wen ich darkomme oder die
meinen, vielmehr dan sonsten, darauß man sehen, hören und gemerken kan
ihren meyneidischen, ungetrewen Ungehorsamb“...

Dieses Lied ist nicht bekannt; doch scheint es der ganzen Stelle nach
sich auf den Erzbischof bezogen zu haben; möglich, daß der Hauptmann
von Calbe und der Möllenvogt in demselben Gedicht mit behandelt wurden.
Vielleicht tragen diese Zeilen dazu bei, das Dunkel zu lüften.


2. Ueber die Anlage einer Wasserkunst in Magdeburg.

S. 178: „Es hat auch ein Radt der Altenstadt für dreyen wochen
ungefehrlich einen Meister allhie zue Magdeburgk gehabt, der wisse
Mölen zu machen, die ein Mensch sall umbziehen mit seinen Henden und
damit so viel meell teglich machen, das davon hundert Personen Jahr
un tagk enthalten sollen werden und solliche Mölen die burger sechse,
achte VVI (?) weniger oder mehr, dornach sie reiche sein, unter sich
machen und erbawen laßen. Ich bin auch bericht, das ein Radt mit
demselbigen vorbemelten Meister in Verhandlunge sein gewest, er habe
auch zu thun vorheischen, das er die Elbe vor dem Bruckthore wolle
einfassen und uff den Altenstedter marckt in einem Röhrkasten lassen
außlaufen und alda wieder einfallen, under sich lauffen laßen und in
allen gassen der Stadt laßen außspringen in Röhrkasten so stark, das
alle burger darauß backen und brawen sollen und zu alle ihrer notturfft
gebrauchen.

Dergleichen hat ein Radt der Altenstadt mit ihren Stadtgeschworen im
Radtschlage gehabt, das sie ihre Stadtgraben wollen unterscheiden
an sechß oder sieben stellen und in iglichem orthe sunderliche
fischereyen in der Stadt nutz machen, auch in denselbigen Stadtgraben
fünff oder sechß Kornmölen, eine Walckmöhle und eine Papyer-Mölen
durch denselbigen meister laßen setzen oder hencken und bawen mitt
dem Anhange, sie wollen die Wasser mit rädern über alle die Stadt
eingießen lassen, so sollen auch sustent in den Stadtgraben viele
gueter springk sein, die auch darzue helffen sollen. Der Meister ist
wieder heimgetzogen, man sagt er solle uff newen zukunfftigen Radts (?
-- Jahrs?) Zukunfft sich hieher kegen Magdeburgk heußlich besetzen und
in’s Radts Dienst und ganzer gemein begeben.“

  /Magdeburg./     /Dr. G. Hertel./

FUSSNOTEN:

[205: Vorstadt von Magdeburg im Süden.]

[206: Stadt an der Saale, einige Meilen südlich von Magdeburg.]



Zur Verdeutschung des Aristoteles.


Der Schreiber der aus Füssen stammenden Maihinger Handschrift II. Lat.:
1 fol., num 27, welcher nach den Sermones des Jacobus de Voragine auf
Blatt 157 die Subscriptio gibt: „qui me scribebat Theodricus Huͦber
nomen habebat anno 1423“, hat auf Blatt 239, wie H. Baron v. Löffelholz
lange vor mir beobachtet hat, an die Sermones breves Saxonis in stark
compendierter Schrift eine Columne von 43 Büchertiteln angefügt. Die
meisten derselben beziehen sich auf Bestandtheile der Bibel, die
übrigen auf Aristotelische Werke. Voran steht immer die lateinische,
beziehungsweise griechische oder hebräische Form des Titels, welcher
dann -- oft sonderbar genug -- eine deutsche Uebersetzung beigegeben
wird:

  Genesis daz puch der geschepff
    (folgen 25 biblische Titel)
  Pery a ^{nias}[207] der wedawtung[208] der red
  Priorum der vorgenten red
  Posteriorum der nach red
  Topicorum der letzten red
  Elencorum der wewarten[209] red
  Methaphysica der hochen natur
  Methaurorum[210] dez geschitzd[211] der lüfft
  Physicorum von der natur
  Polliticorum von der stat sidt
  Yconomicorum der haws geschäfft
  Ethicorum der werltlichen siten
  De generatione et corruptione von den element puchen
  De sensu et sensato[212] von synnen & von siten.
    (Folgen 4 biblische Titel.)

  /Dinkelsbühl./    /Georg Schepß./

FUSSNOTEN:

[207: Lies περὶ ἑρμηνείας.

[208: Bedeutung.]

[209: (vor sophistischen Fallstriken) bewahrten.]

[210: Soll περὶ μετεώρων heißen.]

[211: περὶ αἰσθήσεως καὶ αἰσθητῶν.]

[212: Es ist wol /geschichte/ oder /geschicke/ (Begebniß. Ereigniß)
zu lesen. Vergl. Diefenbach, glossarium lat.-germ. mediae et infimae
aetatis p. 359^c: „liber meteororum das puch von der schikkung des
luffts.“      Dr. Fr.]



Zum Kanon Euangeliorum.


Bei Niederschreibung des Aufsatzes auf Sp. 84 ff. des Anzeigers hatte
ich übersehen, daß Hr. Professor K. Bartsch in Heidelberg das Gedicht
schon vor einem Jahre in der Zeitschrift für Roman. Philologie II, 216
flg. hat abdrucken lassen. Ihm selbst war hiebei die ältere Ausgabe in
Alcuins Werken entgangen. In v. 6 meines Abdruckes bitte ich leo für eo
zu setzen.

  /Halle./      /E. Dümmler./



(Mit einer Beilage.)


Verantwortliche Redaction: Dr. A. /Essenwein/. Dr. G. K.
/Frommann/.

Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in
Nürnberg.


Gedruckt bei U. E. /Sebald/ in Nürnberg.



  BEILAGE ZUM ANZEIGER FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.

  1879.    Nº 5.    Mai.



Chronik des germanischen Museums.


  /Nürnberg/, den 15. Mai 1879.

Unsere Sammlungen haben in den jüngsten Wochen eine Anzahl sehr
erfreulicher Bereicherungen erhalten, von denen wir vor allem
ein Geschenk Sr. kgl. Hoheit des Großherzogs Friedrich Franz von
Meklenburg-Schwerin, nämlich eine Sammlung von Terracotten aus dem
Fürstenhofe zu Wismar, sowie die Resultate zweier Ausgrabungen nennen,
welche uns durch Herrn Rittergutsbesitzer Collin in Collin und Herrn
Direktor Dr. Schwartz in Posen zugegangen sind und eine Gegend, die
leider in unserer prähistorischen Sammlung bis jetzt fast unvertreten
war, durch charakteristische Fundstücke repräsentieren, denen
hoffentlich noch manche andere folgen werden.

Herr Kaufmann Johannes Paul in Hamburg, welchem unsere Sammlungen
bereits eine Anzahl hervorragender Gegenstände danken, hat uns ein
Taufbecken des 14.-15. Jhdts., aus Bronze gegossen, zum Geschenke
gemacht.

Für unser Handelsmuseum haben neuerdings Antheilsscheine gezeichnet die
Herren: Georg Fromberg, Banquier, Otto Volckart, Generalkonsul, und
Wilhelm Zwicker in Berlin.

Seit Veröffentlichung des Verzeichnisses in der vorhergehenden Nummer
wurden folgende /neue Jahresbeiträge/ angemeldet:

=~Von Privaten:~ Dresden.= Ernst Grumbt, Holzhändler,
20 m. =Höchstadt a. d. Aisch.= Einfalt, Pfarrer, in Neuhaus, 1
m.; Englhard, Assessor, 1 m.; Hager, Bezirksamtmann, 2 m.; Dr. Opp,
Bezirksarzt, 2 m. =Nürnberg.= F. Marquardsen, Rechtsconcipient,
3 m., Gg. Schellemann, Kaufmann, 2 m. =Plauen.= Herm. Baldauf,
Kaufmann u. Direktor des Vorschussvereins, 2 m.; Wilh. Berkling,
Kaufmann, 2 m.; Theod. Bickel, Kaufmann, 2 m.; Ale. Franke, Hauptmann
z. D., 2 m.; Heinr. Gebhardt, Maurermeister, 2 m.; C. J. Immisch,
Kaufmann, 2 m.; E. W. Krause, Maurermeister, 2 m.; C. A. Lade, gen.
Ruick, Stadtrath, 2 m.; A. Lehmann, Stadtbauinspektor, 2 m.; Mamme H.
Mammen, Kaufmann, 2 m.; Friedr. J. Merkel, Kaufmann, 1 m.; Br. Merz,
Bezirksassessor, 2 m.; C. R. Petzold, Maurermeister, 2 m.; C. W.
Schmid, Obersteuerinspektor, 2 m.; Rich. Schmidt, Kaufmann, 2 m.; Otto
Schnorr, Kaufmann, 2 m.; Gust. Schuricht, Advokat, 2 m.; C. F. Stimmel,
Advokat u. Finanzprocurator, 2 m.; Alb. Stöckel, Diaconus, 2 m.; Heinr.
Thiele, Stadtbauinspektor, 2 m. =Wien.= Fräulein Gabriele Przibram
20 m.

Als /einmaliger Beitrag/ wurde folgender gegeben:

=Hamburg.= L. Stern, Antiquar, 50 m.

Unsern Sammlungen giengen ferner folgende Geschenke zu:

I. Für die kunst- und kulturgeschichtlichen Sammlungen.

(Nr. 8128-8144.)

=Amberg.= /G. Frhr. Lochner von Hüttenbach/, Gutsbesitzer: Decoration
des Concordiaordens. -- =Bayreuth.= /Hille/, Privatier: Doctordiplom
der Universität Königsberg für Ernst Gottlob Hille aus Curland. 1798.
Lehenbrief vom Jahre 1809. -- =Collin.= /Collin/, Rittergutsbesitzer:
Die Resultate einer Ausgrabung, bestehend aus 5 mit Knochen gefüllten
Urnen, 3 Tassen u. 2 Bronzestückchen. -- =Dresden.= /Dr. R. Steche/,
Architekt: Photographie einer aus Holz geschnitzten Grablegungsgruppe.
15.-16. Jahrh. -- =Einersheim.= /Langmann/: Kleiner gothischer
Schlüssel. -- =Hamburg.= /Johannes Paul/, Kaufmann: Großes Taufbecken
aus Bronze. 14.-15. Jahrh. -- =Hannover.= /Hahn/, Medicinalrath:
Verschiedene Flugblätter aus neuerer Zeit. -- =Konstanz.= /Ludwig
Leiner/, Apotheker: Bruchstück eines römischen Ziegelfußbodens aus dem
Römerbade bei Eschenz (unweit Stein) am Rhein, dem alten römischen
Tasgetium, nebst einigen Einzelziegeln. 3 Stück mittelalterliche
Dachziegel aus Buchhorn (jetzt Friedrichshafen) am Bodensee.
/Walter/, Domänenrath: 2 Netzbeschwerer aus den Bodenseepfahlbauten.
-- =Nürnberg.= /Fischer/, Bäckermeister: Grünglasierter Ofen vom
18. Jahrhundert. /Klüppel/, Fabrikbesitzer: Vogelperspektive des
Endter’schen Gartens vor dem Laufer-Thor zu Nürnberg, Federzeichnung
v. Joh. Jak. Schwarz, 1756. Verschiedene große Steinfiguren aus diesem
Garten. /Reiß/, Maler: 4 verschiedene Pfennige vom 16. u. 18. Jahrh.
/Wolf/, Fabrikbesitzer: Handfeuerspritze von Messing. 16. Jahrh. --
=Schwerin.= /Friedrich Franz, Großherzog von Meklenburg-Schwerin/,
Königliche Hoheit: Eine Anzahl Terracotten vom Fürstenhofe zu Wismar.
-- =Posen.= /Dr. W. Schwartz/, Gymnasialdirektor: 7 prähistorische
Gefäße u. 5 Gefäßfragmente gefunden zu Obiezierze. -- =Wien.= /Emanuel
Bachmayr/, Gemeinderath: Medaille der Stadt Wien auf die silberne
Hochzeit des Kaiserpaares. Exemplar in Silber und ein solches in Kupfer.

II. Für die Bibliothek.

(Nr. 39,352-39,507.)

=Abensberg.= /Nicolaus Stark/: Ders., vor siebzig Jahren. 1879. 8.
-- =Arnstadt.= /Dr. Kroschel/, Gymnasialdirektor: Ders., die Gräfin
Catharina von Schwarzburg. 1878. 8. Ders:, Beiträge zur Geschichte des
neuen Gymnasialgebäudes etc. 1879. 4. Pr. -- =Augsburg.= Dr. /Wilh.
Vogt/, Gymnasialprofessor: Ders., Joh. Schilling, der Barfüßer-Mönch
und der Aufstand in Augsburg i. J. 1524. 8. -- =Berlin=. /F. Adler/,
geh. Baurath und Professor; Ders., baugeschichtliche Forschungen in
Deutschland; II. 1879. 2. /Franz Lipperheide/, Verlagsb.: Lessing,
Muster altdeutscher Leinenstickerei; I. Samml. 2. Aufl. 1879. 4.
/Märkisches Provinzial-Museum/: Dass., 6. Bericht etc. pro 1878. 4. --
=Bonn.= /Freih. v. Hoiningen-Huene/, k. Bergrath: Verhandlungen des
naturhistor. Vereins der preuß. Rheinlande und Westfalens; 4. Folge,
Jahrg. 33,2. 34. 35,1. 1877-79. 8. -- =Brieg.= Dr. /E. Wernicke/,
Gymnasiallehrer: Ders., kurzgefaßte topogr. Chronik der Stadt Brieg
bis zum Aussterben der Piasten 1675. 1879. 8. -- =Erlangen.= /Dr. A.
Hilger/, Univers.-Professor: Wagenaar, Amsterdam in zyne abkomst,
aanwas, geschiedenissen etc., I-III. 1760-67. 2. -- =Florenz.= /Alex.
Kraus/: Catalogue des instruments de musique du musée Kraus à Florence.
1878. 8. =Frankfurt a. M.= Dr. /J. Becker/, Inspektor u. Professor der
Selecten-Schule: Ders., Jahres-Bericht etc. 1879. 4. -- =Freiburg i.
Br.= /Gesellschaft für Geschichts-, Alterthums- u. Volkskunde/: Dies.,
Zeitschrift etc. Bd. IV, 3. 1878. 8. /Herder/’sche Verlagsh.: Janssen,
Geschichte des deutschen Volkes seit dem Ausgang des Mittelalters;
II. Bd. 1878. 8. -- =Görlitz.= /C. A. Starke/, Verlagsh.: Gritzner,
Standes-Erhebungen u. Gnaden-Acte etc. 7. Liefg. 1879. 8. -- =Graz.=
/Naturwissenschaftlicher Verein für Steiermark/: Ders., Mittheilungen
etc. Jahrg. 1878. 1879. 8. -- =Gunzenhausen.= /Joh. Enderlein/,
Privatier: Biblia, verteutscht v. Dr. Mart. Luther. Nürnberg. 1736. gr.
2. -- =Hanau.= /K. Gymnasium/: Suchier, die Grabmonumente u. Särge der
in Hanau bestatteten Personen aus den Häusern Hanau u. Hessen. 1879.
4. Pr. /Realschule/ II.: Ehlers, geschichtl. Entwickelung der französ.
Sprache. IV. 1879. 4. -- =Hannover.= /H. W. Mithoff/, Oberbaurath a.
D.: Ders., Kunstdenkmale und Alterthümer im Hannovrischen; VI. Bd.
1879. 4. -- =Hirschberg.= /A. M. Ottow/: Eine Anzahl (34) Schriften
religiösen, politischen, finanzwissenschaftl. etc. Inhaltes. --
=Innsbruck.= /Ferdinandeum für Tirol u. Voralberg/: Dass., Zeitschrift
etc:; III. Folge, 22. Heft. 1878. 8. -- =Jena.= /Gustav Fischer/, vorm.
Friedr. Mauke, Verlagsh.: Häser, Lehrbuch der Geschichte der Medicin;
Bd. II, 5. Lfg. 1879. 8. /Universität/: Bahrs, die Anakoluthe bei
Shakespeare. 1878. 8. Holtzmann, über Eduard Allwill’s Briefsammlung.
1878. 8. Neuburg, über die Ausdehnung der Zunftgerichtsbarkeit in
der Zeit vom 13.-16. Jahrh. 1878. 8. Rothlauf, die Mathematik zu
Platons Zeiten etc. 1878. 8. Stein, Jacob Sturm, Stettmeister von
Straßburg. 1878. 8. Uhlemann, grammat.-krit. Studien über Wace’s la
conception Notre Dame u. St. Nicholas. 1878. 8. und 36 weitere akadem.
Gelegenheitsschriften. -- =Leipzig.= /F. A. Brockhaus/, Verlagsh.:
Wander, deutsches Sprichwörter-Lexicon; 68. Lfg. 1879. 8. /Museum
für Völkerkunde/: Dass., 6. Bericht etc. 1878. 8. -- =Marburg.=
Kgl. /Gymnasium/: Schulnachrichten etc. 1879. 4. /Universität/:
Dies., XXIV. Zuwachs-Verzeichniß etc., 1876-77. 4. Caesar, catalogus
studiosorum scholae Marpurgensis etc.; partic. VI. 1878. 4. u.
26 weitere akadem. Gelegenheitsschriften. -- =Metz.= /Société
d’archéologie et d’histoire de la Moselle/: Dies., mémoires etc.;
12.-14. vol. 1872, 74, 76. 8. -- =Neuburg.= /Histor. Filial-Verein/:
Ders., Collectaneen-Blatt etc.; 42. Jahrg. 1878. 8. -- =Nürnberg.=
/Grieninger/, Kaufmann: Stammbuch des Joh. Andreas Grieninger; 1754-58.
qu. 8. /Maximilians-Heilungs-Anstalt/: Dies., 65. Jahresbericht v. J.
1878. 1879. 4. Dr. juris /Aurelius Schmid/: Ders., die Durchführung des
Principes der Individualisirung im deutschen Reichsstrafgesetzbuch.
1878. 8. /Ungenannter/: Scheu, die Entwicklung der Bücherornamentik.
8. Sonderabdr. Ueber die Vorläufer und Anfänge des Formenschnitts. 8.
Sonderabdr. Peinlich, die ältere Ordnung und Verfassung der Städte in
Steiermark. 1879. 8. -- =Offenbach.= /Großherz. Realschule/: Dies.,
Programm etc., 1879. 4. -- =Oldesloe.= Dr. /M. Schultze/, Rektor:
Ders., plattdeutsche Urkunden des städt. Archivs zu Oldesloe; I. II.
1878. 79. 4. Pr. -- =Plauen i. V.= /Gymnasial- u. Realschul-Anstalt/:
Jahresbericht etc., 1878-79. 1879. 4. Lunze, über Wesen und Bildung
des Charakters. 1879. 4. Pr. -- =Posen.= /Dr. F. L. W. Schwartz/,
Gymnasialdirektor: Ders., I. Nachtrag zu den „Materialien zur
prähistor. Kartographie der Provinz Posen.“ 1879. 4. -- =Pyritz.=
/Dr. Ad. Zinzow/, Gymnasialdirektor: Ders., Bischof Otto von Bamberg
als Apostel der Pommern. I. 1879. 4. -- =Rostock.= /Gymnasium und
Realschule/: Labes, comparantur inter se Ph. Melanthonis loci
theologici et Jo. Calvini institutio religionis christianae; II. 1879.
4. Pr. -- =Rotterdam.= /Van Hengel u. Eeltjes/, Verlagsh.: Archief
van Nederlandsche Kunstgeschiedenis, bijeengebracht d. Obreen; Deel
I en II, 1-6. 1877-78. 4. -- =Stockholm.= /K. Vitterhets Historie
och Antiquitets-Akademie/: Dies., månadsblad, 1-7. årg., 1872-78. 8.
Sveriges och Svenska konunghusets minnespenningar etc. I. II. Deel.
1874. 75. 8. Hildebrand, minnespenningar ösfer enskilda Svenska män
och quinnor. 1860. 8. Hildebrand, Svenska sigiller fråm medeltiden; I.
II. 1862. 67. 4. Hildebrand, teckningar ur Svenska statens historiska
Museum; I. II. häftet. 1873. 78. 4. -- =Tübingen.= /A. v. Keller/,
Univers.-Professor: Ders., altdeutsche Gedichte; 6. 1877. 8. --
=Turin.= /Reale Deputazione di storia patria/: Dies., miscellanea
di storia italiana; t. XVIII. (II. ser., 3. t.) 1879. 8. -- =Wien.=
/Dr. Oskar Berggrün/: Zur Erinnerung an die Kurzbauer-Akademie, 4.
April 1879. qu. 4. -- =Wolfenbüttel.= /Ortsverein für Geschichte und
Alterthumskunde zu Braunschweig und Wolfenbüttel/: Ders., Aufruf zur
Sammlung der vaterländischen Alterthümer. 1879. 8. v. Heinemann, die
herzogl. Bibliothek zu Wolfenbüttel. 1878. 8. Dr. /P. Zimmermann/,
Archivsekretär: Die Wolfenbüttler Bibliothek u. das Bibliothekswesen
im Herzogthum Braunschweig. 1878. 8. -- =Zürich.= /Antiquarische
Gesellschaft/: Dies., Mittheilungen etc.; XLIII: Rahn, die Glasgemälde
der Rosette der Kathedrale von Lausanne. 1879. 4.

III. Für das Archiv.

(Nr. 4605-4612.)

=Münchberg.= /Heinrich Oberhäuser/: Vergleichung der
Handwerke der Schuhmacher u. Rothgerber zu Münchberg über die
Benützung der Leichtücher. 1725. Pap. -- =Nürnberg.= /Frau
Bab. Hofmann/, geb. Weiß: Adelsbrief des Königs Maximilian Joseph
von Bayern für die verwittwete Dorothea v. Graf, Besitzerin des
Eisenhammers zu Heringnohe. 1807. Perg. Adelsbrief desselben für Joh.
Wolfgang Goller auf Kollersried, k. Landrichter zu Amberg. 1817. Pgm.
/Pelletier/, Hauptmannswittwe: Bulle Papst Pius’ VI. für Joh. Karl
Jos. Thelemann über die Verleihung einer Pfründe an der Petrikirche
zu Mainz. 1780. Perg. Zeugniß der Universität Mainz für Karl Jos.
Thelemann aus Mainz. 1790. Perg. Preces precariae des Kaisers Leopold
II. über ein Pfründe an der Kirche zum hl. Kreuz in Mainz für Karl Jos.
Thelemann. 1791. Perg. Gleiche Urkunde desselben für denselben über
eine Pfründe am Weißfrauenkloster zu Mainz. 1791. Perg.



Schriften der Akademieen, Museen und historischen Vereine.


/Miscellanea di storia italiana./ Edita per cura della /regia
deputazione di storia patria/. Tomo XVIII. Terzo della seconda
serie. Torino, 1879. 8. XXIII u. 678 Stn.

Vereinsangelegenheiten. -- Lettere inedite di Ludovico Antonio
Muratori. Von A. Ceruti. -- Di un inedito documento sulla Tregua di
Dio. Von E. Bollati.

/Korrespondenzblatt des Vereines für siebenbürgische Landeskunde./
Redigirt von Franz Zimmermann. 1879. Hermannstadt, Nr. 3 u. 4. 15. März
u. 15. April.

Urkundliche Ortsnamen. (Antworten). -- Die Vertreter des alten
stammhaften û u. î und die Mouillierung der Konsonanten im
Siebenbürgischen. (Schluß.) Von J. Wolff. -- Zur Rumänen-Frage. Von
K. Gooß. -- Seifen-Bach. Von Dr. K. Reißenberger. -- Ueber Johannes
Honterus. Von M. Türk. -- Literatur. -- Kleine Mittheilungen.
Vereinsnachricht.

/Mittheilungen der K. K. Mährisch-Schlesischen Gesellschaft zur
Beförderung des Ackerbaues, der Natur- u. Landeskunde in Brünn./
Achtundfünfzigster Jahrgang, 1878. Brünn, 1878. 4. 356 Stn.

/Notizen-Blatt der histor.-statist. Section/ ders. Gesellschaft.
Jahrg. 1878. Brünn. 1878. 4.

Zur mährisch-schles. Biographie. CXLI. Dominik Kynski. Von M. Trapp.
-- Zwei Lieder über Brünn.... (Schl.). Mitgetheilt von P. Koller. --
Zur Geschichte der Tuchfabrikation in Brünn. (Schl.) Von d’Elvert.
-- Zur Geschichte der Industrie und des Handels in Mähren und Oestr.
Schlesien seit Maria Theresia (Fs.) Von dems. -- Zur mähr. schles.
Adelsgeschichte. (Fs.) Von dems. -- Zur Geschichte der Wiedertäufer
in Mähren. Von dems. -- Jakob Seisenegger’s Bild der Gerechtigkeit
v. J. 1554 in Brünn. Von Trapp. -- Preis-Taxen zu Brünn in der Mitte
des 18. Jahrhdts. Von d’Elvert. -- Archivs-Findlinge. Mitgeth. von
P. M. Kinter. -- Die Beerdigung der todten Körper. Von d’Elvert. Die
Militär-Desertionen früherer Zeit. Von dems. -- Zur Geschichte des
Räuber- und Gaunerwesens in Mähren und Oest. Schlesien. Von dems. --
Druck-Pflichtexemplare. Von dems. -- Ueber die Schiffbarmachung resp.
Regulirung der March. Von dems. -- Die von Maria Theresia gegründete
adelige Militär-Academie. Von dems. -- Tax-Consignation der Olmützer
Stadthäuser v. J. 1771. Von Peyscha. -- Die Türkenhilfe Mährens i.
J. 1565. Von d’Elvert. Zur Geschichte des schles. Weinbaues. Von
Spatzier. -- Zur Geschichte des Postwesens in Mähren, Schlesien und der
Nachbarschaft. Von d’Elvert. -- Uebersicht der seit 1851 erschienenen
Sections-Schriften.

/Mittheilungen der k. k. Central-Commission zur Erforschung und
Erhaltung der Kunst- u. historischen Denkmale./ Neue Folge der
Mittheilungen etc. Fünfter Band, erstes Heft. Mit 1 Tafel und 31 in den
Text gedruckten Illustrationen. Wien, 1879. 4.

Römische Reliefs in Hörsching und Schleistheim. Von Dr. Friedr.
Kenner. (Mit Abbild.) -- Die Baulichkeiten der Benedictiner-Abtei
Kladrau. II. Von B. Laužil. (Mit Abbild.) -- IV. Bericht der obigen
Commission über ihre Thätigkeit im Jahre 1878. -- Das vorgeschichtliche
Kupferbergwerk auf dem Mitterberg (Salzburg). Von Dr. M. Much.
(Schluß.) -- Kunsttopographische Reisenotizen. IV. Von Dr. Albert Ilg.
-- Der Glockenthurm zu Tramin. -- Die Losensteiner Capelle in Garsten.
II. Von Dr. Karl Lind. (Mit Abbild.) -- Ueber die Einsammlung der bei
verschiedenen Gerichten und anderen Aemtern im Herzogthume Salzburg
vorhandenen alten Urkunden, Acten etc. behufs gesicherter Verwahrung im
salzburgischen Central-Archive. I. Von Fr. Pirkmayer. -- Notizen.

/Mittheilungen der anthropologischen Gesellschaft in Wien./ IX.
Bd. Nr 1-3.

Die Ursitze der Gothen. Von Dr. Fligier. -- Künstliche Höhlen in
Niederösterreich. Von Dr. M. Much. -- Germanische Befestigungen des
oberen Waagthales in Ungarn. Von Jul. Neudeck. (Mit 5 Tafeln). --
Vereinsnachrichten. -- Kleinere Mittheilungen. -- Literatur. --

/Der Kirchenschmuck. Blätter des christlichen Kunstvereines der
Diöcese Seckau./ X. Jahrg. 1879. Nr. 4. Mit 1 Beil. Graz, 1879. 8.
Der Dom zu Aquileja. (Forts.) -- Der König der Instrumente. (Forts.) --

/Die Wartburg./ Organ des /Münchener Alterthumsvereins/.
Zeitschrift für Kunst und Kunstgewerbe mit Berücksichtigung der
Neuzeit. VI. Jhg., 1879. Nr. 4. Redacteur: Dr. C. Förster. München,
1879. 8.

Vereinsangelegenheit. -- Die bildliche Darstellung des Adam und der Eva
im christlichen Alterthum. Von Carl Friedrich. -- Kleine Mittheilungen.
Literatur etc.

/Collectaneen-Blatt für die Geschichte Bayerns/, insbesondere für
die Geschichte der Stadt Neuburg a/D. u. des ehemaligen Herzogthums
Neuburg, bearbeitet von Mitgliedern des /historischen Filial-Vereines
zu Neuburg/. Zwei und vierzigster Jahrgang, 1878. Neuburg, 1878. 8.

Pfälzische Reimchronik des Georg Schwartzerdt 1536 bis 1561.
Mitgeth. von Jos. Würdinger. -- Authentischer Bericht des Neuburger
Franziskaners P. Nikolaus über die Beschießung und Eroberung von
Neuburg a. D. durch die Bayern im Jahre 1703. Mitgeth. von Dr. C.
Will. -- Aus der Geschichte des k. 7. Infant.-Regiments Prinz Leopold,
während seiner Garnisonirung in Neuburg a. D. 1785-1826. Von Major
Gleichauf. -- Bericht. -- Nekrologe. -- Vereinsangelegenheiten.

/Kunst u. Gewerbe. Wochenschrift zur Förderung deutscher
Kunst-Industrie./ Herausgegeben vom /Bayrischen Gewerbemuseum/
zu Nürnberg. Redigirt von Dr. Otto von Schorn. Dreizehnter Jahrgang.
1879. Nr. 17 u. 18. Nürnberg, 1879. 8.

Die Kunst-Industrie und der Staat in Frankreich. Vortrag v. Dr.
Stegmann. (Schl.) -- Die Heimberger Thonwaaren-Industrie. -- Kleine
Nachrichten. -- Literatur. -- Abbildungen. Füllung vom Chorstuhlwerk
der Kirche S. Giorgio maggiore in Venedig. (16. Jhdt.) -- Kanne nach
einem Stich von A. Ducerceau. -- Schmiedeisen-Gitter. (16. Jhdt.) --
Aus Kilian’s „Grotesken-Büchlein.“

/Mittheilungen des Bayrischen Gewerbemuseums zu Nürnberg./
Beiblatt zur Wochenschrift: /Kunst u. Gewerbe./ Redigirt von. Dr.
O. von Schorn. Sechster Jahrgang. Nr. 9.

Bekanntmachungen. -- Feuilleton. -- Notizen etc. etc.

/Zeitschrift des historischen Vereins für das württembergische
Franken./ Zehnter Band, drittes Heft. Ausgegeben im September 1878.
Heilbronn, 1878. 4.

Zwei alte Stammbücher in der fürstlichen Kunst- und Alterthumssammlung
im Kaisersaal zu Neuenstein. Vom Fürsten F. K. zu Hohenlohe-Waldenburg,
Durchl. -- Der Zuckmantel bei Oehringen. Von F. G. Bühler. --
Wendel Hipler, als Hohenlohischer Kanzler und seine Bedeutung im
Bauernkriege in Franken anno 1525. Von dems. -- Der Tod des Grafen
Albrecht von Hohenlohe. Von Rektor Boger. -- Einige Inclusoria in
der Gegend von Mergentheim. Von Pf. Bossert. -- Beiträge zu den
Oberamts-Beschreibungen des Frankenlands. Von dems. -- Michael Beheim.
Von Pf. Caspart. -- Die Familie Bühler (von Bühler). Von E. E.
Georgii-Georgenau. -- Ergänzungen zur Genealogie des Hauses Hohenlohe.
Von Pf. Bossert. -- Anfrage. -- Urkunden und Urkunden-Auszüge. Von
Pf. Bossert. -- Die ältesten in Stein gehauenen Wappen des Hauses
Hohenlohe. Vom Fürsten F. K. zu Hohenlohe-Waldenburg, Durchl. (Mit
Abb.). -- Kleinodien aus der Weinsberger Erbschaft nach dem Bekenntniss
Graf Johanns von Hohenlohe. Von Pf. Bossert. -- Das Gebetbuch
des Grafen Georg Friedrich von Hohenlohe. Von dems. -- Drei alte
Kirchen-Inschriften. Von Pf. Caspart. -- Die Inschrift der Kirche zu
Weinsberg. Von F. Mauch. -- Vereinsnachrichten.

/Register/ über die Zeitschrift /dess. Vereines/. Band I-IX,
oder die Jahrgänge 1847-1873. Stuttgart, 1877. 8.

/Blätter für Münzfreunde./ Numismat. Zeitung. /Organ des
Münzforscher-Vereins./ Herausg. von H. Grote. Fünfzehnter Jahrgang.
Nr. 73-75. Vom 1. Januar, 15. Februar und 1. April 1879. Mit 1 lithogr.
Tafel. Leipzig. 1879. 4.

Isenburgische Münze? Zu Grote’s „Münz-Studien“ VII, S. 227. Von
Wff. -- Ein Fund Meißner Bracteaten aus der ersten Hälfte des XIII.
Jahrhunderts. Von H. Dannenberg. -- Marken und Zeichen der Stadt
Leipzig. Fs. -- Sachsen-Altenburgische Dreier aus der Münzstätte zu
Allstädt von 1622. Von Wff. -- Camin oder Sachsen. Von M. Schmidt. --
Die Fürstengroschen der Braunschweiger Münzgenossenschaft 1555-1568.
Von Wolff. -- Grafschaft Hohenzollern. Von C. F. Trachsel. --
Halb-Thaler von Corvey 1652. Von Wff. -- Unbestimmbare Marken. --
Gräflich Sayn’sche und Schwarzburgische Nachmünzen. Von Wff. -- Königl.
Westfälische Münzen. -- Conterfact-Münze des Landgrafen Georg II. von
Hessen-Darmstadt. -- Der Rössnitzer Münzfund. Von J. Hubert. -- Die
Münzstätten und Münzmeister der Herzöge Erich I. u. II. von Calenberg.
1536-1584, Von Wff. -- Preußische Kriegsmünzen von 1813. Von dems.
-- Die Münze zu Hannover. -- Die Harzer Bergwerksmarken. -- Königl.
westfälische Münzen. Nachtrag. -- Literatur. -- Miscellen.



Vermischte Nachrichten.


39) Vor einigen Monaten ist, nach gütiger Mittheilung des Herrn
Rittergutsbesitzers Collin zu Collin bei Wisell, Provinz Posen, auf
einer sandigen Anhöhe eines Gutes, in der Nähe einer Wiese und eines
kleinen Baches und in der Nähe eines heute noch stehenden Eichenwaldes,
ein Fund von verschiedenen alten Urnen von beträchtlicher Größe nebst
kleineren, so wie Tassen, und einigen kleinen Bronzegegenständen
gemacht und die Fundstücke dem germanischen Museum übergeben worden.
Die Urnen sind mit menschlichen verbrannten Gebeinen gefüllt, ziemlich
wohl erhalten und standen in Gräbern, welche mit Steinplatten zugesetzt
waren. Dieselben sind theils aus rothem, theils aus geschwärztem Thon
von verschiedener Gestalt, schwach gebrannt, die eine mit Deckel
versehen. Durchmesser und Höhe sind bis. zu 32 und 27 cm. Die größte
hatte 2 Henkel und trägt eine Zickzackverzierung am Halse.

40) Man schreibt dem „Hann. Cour.“: In der Gegend südlich des Dorfes
/Wehlen/, Amt /Winsen a. d. Luhe/, sind von dem Oberförsterkandidaten
Hrn. Hilsenberg vor einiger Zeit /alte Steinwerkstätten und Spuren von
Ansiedelungen aus heidnischer Zeit/ entdeckt worden. Zwei oder drei
größere Steine, oft nur ein einziger, sind von kleineren Steinen und
Steinbrocken umgeben und dienten als Unterlage bei dem Schlagen von
Feuersteingeräthen, deren Splitter noch umherlagen. Eine Ausgrabung
zwischen drei solcher Werkstätten in der Mitte des betreffenden
Terrains, das circa 200 qkm. umfaßt, zeigt erst reinen, dann allmählich
schwarz gefärbten Sand, dann einzelne Kohlenreste und darunter eine
Pflasterung schwarzgebrannter Steine. Scherben von Gefäßen fanden sich
nicht, wohl aber sehr zahlreiche Reste von Feuersteinfabrikaten, einige
mit den offenbaren Spuren des Feuers. Die Stücke charakterisieren
sich nach der mehr oder weniger gelungenen Gestaltung als Messer
in verschiedenen Stadien der Vollendung, desgleichen Lanzen- und
Pfeilspitzen, Schaber und ähnliche Werkzeuge. Im Ganzen fanden sich
hier wohl über 2000 Splitter, Steinkerne und Geräthe. Eine andere
derartige Fabrikstätte wurde zwischen den Ortschaften /Wilsede/ und
/Ober-Haverbeck/ im Amte /Soltau/ aufgefunden. Hr. Hilsenberg hat in
dankenswerther Weise eine charakteristische Auswahl der Fundobjekte und
eine genaue Beschreibung der betreffenden Plätze dem /Hannoverschen
Provinzial-Museum/ übergeben.

  (D. Reichsanz., Nr. 103.)

41) In dem Dorfe /Glienike/ bei Fürstenwalde wurde vor vier Wochen
ein /Bronzefund/ aus den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung
ausgegraben, der dem Märkischen Museum übergeben ist. In einer leider
zerfallenen Urne von schwach gebranntem, mit Steingrus gemengtem Thon
befanden sich 1 Speerspitze, 8 Sichelmesser, davon 1 verziert, 3
verzierte Armringe und 4 Celte, davon 3 nicht mehr vollständig. Das
Dorf liegt nahe an dem schönen Scharmützelsee, dessen nördliche Ufer
von den Abhängen der südlich von Fürstenwalde liegenden höchsten Berge
jener Gegend, dem Rauenschen Stein (450’, der Müggelberg ist nur 350’
hoch) und den Dubberowbergen (400’) begrenzt werden. Der Fund ist ein
weiterer Beweis für das Bestehen altrömischer Handelsbeziehungen mit
jener Gegend, neben den bereits früher am Scharmützelsee gefundenen
Bronzen, von denen wir außer römischen Münzen auch einen Bronzesporn
erwähnen, der sich ebenfalls im /Märkischen Museum/ befindet.

  (Nordd. Allg. Zeitung, Nr. 161.)

42) /Lauenburg/, 12. Mai. Vor einigen Tagen fanden Arbeiter bei
der Auswerfung eines Grabens auf dem hiesigen Schützenplatze in einer
Tiefe von 3 Fuß in einer mit Kohlen vermischten Sandschicht eine 138
Gramm schwere Armspange von reinem Golde, welche dem königlichen
Kreisgerichte zur weiteren Veranlassung übergeben worden ist. Der
Goldwerth der Spange ist von hiesigen Sachverständigen auf 300-350 m.
geschätzt, das Alter derselben auf 1000 Jahre.

  (Nordd. Allg. Zeitung, Nr. 188.)

43) Bereits im Jahre 1869 veröffentlichte Herr Lehrer Frank im
Groß-Gerauer Kreisblatt einen längeren Aufsatz über seine in Grabhügeln
bei dem Riedhäuser Hofe (ca. 3/4 Meilen südlich von Groß-Gerau)
gemachten Funde aus der germanischen Vorzeit. Im Herbst 1877 erhielt
ich die Nachricht von weiteren germanischen Funden, die bei der sog.
Schindkaute bei Groß-Gerau gemacht worden seien. Diese kamen damals
auch in meinen Besitz und befinden sich nun im hiesigen Großh. Museum.
In der Gegend von Groß-Gerau werden gewiß jedes Jahr derartige Funde
gemacht bei Gelegenheit der Feldarbeiten, und es ist nur zu bedauern,
daß solche oft gar nicht gewürdigt werden. In jüngster Zeit verbreitete
sich wieder die Kunde von gemachten Funden bei Berkach unweit
Groß-Gerau. Auf dem Felde, genannt „Aesch“, westlich vom Wege, der
von Dornberg nach Berkach führt, gleich am Ende der Parkmauer hatten
die Landleute beim Oeffnen der sog. Kauten römische Alterthümer, wie
eine Lampe, eine Thonfigur etc. gefunden. Seit langer Zeit fanden sich
hier eine Menge von römischen Münzen, die großentheils nach Groß-Gerau
wanderten und dort eine Sammlung von mehr als hundert Stücken, alle
hier gefunden, hervorriefen. Vor mehreren Tagen besuchte ich selbst
die Fundstelle und überzeugte mich, daß man es hier nicht im mindesten
mit einer geringen Niederlassung zu thun habe. Auf einem Gebiete von
mehreren Morgen liegen eine Masse von Scherben, theils von terra
sigillata, theils von Thongefäßen herrührend. Oben auf der Ackerkrume
las ich ein Stück Dachziegel auf mit dem Stempel der XXII. Legion.
Mehrere Bodenstücke von Terra sigillata-Gefäßen mit den Töpferstempeln
fanden sich hier ebenfalls. Bei einer geringen Untersuchung einer Kaute
in etwa 1-1/2 m. Tiefe stieß ich auf Reste römischer Mauerwerke aus
Sandsteinquadern und Quarziten von gar nicht unbedeutenden Dimensionen.
Ganze Stücke von Gipstünche kamen dabei zum Vorschein unter Asche und
Kohlenschutt. Zwei Münzen, die eine von Trajan, die andere von Hadrian,
beide hier gefunden, kamen auch in meinen Besitz, desgleichen ein
messerartiges Werkzeug oder Waffenstück von Eisen.

  /Rob. Schäfer./

  (Correspondenzblatt d. Gesammt-Vereins d. d. Gesch.- u.
  Alterth.-Vereine Nr. 3 u. 4, nach d. Darmstädt. Ztg.)

44) /Friedberg/, 23. März. Bald nach Bekanntwerden einer ziemlich
ausgedehnten Römerstätte nordöstlich von Ober-Wöllstadt entdeckte
Herr Oekonom G. Falck eine solche im Großgalgenfelde, eine auf der
Wart, dann eine im Kleingalgenfelde, sämmtliche drei letztgenannten
in der Gemarkung Friedberg. Nun geht der Entdecker über unsere
Gemarkungsgrenze und entdeckt abermals eine solche beim Steinfahren in
der Gemarkung Bad-Nauheim an der dortigen Gasfabrik, unweit der vor
wenigen Jahren aufgefundenen Römerstätte, auf dem sog. Biëlerschloß
bei Bad-Nauheim. Bei einer oberflächlichen Besichtigung fanden sich
unter römischen Backsteinen drei Ziegelstücke mit dem Stempel der legio
XI ohne Beinamen, um wiederum einen Beweis von der Anwesenheit dieser
Legion in Obergermanien zu liefern, und ein Stück mit einem andern
Stempelrest, wahrscheinlich der Vexillarier der legio XIV gemina,
martia, victrix. Da sich auf dieser Stelle auch eine Masse Reste von
Gefäßen, die offenbar nicht römischen Ursprungs, namentlich von großen
Salzsiedegefäßen fanden, ist dieselbe gewiß untersuchungswerth.

  (Daselbst.)

45) Am 20. Februar d. J. wurde in Mainz auf der neuen Wallstrasse am
Cavalier Boyen, unweit der alten Römerstrasse, ein /Steinsarg/
mit fünf Glasgefäßen gefunden. Die Gefäße von römischer Form wurden in
das Museum gebracht. Dicht dabei fand sich noch ein zweiter Steinsarg.
Beide Särge sind inschriftslos, in der bekannten geriefelten Art
bearbeitet, der eine auch mit den so häufig wiederkehrenden Eckleisten
im Innern versehen. Der Deckel des einen fehlt, der des anderen ist
zerbrochen und nach den Seiten abgedacht. Die ganze Weite der Särge
war mit Kalk ausgegossen, der die Leichen dicht umschloß. Beide Särge
fanden sich nur etwa zwei Fuß unter dem inneren Banket der Strasse
und sind von Nordwest gegen Südost gerichtet. Auf dem ganzen Höhenzug
liegen viele alte Grabstätten.

  (Dasselbe, Nr. 2.)

46) /Auenstein/, 28. April. In den letzten Tagen fand Bauer Retzer
vom Abstätterhof (nordwestlich unterhalb des Wunnensteins gelegen)
auf einem Acker, etwa 100 Schritte westlich vom Hof, Gebäudespuren in
der Tiefe, daß der Pflug daran anstieß, welche sich beim Nachgraben
als Reste eines ansehnlichen Gebäudes erwiesen. Die hierüber in der
„Neckarzeitung“ ausgesprochene Vermuthung, daß das die Reste einer
einstigen herzoglich württembergischen Meierei seien, ist schwerlich
richtig. Viel wahrscheinlicher sind es Reste einer einstigen römischen
Niederlassung. Kohlen, Asche, eine große Zahl Backsteine in den
Dimensionen, welche die Römer für Heizkanäle angewendet haben, aus
feinem, fast zinnoberrothem Thon, mit den bekannten Randleisten und
eingepreßten oder eingekratzten Linien, Scherben von Krügen oder
Schüsseln, aus einer grauen, lettigen Masse nach Art der Sutterkrüge
gebrannt, vor allem der vollständig erhaltene, aus /einem/ Stein
ausgehauene ca. 1 m. breite und 1,5 m. lange Kaminschoß und der Fundort
dieser Sachen in einem kellerartigen, ca. 3 m. langen und eben so
breiten Raum, dessen Umfassungsmauern noch stehen, lassen kaum einen
Zweifel daran, daß man es mit einem römischen Hypokauston (Heizkeller)
zu thun hat. Die eigentlichen Fundamentsmauern des Wohnhauses haben
einen weit größeren Umfang. Interessant ist ein ebenfalls dort
gefundener, wahrscheinlich auch in dem Heizkeller gestandener,
runder, steinerner Tisch, von welchem der Säulenfuß, ca. 15 cm. dick,
nach oben verjüngt, nach unten in einen breiten Wulst, kapitälartig
auslaufend und alles wie gedreht, noch wohl erhalten ist. Die runde
Tischplatte ist zerbrochen. -- Kaum eine Viertelstunde davon fand sich
vorigen Sommer gelegentlich der Straßenkorrektur zwischen Auenstein
und Beilstein ebenfalls eine sichere Spur einer einstigen römischen
Wohnstätte, ein kreisrund ausgemauerter Brunnen, gefüllt mit allerlei
Resten und Trümmern römischen Bauwesens. Letztere Römerstätte hatte der
scharfsichtige verstorbene Landestopograph Paulus schon entdeckt und
in seine römische Landeskarte und die Oberamtsbeschreibung eingetragen
sammt dem daran vorbeiführenden „Mauerweg“.

  (Staats-Anz. f. Württemb. Nr. 101.)

47) In einem Walde bei Eutingen in der Nähe von /Pforzheim/ wurde
jüngst bei Grabarbeiten eine beschädigte Merkurstatue aus weißem
Sandstein und eine Anzahl römischer Münzen aus der Zeit der Kaiser
Trajan bis Commodus gefunden. Da der Fundort an der ehemaligen (von
Pforzheim nach Oeschelbronn führenden) Römerstraße liegt, so wird
vermuthet, daß hier eine dem Handelsgott Merkur geweihte Kapelle
gestanden habe.

  (Staatsanz. f. Württemberg, Nr. 99.)

48) Eine Entdeckung von der höchsten Wichtigkeit für die Vorgeschichte
der Buchdruckerkunst, insbesondere aber für jene des Zeugdruckes,
hat im vergangenem Herbste der Direktor der Sammlungen des Berliner
Gewerbemuseums, Dr. Jul. Lessing, in Merseburg gemacht, wo er als
Umhüllung einer Reliquie ein etwa handgroßes Stück jenes zarten
Stoffes fand, in welchem man heute das Gewebe zu erkennen glaubt,
welches im Mittelalter den Namen Byssus trug. Auf dieses Stück ist in
mehreren Farben der Adler, welcher Ganymed entführt, in strengster
Stilisierung gedruckt. Die große Uebereinstimmung mit der gleichen
Darstellung auf der Goldflasche des Wiener Antikenkabinets fällt sofort
auf und führt zur Annahme, daß ein sassanidisches Werk vorliegt, daß
also in Persien im 5. u. 6. Jhdt. unserer Zeitrechnung bereits Zeuge
mehrfarbig bedruckt wurden, eine Thatsache die wiederum zu weitgehenden
Combinationen Anlaß geben mag.

49) /Straßburg/, 28. April. Das „Els. Journ.“ schreibt: Seit acht
Tagen sind die Arbeiter des Herrn Chertier unter der Leitung dieses
ausgezeichneten Goldarbeiters damit beschäftigt, die in getriebener
Arbeit hergestellten kupfernen Verzierungen auf die /großen Thüren
des Hauptportals am Münster/ anzubringen. Die schwierige Arbeit
wird noch etwa 3 Wochen in Anspruch nehmen. Schon heute können wir
mittheilen, daß auf den beiden Thürflügeln sich zusammen in den oberen
Arcaturen 8 sitzende Figuren; in den Rauten und Dreiecken der sechs
Füllungen 98 Bilder mit Figuren und 196 Verzierungen aus Blätterwerk;
in den Querstreifen 4 Arabesken in geringeltem Laubwerk mit Früchten
und auf dem Sockel sechs verschiedene Scenen sich befinden. Außer
diesen 312 Bildhauerarbeiten befinden sich noch auf den Thüren die
kleinen bogenförmigen Verzierungen am Obertheile derselben und nahe
an 300 getriebene Einsetzrosen auf den die Rauten bildenden Streifen;
außerdem zwei Löwenköpfe mit Klopfringen im Rachen, endlich an jeder
Thür zwei Hände, welche eine zum Zuziehen der Thüren als Griff dienende
runde Stange halten. Alle diese verschiedenen Verzierungen werden in
die Thürverschalung vermittelst eigens zu diesem Zwecke hergestellter
Nägel, nahezu 1600 an der Zahl, angebracht; um die Festigkeit der
Verzierung zu vermehren, werden die hohlen Theile derselben durch
einen besonderen Kitt vor ihrer Anbringung auf dem Holz ausgefüllt.
Sobald die Arbeiter des Hrn. Chertier ihr Werk vollendet, sollen, sagt
man, die großen alten, häßlichen Läden des großen Portals entfernt
und durch neue ersetzt werden, welche jedoch die Thürflügel nur bis
zur Hälfte der Höhe der verzierten Thüren erreichen würden. Dagegen
wäre es heute eine bestimmte Sache, zwischen den beiden Strebepfeilern
vor dem großen Hauptportal ein eisernes Gitter in gothischem Stil und
im Einklang mit der Hauptfaçade des Doms herzustellen, um das einzig
in seiner Art bestehende Prachtwerk hauptsächlich des Nachts gegen
etwaige Beschädigungen zu schützen. -- Das Gebälk des Daches der
/neuen Kuppel/ ist vollständig aufgestellt, und seit vorgestern
ziert das übliche, mit Bändern gezierte Tannenbäumchen die Spitze des
Baues. Im Laufe der Woche soll mit der Verschalung begonnen werden;
nach Beendigung dieser Arbeit wird das ganze Dach mit Kupferplatten
überzogen. Das Dach der Kuppel wird ein kolossales eisernes Kreuz in
romanischem Stile überragen; diese Verzierung hat 3 m. 50 cm. Höhe von
der Spitze des Daches aus. Seit einigen Tagen endlich ist der große
Bretterverschlag, welcher fast die Hälfte des Schloßplatzes einnahm,
verschwunden. Die großen Münsterarbeiten gehen nun mit schnellen
Schritten ihrem Ende entgegen.

  (D. Reichsanz., Nr. 103.)

50) /Halberstadt/, 9. Mai. Nachdem die /Restauration des
Domes/ fast vollendet worden, ist das Bestreben der Vertreter der
Domgemeinde dahin gerichtet, das Andenken einiger für Halberstadt
besonders bedeutungsvoller Männer dadurch zu ehren, daß die Säulen
des Hauptschiffes in dem prächtigen Gotteshause, sowie des nördlichen
und südlichen Kreuzarmes durch /Statuen/ derselben geschmückt
werden sollen. Durch Beiträge ist es ermöglicht worden, dieselben
unter Leitung des Bildhauers Schaper in Berlin ausführen zu lassen.
Die bereits aufgestellten Statuen des Johannes Baptista und des
Bonifacius finden die größte Anerkennung. In Zwischenräumen von je 2
Monaten werden Martinus, Augustinus, die Bischöfe Conrad v. Krosigk
und Burkhard II., Luther und Melanchthon vollendet werden. Als ein
Geschenk des Herrn von Hoym steht bereits im südlichen Kreuzarme die
Statue Karls des Großen, des Stifters des Bisthums. Auf ein Gesuch des
Ober-Dompredigers, Superintendenten Nebe, an Se. Hoheit den Herzog von
Braunschweig, gestatten zu wollen, daß neben der Statue des Gründers
des Domes, die des Herzogs Heinrich Julius von Braunschweig, welcher
den Dom reformierte, aufgestellt werde, ist die Genehmigung sofort
eingegangen.

  (Deutscher Reichs -Anz., Nr. 112.)

51) In S. Maria Lyskirchen in Köln hat man sehr interessante
mittelalterliche Malereien an den Gewölben des Mittelschiffes
aufzudecken begonnen. In jedem Felde der großen Kreuzgewölbe sind zwei
im Scheitel durch eintheilende Ornamentfriese oder Säulen getheilte
Darstellungen enthalten: je eine dem neuen Testament entnommene Scene
und die altestamentliche vorbildliche Parallelldarstellung. Den Fuß
nehmen Prophetenbilder mit Spruchbändern, auf welchen die auf die
neutestamentliche Darstellung sich beziehenden Schriftstellen des alten
Bundes enthalten, sind, sowie Kirchenschriftsteller ein. Es ist also
ein neues Beispiel monumentaler Darstellung jener durch die Biblia
pauperum und ähnliche Schriften des Mittelalters populär gewordenen
Bildercyklen gegeben und zwar in derartiger Anordnung, daß die südliche
Hälfte stets das neue Testament, die nördliche das alte enthält.

Aber auch an den Wänden der Kirche sind allenthalben Reste alter
Malerei zu Tage getreten, so daß der Cyklus romanischer Wandmalereien
der Rheinlande um eines der interessantesten Beispiele vermehrt ist.
Es scheinen indessen nicht alle Malereien derselben Hand zu entstammen.
Während sie theilweise die ganze Freiheit des fortgeschrittenen
Stiles des 13. Jahrh. zeigen, sind andere ungemein streng. Von
hervorragendster Bedeutung in Bezug auf Ernst und Großartigkeit der
Erscheinung ist ganz besonders eine sitzende Maria mit dem Kinde und
den anbetenden drei Weisen an der Westwand der Kirche.

52) Unter den mittelalterlichen Malerschulen Deutschlands führt
bekanntlich die kölnische den Reigen. Der erste, in bestimmtern Zügen
vor uns tretende Repräsentant derselben ist Meister /Wilhelm/.
Unter dem Jahre 1380 erwähnt die Limburger Chronik desselben mit
dem Bemerken, er sei „der beste Maler in teutschen Landen gewesen“;
er habe „einen jeglichen gemalt von aller Gestalt, als habe er
gelebt“. Wie Dr. Ennen in seiner Geschichte der Stadt Köln II, S. 521
berichtet, figuriert der genannte Meister in den Ausgabe-Registern
für die Jahre 1370 bis 1380, höchst wahrscheinlich als in städtischem
Dienste stehender Maler. Ueber dessen, zum Theile noch problematische
Schöpfungen findet sich in Schnaase’s Geschichte der bildenden Künste
(VI, S. 423 u. s. w.) eine eingehende Erörterung. Insbesondere
werden dort bei der jüngsten Restaurierung des Hansesaales aus der
Uebertünchung wieder an’s Licht getretene Wandgemälde hervorgehoben,
von welchen mit zureichender Sicherheit anzunehmen ist, daß sie
vom Meister Wilhelm herrühren. Es ergaben sich die Spuren von neun
lebensgroßen Gestalten, Spruchbänder haltend, zumeist jedenfalls
Propheten. „Sie zeigen“ -- wir citieren Schnaase -- „die Hand
eines vorzüglichen Meisters, übertreffen in der Linienführung und
Modellierung alle vorhergegangenen kölnischen Wandmalereien und
erinnern mehr an die nahestehenden Tafelmalereien.“ Leider konnten
diese Ueberbleibsel altkölnischen Kunstlebens nicht, angemessen
wiederhergestellt, an Ort und Stelle erhalten bleiben; drei Brustbilder
von Propheten wurden indeß mit dem Mörtelputze von der Wand abgelöst
und dem städtischen Museum überantwortet. Außer den Prophetenbildern
waren noch andere Darstellungen, theils in Bruchstücken, theils noch
wohlerhalten oder doch kenntlich, sichtbar geworden, insbesondere
kleinere, in Dreipässe eingeschlossene Figuren symbolischer und
legendarischer Art, wahrscheinlich im 15. Jahrhundert ausgeführt.
In Anbetracht der kunsthistorischen Bedeutung der vorbezeichneten
Schöpfungen der Kölner Malerschule hat gleich nach Aufdeckung derselben
ein gründlicher Kenner und eifriger Förderer der christlichen Kunst,
der Maler /F. A. Martin/ in Roermond, den Fund seinem ganzen
Umfange nach durchgepaust und möglichst getreu nach den Originalen
coloriert. Es wäre zu wünschen, dass diese Nachbildungen durch den
Uebergang in eine öffentliche Sammlung von Kunstwerken für alle Zukunft
gesichert und einem jeden, welcher sich für Derartiges interessiert,
zugänglich gemacht würden.

  (Köln. Volkszeitung, Nr. 108.)

53) /Ingolstadt/, 15. Mai. Die „Ing. Ztg.“ schreibt: Das alte,
im Jahre 1373 erbaute /Harderthor/ ist nahezu abgebrochen; aber
ein Andenken an dasselbe wie an die Pietät unserer Voreltern ist uns
hievon geblieben. Beim Abbruche dieses alten Baues -- als der im
Jahre 1430 oder spätestens 1542 im Innern dieses Thores eingesetzte
Gewölbebau niedergerissen wurde -- kam auf dem Verputze der östlichen
Seitenwand des ursprünglichen Baues ein Gemälde zum Vorschein, welches
Jesum am Kreuze, daneben die schmerzhafte Muttergottes mit zwei heil.
Frauen auf der einen Seite, dann den heil. Johannes Evangelista auf
der andern Seite vorstellt. Hunderte von Beschauern aus allen Ständen
drängten sich um dieses mehr als 300 Jahre verborgen gebliebene, noch
gut erhaltene Bild, welches nach seinen Vorzügen und Mängeln sicher
der zweiten Epoche der Gothik (1300-1400) angehören dürfte. Gelingt
die bisher mit so großer Mühe und Vorsicht bethätigte Lostrennung des
betreffenden Mauerstückes, dann wird dieses interessante Bild unserer
Stadt nicht blos in Photographie, sondern auch im Original erhalten
bleiben.

  (Augsburger Postzeitung, Nr. 116.)

54) Im Jahre 1882 sind es vierhundert Jahre, daß in Wien die erste
Buchdruckerpresse ihre Wirksamkeit begann, von welcher Thätigkeit noch
einige Flugblätter sich bis in unsere Zeit erhalten haben. Um dieses
kulturhistorisch bedeutsame Ereigniß in würdiger Weise zu feiern,
haben die Wiener Buchdruckercorporationen ein Comité gewählt, welches
außer den entsprechenden Festlichkeiten auch die Veranstaltung einer
Ausstellung, die ein Bild der Entwicklung des Buchdruckes und der
verwandten Geschäftszweige in den abgelaufenen vierhundert Jahren geben
soll, sowie die Herausgabe der Buchdruckergeschichte Wiens in Aussicht
genommen. Die Verfassung dieses Werkes wurde Hrn. Dr. Heinrich Kábdebo
übertragen, dem ein Comité von Fachmännern zur Seite steht, die ihn in
seinen Forschungen unterstützen werden.

  (Augsb. Postztg., Nr. 97.)

55) /Leipzig/, 4. Mai. Wie nunmehr feststeht, wird die
/Kunstgewerbe-Ausstellung/ am 15. Mai Vormittags durch Se.
Majestät den /König/ feierlich eröffnet werden. Höchst interessant
wird die Sammlung der /Alterthümer/ ausfallen. Se. Majestät der
König von Sachsen, die thüringischen Fürsten, soweit ihre Gebiete mit
dem Ausstellungsgebiete zusammenfallen, werden ihre Kostbarkeiten
senden. Auch die preußische Regierung gibt bereitwilligst aus ihren
Sammlungen her. Verschiedene Kirchen stellen ihre Schätze aus, so
Quedlinburg allein zwei Reliquienschränke etc. im angeblichen Werthe
einer halben Million. Braunschweig einige kostbare Büchereinbände u.
dgl. Halle wird den kostbaren Kelch aus St. Ulrich ausstellen, eine
Email-Arbeit über Golddraht, von einem alten Halleschen Meister u. s. w.

  (D. Reichsanz., Nr. 109.)

56) Am 10. d. M. wurde im Akademiesaale des kurfürstlichen Schlosses
zu Mainz eine /Ausstellung graphischer Darstellungen der Stadt
Mainz und ihrer Denkmäler/ eröffnet. Dieselbe umfaßt Pläne
der Stadt und Festung, Ansichten der Stadt und deren nächster
Umgebung, die hervorragendsten Denkmale, wie den Dom, die ehemal.
Liebfrauenkirche und sonstige kirchliche Bauwerke, seien sie
erhalten oder untergegangen, ferner öffentliche Gebäude, einzelne
Theile aus dem Innern der Stadt, Wohngebäude, kirchliche und profane
Denkmäler. Die Ausstellung bietet somit im Bilde einen Ueberblick
über die Stadt Mainz, ihre äußere Entwickelung, ihre Bedeutung
für die Kunstgeschichte, wie über ihre Stellung als Schlüssel des
Reichs und die Geschichte ihrer kriegerischen Wechselfälle. Unter
diesen verschiedenen Gesichtspunkten gewinnt die Ausstellung eine
über den engeren Heimatkreis hinausreichende Bedeutung. Durch die
außerordentlich reiche Beschickung von Seiten einzelner Besitzer und
Kunstfreunde wie von Anstalten und Behörden ist eine solche Fülle
von Materialien vereinigt, daß die Ausstellung eine nicht leicht
wiederkehrende Gelegenheit zur Förderung der historischen und
namentlich kunstgeschichtlichen Forschung bietet.

57) /Berlin./ Am 17.-19. April war die Centraldirection der _Monumenta
Germaniae_ zu ihrer jährlichen Plenarversammlung hier vereinigt.
Anwesend waren: Prof. /Dümmler/ aus Halle, Geh. Rath Prof. /von
Giesebrecht/ aus München, Prof. /Hegel/ aus Erlangen, Hofrath Prof.
/Sickel/ aus Wien, Prof. /Stumpf-Brentano/ aus Innsbruck und die
hier ansässigen Mitglieder Prof. /Mommsen/, Prof. /Nitzsch/, Geh.
Oberregierungsrath, Direktor der Staatsarchive /von Sybel/, Prof.
/Wattenbach/ und der Vorsitzende, Geh. Reg.-Rath /Waitz/; durch
Unwohlsein war verhindert Justizrath /Euler/ in Frankfurt a. M. Die
Herren /Sickel/ und /Stumpf-Brentano/ sind von der Akademie der
Wissenschaften in Wien aufs neue auf 4 Jahre zu Mitgliedern gewählt.

In dem abgelaufenen Jahre gelangten folgende Werke zum Abschluß: von
der Abtheilung der _Auctores antiquissimi_: 1) Tom. II: /Eutropii/
_breviarium ab Urbe condita cum versionibus Graecis et_ /Pauli
Landolfique/ _additamentis recensuit et adnotavit_ /H. Droysen/; 2)
Tomi III, P. 1: /Victoris/ _Vitensis historia persecutionis Africanae
provinciae sub Geiserico et Hunirico regibus Wandalorum recensuit_ /C.
Halm/; 3) /Pauli/ _Historia Romana in usum scholarum_ aus 1 (ebenso wie
Eutrop) besonders abgedruckt; von der Abtheilung _Scriptores_: 4) Tomus
XXIV. (fertig bis auf die Register); 5) /Wiponis/ _Gesta Chuonradi
II. ceteraque quae supersunt opera. Edit. altera. Accedunt Annalium
Sangallensium, Chronici Herimanni, Chronici universalis Suevici partes
et duo carmina codicis Cantabrigiensis. Recognovit_ II. /Bresslau/; von
dem neuen Archiv der Gesellschaft für ältere Deutsche Geschichtskunde:
6) Band 4, herausgegeben von Prof. /Wattenbach/, mit Berichten über
wissenschaftliche Reisen von Prof. /Frensdorff/, Dr. /Liebermann/,
Geh. Reg.-Rath /Waitz/ und anderen Beiträgen von /Arndt/, /Brosien/,
/Dümmler/, /Ewald/, /Hartwig/, /Krusch/, /Löwenfeld/, /Mey/, /E.
Ranke/, /Thaner/, /Waitz/, /Wattenbach/ und /Weiland/.

Ueber den Fortgang der Arbeiten in den einzelnen Abtheilungen ist
Folgendes zu berichten.

In der Abtheilung der _Auctores antiquissimi_ unter Leitung des Prof.
/Mommsen/ ist im Drucke fast vollendet die Ausgabe des _Corippus_ von
Prof. /Partsch/ in Breslau. Auch der Druck der Werke des _Fortunat_ von
Dr. /Leo/ hat begonnen. Kleine Chroniken des 5. u. 6. Jahrhunderts,
die Prof. /Mommsen/ selbst bearbeiten wird, die Ausgabe des _Ausonius_
durch Prof. /Schenkl/ in Wien, die Collationen und Vorarbeiten für die
_Variae_ des _Cassiodor_ und die Arbeiten für _Avitus_ und _Sidonius_
sind in gutem Fortgang.

Von der Abtheilung _Scriptores_, die der Vorsitzende leitet, ist, wie
oben bemerkt, der 24. Band vollendet. Er enthält außer dem, was schon
im vorigen Bericht hervorgehoben, eine Reihe von Localchroniken, die
noch dem 12. oder der ersten Hälfte des 13. Jahrh. angehören, wenn
auch zum Theil mit späteren Fortsetzungen. Die Brabant und Flandern
betreffenden Werke, Geschichte der Klöster Vicogne und Ardre, und das
ausführliche, etwas poetisch gefärbte Werk des _Lambert_ über die
Grafen von Guines hat Dr. Heller bearbeitet, die Kataloge und Chroniken
der Kölner Erzbischöfe Dr. /Cardauns/ in Köln; dazu kommen die
Denkmäler Freisinger Geschichte, Fortsetzungen der _Gesta Treverorum_
bis Boemund, mehrere bisher ungedruckte Metzer Geschichten, die
kleineren Aufzeichnungen über die schwäbischen Klöster Salem, Weißenau,
Marchthal, die interessanten Sammlungen und Nachrichten des Propstes
_Cono_ zur Geschichte von Lausanne, anderes über Vienne, endlich die
älteste Geschichte der Thüringer Landgrafen. -- Gleichzeitig ist
der Druck des 25. Bandes fortgesetzt, der im Lauf des neuen Jahres
vollendet werden soll. Für den 26. und den noch ausstehenden 13. Band
sind die Vorarbeiten bedeutend vorgeschritten.

Dr. /Krusch/ aus Görlitz hat die Bearbeitung des sogenannten
_Fredegar_ in Angriff genommen, der sich in den _Scriptores rerum
Francicarum aevi Merovingici_ an den _Gregor_ von Tours anschließen
wird, dessen lange erwartete Ausgabe nun für dieses Jahr in Aussicht
gestellt ist.

Für den 15. Band, der die Streitschriften aus der Zeit Heinrichs IV.
enthalten wird, hat Dr. /Schwenkenbecher/ in Glogau die Ausgabe
der dem _Waltram_ zugeschriebenen Schrift _De unitate ecclesiae_
vollendet.

Während /Dr. Rödiger/ in Straßburg und Dr. /Strauch/ in
Tübingen mit dem ersten Band der Deutschen Chroniken beschäftigt
sind, hat Dr. /Lichtenstein/ in Breslau, in Verbindung mit Prof.
/Busson/ in Innsbruck, für den dritten Band _Ottokars_ steirische
Reimchronik in Angriff genommen.

Eine Reihe von Collationen und Abschriften wurden durch verschiedene
Mitarbeiter in den betreffenden Bibliotheken besorgt. Zahlreiche
Handschriften sind aber auch in diesem Jahr aus den Bibliotheken des
In- und Auslandes zur Benutzung nach Berlin mitgetheilt worden.

In der Abtheilung _Leges_ nähern sich die Ausgaben der _Lex Ribuaria_
und _Lex Salica_ von Prof. /Sohm/ in Straßburg und die neue
Bearbeitung der _Capitularien_ von Prof. /Boretius/ in Halle
der Vollendung. An die letztere wird sich eine neue Ausgabe der
Fränkischen Concilien von Prof. /Maaßen/ in Wien anschließen.
Die Formelsammlungen hat Dr. /Zeumer/ übernommen. Von Prof.
/Frensdorff/ sind die Vorarbeiten für die Sammlung der Stadtrechte
fortgesetzt worden.

In der Abtheilung _Diplomata_ ist es gelungen ein erstes Heft der
Urkunden Deutscher Könige und Kaiser, Konrad I. und Heinrich I.
umfassend, zum Abschluß zu bringen.

Die von Hofrath Prof. /Winkelmann/ in Heidelberg übernommene
Ausgabe ungedruckter Urkunden der späteren Staufer und ihrer
Gegenkönige und Nachfolger bis Richard und Alfons wird außer dem in den
Sammlungen der _Monumenta_ vorhandenen Material auch das enthalten,
was Hofrath Prof. _Ficker_ in Innsbruck zusammengebracht hat, im
Ganzen über 500 Stücke, die in Anschluß an die aus dem Nachlaß Böhmers
veröffentlichten _Acta imperii_ demnächst zur Veröffentlichung gelangen
werden. Auch die von Prof. /Arndt/ in Marseille gefundenen
Actenstücke zur Geschichte Kaiser Friedrichs II. sollen hier ihren
Platz finden.

Der für das verflossene Jahr in Aussicht genommene Druck der Briefe
Gregors d. Gr. in der Abtheilung _Epistolae_ unter Leitung des Prof.
/Wattenbach/ hat einen Aufschub erlitten. Derselbe ist insoweit
aber auch nur günstig gewesen, als inzwischen die lange verschollene
Handschrift jener Briefe, die Paulus an Adalhard sandte, von Dr.
/Gillert/ in der k. Bibliothek zu Petersburg aufgefunden
ist. -- Die Ausgabe der von /Pertz/ im vaticanischen Archiv
abgeschriebenen Briefe wird Prof. /Wattenbach/ demnächst mit Hülfe
eines zweiten Mitarbeiters in Angriff nehmen.

In der Abtheilung _Antiquitates_ hat Prof. /Dümmler/ die
Vorarbeiten für die Sammlung der Gedichte karolingischer Zeit, über
die er im N. Archiv, Bd. 4, ausführliche Nachricht gegeben, so weit
geführt, daß der Druck im Lauf des Jahres begonnen werden kann; das
erste Heft wird die Zeit Karls d. Gr. umfassen.

Es stehen also eine Reihe bedeutender Publicationen in Aussicht.

=Mittheilung und Bitte um Auskunft.= Im Besitze Sr. K. Hoheit des
Prinzen Georg, Herzogs zu Sachsen befindet sich eine in Birnbaumholz
ausgeführte Schnitzerei, eine Grablegung darstellend, 56 cm. hoch, 70
cm. breit, vorn mit ~1523~ auf der Rückseite mit ~Veit 1523
Stoß~, bezeichnet. Sie stammt aus dem Besitze des Königs Friedrich
August IV. von Sachsen; wie sie in denselben gelangte, ist unbekannt.
Diese ausgezeichnete Arbeit zeigt 5 freie Figuren, welche sich um den
Leichnam Christi gruppieren; nur die Rückseite ist glatt gearbeitet,
ohne Zweifel dazu bestimmt, sich an eine Fläche zu legen. Die Rückseite
zeigt ferner schwalbenschwanzartige Einschnitte mit Aufsatzöffnungen,
wol bestimmt für Befestigungen an der Hinterwand, zugleich um wol
drei Kreuze, jenes des Heilandes und jene der Schächer, aufzunehmen.
Die Schnitzerei dürfte den Theil eines großen Altarschnitzwerkes
bilden; sie ist von hoher künstlerischer Vollendung in der Anordnung
der Figuren, wie in dem Ausdruck der Gemüthsbewegung, und zeigt die
Eigenthümlichkeiten der anerkannten Werke des Veit Stoß und dessen
Schule. Die ursprüngliche Polychromie ist bis auf wenige Stellen
vollständig entfernt. Eine Photographie des Werkes übermittelte ich
dem germanischen Museum, welches deren Einsicht gestattet; auch
wäre ich bereit, unter Umständen, wenn zu kunstgeschichtlicher
Richtigstellung nöthig, weitere Abzüge und Uebersendung derselben zu
vermitteln. Die Schnitzerei befindet sich jetzt ausgestellt auf der
Kunstgewerbe-Ausstellung zu Leipzig.

An die Herren Kunstgelehrten und Künstler richte ich die ganz
ergebenste Bitte, mir gütige Mittheilung machen zu wollen, falls irgend
welche Beziehungen der beschriebenen Schnitzerei zu einer größeren
Altarschnitzerei oder dergl. anzunehmen wären.

  /Dresden/, Mai 1879.                     Dr. R. /Steche/.



Verantwortliche Redaction: Dr. A. /Essenwein/. Dr. G. K.
/Frommann/.

Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in
Nürnberg.


Gedruckt bei U. E. /Sebald/ in Nürnberg.



  ANZEIGER
  FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.

  Neue Folge. Sechsundzwanzigster Jahrgang.

  [Illustration]

  =Nürnberg.= Das Abonnement des Blattes, welches alle Monate
  erscheint, wird ganzjährig angenommen und beträgt nach der neuesten
  Postconvention bei allen Postämtern und Buchhandlungen _Deutschlands_
  incl. Oesterreichs 3 fl. 36 kr. im 24 fl.-Fuss oder 6 _M_.

  Für _Frankreich_ abonniert man in Paris bei der deutschen
  Buchhandlung von F. Klincksieck, Nr. 11 rue de Lille; für _England_
  bei Williams & Norgate, 14 Henrietta-Street Covent-Garden in London;
  für _Nord-Amerika_ bei den Postämtern Bremen und Hamburg.

  Alle für das german. Museum bestimmten Sendungen auf dem Wege des
  Buchhandels werden durch den Commissionär der literar.-artist.
  Anstalt des Museums, /F. A. Brockhaus/ in Leipzig, befördert.

  ORGAN DES GERMANISCHEN MUSEUMS.

  1879.    Nº 6.    Juni.



Wissenschaftliche Mittheilungen.



Der Freibrief der Stadt Plauen vom J. 1388.

Die Stadt Plauen im Vogtlande, jetzt die fünftgrößte Stadt Sachsens,
wird urkundlich zuerst im J. 1122 als „/vicus/ Plawe“ erwähnt in
dem vom Bischof Dietrich I. von Naumburg ausgestellten Stiftungsbriefe
der St. Johanniskirche zu Plauen, welche von dem Grafen Adalbert von
Everstein, damals Herr des pagus Dobna, in jenem Jahre erbaut worden
ist.[213] Als „/ciuitas/ Plawe“ läßt sich Plauen bis jetzt zuerst
in einer Urkunde vom Palmsonntag 1276 nachweisen.[214] Schon 1224 wird
aber „der Vögte Schloß“ zu Plauen aufgeführt,[215] und im J. 1232 (10.
Mai) erscheint Henricus de Wida (Weida), des Kaisers Friedrich II.
Feldhauptmann und Reichsvogt, -- als „dominus de Plawe“; zu gleicher
Zeit sein Sohn Heinrich (II?) als „advocatus de Plawe“.[216] Auf welche
Weise die Herren von Weida in den Besitz Plauens unter der Lehenshoheit
der Eversteine gelangt sind, ist noch nicht bekannt, ebensowenig genau
das Jahr, bis zu welchem die Eversteine die lehnsherrlichen Rechte
ausübten; (sicher noch bis 1278). Zu Anfang des 14. Jahrh. müssen die
Vögte im völligen, freien Besitze der Stadt und Herrschaft Plauen
gewesen sein; denn am 16. März 1327 trugen Heinrich der Aeltere (IV?,
von Limmer „der Kluge“ genannt[217] und sein Sohn ihre Herrschaft
Plauen mit allem Zubehör, namentlich den Vesten und Schlössern Liebau,
Johannsgrün, Schöneck, Planschwitz, Stein, Tirbel und Gattendorf, dem
Könige Johann von Böhmen freiwillig zu Lehen auf, um sich gegen die
fühlbar werdende Uebermacht der Markgrafen von Meißen und Landgrafen
von Thüringen besser zu schützen.[218] Der Sohn und Nachfolger König
Johanns, Kaiser Karl IV., erklärte 1356 (Reichstag zu Metz) die
Herrschaft Plauen für ein /erbliches/ Lehen der Krone Böhmen,[219]
und so verblieb Plauen unter dieser Lehenshoheit bis 1466. Im Laufe
dieses Zeitraums entwickelte sich die Stadt in erfreulichster Weise.
Von ganz besonderer Wichtigkeit für diese Entwickelung war das
Privilegium, welches in der zweiten Hälfte des 14. Jahrh. der Stadt
verliehen wurde, das Privilegium der völlig freien Gütervererbung und
der Freizügigkeit ihrer Einwohner.[220] Nach Herm. Fiedler[221] soll
schon 1368 von Vogt Heinrich V. ein solches Privilegium ertheilt worden
sein; ich habe jedoch die urkundliche Unterlage für diese Aufstellung
bis jetzt noch nicht finden können. Wohl aber enthält ein altes,
Fiedlern unbekannt gebliebenes Stadtbuch der hiesigen Rathsbibliothek,
welches am 23. Nov. 1388 im Auftrage des Bürgermeisters und der
Rathsherren Plauens von „Fridericus Eybanger de Nurnberg Magister
septem art. liberal. necnon Rector scolarium ac prothonotarius opidi
plawe“ angelegt worden ist, u. a. auf seinem viertletzten Blatte
eine Abschrift einer von Vogt Heinrich VI. (? dem „Unvergeßlichen“)
ausgestellten „litera libertatum domini nostri de plawe data Ciuitati“
vom Montag vor Tiburtius und Valerianus (14. April), d. i. vom 13.
April, 1388. Da dieselbe bis jetzt nirgends publiciert ist und nicht
blos von localem Interesse sein dürfte, so erlaube ich mir, sie
nachstehend zu allgemeiner Kenntniß zu bringen.

Wir Heinrich Voigt von plawe herre do selbens vnd alle vnsere erben
bekennen vnd tun kunt offenlich an disem gegenwertigem brif vnd wollen
daz ez wiszenlich sey allen den dy yn sehent horent oder lesen daz wir
mit gutem willen vnd mit Rate vnsrer getrewen manne lyhen[222] vnd
gelyhen haben czu rechtem erbe vnsern getrewen burgern gemeynclich der
Stat zu plawe vnd allen yren nachkumlyngen vnd allen yren mitburgern
vor der Stat vnd yn der Stat alle yre guͤte czu ersterben[223]
vff dy nehsten frundt wer sich der nehste czu der sibpe gezihen[224]
mag oder wem ers mit gutem willen bescheidet ez sey frawe oder man
junchfrawe oder knecht der sich in dy sibpe gezuhet.[225] Auch ist
mit namen[226] geredt worden ab[227] eyn man sturbe vnd sich eyn
auzwendiger[228] man zu den guten czuge[229] der der nehste were der
sibpe der schol dy gute vorvarn[230] vnd do von tun daz der selbe
vorgestorben man von den guͤten getan hat.

Auch ist geteydinget vnd geredt[231] welch man von vns varn wolle
der schol czu vns vrloube nemen vnd schol sich enbrechen[232] von
vns vnd von den vnsern wy recht ist so schullen wir yn lazen varen
vnbeschedigt. Noch mere ist geredt vnd wir sy [_die Plauenser_] auch do
mit begnadet haben welch man her zu vns zuhet der schol dy vorgescriben
recht haben dy vnser vorgenandten burger haben der do burger wirt vnd
Stat recht tut.

Diser vorgescriben rede sint gezewge vnd teydinger[233] gewest dise
erbarn lewte her jan Rabe, hentz Rabe, vlrich Sack, marquart von
milen, friderich von jhesnitz, heinrich Rosennitz, jan Tenner, otto
Roder, hans von Kospode, friderich von Kospode, Rudiger faseman vnd
der junge Cunrad Roder. Auch dez gezewge vnder den burgern von ersten
Cunrad von pirk zu der czeit burgermeister dornach heinrich Canis,
Albrechte von Theymen Tuͤrpos (?), Nikel Augenlehtz, nikel meister
nikel Gruͤner, Ott Toltz, heinrich Tewfel, heinrich fritzschen dy zu
der czeit an dem Rat gewest seyn vnd daz wir dise vorbescribene rede
vnvorbrochen stete vnd gantz halden wollen henge wir vnsere jnsigel
an disen vnsern offen brife der ist gegeben nach gotes geburt Tausent
jar dryhundert jar darnach in dem achten vnd achtzigstem jar an dem
nechsten montag vor Sancti Tyburcij et valeriani tage der heiligen
marterer.

  /Plauen/ i. V.    /Joh. Müller./

FUSSNOTEN:

[213: C. P. /Lepsius/, Gesch. d. Bischöfe d. Hochstiftes Naumburg. I.
Th. (1846), S. 238.]

[214: /Lobensteiner/ Intelligenzblatt v. 1792, S. 168. -- In derselben
Urkunde begegnen wir zum ersten Male einem „/commendator/ domus
teutonice in Plawe“, Namens Heinrich. Das Deutschordenshaus läßt sich
schon 1238 in Plauen nachweisen.]

[215: W. /Tittmann/, Gesch. Heinrichs d. Erlauchten. (Dresden, 1845) I,
233.]

[216: In dem Diplom, durch welches Kaiser Friedrich die beiden Herren
mit der Bergwerks- und Münzgerechtigkeit in ihrem Herrschaftsgebiete
belehnt, abgedruckt bei Pet. /Beckler/, Stemma Ruthenorum,
Reußisch-Plauische Stammtafel (1684), S. 97.]

[217: Die Zählung und Bezeichnung der Heinriche von Plauen differiert
bei den Forschern Limmer (Gesch. d. Vogtl. 4 Bde.), Majer (Chronik
d. fürstl. Hauses der Reussen v. Plauen. Weimar, 1811), Wenk (Vogtl.
Krieg, 1877), Cohn (Stammtafeln z. Gesch. der Europäisch. Staaten I)
ungemein. Ich halte mich zunächst an die handschriftl. Aufzeichnungen
des im vorigen Jahre verstorbenen Chronisten Plauens, Mag. Herm.
Fiedler (Verf. der Schriften: Die Stadt Plauen i. Vogtl. 1874. Beiträge
zur Gesch. v. Plauen, 1876), der wohl bis jetzt die beste Kenntniß über
die Vögte Plauens besessen hat.]

[218: /Majer/, a. a. O. 64. J. G. /Jahn/, Gesch. d. Sächs. Vogtlandes
(Oelsnitz, 1863), S. 33, wo ein freilich nicht kritisch genauer Abdruck
der Urkunde gegeben wird.]

[219: Urkunde „Dat. Metis 1356 feria secunda ante diem b. Luciae Virg.“]

[220: Zu den drückendsten Beschwerden, welchen /namentlich die hörigen/
Einwohner und Handwerker unterworfen waren, gehörte das sogenannte
/Budtheil/ (biondella, domuncula) oder Hauptrecht, nach welchem kein
Familienhaupt über sein Hab und Gut testamentarisch verfügen konnte,
da es dem Vogte oder Leibherrn zustand, von den beweglichen Gütern des
Verstorbenen sich anzueignen, was ihm eben gefiel. Vgl. /M. B. Lindau/,
Gesch. d. Haupt- und Residenzstadt Dresden (1859) I, 65 f.]

[221: Die Stadt Plauen, S. 12.]

[222: verleihen.]

[223: vererben.]

[224: wer als der nächste zur Blutsverwandtschaft gehören mag.]

[225: mit der Sippe zusammengehört.]

[226: namentlich.]

[227: ob, wenn.]

[228: auswärtiger.]

[229: das Gut vor Gericht als sein eigen nachweise, auf dasselbe
Anspruch mache.]

[230: verwahren (?).]

[231: gerichtlich verhandelt und verabredet.]

[232: entbrechen, d. i. befreien, losmachen.]

[233: Zeugen und Sachwalter.]



Lateinische Verse

aus einer Münchener Handschrift des 14. Jahrh.


Auf dem letzten Blatte (92b) des Cod. lat. Monac. 4350 aus St. Ulrich
und Afra stehen folgende Verse gegen die Bettelmönche:

  Fratres currentes per mundum dona petentes
  Sunt cunctas gentes in mundo decipientes.
  Quosdam ligentes (_sic_), quosdam pugunt (_sic_) quasi sentes
  Et quasi serpentes acuunt ligwas quoque dentes,
  Ut sint rodentes comedentes atque bibentes,
  Ventres implentes, dominabus sicque placentes,
  Omnia colentes, mendaciter semper agentes.
  Car infelices monachi faciunt meretrices
  Sanctas ancillas, quoniam supponitis illas.
  O turpes fratres, vos curritis per civitates
  Et mendicatis universaque rogatis,
  Ova, frumentum, sagimen, caseos centum,
  Nummos pro panno, tamen hoc fit quater in anno.

Auf dieses in Form und Inhalt gleich mangelhafte und nur als
Stimmungszeugnisß zu beachtende Stück folgt ein etwas besseres
Frühlingslied:

   1. Estas jam redit florida
      Yemps quam nuper horrida
      Tempus instat amabile
      Mentis necans omne vile:

      rosas ferens et lilium
      fugarat in exilium.
      cunctisque delectabile,
      flores nunc juvenescunt.

   2. Dulcis garritus avium
      Aromatumque swavium
      Flores depingunt gramina,
      Juueno (sic) oblectamina

      en resonat in nemore,
      erbe redolent more.
      per prata currunt agmina
      et vetera vanescunt.

   3. Hec omnia sunt vanitas
      Clara cujus amenitas
      Ista nobis dat gaudia,
      Sed remanent perennia

      unius respectu virginis,
      solem obumbrat radiis.
      que non sunt transitoria,
      viceque sempiterna.

  Amen.

  /Berlin./          /W. Wattenbach./



Die heraldischen Kronen auf Siegeln des niederen Adels.


Daß sich, im Sinne des Mittelalters zu sprechen, zu Helm und Schild
geborene Personen auf ihren Siegeln statt des Helmes wol auch der Krone
bedienen, ist an und für sich auffallend genug; denn was soll, so fragt
man billiger Weise, das bildliche Zeichen hoher, königlicher Würde
im Wappenbilde eines sicherlich nicht zur Fülle der Macht berufenen
Mannes? Aber auch Frauen führen bekanntlich die sogenannten Rangkronen
über dem Wappenschilde, und es hat sich sogar in der Neuzeit das
Herkommen gebildet, nicht den Helm, sondern die Krone hauptsächlich in
den Siegeln des schönen Geschlechtes zur Verwendung zu bringen.

Ich beabsichtige nun keineswegs, über diesen Gegenstand, dessen
Erörterung ich den Sphragistikern überlassen möchte, Vermuthungen
auszusprechen; wohl aber erlaube ich mir, auf ein in ziemlich gut
erhaltenem Abdruck vorliegendes Siegel aufmerksam zu machen, weil
dasselbe ein ungemein frühes Beispiel einer, über den Schild einer
weder zum Fürsten-, noch zum Herrenstande zählenden Persönlichkeit
gestellten, heraldischen Krone ist.

Es handelt sich um das Siegel eines graduierten Klerikers. Dasselbe
hängt an einer im Generallandesarchive zu Karlsruhe befindlichen
Originalurkunde 1480 (verbis) montag nach Katharinentag (Nov. 27.),
Sect. Ueberlingen-Pfullendorf, Conv. XIII.

Der Siegler, „Cunradus Gaͤb, lerer der recht, vicarj des hofs
zu Costenntz und pfarrer zu Sulgen“, bringt, in Gemeinschaft mit
dem zuerst genannten und in rothem Wachse siegelnden Abte Johann
von Salmansweiler, zwischen dem Abte des Klosters Königsbronn und
dem Priester Michael Setzing, Leutpriester zu Pfullendorf, einen
gütlichen Vergleich über Novalzehenten zu Stande. Sein Siegel ist
ein gewöhnliches Rundsiegel in grünem Wachs, unbedeutend größer als
die Mehrzahl der damals vom niederen Adel geführten Siegel, ungefähr
von der Größe eines Zweimarkstückes. Das Wappenbild ist ein von
rechts nach links gezogener Schrägbalken, die Schildform die damals
übliche halbrunde. Zur Bezeichnung des Unterschiedes von Farbe und
Metall ist der Schild zierlich gegattert, so zwar, daß in den hiedurch
gebildeten, sehr fein gezogenen Quadrätchen je ein Kreuzchen zu stehen
kommt. Der Schild steht gerade. Ueber demselben befindet sich in
völlig deutlicher Ausprägung eine Krone mit fünf Zacken, von denen
jede in ein Dreiblatt endigt (sog. Laubkrone). Ueber die in der Mitte
befindliche Zacke hebt sich aber, unverkennbar als Kleinod (zimier),
ein Federbusch, der nicht auf den Schild aufgesetzt ist, sondern, so
zu sagen, aus der Mitte der Krone emporsteigt. Der Schild ist von
einem gut stilisierten, mehrfach gebrochenen Spruchbande umgeben.
Leider ist die Legende nicht sonderlich wohlerhalten; doch lese ich
mit völliger Sicherheit: S’. CONRAD GÄB und dazu als Schluß noch ein
Wort, welches aller Wahrscheinlichkeit nach licentiati heißen wird,
alles in kleinen gothischen Buchstaben, damaliger Druckschrift ähnlich.
Ueber das Herkommen des Konrad Gäb ist mir Näheres nicht bekannt.
Er wird zum Jahre 1484 als Doctor Conrad Gäb, Vicarius des Bischofs
Otto von Constanz, in der Zimmerischen Chronik I, 486 genannt. In
Freiburg in Breisgau saß schon zu Anfang des 14. Jahrhunderts das
siegelfähige Geschlecht der Geben, welches vielfach in der Zeitschrift
für Geschichte des Oberrheins (Band XII, XIII, XVII, XXX) genannt
wird. In Schreiber’s Urkundenbuch der Stadt Freiburg II, 1, Taf. VII,
34 findet man die Abbildung des Siegels Cuͦnradi dicti Geben zum
Jahre 1370, durch welche, in Verbindung mit den Siegelbeschreibungen
der genannten Zeitschrift, die Uebereinstimmung des Wappenbildes der
Freiburger Familie mit jenem des Constanzer Generalvicarius außer Frage
gestellt wird. Ohne hieraus einen genealogischen Zusammenhang stricte
deducieren zu wollen, glaube ich doch die Wahrscheinlichkeit eines
solchen annehmen zu müssen. Der Licentiat oder Doctor Konrad Gäb führt
also sein Familienwappen und über demselben eine Krone, als das älteste
mir bekannte Beispiel der Anwendung einer heraldischen Krone über dem
Wappenschilde eines Mittelfreien.

  /Karlsruhe./

  /Dr. Frhr. Roth v. Schreckenstein./



Ueber Kronen.

Bemerkungen zu dem Siegel des Dr. Konrad Gäb.


Das in vorhergehendem Aufsatze beschriebene Siegel ist jedenfalls
sphragistisch hochinteressant, und es ist lebhaft zu bedauern, daß der
Herr Verfasser uns nicht in die Lage setzen konnte, eine Abbildung
desselben zu geben. Das Interesse liegt in der schwer erklärbaren
Bedeutung der Krone; doch möchten wir der Bezeichnung derselben als
„/heraldische Rangkrone/“ nicht zustimmen. Sie hat kaum Bezug
zum Rang des Siegelführers; aber es können auch Rangkronen nicht
als „heraldisch“ bezeichnet werden, wenn schon dies in unserer Zeit
geschieht.

[Illustration: Fig. 1.]

[Illustration: Fig. 2.]

[Illustration: Fig. 3.]

Das Mittelalter kannte allerdings bereits Rangkronen und wendete
sie auch in Verbindung mit der Heraldik an, aber nur für wirkliche
Kronenträger und in der ihrem Range entsprechenden Form. Wir finden
kaiserliche und königliche Wappen, bei denen statt des heraldischen
Helmes mit der Helmzier die Krone auf dem Schilde steht, und können
im 15. Jahrh. einen feststehenden Typus für die Kaiserkronen finden,
der merkwürdiger Weise scheinbar in gar nichts mit der wirklichen
Kaiserkrone übereinstimmt, aber nicht blos in Verbindung mit der
Heraldik auftritt, sondern der gesammten Kunst des 15. Jahrh. angehört.
Wie weit diese Unterscheidung etwa in das 14. Jahrh. hinaufgeht, können
wir zur Zeit nicht feststellen; im 15. finden wir sie gegeben und sehen
darin die Grundlage der „Rangkronen.“ Die Königskrone unterscheidet
sich bei allen Darstellungen -- Ausnahmen aus Mißverständnissen
oder besonderen Gründen vorbehalten -- jener Zeit, auch wo sie in
Verbindung mit der Heraldik auftritt, von der Kaiserkrone dadurch,
daß sie ein einfacher, mit Laubzacken besetzter Reif ist, während
die Kaiserkrone Bügel hat, die sich über dem Kopf wölben. Wenn es
nun auffallen muß, daß diese typische Form der Kaiserkrone keine
Aehnlichkeit mit der wirklichen hat, so hat dies seinen Grund darin,
daß die wirkliche Kaiserkrone sehr wenigen Künstlern je selbst zu
Gesicht kam und auch dem Volke unsichtbar war, da sie ja der Kaiser
selbst nur bei der Krönung trug, so daß die Künstler sich deshalb ein
typisches Bild machten, an welches auch das Volk sich derart gewöhnte,
daß es selbst in officiellen Darstellungen auftritt. Wenn wir absehen
von dem alten Holzschnitte[234] vom Beginn des 15. Jahrh., welcher
die Reichskleinodien vor Augen führt und „Kaiser Karls Krone“ so,
wie sie Fig. 1 in einer Hälfte dargestellt erscheint, abbildet, so
ist in vielen späteren Bildern eine der bischöflichen Mitra ähnliche
Form wiedergegeben; so insbesondere bei Wohlgemuth, welcher in der
Schedel’schen Chronik consequent die Kaiser und Könige in der Krone
unterscheidet. Wir erhalten davon ein deutliches Bild durch die
zwei Figuren, welche wir der Darstellung des deutschen Reiches und
seiner Glieder entnommen haben (Fig. 2) und die den Kaiser und den
König von Böhmen zeigen. Grünenberg gibt in seinem Wappenbuche eine
Darstellung der Kaiserkrone, welche auch im wesentlichen mit der Krone
übereinstimmt, die Kaiser Friedrich IV. auf seinem Grabmale in der
St. Stephanskirche zu Wien trägt (Fig. 3). Es ist dieselbe Hauptform,
welche später, am Schlusse des 16. Jahrh., der sog. „österreichischen
Hauskrone“ gegeben wurde, die, dem Kaiser dienend, nicht
Reichseigenthum, sondern solches des österreichischen Kaiserhauses war,
also auch außer der Krönung zur Verfügung stand und noch heute als
österreichische Kaiserkrone betrachtet wird. Wie entstand diese Form?
Betrachten wir (Fig. 4) die deutsche Kaiserkrone, so zeigt sich, daß
sie in nichts mit jener auf Friedrichs IV. Grabstein übereinstimmt, als
daß ein Kreuz oberhalb der Stirne steht, von welchem ein Bügel nach
rückwärts geht. Aber wir sehen neben der Hülse, in welcher der letztere
an der Rückwand und ebenso an der Vorderwand befestigt ist, noch zwei
solche etwas schräg stehende Hülsen. In diesen mag je ein flacher
Bügel befestigt gewesen sein, der als oberer Rand je eines halben
Käppchens von Sammt oder Seide diente und sofort das Charakteristische
der typischen Künstler-Kaiserkrone auch an der echten erscheinen läßt,
so daß es klar wird, wie die Künstler ihr Bild der bloßen Erinnerung
der Wirklichkeit entnahmen, indem sie nur die 8 Schildchen der echten
Krone, die sie nie nahe gesehen, in Laub umwandelten. Während die erste
uns bekannte Darstellung, die sich einigermaßen der echten Kaiserkrone
nähert, in dem Nürnberger Heilthumsbuch von 1493 enthalten ist (Fig.
5), zeigen selbst jene Siegel Kaiser Maximilians I., bei welchen
eine Krone statt des Helmes auf dem Schilde ruht, nur den Typus der
Bügelkrone, wie er populär war. Auf einem vom Kaiser verbreiteten
Flugblatte von 1508 erscheint am Fuße das Wappen Fig. 6.

[Illustration: Fig. 4.]

[Illustration: Fig. 5.]

Diese Kronen bei kaiserlichen Wappen sollen aber Kaiser- und keine
Königskronen sein, sie sollen des Kaisers Rang bezeichnen, wenn auch
das Grabmal Friedrichs IV. ähnliche Kronen auf anderen Schilden
zeigt. Bei dem Wappen von Alt-Oesterreich steht der Herzogshut auf
dem Schilde (Fig. 7) und trägt merkwürdiger Weise auch die Helmzier,
die eben zum Helm gehört, nicht zur Krone. In ähnlicher Weise, wie
hier der Herzogshut angewendet ist, tragen die Wappen der Päpste und
Bischöfe die Tiara und Mitra, das Wappen des Dogen von Venedig den
Dogenhut u. s. w., /um den Rang zu bezeichnen/. Aber während diese
Darstellungen bis in das 15. Jahrh. hinaufgehen, ist uns kein Beispiel
bekannt, daß Dynasten oder niederer Adel damals schon Rangabzeichen
mit dem Schilde verbunden hätten, noch weniger, daß sie das Zeichen
eines Ranges, den sie nicht besaßen, also eine Königskrone, als
Rangabzeichen gebraucht hätten. Als nach dem Mittelalter die Sitte
allgemein wurde, Rangabzeichen mit den Wappen zu verbinden, war es
auch nicht die Königskrone, welche jene Herren führten, sondern ein
ihnen eigenthümliches, je ihren speziellen Rang ausdrückendes Zeichen,
welches wir, weil es mit einer Königskrone Aehnlichkeit hat, als
„Grafenkrone“ oder „Freiherrenkrone“ bezeichnen. Für deren Entstehung
kann aber unser Siegel des Dr. Gäb doch keinen Anhaltspunkt gewähren;
denn die Krone dieses Siegels ist eine Königskrone, also keine, welche
den Rang des Dr. Gäb bezeichnete.

[Illustration: Fig. 6.]

Wenn es somit auch nicht schwer fällt, die vom Herrn Verfasser des
vorhergehenden Aufsatzes gewählte Bezeichnung umzustoßen, so ist es um
so schwieriger, die Bedeutung der Krone in diesem Siegel festzustellen.

In der Heraldik kommt die Krone (Königskrone) als Schildfigur häufig
vor. Als eigentliches Helmkleinod sie gesehen zu haben, erinnern wir
uns nicht; wohl aber kommt sie oft genug als Hülfskleinod, ähnlich
wie die Federkörbe, Wulste u. dgl. vor. Dafür erscheint sie bei dem
vorliegenden Siegel zu groß, da der Federbusch sie nicht ausfüllt.
Sollte nur der Siegelstecher sie in die Breite gezogen haben, weil
im Mittelalter jedes Feld durch die Figuren entsprechend gefüllt
sein mußte, ein Grundsatz, der jedem Maler oder Bildschnitzer für
jede Composition ebenso galt,[235] wie dem Heraldiker für die
Schildzeichnung, und den auch jedes schöne Siegel bezüglich der
Darstellung, ob diese nun eine heraldische war oder nicht, zur Geltung
bringt?[236] Unbedingt überzeugend ist allerdings diese Erklärung
nicht. Ist es etwa besser, anzunehmen, daß Gäb einer Bruderschaft
oder einem Orden angehörte, deren Symbol die Krone war? etwa einer
Bruderschaft der Himmelskönigin? Führte er deshalb eine Königskrone im
Siegel? die Krone der Himmelskönigin? Sollte aber auch die Krone nichts
anderes sein, als ein vom Künstler der Form des Siegelfeldes wegen ins
Breite gezogenes Hülfskleinod, so ist die Darstellung des Kleinodes
ohne Helm als Siegelbild höchst interessant, wenn auch nicht ohne
Parallelbeispiele.

[Illustration: Fig. 7.]

Zum Schlusse noch ein Wort über die Bezeichnung der Rangkrone überhaupt
als „heraldische“. Diese Bezeichnung erscheint uns, so allgemein sie
auch ist, nicht zutreffend. Heraldisch sind doch nur Schildfigur und
Kleinod, etwa Schildhalter. Sie sind eine heraldische Illustration des
Familiennamens. Der Rang des Trägers gehört in ein anderes Gebiet. Der
Träger führt seinen Rang eben so wohl wie seinen Namen; /er kann
also mit seinem Wappen die Rangbezeichnung verbinden/; sie wird
aber dadurch nicht Theil des Wappens, sondern Zugabe zu demselben, wie
sie auch nicht Theil des Monogramms oder des Buchstabens wird, wenn
der Träger seine Rangbezeichnung dem Namensinitial beifügt, eben so
wenig als man bei Verbindung von Ordensabzeichen mit dem Wappen diese
als heraldisch bezeichnen kann, während gewiß zur Darstellung der
persönlichen Verhältnisse diese Verbindung eben so berechtigt ist, als
jene des Rangabzeichens mit dem heraldischen Abzeichen des Trägers. Die
Verbindung der Darstellung sonstiger persönlichen Verhältnisse mit der
heraldischen Illustration des Namens geht ja auch bis in das 15. Jahrh.
hinauf. So führen verschiedene Nürnberger Ketzel die Zeichen ihrer
Pilgerfahrt an das heilige Grab als Beizeichen zum Wappen und auch die
Verbindung der Ordensketten und Ordensinsignien findet sich schon in
jener Zeit.

  /A. Essenwein./

FUSSNOTEN:

[234: Ein vollständiges Exemplar des Blattes ist uns nicht bekannt. Es
war aus zwei Stücken zusammengesetzt. Der Abdruck des einen Stockes mit
der halben Krone ist im germ. Museum.]

[235: Vgl. die Darstellung der Kreuzigung Christi auf dem
Elfenbeinrelief, Jahrgang 1867, Sp. 228 d. Bl., wo die Arme des
Heilandes, dem Formate entsprechend, in die Länge gezogen sind.]

[236: Wir bewegen uns mit unserer gesammten Darstellung in diesem
Aufsatze nur auf deutschem Boden; italienische Siegel sind uns nicht
genügend bekannt, um dieselbe Regel festzustellen. Italienische
Medaillen des 15. Jhdts. haben mitunter auf dem Reverse nur eine kleine
Darstellung im leeren Felde. Auch die schönen deutschen des 16. Jhdts.
folgen diesem Grundsatze, bei mittelalterlichen Sigeln aber nur rohe
Arbeiten, kein schönes Stück.]



Etliche Kauffmans Reguln, deren sich Junge Handelsleuth oder deren
fleißige Diener gebrauchen sollen.


  1) Erstlichen danckhe Gott vor alle Wohlthaten vnd bitte denselben
  vmb seinen Heyligen Geist, schutz Regierung vnd Seegen.

  2) Zum andern müßbrauche den Nahmen Gottes bey Leib vnd Leben nicht.

  3) Drittens nehme nichts auf dein trawen wieder dein gewießen, dann
  es macht vnruiges Schlaffen.

  4) Viertens, dein Schlaff vnd Ruhe, von Neune bis vff Fünff Uhr soll
  sein.

  5) Fünfftens bekümmere dich nit vmb das Jenige so du nit endern magst
  oder kanst, sondern wirf dein anliegen auff dem Herrn, der wirds wohl
  machen.[237]

  6) Seye embsig, Vorsichtig, mit allem fleiß, auch was du thun kanst,
  daß spare nit vff den morgen.

  7) Lebe meßig so kannst daß deinige mit allen Lust verrichten.

  8) Stelle deine Handlung vnd failschafft zue rechter Zeit gen
  marckth, vnd erwarte derselben fleißig ab.

  9) Neutens (!) halte deine wahrn fein Sauber ordentlich vnd
  musterlich, daß macht kauffer vnd verkauffer lustig.

  10) Mit freundlichen wortten vnd gebertten gib Jedermann vrsach mit
  dir gern zu Conversirn.

  11) Erzeuge dich nicht zornig vnlustig, geschefftig, noch als werest
  mit heimblichen Sachen beladen, dann solches macht die Kauffer schey.

  12) Frage viel, glaub aber nit alles waß du hörest vnd weist,
  vertrawe nit ein Jeden so hastu desto weniger zu verantwortten.

  13) Mache deine Rechnung, was dir zu thun vnd leidenlich ist.

  14) Biedet man dir ein Billiches, vnd Ruͦckhet zu deinen
  vorhabenden Zill, so druckhe bald ab ehe dichs Reuet.

  15) Keinen aber gib dein eußerstes wortt, bis er nicht zuvor selbst
  dazue Ruckht.

  16) Bedenckhe daß ihrer Viel deiner wahrn auch haben, vnd milder
  im hingeben sein möchten alß du; derselben Köpff mustu dich auch
  annehmen, wiltu anderst nit steckhen bleiben.

  17) Seye resolvirt vnd vorbedacht, was zue thun ist, drockhe
  nit lang, bis vff den Letzen pfennign, dann man scheucht solche
  verkauffer.

  18) Verliehren zu Rechter Zeit ist auch Eine Kunst.

  19) Hastu aber eine wahr allein, so genieß derselben, doch machs
  Brüderlich, laß einen andern auch was wagen vnd gewinnen.

  20) Deine alte vnd gute kunden, verlaß nit gern, vnd truckhe sie nit
  zuhardt, dann es thut jhnen weher als einen Frembden.

  21) Neben einer würdigen wahr setze eine Vnwürdige, nemb von einer
  jeden ein leidenlichen gewinn, daz ist dir nutzer vnd löblicher, alß
  wann du eine zu hock spannest.

  22) In den Märckhen vnd Meßen gilt es nit lang besünnens, was einmal
  versaumbt, wird nit wieder gebracht.

  23) Dann es ist beßer mit rew verkaufft, als mit rew behalten.

  24) Andet dich du mögest eine böse schuld machen, so vberbiede deine
  wahr, oder verleugne dieselbe alß were es schon verkaufft.

  25) Schreibe ein eh du außgibst, vnd nimb ein ehe du aufschreibest,
  auf vereße (_vergeße_ = vergiß) nichts.

  26) Lege dich keine nacht nieder zu Ruhe, du habst denn der handlung,
  deßelben tags in die bücher gebracht.

  27) Was du einschreibst, sey lauter, verstendig vnd richtig
  eingetragen.

  28) Zahle keinen wexel vor der Zeit, daz du ihn nicht noch einmal
  zahlen must.

  29) Wird dir ein wexelbrieff vor ankunfft der ordinari Brief
  praesentirt, bedeuts gewißlich ein sonderlichen Casum, darumb mit der
  acceptation behutsamb zugehen, vnd der aviso zu erwartten seyn will.

Aus dem Handlungsbuche des Hanns Albr. Lemp in Nürnberg vom Jahre
1652 (Bl. 17-19) in der Bibliothek der Paul Wolfgang Merkel’schen
Familienstiftung im germanischen Museum. Dasselbe enthält auch am
Eingang eine Reihe von Denkversen, die ebenfalls den frommen Sinn des
Schreibers bekunden; so z. B.

    Wer ist für der welt veracht
  Der würd groß von Gott geacht
  Sei gern für der welt gering,
  Daß dich hoch die demuth bring.
    Arbeite fleißig in deim stand
  Darein dein Gott dich hat gesand
  Wer müßig bringt sein leben zue
  Kommt nimmermehr zur himmelsruh.
    Trag nur die last gedultiglich,
  Damit die noth beleget dich.
  Viel herter man zu Boden ligt,
  Wer vngedultig wieder ficht.
    In vnglückh faß ein Löwen Muth,
  Traw Gott, es wird schon werden guth.

  u. a. m.

  /Nürnberg./    /Hans Boesch./

FUSSNOTE:

[237: Hier steht von anderer Hand noch folgender Spruch:

  All dein Anliegen würff auff Gott.
  So würstu nimmermehr zu Spoth.
]



Spitalbau in Füssen.


Auf den Vorsetzblättern der Maihinger Handschrift II. Lat.: 1. 4to.
num. 33 steht von einer Hand aus dem Anfang des 16. Jahrh. folgender
Eintrag:

„Des Jars als man zalt nach Christi gepurt unsers lieben herrn 1469 als
man angefangen hett das spitall hie zuͦ Füssen pawen vnd etwiuil
arbeit als mit dem grund vnd pfall schlahen vnd mauren darauff gesetzt
ward: kam her zuͦ unß in dise statt Füssen ain guͦtter gesell mit
namen Johannes Ronggo, hett nit par gelt an den paw zegeben, denn er
tranck wein vngemessen, doch begabt er sollich vnser Spittal mit disen
nach volgenden versen:

  Astripotens pietate tua qui cuncta gubernas
  Faucibus a baratri Faucenses oro tuearis,
  Hoc qui struxere templum pariterque dedere
  Munera que pietas tua suscipiat sibi grata.
  Pontificum dyadema ferens celeberrimus evo
  Petrus olim noster praesul Schaumberg et alumpnus
  Contribuit nobis motus pietate paterna
  Florenos centum mercede fruatur eterna
  Cum castellano Schott nato sanguine claro.
  Sed quam felicem fabrum qui condidit acta
  Conradum Borhoch per quem capellula facta est.
  Struitur ista domus pauperibus et peregrinis
  Pupillis viduis simul orphanis decrepitisque.
  M. l. x. iuncta, quatuor c. ter tria puncta.

Dise verß hat der Ersam priester herr Mang Birgman, Kirchherr zu
Pfronten getewschet wie nach volgt:

  Gwaltiger gott der himlischen speren,[238]
  Durch des guͦtte alle ding sich meren,
  In der helle schlund, ich dich bitt,
  Fuesser volck wellest versencken nitt,
  Das dir den tempel hie auff diser statt
  Vnd Spittal auß freyem grund gebawen hatt;
  Sonder das guͦttlich von in empfahen,
  Seyd sy dir zuͦ ern das gethon haben.
  Einer, der die Bischoffliche Kron kluͦg
  Langzeitt hie auff erden loblichen truͦg,
  Hieß Peter von Schaumberg, ein Römischer Cardinal
  Dar zuͦ bischoue in Augspurger sal,
  Der (gab) auß seiner vetterlichen trew
  Hundert gulden an ditz Spittal new.
  Den lon wellest im geben in ewigkeit
  Mit Hansen Schotten, hie sein pfleger beraitt.
  O wie selig ist denn der schmid,
  Der deß ersten disem Spittal reilich tailte mit
  Vier hundert gulden, Conrad Borhoch genant,
  Do mit der paw und Capell warden angewant,
  Zuͦ stewr den bilgern vnd armen gebawen,
  Witwen, waisen, alt, krancken vnd herkomnen,
  Als man zalt nach Christi gepurt in dem Jar
  Tauset vierhundert newn und sechtzig, das ist war.“

  /Dinkelsbühl./    Gg. /Schepß/.

FUSSNOTE:

[238: Sphären.]



Findlinge.


  Omnibus hoc dico, tibi dico
    Sicut amico:
  Diffamare cave,
    Quia revocare grave.

Von einer Hand der 2. Hälfte des 15. Jahrh. auf einem Concept im
Hauptstaatsarchive zu Dresden (II. Abth. Oerter, Freiburg, Bl. 40 b.)

  Frawen list
  Betreugt als was do ist,
  Unnde wer got eyn gauch[239],
  Sy betrugen[240] auch.

       *       *       *       *       *

  Herrenn hulde unnde aprilenn wetter,
  Huren gunst und rosenbletter,
  Der würfel und der karten spil
  Vorcheren sich offt, wers glauben wil.

Von einer Hand des 16. Jahrh. auf dem letzten Blatte einer Handschrift
der k. Bibliothek zu Berlin.

  /Dresden./        Dr. /H. Ermisch/.

FUSSNOTEN:

[239: Thor, Narr.]

[240: betrüge ihn.]



Lateinisches Räthsel.


Die Lösung des lateinischen Räthsels: Est animal parvum etc. aus
einem Münchener Codex in Nr. 4, Sp. 101 des Anzeigers glaubt Herr
Gymnasialprofessor Schmitt in Schweinfurt, wie er mir in einem Briefe
vom 9. Mai mitgetheilt, in /nebria -- ebria/ gefunden zu haben.
Allein, abgesehen von der Deutung, ließe sich dagegen einwenden, daß
der Name nebria für eine Gattung Laufkäfer (Carabicini) wol erst
von der neueren Naturwissenschaft gebildet worden ist (vgl. Leunis,
Synopsis der drei Naturreiche, 1860, Th. I, 437 u. 440); denn er
begegnet weder in den reichen Glossensammlungen von Diefenbach, noch
in Nemnich’s Polyglotten-Lexicon. Zutreffender möchte die Lösung sein,
welche Hr. Leo Campe in Berlin der Redaction eingesendet hat: /glis
-- lis/.

  /Dr. Frommann./



(Mit einer Beilage.)


Verantwortliche Redaction: Dr. /A. Essenwein/. Dr. /G. K.
Frommann/.

Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in
Nürnberg.


Gedruckt bei /U. E. Sebald/ in Nürnberg.



  BEILAGE ZUM ANZEIGER FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.

  1879.    Nº 6.   Juni.



Chronik des germanischen Museums.


  /Nürnberg/, den 15. Juni 1879.

Die Puppenhäuser, welche in unserer Sammlung aufgestellt sind,
haben stets großes Interesse aller Besucher erregt, da sie durch
die sorgfältige, modellartige Ausführung uns treue Bilder aus dem
häuslichen Leben der Vorzeit vor Augen führen. Es wird deshalb sicher
alle Freunde unserer Anstalt erfreuen, dass das reichst ausgestattete
und besterhaltene, welches sich noch hier fand, das in der freihrl. v.
Stromer’schen Familie fortgeerbte, nunmehr auch eine Stätte im Museum
erhalten, nachdem der jetzige Besitzer Premierlieutenant Frhr. v.
Stromer dasselbe unter Eigenthumsvorbehalt unserer Anstalt überlassen
hat.

Gleichfalls unter Eigenthumsvorbehalt hat das Mitglied unseres
Verwaltungsausschusses, der kgl. Hofrath Dr. E. Förster sen. in München
den bedeutenden handschriftlichen Nachlaß des Dichters Jean Paul
unserem Museum übergeben und demselben für den Fall eines Verkaufes das
Vorkaufsrecht überlassen, so daß wir hoffen dürfen, es werde dieser
Schatz unserer Anstalt für immer verbleiben.

Unsere Neubauten machen Fortschritte, und wir dürfen hoffen, daß der
Victoriabau vor dem Herbste im Wesentlichen vollendet sein wird.

Seit Veröffentlichung des Verzeichnisses in der vorhergehenden Nummer
wurden folgende /neue Jahresbeiträge/ angemeldet:

=~Von Privaten~=: =Behringersdorf.= Justin Eichler,
kgl. Pfarrer und Distriktsschulinspektor, (statt früher 2 m.) 3 m.
=Erlangen.= Dr. Class, Universitätsprofessor, 2 m.; Dr. Sieffert,
Universitätsprofessor, 2 m.; Philipp Stein, Bibliothekssekretär, 2
m. =Neustadt a. S.= Ludwig Hippeli, Rechtsanwalt, 1 m. 71 pf.;
Merkel, Bezirksgerichtsdirektor (statt früher 1 m. 71 pf.), 3 m.
=Nürnberg.= Ida Zink, Bezirksamtmannswittwe, 3 m. =Rothenburg a.
T.= Kaspar Walther, Reallehrer, 2 m.

Als /einmaliger Beitrag/ wurde folgender gegeben:

=Nürnberg.= Ida Zink, Bezirksamtmannswittwe, 4 m.

Unsern Sammlungen giengen ferner folgende Geschenke zu:

I. Für die kunst- und kulturgeschichtlichen Sammlungen.

(Nr. 8145-8154.)

=Berlin.= /Ch. Wilberg/, Landschaftsmaler und Lehrer an der
Akademie: „Nah und Fern“. Radirungen des Hrn. Geschenkgebers. --
=Erlangen.= /Georg Stiehler/, Apotheker: Seitengewehr der österr.
Nationalgarde, 1848. -- =Innsbruck.= /Leopold Frhr. von Borch/:
Kaiser-Verwandtschaften des Hauses Querfurt, lithogr. Tafel. --
=Leubus.= /Heinrich Graf von Stillfried/, Landstallmeister von
Schlesien: 14 grosse Schwarzkunstblätter von G. P. Rugendas.
11 Blätter, Stiche nach G. P. Rugendas von Corvinus, Bodenehr,
Engelbrecht, Friedrich. 1 Blatt von Moritz Rugendas. 1 Blatt nach Joh.
El. Ridinger von Joh. Gottfr. Seutter. -- =Loburg.= /E. Wernicke/,
Oberpfarrer: Sammlung von Porträten in Kupferstich und Zeichnung
eines Glases von 1529. -- =Neuenbürg.= /Freifrau von Gagern/, geb.
Gfn. von Wimpfen: Kelchtüchlein aus Venetianer Spitzen, 17. Jhdt.
-- =Nürnberg.= /A. Herdegen/, Kaufmann: Zollstock vom 15. Jhdt.
/Pfann/, Schlossermeister: Kleines Messer vom 17. Jhdt. /S. Pickert/,
Hofantiquar: Mercur, Brunnenfigur von Blei, 16. Jhdt. -- =Passau.= /J.
B. Schöner/, kgl. Reallehrer: Photographie nach der Zeichnung eines
Schrankes vom 17. Jhdt., aufgenommen vom Hrn. Geschenkgeber.

II. Für die Bibliothek.

(Nr. 39,508-39,619.)

=Admont.= /P. J. Wichner/, Stifts-Archivar und Bibliothekar: Ders.,
über die letzte Ruhestätte des Christof Rauber. 8. -- =Berlin.= /A.
von Heyden/: Blätter für Kostümkunde; n. F. VII. Heft. 1879. 8. /K.
geh. Ober-Hofbuchdruckerei/ (R. v. Decker): Erinnerungen an Berlin.
Festspiele, hg. v. Carl, Herzog zu Mecklenburg. 8. Wedekind, Geschichte
des ritterl. St. Johanniter-Ordens. 1853. 8. Kutzner, die Reise Sr.
k. Hoh. des Prinzen Waldemar von Preußen nach Indien, 1844-46. 1857.
8. Berg, die preußische Expedition nach Ost-Asien; 4 Bde. 1864-73.
8. v. Reumont, Geschichte der Stadt Rom; Bd. I-III, 1. 2. 1867-1870.
8. v. Bergh, letzte Reisebriefe über Portugal u. Spanien. 8. /Verein
für die Geschichte der Stadt Berlin/: Ders., Schriften etc.; XIV.
Heft. 1876. 8. -- =Bonn.= /Freiherr von Hoiningen-Huene/, k. Bergrath:
Verhandlungen des naturhistorischen Vereins der preuß. Rheinlande und
Westfalens; 35. Jhg., 2. Hälfte, 1878. 8. -- =Brünn.= /Mährischer
Landes-Ausschuß/: Beschlüsse des Landtages der Markgrafsch. Mähren in
den Sessionen d. J. 1876, 1877, 1878. 1879. 8. Rechenschafts-Bericht
über die Amtswirksamkeit des mährischen Landes-Ausschusses für 1878. 8.
-- =Budapest.= /K. ungarisches Ministerium für Kultus u. Unterricht/:
v. Pulszky und Fischbach, Ornamente der Hausindustrie Ungarns. 1879.
2. -- =Dresden.= /Comité der Tiedge-Stiftung/: Dass., Mittheilung etc.
1878. 4. -- =Fantasie bei Bayreuth.= /Hille/, Privatier: Hille, theses
ex universa medicina etc. 1798. 4. -- =Frankfurt a. M.= /Dr. Lorenz
Diefenbach/: Ders., aus Archivalien der Stadt Friedberg i. d. Wetterau
aus d. 15. u. 16. Jh. 8. Sonderabz. -- =Frauenfeld.= /Histor. Verein
des Kantons Thurgau/: Ders., Thurgauische Beiträge zur vaterländ.
Geschichte; 19. Heft. 1879. 8. -- =Genf.= /Société d’histoire et
d’archéologie/: Dies., mémoires et documents etc., t. I, cah. 2 u.
3. 1872 u. 1878. 4. -- =Hannover.= /E. Hahn/, Medizinalrath: Heine,
die germanischen, ägyptischen und griechischen Mysterien. 1878. 8.
Grote, calendarium medii aevi. 1878. 8. Wittstein, der goldene Schnitt
und die Anwendung desselben in der Kunst. 1874. 8. Aktenstücke u.
Verhandlungen in der Klagsache der k. preuß. Staatsanwaltschaft zu
Frankfurt a. M. gegen die Redaction der Frankfurter Zeitung. 1869.
8. Adreßbuch, Stadt- u. Geschäfts-Handbuch der k. Residenzstadt
Hannover. 1878. 8. Das königl. Welfen-Museum zu Hannover im J. 1863.
1864. 8. Das Staatsbudget u. das Bedürfniß für Kunst u. Wissenschaft
im Königreich Hannover. 1866. 4. Petition der im Museum zu Hannover
verbundenen Vereine für Kunst u. Wissenschaft. 1868. 4. Haushaltsplan
der k. Residenzstadt Hannover f. d. J. 1867, 1875 u. 1877-78. 4. Für
Kunst u. Wissenschaft in Hannover. 1866. 8. Erster Jahres-Bericht
des Provincial-Museums f. Kunst u. Wissenschaft in Hannover. 1871.
8. Bericht über die Wirksamkeit und die Verwaltung des Kunst-Vereins
für Hannover v. 1877-78. 8. Statuten der geographischen Gesellschaft
zu Hannover. 1878. 8. Scherer, der Wasgenstein in der Sage. 1874.
8. Verwaltungsbericht des Vorstandes des Lokalvereins f. d. k.
Residenzstadt Hannover zur Pflege im Felde verwundeter u. erkrankter
Krieger. 1871, 1872, 1873, 1876, 1877. 8. Verwaltungsbericht des
Vorstandes des Hannov. Provinzial-Vereins zur Pflege etc. v. J.
1873 u. 1876. 8. General-Versammlung des Hannov. Provinzial-Vereins
zur Pflege etc. 1869. 8. Bericht des Frauen-Vereins für Armen- und
Krankenpflege etc. für die Jahre 1875-77. 1878. 8. 37., 38. und 39.
Jahresbericht der Hufeland’schen Stiftung etc. 1868-70. 4. 38. u.
39., 41. und 42. Rechenschaftsbericht des Unterstützungsvereins für
nothleidende Wittwen und Waisen von Aerzten etc. 1873-78. 4. Wegweiser
durch das allgemeine Krankenhaus (Hamburg). 1823. 8. 12. Jahresbericht
der luth. Diakonissen-Anstalt Henrietten-Stiftung. 1872. 8. Blätter
aus dem Henriettenstift; 1879, Nr. 3 u. 4. 8. Jahresbericht über die
Wirksamkeit der Diakonissen-Station der hies. Gartengemeinde. 1878. 4.
Jahresbericht der Kinder-Heil-Anstalt zu Rothenfelde f. 1875. 1876.
8. Jahresbericht der Kinder-Heilanstalt in Harzburg. 1877. 8. 43.
Jahresbericht über d. Wirksamkeit der Warteschulen etc. v. J. 1877. 8.
31. u. 32. Jahresbericht üb. d. Familienpflege der Pestalozzi-Stiftung
für verwahrloste Kinder in Hannover. 1876 u. 77. 8. Bericht des
Rettungshauses zu Ricklingen v. 1873, 76 u. 77. 1874-78. 8. 15. Bericht
üb. d. Thätigkeit d. Vereins f. entlassene Sträflinge etc. 1878. 8.
Jahresbericht des Thierschutz-Vereins zu Hannover f. d. J. 1875 u. 78.
1876. 79. 8. Statuten des Vereins gegen Hausbettelei in Hannover. 8.
Jahresbericht des Volksbildungs-Vereins zu Hannover. 1878. 8. Statut
des allgem. deutschen Realschulmänner-Vereins. 19. u. 20. Jahresbericht
des Turn-Klubbs in Hannover f. 1876 u. 77. 1877 u. 78. 8. Der
Preßproceß gegen das siebenb.-deutsche Tageblatt. 1878. 8. Frankenfeld,
die Weine unseres Jahrhunderts in der Gironde. 1878. 8. Historia,
das ist Wortgetreuer Bericht, was sich i. J. d. H. 1871 am 30. Mai
die Vertreter der beiden Buchhandlungen des Obercommerzrath Hahn zu
Hannover erzählten. 8. Festspiel zur Feier der goldenen Hochzeit des
Obercommerzrath H. W. Hahn... 1871. 8. -- =Hildburghausen.= /Dr. R.
Human/, Pfarrer v. Heßberg: Ders. Chronik von Heßberg. 1878. 8. --
=Homburg v. d. H.= /Freih. v. Medem/, Archivrath a. D.: Ders., Louise
Henriette, Kurfürstin zu Brandenburg. 1874. 8. Ders., zur Hymnologie.
Louise Henriette, Kurf. zu Brandenb. 1876. 8. Zwei Pergamentstreifen
aus einer Handschrift des Schwabenspiegels. 13. Jhdt. -- =Kassel.= /K.
Gymnasium/: Vogt, das Leben und die pädagog. Bestrebungen des Wolfgang
Ratichius; III. Abth. 1879. 4. Pr. -- =Lausanne.= /Société d’histoire
de la Suisse romande/: Dies., mémoires et documents. XXXIV, 2. 1879. 8.
Rahn, la rose de la cathédrale de Lausanne. 1879. 4. -- =München.= /K.
Reichsarchiv/: v. Löher, das Geheimniß des Röckl’schen Metallabgusses
von Siegeln u. Medaillen. 1878. 8. Sonderabdr. /Dr. Ludwig Rockinger/,
geh. Haus- und Staats-Archivar, Universitätsprofessor: Ders, über
ältere Arbeiten zur bayerischen u. pfälzischen Geschichte im geh.
Haus- u. Staats-Archive; I. Abth. 1879. 4. Sonderabdr. /Histor.
Verein von u. für Oberbayern/: Ders., 39. u. 40. Jahresbericht f.
d. J. 1876 u. 1877. 1878-79. 8. -- Archiv etc. 37. Bd. 1878. 8.
=Mussbach a. d. Hardt.= /Philipp Schneider/, Lehrer: Ders., d. deutsche
Reinsprache. 1869. 8. Ders., Deutschlands Grenzen. 1871. 8. Ders.,
d. Kriegsjahre 1870 u. 71 in den Gemeinden Mußbach und Gimmeldingen.
1876. 8. Unterhaltungsblatt zum Frankenthaler Tageblatt. 1878. 4. --
=Nürnberg.= /Sigm. Soldan/: Hof- Buch-, Kunst- und Musik.-Handlg.:
Mattenheimer, die Rückladungs-Gewehre; IV. Heft qu. 4. /Ungenannter/:
Die Verfassungspartei u. das Ministerium Hohenwart 1871. 8. --
=Paris.= /Ministère de l’instruction publique/; Revue des sociétés
savantes des départements; III. ser. t. IV, Nov.-Dec. 1864; IV. ser.
t. I. II. Janv.-Déc. 1865; VI. ser. t. I. II., Janv.-Déc. 1875. 8.
-- =Podturna= bei Lipto-Hradek in Ungarn. /Julius Neudeck/, ehemal.
Offizier des österr. Pionier-Corps: Ders., german. Befestigungen des
oberen Waagthales in Ungarn. 1879. 8. Sonderabdr. -- =Prag.= /Handels-
und Gewerbekammer/: Dies., I. Bericht: das kunstgewerbl. Museum in
Prag. 1879. 8. Dies., statist. Bericht etc. f. d. J. 1875. 1879. 8. --
=Sonneberg.= /A. Fleischmann/, Commerzienrath: Ders., die selbständige
deutsche Hausindustrie und ihr Großhandel. 1879. 8. -- =Thalmessingen=.
/Adolf Reichenbach/, Dekan: Corpus doctrinae christianae. 1571. 2. --
=Torgau.= /C. v. Lichtenberg/, k. pr. Kreisgerichtsrath: Ders., die
Zuchthausstrafe in ihrem progressiven Vollzug. 1873. 8. Ders., Arbeit
und Bildung in ihrer Beziehung zum Proletariat. 1862. 8. -- /Zürich./
/Universität/: Ernst, Geschichte des zürcherischen Schulwesens bis
gegen d. Ende des 16. Jhdts. 1879. 8. u. 22 weitere akademische
Gelegenheitsschriften.

III. Für das Archiv.

(Nr. 4613-4614.)

=Bayreuth.= /Herding/, k. Advokat: Drei Originalbriefe Jean
Paul Friedrich Richters. 1797-1799. -- =Nürnberg.= Karl Kohn,
Kaufmann: Achtzehn Stück Papierurkunden, meist Kaufbriefe oder Reverse,
auf Nürnberg sich beziehend, 1623-1729.



Schriften der Akademieen, Museen und historischen Vereine.


/Korrespondenzblatt des Vereines für siebenbürgische Landeskunde./
Redigirt von Franz Zimmermann. 1879. Hermannstadt, Nr. 5. 15. Mai. 8.

Inschrift in Csik-Szent-Miklós (Frage und Antwort). -- Ortsnamen.
Frage. -- Siebenbürgische Ortsnamen. I. -- Literatur. -- Kleine
Mittheilungen.

/Mittheilungen der anthropologischen Gesellschaft in Wien./ IX.
Bd. Nr. 4-6.

Baugen und Ringe. Eine Studie über das Ringgeld und seinen Gebrauch bei
den Germanen. Von Dr. M. Much. (Mit Abbild.) -- Ueber die Bedeutung
des Rîgs-Mal. Von Th. Fuchs. -- Kleinere Mittheilungen. I. Tradition
der Höhlenbewohnung in einem uralten Gedichte. Von Dr. H. Rollet. --
Literatur. -- Vereinsnachrichten.

/Mittheilungen des k. k. Oesterreich. Museums für Kunst und
Industrie./ (Monatschrift für Kunst und Kunstgewerbe.) XIV. Jahrg.
1879. Nr. 165. Wien, 1. Mai 1879. 8.

Die Perspectivlehre des Pietro degli Franceschi. Von C. Sitte. --
Literatur. -- Kleinere Mittheilungen etc. etc.

/Der Kirchenschmuck. Blätter des christlichen Kunstvereines der
Diöcese Seckau./ X. Jhg. 1879, Nr. 5. Mit 1 artist. Beil. Graz,
1879. 8.

Der Dom zu Aquileja. (Schl.) -- Zur Geschichte der Kanzel. --

/Oberbayerisches Archiv für vaterländische Geschichte/,
herausgegeben von dem /historischen Vereine für Oberbayern/.
Siebenunddreißigster Band.

Friedrich Münich k. b. Major a. D. u. Militär-Schriftsteller. Von A.
Erhard. -- Geschichte des Marktes Geisenfeld. Von M. Trost. -- Kurze
Chronik des Marktes Wartenberg in Oberbayern. Zusammengestellt von Dr.
J. Prechtl. (Mit Abbild.) -- Mittenwalder Wasser-Rottordnungen des XV.
Jahrhunderts. Von J. Baader.

/Neununddreißigster und vierzigster Jahresbericht dess. Vereines./
Für die Jahre 1876 u. 1877. Erstattet in der Versammlung v. 1. Mai
1878 durch den ersten Vorstand .... München, 1878-79. 8. 170 Stn.

/Die Wartburg./ Organ des /Münchener Alterthumsvereins/.
Zeitschrift für Kunst und Kunstgewerbe mit Berücksichtigung der
Neuzeit. VI. Jhg. 1879, Nr. 5. u. 6. Redacteur: Dr. C. Förster.
München, 1879. 8.

Vereinsangelegenheit. -- Die bildliche Darstellung des Adam und der
Eva im christlichen Alterthum. Von C. Friedrich. (Fs.) -- Kleine
Mittheilungen. -- Literatur. Die Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz
Sachsen. Von C. F.

/Kunst und Gewerbe. Wochenschrift zur Förderung deutscher
Kunst-Industrie./ Herausgegeben vom /Bayrischen Gewerbemuseum/
zu Nürnberg. Redigirt von Dr. Otto von Schorn. Dreizehnter Jahrgang.
1879. Nr. 19-24. Nürnberg, 1879. 8.

Die Heimberger Thonwaaren-Industrie. (Schl.) -- Kunst und Blumen.
Von B. Bucher. -- Das Rathssilberzeug der Stadt Nürnberg. Von J.
Stockbauer. -- Kleine Nachrichten. -- Literatur. -- Abbildungen:
Pokal von G. Wechter. -- Kanne nach einem Stich v. A. Ducerceau.
-- Kugelleuchter. (Anf. d. 18. Jhdts.) -- Genähte Spitzenarbeit.
(17. Jhdt.) -- Pokal von vergoldetem Silber. (16. Jahrh.) --
Buchdecken-Beschläge. (17. Jhdt.) -- Pokal von vergoldetem Silber.
(17. Jhdt.) -- Italienische Spitze. (17. Jhdt.) -- Grotesken nach
einem Stich von M. Merian (1593-1650) -- Kupferner Schwankkessel mit
getriebenen Verzierungen. (17. Jhdt.)

/Mittheilungen des Bayrischen Gewerbemuseums/ zu Nürnberg.
Beiblatt zur Wochenschrift: /Kunst und Gewerbe/. Redigirt von Dr.
O. von Schorn. Sechster Jahrgang. Nr. 10-12.

Bekanntmachungen. -- Feuilleton. -- Notizen. etc.

/Vierteljahrshefte für Württembergische Geschichte und
Alterthumskunde/ in Verbindung mit dem /Verein für Kunst
und Alterthum in Ulm und Oberschwaben/ sowie dem /Württemb.
Alterthumsverein in Stuttgart/, herausgegeben von dem /k.
statist.-topogr. Bureau/. Jahrgang 1878. Heft I-IV. Stuttgart, 1878.
8.

Regesten über Urkunden der deutschen Kaiser und Könige bis zu den
Hohenstaufen in Bezug auf Orte des Königreichs Württemberg. Von Dr.
Stälin. -- Zur schwäbischen Grafengeschichte. I. Ueber die Abstammung
der sog. Kammerboten Erchanger und Berchthold. Von Dr. F. L. Baumann.
II. Ueber die angeblichen Grafen von Ruck. Von dems. -- Bruchstück aus
dem Tagebuch eines Reutlinger Scharfrichters von den Jahren 1563-1568.
-- Ein gleichzeitiger Bericht über das wirtembergische Kriegsvolk vor
der östreichischen Stadt Villingen vom Jahre 1631 bis 1633. Mitgetheilt
von Dr. K. J. Glatz. -- Gedichte von Frischlin und Crusius. Mitgeth.
v. Dr. H. Fischer. -- Ein württembergischer General des vorigen
Jahrhunderts. Von A. v. Seubert. -- Necrologium Elwacense. Mitgeth.
von Pf. Bossert. -- Aus Briefen von Justinus Kerner an Ludwig Uhland
1816-1819, 1848. Mitgeth. von Dr. J. Hartmann. --

/Mittheilungen der Anstalten für vaterländische Geschichte und
Alterthumskunde./ Vom k. statist.-topogr. Bureau: Württembergische
Geschichts-Literatur vom Jahre 1877. -- Dr. Eduard v. Paulus. Nachruf.
-- Aus Württemberg stammende Studenten in Bologna 1491-1500. Vom k.
Staatsarchiv: Eine noch unbekannte Urkunde König Heinrichs VII. für
Kloster Mönchsroth, vom 20. Juli 1227. -- Vom k. Konservatorium
der vaterländischen Kunst- und Alterthums-Denkmale: Ausgrabungen,
Entdeckungen und Restaurationen in den Jahren 1876 u. 1877. --
Von der Inspektion der K. Münz- und Medaillen- auch Kunst- und
Alterthümer-Sammlung: Münzfunde von Mitte 1874 bis Ende 1877. --
Pulverflasche von 1569. -- Münzfund von Hochdorf, O. A. Waiblingen. --
Münzfund von Wurzach. -- Münzfund von Ruppertshofen, O. A. Gerabronn.
-- /Verein für Kunst und Alterthum in Ulm und Oberschwaben/: Die
Bauanlage des Münsters in Ulm. Von v. Arlt. -- Die Stadtkirche von
Geislingen. Von Diak. Klemm. -- Ulm. Von Dr. Buck. -- Oberschwäbische
Gau- und Centnamen. Von Dr. Baumann. -- Versuch der Ermittlung
einiger Orte zwischen der Brenz, Blau, Fils und Rems, die im Wirtemb.
Urkundenbuch als ungewiß oder unermittelt bezeichnet sind. Von
Pf. Caspart. -- Bemerkungen zu den Acta Scti. Petri, hrsg. v. F.
L. Baumann. Von Dr. Buck. -- Zur Syrlinsfrage. Von G. von Bezold.
-- Erichgau und Ertingen. Von Dr. Buck. -- Ueber das Alter der
Portalskulpturen am Ulmer Münster. Von Alfred Arlt. -- Spuren ältester
Ansiedlung auf der Geislinger Alb. Von Pf. Caspart. -- Eine Abkurung
der Abtei Heiligkreuzthal vom Jahre 1553. Von Dr. A. Birlinger. --
Oberschwäbische Gaunamen. Von Dr. Buck. -- Betheiligung der Reichsstadt
Biberach an der Gesammt-Ausgabe der Werke von C. M. Wieland von den
Jahren 1794-1802. Von Dr. Ofterdinger. -- Konventionen zwischen dem
Reichsgrafen Schenk von Castell und der Reichsstadt Dinkelsbühl,
sowie den Kantonen Schwyz und Appenzell-Außer-Rhoden, in Betreff der
Ablieferung von Verbrechern in das gräfliche Zucht- und Arbeitshaus
in Oberdischingen. Von Dr. Planck. -- Zwei Briefe von Chr. Martin
Wieland. Herausg. v. Dr. Ofterdinger. -- Unsere Sammlung. Von M. Bach.
-- Ueber römische Ortsnamen in Wirtenberg. Von Dr. Buck. -- Beiträge zu
Ulms Kunstgeschichte. Von Diak. Klemm. -- Aus der Alterthumssammlung
zu Wolfegg. I. Von Pf. Detzel. -- Ueber die Einäscherung Ersingens
im Jahr 1704. Von Pf. Seuffer. -- C. M. Wielands Entlassung aus den
Diensten seiner Vaterstadt Biberach. Von Dr. Ofterdinger. -- Die
Jahreszahl 1256 am Münster. Von v. Arlt. -- Kleinere Mittheilungen
etc. etc. -- /Württembergischer Alterthumsverein in Stuttgart/:
Peter von Gmünd, genannt Parler, Dombaumeister in Prag, 1333-1401.
Von B. Grueber. -- Die alten Schmiedeisenkreuze. Von Dr. E. Paulus.
-- Die Stadtkirche zu Urach. Von Diak. Klemm. -- Die Maßverhältnisse
in der Baukunst mit besonderer Berücksichtigung der Baukunst der
mittelalterlichen Baudenkmale Württembergs. Von Dr. Paulus. -- Kleinere
Mittheilungen. Von Dr. Wintterlin. -- Die Tudoburg. Von Prof. Paulus.
-- Zur Biographie des Würzburger Archivars und Geschichtschreibers
Lorenz Fries von Mergentheim. Mitgeth. v. Prof. Hartmann. -- Zwei
Briefe. Mitgeth. v. Prof. Paulus.

/Württembergische Jahrbücher für Statistik und Landeskunde./
Herausgegeben von dem k. statist.-topogr. Bureau. Jahrgang 1878, I.-V.
Heft. Stuttgart, 1878 u. 1879. 8.

Chronik des Jahres 1878. -- Württembergische Vierteljahrshefte für
Landesgeschichte etc. etc. (s. oben).

/Zeitschrift der Gesellschaft für Beförderung der der Geschichts-,
Alterthums- u. Volkskunde von Freiburg, dem Breisgau u. den
angrenzenden Landschaften./ Vierten Bandes drittes Heft. Freiburg
i. Br., 1878. 8.

Freiburg in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhdts. Von F. L. Dammert. --
Der Stein zu Diersburg in der Ortenau. Von F. von Röder. -- Das Freiamt
und die Herren von Keppenbach. -- Die Zunft der Metzger und Fischer in
Freiburg in Br. Von K. Hartfelder. -- Freiburger Jahrgeschichten.

/Correspondenzblatt des Gesammtvereins der deutschen Geschichts- und
Alterthumsvereine./ Herausgegeben von dem Verwaltungsausschusse des
Gesammtvereins in Darmstadt. Siebenundzwanzigster Jahrgang. 1879. Nr.
1-5. Januar-Mai. 4.

„Ingeldus“. Von H. Lindenschmit. (Mit Abbild.) -- Neue Entdeckung
römischer Alterthümer im Odenwald. Von Seeger. -- Eine Urkunde über
Einführung der Reformation im Jahr 1557. -- Antwort auf den offenen
Brief des Herrn v. C. in Nr. 4 des Correspondenzblatts von 1878, S.
29. Von F. Ohlenschlager. -- Wo haben wir die beiden Lager und das
Schlachtfeld des Varus zu suchen? Von A. Deppe. -- Die Hügelgräber im
District Diethersschlag im Bessunger Gemeindewald. Von H. Kichler. --
Die Metallarbeiten von Mykenä und ihre Bedeutung für die allgemeine
Geschichte der Metall-Industrie. Von Dr. Hostmann. -- Der Birkenbau.
(Mit Abbild.) -- Ein Bronzefund von Lampertheim. Von Frohnhäuser. (Mit
Abbild.) -- Zur Frage der Aufnahme und Beschreibung älterer Wohnhäuser
und besonders Fachwerkbauten. Die Civitas Aelia Hadriana am untern
Main. Von C. Christ. -- Zur Literatur über die Römerkriege und das
Kastell Aliso. Von G. A. B. Schierenberg. -- Wirksamkeit der einzelnen
Vereine. -- Literatur. -- Notizen etc. etc.

/Zeitschrift für Museologie und Antiquitätenkunde sowie für verwandte
Wissenschaften./ Redacteur: Hofrath Dr. J. G. Th. Grässe. I. Jhg.
1879, Nr. 4-7. Dresden, 1879. 4.

Die Kunstkammer im Dresdener Schlosse. -- Weitere Nachträge zu
dem in Nummer 1 enthaltenen Aufsatz: „Was ist aus dem Berg-Gold-
u. Silberstufen-Cabinet Königs August II. von Polen geworden?“ --
Die Pergamentdrucke der Bibliothek zu Wolfenbüttel. -- Ein Dölauer
Kippergroschen. Von J. u. A. Erbstein. -- Das Musée Plantin zu
Antwerpen. -- Der Goldmünzenfund am Othmarswege in Naumburg a. d.
Saale. Von Dr. P. Mitzschke. -- Beiträge zu einer Geschichte der
Privat-Kunst- und Gemäldesammlungen. -- Der angebliche Mömpelgarter
Thaler Herzog Ulrichs von Württemberg aus dem Jahre 1507. Von J. u.
A. Erbstein. -- Namen der in Frankreich von der Regierung Ludwig’s
VI. (1113) an bis auf Ludwig XIV. (bis 1689) geschlagenen Münzen. --
Die ältesten Statuten der Goldschmiede u. Juweliere. -- Zusatz zu
dem in Nr. 2 dieser Zeitschrift enthaltenen Artikel über das älteste
Papiergeld der Vereinigten Staaten von Nord-America.

/Schlesiens Vorzeit in Bild u. Schrift./ 41. Bericht des ...
Vereines für das Museum schlesischer Alterthümer. Breslau ... Februar
1879.

Die Schlacht bei Orsza 1514, ein großes Oelbild im Museum schlesischer
Alterthümer. Von Dr. J. Caro. -- Zur Geschichte der genealogischen
Studien in Breslau. Von Dr. H. Markgraf. -- Zur Statistik des
Museums schlesischer Alterthümer.... Von Dr. H. Luchs. --
Vereinsangelegenheiten.

Die /Schlesischen Siegel/ von 1250 bis 1300 beziehentlich 1327.
Im Namen des /Vereines für Geschichte und Alterthum Schlesiens/
herausgegeben von Dr. Paul Pfotenbauer. Mit 26 photolitographischen
Tafeln. Breslau, 1879. gr. 4.

/Der deutsche Herold. Zeitschrift für Heraldik, Sphragistik und
Genealogie./ Organ des Vereins „Herold“ in Berlin. X. Jahrgang.
1879. Nr. 4. Berlin. 1879. 4.

Vereinsangelegenheiten. -- Die von Gablenz und die von der Gabelentz
zwei verschiedene Adelsfamilien. Von Advoc. Gautsch. (Schluß). --
Außereuropäische Wappen. II. Von L. Clericus. (Mit Abbild.) -- In
Sachen des „Adelsverfalls“. Von Dr. H. Kleine. -- Zur ungarischen
Sphragistik. Von Gustav A. Seyler. (Mit Abbild.)

/Vierteljahrsschrift für Heraldik, Sphragistik und Genealogie./
Herausgeg. von /dems. Verein/, redigirt von L. A. Clericus. 1879.
I. Heft. Berlin, 1879. 8.

Heraldische Terminologie. Von Ad. Max. Ferd. Gritzner. (Forts.) --
Verzeichniß der Leichenpredigten, die sich auf dem neustädtischen
Rathhause in Braunschweig befinden. Von G. H. v. Eschwege. --
Alphabetisches Verzeichniß der Adelsfamilien, in deren Wappen ein
Schrägbalken mit drei Sternen belegt vorkommt. Familien, welche einen
Schrägbalken mit drei Sternen belegt führen.

/Monatshefte für Musik-Geschichte/ herausgegeben von der
/Gesellschaft für Musikforschung/. XI. Jahrgang, 1879. Nr. 1-5.
Berlin, 1879. 8. Nebst einer Beilage: Schletterer’s Katalog, S. 81-112.

Unsere weitere Aufgabe. -- Giov. Maria Lanfranco und Fétis. Eine
Berichtigung von W. J. von Wasielewski. -- Hermann Finck Von Eitner.
-- Anton Gosswin. Von dems. -- Eine Musiklehre des 17. Jahrhdts. Georg
Rhau. -- Johann Adolph Hasse. -- Die Deploration auf den Tod Johann
Okeghem’s. Von Wilh. Cretin. Aus dem Altfranzösischen übersetzt von
Adolf Fröhlich. -- Ein vierundzwanzigstimmiger Psalm von Jacob Handl.
Von Jul. Richter. -- Aus meiner Bibliothek. V. Von G. Becker. --
Todestag des Sixt Dietrich. Von A. Fröhlich. -- Nicolas Selneccer und
Hermann Finck. Von Ludw. Erk. -- Eine Widmung an Joh. Seb. Bach Von H.
M. Schletterer. -- Zwei aufgefundene Passionsmusiken. Von Jul. Richter.
-- Ein unbekanntes Sammelwerk von 1561. Von Eitner. -- Joh. Adolf
Hasse’s Werke auf der k. Bibliothek in Berlin. Von dems. --

/Zeitschrift für Ethnologie./ Organ der Berliner /Gesellschaft
für Anthropologie, Ethnologie u. Urgeschichte/. Unter Mitwirkung des
derzeitigen Vorsitzenden derselben R. Virchow herausgeg. von A. Bastian
u. R. Hartmann. Elfter Jahrgang. 1879. -- Heft I. Mit Tafel I-IV.
Berlin, 1879. 8.

Aus den Verhandlungen der Gesellschaft möchten hervorzuheben sein:
Lettische Schädel und archäologische Photographien aus Livland. Von
Graf Sievers. -- Fundstücke aus dem Kreise Sorau. Von Saalborn. --
Ueber die Lage des alten Truso.

/Verhandlungen der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin./ Band VI.
Nr. 1-3. Berlin, 1878. 8.

Gesellschaftsangelegenheiten. -- Geographische und Literatur-Notizen.

/Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und
Alterthumskunde/, aus den Arbeiten des Vereins herausgegeben von
Dr. G. C. Friedr. Lisch. Dreiundvierzigster Jahrgang. Mit angehängten
Quartalberichten. Schwerin, 1878. 8.

A. /Jahrbücher für Geschichte./ Ueber das alte Stadtbuch von
Neu-Kalen. Von Dr. Lisch. -- Norddeutsche Jesuitenberichte aus dem
Jahre 1762. -- Zur Genealogie der Grafen von Dannenberg. Von Dr. Saß.
-- Die Chronik Heinrich’s von Balsee. Von Dr. Crull. -- Lateinische
Chronik über die Rostocker Domhändel. --

B. /Jahrbücher für Alterthumskunde./ Alterthümer der Steinzeit von
Ostorf. Von Dr. Lisch (Mit Abbild.). --

/Meklenburgisches Urkundenbuch./ Herausgegeben von dems.
/Vereine/. XI. Band. Orts- und Personen-Register zu Band V-X.
Schwerin, 1878. 4. 700 Stn.

/Mittheilungen des Vereins für Hamburgische Geschichte./ 2.
Jahrgang, 1878/79. Nr. 4-6. Februar-April 1879. Hamburg. 1879. 8.

Vereinsnachrichten. -- Kalender-Notizen der Familie Bekendorp. Von K.
Koppmann. -- Zur sinnbildlichen Darstellung von Städten. Von Martin
Gensler. -- Hammonia. II. Von K. Koppmann. III. Von K. E. H. Krause. --
Vom Lachs-Essen. Von K. Koppmann. -- Pepermöle. Von F. Voigt. -- Eine
Urkunde des Domkapitels. Von K. Koppmann. -- St. Gertrud. Von dems.
-- Crucepenninge. Von dems. -- Hamburgensien in Bogers Etherologium
von 1506. Von K. E. H. Krause. -- Pilatuspool. Von K. Koppmann. --
Literatur.

/Neues Archiv der Gesellschaft für ältere deutsche Geschichtskunde
zur Beförderung einer Gesammtausgabe der Quellenschriften deutscher
Geschichten des Mittelalters./ Vierter Band, zweites Heft. Hannover,
Hahn. 1879. 8.

Ueber die verschiedenen Texte des Liber pontificalis. Von G. Waitz.
-- Die handschriftliche Ueberlieferung der lateinischen Dichtungen
aus der Zeit der Karolinger. II. Von E. Dümmler. -- Handschriften in
Englischen Bibliotheken. Von G. Waitz. -- Miscellen: Aus Handschriften.
Von E. Dümmler. -- Papstbriefe. Von Thaner. -- Aus Handschriften. Von
W. Wattenbach. -- Bemerkungen zu Wipo. Von May. -- Ueber eine Pisaner
Chronik. Von O. Hartwig. -- Gesellschaftsnachrichten.

/Zeitschrift des historischen Vereins für Niedersachsen./
Herausgegeben unter Leitung des Vereins-Ausschusses. Jahrgang 1878 u.
40. Nachricht über dens. Verein. Hannover, Hahn. 1878. 8.

Die Stadt Göttingen u. Herzog Erich der Aeltere im Anfang des XVI.
Jhdts. Von A. Hasselblatt. -- Denkwürdigkeiten der zellischen Herzogin
Elonore, geb. d’Olbreuse. Von A. Köcher. -- Hannoversche Stadtchronik
von 1635 bis 1652... Mitgeth. von dems. Geschichte der adelichen
Familie von der Kettenburg im Fürstenthum Lüneburg. Von F. Grütter.
-- Sagen und Mythen aus dem Sollinge. Von A. Harland. -- Bierstreit
der Stadt Einbeck mit dem Herzog Philipp dem Jüngern von Grubenhagen,
1574-1579. Mitgeth. v. H. L. Harland. -- Mittheilungen aus dem Rothen
Buche der Kaufmanns-Innung der Stadt Hannover. Von G. F. Fiedeler. --
Die Schlacht bei Hastenbeck am 26. Juli 1757. Von Dr. Deiter. -- Der
Urnenfriedhof von Quelkhorn. Bericht von Ch. Hostmann. -- Die Wüstungen
des Kreises Holzminden. Von H. Dürre. -- Acht bisher ungedruckte Briefe
v. Chr. G. Heyne an J. G. Zimmermann. Mitgeth. von Ed. Bodemann. --
Die Weihe und Einführung des Herzogs Heinr. Julius von Braunschweig
als Bischof von Halberstadt und die damit verbundenen Streitigkeiten,
1578-1580. Von dems. -- Volkslied auf die Schlacht bei Lutter am
Barenberge, 17/27. Aug. 1626. Mitgeth. von dems. -- Schul-Reformen des
Herzogs August des J. von Braunschweig-Wolfenbüttel aus den Jahren
1646 und 1662. Von dems. -- Der Braunschweigische Soldatenhandel nach
Amerika 1776. Von dems. -- „Jährliche Hoflieferung aus der Stadt
Braunschweig nach Wolfenbüttel.“ Mitgeth. v. dems. -- Zum Asseburger
Urkundenbuch. Von Dr. Dürre. Mit Nachträgen von J. J. Ficker,
Bochholtz-Asseburg u. Bodemann.

/Zeitschrift des Architekten- und Ingenieur-Vereines zu Hannover./
Herausgegeben von dem Vorstande des Vereins. Redigirt von Keck... Band
XXV, Heft I. Jahrgang 1879. 2.

/Die Kunst im Gewerbe./ Darstellung ausgeführter Arbeiten ...
nebst Original-Aufnahmen kunstgewerblicher Erzeugnisse aus der
Blüthezeit des Mittalalters, hrsg. von /dems. Vereine/, redigirt
von Edwin Oppler. Band VII, Heft 4 u. 5. Leipzig, 1878. 2.

Brustharnisch aus dem XVI. Jahrhdt. Aufgenommen von O. Schultze.

/Numismatisch-sphragistischer Anzeiger./ Zeitung für Münz- Siegel-
u. Wappenkunde. Herausgegeben von H. Walte und M. Bahrfeldt. Organ des
/Münzforscher-Vereins zu Hannover/; X. Jahrg., Nr. 1-4. Hannover,
1879. 8.

Hofgeissmarsche Denare. Von Weingärtner. -- Nachträge zu den
Kupfermünzen Westfalens. Von Dr. Wm. Freudenthal. -- Angeblicher Gulden
eines Prinzen von Japonien 1683. Von Wolff. -- Die Hannoversche Münze.
Bischöflich Augsburgische Münzen des XII. Jahrhundts. Von W. Schratz.
-- Ergänzungen zu Weil’s Verzeichnisse Brandenburg-Preussischer
Münzbeamte. Von Wolff. -- Literatur. -- Kaufgesuche etc. etc.

/Zeitschrift für vaterländische Geschichte und Alterthumskunde./
Herausgeg. von dem /Verein für Geschichte und Alterthumskunde
Westfalens/ durch dessen Directoren. Fünfunddreißigster u.
sechsunddreißigster Band. Mit 1 lithogr. Karte. Münster, 1877 u. 78. 8.

Die Gilden binnen Münster i. W., ein Beitrag zum Gildewesen in
Deutschland. Von Dr. Th. Tophoff. -- Vereinschronik. -- Beschreibung
des vormaligen Bisthums Minden. Von L. A. Th. Holscher. -- Der
Solling. Von Dr. Kampschulte. -- Ausgegangene Ortschaften und
Ansiedelungen in der Umgebung der Stadt Salzkotten. Von E. von Sobbe.
-- Die „Ellenden-Bruderschaft“ zu Paderborn. Von W. E. Giefers.
-- Consules Civitatis Huxariensis. Gesammelt von H. Dürre. -- Die
Humanisten Joseph Horlenius und Jacob Montanus. Von Dr. D. Reichling.
-- Zwölf Zeitungen aus dem dreißigj. Kriege. Herausgeg. von J. B.
Nordhoff. -- Münsterische Chronik oder Begebenheiten im siebenjähr.
Kriege in Münster. -- Der Badeort Driburg. Von W. E. Giefers. --
Necrologium Herisiense. Von Dr. Jul. Evelt. -- Geschichte des
Cistercienserinnen-Klosters Gaukirch zu Paderborn während der ersten
Jahrhunderte seines Bestehens. Von A. Bieling. -- Kloster Brenkhausen.
Von Dr. A. Koch. -- Woher hatte das vormalige Dominicanerinnen-Kloster
„Galiläa“ seinen Namen.... Von Dr. Jul. Evelt. -- Eresburg,
Irmensäule, Bullerborn. Von W. E. Giefers. -- Ueber die angebliche
Ordnungslosigkeit und Lückenhaftigkeit der Traditiones Corbeienses. Von
Dr. H. Dürre. -- Die Lage des Schlachtfeldes von Idistaviso. Von R.
Wagener. -- Literar. Anzeigen.

/Blätter zur näheren Kunde Westfalens./ Organ des /histor.
Vereins für das Herzogthum Westfalen/. Herausg. durch Dr. K.
Tücking. XVI. Jahrg. 1878. 1.-4. Heft. Meschede. 8.

Die Familie von Ohle und ihre Stuhlherrngüter in der Freigrafschaft
Hundeme. Von Brüming. -- Das Lehngut Bödefeld. Von Dr. Tücking.

/Thurgauische Beiträge zur vaterländischen Geschichte./
Herausgegeben vom /histor. Vereine des Kantons Thurgau/.
Neunzehntes Heft. Frauenfeld, 1879. 8.

Vereinsangelegenheiten. -- Beiträge zur thurg. Landes- und
Kirchengeschichte aus der Reformationszeit. Mitgeth. v. H. S.
Sulzberger. -- Erlebnisse des Pfarrers von Schlatt bei Dießenhofen,
Melchior Kirchhoffer, in den Kriegsjahren 1798-1800. Mitgetheilt v.
Pfr. Schmid.

/Anzeiger für schweizerische Geschichte./ Herausgegeben von der
/allgemeinen geschichtsforschenden Gesellschaft der Schweiz/.
Neunter Jahrgang. (Neue Folge.) Nr. 1 u. 2. 1879. Solothurn, 1879. 8.

Zur ältesten alamannischen Geschichte. 2. Kämpfe in der Zeit der Kaiser
Valerianus und Gallienus. Von Dr. G. Meyer von Knonau. -- Thüring
Frickart und Niklaus Manuel, Großvater und Enkel. Von Dr. G. F. Rettig.
-- Unedierte Chroniken. Von Dr. E. v. Muralt. -- Ein Stauffacher als
kaiserlicher Gesandter in der Schweiz. Von Dr. Th. von Liebenau. --
Das Album Johann Zollikofer’s zu St. Gallen. Von Dr. Alfred Stern. --
Haduwig, die Gemahlin, Eppo’s von Nellenburg. Von Joh. Meyer. -- Zur
Beleuchtung des Freiheitsbriefes König Heinrich’s VII. für Uri, v. 26.
Mai 1231. Von Dr. G. Meyer v. Knonau. -- Niklas Manuel und Thüring
Frickart. Von Dr. J. Bächtold. -- La régiquin. Von Jos. Schneuwly. --
Grabschriften der in Luggarus verstorbenen Landvögte. Von Emil Motta.
-- Fälschung von Schweizer Münzen im Schloß Chillon. Von Dr. Th. von
Liebenau. -- Der friedsam Bär in’s Schultheißen Hans Hug Täschen. Von
dems.

/Mittheilungen der antiquarischen Gesellschaft/ (der Gesellschaft
für vaterländische Alterthümer) in Zürich. Band XX, Abth. I, Heft 2.
(XLIII). Zürich, 1879. 4. Mit 9 Tafeln.

Die Glasgemälde in der Rosette der Kathedrale von Lausanne. Ein Bild
der Welt aus dem XIII. Jahrh. Von J. Rudolf Rahn.

/Mémoires et documents/ publiés par /la Société d’histoire de
la Suisse romande./ Tome XXXIV. /Mélanges./ Seconde Livraison.
Lausanne, 1879. 8.

Notice biographique sur Louis de Charrière. Par G. de Charrière. --
Notice sur le milliaire de Vich. Par Ch. Morel. -- Histoire monétaire
de Lausanne (1394-1476). Par H. Morel-Fatio. Nécrologue de la
Chartreuse de la Lance, précédé d’une notice historique et suivi de
documents. Publié par l’abbé J. Gremaud.

/La rose de la cathédrale de Lausanne/ par Rahn. -- Mémoire
traduit de l’Allemand par William Cart. 36 Seiten und 9 lithogr. Tafeln.

/Mémoires et documents publiés par la société d’histoire et
d’archéologie de Genève./ Tome I, cahier 3. Genève et Paris. 1878. 4.

Peinture, de la Saint-Barthelemy par un artiste contemporain comparée
avec les documents historiques par Henri Bordier. 36 Stn. mit 2 Tafeln.



Vermischte Nachrichten.


58) In einer Torfgrube bei Grenaa in Jütland wurde Mitte vorigen
Monats beim Torfgraben ein wohlerhaltener /Leichnam einer jungen
Frau/ gefunden, der jedenfalls seit der Bronzezeit hier gelegen. Die
Leiche wurde in Gegenwart des Hardevogtes und des Distriktsarztes sehr
sorgfältig aufgenommen und auf dem Kirchhofe zu Oerum beerdigt. Später
ist dieselbe jedoch auf Veranlassung des altnordischen Museums wieder
ausgegraben und per Dampfschiff nach Kopenhagen gesandt worden.

  (Nordd. Allg. Zeit., Nr. 222.)

59) Auf dem Lindenhof in Zürich wurde dieser Tage ein beträchtlicher
Münzfund von mehreren goldenen und einigen hundert Silbermünzen
aufgehoben. Fast alle Münzen zeigen die Bildnisse verschiedener Kaiser
und deren Gemahlinnen des 2. Jahrhunderts (Hadrian, Antoninus Pius,
Marc Aurel, Verus, Commodus etc.) und sind sehr gut erhalten.

  (St.-Anz. f. Württemb., Nr. 133.)

60) Das Dorf /Mariaweiler/ bei /Düren/ hat sich als ein
großes /Trümmerfeld römischer Ansiedelungen/ erwiesen. Man
schreibt über den Erfolg der bisherigen, fünftägigen Ausgrabungen
der „Dürener Volkszeitung“ vom 17. Mai: Von der römischen Villa in
Mariaweiler ist jetzt so viel bloßgelegt, daß sich die Baderäume
mit einiger Sicherheit bestimmen lassen: das Zimmer fürs Schwitzbad
(tepidarium), fürs warme Bad (caldarium) und fürs kalte Bad
(frigidarium). An das der Straße zugekehrte, nördliche Zimmer schließt
sich westlich das zuerst aufgefundene, halbrunde Badebecken, zu
welchem zwei Treppenstufen hinunterführen. Südlich nach der neuen
Kirche zu ist ein kleiner Theil des Heizraumes (praefurnium) mit dem
Ofen (hypocausis) bloßgelegt. Sehr kenntlich liegen die Reste der
Luftheizung vor Augen. Zunächst steht noch ein großes Stück des hohen,
breiten Kanals, welcher die erwärmte Luft aus dem Feuerungsraume in
das östliche Badezimmer führte. Sowohl in diesem, wie in dem westlich
daranliegenden, mit einer halbrunden Nische abschließenden Zimmer
bedecken die Trümmer der meist aus runden, theilweise auch aus grauen
quadratischen Ziegeln aufgemauerten, etwa 1-1/2 Fuß hohen Säulchen in
regelmäßigen Abständen von etwa 1-1/2 Fuß den Boden. Sie trugen den
zweiten Boden, so daß die aus der hypocausis in den Kanal einströmende
warme Luft in diesem Souterrain (suspensurae) zwischen den Säulen sich
verbreiten konnte. Von hier stieg dieselbe alsdann durch thönerne
Röhren (tubi) an den Wänden in die Badezellen hinein. Das halbrunde
Becken und die Treppe in dem nördlichen Zimmer ist in allen Ecken,
also rund um den Boden und überall da, wo zwei Flächen sonst fast
zusammenstoßen, mit Rundstäben ausgelegt, ein Verfahren, aus dem wir
heut zu Tage wohl noch etwas für unsere Cementarbeiten lernen können.
Neben dem Becken ist noch ein Streifen des Bodens mit Marmor belegt.
Die Inschrift, welche in der halbrunden Nische des westlichen Zimmers
(also von dem Becken aus südlich) unter Trümmern von Hohlziegeln,
Thonröhren und Wandbekleidungsplatten aufgefunden wurde, steht auf
einer Ziegelplatte, die ebenfalls ein Theil eines Hohlziegels oder
einer Wandplatte zu sein scheint. Die Platte ist etwa 11 zu 23 cm.
groß. Die oberste Zeile zeigt mit unverkennbarer Deutlichkeit das
Datum des heutigen Tages, den 17. Mai: XVI. K(al.) Iunias. Der übrige
Theil der Inschrift ist noch nicht gelöst; er ist im Abdruck an einen
Spezialforscher auf diesem Gebiete abgesandt worden. Vor vollständiger
Reinigung der Platte schien sie auf das Jahr XI. des Augustus, also
19 v. Chr., hinzudeuten. Sollen wir vor sicherer Lösung eine neue
Vermuthung aussprechen, so scheint uns ein Hinweis auf die 11. Legion
vorzuliegen. Das würde wol die 70er Jahre nach Christus ergeben.
Denn als in den Jahren nach 68-70 in den Wirren unter Galba, Otho
und Vitellius die germanischen Legionen gelitten hatten und Claudius
Civilis mit seinen aufgestandenen Batavern gerade hier in Düren die
römisch gesinnten Ubier geschlagen, wurde die 11. Legion hierher zur
Unterstützung gesandt, in späteren Zeiten aber wieder aus unserer
Gegend zurückgezogen. Bemerkenswerth ist wohl noch, daß die Bäder zwar
am Abhange des Hügels liegen, jedoch nicht (nach Vitruvs Vorschrift)
den Osten des Hauses eingenommen haben. Die ausgegrabenen Räume werden
demnächst gesäubert und wie die Inschrift photographiert. Nachzutragen
ist, daß in einem östlich von den Baderäumen theilweise aufgedeckten
Zimmer die rothen Wände durch weiße Striche in Vierecke abgetheilt
sind, daß die aufgefundenen römischen Münzen bis ins 4. Jahrhundert
reichen, daß sich unter den vielen Scherben auch zwei erhaltene
Thongefäße, ein Krug und eine Schüssel, fanden. Auf der „Heidenburg“,
wo seit vorgestern gegraben wird, ist bereits römisches Mauerwerk
bloßgelegt, auch fanden sich Lanzenspitzen, ein Schlüssel u. s. w. Die
dort gefundenen römischen Münzen sind ebenfalls mit Edelrost (patina)
über und über bedeckt.

  (D. Reichsanz., Nr. 122.)

61) /Trier/, 28. Mai. Gegen Ende der vorigen Woche ist, wie die
„Tr. Ztg.“ mittheilt, in einem Grundstücke am Olewiger Wege, wo in der
Nähe des tiefen Bahneinschnittes wegen einer baulichen Anlage eben eine
bedeutende Bodenausschachtung stattfindet, ein eigenthümlicher antiker
Fund gemacht worden. In einer Lehmschichte fand man daselbst, und zwar
in einer mit schwärzlicher Erde gefüllten Mulde, eine bedeutende Zahl
römischer Münzformen aus gebranntem Thon. Man schätzt die Gesammtzahl
der Formen auf 800 bis 900 Stück. Leider sind manche der Formen
zerstreut worden, in verschiedene Hände gelangt, oder gar nicht sorgsam
aufgelesen worden, so daß viele derselben mit dem Schutt weggekarrt
worden sind. Die qu. Formen beziehen sich auf verschiedene römische
Kaisermünzen und haben vermuthlich zu einer großartigen Falschmünzerei
gedient. Die einzelnen Formen (Thonplättchen von der annähernden Größe
eines Markstückes und der Dicke eines Zweimarkstückes) waren beim
Gebrauch vielleicht in der Zahl von 20, 30, 40 Stück zu einer Rolle
aneinandergereiht. Ueber diese Rolle zog sich eine Rinne hin und mit
dieser korrespondierte zwischen je zwei Thonplättchen ein Gießloch.
Indem nun das flüssige Metall in die Rinne gegossen ward, füllten sich
durch den einen Guß die Hohlräume aller aneinandergereihten Formen,
so daß sich mit einem Male eine ganze Anzahl von Münzen bildete.
Jedes Thonplättchen besitzt auf der einen Seite die Matrize für die
Aversseite einer Münze und auf der andern Seite die Reversseite für
eine zweite Münze; nur die die beiden Enden der Rolle bildenden
Thonförmchen haben blos auf der Innenseite die Vertiefung einer Münze
und sind auf der Außenseite platt. Der ganze Fund bedarf selbstredend
noch eines gründlichen Studiums, bevor über dessen volle Bedeutung ein
Urtheil abgegeben werden kann.

  (Nordd. Allg. Zeit., Nr. 212.)

62) Die Hessische Landeszeitung Nr. 131 bringt einen Schmerzensschrei,
daß die unweit des Schlosses, wo soeben die allgemein befriedigende
Ausstellung von Plänen, Ansichten u. s. w. des „alten Mainz“
stattgefunden, die aufgedeckten Reste der romanischen Kirche des
Petersstiftes nicht aufgenommen und, so weit möglich, conserviert
werden, was freilich im Ganzen nicht wohl angehen wird. Auffallend
wäre es jedoch in der That im höchsten Grade, wenn gerade in Mainz
Steinsärge, die Grabsteine des Dechanten Johann von Cassel, des
Scholasters Johann Wasmod aus dem 15. Jhdt. nicht sollten geborgen
werden können, und wohl möchten wir glauben, daß nur dringende Gründe
eine einstweilige Verzögerung veranlaßt haben, die freilich sehr
bedauerlich wäre, wenn Beschädigungen inzwischen stattgefunden haben.

63) Die herzogl. Braunschweig’sche Regierung hat sich im letzten
Jahrzehnte um die Restauration der, theilweise starkbeschädigten,
großen mittelalterlichen Kirchen- und Klosterbauten des Landes
großes Verdienst erworben. Der Dom zu Braunschweig, die Kirchen zu
Marienberg bei Helmstädt, Königslutter, Riddagshausen u. a. sind
neu verjüngt worden. Nunmehr soll auch die Restauration der Kirche
zu /Supplingenburg/ in Angriff genommen werden, welcher das
Schicksal des Abbruches schon lange gedroht hatte, da sie nicht nur,
mitten in einer Domäne stehend, die Oekonomie behindert, in ihrer
Größe außer jedem Verhältnisse zur kleinen Gemeinde steht, sondern
auch derart baufällig ist, daß in der That die Frage schwerer zu
beantworten ist, welche Ursachen ein Bauwerk in einen solchen Grad
des Verfalles bringen können, als welche Ursachen dasselbe noch vor
vollständigem Zusammensturze hindern. So hatten auch schon früher die
Techniker wiederholt die Unmöglichkeit der Erhaltung des Bauwerkes
hervorgehoben, bis die jetzige Baudirektion, deren warmem Interesse
die Initiative bei fast allen Restaurationen zu danken ist, den Muth
fand, auch diese Arbeit in Angriff zu nehmen, zu der in dankenswerther
Weise Regierung und Stände die nöthigen, nicht unbeträchtlichen Mittel
verwilligt haben. Freilich wird die Restauration großentheils einem
Neubau gleichkommen, da offenbar nur das Ausweichen der Fundamente die
Veranlassung zu den Hauptschäden geworden sein kann.

64) /Metz/, 7. Juni. Die /Restaurationsarbeiten an der hiesigen
Kathedrale/ sind jetzt so weit fortgeschritten, daß die Renovierung
der je 400 qm. messenden Hauptfenster in Angriff genommen werden
konnte. Die in spätgothischem Stil ausgeführten Glasgemälde von hohem
Kunstwerthe werden gegenwärtig herausgenommen, um in Aachen von
künstlerischer Hand renoviert zu werden.

  (D. Reichsanz., Nr. 135.)

65) Abermals ist ein hochmerkwürdiges Bauwerk in seinem Bestande
bedroht, das Rathhaus zu Alsfeld in Hessen, jener malerisch, technisch
und historisch äußerst interessante Fachwerksbau, der, ohne baufällig
zu sein, und trotzdem er mit einem Aufwande von etwa fünf tausend
Mark wieder vorzüglich in den Stand gesetzt werden könnte, nach einem
Beschlusse des Gemeinderathes niedergerissen werden soll. Einstweilen
ist durch den Kreisrath Einspruch erhoben und die Angelegenheit dem
Provinzialausschusse vorgelegt worden; ein Aufruf an die Bürgerschaft
Alsfelds ist veröffentlicht worden, und so ist zu hoffen, daß die
Gefahr noch abgewendet wird. Es wäre in der That zu schlimm, wenn
fort und fort die Zahl der Opfer, welche heutige Barbarei verlangt,
um solche köstliche Perlen vermehrt werden sollte, weil die gerade
zufällig regierenden Gemeinderäthe kein Verständniß haben. Hat nicht
jeder Fremde mit Interesse das alte Gebäude betrachtet? Haben nicht
Maler und Architekten dasselbe so oft gezeichnet? Sollten die Herren in
Alsfeld nicht glauben, daß gerade die Künstler zu beurtheilen wissen,
was schön ist? Wollen sie mit Gewalt den Vorwurf der Barbarei und des
Mangels an Pietät auf sich laden?

66) Ueber die /Berner Burgunderteppiche/ schreibt die „N. Zürch.
Ztg.“ vom 19. d. Mts.: Bekanntlich wurde vor mehreren Jahren die
Restauration der unter dem Namen „Burgunderteppiche“ bekannten, aus der
Beute der Schlachten bei Grandson und Murten herrührenden Zelttapeten
Karls des Kühnen beschlossen, da die Trophäen durch die Länge der Zeit
sehr gelitten hatten und zu besorgen stand, es möchte durch Zuwarten
und den damit verbundenen weiteren Zerfall der kunstvollen Gewebe
die Zerstörung der Zeichnungen solche Fortschritte machen, daß sie
theilweise unkenntlich würden. Diese Tapeten stammen ihrem Gewebe nach
aus Arras, an der Grenze der industriellen Flandern, wo sie schon
zur Zeit Philipps des Guten von Burgund, Karls Vater, angefertigt
worden sein mögen. Sie sind en haute lisse, in Wolle, mit Gold und
Silber durchwirkt, stückweise gewoben und zusammengesetzt und zierten
einst höchst wahrscheinlich das Innere des hölzernen Prunkzeltes des
Herzogs bei Murten. Ihre Darstellungen sind religiösen, historischen
und heraldischen Inhalts. Den im Laufe der letzten Jahre reparierten
drei Tapeten hat sich nun eine vierte angeschlossen, die, vollständig
restauriert, vor mehreren Tagen das Atelier der Frau M. Carey-Bay
verließ und von einer Kommission übernommen wurde, die die Arbeit zu
beaugenscheinigen und zu beurtheilen hat. Dieser letztere Teppich
stellt die Anbetung der drei Könige vor dem Jesuskinde dar, mit dem
Spruche des Engels: „Non redietis ad Heroden“ (Kehrt nicht zu Herodes
zurück). Obwohl die Tapete eine der kleineren ist, -- sie mißt 13’
in der Länge und 12’ in der Breite -- und auch die Havarien relativ
nicht so schwer waren, als die an anderen Tapeten, erforderte die
Restauration dennoch anderthalb Jahre Zeit.

  (D. Reichsanz., Nr. 118.)

67) Vor Kurzem wurde in der Nähe von /Görlitz/ bei Königshayn
ein anscheinend nicht bedeutender, wol nur theilweise in meine Hände
gelangter Münzfund gemacht, der zur Hälfte aus Wendenpfennigen, wie sie
im nordöstlichen Deutschland, der Lausitz etc. häufig vorkommen, in
etwa 14 Stempelverschiedenheiten bestand. Die andere Hälfte enthielt
eine geringe Anzahl recht gut erhaltener Denare Herzogs Brzetislaw I.
von Böhmen (1037-1055) und zwar die im Katalog Kilian unter Nr. 105,
107, 108, 111, 120 und 199 verzeichneten Arten; ferner einige Denare
der Könige Stephan I. und Andreas I. von Ungarn und einen Denar des
Erzbischofs Pilgrim von Köln. Mit Rücksicht auf die Münzen Andreas I.
(1046-1060) dürfte die Vergrabung der Münzen in der letzten Hälfte des
11. Jahrhunderts stattgefunden haben.

Ferner fand Ende März d. J. ein Arbeiter im Dorfe /Leest/ bei
Potsdam, bei Regulierung der ungepflasterten Dorfstrasse, unmittelbar
unter dem Fahrwege, einen Spatenstich tief, einen Topf mit mehreren
Hundert Denaren des Erzbischofs Adelgod von Magdeburg (Wellenheim No.
72, 42, 43, 44). Von den im Funde noch vorhandenen drei Varietäten
waren jedoch nur je 2 Exemplare da.

  /Potsdam/, April 1879.             /Julius Lange./

  (Blätter f. Münzfreunde, Nr. 76).

68) Zu Tollwitz (Kirchspiel Teuditz bei Dürrenberg) wurden kürzlich,
beim Neubau eines Kellers, in einem thönernen Topfe über 200
landgräflich thüringische Groschen gefunden. Drei uns vorliegende
Stücke sind von Friedrich dem Einfältigen (1406/40).

  (Blätter f. Münzfreunde, Nr. 76).

68) Die /Alterthümer-Ausstellung in Münster/, welche in der
westfälischen Hauptstadt zur fünfzigjährigen /Jubelfeier des dortigen
Alterthumsvereins/ für die beiden ersten Juniwochen veranstaltet
wird, entwickelt sich, der „Wes. Ztg.“ zufolge, über alle Erwartung
großartig. Kirchen und Schlösser, Museen und Bibliotheken, Behörden,
Korporationen und Private scheinen förmlich gewetteifert zu haben,
aus ihren reichhaltigen Schätzen das Herrlichste, Kostbarste und
Interessanteste herzugeben. Man darf unbedenklich behaupten nicht
blos, daß eine so reiche und so bedeutende Sammlung von Alterthümern
in Westfalen noch niemals zuvor vereinigt war, sondern auch, daß kaum
eine zweite Provinz einen ähnlichen Reichthum würde aufstellen können.
Der möglichst kurz gehaltene Katalog, welcher am Eröffnungstage,
Pfingstsonntag, in schmuckem Gewande fertig vorliegen sollte,
umfaßt nicht weniger als zehn Druckbogen. Auf den ersten fünf sind
zunächst 39 römische, 52 germanische und 36 merovingische Alterthümer
aufgezählt. Darauf folgen 141 Nummern mit „Waffen“, an der Spitze die
ganze Ritterrüstung Walthers von Plettenberg. Dann aber kommt ein
unabsehbarer Reichthum von 6-700 „Metallsachen“, an der Spitze der
Reisekelch des heil. Ludgerus, welchem beinahe 70 weitere Kelche aus
dem 11. bis 17. Jahrhundert, sowie eine lange Reihe der herrlichsten
Reliquienschreine, Monstranzen, Ciborien, kleinerer Reliquiarien
(über 80), Kreuze, Altar-, Kron- und Standleuchter, Rauchfässer,
Gießlöwen, Weihkessel, Schüsseln, Pokale, Becher, Schalen, Dosen,
Schmuckkästchen, Bestecke, Ketten, Rosenkränze, Medaillons, Figuren,
Uhren, Stäbe, Schlösser, Mörser, Krüge etc. -- allesammt durch Alter
und Kunstwerth hervorragend -- sich anschließen. Die nächste Abtheilung
bringt Sachen aus Bein, Schildpatt u. dgl. Dann folgen die antiken
Möbel, die Gobelins und Tafelbilder, die Werke der alten Bildhauer-
und Holzschneidekunst, die alten Buchmalereien, die Glas- und
Porzellansachen, die Paramente und Stickereien etc.

  (Deutsch. Reichsanz., Nr. 128.)



Verantwortliche Redaction: Dr. A. /Essenwein/. Dr. G. K.
/Frommann/.

Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in
Nürnberg.


Gedruckt bei U. E. /Sebald/ in Nürnberg.



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  FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.

  Neue Folge. Sechsundzwanzigster Jahrgang.

  [Illustration]

  =Nürnberg.= Das Abonnement des Blattes, welches alle Monate
  erscheint, wird ganzjährig angenommen und beträgt nach der neuesten
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  Alle für das german. Museum bestimmten Sendungen auf dem Wege des
  Buchhandels werden durch den Commissionär der literar.-artist.
  Anstalt des Museums, /F. A. Brockhaus/ in Leipzig, befördert.

  ORGAN DES GERMANISCHEN MUSEUMS.

  1879.    Nº 7.    Juli.



Wissenschaftliche Mittheilungen.



Kunstgeschichtliches aus Bunzlau.


Die Kreisstadt Bunzlau am Bober (Regbez. Liegnitz), welche ihrem
berühmten Landsmann, dem Dichter Martin Opitz von Boberfeld, eine
Bekanntschaft in weiteren Kreisen verdankt, ist nach den Angaben
älterer Chronisten 1190 von Boleslaw dem Langen, Herzog von Schlesien
(1163-1201), gegründet und mit Mauern, Basteien und Thürmen
befestigt worden, woher der aus Boleslavec -- so heißt der Ort 1251
-- corrumpierte heutige Name stammt. Auf denselben Herzog wird die
Anlage der nicht mehr vorhandenen Liebfrauenkirche vor dem Niederthore
zurückgeführt, während ein Breslauer Kaufmann gegen Ende des 12. Jhdts.
in Folge eines Gelübdes ein der h. Dorothea gewidmetes Gotteshaus auf
dem erhöhten Platze gestiftet haben soll, auf dem sich die heutige
kath. Pfarrkirche in honorem gloriosae virginis Mariae et St. Nicolai
erhebt. Sie war ursprünglich hölzern; erst gegen Ende des 13. Jhdts.
scheint man zu einem steinernen Baue geschritten zu sein, von dem sich
als einziger Ueberrest das Fragment eines gekuppelten Fensters, im
Thurme eingemauert, erhalten hat. Der älteste Ablaßbrief zu Gunsten
dieses Werkes wurde 1298 (Juni) in Rom von den Erzbischöfen Gundislaus
Galiciarum, sedis Hispaniarum primatis, frater Egidius Bituriensis,
Leonhardus Aversanus etc. ausgestellt. Nach totaler Zerstörung des
Gebäudes durch die Hussiten[241] schrieb Bischof Konrad, Herzog von
Oels (1417-47), zu Breslau am 4. Sept. 1442 für die Neuerrichtung
unter folgenden einleitenden Worten einen Ablaß aus: „cum ecclesia
per insultum Thaboritarum una cum oppido funditus fuerit exusta et in
suis clenodiis ad divinum cultum et ministrorum indigentiam opportunis
omnimodo depopulata ..., ut statui priori restituatur.“ (Abschriften
beider Briefe in der handschriftlichen Chronik des Pastors Holstenius
(† 1609), im Besitz des kgl. Waisenhauses.) Den langsamen Gang des
Baues bezeichnen die Jahreszahlen 1482 am äußeren Chor, 1492 am
ersten Stockwerk des Thurmes, welcher um 1522 bis zur Brüstung fertig
geworden sein dürfte, 1516 an der südlichen Ecke des Frontispiz, 1521
am Gewölbe unter dem Orgelchore. Für den Baumeister halte ich /Wendel
Roßkopf/ von Görlitz, über welchen meine „urkundl. Beiträge zur
Künstlergeschichte Schlesiens“ bei genannter Stadt zu vergleichen,
und zwar auf Grund zweier neben seiner Namensinschrift stehender
Steinmetzzeichen auf der von ihm errichteten Gröditzburg, die sich
in Bunzlau wiederfinden. (Abgebildet in Schlesiens Vorzeit, 34 Ber.,
Tf. II, 21, 22). 1579 wurde dem Orgelsetzer /Joh. Lange/ von
Kamitz[242] die Renovation der Orgel in der Pfarrkirche verdingt, was
den Magistrat auf 600 [Symbol: Reichstaler] zu stehen kam; (Hol. f.
143).[243] 610 (Juli) ist der neue Kranz auf dem Kirchthurme[244]
sammt dem Wachstüblein darauf gesetzet worden von dem Steinmetzen
/Elias Böer/. (Diese Namensform kommt übrigens auch bei einem
Mitgliede der italienischen Baumeisterfamilie Bahr in Brieg vor!)
(Continuatio des Hol. f. 27). 32 Jahre später wurde die Kirche bei
der schwedischen Eroberung ausgebrannt; der Haupttheil blieb bis 1692
wüst liegen, wo der Italiener /Julius Simonetti/ sie völlig
wiederherstellte. Damals wurde der Bau des Schiffs laut der unter
dem Orgelchor befindlichen Jahrzahl beendigt; die bürige Renovation
des Gebäudes bestand in einer Erweiterung desselben nach Norden
zu.[245] (Bergemann, Chronik v. Bunzlau, 1829, S. 27.) Das Andenken
dieses Architekten wahrt noch die Kirche durch den Grabstein seines
Töchterchens Ursula Marianna († 1692); die Mutter führte den gleichen
Namen. Simonetti war (nach Bergemann, S. 430) 1721-28 Stadtvogt in
Bunzlau und 1718 Stadthauptmann bei den Schützen (S. 462). Nach
vollendetem Reparaturbau ließ er den Altar der Auferstehung auf
seine Kosten errichten; (ebenda S. 27.) Er erbaute übrigens auch
die evangelische Kirche zu Halbau bei Sagan; (A. Schultz, Schles.
Kunstleben im 15. Jhrh., S. 22.) Der Hochaltar wurde laut Contract
vom 17. Sept. 1723 (im Pfarr-Archiv) von dem Bildhauer /Leonhard
Wäber/ aus Schweidnitz verfertigt. Die Kosten dafür hatte der 1722 †
Erzpriester Blutvogel[246] vorausbezahlt. Dem Dingzettel zufolge sollte
der Künstler zu den Bildern und dem Schnitzwerk das Holz schaffen, auch
die Säulen und was zur Architektur gehört einen Tischler auf eigne
Kosten machen lassen, das Hauptbild aber, die h. Jungfrau, von Holz
geschnitten und durch etliche Engel gen Himmel auffahrend dargestellt,
oben aber in einer Gloria die h. Dreifaltigkeit nach Anzeigung des
(vorgeschriebenen) Risses gemacht werden. An Statuen kamen noch hinzu
Petrus, Paulus, Augustinus, Nikolaus, Laurentius, Stephanus, Wenzel und
Leopold auf die untern Postamente, auf die oberen aber Fides, Spes und
Charitas, Hedwig und Ludmilla. Insbesondere sollte observiert werden,
daß der Altar gebogen sei und in Gestalt eines Halbmondes formiert
werde etc. Dem Verfertiger wurden für solche Arbeit 600 [Symbol:
Reichstaler] à 30 Sgr., in 5 Raten bis zu geschehener Vollendung
zahlbar, ausgesetzt, außerdem ein Schock kieferne Bretter und endlich
kostenfreie Translocation von Schweidnitz nach Bunzlau zugesichert. --

An der Stirnseite der Kirche ist seit einigen Jahren ein Steinbild, die
Dreifaltigkeit darstellend, eingemauert worden, welches ursprünglich
den Schmuck des Oberthors (zur Straße nach der Herrnhutercolonie
Gnadenberg führend) bildete; es hatte die Jahrzahl 1533 und trägt in
Minuskeln die Inschrift:

Si incole bene morati, pulchre opidum (!) munitum[247]. -- Das vielfach
renovierte Rathhaus ist in der Hauptmasse ein spätgothischer Bau aus
dem Zeitraum von 1525-35, wie die Inschriften bezeugen; besondere
Beachtung verdient darin das complicierte, kühn geschwungene Gewölbe
des Rathskellers. Ueber dem Eingange zur ehemaligen Gerichtsstube steht
der Hexameter: Jus cole, perniciosa viris iniuria res est; zwischen dem
preußischen Adler und dem Stadtwappen auf der Südseite des Gebäudes das
Distichon: Alarum illarum degent secura sub umbra Curia, jura, salus,
gensque, Bolesla, tua. Der Thurmkranz wurde laut Inschrift 1776 unter
dem Kämmerer und Bauherrn Gottlob Liebner errichtet. Die Kuppel setzte
der Schieferdecker Flügel aus Harpersdorf (b. Goldberg). (Bergemann, a.
a. O. S. 17.) --

Die ältesten Steinskulpturen in der Stadt finden sich am Gasthofe zu
den drei Kränzen am Markte, bestehend in drei Köpfen und einem Jäger
hinter zwei wilden Schweinen, welche Bilder die Tradition mannigfach
gedeutet hat. So sollen die beiden Frauenköpfe ungarische Pilgerinnen
vorstellen, welche 1442 auf der Wallfahrt nach Aachen in genanntem
Wirthhause starben. (Bergemann, a. a. O. S. 80). Ueber das Jahr 1450
dürften diese Alterthümer sämmtlich keineswegs hinausgehen. -- Von
Architekturen aus der Renaissancezeit sind gegenwärtig nur noch zwei
Façaden auf der Südseite des Marktes vorhanden: die 1558 von Heinrich
Weißkopf angelegte Apotheke (Bergem. S. 49), welche über dem Eingang
1672 datiert ist, und das ältere anstoßende Gebäude, muthmaßlich ein
altes Patrizierhaus, mit Ritterköpfen, welche aus den Zwickeln des
reich skulpierten Portals herausschauen. Wahrscheinlich ist ihr Erbauer
der „wälsche Maurer“ /Antoni Tußkant/ (Toscano?), welchen die
citierte Handschrift zweimal erwähnt, (f. 112 u. 43 der Continuatio).
Er wohnte 1672 am Ringe in der Nähe des alten Röhrtrogs neben dem
Magister Heinisch; in seinem, früher dem Franz Böer gehörigen Hause
logierte 1546 der Prinz Maximilian, als er Montag nach Jubilate (17.
Mai) mit seiner Mutter Anna und zwei Schwestern in Bunzlau verweilte.

In den namhaft gemachten Quellen finden sich noch folgende Notizen
über ältere bildende Künstler. Die Maurerinnung soll 1499 von König
Wladislaus privilegiert worden sein. Die Steinmetzenzunft bildeten 1549
N. Holstein, C. Beer, St. Namsler, N. Schuhmann, H. Lindner, M. Maywald
(B. S. 66). 1563 ertrinkt der Stadtzimmermann /Wenzel/, als er
das Niederwehr gegen den angeschwollenen Bober zu erhalten sucht; (H.
f. 128). 1566 verschleppte ein Perlhefter (Paramentensticker) aus
Naumburg a. d. Saale die Pest nach Bunzlau, weshalb die Seuche das
Perlhefter-Sterben genannt wurde. (ebendas. f. 133). Um 1588 ließ
der Magistrat zwei neue Feldstücke von dem Glockengießer /Stephan
Götz/ zu Breslau herstellen; (ebendas. f. 153). 1614 arbeitete in
Bunzlau der Maurer /Mich. Gierbig/; (Cont. f. 37). In demselben
Jahre beginnt der Maurermeister /Leonhard Muth/ den Kirchthurmbau
in dem unweit der Stadt gelegenen Tillendorf; der Baumeister /Georg
Weigmann/ aus Sagan vollendet 1616 das Werk (B. S. 95). 1620 starb
im Kretscham zu Klitschdorf (Kr. Bunzlau) der Goldschmied /Hans
Kestner/; „denn er sich im Bier und Branntwein so vollgesoffen, daß
er vom Schemmel gefallen und bald todt blieben ist. Sicut vixit, ita
morixit (!)“ (Cont. f. 45). 1625 wird die Falschmünzerei des Uhrmachers
/David Wiehl/ und des Malers /Elias Meyer/ entdeckt. Die
Schuldigen entkamen; (ebendas. f. 54).

  /Bunzlau/.          /Dr. Ewald Wernicke/.

FUSSNOTEN:

[241: An einem Strebepfeiler des Chors gewahrt man zwei, bereits
verwitterte, eingegrabene Abbildungen von Kirchen, anscheinend
romanischen Stils; vielleicht Reminiscenzen der ursprünglichen Gestalt
des Gebäudes. Romanisch sind noch die Dorfkirchen von Giesmannsdorf und
Großhartmannsdorf (Kr. Bunzlau).]

[242: Es wird wol Kamenz in der Lausitz gemeint sein.]

[243: Die Handschrift beruft sich auf ein Stadtbuch der Verträge; von
diesem und ähnlichen Urkundenbüchern ist an Ort und Stelle nichts mehr
vorhanden.]

[244: und zwar in mißverstandener Nachahmung der Gothik, obgleich, wie
unten gezeigt werden soll, sich schon damals ein Renaissancekünstler in
der Stadt eingebürgert hatte.]

[245: nämlich in einer zwischen zwei Strebepfeiler eingebauten
Vorhalle.]

[246: Dieser merkwürdige Name erscheint auch 1376 in Schweidnitz.]

[247: Außerdem bemerkt man daran zwei erhaben gearbeitete
Künstlermonogramme.]



Ulrich Gossembrot.


In der Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins XXV, 36-69 habe
ich den Augsburger Bürgermeister Sigismund Gossembrot als eifrigen,
begeisterten Vorkämpfer des Humanismus geschildert, und schon früher
ebenda XXII, 83-85 einige Reden und Briefe seines Sohnes Ulrich
nachgewiesen, der in Ferrara ein eifriger Schüler des Guarinus
von Verona gewesen war, 1459 in Padua studierte; am 23. Februar
1459 erbat der Vater ein Benefiz für ihn vom Bischof von Augsburg
(S. 89). Es scheint, daß weder Vater noch Sohn es an Aufwand und
Anstrengungen haben fehlen lassen, daß aber ein früher Tod Ulrichs
seine Laufbahn vorzeitig abgeschnitten hat; denn sonst wäre es kaum
zu erklären, daß Paul von Stetten in seinen Nachrichten von den
Augsburger Geschlechtern von ihm gar keine Kunde hat. Eine letzte
Spur von ihm habe ich in dem unten folgenden Briefe gefunden. Acht
Jahre hatte er in Italien den Studien gewidmet, zuletzt in Padua der
Rechtswissenschaft, und war dem Ziele nahe, als Kränklichkeit, die
ihn schon immer gehindert hatte, ihn nöthigte, heimzukehren. Bevor
er nun nach Padua zurückkehrt, hält er es für zweckmäßig, sich eine
praktische Ausbildung und angesehene Bekanntschaften zu verschaffen.
Deshalb wendet er sich an den kaiserlichen Rath Ulrich Riederer, einen
alten Gönner seiner Familie, mit dem Wunsche, in seiner Umgebung sich
aufhalten zu dürfen. Er lobt diesen unmäßig, mit aller Wohlredenheit
der Schmeichelei, welche den Humanisten eigen ist; vorzüglich auch
als Freund und Beförderer des Humanismus. In ähnlicher Weise rühmt
ihn auch Aeneas Silvius als sehr gelehrt, rechtskundig und von großer
Beredsamkeit, in seinen Commentarien (ed. Francof. 1614) S. 243, wo
er berichtet, daß Ulrich nach dem Aufstand der Wiener 1462, wenige
Tage nach geschlossenem Frieden, in W. Neustadt erschlagen gefunden
wurde, wahrscheinlich von einem eifersüchtigen Ehemann umgebracht.
Als seinen Fehler habe er selbst seine große Habsucht bezeichnet, was
dann freilich mit Gossembrots Schilderungen nicht ganz übereinstimmt.
Natürlich hat Ulrich Gossembrot in diesem Briefe alle Kunst seiner
Stilistik aufgeboten, und wenn er auch keineswegs fehlerfrei ist, so
zeugt er doch von eifrigen und nicht erfolglosen Studien. Er ist denn
auch von Zeitgenossen unter die Vorbilder und Musterstücke aufgenommen;
in dem Cod. LXXVI (7) der Bibliothek des Collegiatstifts in Zeitz
findet er sich fol. 108 mit verschiedenen Schriften des Aenas Silvius
u. a. Unmittelbar vorher geht eine Rede zur Feier der Wahl des „rex
Centipolitanus“, eines Königs, der mir ganz unbekannt ist, und die
kurze Rede gewährt auch keinen Aufschluß; sie scheint aber scherzhaft
zu sein. Der Brief, welchen ich nun hier folgen lasse, ist leidlich
correct geschrieben, nur das Datum (aus Rom) kann nach dem Inhalt
unmöglich richtig sein. In Bezug auf e statt ae und ci statt ti bin
ich aus Achtung vor der Schule des Guarinus von der mittelalterlichen
Schreibung der Handschrift abgewichen; ebenso setzte ich nihil und
mihi, wo die Orthographie derselben schwankend ist.

       *       *       *       *       *

Clarissimo ac spectatissimo viro, domino Ulrico Riderer, doctori
praestanti, Frederici Caesaris divi Augusti secretario ac oratori
famosissimo, Udalricus Gossenbrot se humillime plurimumque commendat.

Praexcellentium virtutum vestrarum, praestantissime domine, crebro et
perjocundo rumore compulsus, perscribere hoc tempore ad vos statui:
tametsi, colendissime domine, et temere et nimis confidenter me facere
intelligam, qui ad vos, virum in summis dignitatibus constitutum,
perscribere audeam. Duo tamen in mentem mihi venerunt, quae me
in hoc scribendi instituto vehementer confirmant. Primum vestra
apud[248] omnes cognita pietas singularisque humanitas. Alterum, quod
saepenumero[249] audivissem, in Patavina potissimum universitate,
ab his multa praeclara, quibus tota vestra vita perfecta[250] erat,
dum invictus Caesar versus Urbem proficisceretur ad dyadematis
assumptionem: qui cum vestram prudentiam in consiliis, virtutem et
integritatem in administrandis rebus extollerent, non potui temperare
mihi, quo minus hoc tempore ad vos litteras darem, quibus sane meam in
vos observantiam atque omnem meam rationem declararem. Itaque vestram
inprimis excellentiam obsecro, rogo atque hortor precibus, ut hanc
meam epistolam aequo benivoloque animo perlegere velitis. Fateor enim
eam non esse fulcitam ornatamque quem ad modum oporteret, tum propter
dignitatis vestrae fastigium, tum propter singulare vestrum ingenium,
omni virtutum genere fecundum. Nec ignoro eam ipsam praestantiae
vestrae amplitudinem, non puerilem scribendi auctoritatem, sed
quosque[251] maximos graves oratores promereri, neque balbutientis
adhuc adolescentis epistolam poscere, ad quam accedendam ne quidem ulli
facultatem dari censeo, nisi qui verborum splendorem sententiarumque
gravitatem prae se ferat radiantem. Omnia haec non nescio.

Vestra igitur tam late patens apud omnes humanitas mihi veniam
dabit, si quid non satis expolitum ingenio aut elaboratum industria
intelliget: quae non modo me firmat, sed provocat, sed impellit, sed
vehementer cogit, ut etiam magna et hilari mente aggrediar, quod
benignas vestras aures gratissime acceptaturas esse confido. Quod
si id feceritis, perpetuo dumque mihi vita superstes erit, vobis
me obnoxium[252] profitebor. Nec[253] immerito, cum meam epistolam
legere dignatus fueritis, quem[254] jam dudum audivi in gravissimis
reipublicae negotiis esse impeditum, atque hoc tempore distractum
tantis domini curis ac occupationibus esse detentum, ut vix vobis
interdum respirandi[255]. Quapropter, praestantissime domine, ut
paucis me absolvam, ne nimia prolixitate aures vestrae taedio
afficiantur: Nisi deum immortalem offendere vererer, multa profecto
in horrendam, iniquam detestandamque fortunam inveherem, quae tam
male de me institutisque[256] meis merita est, ob id, quod omnem mihi
ad doctrinam et litteras aditum claudere decrevit, mihique quo minus
possim[257] huc usque adeo dura aspera adversa extat et truculenta,
ut nil reliquum praeter in eis[258] officium sit concessum, quod
profecto semper in omni aetate abhorrendum esse existimavi. Non enim
nobis solum nati sumus, ut inquit Tullius[259], verum etiam patriae,
parentibus, amicis denique. Quam quidem sententiam cum usurpatam
viderem a majoribus nostris, omnem et ego operam dare volui, ne
meam aetatem sine aliquo praeclaro negotio volare permitterem. Nam
evestigio postquam ex ephebis excessi, consilio paterno me ad altricem
omnis sapientiae ac scientiae matrem Italiam contuli; ubi primum
in Ferrariensi gymnasio philosophiae morali, id est humanitatis
studio vacavi, omneque studium pro ingenii viribus ac rerum mearum
parvitate in scolis Guarinianis consumpsi; deinde vero ad altiora
volens transgredi, legum studiis in Patavina[260] universitate me
tradidi. Verum cum nil sit perpetua felicitate subnixum, adversa
valitudo et meis studiis semper contraria ad paternos praeteritis
diebus lares me reverti compulit, ubi his temporibus in otiis vitam
satis invitus ago. Non est mihi usui tam cito rursus Italiam petere,
verum prius in aliquo loco laudabili vivere, donec aliquarum rerum
experientiam ac amicorum copiam adipisci possem, ut cum postea[261]
studiorum meorum metam pervenirem, quae haud longe aberit, non omnino
incognitus apud meos essem, cum quibus nondum magnam habeo notitiam,
propter octo ferme annos quos in studiis contrivi. Quid dicam de meis
cogitationibus, quae variae sunt? Saepenumero quippe cogito, ne oleum
et operam perdidisse videar, quibus studiis, quibus facultatibus,
quibus tandem auxiliis aliquid viro dignum agere possem, omnibus
omissis quae abjecti animi sunt, maxime cum praeter solam virtutem,
quae usque ad extremos permanet rogos, omnia caduca atque imbecilla
esse videantur[262]. Spes itaque mei prosectus non parum augetur, cum
vestrae magnanimitatis mentem intueor, praestantissima gesta, eximiam
famam, inexpugnabilem constantiam, summam denique in obeundis rebus
industriam, quae quidem non satis admirari, non praedicare non possum.
Quis enim per deum immortalem vestram magnificentiam et clarissimarum
rerum amplitudinem pro maximis vestris[263] meritis satis copiose,
satis digne recensere posset? Nemo sane: quae ita omnium ore celebrata
et tam late promulgata sunt, ut cum vel minimas a vobis rerum gestarum
portiones perstringere vellem, maxima quidem ac egregia facinora sese
mihi offerrent. Nam quantum in[264] administrandis judiciis justitiae,
quantum sapientiae semper exhibueritis, ex eo plane intelligi potest,
quod in judicio nullo[265] juste quis vobis oblocutus est, a nemine
merito appellatum est, nulla quaestio delata est. Hoc censores qui
vulgo Sindici appellantur, melius longe quam ego, qui fama contentus
sum, intelligunt: apud quos cum de repetendis, de judicatis, de ceteris
provocatur, nulla de vobis proclamatio, sed ne quidem verbum auditum
est, quod ad vestram dominationem honestandam proditum non fuerit. Quae
cum ita sint, versare animo et cogitare mecum soleo, vosne plus laudis
et gloriae imperatoriae majestati, an inclitus ipse imperator vobis
decoris ac nominis addiderit. Tanta praeterea in omni vita constantia
praeditus fuistis et gravitate, ut nihil amori, nihil affectibus
tribueritis, ita ut vos non modo praesulem, verum etiam parentem et
tutorem omnis generis, gradus, omnis sexus homines senserint. Cui
quidem rei testimonio sunt non solum privatorum hominum, verum etiam
principum causae, quas semper tanto favore complexus fuistis, ut merito
eorum pater ac patronus (haud injuria) appellandus sitis. Quid dicam
in his rebus consulendis, quas serenissimo imperatori commodas ac
honestas intellexeritis: in quibus, ut fama volitat, animum tanquam
arcum intentum habuistis. Quae cum ita sint, eos beatos fortunatosque
non minus existimo, quibus vestrae prudentiae lateri nonnunquam astare
concessum est, quam[266] nuper de Salomonis domesticis me Sibillae
sententiam legisse recordor. Quapropter magno ingentique desiderio
affectus cuperem ac optarem, vestrae dominationi servire et totis
cum viribus famulandi munus peragere, ut hinc ob assiduum exercitium
nonnullarum rerum experientiam consequerer. Quod si itaque mihi ad eam
rem peragendam facultas oblata fuerit, me semper in aevum deditissimum
et in omni re adeunda promptissimum vestra praestantia sentiet,
habeboque vestrae dominationi gratias, non quas debeo, sed quas possum,
agamque quoad vivam pro non mediocri vestra erga totam nostram
familiam humanitate et benignitate, qua omnes docti et boni foventur et
amplectuntur; deum vero ut dignas referre dignetur summopere precor.

Fortassis, domine colendissime, qua gratia haec omnia vobis
explicaverim, requirere possetis. Cui quam facile possum respondere.
Audivi namque a pluribus saepenumero, cum quibus est mihi frequens et
jocunda consuetudo, vos virum doctissimum atque omni litterarum genere
praestantem et admodum cultum, quibus ego non sum prorsus alienus,
hoc est humanitatis. Sed quod pluris censeo existimandum, ajunt et
praedicant vos summa humanitate praeditum esse, et ad variarum rerum
scientiam vos et virtutis et probitatis studia conjunxisse, neque
minorem vos laudem et gloriam ex ejus cultu quam ex litteris reportare:
quae res quamprimum me ad meam erga vos observantiam compulit et
ad summum amorem excitavit. Neque enim vos fugit, virtutem[267]
esse tanti, ut nos etiam ad illorum[268], quos numquam vidimus,
benivolentiam compellat: quo fit ut nisi vestrum praeclarissimum in
doctos homines ingenium cognovissem, meam ne utique vobis declarassem
rationem. His accedit praeclara quaedam naturae vestrae condicio, cui
ingratus ipse viderer, si ab ipso meo instituto ac proposito revocari
me contigisset, cum hoc inprimis habeant qui[269] vobis eorum in vos
observantiam et devotionem apertam et significatam volunt[270] videri,
ut ab incredibili prorsus atque spectata vestra benignitate ita
amentur, favore prosequantur[271], et denique officiis afficiantur,
ut prius quam affectum conceperint, rem ipsam consequantur, quam vix
sperare aut meditari licuisset. Accedit etiam id quod ego uberrimum ac
prope maximum virtutis alimentum puto, ut quos litterarum praestantia
aut ingenio aliquo singulari ornatos esse sciatis, his vobis[272] atque
aliis rebus devinciatis, quae vel ad eorum[273] perpetuam amplitudinem
pertinent et dignitatem. Quare cum hoc vestrum optimarum artium et
virtutis indicium intueor, non mediocris culpae reus mihi videbor, si
quo praesertim animo, qua devotione, quam mirifico ingenii ardore ac
studio vos prosequar, non declarassem. Quod etsi saepenumero perficere
statuissem, cupiebamque aliquid ad vos mearum dare litterarum, quo
mea in vos observantia ac voluntas notior fieret, nulla in hunc usque
diem se occasio tulit, qua daretur scribendi oportuna facultas.
Ceterum non parum hoc tempore fretus sum ad vos scribere, praesertim
cum saepissime intellexerim, vos vehementissimo amore affectum fuisse
erga Hawgener[274], socerum quondam patrui mei, eumque summa semper
humanitate ac pietate a vobis prosecutum fuisse, ut nullo unquam
tempore et posteri sui et nos omnes e numero suorum amicorum oblivioni
tradere velimus. Neque immerito; semper enim eum unice et ex animo
non diligi, verum etiam amari sensimus, consiliaque optima ab intimo
vestro pectore et fidelissimo emanasse haud ignoramus. Deinde vero
generi sui filium eadem benivolentia voluistis affici, qui paulo ante
e vita decessit. Cujus sane obitum licet moleste graviterque tulerim,
propterea quod ferme ejusdem aetatis eramus et in teneris annis
una educati nutritique, tamen siccatis tandem oculis, suspiriisque
repressis, virilem revocavi animum, in memoriamque mihi venit, haud
sapientis esse mortuum lugere mortalem: sic nec labi flumina, nec
solem occidere, nec diei noctem succedere, quisquam vel mediocri
praeditus prudentia dolet. Sunt enim naturae munera, cui repugnare
stultum judicatur, cum sit more gigantum[275], ut ait Cicero, cum diis
bellare. Quid multa? deus dedit, deus abstulit. Cum itaque, egregie
domine, non ignota nobis omnibus sit incredibilis vestra humanitas et
mansuetudo, qua[276] superiores nostros nostramque familiam amplexus
fuistis, sicuti jam saepe vidimus ac experti sumus, non solum vobis
gratias agere decet, verum etiam referre, ne ingratitudinis vitium
nobis asscribatur. Sed revera hoc tempore ad referendam gratiam nihil
nobis suppeditatur praeter bonam voluntatem; totam tamen familiam
omnibus in rebus, tum minimis tum maximis, obsequentissimam semper
comperietis, nominisque vestri ac famae non modo tutricem, verum
etiam quoad licebit amplificatricem. Sed quid tutricem[277] dixi?
cum ad tam praestantissimum gloriae fastigium nominis vestri fama
devenerit, ut laudibus plenum (ut poetae ajunt) existat. Quae enim
ora? quae sedes? quis locus? in quo non existant[278] integritatis
vestrae, tum doctrinae tum nominis gloria impressa vestigia. Testimonio
sese mihi offert Ferrariensis civitas ac Paduae illud florentissimum
Ausoniae gymnasium, tum alia loca famosissima, in quibus multi nobiles
viri hodierna die se vestris beneficiis perpetuo devinctos esse
profitentur. Sentio, observandissime domine, in recensendis laudibus
vestris me tanta voluptate affici[279], ut scribendi studio longius
quam proposuerim evehar[280]. Proinde calamum reprimo, ne assentandi
gratia putetis me illa recensere. Et sane non dubito, ea potissimum
vos vigere humanitate, qua meam non modo patienter sed benigne
quidem sitis[281] epistolam, qualiscunque sit, lecturus: ut postquam
coram vivas depromere voces non dabatur[282], absens me vobis per
litteras deditum et devotum esse cognosceretis; tametsi conantem me
hactenus ad vos perscribere tum condicionis vestrae celsitudo, tum
facundiae vestrae dignitas, qua ferme in hac aetate in imperiali aula
principatum obtinetis, crebre paventem exanimassent, nisi incredibili
vestra humanitate confisus fuissem. Itaque gratulor non mediocriter
Frederico Caesari divo Augusto, tum etiam Germanicae nostrae nationi,
Serenitatisque suae judicium divinis laudibus effero, qui vos tantum,
talem, omnique laude cumulatum virum aulae asscriberet. Cujus imperium
omnipotens deus secunda sub fortuna ac longissimo tempore ut conservet,
orans supplex palmas ad sidera tendo.

Valete itaque feliciter, totius curiae splendor, decus et ornamentum,
et ut memor mei esse velitis et commendatum habere vehementer
rogo, quod certe ut faciatis, vos rerum mearum parvitas horumque
temporum[283], consuetudinis vestrae ratio hortatur atque admonet. [Ex
alma Roma.]

       *       *       *       *       *

Wir lassen hier die oben, Sp. 198 angeführte Rede folgen, welche sich
auf eine Festfeier, vielleicht unter Studenten, zu beziehen scheint.


Oracio.

Cogitanti michi sepenumero ac memoria vetera repetenti, Viri
prestabiles ornatissimique, quod parens ille rerum mundique fabricator
deus in terris[284] omnia gubernat, non ab re hac tempestate firmiter
credere debemus, ex divina sua clemencia Serenissimum dominum nostrum
regem Centipolitanum superioribus diebus per electionem regnum adeptum
esse. Quo profecto jam dudum dignissimus fuerat ob sue prosapie
decus et majorum decantata fastigia, in quibus religio, prudencia
multimoda, clemencia, sobrietas, pacis componende profugium maxime
vigebant. Quapropter, sapientissimi viri, Rex hic noster majores suos
ante oculos suos ponere solet. Evestigio enim cum regnum suum ingressus
esset, in soliumque regale magnifice collocatus, nonnullos viros fetore
squaloreque obsitos claros nitidosque reddere curavit, ea potissimum de
causa, ut deinceps aliis cum hominibus bene, honeste laudabiliterque
vivere possent, et ut conversacione familiaritateque aliorum digni
judicarentur. Quanta insuper nobilitate, clemencia ac cesarea quadam
miseracione Rex hic noster polleat, neminem latet. Quis enim,
excelentissimi viri, ignorat Francorum decus, nitorem, gloriam, annis
jam millenis per totum terrarum orbem effloruisse, tantisque belli ac
pacis artibus instructos emicuisse viros principes insignes, marchiones
illustrissimos, ut si res eorum gestas enarrare voluerim, singuli
volumen inmensum exposcerent. Ergo eos ob temporis angustiam Regisque
nostri hic innumerabiles animi dotes silencio involvam, quia ut ad
curiam me paucis convertam, tempus expostulat: in qua peritissimos
sapientissimosque viros habet, in quos Allexandrinam munificenciam
Cesareamque liberalitatem exercet, ut nullum genus hominum sub tam
benigno principe tamque munifico donatore egere posse credatur. Nonne
sicut in verbis pondus et ex lingua melle dulcior fluit oracio, sic
in fronte, oculis, vultu, singularis hilaritas efflorescit? ut in
facie rose, lilia, et postremo Gracie ipse inhabitare videantur, et
humani generis delicie merito vocari posset: Ut de Tito Flavio cesare
Romanorum scribitur, cujus celebrandum illud extat dictum „Non oportere
quenquam a sermone principis tristem discedere.“ Adest hic consilio,
benivolencia, fide, humanitate nobis rex, nobis pater, nobis dominus,
nobis gubernator, majorum suorum representaturus excellenciam. Facit
ergo, ut omni detersa tristicia pre gaudio clamare liceat. „Benedictus
qui venit in nomine domini! Vivat rex Centipolitanus! Vive in eternum!“

  /Berlin./           /W. Wattenbach./

FUSSNOTEN:

[248: fehlt in der Hs.]

[249: cum sepen. Hs.]

[250: ob perfecte cognita?]

[251: quousque Hs.]

[252: obnixius Hs.]

[253: Nunc Hs.]

[254: que Hs.]

[255: Hier müssen einige Worte ausgefallen sein.]

[256: que fehlt.]

[257: Hier fehlt vermuthlich etwas.]

[258: Offenbar fehlerhaft.]

[259: am Rande eine Hand.]

[260: Patauiana Hs.]

[261: ad ist vielleicht ausgefallen.]

[262: Diese Stelle ist wieder am Rande ausgezeichnet.]

[263: nostris Hs.]

[264: q. michi in Hs.]

[265: ullo Hs.]

[266: quam cum Hs.]

[267: virtutum Hs.]

[268: radillorum Hs.]

[269: quid Hs.]

[270: voluit Hs.]

[271: perseq. Hs.]

[272: nobis Hs.]

[273: earum Hs.]

[274: vielleicht statt Hangenor, eine bekannte Augsburger Familie.]

[275: gigantem Hs. Bei Cicero de senect. c. 2 steht: Quid enim est
aliud, gigantum modo bellare cum diis, nisi naturae repugnare?]

[276: quia Hs.]

[277: nutricem Hs.]

[278: existent Hs.]

[279: offerri Hs.]

[280: evehare Hs.]

[281: satis Hs.]

[282: dabantur Hs.]

[283: Hier scheint ein Wort zu fehlen.]

[284: interr. Hs.]



Zur Geschichte der Hausmarken.


Durch Homeyer’s Forschungen über die Hausmarken ist die auch für die
Kunstgeschichte interessante Frage gründlich und erschöpfend erörtert
worden, und es wird jetzt wol keinem mehr einfallen, ohne besonderen
Anlaß jene Monogramme für Steinmetzzeichen zu erklären. Für die
Verbreitung des Gebrauches der Hausmarke zeugen auch folgende Notizen,
die ich Breslauer Stadtbüchern entnehme:

  1428, Montag nach Oculi wird ein Beutel gefunden und abgeliefert,
  der mit grünem Wachse und dem /Gemerke/ [*Symbol] (das
  Zeichen Anzeiger 1871, Sp. 15 ist unrichtig) versiegelt ist; (Liber
  excessuum).

  1527, Jan. 13. werden sechzehn Häringstonnen mit dem /Gemerk/
  [*Symbol] erwähnt; (Protoc.)

  1527, Jan. 18. vier Tonnen Hechte mit dem Zeichen [*Symbol]; zwei
  andere gezeichnet [*Symbol]; ferner zwei mit der Signatur [*Symbol]
  (ebendas.).

  1527, Nov. 21. eine Tonne Hechte mit dem Zeichen [*Symbol], die
  andere mit [*Symbol] (ebendas.).

  1544, Jan. 23. ein Faß mit der Nummer 36 und dem Zeichen [*Symbol]
  (Schöppenb.).

  1545, Sept. 16. ein Ochse mit dem Brandzeichen [*Symbol] (ebendas.).

  1600, Sept. 2. Elisabeth, Wittwe des Bürgers Niclas Kreutzmann,
  vermacht testamentarisch ihren Kindern Wäsche und bemerkt, daß die
  ihres Sohnes Niclas mit dem Zeichen N [*Symbol] C gezeichnet sei,
  die dem Hans gehörige H [*Symbol] C, die des Daniel endlich D
  [*Symbol] C. Das Testament wurde 1605, April 13. eröffnet; (Lib.
  testam.).

  /Breslau./           /Alwin Schultz./



Geschliffene Glaspokale im germanischen Museum.


Nachdem wir unsere Leser wiederholt in die Sammlung der Trinkgläser des
Museums geführt, laden wir sie auch heute ein, uns dahin zu folgen,
indem wir sie auf eine große Anzahl von Gläsern aufmerksam machen,
welche in Deutschland, nachdem mit dem 17. Jahrh. auch dort die Kunst,
kristallhelles Glas herzustellen, eingeführt war, gefertigt sind. Den
Venetianer Gläsern in Einzelheiten nachgebildet, sind diese, meist dem
18. Jahrh. angehörigen Stücke, deren Heimath zu großem Theile in Böhmen
zu suchen ist, sehr schwer und massig, so daß die Kunst des Schleifens
zur Herstellung von Verzierungen angewendet werden konnte, welche schon
im Mittelalter gebräuchlich war. Freilich schliff man die einzelnen
Flächen nicht so tief ein, wie dies an den Bechern der heiligen Hedwig
geschehen ist; man suchte vielmehr durch zarte und feine Ornamentik,
die in großem Reichthum flach aufgeschliffen ist, in Verbindung mit
Inschriften, für die man in Deutschland im 17. und 18. Jahrh. große
Neigung hatte, zu wirken. Während der in Fig. 1 dargestellte Glaspokal
dem Beginne des 18. Jahrh. angehört, ist der zweite erst im Schlusse
des Jahrh. entstanden. Der vierseitige Fuß kann nicht anders als durch
Blasen in eine Hohlform oder durch Guß hergestellt sein. Die Ornamentik
ist für die Zeit Ludwigs XVI. besonders charakteristisch.

  /Nürnberg./

  /A. Essenwein./

[Illustration: Fig. 2.]

[Illustration: Fig. 1.]



Eine Holzschnitzerei, angeblich von Veit Stoss.


Herr Dr. R. Steche hat in der Beilage zu Nr. 5, Jahrg. 1879 dieser
Blätter auf eine schöne Holzschnitzerei aufmerksam gemacht, welche er,
in Folge der darauf befindlichen Inschrift, als ein Werk des berühmten
Nürnberger Meisters Veit Stoß bezeichnet.

Da ich seit Jahren mit dem eingehenden Studium des Lebens und der
Werke dieses Meisters beschäftigt bin, auch eine Monographie über
ihn publiciert habe und Abbildungen aller mir zugänglichen Werke
desselben eifrig sammle, interessierte mich die Mittheilung des Herrn
Steche in hohem Grade. Ich fand Gelegenheit, diese Gruppe auf der
Leipziger Gewerbeausstellung zu sehen und -- Dank der liebenswürdigen
Zuvorkommenheit des Herrn Jul. Zöllner -- näher zu untersuchen.

Sogleich der erste Blick überzeugte mich, daß der Stil und die
Arbeit dieser Gruppe mit den beglaubigten Werken des Veit Stoß
/keineswegs/ stimmt. Es fehlt vor allem jene einfache, großartige
Behandlung der Gewänder, welche für den Meister so charakteristisch
ist. Die Inschrift auf der /Rückseite/ -- was an sich schon sehr
auffallend ist -- ist ohne Zweifel /gefälscht/; die Schriftzüge
derselben sind ganz verschieden von jenen des 16. Jhdts. und offenbar
viel jünger, obgleich nicht ganz modern. Die Jahreszahl 1523 auf der
Vorderseite dagegen dürfte echt sein. Mit dem Namen des Meisters
bezeichnete Holzschnitzereien sind mir bis jetzt nicht vorgekommen, und
diejenigen Reliefs, welche sein (aus Kupferstichen bekanntes) Monogramm
tragen, sind sämmtlich höchst zweifelhaft.

Die meisten Werke des Veit Stoß sind aus Lindenholz gefertigt und
polychromiert; die fragliche Gruppe dagegen ist aus besserem Holze
gefertigt und war nie polychrom. Die geringen Reste von rother Farbe
an derselben deuten das aus den Wunden Christi geflossene Blut an und
weisen mit Sicherheit darauf hin, daß die Oberfläche der Schnitzerei im
Uebrigen nie bemalt war.

Diese Gruppe scheint auch niemals Theil eines Altars, sondern von
Anfang an ein selbständiges Werk gewesen zu sein.

  /R. Bergau./



Ein Schwindler von 1415.


Auf die Innenseite des Deckels der Maihinger Handschrift II. Lat.: 1.
fol. num. 27 ist ein Pergamentblatt geklebt, welches in 45 Zeilen ein
notarielles instrumentum folgenden Inhalts darbietet.

Am 11. Mai 1415 verklagt Conradus Fawl, rector parochialis ecclesiae
Sancti Emmerami in Geysenveld, Ratisponensis dioecesis, einen gewissen
Johannem Lintz, /gerentem se pro presbytero/ Ratisponensis
dioecesis, wegen unbefugten Zinsengenusses und wegen sonstiger
Eingriffe in die Rechte Fauls. Die Klage wendet sich um Abstellung
der Uebelstände nach Rom an die sedes apostolica, als deren Inhaber
noch Johann XXIII. genannt ist. Als Zeugen sind aufgeführt die
Kleriker Lutz und Hewß und der Laie Joh. Pürckart de Lantzperg. Als
beglaubigender Jurist unterschreibt das Ganze: Conrad Rothhuter de
Nürmberg cler. Bamb. dioec. publicus imperiali auctoritate notarius.

  /Dinkelsbühl/.        /Georg Schepß/.



Der Cantor zu U. L. Fr. bei den Graden zu Mainz, als päpstlicher Legat,
befiehlt den Pfarrern zu Aschaffenburg und Babenhausen, den Bann gegen
gewisse Juden aus letzterer Stadt, der wider diese vorher auf Bitten
des Edeln Arrosius von Breuberg ausgesprochen war, ihrer Hartnäckigkeit
wegen feierlichst zu erneuern und sie von allem und jedem Verkehr mit
Christen auszuschließen.


  1320, Mai 13.

Cantor ecclesie sancte Marie ad Gradus Maguntinensis a sede apostolica
delegatus dilectis in Christo in Aschaffenburgc et in Babinhusen
ecclesiarum plebanis seu eorum vices gerentibus salutem in domino et
mandatis apostolicis firmiter obedire. Quia Moyses de Aschaffenburgc,
Ysaac, Kalmannus et Rechelina Judei de Babinhusen iamdudum a nobis
a communione christifidelium pro re iudicata ad instanciam nobilis
viri domini Arrosii, domini de Bruberg exclusi, huiusmodi exclusionis
sentenciam animo sustinent indurato, vobis et cuilibet vestrum, qui
requisiti fueritis, sub pena suspensionis mandamus, quatenus ipsos
singulis diebus dominicis incensis candelis et pulsatis campanis
exclusos, excommunicatos et ab omnibus arcius evitandos publice
coram vestris parrochis nuncietis, inhibentes nichilominus omnibus
et singulis vestris parrochis, quibus et nos auctoritate apostolica
presentibus inhibemus, ne quis dictis Judeis communicet emendo,
vendendo, molendo, piscando, sal, cibum aut potum ministrando, pignora
obligando, usuras dando, fideiussionis debitum exolvendo, aut alio
quovis genere communionis verbo vel opere ullo modo, alioquin omnes
et singulos contrarium facientes, qui propter temerariam communionem
huius minoris excommunicacionis sentenciam incidunt, excommunicacionis
sentencia minoris ligatos publice nuncietis re litterisque(?)

Datum anno domini Mº CCCº XXº IIIº idus Maii.

Urschrift auf Pergament, deren drei an Pergamentstreifen hangende
spitzovale Siegel nur fragmentarisch erhalten sind, B. 15, 5, 22 im
gräfl. Haupt-Archiv zu Wernigerode. Das 2. Siegel zeigt die Mutter
Gottes mit dem Jesusknaben in einer gothischen Kapelle, darunter eine
im Gebete knieende Figur. Das kleinste, 3. Siegel zeigt noch den obern
Rest einer Darstellung des Erzvaters Jacob mit der Himmelsleiter, an
deren Seiten Engel aufsteigen.

  /Wernigerode./    /E. Jacobs./



König Adolf nimmt den Edeln Werner von Minzenberg zum kaiserlichen
Burgmann auf Schloß Rödelheim an und setzt ihn für die dafür
versprochenen 100 Mark Kölnischer Pfennige, da es ihm an Baarschaft
fehlt, die Juden beim Königstein zum Pfand.


  /Frankfurt/ 1294, August 2.

Nos Adolfus dei gratia Romanorum rex semper Augustus ad universorum
noticiam volumus pervenire, quod nos nobilem virum Wernherum de
Mincemberg in castrum Reitelnheim conquisivimus nobis et imperio in
castrensem, permittentes eidem centum marcas denariorum coloniensium,
tribus Hallensibus pro denario quolibet computandis, occasione
huiusmodi liberaliter nos daturos, et quia paratam pecuniam non
habemus, concedimus et volumus, quod idem Wernherus et heredes sui
Judeos, qui apud Kuningestein se receperunt vel receperint ad manendum,
tamdiu teneant et habeant titulo pignoris et seruicia recipiant ad
eisdem, quousque nos vel successores nostri in imperio eis satisfaciant
de pecunia prelibata, qua soluta ipsam convertent in empcionem bonorum,
que idem Wernherus et heredes sui pro feodo castrensi a nobis et
successoribus nostris recipient et tenebunt. In cuius testimonium
presens scriptum exinde conscribi et maiestatis nostre sigillo fecimus
communiri.

Datum apud Frankenfurt IIII nonas Augusti, indictione VII, anno domini
millesimo ducentesimo nonagesimo quarto, regni vero nostri anno tercio.

Urschrift auf Pergament B. 15, 1, 8 im gräfl. Haupt-Archiv
zu Wernigerode. Das ungefähr 100 Mm. im Durchmesser haltende
Majestätssiegel an Pergamentstreifen, den thronenden Kaiser mit dem
Scepter in der Rechten, den Reichsadler in der Linken darstellend, ist
nur unvollständig erhalten. Von der Umschrift ist erhalten: ✠ ADOL(F)US
 DE .......... OMANORVM : REX ...... AVGVSTVS.

  /Wernigerode./    /E. Jacobs./



  (Mit einer Beilage.)


Verantwortliche Redaction: Dr. /A. Essenwein/. Dr. /G. K.
Frommann/.

Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in
Nürnberg.


Gedruckt bei /U. E. Sebald/ in Nürnberg.



  BEILAGE ZUM ANZEIGER FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.

  1879.    Nº 7.    Juli.


Chronik des germanischen Museums.

  /Nürnberg/, den 15. Juli 1879.

Die kgl. bayer. Generaldirektion der Verkehrsanstalten hat uns in
Bezug auf die Aufstellung der Miltenberger Heunensäule eine große
Erleichterung gewährt, deren wir hier dankbare Erwähnung zu thun haben,
indem sie kostenfreien Transport vom Bahnhofe Miltenberg bis Nürnberg
zugesagt hat. Der besonders schwierigen Verbringung des Kolosses
von seinem fast zweitausendjährigen Lagerplatze zum Bahnhofe wollen
sich dortige Techniker annehmen, und so hoffen wir, bald melden zu
dürfen, daß den modernen Mitteln der Technik die Bewältigung jener
Schwierigkeit gelungen und daß die Säule wenigstens hier eingetroffen
ist, wenn, wie die Untersuchung hoffen läßt, der Stein so gesund ist,
daß er den Transport ertragen kann.

Für unser Handelsmuseum hat der Verwaltungsrath desselben im
Einvernehmen mit dem Direktorium und Lokalausschusse des Museums jüngst
bindende Satzungen aufgestellt, so daß die Entwicklung nunmehr festen
Boden hat. Bereits sind manche nicht unwichtige Ankäufe für die durch
Schenkungen begründeten Sammlungen gemacht.

Herr Geh. Kommerzienrath Mevißen in Köln hat sich durch Uebernahme
eines Antheilscheines betheiligt.

Seit Veröffentlichung des Verzeichnisses in der vorhergehenden Nummer
wurden folgende /neue Jahresbeiträge/ angemeldet:

Von =~Privaten~=. =Apolda.= Dr. G. Compter, Realschuldirektor, 2 m.
=Dresden.= O. Mathäi, Rechtsanwalt, 5 m. Dr. Wilkens, Direktor, 5 m.
=Erlangen.= Frau Dr. J. Graul 3 m. =Gera.= R. Schneider, Ringfabrikant,
3 m. =Hersbruck.= Frau Held, Privatière, 1 m. =Ottensoos.= J. Pirner,
Kunstmühlbesitzer, 2 m. =Uffenheim.= Bär, Conrektor, 2 m.; Hauerwaas,
k. Bezirksamtsassessor, 2 m.; Schmidbauer, k. Bezirksamtmann, 2
m.; Wunderlich, Apotheker, 2 m. =Wien.= Arthur Faber, Fabrik- u.
Realitätenbesitzer, (statt früher 2 m.) 5 m. =Zwickau.= Dietrich,
Kanzleisekretär, 3 m.; Frenzel, Gymnasialoberlehrer, 3 m.; Dr. Lippold,
Gymnasialoberlehrer, 3 m.; Pöschel, cand. theol. und Oberlehrer, 2 m.;
Schencke, Markscheider und Bergdirektor, 3 m.; Schickedantz, Kaufmann,
3 m.; Ulbricht, Baumeister, 3 m.; Zech, Notariatsexpedient, 3 m.

Als /einmalige Beiträge/ wurden folgende gegeben:

=Zwickau.= A. Fischer, Fabrikbesitzer, 10 m.; Lehmann,
Bürgerschullehrer, 3 m.; Zückler, Stadtrath, 3 m.

Unsern Sammlungen giengen ferner folgende Geschenke zu:

I. Für die kunst- und kulturgeschichtlichen Sammlungen.

(Nr. 8155-8164.)

=Mainz.= /Fr. Schneider/, Dompräbendat und Subcustos:
Mehrere Ansichten und Pläne von Mainz und Bilderbögen des 18
Jahrhunderts in Holzschn. u. Kupferst. -- =Messina.= /Dr.
Felix Bamberg/, kais. deutscher Generalconsul: 12 Oelgemälde: 1.
Gerhard Duffeit (Douffet), Jephta’s Rückkehr. 2. Altdeutsche Schule,
Christus vor Pilatus. 3. Van Dyk, erste Skizze zu dem Madrider Bilde:
die Gefangennahme Christi. 4. Claas Heda, Stillleben. 5. W. v.
Kaulbach, Studienkopf. 6. Altniederländische Schule, heilige Familie.
7. Altdeutsche Schule, heilige Familie. 8. Altdeutsche Schule,
Erschaffung der Eva. 9. H. Schäuffelein (?), Porträt eines Herrn und
einer Dame. 10. u. 11. Unbekannt, Porträte des Dichters Bürger und
seiner Frau. 12. Willebouts, Venus und Amor. -- =München.= /J.
A. Finsterlin/’s Verlagshdl.: G. Glas, Karte vom Fichtelgebirge und
der fränk. Schweiz. G. Glas, der bayerische Wald. -- =Nürnberg.=
Frau /Förderreuther/, Privatierswittwe: 88 Flugblätter in
Kupferstich, Holzschnitt und Steindruck. 16.-19. Jahrh. -- /Georg
Hacker/, Fabrikant: Eine Sammlung Modebilder von 1806. -- Frau
/Schultze/, Privatierswittwe: Die beiden Landschaften nach Thiele,
Radierungen von J. W. v. Göthe. -- /Chr. Schwarz/: Eine große
Anzahl Gipsabgüsse von Münzen und Medaillen des 16-18. Jhdts. -- Dr. H.
/Fhr. v. Weissenbach/: Eine große Partie von älteren und neueren
Druckverzierungen, einige Büchereinbände. 16.-18. Jhdt. -- Eine große
Partie älterer und neuerer kleiner Münzen aus Silber und Kupfer. --
=Strassburg.= /Alban Rösiger/, Stud. phil.: Postroutenkarte
durch Deutschland. 1718. Kupferst.

II. Für die Bibliothek.

(Nr. 39,620-39,679.)

=Berlin.= /K. preuß. Akademie der Wissenschaften/: Dies.,
Monatsberichte etc.; 1863-1878. 8. /E. Friedel/, Stadtrath: Ders.,
Verzeichniß der vom märk. Provinzial-Museum der Stadtgemeinde
Berlin auf der Berliner Gewerbe-Ausstellung 1879 niedergelegten
Gegenstände. 1879. 8. /Graf R. von Stillfried/, Excellenz: Ders.,
Hohenzollerische Goldchronik. 1879. 8. Allerhöchst befohlene Ordnung
der Feierlichkeiten bei der am 11. Juni stattfindenden Goldenen
Hochzeit Ihrer Majestäten des Kaisers u. Königs Wilhelm u. der Kaiserin
und Königin Augusta. 2. Kögel, Nun bleibet Glaube, Hoffnung, Liebe! Zur
goldenen Hochzeit etc. 1879. 8. -- =Bernburg.= /Verband Stolze’scher
Stenographenvereine/: Ders., Geschäfts-Bericht; 1879. 8. -- =Bonn.=
/Dr. Jul. Wegeler/: Ders., Philosophia patrum. Nachträge, Ergänzungen,
Zusätze und Register. 1879. 8. -- =Darmstadt.= /Ernst Wörner/: Ders.,
zum vierhundertjährigen Gedenktag des Anfalls der Obergrafschaft
Katzenellenbogen an das Haus Hessen, dem 27. Juni 1879. 8. Sonderabdr.
-- =Dresden.= /K. sächs. Gesellschaft der Wissenschaften/: Springer,
über die Quellen der Kunstdarstellungen im Mittelalter. 1879. 8.
Sonderabdr. -- =Greifswald.= /Dr. Theodor Pyl/, Univers.-Professor:
Ders., Jaromar und Margareta. 4. -- =Hamburg.= /Dr. F. Voigt/: Ders.,
die Holzschnitzwerke und Holzmöbel des Hamburg. Museums für Kunst u.
Gewerbe. 1879. 8. =Helsingfors.= /Finska Fornminnesförening/: Dies.,
Tidskrift; IV. 1879. 8. -- =Kassel.= /Verein für hess. Geschichte und
Landeskunde/: Ders., Zeitschrift etc.; N. F. Bd. VIII, 1. u. 2. Heft.
1879. 8. Mittheilungen etc.; 1877, 3. 4. 1878 u. 1879, 1. 8. Pinder,
Bericht über die heidnischen Alterthümer etc. (Zeitschrift, Supplem.
VI). 1878. 4. -- =Köln.= /Dr. Aug. Reichensperger/, k. App.-Ger.-Rath
a. D.: Ders., die Bauhütten des Mittelalters. 1879. 8. -- =Leubus.=
/Heinrich Graf Stillfried/, Landstallmeister und Rittmeister a. D.:
Ders., Leben und Kunstleistungen des Malers und Kupferstechers G.
Phil. Rugendas u. seiner Nachkommen. 1879. 8. -- =Mainz.= /Friedr.
Schneider/, Dompräbendat: Ders., Darstellungen der Stadt Mainz und
ihrer Denkmäler. 1879. 8. Ders., mittelalterliche Ordensbauten
in Mainz. 1879. 4. -- =Meissen.= /Dr. Wilh. Loose/, Direktor der
Realschule: Ders., Beiträge zur Schul- und Universitätsgeschichte.
1879. 4. Pr. -- =Milwaukee.= /Naturhistor. Verein von Wisconsin/:
Ders., Jahres-Bericht f. d. J. 1878-79. 1879. 8. -- =München.=
/J. A. Finsterlin/, Buchhandlung: Höfler, Führer von Tölz und
Umgebung; 2. Aufl., 1875. 8. Amort, Staats- und Kirchenzustände in
Süddeutschland. 1878. 8. -- Dr. /G. M. Thomas/, Univers.-Professor:
Ders., atti relativi ad una patente di papa Clemente VI. 8. Sonderabdr.
-- =Nürnberg.= /G. Benda/: Das Buch Esther in hebr. Sprache.
Pergam.-Rolle. Hs. 18. Jahrh. /Bayerisches Gewerbemuseum/: Dass.,
Jahresbericht etc. 1878. 4. /Fritz Stich/, Brüning, de silentio
sacrae scripturae libellus. 1750. 8. /Ungenannter/: Steenacker,
ordres de chevalerie. 1867. 4. Whitmore, the elements of heraldry.
1866. 8. Synopsis of the contents of the British Museum; 1869 u.
1871. 8. Tussaud, exhibition catalogue. 1874. 8. Verzeichniß der
Gemälde in der neuen Pinakothek zu München. 1877. 8. -- =Oppeln.=
/Dr. Aug. Grabow/, k. Kreis-Schulinspektor: Ders., die Musik in der
deutschen Sprache; 2. Aufl. 1879. 8. -- =Prag.= /Bruno Bischoff/:
Ders., die ersten Herren von Schwanberg. 1879. 8. Sonderabdr. --
=Schleiz.= /Geschichts- u. Alterthums-Verein/: Alberti, zur Geschichte
des Schlosses Burgk bei Schleiz. 1879. 8. Ders., die Bergkirche zu
Schleiz. 1878. 8. -- =Stuttgart.= /Paul Neff/, Verlagsh.: Die Kunst für
Alle etc.; Lfg. 26 u. 27. 2. -- =Tübingen.= /Universität/: Tübinger
Universitätsschriften aus d. J. 1878. 1879. 4. XXV. Zuwachsverzeichniß
der königl. Universitätsbibliothek, 1877-78. 4. u. 19 weitere
akademische Schriften. -- =Utrecht.= /Historisch Genootschap/: Dies.,
Werken; n. Ser., N. 27: de Beaufort, brieven van en aan Joan Derck
van der Capellen van de Poll. 1879. 8. -- =Washington.= /Smithsonian
Institution/: Annual report for 1877. 8. -- =Wien.= /K. K. statist.
Central-Commission/: Dies., statist. Jahrbuch f. d. J. 1876, VII.
Heft u. 1877, IX. Heft. 1879. 8. /K. K. geographische Gesellschaft/:
Dies., Mittheilungen etc.; XXI. (n. F. XI.) Bd. 1878. 8. /Rud. Ritter
von Haidinger/: Ders., Beitrag zur Kenntniß der Bolzen und Pfeilformen
vom Beginn der histor. Zeit bis zur Mitte des 16. Jahrh. 1879. 8.
-- =Wismar.= /Hinstorff’/sche Hofbuchhandlg.: Schulz, Tabellen zur
Kirchengeschichte. 1875. 8. -- =Würzburg.= /Histor. Verein für
Unterfranken u. Aschaffenburg/: Ders., Archiv etc.; Bd. 25, 1. Heft.
1879. 8. Fries, Geschichte des Bauernkrieges in Ostfranken; 3. Liefg.
1878. 8.

III. Für das Archiv.

(Nr. 4613-4625.)

=Bayreuth.= /Herding/, k. Advokat: Drei Originalbriefe von
Jean Paul Friedr. Richter, die Unterhandlungen mit Buchhändlern über
den Verlag einzelner Schriften betr. 1797-1799. -- =Nürnberg.=
/Abraham Böckelt/, Schneidermeister: Akten des Schneiderhandwerkes
von Lauf. 1643-1753. Frau /Förderreuther/, Privatierswittwe:
Kaufbrief der Dorothea, des Fritz Schopper’s sel. Wittwe, an Berthold
Deyhsler zu Nürnberg über ein Haus am Markte, 1410. Perg. Kaufbrief
der Beatrix, Franzen Lengenfelders ehel. Wirthin, und des Martin
Haller an Sebold Beringstorfer, Bürger zu Nürnberg, über 3/4 resp.
1/4 Antheil an der Behausung an dem Markt, 1473. Perg. Kaufbrief der
Helena, des Wolf Harsdörffers, und Katharina, geb. Haller, des Hans
Christoph Scheurl ehel. Hausfrauen, an Siegfried Pfinzing und seine
Frau Maria Magdalena, über die Hallerische Behausung am Markt zu
Nürnberg, 1615. Kaufbrief der Helena, des weil. Wolf Harsdörffers seel.
Wittwe, an den Handelsmann Leonh. König, Bürger zu Nürnberg, und seine
Hausfrau Appolonia, über eine Behausung am Herrn- oder Fischmarkt,
1650. Kaufbrief des Johann Siegmund Haller v. Hallerstein, als Jobst
Hallerischer Stiftungsverwalter, an den Handelsmann Leonh. König und
den Zaummacher Elias Trabisch über eine abgelöste Eigenschaft auf deren
Behausung, 1652. Perg. Kaufbrief des Joh. Leonh. König, Bürgers und
Handelsmanns zu Nürnberg, an Joh. Phil. Koben, Handelsmann daselbst,
über eine Behausung am Herrenmarkt, 1680. Perg. Kaufbrief des Joh.
Phil. Wurzelbauer, Bürgers zu Nürnberg, an Joh. Wilh. Freudenberg,
Handelsmann daselbst, über eine Behausung am Fischmarkt, 1698.
Perg. (Defekt). Testament des Felix Christoph Wohlmann, Bürgers und
Handelsmanns zu Nürnberg, 1786. Pgm. Testament der Maria Margaretha
Juliana Kapp zu Nürnberg, 1787. Perg. Testament des Zachar. Johs.
Kapp, Bürgers und Kaufmanns zu Nürnberg, 1799. Perg. /Karl Kohn/,
Kaufmann: 18 Papierurkunden, meist Kaufbriefe oder Reverse über
bauliche Gegenstände und Einrichtungen, 1623-1792.



Schriften der Akademieen, Museen und historischen Vereine.


/Korrespondenzblatt des Vereines für siebenbürgische Landeskunde./
Redigirt von Franz Zimmermann. Hermannstadt, 15. Juni 1879. Nr. 6. 8.

Latinismus oder Germanismus im Magyarischen. (Frage.) Von R. -- Zum
Mongoleneinfall. Von Mbg. -- Recepte aus dem XVI. Jahrhundert. Von
Dr. Teutsch. -- Nösner Ortsnamen. -- Bibliographie. -- Kleinere
Mittheilungen.

/Mittheilungen des Vereines für Geschichte der Deutschen in
Böhmen./ XVII. Jahrgang. Nr. IV. Nebst der Literar. Beilage.
Redigirt von Dr. Ludwig Schlesinger. Prag, 1879. 8.

Die Freirichter der Grafschaft Glatz. Von H. von Wiese. (Schl.) --
Die Bevölkerung Böhmens in ihrer Entwicklung seit hundert Jahren. Von
Vinc. Gählert. -- Zur Geschichte der Einwanderung Evangelischer aus
Böhmen nach Sachsen im 17. Jhdt. Von Hasse. -- Die ersten Herren von
Schwanberg. Von Bruno Bischoff. -- Zur Geschichte der Freisassen. Von
Stocklöw. -- Miscellen: Die gehörnte Frau von Rosenberg. Von Jos.
Walffried. -- Sagen aus dem südlichen Böhmen, 22-25.

/Mittheilungen der k. k. Central-Commission zur Erforschung und
Erhaltung der Kunst- und historischen Denkmale./ Neue Folge der
Mittheilungen etc. Fünfter Band, zweites Heft. Mit 3 Tafeln und 37 in
den Text gedruckten Illustrationen. Wien, 1879. 4.

Das ehemalige Königshaus am großen Platze Brünn’s. Von Moritz Trapp.
(Mit Abbild.) -- Das Salm-Denkmal in der Votiv-Kirche. Von Dr. K. Lind.
(Mit Abbild.) -- Die Burg Wartenstein in Nieder-Oesterreich. Von Ign.
Benkó. (Mit Abbild.) -- Ueber die Einsammlung der bei verschiedenen
Gerichten und anderen Aemtern im Herzogthume Salzburg vorhandenen
Urkunden-Acten etc. behufs gesicherter Verwahrung im salzburgischen
Central-Archive. (Schl.) Von Fr. Pirkmayer. -- Aus dem Schatze des
Stiftes Klosterneuburg. Von Dr. Karl Lind. (Mit Abbild.) -- Aeltere
Kunst und Kunst-Industrie im Tulnerfelde. Von Dr. Albert Ilg. --
Zinnguß-Werke in Böhmen. (Mit Abbild.) -- Terracotta-Mosaikpflaster
in der Stiftskirche zu Heiligenkreuz. Von D. Avanzo. (Mit Abbild.)
-- Das Steinguß-Materiale der Katharina-Statue im Carolino-Augusteum
in Salzburg. Von Hans Hauenschild. -- Romanische Holz-Sculpturen
in Tyrol. Von G. Dahlke. (Mit Abbild.) -- Ueber Runkelstein. --
Befestigungsbauten in Ungarisch-Brod. (Mit Abbild.) -- Grabmale im
Kreuzgange zu Klosterneuburg. I. (Mit Abbild.) Notizen.

/Mittheilungen d. kais. u. kön. geographischen Gesellschaft in
Wien./ 1878. XXI. Band (der neuen Folge XI.) Wien. 1878. 8.

Die Stadt der Gallier bei Aquileja.

/Mittheilungen des k. k. Oesterreichischen Museums für Kunst und
Industrie./ (Monatsschrift für Kunst und Kunstgewerbe.) XIV.
Jahrgang. Nr. 165. Wien, 1. Juni 1879. 8.

Ueber einige Benennungen mittelalterlicher Gewebe. Von Dr. Karabacek.
(Frts.) -- Literatur. -- Kleinere Mittheilungen.

/Der Kirchenschmuck. Blätter des christlichen Kunstvereines der
Diöcese Seckau./ X. Jhg. 1879. Nr. 6. Graz, 1879. 8.

Die Spitalkirche zu Oberwölz. -- Zur Geschichte der Kanzel. (Schl.) --
Die Pfarrkirche St. Sebastian bei Osterwitz. -- Literatur. -- Notizen.

/Kunst u. Gewerbe. Wochenschrift zur Förderung deutscher
Kunst-Industrie./ Herausgegeben vom /Bayrischen Gewerbemuseum/
zu Nürnberg. Redigirt von Dr. O. von Schorn. Dreizehnter Jahrgang,
1879. Nr. 25-28. Nürnberg, 1879. 8.

Das Rathssilberzeug der Stadt Nürnberg. Von J. Stockbauer. (Schl.)
Johann Sibmacher. Von O. von Schorn. -- Ein romanisches Kästchen in
der Stiftskirche zu Essen. Von G. Humann. (Mit Abbild.) -- Kleine
Nachrichten. -- Literatur etc. -- Abbildungen: Buchdeckel vom 17. Jhdt.
-- Geschliffenes Glas aus dem 17. Jhdt. -- Italien. Spitzen vom 17.
Jhdt. -- Grotesken nach einem Stich von M. Merian. (1593-1650.) --
Geschliffene gläserne Blumenschale vom 17. Jhdt. -- Stoffmuster aus
ders. Zeit. --

/Mittheilungen des Bayrischen Gewerbemuseums zu Nürnberg./
Beiblatt zur Wochenschrift: /Kunst u. Gewerbe/. Redigirt von Dr.
O. v. Schorn. --

Bekanntmachungen. -- Feuilleton. -- Mittheilungen etc. etc.

/Archiv des historischen Vereines von Unterfranken und
Aschaffenburg./ Fünfundzwanzigster Band. Erstes Heft.

Die Kaiserburg Salzburg bei Neustadt an der fränkischen Saale. Von Dr.
N. Reininger. -- Würzburger Brückengericht und Verfahren des sogen.
Bitzing. Mitgeth. von Dr. Friedr. Zimmermann. -- Literatur.

Die Geschichte des Bauernkrieges in Ostfranken von Magister Lorenz
Fries. Herausgeg..... im Auftrage /desselben Vereines/ von Dr.
A. Schäffler und Dr. Theod. Henner. Dritte Lieferung, S. 353-464.
Würzburg, 1878. 8.

/Correspondenzblatt des Gesammtvereins der deutschen Geschichts- und
Alterthumsvereine./ Herausgegeben von dem Verwaltungsausschuß des
Gesammtvereins in Darmstadt. Siebenundzwanzigster Jahrgang, 1879. Nr.
6. Juni. 4.

Die Civitas Aelia Hadriana am untern Main. II. Von Carl Christ. --
Ausgrabungen am Pfahlgraben im Bulauwalde und bei Rückingen. Von Dr.
Alb. Duncker. -- Wirksamkeit der einzelnen Vereine. -- Notizen.

/Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und
Landeskunde./ Neue Folge. Achter Band, Heft 1 u. 2. Kassel, 1879. 8.

Beiträge zur Geschichte der Stadt Marburg. I. Von W. Bücking. --
Beiträge zur Erforschung und Geschichte des Pfahlgrabens,.. im
unteren Maingebiet und der Wetterau. Von Dr. A. Duncker. Mit Karten.
-- Ueber den Hildebrandslied-Codex der Kasseler Landesbibliothek
nebst Angaben und Vermuthungen über die Schicksale der alten Fuldaer
Handschriften-Bibliothek überhaupt. Von Dr. /F. G. C. Groß/. --
Zwei Regenten aus dem Hause Dalberg. Vortrag... von Dr. Just. Schneider.

Mittheilungen an die Mitglieder /desselben Vereines/. Jahrg. 1877,
III. Vierteljahrs-Heft; Jahrgang 1878, I. und III. V.-Heft; und Jahrg.
1879, I. V.-Heft.

Bericht über die heidnischen Alterthümer der ehemals kurhessischen
Provinzen Fulda.... welche sich in den.... Sammlungen des Museums
Fridericianum zu Kassel.... befinden, von Dr. Eduard Pinder. Mit
3 Tafeln Abbild. Supplement VI. der Zeitschrift /des obengen.
Vereins/.

Die Bergkirche zu Schleiz. Geschichte und Schilderung derselben. Von
Dr. J. Alberti. Herausgeg. /vom Geschichts- und Alterthums-Verein zu
Schleiz/. Schleiz, 1878. 8. 64 Stn.

Zur Geschichte des Schlosses Burk bei Schleiz. Von dem ebengenannten
Verfasser. Herausgeg. von /demselben Vereine/. Schleiz, 1879. 8.
53. Seiten.

/Blätter für Münzfreunde./ Numismatische Zeitung. Organ /des
Münzforscher-Vereins/. Herausgeg. von H. Grote. Fünfzehnter
Jahrgang. Nr. 76. u. 77. Vom 15. Mai und 1. Juli 1879. Mit 1 lithogr.
Tafel. Leipzig, 1879. 4.

Verkannte Schwarzburger Münzen. Von J. u. A. Erbstein. -- Münzfunde.
Von Jul. Lange. -- Die Münze zu Hannover. Von Wolff. (Schl.) -- Die
Münzstätten des Königreichs Westfalen 1808-1813. -- Der Trebitzer
Bracteat Nr. 4. u. sein Seitenstück gräfl. Brena’schen Gepräges. Eine
Erwiderung von Dr. A. Erbstein -- Miscellen.

/Monatsberichte der kön. preuß. Akademie der Wissenschaften zu
Berlin./ Januar-April 1879. 8.

Ueber die niederdeutschen Genossenschaften des XII. u. XIII. Jhdts. Von
Nitzsch. -- Vereinsangelegenheiten.

/Der deutsche Herold. Zeitschrift für Heraldik, Sphragistik und
Genealogie./ Organ des Vereins „Herold“ in Berlin. X. Jahrg. 1879.
Nr. 5. Berlin, 1879. 4.

Vereinsangelegenheiten. -- Ueber die Wappenfarben. Von F.-K. --
Ueber den Ursprung der von Medem. Von J. Gr. von Oeynhausen. --
Außereuropäische Wappen. III. Von L. Clericus. -- Aufgaben für
heraldische Reisende. Von Pusikan. Bibliographie.

/Monatshefte für Musikgeschichte/, herausgegeben von der /Gesellschaft
für Musikforschung/. XI. Jahrg., 1879. Nr. 6 u. 7. Berlin, 1879. 8.
Nebst einer Beilage: Seite 121-138 des Schletterer’schen Cataloges.

Zwei aufgefundene Passionsmusiken. Von Jul. Richter. (Schl.) -- Johann
Adolf Hasse’s Werke auf der königl. Bibliothek zu Berlin. Von R.
Eitner. (Forts.) -- Mittheilungen.

/Verhandlungen der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin./ Band VI. Nr.
4-5. Berlin, 1879. 8.

Gesellschaftsangelegenheiten. -- Geographische und Literatur-Notizen.

/Numismatisch-sphragistischer Anzeiger./ Zeitung für Münz-, Siegel-
und Wappenkunde. Herausgegeben von H. Walte u. M. Bahrfeldt. Organ
des /Münzforscher-Vereins zu Hannover/. Zehnter Jahrgang, Nr. 5.
Hannover,... 1879. 8.

Das Münzwesen des Fürstenthums Ostfriesland unter preußischer Hoheit,
1744-1768. Von Wolff.

/L’investigateur, journal de la société des études historiques, ancien
institut historique./ Quarante-cinquième année. Janvier-Avril. 1879.
Paris, 1879. 8.

Étude sur Bernard Palissy. Par M. O. Muray. -- Bertrand de Born. Par
Meunier. -- Le siége et la bataille de Pavie. Par Tolra de Bordas. --
Extraits des procès-verbaux des séances de la société etc. etc.

/Société Belge de géographie. Bulletin./ Troisième année, 1879. Nr. 1 &
2. Bruxelles, 1879. 8.

Carte d’Afrique du Ptolemée de 1522. -- Compte rendu des actes de la
société.



Literatur.

_Neu erschienene Werke._


  7) /Stammtafel des Gesammthauses Hohenzollern./ Nach
  authentischen Quellen zusammengestellt von /R. G. Stillfried/. 1
  Tafel Photolithogr. von A. Reissing. Berlin.

  8) /Hohenzollern’sche Goldchronik/ von /Dr. R. G.
  Stillfried/. Berlin. Gedruckt bei Jul. Sittenfeld. 1879. 8.

Bekanntlich hat sich der Verfasser die Erforschung und Erschließung der
Quellen, wie die Darstellung der Geschichte des Hauses Hohenzollern
zur Lebensaufgabe gemacht und eine stattliche Reihe von Bänden ist
das Ergebniß dieser Forschungen, durch welche nicht nur für die
Biographie aller einzelnen Mitglieder des Hauses jedes nur erreichbare
Material zusammengestellt worden ist, sondern auch für die politische
wie Kulturgeschichte, insbesondere auch für die Kunstgeschichte,
reiche Quellen erschlossen wurden. Sowohl Schwaben als Franken und
die Mark Brandenburg wurden nach jeder Richtung durchforscht und
außer den schriftlichen Denkmälern auch die Kunstwerke hervorragend
berücksichtigt und durch Abbildungen erläutert. Wir erinnern nur
beispielsweise an die Arbeiten über Kloster Heilsbronn, dessen
interessante Architektur und Denkmäler ebenso eingehende Erforschung
fanden wie die Geschichte und in Wort und Bild dargestellt wurden, ein
Werk, welches die Kunstgeschichte außerordentlich bereichert, und stets
genannt werden muß, wenn die politische oder Kulturgeschichte Frankens
oder jene des Hauses Hohenzollern in Frage kommt, und das sicher auch
durch keine späteren Arbeiten überflüssig gemacht wird.

Als ein Hauptresultat dieser Forschungen erscheint die Stammtafel, wie
sie heute vorliegt und sich ebenso durch äußere praktische Anordnung,
wie durch Zuverlässigkeit und Sicherheit des Inhaltes auszeichnet,
indem sie die 28 Generationen klarer hervortreten läßt, als dies bei
der gewöhnlichen Anordnung der Stammbäume möglich ist, und zugleich
die wichtigsten Daten aus dem Leben der einzelnen Glieder, Abbildungen
von Siegeln u. s. w. gibt. Bereits vor mehreren Jahren erschienen, ist
die größere Ausgabe dieser Stammtafel nicht blos vergriffen, sondern
auch sehr umfangreich, so daß der Verfasser nunmehr eine verkleinerte
photolithographische Kopie der ganzen größeren Tafel hat herstellen
lassen, die in handlichem Formate uns vorliegt. Sie wird in dieser
Gestalt Aufnahme finden in die „Hohenzollern’sche Goldchronik“, in
welcher der Verfasser seine Studien in populärer, gedrängter Form
zusammenzustellen beabsichtigt. Bereits liegt uns ein Heftchen als
Probe derselben vor, das die Abbildung des Tympanons der Kirche zu
Alpirsbach in Lichtdruck wiedergibt und durch kurzen Text erläutert.
Auf demselben ist als Stifter Adalbert von Zollern und seine Gemahlin,
eine Eberstein, abgebildet, die älteste Darstellung von Mitgliedern des
Hauses Hohenzollern, wie in der Stiftungsurkunde von Alpirsbach die
erste urkundliche Erwähnung des Namens Zollern enthalten ist.

  9) /Beitrag zur Kenntniß der Bolzen und Pfeilformen vom Beginn
  der historischen Zeit bis zur Mitte des XVI. Jahrhunderts/, von
  /Rud. Ritter von Haidinger/. Wien, 1879. W. Braumüller und Sohn.
  8. 24 Stn. u. 2 Tafeln.

Noch wird es nöthig sein, eine große Anzahl von Zweigen der Kultur in
ihrem Entwickelungsgange zu verfolgen, ehe das Gesammtbild, welches
uns die Kulturgeschichte bieten kann, auch in allen einzelnen Zügen
richtig ist. Wir kommen mitunter auf Gebiete, die uns zu unscheinbar
sind, als daß man glauben sollte, daß auch da ein Entwicklungsgang
stattgefunden habe, daß dessen Erforschung interessant sei, und daß
Resultate für die gesammte Kulturgeschichte sich ergeben. Ein solches
kleines Gebiet hat der Verfasser durch diese Beiträge zu erhellen
gesucht. Es ist ihm sicher auch gelungen, beim Leser das Interesse für
diese kleinen unscheinbaren Denkmäler des Waffenwesens zu erwecken, die
trotz ihrer Unscheinbarkeit so oft den Erfolg der Schlachten bewirkt
haben mögen. Es geht daraus hervor, daß auch hier ein Entwicklungsgang
stattgefunden, der mit der Gesammtgeschichte des Waffenwesens im
Zusammenhange steht; daß auch dieses kleine Gebiet der Erforschung
werth ist, daß es aber nicht angeht, heute schon ein abschließendes
Resultat zu erwarten, dies vielmehr erst nach einer Reihe von Arbeiten
möglich ist, zu denen der Verfasser um so mehr anregen wollte, als
diese kleinen Denkmäler bisher sehr stiefmütterlich behandelt wurden.
Insbesondere weist der Verfasser auf die Nothwendigkeit hin, bei jedem
Stücke festzustellen, auf welchem Schlachtfelde es gefunden, und ob nur
eine oder mehrere Schlachten in verschiedener Zeit dort stattgefunden,
welche Gegner sich dort getroffen haben, um daraus feste Schlüsse
ziehen zu können.

  10) /Leben und Kunstleistungen des Malers und Kupferstechers Georg
  Philipp Rugendas und seiner Nachkommen./ Von /Heinrich Graf
  Stillfried/. Berlin, Carl Heynemann’s Verlag. 1879. 8. 184 Stn.

Unter den Kupferstechern des 17. und 18. Jahrh. nimmt der Augsburger
Meister, dessen Leben und Werke den Inhalt des vorliegenden Buches
bilden, eine hervorragende Stelle umsomehr ein, als er Lehrer
des geschätzten Elias Ridinger und auf dessen Entwickelung von
hervorragendem Einflusse war. Er war Schlachtenmaler. Seine Gemälde
scheinen jedoch zu seiner Zeit wenig Anerkennung gefunden zu haben,
so daß er um so thätiger auf dem Gebiete des Kupferstichs war,
insbesondere das Gebiet der Schwarzkunst pflegte, welches damals
in Augsburg eine Reihe von Vertretern hatte. Seine Söhne und Enkel
folgten ihm auf dem Gebiete der Kunst, und erst vor wenigen Jahren ist
der letzte Vertreter dieser Künstlerfamilie gestorben. Wie Ridinger
den Jägern und Jagdfreunden, ist der alte Rugendas und seine Familie
den Freunden des Kriegshandwerkes lieb und werth als der treue
Schilderer des Kriegswesens, der uns ins Getümmel der Schlachten,
wie ins Lagerleben führt, und dessen lebendige Darstellungen die
malerische Schönheit auch der grassesten Scene uns zeigen. Die große
Zahl der Blätter des ersten Meisters und seiner Nachkommen ist hier
aufgezeichnet, und zwar zunächst 36 Kupferstiche und Radierungen des
Meisters, sodann 125 Blätter anderer Stecher nach seiner Komposition,
ferner gegen 100 Stiche der Nachkommen, 126 Schwarzkunstblätter
des Meisters, 204 Schwarzkunstblätter anderer Meister nach seiner
Composition; einige Schwarzkunstblätter der Nachkommen bilden den
Schluß. Daß das Verzeichniß nicht absolut vollständig, geht daraus
hervor, daß noch ein Nachtrag sich schon direkt dem Buche anschließen
konnte.

Die Anordnung ist derart getroffen, daß der Sammler seine Blätter
darnach ordnen kann. Dadurch ist das Buch sehr dankenswerth geworden.
Die Blätter sind genau beschrieben, nicht zu weitläufig und doch
erschöpfend, so daß bei der Katalogisierung einer Sammlung statt
weitläufiger Beschreibung stets die Nummernangabe des Stillfried’schen
Buches genügt. Welch große Erleichterung dies ist, weiß jeder Verwalter
einer Sammlung und wird deshalb dem Verfasser Dank wissen. So kann das
Buch in keiner Handbibliothek einer Kupferstichsammlung fehlen.

  11) /Der Formenschatz/, eine Quelle der Belehrung und Anregung
  ...... herausgegeben von /Georg Hirth/. 1879. Heft I-XI. Verlag
  von G. Hirth in Leipzig.

Unter dem Titel der Formenschatz der Renaissance hatte der Herausgeber
20 Hefte mit 282 Blättern Abbildungen veröffentlicht, welche
vornehmlich die Ornamentstiche und Holzschnitte der Meister des 16.
Jahrh. wiedergeben. Derselbe hatte dabei vorzugsweise die Absicht, dem
heutigen Kunstgewerbe die große Fülle jener Motive vor Augen zu führen,
welche einst die Künstler des 16. Jahrh. für die Gewerbtreibenden ihrer
Zeit geschaffen und die so wesentlich zur Blüthe des Kunstgewerbes im
16. Jahrh. beigetragen haben. Er wollte aber vor allem diese Motive
populär machen, und deshalb mußte eine Vervielfältigungsart gefunden
werden, welche die größte Billigkeit möglich machte. Dazu eignet sich
denn auch ganz vorzüglich die Uebertragung der Photographie auf eine
Metallplatte und Aetzung derselben für die Buchdruckpresse. Diese
neue Technik, die da und dort unter verschiedenen Namen, wie z. B.
Aubeldruck[285], auftauchte, im allgemeinen als „Zinkhochätzung“
bezeichnet wird, lässt eine ganz treue Wiedergabe des Originales
zu und gestattet, mit größter Schnelligkeit zu drucken, so daß die
Herstellungskosten sehr gering sind. Mit Recht läßt sich daher diese
Publikation als eine Volksausgabe der Formenklassiker bezeichnen; denn
trotz der sehr stattlichen, angenehm ins Auge fallenden Erscheinung
der Blätter konnte für die 232 Blätter ein Ladenpreis von nur 20
Mark festgesetzt werden, ein bis dahin in der Illustrationsliteratur
unerhört geringer Preis für ein gediegenes Prachtwerk. Dieses Werk
geht aber weit über die ursprüngliche Absicht des Herausgebers in
seiner Wirkung hinaus. Nicht nur der Handwerksmeister, der Geselle und
Lehrling erhält klassische Vorlagen, das ganze Publikum und vor allem
die Gebildeten werden hier mit der Formenwelt innig vertraut gemacht,
die ihnen vorher eben nur ahnungsweise bekannt sein konnte. Selbst
der Forscher auf kunstgeschichtlichem Gebiete erhält zu bequemem,
handlichem Gebrauche eine Fülle von Material in vorzüglichster
Wiedergabe zusammengestellt, das er früher weit zerstreut suchen mußte.
Welche Kupferstichsammlung enthält an Originalblättern auch nur eine
entfernt vollständige Sammlung dieser Formenklassiker? Hier kann sie
nach und nach in Vollständigkeit geboten werden, und die vergleichende
Forschung hat allen Grund, der neuen Technik dankbar zu sein.

Allein weshalb sollte sich die Publikation auf das 16. Jahrh.
beschränken? Bietet nicht die frühere Zeit gediegenes Material? Bietet
nicht die spätere noch so Vieles, was heute, wo, ohne eigenen Stil,
das Kunstgewerbe in allen erdenklichen Stilen arbeitet, dem Meister
nothwendig und willkommen ist? Kann nicht auch dem Forscher derselbe
Dienst für andere Zeitperioden geleistet werden?

Die Beantwortung dieser Fragen mußte es dem Herausgeber nahe legen,
die Beschränkung fallen zu lassen, und so hat er sein Unternehmen,
unter Abschluß des Formenschatzes der Renaissance zu einem zweibändigen
Werke, unter dem neuen Titel als Zeitschrift organisiert, von der
der Jahrgang 1879 den ersten Band bilden soll, und die auch als
französische Ausgabe unter dem Titel l’art pratique erscheint. Bereits
liegen 11 Hefte vor, in denen alle Zeitperioden Berücksichtigung
gefunden haben, und die 134 Blätter enthalten.

Der Text ist auf je wenige erläuternde Worte auf dem Umschlag der Hefte
beschränkt, die wol am Schlusse des Bindens wegen, wie dies auch beim
ersten Unternehmen geschehen ist, auf einige Blätter zusammengedruckt
werden. Daß auch der Preis der Zeitschrift ein ähnlich billiger ist,
beruht auf der Grundabsicht des Unternehmens.

FUSSNOTE:

[285: Auf diese Weise ist z. B. die Abbildung auf Sp. 105 u. 106 des
vorigen Jahrganges unseres Anzeigers hergestellt; inzwischen hat
natürlich die neue Technik in Bezug auf Reinheit der Wiedergabe noch
große Fortschritte gemacht.]



Vermischte Nachrichten.


69) /Aus Mähren/ wird der „Allg. Ztg.“ über /neue Höhlenfunde/ unter
dem 1. Juli geschrieben: Seit mehreren Monaten werden auf dem Berge
/Kotoutsch bei Stramberg/ Ausgrabungen vorgenommen, bei welchen
interessante und für die Wissenschaft höchst bedeutende Resultate
erzielt wurden; dieselben werden vom Hrn. Realschullehrer Karl J.
Maschka in Neutitschein in systematischer, allen Aufforderungen der
Wissenschaft entsprechender Weise durchgeführt. Namentlich sind es
die beiden Höhlen Schipka und Tschertowa Dira (auch Zwergenhöhle
genannt), welche die Aufmerksamkeit des Forschers auf sich lenkten
und thatsächlich vollste Beachtung verdienen, indem es schon jetzt
durch die bei den Ausgrabungen zu Tage gebrachten Objekte und durch
die Verhältnisse, unter welchen diese gefunden wurden, erwiesen ist,
daß beide Höhlen von Menschen in vorgeschichtlicher Zeit bewohnt
waren, und zwar die erste, deren Decke zum Theil eingestürzt ist, in
der ältsten Steinzeit (in der paläolithischen Zeit), die andere in
einer späteren Zeit, als der Mensch schon einige Kenntniß der Metalle
besaß. Es ist ferner evident, daß der Mensch dort gleichzeitig mit
dem Mammuth und Höhlenbär gelebt hat, indem beispielsweise verbrannte
und bearbeitete Knochen noch 1 m. unter den Resten dieser Thiere
sich vorfanden. Die Funde in der Schipkahöhle bestehen aus Tausenden
von Knochen vorsintfluthlicher Thiere, als Mammuth, Rhinoceros,
Höhlenbär, Pferd, Urstier, Hirsch, Rennthier u. s. w., Tausenden von
losen Zähnen dieser Thiere, Geweihen, zahlreichen schön erhaltenen
Stein- und Knochenwerkzeugen, welche Gegenstände bis 3 m unter der
Oberfläche gefunden wurden. Außerdem wurden in der obersten Schichte
sieben Bronzegegenstände gefunden, und zwar ein Hohlbeil (Celt) fünf
concentrische Ringe und ein Ring mit einem rechtwinkeligen Kreuze
(Rad mit 4 Speichen). In der Tschertowa Dira wurden gefunden: Knochen
von Höhlenbär, Rennthier, Edelhirsch, Rind u. s. w., zahlreiche, auch
bearbeitete Geweihstücke, viele sehr gut erhaltene Beingeräthe und
Werkzeuge, als durchbohrte Nadeln, Pfriemen, drei- und vierkantige
Pfeilspitzen, rohe und nicht polierte Steinwerkzeuge von Feuerstein,
Jaspis und Chalcedon, Fragmente von den verschiedenartigsten
Thongefäßen, mit und ohne Graphitüberzug, aus freier Hand ohne
Benützung der Töpferscheibe verfertigt und mit charakteristischen
Ornamenten versehen, sowie auch dreikantige Bronzepfeilspitzen mit
einem Giftloch, durchbohrte Zähne, Muscheln, Schleifsteine, Spinnwirtel
u. s. w. Auf dem Scheitel des Berges oberhalb dieser Höhle ist man
auf ausgedehnte Brandstätten gestoßen, und es fanden sich unmittelbar
unter dem Rasen nebst zahllosen Thonscherben auch Scherben von
Graphitgefäßen, Steinwerkzeuge, darunter ein 117 mm langes Messer
und eine durchbohrte polierte Kugel, ferner verschiedene Bronze- und
Eisengegenstände. Da in Oesterreich Höhlenfunde dieser Art überhaupt
noch nicht, ausgenommen theilweise in der Vypustekhöhle, und im übrigen
Mitteleuropa nur selten gemacht worden, so ist es erklärlich, dass
diese Ausgrabungen des regste Interesse der Anthropologen geweckt
haben, und es wäre nur zu wünschen, daß dieselben in gleicher Weise
zu Ende geführt würden; denn es ist zu erwarten, daß noch neue
interessante Gegenstände aus ihrer tausendjährigen Verborgenheit
ans Tageslicht gebracht werden. Durch diese Funde wird der Ring der
Entdeckungen über die menschlichen Ureinwohner in Centraleuropa
bedeutend erweitert, indem die letzten Glieder des Ringes im
südwestlichen Deutschland von dieser neuen Station ziemlich weit
entfernt sind.

  (D. Reichsanz., Nr. 158.)

70) Das 2. Heft des 5. Bandes der Mittheilungen der k. k. Centr.-Comm.
z. Erf. u. Erh. der Kunst- und histor. Denkmale bringt eingehende
Berichte über prähistorische Funde aus Böhmen, welche theils noch
im vergangenen Jahre gemacht wurden, auf welche wir im Interesse
möglichster Vollständigkeit unserer Fundchronik an dieser Stelle
wenigstens hinweisen müssen, so über Heidengräber im Walde Brejchovina
bei Hánov, ein Steinhammer aus Dobrě, eine Goldmünze des Kaisers
Tiberius, gefunden bei Dobronic, nächst Bechyň an der Lužnice.

71) /Oldenburg/, 24. Juni. Bei /Wildeshausen/ wurde in einem
Hügelgrabe eine sogenannte Fensterurne (s. „Archiv für Anthropologie“,
Korrespondenzblatt Nr. 3 und 6) gefunden. Sie ist von eleganter Form,
fein geglättet, nur 10 cm. hoch, von hellgrauem, sehr feinem Thon.
Auf der Ausbauchung befinden sich drei runde Löcher von etwa 2 cm.
Durchmesser; in diese sind grüne Stücke Glas in den noch feuchten Thon
eingesetzt. Ebenso ist in den Fuß ein Stück Glas eingelassen. In der
Urne stand eine Vase von fast gleicher Höhe und demselben Material. Der
Inhalt bestand in Knochen und Kohle. Bis dahin sind, sowie bekannt,
erst sechs dergleichen gefunden, die siebente würde die erwähnte sein,
keine unter ihnen zeigt aber eine so regelmäßige Vertheilung des
Glases, und meistens haben sie nur im Fuße ein Stück Glas. Sollten sich
in anderen öffentlichen oder privaten Sammlungen Deutschlands oder
des Auslandes Urnen mit eingesetztem Glase befinden, so würde eine
Nachricht dem /Oldenburgischen Landesverein für Alterthumskunde/
sehr willkommen sein.

  (D. Reichsanz., Nr. 153.)

72) /Neuenburg./ Dem „Vignoble“ zufolge hat Herr A. Borel von
Bevaix letzte Woche in der Pfahlbaustation bei Châtelard einen
sehr schönen Einbaum aufgefunden. Das neue Fundstück ist wohl das
bemerkenswertheste bis jetzt aufgefundene Exemplar. Der Kahn besteht
aus einem einzigen Stück Eichenholz, mißt 8 m. in die Länge, 90 cm.
in die Breite und 65 cm. in die Höhe und ist vollkommen erhalten. In
dem ausgehöhlten Raume mochten circa 12 Personen Platz finden. Die
in geringer Entfernung von einander abstehenden Einschnitte für die
Ruderbänke sind noch sichtbar, dagegen findet sich keine Spur von
Ruderhaltern. Interessant ist der Umstand, daß das Vordertheil eine
leicht gebogene Verlängerung zeigt, bestimmt, das Fahrzeug am Ufer zu
befestigen, während das Hintertheil in eine schnabelförmige Spitze
ausläuft.

  (Anz. f. schweiz. Alterthumsk., Nr. 2.)

73) Die römischen Niederlassungen auf dem Zollfelde (Virunum) und am
Helenen- oder Magdalenenberge bilden noch immer reiche Fundstätten. Auf
dem Zollfelde wurde jüngst ein besonders schöner Thürschloßbeschlag
gefunden, der aus Schloßblech, Schlüssel und Thürgriff besteht; am
Hohenberge 8 Inschriftsteine.

74) /Deutz/, 9. Juli. Die „Cöln. Ztg.“ schreibt: „Diejenigen,
welche sich für die Erforschung römischer Baureste am Rhein
interessieren, werden mit Freuden vernehmen, daß der Kriegsminister
bereitwillig die Mittel zur Verfügung gestellt hat, die hier
aufgedeckten /Ueberreste römischen Mauerwerks/ vom Schutt zu
befreien. Ueber das Ergebniß dieser Nachgrabungen werden wir zu seiner
Zeit Weiteres berichten.“

  (D. Reichsanz., Nr. 161.)

75) In einem Landgute bei /Corsier/ (unweit Genf) wurde das
Skelett eines gallo-römischen Kriegers nebst Schwert und Speer
gefunden. Schon früher sollen ähnliche Entdeckungen in dortiger Gegend
gemacht worden sein.

  (Anz. f. schweiz. Alterthumsk., Nr. 2.)

76) /Zürich./ In der „Kurzägeln“ bei Seew, einer reichen Fundgrube
römischer Alterthümer, stießen diesen Winter Arbeiter beim „Ausreuten“
eines Stückes Land auf Mauerreste und förderten einige römischen Münzen
aus dem zweiten Jahrhundert n. Chr., ein Hirsch- und ein Rehhorn, eine
Lanzenspitze, eine kleine Glocke, Glas, Metall, Mauleselhufeisen und
ein Ziegelstück mit dem Zeichen der XXI. Legion zu Tage. Bei Arbeiten
auf der Ebene, in der Nähe des Steinbruchs, wurde ein Ziegelstück mit
dem Legionszeichen LXXIS., eine schöne Topfscherbe und ein Ackerstein
mit einem Loche gefunden. Da die Landleute rings herum beim Pflügen
noch auf Mauern stoßen, so muß die Ortschaft ziemlich groß gewesen
sein. Das Hauptgebäude stand aber jedenfalls auf dem Hügel und war
stark befestigt, dafür sprechen die dicken Umfassungsmauern. Wenn
vielleicht später die Anhöhe zum Ackerbau urbar gemacht wird, so mag
noch manches interessante Fundstück zu Tage gefördert werden.

  (Daselbst.)

77) Mehrere Arbeiter aus /Schönhagen/, Amts Uslar, haben Ende
April in der Nähe der alten Wüstung Winnefeld, wo man früher im
Walde und beim Chausseebau eine Urne und einen heidnischen Grabhügel
ausgegraben hat, beim Pflanzen junger Eichenstämme gegen 120 römische
Münzen gefunden, welche man wegen ihres schweren Gewichtes für
Goldmünzen hält.

  (Numismat.-sphrag. Anz., Nr. 6.)

78) /Asperg/ (Schwaben). Das sogenannte kleine /Aspergle/,
in der Nähe des hiesigen Stadtwaldes Osterholz, läßt Hr. Prof. Dr.
Fraas gegenwärtig /ausgraben/. Auf der Seite, nicht weit vom
Eingange des Schachtes entfernt, wurde ein Einzelgrab, Todtengebeine,
einen Kessel, einen vergoldeten Teller, einen Goldstab, eine Vase etc.
enthaltend, gefunden, und jetzt, wo man mehr gegen die Mitte des Hügels
kommt, zeigen sich Spuren eines weiteren Grabes. Die bisher gefundenen
Gegenstände sollen ein Alter von über 2000 Jahren haben.

  (D. Reichsanz., Nr. 148.)

79) In der Pfarrkirche zu /Katzow/ bei /Wolgast/ in Pommern,
einem gothischen Backsteinbau aus dem Ende des 14. Jahrh., welcher
augenblicklich nach den Plänen und unter der Leitung des Architekten
Prüfer in Berlin ausgebaut und renoviert wird, sind jüngst unter
vielfachen Tüncheschichten eine große Anzahl Wandmalereien aus dem
15. Jahrh. bloßgelegt worden. An der Ostseite, zur Rechten des Altars
zeigten sich Scenen aus der Leidensgeschichte, darüber Christus am
Kreuz mit Maria, zur Linken eine große Madonna mit dem Christkinde, an
der Südseite die Bilder des hl. Laurentius und der hl. Katerina (sic!)
mit den Namen derselben und dem Namen des Stifters der Bilder, Frisen,
in gothischer Minuskel, darüber eine größere Figur, von der nur noch
die, untere Hälfte erhalten ist, an der Westseite St. Georg, mit dem
Drachen kämpfend. Die Malerei ist einfach, schlichthandwerksmäßig in
Kalkfarben mit kräftiger, brauner Contourierung ausgeführt. Außerdem
sind eine große Anzahl alter Weihekreuze an den Pfeilern bloßgelegt.
Das ganze Innere war ursprünglich in Rohbau mit sauber aus Gips
gezogenen Fugen gehalten und soll auch so wiederhergestellt werden.

  P.

80) /Schaffhausen./ Ueber ein am 12. März in der /St.
Johanniskirche/ entdecktes Wandgemälde cf. „Allg. Schw. Ztg.“ Nr. 81.
Mit zwei gegen eine Stimme hatte der kleine Stadtrath den Beschluß
gefaßt, es sei dasselbe wieder übertünchen zu lassen. Die neuerdings
erhobenen Vorstellungen jedoch und das Anerbieten des antiquarischen
Vereins, die Erstellung eines beweglichen Verschlusses auf eigene
Kosten zu übernehmen, scheinen den hohen Magistrat etwas toleranter
stimmen zu wollen. Das figurenreiche Gemälde, die Kreuztragung Christi
darstellend, befindet sich an der Westseite des äußersten, südlichen
Seitenschiffes und ist ohne Zweifel bald nach dessen 1517 stattgehabter
Erbauung verfertigt worden.

  (Anz. f. schweiz. Alterthumsk., Nr. 2.)

81) Ueber /neu entdeckte Malereien in der Muttergotteskapelle
bei St. Peter Wyl/ (St. Gallen) berichtet Hr. Prof. Rabe der
„Allg. Schw. Ztg.“ unter Anderm:

Noch merkwürdiger und auch besser erhalten als die Bilder im Chor sind
die Malereien in der westlich anstoßenden „Todtenkapelle“. Bis jetzt
sind die östliche Schmalwand und ein Theil der nördlichen Langseite
abgedeckt. Dort, an der Ostseite über der Chorthüre beginnend, nimmt
eine figurenreiche Darstellung des jüngsten Gerichtes fast die
ganze Breite der Mauer ein. Hoch in der Mitte erscheint in einer
sternenförmigen Glorie der Heiland. Sein Thron ist ein Regenbogen, die
Füße ruhen auf der Weltkugel. Ein purpurner Mantel läßt den Oberkörper
unverhüllt: Kopf und Arme sind zerstört, weil hier die nachmals an
Stelle einer flachen Holzdiele eingefügte Gipsdecke beginnt. Zur
Rechten Christi kniet fürbittend die Madonna. Lange gelbe Haare
fluthen über den Nacken herab. Ein weißer Mantel umhüllt in schönem
Wurfe die Gestalt und läßt nur die knapp anliegenden Aermel frei.
Gegenüber, wo jetzt noch Tünche haftet, wird man Johannes den Täufer
finden. Eine gelbe, von weißen Wolken besäumte Glorie umgibt diese
himmlischen Gestalten. Dann folgen tiefer die markigen, lebensvollen
Figuren der Apostel mit ihren Attributen. In zwei sich zugewendeten
Chören sind sie in doppelter Reihe übereinander geordnet, wobei die
vorderen ganz, die hinteren Gestalten als Halbfiguren zum Vorschein
kommen. In der Mitte zwischen diesen Chören sieht man zwei schwebende
Engel, die Boten des Gerichtes, das sie mit ihren gekreuzten Posaunen
verkünden. Weiße Wolken trennen die Apostel von dem grünen Erdenplane,
wo in der Mitte von vorne bis in die Ferne die Todten aus den
Gräbern steigen. Vorne hat sich die Scheidung vollzogen. In wildem
Tumulte werden die Verdammten von Teufeln umfangen, gequält und von
hinnen gerafft. Diese Hälfte, zur Rechten vom Beschauer, ist schlimm
mitgenommen, sehr gut dagegen die Schaar der Berufenen erhalten. Es
ist eine anmuthige, lebendig geschilderte Scene. Ein Kaiser, in dem
man die Züge Maximilians I. zu erkennen glaubt, befindet sich unter
den Seligen. Vor ihm steht ein Mann, mit der Schaube bekleidet,
barhäuptig und in devoter Haltung. Die Rechte ans Herz gelegt, scheint
er sich angelegentlich mit einem weißbärtigen Alten zu besprechen.
Man möchte in diesem Letzteren, wenn er einen Nimbus trüge, den hl.
Petrus vermuthen. Auch eine Nonne sieht man unter den Berufenen und
weiter Frauen und Männer, unter diesen einen Ritter, eine prächtige,
jugendliche Gestalt, mit dem Harnisch bewehrt und das Haupt mit einem
Federbarett bedeckt. Der letzte der Schaar, ein bärtiger Mann, schaut
angstvoll nach seinem teuflischen Verfolger zurück; aber ein Engel,
der den Zug geleitet, wendet sich ebenfalls um und weist den Satan mit
der Geberde des Segens hinweg. Es muß ein Meister von großem Talent
gewesen sein, der diese Scene, um 1530 etwa, gemalt hat. Die nackten
Theile weiß, braunrothe Contouren, Gelb für die Haare und einzelne
Gewandstücke, dazu ein trübes, dunkles Roth und Grün, ein grünliches
Graublau: das ist die Palette, die dem Maler zur Verfügung stand; aber
daneben staunt man über die wahrhaft geniale Bravour, mit welcher der
Meister nur so flüchtig diese Gestalten gezeichnet hat, wie über die
Schönheit und die markige Kraft der einzelnen Erscheinungen. Eine aus
dem Bilde herausblickende Frau ist von vollendeter Anmuth; in dem Kopfe
des mit Petrus redenden Mannes glaubt man Holbeinischen Einfluß zu
erkennen, und der jugendliche Ritter, der so angstvoll mit gerunzelter
Stirn dem erlösenden Ziel entgegenschaut, ist ein wahrer Prachttypus
von kraftstrotzender, stilvoller Renaissance-Erscheinung. Ebenso
großartig, einfach breit, musterhaft im Charakter der Zeit entworfen,
sind die nur mit wenigen Tönen in der Lokalfarbe schattierten Gewänder.
Den Churer Todesbildern steht die Sorgfalt der Ausführung nach, den
Wandgemälden in Stein ist dieses jüngste Gericht an geistreicher Kraft
und Frische des Vortrags weit überlegen. Was muß das für eine Zeit
gewesen sein, da der einfache Schilder dergleichen zu malen im Stande
war! -- Bis jetzt ist nur ein geringer Theil eines Bilderfrieses am
östlichen Ende der Nordwand bloßgelegt, -- eine wichtige Entdeckung
jedoch; denn es ergibt sich, daß der ganze Fries einen Todtentanz
enthält, von Versen begleitet, die unten in Minuskeln beigeschrieben
sind. Die Reihe beginnt an der Ostwand mit der alten Frau, die der Tod,
der in der Linken eine Schaufel hält, am Arme fasst. Dann folgen als
Opfer ein nacktes Kind, ein Bauer, ein Bürger oder Edelmann, zuletzt
ein Krückenmann. Auf grünem Plane heben sich diese schwarz gezeichneten
und mit wenigen glatten Tönen bemalten Bilder von dem weißen Grunde
ab. Der Tod, ein gelber, eingeschrumpfter Kadaver, eilt jeweilig
tanzend mit seinen Opfern von dannen und bläst dazu auf einem seltsam
geschwungenen Horn.

Fast noch merkwürdiger ist aber eine eigenthümliche Todesallegorie,
die unter den fünf bis jetzt bloßgelegten Gruppen zum Vorschein kam.
Ein solches Bild, roth umrahmt, zeigt oben hinter einer Mauer eine
Schaar von Geharnischten und Landsknechten. In der Mitte ist die
Fallbrücke heruntergelassen; ein Theil der Besatzung scheint einen
Ausfall wagen zu wollen, während andere mit Hellebarte und Streithammer
ihr Refugium vertheidigen -- gegen Todtengerippe, halbverweste
Kadaver, die mit hochgeschwungenen Dreschflegeln gegen die Mauer
anstürmen, hinaufklettern und immer neuen Succurs bekommen von anderen
Todesgestalten, welche diesseits des Zwingers ihren Gräbern entsteigen.
Rechts zur Seite ist der Einblick in ein hohes Gelaß geöffnet, mit
einem Butzenfenster in der Tiefe. Ganz vorne, wo ein einziges nacktes
Figürchen (kein Gerippe) aus dem Grabe steigt, kniet anbetend, von
der Schlachtscene abgewendet, die große Gestalt einer Frau oder eines
geistlichen Herrn.

  (D. Reichsanz., Nr. 164.)

82) Auf der Insel Gothland sind vor einiger Zeit zwei Funde gemacht
worden, die wegen des historischen und metallischen Werthes, der
Zierlichkeit und Gleichartigkeit der gefundenen Gegenstände besonders
merkwürdig sind. Der eine Fund wurde in der Nähe von Hafdhem beim
Fällen eines großen Baumes gemacht. Bei dem Wurzelstocke standen zwei
Thongefäße, enthaltend silberne Schmucksachen und Münzen im Gewicht
von ca. 11 Pfund. In dem einen Gefäß lag eine kleine, aus Baumrinde
verfertigte, länglich runde und halb vermoderte Schachtel mit Deckel,
gefüllt mit silbernen Münzen. Der übrige Theil des Fundes bestand aus
zwei massiven, mit eingelegten Verzierungen versehenen Armringen,
sieben Spiralarmringen, deren Spiralen mit zwei feinen Drähten umwunden
sind, Fragmenten von ähnlichen Ringen, vier einfachen Spiralarmringen,
Stücken von allerlei Zierrathen und einem kleinen Knäuel
aufgewickelten, sehr feinen Silberdrahts. Von den gefundenen Münzen
waren 247 kufische (arabische), einige oströmische Kaisermünzen, einige
deutsche und angelsächsische und außerdem eine ganze Menge zerbrochener
Münzen. Die Thongefäße und die Schachtel sind vollständig erhalten. Der
zweite Fund wurde auf der entgegengesetzten Seite der Insel bei Ryssnäs
beim Torfgraben gemacht und bestand aus vier Spiralarmringen, den
obenerwähnten sehr ähnlich, und aus einer Menge theils ganzer, theils
zerschnittener kufischer Münzen. Beide Funde dürften vom Reichsmuseum
in Stockholm erworben werden.

  (Numismat.-sphragist. Anz., Nr. 6.)

83) Der Wiener Alterthumsverein hat jüngst das Jubiläum seines 25
jährigen Bestehens durch einen Akt der Pietät gefeiert, gleichzeitig
der Stadt Wien ein historisches Kunstdenkmal zurückgegeben,
nämlich das Denkmal des Vertheidigers Wiens bei der ersten
Türkenbelagerung (1529), Nicolaus Grafen von Salm, das ursprünglich
in der Dorotheenkirche gestanden war, aber nach Aufhebung des
Chorherrenstiftes durch Kaiser Josef II. sammt allen Einrichtungen
der Kirche beseitigt und nur durch Zwischenkunft der Familie Salm
gerettet wurde. Es ist eine Tumba, deren Seiten reich mit Sculpturen
geschmückt sind, während auf dem Deckel die Figur des Helden vor dem
Crucifixe knieend dargestellt ist. Dieser Deckel war seit Beginn dieses
Jahrhunderts in der Salm’schen Schloßkirche zu Raitz aufgestellt, die
übrigen Theile aber einfach aufbewahrt. Unter Zustimmung des Fürsten
Salm hat nun der Alterthumsverein die Tumba in der Votivkirche zu Wien
wieder aufgestellt.

83) /Dresden/, 11. Juli. (Dr. J.) Die neuerrichtete Abtheilung
der Bildwerke des /Mittelalters/ und der /Renaissance/ im
Königlichen /Museum der Gipsabgüsse/ wird am nächsten Montag, den
14., eröffnet werden.

  (D. Reichsanz. Nr. 161.)

84) Die hessische Landesgewerbeausstellung zu Offenbach bringt unter
ihren Sehenswürdigkeiten auch eine nicht unbeträchtliche Reihe von
Alterthümern, so daß die löbliche Sitte, derartige Ausstellungen stets
auch den Freunden alter Kunst und Kultur interessant zu machen, nunmehr
wohl als ganz allgemein angesehen werden kann, wodurch die Verbindung
des heutigen Lebens und der heutigen kunstgewerbliche Thätigkeit mit
der Vorzeit immer inniger wird.

85) Die Generalversammlung des historischen Vereines von Oberpfalz und
Regensburg, welche am 16. d. M. abgehalten wurde, gab dem Vorsitzenden
Veranlassung, bei Besprechung der Wirksamkeit und Thätigkeit des
Vereins auf das wichtigste Vorkommniß, die Einrichtung der ehemaligen
St. Ulrichskirche zu einem Museum, in ausführlicher Weise hinzudeuten.
Wenn auch heute die Einrichtung dieses seit Jahrzehnten verlassenen,
merkwürdigen Monumentalbaues für den jetzigen Zweck nicht beendet ist,
so ist doch die Ordnung und Katalogisierung der bereits beträchtlichen
Vereinsbibliothek sowie der Münzsammlung bereits weit vorgeschritten.

86) Das steiermärkische Landesarchiv macht bekannt, daß es in der Lage
war, aus den zum Theile in großer Anzahl von Exemplaren vorhandenen,
theils einfachen Dupletten gedruckter Patente, Ausschreibungen der
Behörden und Circularen mehrere Sammlungen von historischem und
kulturgeschichtlichem Interesse zusammenzustellen und zu verkaufen. Die
erste solche Sammlung umfasst 3683 Blätter, darunter 90 aus dem 16. und
107 aus dem 17. Jhdt.; die zweite 2323, die dritte 1599, die vierte
1072 Blätter u. s. w. in absteigender Folge. Bestimmte Preisforderungen
sind jedoch nicht gestellt, sondern es werden für jede Abtheilung
getrennte Preisangebote bis zum 15. August angenommen, mit welchem Tage
die Verhandlung geschlossen wird und der Zuschlag für jede Sammlung an
jene erfolgt, welche das höchste Gebot gethan.



Verantwortliche Redaction: Dr. A. /Essenwein/. Dr. G. K.
/Frommann/.

Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in
Nürnberg.


Gedruckt bei /U. E. Sebald/ in Nürnberg.



  ANZEIGER
  FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.

  Neue Folge. Sechsundzwanzigster Jahrgang.

  [Illustration]

  =Nürnberg.= Das Abonnement des Blattes, welches alle Monate
  erscheint, wird ganzjährig angenommen und beträgt nach der neuesten
  Postconvention bei allen Postämtern und Buchhandlungen _Deutschlands_
  incl. Oesterreichs 3 fl. 36 kr. im 24 fl.-Fuss oder 6 _M_.

  Für _Frankreich_ abonniert man in Paris bei der deutschen
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  bei Williams & Norgate, 14 Henrietta-Street Covent-Garden in London;
  für _Nord-Amerika_ bei den Postämtern Bremen und Hamburg.

  Alle für das german. Museum bestimmten Sendungen auf dem Wege des
  Buchhandels werden durch den Commissionär der literar.-artist.
  Anstalt des Museums, /F. A. Brockhaus/ in Leipzig, befördert.

  ORGAN DES GERMANISCHEN MUSEUMS.

  1879.    Nº 8.    August.



Wissenschaftliche Mittheilungen.



Benedictus de Pileo.


In der Festschrift zur Philologenversammlung in Heidelberg (1865) habe
ich nach der Wiener Handschrift 3529 von dem italienischen Humanisten
Benedictus de Pileo Nachricht gegeben,[286] welcher den Cardinal von S.
Angelo[287] zum Kostnitzer Concil begleitete, in die Gefangenschaft des
Grafen von Neuchatel gerieth und am 25. Nov. 1415 daraus befreit wurde.
In der Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins XXIII, 38 habe ich
nachgetragen, daß er später als Sekretär Martins V. erscheint.

Herr Prof. Dümmler hatte mich darauf aufmerksam gemacht, daß die
Pariser Hs. lat. 8618 nach dem gedruckten Katalog einen Brief von ihm
enthält, und jetzt habe ich durch die Freundlichkeit des Dr. Joh.
Heller eine Abschrift desselben erhalten. Die Hs. enthält die Briefe
des Seneca, auf welche f. 181 v. dieser Brief folgt; auf f. 183 steht:
Iste liber est magistri Berengarii mercatoris. Der Brief ist nach der
Ueberschrift gerichtet an Pierius; aber dieser Name ist offenbar nur
der Stelle des Briefes entnommen, die von Pierii ingenii viris spricht,
d. h. von Poëten oder Humanisten; der Adressat heißt Bartholomeus, und
wenn auch unter Benedicts Freunde Barthol. von Montepulciano gehörte,
so zeigen doch die Anrede /frater/ und einige weitere Stellen, daß
wir vielmehr an seinen Bruder Bartholomeus zu denken haben, welchem er
auch seinen Libellus penarum übersandt hatte. Der Inhalt bezieht sich
auf die Ecloge, welche ich ebenfalls in der oben angeführten Schrift S.
124-127 aus einer Melker Hs. mitgetheilt habe. Benedict hatte sie am
17. Oct. 1416 dem König Sigismund überreicht und darin die Verdienste
desselben um die Beendigung des Schisma gepriesen. Die nicht sehr
geschmackvolle Einkleidung in bukolische Form hatte Bartholomeus,
der auch ein durchgebildeter Humanist gewesen zu sein scheint, nicht
ohne Grund getadelt; Benedict aber vertheidigt sich recht geschickt
in diesem Briefe, welcher vom 22. Dec. datiert ist, natürlich 1416,
obgleich in der Hs. steht 1400. Er wohnte damals ausserhalb der Stadt
Constanz, die er in einem früheren Briefe (a. a. O. S. 128-131)
an seinen Bruder, vielleicht an denselben Bartholomeus, so hübsch
geschildert hatte.

Wir lassen nun den Brief aus der Pariser Hs. folgen; er ist sehr
schlecht geschrieben und ohne alle Interpunction; Kleinigkeiten,
besonders orthographische, sind stillschweigend verbessert, übrigens
die Abweichungen angegeben.

/Epistola magistri B.[288] de Pileo ad Pierium./

Quid exercitum......[289] adversus meam eglogam moves, quam enervem
ac parvulam uno expugnare atque illo quidem gregario milite poteras?
Quid perdis vulnera, quid Gnosiacam pharetram evacuas, cum una et
eadem tenui tuo Appollineo arcu transmissa illam potueris sagitta
prosternere? An id agis, ut clarius pateat te non parum multa
intelligere, scire ac posse? Recte me hercule! cum hiis qui ingenium
non noverint tuum, mecum[290] vero qui ipsius acumen longa[291]
experiencia didici, supervacue ne dicam inutiliter factum judico. Nam
cum tibi magnis et laudabilibus, tum michi parvis, tamen necessariis,
hac in regione negociis occupato, longam[292] et accuratam epistolam
scribere non videtur apere precium, sed ut tue voluntati morem[293]
geram, lege benivole attenteque quod sequitur. Plane michi non inter
minima duco, quod nec contra materiam nec contra meos versiculos,
quantum michi datur intelligi, surgis, verum[294] ea et si non
extollere, non tamen sugillare vel deprimere pergis: tota pugna,
si recte sentio, contra nomen versatur, quoniam[295] si pro titulo
scriptum esset[296] „Carmen B. de Pileo ad honorem“ et reliqua,
nullus aut admodum parvus scrupulus superesset, at quod[297] dicitur
egloga, hinc vehemens et inexplicabilis oritur admiracio. Ad eglogam
enim[298] secundum te spectare videtur, ut et[299] titulum habeat et
locutorem et ad quem vel quos ipse loquatur, ut dicta factave pastorum
contineat, ut inter locutores agrestis sermo adversetur. At hec satis.
Porro mee impericie ydoneus visus est titulus, dum dicebatur „Egloga
Benedicti“ etc. Egloga namque carmen, cantum, eulogium caprinum vel
rusticum sermonem sonare ab illustribus auctoribus traditur. Ego sum
pastor indoctus, qui loquor ad omnes, sed signanter ad pueros, juvenes,
senes, ad te quoque et alios Pierii ingenii viros, quod circa finem
egloge ipsius etiam parum sano potest aliunde patere. Die, queso,
quem michi dabis ex Faunis, quem ex Silvanis aut Satiris, quem ex
hiis quos noster Naso montana numina Panes appellat, qui me rusticior
dici possit? Qui velut corvus aut pica cignos inter et philomenas
ausus sum strepere, cui nec Galathea nec Egle pulcherrima Naidum, nec
biceps Parnasus aliquid dedit. Ergo in agresti materia satis superque
satis videor persona ad loquendum, ydonea, sed erubui Musarum aliquam
invocare. Omnes enim per insciciam[300] desidiamque fugavi, nec facile
est in[301] earum gratiam posse redire[302]. Adde, si invocassem,
deinde hiis indigna cecinissem, tu tanquam amantissimus mei pre ceteris
doluisses; hiis qui nos habent odio, fuissem ludibrio. Subsequenter
tucius et facilius michi censui collocutores[303] non introducere,
ut brevius conceptum mentis prosequerer. Neque bene videbar apta
nomina fingere, maxime cum proposuerim actus quosdam in hac urbe
felici aliisque nonnullis partibus gestos[304] succincte narrare, nec
omnes nostri Maronis egloge collocutores habent. Sunt enim complures
simpliciter narrative, cujusmodi est „Formosum pastor“, „Sicilides
Muse“, „Prima Siracusio“, „Extremum hunc Arethusa“. Ex hiis, frater,
si non nimis dissonantia visa fuerint[305], desine vehemencius
admirari, ac percipe me non nimis legem bucolici[306] carminis
excessisse. Quod si forte mea egloga quidquam contineat non accomodatum
agresti materie, ab eo, mi Bartholomee, poteris me deffendere cum
egloga, in qua Maro cantum Sileni commemorans magis naturalem
philosophiam quam agrestem cantilenam dinoscitur canere. Multa insuper
alibi in bucolicis esse[307] usum pastoralem supergressa novisti.
Preterea, si licet parvis magna componere, Plautus et Terrencius comici
per introductas personas res villicas descripsere; Dantem, nostrum
poetam, cum per se tum per alios locutum accepimus res altas, quas[308]
si vetustatem sequi malueris, vix comico convenire cognoscas: non eo
minus tamen opus suum comedias appellamus. Itaque nichil est me judice,
quod nimium stupeas si meum carmen eglogam nominarim, quoniam quamvis
sibi aliqua defficiant, propter que mala et imperfecta dici possit,
tamen quia agrestem sermonem frequenciorem tenet, eglogam nuncupari non
absurdum putavi. Sic sepissime bonum et malum, perfectum et imperfectum
virum hominem dicimus, nec omnis Johannes est baptista, nec omnis
Maria est benedicta, nec omnia possumus omnes, ac tu qui cum[309]
mortuis sed sempiterne viventibus habitas, me qui cum vivis sed mortuis
versor, ex tuo ingenio judicas. Et quia ita aliquid, ymmo multum, in
sepedicta egloga tuo ingenio Sophocleo non dignum, meo tamen rudi et
impolito consentaneum reperis, benigna es atque humili intencione
conquestus. In quo me non lesum sed admonitum scias, ineffabiliter[310]
gaudentem, quod te cotidie rectius sapere melioremque fieri, ex hiis
que michi scribis[311] intelligo. Sane si per predicta tue admirationi
satisfactum in aliquibus putes, tibi meoque congratulor calamo; sin
autem inexcusabile vicium senseris, commuta, dele, corrige, supple. In
hiis enim que poesim concernunt, aptius et tucius michi videtur tue
inherere sentencie, quam meam opinionem deffendere. Summa summarum hec
est in hoc: Malo vinci quam vincere. Hac tenus aures tuas olorino cantu
dignissimas dispendiosis horrendisque latratibus obtudisse sufficiat.
Nunc denique tibi gratias ago magnas, quia meam peticionem polite,
ingentes autem quia celeriter implevisti[312]. Illud autem magnifacio,
quod honestissimis et gravissimis rebus intentus meum ridiculum
ludum non spreveris. Vale, parceque quod in aliquibus predictorum
corrupto[313] dicendi genere usus fui, quodque te agentem[314] magna
tam longo[315] fuerim sermone moratus.

Ex meo cubiculo extra Constanciam XI. Kal. Januar. anno 14(16).

  Totus ubique tuus
  B.[316] de Pileo.

  /Berlin./          /W. Wattenbach/.

FUSSNOTEN:

[286: Daselbst ist S. 100, Z. 4 zu lesen detectum; 103, Z. 17 Huc; 111,
Z. 15 benigne, Z. 32 Paestanas; 112 unten Corradin; 116, Z. 18 fossam;
117, Z. 28 qua, Z. 36 quas; 119 u. 120 Meseralis; 125, Z. 6 imperia;
ferner mit Jac. Bernays S. 109, Z. 2 Foetenti, Z. 12 Do.]

[287: Pietro degli Stefaneschi, der am 31. Oct. 1417 starb. Seine
Grabschrift steht im Archivio della Società Romana di Storia patria I
(1877), S. 229.]

Lesarten der Handschrift:

[288: R.]

[289: leerer Raum.]

[290: et mecum.]

[291: longua.]

[292: longuam.]

[293: moram.]

[294: rē?]

[295: q. uero.]

[296: esse.]

[297: atque.]

[298: eum.]

[299: et ut.]

[300: incic.]

[301: tu.]

[302: reddire.]

[303: collocutoris.]

[304: gestas.]

[305: iussa fiunt.]

[306: bucoloci.]

[307: se.]

[308: que.]

[309: com.]

[310: ineffabilem.]

[311: scribit.]

[312: Hier folgt noch: que in re.]

[313: corripto.]

[314: agente.]

[315: longuo.]

[316: R.]



Die Puppenhäuser im germanischen Museum.


Das reich entwickelte Familienleben, dessen sich unsere Vorfahren vor
allen anderen Nationen zu erfreuen hatten, und das einen so überaus
bedeutsamen Faktor des gesammten deutschen Kulturlebens bildete und
noch bildet, hat die Aufgabe des germanischen Museums, die Denkmäler
des häuslichen Lebens unserer Vorfahren zu sammeln und alles das seinen
Besuchern vor Augen zu führen, was die Häuser derselben in ihren Mauern
bargen, zu einer der angenehmsten und anregendsten gemacht. Keine
andere Abtheilung der Sammlungen des Museums ist ja so geeignet, uns in
das Leben der Vorzeit zurück zu versetzen, als die Sammlung häuslicher
Alterthümer, die uns in alle Räume der Wohnhäuser der verschiedenen
Bevölkerungsklassen vom Keller bis zum Speicher führt, uns einen Blick
auf die Lebensweise und die Gewohnheiten ihrer Bewohner thun läßt und
sie uns bei der Arbeit und in der Ruhe, bei Scherz und lustigem Spiele,
wie im Leide zeigt.

Eine Reihe von Unterabtheilungen dieser umfassenden Sammlungen bietet
schon jetzt den Entwicklungsgang, den verschiedene Einzelzweige und
manche Gattungen dieser Denkmale genommen haben. Die Lösung der
weiteren Aufgabe des Museums, das häusliche Leben der Vorzeit in
einzelnen abgerundeten Bildern zu zeigen, konnte bis jetzt noch nicht
in Angriff genommen werden, da derselben sehr bedeutende Hindernisse
im Wege stehen. Abgesehen von der Finanzfrage, welche die Beschaffung
des nöthigen Materiales für das germanische Museum bildet, ist
auch die Erwerbung einander vollkommen entsprechender und genau
zusammenpassender Objekte außerordentlich schwierig, da das Museum als
eine wissenschaftliche Anstalt nur ganz wahrheitsgetreue Gesammtbilder,
wie sie /thatsächlich/ bestanden, geben, und es nicht machen darf,
wie manche „Liebhaber“, welche der jetzigen Mode, ein „altdeutsches
Zimmer“ einzurichten, folgen und in ein Zimmer mit Nürnberger Täfelwerk
einen Schweizer Ofen, neben einen rheinischen Schrank einen Tiroler
Stuhl stellen, oder das Büffet eines ehemaligen fürstlichen Prunksaales
mit Krügen aus einem Bauernhause füllen, neben die Prunkbettstätte aus
einem vornehmen Haus einen Tisch stellen, welcher der Schreibstube
eines Rathhauses angehört hatte und noch die Zeichen für die darauf
vorzunehmenden Kreiderechnungen aufweist.

Noch weniger natürlich kann das Museum jenen Kunstfreunden nachahmen,
welche aus einer Bettstätte und einem Schranke ein altes Sopha und ein
Buffet machen lassen. So reizend solche moderne „alte Zimmer“ sind
und so erfreulich, weil sie Liebe für die Werke der Vorzeit zeigen,
so würde doch ein Museum einen unverzeihlichen Fehler begehen, wenn
es solche Bilder als echte Belege für das Wesen der alten Zeit dem
Publikum vorführen wollte. In einer /wissenschaftlichen/ Anstalt
darf für diesen Zweck nur das neben einander stehen, was auch ehemals
neben einander gestanden hat, oder mindestens gestanden haben könnte.
Deshalb kann das germanische Museum einstweilen nur vorbereiten
und sammeln, und es wird wohl noch längere Zeit dauern, bis eine
Aufstellung des Materials in solcher Weise möglich ist.

Inzwischen hat dasselbe hiefür einen ebenso lehrreichen, als
anziehenden Ersatz in einer Anzahl von Puppenhäusern des 17.
Jahrhunderts, welche als Modelle von damals wirklich existierenden
Häusern von großem Interesse für die Kulturgeschichte sind, da sie ein
so gelungenes Bild der ganzen Einrichtung und Ausstattung eines Hauses
und seiner einzelnen Räumlichkeiten, von den Hauptstücken bis zu den
geringsten Gebrauchsgegenständen, geben, wie es auf andere Weise kaum
je zusammengestellt werden könnte.

Die Puppenhäuser gehören zu den Seltenheiten, da sie in Deutschland
wol nur in Augsburg und Nürnberg bekannt waren und wahrscheinlich nur
auf besondere Bestellung für die Töchter reicher Familien gefertigt
wurden. Ihre ursprüngliche Heimat dürften die Niederlande sein, von
welchen die genannten Städte, welche in lebhaftem Handelsverkehr mit
denselben standen, die Anregung zu deren Anfertigung erhalten haben
mögen. Der hohe Werth, welchen die Puppenhäuser schon zur Zeit ihrer
Verfertigung in Folge der hohen Herstellungskosten hatten,[317]
mag die Ursache sein, daß sich von diesen großartigen Spielzeugen
verhältnißmäßig mehr Exemplare erhielten, als von anderen alten,
weniger werthvollen Spielwaaren, die bekanntlich heute alle sehr
selten geworden sind, da sie eben durch den Gebrauch zerstört und dann
weggeworfen wurden, während die Erhaltung der noch vorhandenen Stücke
meist nur einem glücklichen Zufalle zu danken ist. Außer den in den
Sammlungen des germanischen Museums befindlichen vier Puppenhäusern
und einem fünften, leider unvollständigen und daher bis jetzt nicht
ausgestellten sind uns noch mehrere deutschen Ursprungs bekannt; eines
aus späterer Zeit, und deshalb die des germanischen Museums ergänzend,
besitzt das bayerische Gewerbemuseum zu Nürnberg, ein anderes ist im
deutschen Gewerbemuseum zu Berlin, ein drittes im South Kensington
Museum zu London. Letzteres war früher im Besitze des Kaufmanns Wiß zu
Nürnberg; sein Verlust ist für Deutschland sehr zu beklagen, da es wohl
das schönst ausgestattete aller dieser Puppenhäuser ist. Wir haben es
nicht mehr gesehen, vermuthen aber, daß es das Original desjenigen war,
welches auf einem Flugblatte des 17. Jahrhunderts: „Abriß, Entwerffung
vnd Erzehlung, was in dem, von Anna Köferlin zu Nürmberg, lang
zusammen getragenem Kinder-Hauß, dergleichen nie gesehen, noch gemacht,
anzutreffen, vnd wie ettlich hundert Stuck, alle zum gemeinen Nutz auch
dienstlich, darinn zusehen,“ (German. Mus.: Historische Blätter, Nr.
2243) abgebildet und beschrieben ist. Das Blatt enthält einen rohen
Holzschnitt, der ein dreigeschossiges Haus mit der Jahrzahl 1631 im
Stile jener Zeit darstellt; rechts desselben ist ein Baumeister mit dem
Maßstabe und einem Knaben, darunter das Monogramm HK. und ein Maikäfer,
links eine Frau, welche einem Knaben und einem Mädchen das Haus
zeigt. Unter dem Holzschnitte steht in etwas holperigen Versen eine
oberflächliche Beschreibung des Hauses und die Veranlassung zu seiner
Anfertigung, wobei besonders bemerkt wird, daß dasselbe den Kindern
nicht nur zur Unterhaltung, sondern auch zur Belehrung und Nacheiferung
dienen soll:

  „Daß wann ihr dermaleins zu Hauß
  Kompt, vnd euch Gott thut geben
  Eygenen Herd, daß jhrs vorauß
  Bey all eurm Leib vnd Leben,
  Ordentlich vnd nach der gebür
  Inn euerem Hauß halten
  Richtet vnd ordnet, dann wie jhr
  Wist, daß die lieben Alten
  Pflegten zu sagen: Inn eim Haus
  Wo Vnordnung regiret,
  So ist es bald mit selbem auß,
  Vnordnung wenig zieret;
  So schaut nun an diß Kinder Hauß
  Ihr Kinder jnn vnd aussen
  Schauts an vnd lernet bevorauß
  Wie jhr einmal solt hausen.“

Die Höhe des Hauses wird auf 9 Schuh, die Breite auf 5, die Tiefe auf
4 Schuh angegeben. Es wurde, wie sich aus dem Schlusse des Textes
entnehmen läßt, von der Besitzerin, Jungfer Anna Köferlin, gegen
Entschädigung der öffentlichen Besichtigung allgemein zugänglich
gemacht.

Einige kurze Mittheilungen über Größe, Eintheilung, Alter, Herkunft
u. s. w. der Puppenhäuser des germanischen Museums dürften hier
am Platze sein. Das älteste stammt aus der Zeit von etwa 1600; es
hat bei einer Höhe von 2,45 Meter, eine Breite von 1,94 Meter und
eine Tiefe von 0,63 Meter. Der Unterbau des dreigeschossigen Hauses
enthält Stall, Keller, Waschküche und Badezimmer; das Erdgeschoß ein
die Hausflur vorstellendes Lokal, welche bei unsern Vorfahren eine
so bedeutende Rolle spielte, und einen Garten mit Gallerie, zwischen
welchen sich das Treppenhaus befindet, das sich in die übrigen
Geschosse fortsetzt. Das erste Stockwerk enthält in der Mitte den
Vorplatz mit der Treppe, rechts die Prunkstube, links die Küche; das
zweite rechts vom Vorplatz das Schlaf-, links das Wohnzimmer, worauf
das Dach mit geräumigen Speichern das Haus abschließt. Die Zimmer
sind bis auf eines, welches jetzt grün bemalt ist, mit Täfelwerk
versehen, ober welches Blumenschwünge gemalt sind. Ueberhaupt ist
das Haus reichlich mit Malereien versehen, von welchen diejenigen der
Hausflur, welche musicierende, tanzende, schmausende und spielende
Gesellschaften darstellen und an die Bestimmung der Hausflur erinnern,
bei besonderen Gelegenheiten als Festlokal zu dienen, hervorzuheben
sind. Es hat sich nicht die ganze ursprüngliche Einrichtung erhalten,
der größte Theil der jetzigen stammt aus späterer Zeit und ergänzt
insoferne sehr glücklich die älteren Theile, als sie, mit gleicher
Sorgfalt gearbeitet, zeigt, wie der neue Geschmack jeweils auch in
das wirkliche Haus umgestaltend eindrang. Der „Salon“ der Mitte des
18. Jahrh., welcher aus der Prunkstube des 17. geworden, ist ebenso
charakteristisch, als die Schlafstube aus den ersten Jahren des 19.
Jahrh. Das Haus befand sich im Anfange dieses Jahrh. im Besitze der
Herren von Petz zu Nürnberg, gieng sodann an verschiedene Privaten über
und gelangte vor einigen Jahren in das germanische Museum; Näheres
konnten wir über dessen frühere Eigenthümer nicht in Erfahrung bringen.

Das erst jüngst von dem Premierlieutenant Freiherrn von Stromer dem
Museum unter Eigenthumsvorbehalt überlassene Puppenhaus ist das
zweitälteste: nach einer unter dem großen Dachfenster angebrachten
Jahreszahl ist es im Jahre 1639 entstanden. Es hat einschließlich des
Fußes bis zum Ende der Schlöte eine Höhe von 2,59 Meter, eine Breite
von 1,52 und eine Tiefe von 0,52 Meter und ist, wie das vorgenannte,
durch ein durch alle Geschosse gehendes Treppenhaus in drei Theile
geschieden. Das Haus enthält drei Hauptgeschosse, in deren unterem sich
in der Mitte das Portal mit dem Haustennen befindet, während die beiden
Nebenräume durch horizontale Zwischenwände in zwei Theile getrennt
sind. Der untere enthält rechts Stall und Kammer, links Laden und
Waschküche, der obere rechts die Speise- und eine Schlafkammer, links
zwei weitere Schlafkammern. Im zweiten Geschoß befindet sich rechts
des geräumigen Vorplatzes das Wohnzimmer, links die Küche; im obersten
rechts des Vorplatzes ein Schlafzimmer, links das Prunkzimmer. Das Dach
mit großen Bodenräumen bildet den Schluß. Die Kammern sind getüncht,
die Zimmer, welche grüne Kachelöfen enthalten, getäfelt; das Wohn- und
das Prunkzimmer zeigen getäfelte, das Schlafzimmer und die Vorplätze
bemalte Plafonds. Unter allen Puppenhäusern im Museum ist dieses das
am besten erhaltene und am reichsten ausgestattete; es zeigt uns
genau die bis in das geringste Detail gehende Einrichtung eines alten
Nürnberger Patrizier- oder reichen Kaufmannshauses des 17. Jahrh. und
ist dadurch von so hervorragendem Interesse für die Kulturgeschichte
jener Zeit, daß wir es uns nicht versagen können, ein Verzeichniß
des gesammten Inventars desselben am Schlusse dieser Mittheilungen
zu geben. Nach gütiger Benachrichtigung seines jetzigen Besitzers,
Premierlieutenants Frhrn. v. Stromer, erwarb Freifrau v. Haller, geb.
Schenk v. Dippen, dieses Puppenhaus im Jahre 1825 aus dem Nachlasse
des Stiftungs-Administrators Karl v. Wölckern um 25 fl., worauf es
im Jahre 1862 in den Besitz der Freiherren von Stromer gelangte.
Weiteres konnte über die Herkunft des Hauses nicht festgestellt werden.
Nach einer unverbürgten Tradition soll es früher in Erlangen gewesen
sein; doch ist es für uns nicht zweifelhaft, daß es gleichfalls
nürnbergischen Ursprungs ist, wenn es auch vielleicht vorübergehend
durch Erbschaft oder Kauf nach auswärts gelangt war.

Ungefähr derselben Zeit gehört das dritte Exemplar an. Es ist zwar
nicht ein Puppenhaus im strengen Sinne des Wortes, da es nur aus einer
Küche mit darüber befindlichem Zimmer besteht, hat aber Anspruch auf
besondere Beachtung, weil es seine erste Einrichtung noch vollständig
bewahrt. Die Höhe desselben beträgt, einschließlich des eine Schublade
enthaltenden 0,36 Meter hohen Fußes, 1,79 Meter, die Breite 0,90, die
Tiefe 0,59 Meter. Das Museum erwarb es vor einigen Jahren vom kgl.
Hofantiquar A. Pickert.

Das jüngste Puppenhaus des Museums stammt vom Ende des 17. Jahrh. und
war früher im Besitze der Freiherren Kreß v. Kressenstein. Das Dach ist
defekt und deshalb im Museum nicht mit aufgestellt; ohne dieses und
ohne den neuen Fuß hat es eine Höhe von 1,57 Meter, eine Breite von
1,38 Meter und eine Tiefe von 0,53 Meter. In der Mitte des untersten
der drei Hauptgeschosse befindet sich die Hausflur, von welcher die
Treppen nach den Vorplätzen der obern Stockwerke führen. Die Räume
rechts und links der Hausflur sind durch horizontale Zwischenwände
getheilt; rechts ist der Pferdestall mit darüber befindlicher
Knechtekammer, links die Waschküche mit der Mägdekammer. Das zweite
Geschoß enthält rechts des Vorplatzes das Prunkzimmer, links die Küche,
das obere rechts desselben das Schlafzimmer, links ein weiteres Zimmer.
Die Prunkstube und das Schlafzimmer sind getäfelt, das andere und die
Kammern getüncht. Das alte Inventar ist noch so ziemlich erhalten;
doch ist ein Theil des das Haus früher zierenden Silbergeräthes in den
Besitz Sr. Erlaucht des Grafen v. Erbach gelangt.

Unserm Versprechen gemäß lassen wir zum Schlusse nachstehend ein
Verzeichniß des vollständigen Inventars des Frhrl. v. Stromer’schen
Puppenhauses folgen.

=Hausflur.= 2 eingenähte Waarenballen, 3 Fässer, 1 steinernes
Gewicht, 2 bleierne Gewichte, 1 Kasten mit 13 Stück Werkzeug: Feile,
Säge, Hammer, Beißzange, Leimpfanne, Stemmeisen, Schabmesser, Bohrer,
Schleißenmesser, Holzhammer, Pfriemen und 2 Eisen mit Griff; 1 Winde, 1
dreistufige Stiege, 1 Holzmaß, 1 Holztrage.

=Keller.= 1 großes Faßlager, 1 Bank, 1 Holzrechen zum Aufhängen
von Gegenständen, 1 Wandbrett, 5 Fässer, 3 Tropfkübelchen, 1
Traubenpresse (?), 1 hölzerne Stütze (Eimer), 4 hölzerne Mulden, 2
große, auf einer Seite bemalte Blechflaschen mit Ketten, 2 kleine
blecherne Becher mit Haken, 1 Korb, 1 Mausfalle.

=Stall.= 3 befestigte Viehstände mit einem Heurechen, 1
Futterkasten mit zwei Abtheilungen, 1 Bettstatt mit Strohsack und
Kopfkissen, 1 Kleiderrechen, 1 hölzerner Tränkeimer, 1 Schubkarren, 1
Futtertragbahre, 1 Schaufel, 1 Rechen, 1 Sieb, 1 Korb, 2 Pferde, 1 Kuh.

=Kaufladen.= 1 schwarz angestrichener Ladentisch, 2 größere und
3 kleinere Wandrahmen, 1 bemalte, eiserne Geldkiste mit Gold- und
Silbergeld, 1 Truhe, 1 dreibeiniger, runder, grüner Stuhl ohne Lehne, 1
Stiegenleiter, 1 hölzerne Presse mit eiserner Spindel, 1 Brettpresse,
1 leeres Fäßchen, 1 Fäßchen Leim, 9 größere und 5 kleinere Zuckerhüte,
2 grün und roth angestrichene Holzschachteln, 9 rothe hölzerne Büchsen
mit Deckel, zum Theil mit beschriebenen Etiquetten versehen, 7 rothe
hölzerne Büchsen ohne Deckel, 4 grüne hölzerne Büchsen mit Deckel,
1 Wachsstock, 3-1/2 Pack Roßhaare, 1 Pack Leinwand, 1 Pack Rupfen,
4 Strohdeckel, 2 Kränze, 1 Schreibtafel mit Thürchen, an die Wand
befestigt, 1 Schiefertafel in Holzrahmen; 1 Journal, 1 Handbuch, 1
Schuldbuch, sämmtlich ohne Einträge, auf den ledernen Einbänden die
Jahreszahl 1640.

=Waschküche.= 2 Waschtische, 1 thönerner, transportabeler Ofen
zum Aufsetzen des Waschkessels, 1 Wandrahmen, 1 kupferne Badewanne, 1
großes hölzernes Schaff mit Deckel, 10 große und kleinere, hohe und
flache Schäffer, 1 hölzernes Badewännchen auf einem hölzernen Gestell,
2 hölzerne Schöpfkübelchen, 1 hölzernes durchbrochenes Gefäß in
Trichterform, 3 Bürsten, 3 Kehrwische.

=Speisekammer.= 1 Anrichtetisch, 1 Bank, 1 an der Wand befestigtes
Bänkchen, 1 großer und 4 kleinere Teller- und Schüsselrahmen, 19
größere und kleinere blau bemalte Fayenceplatten, 9 größere und
kleinere blau bemalte Fayencehäfen, theilweise mit Henkeln und Deckeln
versehen, 1 blau verzierter Krug mit Deckel von Steinzeug, 1 grün und
roth getupfter gewöhnlicher irdener Hafen, 1 grün glasierte irdene
Backform, 12 größere und 3 kleinere Zinnschüsseln, 1 Zinnschüssel
mit Deckel, 7 zinnerne Häfen, 3 große zinnerne Kannen, 3 kleine
zinnerne Kannen, 1 zinnerne Theekanne, 6 runde zinnerne Büchsen, 1
viereckige zinnerne Gewürzbüchse, 2 zinnerne Deckelkrüge, 1 zinnerne,
durchbrochene Kuchenplatte, 2 zinnerne Seiher (davon einer mit Stiel),
1 verzinnte Schmalzschaufel, 1 größere Blechbüchse, 1 blechernes
Zuckerstreubüchschen, 1 ähnliches Blechbüchschen, 2 blecherne Trichter
(davon einer mit Stiel), 1 eisernes Waffeleisen, 3 kupferne Kessel, 1
Messingschüssel, 1 messingenes Backrädchen, 11 in der Art der blauen
Fayencegeschirre bemalte hölzerne Häfen, Krüge und Kannen, 1 ähnlich
bemalte hölzerne Schüssel mit Deckel, 2 hölzerne Büchsen, 1 hölzerne
Straubenspritze, 1 Haarsieb, 4 hölzerne Fäßchen, 2 hölzerne Eimer, 1
eiserne Wage mit 8 Messinggewichten, 1 eiserner Kronleuchter, 12 Messer
und 6 Gabeln mit Elfenbeingriffen, 1 Tranchierbesteck, 2 Marktkörbe, 1
Tragkorb mit Nachbildungen verschiedener Lebensmittel in Traganth, 1
rundes Körbchen mit ähnlichen Nachbildungen von Brod.

=Schlafkammer.= 1 zweischläfrige, eichene Bettstatt mit
Strohsack, Kopfpolster, 2 Kopfkissen und Deckbett mit gestickten
Einsätzen, 1 vierbeiniger, eichener Tisch mit eingelegter Marmorplatte,
1 geschnitzte, eichene Truhe, 1 kleine hölzerne Truhe, 1 mit
Leder überzogener und mit Messingreifen beschlagener Koffer mit
Vorhängeschloß, 1 hölzerner, grünbemalter Kasten mit 4 Glasflaschen,
1 Strohkörbchen mit einem Glase, 1 blaubemalter Fayencekrug mit
Zinndeckel, 1 Bohrer, 1 Holzschraube, 1 Lichtschirm, 1 Gebetbuch
(Andächtiges Bettbüchlein, Colligirt durch Joh. Jeep; Nürnberg, bei
Sim. Halbmayern 1631), 1 leeres Buch.

=Schlafkammer.= 1 geschnitzter, eichener Bettschrank mit 2
Schubladen, enthaltend Strohsack, Kopfpolster, Betttuch, Kopfkissen
und Deckbett mit gestickten Einsätzen; 1 Kinderbettstättchen auf
4 hohen Füßen, mit Betten mit gestickten Einsätzen, 1 halbrunder
Tisch, 1 Stuhl mit Polsterkissen, 2 grün angestrichene Fußschemel, 1
Waschapparat mit zinnernem Wasserbehälter und Becher, 1 Kinderstühlchen
mit Nachtstuhl, 1 Wandschränkchen, 1 runder, dreibeiniger Stuhl mit
kupfernem Brodkessel, darin 2 Brode, 1 theilweise bemalte Holztafel zum
Aufschreiben der Wäsche und der Vorräthe der Speisekammer, 1 kupferner
Räucherkessel, 3 zinnerne Nachttöpfe, 2 Weihwasserkesselchen, 1 Madonna
von Traganth, 1 Hahn von Alabaster (Spielzeug).

=Schlafkammer.= 1 zweischläfrige Bettstatt von verschiedenfarbigem
Holze mit Strohsack, Kopfpolster, Betttuch, 2 Kopfkissen und Deckbett
mit gestickten Einsätzen; 1 mit Schnitzereien versehene Wiege mit
Strohsack, spitzenbesetztem Betttuch, Kopfkissen und Deckbett mit
gestickten Einsätzen, 1 zweithüriger hölzerner Kasten, welcher eine
weiß- und blaugestreifte und 2 weiße, spitzenbesetzte Schürzen, 1
blaues und 1 weißes Küchentuch, sowie 1 Frauenhemd enthält, 1 eichene
Truhe, 2 Stühle mit Polsterkissen, 1 grün angestrichener Fußschemel, 1
Spinnrocken mit Flachs, 2 Manghölzer, 2 Perrückenstöcke, 1 messingene
Handspritze, 1 zinnener Nachttopf, 1 mit Spitzen besetztes Handtuch, 1
Hornschlange (Spielzeug).

=Vorplatz im I. Stock.= 1 großer geschnitzter, eichener Schrank
mit Flügelthüren und Schubladen, enthaltend 5 Pack Tischwäsche, 1 Pack
Tischtücher mit Spitzen und 1 Pack Handtücher mit Spitzen; 1 kleiner
geschnitzter Schrank mit Flügelthüren und zwei Schubladen, enthaltend 1
Pack Kinderlätzchen, 2 spitzenbesetzte Tischtücher, 3 Pack Handtücher
ohne und 2 Pack mit Spitzenbesatz; 2 Blumenstöcke, 2 Abstreifbretter,
1 Brustharnisch, 1 Sturmhaube, 2 Mützen, 1 messingener Kronleuchter,
5 Oelgemälde in schwarzen und goldenen Rahmen, Glaube, Liebe und
Hoffnung, Gerechtigkeit und Stärke darstellend, 2 ovale hölzerne
Verzierungen mit Spitzen, 1 Bohrer (?).

=Wohnzimmer.= 1 geschnitzte, eichene Himmelbettstatt mit
grünseidenen Vorhängen, Unterbett, Kopfpolster, Betttuch, 2 Kopfkissen,
Bettdecke mit gestickten Einsätzen und Bettdecke mit Spitzenein- und
besatz; 1 großer, eichener Tisch mit 4 gedrehten Füßen und einer
grünseidenen, mit Silberspitzen besetzten Decke, 1 Waschschrank mit
zinnernem Wasserbehälter, 2 zinnernen Waschschüsseln, 1 Schwamm und
2 zinnernen Nachttöpfen; 1 geschnitzter Kasten mit Flügelthüren und
2 Schubladen, enthaltend 3 Spitzenkrägen, 1 Kinderjäckchen und 3
spitzenbesetzte Vorhänge (?); 1 gepolsterter Sessel mit Lederüberzug,
4 eichene Stühle, davon 3 mit Polsterkissen versehen, 1 eingelegter
Fußschemel, 1 Kinderlaufstuhl, 1 Korbwagen mit Bettchen, 1 hölzerner
Spucknapf, 1 Wäschhänge, 5 Landschaften darstellende Oelgemälde
in schwarz und goldnen Rahmen auf dem Gesimse des Täfelwerkes, 1
Schwarzwälder Uhr, 1 Spiegel mit geschnitztem Rahmen, 1 Spiegel
mit Rahmen von Silberfiligran, 1 Schaukelpferd, 1 schwarzsammtner
Herrnhut, 2 Kleiderbürsten, 1 messingene Räucherpfanne, 1 Paar
rothsammtne Pantoffel, 2 Rasiermesser, 1 Besteck nebst Löffel von
Elfenbein mit Schildkrotgriffen, 1 Stock zum Spitzenklöppeln, 1
Nähkästchen von Pappe, 1 Scheere, 1 messingenes Bügeleisen mit Stahl,
1 Körbchen von Glasperlen, 2 Damenbrettspiele, 1 Würfel, 6 Päckchen
Spielkarten, 1 Becher mit 5 Messern, 1 Wiege von Silberfiligran, 1
Herz von Silberfiligran, 1 messingene und 1 hölzerne Kinderschlotter,
1 Breilöffel, 2 Chinesen von Alabaster auf dem grünen Kachelofen,
1 Gebetbuch (Auserlesene Geistliche Rätzel, Nbg., Endter, 1722) in
Futteral.

=Küche.= 1 Tischchen, 1 grün angestrichener Stuhl, 1 Fußschemel,
1 Schränkchen, 8 hölzerne Schüssel- und Tellerrahmen, 1 niedriges
Wandbänkchen, 2 hölzerne Repositorien, 7 silberne Eßlöffel, 2 silberne
Dessertlöffel, 1 großer silberner Löffel mit Elfenbeingriff, 8 silberne
Gabeln, 3 silberne Messer, 28 große zinnerne Platten und Schüsseln von
zweierlei Größe, 21 kleinere zinnerne Platten und Schüsseln, 5 zinnerne
Schüsselchen, 21 größere zinnerne Teller, 10 kleinere zinnerne Teller,
13 zinnerne Tellerchen, 1 zinnerne Salzbüchse, 4 zinnerne Backmodel,
1 zinnerne Gewürzbüchse mit Schubdeckel, 1 zinnernes Salzfäßchen, 1
zinnernes Kehrichtfaß mit hölzerner Schaufel, 1 zinnerner Trichter
mit Stiel, 1 kupferner Brodkessel auf dreibeinigem, grünem Stuhle,
1 kupferne Wasserbutte mit Deckel, 2 kupferne Stützen mit Deckel, 1
kupferne Stütze ohne Deckel, 1 kupferner Kübel mit Deckel, 1 kupferner
Kessel mit 3 Füßen, 1 kupferner Kessel zum Hängen mit einem Hahne am
Boden, 1 kupferner Kessel mit Deckel, 1 kupferner Tiegel mit Deckel,
6 kupferne Kuchenformen, 1 kupferner Seiher, 1 kupferner Milchkrug,
2 kupferne viereckige Pfannen, 3 kupferne Deckel, 8 runde messingene
Pfannen, 6 messingene Backformen, 2 messingene Kuchenplatten, 2
messingene Mörser, 3 messingene Schüsseln, 1 messingenes Löffelblech,
3 messingene Deckel, 1 messingener Löffel, 1 messingener Bratenwender
mit 3 Spießen und einem Uhrwerke, nebst einem das letztere
umschließenden hölzernen Kästchen, auf dessen eine Seite eine Köchin
mit dem Bratspieße in der Hand gemalt ist, 7 Messinggewichte und 1
Bleigewicht, 2 messingene Lichtputzscheeren, 1 messingene Backschaufel,
3 messingene Backrädchen, 2 blecherne Seiher, 3 blecherne Becher,
1 großes blechernes Reibeisen, 1 Gewürzreibeisen, 1 Löffelblech
mit 4 verzinnten Löffeln, 1 Blechbüchse mit Stahl, Feuerstein und
Zunder, 1 blecherner Model für Marzipan, 1 verzinnte Schmalzschaufel,
1 blecherne Schaufel, 3 eiserne Schaufeln, 3 eiserne Dreifüße, 1
eiserner Rost, 1 eiserner Bock, 1 eisernes Backblech, 1 eiserne
Pfanne, 1 eiserner Bratenwender mit 3 Spießen, 1 eiserne Feuerzange,
1 blecherner, durchlöcherter Löffel, 1 Kettennetz, 1 eiserner Rost,
1 eiserne Tranchiergabel, 1 Messer mit Perlmuttergriff, 1 Messer in
ledernem Futterale, 19 Stück thönerne glasierte Häfen, Schüsselchen und
Backformen, 1 dreibeiniger Hackstock mit Hackmesser und Holzschlägel,
1 Hackbrett mit Hackmesser, 1 Blasbalg, 1 geflochtener Feuerfächer,
1 Mühle, 1 Holzschlägel, 1 Nudelbrett, 1 Nudelholz, 1 Holzplatte,
3 hölzerne Straubenspritzen, 2 hölzerne Erbsenpresser, 3 hölzerne
Kochlöffel, 2 hölzerne Schreibtafeln mit Malereien, 1 Holzschaufel, 1
Holzschlägel, 1 Körbchen, 1 Lichterkörbchen, 3 Pinsel, 2 gestrickte
Säcke, 5 Handtücher, 4 Küchentücher.

=Vorplatz des II. Stockes.= 1 großer eichener, geschnitzter
Schrank mit Flügelthüren und einer großen und zwei kleinen
Schubladen, enthaltend 7 Stück Leinwand, 4 Betttücher, 3 gestrickte
Aermelhandschuhe, 1 Paar gestrickte Strümpfe, 3 Tischtücher, 4
Handtücher, 1 Häubchen, 1 gestickten Muff, 1 doppeltes und 1 einfaches
Augenglas; 1 kleinerer geschnitzter, eichener Wäscheschrank mit
Flügelthüren und 2 Schubladen, enthaltend 6 Pack Kinderwäsche, 3 mit
Spitzen besetzte weiße Halsbinden; 1 Spinett mit Stimmschlüssel, 1
dreistufiger, hölzerner Tritt, 3 Oelgemälde in schwarz und goldenen
Rahmen: eine Madonna, eine weibliche Figur, den Neid, und eine
ebensolche, die Mäßigkeit darstellend, 1 hölzerne Schachtel mit 6
blaubemalten Fayencetassen, 1 hölzerne Schachtel mit 2 beinernen Kugeln
und 5 Kegeln, 3 messingene Wandleuchter.

=Schlafzimmer.= 1 geschnitzte, eichene Himmelbettstatt mit,
blauseidenen Vorhängen, enthaltend 1 Unterbett, 1 Kopfpolster, 1
Bettuch, 2 Kopfkissen und 1 Deckbett mit gestickten Einsätzen und
eine Bettdecke mit Spitzenein- und -besatz; 1 geschnitzte eichene,
zwischen zwei Säulen hängende Wiege mit 1 Unterbett, 1 Betttuch, 1
Kopfkissen und 1 Deckbett mit Spitzeneinsatz, sowie 1 Bettdecke mit
Spitzenbesatz; 1 eichener Kasten mit drei Schubladen, enthaltend 5
Hemden, 1 Schurz und ein Röckchen, sämmtlich aus Battist, 10 Lätzchen
von Battist und Leinen und 4 leinene Bündchen; 1 eichenes, geschnitztes
Schränkchen mit staffelförmigem Aufsatze, 1 Waschschränkchen mit
zinnernem Wasserbehälter, 4 Zinnschüsseln und 1 Zinnkrug; 3 eichene
Stühle mit Polsterkissen, 1 vierbeiniger, gepolsterter Stuhl ohne
Lehne, sogen. Hocker, 1 Nachtstuhl mit irdenem Topf, 1 sechstheilige
spanische Wand, mit goldgepreßtem, rothem Papiere vom Anfange des 18.
Jahrh. überzogen, 3 Landschaften darstellende Oelgemälde mit schwarz
und goldenen Rahmen, 1 Crucifix, 1 Sanduhr, 1 leeres Buch, 1 Gebetbuch
(Ein kurzes andächtiges Betbüchlein, Nürnberg, Christoph Endter, 1663),
4 Trinkgläser, 1 Partie Puppengeschirr, 1 messingene Räucherpfanne mit
Gestell, 1 kupferne Räucherpfanne, 2 gestickte Kammtaschen mit je 1
weißen, beinernen Kamm, die eine auch mit einem Staubpinsel versehen, 1
Vogelhaus mit Papagei, 1 zinnerner Nachttopf.

=Prunkzimmer.= 1 großer eichener Tisch mit 4 gedrehten Füßen,
1 eichenes Sopha mit blauseidenem Polster und Kissen, 1 Lehnsessel
mit schwarzem Sammtüberzug, 2 Sessel mit hoher Lehne, 5 Landschaften
darstellende Oelgemälde in schwarz und goldenen Rahmen, 2 Porträte
(Oelgemälde) in ovalen rothen Rahmen, 1 Spiegel mit gesticktem Rahmen,
1 sechsarmiger, messingener Kronleuchter, 1 blauseidene Tischdecke
mit Goldspitzen, 1 Molltischdecke mit Spitzenbesatz, 1 Zinnvase mit
Blumen, 1 ovale, silberne, getriebene Platte, 1 goldener Pokal, 2
goldene Becher, 1 silberne, getriebene Büchse, 2 silberne, emaillierte
Büchschen, 1 silberner Leuchter von Filigran, 1 silberner Krebs, 1
silbernes Bisambüchschen.

  /Nürnberg./       /Hans Bösch./

FUSSNOTE:

[317: Paul von Stetten d. j. sagt in seinen „Erläuterungen der in
Kupfer gestochenen Vorstellungen aus der Geschichte der Reichsstadt
Augsburg“ (Augsb. 1765) S. 163: „Bey der Erziehung der Mädgen muß ich
der Spiehl-Sachen gedenken, mit welchen manche spiehlten biß sie Bräute
wurden, nehmlich der sogenannten Docken-Häuser. Darinn war alles was
zu einem Hause und einer Haußhaltung gehörte, im kleinen vorgestellt,
und manche trieben dabey die Ueppigkeit so weit, daß ein solches
Spiehl-Werk gegen 1000. Gulden und mehr zu stehen kam.“]



Briefwechsel des Magistrats Nürnberg mit dem Magistrat Dinkelsbühl
wegen einer in Nürnberg zu errichtenden milden Stiftung.[318]


Den ersamen und wysen Burgermaister und Rate der Statt Dinckelspuhel
unnsern besonnder lieben frunden.

Unnser f. w. D. bevor Ersamen und wysen besunder Lieben frunde Auff
anregung unnsers allergnedigisten herrn des Ro. Kaysers unnd etlicher
ander andechtigen personen sein wir vorhabenns willens jnn unnser Statt
zu lobe unnd ere dem hailigisten hochwirdigsten sacrament des lichnam
unnsers seligmachers ain stifftung zethun nemlich etlich schüller
zu ordnen die jnn jrem habit mit geburlichem lobgesanng dem selben
sacrament, so das ye zu zeitten Krancken Christenmenschen zugetragen
wirdet, vorgeen sollen. Nach dem nun solliche stifftung by unns bisher
nit gewest ist, wir auch nit versteen, ob wir zu auffrichtung derselben
ainicher sonndern gunst und verhengknus der gaistlichen oberkait zu
erlanngen notturfftig sein, oder ob wir das one die selben zuthuͦnd
haben, unnd wir bericht das derglichen stifftung unnd ordnung by uch
lanng zeit geübt sind: so bitten wir euch mit besonnderm vlis fruntlich
jr wellennd unns durch ewer schrifft aigentlich berichten unnd zu
erkennen geben, wie unnd wellichermaß solliche stifftung unnd ordnung
by uch furgenomen erlangt gestifftet unnd aufgerichtet unnd ob sollichs
mit oder one gunst unnd verwilligung der gaistlichen oberkait, oder
jemand anders bescheen sy, unns darnach megen gerichten unnd unns des
nit verzeihen[319] noch euch das befilhen[320] lassen Steet unns umb
uch mit willen zuverdienen. Geben am mitwoch nach dem sontag Jubilate
anno etc. LXXV to. (_1475_)

  Burgermaister und Rate zu Nurmberg.

Fursichtigen Ersamen unnd wysen unnser fruntlich willig dienst...
Uff ewer schrifftlich begern von wegen der ordnung so man hie jnn
dem tragen des hochwirdigesten sacramentz des lichnam Christi zu
thun pflicht[321], wollennd vernemen das vor etlichen jaren ettlich
andächtig from lüt fur unns komend sind habenn unns ain ordnung,
so sy mainten jnn dem tragen des hailigen sacramentz loblich were,
furgehalten; die selb ordnung unns auch gefallen hat und ist darnach
mit verwilligung unnsers herrn des pfarrers hie angefanngen unnd bißher
dem fronlichnam Christi zu lobe unnd ere beliben unnd geübt, also ain
yeder priester, der den fronlichnam Cristj krancken kristgloubigen
menschen zutregt, gat jnn seinem habit namlich angetanem Korrock unnd
an unnd furgezogner cappenn mit ainem cappenzippfel hinden am rugken
hinab gehenkt unnd sein geordiniert vier schüler mit vier fenlin unnd
vier laternen die jnn jrem habit glich dem briester dem hailigen
sacrament vorgeen mit dem lobgesanng wie sich gepurt; den selben
schulern geit[322] man darvon zu lonn namlich jr yedem ain quatemper
zway pfunnd der werung hie unnd so man also mit dem sacrament zugeen
pfligt man ain glogken zu leuten derhalben die schuler unnd ander
from andechtig leut die mitgeen des loblichen Sacramentz applas jrer
sunden begern zu erholen sich darczu zefügen wissen. Aber wir haben
sollicher ordnung halben nit besonnder bestettigung oder verwilligung
von der gaistlichen oberkait sonnder die nit anderst herbracht dann wie
obgelaut ist. Got der allmechtig wöll das die dem hailigen Sacrament
zu ere unnd wird also lanngwirig blib. Sollichs alles wolten wir nit
verhalten ewer fursichtigen wisshait, der wir willig sein annain[323]
dienst unnd gefallen zu bewysen. Datum sambstag vorm sontag Cantate
anno etc. LXXV to.

  B. u. R. zu D(inckelspuhel).
  /Dinkelsbühl./       /Georg Schepß./

FUSSNOTEN:

[318: Abschrift aus einem Kopialbuch (Bl. 57 f.) des durch Herrn Dr.
Ludwig Müller (nun Bibliothekar in Straßburg) in anerkennenswerther
Weise geordneten Dinkelsbühler Stadtarchivs.]

[319: versagen, verweigern.]

[320: zu viel, lästig werden.]

[321: pflegt.]

[322: gibt.]

[323: Wol /annäm/, d. i. angenehm, zu lesen. Dr. Fr.]



König Günther bestätigt dem Edeln Konrad von Trimberg das von seinem
nächsten Vorfahren, Kaiser Ludwig, gewährte Ungeld zu Gelnhausen.[324]


  /Frankfurt 1349/, Februar 16.

Wir Gunther von gotis[325] gnaden Romischer[326]) kung[327] ze[328]
allen ziten[329] merer des riches[330] bekennen offenlich[331] mit
disem briefe,[332] daz wir sulche briefe, di^e der edele.. Cunrad her
zuͤ Trimperg, unser lieber getruwer, hat von keiser Luͦdewige,
unserm nehsten vorfarn,[333] dem got[334] gnade, vor[335] hundert
marg silbers[336] vor drizzig marg[337] geldes und vor thusent phunt
Haller[338] bestetigen und vornuͦwen,[339] also daz[340] er inne sal
haben daz ungelt.. zuͦ Geilnhusen[341] und nicht abe zuͦ slahen,
alse lange biz wir odir unse nachkomelinge[342] an dem riche iz von
ym[343] gelosen, als sine offine briefe[344] besagen; und gebiten wir
ouch dem rate[345] und der stad gemeinlich zuͦ Geilnhusen bi^e des
riches hulden,[346] daz si^e yn daran nicht[347] enhindern, und geben
des zuͦ orkunde disen brief[348] mit unserm kunglichen insigel,[349]
der geschriben[350] ist zuͦ.. Frankenfort[351] nach Cristi geburten
drizenhundert jar[352] in dem nun und virtzigisten[353] jare an
mantage[354] nach Valentini in dem ersten jare unsers riches[355].

Urschrift auf Pergament mit dem an Pergamentstreifen hangenden, 103
mm. im Durchmesser haltenden Majestätssiegel B. 15, 1. 30 im gräfl.
Haupt-Archiv zu Wernigerode. Von außerhalb eine ziemlich gleichzeitige
Aufschrift: Kuͦnc guͦnhers brif bistetigit kesir ludiwigis brife.

Das Vordersiegel zeigt in gewöhnlicher Weise den thronenden Kaiser mit
dem Reichsapfel in der Rechten, dem Scepter in der Linken auf einem
gothisch schön verzierten Throne. Von dem Sessel wallt ein gefalteter
Teppich herab. Zu des Kaisers Füßen kauert der schwarzburgische Löwe.
Umschrift: ✠ GVNTHERVS DEI GRATIA ROMANOR’
REX SEMPER AVGVSTUS.

  /Wernigerode./         /E. Jacobs./

FUSSNOTEN:

[324: Vergl. Senckenberg, selecta juris etc. t. II, 628 s.]

[325: S. Gots.]

[326: Romscher.]

[327: Konnig.]

[328: zu.]

[329: zyten.]

[330: Rychs.]

[331: uffenliche.]

[332: diessem Brieffe.]

[333: das wir soliche Brieffe, die der Etele Conrad Herre zu Trymperg
unser lieber Getruwere hait von Keyser Ludewigen unsern nesten
Vorfaren.]

[334: Gott.]

[335: vur.]

[336: Sylbers.]

[337: dryssig Marcke.]

[338: fur dusent Punt Heller; phunt steht in unserer Hdschr. auf einer
verwischten Stelle: der Schreiber hatte erst Haller unmittelbar auf
phunt folgen lassen.]

[339: vernuhen.]

[340: das.]

[341: zu Geylnhusen.]

[342: als lange biss wir ader unse Nachkommenlinge.]

[343: Ryche es von eme.]

[344: uffen Brieffe.]

[345: gebyten wir auch dem Rade.]

[346: Stadt gemeynlichen zu Geylnhusen by des Ryches Hulden.]

[347: das sye in nicht daran.]

[348: zu Urkunde diessen Brieff.]

[349: unsern Koniglichem Ingesigel. -- besigelt, was S. hat, steht
nicht im Wernigeroder Original.]

[350: geschrebin.]

[351: zu Franckfurt.]

[352: drytzehenhundert Jare.]

[353: viertzygestem.]

[354: Mantag.]

[355: Rychs.]



  (Mit einer Beilage.)

Verantwortliche Redaction: Dr. A. /Essenwein/. Dr. G. K.
/Frommann/.

Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in
Nürnberg.


Gedruckt bei U. E. /Sebald/ in Nürnberg.



  BEILAGE ZUM ANZEIGER FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.

  1879.    Nº 8.    August.



Chronik des germanischen Museums.


  /Nürnberg/, den 15. August 1879.

In ruhiger Entwickelung schreitet unsere Anstalt vorwärts. Wie
alljährlich, so bringen die Sommermonate auch diesmal viele Besuche,
mehr als sonst der laufende Monat, und es scheint, als ob er die
größte Zahl der Besucher zuführen werde, die je in einem Monate --
von solchen, auf welche besondere Feste oder sonstige Veranlassungen
fielen, abgesehen -- unsere Anstalt besuchten. Die Entwickelung
derselben kommt also jetzt mehr zur Geltung und wird nicht verfehlen,
ihr wieder neue Freunde zu erwerben.

Im Pflegschaftswesen haben sich seit unseren Mittheilungen in Nr. 2
dieses Jahrganges folgende Veränderungen zugetragen:

/Neue/ Pflegschaften wurden gegründet in /Colberg/. Pfleger: A.
/Prost/, Stadtrath und Kämmerer, seit 1. Januar. /Rochlitz./ Pfleger:
/Dr. Mating-Sammler/, Realschuldirektor, seit 1. März. /Werdau./
Pfleger: /Ferdinand König/, Realschuldirektor, vom 1. September an.
Als /weitere/ Pfleger wurden aufgestellt in /Berlin/: L. /Alfieri/,
Kaufmann, seit 11. Februar, in /Königsberg/: L. /Kluge/, Generalagent
der Gothaer Feuerversicherungsbank, seit 10. März, in /Zwickau/:
C. G. J. /Herrfurth/, kgl. sächs. Bahnhofsinspektor, seit 5. Juni.
Nachstehende Pflegschaften wurden /neu besetzt/: /Brandenburg./
Pfleger H. v. /Cappeln/, seit 1. Juni. /Eisfeld./ Pfleger: /Constantin
Hoffmann/, Rittergutsbesitzer auf Steudach, seit 1. April. /Graz./
Pfleger: /Dr. J. v. Zahn/, k. k. Prof. und Direktor des steiermärk.
Landesarchives, seit Monat März. /Hall in Schwaben./ Pfleger: /Dr.
Haßler/, Präceptor, seit 15. Februar. /Höchstadt/ a. d. A. Pfleger:
/Friedr. Voigt/, Apotheker, seit 25. Februar. /Kadolzburg./ Pfleger:
A. /Ortloph/, k. I. Pfarrer, seit 20. Juni. /Lichtenfels./ Pfleger:
Ch. /Ansorg/, Bezirksamtsoberschreiber, seit 13. Februar. /Mannheim./
Pfleger: /Hch. Schäffer/, Rentier, seit 10. August. /Neuburg/ a.
D. Pfleger: S. /Vielwerth/, Distriktsingenieur, seit 6. März.
/Neu-Ruppin./ Pfleger: /Emil Motz/, seit 18. März. /Oppeln./ Pfleger:
/Dr. Grabow/, kgl. Kreisschulinspektor, seit 4. August. /Rothenburg/
o. T. Pfleger: /Theod. Bischoff/, Rektor der k. Realschule, seit 1.
Februar. /Wismar/: Pfleger: /Dr. Kuthe/, Gymnasiallehrer, seit Februar.

Seit Veröffentlichung des Verzeichnisses in der vorhergehenden Nummer
wurden folgende /neue Jahresbeiträge/ angemeldet:

=Von Privaten. Bautzen.= Rudolph Thiel, Advokat, 3 m. =Hildburghausen.=
Joh. Mich. Werner, Lehrer a. d. Bürgerschule, 3 m. =München.= Dr.
Konrad Oebbeke 3 m. =Nürnberg.= Christoph Keßler, Lehrer, 2 m.; Martin
Schmitt, Schlossermeister, 5 m. =Sonneberg.= Dr. jur. Baumbach,
Landrath, 2 m.; Victor Escher, Kaufmann, 2 m.

Unsern Sammlungen giengen ferner folgende Geschenke zu:

I. Für die kunst- und kulturgeschichtlichen Sammlungen.

(Nr. 8165-8174.)

=Darmstadt.= /Hille/, Oberamtsrichter a. D.: Bronzemedaille auf
Don Juan d’Austria und die Seeschlacht bei Lepanto. 16. Jahrh. --
=Frankfurt a. M.= /Naumann/’s Druckerei: Eine Sammlung von Kalendern.
Die 10 Gebote; erste Arbeit in Congrèvedruck dieses Geschäftes.
-- =Nürnberg.= G. /Benda/, Antiquar: Ridicule vom Beginne des 19.
Jahrhdts. /Phil. Büchlein/, Wagenfabrikant: Hufschmiedaushängeschild.
16. Jahrh. /Karl Daumer/, Privatier: Hörmannscher Stammbaum. Kupferst.
17. Jahrh. Karte von Böhmen, Kupferst. 18. Jahrh. /Max Günther/,
Kammmacher: Fischschüssel aus gebranntem Thon. 17. Jahrh. /Gg. Hacker/,
Fabrikant: 23 größere und kleinere Silbermünzen. 16.-19. Jahrh., 2
Zinnmedaillen. 18. Jahrh., 2 japanesische Kupfermünzen. -- =Oehringen.=
P. /Reinhardt/, Kaufmann: Großer Topf vom 17. Jahrh. und ein
mittelalterliches Beil, ausgegraben in Oehringen. Eiserner Thürzieher
vom 17. Jahrh. -- Schloß =Thalheim= bei =Heilbronn=. /Frau Gilmer/:
Photographie eines gothischen Kästchens. -- =Weimar.= /Gesellschaft
für Radierkunst/: Radierungen, herausgeg. von der Gesellschaft f.
Radierkunst zu Weimar. Jhrg. 1877 u. 78. 2 Mappen mit 29 Blättern.

II. Für die Bibliothek.

(Nr. 39,680-39,777.)

=Berlin.= /Universität/: Bruns, zur Erinnerung an Fr. C. v. Savigny.
1879. 4. Curtius, Kaiser Wilhelm’s Friedensregiment. 1879. 4. Geppert,
Beiträge zur Lehre von der Gerichts-Verfassung der lex Salica. 1878. 8.
Graupe, de dialecto Marchica quaestiunculae II. 1879. 8. Hausknecht,
über sprache und quellen des mittelengl. heldengedichtes vom Sowdan of
Babylon. 1879. 8. Henrici, über die Quellen und den Zweck von Notker’s
Psalmencommentar. 1878. 8. u. 9 weitere akadem. Gelegenheitsschriften.
-- =Breslau.= /Verein für Geschichte und Alterthum Schlesiens/: Ders.,
Zeitschrift etc.; Bd. XIV, 2. Heft. 1879. 8. Grünhagen, Regesten zur
schles. Gesch. 1879. 8. Pfotenhauer, die schles. Siegel von 1250-1300.
1879. 4. Eine Audienz Breslauer Bürger bei Napoleon I. 1813. 1878. 8.
-- =Darmstadt.= /Verein für Erdkunde etc./: Ders., Notizblatt etc.,
3. Folge, XVII. Heft. 1878. 8. -- =Donaueschingen.= /Großherzogl.
Progymnasium/: Bericht für das Schuljahr 18-78/79. 4. Schuler, über
Herodots Vorstellung von den Orakeln. 1879. 4. -- =Dresden.= /K.
sächs. Alterthumsverein/: Ders., Mittheilungen etc.; 29. Heft. 1879.
8. -- =Emden.= /Gesellschaft für bildende Kunst u. vaterländische
Alterthümer/: Dies., Jahrbuch etc., 3. Bd. 2. Heft. 1879. 8. --
=Frankfurt a. M.= /Städel/’sches Kunst-Institut: Verzeichniß der
öffentlich ausgestellten Kunstgegenstände etc. 1879. 8. Dass., 9.
Bericht etc.; 1879. 4. -- =Freiberg.= /Freib. Alterthumsverein/: Ders.,
Mittheilungen etc.; 15. Heft. 1878. 8. -- =Görlitz.= C. A. /Starke/,
Verlagsbuchhandlung: Grünenberg, Wappenpuch, hrsg. v. Stillfried u.
Hildebrandt; 22. u. 23. Lief. Imp. 2. Gritzner, Standes-Erhebungen
und Gnaden-Akte deutscher Landesfürsten etc., 8. Lfg. 1879. 8. --
=Göttingen.= /Vandenhoeck u. Ruprecht/, Verlagshandlung: Müldener,
bibliotheca historica; 26. Jhg., 2. Hft. 1878. 8. -- =Greifswald.=
/Universität/: Index scholarum etc.; 1879-80. 4. Verzeichniß der
Vorlesungen etc.; 1879-80. 4. -- =Hannover.= /Hahn/’sche Buchhandlung:
von Hassell, die schlesischen Kriege und das Kurfürstenthum Hannover.
1879. 8. -- =Harlem.= /Société Hollandaise des sciences/: Dies.,
archives Néerlandaises des sciences exactes et naturelles; t. XIII, 4.
5. livr. 1878. 8. -- =Heidelberg.= /Universität/: Karlowa, über die
Reception des römischen Rechts in Deutschland. 1878. 4. von Bahder,
der König vom Odenwalde. 1878. 8. Müller, die Mythen im „Béowulf“ in
ihrem Verhältniß zur german. Mythologie. 1878. 8. Neumann, zur Laut- u.
Flexionslehre des Altfranzösischen. 1878. 8. und 8 weitere akademische
Gelegenheitsschriften. -- =Hermannstadt.= /Verein für siebenbürg.
Landeskunde/: Ders., Archiv etc.; n. F. 15. Bd., 1. Heft. 1879. 8.
=Hildburghausen.= M. /Werner/, Lehrer an der Bürgerschule: Ders.,
patriotische Herzensklänge. 8. -- =Kahla.= /Verein für Geschichte und
Alterthumskunde zu Kahla u. Roda/: Ders., Mittheilungen etc.; Bd. II,
1. 1879. 8. -- =Karlsruhe.= /Badischer Frauenverein/: 19. Jahresbericht
etc.; 1878-79. 8. -- =Kiel.= /Ernst Homann/, Verlagshndlg.: Jensen,
schlesw.-holstein. Kirchengeschichte; IV. Bd. 1879. 8. /Schlesw.
Holstein. Museum vaterländ. Alterthümer/: Dass., 36. Bericht etc.;
1879. 4. -- =Krakau.= /Akademie der Wissenschaften/: Dies., Rozprawy
i Sprawozdania etc.; Wydz histor.-filozof., t. IX. 1878. 8. Rozprawy
i Sprawozdania etc.; Wydz. filolog. t. VI. 1878. 8. -- =Leipzig.=
/F. A. Brockhaus/, Verlagshndlg.: Deutsche Dichter des 16. Jhdts.,
hrsg. von Gödeke und Tittmann; 11. Bd. 1879. 8. Feßler, Geschichte
von Ungarn. 21. Liefg. 1879. 8. Wander, Sprichwörter-Lexicon; 69.
Liefg. 1879. 8. /Rath der Stadt/: Verwaltungsbericht der Stadt
Leipzig f. d. J. 1866-77. IV. Heft: die Gasanstalt. 1879. 8. E. A.
/Seemann/, Verlagshndlg.: Dohme, Kunst und Künstler des Mittelalters
und der Neuzeit; I. Abth. 1. Bd. 1877. 8. Textbuch zu Seemann’s
kunsthistor. Bilderbogen; 1. Heft. 1879. 8. -- =Leitmeritz.= K. k.
/Obergymnasium/: Peters, gotische Conjecturen. 1879. 8. Pr. -- =Linz.=
K. k. /Staats-Ober-Realschule/: Mayr, über Heinrich von Morungen.
1879. 8. Pr. -- =Mühlbach.= /Evangel. Unter-Gymnasium/: Wolf, deutsche
Ortsnamen in Siebenbürgen. 1879. 4. Pr. -- =München.= /Akademie der
Wissenschaften/: Dies., Abhandlungen der philolosoph.-philolog.
Classe; Bd. XIV, 3. 1878. 4. Abhandlungen der histor. Classe; Bd. XIV,
2. 1878. 4. /Direktion der k. Hof- u. Staats-Bibliothek/: Catalogus
codicum manuscriptorum bibliothecae reg. Monacensis; tomi VIII. pars
I.: codices musicos usque ad finem saec. XVII. complectens. 1879. 8.
/Dr. Georg Hirth/: Ders. Formenschatz der Renaissance; Heft 2-20. 4.
Ders., der Formenschatz; I. Jhg. 1879. Heft 1-11. 4. /Schandri u.
Wahnschaffe/, Kunst- u. Buchhandlg.: Mayer und Westermayer, statist.
Beschreibung des Erzbisthums München-Freising; 20. Liefg. 1879. 8. --
=Nürnberg.= W. /Kohlmann/, Handlungslehrling: Schreiber, de judicio
caes. forestali Norico. 1711. 4. Nützel, historia codicis statutarii
sive reformationis Norimbergensis. 1721. 4. /Ungenannter/: Armoiries
de la salle des croisades (à Versailles). 4. Elvin, synopsis of
heraldry. 1866. 8. Synopsis of the contents of the British Museum.
1873. 8. Jebb, an address to the students of the Cambridge School
of art. 1875. 8. Meinhold, der Fries der Sgraffito-Bilder des
sächs. Fürstenhauses im k. Schlosse zu Dresden. 8. Catalogue des
tableaux du Musée Araud. 8. -- =Offenburg.= /Großh. Progymnasium/:
Programm f. d. Schuljahr 18-78/79. 4. Steiert, Vergleichung der
Phèdre des Racine mit dem Hippolytos des Euripides; II. 1879. 4. --
=Plauen.= /Clemens Freiherr von Hausen/, Premierlieutenant: Ders.,
die Heraldik im Sinne von Ornamentik. 1879. 8. /Dr. Kirchner/,
Oberlehrer: Ders., parömiologische Studien. Kritische Beiträge. I.
1879. 4. Pr. -- =Prag.= /Deutsches Staats-Realgymnasium/: Michl, das
Archontat. 1879. 8. Pr. /Neustädter Staats-Gymnasium/: Philipp, der
jambische Trimeter u. sein Bau bei Sophokles. 1879. 8. /F. Tempsky/,
Verlagshandlung: v. Helfert, Geschichte Oesterreichs vom Ausgang des
Wiener Oktober-Aufstandes 1848; IV. der ungarische Winter-Feldzug. 1.
Thl. 1876. 8. -- =Pressburg.= /Gustav Heckenast/, Verlagshdlg.: Smets,
Wien im Zeitalter der Reformation. 1875. 8. Rosegger, Sonderlinge aus
d. Volke der Alpen. 1.-3. Bd. 1876. 8. -- =Rastatt.= /Großherzogl.
Gymnasium/: Dammert, zur Kritik und Erklärung des Sophokleischen
Philoktetes. 1879. 4. -- =Salzburg.= /Staats-Gymnasium/: Feichtinger,
zur Behandlung des griechischen Verbums in der Schule. 1879. 8. Pr.
-- =Sct. Gallen.= /Histor. Verein des Kantons St. Gallen/: Rahn, das
Psalterium aureum von St. Gallen. 1878. 2. -- =Schässburg.= /Evangel.
Gymnasium/: Fröhlich, Abriß der Sittenlehre. 1879. 4. Pr. -- =Schleiz.=
/Geschichts- u. Alterthums-Verein/, Alberti, die Bergkirche zu
Schleiz. 1878. 8. -- =Schwerin.= /Verein für meklenburg. Geschichte
und Alterthumskunde/: Ders., Jahrbücher und Jahresbericht etc.;
43. Jahrg. 1878. 8. -- =Stuttgart.= /K. württemb. statist. topogr.
Bureau/: Württemberg. Jahrbücher etc.; Jhg. 1879, 1. Bd. 1. Hälfte und
II. Bd. 1. Hälfte. 1879. 8. /K. württemb. Ministerium des Innern/:
Staats-Anzeiger für Württemberg v. J. 1878. 2. -- =Tübingen.= /H.
Laupp/sche Buchhandlung: Müller, der Kampf Ludwigs des Bayern mit der
römisch. Curie; I. Bd. 1879. 8. Weizsäcker, der rheinische Bund 1254.
1879. 8. -- =Wien.= /K. k. akadem. Gymnasium/: Hintner, Benennung
der Körpertheile in Tirol. 1879. 8. Pr. /K. k. Staats-Realschule am
Schottenfelde/: Mord, John Locke’s Gedanken über Erziehung. 1878.
8. Zvěřina, die didaktische Behandlung der französischen
Verbalflexion an der Realschule. 1879. 8. Pr. -- =Zittau.= /Heinr. Jul.
Kämmel/, Direktor u. Prof.: Schulze, französ. Synonymen. II. 1879.
4. Pr. Ders., zur Würdigung Molière’s. 1878. 4. Pr. /G. Korschelt/,
Oberlehrer: Brunner und Lorenz, Nachrichten über die allgem.
Stadtschule zu Zittau. 1879. 8.



Schriften der Akademieen, Museen und historischen Vereine.


/Archiv des Vereines für siebenbürgische Landeskunde./ Neue
Folge. Fünfzehnter Band. 1. Heft. Herausgegeben vom Vereinsausschuß.
Hermannstadt, 1879. 8.

Gleichzeitige Aufzeichnungen von Thomas Wal, Johannes Mildt und
einem Heltauer aus den Jahren 1513-1532. Von Friedrich Müller.
-- Historische Splitter. Von Wilhelm Schmidt. -- Geschichtliche
Nebenarbeiten. Von Karl Fabritius. -- Michael Conrad von Heidendorf.
Eine Selbstbiographie. Von Rud. Theil. (Forts.) -- Urkundenbuch zur
Geschichte der Stadt und des Stuhles Brod bis zum Uebergang unter
Erbfürsten aus dem Hause Oesterreich (1690). Von Alb. Amlacher.

/Correspondenzblatt dess. Vereins./ Redigirt von Franz Zimmermann.
1879. Nr. 7. Hermannstadt, 15. Juli. 8.

Siebenbürgische Ortsnamen. 2. Heldsdorf. Heldenburg. Von J. Wolff. --
Sebastian Giustiani’s Relation vom 28. März 1803. Von G. M. Thomas. --
Zu Albert Huet’s Biographie. Von Alex. Szilagyi. -- Siebenbürger in
Halle. Von Dr. Fr. Teutsch. -- Ueber die Herausgabe von Urkunden. --
Bibliographie. -- Kleine Mittheilungen.

/Mittheilungen des k. k. Oesterreichischen Museums für Kunst und
Industrie./ (Monatsschrift für Kunst und Kunstgewerbe.) XIV.
Jahrgang. Nr. 166. Wien, 1. Juni 1879. 8.

Eine Intarsia von Antonio Barili. (Mit Abbild.) Von Dr. H. von Tschudi.
-- Literatur. -- Kleinere Mittheilungen.

/Der Kirchenschmuck. Blätter des christlichen Kunstvereins der
Diöcese Seckau./ X. Jhg. 1879. Nr. 7. Graz, 1879. 8.

Die Spitalkirche zu Oberwölz. (Schl.) -- Malwerke aus dem Mittelalter
in Graz.

/Abhandlungen der historischen Classe der k. b. Akademie der
Wissenschaften zu München./ Vierzehnten Bandes zweite Abtheilung.
In der Reihe der Denkschriften der LI. Band. München, 1878. 4.

Bayrische Urkunden aus dem XI. u. XII. Jahrhundert, die Schirmvögte
Freisings. Seine Bischöfe bis zum Ende des XII. Jahrhunderts. Beiträge
zur Scheyern-Wittelsbach’schen Regesten. Von Fr. Hector Grafen Hundt.
-- Kaiser Friedrich II. Kampf um Cypern. Von Franz von Löher. -- Der
Tractat des David von Augsburg über Waldesier. Von Dr. Wilhelm Preger.

/Abhandlungen der philosophisch-philologischen Classe ders.
Akademie./ Vierzehnten Bandes dritte Abtheilung. In der Reihe der
Denkschriften der XLIX. Band. München, 1878. 4.

Vita Adae et Evae. Herausgegeben und erläutert von Wilhelm Meyer.

/Sitzungsberichte der philosophisch-philologischen und historischen
Classe ders. Akademie./ 1878, Bd. II, Heft II-III; 1879, Heft I.
München, 1878 u. 79. 8.

Die Instruction des Kurfürsten Maximilian I. für den Hofmeister
Ferdinand Maria’s vom Jahre 1646. Von Rottmanner. -- Augsburger
Relationen bei Gelegenheit der Visitatio liminum Apostolorum. Von
Friedrich. -- Die ármenn des altnorwegischen Rechtes. Von Maurer.

/Sitzungsberichte der mathematisch-physikalischen Classe ders.
Akademie./ 1879. Heft. I. München, 1879. 8.

/Die Wartburg. Organ des Münchener Alterthumsvereins./ Zeitschrift
für Kunst und Kunstgewerbe mit Berücksichtigung der Neuzeit. VI. Jahrg.
1879. Nr. 7. Redacteur Dr. Carl Förster. München, 1879. 8.

Die bildliche Darstellung des Adam und der Eva im christlichen
Alterthume. Von Carl Friedrich. (Forts. und Schluß.) -- Kleine
Mittheilungen. -- Heraldisches. -- Literarisches.

/Kunst und Gewerbe./ Wochenschrift zur Förderung deutscher
Kunst-Industrie. Herausgegeben vom /Bayerischen Gewerbemuseum/ zu
Nürnberg. Redigirt von Dr. Otto von Schorn. Dreizehnter Jahrgang. 1879.
Nr. 29-32. Nürnberg, 1879. 8.

Die Schnitzschule in Mondsee. Von G. Dahlke. -- Thonflasche des 16.
Jahrhunderts mit Habsburger Fürstenbildnissen. Von Friedr. Schneider.
Mit Abbild. -- Literatur. -- Kleine Nachrichten. -- Abbildungen: Vase
von Polydoro Caldara. -- Stoffmuster von 17. Jhdt. -- Titelblatt von
Anfang des 18. Jhdts. -- Mauerschränkchen (17. Jhdt.) -- Thonflasche
von 16. Jhdt. -- Kanne von G. Wechter 1579.

/Mittheilungen des Bayr. Gewerbemuseums zu Nürnberg./ Beiblatt zur
Wochenschrift /Kunst und Gewerbe/. Redigirt von Dr. O. von Schorn.
Sechster Jahrgang. Nr. 15 u. 16.

Bekanntmachungen. -- Feuilleton. -- Notizen etc. etc.

/Württembergische Jahrbücher für Statistik und Landeskunde./
Herausgegeben von dem /k. statist. topogr. Bureau/. Jhg. 1879. I.
Bd., 1. Hälfte. Stuttgart, 1879. 8. LXX u. 205 Seiten.

/Württembergische Vierteljahreshefte für Landesgeschichte./
In Verbindung mit dem Verein für Kunst und Alterthum in Ulm u.
Oberschwaben... hrsg. von /dems. Bureau./ Jhg. II. 1879. Heft 1.
u. 2.

Die Entstehung des Württembergischen Staatsgebietes. Von Dr. K. v.
Riecke. -- War Graf Eberhard der Erlauchte von Württemberg mehrmals
verheirathet? Von P. Stälin. -- Gmünd vor dem Bauernkrieg. Von Emil
Wagner. -- Ein Blick in das Herzogl. Württembergische Officiercorps
im 18. Ihdt. Von P. Lemcke. -- Zur Vorgeschichte des deutschen
Zollvereins.... Mitgetheilt von Dr. v. Riecke.

Mittheilungen der Anstalten für vaterländische Geschichte
und Alterthumskunde. Vom k. stat.-topogr. Bureau. Württemb.
Geschichts-Literatur v. Jahr 1878. Von der Inspection der k. Münz- u.
Medaillen.... Sammlung. Ambrosius Volant. Ein Beitrag zur Württemb.
Ikonographie. Von A. Wintterlin. -- Verein für Kunst und Alterthum
in Ulm und Oberschwaben. Heraldische Forschungen. Von Diak. Klemm.
-- Schwäbische Kelten des 8. und 9. Jahrhdts. Von Dr. Buck. -- Ein
reichsstädtischer Patricier-Ball. Mitgetheilt von D. F. Sauter.
-- Zur Geschichte der Familie Greck. Von C. A. Kornbeck. -- Zu
der Frage über die Ursache des Erlöschens der engeren Beziehungen
nibelgauischer Oertlichkeiten zum Kloster St. Gallen. Von H. Meyer
von Knonau. -- Neuentdeckte Alterthümer bei Mengen. Von J. Peter. --
Der Altarstein des Danuvius zu Mengen. Von D. Buck. -- Zur Kenntniß
der Werke Bartholomäus Zeitbloms. Von M. Bach. -- Die Schlacht bei
Döffingen. Metallarbeit eines Ulmers. Von v. Schneider. -- Aus der
Alterthumssammlung zu Wolfegg. (Forts.) Von H. Detzel. -- Württemb.
Alterthumsverein in Stuttgart. Das Begräbniß der Herren von Wölwarth im
Kloster Lorch. Von M. vom Holtz. -- Briefe von Herzog Karl August und
Herzogin Amalie von Sachsen-Weimar und Herzog Karl von Württemberg an
Professor J. C. Majer. Mitgetheilt von Kieser. Histor. Verein für das
Württembergische Franken. Beiträge zur Geschichte von Künzelsau Stadt
und Amt. Von Pf. Bossert. -- Die Juden zu Heilbronn im dreißigj. Krieg.
Von D. Dürr. -- Die Schlacht bei Herbsthausen 1645. Von A. Pfister. --
Meister Hans Steinmetz. Von Klemm. Die Staufischen Reichskämmerer von
Lindach... Siebeneich und Geislingen und ihre Wohnsitze. Von Caspart.
-- Anfragen etc. etc.

/Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins/, herausgeg. von
dem /Großherzogl. General-Landesarchive zu Karlsruhe/. XXXI. Bd.
3. Heft. Karlsruhe. 1878. 8.

Urkundenarchiv des Klosters Herrenalb. (Schl.) Von v. Weech. --
Kulturgeschichtliche Miscellen. Verbot der „Leistungen“. Von dems. --
Aus dem Select der ältesten Urkunden. Von Roth von Schreckenstein.
-- Beiträge zur Geschichte des Klosters Gengenbach. Von Ruppert. --
Beiträge zur Geschichte der Schlacht bei Wimpfen 6. Mai 1622. I. Von
Gmelin.

/Notizblatt des Vereins für Erdkunde und verwandte Wissenschaften zu
Darmstadt/ und des /mittelrheinischen geologischen Vereins/.
Nebst Mitheilungen aus der Großh. Hessischen Centralstelle für die
Landesstatistik. Herausgeg. von L. Ewald. Des Notizblattes des Vereins
für Erdkunde III. Folge, XVII. Heft. Nr. 193-204. Darmstadt, G.
Jonghaus. 1878. 8. (Mit 1 lithogr. Tafel.)

/Mittheilungen des Vereins für Geschichts- und Alterthumskunde zu
Kahla und Roda./ Zweiten Bandes, 1. Heft. Kahla, 1879. 8.

Auszüge aus den Jahresberichten. -- Das Cistercienser-Nonnenkloster
in Roda. Von Ernst Löbe. -- Beiträge zur Adelsgeschlechterkunde des
Saalkreises. Von V. Lommer.

/Mittheilungen von dem Freiberger Alterthumsverein./ Hrsg. von
Heinrich Gerlach. 15. Heft. Freiberg, 1878. 8.

Der Bau des Freiberger Schlosses „Freudenstein.“ Mit Grundriß. Ein
Beitrag zur Geschichte der Renaissance in Sachsen. Von Cornelius
Gurlitt. -- Die Schlacht bei Freiberg den 29. October 1762. Von Graf
von Holtzendorff. -- Die alten Burgen und Rittersitze um Freiberg.
Forts. Von Gautsch. -- Miscellen.

/Mittheilungen des königl. Sächsischen Alterthums-Vereins./
Namens desselben herausgegeben von H. Ermisch und A. von Eye.
Neunundzwanzigstes Heft. Dresden, 1879. 8.

Vereinsangelegenheiten. -- Das Museum des Königl. Sächs.
Alterth.-Vereins im K. Palais des Großen Gartens zu Dresden. Von A.
von Eye. -- Kunsthistorischer Jahresbericht. Von Dr. R. Steche. --
Literatur.

/Zeitschrift des Vereins für Geschichte und Alterthum Schlesiens./
Namens des Vereins herausgeg. von Dr. Colmar Grünhagen. Vierzehnter
Band, 2. Heft. Breslau. 1879. 8.

Diplomatische Besprechungen im Neißer Kapuzinerkloster 1741. Von
E. Grünhagen. -- Die Zusammenkunft Friedrichs II. und Josephs
II. in Neiße. Von Eduard Reimann. -- Verwaltungs-Bestimmungen
und Einrichtungen in Schlesien im vorigen Jahrhunderte... Von H.
Oelrichs. -- Die pragmatische Sanction in Schlesien. Von Dr. Alfred
Dove. -- Herzogin Barbara von Liegnitz-Brieg, geb. Markgräfin von
Brandenburg, ihr Hofhalt und ihre Regierung von 1586-1595. Von Dr.
C. A. Schimmelpfennig. -- Ein Prinzenbesuch am Hofe der Brieger
Piasten. Von Dr. Jul. Krebs. -- Die Standesherrschaft Wartenberg im
Besitz des Herzogs Biron von Kurland und des Feldmarschalls Münnich
(1741-64). Von Dr. Theod. Schönborn. -- Die Kastellanei Sandewalde und
ihre Germanisirung, eine ortsgeschichtliche Studie im Kreise Guhrau.
Von H. Schuch. -- Beiträge zum Itinerar Karls IV. und zu seinem
Aufenthalte in Schlesien mit dem König von Cypern im Jahre 1364.
Von Dr. Herquet. -- Die Schaff im Oelsnischen. Von v. Prittwitz und
Gaffron. -- Das Criminalregister des Stadtgerichtes zu Troppau für die
Jahre 1643-70. Von Prof. Joseph Zukal. -- Ein Gedicht vom Liegnitzer
Kriege. Herausgeg. von Dr. Meißner. -- Archivalische Miscellen.
Von Dr. Rud. Peiper, Jungnitz und Dr. Markgraf. -- Anmerkungen zu
dem Text der Schweidnitzer Chronisten im XI. Bande der „Scriptores
rer. Siles.“ (Breslau 1878). Von Dr. K. Weinhold. -- Nekrologe. --
Vereinsangelegenheiten.

/Regesten zur Schlesischen Geschichte/, Namens /dess.
Vereins/ herausgegeben von Dr. C. Grünhagen. Vom Jahre 1281-1290.
Breslau, 1879. 4. 152 Seiten.

/Eine Audienz Breslauer Bürger bei Napoleon I. 1813./ Der Schles.
Gesellschaft für vaterländische Cultur zur Feier ihres 75 jähr.
Bestehens... dargebracht von /dems. Vereine/. Breslau. 1878. 8.

/L’investigateur, journal de la société des études historiques,
ancien institut historique./ Quarante-cinquième année. Mai-Juin
1879. Paris, 1879. 8.

Extraits des procès-verbaux de la société etc. etc.

/Bulletin archéologique et historique/ publié sur la direction de
/la société archéologique de Tarne et Garonne/. T. VI. quatrième
trimestre 1878; t. VII., premier trimestre 1879.

Le Partriarche Arnaud-Bernard du Pouget, administrateur du Diocèse.
Par Daux. -- Une ville disparue. -- Le Hameau d’Enconde. Par Du Faur.
-- Les tapisseries de Jeanne d’Arc et la Pucelle de Chapelain. Par
Ed. Forestié. -- Bibliographie. -- Procès verbaux des séances....
-- Documents inédits sur l’histoire de Caylus. Chronique manuscrite
du XVII. siècle. Par Galabert. -- Les armoiries de la ville et du
château royal de Caylus. Par le même. -- Inventaire du pape Paul
IV., en 1559. Par Barbier de Montault. -- Les armes de la ville de
Granade-sur-Garonne. Par Pottier. -- La tour de Toulouse. Par Henry de
France. -- Le Médracem.... Par de Capella. --

/Werken/ uitgegeven door /het historisch genootschap gevestigd
te Utrecht/. Nieuwe Reeks. N. 27. Brieven van en aan Joan Derck
van der Capellen van de Poll, uitgegeven door Mr. W. H. de Beaufort.
Utrecht, Kemink & Zoon. 1879. 8. X u. 854 Seiten.

/Handelingen en Mededeelingen van de Maatschapij der Nederlandsche
Letterkunde te Leiden/, over het Jaar 1878. Leiden, E. J. Brill.
1878. 8.

/Levensberichten der afgestorbene Medeleden/ van de Maatschapij
etc. Bijlage tot de Handelingen van 1878. Leiden, E. J. Brill. 1878. 8.

/Catalogus der Bibliothek/ van de Maatschapij etc. Derde Gedeelte.
Nederlandsch Tooneel. Leiden, E. J. Brill. 1877. 8.

/Finska fornminnesföreningens tidskrift./ Suomen
muinaismuisto-yhtiön aikakauskirja. IV. Helsingissae, 1879. 8.

Friherre F. Linders samling af stenredskap på Svartå Bruk och en
Öfversigt af Finlands förhistoriska perioder.



Literatur.

_Neu erschienene Werke._


  12) /Entwürfe für Goldschmiede von Johann Sibmacher./ (Aus
  dem Jahre 1590). Mit einem Vorwort von Dr. /Otto von Schorn/.
  Herausgegeben vom Bayrischen Gewerbemuseum in Nürnberg. Nürnberg,
  Friedrich Korn. 4. 8 Stn. und 12 Tafeln.

Einer der fruchtbarsten Kupferstecher vom Ende des 16. und Beginn
des 17. Jhdts. war Joh. Sibmacher, vorzugsweise bekannt durch seine
Wappenbücher und seine Musterbücher für Stickereien und Spitzen. Manche
seiner Blätter kommen häufig genug vor, andere sind wiederholt neu
aufgelegt; einzelne aber sehr selten; noch immer tauchen unbekannte
auf, und noch ist kein vollständiges Verzeichniß seiner Arbeiten
aufgestellt. So kennt selbst Andresen die Folge der 12 Blätter nicht,
die vor wenigen Jahren das bayrische Gewerbemuseum, zusammengebunden
mit einer Reihe ähnlicher Blätter, aus dem Nachlasse eines Nürnberger
Goldschmiedes erworben, welche aus einem Titelblatte vom Jahre 1599
(merkwürdiger Weise sagt sowohl der Titel der Publikation, als der
Text, dass sie vom Jahre 1590 seien, während doch ganz deutlich
MDIC zu lesen ist) und 11 Blättern mit den Körpern einer Kanne und
verschiedener Pokale und Becher im Stil der damaligen Zeit besteht.
Auch sonst scheinen Blätter, welche kein Zeichen des Künstlers tragen,
der nur auf dem Titelblatte genannt ist, nicht bekannt, mindestens
nicht als Werke unseres Meisters erkannt zu sein. Es ist daher
sehr dankenswerth, daß das bayrische Gewerbemuseum die vorliegende
Reproduktion der Blätter, die in etwas verjüngtem Maßstabe die
Originale treu wiedergeben, hat herstellen lassen, wozu Dr. von Schorn
alles, was an Nachrichten über des Meisters Leben und Werke theils
bisher bekannt, theils zu erlangen war, zusammengestellt hat. Ob
übrigens der Meister auch diese Blätter selbst erfunden hat? Auf dem
Titelblatte bezeichnet er sich nur als Radierer. Er war so vielseitig
und auf so verschiedenen Gebieten thätig, manche seiner Blätter,
insbesondere Landkarten und Schlachten, sind derart handwerksmäßig,
daß wir ihn als einen nach Brod arbeitenden handwerklichen Stecher
ansehen müssen, der alles machte, was Aussicht auf Absatz hatte.
Das geistige Eigenthum war damals nicht gesetzlich geschützt und
der Raub im 16. Jhdt. beinahe organisiert. Sollte er nicht, wie er
Ducerceau nachgestochen hat, auch irgend einen deutschen Goldschmied
nachgestochen haben? Die Blätter zeigen sowohl im Entwurfe, wie in der,
natürlich geometrisch nicht ganz richtigen, Art, die Ornamente auf die
in Wirklichkeit runden Flächen zu projicieren, solch /praktisches/
Talent, daß wir nicht glauben, daß ein Anderer als ein Goldschmied sie
entworfen habe.

  13) /Festschrift zur Eröffnung des Kunstmuseums in Bern/ 1879.
  Beiträge zur Geschichte der Kunst und des Kunsthandwerks in Bern
  im 15., 16. und 17. Jahrhundert. Herausgegeben von der bernischen
  Künstlergesellschaft zur Eröffnung des Kunstmuseums. Bern, J.
  Dalp’sche Buchhandlung (K. Schmid.) 1879. 4. 6 und 110 Stn. mit
  Holzschnitten und 4 Tafeln.

Die Eröffnung des Kunstmuseums zu Bern gab der Künstlergesellschaft
Veranlassung, die vorliegenden Beiträge zur Geschichte der Kunst und
des Kunsthandwerkes in Bern vom 14. bis ungefähr zur Mitte des 17.
Jahrhunderts der Oeffentlichkeit zu übergeben. „Mit diesen, eine Masse
unveröffentlichten Archivstoffes enthaltenden Notizen beabsichtigt
sie einerseits die bisher ziemlich ignorierte künstlerische und
kunstgewerbliche Thätigkeit des Landes dem gebildeten Publikum zur
Kenntniß zu bringen, anderseits die Aufmerksamkeit auf die noch
vorhandenen interessanten älteren Kunstwerke zu lenken, zu sorgfältiger
Erhaltung derselben zu ermuntern und auf das neue Museum, als die
geeigneste Aufbewahrungsstelle derselben, hinzuweisen.“ Es sind sechs
Aufsätze, deren erster vom Glasmaler J. H. Müller, der in bekannter
trefflicher Weise in der Art der Alten neu schafft, die ältesten
Glasgemälde der Kirchen des Kantons Bern (1300-1530) behandelt und
solche zu Münchenbuchsee, Könitz und Blumenstein als kostbare Werke des
14., des Vinzenzmünsters zu Bern und einige zu Hilterfingen als solche
des 15., und Fenster zu Büren, Lauperswyl und Kirchberg als solche vor
Beginn des 16. Jhdts. eingehend behandelt. Die treffliche Darstellung
der zwei Fenster aus Könitz lässt uns ganz hervorragende Meisterwerke
erkennen. Im zweiten Aufsätze behandelt Trächsel die allgemeinen
Verhältnisse und die Kunstverhältnisse Berns im 15. und Beginn des 16.
Jhdts. unter Mittheilung einer großen Zahl aus Archivalien, namentlich
Rechnungen gezogener Notizen; insbesondere wird die Geschichte der
Glasmalerei bis zur Mitte des 17. Jhdts. durch viele Auszüge aus
Urkunden beleuchtet; die nächste Arbeit ist dem Nicolaus Manuel
gewidmet und ein Entwurf zu einem Glasgemälde reproduciert. Hierauf
bringt Blösch Auszüge aus den bernischen Staatsrechnungen von 1550-82.

Dann behandelt Howald die Brunnenstandbilder der Stadt Bern, worauf
Trächsel wieder einen Glasmaler, Hans Jacob Dünz d. Ä. vorführt, dessen
Thätigkeit in das 17. Jhdt. fällt. Wie schon aus dieser Andeutung
des Inhaltes hervorgeht, fand die Glasmalerei, wie in der Schweiz
überhaupt, so besonders in Bern stets sorgfältige Pflege und zu ihrer
Geschichte liegt also eine große Zahl von Beiträgen vor.

Die Ausstattung der Festschrift ist eine höchst würdige und zugleich
werthvolle durch eine Anzahl herrlicher Initialen, die bernischen
Miniaturmalereien des 15. und 16. Jhdts. entnommen und am Schlusse des
Buches in Bezug auf Inhalt, Farbe und Herkunft erläutert sind.



Vermischte Nachrichten.


87) Aus Pichelswerder wird der „P.“ von einer /seltenen
Entdeckung/ Mittheilung gemacht, von der auch bereits der Direktor
des märkischen Museums in Kenntniß gesetzt ist. Der auf Pichelswerder
bei dem Eigenthümer Ratthei wohnende Kaufmann Herr Beißer hatte bei
häufigen Excursionen auf der Insel in einer abgelegenen Thalsenkung
einen dicht mit Moos bewachsenen Stein aufgefunden. Die Oertlichkeit,
wo der Stein lag -- derselbe befindet sich inmitten eines genau
abgegrenzten Zirkels, dessen Radius eine Anzahl alter verwitterter
Kiefern bildet -- bewog ihn, die Oberfläche des anscheinend nicht
großen Steines bloßzulegen, wobei er denn bemerkte, daß der Stein von
bedeutenden Dimensionen ist. Er setzte von seiner Entdeckung Herrn
Ratthei in Kenntniß, und beide begannen, mit Spaten und Hebebäumen
bewaffnet, den Stein von den anhaftenden Moos- und Erdetheilen zu
befreien. Der nunmehr ziemlich bloßgelegte Stein ist würfelförmig mit
abgestumpften Kanten und besteht aus grauem Sandstein. Die Seiten- und
Unterflächen des ca. 15 Zentner schweren Steines waren ehemals glatt
behauen, während die Oberfläche, durch die Einflüsse der Zeit etwas
abgerundet, eine Anzahl runder, etwa vier Centimeter im Durchmesser
und ca. 20 Centimeter tiefer Löcher enthält. Allem Anscheine nach hat
man mit dieser seltenen Entdeckung einen der alten Wendenaltäre resp.
Opfersteine aufgefunden; denn die auf der Oberfläche befindlichen
Löcher deuten darauf hin, daß sie zur Aufnahme der Pflöcke, an denen
das Opferthier befestigt wurde, gedient haben. (Nordd. Allg. Zeitg.,
Nr. 314.)

88) Die Renovierung der gothischen /St. Jakobskirche in Brünn/
wird, wie der „Mährische Correspondent“ mittheilt, demnächst vollendet
sein. Die Gerüste sind bereits entfernt und der größte Theil der
Renovierungs-Arbeiten hergestellt. Das Innere der Kirche gewährt einen
überraschenden Anblick. Die Stadt Brünn kann mit Stolz auf die St.
Jakobskirche blicken, die Herr Oberbaurath Ritter v. Ferstel selbst
als die einzige in ihrer Art und als eine der schönsten, genial
gebauten Kirchen Oesterreichs bezeichnete. Das Schwedenfest (15.
August) wird bereits in der St. Jakobskirche gefeiert werden. (Oesterr.
Kunst-Chronik, Nr. 7.)

89) /Domkirche zu Graz./ Die Reconstruction derselben, welche eben
jetzt in Plänen ausgearbeitet wird, soll sich auf die Umgestaltung
sämmtlicher Façaden im gothischen Stile, die Hinzufügung zweier
Kapellen an die Seitenschiffe, die Demolierung der alten Sacristei
und den Neubau derselben erstrecken. An Stelle des jetzt bestehenden
kleinen Thurmes wird ein neuer Dachreiter auf Traversen hergestellt
werden.

  (Dies., Nr. 7.)

90) Die /Renovierung/ der Wandmalereien im Innern der /St.
Trinitaskirche/ zu Prag wurde dem Maler Herrn Karl Nacovsky zur
Ausführung überlassen. Der untere Theil der Façade an der St. Maria
Schnee-Kirche wird im gothischen Stile restauriert.

  (Dies., Nr. 7.)

91) Nachdem das Thurmdach des St. Heinrichs-Thurmes zu /Prag/
nun vollständig in stilvoller Gothik hergestellt ist, der Thurmbau
selbst in seinen oberen Partien renoviert wurde, und die plumpen alten
Holzfenster durch Jalousien ersetzt worden sind, wird nun auch das
Thurmportal stilgerecht überbaut.

  (Dies., Nr. 8.)

92) Im vorigen Jahre wurde der Architekt Hr. /Mocker/
aufgefordert, einen Plan zur stilgerechten Restaurierung des
Pulverthurmes zu /Prag/ auszuarbeiten und dem Stadtrathe
vorzulegen. Der bereits fertige Plan wurde unlängst, wie der „Pokr.“
meldet, dem Stadtrathe vorgelegt und entspricht vollkommen allen
Anforderungen. Der alterthümliche Thurm präsentiert sich da in seiner
vollen Pracht, wie es ursprünglich projectiert war. Der Stadtrath hat
den Plan einer eigenen Commission zugewiesen, und es ist berechtigte
Hoffnung vorhanden, daß in kürzester Zeit mit den vorgeschlagenen
Renovierungs-Arbeiten wird begonnen werden.

  (Dies., Nr. 8.)

93) Aus /Hirsau/ (im württembergischen Schwarzwaldkreis), woselbst
sich die Ruine eines ehemals berühmten Benediktinerklosters befindet,
wird dem „Schw. M.“ unterm 21. Juli geschrieben: Landeskonservator
Dr. Paulus ist gegenwärtig hier, um die Ruine des durch Melac 1692
eingeäscherten herrlichen und vielbesungenen Klosters in einen würdigen
Zustand zu versetzen. Heute wurde mit der Bloßlegung des auf 1-6’
hoch verschütteten östlichen Kreuzgangs begonnen, und nach den ersten
Spatenstichen wurden aus einem kaum meterhohen Schutt schon zwei
kostbare Funde zu Tage gefördert: Schlußsteine des Kreuzganggewölbes,
eine Blumenkrone in noch frischer, reichlicher Vergoldung und ein
Christuskopf in edelster, feinster Profilierung in goldener Umstrahlung
und Umrahmung, vollständig makellos erhalten und so frisch, als stamme
er erst von gestern her.

Ueber die neuesten Ergebnisse der /Ausgrabungen in der Klosterruine
Hirsau/ berichtet man dem „Schwäb. Merkur“ unter dem 26. Juli:
„Außer einem zweiten Schlußstein, einer vergoldeten Blumenkrone,
prachtvoller gearbeitet, aber nicht so zierlich weich wie die erste,
ist von Bedeutung nichts gefunden worden; doch zeigen einzelne Stücke
in dunkelblauer oder hochrother Färbung, der goldene Griff eines
Abtstabes und das goldene Hirschhorn aus einem Klosterwappen, welch
herrliche Kunstschätze hier zertrümmert wurden. Alles Werthvollere,
auch der immer aufs neue zu bewundernde /Christuskopf/, wird in
dem sogenannten Bibliotheksaal über der freundlichen, vom Abt Johann
1508 erbauten Marienkapelle aufgestellt. Dieser Saal selbst schon ist
mit seiner einfachen Holzkonstruktion, seinen schönen Verhältnissen und
seinen schönen Holzschnittzierden an Decke und Kästen einer längeren
Betrachtung werth. Heute früh wurde die nördliche Pforte des östlichen
Kreuzganges, die bisher nur in ihrem Decksteine und den obersten
Stabenden über den Schutt hervorragte, durchbrochen.“

  (Korrespondent von u. für Deutschland, Nr. 376
  und Deutscher Reichs-Anz., Nr. 182.)

94) Auf den Schmerzensschrei, welcher in Nr. 131 der hessischen
Landeszeitung erschallte und von da aus durch den Anzeiger für Kunde
der deutschen Vorzeit (Nr. 6, Sp. 190) einen Fortklang in die weitesten
Kreise erhalten hat, ertheilt das so nachhaltig provocierte Echo aus
dem Mainzer Alterthumsverein folgende Antwort:

Die aufgedeckten Reste des Petersstiftes sind, gleich allen in neuester
Zeit bei den Arbeiten des Stadtbauamtes aufgefundenen Ueberresten alter
Bauten, auf das sorgfältigste aufgenommen worden, freilich ohne dies
jedesmal allen schreibseligen Correspondenten hiesiger und auswärtiger
Blätter sofort zur Anzeige zu bringen.

Auch mehrere Sargdeckel von hohem Alter sind von dem Vereine in
Sicherheit gebracht in ebenso geräuschloser Weise wie die große Zahl
mittelalterlicher Denkmale, welche man, sowohl ohne bevormundende
Leitung der Presse, als ohne jedes Streben nach Anerkennung derselben,
zu retten wußte und theils in dem städtischen Museum, theils in dem
zu diesem Zwecke eingeräumten Eisernthorthurm und seinem Vorhofe
aufgestellt hat.

Daß die schon beim Herausheben in viele Stücke zerbrochenen Grabsteine
eines Dechanten und Scholasters des 15. Jahrhunderts nicht sofort
als eine wichtige Erwerbung in das Museum verbracht wurden, kann nur
jemand „in höchstem Grade auffallend“ erklären, der es für angezeigt
hält, eine ganz überspannte Vorstellung von dem Werthe dieser rohen
Steinmetzarbeiten hervorzurufen, vielleicht gar selbst sich zu
überreden vermag, in diesen unbeholfenen Umrissen eine stilvolle
Durchführung einfachster Motive oder sonst welche den cursierenden
Kunstphrasen entsprechende Leistung zu erblicken. Die beiden Denkmale
sind jetzt nur aus dem einzigen Grunde zur Aufbewahrung gelangt, um
dem gesunden Urtheil Gelegenheit zu geben, über den Werth solcher
Schmerzensschreie zu entscheiden.

Glücklicherweise sind wir „gerade in Mainz“ in der Lage, in den
Monumenten unseres Doms aus allen Kunstperioden die lehrreichsten
Erkenntnißmittel für die Verschiedenheit des Werths und der Wichtigkeit
mittelalterlicher Denkmale zu besitzen, und wir dürfen wohl mit aller
Berechtigung die Zustimmung jedes Unbefangenen voraussetzen, wenn wir
die fraglichen beiden Denksteine auf die unterste Rangstufe dieser Art
von vorzeitlichen Ueberresten stellen.

Wenn aber in der Discussion, welche der Vortrag des betreffenden
Artikels des Anzeigers hiesigen Ortes veranlaßte, besonders betont
wurde, daß jene Denksteine doch eben so viel Recht auf Beachtung
hätten, als jedes auch minder bedeutende römische Steindenkmal,
so diene hierauf die einfache Bemerkung, daß römische Monumente
ja ausschließlich nur am Rheine und vorzugsweise in unserer Stadt
zu finden und deshalb ausnahmslos zu bewahren sind, während
mittelalterliche Denkmale so geringen Werthes überall, in jedem
Städtchen, vom Rheine bis nach Breslau und Königsberg hin, noch
vorhanden, weit bessere und wichtigere derselben aber unter den Augen
kunstbegeisterter Schmerzensschreier auf dem Boden der Kirchen und
Kreuzgänge abgeschliffen werden und zu Grunde gehen.

  L.

95) /Freiburg/ i. Br. Die hiesige „Untere“ oder St.
Martins-Pfarrkirche wird im Augenblick einer Restauration unterworfen,
indem einige Zopfeinbauten entfernt, die Gipsgewölbe durch Holzdecken
ersetzt und die Fenster mit gemalten Scheiben geschmückt werden.
Beim Entfernen der Tünche fanden sich im südlichen Seitenschiffe
Bruchstücke von Wandmalereien, die einen gewissen Schwung verrathen
und wol dem 15. Jahrhundert angehören, sowie eine große Anzahl Wappen,
die wahrscheinlich Epitaphien sind. Die Säulen sind ebenfalls mit
Bildern geschmückt, und in einer bisher durch einen Beichtstuhl
verdeckten Nische fand sich eine Resurrectio, die mindestens in das 14.
Jahrhundert zurück datiert, mit den Donatoren. Es ist anzunehmen, daß
die ganze Kirche, -- früher den Barfüßern-Franciskanern gehörig, -- mit
Fresken geschmückt war. Es ist zu hoffen, daß Schritte zur möglichsten
Erhaltung der Bilder gethan werden.

96) Wie die „N. Zürich. Ztg.“ meldet, übernimmt der
Einwohner-Gemeinderath von /Solothurn/ die auf der berühmten
/Madonna von Holbein/ haftende Schuld von 12000 Fr. unter der
Bedingung, daß die ganze Gemäldesammlung des Kunstvereins für 80000 Fr.
assekuriert) in das Eigenthum der Einwohnergemeinde übergehe; immerhin
ist dem Kunstverein die Aufsicht über die Sammlung vorbehalten.
Diese Madonna, schreibt der Solothurner Korrespondent der genannten
Zeitung, hat eine schicksalsreiche Vergangenheit. Bis zum Jahre 1856
fristete sie ihr Dasein unbeachtet und unverstanden in einem Winkel der
Allerheiligen-Kapelle in Grenchen, nachdem sie früher, wahrscheinlich
bis Ausgang des 17. Jahrhunderts, eine Zierde der St. Ursus-Kirche
gewesen war. Zuerst soll Hr. Bischof Lachat auf den hohen Werth des
Gemäldes aufmerksam gemacht haben; allein zwei Maler entdeckten das
am Bilde angebrachte Monogramm H. H. und suchten sich möglichst
rasch in den Besitz des Gemäldes zu setzen, was ihnen auch um einen
geringen Preis gelang. Die Restauration übernahm der nun verstorbene
Eigner in Augsburg. Zu spät kamen die Grenchener zur Einsicht, welch
herrlichen Schatz sie verloren, und strengten einen Prozeß an, der aber
endgültig zu Gunsten des Kunstvereins entschieden wurde. An diesen war
nämlich inzwischen das Eigenthumsrecht gegen die Verpflichtung der
Erstattung der Restaurationskosten abgetreten worden. Diese übernimmt
der Gemeinderath; ihm, sowie Hrn. Fürsprech J. Amiet, der in Wort und
Schrift („H. Holbeins Madonna von Solothurn und deren Stifter“) für
die Erwerbung des Gemäldes gewirkt, gebührt der Dank der Schweizer
Kunstfreunde; dieses Juwel bleibt nun Solothurn für immer erhalten.

  (D. Reichs-Anzeig., Nr. 178.)

97) /Schieben./ Vor einigen Tagen fand ein hier wohnhafter
Arbeiter beim Torfstechen in einem Torfstiche bei Frankenheim einen
alterthümlichen, vergoldeten, dreischneidigen Dolch.

  (Norddeutsche Allgem. Zeitung, Nr. 310.)

98) Anfangs des Monats Juli d. J. wurden in der Nähe von Osten
in Hannover, beim Abtragen eines Sandhügels, nicht tief unter
der Oberfläche, frei im Sand liegend, nach Mittheilung des
numismat.-sphrag. Anzeigers Nr. 7 eine Anzahl von Goldstücken, Thalern
und Thalertheilen verschiedener Gepräge mit der Jahreszahl 1617-1654
gefunden, die zwar vom Umlaufe wenig abgenützt sind, aber durch
Oxydation stark gelitten haben.

99) Die Antiquariatshandlung von Ludwig Rosenthal in München ist jüngst
in den Besitz einer sehr merkwürdigen Handschrift der ersten Hälfte
des 15. Jahrhundert gelangt, welche durch ihre schönen Miniaturen und
eine große Ansahl kostbarer Holzschnitte in künstlerischer Beziehung
von großem Interesse und auch durch ihren Text in sprachlicher und
religiöser Beziehung wichtig ist, so daß sie nach an uns gelangten
Mittheilungen die erste Stelle unter Schätzen ähnlicher Art in jeder
großen Bibliothek oder Museum einzunehmen verdient. Sie hat die
Ueberschrift: „Gulden püchlein von unser lieben frawen Maria“ (in
Prosa) gefolgt von: „Von vnser lieben frawen lob. Hie hebt sich an die
guldeni Schmyt zu teutsch“ (Konrad’s von Würzburg Gedicht: die goldene
Schmiede). Diese Perg.-Handschrift hat 228 Seiten mit gothischer
Schrift. Beigebunden ist ein Blatt mit einem Ablaßbrief, geschrieben
von einem Dominikaner, datiert von Nürnberg 1405. Der gothische
Originaleinband von Leder zeigt gepreßte, ornamentale Verzierungen,
Blumen, Thiere u. s. w. und ciselierte Buckeln und Eckbeschläge. Das
Buch hat eine Höhe von 215 mm. und eine Breite von 155 mm; es ist
geschmückt durch 3 Miniaturen (Höhe 185 mm., Breite 140 mm.), 13 große
Holzschnitte (H. 182-190 mm. Br. 120-125 mm.) und 64 andere von 70 mm.
Höhe u. 60 mm. Breite, welche Scenen aus dem Leben der heil. Jungfrau
und Jesu darstellen. Die Zeichnungen und das Colorit erinnern an die
Augsburger Schule, in deren Art die Heiligenscheine und Verzierungen
in Gold ausgeführt sind (s. die Notizen über diese Schule bei Weigel
und Zestermann). Die Holzschnitte sind natürlich der Hauptschatz des
Buches, da sie aus der Zeit vor 1450 stammen, welche Jahreszahl sich am
Ende des Gulden püchlein findet.

100) Eine Ausstellung älterer kunstgewerblicher Gegenstände, ähnlich
derjenigen in Münster, bezw. den früheren Ausstellungen in Köln
und Frankfurt a. M. und den bezügl. Abtheilungen der Ausstellungen
zu München, Hannover und Leipzig, wird demnächst in /Lübeck/
stattfinden. Bei der großen Anzahl solcher Gegenstände, die in den
Kirchen und Sammlungen der Stadt, sowie im Privatbesitz ihrer Bürger
noch immer vorhanden sind, wenn auch Jahrhunderte schon von dem Schatz
der Vorzeit gezehrt haben, hofft man auf ein äußerst interessantes
Ergebniß des Unternehmens, dem es sicherlich an Zuspruch nicht fehlen
wird. Die Ausstellung wird am 4. September in den eigens für diesen
Zweck restaurierten unteren Räumen des ehemaligen Burgklosters eröffnet
werden; die Dauer derselben ist vorläufig auf etwa 3 Wochen festgesetzt.

101) Der Dombaumeister Voigtel hat folgenden 69. /Baubericht über den
Fortbau des Domes zu Köln/ erstattet:

Die Bauarbeiten am Kölner Dome, seit dem Jahre 1877 auf die
Ausführung der beiden Steinhelme der Thürme und die Restauration des
im Mittelalter erbauten Theiles des südlichen Thurmes beschränkt,
haben bei ausreichenden Arbeitskräften und bei andauernd günstigen
Ergebnissen der Dombau-Prämienkollekten am Schlusse des Jahres 1878 den
im Betriebsplane vorgesehenen Abschluß erreicht.

Die Steinhelme beider Thürme, bis zur Höhe von 32,050 m. über das
Deckgesims der Octogone versetzt, sind im Laufe des Monats Mai 1879
bis zur Hälfte ihrer Gesammthöhe aufgebaut und darf deren Vollendung
im Laufe des Jahres 1880 nunmehr bestimmt in Aussicht genommen werden,
da der kubische Inhalt der zu bearbeitenden und zu versetzenden
Hausteine mit der zunehmenden Höhe der Helmpyramiden stetig abnimmt.
Nach Vollendung der zwischen den Horizontalgurten eingefügten Maßwerke
der Helmrosetten verbleibt als Hauptarbeit für die Verzierungsarbeiter
in den Werkhütten die Ausführung von 192 Kantenblättern der Helmgräte
und die Bearbeitung der 8 m. hohen, die Helme krönenden Kreuzblumen,
während von den Profilarbeiten nunmehr noch 368 laufende Meter der
Helmgräte fertig zu stellen sind.

Nachdem im Winter 1877/78 der Sockel am Fuße des südlichen Thurmes
erneut und die Konstruktion des 50 m. hohen Baugerüstes an der West-
und Südseite des südlichen Thurmes im Frühjahre 1878 vollendet
war, begannen die Restaurationsarbeiten daselbst in der Höhe des
2. Stockwerkes mit dem Aushauen der durch die Witterungseinflüsse
vollständig zerstörten Fialen, Gesimse und Maßwerke. Wenngleich
der hohe Grad der Verwitterung des im Mittelalter zu den Dombauten
ausschließlich verwendeten Drachenfelser Gesteins, namentlich an der
Westseite des südlichen Thurmes, durch den Augenschein erkennbar
war, so fand sich nach Errichtung der Gerüste und bei der genauen
Untersuchung des baulichen Zustandes eine so ausgedehnte und
gleichmäßige Verwitterung der gesammten Ornamentik, daß von einer
theilweisen Erhaltung derselben Abstand genommen werden mußte, und
sich die Nothwendigkeit ergab, sowohl die frei abgelösten Fialen,
Wimberge und Kreuzblumen, Fenstermaßwerke und Fensterrippen, wie auch
die dem Mauerwerk der Thurmpfeiler angearbeiteten Gesimse, Maßwerke,
Profilstäbe und Krönchen sämmtlich auszuhauen resp. abzunehmen und in
dem jeder Verwitterung widerstehenden, sehr harten Obernkirchener Stein
zu erneuern.

So zeitraubend und kostspielig die Restaurationsarbeiten am südlichen
Domthurme durch diese allseitige Verwitterung der Ornamentik auch
geworden sind, so wenig ist die Standfähigkeit der Thurmpfeiler selbst
hiervon berührt, da die glatten Blendquadern den atmosphärischen
Einflüssen während dreier Jahrhunderte einen ungleich besseren
Widerstand geleistet haben, und die ca. 2 cm. betragende Abarbeitung
der Köpfe der Blendquadern bis auf den völlig gesunden Stein, bei einer
Dicke der Umfassungswände der Thürme daselbst von ca. 4 m. für die
Stabilität des Thurmmauerwerks ohne jede Bedeutung ist.

Zu Anfang Mai 1879 hat nach Errichtung der Lehrgerüste die Einwölbung
der Thurmhalle im Erdgeschosse des südlichen Thurmes mit der
Konstruktion des für den Durchzug der Glocken bestimmten Kreuzgewölbes
begonnen, das bei einer Grundfläche von 7 m im Quadrat um einen
Schlußstein von 3,60 m lichter Weite gewölbt ist.

Nachdem die Einwölbung dieser Thurmhalle beendet und der Fußboden
darüber auf den Entlastungsgewölben verlegt sein wird, kann die
Aufstellung der neuen, in der Mannhardtschen Fabrik zu München
gefertigten Thurmuhr im 1. Stockwerke des südlichen Thurmes erfolgen.

Die neue Domuhr schlägt Stunden und Viertelstunden sowohl an den großen
im Glockenstuhle aufgehängten alten Uhrglocken, wie auch gleichzeitig
an den kleineren, im Innern der Kirche befindlichen Glocken, und
gibt auf zwei in der Vorhalle und in der Kirche angebrachten großen
Zifferblättern die Zeit an.

Der plastische Schmuck der Domkirche hat im Laufe des Jahres 1878
durch Aufstellung der großen Figuren nebst Baldachinen und Konsolen in
der Vorhalle zwischen den Westthürmen einen neuen Zuwachs erhalten;
auch sind die Reliefs, wie die kleinen sitzenden Heiligenfiguren
in den Bogenlaibungen der Seiteneingänge im Nordportal in den
Bildhauer-Ateliers so weit fertig gestellt, daß deren Einfügung im
Laufe dieses Sommers erfolgen kann.

Die im Mittelalter unausgeführt gebliebenen 48 Schlußfialen zur
Bekrönung der Baldachine über den großen Figuren an den Säulen des
Mittelschiffes im Lang- und Querschiffe konnten gleichfalls in Angriff
genommen werden, und es hat die Aufstellung dieser aus französischem
Kalkstein gearbeiteten zierlichen Fialen seit Anfang Mai d. J. begonnen.

Das Aufziehen der sämmtlichen Domglocken mittels hydraulischer Presse
ist in der Zeit vom 13. Juli bis 7. August 1878 durch die kölnische
Maschinenbau-Aktiengesellschaft zu Bayenthal ohne jeden Unfall
zur Ausführung gekommen, und es gelangte die 540 Centner schwere
Kaiserglocke am 7. August v. J. auf die Höhe des 55 m. über dem
Fußboden der Kirche belegenen neuen eisernen Glockenstuhls.

Nach mehrfachem Probeläuten, wobei sich die Stabilität des neuen
Glockenstuhls allseitig bewährt hatte, indem eine Uebertragung
von Stößen weder auf die Blechbalken des Unterbaues, noch auf die
Umfassungswände des südlichen Thurmes bemerkt wurde, erklang am 26.
September 1878, gelegentlich der Feier der Enthüllung des Standbildes
König Friedrich Wilhelm’s III., beim Einzuge Ihrer Majestäten des
Kaisers und der Kaiserin in die Stadt Köln, zum ersten Male wieder seit
dem im Jahre 1876 erfolgten Abbruche des alten hölzernen Glockenstuhles
das nunmehr nach Einhängung der Kaiserglocke aus fünf großen Glocken
bestehende und nahezu 50,000 kg. wiegende Domgeläute.

Neben der Ausführung der Steinkonstruktion zu den Thurmhelmen und
den großen Kreuzblumen ist die rechtzeitige Vollendung der Thürme
wesentlich von der Aufstellung der letzten drei Gerüstetagen abhängig
und erfordern diese umfangreichen und in einer Höhe von 160 m. über dem
Erdboden den Sturmwirkungen in erhöhtem Maße ausgesetzten Baugerüste
eine besonders solide und sorgfältige Konstruktion und Ausführung.

Da das Aufschlagen von Gerüsten in solcher Höhe erfahrungsgemäß nur bei
gutem Wetter und völliger Windstille geschehen kann, so lassen sich nur
die Sommermonate von Mai bis September für derartige Rüstungsarbeiten
mit Sicherheit in Aussicht nehmen, und es bleibt somit die Aufgabe der
Bauleitung, im Laufe dieses Sommers die fünfte und sechste Gerüstetage
zu vollenden, um dann im Jahre 1880 nach Errichtung der siebenten und
achten Gerüstetage die Krone beider Helme zu versetzen.

Als planmäßiger Reinertrag der 14. Dombau-Prämienkollekte ist
die Summe von 557,000 m. in die Kasse des Central-Dombauvereins
geflossen; es beträgt der für das Etatsjahr vom 1. April 1878/79
von Seiten der Vereinskasse zum Fortbau des Domes in die Königliche
Regierungshauptkasse eingezahlte Betrag im Ganzen 630,000 m.

Laut Nachweisung der Regierungs-Hauptkasse zu Köln sind für den Dombau
zu Köln verausgabt im Etatsjahr 1. April 1878/79 im Ganzen 780,842 m.
32 pf.



Verantwortliche Redaction: Dr. /A. Essenwein/. Dr. /G. K.
Frommann/.

Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in
Nürnberg.


Gedruckt bei /U. E. Sebald/ in Nürnberg.



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  für _Nord-Amerika_ bei den Postämtern Bremen und Hamburg.

  Alle für das german. Museum bestimmten Sendungen auf dem Wege des
  Buchhandels werden durch den Commissionär der literar.-artist.
  Anstalt des Museums, /F. A. Brockhaus/ in Leipzig, befördert.

  ORGAN DES GERMANISCHEN MUSEUMS.

  1879.    Nº 9.    September.



Wissenschaftliche Mittheilungen.



Althochdeutsches aus dem 11. Jahrhundert.


In der Sammelhandschrift C. 171 der Stadtbibliothek in der Wasserkirche
zu Zürich, klein 8º, von verschiedenen Händen des 11.-12. Jahrh.
zusammengeschrieben, auf Bl. 1 das Psalterium Jeronimi, dann von Bl.
17 a eine Reihe lateinischer Beichtformeln und Gebete enthaltend,
Bl. 151 mit einem solchen schließend, fand Herr Prof. S. Vögelin das
nachfolgende deutsche Stück, welches Bl. 106 b ausfüllt.

Sinc den saltare unde tuͦ dine uenie zu ieglichemo salmen unt sprih
G͠la patri unt Req^it et Gip zu iegelicher uenie ein almvͦsen
unt ein cherzen gemezzen nah dem mitteristemo uingere diner zesewen
hant unt tuͦ daz nahtes. unt friume des morgenes alle die selmisse
die duͦ megest. unt bit die brieste daz si die sele dines friuntes
dem almahtigen gote beuelhen mit uollemo ambahte alsame da men den
lichnamen der erde beualch. Daz tu an dem sibenten unt zu iegelichemo
drizegisten so chumet dir diu sele zegesihte alnah diu so ir dine stet.

  /Basel./    /M. Heyne./



Ein Spinett vom Jahre 1580.


Mit einer Tafel.

Das interessanteste Stück der im germanischen Museum aufbewahrten
Sammlung musikalischer Instrumente ist ohne Zweifel ein Spinett mit der
oben angegebenen Jahreszahl, sowohl wegen seiner äußeren Ausstattung,
als wegen der inneren Einrichtung, die dasselbe noch um eine oder
einige Stufen dem Ursprunge des Claviers näher stellt, als die von
Prätorius beschriebenen Werke, aus dessen /Sciagraphia/ wir erst
genauere Kenntniß über die älteren Musikinstrumente erhalten. Hat
sich dasselbe auch, wie aus der Abbildung ersichtlich, bis zu vier
Octaven erweitert und statt der zwanzig Tasten, mit welchen sich nach
Prätorius’ Angabe das erste Clavichord vom einsaitigen Monochord
abgelöst, deren neunundvierzig angenommen, auch Tasten für alle
Halbtöne nach der heute noch üblichen Weise eingefügt, so steht es doch
nach der Art, wie es die Töne hervorbringt, noch auf dem ältesten Boden
des Saitenspiels, für welches anfänglich die Harfe, später die Laute
maßgebend war. Die Saiten werden noch nicht angeschlagen, sondern durch
kleine Federn, die in den aufstehenden Enden der Tasten angebracht
sind, gerissen, wie es bis zum Beginn des 16. Jahrh. auch bei den
letztgenannten Instrumenten, den Lauten, der Fall war. Diese primitive
Technik hat aber bereits die Schwierigkeit, welcher sie zu begegnen
hat, erkannt und ist auf sinnreiche Weise bemüht gewesen, sie zu
überwinden. Die Hämmer, an welchen die Federn befestigt, sind nämlich
in Gabelform gebildet, in deren Oeffnung ein leichter Holzzapfen an
quergehendem Drahtstift so hängt, daß er durch das längere und deshalb
schwerere untere Ende in senkrechter Stellung erhalten wird. Ein am
unteren Ende der Gabelöffnung, hinter dem hängenden Zapfen angebrachter
Fischbeinstift verhindert, daß jener sich nach vorn überneigen kann,
was geschehen würde, sobald die im oberen Ende angebrachte Feder, ein
vorn zugespitztes Stück einer Gänsepose, von unten durch Erhebung des
Hammers an die Saite gedrängt wird.

Ohne diesen dem Zapfen durch den Stift gegebenen Halt würde die Saite
weniger stark gerissen, der Ton somit abgeschwächt, wenn nicht ganz
aufgehoben werden. Die ganze Anordnung ist aber erforderlich, damit
nicht die Feder, welche durch Anschlagen der Taste über die Saite
erhoben wird, beim Zurückfallen derselben, indem sie sich wieder unter
die letztere begibt, diese noch einmal reiße und so den Ton zweimal
hervorbringe, oder, was bei der Leichtigkeit der Hämmer wirklich der
Fall sein würde, auf der Saite liegen bleibe und so ein wiederholtes
Anschlagen der Taste tonlos mache. Bei der bestehenden Einrichtung
aber legt der Zapfen beim Sinken des Hammers sich nach hinten über,
und die Feder gleitet möglichst leise über die Saite zurück, indem sie
im sanften Rückschlage auf dieselbe zugleich die Aufgabe der neueren
Gegenhämmer versieht und das zu lange Nachklingen der Saite verhindert.
Der Ton unseres Instrumentes ist bereits stärker und voller, als der,
welchen fast zweihundert Jahre später die fünf Octaven haltenden und
angeschlagenen Claviere geben.

Eine eigenthümliche Bereicherung des hier besprochenen ist ein zweites,
kleineres Spinett, welches, in das erstere eingeschoben, so weit daraus
hervorgezogen werden kann, daß es ein vierhändiges Spiel ermöglicht. Es
enthält ebenfalls vier Octaven und ist in der beschriebenen Einrichtung
jenem gleich. Nur sind die Saiten in entsprechender Weise verkürzt, und
statt der zwei Schalllöcher des ersteren enthält es nur ein solches.

Der Fuss, welcher das Instrument gegenwärtig trägt, ist neu
hinzugefügt. Ursprünglich war es ohne Zweifel ohne einen solchen und,
wie noch die bei Prätorius abgebildeten, bestimmt, auf einen Tisch oder
wol eher auf eine Bank von entsprechender Höhe gelegt zu werden. --
Im Uebrigen ist seine äußere Ausstattung eine glänzende; sie bezeugt
sicherlich, daß es aus vornehmem Besitze stammt. Charakteristischer
Weise ist aber aller Schmuck auf den inwendigen Raum verlegt, so
daß das Ganze bei geschlossenem Deckel nur wie ein schwarzer Kasten
erscheint und erst nach Aufschlagen des letzteren der ganze Reichthum
an figürlichen und ornamentalen Malereien, vergoldeten Medaillons u.
s. w. sichtbar wird. Die untere Seite des Deckels zeigt eine in freier
Landschaft sich erlustierende Gesellschaft. In einem von niedrigen
Höhenzügen gegen den Horizont abgeschlossenen Thale breitet, wie es
scheint, mit zwei Armen ein Fluss sich aus, der auf der so gebildeten
Landzunge ein stattliches Schloß mit daran stoßendem Park und Garten
bespült. Der letztere, durch hölzerne Stakete abgeschlossen und im
Geschmacke des ausgehenden 16. Jahrh. mit zugeschnittenen Gängen
und Lauben, Springbrunnen, Tischen, Sitzen u. s. w. ausgestattet,
bildet den Schauplatz der dargestellten Vergnügungen. Ein Theil der
Gesellschaft befindet sich noch an der Tafel unter der großen Laube,
deren kuppelförmiges Blätterdach von Karyatidenpfeilern getragen wird,
wie es scheint, beim Nachtisch; denn die breiten Venetianergläser
machen sich bereits als die am meisten gehandhabten Geräthe bemerkbar,
und ein Diener bringt auf einer Schüssel einen großen Kuchen herzu.
Ein anderer Theil hat sich bereits durch den Garten zerstreut und
in verschiedenen Gruppen auf dem Rasen gelagert. Links blicken in
bewegter Unterhaltung ein Herr und zwei Damen über das Geländer in
den Fluß; daneben macht ein anderes Paar mit dem Hausnarren und einem
Zwerge sich zu schaffen, -- ein Zeichen, daß wir in angesehener
Gesellschaft uns befinden; denn beide letztere pflegten damals nur
den fürstlichen Hofstaat zu bereichern. Andere sind in musikalischer
Unterhaltung begriffen, wobei Lautenspiel und Gesang vorherrschen;
wieder andere lustwandeln paarweise, ruhen auf gemauerten und mit
Brettern bedeckten Bänken u. s. w. -- Ein in Charnieren hängender
oberer Theil des Deckels, bestimmt, die Vorderseite des Instrumentes
zu schützen, enthält, in Oel gemalt, eine Darstellung Davids, der von
Saul, vor welchem er gespielt, mit dem Speere bedroht wird, daneben
als Randverzierung allerlei Musikinstrumente. Doch stammt die Malerei
aus späterer Zeit und ist deshalb in unsere Abbildung nicht mit
aufgenommen. Der Resonanzboden ist mit einzelnen Blumen bemalt; die
drei erwähnten Schalllöcher aber sind mit zierlich durchbrochenen, zum
Theil in der Mitte vertieften Rosetten ausgelegt, deren vergoldetes
Maßwerk noch gothische Motive aufweiset. Die Vorderseite sowohl beim
großen, wie beim kleinen Spinett, ebenso die Klappe, welche das
letztere in seinem Verschlusse birgt, zeigen, auf röthlichem Grunde
weiß und gelb ausgeführt, Arabesken in reinem Renaissancestil, welche
den Raum zwischen sieben vergoldeten Medaillons füllen, die ihrerseits
durch breite, schwarze und mit weißen Linienornamenten verzierte Rahmen
noch mehr hervorgehoben werden. Die auf den Medaillons dargestellten
Personen sind: Prinz Alexander Farnese, Wilhelm von Oranien, welcher
zweimal vorkommt, Kaiser Maximilian II. und seine Gemahlin Maria als
Königin von Böhmen, Anna von Oesterreich, Gemahlin König Philipps
II. von Spanien, König Philipp II. selbst und Charlotte von Bourbon,
Gemahlin des Prinzen Wilhelm von Oranien. -- Der Deckel eines links,
in der vordern Ecke des Resonanzbodens angebrachten, zur Aufbewahrung
des Stimmhammers, der Saiten u. s. w. bestimmten Kästchens enthält
ebenfalls ein hübsches Bildchen: einen Herrn und eine Dame, welche,
im Gespräch begriffen, in freier Landschaft einander gegenüber
stehen. Diese, wie die übrigen älteren Malereien, sind in brillanten
Wasserfarben ausgeführt.

Eine werthvolle Zugabe ist der Name des Meisters /Martinus van
der Biest/, der sich als Verfertiger des Instrumentes nebst der
Jahreszahl der Entstehung 1580 auf der Spannleiste über den Saiten
genannt hat. Zu bedauern ist daß er nicht auch den Ort angegeben; denn
die Herkunft zu wissen, wäre nicht minder wichtig. -- Der Name verräth
den Meister sogleich als Niederländer; auch könnte das Vorherrschen der
Bildnisse aus der oranischen Familie auf den Medaillons auf denselben
Ursprung deuten. Mehr noch würde es besagen, wenn bekannt wäre, wem
der auf der Innenseite der Klappe angebrachte und beim Herabhängen
derselben sichtbar werdende Wahlspruch: /espoir confoirte/
angehört habe. Die bekannten Prinzen der oranischen Familie führten
andere Devisen, soweit ihre zahlreichen Portraits darüber Auskunft
geben. Ein Martin van der Biest soll gegen Ende des 16. Jahrh. in
München gelebt haben. Wäre dieser der Verfertiger unseres Instrumentes,
so fiele dasselbe in die Glanzperiode, welche die Pflege der Musik
in Bayern unter Herzog Wilhelm V. gewann, und würde dadurch, als
unmittelbares Zeugniß derselben, doppelt interessant. -- Vielleicht
gibt diese Mittheilung Anlaß, dem Meister an Ort und Stelle weiter
nachzuspüren.

  v. E.



Leipziger Zoll- und Messstreitigkeiten aus dem Ende des 14.
Jahrhunderts.


„Wir schepphin der Stat zu lipczk bekennen daz wir vmb recht seyn
gefraget nach disen worten | vor vns send komen eczliche geste in
vnseren jaremarkte vnd haben geclagt vber vnsern zolner wy daz er sy
vͤbernomen habe an dem zolle | dor zu hat geantwort vnser zolner
vnd spricht er habe sy nicht vͤber nomen an dem zolle daz wolle er
wol erwysen mit dem rechten. Nu hat vnser richter vns vmb daz vrteile
gefraget | wye daz vnser zolner erwysen schol vff seynem zole wenn er
yn nennet er sey seyn erbezole vnd wye vnser zolner den zole nemen
sol dez hat er nicht brife noch alde kuntschaft[356]. Bitten wir
wͤch[357] daz ir vns vnderwyset mit rechte wy vnszer zolner daz
erwysen sol vff seynen zole daz er recht tu vnd den gesten auch recht
geschehe oder waz recht sey.

Hir vff sprechen wir Schepphen zu lipczk eyn recht.

Nach dem male dy geste den zolner schuldigen daz er sy an dem zolle
vͤbirnomen habe vnd der zolner dor zu neyn spricht So mage er dez
vnschuldig werden mit seynes selbes hand zu den heiligen[358] ob er
thar[359] von rechtes wegen.

Daz dis recht recht sey dez zu eynem vrkunde haben wir schepphen zu
lipczk vnsz jnsigel ruckenhalben[360] an disen offen brif laszin
drucken.“

Vorstehendes ist entnommen einem alten, 1388 angelegten Stadtbuche auf
der hiesigen Rathsbibliothek (drittletztes Bl.). Die Eintragung rührt
der Schrift nach ohne Zweifel von Mag. Friederic Eybanger de Nurnberg
her, der das Stadtbuch angelegt hat, und stammt, wenn nicht aus dem
Jahre 1388 selbst, so doch sicherlich aus einem der nächsten Jahre.
Die Rechtsentscheidung, von der das Stadtbuch die obige undatierte
Copie enthält, gehört wahrscheinlich auch dem 9. Jahrzehnt des 14.
Jahrh. an und betraf wol /vogtländische/ „Gäste des Leipziger
Jahrmarkts“, da sie sich eben in dem hiesigen Stadtbuch findet, und
zwar unter einer kleinen Reihe von Copieen von Urkunden, die sich auf
Plauen, Hof und Weida beziehen.

  /Plauen./                 /Joh. Müller./

FUSSNOTEN:

[356: Zeugniß, gerichtliche Bestätigung.]

[357: euch, sc. ihr Schöppen; -- es ist direkte Anrede des Richters.]

[358: d. i. mit einem Eide, welcher gewöhnlich unter Anrufung der
Heiligen („so helfe mir Gott und die Heiligen!“) und unter Auflegung
der rechten Hand auf deren Reliquien abgelegt wurde. Vgl. Grimm,
Wörterbuch IV, II, 830 f. Dr. Fr.]

[359: wenn er (es zu thun) wagt; /türren/, wagen, mhd. anomales Verbum:
präteritales Präsens ich tar, wir turren; Prät. ich torste (noch bei
Luther). Dr. Fr.]

[360: auf der Rückseite.]



Der Mathematiker Joh. Schindel (1444).


In dem Maihinger Codex, aus welchem ich neulich (s. Sp. 174 ff.) die
Nachricht über den Füssener Spitalbau mittheilte, steht unter andern
Gelehrtenbriefen auf Blatt 247 ein Brief des bekannten Aeneas Sylvius
Piccolomini, welcher nach G. Voigt’s chronologischem Verzeichnisse der
„Briefe des Aeneas Sylvius vor seiner Erhebung auf den päpstlichen
Stuhl“ (in dem Archiv für österreich. Geschichts-Quellen, Bd. XVI,
1856, S. 321 ff.) noch nicht bekannt zu sein scheint:

Domino /Johanni Schindel/[361] singulari astronomo viroque
probatissimo Eneas Silvius s. p. d. Reversus nunc ad cesarem insignis
miles Procopius de Rabenstein tui meique amantissimus retulit, quod
mihi summe voluptati fuit me tibi dilectum esse.. Quid enim in me
est, quod a te viro laudatissimo diligi debeat?... Nihil ego erga te
boni unquam operatus sum.. cur ergo me colas non scio... Quia laus ea
demum dulcis est que a laudato viro procedit, magno me munere donatum
arbitror, dum me tuis litteris extolli audio.... Daturus operam ut
talis sim qualem me predicas... Nunquam ego te vidi neque tu me uti
arbitror vidisti. Sed tua fama facit ut te unice observem; nam seculi
nostri precipuum decus censeris qui et siderum cursus et futuras
tempestates et pestes et steriles annos unicus vere predicere noris;
hinc ego te amo colo observo sumque tuus. Nam virtus huius mundi et
quos nunquam vidimus amare nos facit... Tu ergo, vir prestantissime,
a me amaris qui tua singulari ac prestanti virtute nostrum ornas
seculum... ornari me tua dilectione non ambigo. Persevera igitur; nam
et si non quem reris, tamen is sum, qui diligentes me reciproce diligo
totisque viribus amo. Vale; ex Wienna die XX. Novembris anno 44.

  /Dinkelsbühl./                /Georg Schepß./

FUSSNOTE:

[361: Zu Joh. Schindel vergl. Anzeiger 1878, Nr. 1, Sp. 1.]



Der kultur- und kunstgeschichtliche Inhalt der Darstellungen in
Miniaturen, Handzeichnungen, Gemälden, Holzschnitten u. s. w. in den
Sammlungen des germanischen Museums.


[Illustration: Fig. 1.]

Die Sammlung der Handschriften, die mit Miniaturen und Handzeichnungen
ausgestattet sind, welche das germanische Museum besitzt, kann sich
zwar nicht mit den ähnlichen Beständen alter, großer Bibliotheken,
jene der Handzeichnungen nicht mit älteren Kunstsammlungen messen.
Als das germanische Museum begründet wurde, war die Zeit zum Sammeln
nach beiden Richtungen vorüber. Was etwa noch in den Handel kam,
wurde meist mit Preisen bezahlt, die es unserer Anstalt unzugänglich
machten. So ist nach den genannten beiden Richtungen hin der Bestand
der freih. von Aufseß’schen Sammlungen nicht sehr wesentlich gemehrt
worden. Nichtsdestoweniger ist denn doch Manches vorhanden, was in
künstlerischer Beziehung als eine Perle bezeichnet werden kann, die
zwischen anderen Sachen wie in einer goldenen Fassung steckt, und
die verschiedenen Darstellungen enthalten außerordentlich reiches
Material zur Kulturgeschichte. Glücklicher ist das Museum in Bezug
auf die gedruckten Bücher mit Illustrationen aus dem 15. und 16.
Jahrh., wie in Bezug auf Holzschnitte und Kupferstiche, nach welchen
Richtungen mit Glück umfassende Erwerbungen hatten gemacht werden
können. Selbst in Bezug auf Gemälde waren die Bemühungen des Museums
von günstigerem Erfolge vor allem dadurch begleitet, daß die kgl.
bayer. Staatsregierung aus ihren Beständen dem Museum Vieles überließ.
So sind auch auf diesem Gebiete manche „Perlen“ der Sammlung des
Museums einverleibt worden. Vor allem war aber bei der Auswahl die
kulturgeschichtliche Bedeutung der Bilder maßgebend, und manches Bild
ist zur Erläuterung kunstgeschichtlicher Fragen von Wichtigkeit, wenn
es auch als Kunstwerk nicht den ersten Rang einnimmt.

[Illustration: Fig. 2.]

So ist reiches wissenschaftliches Material in den bildlichen
Darstellungen aufgehäuft, das alle Gebiete der Kunst- und
Kulturgeschichte berührt. Ebensolches aber befindet sich auch in den
Kunstsammlungen der Stadt Nürnberg, die, im germanischen Museum
bewahrt, eine Gemäldesammlung, eine Sammlung von Handzeichnungen,
Kupferstichen und Holzschnitten umfassen, zu der kostbare plastische
Werke, Glasgemälde u. v. A. hinzukommen, die neben ihrem Kunstwerthe
auch kunstgeschichtliche Bedeutung haben, und deren Darstellungen
gleichfalls eine Fülle kulturgeschichtlich interessanter Beiträge für
die wissenschaftliche Forschung bieten. Freilich ist unter allen diesen
Schätzen von Darstellungen auch Manches, was nicht gerade als neu
gelten kann, aber doch immerhin nicht zu unterschätzende neue Beispiele
und Belege für Folgerungen gibt, die bereits aus anderen Quellen
gezogen sind. Insofern der Anzeiger die Aufgabe hat, unbekanntes
Quellenmaterial zur Veröffentlichung zu bringen, und in erster
Linie auf den Bestand des Museums eingehen und daraus bringen soll,
was in irgend einer Beziehung interessant ist, liegt allerdings die
Veranlassung nahe, nunmehr die bildlichen Quellen zur Kulturgeschichte
einmal eingehend zu prüfen und daraus Manches zu veröffentlichen.
Allerdings wird dabei nicht die Veranlassung vorliegen, zu jedem Bilde
eine umfassende Erläuterung zu geben. Wie so manche schriftliche Quelle
genügend für sich spricht und der Fachmann auch ohne Erläuterung sie
gerne hinnimmt, so auch hier. Nur weil unser Blatt nicht ausschließlich
einem bestimmten Kreise von Gelehrten angehört, sondern Vertreter
der verschiedensten Fächer, selbst absolute Laien zu seinen Freunden
zählt, müssen wir dann und wann nicht den Kunstgelehrten, nicht den
Forscher auf dem Gebiete der Waffen und Trachten oder anderer Zweige
der Kulturgeschichte, sondern die Laien darauf aufmerksam machen, wie
Manches, was ihnen im Einzelnen unbedeutend erscheint, doch für die
wissenschaftliche Forschung werth ist, beachtet zu werden.

[Illustration: Fig. 3]

Soweit es sich hier um die bildlichen Quellen handelt, die aus
Handschriften geschöpft sind, liegt für uns keine Veranlassung vor, die
literarische Bedeutung der betreffenden Handschriften zu beleuchten.
Zum Theil ist dies schon geschehen; denn wir werden auf manchen Codex
zurückzukommen haben, der bereits im Anzeiger besprochen, oder an
anderer Stelle von competenten Gelehrten gewürdigt worden ist. So weit
dies noch nicht geschehen, mögen literargeschichtliche Forscher dies
noch thun. Nur wo sich etwa aus dem textlichen Inhalte eine Erklärung
für die kulturgeschichtliche Bedeutung ergibt, haben wir Veranlassung,
darauf einzugehen.

Es dürfte wol kaum ein Gebiet der Kulturgeschichte sein, für welches
nicht neue Quellen aus unseren bildlichen Darstellungen erschlossen
werden. Welche Fülle schöner Motive liegt in so vielen Initialen,
und welche Beiträge zur Kunstgeschichte vom 10. bis 17. Jahrh. liegen
darin! Welche reiche Quelle für die Geschichte der Trachten, des
Schmuckes, der Waffen fließt aus diesen Bildern! Welche merkwürdige
Illustration erhält das häusliche Leben auf der Burg, im Kloster, wie
im Bürgerhause! Das Leben auf den Strassen der Stadt, wie auf der
Landstrasse wird beleuchtet; Handel und Verkehr treten uns vor Augen.
Zur Geschichte der Mechanik bieten sich die interessantesten Beiträge.
Die christliche Ikonographie, die Heraldik erhalten Förderungen.

Es würde nun allerdings die Versuchung nahe liegen, chronologisch oder
nach einzelnen Gebieten das gesammte Material systematisch vorzunehmen;
wir fürchten jedoch, daß nur der jeweilige Fachmann dadurch befriedigt
würde, glauben dagegen, daß die Mehrzahl der Leser uns mehr Dank wissen
wird, wenn wir, dem Charakter einer Zeitschrift entsprechend, eine
etwas bunte Reihe folgen lassen.

Die Fülle des Materials erstreckt sich aus fast alle Zeiten vom 10.-17.
Jahrh. -- allerdings ist die älteste Zeit weniger reich vertreten als
die spätere -- und auf alle Gebiete des Lebens. Wir greifen hier in
Fig. 1 nur ein Motiv heraus. Es ist einem hebräischen Manuscripte,
einer Hagada vom 14.-15. Jahrh. entnommen: ein Zug wandernder Leute,
wie sie oft die Landstraßen bevölkert haben mögen, zu Fuß, zu Pferd und
zu Wagen, von bewaffneten Fuhrleuten geleitet, theilweise selbst Waffen
tragend, die Frauen hinter den Männern auf dem Pferde, die Kinder,
soweit sie nicht selbst schon mit dem Stabe wandern, auf dem Kopf und
in Rückenkörben getragen, das Gepäck theils in Ballen auf dem Kopfe
der Wanderer, theils auf Maulthiere geladen. Es ist kein Kunstwerk,
das uns in den rohen Zeichnungen entgegentritt, die im Originale noch
roher coloriert sind; aber welch lebendiges Bild zeigt sich uns, sicher
werth, als Beitrag zur Kulturgeschichte veröffentlicht zu werden. Und
solcher Bilder sind es genug! Es ist gleichfalls eine außerordentlich
flüchtige Zeichnung aus der ersten Hälfte des 15. Jahrh. in Fig. 2 aus
einem Manuscripte von Konrads von Würzburg trojanischem Kriege, die
uns das Beladen eines Schiffes, das Leben am Meeresufer zeigt. Aber
auch mehr in das Einzelne führt uns manche Zeichnung. Ist es nicht eine
reizende Zeichnung (Fig. 3), die eines Doppelpokales mit dem Monogramm
IM., das Israel von Meckenen führt, wobei der kulturgeschichtliche
Werth nicht berührt wird durch die Frage, ob die Zeichnung von der Hand
dieses Meisters herrührt.

[Illustration: Fig. 4.]

Die interessanten Vorlagen für Goldschmiede, Gürtler und andere
Handwerker aus dem 16. Jahrh. erfreuen sich gerade heute besonderer
Beachtung von Seite der Propaganda für Veredelung des Kunstgewerbes;
sie sind aber auch interessante Beiträge zur Kulturgeschichte. Die in
Fig. 4 abgebildete Schnalle, welche Theodor de Bry gestochen, läßt uns
lebhaft wünschen, daß jede andere Einzelheit der Tracht uns ebenso
genau gezeichnet vorläge, so dass manche Frage der Kostümgeschichte
gelöst wäre, welche heute noch offen ist.

Die Ausbeute dieses reichen Schatzes wird, selbst wo Aehnliches aus
andern Quellen schon veröffentlicht ist, doch sicher dem Freunde
der Kulturgeschichte hochwillkommen sein; und so rechnen wir auf
freundliche Aufnahme, wenn wir nach und nach Vieles daraus bringen.
Auch auf die hier gegebenen Beispiele werden wir zurückkommen.

  /Nürnberg./    /A. Essenwein./



Raritäten eines schlesischen Kirchenschatzes.


Im Anzeiger von 1874 habe ich bereits einige Inventarien der
Pfarrkirche ad SS. Wenceslaum et Stanislaum zu /Schweidnitz/
veröffentlicht, ohne dabei auf einige Merkwürdigkeiten einzugehen, über
welche ich anderweitige Angaben hier und da verzeichnet gefunden. Die
wichtigeren davon seien nunmehr im Folgenden zusammengestellt.

Unter den Genossenschaften, welche ihre eigenen Kapellen mit
Altarministerien längs der Seitenschiffe genannter Kirche besaßen,
zeichnete sich die Marienbruderschaft der Bürger, wenigstens so lange
der katholische Kultus der herrschende war, durch Mitgliederzahl,
prächtig ausgestattete Kapelle mit (heute trümmerhaftem) großem
Klappaltar, zu der man auf einer herrlichen, steinernen Balustrade
emporstieg, Privilegien, Ablaßbriefe, Kleinodien und Reliquiarien
vornehmlich aus.[362] Die Mehrzahl der letzteren entstammte einer
Schenkung des Ulrich von Hasenberg,[363] Herren „in Budina,“ welche
sein Blutsverwandter, der Breslauer Bischof Jodocus von Rosenberg
(1456-67) durch Urkunde d. d. Neisse Nov. 21. 1464 bestätigte. (Schw.
Pf.-A.) Die von seinen Vorgängern (predecessores) überkommenen
Heiligthümer waren nachstehende: Primo reliquie Christi: de ligno
domini, de mensali dni., de purpura dni., de collumpna flagellacionis,
de pane (!) in cena dni. relicto cum apostolis, de presepe dni., de
loco, ubi Christus crucifixus est, de aurea porta, de terra sancta, de
virga Moisi. (!) Secundo reliquie b. Marie virginis[364]: de capillis
b. Virg. (!), de peplo euisdem... Reliquie apostolorum: Petri, Pauli,
Andree, de tunico Johannis ap. et evang. Bartholomei, Jacobi maioris,
Jacobi, Philippi, Thome, Mathie, Simonis et Jude... Reliquie sctor.
patronorum martirum: Viti, Wenceslai, Sigismundis, Adalberti, Procopii
confessoris, Cosme et Damiani, Ludmille, X milium militum,[365] Georgii
Laurencii... Reliquie confessorum sctor.: Augustini, Dionysii, Antonii,
Erasmi, Martini... Reliquie Virginum: XI M. Virginum, Katherine,
Barbare, Benigne, Apollonie, Marthe, Marie Magdalene.... Reliquiae
Viduarum sctar.: Anne, matris Marie, Hedwigis, de pallio S. Elizabeth.
-- Ueber die Kultgeräthe fanden sich dagegen nur folgende Angaben: „der
silberne Kelch hot an gewicht 2 margh 1/2 lot; der vorgulte.. 4 margk
ehrlich. (gewogen 17. Juli 1555); mehr ein kleyn vorgult pacifical
mit 14 roten corallen; heilthum de sancta cruce, X milia militum.“
Die beiden Kelche renovierte 1629 der Goldschmied Caspar Andris für
3 [Symbol: Reichstaler] 25 gr. Derselbe Meister richtete 1630 die
Monstranz zu, vergoldete den Melchisedek und setzte ein venedisches
Glas hinein (8 [Symbol: Reichstaler] 27 Gr.); 1632 beschlug er
ein für 9 [Symbol: Reichstaler] erkauftes Missale mit Silber, 43
Loth an Gewicht (21 1/2 [Symbol: Reichstaler]).[366] Die 1629 vom
Kannengießer Balth. Beer verfertigten Leuchter wogen 36 [Symbol:
Pfund])[367] (Probationes zum Bürgerchor im Pf.-A.). Was von all dem
noch gegenwärtig vorhanden, hatte ich nicht Gelegenheit festzustellen.
Manches mag bei der schwedischen Occupation der Stadt 1642 verloren
gegangen sein.[368]

Unter den Schätzen der Kirche selbst sei zunächst ein historischer
hervorgehoben, der Mantel der Herzogin Agnes († 1392), Gemahlin
Bolko’s II., welcher nach der Tradition 1330 den Grundstein zum Neubau
des Gotteshauses gelegt hatte. Der Mantel war 1644 noch vorhanden
(Inventarium post hostem) und wurde neben den Kelchen, Patenen,
Naviculä, Kaselen etc. im Obergewölbe der Sakristei aufbewahrt. Nach
der Abbildung ihres hölzernen Epitaphs (1757 bei Beschießung der Stadt
zerstört) in Luchs’ Schles. Fürstenbildern 29^c war er blau und mit
Hermelin gefüttert. Hinter diesem Kleidungsstücke steht verzeichnet
(Inv. a. a. O.) ein roth geblümter, alter, sammeter Himmel, eine
Stiftung des Breslauer Bürgers H. Bockewitz, welcher dem Schweidnitzer
Magistrate eine Schuldforderung von 36 Gulden 1483 abtrat „zcu eynem
hymmel, den man czewgen (anfertigen) sal vnd tragen in des heiligen
leychnamsz woch vber dem heyligen sacrament.“ (Stadtb. III, f. 93). An
alten Chorröcken besaß die Kirche 1644 37 Stück. Die Supellex templi
residentiae soc. Jesu von 1651 (Pf.-A.) nennt folgende Kostbarkeiten:
Ein vergoldetes Kreuz mit Reliquien, welches der eingegangenen
Thorkirche St. Wolfgang entnommen war; eine große perlene und von
vergoldetem Draht verfertigte kaiserliche Krone, welche vom Begräbniß
des Grafen Schlick mit dem Spolio bekommen; eine andre dergl. Krone mit
ganz güldenen Spangen von der Leiche der Sibylla v. Pannewitz; einen
silbernen, vergoldeten Kelch mit weißen Zieraten (ist ein Meisterstück,
wägt 4 Mk. 4 Lot) von der Erbschaft des Joh. Fränle; drei Meßgewänder
von Brokat, herrührend aus den Sachen des schwedischen Kapitäns (Caspar
Drostvol?), welche nach Wiedereroberung der Stadt Schweidnitz allhier
gefunden worden und Graf Stahremberg uns zum Gottesdienste assigniret.
Sub voce Reliquiaria und Agnus Dei: Ein Bildnis U. L. Frauen de
Misericordia, welches seliger P. M. Cromerus der Residenz verlassen,
das er mit sich aus /Niederland/ gebracht, dessen Fuß schwarz
gebeizt und mit Reliquien in silbernen Spangen versetzt; im silbernen
Mond ein guter orientalischer Topazius, welcher aus der Schatzkammer
von /Mantua/ herrühret[369]. Bilder: Auf Kupfer gemalet Maria und
Joseph, ein Bild des letzteren „auf Bergamen gemahlt;“ ein Moskowitisch
Altärlein (wovon das Museum schlesischer Alterthümer eine ansehnliche
Zahl enthält,) zusammengelegt, mit dem Bildnis U. L. Frauen und der
griechischen Patriarchen, verlassen von Charis. Joh. Wolffstein;
imagines 4^{or} nostrorum Sanctorum in lanella aurea super lignum
nigrum extensae. Musikalische Instrumente: Drei Posaunen von 1642, eine
Feldtrompete, welche die Schweden aus dem Rathhaus sollen genommen
haben; sie entführten auch die Discantgeige und ein weißes Regal. Der
gen. Wolffstein hinterließ auch: Schöne, gelbe, saubere Frauenhaare zur
Zier U. L. Fr. Bild -- (Bei einer Schnitzerei in einer der südlichen
Kapellen der Breslauer Elisabethkirche haben die Holzfiguren auch
natürliches Haar!) -- und eine blechene Laterne mit Moskowitischem
Glas, welche man zusammenlegt.

Noch gegen Ende des 16. Jahrhunderts war der Reichthum der
Schweidnitzer Pfarrkirche außerordentlich, und der poetische Lobredner
der Stadt Nic. Thomas (Encomion Swidnicii. Lipsiae, 1597. S. 15)
konnte noch sprechen von einer gewaltigen Zahl von Truhen für die
kostbaren Kelche und andere metallische Kultgeräthe, von Kaselen für
jeden Festtag des Jahres, von einem Bilde des Heilands, strahlend
von Gold und mit Smaragd besetzt. Das Schicksal dieser Kostbarkeiten
zu verfolgen, ist mir noch nicht möglich gewesen. Viele mögen bei
dem Uebergange des Gotteshauses in lutherische Hände antiquiert
oder anderweitig verwendet worden oder während der mannigfachen
Kriegsdrangsale[370] der Stadt abhanden gekommen sein.

  /Bunzlau./              /Dr. Ewald Wernicke./

FUSSNOTEN:

[362: Die älteste bekannte Erwähnung der Bruderschaft 1370 im Schw.
Landbuch B. f. 38; in ihren Händen befand sich der älteste Ablaßbrief
der Kirche d. d. Reate 1288. Die Neuconstituierung erfolgte nach den
Eingangsworten ihrer Statuten nach den Hussitenkämpfen. Ihre alte
Matrikel wird im Schw. Rathsarchiv aufbewahrt; sie gleicht in der
äußern Form ganz dem a. a. O. beschriebenen Kircheninventar und führt
unter den Personen, für welche Anniversarien zu halten, u. a. an den
Kardinal Spigneus von Krakau, die Bischöfe Peter und Jodocus von
Breslau, die Schw. Pfarrer Franz Ziegenbein und Dr. Caspar Weigel.]

[363: 1468-71. Landeshauptmann der Fürstenthümer Schweidnitz-Jauer
(Zeitschr. d. hist. Ver. in Breslau, XII, 50.)]

[364: Der ihr geweihte, desolate Flügelaltar von 1492 enthält im
Schrein die kunstreich geschnitzte Darstellung ihres Todes; er wurde
1588 von dem Maler Pantaleon Beuchel nach noch vorhandener Instruction
renoviert. cf. Schles. Vorzeit, 21. Ber., S. 189 ff.]

[365: Ein Altar derselben bestand seit etwa 1413 in der südlichen
Thurmhalle.]

[366: Ein Kunstschlosser dieses Namens arbeitete 1591 das prächtige
Gitter um die Taufkapelle (s. m. Baugeschichte der Kirche S. 24 ff.).]

[367: Der Bericht des Präcentors Müssiggang erwähnt S. 110 zum Jahre
1490 die Anschaffung zweier brokatener Meßgewänder für 186 G. mit den
aus Perlen gestickten Bildnissen der Kirchenpatrone und der heiligen
Jungfrau.]

[368: Bericht des Vorstehers im Pf.-A.: „Nachdem die feindliche Armee,
18,000 Mann stark, herfür gebrochen, nach Erstürmung der Festung Glogau
auch diese Stadt attaquiret und nach zweitägiger Beschießung durch
grobe Stücke, Granaten und Feuereinwerfung dermaßen beängstiget, daß
sie sie (1642) den 3. Juni früh 8 Uhr einbekommen etc.“]

[369: Dazu gehörte ein Schleier von Flor über das Altärlein von
indischem Holz, worin die Statue stand, gestiftet von Frau Ostin.]

[370: cfr. Zeitschrift f. Gesch. Schlesiens XIV, S. 9. ff.]



  (Mit einer Beilage.)

Verantwortliche Redaction: Dr. /A. Essenwein/. Dr. /G. K.
Frommann/.

Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in
Nürnberg.


Gedruckt bei /U. E. Sebald/ in Nürnberg.



  BEILAGE ZUM ANZEIGER FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.

  1879.    _Nº 9._    September.



Chronik des germanischen Museums.


  /Nürnberg/, den 10. Sept. 1879.

Was sich langsam im Laufe der Jahre vollzieht, gibt kaum je Anlaß zur
Erwähnung durch den Chronisten. Deshalb enthalten unsere Mittheilungen
an dieser Stelle auch so selten Nachrichten über den Fortgang
unserer Sammlungen und Arbeiten. Heute müssen wir aber Veranlassung
nehmen, eines Werkes zu erwähnen, das nun in den jüngsten Tagen zum
Abschlusse gekommen ist. Schon im jüngsten Jahresberichte haben
wir der Kupferstichsammlung und der darauf bezüglichen Arbeiten
Erwähnung gethan. Nunmehr ist der ganze reiche Bestand sowohl der
Kupferstichsammlung des Museums, als jener der Stadt Nürnberg und
der Merkel’schen Familienstiftung, katalogisiert, wohl geordnet,
auf Untersatzbögen gezogen und systematisch in Kapseln gelegt, zur
Benützung bereit. Die Bestände, welche freilich in jüngsten Jahren
große Mehrung erfahren, sind weit höher, als die vorherige Schätzung
annehmen ließ. Sie übersteigen 100,000 Blätter. Die Sammlung des
Museums allein umfaßt ca. 70,000. Es ist somit aller Grund vorhanden,
mit Genugthuung auf die geschehene Arbeit zurückzublicken und davon mit
dem Wunsche hier Notiz zu nehmen, daß eine gedeihliche Entwickelung
auch in Zukunft diesem Theil unserer Anstalt beschieden sein möge.

Seit Veröffentlichung des Verzeichnisses in der vorhergehenden Nummer
wurden folgende /neue Jahresbeiträge/ angemeldet:

=~Von Privaten.~ Brandenburg.= Dr. Biermann,
Oberlehrer a. d. Ritterakademie, 3 m. =Nürnberg.= Wilhelm Jäckel,
Hopfenhändler, 4 m. =Sulzbach.= Rupprecht, Bürgermeister, 2 m.
=Zwickau.= Dr. med. Beyer 3 m; Ficker, Regierungsrath, 3 m.

Unsern Sammlungen giengen ferner folgende Geschenke zu:

I. Für die kunst- und kulturgeschichtlichen Sammlungen.

(Nr. 8175-8181.)

=Köln.= /Becker/, Oberbürgermeister: 2 böhmische Pfeile des 15.
Jahrhunderts. /Verwaltungsausschuß für die Errichtung eines Denkmales
Friedrich Wilhelms/ III.: Medaille auf die Enthüllung des Denkmals. --
=München.= /Schandri u. Wahnschaffe/, Kunst- u. Buchhandlung: Neuester
Plan von München. -- =Nürnberg.= /Fränkel/, Kupferstecher: Porträt
des Fürst-Primas Dalberg. /Schätzler/, Oberinspektor: Proklamation
des Reichsverwesers, Erzherzogs Johann v. Oesterreich, vom 15. Juli
1848. Bronzemedaille auf die dritte Säcularfeier des Gymnasiums
zu St. Anna in Augsburg. 1831. -- =Thiersheim.= (Oberfranken).
/Magistrat/: Landwehrtschako. -- =Werdau.= /Ferd. König/, kais.
Telegraphenamts-Vorstand: Toillettespiegelrahmen aus Eisen geschnitten.
17.-18. Jahrh.

II. Für die Bibliothek.

(Nr. 39,778-39,853.)

=Berlin.= /L. Clericus/: Ders., eine Waldmann-Reliquie. 1879. 8.
/Dr. Fr. Wagner/, Gymnasialprofessor: Ders., die Wahl Konrad II.
zum römischen König. 1871. 8. Wagner, P., Eberhard II., Bischof von
Bamberg. 8. /Franz Lipperheide/, Verlagshndlg.: Lessing, Muster
altdeutscher Leinenstickerei. -- =Bern.= /Künstlergesellschaft/:
Beiträge zur Geschichte der Kunst u. des Kunsthandwerks in
Bern im 15., 16. u. 17. Jahrh. 1879. 4. -- =Bonn.= /Verein von
Alterthumsfreunden im Rheinlande/: Ders., Jahrbücher etc., Heft LXIV
u. LXV. 1878. u. 79. 8. -- =Brünn=. /Histor.-statist. Sektion der k.
k. mähr.-schles. Gesellschaft/ etc.: Chlumecky, Karl von Zierotin
und seine Zeit. 2. Bd. 1879. 8. -- =Darmstadt.= /Histor. Verein für
das Großherzogthum Hessen/: Ders., Archiv etc. XIV. Bd., 3. Hft.
1879. 8. -- =Dinkelsbühl.= /K. Lateinschule/: Schepß, sechs Maihinger
Handschriften. 1879. 8. Pr. /K. Realschule/: Dies., Jahresbericht
f. d. J. 1878-79. 8. Mayer, gloses bibliques in achtsilbigen
Versen. 1879. 8. Pr. -- =Dresden.= /Statist. Bureau des k. Sächs.
Ministeriums d. I./: Dass., Kalender und statist. Jahrbuch f. d.
Königreich Sachsen auf das Jahr 1880. 8. -- =Dürkheim a. d. Haardt.=
/K. b. Lateinschule/: Dies., Jahresbericht im Jahre 1878-79. 8. --
=Erfurt.= Bernh. Hartung: Ders., die Häuser-Chronik der Stadt Erfurt.
Thl. II, Heft 1-5. 1878. 8. -- =Fiume.= /Ernst Mayer/, Professor:
Ders., die Hilfsmittel der Schiffahrtskunde zur Zeit der großen
Länderentdeckungen. 1879. 8. Sonderabdr. -- =Frankfurt a. M.= /Dr.
Ludwig Pastor/: Ders., die kirchlichen Reunionsbestrebungen während
der Regierung Karls V. 1879. 8. -- =Freiburg i. Br.= /Herder’sche
Verlagshandlung/: Janssen, Zeit- u. Lebensbilder. 1879. 8. -- =Genf.=
/L’institut national Genevois/: Dass., Mémoires etc.; t. XIV^{me}
1879. 4. -- =Köln.= /Dr. Herm. Becker/, Oberbürgermeister: Journal
litéraire, t. XVIII, 1. partie. 1731. 8. -- =Landshut.= /Histor.
Verein für Niederbayern/: Ders., Verhandlungen etc.; XX. Bd. 1. u.
2. Heft 1879. 8. -- =~Leipzig.= /B. G. Teubner/, Verlagshdl.: Archiv
für Litteraturgeschichte, hrsg. von Schnorr von Carolsfeld; Bd. IV,
3. 4. V-IX, 1. 1875-79. 8. -- =Lüttich.= /Institut archéologique
Liégeois/: Dass., bulletin etc.; t. XIV., 2. livr. 1879. 8. -- =Mainz.=
/Friedr. Schneider/, Dompräbendat u. Subcustos: Ders., die Ausstellung
der Achat-Industrie zu Idar (Birkeufeld). Separatabdr. 1879. 8. --
=München.= /Frauenarbeitsschule/: Dies., Jahresbericht für das Jahr
1878-79. 4. /Schandri und Wahnschaffe/, Verlagshdlg.: Mayer und
Westermayer, statist. Beschreibung des Erzbisthums München-Freising;
19. Lfg. 1878. 8. Guide to Munich and its environs; 4^{th} ed. 1879. 8.
-- =Münnerstadt.= /K. b. Studienanstalt/: Dies., Jahresbericht etc.;
1878-79. 8. Maurer, Sätze aus der Reihenlehre. 1879. 8. -- =Neisse.=
/Philomathie/: Dies., 20. Bericht etc.; 1879. 8. -- =Nürnberg.= /H.
Döhlemann/, Kaufmann: Zahn, specula physico-mathematico-historica
notabilium ac mirabilium sciendorum etc. etc. 1696. 2. /Bayr.
Gewerbemuseum/: Sibmacher, Entwürfe für Goldschmiede. 4. /W. Kohlmann/,
Handlungscommis: Aeliani de varia historia libri XIIII... 1567.
16. /K. Kunstgewerb-Schule/: Dies., Jahres-Bericht für das Jahr
1878-79. 8. /Schätzler/, k. Oberinspektor: Biblia, d. i. die gantze
h. Schrifft, verdeutscht durch D. Mart. Luther. 1654. 8. Beyschlag,
kurze Nachrichten von dem Gymnasium zu St. Anna in Augsburg. 1831.
8. Unterthänigste Vorstellung des Magistrats der Stadt Miltenberg an
die Ständeversammlung zu München, das Entschädigungs-Gesuch wegen
entzogenem Marktrechte betr. 1822. 2. /Ungenannter/: Die Sprüche der
Gewerbe in Nürnberg bei Ueberreichung ihrer Hausschenken auf der
k. Burg an Se. Maj. Maximilian II. König von Bayern. 1855. 8. --
=Pforzheim.= /F. von Belli/: Corpus juris canonici... Gregorii XIII.
pontif. max. jussu editum... 1696. 4. Justiniani... codicis repetitae
praelectionis libri XII. 1705. 4. Corpus juris civilis Romani etc.
etc. 1705. 4. Carpzovii... practicae novae imperialis Saxonicae rerum
criminalium pars prima etc. etc. 1739. 2. Beylagen zu den Estorischen
anfangsgründen des gemeinen und reichsprocesses. etc. etc. 1753. 4.
Meister, vollständige Einleitung zur peinlichen Rechtsgelehrsamkeit in
Teutschland. 1776. 4. Höpfner, theoretisch-practischer Commentar über
die Heineccischen Institutionen etc. etc. 1795. 4. -- =Regensburg.=
K. /Lyceum/: Franziß, der deutsche Episcopat in seinem Verhältniß
zu Kaiser und Reich unter Heinrich III. 1879. 8. Pr. -- =Reval.=
/Estländische literar. Gesellschaft/: Archiv für die Geschichte Liv-,
Est- und Curlands; n. F. VI. Bd. 1879. 8. -- =Rostock.= /Universität/:
Eckmann, Hermann von Lerbecke, mit besonderer Berücksichtigung seines
Lebens und der Abfassungszeit seiner Schriften. 1878. 8. Engelhardt,
über das Gebiet des Luheflußes in der Lüneburger Haide. 1879. 8. Hamel,
zur Textgeschichte des Klopstock’schen Messias. 1878. 8. Rudloff,
Untersuchungen zu Meier-Helmbrecht von Wernher dem Gartenäre. 1878.
8. Saß, zur Genealogie der Grafen von Dannenberg. 1878. 8. Schmidt,
die natürlichen Bedingungen für die formalen Gegensätze im Kunstepos
und Volksepos des Mittelalters, aufgezeigt am Nibelungenliede und
Hartmann’s Iwein. 1878. 4. Schwartz, die Fürstenempörung von 1192 u.
1193. 1879. 8. Schweppe, études sur Girart de Rossilho, chanson de
geste provençale, suivis de la partie inédite du manuscrit d’Oxford.
1878. 8. Starck, die Darstellungsmittel des Wolfram’schen Humors;
u. 15 weitere akadem. Gelegenheitsschriften. -- =Rotterdam.= /Van
Hengel und Eeltjes/, Verlagshandlg.: Archief voor Nederlandsche
Kunstgeschiedenis.... bijeengebr. d. Obreen. Deel 2. Aflev. 11-15.
4. -- =Salzwedel.= /Altmärkischer Verein für vaterländ. Geschichte
und Industrie/: Ders., 19 Jahresbericht; Abth. für Geschichte.
1879. 8. -- =Schwerin.= /Verein für meklenburgische Geschichte und
Alterthumskunde/: Ders., Jahrbücher und Jahresbericht; 40. Jahrg.
1875. 8. -- =Siegen.= /Eduard Manger/, Rechnungsrath: Ders., die
Bestattung der Leiche des Fürsten Johann Moritz von Nassau-Siegen.
1879. 8. Sonderabdr. -- =Stuttgart.= /Carl Lotter/: Ders., Stammbaum
der Familie Lotter in Schwaben (in 2 Exemplaren). 1879. 8. /Paul
Neff/, Verlagshdlg.: Die Kunst für Alle etc.; Lfg. 28 u. 29. 2. --
=Tübingen.= /Dr. Adelbert v. Keller/, Universitäts- Professor: Ders.,
altdeutsche Handschriften; 4. 1879. 8. -- =Werdau.= F. /König/, kais.
Telegraphenamts-Vorstand: Innung des Tuchmacherhandwerks zu Werdau.
Pgm. Hs. 1664. 2. Innung des Wagnerhandwerks zu Werdau. Pgm. Hs.
1693. 2. Innung des Bäckerhandwerks zu Werdau. Pgm. Hs. 1534. 2.
=Wernigerode.= /Harz-Verein für Geschichte und Alterthumskunde/: Ders.,
Zeitschrift etc.; XII. Jhg. 1879, 1. u. 2. Heft. 1879. 8. -- =Zürich.=
/Allgemeine geschichtsforschende Gesellschaft der Schweiz/: Dies.,
Jahrbuch etc., IV. Bd. 1879. 8. -- =Zweibrücken.= K. /Studien-Anstalt/:
Dies., Jahresbericht für das Jahr 1878-79. 8. Autenrieth, emendationes
Sophocleae. 1879. 8. Pr.



Schriften der Akademieen, Museen und historischen Vereine.


/Korrespondenzblatt des Vereines für siebenbürgische Landeskunde./
Redigirt von Franz Zimmermann. Hermannstadt, 15. August 1879. Nr. 8. 8.

Auf dem breiten Stein stehen. Von J. Wolff. -- Zu Albert Huet’s
Biographie. Von Dr. Fr. Teutsch. -- Siebenbürger in Padua. --
Beschwörung des Wetters. Von Dr. Fr. Teutsch. -- Kleine Mittheilungen
etc.

/Der Kirchenschmuck./ Blätter des christlichen Kunstvereines der
Diöcese Seckau. X. Jahrg., 1879. Nr. 8. Graz, 1879. 8.

Die Pfarrkirche St. Oswald zu Eisenerz. -- Der gothische Baustyl in
Italien. -- Malwerke aus dem Mittelalter in Graz. (Fs.) -- Studien an
den Grabstätten alter Geschlechter der Steiermark und Kärnthens. Von
Leop. v. Beckh-Widmanstetter. -- Notiz etc.

/Die Wartburg./ Organ des /Münchener Alterthumsvereins/.
Zeitschrift für Kunst und Kunstgewerbe mit Berücksichtigung der
Neuzeit. VI. Jahrg., 1879. Nr. 8. Redacteur: Dr. Carl Förster. München,
1879. 8.

Die internationale Kunst-Ausstellung in München vom August bis Oktober
1879. -- Glaskelche und Glaspatenen, Vortrag... von Carl Friedrich. --
Kleine Mittheilungen etc.

/Kunst und Gewerbe./ Wochenschrift zur Förderung deutscher
Kunst-Industrie. Herausgegeben vom /Bayrischen Gewerbemuseum/ zu
Nürnberg. Redigirt von Dr. Otto von Schorn. Dreizehnter Jahrgang, 1879.
Nr. 33-36. Nürnberg, 1879. 8.

Einiges über den Teller und seine Dekoration. Von A. Naske. -- Kleine
Nachrichten etc. etc. -- Abbildungen: Stoffmuster v. 17. Jhdt. --
Italien. Majolika-Gefäß vom 16. Jhdt. -- Schmiedeisen-Gitter vom 16.
Jhdt. -- Pokal von Virgil Solis.

/Mittheilungen des Bayrischen Gewerbemuseums zu Nürnberg./
Beiblatt zur Wochenschrift: /Kunst und Gewerbe/. Redigirt von Dr.
O. von Schorn. Sechster Jahrgang, 1879. Nr. 17 u. 18.

Bekanntmachungen etc. etc.

/Entwürfe für Goldschmiede/ von Johann Sibmacher. Aus dem Jahre
1590. Mit einem Vorwort von Dr. O. von Schorn. Herausgegeben von dem
/Bayr. Gewerbemuseum/. Nürnberg, Korn. (1879.) hoch 4. 8 Stn. u.
11 Tafeln.

/Blätter für Münzfreunde./ Numismatische Zeitung. /Organ des
Münzforscher-Vereins/. Herausg. von H. Grote. Fünfzehnter Jahrgang.
Nr. 78. Vom 15. Aug. 1879. Mit 1 lithograph. Tafel. Leipzig, 1879. 4.

Markgräfl. Jülich’scher Groschen. -- Schaustück des Herzogs Arnold von
Geldern, 1423-1465. -- Rader-Albus des Grafen Dietrich von Limburg.
-- Kupfer-Pfenning der Stadt Anholt. -- Dietrich von Elsaß, Graf von
Flandern, 1128-1168. -- „Witten“ des Grafen Wilhelm von Limburg. --
Münze des Grafen Johann von Spanheim. -- Oesterreichischer Raitpfennig.
-- Hohlpfenning des Bischofs Johann IV. v. Münster. -- Gräfl.
Wolkensteinischer Jeton. -- Der Trebitzer Bracteat Nr. 4 und sein
Seitenstück gräflich Brena’schen Gepräges. Eine Erwiderung von Dr. A.
Erbstein. -- Literatur. -- Miscellen etc.

/Monatsbericht der k. preuß. Akademie der Wissenschaften zu
Berlin./ Mai 1879. Berlin, 1879. 8.

Zu der Frage über die Abfassungszeit des Periplus maris erythraei. Von
Dillmann.

/Der deutsche Herold. Zeitschrift für Heraldik, Sphragistik und
Genealogie./ Organ des Vereins „Herold“ in Berlin. X. Jahrg., 1879.
Nr. 6 u. 7. Berlin, 1879. 4.

Vereinsangelegenheiten. -- Ueber die Wappen auf dem Kloster
Wienhausen’schen Teppich. Von F. K. -- Die Familie von Hoyquesloot.
Von J. Graf v. Oeynhausen. -- Außereuropäische Wappen. IV. Von L.
Clericus. -- Zur Frage der Abstammung des Minnesängers Friedrich
von Hausen. Von Clem. Frhr. von Hausen. -- Graf von Kaysermarck u.
Ossolinsky. Von K. v. S. -- Zusätze zu den Nachrichten über die von
Walsleben. Von L. Clericus. -- Die Wappen in der St. Ulrichs-Kirche
zu Sangerhausen. Von C. Menzel. -- Beantwortungen von Anfragen. --
Zur Genealogie der von Katte.... Von Dr. G. Schmidt. -- Elsässische
Studien. III. Von Kindler von Knobloch.

/Vierteljahrsschrift für Heraldik, Sphragistik und Genealogie./
Herausgeg. vom Verein „/Herold/“ in Berlin. Redig. von Ludw. A.
Clericus. 1879. II. Heft. Berlin, 1879. 8. Mit 6 Tafeln.

Heraldische Terminologie... zusammengestellt von A. M. F. Gritzner.
(Frts.) -- Die ausgestorbene ostfriesische Familie von Crumminga...
Von Joh. Holtmanns. -- Die Anckelmann. Von H. K. Eggers. -- Aus der
I. Matrikel der Universität Köln. Von W. Crecelius. -- Verzeichniß
der Leichenpredigten, die sich auf dem neustädtischen Rathhause in
Braunschweig befinden. Mitgeth. v. G. H. von Eschwege. (Forts.) --

/Monatshefte für Musikgeschichte/, herausgegeben von der
/Gesellschaft für Musikforschung/. XI. Jahrg., 1879. Nr. 8.
Berlin, 1879. 8. Nebst einer Beilage, Titelblatt u. Vorwort zum
Schletterer’schen Cataloge. (Schl.)

Johann Adolf Hasse’s Werke auf der königl. Bibliothek zu Berlin. Von
Rob. Eitner. (Schl.) -- Hermann Finck über die Kunst des Singens, 1556.
Von R. Eitner. -- Mittheilungen.

/Zeitschrift für Ethnologie./ Organ der Berliner /Gesellschaft
für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte/. Unter Mitwirkung
des zeitigen Vorsitzenden derselben, R. Virchow, herausgeg. von A.
Bastian und R. Hartmann. Elfter Jahrgang, 1879. -- Heft II. Mit Tafel
V-VIII. Berlin, 1879. 8.

Aus den Verhandlungen der Gesellschaft dürften hervorzuheben sein:
Gesichtsurne aus einem Steinkistengrab in Gogolin. Von Florkowski. --
Ueber das Gräberfeld von Giebichenstein bei Halle a/S. Von H. Credner.
--

/Neunzehnter Jahresbericht des Altmärkischen Vereins für
vaterländische Geschichte und Industrie zu Salzwedel./ Abtheilung
für Geschichte. Herausg. v. Th. Fr. Zechlin. Magdeburg, 1879. 8.

Zur Militärgeschichte der Altmark im vorigen Jahrhundert. Von G.
A. von Mülverstedt. -- Zusätze zu J. F. Danneils Wörterbuch der
altmärkisch-plattdeutschen Mundart. Mitgeth. v. Ludolf Parisius. -- Her
Valke und her Cord van Redern zu Wansdorf. Von v. Redern. -- Wo lag
die älteste Burg Salzwedel? Von Bartsch. -- Altmärkische Inschriften.
Von dems. -- Der Bracteatenfund von Bömenzien. Von v. Graba. (Mit
Abbildung.) -- Deutsche Volkslieder mit ihren Singweisen,.. in der
Altmark und im Magdeburgischen aus dem Volksmunde gesammelt von Lud.
Parisius. -- Die Comthure des Johanniterordens zu Werben... Von G. A.
von M. -- Vermischte Mittheilungen. -- Vereins-Bericht.

/Geschichts-Blätter für Stadt u. Land Magdeburg. Mittheilungen
des Vereins für Geschichte und Alterthumskunde des Herzogthums und
Erzstifts Magdeburg./ 14. Jhg., 1879. 2. Heft. 8.

Straßen- und Häusernamen von Magdeburg. Von Dr. G. Hertel. --
Drei Schreiben über die Katastrophe Magdeburgs im Jahre 1631.
Mitgetheilt von Hülße. -- Die Kirchen-Patronate des Klosters U.
L. Fr. im Mittelalter. Von F. Winter. -- Hochzeitsgebräuche des
Magdeburger Landes. Von Ph. Wegener. (Schl.) -- Zur Geschichte des
Heiligengeist-Hospitals und der Capelle Sanct Annen zu Magdeburg. Von
Kindscher. -- Miscellen. Von dems. -- Vereins-Chronik.

/Mittheilungen des Vereins für Hamburgische Geschichte./ 2.
Jahrgang, 1878/79. Nr. 7-9. Mai-Juli. Hamburg, 1879. 8.

Vereinsnachrichten. -- Von einigen Taufbecken- und Glockeninschriften
des 15. Jahrhunderts. Von M. Gensler. -- Hamburg im Volksliede. Von W.
H. Mielck u. K. Koppmann. -- Ein alter Gelagsgruß. Von C. Walther. --
Georg Neumark in Hamburg. Von K. Koppmann. -- Ein Beitrag zur Literatur
der Faustdramen. Von Otto Rüdiger. -- Betekalk. Lesekalk. Von K. E. H.
Krause. -- Altona. Von K. Koppmann. -- Crucepenninge. II. Von C. F.
Gädechens. -- Politische Demonstrationen im französischen Theater zu
Hamburg 1799 u. 1805. Von A. Wohlwill. -- Vom Lachsessen. III, IV u. V.
Von Koppmann, Voigt u. Handelmann. --

/Zeitschrift des Architekten- und Ingenieur-Vereins zu Hannover./
Herausgeg. von dem Vorstande des Vereins. Redigirt von Keck.... Band
XXV, Heft 2. (Jahrgang 1879.) Hannover, 1879. 2.



Literatur.

_Neu erschienene Werke._


  14) /Carmina burana selecta./ Ausgewählte lateinische
  Studenten-, Trink- und Liebeslieder des 12. u. 13. Jahrh. aus dem
  Codex buranus mit neudeutschen Uebertragungen, geschichtlicher
  Einleitung, Anmerkungen und Beigaben. Von /Adolf Pernwerth von
  Bärnstein/. Würzburg, Verlag der J. Staudinger’schen Buchhandlung.
  1879. 8. XXX u. 177 Stn.

Die lebensfrischen, bald ernsten, bald leichtfertigen, zuweilen von
hohem dichterischen Schwunge getragenen Rhythmen der mittelalterlichen
Vaganten oder fahrenden Schüler haben sich einer wachsenden Beachtung
und Werthschätzung erfreut, seitdem J. Grimm energisch auf ihre
Bedeutung hinwies und die Blüthe von allen, die Lieder des Archipoeta,
neu herausgab. In neuester Zeit sind mehrere Sammlungen erschienen,
welche vorwiegend die heitere Seite hervorkehren und vorzüglich aus
dem reichen Born der Benedictbeuerer Handschrift schöpfen. Auch die
vorliegende Sammlung ist aus ihr entnommen und bietet uns zugleich
einen recht gelungenen Versuch, durch eine freie und fließende
Uebersetzung die Lieder auch in solche Kreise einzuführen, welchen
sie bisher unzugänglich waren. Wir können dem Verfasser, welcher mit
großer Liebe zur Sache sich seiner Aufgabe gewidmet hat, nur dankbar
dafür sein. Vorausgeschickt hat er eine Darstellung dieser Dichtart und
der Kreise, aus welchen sie hervorgieng. Dafür, daß die Vaganten „an
belebten Kreuzstraßen splitternackt“ gepredigt hätten (S. 22.), möchten
wir uns aber doch einen Beweis ausbitten und ferner uns verwahren gegen
die Verwendung des Wortes bursa=Bursch. Als Collectivbezeichnung kommt
es allerdings vor, aber doch wol nie für einen einzelnen bursarius.
Uebrigens können wir das hübsch ausgestattete Büchlein nur bestens
empfehlen.



Vermischte Nachrichten.


102) Herr Morel Fatio, welcher Untersuchungen auf Pfahlbauten im Genfer
See anstellt, hat ein uraltes großes /Boot/ gefunden, welches
bis auf kleine Schäden am hinteren Ende wohlerhalten ist. Dieser
„Einbaum“ aus einem großen Tannenstamm ist 32 Fuß lang und 2-3/4 Fuß
weit. Das Vordertheil ist mit Schnitzwerk verziert. Diese Reliquie aus
vorhistorischer Zeit kommt in das Museum von Luzern.

  (Nürnb. Presse, Nr. 233.)

103) /Cöln/, 29. August. Die /Restaurationsarbeiten/ an
unserer /Apostelkirche/, einem Baudenkmal ersten Ranges aus der
Blüthezeit des romanischen Stils, nehmen den erwünschten Fortgang
und sind bereits so weit gefördert worden, daß voraussichtlich mit
Ablauf der diesjährigen Bauperiode die prachtvolle, dem Neumarkt
gegenüberliegende Ostpartie der Kirche, einschließlich des reich
profilierten Sockels, fertiggestellt sein wird.

  (D. Reichs-Anzeig., Nr. 205.)

104) /Die Abteikirche zu Knechtsteden/ bei Neuß, ein edler
romanischer Bau des 12. Jahrh., die i. J. 1869 durch einen in den
Wirthschafts-Gebäuden ausgebrochenen Brand zum Theil zerstört und
demnächst mit einem Nothdache versehen wurde, droht nach einem Berichte
der K. Z. die Gefahr allmählichen Untergangs, wenn nicht Maßregeln zur
dauernden Unterhaltung des Bauwerks getroffen werden. Zur vollständigen
Herstellung desselben in alter Schönheit sollen nicht mehr als 60000 m.
gehören; die Kosten für Unterhaltung des Daches und der Wasserabflüsse
sind für die nächste Zeit auf nur 150 m. im Jahre veranschlagt; aber es
fehlt an öffentlichen Fonds, aus denen diese Kosten bestritten werden
können.

Wiederum ein Beleg für die traurigen Verhältnisse, die in dieser
Beziehung in Deutschland herrschen, wenn man sich der Aufwendungen
erinnert, die Frankreich alljährlich für seine historischen Baudenkmale
macht. Es ist vorgeschlagen worden, daß im Kreise Neuß ein Verein
_ad hoc_ gegründet werden solle, der zunächst die obenbezeichneten
Unterhaltungskosten aufzubringen sich zur Aufgabe stellt.

  (Deutsche Bauzeitung, Nr. 66.)

105) /Antwerpen/, 25. Aug. Unserer Stadt droht ein großes
Unglück: der Thurm unserer berühmten /Kathedrale/ erweist sich
so baufällig, dass man seinen Einsturz befürchtet, wenigstens seiner
Spitze von der letzten Galerie an. Zum Bau derselben soll nämlich,
wie es heißt, ein Stein verwendet worden sein, der den Einflüssen der
Witterung nicht genügend Widerstand zu leisten vermag. Die Spitze ist
dem Ruine nahe.

  (Augsb. Postztg., Nr. 201.)

106) /Frankenberg/, 13. August. 1879. /Aus dem westlichen
Amtsbezirk./ Zu den mineralogischen Funden beim Bau der
Chemnitzthalstraße (Granaten, deren und oft ziemlich große noch
alltäglich aufgelesen werden) ist in voriger Woche ein archäologischer
hinzugekommen. Unweit der Bräunig’schen Fabrik in Reitzenthal förderten
Bodenarbeiter ein irdenes Gefäß zu Tage, in welchem sich etwa 40
Silber-Bracteaten von der Größe eines Guldens befanden. Deutlich
zeigten diese überaus dünnen Münzen auf der einen Seite die Figur
eines Adlers. Der scharfen Prägung wegen darf man vermuthen, daß die
letztere in eine an Edelmetallen noch arme Zeit fällt, wo man es damit
noch genau nahm, also wohl früher als die Entdeckung der Freiberger
Silberminen. Leider konnte nur die größere Hälfte des Fundes an die
Behörden abgeliefert werden, da die Arbeiter, in der Meinung, es sei
etwas „Verbanntes,“ mit dem Gefäße übel umgegangen waren.

  (Frankenberger Tagebl., Nr. 189.)

107) In Nr. VIII der numismatischen Blätter von J. Nentwich gibt A.
Bußon ausführliche Mittheilungen über einen Münzfund, der im Mai d.
J. im Spitalwalde bei /Bruneck/ im Pusterthale gemacht und für
das Ferdinandeum in Innsbruck erworben wurde. Er enthält 654 Tiroler
Silbermünzen, Meinhardtszwainziger und Vierer des 13. und 14. Jhdts.,
4 fremde Goldmünzen und einige italienische Silbermünzen. Die Zahl der
Fundstücke scheint ursprünglich noch größer gewesen und ein Theil wol
sofort in verschiedene Hände gekommen zu sein.

108) Ein bisher unbekannter deutscher Goldschmied ersten Ranges
ist durch die diesjährige Ausstellung in Münster bekannt geworden.
Gegenwärtig sind die Arbeiten desselben im Berliner Kunstgewerbemuseum
ausgestellt. Der Meister zeichnet sich Anthon /Eisenhoidt/ aus
Warburg (Westfalen) und stand 1589-1600 im Dienste des Fürstbischofs
von Paderborn, Theodor von Fürstenberg. Seit dieser Zeit sind die Werke
im fideicommissarischen Besitze der Grafen Fürstenberg-Herdringen
geblieben. Es sind dies sechs Stück: zwei Bucheinbände in Folio, ein
Weihbrunnkessel mit Aspergill, ein Crucifix mit Kelch und ein Rauchfaß,
letzteres in gothischem Stile (in der Art des Schongauer’schen
Rauchfasses), die anderen Gegenstände in Spätrenaissance mit figuralem
und ornamentalem Schmuck reich verziert und von vollendeter Treib- und
Ciseliertechnik.

Eisenhoidt war auch Kupferstecher und Stempelschneider. -- Die
Ornamentstichsammlung des k. k. Oesterr. Museums besitzt ein Blatt
dieses Meisters: das Brustbild des Caspar Schuhsper in reicher
Umrahmung mit allegorischen Figuren, bezeichnet: Antonio Eisenhoit
fecit 1585.

Mit W. Jamnitzer lässt sich Eisenhoidt nicht vergleichen. Jamnitzer ist
der größere Künstler; seine Kunst ist stilreiner und vollendeter als
die Eisenhoidts. Bei einigen Stücken mischen sich merkwürdiger Weise
gothische Motive mit Elementen der Spätrenaissance. Sieht man aber
von dieser Eigenthümlichkeit der Stilrichtung ab, und beurtheilt man
Eisenhoidt als Kunsttechniker, so kann es gar keine Frage sein, daß
Eisenhoidt als Goldschmied das figurale wie das ornamentale Relief, die
Treib- und Ciseliertechnik in ganz wunderbarer Weise vereinigt. Er ist
ein Virtuose in seiner Kunst. Direktor Julius /Lessing/ bereitet
eine mit einem eingehenden Texte versehene Ausgabe der entdeckten Werke
Eisenhoidts vor, auf welche wir unsere Leser seiner Zeit besonders
aufmerksam machen werden.

  (Mittheil. d. k. k. Oesterr. Museums f. Kunst u.
  Industrie, Nr. 168.)



Verantwortliche Redaction: Dr. A. /Essenwein/. Dr. G. K.
/Frommann/.

Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in
Nürnberg.


Gedruckt bei U. E. /Sebald/ in Nürnberg.


[Illustration: Spinett des Martinus van der Biest. 1580.]



  ANZEIGER
  FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.

  Neue Folge. Sechsundzwanzigster Jahrgang.

  [Illustration]

  =Nürnberg.= Das Abonnement des Blattes, welches alle Monate
  erscheint, wird ganzjährig angenommen und beträgt nach der neuesten
  Postconvention bei allen Postämtern und Buchhandlungen _Deutschlands_
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  Alle für das german. Museum bestimmten Sendungen auf dem Wege des
  Buchhandels werden durch den Commissionär der literar.-artist.
  Anstalt des Museums, /F. A. Brockhaus/ in Leipzig, befördert.

  ORGAN DES GERMANISCHEN MUSEUMS.

  1879.    Nº 10.     October.



Wissenschaftliche Mittheilungen.



Mittelalterliches Thongefäss,

gefunden beim Umbau des alten Rathhauses zu Hannover.


(Mit einer Tafel).

Als im Jahre 1878 das alte Rathhaus in Hannover nach den Plänen des
Altmeisters Hase wie ein Phönix aus der Asche sich erhob, wurde in
einer Wand des Erdgeschosses durch Zufall ein Thongefäss gefunden,
welches durch seine originelle Form das Interesse aller, welche es
sahen, in hohem Grade erregte. Durch die Güte des Herrn Bauraths Hase
in zeitweiligem Besitz desselben, war ich dadurch in den Stand gesetzt,
dasselbe mit den in den Museen vorhandenen eingehend zu vergleichen;
es ergaben indessen diese Untersuchungen nur ein negatives Resultat.
So viele Museen ich zu diesem Zwecke besucht und wie sorgsam ich nach
einer analogen Form geforscht, es fand sich kein einziges Exemplar,
welches das Charakteristische desselben gezeigt hätte. Wenn sich nun
auch unter den vorhandenen Gefäßen keines befand, welches einen Anhalt
hätte bieten können, um die ehemalige Function des hier gefundenen zu
erkennen, so läßt sich doch aus der technischen Behandlungsweise mit
ziemlicher Sicherheit die Zeit bestimmen, der es angehört.

Wenn man aber in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts
unbedenklich alle unter und über der Erde gefundenen Thongefäße als
heidnisch betrachtete, so hat Dr. Wiggert das Verdienst, nachgewiesen
zu haben, dass ein unverkennbarer Unterschied bestehe zwischen
heidnischen und christlichen Thongefäßen, und daß die Mehrzahl der
in Fundamenten und Mauern alter Gebäude gefundenen Geschirre dem
christlichen Mittelalter angehöre.

In den „Neuen Mittheilungen aus dem Gebiete histor.-antiquar.
Forschungen“, herausgegeben vom Secretair des thüringisch-sächsischen
Vereins für Erforschung des vaterländischen Alterthums, Dr. K. Ed.
Förstemann, Band 1 (1834), Heft 2, S. 101-116, veröffentlichte Dr.
Wiggert einen Aufsatz, betitelt: „Hindeutungen auf den Unterschied
zwischen den irdenen Gefäßen des heidnischen Deutschlands und Gefäßen
des christlichen Mittelalters, auf vorgekommene Verwechslungen und auf
die Einmauerung solcher Gefäße in Kirchen“. In diesem Aufsatze weist
derselbe nach, daß „Gefäße aus dem vorchristlichen Deutschland, seien
es Aschengefäße oder Beigefäße -- höchst seltene Ausnahmen aus der
Fremde gebrachter Gefäße abgerechnet, -- sämmtlich ungebrannt sind,
daher in der feuchten Erde bröckelig, äußerlich nach Verschiedenheit
des Thones gelblich, grau oder schwarz, seltener schwarzblau, weiß
oder ziegelroth, viel häufiger matt, als mit einem glänzenden Ueberzug
von Graphit oder einem dunklen Schwarz, im Bruche (wenigstens nach
der Mitte desselben zu) mehr oder weniger schwarz und mit Sand und
Quarzkörnern und bindender Asche durchwirkt, nicht auf der Scheibe,
höchstens einer sehr unvollkommenen, vielmehr aus freier Hand,
in seltenen Fällen vielleicht mit Hülfe einer Form gemacht. Die
Verzierungen sind entweder mit dem Fingernagel hergestellt, oder mit
einer Art Stempel hineingedrückt, oder mit einem Stifte von Holz oder
Knochen, oder mit einem gekerbten Holze gezogen, oder mit einem
spitzen Eisen eingepunktet. Wären nun nur die Aschenurnen ungebrannt,
so könnte man annehmen, daß sie immer bei einem Leichenbrande erst
verfertigt und deshalb nicht gebrannt wären; aber auch die anderen
Gefäße, in denen man ganz deutlich abgenutzte Wirthschaftsgeräthe
erkennt, sind aus derselben Masse.

Genau davon zu sondern sind manche Gefäße aus dem christlichen
Mittelalter, namentlich des 12.-15., besonders aber des 13. und 14.
Jahrhunderts. Diese sind auf der Scheibe gedreht, von Masse außerhalb
und im Bruche blaugrau, seltener bräunlich, hart gebrannt, oft von sehr
dünnen Wänden, meist mit parallelen und oft sehr zahlreichen, dicht
aneinander schließenden Ringen versehen“.

Wenn auch Wiggerts Charakterisierung der heidnischen Gefäße nicht
vollkommen zutrifft, so gehört doch offenbar unser Gefäß zu den
mittelalterlichen. Es ist klingend hart gebrannt, auf der Scheibe
gedreht, von Masse außerhalb und im Bruche blaugrau, von dünnen Wänden
und mit dicht aneinander liegenden, parallelen Ringen versehen.
Somit würde die technische Behandlung den Ursprung desselben in das
christliche Mittelalter verweisen.

L. Hänselmann stellt uns in einem Aufsatze: „Die vergrabenen und
eingemauerten Geschirre des Mittelalters“ (Westermann’s Monatshefte
1877, Heft I, S. 393) eine Anzahl solcher Gefäße zusammen. Dieselben
sind entweder mit einem Fuße versehen, zum Hinstellen geeignet,
oder mit einem kugeligen oder kegeligen Boden. Erstere sind ihrer
Form nach leicht als Becher, Leuchter, Kannen u. s. w. zu erkennen,
während letztere als Kochgeschirre gedient haben mögen. Ferner kommen
noch Gefäße vor, welche an dem kugeligen Boden etwa 3-4 Cm. lange,
zapfenartige Füße zeigen, wie sie heute noch an eisernen Kochtöpfen auf
dem Lande, welche am Kesselhaken über dem Herdfeuer hängen, vorkommen.
Mit keinem dieser Geschirre hat unser Gefäß eine Aehnlichkeit, und
keinem Bedürfnisse des täglichen Lebens, zu welchen jene verwendet
worden sein mögen, kann dasselbe gedient haben. Das Befremdende und
zugleich Charakteristische daran ist der entschieden nach rückwärts
abstrebende Stiel, welcher seine Verwendung als Hausgeräth zu
vorerwähnten Zwecken, ganz abgesehen davon, daß das Ganze viel zu
winzig dazu ist, nicht zuläßt.

Wir bemerken an der Vorderseite einen Bruch, welcher auf das
Vorhandengewesensein eines Henkels oder eines andern Ansatzes schließen
läßt. Unter dieser Bruchstelle befindet sich ein Loch, welches nicht
zufällig, etwa erst durch die jetzt vorhandene Beschädigung entstanden,
sondern absichtlich in die noch weiche Masse hineingebohrt ist, was der
von außen nach innen gedrückte Thon beweist. Daraus ergibt sich, daß
an der Bruchstelle kein Henkel, sondern der Halter einer Tülle sich
befand, da das Loch unter einem Henkel nur als Oeffnung einer Tülle
einen Sinn gehabt hätte. Um den Bauch des Gefäßes laufen parallele
Ringe, welche auch unter der Tülle, unbekümmert um das Loch, sich
hinziehen. Der untere Theil, mit der Neigung sich zu einem kugeligen
Boden auszubilden, verlängert sich plötzlich zu einem Stiele, welcher
energisch nach rückwärts abstrebt. Der Umstand, daß die Ringe unter
der Bruchstelle hinlaufen, beweist, daß die Tülle für sich gefertigt
ist. Man hat also das Gefäß auf der Scheibe angefertigt und mit Ringen
versehen, den Stiel unten mit der Hand ausgebildet, welches die
unvollkommene Form zeigt, hat dann mit einem runden Stäbchen vorne
ein Loch durchgestoßen und die für sich gefertigte, durchbohrte Tülle
davor angebracht. Die unvollkommene Form des Ganzen zeigt, daß es beim
Brennen verdrückt ist.

Daß das Ganze nicht zum Aufbewahren einer Flüssigkeit gedient haben
kann, oder als Kochgeschirr benutzt wurde, ist klar; wol aber wird
man es als Beleuchtungsgegenstand, als Lampe verwendet haben. Man hat
zu dem Zwecke durch die Tülle einen Docht, und durch diesen oberhalb
der Tülle einen Stift gezogen, um das Niedergleiten des Dochtes zu
verhindern, hat dann den Bauch des Gefäßes mit Oel gefüllt und diese
so hergestellte Lampe mit dem Stiel in ein Loch der Wand oder in
einen an derselben befestigten Ring gesteckt, nach Art der alten
Fackelbeleuchtung. Die Dicke der Bruchstelle des Stiels läßt eine
solche Verlängerung wohl zu. Dasselbe Lampenmotiv wird noch heute
vielfach auf dem Lande, in Blech ausgeführt, verwendet, wo ihm dann ein
Fuß zum Stehen gegeben ist.

Daß in dem alten Rathhause nicht mehr Derartiges gefunden ist,
erklärt der Umstand, daß bei dem Umbau desselben an den vorhandenen
Wänden gar nichts geändert wurde. Dieses Gefäß ist nur durch einen
Zufall, nur dadurch, daß ein Arbeiter mit einem schweren Holze aus
Ungeschicklichkeit gegen die Wand stieß, zu Tage gefördert. Wohl ist
es auf den ersten Blick befremdend, daß nicht schon an anderen Orten
dergleichen Thonlampen, wenn anders solche im Gebrauche waren, sich
vorgefunden haben. Wenn wir aber bedenken, wie wenig von dem thönernen
Hausgeräthe unserer Altvorderen auf uns gekommen im Verhältniß zu der
Masse, die das damalige Bedürfniß erheischte, wenn man mit ziemlicher
Sicherheit annehmen kann, daß die Erde noch so manches derartige
Gefäß birgt, dessen Form uns neu und von dessen Gebrauch uns keine
Kunde geworden, so darf der Umstand, daß dieses Gefäß nur einmal
bisher vorkommt, uns nicht daran irre machen, daß wir es hier mit
einer thönernen Lampe aus dem christlichen Mittelalter zu thun haben.
War zu dieser Zeit die Beleuchtungsweise doch noch im allgemeinen
eine primitive, und war es doch nur dem Reichthume möglich, sich
schöngeformter Beleuchtungsgegenstände aus Metall zu bedienen, so
liegt ja der Gedanke nicht so fern, daß die Armen sich ihre Lampen,
gleich dem übrigen Hausgeräthe, aus Thon fertigten und sich dabei im
allgemeinen an die germanische Urnenform anlehnten. Leicht herzustellen
und nicht kostbar, brauchte man derselben nicht sorgsam zu achten, da
ja eine zerbrochene oder abgenutzte sich leicht und ohne große Kosten
durch eine neue ersetzen ließ.

Wie aber kam nun diese Lampe in die Mauer des alten Rathhauses? Schon
Wiggert glaubte den Brauch, Gefäße einzumauern, auf eine abergläubische
Handlung zurückführen zu müssen, welche Vermuthung ein Jahr später
(1835) durch Jacob Grimms deutsche Mythologie bestätigt wurde.

Es hatte die Alterthumsfreunde in eine nicht geringe Aufregung
versetzt, als bald hier, bald da, in Mauern und Fundamenten, bald
sichtbar, bald verdeckt, in Kirchen und Profanbauten, Thongefäße
gefunden wurden, welche theils aufrecht standen, theils lagen,
oder auch mit der Oeffnung nach unten gestellt, bald mit Asche,
Knochenresten oder Eierschalen, bald mit Sand gefüllt oder auch ganz
leer waren.

Man fragte sich nun immer wieder, was hatte das Einmauern überhaupt
zu bedeuten, da die abweichenden Lagen der Gefäße und die manchfachen
Dinge, mit denen sie gefüllt waren, viele und ganz verschiedene
Deutungen zuließen. Es waren ohne Zweifel heidnische Bräuche, welche
sich bis ins christliche Mittelalter fortgeerbt und christliche Deutung
erfahren, nachdem sie ihre ursprüngliche Bedeutung verloren hatten.

Jacob Grimm berichtet uns nur über das Einmauern überhaupt in seiner
„deutschen Mythologie“, daß man beim Bauen lebendige Thiere oder
auch Menschen mit in den Grund gemauert habe, um der Erde dafür ein
Opfer zu bringen, daß sie die Last auf sich dulde; man wähnte dem
Gebäude dadurch eine unerschütterliche Festigkeit zu verleihen, oder
sonstige Vortheile zu erreichen. Nach dänischer Ueberlieferung wird
unter den Altar ein Lamm eingemauert, damit derselbe unverrückt stehen
bleibe. Langes, gutes Wetter wird durch Einmauern eines Hahnes zuwege
gebracht. Bei Viehseuchen wird ein Stück der Herde unter die Stallthür
lebend begraben. Auf der Burg Liebenstein wurde ein lebendes Kind
eingemauert (Bechstein, thür. Sagenschatz 4, 157). In der Ringmauer
des Schlosses Reichenfels ist ebenfalls ein lebendes Kind eingemauert:
„ein hervorragender Stein bezeichnet die Stelle; wollte man ihn
herausreißen, würde die Mauer alsogleich zusammenstürzen“ (Jul.
Schmidt, p. 153).

Wir sehen an diesen Beispielen, welche Grimm nur neben vielen andern
anführt, wie der Aberglaube dunklen Mächten ein Sühnopfer brachte.
Fortschreitende Humanität ließ von Menschenopfern absehen, und man
mauerte dann symbolisch nur leere Särge ein (Spiels Archiv I, 160). Nur
vom Einmauern irdener Gefäße berichtet uns Grimm nichts. Daß dieselben
aber eingemauert sind und in diesem Sinne eingemauert sind, beweist
eine Stelle in Ariostos „Orlando furioso,“ auf welche uns Hänselmann
in seinem schon oben erwähnten Aufsatze aufmerksam macht. Im vierten
Gesange des rasenden Roland singt Ariost von einem Zauberschlosse in
den Pyrenäen, auf dem Atlas seinen Schützling Rudiger gefangen hält,
um ihn vor drohender Gefahr zu bergen. Bradamante folgt der Spur des
Geliebten; durch die Kraft eines Zauberringes von ihr besiegt, muß
Atlas seine Gefangenen freigeben, sein Werk zerstören. Diese Zerstörung
bewirkt er nun dadurch, daß er die Ollen, die Gefäße, die der Stein
birgt, zertrümmert. Von Hermann Kurz übersetzt, lautet diese Stelle:

  „Die Schwelle ruht auf einem Felsenstollen,
  Auf dem ein Talisman geschrieben stand;
  Gefäße birgt der Stein, man nennt sie Ollen,
  Sie rauchen stets von innerlichem Brand.
  Zerbrochen läßt er sie zu Boden rollen,
  Und öd’ auf einmal steht die Felsenwand:
  Die Mauern und die Thürme sind geschwunden,
  Als hätte nie sich hier ein Schloß befunden.“

Auch hier sehen wir, wie die Ollen das Bestehen des Schlosses bedingen.
Wo wir also solche Gefäße finden, sei es in den Fundamenten, sei es in
den Mauern selbst, werden wir es mit einem Bausegen zu thun haben.

Es war natürlich, als eine mildere Sitte Menschenopfer nicht mehr
zuließ, als man nur noch symbolisch leere Särge einmauerte, daß damit
auch bald das Einmauern lebender Thiere in Wegfall kommen mußte. Wie
man nun die geheimnißvollen Mächte sich eben so willfährig machte
mit symbolischen Menschenopfern, so genügte auch jetzt ein Theil
vom geschlachteten Thiere, also ein gewöhnliches Thieropfer, um den
Bau vor Schaden zu bewahren. Das Thieropfer, welches vorzugsweise
Krieger und Jäger darbrachten, galt als besonders kräftig, während der
Landmann Erzeugnisse des Feldes darbot. Es fiel also jetzt der alte
Brauch mit dem Speiseopfer zusammen; es war derselbe verallgemeinert
und hatte seinen speciellen Charakter verloren, und so war es denn
natürlich, daß das Opfer dann in den Gefäßen, die zur Zubereitung oder
Aufbewahrung von Speise und Trank dienten, dargebracht wurde. Dies
mußte dahin führen, daß die Wahl des zu Opfernden nicht mehr an einen
bestimmten Wunsch gebunden war, ja, daß man schließlich, ebenso wie
leere Särge, auch leere Gefäße einmauerte, ohne Rücksicht auf ihren
früheren Gebrauch. War man überzeugt, die Gunst geheimnißvoller Mächte
sich durch Einmauern leerer Särge zu erwerben, warum nicht auch durch
symbolisches Speiseopfer?

Es könnte befremden, wie diese heidnischen Bräuche sich bis ins 16.
Jahrhundert hinein erhalten konnten, was ja der Inhalt der aus dieser
Zeit stammenden Gefäße beweist, wenn es nicht bekannt wäre, daß noch
heute, in unserem 19. Jahrhundert, der Aberglaube und der Glaube an
heilkräftigen Zauber in so hohem Maße besteht, daß, beständen die
Hexengerichte noch zu Rechte, dieselben vollauf zu thun hätten.

Wie auf römischem Boden, als das Christenthum die alten Götter
verdrängte, heidnische und christliche Elemente sich mischten und
keines dem Einflusse des anderen sich ganz entziehen konnte, wie die
neuplatonische Schule, die eifrige Vertheidigerin des Heidenthums,
ihren Göttergestalten andere Gedanken unterlegte und die Vielheit auf
eine Einheit göttlichen Wesens zurückführte und somit ein christliches
Moment in sich aufnahm, wie anderseits den Christen der heidnische
Orpheus ein beliebtes Bild für Christus wurde, ohne daß eine ernstliche
Verwirrung auf religiösem Gebiete zu befürchten gewesen wäre, so mußten
auch die Bekehrer unserer heidnischen Vorfahren den Ansichten derselben
manche Concession machen. Wie es eine Concession an das Heidenthum
war, daß sie den Hahn als Wetterfahne auf Kirchthürmen gestatteten,
nur daß sie dem Gebrauche eine christliche Idee unterlegten, so
werden auch die Opferbräuche beim Bau mit in das Christenthum herüber
genommen sein und eine christliche Deutung erfahren haben. Damit mußte
dann der heidnische Sinn der Ceremonie bald schwinden, und sie konnte
sich leicht bis zur neuesten Zeit halten. Es war auch natürlich, daß
die Baumeister des Mittelalters nichts davon in ihren schriftlichen
Aufzeichnungen erwähnten, um nicht in den unliebsamen Geruch der
Zauberei zu kommen. Es waren auch wol nicht die Meister, sondern
die Maurergesellen, welche an dem Brauche festhielten. Hätte dieses
Einmauern von Gefäßen irgend welchen anderen, profanen Zwecken gedient,
so wäre dies sicher erwähnt. Wie tief noch heute der Aberglaube im
Volke wurzelt, mag der Umstand beweisen, daß bei einem Brückenbau zu
Halle, welcher 1843 vollendet wurde, die Leute wähnten, daß man eines
Kindes zum Einmauern in den Grund bedürfe (Jac. Grimm, Mythol. II, S.
956.)

Von diesen vermauerten Gefäßen machen eine Ausnahme diejenigen,
welche zum Zwecke des Isolierens vergraben sind, wie solche
vorgefunden wurden im Jahre 1869 beim Bau des neuen Gymnasiums zu
Wernigerode am Harz. Darüber berichtet Dr. Friedrich (Zeitschrift des
Harzvereins für Geschichte und Alterthumskunde, 21. Mai 1872): „Bei
den Ausschachtungen für die Grundmauern stieß man in einer Tiefe von
6-7′, zwischen Ueberresten von älteren Seitenmauern, auf einen 1-1/2″
dicken Gips-Estrich, der 5′-6′ breit war. Unter demselben standen
nun in regelmäßigen Reihen, dicht nebeneinander, mit der viereckigen
Mündung nach unten gekehrte Schmelztiegel (sog. Almeröder Tiegel) aus
graugelber, stark mit Sand gemischter Thonmasse, von 5″ Höhe und 3-1/2″
bis 4″ weiter Mündung. Je sieben bildeten eine Reihe, und es wurden
deren etwa 200 ausgehoben. Die Anlage setzte sich jedoch noch unter
das nicht ausgehobene Erdreich fort. Da der unter den Schmelztiegeln
befindliche Boden stark wasserhaltig war, so ist es wol keinem Zweifel
unterworfen, daß die Topfaufstellung zur Drainage (? Isolierung)
gedient hat.“

Mit Ausnahme derjenigen also, die offenbar zur Isolierung gedient
haben, kann man alle eingemauerten Gefäße als Weihgefäße betrachten,
welcher Gebrauch, aus dem Heidenthum mit herübergenommen, durch das
Christenthum eine andere Deutung erfuhr. Auf diesen Brauch ist auch
jedenfalls die noch heute oft vorkommende Sitte der Maurer, eine
Flasche einzumauern, zurückzuführen. Auf solchem beruhen die Beigaben
des Fundaments, das Fest der Grundsteinlegung, die Gleichenfeste, die
Richtfeste unserer Zeit, und es mögen diese Feste den Arbeitern nicht
weniger Veranlassung zur Festhaltung der Gebräuche gegeben haben, als
der Aberglaube.

Die Thongefäße, mit welchen zu Frankfurt a. M. am Eschenheimer Thurm
die Rüstlöcher zugesetzt sind, „um diese,“ nach A. v. Cohausen, „bei
späteren Arbeiten leicht wieder finden und öffnen zu können (Erbkam,
Zeitschrift für Bauwesen, Berlin 1868, S. 74), scheinen mir in erster
Linie durch Beobachtung jenes alten Brauchs dorthin gelangt zu
sein, und nur nebenbei hat man die Rüstlöcher als passende Stellen
dazu erwählt. Derselbe Brauch endlich ist es gewesen, welcher unser
Thongefäß Jahrhunderte lang, wahrscheinlich mit mehreren andern, in die
Mauer des alten Rathhauses zu Hannover gebannt hat, und sollte es einst
nöthig werden, das alte Rathhaus von Grund aus zu erneuern, was ein
gütiges Geschick noch lange Jahrhunderte verhüten möge, dann dürfte die
Sammlung christlich-germanischer Alterthümer um manches interessante
Stück vermehrt werden.

  /Hannover./              /Reimers./



Luthers Tischgebete.


Daß Dr. Luther bei seiner Bibelübersetzung und bei der Abfassung seines
Katechismus (Enchiridion) die Mühe nicht gescheut hat, sich über die
Art und Weise zu orientieren, in welcher man vor ihm der Gemeinde
die Schätze der christlichen Religion auslegte und zueigen machte,
ist namentlich seit Joh. /Geffcken/: Der Bildercatechismus des
15. Jahrh. (Leipzig, 1855, S. 6 ff.) und Gerh. v. /Zezschwitz/:
System der christlich kirchlichen Katechetik, II. Bd. 1. Abth. (Leipz.
1864, S. 329 ff.) allgemein bekannt. Eine Menge altlateinischer und
deutscher Auslegungen und Text-Ueberlieferungen waren in Luthers
Erinnerung, und es kennzeichnet ihn geradezu die Berücksichtigung
dieser sachlichen wie sprachlichen Traditionen als den wahren Volks-
und Kirchenschriftsteller. Den Nachweis freilich zu führen über die
Quellen, aus denen Dr. Luther geschöpft, und alle die Werke bestimmt
zu bezeichnen, an die er sich mehr oder weniger eng angelehnt hat,
ist nicht leicht, schon wegen der Menge und der dermaligen Seltenheit
vieler der in Frage kommenden Werke. Dem Zufalle mußte und muß noch
jetzt Vieles überlassen werden.

Zufällig bin ich nun auf ein Buch gestoßen, in dem sich schon zwei
Stücke aus dem kleinen Katechismus finden, die man bisher immer als
Luthers eigenste Produkte angesehen hat, nämlich: die Gebete, welche
Luther, mit den biblischen Stellen: Psalm 145, 15-16 und 106, 1. 147,
9-11 vereint, dem Katechismus einverleibt hat unter der Ueberschrift:
Wie ein Hausvater sein Gesinde soll lehren das Benedicite und
Gratias sprechen (Quo pacto patresfamilias suam familiam etc.[371].
In dem 4 unsignierte Blätter umfassenden Drucke: Εισαγωγη προς των
γρβμματων ελληνων || Elementale introductoriū In Idioma Graecanicū“,
welchen der in der Geschichte des griechischen Unterrichts in
Deutschland höchst bedeutungsvolle, humanistische Jurist Nicolaus
/Marschalk/ aus Roßla in Thüringen (daher „Thurius“ genannt)
als Professor zu /Erfurt/ im Jahre 1501 oder 1502 als Hilfsbuch
für den ersten griechischen Unterricht erscheinen ließ[372], stehen
als vorletztes[373] Lesestück (Bl. 3b-4a) unter der Ueberschrift:
„Benedictio Mensae || ευλογια τραπεζης“[374] folgende zwei Gebete:

  „Benedic nos domine et tua dona. quae de largitate tua sumus sumpturi
  per Christum dominum nostrum. Amen.“ --

  „Agimus gratias tibi omnipotens deus pro universis tuis in nos
  beneficiis qui uiuis et regnas in saecula saeculorum. Amen.“

Unter dem rothen lateinischen Texte ist mit schwarzer Schrift der
entsprechende griechische gedruckt. Diese beiden Gebete stimmen bis auf
unbedeutende Abweichungen in der sprachlichen Form[375] und bis auf die
Erweiterung der Anrede[376] wörtlich mit denen im Katechismus überein.

Es fragt sich nun, woher hat Dr. Luther diese Gebete genommen? Sind
sie ihm, der im Sommerhalbjahr 1501 in Erfurt inscribiert wurde und
sich nach väterlichem Willen zu einem Rechtsgelehrten ausbilden sollte,
durch Marschalk bekannt geworden, durch diesen Juristen, der mit
Maternus Pistoris damals zu Erfurt die Humaniora in Epoche machender,
anregendster Weise vertrat? Oder hat er sie erst später kennen gelernt?
Oder endlich hat er sie und hat sie vielleicht Marschalk selbst aus
einer älteren mündlichen oder schriftlichen Quelle geschöpft? Und aus
welcher? Ich vermag leider z. Z. nicht, die Frage zu entscheiden,
da ich weder für Luther, noch für Marschalk eine andere Quelle mit
völliger Sicherheit, nachweisen kann.

Eins bemerke ich aber doch. Daß die Gebete Dr. Luthern nicht originell
zugehören, ist nach dem Vorausgehenden nicht zu bezweifeln. Dieselben
aber Marschalk zuzuschreiben, dagegen machen sich Bedenken geltend.
Das Introductorium Marschalks ist bis auf die Schlußpartieen nichts
als ein nur wenig veränderter Abdruck des griechischen Elementarbuchs,
welches Aldus Manutius als Anhang zuerst seinem ersten Drucke, der
Ausgabe des Compendiums der griechischen Grammatik des Lascaris, im
Jahre 1495 und dann im Verein mit einer „Introductio perbreuis ad
hebraicam linguam“ seinen Rudimentis gram. lat. ling. im Jahre 1501
beigegeben hatte (s. Anm. 2). Nur die beiden letzten Lesestücke des
Introductorii: die Benedictio mensae und die Dicteria (s. Anm. 3),
sind nicht aus Manutius abgedruckt, der an ihrer Stelle „Aurea carmina
Pythagorae“ und „Phocylidis poema admonitorium“ bietet. Hat nun
Marschalk alles Uebrige einem anderen Autor entnommen, so liegt eine
gleiche Vermuthung auch für diese beiden letzten Stücke nahe. Dafür
spricht auch der Umstand, daß die von Manutius mit doppelsprachigem
Texte publicierten Lesestücke, abgesehen von den letzten beiden,
inhaltlich ganz /bekannte/, von den Kindern frühzeitig angeeignete
Stoffe sind, die in pädagogisch correcter Weise verwendet werden, um
den Kindern die ihnen noch unbekannte fremdsprachliche Form schneller
anzueignen, zu appercipieren. Das Gleiche scheint der Fall zu sein
mit den von Marschalk beigefügten Tischgebeten. Außerdem ist es
ziemlich unwahrscheinlich, daß der Jurist und Humanist Marschalk eigene
Tischgebete gefertigt und sie dann zur Erleichterung des griechischen
Unterrichts habe drucken lassen. Ich möchte daher diese Gebete für
älteren Datums halten, für alte in Klöstern oder Gelehrtenschulen
angewandte religiöse Formeln. Vielleicht hat sie Marschalk aus dem
/ersten/ Theile der Rudimenta Grammatices Latinae Linguae des Manutius
entlehnt, der die Elemente der /lateinischen/ Grammatik behandelt. Hier
finden sich nämlich nach einer kurzen Belehrung über die Buchstaben und
einigen Buchstabier- und Syllabierübungen mehrere religiöse Lesestücke
in latein. Sprache: Ave Maria, Pater noster, Symbolum, Decem praecepta,
Salue Regina, Initium Euangelii secundum Joannem, Psalmus alternis
dicendus, darauf latein. Morgen- und Abendgebete und Tischgebete („ad
benedicendam mensam“), und zwar zunächst: „Ante prandium“ und „Post
prandium“, dann „Ante coenam“ und „Post coenam“. Das Gebet: „Ante
prandium“ (Bl. a 4b) lautet in seinem Anfang: „Benedicite. Oculi omnium
-- imples omne animal benedictione. Gloria patri et filio... Κύρι᾽
ἐλέησον Pater noster ... Benedic domine nos“ etc. -- ganz so wie bei
Marschalk. Ebenso bilden die Worte: „Agimus tibi gratias“ etc. bei
Manutius die Mitte des Gebetes „post prandium“, welches beginnt: „Tu
autem domine miserere nostri. Deo gratias. Confiteantur“ ... (Bl. a
4b). Sonach hätten wir, wenn sich diese Tischgebete nicht in der Zeit
vor 1501 für Deutschland etwa aus Wiener, Münchener oder St. Gallener
Handschriften[377] nachweisen lassen, zunächst /Italien/ als das
Heimatland der sogenannten Lutherischen Tischgebete anzusehen.

/Nach/ Marschalks Indroductorium begegnen wir den Gebeten
in Deutschland in /lateinischer/ Sprache und griechischer
Uebersetzung (die nach Obigem wol zuerst Marschalks Werk war) zu
wiederholten Malen und zwar in den verschiedenen Ausgaben des
„Elementale Introductorium in Idioma Graecanicum“, u. A. in der 1511
zu /Wittenberg/ in officina Jo. Gronenbergii gedruckten und
von Herm. Trebellius erweiterten Ausgabe[378]. In /deutscher/
Sprache habe ich die Gebete schon vier Jahre vor der Abfassung und dem
Erscheinen des kleinen Katechismus gefunden. Die für die Geschichte des
Elementarunterrichts wie für die Geschichte der Katechetik wichtige
Schrift: /Eyn Boͤkeschen vor de leyen vnde kinder..../ die von
Justus Jonas 1525 verfaßt sein soll, bis zum Jahre 1529 jährlich
neu aufgelegt wurde und mir in der bis jetzt vergebens gesuchten
ersten Ausgabe: „Wittemberch 1525“, vorlag[379], enthält nach den 10
Geboten, dem Glauben und dem Vaterunser mit Auslegung „Dat benedicite
vnde gratias“ in folgender Zusammensetzung: „/Dat Benedicite./
Psalm cxliiij Aller ogen waren... mit wolgeuall. Vader vnse etc. (Bl.
B 3^a). /Dat bedt/ Here Godt hemmelsche Vader segne vns vnde
desse dyne gaue... /Dat Gratias/ Dancket dem heren.... Vader
vnse. /Dat bedt/ (Bl. B 3^b) Wy dancken dy here God vader doͤrch
Ihesum....“. Das ist genau schon der Wortlaut, in dem die Gebete später
in Luthers Katechismus übergegangen sind! Die Ueberschrift: „/Dat
bedt/“ führt sie als einen bekannten und fixierten Stoff ein. Woher
hat ihn nun Dr. Luther entnommen? Zunächst aus dem Laienbüchlein?
Wahrscheinlich. Aber wer hat die einfachere Form, die wir bei Marschalk
kennen lernten, zu der volleren im Laienbüchlein (oder, wie es auch
heißt, in der Laienbiblia) erweitert? Hat dabei die ähnliche, vollere
Form aus den Rudimenten des Manutius zu Grunde gelegen? Vielleicht
vermag ein Leser dieses Blattes Auskunft zu geben.

  /Plauen/ im Vogtlande.           /Joh. Müller./

FUSSNOTEN:

[371: Siehe den lat. Text in /J. T. Müller/: Die Symbol. Bücher der
evang.-luth. Kirche (Stuttgart 1860, 2. Aufl.), S. 367 f. -- Die zwei
Gebete beginnen im „Catechismus deutsch“ also: „Herr Gott, himmlischer
Vater, segne uns und diese deine Gaben“ etc. „Wir danken dir, Herr Gott
Vater, durch Jes. Christ. unsern Herrn für alle deine Woltaten“ etc.]

[372: Vergl. über Marschalk (geb. 1470, 1500-1502 in Erfurt, dann
in Wittenberg am Hofe Joachims I. v. Brandenburg, hierauf Professor
in Rostock, † 1525) besonders: Chr. /Schoettgenii/ Opuscula minora
historiam Saxonic. illustrantia (Lips. 1767) p. 339-52. /F. W.
Kampschulte/: Die Universität Erfurt, I (Trier 1858) S. 52 ff. /O.
Krabbe/: Die Universität Rostock (1854), S. 281 ff. -- Mir liegt von
dem Introductorium ein der Orthographia Marschalks (1501 Erphord.)
angebundenes Exemplar der Bibliothek zu Dresden vor. Orts-, Jahr- und
Druckangabe fehlt. Am Schlusse der dazu und mit dem Introductorium
zusammengehörigen „Introductio ad litteras hebraicas“ stehen aber als
einzige Namensangabe und Empfehlung, welche sich im ganzen Buche außer
einem kurzen Vorwort des berühmten Venediger Druckers Aldus Manutius
zu diesem seinem hebräischen Elementarbuch findet, ein lat. Distichon
/Marschalks/ „de Laude litterarum hebraicarum“ und ein griech. mit lat.
Uebersetzung „de laude litter. graec.“ -- Da die mit dem Introductorium
ein Werk bildende „Introductio perbreuis ad hebraicam linguam“ den
Aldus Manutius zum Verfasser hat und erst als Anhang der im Februar
1501 gedruckten Aldi Manutii Rudimenta grammatices latinae lingua (Ex.
in München) erschienen ist (vergl. Fr. Ad. /Ebert/, Allg. bibliogr.
Lexic. Leipzig 1821 u. 30 sub Nr. 12984 u. 11735), so kann Marschalks
Abdruck dieses hebräischen Elementarwerkchens nicht vor /Ende/ des
Jahres 1501 ausgegeben sein, vielleicht 1502. In die Zeit des Erfurter
Aufenthalts (bis 1502) und der dasigen graecophilen Thätigkeit
Marschalks gehört das Buch wol sicher. -- Schon im October 1501 war mit
demselben Titel: „Εἰσαγωγη“ etc. ein kürzeres Schriftchen „expressum
Erphordiae per Lupambulum οινοχοον alias Schencken“ von Marschalk
herausgegeben worden, welches denselben Stoff wie das obige enthielt,
ausgenommen die Lesestücke (s. Anm. 3). Exempl. in Leipzig. Vergl.
/Graesse/, Trésor des livres rares etc. Tome II [1861], p. 467.]

[373: Voraus gehen, nach einer kurzen Zusammenstellung und Eintheilung
der griechischen Buchstaben, Abbreviaturen und Colligaturen und
Accente, folgende Lesestücke: Oratio dominica, Salutatio angelica (Ave
Maria), Symbol. apostolic., Euangelium Joannis (d. i. Joh. 1, 1-14),
Salut. angel. (Salue regina). Das letzte Lesestück bilden „Dictoria id
est prouerbia septem sapientium metrice.“ Alle Lesestücke sind „graece
et juxta latine“ gegeben, jener Text schwarz, dieser roth gedruckt.]

[374: Nach dem Titelblatt sollte über dem zweiten Gebete die
Ueberschrift: „Gratiae post mensam“ stehen.]

[375: Bei Luther ist benedicere mit dem Dativ construiert und statt der
Conjug. periphrast. das Praes. „sumimus“ gebraucht.]

[376: Statt „domine“ hat Luther: Domine Deus pater coelestis, und
statt „omnipotens deus“ hat er: Domine Deus pater, per Jesum Christum,
Dominum nostrum.]

[377: Die Züricher Antiquar. Mittheilungen III, 105-16, in denen
/Keller/ Benedictiones ad mensam aus alten (XI. Saecl.) St. Gallener
Hdschen. mittheilt, habe ich nicht einsehen können.]

[378: Beschrieben in der Notitia Bibliothecae Scholae Dresdensis
Crucianae bei /Schöttgen/ a. a. O. p. 322 f. Exempl. auch in Leipzig.]

[379: /G. v. Zezschwitz/, a. a. O. II, 1, 319 u. 499, desgl.
/Geffcken/, a. a. O. 19, /K. F. Schneider/, Luthers kl. Catech.
(Berlin 1853) S. XXII (die Ausgabe: Wittenberg 1528 ist bei Schneider
abgedruckt) kennen nur Ausgaben von 1526-28. /K. F. A. Scheller/,
Bücherkunde der Sassisch-Niederdeutschen Sprache (Braunschweig 1826)
führt dagegen schon S. 170 Nr. 667, S. 176 Nr. 684, S. 182 Nr. 710,
S. 189 Nr. 738 Ausgaben aus den Jahren 1525, 26, 27, 29 an; die erste
Ausgabe habe ich jedoch in Wolfenbüttel nicht finden können, wohl aber
in der gräfl. Stolbergischen Bibliothek zu Wernigerode (Hc. 1015, Nr.
3) und sie durch die bekannte Liebenswürdigkeit des H. Bibliothekars
Jacobs zur Einsicht erhalten. Sie stimmt bis auf Dialektunterschiede
und einige Kleinigkeiten mit allen späteren überein. Die Ausgabe,
Erfforde 1527 (in Wolfenbüttel) führt (aber nur sie) den Titel: /Der
Leyen Biblia/. -- Das interessante Büchlein ist vielfach verwechselt
worden mit Melanchthons Handbüchlein oder Elementa puerilia (1523 ff.)
Es ist ein zweifelsohne für die sogen. /deutschen Schulen/ oder die
unterste Klasse einer Lateinschule bestimmtes Buch, in dem für die drei
wichtigsten Fächer, welche die deutschen Schulen pflegten, eine kurze
Anleitung gegeben wird: für Religion, für die Elemente des Rechnens
und für das Briefschreiben. Das Buch enthält nämlich das Alphabet, De
Ludtbockstauen, De stummen bockstauen; dann unter der Ueberschrift:
„Der leyen bibel“ den Text der 10 Gebote, des Glaubens, Vaterunsers,
die Stelle Marc. 16, 16 („von der dope“), die Einsetzungsworte des
Abendmahls; darauf „Eyne vnderwisynge“ über die drei „ytliken mynschen
tho der salicheyt“ nützen „dinck“, eine Auslegung des Glaubens, eine
Anweisung zum Beten am Morgen, bei Beginn der Arbeit, das Benedicite
und Gratias, Abendgebet, eine Auslegung des Vaterunsers, einen
Abschnitt von der Beichte; dann (Bl. C 1 b. edit. princ.) „de duͤdesche
tall mit den cifern“ (keine Belehrung über die Rechenoperationen
selbst) und endlich (Bl. C 2a-8a) „dat titel Boͤkeschen wo me eynem
ytliken scryuen schal.“

Die Wahl der Form des religiösen Stoffes steht unter Luthers Einfluß,
ja, die ganze Erläuterung des Glaubens ist aus Luthers „Eyn kurcz
form der zehenn gepott... des Glaubens... desz Vatter unsers“ Witt.
1520 genommen und steht gleichlautend in Luthers „Eyn Bettbüchlein
der Zehen Gepott“ etc. Witt. 1522. Das Werkchen gilt als die letzte
und wichtigste Vorarbeit zu Luthers Katechismus. Doch ist man über
den Verfasser im Unklaren. Ich vermag nicht das Buch mit Zezschwitz
u. A. für den „Katechismus“ zu halten, der nach Luthers Brief an
Hausmann v. 2. Febr. 1525: „Jonae et Islebio [Agricolae] mandatus est,“
einmal, da es nur zwei Drittheile religiösen Inhalts hat, und ferner,
weil die Randverzierung auf dem Titelblatt der Editio princeps die
Jahreszahl „1524“ zeigt und das Buch schon 1525 gedruckt vorlag, was
zu dem „mandari“ im Februar 1525 nicht passen will. Zezschwitz kannte
die Ausgabe 1525 nicht. Viel eher möchte ich auf Bugenhagen, der von
1503 an bis zu seiner Uebersiedelung nach Wittenberg Schulrektor (in
Treptow) gewesen ist, als Verfasser schließen, wenn er nur ein einziges
Mal in seinen Schulordnungen v. 1528 ff. das Buch anführte. So scheint
mir nichts übrig zu bleiben, als es für ein Werk des Druckers Jörg
/Rhaw/, der ja selbst Schriftsteller war, zu halten, für ein Werk,
bei dem er sich theils an Luthers Arbeiten anlehnte, theils vielleicht
auch die Hilfe von Jonas oder Bugenhagen in Anspruch nahm und erhielt.]



Johann Herrgott.


Kirchhoff behandelt im Archiv für Geschichte des deutschen Buchhandels
1878, 1. Heft, S. 15 u. f. ausführlich den Proceß und das Ende des aus
Nürnberg stammenden Buchdruckers Johann Herrgott, den Herzog Georg
wegen socialistischer Umtriebe 1527 in Leipzig hinrichten ließ. Bekannt
ist, daß sich Luther am 26. September 1525 über ihn beim Rathe der
Stadt Nürnberg wegen des Nachdruckes seiner Schriften beschwerte.

Für den Geschäftsbetrieb des Herrgott sind folgende drei Urkunden des
Nürnberger Stadtarchivs (Conservat. 33, Bl. 166^b-167^a, Conservat. 34,
Bl. 77^b u. Bl. 160^b) von Belang.


1.

Hanns Hergott Buchtruckher vnnd Kungund sein eewirtin Burger alhie
eins vnnd maister Jorig Wuest von Burckbernheim annderstails bekennen:
Nachdem bede tail einen Buchdruckerhanndel mit einannder gehabt vnnd
getriben vnnd sie aber inn solchem gegen einannder irrig worden, das
sich derhalb vff die gethanen Rechnung, so bede tail inn beisein
Jacoben Bopfingers, als von gerichtswegen darzu vorordent, erfunden
hat, das obgemelter Herrgot vnnd sein eewirtin gedachtem Maister
Jorigen Wuest für seinen tayl noch schuldig sein zwei vnd achtzig
gulden in münz. Die sollen vnd wollen benante bede eeleut ermeltem
Wuesten nach volgender gestalt entrichten: Nemlichen also par zwen
gulden, vff Monntag nach Lucie einen halben gulden, darnach alle
wochen einen halben gulden. Mer neben bestimpten wochenlichen halben
gulden vff Lichtmes siben gulden, Walburgis siben, Laurenti siben vnnd
vff allerheiligen tag alles schirst nach einander kument aber[380]
siben gulden, biß also die obbestimpt Sum̅a gennzlich entricht
wirdet, vnnd wo sie ein oder mer fristen nit hielten, das dann die
gannz vnbezalt Sum̅a verfallen sein soll, alles als inn erclagtem,
eruolgtem vnnd vnuerneutem Rechten vnnd bey verpfenndung irer habe vnd
gütter solcher schulden vor meniglich inn eegeschribem rechten darauff
habenndt zu gewartten. Dagegen sollen vilbemelten beden eeleuten alle
pücher, pappir, werckzeug, schulden vnnd annders nichts ausgenomen
bleiben vnnd werden, doch das sie herwiderumb alle schulden, so man im
hanndel schuldig ist, one des Wuesten costen enntrichten vnd bezalen.
vnnd damit so wolten bede tayl aller irer irrung vnd anvordrung halb,
so ein yeder tail zu dem anndern biß vff dato gehabt, entlich[381]
vertragen sein vnnd bleyben mit dem zusagen, derwegen inn ewig zeit
vber solchs wie obstet verrer kein tail zu dem anndern kein vordrung
mer zu haben noch zu gewynnen in kein weise, alles inn pester form on
geuerde. Actum in judicio 2 post conceptionis Marie 11 Decembris 1525.

Jorg Wusst bekennt obgeschribner suma gar beczalt sein, quittirt darumb
in pester form vnnd hinfuro zu ewigen tagen an sie nichczit[382] mer zu
fordern. Testes her Niclaus Haller vnnd Martin Pfinczing. Actum 4. post
Penthecost. 12. Juni 1527.


2.

Hanns Herrgot bekennt, das er sich gegen maister Michel Kuder von
Wysenstaig bey Vlm gelegen ime das new Testament klain mit figuren zu
trucken hernachuolgennder gestallt verwilligt haben wöll: Nemblich das
derselb Michel Kuder im yeczo für papier vnnd allen anndern vncossten,
so darüber geen würt, neünczig vnd ain halben guldein an guter müncz
bezalen vnnd außrichten soll, wie dann bescheen sey, vnnd der er ine
vnnd seine erben für sich vnnd all sein erben ledig vnnd loß sagt,
dagegen soll er der Herrgot schuldig sein vierczehen hundert klayne
newe teütsche Testament ain yedes mit vierhundert figuren zutrucken,
die acht tag vor sanndt Michels tag schieristkünfftig par berait vnnd
gefertigt sein sollen vnnd ime dem Kuder dauon der halb tayl nemblich
sybenhundert hie in Nürmberg, die vnprüchenlich, sawber vnnd aller ding
gefertigt sein, vom Herrgot vngepunden für gedachte sum̅a gelts vnnd
nit mer zu bemelter zeit [:v]beranntwurt werden vnd der annder halb
tayl ime dem Herrgot als das sein pleyben. Wo er aber das werckh der
vierczehnhundert Testament gemelter maßen vnnd zu der zeit wie gehört
nit thun vnnd volpringen wurde, daran in doch nichts dann gottes gewalt
verhindern soll, so hab bemelter Kuder oder sein erben gut fueg vnd
recht das ganncz werckh der vierczehenhundert Testament an ine oder
seine Erben zu erfordern, ime auch das von ine on alle widerred vnnd
behelff, wie die zuerdenncken weren, bezalt vnnd zugestelt werden
sollen, alles als in erclagtem, eruolgtem vnd unuernewtem rechten alle
arglist vnnd geuerde hierinn ganncz außgeschlossen in pester form,
wie dann vilbenanter maister Michel Kuder sollichs auch angenomen vnnd
dermaßen bekannt hat. Actum in judicio rusticorum ut supra (2. post
Margrethe 16. July 1526).


3.

Michel Kuder von Wissenstaig bey Vlm gelegen bekennt, das Hanns
Herrgot puchtrucker ime die sybenhundert newe Testament, so er ime in
laut aines vertrags hieuor am 77 plat in disem puch eingeschryben,
angedingt, zu der zeit, wie das geding im selben vertrag verlaut,
zu seinem guten völligen bebenüegen zugestelt vnd also dem gannczem
innhalt des yeczuermelten vertrags volg vnd gnug gethon hab. Demnach er
für sich vnd sein erben ine den Herrgot vnnd all sein erben vmb dasselb
alles in pester form ledig vnnd loß sagt. Testes Herr Sebolt Horneckh
doctor vnnd Leonhart von Ploben. Actum 3ª post Lucie 18. December 1526.

  /Meißen./      /W. Loose./

FUSSNOTEN:

[380: abermals, wiederum.]

[381: gänzlich.]

[382: nichts.]



Revers über eine Rasur in einer Urkunde.


Albrecht von Hohenlohe bekundet, daß die von gleicher Hand wie die
übrige Urkunde überschriebene Rasur in zwei Zeilen in dem Revers, den
er seiner Schwester Margaretha von Brauneck, Burggräfin von Magdeburg,
über deren Verschreibung ihrer Herrschaft und Leute an ihn und seine
Erben ausgestellt hat, mit seinem Wissen und ohne böse Absicht
geschehen sei und der Verschreibung nicht nachtheilig sein solle.

  25. März 1422.

Wir Albrecht von Hohenlach bekennen, verjehen und thun kunt offenlich
mit disem briff vor allermeniclich fur uns, alle unser erben, als die
wolgeboren unser liebes swesterlein Margareth, burggreffin zu Maydburg
etc., genant von Brawneck, fur sich, ir erben, in solicher angeborner
liebe, fruntschafft und wolgetrawen, als si dann vor andern lewten zu
uns hat, und auch allzeit haben mag und sol, uns unsern erben eingeben
hat ir herschafft, lewt und gut nach lawt und sage des versigelten
briffs, mit solicher burgschafft dorynn begriffen, den wir unserm
liben swesterlein dorumb geben haben; in demselben unserm briff ir
von uns gegeben in zweyen zeylen getyligt und abgeschabt und dach mit
einer hant und schrift in solich abschabung wider geschriben ist,
das alles also ungeverlichen an alle arglist geschehen und zugangen
ist und dieselben wort sich also anheben, in der ersten abgeschabten
zeyl: _ir und iren erben, ir herschafft, lewt und gut wider eingeben_,
und die ander abgeschabt zeyl hebt sich also an: _die obgenant unser
liebe swesterlein alle ir erben dartzu alle ir helffer, oder wem sis
bevelhen_. Also bekennen wir fur uns und unser erben, das dieselbe
abschabung geschehen ist mit unserm gutem wissen, und sol auch dem
obgenanten unserm swesterlein, iren erben an demselben irem briff nicht
schaden bringen, und wir ader unser erben noch nyemancz von unsern
wegen uns dowider nicht behelffen mit deheinen sachen, das unserm
swesterlein oder iren erben zu schaden kumen mochte, on geverde. Des
zu einem waren urkunde so haben wir unser[383] eigen insigel mit guter
wissen an disen briff tun hencken, der geben ist von Cristi geburt
vierczehenhundert und in dem zwei und zwentzigstem jare am mitwochen
nechst nach dem suntag Letare.

Urschrift auf Pergament mit grünem Wachssiegel B 15, 2, 65 im gräfl.
Haus-Archiv zu Wernigerode. Das grüne Wachs ist nach innen vertieft in
das gelbe eingelassen, so daß das Siegel concav erscheint. Darstellung:
die beiden rechtsschreitenden hohenloheschen Leoparden übereinander
im unbehelmten Schilde; darum ein Dreipaß, aus dessen drei Winkeln
sog. Eselsrücken in den Kreis der Umschrift hineinragen; letztere in
gothischer Minuskel, nur unvollkommen lesbar: ~s’ alb..., de h -
oenloch~ ⁑)

  /Wernigerode./              /Jacobs./

FUSSNOTE:

[383: Die Worte von /so/ bis /unser/ stehen auf einer Rasur.]



Zu einem vermeintlichen Lutherspruche[384].


  15 Æ 96.

  Her gott durch deine güte
  Bescher Schwartze mentel vnd grüen Hütte,
  ein Schon weib, vil Rinder
  wentzig (_wenig_) Kinder
  einen guten mut
  vffen winter Einen Zobeln Hudt.

  Wolff von Stehau (_Stechau_)
  D. b.

Aus dem Stammbuche des Hans Ludwig von Sperwerseck zu Steinreinach und
Schneit, „consiliarius provincialis, praeses in Burglengenfeld, pro
tempore orator et legatus Principis Palatini“. (Bibliothek des german.
Museums Nr. 16280. 4. Bl. 60.)

  /Dr. Frommann./

FUSSNOTE:

[384: S. Anzeiger f. K. d. d. V. 1878, Nr. 1, Sp. 16.]



  (Mit einer Beilage.)

Verantwortliche Redaction: Dr. /A. Essenwein/. Dr. /G. K.
Frommann/.

Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in
Nürnberg.


Gedruckt bei /U. E. Sebald/ in Nürnberg.



  BEILAGE ZUM ANZEIGER FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.

  1879.    Nº 10.    October.



Chronik des germanischen Museums.


  /Nürnberg/, den 15. October 1879.

Am 16. und 17. September hielt der Verwaltungsausschuß des
germanischen Museums seine diesjährige Versammlung ab. Es haben daran
theilgenommen die Herren: Dr. H. Beckh, Großhändler v. Grundherr,
Professor Dr. Hegel, Direktor Herzer, Rechtsanwalt Freiherr v. Kreß,
Centralgemäldegallerie-Direktor Dr. Reber, Geh. Hofbaurath Dr. v.
Ritgen, Senator Dr. Römer, Direktor der Ambraser-Sammlung Dr. Freiherr
v. Sacken, Professor Dr. A. Schultz, Professor Dr. Stumpf-Brentano,
Gutsbesitzer Freiherr v. Tucher, Geh. Reg.-Rath Dr. Waitz, Professor
Dr. aus’m Weerth und Dr. Zehler.

Außer der Prüfung der Arbeiten des abgelaufenen Jahres, welche zu
wesentlichen Erinnerungen keinen Anlaß gab, wurde die Richtung für
die Thätigkeit der Anstalt in nächster Zeit besprochen, und fand sich
in Beziehung auf die zunächst in Angriff zu nehmenden Aufgaben eine
Uebereinstimmung, die um so erfreulicher, als bei Feststellung über
den Rahmen der Thätigkeit eines Jahres hinausgegangen werden mußte.
Nachdem, wie schon in diesem Blatte berichtet, die großen Arbeiten an
der Kupferstichsammlung ihren vorläufigen Abschluß gefunden, wurde
beschlossen, die Einrichtung derselben in dem neuen für sie bestimmten
Lokale und die Beschaffung entsprechender Schränke als die nächste
Hauptaufgabe in’s Auge zu fassen.

Da in den jetzt im Bau begriffenen östlichen Theilen Räume für die
systematische Zusammenstellung von Gipsabgüssen der hervorragendsten
deutschen Skulpturwerke, zunächst des Mittelalters, sich ergeben,
so soll nunmehr auch an die systematische Abrundung dieser Sammlung
gegangen und zunächst Werke des romanischen Stiles in Aussicht genommen
werden. Da auch die definitiven Säle für die Gemäldesammlung nunmehr
ihrer Vollendung entgegengehen, so mußte auch die Aufstellung letzerer
erwogen werden. Natürlich sind mit diesen drei Hauptaufgaben Ausgaben
verbunden, die nicht in einem einzigen Verwaltungsjahre getragen werden
können; daher wurde unter Erörterung dessen, was in dem nächsten Jahre
geschehen kann, zugleich die Aufgabe für drei Jahre besprochen und
festgestellt. Doch werden an den übrigen Abtheilungen des Museums die
Arbeiten nicht gänzlich unterbrochen werden, und der Etat hat auch die
dafür nöthigen Mittel für 1880 vorgesehen.

Seit Veröffentlichung des Verzeichnisses in der vorhergehenden Nummer
wurden folgende /neue Jahresbeiträge/ angemeldet:

Von =~Privaten~=: =Bonn.= von Decken, Oberberghauptmann,
3 m.; Hanstein, Antiquar, 2 m.; Leydel, Rentner, 3 m.; Märtens,
Bauinspektor, 3 m. =Deggendorf.= Karl Mückl, Curatus der
Irrenanstalt, 2 m.; Heinrich Reinhardt, Apotheker, 2 m. =Fürth.=
Philipp Farnbacher 2 m.; Fortmeier, Fleischermeister, 2 m.; Hamberger,
Zollpraktikant, 2 m.; Schildknecht, Fleischermeister, 2 m.; Karl
Wollner, 2 m. =Giessen.= Ferdinand Broel, Bautechniker, 2 m.; K.
Gail, Fabrikant, 5 m.; Dr. Gutfleisch, Rechtsanwalt, 5 m.; Dr. Hempel,
Apotheker, 3 m.; Dr. Franz v. Liszt, Professor, 3 m.; Dr. Mettenheimer,
Apotheker, 3 m.; Dr. Weiffenbach, Gymnasiallehrer, 2 m. =Hall=
(Schwaben). v. Daniel, Regierungsrath, 3 m.; Ehemann, Professor, 2 m.;
Haßler, Präceptor, 2 m.; Schauffele, Conditor, 2 m.; Seeger, Professor,
2 m. =Kissingen.= Christian Freiherr Lochner von Hüttenbach,
genannt Heußlein v. Eußenheim, k. Kämmerer und Hauptmann a. D., 10
m. =Mannheim.= Paul Stälin 2 m. =Meiningen.= Schuffner,
Gymnasiallehrer, 2 m. =München.= Sulzbeck, Major und Kommandeur
des I. Trainbataillons, (statt früher 3 m.) 5 m. =Nürnberg.=
Berthold, Privatier, 2 m.; Maxim. Piller, Hauptmann u. Compagniechef
im 14. Inf.-Regt., 3 m. =Schwabach.= C. Pohl, rechtskundiger
Bürgermeister, 2 m. =Schweinau.= Joh. Ad. Ramsbeck, Kaufmann, 2
m. =Speier.= Freyburger sen., Rentbeamter a. D., 3 m. =Tetschen
a. Elbe.= Louis Blesson 2 m.; E. Lempe 2 m.; M. Sanna 2 m.; Moritz
Schilff 2 m.; Victor Wetzel 2 m. (Die ersten 4 Herren haben bereits
im Jahre 1878 diese Beiträge geleistet.) =Thalstein b. Jena.= v.
Tümpling, kais. deutscher Legationssekretär, 10 m.;

Als /einmalige/ Beiträge wurden folgende gegeben:

=Hall= (Schwaben). N. N. 40 pf.; Dr. Schnitzer 1 m.
=Innsbruck.= Dr. Stumpf-Brentano, Univers.-Prof., 78 m. 10 pf.

Unsern Sammlungen giengen ferner folgende Geschenke zu:

I. Für die kunst- und kulturgeschichtlichen Sammlungen.

(Nr. 8182-8198.)

=Amberg.= /K. Gewehrfabrik/: Modell eines bayerischen Kürasses. --
=Berlin.= Ch. /Wilberg/, Landschaftsmaler u. Lehrer an der k. Akademie:
„Nah und Fern“, Radierungen des Herrn Geschenkgebers; 3 Blätter.
Schlußheft. -- =Darmstadt.= /Dr. A. Buchner/, Rechtsanwalt: 40 kleinere
Silbermünzen des 17. u. 18. Jahrh. -- =London.= /Dr. A. Lichtenstein/:
3 Kopien englischer Urkunden; 2 Assignaten. -- =München.= /v. Bezold/,
Architekt: Speerspitze und Scranasax. /K. Kriegsministerium/: 2
Kürassierhelme u. 2 Kürasse, Vorder- u. Rücktheile, und 2 Paar
Manschetten. -- =Nürnberg.= /Dr. Barthelmeß/: Verschiedene Porträte
in Kupferstich u. einige Flugblätter. /G. F. Geuder/, Antiquar:
Bischöflicher Ring. 17. Jahrh. /Pfeffermann/, Wagner: Sächsischer
Pfennig. 1534. /Pöhmerer/, Gastwirth: Walfischrippe, an einer Kette
hängend. /Schobert/, Kaufmann: Mittelalterlicher ausgegrabener
Schlüssel. -- =Rudolstadt.= /Zange/, Justizamtmann: Schriftkunststück,
Pergamentblatt vom 17.-18. Jahrh. -- =Wallerstein.= /Frhr. v.
Löffelholz/, Domanialkanzleirath u. Archivar: 4 Ansichten einer
Wirthsstube des 18. Jahrh. Handzeichnungen. Schuhmacherzunfttafel
von 1605. Ofenkachelmodel. 16. Jahrh. -- =Wien.= /J. Klein/, k. k.
Professor: Photographie zweier Crucifixe. -- =Würzburg.= /Friedreich/,
k. Bauamtmann: Abdrücke der in dem Thurmknopfe des Domes zu Würzburg
gefundenen Kupferplatten. /Ungenannter/: Verschiedene Lithographieen,
Holzschnitte u. a. m.

II. Für die Bibliothek.

(Nr. 39,857-39,943.)

=Amsterdam.= /K. Oudheidkundig Genootschap/: Dies. Jaarsverslag
etc. 1879. 1879. 8. -- =Bamberg.= /Histor. Verein/: Ders., 41.
Bericht etc. v. J. 1878. 1879. 8. -- =Berlin.= /K. Akademie der
Wissenschaften/: Dies., philolog. u. historische Abhandlungen etc.
aus d. J. 1878. 1879. 4. /Dr. Franz Falk/: Ders., die Druckkunst im
Dienste der Kirche etc. 1879. 8. /Friedberg u. Mode/, Verlagsh.:
Pröhle, deutsche Sagen; 2. Aufl. 1879. 8. /E. Friedel/, Stadtrath:
Tiecke, Waldeck-Album. 1850. 8. /A. von Heyden/, Historienmaler:
Ders., Blätter für Kostümkunde; n. F. Heft 1, 2, 6, 7, 8. 8. /Dr. F.
H. Sonnenschmidt/, k. pr. Ober-Tribunalrath: Hermann, Gedichte, 1876.
8. Ders., neue praktische Erörterungen aus den Gebieten des preuß.
u. gemeinen Zivil- und Prozessrechtes. 1877. 8. Ders., Geschichte
des königl. Ober-Tribunals zu Berlin. 1879. 8. Ders., Geschichte der
Entscheidungen des königl. Obertribunals. 1878. 8. -- =Bistritz.=
/Gewerbeschule/: Dokoupil, V. Jahresbericht. 1879. 8. -- =Bonn.=
/Dr. E. aus’m Weerth/, Univers. Prof.: Ders., Wandmalereien des
christlichen Mittelalters in den Rheinlanden (Kunstdenkmäler IV. u.
V. Band.) 1879. Imp. 2. -- =Breslau.= /Universität/: Bittner, Wazo
und die Schulen von Lüttich. 1879. 8.; u. 8 weitere akademische
Gelegenheitsschriften. -- =Dorpat.= /Universität/: Stieda, die
gewerbliche Thätigkeit in der Stadt Dorpat. 1879. 4. Grewingk, die
Steinschiffe von Musching und die Wella-Laiwe oder Teufelsböte Kurlands
überhaupt. 1878. 8. Thun, die Industrie im Regierungsbezirk Aachen.
1878. 8; u. 24 weitere akademische Gelegenheitschriften. -- =Dresden.=
/K. Justizministerium/: Uebersicht der Ergebnisse der Justiz- und
Strafrechtspflege im Königreiche Sachsen. Bd. VI. (1875-77). 1879.
4. -- =Elberfeld.= /Bergischer Geschichtsverein/: Ders., Zeitschrift
etc.; XIV. Bd. 1878. 8. -- =Fürstenwalde.= /Dr. Paul Mitzschke/,
Gymnasiallehrer; Ders., Naumburger Inschriften; 4. Liefg. 1879. 16.
-- =Genf.= /Société d’histoire et d’archéologie de Genève/: Dies.,
mémoires et documents etc., t. XX, livr. 1. 1879. 8. -- =Giessen.=
/Dr. Otto Buchner/: Ders., Gießen vor hundert Jahren. 1879. 8.
/Universität/: Clemmius, miscellanea critica. 1879. 4. Streng, über die
geologische Bedeutung der Ueberschwemmungen. 1879. 4. /Oberhessischer
Verein für Localgeschichte/: Ders., 1. Jahresbericht, 1878-79. 1879.
8. Geschichte und Beschreibung von Münzenberg in der Wetterau. 1879.
8. -- =Görlitz.= /C. A. Starke/, Verlags-, Buch- und Kunsthandlung:
Grünenberg, Wappenbuch, herausg. von Stillfried und Hildebrandt, Liefg.
24. gr. 2. Gritzner, Standes-Erhebungen etc.; Lief. 9. 1879. 8. --
=Gotha.= /Justus Perthes’/ geograph. Anstalt: von Spruner, Hand-Atlas
für die Geschichte des Mittelalters und der neuern Zeit; 3. Aufl.
von Menke; 20. u. 21. Liefg. 1818 u. 79. qu. 2. -- =Graz.= /Histor.
Verein für Steiermark/: Ders., Mittheilungen etc.; XXVII. Heft. 1879.
8. Ders., Beiträge etc., 16. Jhg. 1879. 8. -- =Hannover.= /Hahn/’sche
Buchhandlung: Monumenta Germaniae historica etc.; scriptor. t. XXIV.
1879. 2. Monuments Germaniae historica: Diplomatum regum et imperatorum
t. I. pars prior. 1879. 4. Peters, Untersuchungen zur Geschichte des
Friedens von Venedig. 1879. 8. Prüsmann, der Organismus der leblosen
Natur. 1879. 8. Guthe, Lehrbuch der Geographie; 4. Aufl., von Wagner.
1879. 8. -- =Helsingfors.= /Société des sciences de Finlande/: Dies.,
öfversigt af förhandlingar; XIX. XX., 1876-77. 1877-78. 8. Bidrag
till kännedom af Finlands natur och folk; 27-31. häftet. 1878-79.
8. Observations météorologiques; année 1875, 1876, 1878. 8. Hjelt,
Carl von Linné som läkare och hans betydelse för den medicinska
vetenkapen i Sverige. 1877. 8. -- =Jena.= /Verein für thüringische
Geschichte und Alterthumskunde/: Ders., Zeitschrift etc., n. F. I.
(IX.) Bd. Heft 3 u. 4. 1879. 8. -- =Kassel.= /Städtische Realschule I.
O./: Schantz, Abriß der Kirchengeschichte. 1879. 4. Pr. -- =Krakau.=
/Akademie der Wissenschaften/: Rozprawy etc.. histor. filozof.; t.
X. 1879. 8. Sprawozdania komisyi dobadania hist. Sztuki w Polsce;
Zes. III. 1879. 4. Wislocki, katalog rekopisów biblijoteki uniwers.
Jagiellónskiego; zes. 4. 1879. 8. Literarische Mittheilungen und
bibliographische Berichte etc.; Jan.-März. 1879. 8. -- =Leipzig.= /E.
A. Seemann/, Verlagsh.: Textbuch zu Seeman’s kunst-histor. Bilderbogen;
II. Heft. 1879. 8. -- =Lüttich.= /Institut archéologique Liégeois/:
Dass., bulletin etc.; tom. XIV. 1878. 8. -- =Mitau.= /Kurländische
Gesellschaft für Literatur und Kunst/: Dies., Sitzungs-Berichte etc.
aus dem Jahre 1878. 1879. 8. -- =München.= /Würdinger/, k. b. Major a.
D.: Ders., Aufzeichnungen Georg Schwartzerdt’s über den Bauernkrieg
um Brettheim 1525. 8. Sonderabdr. -- =Nürnberg.= /Reiß/, Maler:
Donau-Strohm etc. 1686. 8. -- =Paris.= /Ministère de l’instruction
publique/ etc.: Revue des sociétés savantes des départements; VI.
sér., t. V et VI. 1877-78. 8. -- =Petersburg.= /Commission impériale
archéologique/: Dies., compte-rendu pour l’année 1876. 1879. 4.
Nebst Atlas. Imp. 2. -- =Riga.= /N. Kymmel/, Verlagsh.: Pawlowsky,
russisch-deutsches Wörterbuch; 7. Lief. 1879. 8. -- =Schwerin.=
/Dr. Friedr. Latendorf/, Gymnasiallehrer: Ders., Niederdeutsch und
Neudeutsch. 1879. 8. Ders., drei Kaiserreden des Jubeljahres (11.
Juni 1878 bis dahin 1879.) 1879. 8. -- =Strassburg.= /Dr. Friedr.
Wilh. Bergmann/, Univers.-Professor: Ders., thesen zur erklärung der
natürlichen entstehung der ursprachen. 1879. 8. Ders., der jagdhund
und der Fünfhundert-zehn und fünfer in Dante’s commedia. 1879. 8. --
=Stuttgart.= /Paul Neff/, Verlagsh.: Gutekunst, die Kunst für Alle;
Liefg. 30 u. 31. gr. 2. -- =Wien.= /Dr. Ed. Freih. von Sacken/, k. k.
Regierungsrath etc.: Ders., Kunst und Alterthum in Niederösterreich.
1877. 4. Sonderabdr.

III. Für das Archiv.

(Nr. 4626-4627.)

=London.= /Dr. Albert Lichtenstein/, Professor: Ein Originalbrief
Alexanders von Humboldt. Ohne Datum. Autograph. -- =Nürnberg.= /O.
Gebert/, Numismatiker: Urkunde des Augustinerklosters zu Nürnberg an
Hans Unbehawen daselbst, über einen für diesen wegen einer Schenkung
eingesetzten Jahrtag 1482, Juli 24. Perg.



Schriften der Akademieen, Museen und historischen Vereine.


/Korrespondenzblatt des Vereines für siebenbürgische Landeskunde./
Redigirt von Franz Zimmermann. Hermannstadt, 15. September 1879. Nr. 9.
8.

Ad calendas graecas. Von J. W. -- Literatur. -- Bibliographie. --
Vereinsangelegenheiten. -- Kleine Mittheilungen.

/Mittheilungen des historischen Vereines für Steiermark./
Herausgegeben von dessen Ausschusse. XXVII. Heft. Graz, 1879. 8.

Vereins-Angelegenheiten. -- Zur Geschichte der ältesten, insbesondere
deutschen Ansiedlung des steiermärkischen Oberlandes... Von Dr.
F. Krones. -- Ueber die letzte Ruhestätte des Christof Rauber,
Administrators des Bisthums Seckau etc. Von P. J. Wichner. -- Ein
weiterer Beitrag zur Kulturgeschichte des XVII. Jahrh. Von.. Dr. Joh.
Krautgasser. -- Ein Marburger Hexenprocess vom Jahre 1546. Von Rud.
Reichel. -- Zur Geschichte des Buchdruckes, der Büchercensur und des
Buchhandels zu Graz im 16. Jahrhunderte. Von Dr. Rich. Peinlich. --
Kleinere Mittheilungen: Die lutherische Kirche zu Scharfenau. Von Dr.
Ignaz Orožen. -- Urkundenbuch des Herzogthums Steiermark. Ang. von
Dr. F. Krones.

/Beiträge zur Kunde steiermärkischer Geschichtsquellen./
Herausgeg. von dems. Vereine. 16. Jahrg. Graz, 1879. 8.

Ueber die Anfänge und den älteren Besitz des Dominicaner-Klosters zu
Pettau. Von Zahn. -- Materialien zur Geschichte des Landtagswesens
der Steiermark in Regesten und Auszügen. Die Zeiten Ferdinands I.
1522-1564. Von Krones. -- Zünfte in Radkersburg und Materialien zu
ihrer Geschichte. Von Gomilschak. -- Kunst und Künstler in ihrer
Förderung durch die steir. Landschaft vom 16.-18. Jahrh. Von Kümmel. --
Kleine Mittheilungen.

/Der Kirchenschmuck./ Blätter des christlichen Kunstvereines der
Diöcese Seckau. X. Jahrg. 1879. Nr. 9. Graz, 1879. 8.

Die Pfarrkirche St. Oswald zu Eisenerz. (Schl.) -- Der gothische
Baustyl in Italien. Forts. -- Notizen etc.

/Verhandlungen des historischen Vereines für Niederbayern./ XX.
Bd. 1. u. 2. Heft. Landshut. 1879. 8.

Beiträge zum Rohrer Schenkungsbuche. Kritisches und Exegetisches
mit besonderer Rücksicht auf mittelalterliche Topographie, verfaßt
von Franz Chrstn. Höger. -- Historische Notizen vom Markte Reisbach
an der Vils. Mitgeth. von Härtl. -- Aventin’s vierhundertjährige
Geburtstagsfeier in Abensberg.... Von Peter Paul Dollinger. -- Das
Schenkungs- und Saalbuch des Klosters Rohr. Eine Entgegnung von G.
Heinrich.

/Forschungen zur deutschen Geschichte./ Herausgegeben von der
/historischen Commission bei der K. bayerischen Akademie der
Wissenschaften/. Neunzehnten Bandes drittes Heft. Göttingen, 1879. 8.

Graf Georg Friedrich von Hohenlohe und die Schlacht am weißen Berge
bei Prag. Von Jul. Krebs. -- Zur Quellenkunde des XIV. Jahrhdts. I.
Eine Papstgeschichte bis auf Benedict XII. II. Konrad von Halberstadt,
das Chronicon Sampetrinum und Heinrich von Hervord. Von Dr. C. Müller.
-- Straßburgs Theilnahme an dem Kampf zwischen Adolf von Nassau und
Albrecht von Oesterreich. Von Dr. G. Winter. -- Die Grafen von Rieneck
und Looz als Burggrafen von Mainz. Von Prof. C. Hegel. -- Kleinere
Mittheilungen: Die Verse in der Historia Constantinopolitana und
der Dichter des Ligurinus. -- Zum Paktum K. Heinrichs II. mit Papst
Benedict VIII. Von Prof. L. Weiland. -- Ueber das Eigenthum an und von
Sklaven nach den germanischen Volksrechten. Von Dr. J. Jastrow. --
Nachträge zu den Denkversen Band XVII. Von Waitz. -- Preisaufgabe der
Commission.

/Kunst und Gewerbe./ Wochenschrift zur Förderung deutscher
Kunst-Industrie. Herausgegeben vom /Bayrischen Gewerbemuseum zu
Nürnberg/. Redigirt von Dr. Otto von Schorn. Dreizehnter Jahrgang,
1879. Nr. 37 und 38. Nürnberg, 1879. 8.

Die Blechindustrie und ihre gegenwärtige Ausstellung in Nürnberg.
-- Kleine Nachrichten, Literatur etc --. Abbildungen: Entwurf eines
Brunnens. Federzeichnung aus der Sammlung der Uffizien in Florenz. --
Schale von Hans Holbein. -- Pergamentpressung einer Buchdecke des 16.
Jahrhdts. Kanne mit Emailmalerei, (Limoges, 16. Jhdt.) -- Unterbau
des Messpultes aus dem Chor von St. Giorgio magg. in Venedig. --
Handzeichnung von Bernardino Pocetti. Aus der Sammlung der Uffizien in
Florenz.

/Mittheilungen des Bayrischen Gewerbemuseums zu Nürnberg./
Beiblatt zur Wochenschrift. /Kunst und Gewerbe./ Redigirt von Dr.
O. von Schorn. Sechster Jahrgang. 1879. Nr. 19.

Bekanntmachungen, Anzeigen etc.

/Einundvierzigster Bericht/ über Bestand und Wirken des
/historischen Vereins zu Bamberg/ im Jahre 1878. Bamberg, 1879. 8.

Vereinsnachrichten. -- Vierter Einfall der Preußen in Bamberg 1762. Von
H. G. Kilian. -- Geschichte des St. Clara-Klosters dahier. Von Baron
von Horn. -- Berichtigung einer Urkunde über Heinrich II. Von Dr. Will.

/Archiv für hessische Geschichte und Alterthumskunde./
Herausgegeben aus den Schriften des /historischen Vereins für das
Großherzogthum Hessen/. Vierzehnten Bandes drittes Heft. Darmstadt,
1879. 8. (Mit 1 Kärtchen.)

Aus Archivalien der Stadt Friedberg in der Wetterau aus dem
15.-16. Jahrhdt. Von Dr. L. Dieffenbach. -- Aus der älteren
Geschichte der hessischen Artillerie. Von C. Leydhecker. -- Aus
der Geschichte des Dorfes Planig. Ein Beitrag zur rheinhessischen
Geschichte in verschiedenen Jahrhunderten. Von Ernst Wörner. -- Zur
Reformations-Geschichte der Grafschaft Erbach. Mitgeth. von Ernst
Grafen zu Erbach. -- Die Baumkircher Gesellschaft zu Laubach. Von
Wilh. Matthaei. -- Regesten der in der Sammlung des Mannheimer
Alterthumsvereins befindlichen hessischen Urkunden. Mitgetheilt
von G. Christ. -- Urkunden. Mitgeth. von Dr. G. Frhr. Schenk zu
Schweinsberg, Dr. Bockenheimer, W. Crecelius und Dr. Falck. -- Beiträge
zur Ortsgeschichte. Von G. Schwabe, G. Christ und G. Frhr. Schenk zu
Schweinsberg. -- Miscellen etc.

Erster /Jahresbericht des oberhessischen Vereins für
Localgeschichte/. Vereinsjahr 1878-1879. (Vom 15. Juni 1878 bis 15.
Juni 1879.) Redig. vom Vereinssecretär. Gießen, 1879. 8.

Vereinschronik. -- Das Hainhaus bei Grüningen. Von Deichert. --
Altgermanische Gräber bei Gießen. Von Dr. Gareis. -- Ortsnamen aus
der Umgegend von Gießen nach den ältesten Urkunden des Lorscher
Traditionscodex. Von dems. -- Ueber eine Handschrift des kleinen
Kaiserrechts. Von dems. -- Die Mark Altenstadt. Von Irle. -- Chronik
von Wetterfeld aus den Jahren 1608-1654. Von Dr. Klewitz. --
Meineidsverwarnung aus einem alten Münzenberger Gerichtsbuch. Mitgeth.
von Irle. -- Kleinere Mittheilungen aus dem Vereins-Archiv.

Geschichte und Beschreibung von Münzenberg in der Wetterau.
Herausgegeben von /dems. Vereine/. Gießen, 1879. 8. 39 Seiten. Mit
einem Situationsplan.

/Zeitschrift des Vereins für thüringische Geschichte und
Alterthumskunde./ Neue Folge. Erster Band. Der ganzen Folge neunter
Band. Heft 3 u. 4. Jena, Verlag v. E. Frommann. 1879. 8.

Zur Geographie Thüringens (700-1000). Von Dr. Ulr. Stechele. -- Die
Entstehung der kursächsischen Kanzleisprache. Von Ernst Wülcker. --
Das Serviten-Kloster zu Vacha, seine Gründung und Schicksale... Von
Karl Hahn. -- Beiträge zur Genealogie der Grafen von Henneberg bis
zum Ausgange des 13. Jahrh. Von Werneburg. -- Saalbrückenstiftungen
im Mittelalter. Mit besonderer Berücksichtigung der Saalbrücken
in Orlamünde und Kahla. Von Lommer. -- Vereinsangelegenheiten. --
Literarische Mittheilungen. -- Miscellen.

/Zwanzigster Bericht der Philomathie zu Neiße/ vom Mai 1877 bis
zum August 1879. Mit 4 Figurentafeln. Neiße, 1879. 8.

Vereinsangelegenheiten. -- Zwei Urkunden, mitgetheilt von Dr. Schulte.
-- Die Siegel der Stadt Neiße. Von dems.

/Philologische und historische Abhandlungen der k. Akademie der
Wissenschaften zu Berlin./ Aus dem Jahre 1878. Berlin, 1879. 4. 238
Stn. Mit 5 lithogr. Tafeln.

Ueber die Psychologie von Joh. Nicolas Tetens. Von Harms.

/Mittheilungen des Vereins für anhaltische Geschichte und
Alterthumskunde./ Zweiter Band, 5. Heft. Dessau, 1879. 8.

Die Vermählungs-Medaillen des anhaltischen Fürstenhauses. Von
Th. Stenzel. -- Wigbert von Groitsch. Von Dr. G. Irmer. -- Ueber
anhaltische Volksmundarten. Von Dr. H. Wäschke. -- Vermischtes:
Der Klosterbusch zu Lösewitz. Von Dr. H. Suhle. Bruchstücke eines
niederdeutschen Namensverzeichnisses. Von Dr. H. Zurborg. --
Vereinsnachrichten.

/Neues Archiv der Gesellschaft für ältere deutsche Geschichtskunde
zur Beförderung einer Gesammtausgabe der Quellenschriften deutscher
Geschichten des Mittelalters./ Vierter Band, drittes Heft. Hannover,
1879. 8.

Wilhelm von Nangis und Primat. Von Hermann Brosien. -- Die
handschriftlichen Ueberlieferungen der lateinischen Dichtungen aus
der Zeit der Karolinger. III. Von E. Dümmler. -- Handschriften in
englischen und schottischen Bibliotheken. (Forts.) Von G. Waitz. --
Nachrichten. -- Berichtigungen... -- Register.

/Monvmenta Germaniae historica/ inde ab anno Christi qvingentesimo
vsqve ad annvm millesimvm et qvingentesimvm edidit /societas
aperiendis fontibvs rervm Germanicorvm medii aevi/. Scriptorvm tomvs
XXIV. Hannoverae impensis bibliop. Hahniani. 1879. 2. 913 Stn.

/Monvmenta Germaniae historica/.... edidit societas. ...
Diplomatvm regvm et imperatorvm Germaniae tomi I. pars prior. Conradi
I. et Heinrici I. diplomata. Hannov.... Hahn... 1879. 4. 80 Stn.

/Jahrbuch der Gesellschaft für bildende Kunst und vaterländische
Alterthümer zu Emden./ Dritter Band. Zweites Heft. Emden. 1879. 8.

Drusus, Tiberius und Germanicus an der Niederems. Von Bartels. --
Ostfrieslands Staatsverfassung im 17. Jhdt. Von Lohstöter. -- Aus der
Mansfelderzeit. Von Bartels. -- Ein Brief des Ubbo Emmius. Mitgetheilt
von Dr. Deiter. -- Gesellschaftsangelegenheiten.

/Zeitschrift des Harz-Vereins für Geschichte und Alterthumskunde./
Herausgeg. im Namen des Vereins von.... Dr. E. Jacobs. Zwölfter
Jahrgang. 1879. Erstes u. zweites Heft. Wernigerode, 1879. 8.

Die Sage von Hackelberg, dem wilden Jäger. Von Dr. P. Zimmermann. --
Die Schicksale der St. Andreaskirche zu Eisleben seit ihrer Gründung.
Von Dr. Größler. -- Amtleute in Sangerhausen. Von Clemens Menzel. --
Goslarer Wachstafeln a. d. J. 1341-1361. Mitgetheilt v. Dr. O. von
Heinemann. -- Erhaltene Nachrichten von den eingegangenen Kirchen und
Kapellen der Stadt Querfurt. Von K. Heine. -- Das Alter des Kalands
vom Banne Utzleben und dessen Hof und Kapelle zu Derenburg. Von
Ed. Jacobs. Stapelburg und Windelberode. Von dems. -- Hierographia
Wernigerodensis. Kirchliche Alterthümer der Grafschaft Wernigerode. Von
dems. -- Das heilige Blut zu Waterler (Wasserleben) u. Wernigerode.
Von dems. -- Zur Schul- u. Kirchengeschichte Eislebens aus den
Jahren 1525-1536. Von Kawerau. -- Von Elbingerode nach Windsor. Anno
1744-45. Von Dr. O. Franke. -- Ein zweiter Harzländischer Zweig der v.
Olvenstedt. Commentar zu acht Urkunden. Von G. A. v. Mülverstedt. --
Die Heckenmünze des Grafen Gustav zu Sayn-Wittgenstein zu Clettenberg
1672-1691. Von Wolff. -- Schriftstücke u. Münzen aus dem Knopfe der
S. Servatii-(Schloß)kirche, zu Quedlinburg. Von Dr. Düning. --
Feuerordnung für die Stadt Wernigerode von etwa 1528. Mitgeth. von Ed.
Jacobs. -- Wernigerödischer Kalands- u. Stiftsacker bei Benzingerode
und Silstedt.

/Die Kunst im Gewerbe./ Darstellung ausgeführter Arbeiten
... nebst Original-Aufnahmen kunstgewerblicher Erzeugnisse aus
der Blüthezeit des Mittelalters, hrsg. von /dem Architekten- u.
Ingenieur-Vereine zu Hannover/, redigirt von Edwin Oppler. Band VII,
Heft 6. Leipzig, 1878. 2.

Schild aus dem XVI. Jahrhdt. Aufgenommen v. O. Schultze.

/Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins./ Herausgegeben
von.. Dr. Wilh. Crenelius... u... Dr. Wold. Harleß... Vierzehnter Band.
(der neuen Folge vierter Band.) Jahrgang 1878. Bonn, 1878. 8.

Der Cermonienstreit in Lennep und die damit zusammenhängenden
Zerwürfnisse in der Unterbergischen Lutherischen Synode. IV. Von A.
W. von der Goltz. -- Religionsbeschwerden der Protestanten zu Köln
(Mai 1594). Mitgeth. v. Dr. F. Stieve. -- Urkunde, betreffend die
Hofaue bei Elberfeld (1649). -- Briefwechsel zwischen Kurfürst Johann
Friedrich von Sachsen und Graf Wilhelm von Neuenahr (1533-36). Von Dr.
C. A. Cornelius. -- Die Landwehr (limes imperii Romani) von Velbert
bis Schloß Landsberg und von Barmen nach Hückeswagen. Von A. Fahne.
-- Culturhistorisches aus authentischen Quellen. Von dems. -- Ein
Clevisches Fürstengemälde. Von W. H. -- Bücher-Anzeigen. -- Bericht.

/Jahrbücher des Vereins von Alterthumsfreunden im Rheinlande./
Heft LXV. Register zu den Jahrgängen I-LX und den zu Winckelmann’s
Geburtstage ausgegebenen Festschriften. Verfaßt von Dr. Bone.... Bonn,
1879. 8. 211 Seiten.



Literatur.

_Neu erschienene Werke._


  15) /Gießen vor hundert Jahren. Kulturgeschichtliche Bilder aus der
  zweiten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts von Dr. Otto Buchner./
  Mit 1 Ansicht von Gießen aus dem Jahre 1775. Gießen, Verlag von Emil
  Roth. 1879. 8. IV u. 130 Stn.

Das vorliegende Bändchen ist aus einer Reihe von Vorträgen entstanden,
die der Verfasser im Winter 1878-79 im oberhessischen Vereine für
Lokalgeschichte hielt. Die Veröffentlichung derselben, welche alle
möglichen Gebiete umfassen, ist um so dankenswerther, als aus den
Resultaten solcher Specialforschungen manche neue Gesichtspunkte für
die allgemeine Kulturgeschichte sich ergeben, deren Aufbau ja nur auf
Grund derselben möglich ist. Einige der interessantesten Abtheilungen
sind die über die Schulanstalten, gelehrten Gesellschaften, die
Universität und namentlich über das Gießener Studentenleben, das
durch seine besondere Roheit berüchtigt war. In der That beweisen die
gegebenen drastischen Beispiele, daß dieser Ruf wohlverdient war, und
daß unter den damaligen Studenten solch abscheuliche Roheiten an der
Tagesordnung waren, daß man sie heute kaum glaublich finden kann.
Als Hauptquelle für diesen Theil hat der Verfasser Friedr. Christ.
Laukhard’s (gestorben 1832 als Privatlehrer in Kreuznach) Schriften
benützt, der im Jahre 1775 als Studiosus der Theologie die Universität
Gießen bezog, „unter vielen Lüderlichen und Rohen am lüderlichsten und
rohesten“ war und in einem seiner Werke über die Studierenden selbst
bemerkte: „Schusterjungen sind heutzutage delikater und gesetzter.“
Auch die mitgetheilten Universitätsgesetze, welche natürlich nicht
beachtet wurden, geben Zeugniß von dem lüderlichen, seelenmörderischen
Leben und Treiben der Studenten jener Zeit. -- Aus dem reichen Inhalte
des Schriftchens sind noch zu erwähnen die Nachrichten über die Stadt
selbst, ihre Bevölkerung, die Stadt als Festung, über Göthe in Gießen,
die Polizei, den Luxus (Kaffee), die Gesellschaft, die Vergnügungen,
Gesundheitsverhältnisse, Phänologisches, Kirchliches, über den
Ackerbau, die Viehzucht, den siebenjährigen Krieg und die Franzosenzeit
1796 u. 1797. Enthalten diese kulturgeschichtlichen Bilder auch meist
nur wenig Erfreuliches, so werden sie doch als wahrheitsgetreue
Schilderungen aus dem Leben einer kleinen Universitätsstadt des vorigen
Jahrhunderts nicht allein bei den heutigen Bewohnern Gießens, sondern
sicher auch in weiteren Kreisen besondere Beachtung finden.



Vermischte Nachrichten.


109) /Neuwied/, 14. September. Unter der Ueberschrift: „/Ein
kulturhistorischer Fund im Neuwieder Rheinbecken/“ veröffentlicht
Herr /Kratz/ in der „Neuwieder Ztg.“ einen längeren Artikel, dem
wir Folgendes entnehmen: Der Altheck ist eine Hochebene, von geringer
Bodenerhebung vorgelagert, welche sich nach Norden in das Wied- und
Aubachthal, nach Westen und Süden in die eigentliche Neuwieder Ebene
absenkt. Den theilweisen Abhang dieser Hochebene entlang führt, von
der Neuwied-Dierdorfer Chaussee rechts abzweigend, der Gladbacher Weg.
An diesem Wege, etwa zehn Minuten von der Chaussee entfernt, liegt
die Sandsteinfabrik des Herrn Joh. Jenas aus Heddersdorf. Die Fabrik
nimmt eine ziemliche Fläche ein. Zum Theil liegt sie in der tieferen
Ebene, zieht sich dann den Abhang hinauf und dehnt sich auf der oberen
Ebene aus. Der Abhang ist bereits von seinem vulkanischen Produkte
entblößt, und der Lehm liegt zu Tage. Bei der weiteren Abräumung der
2 m. mächtigen Bimssteinschicht unmittelbar hinter dem Rande des
Abhanges zeigte sich eine besondere Bodengestaltung. Zu den Füßen
fand sich anstatt des Lehmbodens in einem kreisförmigen Bogen wieder
Bimssand vor, gering mit Lehm untermischt. Auch die an dieser Stelle
aufliegende Masse war nicht ganz bimssandrein. Es schien, als ob eine
große, kreisrunde Vertiefung mit Bimssand ausgefüllt worden sei. Die
Schichtung dieses Minerals war nicht die gewöhnliche. Zwar wurde sofort
der Versuch gemacht, die Tiefe der Grube zu ergründen. Doch dies war
vorderhand ein zu schwieriges Stück Arbeit, da erst bis zur Hälfte
des Kreises die obere Lage des Bimssandes abgetragen war. Bei jedem
ferneren Tiefereindringen stürzten von oben sich loslösende Massen
hinab. Der Boden der Grube scheint in einer Tiefe von etwa 6 m. sich
zu befinden. Der Durchmesser derselben beläuft sich auf etwa 4-1/2 m.
Kehren wir einmal zu gewissen Nachrichten römischer Geschichtschreiber
zurück, und zwar des Julius Cäsar und des Tacitus, welche beide am
sorgfältigsten über germanische Zustände sich informierten und darüber
berichteten. Julius Cäsar schreibt: „Die Germanen legen Fallgruben
an, um darin die Thiere des Waldes zu fangen.“ Tacitus erzählt uns:
„Die Germanen bauen ohne Zement und Mörtel, nur aus formlosen Klumpen,
die sie dann mit einem glänzenden Anstrich überziehen. Sie graben
Löcher in die Erde und bedecken diese mit Dünger, um ihre Vorräthe zu
verbergen. Auch suchen sie selbst darin Schutz vor der Winterkälte und
vor Feinden.“ (Die eigentlichen Wohnungen der alten Germanen befanden
sich jedoch über der Erde.) Solche Erdwohnungen hat man hin und wieder
in Deutschland gefunden, besonders in Mecklenburg und am Harze. Doch
hat man hier am Rheine bisher noch keine Spuren derselben entdeckt.
Es fragt sich nun zunächst: Ist die gefundene Vertiefung eine Bildung
der Natur oder der Menschenhand? Das Auswerfen des Bimssandes ist mit
großer Vorsicht geschehen, um das ursprüngliche Aussehen der Erdhöhlung
herzustellen. An der Lehmwand lassen sich noch deutlich die einzelnen
Spatenstiche erkennen. Die zweite Frage ist nun die: War diese
Vertiefung eine Fallgrube oder eine Vorrathskammer, bezw. Erdwohnung?
Für das Letztere spricht: 1. das Vorkommen von Holzkohlen, 2. von
Topfscherben roher Arbeit, 3. von Knochenresten und 4. ein Umstand,
welcher besonders bemerkenswerth ist. An der bloßgelegten Lehmwand,
welche ziemlich gut geglättet ist, tritt eine künstlerische Leistung,
ein Thierbild, deutlich hervor, mit einer gewissen Geschicklichkeit
entworfen, eingeritzt. Als Grabstichel mag ein harter Stein gedient
haben. Es hält nicht schwer, die Art des dargestellten Thieres zu
bestimmen, da die Hauptcontouren gut erhalten sind. Es ist die
Zeichnung eines laufenden Pferdes (in einer Größe von etwa 60 cm.).
Der Künstler muß das Thier, welches er abbildete, genau gekannt haben,
folglich muß dasselbe dem Rheinbecken heimisch gewesen sein.

  (Nordd. Allg. Ztg., Nr. 397).

110) In den Mittheilungen der k. k. Centr.-Commission findet sich ein
Bericht des Conservators Hraše über die im Beginne des Sommers
vorgenommene Untersuchung einer Urnenstätte in unmittelbarer Nähe
von Hohenbruck zwischen dem Náhon und Dědinabache, deren Gräber
äußerlich nicht durch Hügel erkennbar sind. Die Urnen sind in
muldenförmigen, mit Asche ausgefüllten Vertiefungen beigesetzt, über
welche sich die Humusschichte gleichmäßig ausbreitet. Sämmtliche
Urnen sind aus freier Hand hergestellt, von rothem oder grauem Thon,
einzelne mit Graphitüberzug. Bronzebeigaben fanden sich sehr spärlich;
doch sollen früher Urnen dort ausgegraben worden sein, die deren eine
reichliche Anzahl enthielten.

111) /Regensburg/, 2. Oktober. Vor einigen Tagen stieß man an
der als Nordostecke des hiesigen /römischen Palatiums/ bekannten
Stelle, bei /Ausgrabungen/ nächst der Niedermünsterschenke, auf
das feste Gefüge kolossaler römischer Quader, und bald darauf öffnete
sich ein theilweise mit römischem Schutt gefüllter, 10 m. langer
Gang, welcher, der Richtung nach der Donau entsprechend, als Kloake
gedient haben wird. Derselbe ist 1-1/2 m. hoch, 60 cm. breit, und die
Unterlage sowohl als die Seitenmauern sind, von mächtigen Steinen
ausgeführt. Auch die Decksteine sind zwischen 40 und 50 cm. dick, und
über denselben spannt sich noch eine feste Wölbung von Keilsteinen. Die
Untersuchung dieses interessanten Bauwerks führte Pfarrer Dalem aus,
der auch eine Skizze von demselben entwarf. (Deutscher Reichsanz., Nr.
238.)

112) /Trier/, 29. September. Die „Tr. Ztg.“ schreibt: Bei der
Verbreiterung des Eisenbahndammes kam an derselben Stelle, wo neulich
ein von C. Candidius Piscator in Folge einer Traumerscheinung der Dea
Hecate gesetzter Stein gefunden worden ist, neuerdings eine Ara zum
Vorschein, auf deren Vorderseite ein Löwe und ein Pfeil, auf den andern
Seiten Sol, Luna und zwei Bäume dargestellt sind; wahrscheinlich gehört
dieselbe in die Reihe der Mithrasdarstellungen. Da an eben derselben
Stelle vor einigen Jahren eine Jupiterstatue gefunden worden ist,
ferner Säulenbasen und Kapitäle, so ist es wahrscheinlich, daß daselbst
ein Tempelchen gestanden; es ist dies die erste Spur eines römischen
Tempels zu Trier.

  (Nordd. Allg. Ztg., Nr. 423.)

113) /Trier/, 6. September. Bei der jetzt in der Ausführung
begriffenen Fundamentierung bezw. Unterkellerung eines Neubaues
an der Neumarktstrasse hierselbst wurden, laut der „Coblenzer
Zeitung“, /römische Baureste/ von so kolossaler Dimension und
so räthselhafter Beschaffenheit aufgedeckt, wie solche kaum jemals,
abgesehen von den Ruinen an der Südallee bei St. Barbara, zu Tage
getreten sein dürften. Bei der Ausschachtung des Fundaments auf der
Südseite dieses Neubaues stieß man auf eine 6 Fuß dicke Mauer, dann
auf zwei parallel laufende, kaum 3 Fuß von einander entfernte Mauern
und zwischen diesen, in der Tiefe von wenigstens 25 Fuß unter der
Oberfläche des Bauterrains, auf einen stark überwölbten Kanal und
nach der Westseite hin auf ein großes Kellergewölbe. Auf einer Seite
zwischen den Parallelmauern hat man in der Tiefe von 30 Fuß noch nicht
das Fundament derselben erreicht. Die zur Ausführung des Neubaues
erforderliche Beseitigung dieser eisenfesten Mauerreste ist daher mit
außerordentlichen Schwierigkeiten und Kosten verbunden.

  (D. Reichsanz., Nr. 217.)

114) Die in /Bergen in Norwegen/ befindliche Filialabtheilung
/des Vereins zur Bewahrung nordischer Alterthümer/ hat in diesem
Sommer, unter Leitung des Cand. J. Roß, zwei bei /Fjellberg/
belegene, in Norwegen sehr selten vorkommende, mächtige
/Hünengräber/ aufdecken lassen. In dem einen wurde weiter nichts
als Kohle gefunden, das andere ergab dagegen eine verhältnissmäßig
reiche Ausbeute an Gegenständen aus dem Eisenalter. Nachdem man
in letzteres Grab 6 Fuß tief eingedrungen war, stieß man auf eine
dicke Kohlenschicht und ca. 1 Fuß tiefer auf eine große Steinplatte,
die nicht weniger als 6-1/2 Fuß lang und 3 Fuß breit war. Nach
Fortschaffung des Decksteines fand man eine kleine Grabkammer, umgeben
von vier kleineren Steinen und angefüllt mit Kohlenstückchen und
kleinen Rollsteinen. Unter letzteren deckte man dann ein vorzüglich
erhaltenes Bronzegefäß auf, welches aus dem älteren Eisenalter
herrührt. Obenauf in dem Gefäße, nur mit einigen Knochenresten bedeckt,
lag eine Goldmünze, geprägt unter dem römischen Kaiser Gratianus,
der 383 starb. Auf dem Averse sieht man das Bild des Kaisers mit der
Umschrift D. N. GRATIANVS P. F. AVG; auf dem Reverse befindet sich
eine Darstellung der beiden gleichzeitigen Kaiser, die, auf dem Throne
sitzend, einen Globus halten. Die Umschrift lautet VICTORIA AVGG, und
darunter steht TROBT (der Prägeort). Eine kleine Oese von Gold ist an
die Münze festgelöthet, die somit als Schmuck getragen worden ist. Im
Uebrigen wurden, eine Menge Zähne und Knochen von einem Pferde, Stücke
von Steinurnen, eigenthümliche Knöpfe von Knochen, Eisenstückchen etc.
in dem Grabe gefunden.

  (D. Reichsanz., Nr. 217).

115) /Wörrstadt/ in Rheinhessen. Auf einem Acker des Arztes Dr.
Rau wurden, gelegentlich der Ausgrabung eines Kellers, eine Reihe
Gräber aufgefunden, die allem Anschein nach fränkisch sind und auf
einen wahrscheinlich ausgedehnten Begräbnißplatz früherer Jahrhunderte
schließen lassen. In den Gräbern, die, regelmäßig nach der Länge und
Breite des Ackers gerichtet, in ziemlich gleichen Zwischenräumen etwa
8 Fuß unter der Oberfläche erscheinen, befinden sich Menschenknochen
in bedeutender Menge und gut erhalten, meist genau in der Lage des
Leichnams; bei ihnen liegen Waffen, Schmuck und Hausgeräthe u.
s. f. -- 5 längere und kürzere Schwerter, eine Lanzen- und eine
Pfeilspitze, Schnallen, der Buckel eines Schildes, mehrere Vasen, davon
1 vollständig erhalten, Glasstücke nebst einem äußerst zierlichen
Flacon aus feinem Glas, Perlen und Muscheln, die als Schmuck zum
Umhängen scheinen gedient zu haben, sind bis jetzt gefunden worden. Der
Besitzer, Herr Dr. Rau, bewahrt diese antiken Fundstücke.

  (Correspond.-Bl. d. Ges.-Ver. d. d. Gesch.- u. Alt.-Ver.,
    Nr. 7. u. 8.)

116) Einer der originellsten alten /Kirchthürme/ in der hessischen
Provinz Starkenburg, zwischen Rhein und Main, ist in diesen Tagen
der Vernichtung anheimgefallen. Wer mit der Bahn von Frankfurt nach
Darmstadt gefahren ist, dem wird von den zahlreichen Orten zu beiden
Seiten besonders /Langen/ aufgefallen sein wegen seines mit
hohem, spitzem und von vier Eckthürmchen umgebenen Dach versehenen
Kirchthurms, der mit einem alten Mauerthurm malerisch die Häuser
überragte. Archäologisch war der Thurm auch interessant durch das
untere Geschoß, welches noch der romanischen Zeit entstammte und dessen
aus kleinen, Backsteinen gemauerter Rundbogenfries wegen der Frühzeit
des Vorkommens dieser Steine im Mittelalter überraschte. Dieser Thurm,
vor welchem wol, wie man in Langen wußte, die Stätte war, auf der
König Ludwig der Bayer das Dreieicher Weisthum abhörte, dieser Zeuge
einer großen Vergangenheit, ist jetzt, ebenso wie die alte, übrigens
nicht merkwürdige Kirche, abgetragen worden, um Raum für den Neubau
einer großen Kirche zu gewinnen, die eben so gut an einem andern Orte
hätte stehen können. Die Behörden, namentlich das Oberconsistorium in
Darmstadt, haben ihre Schuldigkeit gethan, aber die Gemeinde setzte
ihren Willen durch. Eine kleinere Gemeinde in der Nähe, Wixhausen,
war vor mehreren Jahren mit besserem Beispiele vorangegangen, indem
sie ihren romanischen Thurm mit altem Satteldach, den Bauverständige
zum Abbruch bestimmt hatten, mit Hülfe desselben Oberconsistoriums
erhielt. Wann endlich wird die Gleichgültigkeit gegen die Monumente der
Vergangenheit in deutschen Gemeinden besserer Erkenntniß weichen?

  (Daselbst.)

117) Die k. k. Centr.-Commission f. Kunst- u. hist. Denkm. hat, wie
eine Mittheilung berichtet, zur Restauration der St. Annakirche in
Pöggstall einen Betrag von 200 fl. gewährt. Von anderer Seite sind
Bauholz und Dachziegel in Aussicht gestellt, und sollen die übrigen
nöthigen Mittel durch eine Sammlung aufgebracht werden.

118) Dieselbe Commission hat dem k. k. Unterrichtsministerium eine
Restauration für die Barbarakirche in Kuttenberg unterbreitet, deren
Ausführung auf mehrere Jahre zu vertheilen wäre.

119) In der Absicht, die große Kirche zu Mödling bei Wien einer
stilgemäßen Restauration zu unterziehen, hat sich daselbst ein
Verein gebildet, welcher nun, nachdem bereits ein von Prof. J. Klein
gezeichnetes großes Fenster die Kirche ziert, ein zweites solches zur
Ausführung bringen will.

120) Der Stadtrath zu Kuttenberg hat die Absicht, das berühmte
steinerne Haus daselbst gründlich restaurieren zu lassen, und es sind
deshalb zunächst Aufnahmen des Gebäudes gemacht worden, und hat eine
genaue Untersuchung stattgefunden, um die Willkürlichkeiten der 1829
vorgenommenen Restauration festzustellen.

121) Ueber den Fortgang der Restaurationsarbeiten am St.
Stephansdom zu Wien berichtet das 3. Heft der Mittheilungen der
k. k. Centr.-Commission f. Kunst- u. hist. Denkm., daß die beiden
Façadethürme rasch ihrem Abschlusse entgegengehen; auch die Abrüstung
des alten Halbthurmes macht Fortschritte. Im Innern wird an der
Wiederaufstellung der alten gothischen Kanzel gearbeitet.

122) /Prag./ Die Reconstruction des alten Kleinseitener
Brückenthurmes naht ihrer Vollendung; nur die Nischen der beiden
Fronten werden noch mit Maßwerken versehen, und zwar in der Weise,
wie dies bei dem Altstädter Brückenthurme durchgeführt worden
ist, was dem ganzen Thurme zur besonderen Zierde dienen wird. Der
Aufwand für diese Maßwerke in der Summe von 600 fl. wird aus der
vom Stadtverordneten-Collegium für die Reparatur der Karlsbrücke
bewilligten Dotation gedeckt werden. Eine besondere Commission von
Sachverständigen wird ferner erheben, welche weitere Reparaturen an
der Karlskirche, insbesondere an den Parapets längs des Trottoirs
und an einigen Statuen nothwendig sind. Die Statuen, welche als
derart schadhaft befunden werden, daß dieselben zu einer Renovierung
untauglich erscheinen, werden beseitigt und durch entsprechende
ersetzt. Bei dieser Commission werden auch die Herren Architekten Baum
und Mocker intervenieren.

  (Oesterr. Kunst-Chronik, Nr. 10.)

123) Jene überlebensgroße Holzstatue der Mutter Gottes mit dem Kinde,
welche, aus dem Stifte zu Limburg a. d. H. stammend, dem Beginne des
14. Jhdts. angehörig, in jüngsten Jahren durch Dr. Mehlis vielseitig in
der Presse erwähnt und unter dem Namen der Limburger Madonna zu einer
gewissen Berühmtheit gebracht worden war, die das Werk in der That um
seines idealen Stils willen verdient, kam, nachdem die Versuche, durch
Verkauf aus freier Hand eine namhafte Summe zu erzielen, nicht gelungen
waren, jüngst in Köln zur Auktion, wo sie um 1310 m. für die Kirche St.
Maria auf dem Kapitol erworben wurde, in welcher sie in würdiger Weise
zur Aufstellung kommen soll.

124) /Weiden/, 23. September. Vor ca. drei Wochen stürzte im
hiesigen Kurpfälzer Hof ein /Stallgewölbe/ ein, ohne daß der darin
mit dem Weißen beschäftigte Maurer verletzt wurde. Heute, als man mit
dem Wiederaufbau begonnen hatte, fand man 39 Stück alte Thaler-Kronen,
welche die Jahrzahl 1623 tragen, und von denen einige viereckig sind.

  (Fränk. Kurier, Nr. 490 nach Amb. T.)

125) Professor Kinkel in Zürich theilt in dem neuesten Hefte von
Seemann’s „Zeitschrift für bildende Kunst“ mit, daß er im Frühjahr des
laufenden Jahres auf der königlichen Bibliothek zu Bamberg unter den
Handschriften, welche Dr. Leitschuh, der um die Neuordnung derselben
hochverdiente Bibliothekar, zur Bearbeitung auf die Seite gelegt hatte,
ein Exemplar der Handschrift von Dürer’s niederländischem Tagebuch
aufgefunden hat. Dasselbe wurde im Jahre 1620 von dem Nürnberger Maler
Joh. Hauer nach dem jetzt längst verschollenen Originalmanuscript
copiert, war später in der v. Ebner’schen Bibliothek, gelangte nach
deren Versteigerung in den Besitz des Hauptmanns v. Derschau, dessen
Sammlung 1825 durch den Auktionator Schmidmer versteigert wurde,
worauf es in Josef Heller’s Besitz gelangte, der es mit seinen übrigen
kostbaren Sammlungen der Bamberger Bibliothek vermachte. Professor
Kinkel gibt ferner Kenntniß, daß das aufgefundene Manuscript den
von Murr in seinem Journal für Kunstgeschichte, Band 7, und von
Campe in seinen „Reliquien von Dürer“ veranstalteten Ausgaben des
niederländischen Reisetagebuches zu Grunde liegt. Die Kinkel’sche
Entdeckung ist von besonderer Bedeutung für die Dürerforschung, da
der Bamberger Codex ein Unicum ist. Bei der jüngst von Thausing
in den Eitelberger’schen „Quellenschriften für Kunstgeschichte“
veranstalteten Ausgabe des niederländischen Tagebuches hatte derselbe
keinen handschriftlichen Text und konnte nur die beiden von Murr und
Campe gemachten Ausgaben benutzen, die den heutigen Anforderungen
nicht mehr entsprechen; jetzt ist es möglich, nach der einzigen noch
existierenden Handschrift eine neue Ausgabe zu veranstalten, und
Bibliothekar Dr. Leitschuh soll, nach Kinkels Nachrichten, schon um die
dazu erforderliche Genehmigung der Regierung nachgesucht haben.

  (Nürnberger Presse, Nr. 280.)

126) /München/, im October 1879. In den Tagen vom 2. bis
4. October hielt die historische Commission ihre diesjährige
Plenar-Versammlung.

Wie der Geschäftsbericht über das verflossene Jahr ergab, sind alle
Arbeiten der Commission in ununterbrochenem Fortgang gewesen. Seit der
vorjährigen Plenarversammlung sind erschienen:

  1) Die Chroniken der deutschen Städte vom 14. bis ins 16.
  Jahrhundert. Bd. XV: Die Chroniken der bayerischen Städte.

  2) Jahrbücher der deutschen Geschichte. -- Lothar von Supplinburg.
  Von /Wilhelm Bernhardi/.

  3) Jahrbücher des deutschen Reichs unter Konrad II. Von /Georg
  Breßlau/.

  4) Forschungen zur deutschen Geschichte. Bd. XIX.

  5) Allgemeine deutsche Biographie. Lieferung XXXVII-XLVI.

Ueberdies sind mehrere andere Werke weit im Drucke vorgeschritten,
so daß sie alsbald dem Publikum übergeben werden können. Eine
außerordentliche Förderung erwächst allen Arbeiten der Commission
aus der überaus bereitwilligen Unterstützung durch die Vorstände der
Archive und Bibliotheken, für welche man sich zu immer neuem Danke
verpflichtet fühlt.

Das große Unternehmen: „Geschichte der Wissenschaften in Deutschland.
Neuere Zeit“ geht bekanntlich seiner Vollendung entgegen.
Voraussichtlich werden zwei oder drei Bände im nächsten Jahre gedruckt
werden, und die wenigen dann noch ausstehenden Bände in kurzen
Zwischenräumen folgen. Nur die Geschichte der Kriegswissenschaften,
für die es bisher nach dem Tode des Generals Freiherrn /von
Troschke/ keinen geeigneten Bearbeiter zu gewinnen gelang, wird
erst später erscheinen können; man hofft, daß Verhandlungen, die
demnächst angeknüpft werden sollen, um die Lücke zu füllen, glücklichen
Erfolg haben werden. -- Zur Ergänzung dieses Unternehmens sollen
mehrere Werke über die wissenschaftlichen Zustände Deutschlands im
Mittelalter dienen. Zunächst schien eine Geschichte des deutschen
Unterrichtswesens bis zur Mitte des dreizehnten Jahrhunderts Bedürfniß
und wurde zum Gegenstand einer Preisaufgabe gemacht. Die Commission
hat nach erfolgter allerhöchster Genehmigung bereits im April das
Preisausschreiben erlassen, und es wird allem Anscheine nach eine
lebhafte Bewerbung um den Preis stattfinden.

Von der durch Professor /C. Hegel/ herausgegebenen Sammlung der
deutschen Stadtchroniken ist der 15. Band schon im Spätherbst vorigen
Jahres erschienen; er enthält die Chroniken der bayrischen Städte
mit dem von Dr. /Albr. Wagner/ in Erlangen bearbeiteten Glossar
und einem vom Kreisarchivar Dr. /Aug. Schäffler/ in Würzburg
angefertigten Register. Der 16. Band ist im Druck nahezu vollendet; er
bildet den zweiten Band der Braunschweiger Chroniken in der Bearbeitung
des Stadtarchivars /Hänselmann/. Für das kommende Jahr ist der
Druck der Mainzer Chronik aus dem 15. Jahrhundert beabsichtigt; diese
Chronik wird vom Herausgeber selbst in Verbindung mit Dr. /Rob.
Pöhlmann/ in Erlangen und unter philologischer Beihülfe von Dr.
/Albr. Wagner/ bearbeitet. Die längst verheißene, schon von dem
verstorbenen /Lappenberg/ eingeleitete neue Ausgabe der Lübecker
Chroniken war von Professor /W. Mantels/ in Lübeck übernommen
und seit Jahren vorbereitet worden. Leider wurde dieser verdiente
Geschichtsforscher am 8. Juni d. J. durch den Tod abgerufen, ehe
er noch den ersten Band für den Druck vollendet hatte. Dr. /K.
Koppmann/, dem man bereits die treffliche Edition der Hanserecesse
verdankt, hat jetzt die Vollendung des ersten Bandes der Lübecker
Chroniken mit Benützung der von Mantels hinterlassenen Vorarbeiten
übernommen.

Die Arbeiten für das von Professor /J. Weizsäcker/ geleitete
Unternehmen der deutschen Reichstagsacten haben sich im verflossenen
Jahre besonders auf die Perioden König Ruprechts und Kaiser Sigmunds
concentriert. Für die erstere handelt es sich noch um die letzte
Ergänzung des archivalischen Stoffs, doch sind die meisten Archive
bereits benützt. Die Hauptarbeiten für diese Abtheilung sind in
Göttingen unter Leitung des Herausgebers durch Dr. /Bernheim/
unter Beihülfe des Dr. /Friedensburg/ in erwünschter Weise
gefördert worden. Was die Periode Sigmunds betrifft, so ist für die
Vollendung des zweiten Bandes derselben, Bd. 8 der ganzen Sammlung,
Oberblibliothkar Professor /Kerler/ in Würzburg, unterstützt
vom Kreisarchivar /Schäffler/, unablässig bemüht gewesen. So
sind die Sammlungen für diesen Band fast vollendet, und es steht der
Schlußredaction nichts mehr im Wege. Man hofft im nächsten Jahre einen
oder zwei Bände der Reichstagsacten der Druckerei übergeben zu können.

Die Sammlung der Hanserecesse ist auch im verflossenen Jahre von Dr.
/K. Koppmann/ wesentlich gefördert worden. Der Druck des fünften
Bandes ist weit vorgeschritten und wird voraussichtlich im nächsten
Frühjahr vollendet werden.

Von den Jahrbüchern des deutschen Reichs sind vor Kurzem zwei neue
Bände veröffentlicht worden; an mehreren andern wird eifrig gearbeitet.
Zunächst hofft man den zweiten, abschließenden Band der Jahrbücher
Kaiser Heinrichs III., in der Bearbeitung von Professor /Ernst
Steindorff/ in Göttingen, zu veröffentlichen. Die Bearbeitung der
Jahrbücher Heinrichs IV. und Heinrichs V. hat Professor /G. Meyer von
Knonau/ in Zürich übernommen.

Für das sehr umfassende Unternehmen der Wittelsbach’schen Correspondenz
sind die Arbeiten nach verschiedenen Richtungen mit dem besten Erfolge
fortgeführt worden. Die für die europäische Politik am Ende des 16.
Jahrhunderts so wichtige Correspondenz des Pfalzgrafen Johann Kasimir
ist durch Dr. /Friedr. von Bezold/ so weit bearbeitet worden, daß
der Druck derselben demnächst beginnen kann; mit dieser Correspondenz
wird die ältere pfälzische Abtheilung zum Abschluß kommen. Für die
unter Leitung des Geheimraths /von Löher/ stehende ältere
bayerische Abtheilung ist Dr. /Aug. von Druffel/ in gewohnter
Weise thätig gewesen. Der zweite Band der von ihm bearbeiteten „Briefe
und Acten zur Geschichte des sechzehnten Jahrhunderts“ ist weit im
Drucke vorgeschritten und wird voraussichtlich im Anfange des nächsten
Jahres fertig werden. Obwohl die größeren Actenstücke für die zweite
Abtheilung des dritten Bandes reserviert sind, ist das wichtige
Material für das Jahr 1552 doch so groß, daß es allein den zweiten Band
des Werkes füllen wird und ein vierter Band nöthig erscheint, um die
Briefe und Acten für die Jahre 1553-1555 zum Abdruck zu bringen. Die
Arbeiten für die jüngere pfälzische und bayerische Abtheilung, geleitet
von Professor /Cornelius/, waren besonders darauf gerichtet, die
im vierten Bande begonnene Darlegung der bayerischen Politik in den
Jahren 1591 bis 1607 zu Ende zu führen. Dr. /Felix Stieve/ ist
unausgesetzt in dieser Richtung thätig gewesen.

Die Zeitschrift: „Forschungen zur deutschen Geschichte“, welche sich
einer immer wachsenden Theilnahme erfreut, ist in der hergebrachten
Weise unter Redaction des geh. Regierungsraths /Waitz/, der
Professoren /Wegele/ und /Dümmler/ fortgeführt worden und
wird ferner so fortgeführt werden.

Auch die Allgemeine deutsche Biographie hat unter der Redaction des
Freiherrn /von Liliencron/ und des Professors /Wegele/ ihren
regelmäßigen Fortgang gehabt. Wegen verspäteter Einlieferung einiger
unentbehrlicher Artikel trat eine kurze Unterbrechung der Ausgabe
einiger Lieferungen ein, doch ist bereits Abhülfe geschafft und
zugleich Fürsorge getroffen, daß ähnliche Störungen in der Folge nicht
wieder begegnen. Es sind im Laufe des letzten Jahres die in Aussicht
genommenen Lieferungen vollständig erschienen, so daß nicht nur Bd. 8
und 9 vollendet ist, sondern auch schon ein Theil des zehnten Bandes
vorliegt. Für alle, die an der vaterländischen Geschichte und an dem
Leben unserer Vorfahren Interesse nehmen, erweist sich das Werk als
eine Quelle der manchfaltigsten Belehrung und als unentbehrliches
Hülfsbuch.

Seit zwei Decennien arbeitet die historische Commission mit
ungeminderter Kraft und stets neuer Freude an den großen,
weitumfassenden Aufgaben, welche ihr die Könige Bayerns im
hochherzigsten Interesse für die vaterländische Geschichte gestellt
und ihr dazu die erforderlichen Geldmittel mit unvergleichlicher
Liberalität zu Gebote gestellt haben. Nicht ohne Befriedigung blickt
die Commission auf das Erreichte zurück; aber sie verbirgt sich auch
nicht, wie viel noch zu thun bleibt, und daß die Entwickelung der
Wissenschaft stets neue Forderungen stellt, denen sie nach Kräften
gerecht zu werden bemüht sein muß.



Verantwortliche Redaction: Dr. A. /Essenwein/. Dr. G. K.
/Frommann/.

Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in
Nürnberg.


Gedruckt bei /U. E. Sebald/ in Nürnberg.


[Illustration]



  ANZEIGER
  FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.

  Neue Folge. Sechsundzwanzigster Jahrgang.

  [Illustration]

  =Nürnberg.= Das Abonnement des Blattes, welches alle Monate
  erscheint, wird ganzjährig angenommen und beträgt nach der neuesten
  Postconvention bei allen Postämtern und Buchhandlungen _Deutschlands_
  incl. Oesterreichs 3 fl. 36 kr. im 24 fl.-Fuss oder 6 _M_.

  Für _Frankreich_ abonniert man in Paris bei der deutschen
  Buchhandlung von F. Klincksieck, Nr. 11 rue de Lille; für _England_
  bei Williams & Norgate, 14 Henrietta-Street Covent-Garden in London;
  für _Nord-Amerika_ bei den Postämtern Bremen und Hamburg.

  Alle für das german. Museum bestimmten Sendungen auf dem Wege des
  Buchhandels werden durch den Commissionär der literar.-artist.
  Anstalt des Museums, /F. A. Brockhaus/ in Leipzig, befördert.

  ORGAN DES GERMANISCHEN MUSEUMS.

  1879.    Nº 11.    November.



Wissenschaftliche Mittheilungen.



Das Dockenhaus in der Kunstkammer Herzog Albrechts V. von Bayern.


In dem „Inventarium“, welches der herzogliche Hofrath Johann Baptist
Fickler 1598 von der 1579 fertig gewordenen Kunstkammer Herzog
Albrechts V. von Bayern aufnahm[385] befindet sich auch folgende
Beschreibung eines Puppenhauses, welches in der genannten Kunstkammer
aufgestellt war. Dasselbe wurde, wie die Hofkammer-Rechnungen
ausweisen, im Jahre 1558 gefertigt, und zwar arbeiteten für dasselbe
u. A. der Hofkistler Wolf Greiß, der Maler Hans Ostendorfer und die
Schlosser Hans Klein und Kaspar Bauer. Sie erhielten dafür fl. 95,
fl. 40, fl. 75 und fl. 33. Unterm 17. October 1558 wurde „bezahlt gen
Augsburg um Arbeit ins Dockenhaus 86 fl. 3 Sch. 22 St.“

„Das Dockenhaus, so 4 Gaden hoch, an dem unteren und ersten Gaden 5
Thüren und 15 Fenster, an dem andren 4 Thüren und 16 Fenster, an dem
dritten drei Thüren und 16 Fenster, an dem obersten und vierten 5
Thüren und 16 Fenster.“

/In dem ersten Gaden/: eine Stallung von drei Ständen, in
jedem ein Pferd, von Holz geschnitten; auf dem vordern sitzt ein
Reitersmann, bei jedem der andern zwei steht ein Knecht; an der Wand
eine Futtertruhe[386], dabei ein Knecht; mehr 3 Sättel mit ihrem
Zeug und Zaum. -- Nach dem Pferdestall folgt ein Kuhstall, darinnen
3 Kühe, ein Kalb, eine Melkdirne, eine Futtertruhe, ein Tisch voller
Milchgeschirre; dabei steht die Frau im Haus. -- Hinten am Stall ist
eine Meiereistube, darinnen eine Dirne, die Milch ausrührt; es steht
auch und hängt an der Wand etliches Hausgeschirr von Holz und Kupfer.
-- Nach dem Kuhstall folgt der Zehrgarden[387]; darinnen hängt an der
Wand allerlei Wildpret, fliegendes und stiebendes;[388] auf einem
Tische etliche Schüsseln und Mülterlein,[389] darinnen ein zubereiteter
Schweinskopf, ein Kapaun, eine Gans, ein Lamm, ein Auerhahn, ein
Kitzel, ein Äkopf,[390] ein westfälischer Hahn und eine Platte
voll Würste. Zu hinterst in diesem Zehrgarden liegt ein gefällter
Hirsch, ein Stück Wild, ein Kalb mit zusammengebundenen Füßen, ein
Speisekasten, dabei der Zehrgardener und ein Knecht. -- Nach dem
Zehrgarden folgt der Weinkeller, darinnen 6 große Weinfässer, zu den
Seiten 6 kleine Weinfässer zum Kräuterwein; mehr ein Tisch, darauf 4
Handkörbe, groß und klein, von Silberdraht gemacht; mehr 2 Brodkörbe,
auch von Silberdraht; mehr 4 Kannen, ein Marktkessel, eine große,
bauchige Kanne, alles von Silber. An der Wand bei diesem Tisch hangen 6
silberne Flaschen; dabei stehet der Kellerer mit einer silbernen Kanne.
An der einen Wand geht man eine Stiege hinauf ins Haus; darunter stehen
allerlei Flaschen, Krüge und Kannen von Glaswerk. -- Nach dem Keller
folget das Wagenhaus, darinnen ein hangender Wagen, mit schwarzem Sammt
überzogen; mehr ein Frauenwägerl, auch mit Sammt überzogen, die Räder
mit Silber beschlagen.

/In dem andern Gaden/: erstlich eine Badestube; darinnen baden
die Frau im Haus sammt 3 Töchtern, bei denen eine Baddirne, auch eine
Badwanne, zwei kupferne Schäffel, ein kupfernes Sechterle,[391] zwei
messingvergoldete Barbierkannen und 2 vergoldete Zwagbecken.[392] Vor
dem Badstübchen ein Abziehstübchen, darinnen ein zugerichtetes Bett
mit einem Golter[393] von schwarzem Sammt und goldenem Stück; mehr ein
Tisch mit einem sammtnen Teppich und ausgenähten Tischtuch; darauf ein
ausgenähtes Hemd und etliche ausgenähte Haupttücher und Faziletl[394]
sammt einer Bürste mit sammtnem Stiel, mit Silber beschlagen; mehr ein
silberner Türkenhut mit drei vergoldeten Füßen. Neben dem Tisch sitzt
eine Frau in einem schwarzseidenen Jängger[395] mit einem silbernen
Drahtgürtel. An der Wand bei dem Tisch hängen zwei große und 10 kleine
messingvergoldete Zwagbecken, drei Badhüte[396]. Nach dieser Badstube
folgt die Küche, darinnen auf dem Herd etliche Spieße, mit Geflügel
und anderm Bratfleisch angesteckt, sammt den Häfen; dabei ein Koch,
welcher die Suppe abschäumt. Bei der Bank steht ein Koch, der putzt
einen Kapaun in einem kupfernen Hafen; gegenüber hängt ein Koch das
Fleisch hervor. Auf der Anricht stehen 11 große zinnerne Schüsseln,
geätzt, mehr 7 kleine, auch geätzte Zinnschüsseln, mehr 5 Zinnplatten.
Bei solcher Anricht steht der Meister Koch, der macht einen Hecht auf.
In der Küche steht ein kupferner Kühlkessel, darin liegen zwei große
Fische; mehr ein blechernes Fischwandl, mehr eine silberne Tortenpfanne
auf 3 Füßen mit ihrem Zugehör; mehr drei kupferne Tortenpfannen, ein
kupfernes Wasserschäffel, ein anderes kupfernes Schäffel. Die Wände
sind mit allerlei Küchengeschirr von Kupfer, Messing und Zinn behängt,
sammt einem Messingmörser auf dem Gestell, einem Blasbalg, sammt
anderm zu einer wohlgeordneten Küche Gehörigen. -- Nach der Küche
folget der Hof; in dessen Mitte steht ein sechseckiger Brunnenkasten
mit seinem Daterman,[397] von Metall gegossen; zu hinterst zwei
Hühnerkobel auf einander und Zimmer zu dem Geflügel. In dem Eck dieses
Hofes ein vergittertes Löwenhäuschen, darinnen ein Löwe und eine Löwin.
Nach diesem Hofe folgt ein Baumgarten, zu 3 Seiten mit Geländer, mit
Wein- und Rosenstöcken überwachsen. In diesem Garten finden sich ein
Hirsch, 2 Wildstücke, ein Hund, eine Katze, Eidechsen, Blindschleichen
und anderes dergleichen Zeugs; mehr auf einer langen Bank sechs
silberne Wurzscherben,[398] darinnen rothe und weiße Nelken, auch
anderes Gewächs. In der Mitte des Gartens ein silberner Schöpfbrunnen
mit 2 silbernen Eimern. Die Bäume und das Gewächs im Garten ist alles
von Glißmater Arbeit.

/In dem dritten Gaden/: erstlich ein Tanzhaus, darinnen der
Fürst und die Fürstin unter einem Aufschlag mit einem Himmel, daran
das bayerische mit einverleibtem österreichischen Wappen, sitzend,
sammt einer braun atlasenen Tapezerei,[399] mit Silberarbeit
gestickt. Auf solchem Tanzhaus sind 4 Geiger, 3 Paare tanzende
Jungherren und Jungfrauen in Tafft- und Atlaskleidern. An einer
Seite die Hofmeisterin in einem schwarzsammtnen Jängger und 3
Jungfrauen des Frauenzimmers[400] in rothatlasenen mit Goldstickerei
verbrämten Röcken, auch silbernen und vergoldeten Gürteln, wie auch
die 3 Tänzerinnen gekleidet. Vor dem Frauenzimmer steht eine lange
Tafel mit einem rothatlasenen Teppich auf 4 silbernen Füßen, auf der
Tafel das Kugelspiel zum Narren, wie man das zu nennen pflegt; das
Gestell und die Kugeln silbern. Beiseits der Fürstenpersonen stehen 4
Jungherren des Hofgesindes und 2 Edelknaben bei einem Schnecken[401],
der in das obere Zimmer hinaufgeht. -- Nach diesem Tanzhaus folgt
eine Stube, um und um mit Tapezerei von goldenen Stücken bekleidet,
in welcher Stube der Herzog und die Herzogin sammt dem Frauenzimmer
von 4, auch Gesinde von 6 Personen in schwarzem und braunem Atlas mit
weißatlasenen Unterröcken bekleidet, sammt dem Narren, so beim Ofen
steht. In der Mitte dieser Stube steht ein viereckiger Tisch, mit
einem Teppich von goldnem Stück bedeckt; darauf liegt eine hölzerne
vergoldete Laute sammt 2 indianischen Schellen. Ober dem Tisch hangt
ein silbervergoldeter Käfig mit einem Papagei. Beiseits an der Wand
steht eine Kredenz,[402] mit rothem Doppeltafft bekleidet; darauf
steht: eine silbervergoldete Flasche, zwei Kannen, 3 Doppleten,[403]
12 Schalen auf hohen Füßen mit ihren Lucken,[404] eine silberne
durchbrochene Arbeit, zum Theil vergoldete Rauchbüchslein auf einem
4eckigen Täfelein mit 4 Füßen und ein Gießbecken mit seiner Kanne,
4 niedere Zuckerschalen, 2 Teller, alles von Silber und vergoldet.
Neben der Kredenz sind 3 eingesetzte Lädlein, auswendig angemalt.
Bei dem Frauenzimmer ein Satin, mit weißer Flottseide anstatt
des Haares überzogen; mehr zwei andere gleichförmige Satinl[405] und
ein gar kleines Hündchen auch von Flottseide; mehr ein englischer
Hund mit einem silberbeschlagenen Halsband, darauf ein doppeltes A
mit dem bayerischen und österreichischen Wappenschild. -- Nach der
Stube folgt die Kammer, darinnen eine bereitete Bettstatt, die Kissen
und Leintücher mit rother Seide ausgenähet, die Decken von goldenem
Stück, mit Laubwerk von rothem Atlas ausgestickt. Um die Bettstatt die
Vorhänge und der Kranz von rothem Atlas mit ausgestickten Strichen
von goldenem Stück. Vor der Bettstatt liegt ein ausgenähter Teppich,
einem türkischen gleich. Neben der Bettstatt sitzt die Fürstin in einem
Sessel von goldenem Stück, die Hofmeisterin, in einem schwarzatlasenen
Jännker, mit Gold verbrämt. Neben diesem Sessel steht eine hölzerne
Truhe von durchbrochener Arbeit, an den Ecken vergoldet, welche
Truhe voll Leinwandgewand; darauf ein Teppich von Leinwand um und um
von gewifleter[406] Arbeit, mit Gold ausgenäht; mehr eine Schlafhaube
von gewifleter Arbeit und goldenen Strichen, ein Haupttuch und
Faziletl, auch mit gewifleter Arbeit und goldenen Spitzen ausgenäht;
ein Mundschleier mit einem Leistel von schwarzer Seide und goldenen
Spitzen, ein Faziletl, mit schwarzer Seide und wifflet ausgenäht,
sammt einem Mannshemd, mit schwarzer Seide ausgenäht. Vor dem Bett ein
silberner Topf und ein Paar sammtne Kammerpantoffel. Unten am Bett
ein Sessel, mit rothem Sammt bekleidet und einem rothsammtnen Kissen
belegt. Gegen die Bettstatt über und an der Wand eine lange Tafel,
darüber ein Teppich von Teppichnaht in rother Seide gewirkt, ausgenäht
und um und um gefranset. Auf der Tafel ein Gewandkirb[407] sammt einem
kleinen Korb, von Silberdraht geflochten; ein Feuerschirm, welchen die
zarten Frauen vor sich nehmen, wenn sie vor dem Herd stehen, damit
ihnen die Hitze von dem Feuer das subtile Gesicht nicht verderbe; ein
silbernes Gießbecken sammt einer Kanne, geätzt, mit Gold bekleidet, ein
silberner Küpferling[408] mit vergoldeter Bekleidung, eine silberne
Kanne; ein oblonges silbernes Gestätl[409] mit 2 vergoldeten Ringen
von Pariser Arbeit; eine Kopfbürste mit silbernem Stiel.

/Im vierten und obersten Gaden/: erstlich die Kapelle, darin
zuvorderst der Altar mit ausgeschnittenen und bemalten Tafeln; der
Altar mit einem weißen, doppeltafftenen Altartuch, um und um von Gold
und Silberfäden ausgenähet. Die Kleidung um den Altar von schwarzem
Sammt, vorneher der Name Jesus, auch an den Ecken das Gebräm von
Silberfäden ausgestickt. Auf dem Altar ein silbervergoldetes Kruzifix,
zwei silberne Leuchter mit vergoldeter Kleidung, ein silbervergoldeter
Kelch mit seiner Patena, ein silbervergoldetes Korporal,[410] zwei
silberne Meßkännchen, mit Gold bekleidet, ein silbernes Meßkännchen,
mit Gold bekleidet, ein silberner Weihwasserkessel mit seinem
Sprengwedel, auch mit Gold bekleidet. Beiderseits auf dem Gesims des
Altars ein silberner Krug mit 2 Handhaben und vergoldeter Kleidung,
darinnen Maien[411] eingesteckt von Rosenwerk Glißmater Arbeit.[412]
Vor dem Altar steht ein Priester, bei ihm der Evangelier und
Epistler,[413] ihre Meßgewänder und Levitenröcke[414] von goldenem
Stück. Neben dem Altar ein Instrumentl oder Virginal[415] in seinem
Futteral. In der Mitte dieser Kapelle steht ein Pultbrett, von rothem
Doppeltafft überdeckt, darauf ein Gesangbuch, mit rothem Atlas
überzogen, auch mit vergoldeten Silberbeschlägen, welches der Bassus;
hinter dem Pultbrett stehn die Cantores in schwarzen, langen, wollenen
Röcken, mit Sammt verbrämt, sechs Personen. Neben diesem Pultbrett an
der Wand ein anderes Pultbrett, auch mit rothem Doppeltafft bedeckt;
darauf liegt ein dem vorigen gleiches Gesangbuch, der Altus. Beineben
liegen auch in gleicher Form der Tenor und Discant sammt 4 kleinen
Gesangbüchlein, in Schwarz eingebunden. An dieser Kapelle ist ein
Kirchenstübchen, darinnen der Herzog und die Herzogin, zu den Fenstern
auf den Gottesdienst sehend. Nach dieser Kapelle folgt eine Kammer
mit rothatlasener Tapezerei mit gelbeingenähtem Zugwerk, darinnen 3
gerichtete Bettstätten mit Decken, auch Umhang und Kränzen von rothem
Doppeltafft, an den Ecken mit rothen Sammtstreifen. Eine hölzerne
Truhe auf 4 Füßen, um und um verleistet und mit geschmelztem Glaswerk
bezogen, inwendig mit rothem Zendl[416] gefüttert. Ein geschrägter
Sessel für 2 Personen, von Drechslerarbeit, mit rothem Sammt bekleidet.
Bei dem andern Bett ein elfenbeinerner Kammertopf. Nach dieser Kammer
folgt eine Stube, darinnen sitzen zwei edle Frauen, die eine mit einem
Nähkissen; die Frauen in schwarzseidenem Jänker, mit gold verbrämt; bei
dem Ofen ein Weib, das spinnt an einer Gunkel.[417] Diese Stube ist
mit Tapezerei von goldfarbig geweckletem[418] Seidengewirk bekleidet;
darinnen ein viereckiger Tisch mit einem Teppich obbemeldeten
Seidenzeugs; davor steht ein Weberahmen zu einem Zettel und ein kleines
Spinnrad. Neben dem Tisch steht ein kleines Nähetrühel, darinnen
rothe und blaue aufgewundene Seide, Nadel und Faden, ein Fingerhut und
kleine Haften; darauf das brandenburgische und württembergische Wappen;
ein anderes kleines Lädl, um und um ausgemalt. Bei diesem Tisch an der
Wand hängt ein Spiegel, in Elfenbein eingefaßt. Gegen diesen Tisch über
steht eine Kredenz, von mehrgedachtem Seidenzeug überdeckt; darauf
stehen ein Messerbesteck, 3 eingesetzte Magellen,[419] 2 hohe Becher
mit Lucken, 2 Trinkkopf, ein hoher bauchiger Becher mit seinem
Deckel, ein Glas, aus weißem Kalzedon geschnitten, zwei Leuchter,
eine Schüssel, 8 Teller, ein Gießbecken mit einem springenden Wasser,
alles von Elfenbein gemacht. -- Nach dieser Stube folgt eine Küche;
auf dem Herd ein silberner Bratspieß mit seinem Feuerhund,[420] darin
man den Spieß dreht; an dem Spieß steckt eine Wildente. Bei dem Feuer
stehen 2 grünverglaste Häfen. Auf der Anricht stehen 6 Zinnschüsseln
mit Handhaben, 9 glatte Zinnschüsseln, 6 Zinnplatten, 7 Zinnteller; an
beiden Wänden hängt allerlei Küchengeschirr: messingene und kupferne
Pfannen, auch blecherne Mülterlein sammt anderm großen und kleinen
Küchengeschirr; mehr ein kupfernes Wasserschäffel, Kühlkessel und
Küpferling. -- Nach dieser Küche folget eine Kinderstube und
Kammer; die Stube mit Tapezerei von rothem Stoff, mit Silber gewirkt.
In der Stube steht eine Frau bei dem Ofen in einem seidenen Janker,
bei ihr ein Knäblein mit einem sammtnen Röckel und rothen Höslein,
vorneher eine Frau, auch in einem seidenen Jänker, die wieget ein Kind
in einem hangenden Korb, welcher von Drechslerwerk gemacht ist; mehr
ein Jungfräulein in einem rothatlasenen Rock, mit Gold und Silber
gebrämt, und in einem hohen Sessel ein Kind sitzend, mit einem Hemdlein
bekleidet. Hinter dieser Frau, so das Kind wiegt, steht ein viereckiger
Tisch, darauf ein Trühel mit verzinnten Eisenbeschlägen, mit
allerlei Leinwandgewand von Schleierleinwand, alles subtil ausgenäht.
Dieses Trühel ist auswendig von Gold ausgenäht. Mehr 3 Nähkörbe, von
Silberdraht geflochten; mehr ein silberner Küpferling mit vergoldeter
Kleidung, ein Satinl, von weißer Flottseide überzogen. An der Wand
bei dem Ofen steht eine Kredenz, mit rothem Doppeltafft überdeckt,
darauf ein hoher Kredenzbecher mit seinem Luck, 6 Hofbecher,
eine eingefaßte Muskatnuß mit einem Deckel, 5 Schalen, 4 Leuchter,
ein Gießbecken mit Kanne, 5 kleine Leuchter, 3 Becherl, 2 dreifüßige
Becherl, 12 Teller, alles von Silber gemacht. Neben dieser Kredenz
hängt ein Kehrwisch mit silbernem Stiel und ein Mülterl. An dieser
Stube ist eine Kammer mit zwei gerichteten Bettstatten, die Kränze und
Vorhänge von Schleierleinwand und Gold ausgenäht mit goldenen Fransen.

  /Nürnberg./    /Dr. Stockbauer./

FUSSNOTEN:

[385: Cod. Bav. 2133 mit 224 Blättern in Folio in der k. Hof- und
Staatsbibliothek zu München. Vergl. Stockbauer, die Kunstbestrebungen
am bayerischen Hofe unter Herzog Albert V. und seinem Nachfolger,
Wilhelm V. (Quellenschriften für Kunstgeschichte etc. herausgeg. v. R.
Eitelberger von Edelberg, VIII. 1874. 8.), S. 9 ff.]

[386: Lade, Kasten; s. unten das Diminutiv Trühel. Schm. I, 659.]

[387: /Zehrgaden/, Gewölbe für die Lebensmittel; auch in Ziergarten,
Ziergarn etc. verderbt. Ueber denselben ist der /Zehrgadener/ gesetzt.
Schmeller, bayer. Wörterbuch II^2, 1147 u. I^2, 872. -- /Gaden/,
Gemach, einzelne Abtheilung im Hause, auch Stockwerk.]

[388: Assonierende Formel: fliegendes und laufendes. Schmeller II^2,
719.]

[389: Multer (aus latein. mulctra, Melkkübel), Mulde.]

[390: /Kitz/, /Kitzlein/, junge Ziege. Schm. I, 1316. -- Was bedeutet
/Äkopf/? Darf an das oberbayrische /Ä/, /Äu/, /Äuw/ (mittelhochd.
ouwe), Schaf, gedacht werden? Schm. I, 1.]

[391: /Sechter/, hölzernes Gefäß mit einer Handhabe. Schmeller II^2,
219.]

[392: Waschbecken; von zwagen, waschen. Schm. II, 1175.]

[393: /Golter/, (aus lat. culcitra), Bettdecke. Schm. I, 908 ff.]

[394: /Haupttuch/, leinenes Tuch als weibliche Kopfbedeckung. Schm. I,
1143. /Fazilett/, /Fazinett/, Schnupftuch, Handtuch, Tellertuch (v.
ital. fazzoletto). Schm. I, 780.]

[395: /Jänker/, kurzes Oberkleid, Jacke. Schm. I, 1208.]

[396: Badehose. Schm. I, 208.]

[397: Tattermann, Kobold, Hausgeist, häufig als Brunnenzierde
abgebildet. Schm. I, 631. Grimm, Wbch. II, 827 u. Mythol. 470.]

[398: Blumentöpfe. Schm. II, 1015.]

[399: Teppich (aus lat. tapetium).]

[400: Hoffräulein. Vgl. Schmeller I, 803 f.]

[401: Schneckentreppe. Schm. I, 567.]

[402: Kredenztisch, Buffet. Grimm II, 639.]

[403: Doppelbecher. Schm. I, 529. Grimm II, 1256.]

[404: Deckel. Schm. I, 1434.]

[405: /Satin/, /Satinl/, wol der Seidenhund (v. franz. satin,
Seidenzeug, Atlas). -- /Flötseide/, Floretseide. Grimm III, 1825.]

[406: /wifeln/, sticken. Schm. II, 864.]

[407: die /Kürben/, Korb, besonders Rückentragkorb. Schm. I, 1287.
Grimm, Wbch. V, 2796.]

[408: /Küpferling/, ein größeres, gewöhnlich aus Kupfer gefertigtes
Wassergefäß. Schm. I, 1275. Grimm V, 2765, 5.]

[409: /Stattel/, /Gestattel/, Schachtel. Schm. II, 796.]

[410: geweihtes Meßtuch, worauf der Hostienteller und der Kelch gesetzt
werden. Schm. I, 1295.]

[411: Laub- oder Blumenbüschel, Strauß. Schm. I, 1550.]

[412: /Glißmater Arbeit/ (wol richtiger glißmater A. geschrieben),
gestrickte Arbeit (v. /lißmen/, /lismen/, stricken). Schm. I, 1513.
Frisch, 1, 637: der /glismat/ Rock Christi.]

[413: Vgl. Schmeller I, 178.]

[414: /Levitenrock/, Priesterrock, Chorhemd.]

[415: Orgel; Frisch, Wbch. II, 402. „Clavecin carré à sautereaux“;
Mozin, dictionnaire.]

[416: eine geringere Sorte Tafft. Schm. II, 1133.]

[417: Kunkel, Spinnrocken. Schm. I, 923.]

[418: /geweckt/, /geweckelt/, mit weck- oder keilförmigem Muster. Schm.
II, 846.]

[419: eine Art Trinkgefäß, Becher. Schm. I, 1575.]

[420: Vorrichtung zum Auflegen des Brennholzes und des Bratspießes.
Grimm IV, 1919, e. /Dr. Frommann./]



Die „heraldischen“ Kronen.


Der Anzeiger f. K. d. d. V. brachte in Nr. 6 des laufenden Jahres
zwei höchst interessante Artikel über die „heraldischen Kronen“ und
über „Kronen“ im allgemeinen. Indem ich nun hier in Fig. 1. eine
Abbildung des Siegels Conrad Gäb’s vom J. 1480, welches die nächste
Veranlassung zu jenen beiden Artikeln gegeben, mittheile, erlaube ich
mir, auch meine unmaßgebliche Ansicht über dasselbe, sowie über die
„heraldischen“ Kronen überhaupt auszusprechen.

[Illustration: Fig. 1.]

Dieses Siegel ist ein, namentlich für seine Zeit, /höchst/
seltenes „heraldisches“[421] Curiosum, dessen /sichere/ Erklärung
ohne erst noch aufzufindende gleichartige Beispiele wol schwerlich
gelingen dürfte. Die einfachste Erklärung scheint mir vor der Hand die,
daß eben der Herr Doctor bei dieser „heraldischen“ Zusammenstellung auf
seinem Siegel mehr seinem eigenen Geschmack und seiner Phantasie, als
dem gewöhnlichen heraldischen Stile seiner Zeit gefolgt ist.

Der /Federbusch/ ist der Gäb’sche Helmschmuck, wie wir ihn auch
auf einem Siegel des Ritters Steffan Geben v. J. 1351[422] finden.
Der Zustand dieses letzteren Siegels läßt allerdings den Gegenstand
zwischen Helm und Federbusch nicht mehr /genau/ erkennen. Auf
den Originalprunkhelmen Kaiser Friedrich’s IV. im bürgerlichen
Waffenmuseum der Stadt Wien[423] sind sämmtliche /Helmkronen/
gewöhnliche heraldische goldene sogenannte Königskronen, nur mit
verschiedenem stilisierten Laubwerk.

Ob auf unserem Siegel nur aus Mangel an Raum[424] oder wegen der
geistlichen Würde des Sieglers der Helm weggelassen und nur dessen
Krone mit dem Kleinod gesetzt wurde, ist schwer zu entscheiden;
jedenfalls ist dieses Verfahren zu jener Zeit eben so ungewöhnlich
als heraldisch unrichtig und ganz unstatthaft. Denn so wenig die
häufig als Helmschmuck vorkommenden Infuln, /ohne/ den Helm, auf
einen Wappenschild gesetzt werden dürften, -- da ja das betreffende
Wappen dadurch den Charakter eines bischöflichen annehmen würde, --
eben so wenig ist dies mit allen den verschiedenen, im Laufe der Zeit
vielfach und bis zur Unkenntlichkeit des ursprünglichen Originals
metamorphosierten Hüten als Helmzierden der Fall.

Die „/heraldischen/“ Kronen -- bisweilen auch mit verschiedenen
Farben tingiert -- waren von jeher nur conventionelle „heraldische“
Formen mit mehr oder weniger constantem Typus in den verschiedenen
Stilepochen. Sie haben mit den „wirklichen“ Kronen nichts gemein
als den Namen, und letztere waren und sind stets Rangkronen, d. h.
solche, welche den Stand ihres /Trägers/ genau bezeichnen. In
den Abbildungen mittelalterlicher Handschriften finden sich häufig
Kaiser und Könige, wenn sie in voller Rüstung dargestellt werden, mit
einer Krone auf dem Helme. Diese Kronen sind weder /Helmkronen/,
noch /Helmkleinode/; sie sind nur dazu bestimmt ihren Träger
kenntlich zu machen. So sehen wir u. A. Kaiser Heinrich VII. in einem
Trierer Codex v. 1354, dem sog. Balduineum, mit einer Bügelkrone
abgebildet.[425] Im Schlackenwerther Codex der Hedwigs-Legende v. J.
1353 ist der /viermal/ auf /einem/ Bilde dargestellte Herzog
Heinrich, der Sohn der heil. Hedwig, in der Schlacht, in welcher
er seinen Tod fand, einmal mit seinem (heraldischen) Helmschmuck
abgebildet und dreimal, nach seinem Tode, durch den Herzogshut
kenntlich gemacht.[426]

Wenn wir auch die /Krone/ auf dem Haupte der Königinnen auf ihren
Porträt-Siegeln seit dem 13. Jahrhundert[427] nicht als „heraldische“
Krone bezeichnen können, sondern als wirkliche Rangkronen, so müssen
wir die /Kronen/ auf den gleichartigen Siegeln der Fürstin Sophie
von Rostock v. J. 1237 und der Gräfin Jutta von Sternberg v. ca.
1306[428] und anderen „symbolische“ nennen; denn „wirkliche“ Kronen
gab es im Mittelalter nur zwei Gattungen: Kaiser- und Königskronen.
Außer diesen gab es nur noch die sog. Kronen oder richtiger Hüte
der Herzoge und Fürsten. Die regierenden Grafen führten bis in die
neuere Zeit nur die „heraldische“ sog. goldene Königskrone, welche
seit den letzten Jahrhunderten und bis zur Einführung der 5-, 7- und
9-perligen /fremdländischen/ Kronen auch in /Deutschland/
von /allen/ adeligen Personen geführt wurden und zum Theil noch
geführt werden.

Von „heraldischen“ Kronen gibt es vier Gattungen: I.
/Wappenbilder/ und /Helmkleinode/, II. /Beizeichen/,
III. /Helmkronen/ und IV. /Rangkronen/.


I. /Rangkronen als Wappenbilder/ und /Helmkleinode/.

[Illustration: Fig. 2.]

[Illustration: Fig. 4.]

Kronen kommen in Deutschland schon in der frühesten heraldischen Zeit
vor, sowohl als Wappenbild, wie als Helmschmuck. Wir finden eine Krone
z. B. bei Scharffenberg in der Züricher Wappenrolle, Nr. 53 (s. hier
Fig. 2.) sowohl als Wappenbild im Schilde, als auch auf dem Helme als
wirkliches /Kleinod/,[429] mit Federn geschmückt, wie so viele
derartige. Hier ist die Krone im Schilde und auf dem Helme ebenso
einfaches heraldisches Bild, wie der Helm im Helmshofen’schen Nr.
106 der Züricher Rolle (s. hier Fig. 4,) und der Hut in dem nicht
bezeichneten Wappen Nr. 125 dieser Rolle. Im Wappen von Elsaß (bei
Grünenberg Bl. IX.) sehen wir 6 Kronen im Schilde und dieselben 6 als
Helmschmuck. Die 3 Kronen im Kölner Wappen, als Symbole der Kronen der
„heil. drei Könige,“ sind allbekannt.

Schon seit der frühesten heraldischen Zeit hat es /gekrönte/
Wappenthiere im Schilde und auf dem Helme gegeben. Wir erinnern nur
an den böhmischen Löwen und an die vielen gekrönten Thiere in der
Züricher Wappenrolle, welche sogar schon Luxus damit treibt, wie u.
A. das Hohenlohe-Brauneck’sche Wappen (Nr. 459) beweist, welches in
dieser Beziehung ein durchaus unrichtiges Unicum ist. Nach und nach
kam aber mit den allgemein überhand nehmenden heraldischen Kronen
die bis zum heutigen Tage verbreitete, ganz falsche Ansicht auf, als
ob die gekrönten Wappenthiere /vornehmer/ wären, als die nicht
gekrönten. So findet sich auf zwei Hohenlohischen Siegeln von 1360
u. 1383, und zwar in zwei verschiedenen Linien,[430] als Helmschmuck
ein /gekrönter/ Adler, welcher weder vorher noch nachher im
Hohenlohischen Wappen vorkommt und wol nur aus dem angeführten Grunde
zu erklären ist.[431]


II. Kronen als Beizeichen.

[Illustration]

Auch als Beizeichen begegnen wir nicht selten der Krone sowohl in der
Heraldik, als in der Sphragistik. So z. B. auf einem Cronberg’schen
Siegel v. J. 1257, im ersten Felde des von Roth und Kürsch quadrierten
Wappens, von untenstehender Form a, und auf dem Denkmal Hartmanns von
Cronberg († 1372), im zweiten Felde des Wappenschildes, von der Form
c, in beiden Fällen als heraldisches Beizeichen. Bei Grünenberg, Bl.
CLVIII. findet sich eine goldene Krone als Beizeichen im Wappen der
Sür. Im Siegelfelde eines Cronberg’schen Siegels v. J. 1308 sehen wir
als /sphragistisches/ Beizeichen zwei Kronen von der Form b[432]
neben dem Wappenschilde.[433] Im Siegel der Stadt Geißlingen v. J.
1367[434] erscheint die Krone auf dem Helm urkundlich als minderndes
Beizeichen. In derselben Eigenschaft erscheint sie auch auf dem
Helm der „Jungen“ von Mainz, nach einer Legende in der Zimmer’schen
Chronik.[435]


III. Helmkronen.[436]

[Illustration: Fig. 5]

Gekrönte Helme vor dem 14. Jahrh. sind /mir/ -- mit Ausnahme
der Siegel der Herzoge von Oesterreich und von Kärnten -- bis jetzt
in Deutschland keine bekannt; doch sollen, nach einer bischöflich
Regensburger Urkunde v. J. 1290, die Raitenbucher damals auch schon
solche geführt haben.[437] --? -- In der Züricher Wappenrolle (aus
dem Ende des 13. oder spätestens aus dem Anfang des 14. Jahrh.)
kommen unter 559 Wappen nur die von Oesterreich und Kärnten mit
/gekrönten/ Helmen vor; ersterer (Nr. 17 der Rolle) wie hier (Fig.
5) abgebildet.[438]

Schon aus dem Größenverhältniß der Krone zum Helme sieht man den
Unterschied zwischen dieser /Helmkrone/ und der /Krone/
als /Helmzierde/ im Scharffenberg’schen Wappen (oben Fig. 2),
deren Tinktur in der Züricher Wappenrolle auch deutlich für diese
Ansicht spricht. Beim hohen Adel fand ich die ältesten Helmkronen
auf Wappensiegeln Heinrichs II. von Meklenburg v. J. 1328 und des
Grafen Walram von Sponheim v. J. 1344. Beim niedern Adel finden sich
/gekrönte/ Helme auch schon seit dem Jahre 1322. Als den ältesten
führt Kindler von Knobloch[439] die Siegel des Ritters Johannes von
Schafftolsheim v. 1322, des Edelknechts Dietrich vom Haus von 1331 und
des Ritters Rudolf von Andlau von 1335 an. Das älteste mir im Original
bekannte derartige Siegel ist das des Ritters Engelhard von Hirschhorn,
des Vaters, v. J. 1353, mit der Legende: S. Engelhardi. militis. de
Hirzhorn.[440] Auf dem Siegel des „Hartwicus de Crumedic. miles“ v.
J. 1336 ist in dem Werke: „Siegel des Mittelalters aus den Archiven
der Stadt Lübeck“ ein Helm abgebildet, zwischen dessen Kleinod, zwei
Büffelhörnern, drei Spitzen erscheinen, die dort als Krone angesprochen
werden. Die Beispiele gekrönter Helme bei dem niedern Adel vor dem 15.
Jahrh. stehen aber doch noch so vereinzelt da, daß wohl anzunehmen ist,
daß dabei ein /besonderer/ Grund vorliegen mußte, welcher aber
bis jetzt /urkundlich/ nicht ermittelt ist. Es scheint mir, daß
damit die eigentliche Ritterwürde („miles“) ausgedrückt werden wollte,
was wenigstens bei den meisten der oben erwähnten Siegel zutrifft.
Jedenfalls sollte in dieser Richtung die Sache noch gründlich erforscht
werden. Nach einer Urkunde v. J. 1365 stellen Conrad und Hartman von
Burgau, Vater und Sohn, Hans Marschall von Boxberg und Gerlach von
Weizzingen der Stadt Augsburg für sich und ihre Gesellen, „der mit vns
hundert gekrönter Helm ist vnd ein Helm“ einen Dienstrevers aus, in
welchem es ausdrücklich heißt, daß ein jeder dienen und helfen soll mit
einem gekrönten Helme, „der selbdritt mit dreien pferden varen soll.“
Bei. Mittheilung dieser Notiz bemerkte von Schreckenstein, seiner Zeit:
„Demnach war also der gekrönte Helm gleich einer sog. Ritterglefe.“
Sollten aber nicht vielleicht mit den gekrönten Helmen lauter „Ritter“
(milites) gemeint gewesen sein?

Die Krone auf dem Siegel Conrad Gäb’s halte ich daher, wie bereits
gesagt, entschieden für eine gewöhnliche Helmkrone. Erst im 15. Jahrh.
mehren sich die gekrönten Helme. Während in den älteren deutschen
handschriftlichen Wappenbüchern, z. B. in dem Donaueschinger Wappenbuch
von 1433 und bei Grünenberg (1483), die gekrönten Helme noch bedeutend
in der Minderzahl sind, bringt Sibmacher in seinem gedruckten
Wappenbuch v. J. 1609 schon deren viele. Einen großen Einfluß mögen
darauf die Wappendiplome gehabt haben. In noch späterer Zeit wurden die
Helmkronen fast allgemein, -- mit Ausnahme der historischen Wappenhelme
des hohen Adels, nämlich denen der Stammwappen.


IV. Rangkronen.

„Heraldische Rangkronen“ sind /alle/ über Wappen oder Monogramme
gesetzte /Kronen/, welche den Rang (Stand) ihrer Eigenthümer
anzeigen. Vor der zweiten Hälfte des 15. Jahrh. kommen in Deutschland
keine „heraldischen“ Rangkronen[441] vor. Eine seltene Ausnahme bildet
ein Siegel der Herzogin Elisabeth von Lothringen vom J. 1437.

Auf den Siegeln der deutschen Kaiser und Könige und ihrer Gemahlinnen
erscheinen „heraldische Rangkronen“ zuerst i. J. 1460 bei der
Kaiserin Eleonore, der Gemahlin K. Friedrichs III. (IV.), einer
geborenen Prinzessin von Portugal,[442] und bei Kaiser Maximilian
(1486-1519).[443]. Auch bei Grünenberg v. J. 1482 finden wir bereits
Bl. XLV eine Rangkrone auf dem Wappen der Herzoge von Oesterreich.
Martin Schrot von Augsburg ist wol mit einer der ersten gewesen,
welcher in seinem zu München im Jahr 1576 gedruckten Wappenbuche bei
den Wappen der Könige, Herzoge und Kurfürsten, der Pfalz-, Mark-,
Land- und Burggrafen statt der Helme Rangkronen auf ihre Wappenschilde
gesetzt hat, obgleich er das Wappen Kaiser Rudolfs II. am Anfange nur
mit den drei gekrönten Wappenhelmen von Oesterreich, Castilien und
Sicilien, ohne die /Kaiserkrone/, abgebildet hat. Allerdings sind
seine Königskronen willkürlich und für alle übrigen der gleiche alte
Herzogshut gezeichnet.

Die verschiedenen heutzutage gebräuchlichen Rangkronen[444] sind
aber erst in der späteren Zeit aus der ausländischen Heraldik in
die deutsche übergegangen; z. B. die Grafenkronen mit 9 Perlen, die
Freiherrenkronen mit 7 Perlen und die einfachen Adelskronen mit 5
Perlen, deren sich aber auch manche freiherrliche Häuser noch bedienen.

Daß auch Nichtadelige sich diese Krone zulegen, ist zwar heraldisch
ganz ungerechtfertigt, allein in jetziger Zeit nicht mehr ungewöhnlich;
denn „wo kein Kläger ist, ist auch kein Richter,“ wie bei so manchen
heraldischen Fragen.

Erst im 18. Jahrh. fiengen einzelne regierende Grafenhäuser an,
statt der Wappenhelme oder der früheren einfachen Laubkrone auf ihre
Wappenschilde die Krone mit 9 Perlen zu setzen.

Bei Trier finden wir bereits 1714 solche Kronen bei den Grafen von
Bergen,[445] von Wartenberg und von Bronchorst.

Eine Rangkrone über dem Wappenschilde schließt den Wappenhelm aus,
und die Anbringung der Wappenhelme über derselben, ist, so häufig sie
auch jetzt vorkommt, stets unheraldisch. Will man beide anbringen, so
müssen die Helme auf dem Schilde stehen und die betreffende Krone über
demselben, wozu aber doch wol ein Mantel oder Wappenzelt gehört, wie
bei fürstlichen Wappen.

Nach meiner Ansicht ist somit die /Krone/ auf dem Gäb’schen Siegel
v. 1480 die gewöhnliche heraldische Helmkrone, das in späterer Zeit
allgemein angenommene heraldische Zeichen adeligen Standes.

Gegen Ende des 15. Jahrh. nahte sich das Ritterthum seinem Verfalle,
und mit der zunehmenden eiteln Prunksucht nahmen auch die heraldischen
Kronen rasch überhand. Nicht ohne Grund nennt man Kaiser Maximilian
II. den „letzten Ritter“; denn mit ihm gieng das mittelalterliche
Ritterthum zu Grabe und mit diesem auch die „/echte, edle
Heraldskunst/.“

  /Kupferzell./  F.-K.

FUSSNOTEN:

[421: Kein „/sphragistisches/,“ da das Siegel /als solches/, außer
seinem Wappenbilde, nichts Ungewöhnliches aufweist.]

[422: Vgl. das /Fürstenbergische/ Urkundenbuch, Bd II, S. 188 (Siegel
Nr. 34). Statt der Beschreibung: „Topfhelm mit Pelz- oder Federkugel“
möchte ich jedoch setzen „gekrönter Topfhelm mit Federbusch.“]

[423: Vgl. Freiherr F. Waldbott v. Bassenheim: „Original-Prunkhelme
und Schilde aus dem XV. Jahrh.“ in der herald. genealog. Zeitschrift:
„Adler“ in Wien, 1873, Nr. 7, Nr. 11 u. Nr. 12.]

[424: Der mangelnde Raum im Siegelfelde war allerdings häufig
der Grund zu ganz absonderlichen und oft schwer zu erklärenden
Zusammenschiebungen u. Abkürzungen auf mittelalterlichen Siegeln.]

[425: Vgl. meine kulturhistorische Skizze: „Ueber den Gebrauch der
herald. Helm-Zierden im Mittelalter“ (Stuttgart, Jul. Weise, 1868), S.
27.]

[426: Vgl. Correspondenzblatt des Gesammt-Vereins d. deutschen
Geschichts- und Alterthums-Vereine, 1869, Nr. 11, S. 85 u. 86 mit
Abbildung.]

[427: Vgl. Nr. 24, 75, 76 u. 78 m. mittelalterl. Frauen-Siegel im
Correspondenzblatt des Gesammt-Vereins der deutschen Geschichts- u.
Alterthums-Vereine, Jahrg. 1863, Nr. 3 u. 1866, Nr. 4.]

[428: Vgl. a. a. O. Nr. 68 u. 23; Jahrg. 1866, Nr. 4 u. 1863, Nr. 3.]

[429:

[Illustration: Fig. 3.]

Nicht als „/Helmkrone/“, wie manche Heraldiker annehmen. Auf Bl.
40 b des „St. Christophori am Arlperg Bruederschaffts Buech“ Codex
picturatus im k. k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv zu Wien aus dem Ende
des 14. Jahrh., erscheint dieser /Helmschmuck/, wie hier unter
Fig. 3 im verkleinerten Maßstabe abgebildet, auch in der Art der
Züricher Rolle. Erst die späteren Abbildungen dieses Wappens zeigen
einen /gekrönten/ Helm mit einem Pfauenbusch.]

[430: Somit jedenfalls nicht als heraldisches Beizeichen.]

[431: Eine rein decorative -- keine heraldische -- Krone sehen wir
über dem Hohenlohe-Brauneckischen Wappen an der Herrgotts-Kirche zu
Creglingen; vgl. die Abbildung im „Anzeiger“ 1870, Nr. 3, Sp. 82, zu
Nr. XVIII meiner sphragist. Aphorismen.]

[432: Bei Langenstein, Nr. 54 der Züricher Wappenrolle, erscheint diese
Figur in Blau auf dem Schwanz des rothen Adlers; Sibmacher II, 146
dagegen zeichnet sie als Dreiberg.]

[433: S. meine herald. Monographie: Zur Geschichte des
Fürstenbergischen Wappens (1860), Taf. VII b., Fig. 2, 7 u. 4 (Fig. 7
nach v. Hefner-Alteneck, Trachten des christl. Mittelalters, Th. II,
Taf. 85).]

[434: S. m. sphragist. Aphorism. Nr. XXV im „Anzeiger“ von 1869, Nr.
11.]

[435: Vgl. m. sphragist. Aphorismen im „Anzeiger“, a. a. 0. Nr. XXIV.]

[436: Als „/Hülfskleinod/“ kann /ich/ die Helmkronen durchaus nicht
betrachten; denn sie bilden, nach meiner Ansicht, einen integrierenden
Theil des „gekrönten Helmes“ und gehören somit zu /diesem/ und nicht
zu dem /Kleinod/. Höchstens könnten die einfachen Binden oder Wulste
(meist in den Wappenfarben) als /Hülfskleinode/ angesprochen werden;
alle Körbe, Kissen u. dergl. sind aber ein Theil des /Kleinods/ selbst
und müssen bei dessen Blasonierung auch zuerst genannt werden; jedoch
würde ich rathen die neuere Bezeichnung „/Hülfskleinod/“ lieber ganz
fallen zu lassen, da sie zu unbestimmt und ganz überflüssig ist.]

[437: Vgl. m. sphragist. Aphorismen im „Anzeiger“ von 1869, Nr. 11,
unter Nr. XXIV.]

[438: Diese Kronen, wie sie bereits im 13. Jahrh. auf den Siegeln
dieser Herzoge vorkommen, könnten allerdings, da sie dieselben
wol als Zeichen ihrer königlichen Abstammung führten, auch als
Rangkronen angesprochen werden; da es aber Königskronen sind und keine
Herzogshüte, so kann man sie auch zu den heraldischen Helmkronen
rechnen.]

[439: Vgl. dessen „Elsässische Studien“, III in Nr. 6 u. 7 des
deutschen Herolds v. J. 1879, wo von 1363-1393 noch weitere 8 Siegel
mit /Helmkronen/ angegeben sind, nebst einem interessanten Siegel der
Madlen Ryffin v. J. 1490 mit einem „schräggestellten Schild mit ihrem
Geschlechtswappen, über dem eine dreiblättrige Krone schwebt,“ also
nach Art der heutigen /Rangkronen/ auf Siegeln.]

[440: Vgl. m. sphragist. Aphorismen im „Anzeiger“ a. a. O., Nr. XXIV.]

[441: Die bereits unter III. angeführten Helmkronen gehören eben so
wenig hieher, wie die „decorativen“ Kronen (vgl. Fig. 1, 2, 3 u. 5 in
Nr. 6 des „Anzeigers“) und die „symbolischen“ Kronen, z. B. auf einigen
Bildern des Heilands und der Muttergottes (als „Himmelskönigin“).]

[442: Vgl. das treffliche Werk Carl Heffners: „Die deutschen Kaiser-
und Königs-Siegel nebst denen der Kaiserinnen, Königinnen und
Reichsverweser“ (Würzburg, 1875), Taf. XIX, Nr. 120. Nach den Siegeln
der Könige von Portugal aus jener Zeit scheint die Kaiserin hierin
der Sitte ihres angestammten Hauses gefolgt zu sein. Auch die Könige
von England und Frankreich führten damals schon Rangkronen auf ihren
Wappensiegeln.]

[443: Vgl. C. Heffner, a. a. O., Taf. XVIII, Nr. 121.]

[444: Ueber diese. sind zu vergl.: „Dr. J. W. Triers Einleitung zu der
Wappenkunst“ (1714), O. T. von Hefner: „Grundsätze der Wappenkunst“
(1855) und „Handbuch d. theoret. u. pract. Heraldik“, 1861. (In den
beiden letzteren Werken wäre allerdings eine weniger drastische Sprache
sehr zu wünschen).]

[445: Bei diesen nur mit 7 Perlen.]



Eine Messeraffaire von 1459.

(/Aus dem Schweidnitzer Schöppenbuche 1452-99/[446]).


Heincze Folland der bawmeister[447], Hannes Berger vnd Lodwig der
statdiner, die Nic. Streckenbach[448] von Bewgindorff[449], im
(_ihm_) eyn bekenteniss zu tun, mit rechte vorbrocht[450] hot, haben
bekant an eydis stat..., das gescheen were, das sie zu Welkern in der
Petersgasse zum byre gewest, vnd als sie von danne gegangen wern, do
hetten sie gesehn, das der ffoyt[451] vom Llazan[452] des obgen. N.
Streckenbachs son mit den horen vom pferde geworffen hette; do were
N. Str. komen vnd hett den ffoyt... von seime sone gestossen. Do hette
der ffoyt... N. Str. mit dem rechten arme begriffen vnd gehaldin;
indes wern des ffoyts gomppen[453] komen vnd zugeloffin. Do hette N.
Str. sie vmb gotis wille gebeten eynmol, czwee, drey, vire, das sie
des ken (_gegen_) im nichten teten[454] vnd en (_ihn_) eyn sulchs
obirhuben[455]. Do hetten sie ir messer obir en gezogen von scheiden
vnd do hette N. Str. ouch sein messer geczogen vnd sich ken en muse
schotczen[456]. Das were en wissintlichen. domitt haben sie iren eyd
entpunden. (Judic. an. Math.)

  /Bunzlau./         /Dr. E. Wernicke./

FUSSNOTEN:

[446: Die erste Seite der Papierhdschr. enthält die Notiz, daß der
Protonotar Georg von Sachenkirch das Buch 1451 angeschafft habe. Ueber
die Familie Näheres in d. Zeitschr. d. Ver. f. Gesch. Schles. IX, 196.]

[447: Nicht ausübender Künstler, sondern Aedil. 1468 heißt er der
alte (gewesene) Baumeister und schwört Urfehde, nachdem er wegen
eigenmächtigen Verkaufs städtischer Büchsen mit Gefängniß war bestraft
worden. (Lib. prosc.) -- Der Name in der Form Volandt auch 1582 in
Script. rer. Sil. XI, 75.]

[448: Ein Dorf gleiches Namens unweit der Ruine Nimmersatt bei
Bolkenhain.]

[449: Bögendorf bei Schweidnitz.]

[450: vorgebracht; sonst auch: vollbracht.]

[451: Vogt, mhd. voget, voit.]

[452: Laasan, Kr. Striegau.]

[453: Kumpane, Helfershelfer; auch kommt dieses Wort in Verbindung mit
„Holunken“ in der Bedeutung von „Handlanger“ in schlesischen Rechnungen
des 16. Jahrh. vor.]

[454: /nicht enteten/, nicht thäten; /en/ ist mhd. Negationspartikel.]

[455: überhöben, ihn mit solchen verschonten.]

[456: sich gegen ihnen (sie), ihnen gegenüber, müssen schützen.]



Sprüche auf alten Trinkgläsern und Flaschen.


  Ein treües Hertz hab Ich
  Ein treües Hertz lieb Ich
  ein treües Hertz Soll bey mir sein
  weil mir gott gindt das leben mein.

  Welcher mir den trunckh versagt
  der muß wohl sein ein man Verzagt.

  Bruder mein
  Kom zu Mir herein
  Auff eine Kane Bier oder Wein.

  Mein Hertz in Mir
  theillt Ich Mit dir.

  Darine steckt
  was mir gutt schmeckt.

  Wildtu borgen
  So kom morgen.

  Lieber entzwey
  Als einmahl untreu.

  /Stockerau/ in Niederösterreich.           C. M. /Blaas/.



(Mit einer Beilage.)


Verantwortliche Redaction: Dr. A. /Essenwein/. Dr. G. K.
/Frommann/.

Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in
Nürnberg.


Gedruckt bei U. E. /Sebald/ in Nürnberg.



  BEILAGE ZUM ANZEIGER FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.

  1879.    Nº 11. November.



Chronik des germanischen Museums.


  /Nürnberg/, den 15. November 1879.

Der erfreulichen Nachricht über die Entwickelung unserer
Kupferstichsammlung, die wir vor zwei Monaten an dieser Stelle bringen
konnten, dürfen wir heute wieder Mittheilungen folgen lassen, aus
welchen hervorgeht, daß dieser Theil unserer Anstalt auch außerhalb
derselben Interesse genug erregt, um hoffen zu lassen, daß auch in
Zukunft deren Entwickelung gesichert sein werde. Der in Kissingen
verstorbene kgl. Hofrath Erhardt hat seine große Porträtsammlung dem
germanischen Museum vermacht, und Herr Senator Römer in Hildesheim
hat demselben eine etwa 5000 Nummern betragende ähnliche Sammlung
zugewiesen, so daß dieser Theil, welcher bei der Ordnung schon gegen
15,000 Nummern ergeben hatte, außerordentliche Bereicherung erhält.

Für das Handelsmuseum zeigt sich stets neues Interesse in den Kreisen
des Handelsstandes. Es sind neuerdings wieder manche Geschenke
für dasselbe eingelaufen, und folgende Herren und Firmen haben
Antheilsscheine à 50 Mark gezeichnet: Joseph Bär u. Co., Buchhandlung,
in Frankfurt a. M. 1, Joh. Barth u. Sohn 1, P. G. Bauriedel’s
Kunstmühle 1, J. F. Boß 1, Johann Faber 1, Max Friedmann 1, Carl
Gonnermann, Fabrikbesitzer 1, G. Greiner, Kaufmann (in Firma: Greiner
u. Hibler in Lienz in Tirol) 1, W. J. Gutmann 1, G. Heimstädt,
Fabrikbesitzer 1, F. W. Heyne, Großhändler 4, August Keerl 1, S.
Leopold, Kaufmann 1, J. A. Hilpert 1, C. Leuchs u. Co. (Inhaber:
Georg, Wilh. u. Friedr. Leuchs) 1, Gebrüder Menz 1, Carl Meyer (Firma:
Scholler u. Meyer) 1, Georg Carl Meyer, Großhändler u. kgl. niederl.
Consul 2, Rud. Neithardt, Großhändler 1, Julius Neu, Bankier 1, Gottfr.
Probst, Fabrikbesitzer 1, Joh. Conrad Rhau 1, Firma Leonhard Tauber 1,
S. Tuchmann u. Söhne 1 und J. Em. Wertheimber 1, sämmtlich in Nürnberg;
endlich Gebrüder Narr in Zirndorf 2.

Nachdem die Organisation bereits vorgeschritten ist, glaubte der
Verwaltungsrath des Handelsmuseums, auch mit Ankäufen für dasselbe
beginnen zu sollen und hat zunächst 6000 m. aus den bereits
eingelaufenen Geldern dazu bestimmt, mit denen manches interessante
Stück hat angekauft werden können. Insbesondere wurden für die
Bibliothek einige hundert Bände älterer, für die Handelsgeschichte
wichtiger Werke erworben, eine beträchtliche Zahl zum Theil sehr
seltener Münzen, sodann eine Reihe von Schiffsmodellen, einige Modelle
von Frachtwägen, ferner interessante Maße und Gewichte, eine Reihe von
Kupferstichen und manches Andere.

Seit Veröffentlichung des Verzeichnisses in der vorhergehenden Nummer
wurden folgende /neue Jahresbeiträge/ angemeldet:

Von =~Privaten~=: =Aurich.= Robert Tornow, Regierungsassessor,
3 m. =Breslau.= Rosenbaum, Kaufmann, 10 m. =Bückeburg.= Pinter,
Regierungs-Assessor, 3 m. =Cassel.= Boving, Amtsrath, 3 m.; Freiherr
v. Feilitsch 3 m.; Herm. Goldschmidt, Großhändler, 3 m.; Hinnüber,
Regierungs- u. Baurath, 3 m.; Kolitz, Akademiedirektor, 3 m. Mager,
Präsident des Oberlandesgerichts, 3 m.; Dr. med. Schwarzkopf 3
m.; Vahl, kaiserl. Oberpostdirektor, 3 m. =Crailsheim.= Brick,
Kameralamtsbuchhalter, 2 m.; Frommann, Justizassessor, 2 m.;
Baron von Gütlingen 2 m.; Haller, Oberamtmann, 2 m.; Dr. Krauße,
Rechtsanwalt, 2 m. =Dinkelsbühl.= Beck, kgl. Reallehrer, 1 m. 80
pf.; A. Grimm, Ingenieur, 2 m.; N. Gumprich, Ingenieur, 2 m.; C.
Kaufmann, Bauunternehmer, 2 m.; Liniger, Sprachlehrer, 1 m. 80 pf.;
Meister, protest. Stadtvicar, 2 m.; v. Miller, Ingenieur, 2 m.;
Schätzlein, Rechnungsführer, 2 m.; Spiegel, Sectionschef, 2 m.;
Stiel, Gerichtsvollzieher, 2 m. =Donauwörth.= Deffner jun., Kaufmann,
2 m. =Eberswalde= (Brandenburg). Dr. Grunewald, Assistenzarzt der
Landes-Irrenanstalt, 3 m. =Ellwangen.= Dr. Ilg, Professor, 2 m.; Stapf,
Straßenbauinspektor, 3 m. =Greding.= Christoph Tischendörffer, k.
Gerichtsschreiber, 2 m. =Güstrow.= Dr. Förster 3 m. =Gunzenhausen.=
Dr. Müller, prakt. Arzt, 3 m. =Kaufbeuern.= Freiherr von Kreß, k.
Forstamtsassistent, 3 m. =Kiel.= Frau Roß 3 m. =Magdeburg.= Wilh.
Meyer, Kaufmann, 2 m. =Mönchsroth.= Neuner, protest. Pfarrverweser, 2
m. =Neuenbürg.= Palm, Apotheker, 2 m.; Römer, Oberamtsrichter, 2 m.
=Nürnberg.= Konrad Dürr, kgl. Reallehrer, 2 m. =Oldenburg.= Littmann,
Buchdruckereibesitzer, 3 m. =Reutlingen.= Euting, Bauinspektor, 2
m. =Stargard= in Pommern. Könnecke, Gymnasiallehrer, 1 m.; Werner,
Gymnasiallehrer, 1 m. =Stettin.= Balsam, Schulrath, 1 m.; Dr. v. Bülow,
Staatsarchivar, 3 m., Küster, Amtsgerichtsrath, 1 m. =Windsheim.= Karl
von Linck, Apotheker, 2 m. =Wismar.= Dr. Kuthe, Gymnasiallehrer, 3 m.;
Podeus, Consul, 3 m.

Als /einmalige Beiträge/ wurden folgende gegeben:

Von =~Privaten~=: =Cassel.= v. Nehus, Baumeister
a. D., 5 m. =Dinkelsbühl.= Dr. W. Dietsch, prakt. Arzt, 2 m.
=Eutin.= Mücke, Regierungsrath, 6 m. =Innsbruck.= Joseph
Rungaldier, Comptoirist (†), 2 m. =Olmütz.= Dr. A. Brecher
2 m.; Dr. J. Eben 2 m.; Leop. Engelmann 2 m.; Dr. B. Levin 2 m.
=Schleiz.= Schorr, stud. phil., 75 pf.; =Wien.= Ferd. Kwisda,
Apotheker, 4 m.

Unsern Sammlungen giengen ferner folgende Geschenke zu:

I. Für die kunst- und kulturgeschichtlichen Sammlungen.

(Nr. 8199-8206.)

=Basel.= /Dr. M. Heyne/, Direktor der mittelalterl. Sammlung:
Trumscheit. -- =Berlin.= /Paul Bette/, Kunsthändler: Bildniß des
Geographen Carl Ritter. Lichtdruck. -- =Hildesheim.= /Römer/, Senator:
Eine Sammlung von ca. 5000 Porträten in Kupferstich-Holzschn. u.
Lithogr. 16.-19. Jahrh. -- =Neuenbürg.= /Freifrau v. Gagern/, geb.
Gräfin v. Wimpffen: 2 Goldhauben, Bauerntracht vom 18.-19. Jahrh.
-- =Nürnberg.= /S. Pickert/, Hofantiquar: Silberne Medaille auf
Cardinal Albrecht von Brandenburg. 1526. -- =Posen.= /W. Schwarz/,
Gymnasialdirektor: 10 vorchristliche Grabgefäße und mehrere verzierte
Bruchstücke von solchen, gefunden in der Nähe von Posen. -- =Vetschau.=
/A. Rabenau/ jun.: Bruchstücke von Gefäßen des 17. Jahrh., ausgegraben
im Spreewalde. -- =Würzburg.= /Ungenannter/: Eine Partie neue Abdrücke
älterer Initialen u. s. w.

II. Für die Bibliothek.

(Nr. 39,944-40,049.)

=Berlin.= /Friedberg u. Mode/, Verlagshdlg.: Das Nibelungenlied,
übersetzt von Freytag. 1879. 8. /E. S. Mittler u. Sohn/, k.
Hofbuchhandlung: Prutz, Geheimlehre und Geheimstatuten des
Tempelherrn-Ordens. 1879. 8. -- =Bielefeld.= /Familienverbindung
Delius/ westfäl. Zweiges: Stammbaum der Familie Delius westfäl.
Zweiges. gr. 4. Stiftungsurkunde für die Familienverbindung Delius
w. St. 1879. gr. 4. Die Familie Delius in Klein-Bremen im 16. Jhdt.
1876. 8. Die Familie Delius in Hamburg zur Zeit der Reformation. 1875.
8. -- =Breslau.= /Verein für das Museum schlesischer Alterthümer/:
Saurma, Wappenbuch der schlesischen Städte und Städtel. 1870. 4.
/Robert Stetten/, Antiquar: Zobel, schlesischer Erntekranz. 1878. 8.
-- =Crefeld.= /Dr. Buchner/: Correspondenzen-Blatt des niederrhein.
Vereins für öffentliche Gesundheitspflege. Bd. V-VIII, 1-9. 1876-79. 2.
-- =Döckingen.= /Dr. G. Baist/: Warhafftige Beschreibung der Erwehlung
Maximiliani etc. 1562. 4. (defect). Discurs oder politische Erzehlung
von der newen Wahl eines Röm. Keysers. 1612. 4. Kurze Beschreibung,
welcher massen... Herr Matthias der Ander... zum Röm. König erwählt.
1612. 4. Wahl vnd Crönungshandlung .... Matthiae Erwehlten Röm.
Kaysers etc. 1613. 4. Furier und Futterzettel deß... Herrn Johann
Schweickharden... zu Maintz Erzbischoffen etc. 1612. 4. Furier vnd
Futterzettel deß... Herren Lotharii, Ertzbischoffen zu Tryer etc.
1612. 4. Furirzettel deß... Herrn Ferdinanden, Ertzbischoffen zu Cölln
etc. 1612. 4. Chur Pfaltz Furier vnd Futterzettel... Herrn Johannsen
Pfaltzgraffen bei Rhein etc. 1612. 4. Furier vnd Futterzettel deß
... Herren Johann Georgen, Hertzogen zu Sachsen etc. 1612. 4. Furier
vnd Futterzettel deß... Herren Johann Sigismunden, Marggraffen zu
Brandenburg etc. 1612. 4. Furier Zettul oder Verzeichnuß der... an
jetzo zu Franckfurt anwesenden Herren Churfürsten etc. 1619. 4. Wahl
vnd Krönungs-Handlung das ist: Kurtze vnnd Wahrhaffte Beschreibung,
was sich bey dem Anno 1619 zu Franckfurt gehaltenen Wahl- und
Krönungstag... zu getragen vnd vorgangen etc. 1619. 4. -- =Elberfeld.=
/Wilhelm Crecelius/, Gymnasialprofessor: Ders., de Antonii Liberi
Susatensis vita et scriptis. 8. Ders., Essener Glossen. (1879). 8.
-- =Erlangen.= /Dr. Elias Steinmeyer/, Univers.-Professor: Ders. und
Sievers, die althochdeutschen Glossen; I. Bd. 1879. 8. -- =Hanau.=
/Wetterauische Gesellschaft für die gesammte Naturkunde/: Bericht etc.,
1873-79. 1879. B. -- =Hauzenstein.= /Graf Hugo von Walderdorff/: Ders.,
Nachlese zu Th. Ried’s codex chronologico-diplomaticus Episcopatus
Ratisbonensis. 1879. 8. Sonderabdr. -- =Hirschberg.= -- /A. M. Ottow/:
Ausführungen politischer und rechtlicher Materien. 1776. 8. Dohm,
über den deutschen Fürstenbund. 1785. 8. Gedanken und Vorschläge
eines Menschenfreundes zur Entwerfung eines Criminalgesetzbuches.
1804. 8. Merkel und Dismembration. 1804. 8. Jarick, de judiciis Dei
sive de ordaliis medii aevi. 1820. 4. Straß, über die Reform des
Advocatenwesens im preuß. Staate. 1840. 8. Die Sitte ist besser als
das Gesetz. 1842. 8. Polen, seine Erniedrigung durch die 3 Theilungen.
1846. 8. Eberty, Schutzschrift für Gustav Apolph Wislicenus. 1846. 8.
Uhlich, Betrachtungen auf Anlaß der Synode in Berlin; 2. Aufl. 1846.
8. Moras, Haft und Flucht. 1847. 8. Die neuen ständischen Gesetze
Preußens vom 3. Februar 1847. 1847. 8. v. Florencourt, zur preußischen
Verfassungsfrage. 1847. 8. Die Neuenburger Frage. 1848. 8. Boots, zur
preuß. Advokatenfrage. 1849. 8. Tittmann, die Stellung der Geschwornen
zu den rechtsgelehrten Richtern. 1849. 8. Acta manualia des Teufels
in Sachen Schleswig- Holstein. 1850. 8. Semler, das Rechtsverhältniß
der gemischten Ehen. 1852. 8. Urkundenbuch zur deutsch-dänisch.
Angelegenheit, von 1857-1861. 1862. 8. Die Gesetzgebung der letzten
sechs Jahre im Reich und in Preußen. 1876. 8. Meyer, Denkschrift.
1878. 8. Mohl, Kommissions-Bericht an die württemb. Kammer der
Abgeordneten über den gegen indirekte Steuern und für eine Vermögens-
und Einkommensteuer gestellten Antrag. 1877. 8. Mohl, Denkschrift
für eine Reichs-Tabak-Regie. 1878. 8. Friedr. Wilhelm Ernst, Prinz
von Hessen, einige Bemerkungen zur verklagtischen Schlußerklärung
in der Prozeßsache Hessen-Philippsthal gegen preuß. Staat etc. 4.
Das Familien-Fideicommiß der hessischen Fürstenfamilie. 1876. 4. --
=Hohenleuben.= /Vogtländischer alterthumsforschender Verein/: Ders.,
47., 48. u. 49. Jahresbericht etc. u. 1. Jahresbericht des geschichts-
und alterthumsforschenden Vereins zu Schleiz. 1879. 8. -- =Linz.=
/Museum Francisco-Carolinum/: Dass., 37. Bericht etc., nebst 31. Liefg.
der Beiträge etc. 1879. 8. =Marienwerder.= /Histor. Verein für den
Reg.-Bez. Marienwerder/: Ders., Zeitschrift etc.; 3. Hft. 1879. 8.
-- =München.= /Dr. Konr. Maurer/, Univers.-Prof.: Bergens borgerbog,
1550-1751, udgiven af Nicolaisen. 1878. 8. /Dr. G. M. Thomas/,
Univers. Prof.: Ders., zur Quellenkunde des venezianischen Handels
und Verkehrs. 1879. 4. Sonderabdr. Rockinger, zu Aventins Arbeiten in
deutscher Sprache im geh. Hausarchive. 8. Sonderabdr. -- =Nürnberg.=
/Bauer u. Raspe/, Verlagsh. (Emil Küster): Seyler, Adelsbuch des
Königreichs Bayern (1820-1875). 1877. 8. /Kaspar Essenwein/: Kreppel,
Festrede, gehalten am 1. Septbr. 1879. 8. /Magistrat der Stadt
Nürnberg/: Kämmerer, Untersuchungen des Pegnitzwassers in Nürnberg.
8. Thiem, das Wasserwerk der Stadt Nürnberg. 1879. 4. -- =Prag.=
/Verein für Geschichte der Deutschen in Böhmen/: Ders., Mittheilungen
etc.; XVIII. Jahrg. Nr. I. 1879. 8. 17. Jahresbericht f. d. J.
1878. 79. 1879. 8. -- =Speier.= /Histor. Verein der Pfalz/: Ders.,
Mittheilungen etc.; VII, VIII. 1879. 8. -- =Strassburg.= /Gesellschaft
für Erhaltung der histor. Denkmale im Elsaß/: Herrade de Landsperg,
hortus deliciarum; livr. I. (planches 1-10). Imp. 2. -- =Stuttgart.=
/Paul Neff/, Verlagshndlg.: Gutekunst, die Kunst für Alle; Lfg. 32
u. 33. gr. 2. -- =Treuchtlingen.= -- /A. Pernwerth von Bärnstein/,
k. b. Eisenbahninspektor: Ders., Treuchtlingen im Altmühlthale,
seine Burgruine und seine Umgebung; 3. Aufl. 1879. 8. -- =Ulm.= /K.
Gymnasium/: Programm etc.; 1878-79. 1879. 4. -- =Wien.= /Numismatische
Gesellschaft/: Dies., numismatische Zeitschrift etc.; XI. Jhg. 1.
Halbj. 1879. 8. /Dr. Heinr. Kábdebo/: Ders., Hand-Lexicon österreich.
Künstler u. Kunstverwandten; Lfg. 1. 1880, 8. -- =Würzburg.= /Frau
Rath Heffner/: Hochfürstl. Würzburgische Schützen-Ordnung. 1692. 8.
Bergordnung des kurf. Herzogth. Baierns. 1784. 2. Leuchs, Versuch
einer Charakteristik der Kaiser und Könige Deutschlands; III. Thl,
1798. 8. Actenmäßige Darstellung der Vorfälle in Sommerhausen.
1809. 4. Goldmayer, Beiträge zur Geschichte der k. Universität zu
Würzburg. 1. Lfg. 1817. 8. Chateaubriand, Denkwürdigkeiten, Briefe
und Urkunden, das Leben und den Tod d